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Filmmuseum Oktober 2017 Kinoprogramm Ausstellungen ¡ Projekte


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Information & Ticketreservierung Tel. 069 - 961 220 220

Impressum Herausgeber: Deutsches Filminstitut – DIF e.V. Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main Vorstand: Dr. Nikolaus Hensel Presse und Redaktion: Frauke Haß (Ltg.), Jenni Ellwanger Texte: Andreas Beilharz, Marie Brüggemann, Frauke Haß, Jonas Ebling, Jenni Ellwanger, Natascha Gikas, Winfried Günther, Anne Kerleau, Urs Spörri, Laura Teixeira, Treppe 41 Vorführer / innen: Christian Appelt, Michael Besser, Pramila Chenchanna, Hans-Peter Marbach, Günther Volkmann Gestaltung: Optik — Jens Müller optik-studios.de Druck: FISSLER & SCHRÖDER GbR – Kompetenz in Print und Medien, 63571 Gelnhausen Anzeigen (Preise auf Anfrage): Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 069 - 961 220 222 E-Mail: presse@deutsches-filminstitut.de Abbildungsverzeichnis: Alle Abbildungen stammen aus dem Bildarchiv des Deutschen Filminstituts, sofern nicht anders verzeichnet. Bilder S. 4-7: DIF / Sophie Schüler Bilder S. 10, 11: DIF / Sabine Imhof Bilder S. 12-15: DIF / Frauke Haß Titelmotiv: LA SCIENCE DES RÊVES (FR/IT 2006, R: Michel Gondry)

Marlene Dietrich UND Josef von Sternberg Dishonored ≥ Seite 21


INHALT

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Claudia Dillmann verabschiedet sich Ellen M. Harrington wird neue Direktorin Endlich da: der Multimediaguide Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry

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Filmprogramm Michel Gondry Marlene Dietrich und Josef von Sternberg 40. LUCAS Filmfestival Kinderkino Hommage an Rudolf Thome Klassiker & Raritäten: Heinrich Böll Lecture & Film: Tropical Underground Filmclub Treppe 41 Late Night Kultkino

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Specials Was tut sich – im deutschen Film? Jüdische Kulturwochen Kino & Couch: SECONDS Welttag des Audiovisuellen Erbes

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Service Programmübersicht Eintrittspreise / Anfahrt Tagung: Zugang Gestalten! Vorschau

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RUDOLF THOME DETEKTIVE ≥ Seite 34


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AKTUELLES

Frankfurt verabschiedet sich von der Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums, Claudia Dillmann Mehr als 140 Gäste bei dem von Dr. Nikolaus Hensel ausgerichteten Empfang am 7. September Bereits im März hatte Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums, bekanntgegeben, dass sie im Herbst in den vorzeitigen Ruhestand gehen würde. Am 7. September 2017 feierte sie ihren offiziellen Abschied von der Frankfurter Stadtgesellschaft. Geladen hatte Dr. Nikolaus Hensel, Vorstand des Deutschen Filminstituts, in den Garten der Kanzlei bhp Bögner Hensel & Partner. Mehr als 140 Gäste tummelten sich im Festzelt, in dem viele Worte des Danks und der Anerkennung zu hören waren. Allen voran natürlich Hensel selbst, der Claudia Dillmanns „hervorragenden Ruf in der Fachwelt“ hervorhob und ihr versicherte: „Auf dein Lebenswerk, das Filmmuseum, wie es heute als einer der Brillanten am Museumsufer steht, darauf kannst du stolz sein.“ Die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts, Frankfurts Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, schloss sich den Worten Hensels an: „Claudia Dillmann ist das Gesicht, das den gesellschaftlichen Stellenwert der Filmkultur in Hessen und auch weit darüber hinaus entscheidend geprägt hat. Ihr Einsatz für die Filmkultur ist überragend. Beherzt, mutig und unbeirrbar kämpfte sie um das europäische Filmerbe genauso wie um Drittmittel und Sponsoren. Wort- und weltgewandt leitete sie als Multitalent und Direktorin das Deutsche Filminstitut wie das Museum. Der Erfolg des Filmmuseums ist ein Erfolg seiner Direktorin und ihrer Cinéphilie“, so Hartwig. Von einem „Verlust für die Kulturszene Frankfurts und Hessens“ sprach

Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Claudia Dillmann arbeitete unermüdlich daran, den Film im kulturellen Bewusstsein zu verankern. Sie hat ein besonderes Gespür für die Zukunft des Films und gestaltete sie mit großer Fachkenntnis, Begeisterung für das Bewegtbild und der Leidenschaft, neue Wege einzuschlagen, mit. Der Filmstandort Hessen hat ihr sehr viel zu verdanken. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute“, so Rhein. Dr. Rainer Rother, Vorsitzender des Kinematheksverbundes und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek Berlin, erinnerte an viele gemeinsam durchlebte Festivaltage im italienischen Bologna und lobte Dillmanns „Kämpferherz und Hartnäckigkeit: Du hast immer wieder Wege gefunden – etwa mit goEast – , die Bedeutung des Films für uns neu sichtbar zu machen.“ Sandra den Hamer, Vorstand der Vereinigung der europäischen Filmarchive und Kinematheken (ACE) und Direktorin EYE Amsterdam, betonte, dass Claudia Dillmann als ACE-Präsidentin eine ganze Reihe von Projekten angestoßen habe „mit dem Ziel, unsere kinematographische Vergangenheit zu bewahren und für die Zukunft zu sichern: Wir sind immer noch neidisch“, scherzte sie. Ein bisschen Wehmut kam zum Abschied natürlich auch bei Claudia Dillmann selbst auf. Doch scheidet sie mit einem „guten Gefühl und zu einem guten Zeitpunkt. Das Haus ist mit seinem fantastischen Team und einer Ausstellungsplanung bis Sommer 2019 sehr gut aufgestellt.


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Vorstand Dr. Nikolaus Hensel und Claudia Dillmann mit der Verwaltungsratsvorsitzenden des DIF und Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig.

Nikolaus Hensel, Minister Boris Rhein, Ina Hartwig und Claudia Dillmann mit Hilmar Hoffmann.

Dr. Helmut Mßller, Matthias Wagner K und Ralf Beil in heiterer Runde.


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AKTUELLES Anette von Zitzewitz, Vorsitzende des am DIF angesiedelten Kuratoriums Filmbildung – Jetzt!

Applaus fĂźr Claudia Dillmann

Boris Rhein und Claudia Dillmann


Fotos: © Sophie Schüler, Quelle: DIF

Gastgeber Nikolaus Hensel heißt willkommen

Mein Vorstandskollege Dr. Nikolaus Hensel und ich haben in den vergangenen Monaten zudem intensiv an der Verbesserung der finanziellen Situation des Instituts gearbeitet. Ich freue mich, Filminstitut und Filmmuseum in einem hervorragenden Zustand übergeben zu können“, so Dillmann. „Mit der Ausrichtung der Feier am heutigen Abend haben mir Niko Hensel und mein Team eine ganz besondere Freude gemacht. Ich danke euch sehr.“ Zu den großen Erfolgen Claudia Dillmanns zählen die Gründung von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden im Jahr 2000, der Aufbau der Online-Plattform filmportal.de in den Jahren 2003 bis 2005, ihre Präsidentschaft in der Vereinigung der europäischen Filmarchive und Kinematheken von 2004 bis 2012, die Planung und der Bau des neuen Filmmuseums in den Jahren 2007

bis 2011. Im Einsatz für die Filmdigitalisierung spielte die 63-Jährige eine Schlüsselrolle. Für ihr erfolgreiches Wirken wurde sie im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Jetzt wechselt Claudia Dillmann in den vorzeitigen Ruhestand. In Zukunft möchte sie sich wieder mehr dem Schreiben widmen und ihre reichen Erfahrungen in Kulturprojekte einbringen. „Ich freue mich auf die freie Zeit und die Muße im vor mir liegenden Lebensabschnitt“, sagt Claudia Dillmann. „Dennoch werde ich dieses Haus nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit mit Bedauern verlassen. Vermissen werde ich vor allem das Team: dessen kreative Kraft, Expertise, Begeisterungsfähigkeit und Herzlichkeit. Ich wünsche dem Deutschen Filminstitut eine glänzende Zukunft und werde dem Haus stets verbunden bleiben.“


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AKTUELLES

Ellen M. Harrington wird neue Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums Die derzeitige Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures kommt aus Los Angeles nach Frankfurt Ellen M. Harrington, derzeit Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles, wird Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main. Die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin wird die Leitung des Instituts, zu dem auch das Deutsche Filmmuseum gehört, in Nachfolge von Claudia Dillmann zum 1. Januar 2018 übernehmen. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Ellen M. Harrington eine herausragend qualifizierte Direktorin gefunden haben und nach Frankfurt holen können“, sagte die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. „Ellen M. Harrington bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung in einer der renommiertesten Filminstitutionen der Welt in ihre neue Position ein. Sie hat in allen für das Deutsche Filminstitut wesentlichen Bereichen – Archiv, Museum, Kino – in leitender

Funktion gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass das Deutsche Filminstitut samt Filmmuseum von ihrer Erfahrung profitieren wird, und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“ Ellen M. Harrington arbeitet seit 1993 für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills. Zuvor war sie für gemeinnützige Filminitiativen sowie in der Filmproduktion tätig. Sie war Direktorin für Ausstellungen und Filmveranstaltungen sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars® verleiht. Mit der Gründung des akademieeigenen Filmmuseums im Jahr 2013 wechselte sie als Direktorin für Ausstellungen und Sammlungen in den Planungsstab des Großprojektes und ist seit 2015 für Aufbau und Konzeption der Museumssammlung zuständig. Im Lauf ihrer Karriere hat Ellen Harrington für die Academy und für Partnerinstitutionen rund 50


Ellen M. Harrington

Filmausstellungen kuratiert sowie weitere 30 Ausstellungsübernahmen verantwortet. Sie hat außerdem für die Academy, für internationale Filminstitutionen und Festivals mehr als 500 Filmvorführungen realisiert, darunter Retrospektiven, Hommagen und Bildungsveranstaltungen. Mit dem Deutschen Filmmuseum arbeitete sie mehrfach zusammen, besonders intensiv im Rahmen der Ausstellung „And the Oscar® goes to ... 85 Jahre ‚Bester Film‘“, welche das Deutsche Filmmuseum 2012 in Frankfurt realisierte. Derzeit schließt Ellen M. Harrington in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum ein großes Ausstellungsprojekt über lateinamerikanische Filmkultur der 1960er Jahre bis in die Gegenwart ab. Die polyglotte US-Amerikanerin, die fließend Französisch, Spanisch und Italienisch spricht, widmet sich in den kommenden Monaten zudem intensiv dem Erlernen der deutschen Sprache.

Dr. Nikolaus Hensel, seit 2006 ehrenamtlicher Vorstand des Deutschen Filminstituts, hat den mehrmonatigen Auswahlprozess geleitet: „Mit Ellen Harrington haben wir die ideale Kandidatin für die Leitung des Deutschen Filminstituts gefunden. Ihr weltweites Netzwerk, ihre fachliche Expertise und ihre Management-Erfahrung werden das Haus bereichern. Ich bin sicher, dass die international aufgestellte Stadt Frankfurt am Main ein exzellentes kulturelles Umfeld für Frau Harringtons Arbeit bietet.“ Ellen M. Harrington wird sich der Öffentlichkeit im Januar auf einer Pressekonferenz persönlich vorstellen.


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AKTUELLES

Moderator Amin (links) interviewt das Projektteam

Von jungen Menschen – für junge Menschen Multimediaguide durch die Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums Jetzt ist er endlich da: Anfang September wurde der neue Multimediaguide des Deutschen Filmmuseums mit einer großen Feier der Öffentlichkeit präsentiert. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde der elektronische Führer durch die Dauerausstellung unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Seit vergangenem Monat stellt der Guide das Filmmuseum mit zahlreichen Audiound Videobeiträgen, Interviews, Fotos und Filmausschnitten umfassend vor. Das erste Wort bei der Präsentation hatten die Jugendlichen selbst; sie hatten schließlich nicht nur einen Großteil der Inhalte für den Guide erarbeitet, sondern auch dessen öffentliche Vorstellung mitkonzipiert. Die beiden Nachwuchs-Moderatoren Amin (14) und Benjamin (12) begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste im voll besetzten Kino. In ihren Reden blickten die Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums Claudia Dillmann, Projektleiterin Barbara Dierksen und Christine Kopf, Leiterin

der Abteilung Filmbildung und -vermittlung, auf Herausforderungen des Modellprojekts zurück, hoben die dabei gewonnenen wertvollen Erkenntnisse hervor und betonten die Bedeutung partizipativer Formate für die kulturelle Teilhabe junger Menschen. Höhepunkt der Veranstaltung war eine Live-Stummfilmvertonung unter der Leitung des Musikers Uwe Dierksen und des Filmvermittlers Julian Namé, bei der die Jugendlichen mit ihrem kreativen Einsatz von Trompete, Trommel und schwingendem Sägeblatt begeisterten. In den Foyers der Dauerausstellung fand anschließend ein reger Austausch statt: Die Gäste konnten den Guide endlich selbst ausprobieren und die Projektteilnehmer/innen hatten nun Gelegenheit, die Früchte ihrer Arbeit zu zeigen und die Beiträge anderer Kinder und Jugendlicher zu entdecken. Der Multimediaguide kann beim Besuch des Deutschen Filmmuseums kostenlos ausgeliehen werden.


