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Sonderausgabe kostenlos

Magazin der Bowhunter Federation Austria

Das einzige deutschsprachige Magazin über die Jagd mit Pfeil und Bogen

Sonderausgabe

Scharf, spitz, tödlich

Was Jagdspitzen alles leisten müssen

Brunfthirsch mit dem Bogen Erfolgreiche Pirsch durch Ungarns Wälder

Von Bogenjägern für Bogenjäger


editorial

DER BOGENJÄGER Impressum

Wieder etwas Neues gelernt! Dieser Satz kam mir in den Sinn als ich in Vorbereitung des Editorials für diese Sonderausgabe auf unser bisheriges Schaffen zurückblickte. DER BOGENJÄGER war zuerst als Vereinsmagazin für Mitglieder des österreichischen Bogenjägervereins gedacht. Doch rasch wurde uns, einem kleinen Team von passionierten Jägern klar: Wir können und wollen mehr! Entstanden ist ein hochwertiges Magazin mit fundierten Informationen, spannenden Stories und begeisternden Fotos rund um die Bogenjagd. Heute sind wir das einzige deutschsprachige Bogenjagd-Magazin. Erreichen wollen wir neben den deutschsprachigen Bogenjägern auch den „traditionellen“ Jäger sowie interessierte Nichtjäger. Denn noch immer gibt es viele Fehlinformationen und Unwissen rund um die Bogenjagd, ein Beispiel dazu in den „Gedanken eines Bogenjägers“ in dieser Sonderausgabe! DER BOGENJÄGER will daher nicht mit etablierten Jagdmagazinen konkurrieren, die viel Wissenswertes über das Weidwerk im Allgemeinen sowie unsere heimischen Wildarten einer breiten Leserschaft vermitteln. DER BOGENJÄGER bietet Interessierten alles, was zur weidmännischen Ausübung dieser schwierigen Jagdmethode benötigt wird. Durch die Nähe zum Wild, übliche Distanzen sind 15 bis 35 Meter um einen präzisen Schuss anzubringen, werden an Bogenjäger viele zusätzliche Anforderungen, wie beispielsweise Geräusch, Geruchs- und Sichttarnung gestellt. Binnen kürzester Zeit ist unsere Leserzahl stark angestiegen. Neben Bogenjägern in Österreich lesen auch zahlreiche Weidkameraden in der Schweiz sowie Deutschland und vielen anderen Ländern unser Magazin. Aber auch immer mehr ferme Bogenjäger wollen ihr Wissen und über Jahre gemachten praktischen Erfahrungen weiter geben. DER BOGENJÄGER zieht auch immer weitere Kreise und ist in Sozialen Medien ebenso vertreten, wie im Internet auf www.der-bogenjaeger.at Mittlerweile wird in Jägerkreisen auch des Öfteren über eine mögliche Einführung der Bogenjagd diskutiert, etwa im Zusammenhang mit der Schwarzwildproblematik im städtischen Bereich. Bei der Jagd mit Pfeil und Bogen ist der Gefahrenbereich im Vergleich zur Büchse äußerst gering und die Lärmbelästigung entfällt. Mit dieser kostenlosen Sondernummer wollen wir allen Interessierten einen kleinen Einblick in die Bogenjagd geben. Viel Spaß beim Lesen und vielleicht gelingt es uns, Sie mit dem einen oder anderen AHA-Erlebnis für die Bogenjagd zu begeistern. Doch DER BOGENJÄGER größtes Ziel ist, wenn sich unsere Abonnenten und Leser nach dem Durchblättern unseres Magazins denken: „Wieder etwas Neues gelernt!“

Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion: Österreichischer Bogenjägerverein Bowhunter Federation Austria (BFA), Schlagl 16, A-2640 Raach am Hochgebirge Verantwortlich für den Herausgeber Präsident Ernst Blajs Vize-Präsident Markus Fuchs Schriftführer Rupert Wagner Schriftführer-Stv. Martin Brauneder Kassier Herbert Reingruber Kassier-Stv. Alexander Stadlmann Chefredaktion Christian HEINZ Mitarbeiter an dieser Ausgabe Christian HEINZ, Ernst Blajs, Carnicus sowie Alexander Stadlmann Internet: www.austrianbowhunting.at www.der-bogenjaeger.at Beiträge der Fotografen: Carnicus, Dietmar Streitmaier und Alexander Stadelmann Kontakt: redaktion@der-bogenjaeger.at Druck: Lindenau Productions GmbH, Weißgerberlände 38 Top 9, 1030 Wien office@lproductions.at www.lindenauproductions.at DER BOGENJÄGER ist ein Magazin für die Mitglieder der Bowhunter Federation Austria und für alle Interessierten an der Jagd mit Pfeil und Bogen. DER BOGENJÄGER erscheint zwei Mal im Jahr. Der Verein übernimmt keinerlei Verantwortung für die Inhalte fremder Beiträge sowie Internetseiten, auf die im Magazin DER BOGENJÄGER per Link verwiesen wird. Eine kontinuierliche Prüfung der von Dritten angebotenen Internetseiten ist weder beabsichtigt noch möglich. Der Herausgeber und die Redaktion distanzieren sich ausdrücklich von allen Inhalten, die straf- oder haftungsrechtlich relevant sind oder gegen die guten Sitten verstoßen. Die Bowhunter Federation Austria haftet außerdem nicht für eingereichte Inhalte, Manuskripte sowie Fotos. Außerdem behält es sich die DER BOGENJÄGER- Redaktion vor, notwendige Änderungen (etwa inhaltliche Kürzungen) von eingeschickten Beiträgen vorzunehmen. Der Druckkostenbeitrag sowie die Einnahmen aus den Abos und sämtliche Einnahmen aus den Inseraten werden vollständig zur Finanzierung und der Herausgabe des Magazins verwendet.

Christian HEINZ Chefredakteuer DER BOGENJÄGER

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Der Bogenjäger Sonderausgabe


scharf, spitz, tödlich Was Jagdspitzen leisten Bei Büchsen übernimmt die rasche Tötungswirkung das Jagdgeschoss, bei der Bogenjagd übernimmt der Jagdpfeil mit der Jagdspitze diese Aufgabe. Der Pfeil muss mit ausreichend großer Energie die messerscharfe Spitze durch den vitalen Herz- und Lungenbereich stoßen. Damit ist die Jagdspitze das eigentliche Projektil des Bogenjägers, das bei richtiger Platzierung ein sehr rasches Verenden des Stückes gewährleistet. Damit kommt der Jagdklinge eine herausragende Bedeutung zu und sollte der bejagten Wildart und der Jagdsituation entsprechend sorgfältig ausgewählt werden. Die tödliche Wirkung einer Jagdspitze, die den Brustraum penetriert ergibt sich aus einer durch Blutverlust verursachten akuten Hypoxie (Sauerstoffmangel im arteriellen Blut), einem Versagen der respiratorischen Lungenfunktion oder einer Kombination aus beiden Effekten zusammen. Diese Wirkung ist im größten Teil der Fälle die Todesursache bei einem Treffer eines Büchsengeschosses. Letzteres erreicht diese Wirkung durch die mechanische Zerstörung durch das splitternde Geschoss und die Gewebeverdrängung durch die hohe Energieabgabe beim Auftreffen des Projektils. Der Jagdpfeil erreicht diese Wirkung durch das Zerschneiden von Lungen- und arteriellem Gewebe. Ein Blutverlust von 35 Prozent des Blutvolumens kann durch physiologische Abläufe nicht kompensiert werden und führt zum Verlust des Bewusstseins und in weiterer Folge zum Verenden des Stückes. Bei einem Treffer des zentralen Herz-/Lungenbereichs und abhängig vom Körpergewicht des beschossenen Stückes passiert dieser Effekt innerhalb weniger Sekunden. Die erwähnten physiologischen Abläufe bei starkem Blutverlust, die die Blutung verlangsamen sollen, sind beim Einsatz einer rasiermesserscharfen Jagdspitze nicht stark ausgeprägt. Dies verursacht einen rascheren Blutverlust als bei einer Beschädigung von Arterien und des Gewebes durch eine stumpfe Verletzung.

