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NachtGärtnern I–III NightGardening I–III

Listening to the Universe Radiophonien des Alls Dokumentation Berlin 2019/2020



Datscha Radio NachtGärtnern I–III NightGardening I–III

Listening to the Universe Radiophonien des Alls

Dokumentation

Berlin, 2019/2020



Inhalt

Contents

6-11 Nachtgartenkosmos

The Cosmos of the Night Garden Gabi Schaffner

12-17 NachtGärtnern I – Die Nacht der Nachtigallen The Night of the Nightingales

18-23 NightGardening II – Fragrances and Frequencies Düfte und Frequenzen

24-29 NachtGärtnern III – Rituale und Zeremonien Rituals and Ceremonies

32-37 Listening to the Universe – Radiophonien des Alls grounded listening with extended bodies Kate Donovan

38-43 Radio mit Nebengeräuschen

Radio with Background Noises Helen Thein

44-45

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Beteiligte Künstler*innen und Netzwerke

Participating Artists and Networks Impressum

Imprint

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Vorwort

Preface

Nachtgartenkosmos Tag und Nacht bestimmen den Rhythmus unseres Lebens und auch den der nichtmenschlichen Bewohner*innen dieses Planeten. Der Körper bewegt sich anders, die Gedanken wandern auf verborgeneren Pfaden im Dunkel. Der Zeitraum der Nacht ist beweglich, durchscheinend, gestreift von Sonnenwinden, erhellt von Himmelkörpern, von wechselnder Ausdehnung, je nach Jahreszeit, geografischer Breite und Länge. Und so hat die Nacht ihre eigenen Themen, Gerüche, Zeitlichkeiten. Aber wie lässt sich ‚die Nacht‘ senden? Datscha Radio arbeitet als temporäre Radiostation in einer erweiterten und multidisziplinären Form, die herkömmliche Formate zeitlich wie räumlich außer Kraft zu setzen sucht. Der Garten als Radioraum begleitet Datscha Radio seit seiner Gründung 2012 und bildet in seiner Heterotopie die grundlegende Matrix für unsere Aktivitäten zwischen Radiokunst, Gemeinschaftsexperiment und Public Art. Gesendet wird über das Internet, über UKW-Mikrotransmitter vor Ort, partiell berlinweit auf der 88,4 und 90,7 MHz in Potsdam sowie international über die Netzwerke befreundeter Radiostationen. Mit NachtGärtnern I–III setzte Datscha Radio 2019 die Nacht als Quell radiophoner Imagination und künstlerischer Forschung neu in Szene: Sinnlich und sensorisch, gemeinschaftlich und mit besonderem Augenmerk auf jene Signale und Vorgänge, die dem Tageslicht verborgen bleiben. ‚On Air‘ gingen drei verschiedene Berliner

The Cosmos of the Night Garden Day and night determine the rhythm of our lives, and those of the non-­human inhabitants of this planet too. In darkness, the body moves differently, thoughts wander along hidden pathways. Night time is mobile, translucent, streaked with solar winds, illuminated by celestial bodies, varying its scope depending on the season, geographical latitude and longitude. Thus, night has its own themes, smells, temporalities – but how might ‘the night’ be transmitted? Datscha Radio is a temporary radio station, in expanded and multidisciplinary form, seeking to suspend conventional formats of time and space. The heterotopia of the garden as a site for broadcasting has guided Datscha Radio since its 2012 inception, providing the basic matrix for our activities between radio art, community experiment and public art. Datscha Radio broadcasts on the Internet, over on-site micro FM transmitters, throughout parts of Berlin on 88.4 FM and Potsdam on 90.7 FM, and internationally via the networks of companion radio stations. With NightGardening I–III, Datscha Radio 2019 re-staged the night as a spring of radiophonic imagination and artistic research; sensual and sensory, communal, and paying special attention to those signals and processes that remain hidden from daylight. Three different Berlin gardens went on air, each from sunset to sunrise, with transmission times ranging from seven to 14 hours. — 7


On April 30, 2019, “The Night of the Nightingales” sang out from a garden colony in Berlin-­ Britz, “Britzer Wiesen”. The nightingale has inspired people all over the world like no other Zur „Nacht der Nachtigallen“ wurde am 30. April 2019 bird to create music, poetry and stories. Opening in Berlin-Britz gerufen, aus der Gartenkolonie Britzer with Thomas Weelkes’ 1608 madrigal “The NightWiesen. Wie kaum ein anderer Vogel hat die Nachtigall die ingale”, the concerts, conversations and readings Menschen weltweit zu Musik, Gedichten und Geschichten unfolded into the space of the night. As the hours inspiriert. Eingeleitet mit dem Madrigal „The Nightingale“ passed, after the last guests had long since left, von Thomas Weelkes aus dem Jahr 1608, entfalteten this room expanded ever more to include the sich die Konzerte, Gespräche, Lesungen in den Raum der garden itself – with soft rain, and the nightingales Nacht hinein. Und mit dem Fortschreiten der Stunden, singing in it. We also learned that radio-making as nachdem die letzten Gäste uns lang verlassen hatten, a temporal experience must include lots of coffee erweiterte sich dieser Raum mehr und mehr um den and warm blankets. Garten selbst, mit einem leisen Regen und den NachtiGärten, jeweils von Sonnenuntergang bis Sonnenauf­gang und mit Sendezeiten, die zwischen sieben und 14 Stunden lagen.

gallen, die darin sangen. Wir lernten auch: Radiomachen als zeitliche Erfahrung erfordert viele Kannen Kaffee und warme Decken. Können Düfte in Töne übersetzt werden? Wie ist der Geruch von Wasser? Welche Art von Beziehungen formen Geruchsstoffe in der Welt des Nichtmenschlichen? In der spätsommerlichen Nacht des 8. auf den 9. August wandte sich Datscha Radio der ephemeren und sinnlichen Natur der Gerüche zu. Auch für NachtGärtnern II, diesmal in einer Kleingartenkolonie in Treptow gelegen, folgten wir keinem engen Programmschema, sondern banden immer wieder zeitlich offene Formate mit ein wie etwa eine Riechexkursion durch den Garten oder die Verkostung „extremer Moselweine“. NachtGärtnern III in der Garten- und Siedlungsgemeinschaft Einigkeit e. V. in Berlin-Rosenthal fand in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober statt. Eine Vielzahl von Ritualen und Zeremonien werden weltumspannend in den Zeitraum der Nacht gelegt… doch weshalb? Unzweifelhaft liegt es an der Nachbarschaft von Schlaf, Traum und Tod, die die Menschen seit jeher mit Ehrfurcht und Respekt erfüllt hat. Zwischen gesummten Schlafliedern zu ‚Ritualen für künftige Käfer‘, Danksagungen an die elementaren Energien von Sonne und Wasser, Plaudereien über Giftpflanzen und einer finnischen Abendkaffeezeremonie kamen Gäste und Performer*innen zu Wort und Klang, oder versammelten sich im Schein der Feuertonne zu Austausch und Exkurs. Mit einem Morgen­ spaziergang unter Apfelbäumen und Kondensstreifen fand das letzte NachtGärtnern von 2019 seinen Ausklang. Im Jahr 2020, pünktlich zum Sternschnuppenfall der Perseiden, kehrte Datscha Radio für ein dreitägiges Festival in den Garten zurück; Sendestart war der 11. ­August bei Mondaufgang um 14:04 Uhr.

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Can fragrances ‘translate’ into frequencies? What is the smell of water? What kind of relationships do fragrances form in the non-human world? On the late summer night of August 8 to 9, Datscha Radio turned its attention to the ephemeral and sensual nature of scent. For NightGardening II, too – this time located in an allotment garden colony in Treptow – the programme didn’t follow a rigid scheme, but rather always included temporally open formats, such as taking a scent excursion through the garden or tasting “extreme Moselle wines”. NightGardening III, in the gardening and allotment community of “Einigkeit e. V.” in Berlin-Rosenthal, took place during the night of October 15 to 16. Around the world there are multitudes of rituals and ceremonies that only occur at night ... but why? Undoubtedly because it is also the realm of sleep, dream and death, which have always filled people with awe and respect. Between hummed lullabies to “rituals for future beetles”, giving thanks to the elemental energies of sun and water, chats about poisonous plants, and a Finnish evening coffee ceremony, guests and performers had their say and shared their sounds, or gathered around the light of the fire to exchange and extrapolate. The last NightGardening of 2019 came to a close with an early morning walk under the apple trees and contrails. In 2020, just in time for the falling stars of the Perseids, Datscha Radio returned to the garden for a three-day festival; broadcasting beginning at moonrise on August 11, at 2:04 pm. With “Listening to the Universe – Radiophonien des Datscha Radio 2019/2020



Mit „Listening to the Universe – Radiophonien des Alls“ rückte für die nächsten 48 Stunden ein sensorisch bis an die Grenzen der Erdatmosphäre erweitertes Spüren und Zuhören in den Mittelpunkt. Satellitensignale und Echos der in der Erdatmosphäre verglühenden Meteoriten wurden über externe Antennen hörbar gemacht; Narrativen zur Entstehung des Kosmos gelauscht, Violinstücke unter freiem Himmel improvisiert, dem ‚Geschmack von Sternen‘ auf der Zungenspitze nachgespürt. „Listening to the Universe“ schloss den Tag bewusst mit in sein Programm ein, denn sein Licht ist nur eine temporäre Erscheinung, jenseits derer weiterhin das Weltall liegt mit seinen Galaxien. Mehr als 50 internationale Künstler*innen waren mit ihren Kompositionen an den Programmen von 2019 und 2020 beteiligt. Datscha Radios ‚Open Calls‘ bilden

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Alls”, the focus for the following 48 hours was sensing and listening, extended to the limits of the Earth’s atmosphere. External antennas made the satellite signals and echoes of meteorites burning up in Earth’s atmosphere audible. Stories of the cosmos’ creation were listened to, violin pieces improvised under the open sky, the ‘taste of stars’ was traced on the tip of the tongue. “Listening to the Universe” consciously included the daytime in its programme, because light is but a temporary phenomenon, behind which the universe and its galaxies whirl on regardless. Over 50 international artists contributed their compositions to the 2019 and 2020 programmes. Datscha Radio’s ‘Open Calls’ form a complementary network to the artists and guests who come to

Datscha Radio 2019/2020


ein ergänzendes Netzwerk zu den Künstler*innen und Gästen, die persönlich in den Garten kommen. Anliegen ­dieser Publikation ist es, diese Vielfalt und die ihr innewohnenden Perspektiven für ein Radiomachen jenseits der herkömmlichen Dichotomien von Sender und Empfänger anschaulich zu machen.

the garden in person. The aim of this publication is to illustrate this diversity, and its inherent perspectives for radio-making beyond the traditional dichotomy of transmitter and receiver.

Both NightGardening I–III and “Listening to the Universe” experimented with formats that – with Sowohl NachtGärtnern I–III als auch „Listening to the a receptive and slower pace – corresponded to Universe“ experimentierten mit Formaten, die der temporal experiences of the garden. Storytelling zeitlichen Erfahrung im Garten über einen rezeptiven und sequences were developed via “Cracking Nuts” – langsameren Puls entsprechen würden. So wurden über based on the spontaneous inspirations of the „Cracking Nuts“ kleine Geschichten spontan aneinannarrators; ceremonies and rituals were performed der gereiht, die auf den Eingebungen der Erzählerinnen on-the-fly, the proximity of the garden and its aufbauten; Zeremonien und Rituale wurde ad hoc umgescents were explored and enacted via walkie-talksetzt; die nahe Ferne des erkundeten Gartens und seiner ies, space was provided for hour-long streams of Düfte über Walkie-Talkies inszeniert, und mehrstündigen spoken word and sound. Across vast distances we Wort- und Klangströmen Raum gegeben. Über lange ourselves became listeners – the microphones Strecken wurden wir selbst zu Zuhörenden, die Mikrofone open to the green, the antennas directed towards offen ins Grüne, die Antennen auf die Signale im Orbit signals in orbit. gerichtet. Im Lauschen auf ‚das All‘ nicht-menschlicher Akteure, seien es Vögel, Mikroorganismen oder Kometen­trümmer, stellt sich nicht nur eine besondere Haltung des Respekts gegenüber der Mitwelt her. Es nivelliert zugleich das vermeintliche Gefälle von Sendungs-‚machenden‘ zu Radiohörenden, indem wir alle aufgerufen sind, uns den ‚Anderen‘ zuzuwenden. Radiomachen als Listening Session ist politisches Statement und Bewusstseins­ erweiterung in einem.