Jugendliche beim ersten Testlauf

Claudia Dillmann begrüßt die Gäste


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AKTUELLES

Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry Filmdreh in drei Stunden: Die Vampire sind los An diesem Samstag ist Mathilda Schuh Kamerafrau. Die Schülerin steht vor der Kulisse eines U-BahnWaggons, der durchs Frankfurter Nordend rauscht, und richtet die Kamera auf Jacques Kerleau. Der Arzt für Allgemeinmedizin spielt heute einen Kommissar, der nach einer durchzechten Nacht die Orientierung verloren hat. Ob das hellblaue Einhorn auf dem U-Bahn-Sitz vor Jacques, gespielt von Zauberkünstler Julius Zier, real oder nur eine Halluzination ist, werden wir bis zum Ende des Films nicht erfahren. Seit dem 14. September und noch bis 28. Januar 2018 können Gruppen von fünf bis zwölf Personen in einem Parcours, der im Deutschen Filmmuseum aufgebaut wurde, innerhalb von drei Stunden ihren eigenen Film erdenken – und auch gleich drehen. Abgedreht! Die

Filmfabrik von Michel Gondry ist ein Projekt, das der französische Regisseur bereits an zwölf Orten weltweit umgesetzt hat. Nun gastiert es erstmals in Deutschland. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung zu einer Tour erfolgt online oder – ganz spontan – direkt vor Ort. Mathildas Gruppe hat sich für den Dreh einer Horror-Komödie entschieden: „Der Vampirpate im Bahnhofsviertel“. Sechs weitere Teilnehmer/innen touren an diesem Samstagnachmittag mit Mathilda, Jacques und Julius durch die Filmfabrik, noch bevor diese für das Publikum öffnet: Fitnesstrainer Insa Gaye, Taschendesignerin Angela Miklas, Philly Makora, angehende Kommunikationsmanagerin, Jan Hoffmann, Küchenchef im Frankfurter Seven Swans, sowie die Journalistinnen Henriette Nebling und Judith Henke.


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Welches Genre soll es denn sein? In den vorbereitenden Workshops (links) müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden. Oben: Blick in die Kulissen.

Sämtliche Teilnehmer/innen begegnen sich zum ersten Mal. Die demokratische Abstimmung über Genre und Titel des Films sowie die Erstellung eines groben Handlungsmusters, Gegenstand des ersten von zwei Workshops, läuft deshalb noch verhalten. Aber der sehr exakte Leitfaden, den Michel Gondry für seinen Parcours erstellt hat, lässt Zurückhaltung kaum zu. Außerdem gibt es noch Mascha Dämkes und Moritz Hingott: Sie kennen Gondrys Konzept in- und auswendig und betreuen die Gruppen im Museum bei ihrer Tour durch die Filmfabrik. Die Zeit läuft: Nach 45 Minuten müssen Genre, Titel und Story stehen. Küchenchef Jan hat die Uhr fest im Blick. Gleich im Anschluss geht es in Workshop 2. Hier wählen die Teilnehmer/innen aus einem riesigen Fundus Kostüme und Requisiten

für ihren Film. Julius findet sein Einhornkostüm, Taschendesignerin Angela wählt für ihre Rolle als Vampir-Wirtin High Heels mit Leopardenmuster, und Insa wird mithilfe eines weißen Kittels und einer Brille in die Rolle des Arztes schlüpfen. Die Kostümauswahl ist groß – und lädt zum Herumalbern ein. Allmählich finden die Teilnehmer/innen zueinander, aber: „Wir haben nur noch fünf Minuten“, gibt Zeitwächter Jan zu bedenken. Dann müssen die Kostüme sitzen, und die Gruppe begibt sich in die Kulissen im dritten Obergeschoss: Für den Dreh bleibt eine Stunde Zeit. Vom typischen Frankfurter U-BahnWaggon über ein schrullig-schönes Caféhaus bis hin zum düsteren Friedhof: Die detailreich gestalteten Kulissen der Filmfabrik geben viel Raum zum Geschichtenerzählen. Mathildas Gruppe findet großen


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AKTUELLES

Projektleiterin Stefanie Plappert zeigt Mathilda Schuh, Teilnehmerin der ersten Testgruppe, die Funktion der Kamera.

Gefallen an einer klassischen Vespa, auf der man mittels Rückprojektion durch die Frankfurter Innenstadt pesen kann, und an einer Gummizelle: hier soll der orientierungslose Kommissar seinen Rausch ausschlafen. Zwei Dinge stehen bei dem von Michel Gondry erdachten Projekt im Vordergrund: das große kreative Potential einer Gruppe, die sich möglichst aus untereinander noch unbekannten, völlig unterschiedlichen Leuten zusammensetzt, und die klare Botschaft, dass jede/r einen Film drehen kann, wenn er/ sie nur möchte: In der Filmfabrik geht es nicht um die Qualität eines Films, oder darum, eine Geschichte mit komplexen Handlungsmustern und Tiefgang zu erzählen, sondern um eine produktive Gruppenarbeit, an der jedes einzelne Mitglied seinen Anteil hat.

„You’ll like this film because you’re in it“, verspricht Gondry. Mathilda und ihre Gruppe mögen ihren Film. Nach Abschluss der Dreharbeiten und zurück in ihren Alltagsklamotten sehen sie sich ihr fertiges Werk gemeinsam im kleinen Kino der Filmfabrik an – und haben viel zu lachen. Eine DVD mit selbst gestaltetem Cover verbleibt im wachsenden Archiv des Filmmuseums, eine weitere dürfen die Teilnehmer/innen mit nach Hause nehmen.

Im Rahmen von


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Betriebszeiten der Filmfabrik: Einzelbesucher / innen Dienstag bis Freitag: 11:15 Uhr (Start 1. Tour) bis 17:45 Uhr (Ende letzte Tour) Samstag und Sonntag: 10:15 Uhr (Start 1. Tour) bis 17:45 Uhr (Ende letzte Tour) Die Touren starten im 45-MinutenTakt Schulklassen Dienstag bis Freitag: (zwei Schulklassen pro Tag) 8:15 Uhr bis 12:00 Uhr (Schulklasse 1) 9:45 Uhr bis 13:30 Uhr (Schulklasse 2)

Wir danken unseren Förderern

Exklusive Gruppen- und Firmenevents Dienstag bis Sonntag nach Absprache (vorzugsweise ab 16:30 Uhr) Buchung erforderlich! Beratung und Buchung Online unter abgedreht.deutschesfilmmuseum.de sowie telefonisch unter 069 / 961 220 585


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MICHEL GONDRY Programm zum Ehrengast der Frankfurter Buch­ messe 2017: Frankreich

Bevor Michel Gondry, geboren 1963 in Versailles, sich als einer der originellsten Spielfilmregisseure der vergangenen zwei Jahrzehnte etablierte, machte er durch eigenwillige und innovative Musikvideos auf sich aufmerksam – unter anderem für Björk, die White Stripes, die Chemical Brothers, Radiohead, Daft Punk, Beck und Kylie Minogue. Hier entwickelte er die Techniken, die auch charakteristisch für seine Spielfilme wurden, insbesondere die handgemachten, nicht computergenerierten, an eine Spielzeugwelt erinnernden Special Effects und das herausragende Gespür für filmischen Rhythmus. HUMAN NATURE Die Krone der Schöpfung USA/Frankreich 2001. R: Michel Gondry D: Patricia Arquette, Tim Robbins, Rhys Ifans. 96 Min. 35mm. OmU

Montag, 02.10. 21:00 Uhr Freitag, 06.10. 20:45 Uhr

Für HUMAN NATURE, Michel Gondrys ersten Spielfilm, schrieb Charlie Kaufman das Drehbuch. Dessen versponnener Stil prägt auch diesen Film um einen Anthropologen, der seine Theorie der Zivilisation an den Tischsitten festmacht, eine am ganzen Körper behaarte Frau, in die jener sich verliebt, und einen Mann, der sich für einen Affen hält und der zum Forschungsobjekt der beiden wird.


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ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND Vergiss mein nicht! USA 2004. R: Michel Gondry D: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst. 108 Min. 35mm. OmU

Erneut ein Drehbuch von Charlie Kaufman: Ein Mann und eine Frau beschließen, die Erinnerung aneinander von einer darauf spezialisierten Firma löschen zu lassen. Während dieses Vorgangs ändert der Mann jedoch seinen Entschluss … Eine fantasievolle Alltagsgeschichte, visuell raffiniert in Szene gesetzt.

Dienstag, 03.10. 21:00 Uhr Sonntag, 08.10. 18:00 Uhr

MICROBE ET GASOIL Mikro & Sprit Frankreich 2015. R: Michel Gondry D: Ange Dargent, Théophile Baquet. 104 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Michel Gondry

Der schmächtige Daniel wird Microbe genannt - Théo, weil er immer in seiner Werkstatt ist und nach Benzin riecht, Gasoil. Gondrys autobiographischer Jugendfilm über zwei Außenseiter in der Klasse, die in den Ferien ihre durchgeknallten Familien verlassen und mit einem selbstgebastelten Gefährt auf große Fahrt gehen.

Dienstag, 10.10. 18:00 Uhr

DAVE CHAPPELLE’S BLOCK PARTY USA 2006. R: Michel Gondry Dokumentarfilm. 103 Min. 35mm. OmU

Zahlreiche Hip-Hop-Größen, darunter die Fugees, gaben sich 2004 bei einem von Komiker Dave Chappelle organisierten Straßenkonzert in Brooklyn die Ehre. Aufnahmen von den Vorbereitungen und Interviews mit Besucher/ innen, Anwohner/innen und Musiker/innen werden mit Konzertszenen zusammengeschnitten.

Donnerstag, 12.10. 20:30 Uhr Sonntag, 15.10. 18:00 Uhr


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MICHEL GONDRY LA SCIENCE DES RÊVES Science of Sleep – Anleitung zum Träumen Frankreich/Italien 2006. R: Michel Gondry D: Gael García Bernal, Charlotte Gainsbourg. 106 Min. 35mm. OmU

Freitag, 13.10. 20:30 Uhr Dienstag, 17.10. 20:30 Uhr

Nach dem Tod seines Vaters zieht der Künstler Stéphane von Mexiko nach Paris in das Apartment seiner Mutter und nimmt einen Job in einer Werbeagentur an. Nachts taucht er in schillernde Traumszenarien ab. Kann er auch die charmante Nachbarin von seiner Welt begeistern? Eine visuell aufregende Studie über die skurrile Lebenswelt von Träumern. BE KIND REWIND Abgedreht USA 2008. R: Michel Gondry D: Jack Black, Mos Def, Danny Glover. 101 Min. 35mm. OmU

Freitag, 20.10. 20:30 Uhr Sonntag, 22.10. 20:30 Uhr

Mike arbeitet aushilfsweise in einer Videothek in New Jersey, die nur VHS-Kassetten verleiht. Als alle Bänder durch einen elektromagnetischen Unfall gelöscht werden, beschließen Mike und sein Kumpel Jerry, viel gefragte Klassiker einfach nachzudrehen. Eine liebevolle Hommage an das Kino und die Kraft der Phantasie. THE GREEN HORNET USA 2011. R: Michel Gondry D: Seth Rogen, Jay Chou, Cameron Diaz. 119 Min. Blu-ray. OF

Dienstag, 24.10. 20:30 Uhr

Der Erbe eines Zeitungsimperiums beschließt, fortan medienwirksam das Verbrechen in der Stadt zu bekämpfen. Gemeinsam mit dem Assistenten des Verstorbenen tritt er als „The Green Hornet“ auf. Seth Rogens Drehbuch für die Action-Komödie basiert auf der gleichnamigen Radio- und Fernsehserie.


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PROGRAMM MIT VIDEOCLIPS UND KURZFILMEN/ I'VE BEEN 12 FOREVER R: Michel Gondry. Dokumentarfilm Teil 1. GB 2004. Digital. Gesamtlänge ca. 90 Min. OF

Das Programm umfasst eine Auswahl von Kurzfilmen, Werbefilmen und Videoclips, die Gondry für The White Stripes, The Chemical Brothers, Björk und andere gedreht hat, sowie Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm I‘VE BEEN 12 FOREVER, der Michel Gondry und sein Schaffen in den Blick nimmt.

