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Chloral. Benzpyren und Busulfan. Carbazon und Benzofuran. Acetaldehyd und Treusulfan. Parathion und Auramin. Cocamid Diethanolamin, Radon, Phenacetin und Chrom. Isopropanol und Azathioprin. Polychloriertes Biphenyl. Beryllium und Myleran. Cadmium und Ciclospurin. Chlornapzin und Butadien. Erionit und Ethylenoxid. Cristolit und Tamoxifen. Die Statistik trifft keine Aussagen über den Einzelfall. Hier ist einer: Die Mutter meines Vaters starb an Krebs, als er fünfzehn war. Ich habe ihn nie danach gefragt. Von sich aus hat er nie etwas erzählt. Es gibt ein einziges Foto von ihr und etwas Geschirr - zwei kleine Tassen aus Ton, eine Kristall- Karaffe das ist alles. Kurz nach ihrem Tod hat er angefangen zu rauchen, fast zwei Schachteln am Tag. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Tschernigiv, das ganz in der Nähe von Tschernobyl liegt, das am 26. April 1986 weltberühmt werden sollte. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt gerade siebzehn, trug seine Haare lang und offen und hörte mit seinen Freunden Mashina Vremeni, Nautilus Pompilius und Kino. Viktor Zoi, den Sänger von Kino, machte der Song "Хочу перемен" (Ich will Veränderungen) zum russischen Prince und verkündete gleichzeitig den nahenden Zerfall der Sowjetunion. Meine Mutter kam am 26. April 1967 in Lugansk (in der Nähe von Donezk) zur Welt. ʼ86 war sie neunzehn Jahre alt. Mein Vater machte sein Technikum in Lwiw (dem heutigen Lemberg) und meine Mutter studierte dort ein paar Semester Psychologie. Als meine Eltern sich 1990 kennenlernten, hatte meine Mutter schon ein Kind - meine Schwester - und eine gescheiterte Ehe

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