Listening to the universe of non-human actors – be they birds, micro-organisms or comet debris – does more than just create a special attitude of respect for the environment. It simultaneously closes the supposed gap between those who ‘make’ radio and those who listen to it, in that we are all called upon to turn towards the ‘other’. Radio creation as a listening session is both a political statement and an expansion of consciousness.

Ein besonderes Mysterium blieb: Datscha Radios nächtlicher Radiokosmos öffnete einen Raum, der mehr Zeit in sich zu bergen schien, je länger wir in ihm verweilten. Wir hoffen mit dieser Publikation diese Erfahrung zu teilen.

A special mystery remained: Datscha Radio’s nightly radio cosmos opened a space that seemed to hold more time the longer we stayed in it. We hope to share this experience with this publication.

Die Kapitel NachtGärtnern I–III schildern das Geschehen ihrer Nächte in der fragmentarischen Form sich berührender ‚Vignetten‘. Die Ausschnitte folgen damit nicht unbedingt einer linearen Chronologie. Eher breiten sie sich gleichmäßig nach außen und in alle Richtungen und Zeitpfeile aus. Das Essay von Kate Donovan reflektiert die Erfahrung des Radiomachens während des alljähr­ lichen Perseidenschauers im August als eine Praxis des erweiterten Zuhörens in Bezug auf das Zusammenspiel von All und Erde. Das Nachwort, geschrieben von Helen Thein, nimmt den Faden des Radiomachens im Garten als Radiokunst auf und spinnt ihn ein Stückchen weiter.

The chapters NightGardening I–III describe the nights’ events in the fragmentary form of tangoing ‘vignettes’. Those extracts do not necessarily follow a linear chronology, rather, they spread out evenly in all directions and timelines. Kate Donovan’s essay reflects on the experience of radio-making during the annual Perseids meteor shower in August as a practice of expanded listening and the interplays between space and earth. The epilogue, written by Helen Thein, takes up the thread of radio-making in the garden as radio art, spinning it a bit further.

Also, willkommen im Nachtgarten, willkommen zu ­„Listening to the Universe“!

So, welcome to the Night Garden, welcome to “Listening to the Universe”!

Gabi Schaffner

Gabi Schaffner. Translation: Hans Kellett

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NachtGärtnern I

Die Nacht der Nachtigallen 20:32 Uhr, 30. April – 5:36 Uhr, 1. Mai, 2019. Berlin-Britz

The Nightingale, the organ of delight the nimble Lark, the Blackbird, and the Thrush, and all the pretty quiristers of flight that chant their Music notes in ev’ry bush: Let them no more contend who shall excel, the Cuckoo is the bird that bears the bell. Das ist sozusagen die Mutter der Der beginnt heute Nacht. Und There is a special reason why we Außenübertragung oder gab da kommt auch schon, wie aufs are here in the Southern part of es vorher auch schon sowas Berlin. Because Kate, you told me Stichwort, der nächste Künstler wie Übertragungswagen oder ... Denn die Nachtigall ist auch the nightingales sing so loudly Außenaufnahmen? nm ein Symbol der Liebenden. Weil here. Now, this whole night is sie sich angeblich in die Rose dedicated to the nightingale. – I have no idea. They sent it via televerliebt … nm Yes, it is. Last year, I remember phone to the BBC Studio. – Dann very clearly that we spent a few muss sie einen gut angeschlosnights here at the garden at this Aber das hat ja ein ganz senen Garten gehabt haben. time of year and listened to the ganz trauriges Ende. Vielleicht direkt am Haus, wenn es nightingales at night singing Dazu kommen wir noch ganz da eine Telephonleitung gab. – A from different bushes. When you ganz spät in der Nacht. gs lot of equipment compared to spend a long time listening to the what we have here now. – Es ist same birds … I don’t know … I Here comes the first radio art piece ein Schwarzweißfoto. Es sieht ein find it enjoyable. What was also that we are broadcasting tonight, bisschen aus, wie eine Telefonzelle really nice about it for me was to and we’re dedicating it to the in einem Bau aus Ästen und notice the space. So, you can hear night of the nightingale. I wanna Stämmen. Die haben also eine them from different bushes. You tell you a little bit about Beatrice kleine Waldhütte gebaut, um get a different idea of space. gs|kd Harrison, who was a British dieses ganze Equipment da hin cellist and she used to practice zu stellen. Es sieht sehr magisch Die Nachtigall ist ein symbolisch cello in her garden. She noticed aus. – Yes, it is very fairytalehoch aufgeladener Vogel. Es ist that the nightingales would sing esque. On the 19th of May, 1924 gerade Walpurgisnacht. Eine along. She somehow knew people they broadcast from Beatrice für Frauen ja sehr bedeutende from the BBC and she persuaded Harrison’s garden and she played Nacht, in der der Frühling eingethem to come to her garden and her cello and no nightingales läutet wird. Die Nachtigall steht broadcast her playing the cello sang. And then she played again symbolisch für den Frühling, sie with the nightingales. kd and no nightingale sang. And she ist der Vogel des Monats Mai.

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Eine tirilierende Nachtigall

Lukatoyboys Vinyl-Kollektion fĂźr seinen Auftritt e

Die Gartenterrasse und ihr Radiovolk p

Am späten Nachmittag: Leonie Roessler in Vorbereitung ihres Konzerts e

u Das Set-up


carried on playing. And then, Nachtigall, oh Nachtigall, / The Iranians really, really love right at the end, the nightinbirds. There is one sort of bird du stimmenschöne gales sang with the cello. And topic in decoration, even in the Nachtigall! // Sag wohin it was such a big hit in Britain, mosque where normally the art du fliegen wirst, wohin du everyone wrote to the BBC to say is abstract. The only things I gehen wirst, / wo wirst du how fantastic it was. And then saw in the mosque that were not singen nächste Nacht? / she did it every year for the next abstract were birds. I saw a big 20, 25 years on the exact same Nachtigall, oh Nachtigall, / du tenderness to plant and animal date. kd|nm life. They are nice to cats also. stimmenschöne Nachtigall! Everybody is nice to stray cats and to birds. They feed them, I’ll show you another picture now, It’s like National they share their food. There is a it’s a kind of a bridge to your Nightingale Radio Night. really, really tender character that piece later. Because when this Yeah! nm people have. That’s one thing. work got to be more famous, The more religious people – half when it was happening year after In 2014 a lot of people did reenof the country is not particularly year, they didn’t want to risk actments of this concert. They religious – but the religious ones, that the nightingales wouldn’t couldn’t do it from their gardens they believe that the birds call be there. So look what they did: anymore, because nightingales the name of god, like allah allay. They put the nightingales in little don’t go back there in spring anySo nobody must hurt birds in kd cages in her garden. more. A few interesting things any case anyway. Yet, there is happened. First of all, they had the thing with the cages. I am a Die Kupferschmiede von Isfahan to go to different places where big fan of the animal world. And halten viele Nachtigallen in nightingales do still return, I have to say, that it was very Käfigen. It’s specifically the old which are quite rare in Britain difficult for me to see these little bazaar. This beautiful big square now. And then they realised it nightingales in cages. I almost with one of the most beautiful was really difficult, which we didn’t want to go on with the mosques that exists in Iran or will also find out later, to only recordings, because I was really in the Islamic world. With the get the sound of a nightingale suffering with them. I thought most perfect dome. Around this and a cello. Because there are so they called to me “Let me out, let big square you have different many other noises happening in me out!”, but it sounds pretty to sections of the bazaar, you know, contemporary life. kd us. I think they might have been carpets, different kind of things, in despair. lr saffron or whatever they are Außerdem singen auch oft ver­ selling. And there is one alley schie­dene Nachtigallen gleich­ in that bazaar where people are Jemand, der so arm ist zeitig und die haben unterschiedselling things made of copper wie ich, / doch die Nacht liche Stimmen. – But I meant which is very typical for Isfahan. more anthropogenic noise. Cars hört zu, / schließ deine The men are beating the copper and planes. That’s what I notice Augen nicht, lass sie nicht and they have nightingales in here. – Das ist gerade in Berlin in Tränen ertrinken. / cages, they sound very beautiful. interessant, denn hier halten sich Nachtigall, oh Nachtigall, / du They sing along to the rhythm of Nachtigallen gerade da gerne auf, the copper. So they sync in. The stimmenschöne Nachtigall! wo es sehr laut ist, also zum Beimen are also working in sync spiel an Bahnböschungen oder Tag und Nacht hört man seinen with each other which is kind Autobahnen, weil es da noch Gesang, der zu den Erhabensten of an amazing sound. I spent a Unterholz gibt. Das sind häufige zählt, was uns die Natur an Volot of time recording them. The Nistplätze von Nachtigallen und gelgesängen bietet. Charakterisbirds at one time syncing with da ist der Umgebungslärm sehr tisch für den Nachtigallenschlag the copper. And then they fall out sehr groß. nm|kd ist das prächtige anschwellende of sync. lr 14 —

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Nachtigallen-Modularsynthese mit Walter Schulze

JD Zazie und Mat Pogo: Domestic Nightingales

Rosanna Lovell spielt Nachtigallenpartituren von Gabi Schaffner p

2,50 Meter Nachtigallengesang fĂźr Datscha Radio e

u Niki Matita an der Mikrofonie fĂźr Lukatoyboy


Schluchzen, das zwischen den abwechslungsreichen Gesangsstrophen immer wieder kehrt.

It’s a bit confusing for us because we hear the nightingales that we’re transmitting, we have a radio which has a delay, we hear the nightingales that we are receiving and we hear the nightingales that are actually here in the garden. kd

world of birds here, and the koltrast when winter comes. I have sometimes followed the signs of birds through the cities, looking for ghost traces, answers and new maps. Here I will follow them from afar, both in the recorded and the disappeared. kh Es ist ein bisschen unheimlich, das Schreien im Hintergrund, was ist das? – That is traffic. gs|kd

hektisch am Telefon erkundigt, ob die auch angekommen wäre. Da hatte ich einen extrem missgelaunten unausgeschlafenen Mann am anderen Ende, der mir erklärte, er sei ultimativ genervt von dieser Nachtigall. Ich habe mich sehr gefreut und sagte, das musst du uns live am (Radio) Telefon erzählen. gs (mv)

There are people who are waiting for them. kh

We lived in a tent for a little while out in a nature reserve. During Nee, sagte er, er wolle lieber anothe summer, night ceases to nym bleiben, aber dieser ganze mean much, as the sun goes to Romantikhype um die Nachtigall twilight for a couple of hours würde ihm tierisch auf den Senonly to return at three in the kel gehen. Er sei spät nach Hause morning. Once such night I rose gekommen, erst hätte er keinen and walked to the top of the gran- Parkplatz gefunden, dann fand ite cliffs, looking far down at the er einen, dann wollte er zu Bett water. The silence at that wood gehen und wollte schlafen, und so close to the city was a huge Ich wandere in alle Länder, / da war dann die Nachtigall vor presence. Piercing it, taking its alle Dörfer, alle Städte / seinem Fenster, Hinterhof, Chartime, was the nightingale. Even lottenburg. Wollte schlafen: Ging und kann sie nicht finden, far above I could hear the water nicht. Ist ins Wohnzimmer gezonirgendwo, / sie, die trauriger rush with the breeze under its gen, wollte schlafen: Ging nicht. ist als ich. / Nachtigall, song. The man I was with then Und dann hatte er sich daran oh Nachtigall, / du always said that the wind blowing erinnert, dass er ja diesen kleinen around the tent was like great stimmenschöne Nachtigall! Zoomrekorder besaß und er hat snakes. There were other people eine halbe Stunde, die er sowieso This score is called “Nightingales living in the woods back then. nicht hätte schlafen können, die and Lawnmowers”. The main Skogsfolket, or ‘the forest people’, Nachtigall aufgenommen. Es feature is not nightingales, it they were called. Every so often bleibt offen, ob die Nachtigall I take a pilgrimage there. I went is the lawnmowers. Talking of dann aufgehört hat, oder ob er to the place where we lived as the einfach mit dem Rekorder in der noise. This score I printed out is sun set, and I was waiting for the two and a half meters long. And Hand eingeschlafen ist. gs (mv) nightingale, hoping to hear that we are going to listen to you, song again. There was only the improvising to it. I guess it gives Das Besondere war, dass wind, the snakes and the ghost some rhythmic ideas. gs zu dieser Zeit die Nachtigall bird over the water far below, nur ein Auge hatte. Und die If it wasn’t for the birds, we which still whisper to me about Blindschleiche hatte auch that time past, in that other Swewouldn’t have m ­ usic. gs den, many years ago. kh nur ein Auge. Und sie waren I live in Stockholm, and I’ve die besten Freunde … Was wir jetzt hören, ist eine heard both the nightingale and Nachti­gall aus Charlottenburg. Every individual nightingale is the rödhake in the late hours of Mir ist eine Datei zugeschickt different. And they are individuspring. The rödhake occupies a worden und es wurde sich ganz als. They all sing well, some sing similar space in the night-time Sie ist übrigens auch die Mani­fes­ tation des Göttlichen, weswegen die Nachtigall auch ein Register bei alten Orgeln ist. Das wurde aber dann nach dem Barock verlacht. Da wurde es als kindisch angesehen, dass man sich daran erfreut, dass plötzlich eine Orgel zwitschert. nm