Freitag, 27.10. 20:30 Uhr

IS THE MAN WHO IS TALL HAPPY? Frankreich 2013. R. Michel Gondry Dokumentarfilm. 88 Min. Digital. engl. OF

Gespräche mit dem amerikanischen Linguisten sowie politischen Autor und Aktivisten Noam Chomsky: über Chomskys Kindheit, seine Theorien und sein politisches Engagement. Gondry unterlegt seine Interviews mit animierten Zeichnungen und schafft einen spielerischen, ja surrealen Reigen von großem Einfallsreichtum.

Samstag, 28.10. 20:30 Uhr

L’ÉCUME DES JOURS Der Schaum der Tage Frankreich/Belgien 2013. R: Michel Gondry D: Romain Duris, Audrey Tautou. 125 Min. Blu-ray. OmU

Der wohlhabende Tagträumer Colin führt ein fabelhaftes Leben, bis er sich verliebt und seine Frau erkrankt. Gondry übersetzt die Romanvorlage in einer Mischung aus düsterer Liebesgeschichte, Jazz-Hommage und Kritik am Existentialismus kongenial in einen Bilderbogen voller überbordender Einfälle. Ungekürzte Originalfassung.

Sonntag, 29.10. 18:00 Uhr Dienstag, 31.10. 20:30 Uhr


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Marlene Dietrich in Josef von Sternbergs Hollywood-Traumfabrik Sieben gemeinsame Filme drehte eines der berühmtesten Film-Gespanne, dessen Beziehung vor allem über die Kamera funktionierte: Noch in Deutschland war DER BLAUE ENGEL (DE 1930) die erste Zusammenarbeit des bereits renommierten Regisseurs Josef von Sternberg und der auf den großen Durchbruch hoffenden Darstellerin Marlene Dietrich. Aus ihrer bis dahin eher unauffälligen Erscheinung in Theater und Kino blitzte nun in einigen markanten Großaufnahmen bereits die perfekte Leinwand-Ikone Marlene Dietrich hervor, an deren Inszenierung Josef von Sternberg kurze Zeit später, angefangen mit MOROCCO (US 1930), geradezu mit Besessenheit arbeitete. Zwischen 1930 und 1935 entstanden auf diese Weise sechs gemeinsame Hollywood-Filme, die im Oktober allesamt im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen sind und von der singulären Vision einer bildästhetisch durchkomponierten und ebenso prächtigen wie dekadenten Kino-Poesie zeugen. Produkte einer Traumfabrik, in denen sich das Versprechen eines stets schmerzlich uneinlösbaren Glamours formulierte. Sie sind Zeugnis eines von schönem Schein zehrenden mythischen Starkults um eine zur Göttin der Leinwand erhobene Kunstfigur. Dietrich pries von Sternberg bis ins hohe Alter stets als ihren Schöpfer, dem sie von ihrer Entdeckung bis zur einmaligen Weltkarriere alles verdanke. Ihre Legende beruht zu erheblichen Teilen auf einem grandiosen Zusammenspiel von Licht und Zelluloid. Eine Idee von Kino als Kunst der Blicke, des hypnotischen Sehens, der Fetischisierung von Formen, Oberflächen und Objekten verdichtet sich in diesen Filmen – und von Sternberg versteht es, seine Hauptdarstellerin meisterlich zu stilisieren und auszuleuchten und setzt so in ihrem Gesicht die entscheidenden Akzente. Indem er sie durch Netze, Schleier oder Vorhänge filmt, schafft er um seine Kunstfigur stets eine Aura des Verführerischen und Geheimnisvollen.


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MOROCCO Marokko USA 1930. R: Josef von Sternberg. D: Gary Cooper, Marlene Dietrich, Adolphe Menjou. 92 Min. 35mm. OF

Eine Nachtclubsängerin in Marokko schlägt die Avancen eines betuchten Gentleman aus, um einem Fremdenlegionär in die Wüste zu folgen. Der erste gemeinsame Hollywood-Film von Josef von Sternberg und Marlene Dietrich nutzt wie die nachfolgenden die Freiheiten der zensurfreien Pre-Code-Ära, und entwirft zwischen Spannung und Witz, atemberaubender Lichtsetzung und dem effektvollen Einsatz schimmernder Seidenstoffe ein suggestives Panorama von Erotik und Glamour. Marokko ist dabei reine Projektionsfläche für den um Verführungsrituale kreisenden Abenteuerfilm, in dem alle Blicke, Dialoge und Gesten mit Begehren aufgeladen sind.

Sonntag, 01.10. 20:30 Uhr Samstag, 07.10. 20:30 Uhr

DISHONORED Entehrt USA 1931. R: Josef von Sternberg. D: Marlene Dietrich, Victor McLaglen, Gustav von Seyffertitz. 91 Min. 35mm. OF

Marlene Dietrich in der Rolle einer sich prostituierenden Offizierswitwe, die über einen Kunden mit dem Geheimdienst in Kontakt kommt und zur Agentin wird. Den wilden Ritt durch das alte Europa nutzt Josef von Sternberg, um seine Stilisierung der Dietrich als verführerischen Vamp konsequent fortzuschreiben und in weitere Höhen zu treiben. Die Agentenrolle führt sie in phantastischen, abstrakt funkelnden Garderoben auf einen ins Verderben führenden Weg von der einstigen Patriotin über die mondäne Dame und die russische Bäuerin zur verurteilten Hochverräterin.

Mittwoch, 04.10. 21:00 Uhr Sonntag, 08.10. 20:30 Uhr


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MARLENE DIETRICH UND JOSEF VON STERNBERG SHANGHAI EXPRESS Schanghai-Express USA 1932. R: Josef von Sternberg. D: Marlene Dietrich, Clive Brook, Anna May Wong. 82 Min. 35mm. OF

Mittwoch, 11.10. 20:30 Uhr Freitag, 13.10. 18:00 Uhr

In einem Zug von Peking nach Shanghai gerät eine Gruppe zufällig zusammengewürfelter Passagiere in die Gewalt von Bürgerkriegsrebellen. Als liebende „Shanghai Lily“ rettet Marlene Dietrich selbstlos das Leben eines englischen Offiziers. Das romantische AbenteuerMelodram gleicht einer Fahrt durch das revolutionsgebeutelte China als exotisches Labyrinth. Noch mehr als zuvor ist die Kameraarbeit ganz auf die fetischisierendanbetende Inszenierung von Marlene Dietrich zugeschnitten, die auf unerreichte Weise in atemberaubende Licht- und Schattenspiele, Gewänder-Extravaganzen und Zigarettenhauch gehüllt wird. BLONDE VENUS Die blonde Venus USA 1932. R: Josef von Sternberg D: Marlene Dietrich, Herbert Marshall, Cary Grant. 97 Min. 35mm. OF

Donnerstag, 12.10. 18:00 Uhr Samstag, 14.10. 20:30 Uhr

Eine Frau lässt sich ihrem kranken Mann zuliebe von einem reichen Lebemann aushalten. Nach seiner Genesung verstößt sie der Mann. Um ihr Kind versorgen zu können, wird sie zur Prostituierten, bevor sie schließlich in ihrem früheren Beruf als Varieté-Tänzerin Karriere macht. Die leidenschaftlich erzählte Geschichte eines Frauenschicksals ist eine Paraderolle für Dietrich, die von der Mutter über den Vamp bis zur Prostituierten unterschiedliche Metamorphosen durchläuft, während ihr von Sternbergs Gestaltungswille und die aufwendige Ausstattung eine dankbare Bühne bereiten.


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THE SCARLET EMPRESS Die scharlachrote Kaiserin USA 1934. R: Josef von Sternberg D: Marlene Dietrich, John Lodge, Sam Jaffe. 104 Min. 35mm. OF

Die junge deutsche Prinzessin, die als Katharina II. Kaiserin des Zarenreiches wird, gerät in allerlei Machtkämpfe am russischen Hof, bei denen sie durch Ausnutzung ihrer erotischen Anziehungskraft die Oberhand behält. Der Film schildert Intrigen und Machenschaften mit bösem Humor und feiert dabei das Kino als ungebändigte visuelle Poesie. Einer der Höhepunkte in von Sternbergs Schaffen, das in der Verwendung raffinierter Bildeffekte, seiner Montage, Massenregie, Lichtgestaltung und verschwenderischen Pracht seinesgleichen sucht.

Freitag, 20.10. 18:00 Uhr Samstag, 21.10. 20:30 Uhr

THE DEVIL IS A WOMAN Der Teufel ist eine Frau USA 1935. R: Josef von Sternberg. D: Marlene Dietrich, Lionel Atwill, Edward Everett Horton, Joel McCrea. 82 Min. 35mm. OF

In einem imaginären Spanien erliegen zwei befreundete Männer der faszinierenden Ausstrahlung einer betörenden Frau, werden zu Rivalen und verstricken sich in eine von Liebe und Eifersucht, Rivalität und Tod geprägte Tragödie. Mehr als 40 Jahre vor Buñuels CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR (FR/ES 1977) inszenierte von Sternberg nach gleicher Vorlage ein exzentrisches und überbordendes Melodram, das er noch einmal ganz auf Marlene Dietrich zuschnitt. Die letzte Zusammenarbeit fand weder bei Kritik noch Publikum allzu viel Anklang und wurde erst später als grandios artifizielles, barockes Spiel mit dem schönen Schein, mit Abgründen und Rollenbildern gewürdigt.

Donnerstag, 26.10. 18:00 Uhr Sonntag, 29.10. 20:30 Uhr


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40. LUCAS – INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR JUNGE FILMFANS

Das vollständige Programm finden Sie in der LUCAS Festivalzeitung und unter lucas-filmfestival.de Tickets für alle Veranstaltungen sind an der Kasse des Deutschen Filmmuseums erhältlich. In den anderen Spielstätten können Eintrittskarten jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn gekauft werden. Anmeldung unter: 069 961 220 678 oder per E-Mail info@ lucasfilmfestival.de

Großen und kleinen Filmfans von vier Jahren bis 18plus bietet LUCAS vom 1. bis 7. Oktober ein buntes Programm: Mehr als 70 Filme sind an fünf Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zu sehen. Zu vielen Veranstaltungen begrüßt LUCAS internationale Filmschaffende, die sich in Film- und Leinwandgesprächen mit den Festival­besucher/innen austauschen. Junge Filmliebhaber/innen sind bei Mitmischen! aufgefordert, das Festivalgeschehen zu gestalten und sich LUCAS zu eigen zu machen. Filmprogramm Die filmische Reise führt durch 35 Länder: Von Venezuela über die USA und von Norwegen bis nach Japan. Die Festivalfilme geben Einblicke in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in anderen Kulturen. Sie beleuchten deren Alltag, ihre Wünsche, aber auch Konflikte und Hindernisse. LUCAS zeigt in einer Jubiläumsfilmreihe vor, während und nach der Festivalwoche herausragende Filme aus vergangenen Festivalausgaben. In den Filmwettbewerben der Alterssektionen 8+ und 13+ konkurrieren 16 Langfilme und Beiträge aus vier Kurzfilmprogrammen um die begehrten LUCASPreise. Mit der Reihe „Minis“ möchte LUCAS seine jüngsten Festivalbesucher/innen im Vorschulalter neugierig machen auf das Erlebnis Kino. Junge und erwachsene Filmliebhaber/innen können sich auf Klassiker der Filmgeschichte sowie auf die „Young European Cinephiles“ freuen – von Jugendlichen aus Deutschland und Slowenien kuratierte Abendprogramme.


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Rund ums Festival Auch abseits des Kinosessels erwarten die Besucher/innen spannende Programmpunkte: Bereits am Dienstag, 26. September, eröffnet im Foyer des Deutschen Filmmuseums eine Ausstellung ausgewählter Plakate aus den vergangenen 39 Festival-ausgaben, die Einsichten in die Festivalgeschichte aus gestalterischer Perspektive gibt. Eine Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. Oktober, widmet sich dem Thema Nachwuchsfilm und junges Publikum. Am Freitag, 6., und Samstag, 7. Oktober, knüpft die Arbeitstagung Film Bildet! der Fachgruppe Schule und der Fachgruppe Film der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, in Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut, thematisch an das Podium an. Die Teilnehmer/innen entwickeln eine Bestandsaufnahme von Filmvermittlungsinitiativen und diskutieren aktuelle Ansätze und Tendenzen in der Filmbildung. Für Familien lohnt sich ein Besuch im Deutschen Filmmuseum ganz besonders am Dienstag, 3. Oktober. Bei freiem Eintritt können die Gäste am Familientag bei einer Vielzahl von Mitmach-Aktionen in die Welt des Films eintauchen. Am Nachmittag macht LUCAS-Jurymitglied Tobias Krell, besser bekannt als „Checker Tobi“ vom KiKA, den Festivalcheck. Feiern Sie mit LUCAS die 40. Festivalausgabe!