Ein Jagdpfeil penetriert in der Regel idealerweise den gesamten Brustraum und öffnet die Brustraumwände was in weiterer Folge zu einem bilateralen Kollaps der Lungenflügel (Pneumothorax) und einem Versagen des respiratorischen Systems führt. Dieser zweite Tötungseffekt bei einem Treffer des Brustraums durch ein Projektil wirkt langsamer und ist weniger akut. Da aber eine solche Öffnung des Brustraumes meistens auch mit massiven Blutungen einhergeht ist die Wirkung aus beiden Effekten (Blutverlust und Pneumothorax) für das rasche Verenden des Wildes ausschlaggebend. Damit ist ersichtlich, dass die Tötungswirkung einer Jagdklinge maßgeblich durch die Schussplatzierung, die Penetration und die Klingenschärfe bestimmt wird. Anatomische Kenntnisse über den Trefferbereich, eine gute jagdliche Präzision, eine Bogen-Jagdpfeilkombination mit ausreichend Penetrationspotential und eine rasiermesserscharfe Jagdklinge sind Garant für eine weidgerechte Bogenjagd. Ein verantwortungsvoller Bogenjäger ist sich dieser Zusammenhänge bewusst und w i r d sich dementsprechend auf die Jagd vorbereiten.

Silverflame - die „heimische“ Jagdspitze In der Bogenjagdszene gibt es wenige, die von der Jagdspitze des deutschen Bogenjägers Markus Groß noch nicht gehört haben. Entwickelt wurde die „Silverflame“ nachdem Groß jahrelang Jagdspitzen gesammelt hatte. Er musste feststellen, dass zahlreiche originale Der Bogenjäger Sonderausgabe

Klingen meist nicht über die notwendige Schärfe, Stabiltät und Haltbarkeit verfügten. Daraufhin beschäfigte sich er mit dem Thema und stellte fest, dass die meisten „Broadheads“ seinen Ansprüchen in Sachen Robustheit, Form und Qualität nicht entsprachen. Für seine

„Silverflame“ wählte Groß die Form eines Zweischneiders, da diese über das meiste Penetrationspotential verfügt und zum Beispiel einen Knochen nur einmal schneiden muss. Und der weltweite Verkaufserfolg spricht für sich. 03


reportage

Brunfthirsch mit dem Bogen Die Hirschbrunft in Ungarn lockte mich. Ich packte meine Siebensachen und fuhr, anders als geplant, alleine in unser Nachbarland. Mein Ziel: Tapolca, ein Revier nördlich des Plattensees (Balaton). Eigentlich hätte mein Vater, wie immer, mein Jagdbegleiter sein sollen, doch dieses Mal war es leider nicht der Fall. Im Jagdhaus angekommen wurde ich vom Präsidenten und dem neuen Berufsjäger Ákos Moldován begrüßt. Ich hatte schon einige Tage vorher – zu meinem Entsetzen - gehört, dass schon wieder ein neuer Berufsjäger in Tapolca ist. In den letzten eineinhalb Jahren war dies nun schon der dritte Berufsjäger. Zudem muss man erwähnen, dass die vorigen mehr Schwätzer als Jäger waren. Nichts desto trotz ließ ich mich nicht entmutigen.

von Alexander Stadlmann

S

päter am Nachmittag kam Ákos zu mir in das Jagdhaus, um mit mir die abendliche Pirsch auf den Brunfthirsch zu besprechen. Da er selbst noch nie zuvor einen Bogenjäger geführt hatte, war er sehr interessiert, wie denn die Jagd mit einem modernen Compound-Bogen eigentlich funktioniert. Zudem muss ich erwähnen, dass wir uns auf Anhieb verstanden - sprachlich und menschlich.