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better than others. Some sing more. Some sing in places where the acoustic is perfect. And they are very territorial. These birds live up to ten years. And every year they come back to the same tree. They know where to come back to when they migrate to Africa, when they fly back they know exactly where to come back to. And so you can find the same birds year after year after year. We know where some of the good birds are. We go back and visit them. dr

there were some moments in Tsiiiii, tsiiiii, tük-tük-tük. the night, when they went out, I tük-tük-tük. düü-düü-düü. remember that. – That was your düü-düü… gu-gu-ru-gu-gu... brain. (Giggles). – Hm, I thought kraa-kraa-kraa... gu-gu-rusomething flickered. – There is gu-gu... gu-gu-ru-gu-gu... quite a number of crows around. gu-gu-ru-gu-gu... Listen: Do you think this one is a blackbird? I saw a blackbird across the lawn, so… (Pause) This Well, we are slowing down at the is the 1st of May. (Pause) What do end of our radio night. (Pause)– The Night of the Nightingales you think the crows are talking – Die Nacht der Nachtigallen … about? kd|gs – The Night of the Nightingales is over. – Leider sehen wir die Cuckoo, cuckoo, cuckoo.

Die Nachtigall wird in vielen Ländern, zum Beispiel in Indien, als Haustier gehalten, vielleicht auch als prähistorisches Radio. nm

too cloudy to see the sun rise. … I would like to say a quick thank you to all of our guests who came here … – Gabi is just repositioning the umbrella, you might have heard a couple of bumps during the broadcast. That was mainly the umbrella flying off the plant pot. We need to move on, we’re running out of time a bit. – Oh, yes. So we are going to play another take of the choir Singlust and their rehearsal of “The Nightingale” by Thomas Weelkes. Goodbye, goodbye dear Nightingales (Chink of glasses). Cheers! Cheers! And have a nice 1st of May! kd|gs

Cuckoo, cuckoo, cuckoo. Cuckoo, cuckoo, cuckoo, cuckoo, cuckoo.

I haven’t named them. There are scientists who have secret code names for them. Number 7 or Each place has its own value. … Number 4x or things like that. there is one particular place on I don’t wanna mess with their the canal in Kreuzberg right next birds. … dr to a bar. So we can sit there and eat and drink until they kind of What do you think any of the birds shut down and then the birds are talking about? – “I am here begin to sing. We go right across I am here” – Maybe it’s a Good the street and there is this bird Morning – “Good Morning, singing. And there are people, good morning!” – What birdsong there are cars, you know humans reminds you of where you grew and nature together. I really up? – This pigeon and the swallike that as part of this project, rather than seeking out the purist lows. When I was a child, I always thought this wood pigeon would nature all on its own. dr be an owl. And I was terribly disI think the nightingale has stopped appointed when I found out they are pigeons, even though very singing … and maybe other fat pigeons. I loved the thought birds have started. – No, there of having owl living nearby. And is still the nightingale. We see you? – Also, wood pigeons actuan overcast sky and the white ally – (Pause) – There should be a flowers of the lilacs are the whitfairy-tale somewhere telling about est white we can see. The place the crow being the best singer has changed a bit, especially around, but then, through some the veranda. There are empty bottles, at least three of them and unfortunate circumstances, she lost her voice. (Pause) … maybe empty glasses that have been left behind by our guests. And almost it is just our perception and the crowss really are the most beautiempty plates. And the coloured fully singing birds around. kd|gs lightbulbs are still on! In fact,

Sonne nicht aufgehen, weil der Himmel bewölkt ist. – Ja … It is

Stimmen Voices dr David Rothenberg, gs Gabi Schaffner, kd Kate Donovan, kh Katt Hernandez lr Leonie Roessler, mv Mathias Voelker, nm Niki Matita.

Zitate Quotes Thomas Weelkes: The Nightingale. 1608 David Rothenberg: A talk about nightingales. Mit Gabi Schaffner; Alexander Alyabyev: Solovey (The Nightingale, 1826). Translation: Gabi Schaffner; Von der Blindschleiche und der Nachtigall. Brüder Grimm, 1812

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NightGardening II

Fragrances and Frequencies 8:46 pm, August 29 – 5:39 am, August 30, 2019. Berlin-Treptow Smell comes in waves, with a breeze, it rides on the air. Just like radio. Smell is a fleeting sensation, it lives in time, it connects directly to our memories and emotions. Just like radio. Smells, odours, fragrances, perfumes, they are all around us. Just like radio. gs via kd behind them, and a third person When greeting someone, the OnFragrant is the night / the lilies to tug, lift across, and entangle it nod / a moth bows to the candle gee do not ask “How are you?”, from various shrubs. gs light / nobody had seen the wave but “Konyune onorange-tanka?” coming / a flood of particles / meaning “How is your nose?”. desires spent on skin / hairs turn Etiquette requires that if the Gibt es einen Klang, der southward / a seed pod dangles person responds that he or she dem Duft der Erde nach / and spills. // I remember / the feels “heavy with odour”, the Sommerregen ähnelt? gs perfume / that was / darkest / yet greeter must inhale deeply to white. gs|hk remove some of the surplus. If For the Ongee of the Andaman the greeted person feels a bit Islands, the universe and Der Garten ist nicht riesig, sondern short of odour-energy, it is polite everything in it is defined eher so mittelgroß, aber doch to provide some extra scent by by smell. Their calendar is so verwinkelt, dass es mehrere blowing on him or her. gs ­constructed on the basis of the Plätze zum Sitzen gibt und vor odour of the flowers that come allem viele Wege, ein wenig wie Pflanzen zum Riechen 1: Brenn­ into bloom at different times of ein Labyrinth. Mal sehen, wo uns nessel (Stinging Nettle), the year. Each season is named das hinführt. ht Duft­clematis (Clematis after a particular odour, and aromatica), Kermesbeere possesses its own distinctive Two women wander at dusk (Inkweed), Lavendel (Lavender), ‘aroma-force’. Personal identity through the garden, their blue Mutterkraut (Featherfew), Phlox is also defined by smell – to refer and white striped shirts and jeans (Phlox), Rauke (Rocket) to oneself, one touches the tip blend with the blues and hues of one’s nose, a gesture meaning And this is otherwise known as a of the surrounding plants. Their both “me” and “my odour”. gs sniffer… also called a “SOMA heads bob up and down in unison Ether”. – Ein ‚SOMA-Äther‘ ist over a bushel of fragrant flowers, Würdest du Dich trauen also ein Gerät, das mit Frequena strangely intimate sight, those mit geschlossenen Augen two individuals, as they follow zen arbeitet … – Yeah, it sniffs the scents on many different and durch den Garten zu gehen? electromagnetic frequencies winding paths. A long cable trails Anders gefragt: Vertraust Du and turns them into sound. Katt ­Hernandez is here with a Deiner Nase? ht 18 —

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Was duftet hier, was duftet dort? Helen Thein und TinaMarie Friedrich auf Geruchswanderung

Christy Spackman beim Verkosten von Jauche e Violinimprovisationen: Katt Hernandez t

o Manche Pflanzen entfalten ihren Duft erst aus der Nähe

Jasmina Al-Qaisi und Helena Otto testen experimentelle Sandwiches t


Was ist der schönste Geruch beim violin… – Hi, I am Katt Hernan- of rain, because in the near or Weinmachen? (Es zischt.) – Der farer future this doesn’t happen dez and I am here with the vioschönste Geruch ... Ja! Der lin! – What kind of violin is it? –I anymore. schönste Geruch war früher … bought it from a shop in Chicago wenn man man’s früher falsch that was later shown to be mak- Gute Weingläser sind aus Kristall­ glas, haben einen langen Stil und gemacht hatte. – Wie?! – Das war ing fraudulent instruments, so it früher so. Man hat den Schlauch has a complicated history which I einen großen aber nicht zu bau­ like about it. And it’s tuned down chigen Kelch mit dünnen Wänden oben ins Fass gelegt, wie wenn man ne Flasche auskippt, der a minor third and the bow-maker – gerne 350 ml oder mehr –, damit man schwenken kann und ganze Geruch kam raus. Da remains a mystery… – So yeah, auch die Nase reinbekommt. mr hat der ganze Keller gerochen. we’ll play around with some freDadurch geht ja schon viel quencies together. kd|nm|kh Would you then see the dancer Geschmack verloren. Das macht as a medium? – Yes. Because I This dress looks quite cyborg-like! man heute gar nicht mehr. Da like to work in a performative – It is. Because it has a motor in hat man keinen Geruch mehr way and it’s a speculative project it and a lot of electronics. – And im Keller. Den Geruch oder den with these technologies. And valves, right? – Yeah, it needs to Geschmack hast du erst dann, about this performative aspect, it pump air in there. So when the wenn, sagen wir mal, bei der Filthas its own sense because scent LED lights were going off, that ration erst, wenn du Weine prowas a scent releasing and it’s very is a really beautiful time-based bierst ohne die Hefe. – Die Hefe medium. There is this movement hat noch sehr viel Geschmackssubtle … for me scent is a really in space which brings its own good metaphor for data. – That’s stoffe drin, ne, das schmeckt wind with it. When she moves interesting! That’s quite surprisman auch so raus. Wenn die she leaves trails of scent. – She ing! So this computer or AI is Weine erst mal durch den Filter also leaves trails of data. – Yes! linking her brainwaves to the gehen, wo dann die Trubstoffe cm|kd |gs valves? – It’s sensing the brainalle weg sind, und der Wein ist waves and translating them into klar; das ist der Wein. (…) mr a symphony of scents according The idea was that smell Now is the perfect time to bring to the pattern of the brainwaves. can be very volatile. out the very smelly water. – Yes, – And while she was dancing, she What kind of data do we I have some ‘perfumed’ water. – was going into her memory? – want to wear? cm Teach us! – Maybe we should deYeah, and she was making a new scribe it. – Yes, describe it! – This memory to wear next time. gs|cm Ein Meiden von Gerüchen ist kaum water is not clear, it is brown. möglich, zumal eine Kennzeich­ There is something in it like … Wir sehen hier einen nung der Duftstoffe für die grass. It looks a bit like tea … old langen Tisch, geschmückt Raumbeduftung derzeit nicht tea, not a good tea, not a clear mit Kerzen, funkeln­ üblich ist. Es ist schwierig bis tea. Here, it is murky. I am going den Gläsern und ganz unmöglich sich vor Duftstoffen to take sniffs. OH, you should see in der Raumluft zu schützen. vielen erwartungsvollen your FACE! OH! My eyes went Denn die Aromen entweichen aus Gesichtern. ht up … (laughs). How would you Putz- und Reinigungsmitteln, aus describe this, Christie? – I grew Alltagsprodukten wie ZeitschrifHow do you decide what kind up near a cow farm and horses, ten, Kosmetikverpackungen und of smells she emits, because so it has a bit of both. And there Spielzeug. Stark parfümierte you have to fill the valves with is a little bit you could call the Mitmenschen und Raumbedufter something? What is in the air? perfume of decay. But actually … tragen zur Belastung der Luft – In this particular piece, it was – It stinks? – there is a sweetness bei. nm based on an idea of going into in it, but it’s not a sweetness you the future, of the experience necessarily want to have around. And it sticks around in your nose