IVAN TSAREVITCH ET LA PRINCESSE CHANGEANTE Prinzessinnen und Drachen Frankreich 2016. R: Michel Ocelot. 57 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 12 J. Film zum Festivalauftakt

Jede Nacht erwecken zwei Kinder und ein alter Filmvorführer in einem verfallenen Filmtheater fantastische Figuren zum Leben: „Die Herrin des Monsters“, „Der Zauberlehrling“, „Der Schiffsjunge und die Katzendame“ und „Prinzessinnen und Drachen“ sind die Protagonist/innen von Michel Ocelots animierter Märchengeschichte in der Tradition von Scherenschnittmeisterin Lotte Reiniger.

Sonntag, 01.10. 19:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar


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LUCAS – INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR JUNGE FILMFANS

WETTBEWERB LANGFILM 13+ Filmgespräche nach jeder Vorführung. Zusätzlich können Gruppen intensive LUCAS Leinwandgespräche buchen, Informationen unter 069 961 220 672 und www.lucas-filmfestival.de. LA FAMILIA Die Familie Chile/Norwegen/Venezuela 2017. R: Gustavo Rondón Córdova. D: Giovanni García, Reggie Reyes. 82 Min. DCP. OmeU. Empf. ab 14 J.

Zu Gast: Gustavo Rondón Córdova am Montag, 02.10.

Montag, 02.10. 11:00 Uhr Donnerstag, 05.10. 16:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Mittwoch, 04.10. 16:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Pedro und seine Freunde verbringen ihre Zeit auf den Straßen eines rauen Viertels von Caracas. Bei einem Streit verletzt Pedro einen anderen Jungen so heftig, dass sein Vater mit ihm aus dem Viertel flüchtet. Erst auf der Flucht kommen sich die beiden langsam näher. DER KOMMER EN DAG Der Tag wird kommen Dänemark 2016. R: Jesper W. Nielsen. D: Lars Mikkelsen, Sofie Gråbøl. 119 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 13 Jahren

Als ihre Mutter schwer krank wird, müssen Erik und Elmer in einem Jungenheim unterkommen. Dort stehen Schläge und Demütigungen auf der Tagesordnung. Den Brüdern bleibt nur die Flucht. Ein tief berührender Film über Heimumstände im Dänemark der 60er Jahre. WALLAY Frankreich/Burkina Faso/Katar 2017. R: Berni Goldblat. D: Makan N. Diarra, Ibrahim K., Hamadoun K. 82 Min. DCP. OmeU. Empf. ab 12 J.

Zu Gast: Berni Goldblat und Hauptdarsteller Makan N. Diarra

Donnerstag, 05.10. 11:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Der 13-jährige Ady entzieht sich der Kontrolle seines Vaters. Als Erziehungsmaßnahme schickt der ihn kurzerhand von Frankreich zur Familie nach Burkina Faso. Dieses Land soll seine Heimat sein? Erst als er seine Großmutter kennenlernt, findet Ady Zugang zu der anderen Welt.


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GAMICHI Steuermann Iran 2016. R: Majid Esmaeili. D: Mehdi Mohajeri, Majid Deris, Yousef Khodaparast. 85 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 13 Jahren Deutschland­ premiere

Zu Gast: Majid Esmaeili und Produzent Javad Jafargholizad

Hassans Vater hat seine Familie am iranischen Urmiasee ohne ein Wort verlassen. Als der See austrocknet, verlieren sie ihre Existenzgrundlage. Dann stirbt auch noch Hassans Mutter. Das Schiff des Vaters soll verkauft werden. Doch der jüngste Sohn stemmt sich mit unbändiger Willenskraft dagegen. Ein Plädoyer für die Freundschaft und ein schmerzhaft aktueller Blick auf den Klimawandel.

Donnerstag, 05.10. 14:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

ETHEL & ERNEST Großbritannien/Luxemburg 2016. R: Roger Mainwood. Animationsfilm. 94 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 13 Jahren

Zu Gast: Animationsregisseur Peter Dodd

Ethel und Ernest waren die Eltern des britischen Autors und Illustrators Raymond Briggs. Basierend auf Briggs' gleichnamiger Graphic Novel (1998) setzt der Animationsfilm ihnen ein warmherziges Denkmal und spiegelt dabei die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts wider. CEUX QUI FONT LES RÉVOLUTIONS À MOITIÉ N’ONT FAIT QUE SE CREUSER UN TOMBEAU Wer die Revolution nicht bis zum Ende durchzieht, schaufelt sein eigenes Grab Kanada 2016. R: Mathieu Denis, Simon Lavoie. D: Charlotte Aubin, Laurent Bélanger, Emmanuelle Lussier Martinez. 183 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 16 Jahren

Donnerstag, 05.10. 18:30 Uhr Freitag, 06.10. 09:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Zu Gast: Mathieu Denis

Nach dem Ende des großen Bildungsstreiks von Québec im Jahr 2012 ist die Wut vieler Studierender kaum verebbt. Im Mittelpunkt des Films stehen vier junge Menschen, die sich zu einer revolutionären Zelle zusammengeschlossen haben. Ein so schonungsloses wie provokantes Gedankenexperiment.

Freitag, 06.10. 17:00 Uhr


LUCAS – INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR JUNGE FILMFANS

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WETTBEWERB LANGFILM 8+ Filmgespräche nach jeder Vorführung. Zusätzlich können Gruppen intensive LUCAS Leinwandgespräche buchen, Informationen unter 069 961 220 672 und www.lucas-filmfestival.de. OSKAR’S AMERIKA Oskars Amerika Norwegen/Schweden 2017. R: Torfinn Iversen. D: Torstein Bjørklund, Jørgen Langhelle, Marie Blokhus. 79 Min. DCP. OmeU. Empf. ab 9 J.

Zu Gast: Torfinn Iversen

Montag, 02.10. 14:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Oskar ist zehn und träumt davon, einmal durch die USamerikanische Prärie zu reiten. Stattdessen muss er die Sommerferien bei seinem Großvater verbringen. Während dieser wenig von ihm wissen will, freundet sich Oskar mit Außenseiter Levi an. Ein anrührendes Spielfilmdebüt über große Träume und eine außergewöhnliche Freundschaft. GILBERTS GRUSOMME HEVN Gilberts grausame Rache Norwegen/Schweden 2016. R: Hanne Larsen. D: Simon H. Rosendahl, G. Armand, H. Dybvand. 90 Min. DCP. OmeU. Empf. ab 10 J.

Zu Gast: Hauptdarsteller Simon Hobbel Rosendahl

Dienstag, 03.10. 16:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Eine Eier-Allergie kann das Leben zur Hölle machen, weiß Gilbert. Geburtstagsfeiern wie die der sympathischen Line werden zur Herausforderung. Zu allem Überfluss muss sich Gilbert auch noch einen erbitterten Kampf mit seiner eigenwilligen Tante Doris liefern. SWALLOWS AND AMAZONS Schwalben und Amazonen Großbritannien 2016. R: Philippa Lowthorpe. D: Kelly Macdonald, Andrew Scott, Rafe Spall. 97 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 8 Jahren

Deutschland­ premiere

Mittwoch, 04.10. 14:00 Uhr Donnerstag, 05.10. 09:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

England in den 30er-Jahren: Die Geschwister John, Susan, Tatty und Roger machen mit ihrer Mutter Urlaub im Lake District. Der Segelausflug zu einer einsamen Insel wird zum Abenteuer, denn die Insel ist alles andere als verlassen …


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KÖNIGIN VON NIENDORF Deutschland 2017. R: Joya Thome. D: Lisa Moell, Denny Sonnenschein, Salim Fazzani. 67 Min. DCP. Empfohlen ab 8 Jahren

Zu Gast: Joya Thome und Co-Autor/Produzent Philipp Wunderlich

In diesem Schuljahr sind alle irgendwie komisch geworden, findet Lea. Ihre Freundinnen interessieren sich nur noch für ihr Aussehen und fahren ohne sie ins Sommercamp. Also schließt sich die Zehnjährige der Jungsbande um Anführer Nico an – natürlich geht das nicht ohne Mutproben. Schon bald sind Lea und die Jungs rätselhaften Geheimnissen in ihrem Dorf auf der Spur.

Donnerstag, 05.10. 21:00 Uhr

PRIMERO ENERO Anfang Januar Argentinien 2016. R: Darío Mascambroni. D: Jorge Rossi, Valentino Rossi, Eva Torres. 63 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 9 Jahren

Zu Gast: Darío Mascambroni, Regieassistentin Florencia Wehbe und Produzentin Yanina Moyano

Nach der Trennung der Eltern verbringen Valentino und sein Papa die letzten Ferien im idyllisch abgelegenen Familienhaus, bevor es verkauft wird. Während der Vater seinen Sohn an die Traditionen seiner Familie heranführt, beginnt Valentino, eigene Rituale zu entwickeln, und aus dem Abschied von etwas wird ein zaghafter Neubeginn. KARERA GA HONKI DE AMU TOKI WA Familienbande Japan 2017. R: Naoko Ogigami. D: Tōma Ikuta, Eiko Koike, Mugi Kadowaki. 127 Min. Blu-ray. OmeU. Empfohlen ab 11 Jahren

Mittwoch, 04.10. 09:00 Uhr Freitag, 06.10. 12:30 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Zu Gast: Produzentin Mayumi Amano

Die elfjährige Tomo ist auf sich allein gestellt, als ihre Mutter mal wieder spurlos verschwindet. Sie flüchtet zu Onkel Makio und dessen neuer Freundin, der Transfrau Rinko. Dort ist vieles anders: Mit ungewohnter Wärme und Fürsorge bereitet Rinko dem Mädchen ein neues Zuhause. Doch ist die neugewonnene Harmonie von Dauer?

Freitag, 06.10. 14:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar


LUCAS – INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR JUNGE FILMFANS

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Zu Gast: Frederik Nørgaard am Montag, 02.10.

VILLADS FRA VALBY Villads aus Valby Dänemark 2015. R: Frederik Nørgaard. D: Luca Reichardt, Ben Coker, Iben Dorner, Frederik Nørgaard. 76 Min. DCP. OmeU. Empf. ab 6 Jahren

Montag, 02.10. 09:00 Uhr Samstag, 07.10. 10:30 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Seinen ersten Schultag hat sich Villads anders vorgestellt. Anstatt stillzusitzen, fliegt er lieber als „Super-Villads“ durchs Viertel und steckt die anderen dabei an – oder treibt sie in den Wahnsinn. Die Kamera ist – auch mal kopfüber – immer dabei.

WETTBEWERB KURZFILM 8+ Filmgespräche nach jeder Vorführung. Zusätzlich können Gruppen intensive LUCAS Leinwandgespräche buchen, Informationen unter 069 961 220 672 und www.lucas-filmfestival.de. PROGRAMM 2 Kurzfilme. Gesamtlänge: ca. 70 Min. DCP. OF/OmeU. Empfohlen ab 10 Jahren

Zu Gast: Regisseurin Elsbeth Fraanje

Mittwoch, 04.10. 11:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

TROTS & TREITER Stolz und Vorurteil (NL 2017. R: M. Marks. 18 Min.) DROMEN OVER MIJN VADER Träume von meinem Vater (NL 2016. R: Willem Baptist. 16 Min.) CHER PAPA Lieber Papa (BE 2016. R: div. Kinder. 5 Min.) SREČNO, ORLO! Alles Gute, Orlo! (SI 2016. R: Sara Kern. 14 Min.) CHE! (NL 2016. R: Elsbeth Fraanje. 14 Min.) Die niederländischen Festivalbeiträge werden präsentiert mit freundlicher Unterstützung durch

DIE MINIS BEI LUCAS Filmische Entdeckungsreisen für die Allerjüngsten MINI-PROGRAMM 1: CINEMINI 30 Min. Animationsfilme + interaktives Programm. DE/NL 1954/1999. Gesamtlänge ca. 75 Min. DCP/Digital. Empf. ab 4 J. Dienstag, 03.10. 10:00 Uhr 11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Freitag, 06.10. 11:00 Uhr

Zu Gast ist das Taartrovers Film Festival mit der begehbaren Licht- und Schattenlandschaft »Cinemini«. Im Kino gibt es zauberhafte Animationsfilme zu sehen. MINI-PROGRAMM 3: SANDANIMATION Animationsfilme + interaktives Programm. Deutschland 2003-2005. R: Alla Churikova. Gesamtlänge ca. 60 Min. Digital. Empfohlen ab 4 J.

Hier dreht sich alles um das leichte, leuchtende Element Sand. Sandkünstlerin Alla Churikova präsentiert zwei ihrer Filme sowie eine anschließende Live-Sandshow.


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YOUNG EUROPEAN CINEPHILES HOUSTON, IMAMO PROBLEM! Houston, wir haben ein Problem! Mockumentary. Slowenien/Kroatien/Deutschland/Tschechien/Katar 2016. R: Žiga Virc. 88 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 14 Jahren

Zu Gast: Žiga Virc

Was hat die US-amerikanische Mondlandung mit dem Zusammenbruch von Jugoslawien zu tun? Žiga Vircs Doku-Fiktion ist Verschwörungstheorien aus Zeiten des Kalten Krieges auf der Spur. Dabei werden die Kinobesucher/innen auf eine investigative Reise um die Welt mitgenommen, bei der Realität und Fiktion verschwimmen.