Keine zwei Minuten später stand ein junger Hirsch 20 Meter vor uns. Als er uns vernahm, wechselte er flüchtig Richtung Brunftplatz und nahm gleich das ganze Brunftrudel mit sich. An diesem Morgen bekamen wir nur mehr einzelne Stücke auf weite Distanz zu Gesicht. Nach gründlicher Nachbesprechung beim Frühstück setzten wir alle Hoffnung in die folgenden Pirschen.

Ich erläuterte Ihm eine Taktik, die schon so oft mit meinem Vater funktioniert hatte. Dazu benötigt es jedoch jemanden, der den Brunftschrei des Hirschen sehr gut imitieren kann. Er als Pirschführer sollte nämlich zurückbleiben und röhren, während ich versuchte, den Hirsch langsam und leise anzugehen.

Abends fuhren wir wieder unsere Revierrunde, um etwaiges Brunftgeschehen zu vernehmen. Doch kein einziges Röhren im ganzen Revier. War die Brunft schon am Ende? Verzweiflung machte sich breit. Ohne Brunft war mir klar, dass die Chance, zum Schuss zu kommen, sehr gering war.

Gesagt, getan. Endlich brachen wir zum Verlosen der Hirsche auf. Da die Brunft abends erst spät begann, konnten wir lediglich ausmachen, wo es in der Früh am besten wäre, einen Pirschversuch zu starten. So war es dann auch, in einem Teil des Revieres meldeten drei Hirsche.

Am darauffolgenden Morgen fuhren wir zeitig zu dem Revierteil, wo am Vortag ein sehr guter Brunftbetrieb herrschte. Auf dieser Anhöhe, wo wir weit in die Region einhörten, war jedoch nichts zu vernehmen – kein einziger Laut. Nun standen wir da. Als es allmählich hell wurde, brachen wir dennoch auf. Nach einer Weile und ein paar Rehen kamen wir zum Auto zurück.

Noch lange vor dem Morgengrauen waren wir bereits an dem vorabendlichen Ort auf einer kleinen Anhöhe. Vor uns lag ein kleiner Wald, an dem rings herum Felder und Brachland war. Die Hirsche meldeten. Noch bei Dunkelheit versuchten wir nun, einen der Hirsch anzugehen. Anders als besprochen ging Ákos voraus und ich mit dem Bogen hinterher. Als Ákos das erste Mal mit seinem Metallrohr, welches behelfsmäßig mit einem dunkelgrünen Isolierband umwickelt war, röhrte, lief es mir kalt über den Rücken. So exzellentes Röhren kannte ich zuvor nur von meinen Großvater und meinem Vater.

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Ákos meinte, dass er am Gegenhang des Hügels schon zwei mal einen braven Hirsch gesehen hätte, jedoch immer spät am Abend. Und es war für ihn noch nicht möglich, den Hirsch genauer anzusprechen. Da es noch nicht zu spät war, beschlossen wir eine weitere kleine Runde zu pirschen. Nach etwa einem Kilometer wechselte ein gut veranlagter junger Kronenhirsch langsam in 60 Meter Entfernung den Forstweg. Als er im Dickicht verschwand, pirschten wir leise weiter.

Der Bogenjäger Sonderausgabe


Bogenjäger Alexander Stadlmann mit seinem braven Brunfthirsch, den er mit seinem Bogen in Ungarn erlegen konnte.