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Datscha Radio 2019/2020


Sarah Washington spricht über radiophone Weine

o Eine Verkostung „extremer Mosel­ weine“: Knut Aufermann und Gäste

Beim Wasser­ vergleich: Helen Thein und Christy Spackman e

Tänzerin Lena Kilchitskaya verzaubert den Garten: AURA:MATON von Caroline McMillan

o Letzte Minuten Radio um 5:30: Kate Donovan, Gabi Schaffner und Tina-Marie Friedrich


in a way that … even now I am holding this a foot from my nose I am still smelling it. – Would you like to taste it? No? – No, not really! Shall I say it smells like “pipi” from a pig? – It’s totally vegan! cs|ht

den längere Zeit im Mundraum drin… und dann schluckst du ihn runter. Dann hast du ne halbe Stunde den Geschmack da drin. Das hast du mit ganz normale Weine net so was, weil die gar net so SCHWER sind wie da so ne Beerenauslese. mr

jetzt auch eine von Dir in unserer Probe dabei. – Also Beerenauslese, des is wenn … also das Ganze ist, wie soll ich da sagen, wie ne kleine EXPLOSION, die da rauskommt. Das ist ja der Beerenton, was da rauskommt! Des is, ja … man hat den Mund immer voll Wein! Der ist ja viel öliger. Wenn man den ganzen Mund voll Wein nimmt … ein kleiner Schluck… und lässt

Anne’s Lace) tmf

moisi. Le lichen a pensé à ses souvenirs. S‘étendant sur des millénaires d‘années, tous stockés dans son ADN… « gs|jd

I really liked the orange wine. It was the only wine that made my memory go back in time… when I was collecting apples that had Wasser bräuchten wir auch You want to try now? – Ok. – Keep fallen down from the trees, and noch … zum Neutralisieren your nose pinched closed. – Oh, walking across a meadow with zwischendurch. mr hm … yes … – This is perfect. rotting apples. And the sun was I wanted to talk about how taste shining hot, and all the worms Will you tell us what it is? – It is and smell work together. – Oh, were wriggling happily inside the comfrey. Comfrey and horsetail. uhuh … … now it’s everywhere. apples. gs Organic fertiliser. And it is only – But it doesn’t smell as bad four days old. Usually people « C’est un arôme inhabituel inside as outside … – I feel as say this stinks terribly. For a garmaintenant, pensa le vendeur though I drank a very strong dener, it’s like “ok, hmmm”, it’s de gaufres. Il renifla. Doux, herbal tea. – There’s a lot going like the perfume of success. – So, mais en quelque sorte moisi… on. After you plugged you nose, you are using smell as an indicadid you breathe out through your et avec une teinte de vomi à la tor of fermentation, of how well menthe? Vomi de menthe? // nose after you took a sip? – No the nutrients have been extracted … – Try it! So, for those listening La chaleur a permis au lichen from the plants? – Yes! I am a to us, take a very strong tea or or- de libérer un milliard de spores. bit disappointed that you don’t Les véritables pluies acides ganic fertilizer, take a very small want to taste it! – Did you ever sip, and breathe out through your parisiennes les ont lavés dans les taste it? – I am the gardener. Do égouts… et notre lichen a repris nose. – HAHH, UHHHHHCH! you want me to? I can … – OH vie. // Pourtant c‘était une vie cs|ht NO! – OH! (Laughter) – Lovely! différente. Mondial, urbain, à un – Lovely? – Very soft … it’s inrythme plus rapide. Un arôme Pflanzen zum Riechen II: teresting… it’s as good as normal luxuriant s‘était infiltré dans les Römische Kamille (Roman water and the smell… ok, there génomes de lichens. C‘est devenu Chamomile); Salbei (Sage), is a huge smell here, but on your une spécialité très recherchée, tongue not. I am surprised that Seifenkraut (Latherwort), connue pour son parfum partithis almost tastes like rain water, Thymian (Thyme), culier par l‘industrie du parfum it’s weird. cs|ht|gs Tomatenpflanze (Tomato et les chefs cuisiniers du monde entier. // Souhaitons-lui bonne Plant), Weinraute (Herb-ofWas ist das Besondere an der chance. « gs|jd Grace), Wilde Möhre (Queen Beerenauslese? Wir haben ja

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« Il était une fois un lichen vivant sur un rocher à côté d‘un vieux chêne dans un pays très au nord. C‘était heureux là où il collait à la surface pierreuse. Il s‘est étendu et s‘est étendu avec l‘âge et est devenu tout à fait comme un doux coussin gris-vert. Il a plu ce jour-là et l‘air était imprégné d‘un parfum doux et légèrement

I have a sense of home, when I smell a beetroot. I wanted to become political. When I cut open a beetroot, not only is the smell sweeter. The hands are smeared then. Smeared red. You cannot get rid of that easily. That clings to you. Even if I cook borsch, I can taste the beetroot in the stew. ho

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Ich erinnere mich, dass Du erzählt hast, dass Du Dich immer noch an einzelne Fässer erinnerst, wie die damals gerochen haben. mr

a nightmare … ughh. – You can call it Schwarzkümmel, but this is sesame, yes! ho|jaq

taucht es erst im 19. Jahrhundert auf, dass Gerüche beschrieben werden. tmf

The hunters get almost no money What is your most memorable smell to do with wine? – When In some languages the moon is for the geese. It is not nice to the first juice comes into the celfemale. I love the dissonance in throw away food, fresh food. It lar and the fermentation starts. my ear when the moon suddenly has to age to become meat. – This is the most impressive (inchanges its gender. This transOtherwise it is just part of a dead hales deeply) … smell for me, as formation turns into a fraction body. ns|nm a wine farmer. And this happens of myself. The vintage 1997 was quite every year. And it is every year Everybody tells me that I have im­pressive. … hmmm. I just new. This Federweisser-Aroma a moon-shaped face. They seem smelled the wine! There is someto think of it as a typical Russian is … für mich unbeschreiblich thing common… and something … it’s pure electricity. – Do you physiognomy. (…) Similar to uncommon. A vegetable? Für feel sorry that other people can’t inhalation, the ascension phase mich fast so wie ein Federweisser. of the moon is also called the smell this, it’s just for you, isn’t Es ist schön süß, aber auch sehr it? – (laughs) This is a surprising exhalation of the earth. Whilst pleasure! But yes, it is true. After exhaling the sap of the beetroot is weinig… und schon wie weißer Traubensaft, sehr süffig. I think three weeks, it is over. Then you attracted by the moon and flows this is a very subtle wine, a kind have to wait again, one year. mr into the upper parts of the plant. of surprise… – Hm, not my cup Therefore, for example, you of tea. – Normaler trockener should harvest fruit during the A sailing scent / saccharides rising moon: If the fruits are well Weißwein – I have the association sorted in violet bitters / and of cream caramel – For those in the juice, they are particularly butters: / a #F and a treble people out there in the world durable and less prone to any b / unfolding from / the who might be listening, it’s got a attacks. ho moist film / of thought distinctive … – yo! Uchch! – … think … when you ... – this is by Zurück zum Garten: Der What music / can be far not the sweetest wine – it’s riecht ja schon je nach written / from two leaves / cheesy, stinky cheesy… – prickTageszeit anders und wird left / fluttering, faltering / lish moussierend – ach! div wohl auch im Laufe des falling. gs|hk Nachtgärtnern seinen Now comes the second plate … Geruch verändern. Was Close your eyes! Trust me! – Yes. Dies ist die Clematis aromatica. Am Abend riecht sie stärker, aber Mhm. Mhm mhm mhm! I can riechst Du jetzt? ht jetzt, so früh am Morgen, ist sie taste this stuff. It is really weird, noch etwas schüchtern. ts really dark. Is this coffee? A I want to choose! Mhmm. This is marshmallow? – It is coffee really good stuff! I love it! Hm. on marshmallow! Hm… this Hmm. What is it? Hm? Ahh. Stimmen Voices really tastes like a piece of wood. Hmm. This is really… Mhmm. cm Caroline McMillan, cs Christy SpackVery dry! Believe me, I have been man, div Diverse Stimmen, gs Gabi Oh spicy! Mhmm. I get a nice Schaffner, hk Hans Kellett, ho Helena to the desert, and this tastes like memory of it. But oh … – It Otto, ht Helen Thein, jaq Jasmina Ala piece of wood … ho|jaq was a bit dirty! Oh, come on! I Qaisi, jd Julia Drouhin, kd Kate Donovan, kh Katt Hernandez, mr Mobile Radio, nm cut this for you … on a beauNiki Matita, ns Nicolle Schatborn, tmf Der Geruchssinn ist ja ein stumtiful cutting mat. – Mhmmm. Tina-Marie Friedrich, ts Tiger Stangl mer Sinn. Sprache kann nur absThis is really good! The sugary Zitate Quotes trakte Begriffe für Gerüche (und bit. Mhmmm. – This smells … „10 (S)Cent Poems“, Gabi Schaffner und Geschmäcker) liefern. Ich habe like puke. – Open your mouth, Hans Kellett, 2019; „The Smell Report“, Kate Fox, 2016; „Le Lichen Parfumé“, nachgelesen. In der Literatur nevertheless! – Oh, it tastes like Gabi Schaffner, Julia Drouhin, 2019

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NachtGärtnern III

Rituale und Zeremonien der Nacht 17:57 Uhr, 21. Oktober – 7:45 Uhr, 22. Oktober, 2019. Berlin-Rosenthal

Hello hello hello. Now we can see the green bits on the stream, and Helen should be able to hear us … kd Do you remember what was happening some hours ago, where the gate of this Nachtgarten was open and I stepped in? mlp

I might tell a story about insect eating … ka Speaking of fire: How can we go out and listen to the fire while putting fire to the fire? – Your microphone has the longest cable, so you can make it to the door… and take this walkie-talkie! … aha, we’ve got matches … here’s the walkietalkie. Press that. I am going to stay in here to check the levels. The microphone is here. (Click of mic). gs|kd Wir sollten rausfinden, welche Rituale der Garten für sich selbst hat. Unabhängig von uns. Wir werden einige Nachtspaziergänge durch den Garten machen, und das ist vielleicht eine Möglichkeit zu schauen, was

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der Garten über Nacht treibt, was er für Momente hat, die wir sonst gar nicht erfassen, erkennen, sehen. Für Rituale braucht es natürlich einen Verstand, ein Bewusstsein, aber wer sagt denn, dass Pflanzen kein Bewusstsein haben. ht

In order for us to do what we are doing here at the Datscha garden / In order for us to cook and to see in the dark and to broadcast / And for you to be able to listen / we need power / we need energy / we need electricity // We want to take a moment to give greetings and thanks to all that provides energy / To the tiny plants, animals and algae, maybe even dinosaurs too / We are grateful for the energy you provide // kd

mics and some other sensors, yes. But physically, no! (laughs) For now, I am more interested into these kinds of organic warm sounds of the tree’s leaves, roots, branches. Things that resonate in a very particular way … I am very interested in how they react … to your touch or the touch of other objects. I record this, and I recorded for many hours, inside and outside. In the Botanic Garden in Ljubljana. We came to the Botanical Garden here in Berlin. Not for that purpose, just to get them to know them better.