Montag, 02.10. 18:30 Uhr

THE CONGRESS Israel/Deutschland/Belgien/Luxemburg/Polen/Frankreich 2013. R: Ari Folman. D: Robin Wright, Harvey Keitel, Jon Hamm. 123 Min. DCP. OmeU. Empfohlen ab 12 Jahren

Robin Wrights erfolgreiche Schauspielkarriere neigt sich dem Ende zu. Sie verkauft die Rechte an ihrem digitalen Abbild und verlässt die Stadt. 20 Jahre später kehrt sie zurück in eine Welt, in der die Grenzen zwischen realem und animiertem Leben vollständig aufgelöst sind.

Dienstag, 03.10. 18:30 Uhr

SYNECDOCHE, NEW YORK Stage Play USA 2008. R: Charlie Kaufman. D: Philip Seymour Hoffman, Samantha Morton, Michelle Williams. 124 Min. Blu-ray. OmeU. Empf. ab 12 J.

Der hypochondrische Theaterregisseur Caden Cotard verwirklicht ein einzigartiges Kunstprojekt: Er baut die US-Metropole New York als lebensgroße Replik nach und spielt darin selbst die Hauptrolle. Bald verschwimmen gespieltes und echtes Leben.

Mittwoch, 04.10. 18:30 Uhr


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LUCAS – INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR JUNGE FILMFANS 40 JAHRE KINDERFILM IN OBERHAUSEN Kurzfilmprogramm. Deutschland/Österreich u.a. 1979-2014. Gesamtlänge: 70 Min. DCP/Digital/35mm. o.D./OF. Empfohlen ab 6 J.

Montag, 02.10. 16:00 Uhr Deutsche Einsprache/OF über Kopfhörer verfügbar

Seit 1978 hat der Kinderfilm auch bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen einen festen Platz im Programm. Von der humorvollen Dokumentation eines Geschmacksexperiments über Abenteuergeschichten hin zu Gedankenreisen ins Reich der Tiere: Neun Filme aus neun Ländern geben einen Einblick in das, was Kurzfilm für Kinder in Oberhausen war, ist und sein kann.

PEQUEÑA REVANCHA Kleine Revolte Venezuela 1985. R: Olegario Barrera. D: Héctor Campobello, Héctor Javier Coello. 93 Min. 16mm. DF. Empfohlen ab 8 Jahren

Dienstag, 03.10. 14:00 Uhr

Der zwölfjährige Pedro lebt mit seinen Eltern in einem lateinamerikanischen Dorf unter der Militärdiktatur. Als das Regime einen Schulwettbewerb zum Thema »Was meine Familie am Abend macht« ausschreibt, spürt Pedro genau, dass die abgefragten Auskünfte die Sicherheit seiner Familie aufs Spiel setzen. Er muss sich etwas einfallen lassen …


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KINDERKINO Lebendige Märchenfiguren, freundliche Geister und einen DDR-Western zeigt das Kinderkino im Oktober. LEON UND DIE MAGISCHEN WORTE Frankreich/Italien 2009. R: Dominique Monféry Animation. 74 Min. Digital. DF. Empfohlen ab 6 Jahren

Der siebenjährige Leon kann immer noch nicht richtig lesen. Als er die Bibliothek seiner Tante erkundet, stellt er fest, dass sich dort Märchenfiguren verstecken, die lebendig sind. Nun liegt es an Leon, Pinocchio, Rotkäppchen, Aladin und all die anderen Kinderhelden zu beschützen.

Freitag, 13.10. 14:30 Uhr Sonntag, 15.10. 15:00 Uhr

BLAUVOGEL DDR 1979. R: Ulrich Weiß D: Robin Jaeger, Gabriel Oseciuc. 97 Min. 35 mm. Empfohlen ab 6 J.

Georges Familie kommt im Jahr 1755 nach Nordamerika, um sich als Farmer niederzulassen. Der Junge wird von Irokesen entführt und fortan Blauvogel genannt. Allmählich wird er mit der Kultur der Irokesen vertraut, während ihm die Kultur der Weißen immer fremder wird.

Freitag, 20.10. 14:30 Uhr Sonntag, 22.10. 15:00 Uhr

GESPENSTERJÄGER – AUF EISIGER SPUR Deutschland 2015. R: Tobi Baumann. 90 Min. DCP. Empfohlen ab 7 Jahren

Der elfjährige Tom ist ein Angsthase. Als er im Keller dem Gespenst Hugo begegnet, merkt er aber schnell, dass Hugo noch mehr Angst hat: vor dem Monster, das ihn aus seinem Spukhaus vertrieben hat. Gemeinsam nehmen sie es mit dem Hausbesetzer auf.

Freitag, 27.10. 14:30 Uhr Sonntag, 29.10. 15:00 Uhr


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HOMMAGE AN RUDOLF THOME Er ist der „wichtigste unbekannte deutsche Regisseur“ (Cahiers du Cinéma, 1980), „der größte Regisseur, den keiner kennt“ (Die Welt, 2016). Zu unaufgeregt und unaufdringlich sind die Filme von Rudolf Thome für das ganz große Publikum. Und doch waren sie stets nah dran am Zeitgeist, an den menschlichen Beziehungen, suchten das Politische im Privaten, waren sanft ironische und präzise beobachtete Studien des Alltäglichen. Seit den 1980ern ist Thome dem Deutschen Filmmuseum verbunden, im Frühjahr 2016 übergab er dem Haus seinen Vorlass mit Filmen, Produktionsunterlagen, Fotos, Drehbüchern und Aufzeichnungen. Anlass für eine Filmreihe mit einigen der mittlerweile über das Filminstitut verliehenen analogen Kopien. In Thomes Anwesenheit sind zudem die Frankfurt-Premiere des Dokumentarfilms ÜBERALL BLUMEN und die digital restaurierte Fassung des selten gezeigten SUPERGIRL zu sehen. DETEKTIVE BRD 1969. R: Rudolf Thome. D: Ulli Lommel, Marquard Bohm, Chrissie Malberg (= Uschi Obermaier), Iris Berben. 91 Min. 35mm

Vorfilm (nur am 11.10.) JANE ERSCHIESST JOHN WEIL ER SIE MIT ANN BETRÜGT BRD 1968. R: Rudolf Thome. 15 Min. 35mm

Mittwoch, 11.10. 18:00 Uhr Samstag, 14.10. 18:00 Uhr

Thomes erster langer Spielfilm erzählt von zwei jungen Männern, die als Privatdetetektive zwei Frauen überwachen. Ihre eigenwillige Arbeitsmethode fällt auf die beiden zurück und kulminiert in Erpressung, Kindesentführung und einer Schießerei. Nach US-Genrevorbild gebaut, aber ins Münchner Milieu versetzt, wird hier ein Stück gelebter Utopie vorgeführt, unaufgeregt und präzise ins Bild gesetzt. Bis heute einer der stärksten westdeutschen Filme der 1960er Jahre.


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RUDOLF THOME – ÜBERALL BLUMEN Deutschland 2016. R: Serpil Turhan Dokumentarfilm über Rudolf Thome. 85 Min. DCP

Zu Gast: Rudolf Thome

Rudolf Thomes kontinuierliche Produktivität zählt zu den Ausnahmefällen im deutschen Kino – er drehte seit 1968 in gut vier Jahrzehnten 28 Langfilme. Das Verfassen des Drehbuchs von Film Nr. 29 und die Versuche, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, sind der rote Faden dieses Porträtfilms, der ausschließlich aus Gesprächen und Beobachtungen an Thomes Wohnort, einem ehemaligen Bauernhof im Brandenburgischen, besteht. Der Filmemacher gibt bereitwillig Auskunft. Man erlebt ihn außerdem als Gärtner, als Vater, als Fahrradfahrer und als Darsteller seiner selbst. Zugleich bietet ÜBERALL BLUMEN einen Überblick über Thomes eigensinniges Werk.

Montag, 16.10. 18:00 Uhr

SUPERGIRL BRD 1971. R: Rudolf Thome. D: Iris Berben, Marquard Bohm, Klaus Lemke, R.W. Fassbinder, Eddie Constantine. 100 Min. DCP

Zu Gast: Rudolf Thome

Vorfilm GALAXIS BRD 1967. R: Rudolf Thome. 14 Min. 35mm

Supergirl Francesca stammt von einem anderen Planeten oder behauptet es jedenfalls. Sie liest Comics, warnt vor Gefahren aus dem Weltall und verdreht diversen Männern den Kopf, die dem Mysterium der schweigsamen schönen Fremden nicht gewachsen sind. Zusammen mit Drehbuchautor Max Zihlmann entwirft Thome mit entwaffnender Selbstverständlichkeit, Genre-Versatzstücken, reichlich Zeitkolorit und diversen Star-Gastauftritten einen ganz eigenen Kino-Kosmos von hinreißender Lässigkeit und naiver Schönheit. Oder wie es Bohm im Film ausdrückt: „Ich liebe geheimnisvolle Frauen. Sie sind mein Untergang.“

Montag, 16.10. 20:15 Uhr


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Rudolf THOME BERLIN CHAMISSOPLATZ BRD 1980. R: Rudolf Thome. D: Hanns Zischler, Sabine Bach, Wolfgang Kinder. 112 Min. 35mm

Vorfilm HAST DU LUST, MIT MIR EINEN KAFFEE ZU TRINKEN? BRD 1981. R: Rudolf Thome. 11 Min. 35mm

Mittwoch, 18.10. 18:00 Uhr

Martin ist Architekt und mit der Sanierung des Gebiets um den Chamissoplatz beauftragt, Anna eine junge Studentin aus Kreuzberg, die ihn mit der Videokamera interviewt. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt Thome in BERLIN CHAMISSOPLATZ eine der schönsten Liebesgeschichten des deutschen Kinos, romantisch, voller Poesie und doch fest in der geradezu banalen Alltagswelt verankert. Wer könnte die Szene vergessen, in der Hanns Zischler am Flügel sitzt und ein Liebeslied für Sabine Bach singt?

RAUCHZEICHEN Deutschland 2006. R: Rudolf Thome. D: Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski, Adriana Altaras, Serpil Turhan. 124 Min. 35mm

Samstag, 21.10. 18:00 Uhr

Der dritte Teil von Thomes „Zeitreisen-Trilogie“: Ein Mann reist mit dem Flugzeug aus den USA nach Sardinien, um seine frühere Frau wiederzutreffen, die dort ein Gästehaus betreibt. Dort wird er nicht nur mit den merkwürdigen Gästen der Pension konfrontiert, sondern verliebt sich auch in die Mitinhaberin des Hauses. Auch dies ein Film, der ganz im Hier und Jetzt angesiedelt ist und dem es zugleich gelingt, diese Welt ins Magische zu transzendieren. „Ein beglückender, ein großer deutscher Film“ (Hans Schifferle).


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DER PHILOSOPH BRD 1989. R: Rudolf Thome. D: Johannes Herrschmann, Adriana Altaras, Friederike Tiefenbacher. 83 Min. 35mm

Vorfilm ZWEI BILDER BRD 1984. R: Rudolf Thome. 9 Min. 35mm

Georg Hermes ist Philosoph, hat über Heraklit promoviert und lebt als Junggeselle inmitten seiner Bücher in Westberlin. Bei einem Herrenausstatter lernt er drei Verkäuferinnen kennen, die seine Lesung besuchen und den Asketen fortan Schritt für Schritt an ein Leben voller Genuss und Sinnlichkeit heranführen. DER PHILOSOPH ist eines von Thomes typischen Alltagsmärchen. Es handelt sich um den zweiten Teil seiner Trilogie „Formen der Liebe“ und war sein kommerziell erfolgreichster Film.

Mittwoch, 25.10. 18:00 Uhr

DAS ROTE ZIMMER Deutschland 2010. R: Rudolf Thome D: Katharina Lorenz, Seyneb Saleh, Peter Knaack. 101 Min. 35mm

Zwei unbekümmerte, neugierige junge Frauen wagen zusammen mit einem unscheinbaren, frisch geschiedenen Kussforscher eine Versuchsanordnung: In einem sommerlichen Landhaus leben die drei zusammen und experimentieren mit ihren Gefühlen, Begierden und Beziehungen. Das Thema der Dreierbeziehung gestaltet Thome mit verblüffender Gelassenheit, klugem Witz und liebevoller Figurenzeichnung. Das Ergebnis ist der märchenhafte Entwurf einer Liebes- und Lebensutopie, die vor allem über Blicke, Gesten und eine wunderbar beiläufige Inszenierung des Außergewöhnlichen erzählt wird.