Nun forderte ich Ákos auf, einen Brunftschrei von sich zu geben. Die Antwort folgte in 300 bis 400 Meter Entfernung sofort. Also los. In schnellen Schritten den Forstweg entlang. Zwischendurch immer wieder ein kurzer Brunftschrei von Ákos. Die Antwort des Hirschen folgte sofort. Dieser hatte meiner Meinung nach eine sehr tiefe und volle Stimme. Wir mussten von der Forststraße abzweigen und im Wald weiterpirschen. Der Wald, in dem wir uns befanden, war ein rund 60 Jahre alter und sehr lichter Mischbestand aus Kiefern und Fichten, der mit zwei bis vier Meter hohem Unterwuchs durchzogen war. Nach zehn Metern sagte ich zu Ákos, dass er sich hier hinsetzen und von Zeit zu Zeit röhren sollte. Der Hirsch war gut 100 Meter entfernt und meldete immer von der selben Stelle. Zu meinem Glück kam ich direkt auf einen gut ausgetretenen Wechsel, der genau in Richtung Hirsch führte. Schritt für Schritt pirschte ich mich an den Hirsch heran. Ich sah das Geweih. 60 Meter zeigte der Rangefinder. Nach weiteren Metern kam ich an einen alten, verwachsenen Rückeweg. Für mich war dies ein Idealer Platz zum Warten, da es im Unterwuchs ohnehin schwierig zu Pirschen und Schießen war. Wenn er mir nur zustehen würde! Ständig meldete Ákos hinter mir. Der Hirsch vor mir, keine 40 Meter entfernt. Zwei Bäume in der Rückegasse hatte ich bereits zum mehrfachen Male ausgemessen - 20 und 25 Meter. Jetzt war es so weit, auf Ákos´ Ruf wechselte der Hirsch röhrend und voller Kampfeslust in meine Richtung. Kurz vor

DerBogenjäger Bogenjäger2/2016 Sonderausgabe Der

der Schneise schlug er noch voller Zorn mit dem Geweih gegen die Büsche. Darauf hin schallte das selbe Geräusch aus der Richtung von Ákos. Ich dachte nur: Akos versteht es zu jagen! Als der Hirsch nun zur Schneise hin wechselte, spannte ich meinen Bogen. Genau beim Baum „25“ trat der Hirsch auf die einen Meter breite Schneise, legte das Haupt zurück und röhrte. Beim Absetzen des Brunftschreies ließ ich den Pfeil fliegen. Ein tiefer Schlag. Mit den Vorderläufen weit oben zeichnete der Hirsch und machte einen mächtigen Satz nach vorn. Kurz blieb er noch einmal stehen, bevor er langsam in die Richtung zog, von der er kam. Nun konnte ich nur mehr das Geweih im Unterholz sehen, plötzlich ein Krachen. Ich pirschte leise zu Ákos zurück, der von all dem nichts mitbekommen hatte und ganz verwundert war, mich zu sehen. Zusammen untersuchten wir den Anschuss. Nun sahen wir noch Kahlwild und einen Spießer. Keine 40 Meter weiter lag verendet der Hirsch. Ein braver Brunfthirsch mit dem Bogen. Welch eine Freude. Der Einschuss saß vor dem Blatt. Die German Kinetics durchschnitt beide Lungenflügel und blieb hinter dem Blatt stecken. Akós, Bartl (mein Hund) und ich saßen eine Weile vor dem Erlegten und ließen die Jagd bei ein paar Pálinka Revue passieren. Wir beide konnten es noch immer nicht fassen, dass nun ein 120 Kilogramm schwerer Hirsch vor uns lag, der mit einem Bogen erlegt wurde. Ehrliche Freude über mein kräftiges Weidmannsheil vernahm ich auch vom Präsidenten des ungarischen Jagdreviers. Hier möchte ich mich bei diesem und vor allem bei Berufsjäger Akós für diese einmalige Bogenjagd bedanken.