– Brane, do you know this flower here, which is placed between us? No, don’t touch it, don’t! gs|bz

I have heard about these huge old Sicherlich war das am erstaunlichsten, was sich aus der Nuss, trees that are hollow on the inside. When you compose from in- einer Walnuss, herausschälte. side the tree, do you go inside the Ein Kern, der, sobald man die Hand um ihn schloss, zu vibrieren tree? (laughs) – With the contact Datscha Radio 2019/2020


o Zu schnell für die Kamera: Ansgar Wilken

Modulierte Mikro- und Makroklänge: Niko de Paula Lefort e

Kat Austens gebackene Käfer für das Mitternachts­ ritual p

Ebis a voluptatur, illabo. Itatis est Der blaue Eisenhut eicaectWerwölfe enectatem vermag in repe vellorum aut Menschen zurück idicipi caturia e zu verwandeln

u Das Nahe klingt so fern: Kate Donovan liest am Walkie-Talkie


begann. Ein Zittern durchglitt die Hand, unsere Hände und ohne Zweifel begann dieser kleine Kern, von einer trock enen, schrumpeligen Haut umgeben, diese abzustreifen, um versponnene Geschichten zu senden. gs

Wolfsbane is added to protection sachets, especially to guard against vampires and werewolves. This is quite fitting, since wolfsbane is also used by werewolves to cure themselves. The seed, wrapped in a lizard’s skin and carried, allows you to become invisible at will. Do not eat or rub any part of this plant on the skin; it is virulently poisonous. gs

shape of human beings, in order to bring on a good harvest in the following year. … But today we are not making human-shaped corn spirits, we are making beetle-shaped corn spirits. So, I have got a mixture that’s quite spongy … no, springy, to the touch … and it’s a little bit floury on the outside … and I am going to start to make some beetles from it. ... Now we’ve got them lined up on the baking tray, … so we have one two three … seven, we have seven beetles. Seven is the magic number! 280 degrees, in the middle of the oven. In the meantime, we’ will talk about why on Earth we are baking beetles. ka

ecosystem and how we’re doing, and I was thinking about the serious decline that we know of in insect populations around the world, … but also the increases in pesticides and, in some cases, a lack of food, and I thought the thing we maybe should be thinking about is not thinking about our own well-being in terms of food provision – which of course, we see insects is the final answer to – but we should be thinking about replenishing the earth, so all the various entities within it can flourish.

And what we are going to do with the beetles when they are finally baked, is try to summon some real beetles with whom to share our beetle bread. ka

Here comes a story (a nut is Und jetzt kommt das Kaffeepulver! cracked). There is something in Assistenz, ich brauche einen it … it’s like a big brother and Kaffeefilter! Ich bringe Euch ein a little sister. He is very big and Nachtritual aus Finnland. looks over the rim of the shell, Ich war letzte Woche dort auf and the other is … zerbrochen einer Recherchereise in meiner Ansgar, hast du spezielle Aufsteh­ und klein. – That’s a sad story! She Großelterns Fußstapfen. Die rituale? – Na, mir fällt gerade auf, is so small and already broken heißen Mauna Mathias Mattila dass die stark ritualisiert sind. … What will happen with these und Kirsti Killi Kiruusta. Ich hatte Das geht schon damit los, dass siblings? You could break the big auch mit meinen Onkeln und Tanman nach dem Duschen immer one too. – Should I? – I can pull ten gesprochen. Und als wichauf dieselbe Art und Weise sein him out, the fat brother! And the tigste Nachttradition stellte sich Handtuch benutzt ..., dann other half of the nut is … still heraus, eine sehr wichtige für kommt das Anziehen und dann at home. Breaking the brother’s unsere ganze Bevölkerung dort ist der Kaffee hoffentlich fertig. shell... his prison. – It looks like im Norden: Das Abendkaffee. … Ich muss da immer zwischena big ear! – Mhmmm. – How Jetzt habe ich hier wunderbaren durch hingehen. Muss ihn 6mal does it taste? – Fresh! – Did you Kaffee fertiggekocht und wir anmachen, weil da irgendwas eat the brother first or the sister? könnten einen Kaffee mit meinen kaputt ist. Aber da habe ich mich (Laughter) The sister is still in schönen Ladies aus Datscha dran gewöhnt. – Und wenn Du the house. It looks as if she feels Radio trinken – möchtest Du eine einen anderen Kaffee­kocher good, there, in her little shelter. Tasse? Das ist Nachtkaffee, das kaufst? – Natürlich wollte ich mir kd|ht|gs

geht in kleine Tasche [Tasse]. nlb

I am going to bake some little corn Corn spirits are mostly represented spirits for this evening. And the in human shape, as a baked corn spirits are going be used dough, and this is a tradition as an offering for some beetles. strongly tied up with harvest and Historically, traditionally, corn seasons, the replenishment of the spirits were baked from the last earth and hope for the future. So corn of the last harvest in the I thought a little more about the 26 —

einen kaufen, aber ich dachte mir, ich lass es so, denn irgendwie ist das ja auch so ein ritualisiertes Ding. Es funktioniert noch. – Und was würde passieren, wenn die Handlungsabfolge unterbrochen wird. – Also das Schlimmste ist keine Milch! – Was passiert dann? gs|aw Datscha Radio 2019/2020


o Marold LangerPhilippsens Hand über dem Sampler während „Maschkera“

Kate Donovan mit Ela Spalding im Gespräch über ihr Projekt „Sundown“ e

u Finnischer Abendkaffee mit Niina LehtonenBraun und Helen Thein

Gabi Schaffner und Peggy Sylopp beim morgendlichen Hörspaziergang e

Kat Austen (r.) nach dem Käferritual: Plauschen an der Feuertonne


How different is the sound of a root from the sound of a branch? – First of all, it is very hard to get that sound. If there is an outside influence like wind or dramatic change of temperature, then you can hear that, you can catch that. Otherwise, it is a very long steady process of this transition, of these different states I believe … basically I didn’t find any difference in those elements that you mentioned, but when recording, or touching or bumping or drumming softly, maybe just with your fingers on different plants, there is a huge difference. – So, you are using the plants as an instrument? – Actually, yes. At the moment I am using them two ways. First is my interaction with them, with the microphone or piezos or condenser or dynamic microphones whatever; and the other is like sensing them, leaving the microphones open without intervention. And just standing and waiting. gs|bz Dann … mein Mund, der trocknet dann so aus, weil ich mich ärgere, weil ich weiß: jetzt muss ich ohne Kaffee zu trinken aus dem Haus. Was ganz schlimm ist. Der Späti ist keine 10 Minuten entfernt, aber da muss man dann hin. – Du würdest den Kaffee nicht ohne Milch trinken? – Auf keinen Fall! – Das geht nicht? Also ich habe mich damit abgefunden. Ich nehm alles. Ich nehm‘ auch Wasser oder Zimt, egal. Nur, ich kann nicht raus, ohne Kaffee. – Das ist es ja. Aber ohne Milch, das geht nicht. Das ist es dann auch nicht wert. Dann ärgert man sich ja eine Stunde lang, weil die Milch fehlt. – Du trinkst eine Stunde lang Kaffee? – Ja, immer so ganz kleine Schlucke

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in ganz kleinen Tassen. – Das ist interessant, wenn so ein Ritual unterbrochen wird ... – Ja, dann kommt man aus dem Konzept. Dann ist man nämlich nicht mehr so avantgardistisch, wie man behauptet zu sein. – Sondern atavistisch. – Ja, oder überhaupt irgendwas mit -istisch. Solange man nicht nationalistisch ist nach dem Aufstehen, ist das alles noch okay. gs|aw

To the wind, over land and over sea We are grateful for the power that you give us. To the water, in its many forms – oceans, rivers and tides – We are grateful for your force. And of course to the sun’s rays, close to our radio hearts, We are grateful for your energy. kd You should be in the right position to listen, as comfortable as possible. Because it’s really through the listening that the piece evolves a lot, attuning to the sounds. There is as much happening in what I am doing as what is happening in your focus (when you are listening). npl

When we do these NightGardening sessions we like to have a sound that we return to every now and again, to ground the idea and the theme of the night. Maybe you can explain a bit about your work “Sundown”? – It just occurred to me that the first time I made “Sundown” it was also installed in a garden, in Almería, in Cuba. And the name “Sundown” in Spanish is “ocaso” which is basically “sunset time” or “bedtime” for the little babies. The piece was created when I had my son, he was seven months old and I became very sensitive and reflective on society and seeing people around me that … ehm … The routine of bringing my son to sleep felt like something I would like someone to do for me. First of all, how nice is it if someone sings you to sleep and helps you to calm down at the end of the day? And I observed a lot of people in the street that I thought “they could use a lullaby or a short story” (laughs) and maybe they couldn’t have that enough in their lives, you know. kd|es

“Are you awake, b­ eloved sister?” js

And also, it comes from the thought that we are overwhelmed with information and digital inputs all the time and there are rarely spaces just to rest and reflect and kind of come down… (Rustling and chirping) Here they in between the day or night or are! We can hear them coming! whenever. So it was designed There are so many different types! I don’t know their German or created with this reflection. Specifically, lullabies have this names, but they are all coming point of mourning and also of and they are quite interested being outside. So it was a very in the bread! … Goodness, big point for me, this mourning goodness! It’s absolutely beetles-­ nature, and creating a space for bonkers out here! ka Datscha Radio 2019/2020


that. Like acknowledging the things that are happening… like the environmental crisis. es “Why do I whisper when you and I are eternally joined? I can hear your soft inhalations, softer exhalations, can almost feel your eyes fluttering beneath their lids. Why do I whisper if all I have to do is gently shift my half of the weight, caress your legs with mine, wrap my arms around you?” js

If you have the feeling that this might be the night of the night in this special night garden… and this is the night garden, but not just the Nachtgarten. No, it is not just the night garden. NO… or: Maybe YES! Maybe it is just a… Nachtgarten. Yeah, could be. A Nachtgarten. Or is it also sometimes that you have a day garden in fact? Also, nicht nur ein Nachtgarten, sondern auch einen, ja, einen Taggarten? Nachtgarten. Nachtgarten und Taggarten. Einen Garten rund um die Uhr. 24 Stunden-Garten.

The work was installed in this ­garden as an ongoing loop of three hours, almost four hours How is that? A 24 hours garden. of these lullabies, flowing, but 24 hours/7, twentyfour hours interrupted with stories every seven garden. Nachtgarten. little while. And these stories I A twenty-­four-hours-sevencollected through an open call garden all around through the and they are basically stories whole year. It is something, is it about the Natural History, pressomething you can imagine? It is ent and future of Cuba, in this imaginable. A 24/7 three hundred case. But the idea of the project and sixty-five plus ten. Or even is that it can be anywhere, in any better: 20, 30, 40. mlp location. So, to have a space where you “And the witches can rest and just kind of zone out will be purified from with the sound; and then write all their deeds.” ah these stories about resilience actually. These are stories that Many entities work together to are very circular and they don’t power this garden house: our ra… even the future ones are not dio studio / They provide energy kind of giving you the feeling for your listening device – your immediately that it’s the end of the world. On the contrary, there radio, your laptop, your phone / And they cool down large servers is a lot of repetition about like hurricanes and tornados and how all over the world so that we may stream (and you may listen) nature will not be destroyed but // We extend our greetings and will adapt. es express our gratitude. kd “But you aren’t just flesh next to Wir stehen unter dem Apfelbaum mine, dear sister. We are one. und die Sonne ist kurz davor How many times do I have to tell aufzugehen. Die Vögel haben you this? You’re being unfair. As eben angefangen zu zwitschern, we came into the world together, das fand ich sehr schön. Diese so, we will leave it together.” js Twilight-Zeit, also die Dämmerungszeit, ist die schönste

Zeit überhaupt … wie der Tag erwacht. Ich liebe diese Farben, die von fast weiß, gelblich über dem rosa Kondensstreifen. Der Mond sieht noch recht hell aus. Wir haben abnehmenden Mond. Ganz weiß ist er und leuchtet ganz besonders. Und auf der anderen Seite hat man diese Helle, auch ein Rosaton, aber anderer Rosaton, auf der noch zu erscheinenden Sonnenseite. ps

And just at the very end. When we almost … wanted to stop, we had the idea that there is a 24/7 365 plus 50-garden. What! What could that be … and yes, we did see … we did see something, we saw some masks, some blue mask with some filter on it and we did try, how that sounds. And there was some trumpet song. Was it? Some trumpet song … I can’t remember now … because there is now this shift between … Nachtgarten … Nightgarden and Already-Morning-Garden. Nachtgarten. So … I don’t know … where this story will end. (Breathing) mlp Wunderschön! Jetzt schauen wir uns an, wie sich die Farben langsam ändern. ps

