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Israel

und Palästina Land der Gegensätze


Israel und Palästina Land der Gegensätze

crazeebee


Kirsten Streitberger ist Fotografin und lebt in London. Das Jahr 2009 verbrachte sie zum größten Teil in Israel. Per Zug, Bus, Auto, Motorrad, Taxi und zu Fuß bereiste sie alle Ecken des Landes. Sie kletterte im Morgengrauen hinauf zur Festung Massada und schwamm im Toten Meer, überquerte Checkpoints, verlor mehrmals beinahe ihre Kamera und begegnete unzähligen wunderbaren Menschen. Dabei lernte Sie ein Land kennen, in dem die Spuren einer jahrtausendealten Geschichte allgegenwärtig sind und das sich doch immer wieder neu erfindet. Ein Land, das sowohl in seinen Landschaften wie auch in seinen Kulturen so vielseitig ist wie kaum ein anderes. Eine Auswahl der hierbei entstandenen Fotos wurde in diesem Buch zusammengefasst. Sie soll dem Betrachter einen Eindruck von diesem einzigartigen Land der Gegensätze vermitteln.


Israel

und Palästina Land der Gegensätze von Kirsten Streitberger


Israel (hebr.: ‫ מדינת ישראל‬Medinat Jisra‘el, arab.: Isra‘il) wurde 1948 gegründet. Mit nur 22.072 Quadratkilometern ist es einer der kleinsten Staaten der Welt. Es liegt an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und Afrika. Von Norden nach Süden misst das Land 470 Kilometer. Die breiteste Stelle in Ost-West-Ausdehnung beträgt 135 Kilometer, die schmalste nur 15 Kilometer. Der niedrigste Punkt des Landes ist das Tote Meer mit 418 Metern unter dem Meeresspiegel und der höchste Punkt ist der Berg Hermon mit 2248 Metern. In Israel herrscht gemäßigtes bis tropisches Klima. Seine Nationalparks bieten einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren Heimat. Israel hat etwa 7,4 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von ca. 305 Einwohnern pro Quadratkilometer. Über 75 Prozent der Einwohner sind Juden, weitere 20 Prozent sind Muslime und die verbleibenden 5 Prozent setzen sich aus verschiedenen anderen Konfessionen zusammen. Die Geburtenrate ist mit 2,75 Geburten pro Frau die höchste unter den Industriestaaten. Auch die Lebenserwartung in Israel zählt zu den höchsten der Welt. 92 Prozent der Israelis leben in Städten. Die größten Städte sind Jerusalem, Tel Aviv-Yafo, Haifa, Rishon LeZion und Ashdod. Die Landessprachen sind Hebräisch und Arabisch. Männer und Frauen leisten drei beziehungsweise zwei Jahre Militärdienst. Die Währungseinheit in Israel ist der Neue Schekel (NIS), der in 100 Agorot aufgeteilt wird. Die wichtigsten Industriezweige sind die Hightech-, Rüstungs-, Chemie- und Atomindustrie sowie die Nahrungsmittelproduktion. Pro Jahr kommen ca. 1,9 Millionen Besucher nach Israel, um die heiligen Stätten des Landes zu besuchen oder um die Strände und das Nachtleben zu genießen.

Ein Koscher-Zertifikat bestätigt, dass alle Speisen in diesem Restaurant koscher sind (l.).


Galiläa und der See Genezareth Galiläa (hebr.: ‫ הגליל‬Ha Galil, arab.: al-Jalil) ist die nördlichste Region Israels und wird in Obergaliläa, Untergaliläa und Westgaliläa aufgegliedert. Der Großteil Galiläas ist sehr felsig, doch dank relativ üppiger Niederschläge und einer Vielzahl kleiner Flüsse ist diese Gegend eine der grünsten des Landes. Das ist wohl auch der Grund, weshalb gerade hier so viele Kibbuzim und Moschawim entstanden sind. Diese typisch israelischen Siedlungen bieten häufig auch Touristenunterkünfte an. 23 Nationalparks und Naturschutzgebiete, die zum Wandern einladen, und eine Vielzahl von Festivals und Freizeitangeboten machen Galiläa zu einem beliebten Urlaubsziel für Touristen aus dem In- und Ausland. Der See Genezareth (hebr.: ‫ ים כנרת‬Jam HaKinneret ,arab.: Buhayrat Tabariya) im Osten Galiläas ist mit 212 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde. Er ist, je nach Wasserstand, bis zu 21 Kilometer lang und bis zu 13 Kilometer breit. Die Tiefe beträgt bis zu 43 Meter. Der See Genezareth bildet das größte Wasserreservoir des Staates Israel. Aufgrund fehlender Niederschläge und des hohen Wasserverbrauchs ist der Wasserstand jedoch seit einigen Jahren sehr niedrig. Das Tiefenwasser des Sees ist salzhaltig und da nur die obere Wasserschicht aus Süßwasser besteht, droht der See zu versalzen.