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der bogenjäger

Inserate und Preise

Jeden Tag ein anderer Baum Der Bogenjäger wird oft in Tarnkleidung und beschmiertem Gesicht, leise durch das Unterholz schleichend, dargestellt. Dies entspricht jedoch eher der Ausnahme. Durch die jagdlich notwendige extreme Nähe zum Wild fährt der pirschende Bogenjäger sehr oft als „Schneider“ heim. Erfolgreicher ist die Ansitzjagd von mobilen Hochständen, die mitten im Lebensraum des Wildes aufgestellt werden. Diese Treestands sind leicht und kompakt um von einer Person über weitere Entfernungen getragen werden zu können. Die besten Chancen bestehen an stark angenommenen Wechseln, an Suhlen, Tränken und (wo erlaubt) Kirrplätzen im bewaldeten Terrain. An Waldrändern kommt es zu oft zu Windwalzen, die den hoffnungsvoll Ansitzenden verraten. So sucht sich nun der Bogenjäger einen Baum, an dem er in fünf oder noch mehr Metern Höhe seinen mitgeführten Treestand aus Aluminium oder Stahl sicher kletternd befestigen kann. Die Herausforderungen ist dabei das Lesen des Geländes um die richtige Position für den Ansitz zu finden. Denn durch die große Nähe zum Wild soll der Platz, die beim Spannen des Bogens notwendige Bewegung, möglichst gut tarnen. Deshalb sind bei der Wahl des Ansitzes viele Details zu berücksichtigen. Das beginnt bei der natürlichen Deckung hinter dem Treestand, der Früherkennung des anwechselnden Wildes bis hin zur geräuschlosen Ausrüstung. Die zweite Herausforderung ist der sichere Aufbau des Hochsitzes. Nicht Schussverletzungen sondern der Sturz vom Ansitz ist die häufigste Verletzungsursache 06

DER BOGENJÄGER ist das einzige deutsprachige Magazin über die Jagd mit Pfeil und Bogen und erreicht die Bogenjäger in Österreich, Deutschland sowie in der Schweiz. Aber auch international wird DER BOGENJÄGER von deutschsprachigen Jägern geschätzt. Bogenjagdausrüster, Hersteller von Jagdbekleidung sowie Jagdzubehör und Reiseanbieter profitieren, da sie zielgruppengenau ihre Angebote platzieren können - zu äußerst günstigen Konditionen. DER BOGENJÄGER ist nicht kommerziell ausgelegt, sondern wird von Bogenjägern für Bogenjäger produziert und mit den Einnahmen wird lediglich die Produktion des Magazines finanziert.

bei Bogenjägern. Der ferme Bogenjäger beherrscht daher Sicherungstechniken auch unter extremen Bedingungen. 250 Euro Ist der Sitz erst aufgebaut, klettert erst der Jäger an einer mobilen Leiter oder anderen Aufstiegshilfen auf den Stand und zieht die am Boden zurückgelassene Ausrüstung mit einem Seil nach oben, richtet sich ein indem er die Ausrüstungsteile griffbereit und absturzgesichert platziert und das Gelände mit einem Entfernungsmesser vor ihm vermisst. Trotz der kurzen Schussdistanzen muss der Bogenjäger die Entfernungen zu markanten Punkten in seiner Zielzone genau kennen, da der abgeschossenen Pfeil eine relativ stark gekrümmte Flugparabel aufweist. Dann beginnt das konzentrierte Ausharren, bis das erste Stück anwechselt und man den Bogen im richtigen Moment aufzieht. Nicht selten springt jedoch das Stück vorher durch eine unachtsame Bewegung des Jägers ab. Gelingt aber ein sauberer Kammertreffer ist die Todesflucht kurz. Es ist schon etwas sehr Aufregendes, Wildtieren so nah zu sein und lehrt uns gleichzeitig Respekt vor deren, uns meist weit überlegenen Sinnen.

150 Euro

150 Euro

Die Preise beziehen sich auf fertig gelieferte, druckfähige Inserate. Sollten Sie jedoch Hilfe bei der Gestaltung Ihres Inserates benötigen, beraten wir sie gerne und helfen ihnen bei der Erstellung (gegen Aufpreis). Inkludiert sind bei einem Inserat zehn kostenlose Ausgaben.