Stimmen Voices ah Alex Head; aw Ansgar Wilken, bz Brane Zorman, es Ela Spalding, gs Gabi Schaffner, ht Helen Thein, js Joan Schuman, ka Kat Austen, kd Kate Donovan, mlp Marold LangerPhilippsen, nlb Nina Lehtonen-Braun, npl Niko de Paula Lefort, ps Peggy Sylopp

Zitate Quotes „Ligature“, Joan Schuman 2009; „Night Light“, Alex Head 2018

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Listening to the Universe ­ Radiophonien des Alls

Mondaufgang 14:04 Uhr, 11. August – 14:00 Uhr, 13. August 2020 Berlin-Rosenthal



Listening to the Universe – Radiophonien des Alls grounded listening with extended bodies Was bedeutet es, auf das Universum zu hören? Im Fall des Datscha-Radio-Festivals 2020 meinte dieses Hören einen aktiven Vorgang, ein Sich-Einstellen: sensorisch, intellektuell, technisch, materiell, spekulativ und imaginativ. Wenn man das Zuhören auf eine oder alle diese Weisen ausübt, zerschlägt sich die Vorstellung von einem einzigen Universum in der Tat und enthüllt viele Welten, unendliche Möglichkeiten von Zeit, Raum und Perspektiven. Zuhören auf solche Weise ist somit auch ein politischer Akt. Datscha Radio hat oft schon die Schwingungen im Garten und seines Kosmos erforscht: Übertragungen zwischen den Wurzelsystemen, Interspezies-Kommunikationen, chemische Signale, Gemurmel im Untergrund. Die Füße fest verankert in den Netzwerken des Gartens, richteten wir als Hörerinnen und als Radiomacherinnen unsere Aufmerksamkeit während eines Meteoritenregens auf den Himmel und begannen uns einzustimmen auf die räumlichen und zeitlichen Materialitäten von Radio. So geerdet, inmitten der zahllosen (oft winzigen) Übertragungen, die sich ereigneten, wurden in diesen Augustnächten unsere „Hörkörper“ in den Raum hinaus ausgedehnt. Trotz der gebräuchlichen Bezeichnung für Meteore – Sternschnuppen – handelt es sich bei diesen nicht um Sterne, sondern um Vorkommen von Meteoroiden, Mikrometeoroiden, Asteroiden oder Kometenstaub, die beim Eintritt in die obere Erdatmosphäre verglühen. Sie sind Signale einer materiellen Transformation. Meteore

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What does it mean to listen to the universe? In the case of the 2020 Datscha Radio festival, it meant to listen by actively paying attention, by tuning in — sensorially, intellectually, technically, materially, speculatively, imaginatively. By practicing listening in any or all of these ways, the notion of a single universe can indeed be shattered to reveal multiple worlds, infinite possibilities of time, space and perspective. Listening in such ways, then, is also a political act. Datscha Radio has often explored the frequencies in and of the cosmos of the garden: communications between root systems, interspecies transmissions, chemical signals, underground murmurations. As listeners and radio-makers, turning our attention to the sky during a meteor shower, with our feet firmly planted in the garden’s networks, allowed us to further tune into the spatial and temporal materialities of radio. From this grounded position in the garden, from in amongst the many (often tiny) transmissions that dwell there, during those nights in August our listening bodies were extended out into space. Despite the common name for meteors – shooting, or falling stars – they are not actually stars Datscha Radio 2019/2020


Eine Antenne für das All: Marta Zapparoli

o Niki Matita während ihrer Sendung „Sternen­ mädchen und Skyracer“ mit Valeria Merlini

Cobi Van Tonder über fraktale Annäherungen an die Komposition und den Raumklang e

o C-drìk Fermont in den Univer­sen des Afrofuturismus u Elo Masing improvisiert an der Violine für den Garten und das All


können uns das eine oder andere über Fluidität, Pluralität und das Schenken – und darüber zugleich über Radiopraxis – lehren. In ihrer Berührung mit der Atmosphäre erzeugen Meteore Längstwellensignale [VLF = Very Low Frequency] in Form von Licht, gleichzeitig verbreiten sie Radiosignale, deren ionisierte Spuren Funksignale zur Erde zurück reflektieren können. Diese doppelte ‚Stimme‘ der Meteore enthält damit gleichzeitig die Qualitäten von Unterbrechung, Verbreitung und Schöpfung: drei wichtige Eigenschaften der feministischen Radiopraxis.

* „Sono nato molti anni fa, sono stato concepito dall‘universo come reazione chimica. I carboni stellari, generati nelle fornaci nucleari delle stelle, hanno permesso quello che altrimenti sarebbe stato uno sviluppo incompiuto. Sono stato creato dalla polvere delle stelle! Noi, siamo esseri che proveniamo dalla polvere delle stelle!!“ Marta Zapparoli, Sonata Per Eterna (Ausschnitt)

Und als am Abend des 12. August im Garten die Dämmerung heranzog, konnte man Marta Zapparoli dabei zusehen, wie sie ihre 2,5 Meter lange Yagi-Antenne im Gegenlicht auf dem Datscha-Dach auf die Weiten des Himmels ausrichtete. Die Justierung auf die genauen Koordinaten des Raumüberwachungssystems GRAVES in Frankreich erforderte dabei äußerste Vorsicht und Präzision. GRAVES sendet ein Ultrakurzwellensignal [VHF = Very High Frequency] von 143,050 MHz zur Erkennung von Satelliten, Weltraummüll und Meteoren, aber es ist damit ebenfalls möglich, Meteore zu orten, indem das GRAVES-Signal an deren Ionenspur abprallt. Viele Radiokunstpraktiken konzentrieren sich auf das gemeinsame Teilen von Hörerfahrungen. Mittels ihrer Antenne und des Software-Setups ermöglichte Marta es Datscha Radio, den Vorgang des Hörens, um den Empfang von Signalen aus dem Weltraum zu erweitern. Um 23 Uhr öffnete sie für uns den nächtlichen Himmel und weitete unsere Hörkörper über die gegebenen Fähigkeiten hinaus, in das Erspüren unsichtbarer Aktivitäten. Wir konnten der tatsächlichen Materialität des dunklen Alls lauschen, wurden der geräuschvollen Existenz von Weltraummüll gewahr und der von Satelliten – Evidenzen

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at all, but rather the phenomena of meteoroids, micrometeoroids, asteroids or comet dust burning up on entering the Earth’s upper atmosphere. They are signals of material transformation. Meteors can teach us a thing or two about fluidity, plurality, and gifting; they can teach us about practices of radio. Through their transformation, meteors generate VLF (very low frequency) radio signals in the form of light, and simultaneously they are able to propagate radio signals — their ionised trails can reflect outbound radio signals back to Earth. This double radio voice of meteors simultaneously allows for disruption, propagation and generation: three important qualities of feminist radio practice. *

“I was born many years ago, I came from the universe as a chemical reaction. The stellar carbons, generated in the inner nuclear furnaces of the stars, allow what would otherwise have been a failed development. I came from the dust of the stars! We are beings that come from the dust of the stars!!” Marta Zapparoli, Sonata Per Eterna (excerpt)

And as night began to fall in the garden on the 12th of August, Marta Zapparoli could be seen adjusting her 2,5 metre Yagi antenna on the Datscha roof, silhouetted against the twilight sky. It was a careful act of precision, lining it up with the exact coordinates of the GRAVES space surveillance system in France. GRAVES sends a VHF (very high frequency) signal (143.050MHz) in order to spot satellite, space debris, and meteor activity, but it is also possible to detect meteors by receiving the GRAVES signal bouncing off their ionised trails. Many radio art practices are centred around the sharing of a listening experience. With her antenna and software setup, Marta allowed Datscha Radio to further share her listening process, by transmitting the reception of signals from outer space. At 11pm, she opened the night skies for us, Datscha Radio 2019/2020


menschlicher Aktivitäten jenseits der Grenzen unserer Erde. Und gemeinsam warteten wir auf das kurze, sanfte „Piuuh“-Geräusch, das ein Meteorecho erzeugt. Um Mitternacht übernahm Archipel Stations für zwei Stunden den Livestream, und diejenigen von uns, die im Garten anwesend waren, konnten den verschiedenen Klangschichten lauschen – der aktuellen Radioübertragung von Archipel ebenso wie dem Rumpeln des Weltraums über Martas Lautsprecher und den Umgebungsgeräuschen des nächtlichen Gartens – bis wir zwischen 2 und 6 Uhr morgens unsere Meteoriten-Lausch-Wache wieder aufnahmen. Es war eine ausgesprochen ausgedehnte Hörsession, in ihren Anfängen begleitet von pointierter Vorfreude und Erwartung, die sich aber immer mehr entspannte und in einer Art sinnlichem Badens in den unendlichen Ozean der Radiowellen eintauchte. Die Relevanz verschob sich eindeutig auf die Seite des Prozesshaften und nicht auf die eines Ergebnisses. Und dies ist eine weitere Sache, die uns Meteore lehren können – dass ein Prozess an sich bereits spektakulär sein kann und neue Perspektiven zu eröffnen vermag.

* Während unseres 48-stündigen Festivals machten wir uns unter anderem gemeinsam Gedanken über den Klang fallender Sterne, das Zirpen der Materie, das Grollen der Verwandlung. / Wir hörten

enabling us to sense activity that we couldn’t see, to extend our listening bodies beyond the scale of what is humanly perceptible. We could hear the evidence of materiality beyond us in the dark, the presence of space debris, of satellites — the evidence of human activity beyond the realm of the Earth. And together we waited for the short, gentle “pyew” sound, which would signify a meteor echo. At midnight, Archipel Stations took over for a two hour livestream, and for those of us present in the garden, we listened to the layers — of Archipel Stations coming through the radio, the rumblings of outer space coming through Marta’s setup, and the ambient sounds of the night garden — until we resumed our meteor listening vigil between 2 and 6am. It was an extended listening session, which began with a keen sense of anticipation or expectation, but slowly relaxed and settled into a kind of sensory swim within a large pool of radio waves. The importance began to fall quite clearly on the side of process, rather than outcome, which is another thing that meteors can teach us — that process in itself can be quite spectacular, and work towards opening out perspectives. *

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Geigenimprovisationen, die von den Sternen inspiriert waren, die wir am Nachmittagshimmel noch gar nicht sehen konnten. / Wir sprachen von mikrotonalen Stimmungen und erweitertem Hören, von außereuropäischen Kosmogonien. / Wir betraten das Universum der Afrofuturismen, dessen Ökologien und Traditionen. Wir ließen uns von Lichtern, Augen, Planeten, Astrologie und Astronomie und Himmelskörpern durch die Nacht leiten. / Wir führten Gespräche über Radiowellen und über Schallarchäologie, und wir warteten auf ein Signal. / Wir stellten uns eine Zukunft vor, in der die Ätherwellen zur Übertragung menschlicher Emotionen genutzt würden. / Wir trafen Perseus, ein Kellerkind, das in einer Kiste über den Ozean schwebte, Tiere bezwang, Berge erschuf und uns von alten Zeiten erzählte (oder war es ein Maler, ein Mathematiker, ein Diskuswerfer, ein König, eine Lokomotive, ein U-Boot, eine Bibliothek, ein Sternbild?) / Wir übten uns im Horoskope stellen. / Wir unternahmen eine poetische Reise in die Himmel und darüber hinaus, wo Satelliten, Kosmogonien und Sprachen zirkulieren und auf diese oder andere Weisen unsere Weltwahrnehmung prägen. / Wir reisten, indem wir NASA-Missionen zuhörten. / Wir empfingen und sendeten ein Live-Signal des LES-1-Satelliten, als er über uns vorbeiflog. / Wir stimmten uns auf Kompositionen des Alls ein und aus, und ließen uns über das Funkbild eines Wettersatelliten die Geschichte seiner Reise über die Grenzen von Erde, Atmosphäre und ihrer Techno-Geographien hinweg erzählen. / Wir waren Zeugen einer Satellitenséance und poetischer Sternschnuppenkollisionen. / Wir folgten einer Frau auf ihrer geheimen Mission zum Mars. / Wir gingen, mit den fallenden Schnuppen, den gefallenen Sternen, in den Raum der Welt und wieder zurück, in den Raum des Bauches und wieder zurück. / Wir bedachten die Zukunft der Vergangenheit in den Imaginationen von DDR-Science-Fiction-Filmen. / Wir verbanden uns mit den unsichtbaren Kräften der Radiowellen. / Wir nahmen uns Zeit für ein tiefes Durchatmen, während der Mond sich scheibchenweise zu zeigen begann und sein Licht auf uns warf. / Wir trieben durch den ozeanischen Weltraum, jederzeit einen ‚Biss‘ erwartend. / Wir schwangen uns von Makro zu Mikro und konnten – durch achtsamstes Lauschen – beides zugleich erleben. / Und wir kamen zum Ende bei einem Vortrag über Perspektiven der Zeitlichkeit bei Multispezies und Experimenten zur Ausdehnung von Zeit.