Die griechisch-orthodoxe Kirche der Sieben Apostel in Kapernaum (o.).


Die Kirche auf dem Berg der Seligpreisungen (l.).


Der Yehudia Nationalpark befindet sich in den mittleren Golanhöhen. Das Gebiet umfasst die Flüsse Meshushim, Yehudiya, Daliyot, Zavitan und Gamla. Entlang der Flussläufe haben sich Basaltschluchten und Wasserfälle gebildet, die während ausgedehnter Wanderungen eine beeindruckende Kulisse bieten.


Die Hulaebene (hebr.: ‫ עמק החולה‬Emek HaChula, arab.: Wadi Hula) ist eine sehr fruchtbare Gegend am Fuße der Golanhöhen. Ein Großteil der Ebene wurde in den sechziger Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt. Hier kann man im Herbst und im Frühjahr große Schwärme von Zugvögeln wie Kraniche, Reiher und Störche beobachten, man sieht aber auch Eisvögel und Pelikane sowie Biber, Biberratten, Wasserbüffel und Wildkatzen. Monarch-Schmetterlinge (l.o.); Biberratte (l.m.); Sumpfgebiet in der Hulaebene (l.u.); Kraniche durch ein Fernrohr (m.).


Nazareth Nazareth (hebr.: ‫ נצרת‬Nazareth, arab.: an-Násira) ist mit 65.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Israels. Wegen seiner überwiegend arabischen Bevölkerung wird sie oft als Israels “arabische Hauptstadt” bezeichnet. Für Christen hat die Stadt eine besondere Bedeutung. Nazareth gilt als Ort der Verkündigung des Herrn und Heimatort Jesu. Die moderne Verkündigungskirche ist die Hauptattraktion der Stadt. Sie wurde 1969 an der Stelle errichtet, wo Maria der Überlieferung zufolge der Erzengel Gabriel erschienen war, um ihr die Geburt Jesu zu verkündigen. Jährlich besuchen viele katholische, anglikanische und orthodoxe Christen die Basilika. Souvenirläden entlang der Hauptstraße machen einen hohen Umsatz mit religiösen Artikeln für alle Konfessionen. So sieht man jüdische Kippas neben Palästinensertüchern, goldene Ikonen neben handgeschnitzten Weihnachtskrippen. Doch so friedlich geht es nur in den Souvenirgeschäften zu. Das tatsächliche Zusammenleben der Menschen sieht anders aus. Direkt neben der Verkündigungskirche soll eine Moschee gebaut werden, was seit Jahren Konflikte zwischen der christlichen und der muslimischen Bevölkerung Nazareths hervorruft. Neben dem Besuch der Verkündigungsbasilika lohnt sich ein Rundgang über den Markt von Nazareth. Hier kann man alles kaufen - von Hausrat über Goldschmuck bis hin zu allerlei Kleinvieh oder einfach nur bei einem frisch gerösteten Kaffee dem Trubel zuschauen.


Die Verkündigungskirche wurde von 1955 bis 1969 von Giovanni Muzio in Form einer Lilie, dem Symbol der Jungfrau Maria, erbaut (l.). Marienbilder verschiedenster Art wurden von Gemeinden aus aller Welt gespendet und schmücken die Basilika und die Außengänge (m.). Teil des Daches der Kirche von innen betrachtet (r.). Nächste Seite: Händler in einem Pilgerladen (l.); Kaffeerösterei (l.m.); Markttreiben (r.m.); Die weiße Moschee (r.).


Rosh HaNikra Rosh HaNikra (hebr.: ‫ ראש הנקרה‬Rosch Ha Nikra, arab.: Ra’s an-Naqura) liegt am Mittelmeer nahe der libanesischen Grenze. Bekannt ist Rosh HaNikra wegen seiner weißen Kreidefelsen, in die das Meer im Laufe der Jahrtausende Grotten und Höhlen gespült hat.