Abo-Service Bogenjäger, Jäger oder solche die es noch werden möchten, können den BOGENJÄGER abonnieren. Sie erhalten zwei Mal pro Jahr unser Magazin zugesandt. In Österreich beträgt der Gesamtpreis 20 Euro inklusive Postverstand und Bearbeitungsgebühr. Bestellungen im EU-Raum 25 Euro, weltweit 30 Euro. Das Abonnieren selbst ist kinderleicht und unkompliziert: Einfach eine kurze E-Mail samt Namen und Anschrift an abo@der-bogenjaeger.at senden. Eine Abo-Rechnung wird umgehend zugesandt und nach Eingang der Zahlung wird die aktuellste Ausgabe zugestellt.

Der Bogenjäger Sonderausgabe


Wenn Jäger gegen Jäger Die Jagd spielt in meinem Leben eine besonders wichtige Rolle, ein wesentlicher Teil meiner Freizeit ist auf jagdliche Aktivitäten ausgerichtet. Meine Frau ist ebenfalls Jägerin und der größte Teil meines Freundeskreises hat einen jagdlichen Hintergrund. Als geprüftes Jagdschutzorgan und seit vielen Jahren aktives Mitglied einer Gemeindejagd könnte man meinen, dass meine jagdliche Welt in Ordnung sei. Ja, wenn da nicht noch meine große Passion für die Jagd mit Pfeil und Bogen wäre mit der ich mich seit vielen Jahren intensiv beschäftige. In meinem jagdlichen Bekanntenkreis weiß man natürlich darüber Bescheid, dass ich schon viele Stücke im Ausland erfolgreich mit dem Bogen bejagt habe. Bei vielen Stammtischrunden habe ich mit Nicht-Bogenjägern über die Eigenheiten dieser Jagdart diskutiert, so manche falsche Vorstellung konnten wir gemeinsam aufklären. Gespräche und Diskussionen, die ich nicht missen möchte. Aber dann gab und gibt es auch Begegnungen mit Jägern, die schon fast feindselig verlaufen sind. Wenn man die Chance bekommt nachzufragen, woher diese ausgesprochen negative Meinung kommt, werden die oft veralteten oder schlichtweg irrigen Meinungen zu dieser Jagdart erst richtig bewusst. Sehr viele Jäger haben eine Meinung zu dieser Jagdart auch wenn die Kenntnisse darüber oft mangelhaft sind. Gerade erst wurde ich allen Ernstes von einem Jäger gefragt, welches Pfeilgift ich denn für meine Jagden verwenden würde! Dabei wäre es gar nicht schwer die Bogenjagd im Rahmen der allgemeinen österreichischen Jagdausbildung als eine historische Jagdart kurz zu erörtern. Leider ist manchmal gerade das Gegenteil der Fall und folgende Zeilen werden z.B. in so manchem Jungjägerkurs an die Teilnehmer ausgeteilt: „ ...und insbesondere Pfeile haben auf der Jagd nichts verloren. Das ist durch die gesellschaftliche Entwicklung überholt. Wir prahlen uns doch, über Waffen zu verfügen, die sofort töten – paariger Schockeffekt und dergleichen. Dabei soll es auch bleiben, und das sollte man auch den Tierschützern sagen, die da hohnlachend auf das amerikanische Beispiel verweisen und uns vorwerfen, wir wären nicht so ritterlich und nicht in der Lage, sich dem Wild so weit zu nähern, dass man einen derartigen Schuss anbringen kann. Gerade aus Tierschutzgründen sollte man nicht einmal auf die Idee kommen, bei der Jagdausübung oder bei der Tötung eines Tieres überhaupt Bolzen oder Pfeile zu verwenden. Die Enten oder Gänse, die alle paar Jahre einmal von ihrem Leiden sehr publikumswirksam erlöst werden müssen, weil sie irgendwelche Lausbuben nach Art von Lagerfeuerromantik und Überlebenstraining beschossen haben, sollten Warnung genug sein. Weder Wilhelm Tell noch Winnetou oder der Klosterjäger geben in dieser Richtung ernsthaft Vorbild ab.“ Warum man angehenden Jungjägern eine bei uns nicht praktizierte Jagdart so herablassend und negativ darstellt ist für mich schwer nachvollziehbar. Es wäre viel zielführender, im Sinne einer fundierten allgemeinen jagdlichen Ausbildung auch solche jagdlichen Randthemen möglichst sachlich zu diskutieren anstatt mehrere Millionen Bogenjäger zu verunglimpfen. Dafür muss