Samstag, 28.10. 18:00 Uhr


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KLASSIKER & RARITÄTEN In Kooperation mit

Heinrich Böll und der deutsche Film Die kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konventionen der Nachkriegszeit und der Adenauer-Ära machte der bedeutende deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll immer wieder zum Thema in seinen Büchern – ebenso wie die Entstehung von Gewalt in der von Terroristenfurcht aufgeheizten Bundesrepublik der 1970er-Jahre. Seinen hundertsten Geburtstag am 21. Dezember 2017 nimmt das Kino des Deutschen Filmmuseums zum Anlass, gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, Heinrich Böll und den Neuen Deutschen Film der 60er und 70er Jahre in den Blick zu nehmen. Zu einer Reihe ausgewählter Verfilmungen von Böll-Romanen sind ausgewiesene Böll- und Filmexpert/innen eingeladen. DAS BROT DER FRÜHEN JAHRE BRD 1962. R: Herbert Vesely D: Christian Doermer, Vera Tschechowa. 89 Min. 35mm

Zu Gast: Markus Schäfer (Heinrich-BöllArchiv, Köln)

Dienstag, 10.10. 20:30 Uhr

Walter Fendrich hat eine sichere Anstellung als Waschmaschinen-Mechaniker, hat ein eigenes Auto und lebt in einer hübschen Wohnung. Diese materiellen Dinge sind ihm umso wichtiger, als für ihn als Kind das tägliche Brot schon Luxus bedeutete. Im Streben nach materieller Sicherheit verlobt er sich sogar mit der Tochter seines Chefs. Doch dann trifft er eine Jugendfreundin wieder und verliebt sich in sie: Er wirft alles über Bord und befreit sich aus den Fesseln der gesellschaftlichen Konvention. Der extravagante und eigenwillige Film begründete den „Jungen Deutschen Film“.


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ANSICHTEN EINES CLOWNS BRD 1975. R: Vojtěch Jasný D: Helmut Griem, Eva Maria Meineke, H. Schygulla. 111 Min. 35mm

Ende der fünfziger Jahre entscheidet sich Hans Schnier, Sohn einer reichen rheinischen Industriellenfamilie, für eine Laufbahn als Pantomime – der Erfolg bleibt aus. Seine Freundin, die Tochter eines Kioskbesitzers, beendet nach Jahren ohne Trauschein die Beziehung. Der Film beschreibt die letzten Stunden des seelisch, künstlerisch und beruflich gescheiterten Clowns.

Zu Gast: Joachim Valentin (Direktor Haus am Dom)

Dienstag, 17.10. 18:00 Uhr

DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM BRD 1975. R: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta. D: Angela Winkler, Mario Adorf. 106 Min. 35mm

Zu Gast: René Böll (Bildender Künstler, Nachlassverwalter seines Vaters Heinrich Böll, Köln)

Als sich die Hausangestellte Katharina Blum in einen mutmaßlichen Terroristen verliebt, wird sie selbst zur Zielscheibe einer Hetzkampagne von Staatsanwaltschaft und Medien. In ihrer Verzweiflung greift die junge Frau zur Waffe. Der Film fängt die bedrückende Atmosphäre in der BRD zur Zeit der RAF ein.

Dienstag, 24.10. 18:00 Uhr

GRUPPENBILD MIT DAME BRD/Frankreich 1977. R: Aleksandar Petrović. D: Romy Schneider, Brad Dourif, Michel Galabru. 90 Min. 35mm

Zu Gast: Gaby Babić (Filmwissenschaftlerin, goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, Wiesbaden/Frankfurt)

Romy Schneider in der Rolle der selbstbewussten Bauunternehmertochter Leni Gruyten, die sich während Kriegs- und Nachkriegszeit gegen äußere Widerstände und gesellschaftliche Tendenzen eine starke persönliche Haltung bewahrt. Nach 16 Jahren Romy Schneiders erste Rolle in einem deutschen Film.

Dienstag, 31.10. 18:00 Uhr


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Lecture & Film

LECTURE & FILM TROPICAL UNDERGROUND Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich die Campus-Veranstaltung „Tropical Underground“, zu der neben der „Lecture & Film“-Reihe im Filmmuseum auch die Fotoausstellung „Variationen des wilden Körpers“ im Museum der Weltkulturen und weitere Veranstaltungen zwischen Oktober 2017 und Juli 2018 gehören. Die „Lecture & Film“-Reihe setzt den Akzent dabei auf das Cinema Marginal der späten 1960er und 1970er und stellt dieses auch in den Kontext des Cinema Novo und der Tropicalia-Bewegung.


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Im Kino der Menschenfresser: MACUNAÍMA von Joaquim Pedro de Andrade, ein Film zwischen Anthropologie und Avantgarde Lecture von Vinzenz Hediger Macunaíma ist der Anti-Held des Urwalds, der mit den Tieren und Sternen konversiert und dank seiner Fähigkeit, seine Gestalt zu wandeln, auch in der Großstadt sicheren Fußes unterwegs ist. Zur Welt gekommen als Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Mario de Andrade von 1928, bescherte Macunaíma als Protagonist des Films von Joaquim Pedro de Andrade von 1969 dem brasilianischen Cinema Novo seinen größten Hit. „Macunaíma“, der Roman und der Film, verkörpern dabei den „Antropofagismo“, die künstlerische „Menschenfresserei“ oder Aneignung der westlichen Kunst und Kultur ebenso wie die der Kulturen des Amazonas. Osvaldo de Andrade (verwandt weder mit Mario noch mit Joaquim) hatte den Begriff 1928 in seinem „Anthropophagischen Manifest“ geprägt und zum Programm einer neuen, nicht-europäischen Moderne ausgerufen. Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. MACUNAÍMA Brasilien 1969. R: Joaquim Pedro de Andrade D: Grande Otelo, Paulo José, Jardel Filho. 98 Min. Digital. OmeU

Mitten im brasilianischen Urwald wird der „Held ohne jeden Charakter“ geboren. Klein, schwarz und hässlich sitzt er vor seiner Hütte, sieht seinen Brüdern Jiguê und Maanape bei der Arbeit zu und beißt Ameisen die Köpfe ab. Durch das Hexenkraut seiner Schwägerin Sofara verwandelt sich Macunaíma in einen schönen weißen Prinzen und vergnügt sich mit Sofara, bis Jiguê die beiden erwischt. Von seiner Mutter wird er zur Strafe eines Tages im Urwald ausgesetzt, wo er dem menschenfressenden Walddämon Curupira begegnet. Nur mit Mühe kann er sich retten. Als die Mutter stirbt, beschließen die drei Brüder, in die Stadt zu ziehen, wo zahlreiche Abenteuer sie erwarten.

Donnerstag, 19.10. 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr


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Filmclub TREPPE 41 Treppe 41 ist ein offener Filmclub. Alle sind willkommen, einen selbst ausgewählten besten Film vorzustellen. Ihn gemeinsam zu sehen und darüber zu reden. An zwei Freitagen pro Monat. Bei Limo, Bier, Wein oder Wasser auf Spendenbasis. Wenn es warm ist, draußen auf der Treppe (Schaumainkai 41).

SHOCK TREATMENT Der Mörder mit der Gartenschere USA 1964. R: Denis Sanders. D: Stuart Whitman, Carol Lynley, Roddy McDowall. 94 Min. 35mm. DF

Vorgestellt von: Sebastian Schwittay Nach dem Film: Austauschen und trinken

Freitag, 13.10. 22:30 Uhr

Das Individuum in den Fängen zwielichtiger Mediziner und Heilanstalten – schon lange vor SHUTTER ISLAND und A CURE FOR WELLNESS ein beliebtes Motiv im Suspense- und Horrorgenre. In unmittelbarer zeitlicher Nähe zu Samuel Fullers Anstalts-Thriller SHOCK CORRIDOR (1963) entstanden, zeigt SHOCK TREATMENT den Schauspieler Nelson, der während eines UndercoverEinsatzes in einer Nervenheilanstalt Opfer grausamer Experimente wird. Musikalisch untermalt von einer frühen Arbeit des Starkomponisten Jerry Goldsmith. DRACULA: PRINCE OF DARKNESS Blut für Dracula UK 1966. R: Terence Fisher. D: Christopher Lee, Barbara Shelley, Andrew Keir. 90 Min. Blu-ray. OF

Vorgestellt von: Sabine Heid Nach dem Film: Austauschen und trinken

Freitag, 27.10. 22:30 Uhr

Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Dracula (Christopher Lee) von Dr. Van Helsing in seinem Schloss besiegt wurde, aber die Menschen ringsum leben immer noch in Angst. Als zwei Paare von ihrem Kutscher im Stich gelassen werden, finden diese im Schloss beim Hausdiener Klove Unterschlupf für die Nacht. Doch die Motive des Dieners sind nicht so altruistisch, wie er vorgibt.


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Late Night Kultkino Diesen Monat sind in der Spätschiene zwei starke Ergänzungen zur „Black in Hollywood“-Reihe vom September zu sehen, die sich mit Rassenkonflikten in den USA beschäftigen. Zudem ehrt LATE NIGHT den am 26. August 2017 verstorbenen Regisseur Tobe Hooper. THE LIBERATION OF L.B. JONES Die Glut der Gewalt USA 1970. R: William Wyler, D: Lee J. Cobb, Anthony Zerbe, Roscoe Lee Browne. 102 Min. 35mm. DF

In einer Südstaaten-Kleinstadt folgen auf die Affäre einer schwarzen Frau mit einem weißen Polizisten diverse Übergriffe und Gewaltverbrechen, doch alles wird vertuscht. Wylers rare Literaturverfilmung um Machtmissbrauch wird von einem Soundtrack nach BlaxploitationVorbild untermalt. Zu sehen als Technicolor-Kopie.

Freitag, 06.10. 22:30 Uhr Samstag, 14.10. 22:30 Uhr

SPACE IS THE PLACE USA 1974. R: John Coney D: Sun Ra, Raymond Johnson, Christopher Brooks. 81 Min. DCP. OmU

Der Musik-Prophet Sun Ra träumt im Kalifornien der 1970er von einer besseren Zukunft für die unterdrückte schwarze Bevölkerung: Eine Gruppe Auserwählter soll dafür auf einen fremden Planeten reisen. Eine psychedelische Mischung aus Free-Jazz, Mystizismus, politischer Agitation und Science-Fiction.

Samstag, 07.10. 22:30 Uhr Freitag, 20.10. 22:30 Uhr

THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE Blutgericht in Texas USA 1974. R: Tobe Hooper D: Marilyn Burns, Edwin Neal, Allen Danziger. 83 Min. DCP. OmU

Eine Gruppe Jugendlicher fällt auf dem Land in die Hände einer degenerierten Schlachterfamilie. Ungekürzte Fassung des berühmt-berüchtigten Klassikers des US-Horrorkinos der 1970er, der mit suggestivem Schnitt, hautnaher Kamera und nervenzerrendem Soundtrack eine intensive Atmosphäre des morbiden Grauens beschwört.

Samstag, 21.10. 22:30 Uhr Samstag, 28.10. 22:30 Uhr


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Begeistern ist einfach.

naspa.de/csr

Wenn man das tun kann, was einem am Herzen liegt. Die Naspa fÜrdert die Kunst und Kultur in ganz verschiedenen Bereichen, damit die Kulturszene in unserer Region lebendig und vielfältig bleibt.


SPECIALS

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WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? Einmal pro Monat widmet sich die Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ dem aktuellen deutschen Kinogeschehen. Im Oktober stellt Regisseurin Helene Hegemann ihre kontrovers diskutierte Romanverfilmung AXOLOTL OVERKILL vor, die beim renommierten Sundance Film Festival 2017 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Hegemann gilt als eine der erfolgreichsten Nachwuchsautorinnen Deutschlands. Ihre Romanvorlage „Axolotl Roadkill“ löste 2010 eine Grundsatzdiskussion über Plagiate aus – und wurde dennoch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

In Kooperation mit

Helene Hegemann (geboren 1992 in Freiburg) begann mit 14 Jahren, Drehbücher zu schreiben. Bereits ein Jahr später konnte sie mit Unterstützung der Bundeskulturstiftung ihr Drehbuch TORPEDO verfilmen (DE 2008). Das prominent besetzte Jugenddrama wurde beim Filmfestival Max Ophüls Preis als Bester Mittellanger Film ausgezeichnet. Sie spielte die Hauptrolle in Nicolette Krebitz’ Beitrag zum Episodenfilm DEUTSCHLAND ’09 (DE 2009) und wirkte 2015 in den Filmen WER HAT ANGST VOR SIBYLLE BERG? (DE 2015, R: Sigrun Köhler, Wiltrud Baier) und TRAUMFRAUEN (DE 2015, R: Anika Decker) mit. AXOLOTL OVERKILL ist ihr erster abendfüllender Spielfilm. AXOLOTL OVERKILL Deutschland 2017. R: Helene Hegemann. D: Jasna Fritzi Bauer, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Arly Jover, Nikolai Kinski. 94 Min. DCP

Vorfilm KEIN PLATZ FÜR GEROLD Deutschland 2006. R: Daniel Nocke. 35mm. 5 Min.