Haifa und Umgebung Haifa (hebr.: ‫ חיפה‬Cheifa, arab.: Hayfa) liegt im Norden Israels zwischen dem Karmelgebirge und dem Mittelmeer. Nach Tel Aviv und Jerusalem ist es die drittgrößte Stadt des Landes. Die über 270.000 Einwohner gehören fünf verschiedenen Religionen an, und so leben hier Juden, Christen, Muslime, Drusen und Bahais friedlich zusammen. Haifa spielte lange Zeit eine eher geringe Rolle. Erst als im 19. Jahrhundert der Hafen ausgebaut wurde, gewann die Stadt an Bedeutung. Mit dem Aufkommen großer Schiffe konnte Haifa seine Stellung festigen, da der Hafen von Akko für die neuen Schiffe nun zu klein war. Im späten 19. Jahrhundert hatten sich Mitglieder der Tempelgesellschaft aus Deutschland in Haifa niedergelassen. Sie brachten neues Wissen ins Land und trieben so die Modernisierung in den verschiedensten Bereichen voran. Heute verfügt die Stadt neben ihrem Hafen über große Industriegebiete, eine Universität sowie ein weltweit anerkanntes technologisches Forschungsinstitut. Haifa ist sehr aktiv. Nicht ohne Grund heisst es scherzhaft, dass Jerusalem betet, Tel Aviv feiert, aber Haifa arbeitet. Haifa ist zweifellos eine der schönsten Städte Israels. Es beheimatet unter anderem das geistige Weltzentrum der Bahai, dessen atemberaubende Gärten bereits als das achte Weltwunder bezeichnet wurden.


Der Schrein des Båb (l.) im Zentrum der Bahai-Gärten (o.).


Der Hafen von Haifa (r.) Die ’Rakete’ (m.) Ein Rest altes Haifa (u.)


Akko Akko (hebr.: ‫עכו‬, arab.: Akka) ist eine alte Hafenstadt in Galiläa, deren malerische Altstadt von einer beeindruckenden Festungsanlage umgeben ist. Während die Neustadt eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung aufweist, wird die Altstadt fast ausschließlich von israelischen Arabern bewohnt und ist noch heute eine der orientalischsten Städte Israels.


Caesarea Caesarea (hebr.: ‫ קיסריה‬Keisaria, arab.: Kaysaria) ist eine Hafenstadt am Mittelmeer, die bereits von Herodes dem Großen erbaut wurde. Damals galt Caesarea als ein Wunder an architektonischer Baukunst. Die Stadt verfügte über ein Aquädukt, ein Amphitheater, eine Rennbahn, zahlreiche Bäder und vieles mehr, deren Überreste noch heute beeindrucken. Das heutige Caesarea liegt unweit der antiken Ausgrabungsstätte und besteht hauptsächlich aus noblen Villenvierteln und einem Golfplatz.


Das Aquädukt (l.); der alte Hafen (r.o.).


Tel Aviv Tel Aviv (hebr.: ‫ תל אביב‬Tel Aviv , arab.: Tall Abib) liegt am Mittelmeer und ist die zweitgrößte Stadt Israels. Ihr Name bedeutet Hügel des Frühlings”. Sie wurde 1909 am Rande der alten Hafenstadt Jaffa ” gegründet. Seit 1950 bilden beide Städte eine Einheit. Tel Aviv ist das wirtschaftliche Zentrum Israels und zugleich die reichste Stadt des Landes. Tel Aviv ist berühmt für seine moderne Architektur, insbesondere für die Gebäude im Bauhaus-Stil, die in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von deutsch-jüdischen Architekten erbaut wurden. Die Weiße Stadt” im Stadtzentrum umfasst über 5.000 modernistische Gebäude ” und ist seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kunstszene der Stadt ist vielfältig. Kreative fühlen sich vor allem im Florentin-Viertel zu Hause. Hier kann man in vielen Galerien, aber auch auf der Straße und an Hauswänden Kunst von Öl bis Graffiti bewundern. Mit seinen zahlreichen Museen, Theatern, der neuen Oper, dem Ballett und der weltberühmten Batsheva Dance Company ist Tel Aviv unumstritten das kulturelle Zentrum Israels. Des Weiteren ist Tel Aviv als Partystadt bekannt. Hier wird hemmungslos und exzessiv gefeiert. Die Stadt ist jung und dynamisch. Mit ihren vielen Clubs, Bars, Cafés und Restaurants, ihren vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten, den zahlreichen Stränden und dem beständig blauen Himmel ist Tel Aviv ein beliebtes Touristenziel, das seinem Ruf als Metropole am Mittelmeer, die niemals schläft” durchaus gerecht wird. ”


Die Hochhäuser von Ramat Gan.