Der Bogenjäger Sonderausgabe

man sich mit der Materie nur etwas beschäftigen. Aber das sollte man eigentlich für jagdfachliche Vorträge voraussetzen - wer ausbildet muss sich auch weiterbilden! Die als Vorteil der Büchsenjagd angeführte paarige Schockwirkung ist ein veralteter und ungeeigneter Erklärungsansatz für die Tötungswirkung des Büchsengeschosses. Da gibt es modernere zielballistische Erkenntnisse, die diese Vorgänge gut erklären. Nur weil ein Stück im Feuer zusammenbricht heißt nicht, dass es sofort wegen „paariger Schockwirkung“ verendet ist. Das müssen Jungjäger wissen, damit sie sich nach dem Schuss richtig verhalten können. Die angeführten Beispiele mit von Pfeilen beschossenem Wild sind bei der Erklärung der heutigen Bogenjagd vollkommen fehl am Platz. Hätte sich der Autor der Zeilen mit der Bogenjagd beschäftigt wäre er sich bewusst, dass ein großer Teil dieser Straftaten mit Scheibenpfeilen und auszugsschwachen Bögen verübt wird. Eine Ausrüstung, die überall auf der Welt für die Jagdausübung strengstens verboten ist. Es werden auch heutzutage jährlich Millionen Stück Wild mit Jagdbögen erlegt. Solche Fälle von Wilderei als Argument gegen eine legale Jagdart zu verwenden ist sicherlich kein gutes Vorbild, wie Jäger miteinander respektvoll umgehen sollten. Auch der Vergleich von heutigen Bogenjägern mit Legenden aus vergangenen Zeiten ist für eine sachliche Diskussion wenig hilfreich. Lederstrumpf und Co. sind auch keine Vorbilder der Büchsenjäger der heutigen Zeit, und der heilige Hubertus wird ja bekanntlich nicht mit einer Feuerwaffe abgebildet. Mit Ritterlichkeit hat die Jagd mit dem Bogen sicherlich nichts zu tun. Bescheidenheit, Geduld, Lernbereitschaft und der Wille zum kontinuierlichen Üben mit dem Jagdgerät sind eher Eigenschaften, die bei dieser Jagdart notwendig sind. Die Bogenjagd ist eine Jahrtausende alte historische Jagdart und ist mit der Geschichte des Menschen untrennbar verbunden. Sie stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des Menschen vom „Homo Sapiens“ zum „Homo Technicus“ dar. Selbstverständlich hat es in den letzten Jahrzehnten auch auf dem Gebiet der Bogenjagd große technische Fortschritte gegeben. Mit diesen Möglichkeiten und Entwicklungen erfüllt die Bogenjagd die heutigen Anforderungen einer tierschutzgerechten Jagdausübung. Das mag in unseren Breitengraden nicht allgemein bekannt sein, ist aber trotzdem ein Faktum. Schließlich jagen wir heute auch nicht mehr mit Luntenschlossgewehren. Ich für meinen Teil werde weiter die sachliche Diskussion mit meinen Mitjägern suchen, die sich über die Jagd mit Pfeil und Bogen informieren möchten. Gerne auch kritisch aber immer sachlich. Immer nach dem Motto - nicht alles was wir bei uns machen ist richtig und nicht alles was andere machen falsch. Mit steigendem Lebensalter fällt es mir Hubertus sei Dank auch immer leichter, die eine oder andere negative Erfahrung mit einem ausgesprochen eifrigen Gegner der Bogenjagd gelassener zu sehen. Mit aufrichtigem Weidmannsheil. Euer Bogenjäger

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Bogenjäger 1/2016

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Das einzige deutschsprachige Magazin über die Jagd mit Pfeil und Bogen

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