„Normal“ kann jeder. Die 16-jährige Mifti hat jedoch keinen Bock auf „normal“. Nach dem Tod ihrer Mutter lebt sie mit ihren älteren Halbgeschwistern Annika und Edmond in einer Berliner WG. Aus ihrer Sicht ist Schule als Ort des Lernens überbewertet, auch auf Freunde gibt Mifti nicht viel. Überhaupt: Das Leben der Erwachsenen erscheint ihr wenig erstrebenswert. Einzig für ihr Haustier, einen Lurch namens Axolotl, übernimmt sie Verantwortung. Bis Mifti eine Affäre mit der wesentlich älteren und mysteriösen Alice beginnt. Die Deutsche Film- und Medienbewertung lobte AXOLOTL OVERKILL als „radikal und kompromisslos“.

Sonntag, 15.10. 20:15 Uhr Nach dem Film spricht Claudia Lenssen (epd film) mit Helene Hegemann.


SPECIALS

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JÜDISCHE KULTURWOCHEN In Kooperation mit

Die Jüdischen Kulturwochen laden Juden und Nichtjuden dazu ein, Einblicke in jüdische Religion, Traditionen und Lebensweisen zu gewinnen. Das Anliegen der Kulturwochen ist nicht nur, jüdische Geschichte und Kulturtradition zu vermitteln, sondern vor allem heutiges jüdisches Leben mit einem facettenreichen Programm in die Stadtgesellschaft zu tragen. MORITZ DANIEL OPPENHEIM The First Jewish Painter Deutschland 2017. R: Isabel Gathof. Dokumentarfilm. 98 Min. DCP. dt., engl., franz., jidd. OmU

Zu Gast: Isabel Gathof

Mittwoch, 18.10. 20:15 Uhr Werkstattbesuch bei Restauratorin Stephanie Wagner 19:00 Uhr Anmeldung unter: info@ juedischesmuseum.de

Moritz Daniel Oppenheim gilt als erster jüdischer Maler, der Weltruhm erlangte. Mit seinen „Bildern aus dem altjüdischen Familienleben“ schuf er Gegenwelten zu den antisemitischen Stereotypen des 19. Jahrhunderts. Parallel zu Begegnungen mit Nachfahren des Künstlers sowie der Portraitierten zeigt der Film den Entstehungsprozess des Hanauer Oppenheim-Denkmals. DER CLOWN Deutschland 2016. R: Eric Friedler Dokumentarfilm. 115 Min. Blu-ray

Zu Gast: Eric Friedler und Darsteller Lars Lind

Sonntag, 22.10. 18:00 Uhr

1972 inszenierte der US-amerikanische Komiker Jerry Lewis seinen Film über den wegen einer Hitler-Parodie im KZ inhaftierten Clown Helmut. Der soll jüdische Kinder in die Gaskammer bringen und entschließt sich stattdessen, sie in den Tod zu begleiten. Doch der Film wurde niemals gezeigt. Seitdem ranken sich Legenden um ihn. Mit einigen der Original-Schauspieler/ innen spürt Eric Friedler dem Mythos nach.


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KINO & COUCH In der Reihe „Kino & Couch“ zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums zusammen mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut Filme, die sich mit der „Wiederkehr des Verdrängten“ auseinandersetzen.

In Kooperation mit

SECONDS Der Mann, der zweimal lebte USA 1966. R: John Frankenheimer. D: Frank Campanella, John Randolph, Frances Reid. 107 Min. Blu-ray. OF

Ein alternder Bankkaufmann gerät über einen tot geglaubten Freund an ein mysteriöses Unternehmen, von dem er eine neue Identität als junger Playboy in Malibu erhält. Doch der „Wiedergeborene“ („Second“) fühlt sich ähnlich fremdbestimmt wie in seinem vorherigen Leben ... Frankenheimer inszenierte eine eindringlich gespielte, existenzialistische Parabel.

AUDIOVISUELLES ERBE

Donnerstag, 26.09. 20:15 Uhr Filmkritischer Kommentar: Manfred Riepe Psychoanalytischer Kommentar: Ilka Quindeau

Zum Unesco Welttag des audiovisuellen Erbes zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums ein Projekt mit Unterstützung der Initiative der Beauftragten der Bundes­ regierung für Kultur und Medien zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes. KIRMES BRD 1960. R: Wolfgang Staudte D: Götz George, Hans Mahnke, Juliette Mayniel. 102 Min. DCP

Mit Einführung

Als beim Aufbau eines Jahrmarkts die Leiche eines Wehrmachtssoldaten gefunden wird, bricht unter den Würdenträgern eines Eifelkaffs Panik aus: Sie alle wissen, warum der junge Mann starb ... Ein Bild sowohl des kollektiven Versagens im Nazi-Deutschland wie auch des kollektiven Verdrängens in der BRD. In der stark klerikal geprägten BRD der 1950er wurde der Film zum Politikum, weil er es wagte, den Dorfpriester als feigen Kollaborateur darzustellen.

Freitag, 27.10. 18:00 Uhr


Im Kino 01.-15. Oktober 2017

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tagsüber

01

So

02

Mo

18:00 Uhr PRINZESSINNEN UND DRACHEN ≥ S. 25 FR 2016. Michel Ocelot. 57 Min. OmeU/DE 19:00 Uhr

OSKARS AMERIKA ≥ S. 28 NO/SE 2017. Torfinn Iversen. 79 Min. OmeU/DE 14:00 Uhr

HOUSTON, WIR HABEN EIN PROBLEM! ≥ S. 31 SI/HR/DE/CZ/QA 2016. Žiga Virc. 88 Min. OmeU 18:30 Uhr

40 JAHRE KINDERFILM IN OBERHAUSEN ≥ S. 32 70 Min. 16:00 Uhr

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MINIS PROGRAMM 1: CINEMINI ≥ S. 30 75 Min. 10 Uhr, 11:30 Uhr und 13:30 Uhr

GILBERTS GRAUSAME RACHE ≥ S. 28 NO/SE 2006. Hanne Larsen. 90 Min. OmeU/DE 16:00 Uhr

KLEINE REVOLTE ≥ S. 32 VE 1985. O. Barrera. 93 Min. DF. 14:00

THE CONGRESS ≥ S. 31 IL/DE/… 2013. A Folman. 123 Min. OmeU 18:30 Uhr

ANFANG JANUAR ≥ S. 29 AR 2016. Darío Mascambroni. 63 Min. OmeU/DE 09:00 Uhr

DER TAG WIRD KOMMEN ≥ S. 26 DK 2016. Jesper W. Nielsen. 119 Min. OmeU/DE 16:00 Uhr

WETTBEWERB KURZFILM 8+ PROGRAMM 2 ≥ S. 30 NL/BE/SI 2016/2017. OmeU/DE 11:00 Uhr

STAGE PLAY ≥ S. 31 US 2008. Charlie Kaufman. 124 Min. OmeU 18:30 Uhr

STEUERMANN ≥ S. 27 IR 2016. M. Esmaeili. 85 Min. OmeU/DE 14:00 Uhr

ETHEL & ERNEST ≥ S. 27 UK/LU 2016. Roger Mainwood. 94 Min. OmeU/DE 18:30 Uhr

DIE FAMILIE ≥ S. 26 CL/NO/VE 2017. Gustavo Rondón Córdova. 82 Min. OmeU/DE 16:00 Uhr

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Fr

ANFANG JANUAR ≥ S. 29 AR 2016. Darío Mascambroni. 63 Min. OmeU/DE 12:30 Uhr FAMILIENBANDE ≥ S. 29 JP 2017. N. Ogigami. 127 Min. OmeU/DE 14:00

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VILLADS AUS VALBY ≥ S. 30 DK 2015. Frederik Nørgaard. 76 Min. OmeU/DE 10:30 Uhr

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GEWINNERFILME DER WETTBEWERBE 8+ 11:00 Uhr GEWINNERFILME DER WETTBEWERBE 13+ 15:00 Uhr

WER DIE REVOLUTION NICHT BIS ZUM ENDE DURCHZIEHT, SCHAUFELT SEIN EIGENES Grab ≥ S. 27 CA 2016. Mathieu Denis, Simon Lavoie. 183 Min. OmeU 17:00 Uhr

ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND ≥ S. 17 Vergiss mein nicht! US 2004. Michel Gondry. 108 Min. OmU

09 10

Mo Di

MICROBE ET GASOIL ≥ S. 17 Mikro & Sprit FR 2015. Michel Gondry. 104 Min. OmU Zu Gast: Michel Gondry

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Mi

DETEKTIVE ≥ S. 34 BRD 1969. Rudolf Thome. 91 Min. Mit Vorfilm

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Sa

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So

KEINE VORSTELLUNGEN

BLONDE VENUS ≥ S. 22 Die blonde Venus US 1932. Josef von Sternberg. 97 Min. OF LEON UND DIE MAGISCHEN WORTE ≥ S. 33 FR/IT 2009. Dominique Monféry. 74 Min. 14:30 Uhr

SHANGHAI EXPRESS ≥ S. 22 US 1932. Josef von Sternberg. 82 Min. OF

DETEKTIVE ≥ S. 34 BRD 1969. Rudolf Thome. 91 Min. LEON UND DIE MAGISCHEN WORTE ≥ S. 33 FR/IT 2009. Dominique Monféry. 74 Min. 15:00 Uhr Michel Gondry

Sternberg/Dietrich

DAVE CHAPPELLE'S BLOCK PARTY ≥ S. 17 US 2006. Michel Gondry. 103 Min. OmU R. Thome

LUCAS

Lecture

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


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20:30 Uhr

22:30 Uhr

MOROCCO ≥ S. 21 Marokko US 1930. Josef von Sternberg. 92 Min. OF

So

01

HUMAN NATURE ≥ S. 16 Die Krone der Schöpfung US/FR 2001. Michel Gondry. 96 Min. OmU 21:00 Uhr

Mo

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ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND ≥ S. 17 Vergiss mein nicht! US 2004. Michel Gondry. 108 Min. OmU 21:00 Uhr

Di

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DISHONORED ≥ S. 21 Entehrt. US 1931. Josef von Sternberg 91 Min. OF 21:00 Uhr

Mi

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KÖNIGIN VON NIENDORF ≥ S. 29 DE 2017. Joya Thome. 67 Min. 21:00 Uhr

Do

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HUMAN NATURE ≥ S. 16 Die Krone der Schöpfung US/FR 2001. Michel Gondry. 96 Min. OmU 20:45 Uhr

THE LIBERATION OF L. B. JONES ≥ S. 43 Die Glut der Gewalt US 1970. William Wyler. 102 Min. DF

Fr

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MOROCCO ≥ S. 21 Marokko US 1930. Josef von Sternberg. 92 Min. OF

SPACE IS THE PLACE ≥ S. 43 US 1974. John Coney. 81 Min. OmU

Sa

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DISHONORED ≥ S. 21 Entehrt US 1931. Josef von Sternberg. 91 Min. OF

DAS BROT DER FRÜHEN JAHRE ≥ S. 38 BRD 1962. Herbert Vesely. 89 Min. Zu Gast: Markus Schäfer

Di

SHANGHAI EXPRESS ≥ S. 22 US 1932. Josef von Sternberg. 82 Min. OF

Mi

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DAVE CHAPPELLE'S BLOCK PARTY ≥ S. 17 US 2006. Michel Gondry. 103 Min. OmU LA SCIENCE DES RÊVES ≥ S. 18 Science of Sleep - Anleitung zum Träumen. FR/IT 2006. Michel Gondry. 106 Min. OmU

SHOCK TREATMENT ≥ S. 42 Der Mörder mit der Gartenschere US 1964. Denis Sanders. 94 Min. DF Vorgestellt von: Sebastian Schwittay

Fr

13

BLONDE VENUS ≥ S. 22 Die blonde Venus US 1932. Josef von Sternberg. 97 Min. OF

THE LIBERATION OF L. B. JONES ≥ S. 43 Die Glut der Gewalt US 1970. William Wyler. 102 Min. DF

Sa

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AXOLOTL OVERKILL ≥ S. 45 DE 2017. H. Hegemann. 94 Min. 20:15 Uhr Mit Vorfilm. Zu Gast: Helene Hegemann Klassiker

Late Night

OmeU Original mit engl. UT

Treppe 41

Kinderkino

Omd / eU Original mit dt. und engl. UT

Specials

DE Deutsche Einsprache


Im Kino 16.-31. Oktober 2017

50

tagsüber

18:00 Uhr

16

Mo

RUDOLF THOME – ÜBERALL BLUMEN ≥ S. 35 DE 2016. Serpil Turhan. 85 Min. Zu Gast: Rudolf Thome

17

Di

ANSICHTEN EINES CLOWNS ≥ S. 39 BRD 1975. Vojtěch Jasný. 111 Min. Zu Gast: Joachim Valentin

18

Mi

BERLIN CHAMISSOPLATZ ≥ S. 36 BRD 1980. Rudolf Thome. 112 Min. Mit Vorfilm

19

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KEINE VORSTELLUNG

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BLAUVOGEL ≥ S. 33 DDR 1979. Ulrich Weiß. 97 Min. 15:00 Uhr

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Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

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Di

DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM ≥ S. 39 BRD 1975. Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta. 106 Min. Zu Gast: René Böll

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Mi

DER PHILOSOPH ≥ S. 37 BRD 1989. Rudolf Thome. 83 Min. Mit Vorfilm

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Do

THE DEVIL IS A WOMAN ≥ S. 23 Der Teufel ist eine Frau US 1935. Josef von Sternberg. 82 Min. OF

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Fr

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Sa

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So

GESPENSTERJÄGER – AUF EISIGER SPUR ≥ S. 33 DE 2015. Tobi Baumann. 90 Min. 15:00 Uhr

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Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

BLAUVOGEL ≥ S. 33 DDR 1979. Ulrich Weiß. 97 Min. 14:30 Uhr

THE SCARLET EMPRESS ≥ S. 23 Die scharlachrote Kaiserin US 1934. Josef von Sternberg. 104 Min. OF RAUCHZEICHEN ≥ S. 36 DE 2006. Rudolf Thome. 104 Min.