Läden aller Art in Tel Aviv - wer’s schick mag, geht in die Rehovot Dizengoff und Shenkin, für Bücher und Antiquitäten bietet sich die Rehov Allenby an.


Das Azrieli Center (r.).


Heichal Yehuda, sephardische Synagoge.


Eine Skulptur an der Dizengoff Straße (l.); Dizengoff Centre (r.); Nächste Seite: Das jemenitische Viertel.


Der Carmel-Markt; Einladung zum Gebet - orthodoxe Juden fordern zum Beten auf (vorhergehende Seiten).


Bauhausarchitektur in Tel Avivs ”Weißer Stadt” (vorhergehende Seiten). Feuer- und Wasser-Brunnen des Künstlers Yaacov Agam am Dizengoff Platz (o.).


Fassade des Dan Tel Aviv Hotels von Yaacov Agam.


Sonnenschirme an einem der vielen Strände Tel Avivs.


Der Opera Tower hat seinen eleganten Namen seiner Lage an der Stelle der fr端heren Oper von Tel Aviv zu verdanken (l.o.). Yotvata Restaurant, ein Ableger des Kibbutzes Yotvata in der Arava-Senke im s端dlichen Negev, das f端r seine Milchprodukte ber端hmt ist (l.u.). Spaziergang auf der Strandpromenade (o.).


BadespaĂ&#x; am Mittelmeer (l.); Strand und Stadt gehen in Tel Aviv nahtlos ineinander Ăźber (o.).


Tupim (“Trommeln�) beach hat seinen Namen den hier freitags stattfindenden, spontanen Tanz- und Trommel-Sessions zu verdanken.


Ein Sofa lädt zum Ausruhen ein.


Jaffas Altstadt (o.); Der Leuchtturm (r.o.); Netze im Hafen (r.u.).


Jaffa Jaffa (hebr.: ‫יפו‬, Yafo, Arabic: Yafa) ist die älteste Stadt am Mittelmeer. Bereits 7.500 Jahre v. Chr. sollen hier Menschen gelebt haben. Die Stadt mit ihrem natürlichen Hafen spielt schon im alten Testament eine wichtige Rolle. Von hier aus soll der Prophet Jona in See gestochen sein, bevor er der Legende nach von einem Wal verschluckt wurde. Vom höchsten Punkt Jaffas aus, dem Tel Yafo, genießt man eine wunderschöne Aussicht entlang der Küste. Der Tel ist 40 Meter hoch - und damit durch Bauschutt und Ablagerungen höher als er zur Bronzezeit gewesen sein muss. Ausgrabungen haben Funde aus verschiedenen Zeitepochen zutage gebracht; inzwischen sind die Ausgrabungsstätten großteils wieder zugeschüttet worden. Sie befinden sich nun unter den öffentlichen Gärten der Stadt Jaffa ist deutlich arabisch geprägt. Ein Freitagsbesuch auf dem Flohmarkt ist ein Vergnügen für Augen, Ohren und, wie es sich für einen Flohmarkt gehört, in den meisten Fällen sogar für den Geldbeutel.


Der Hafen Jaffas (o.). Eine Galerie in Jaffas Altstadt (m.). Kirche des Heiligen Petrus (r.). Nächste Seite: Flohmarkt in Jaffa.