Kate Donovan. Übersetzung: Gabi Schaffner

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During the 48hour festival, among many other things, we collectively wondered about the sounds of stars falling, the chirping of matter, the rumble of transformation / We listened to violin improvisations inspired by the stars, the stars we could not yet see in the afternoon sky / We talked of microtonal tunings and expanded listening, of non-European cosmogonies / We went into the universes of Afro-futurisms, in relation to ecology and tradition, and were guided through the night by lights, eyes, planets, astrology, astronomy and stars / We had conversations about radio waves and sonic archaeology, and we waited for a signal / We imagined a future where the airwaves are used to transmit human emotion / We met Perseus, a basement dweller, who floated in a box over the ocean, overcame beasts, created mountains, telling us about the old times (Or was it a painter, a mathematician, a discobolus, a king, a locomotive, a submarine, a library, a constellation?) / We practiced horoscoping / We took a poetic journey to the sky and beyond, where satellites, cosmogonies and languages circle around and shape the ways we perceive the world / We travelled by listening to NASA missions / We received, and shared, a live signal from the LES-1 satellite as it passed overhead / We tuned into/out of musical compositions for outer space, and attended to the story of a radio-image as it traversed the bounds of the Earth’s surfaces, atmospheres and techno-geographies / We witnessed a satellite séance, and how falling stars & shooting stars can collide in a cosmic poetics / We followed someone on their secret mission to mars. / We went, with falling stars, with failing stars, to space and back, to the belly and back / We contemplated futures past, through the imaginations of GDR science fiction films / We connected to the invisible forces of radio waves / We took a moment to breathe through the shift into the moon’s turn to shine its light on us / We floated in the vast pool of space, waiting for a bite / We tuned from macro-micro, and yet – through careful attention – were able to experience both at the same time / We drew to a close by listening to explorations of multispecies temporalities and experiments in time dilation… Kate Donovan

Datscha Radio 2019/2020


Kata Kovács auf der Spur des LES-1Satelliten e

„Listening to the Stars“, eine Lesung von Salome Voegelin p Rosanna Lovell bei ihrer Sendung „Composing for Outer Space” e

u Marta Zapparoli beim Aufbau für „Echoes from Outer Space“

Sasha Engelmann sendet eine Satelliten-Séance aus Stuttgart e

Galaxien mit Sellerie- und Zimtgeschmack: Jasmina Al-Qaisi, Helena Otto mit Tim Schleinitz t


Datscha Radio 2019/2020


Nachwort

Epilogue

Radio with ­background noises

Radio mit Neben­ geräuschen „Radiokunst ist das, was die, die sie machen als solche für sich definieren“, so Sarah Washington, Mitbegründerin von Mobile Radio und Gast bei Datscha Radio. Meinem Einwand, dass das eine sehr allgemeine Definition sei, widerspricht die Radiokünstlerin aus London, die lange schon an der Mosel zu Hause ist, vehement. Es ginge ihr nicht darum, alles Mögliche unter das Label Radiokunst zu kehren, sondern darum, den Akteur*innen selbst zu überlassen, was sie unter Kunst verstehen. Wir bauen in der sommerlichen Hitze des 29. August 2019 gemeinsam ein Zelt auf, für den Schlaf nach der Nacht des Nachtgärtnerns. Die Aktionen von Datscha Radio sind immer auch Orte der Begegnung – on Air und im Garten. Wir werden in dieser Nacht noch gemeinsam Wein trinken, einer Tänzerin zuschauen, die von einem Duftapparat dirigiert wird, uns über fallende Äpfel erschrecken und über das nächtlichen Panorama staunen, das sich Stunde um Stunde verändern wird. Im Garten verteilt stehen auf Klapptischen kleine Kofferradios, um die sich die zahlreichen Gäste der Nacht versammeln. Sie sind gekommen, um sich die

“Radio art is what the people who make it define it as”, says Sarah Washington, co-founder of Mobile Radio and guest of Datscha Radio. My objection to that definition being very general is vehemently rebuffed by the London-born radio artist, now long at home on the Moselle River. She is not interested in applying the radio art label to any and everything, but rather in leaving it up to the protagonists themselves to set their own understandings of art. In the summer heat of August 29, 2019, we set up a tent together to sleep after a night of radio gardening. Datscha Radio’s activities are always also spaces of encounter – on air and in the garden. This night we drink wine together, watch a dancer being directed by a fragrance-emitting contraption, are startled by falling apples and marvel at the nightly panorama – changing with the hours. In the garden, small portable radios had been set out on folding tables, around which the numerous night guests gather. They’ve come to watch the live performances. They listen to the radio whenever pre-produced material is playing, chat with each other, and enjoy the evening’s atmosphere with us. Those listening in on radios away from the garden hear voices, lips smacking, corks popping, electronic sounds, birdsong, footsteps... what they don’t hear is the weather forecast, traffic or any other news, nor any explanations. There are none of the usual broadcasting formats and (it seems) — 39


Liveperformances anzusehen. Sie hören dem Radio zu, wenn Vorproduziertes läuft, plaudern miteinander und genießen mit uns die nächtliche Atmosphäre.

no broadcasting schedule. The conventional rules of radio broadcasting have been abolished. Is this still radio? Is it art?

Die, die an Radiogeräten außerhalb des Gartens lauschen, hören Stimmen, Schmatzen, Korkenknallen, elektronische Klänge, Vogelgezwitscher, Schritte ... Sie hören keinen Wetterbericht, keine Verkehrs- oder sonstigen Nachrichten, keine Erläuterungen. Es gibt keines der üblichen Sendeformate und (scheinbar) keinen Sendeplan. Die konventionellen Regeln des Radioprogramms sind aufgehoben. Ist das noch Radio? Ist das Kunst?

First and foremost, it is an invitation to listen. Datscha Radio considers the garden a metaphor for radio-making itself. Datscha Radio has taken the garden’s own life – the communications of the organisms living within it, along with the cycles of non-human entities – and transposed it into a culture of broadcasting.

In erster Linie ist es eine Einladung zum Zuhören. Datscha Radio begreift den Garten als Metapher für das Radiomachen selbst. Das Eigenleben des Gartens, die Kommunikationen der darin lebenden Organismen und die Zyklen auch der nicht-menschlichen Existenzen hat Datscha Radio auf eine Kultur des Sendens übertragen. NachtGärtnern war das Experiment, sich als Mensch auf die Rhythmen und Geschwindigkeiten des Gartens einzulassen. Was passiert, wenn die – im Rundfunk üblicherweise herrschende – Taktung der Zeit ignoriert wird? Wenn dem Fluss des Sendens Raum gegeben wird? Dann dehnt sich Zeit aus. Wer minutenlang einer Nachtigall zuhört oder den Regentropfen, die auf ein Terrassendach fallen, fällt selbst aus der Zeit. In anderen Momenten zurrt sich die Zeit zusammen, wenn etwa mehrere Stimmen gleichzeitig ineinander reden. Klangfelder verdichten sich zu Collagen oder verdünnen sich zu einem stillen Raum, der akzentuiert wird von nur wenigen Tönen oder Stimmen, die mit der Müdigkeit immer langsamer sprechen. Gedanken geraten in einen Zeitlupenmodus oder stehen auch mal still. Während die Aufhebung von Zeitvorgaben zu den Elementen von Datscha Radios Sendekonzept gehört, ist ein anderes Phänomen unberechenbar, aber immer anwesend. Denn Radio aus und in einem Garten zu produzieren ist ein Wagnis. Wer den schallgeschützten Raum des Radiostudios verlässt, lässt sich auf Nebenund Hintergrundgeräusche ein, auf Störungen, kurz: auf den akustischen Einfall der Welt. Das kann inspirierend sein. Es kann aber auch nerven, wenn etwa der Rasenmäher der Nachbarin in ein Interview fährt oder der Nachbarshund nicht aufhören will, ihm unbekannte Menschen zu begrüßen. Ein zugangsoffenes Radiostudio im Freien lässt sich auf die Welt in allen ihren akustischen Zumutungen ein. Radio aus dem Garten ist schmutzig und duftet zuweilen betörend. Denn Klänge können in vielfältiger Weise die Synapsen anregen.

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NightGardening was an experiment of humans becoming involved with the rhythms and tempos of the garden. What happens if the stricture of time – usually the norm in radio – is ignored? If the flow of broadcasting is given space? Then, time expands. Anyone who listens to a nightingale over minutes, or to raindrops falling on a terrace roof, falls out of time themself. In other moments, time coils up, for example, when several voices are speaking into one another simultaneously. Sound fields condense into collages, or thin out into quiet spaces accentuated by just a few notes or voices – which speak ever more slowly as tiredness sets in. Thoughts go into slow motion, or at times even stand still. While the suspension of time is one of the elements of Datscha Radio’s broadcasting concept, there’s another phenomenon which is unpredictable but ever-present. Producing radio from and in a garden is a daring gamble. Anyone who leaves the soundproofed room of the radio studio is exposed to ambient and background noises, to disturbances, in short, to the acoustic prevalence of the world. It can be inspiring, but it can also be annoying when, for example, the neighbour’s lawnmower drives through an interview, or next door’s dog won’t stop greeting people it doesn’t know. A publicly-accessible, outdoor radio studio is open to the world in all of its acoustic impositions. Radio from the garden is dirty, and sometimes has a whiff of the beguiling. Sound can stimulate the synapses in a multitude of ways. Sometimes, the environment’s influence becomes all too great. On August 12, 2020, the midday heat forced us to shut down all our equipment for 20 minutes. The technology had melted away; the radio had fainted. For a moment there were only the plants, the shimmering heat, and the people Datscha Radio 2019/2020



Mitunter ist der Einfluss der Umwelt auch zu gewaltig. Am 12. August 2020 war es die Mittagshitze, die uns zwang, für 20 Minuten alle Geräte herunterzufahren. Die Technik war kollabiert, das Radio hatte sich in eine Ohnmacht verabschiedet. Für einen Moment gab es nur die Pflanzen, die flirrende Hitze und die Menschen – ein wortwörtlicher Flurfunk zwischen Hollywoodschaukel und Apfelbaum. Radio aus dem Garten offenbart die Fragilität des Mediums. Diese Verletzlichkeit auszuhalten und mit ihr kreativ umzugehen, sie gar als Inspiration anzuerkennen, gehört zu den Quellen von Radiokunst. Datscha Radio hat in den letzten Jahren zahlreiche Künstler*innen eingeladen, sich auf diese Wagnisse einzulassen. Viele Performances, Gespräche, Klangereignisse, Gedankenexperimente und Begegnungen fanden unmittelbar im und um das Gartenstudio statt. Die Flüchtigkeit des Mediums Radio lässt sich allerdings nicht einfangen, die Livesituation ist nur in der Echtzeit des Sendens zu genießen. Datscha Radios Audioarchiv auf Mixcloud bietet daher eine Auswahl an aufbereiteten Sendungen, unsere Webseite informiert über alle Künstler*innen und Mitwirkenden einschließlich ihrer jeweiligen Beiträge, und auch die Resümees unserer radiophonen Nächte lassen sich dort detailliert nachlesen. Die vorliegende Dokumentation ist als ein Echo gedacht, fixiert in sprachlichen Momentaufnahmen und formuliert aus dem Nachhall der Erinnerung. Radiokunst, das habe ich inzwischen begriffen, ist unbedingte Gegenwart, die nicht allein vom Menschen definiert wird.