GESPENSTERJÄGER – AUF EISIGER SPUR ≥ S. 33 DE 2015. Tobi Baumann. 90 Min. 14:30 Uhr

DER CLOWN ≥ S. 46 DE 2016. Eric Friedler. 115 Min. Zu Gast: Eric Friedler

KIRMES ≥ S. 47 BRD 1960. Wolfgang Staudte. 102 Min. Mit Einführung

DAS ROTE ZIMMER ≥ S. 37 DE 2010. Rudolf Thome. 101 Min.

L'ÉCUME DES JOURS ≥ S. 19 Der Schaum der Tage FR/BE 2013. Michel Gondry. 125 Min. OmU

GRUPPENBILD MIT DAME ≥ S. 39 BRD/FR 1977. Aleksandar Petrović. 90 Min. Zu Gast: Gaby Babić

Di

Michel Gondry

Sternberg/Dietrich

R. Thome

LUCAS

Lecture

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


51

20:30 Uhr

22:30 Uhr

SUPERGIRL ≥ S. 35 BRD 1971. R. Thome. 100 Min. 20:15 Uhr Mit Vorfilm. Zu Gast: Rudolf Thome

Mo

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LA SCIENCE DES RÊVES ≥ S. 18 Science of Sleep – Anleitung zum Träumen FR/IT 2006. M. Gondry. 106 Min. OmU

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MORITZ DANIEL OPPENHEIM ≥ S. 46 The First Jewish Painter DE 2017. Isabel Gathof. 98 Min. OmU 20:15 Uhr Zu Gast: Isabel Gathof

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MACUNAÍMA ≥ S. 41 BR 1969. Joaquim Pedro de Andrade. 98 Min. OmeU. 20:15 Uhr Lecture: Vinzenz Hediger

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BE KIND REWIND ≥ S. 18 Abgedreht US 2008. Michel Gondry. 101 Min. OmU

SPACE IS THE PLACE ≥ S. 43 US 1974. John Coney. 81 Min. OmU

Fr

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THE SCARLET EMPRESS ≥ S. 23 Die scharlachrote Kaiserin US 1934. Josef von Sternberg. 104 Min. OF

THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE ≥ S. 43 Blutgericht in Texas US 1974. Tobe Hooper. 83 Min. OmU

Sa

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So

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THE GREEN HORNET ≥ S. 18 US 2011. Michel Gondry. 119 Min. OF

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KEINE VORSTELLUNG

Mi

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SECONDS ≥ S. 47 Der Mann, der zweimal lebte US 1966. John Frankenheimer. 107 Min. OF 20:15 Uhr Mit Gespräch

Do

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BE KIND REWIND ≥ S. 18 Abgedreht US 2008. Michel Gondry. 101 Min. OmU

PROGRAM MIT VIDEOCLIPS UND KURZFILMEN ≥ S. 19 Michel Gondry. ca. 90 Min. OF

DRACULA: PRINCE OF DARKNESS ≥ S.42 Blut für Dracula UK 1966. Terence Fisher. 90 Min. OF Vorgestellt von: Sabine Heid

Fr

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IS THE MAN WHO IS TALL HAPPY? ≥ S. 19 FR 2013. Michel Gondry. 88 Min. engl. OF

THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE ≥ S. 43 Blutgericht in Texas US 1974. Tobe Hooper. 83 Min. OmU

Sa

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THE DEVIL IS A WOMAN ≥ S. 23 Der Teufel ist eine Frau US 1935. Josef von Sternberg. 82 Min. OF

So

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Mo L'ÉCUME DES JOURS ≥ S. 19 Der Schaum der Tage FR/BE 2013. Michel Gondry. 125 Min. OmU

Di

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Klassiker

Late Night

OmeU Original mit englischen UT

Treppe 41

Kinderkino

Omd / eU Original mit dt. und engl. UT

Specials


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SERVICE Kino des Deutschen Filmmuseums Schaumainkai 41 · 60596 Frankfurt am Main Information & Ticketreservierung: Tel.: 069 - 961 220 220 Kino · kino-des-deutschen-filmmuseums.de Eintrittspreise Regulär: 7,- Euro Ermäßigt (Schüler / Studenten – gilt nicht für Studierende der Universität des 3. Lebensalters U3L): 5,- Euro, Schwerbehinderte: 3,50 Euro Filme mit Gästen, Musikbegleitung, Lecture, 3D: 2,- Euro Zuschlag Für Frankfurt-Pass-Inhaber / innen ermäßigen sich die Preise um die Hälfte. Kinderkino Für Kinder und begleitende Erwachsene: 3,50 Euro; 3D: 1,- Euro Zuschlag Kinocard Ermäßigter Eintritt zu allen Kinoveranstaltungen Jahresbeitrag: 30,- Euro · ermäßigt: 20,- Euro Ticket: je 4,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Sonderveranstaltungen: 1,50 Euro Zuschlag Freundeskreis Freunde des Kinos erhalten die Kinocard, Vorzugskarten bei ausgewählten Filmveranstaltungen und bekommen das aktuelle Programm sowie den wöchentlichen Newsletter zugeschickt. · Jahresbeitrag: 35,- Euro  /  Unter-30-Jährige: 25,- Euro Freunde des Museums erhalten freien Eintritt in alle Ausstellungen, Einladungen zu den Eröffnungen, den Newsletter und exklusive Informationen zu den Ausstellungen. Jahresbeitrag: 65,- Euro · unter 30-Jährige: 55,- Euro. Informationen: freunde-deutsches-filmmuseum.de freunde@deutsches-filminstitut.de Freunde von Kino und Museum erhalten zusätzlich: Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen und zehn Prozent Ermäßigung auf Kataloge zu aktuellen Ausstellungen Jahresbeitrag: 95,- Euro · unter 30-Jährige: 80,- Euro Special für zwei Personen: 160,-Euro · unter 30-Jährige: 130,- Euro Förderkreis Die Mitglieder des Förderkreises tragen entscheidend dazu bei, dass das Deutsche Filminstitut neue attraktive Projekte initiieren kann. Bisher sind im Förderkreis rund 70 Persönlichkeiten engagiert, die die Vermittlung von Filmkultur im Haus am Schaumainkai besonders großzügig unterstützen. Förderkreis-Mitglieder erhalten freien Eintritt in die Ausstellungen und ins Kino. Der Jahresbeitrag beträgt für Privatpersonen 500 Euro, für Unternehmen mindestens 1000 Euro. Kontakt: 069 - 961 220 226 oder foerderkreis@deutsches-filminstitut.de Newsletter Unser wöchentlicher Newsletter informiert per E-Mail über Kino- und Ausstellungs-Programme. Anmeldung unter newsletter.deutsches-filmmuseum.de Programmheft Das monatlich erscheinende Programmheft liegt aus im Deutschen Filmmuseum sowie an ausgewählten Orten in Frankfurt und der Region.

Mobilitätspartner des Deutschen Filminstituts

Gegen Vorlage eines ŠKODA-Autoschlüssels erhält der Autobesitzer freien Eintritt in unsere Dauer- und Sonderausstellung.


Museum · deutsches-filmmuseum.de Di / Do-So 10:00 - 18:00 Uhr · Mi 10:00 - 20:00 Uhr · Mo geschlossen 3. und 31. Oktober: 10:00 - 18:00 Uhr Dauerausstellung: Eintrittspreise: 6,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Studierende der Goethe-Universität Frankfurt sowie für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt in die Ausstellungen frei Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry (14. September 2017 bis 28. Januar 2018) Eintritt frei Geschlossene Gruppen können das Angebot kostenpflichtig exklusiv buchen. Museumspädagogik und Filmvermittlung Offenes Filmstudio am Wochenende (Ort: 4. Stock) Samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr Kostenfreies Angebot, Anmeldung nicht erforderlich Aktiv im Filmmuseum Nach Absprache: Führungen für Privatpersonen und Unternehmen (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Filmanalyse (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Seminare, Workshops (35,- bis 120,- Euro) und Kindergeburtstage (90,- Euro), jeweils plus ermäßigter Eintritt pro Person Nähere Informationen, Preise und Anmeldung unter: museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de Tel.: 069 - 961 220 223 · mupaed.deutsches-filmmuseum.de Öffentliche, kostenfreie Führungen (Anmeldung nicht erforderlich; die Teilnehmer / innen bezahlen den reg. Eintritt) Dauerausstellung: jeden Sonntag, 15:00 Uhr, Treffpunkt: 1. Stock Service filmcafé Das filmcafé ist bis zum Beginn der letzten Kinovorstellung geöffnet. Flaschengetränke können mit ins Kino genommen werden. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz) · U4, U5 (Willy-Brandt-Platz) Straßenbahn 15 / 16 (Schweizer- / Gartenstraße) Buslinie 46 (Museumsuferlinie 46) Lecture & Film: Eine Veranstaltungsreihe des Deutschen Filmmuseums und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), in Kooperation mit dem Museum Angewandte Kunst und mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie der Dr. Marschner Stiftung. Kontakt zu den Archiven Filmarchiv und Filmverleih: 0611 - 9700 010 filmarchiv@deutsches-filminstitut.de · filmverleih@deutsches-filminstitut.de Bildarchiv: 069 - 961 220 454 · bildarchiv@deutsches-filminstitut.de Sammlungen und Nachlässe  /  Plakat- und Musikarchiv: 069 - 961 220 451 sammlungen@deutsches-filminstitut.de · plakatarchiv@deutsches-filminstitut.de

Mitglieder und Förderer


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ZUGANG GESTALTEN! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe // Zusammen Arbeiten

7. Internationale Konferenz Die Digitalisierung bietet die Chance, den Zugang zum kulturellen Erbe über institutionelle und nationale Grenzen hinweg zu erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag zur Wissensgesellschaft der Zukunft zu leisten. Unter welchen Voraussetzungen gelingt dies? Internationale Experten aus Kulturinstitutionen, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik werden gemeinsam ausloten, wo Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit liegen, wenn es darum geht, kulturelles Erbe in der digitalen Welt zugänglich zu machen.

Mittwoch, 18.10. abends Auftaktveranstaltung Zusammen Finden im Museum Judengasse Frankfurt 19./20. Oktober 2017 Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main Adickesallee 1 · 60322 Frankfurt am Main

Informationen + Programm www.zugang-gestalten.de Anmeldung erwünscht unter www.zugang-gestalten.de/registrierung Eintritt frei

VORSCHAU: NOVEMBER 2017

5. DÍAS DE CINE – Lateinamerikanisches Filmfest Vom 3. bis 5. November feiert DÍAS DE CINE bereits zum 5. Mal die Vielfalt der aktuellen Filmproduktion Lateinamerikas im Kino des Deutschen Filmmuseums. Mehrere Filme dieser Edition beschäftigen sich in direkter oder indirekter Form mit der jüngeren Geschichte Lateinamerikas, wie zum Beispiel EJERCICIOS DE MEMORIA von Paz Encina aus Paraguay, LA IDEA DE UN LAGO der Argentinierin Milagros Mumenthaler oder aber LA ÚLTIMA TARDE (Foto) von Joel Calero aus Peru. Calero wird in Frankfurt zu Gast sein und spricht über seinen Film über das Wiedersehen zweier Ex-Guerilleros nach 19 Jahren. Ebenfalls zu Gast sein wird Jurgen Ureña aus Costa Rica mit ABRÁZAME COMO ANTES, einer ergreifenden Geschichte aus dem Straßenleben in der costa-ricanischen Hauptstadt San José. Auch Filme aus Chile, Kolumbien, Mexiko, Brasilen und Guatemala stehen auf dem Programm. Informationen in Kürze unter www.dias-de-cine.de


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Deutsches Filmmuseum Deutsches Filminstitut Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main www.deutsches-filmmuseum.de

Filmmuseum Oktober 2017  
Filmmuseum Oktober 2017  

Kinoprogramm, Ausstellungen, Projekte des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main. (c) Deutsches Filminstitut

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