– ‘listening to the grapevine’ between the porch swing and the apple tree. Radio from the garden reveals the fragility of the medium. Enduring this vulnerability and dealing with it creatively, even recognising it as inspiration, is one of the sources of radio art. Over the years, Datscha Radio has invited numerous artists to make that gamble. Many of the performances, conversations, sound events, thought experiments and encounters took place directly in and around the garden studio. The transience of the medium of radio cannot be captured though; the live situation can only be enjoyed in the real time of broadcasting. Datscha Radio’s audio archive on Mixcloud thereby offers a selection of edited broadcasts. Our website provides information about all of the artists and their respective contributions, and summaries of our radiophonic nights can be read in detail. This present documentation is intended as an echo, preserved in linguistic snapshots and distilled from the reverberations of memory. Radio art, as I have come to understand, is an unconditional present; one that is not fully ours to define. Helen Thein. Translation: Hans Kellett

Helen Thein

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Datscha Radio 2019/2020



Künstler*innen und ­Teilnehmende im Garten 2019 und 2020

Artists and performers on-site in 2019 and 2020 Numbers indicating the respective event: NachtGärtnern I = 1 NightGardening II = 2 NachtGärtnern III = 3 Listening to the Universe = 4

Ally Bisshop (4) allybisshop.com Ansgar Wilken (3) ansgarwilken.bandcamp.com Archipel Stations (4) archipel.community/radio Brane Zorman (3) cona.si/team C-drík Fermont (4) syrphe.com Caroline McMillan (mit | with programmer Isabelle Wei; dancer Lena Kilchitskaya) (2) dblp.org/ pid/220/7640.html

Christy Spackman (2) christyspackman.com Cobi Van Tonder (4) otoplasma.com Ela Spalding (3, 4) elaspalding.com Elo Masing (4) soundcloud.com/elo-masing Gabi Schaffner (1, 2, 3, 4) schaffnerin.net Helen Thein (1, 2, 3, 4) zzf-potsdam.de/de/mitarbeiter/helen-thein-peitsch

Jasmina Al-Qaisi and Helena Otto (2, 4) jasminescu.com

JD Zazie (1, 4) jdzazie.tumblr.com/me Jodi Rose (4) singingbridgesmusic.bandcamp.com Kat Austen (3) katausten.com Kate Donovan (1, 2, 3, 4) mattersoftransmission.wordpress.com

Katt Hernandez (1, 2) katthernandez.net Kovács/O‘Doherty aka Kata Kovács and Tom O‘Doherty (4) kovacsodoherty.com

Leonie Roessler (1, 4) leonieroessler.com Lukatoyboy (1) lukatoyboy.net Marold Langer-Philippsen (3, 4) ml-philippsen.org

Marta Zapparoli (4) martazapparoli.klingt.org 44 —

Mat Pogo (1) burpenterprise.com/burp/units/­mat-pogo

Mobile Radio aka Knut Aufermann & Sarah Washington (2) mobile-radio.net

Niina Lehtonen-Braun (3) niina-lehtonen-braun.com

Niki Matita (1, 2, 4) mixcloud.com/minimatika Niko de Paula Lefort aka nikoLFO (3) nikolfo.com

Nin Kuna (4) Peggy Sylopp (3) peggy-sylopp.net Rosanna Lovell (1, 4) mixcloud.com/rosannaL Salomé Voegelin (4) salomevoegelin.net Sasha Engelmann (4) sashaengelmann.com Tim Schleinitz (4) torial.com/tim.schleinitz Tina-Marie Friedrich (2) allgirls-berlin.org Tiger Stangl (2) soundcloud.com/allgirls-berlin Walter Schulze (1) editionschulze.bandcamp.com

Open Call & ­Vorproduktionen

Preproductions D ­ atscha Radio (PP) Alex Head (3), Alice Pamuk (4), Ana Berkenhoff aka Eva Geldes (2, 3), Anna Friz & Absolute Value of Noise (4), Anna Friz & Emmanuel Madan (4), Anne Lepère (4), Anna Stereopoulos (4), Asli Kobaner (3), Ava Grayson (4), Bea Xu (4), Beate Goerdes (4), Boris Chassagne (60 Secondes Radio) (3), Brainquake (4), Catenation (Sylvia Hinz, Jeanne Strieder) (4), Chelidon Frame (3, 4), Christian Kesseler (4), Christine Niehoff (4; PP by Helen Thein), Cio D’or (4), Constantine Katsiris (4), CWCH collective (4), Das unpreetzise Klang-Labor (4), David Rothenberg (1; PP by Gabi Schaffner), Diana Duta/Julia E Dyck (4), Felicity Mangan (1), Feline and Strange (4), Flora Könemann/Margarethe Maierhofer-Lischka/ Nacht_Egal (4), Frau Kraushaar (4), Gabriela & Cristian Fierbinteanu (2), Gayil Nalls (2), Hairs Abyss (4), Hakan Lidbo (2), Hans Kellett (2; PP by Gabi Schaffner), Henry Gwiazda (3), Hermann Bohlen (3), Ian Stenhouse (2), Irene Peréz Hernández (4; PP by Gabi Schaffner), Jackie Datscha Radio 2019/2020


Apple (4), Jacob Moginot (3), Jaripekka Koho aka Tulasi (3, 4), Jim Cheff (4), Joan Schuman (3, 4), Jonathan Frigeri (4), Julia Drouhin (2, 3), Julian Scordato (4), Karen Chalco (4), Kontaktofon aka Steve Transcoder (2), La Claud (4), Lazy Lizzie & The Taxi Boat (4), Lena Trianti (4), Leon Twardy (3), Lydia Ang (4), Lynlee (4), Maria Blue (3), Mark van Tongeren (2), Martyna Poznańska (3), Massimiliano Viel (4), Mathias Völcker (1), Nicolle Schatborn (2; PP by Niki Matita), Niki Matita (3; PP), Roberta Perzolla (3; PP by Niki Matita), Ruta Vikauskaite (4), Sebastian Ernesto Pafundo (4), Sebastiane Hegarty (4), Singlust e. V./Erika Eckhardt (1), Sista Golden Bee and Steve Transcoder (4), Sjoerd Martens (2), Sylvain Souklaye (2), Tiger Stangl (4), Topp & Dubio (4), Trihn Lo (4), Ubu Kung (4), Udo Noll (1), Victoria Keddie (4), Vladimir Kryuchev (4), Weijing Xiao (4), Yoojin Lee & Guiseppe Termine (3).

Gemeinschaftssendungen und Netzwerke

Collaborative broadcasts and networks Wir bedanken uns herzlich für die großzügige Sende­ zeitüberlassung der Freien Radios Berlin Brandenburg. Die Sendungen von Datscha Radio wurden 2019 und 2020 teilweise oder ganz übernommen von | We would like to warmly thank Free Radios

Berlin Brandenburg for their generous dedication of transmission time. Datscha Radio’s 2019 and 2020 programmes were broadcast either in part or in their entirety by:

was additionally broadcast within the framework of World Feminist Radio Day, October 21, 2019. Ausgewählte Ausschnitte von Datscha Radio werden seit 2019 als einstündige Sendungen für Tesla.fm, Barcelona editiert, abrufbar unter teslafm.net/en/datscha-radio/. Tesla.fm ist eine Community-Radio­station mit ­Schwerpunkt experimentelles Radio unter der Leitung von Shak Benavides. | Since 2019, ­selected

broadcasts of Datscha Radio have been edited for one-hour transmissions on Tesla.fm, Barcelona, accessible under teslafm.net/en/­datscha-radio/. Tesla. fm is a community radio station under the direction of Shak Benavides, with a focus on experimental radio.

Zusätzliche Klang­ kunstproduktionen

Complementary ­sound-art ­productions Aus den archivierten Sendungen entstanden im Auftrag von Cashmere Radio die Radiokunstcollagen „Nachtgartenkosmos“ (© Gabi Schaffner, 2020) und im Auftrag von Kunstradio des österreichischen Senders Ö1 „Datscha Radio – ein Radiogarten“ (© Gabi Schaffner, 2020). | The radio art collage “Nachtgar-

tenkosmos” (© Gabi Schaffner, 2020) was created for Cashmere Radio from the archived broadcasts; as was “Datscha Radio – ein Radiogarten” (© Gabi Schaffner, 2020), for the radio art division “Kunstradio” of Austrian broadcaster Ö1.

Archipel Stations (Berlin), Colaboradio (Berlin), Freies Radio Neumünster, frrapó (Potsdam), Ohrfunk (Berlin), Pi Radio (Berlin), Radio Blau (Leipzig), Freirad (Innsbruck/AUT), Radio Corax, (Halle/Saale), Radio free FM (Ulm), Radio Helsinki (Graz/AUT), Radio Lora, (Zürich/CH), Radio Orange94.0 (Wien/AUT), Radio Słubfurt (Frankfurt/ Oder), Resonance Extra (Brighton/UK), SoundArt Radio (Devon/UK), Studio Ansage (Berlin). NachtGärtnern III wurde außerdem im Rahmen des Internationalen Tages des feministischen Radios am 21. Oktober 2019 übertragen. | NightGardening III

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Impressum

Imprint Datscha Radio | Gabi Schaffner Turiner Straße 5, 13347 Berlin Web: datscharadio.de Mail: info@datscharadio.de Konzept und Organisation von „NachtGärtnern I–III“ und „Listening to the Universe – Radiophonien des Alls“ | Conception and Organisation of

“NightGardening I–III” and “Listening to the Universe – Radiophonien des Alls”: Gabi Schaffner, Helen Thein, Kate Donovan, Niki Matita Festivalassistenzen Festival Assistants Sendeablauf Schedule:

Salome Bühler, Tina-Marie Friedrich Technik Tech: Jasmine Guffond, Tim Schleinitz, Valeria Merlini Technische Unterstützung | Technical support

Colaboradio (Berlin) Streaming Support: Udo Noll, aporee.org; Marold Langer-Philippsen, radiolada.net Texte Texts

Gabi Schaffner, Helen Thein, Kate Donovan Übersetzungen Translations

Hans Kellett, Gabi Schaffner

Social Media https://www.facebook.com/datscharadio.de/ https://www.instagram.com/datscharadio/ https://twitter.com/datscha_radio https://www.mixcloud.com/datscharadio17/ Urheberrechte Copyright Policy Datscha Radio ist ein nicht-kommerzielles Kunstund Kulturprojekt. Das Copyright für alle Texte und Bilder bleibt bei den Künstlerinnen und Künstlern. Das rechtliche Modell, das wir anwenden ist cc-bync-nd 3.0, Creative-Commons-Lizenz. | Datscha

Radio is a non-commercial art and culture project. The copyright for all included texts and images remains with the artists. The legal model we apply is cc-by-nc-nd 3.0, Creative Commons License (see http://creativecommons.org/learn/licenses). Förderer Supporters „Listening to the Universe – Radiophonien des Alls” wurde gefördert durch das Amt für Weiterbildung und Kultur, Berlin-Pankow, vom Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch die Hans und Charlotte Krull Stiftung. | “Listening

to the Universe – Radiophonien des Alls” was supported by the “Amt für Weiterbildung und Kultur”, Berlin-Pankow; by Musikfonds e. V. funded by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media; and by the Hans and Charlotte Krull Foundation.

Gestaltung Graphic Design

Tiger Stangl, tigerworx.de Redaktion Editorial

Gabi Schaffner, Helen Thein Bildbearbeitungen Image Editing

Elmar Söllner, beworx.de Collagen Collages: Gabi Schaffner Bildnachweise Photo Credits

Gabi Schaffner, Helen Thein. Except: p. 37, Salome Voegelin; p. 33, Niki Matita with Valeria Merlini, Elo Masing’s violin by Andreas ­Fertig/ready­media;­p. 35, self-portrait by Sasha Engelmann; p. 37, Marta Zapparoli by Tina-Marie Friedrich Druck Printed by: Pinguin Druck GmbH, Berlin Auflage Number of Copies: 500

Datscha Radio. Berlin, 2020. 46 —

Datscha Radio 2019/2020




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