Bnei Brak Bnei Brak (hebr. ‫ בני ברק‬Bnei Brak) ist eine östlich an Tel Aviv angrenzende Stadt, deren Bevölkerung fast ausschließlich aus ultraorthodoxen Haredim besteht. Sie ist eine der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gegenden Israels. Haredim bedeutet die Gottesfürchtigen”; ” wie der Name sagt, wird hier nach streng religiösen Regeln gelebt: Am Sabbat wird ein Großteil der Straßen geschlossen; es gibt spezielle koschere Handytarife, die das Telefonieren unter der Woche vergünstigen, Wochenendgespräche aber extrem teuer machen, da am Sabbat nicht telefoniert werden soll. Wenn telefoniert wird, dann meist auf Jiddisch, da der Gebrauch der hebräischen Sprache als allein dem Studium religiöser Texte vorbehalten gilt. Bnei Brak ist eine der wenigen Gegenden, in der koschere Busse mit separaten Plätzen für Männer und Frauen im Einsatz sind. Und wie alle Speisen hier ist natürlich auch die Cola koscher. Mitten in Bnei Brak befindet sich eine der größten Coca-Cola-Abfüllanlagen der Welt, wo die koschere Variante des braunen Getränks hergestellt wird.


Das Leben auf Bnei Braks Straßen. Nächste Seiten: Die meisten Familien in Bnei Brak sind sehr kinderreich und so bevölkern hier Kinder und Jugendliche aller Altersstufen die Straßen.


Jerusalem Jerusalem (hebr.: ‫ ירושלים‬Jeruschalajim, Arabic: al-Qudsֹ) ist die Hauptstadt des Staates Israel. Sie liegt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer. Ihr Name setzt sich aus den beiden hebräischen Wörtern ir” - Stadt und shalom” - Frieden ” ” zusammen und bedeutet somit Stadt des Friedens”, was allerdings eher einer Wunschvorstellung ” als der Realität entspricht. Die Stadt wurde um 1800 v. Chr. erstmals schriftlich erwähnt und ist damit eine der ältesten bekannten Städte der Welt. Die Altstadt ist in ein jüdisches, christliches, armenisches und muslimisches Viertel aufgegliedert und von einer Mauer umgeben. Sie wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Jerusalem beherbergt die bedeutendsten religiösen Stätten des Judentums, des Christentums und des Islam. Die moderne Stadt hat sich um die Mauern der Altstadt herum gebildet. Mit einer Bevölkerung von über 760.000 Einwohnern ist Jerusalem die größte Stadt des Landes. Neben den religiösen Zentren befinden sich hier der Sitz des israelischen Parlaments, die Knesset, sowie Einrichtungen der Judikative und der Exekutive Israels. Auch die 1918 gegründete Hebräische Universität, das Israel-Museum, die Nationalbibliothek und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem sind hier ansässig. Außerdem kann man hier schön ausgehen; mit 26 Weinkellereien, zahlreichen Restaurants und Bars sowie einer guten Auswahl an Discotheken ist in Jerusalem für jeden etwas dabei. Allerdings sollte man sich in Acht nehmen, nicht dem Jerusalem-Syndrom zu verfallen. Dieses befällt zwischen 50 und 200 Personen pro Jahr und wird wohl durch die extreme Spiritualität der heiligen Stadt ausgelöst. Es äußert sich in Wahnvorstellungen, wobei Betroffene sich oft vollständig mit einer biblischen Figur identifizieren. Bevorzugt tragen die Geplagten weiße Roben oder Hotellaken, predigen, singen und beten lauthals und warnen arglose Passanten vor dem bevorstehenden Weltuntergang.


Kirche des Schlafes auf dem Zionsberg, wo der Legende zufolge Maria verstorben ist (l.). Grab des Kรถnig David (r.).


St.-Anna-Kirche an der Stelle, wo man die Wohnung des Heiligen Joachim und der Heiligen Anna - der Eltern der Jungfrau Maria - vermutet. Eine Kapelle unterhalb der Kirche kennzeichnet die Stelle, wo Ăœberlieferungen zufolge Maria zur Welt kam.


Die ganze Stadt ist von mehr oder weniger offiziellen heiligen Stätten übersät.


Die Klagemauer war die westliche Mauer der alten Tempelanlage und ist einer der wichtigsten Orte des Judentums. Täglich kommen viele hundert Menschen hierher, um zu beten. Oftmals werden auch aufgeschriebene Gebetsanliegen in die Ritzen zwischen den Steinen gesteckt - und für diejenigen, die nicht selbst zur Mauer kommen können, gibt es sogar einen E-Mail-Service. Für viele Juden stellt die Mauer ein Symbol für den ewigen Bund Gottes mit dem jüdischen Volk dar.


Der Felsendom ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Jerusalems. Er ist eines der wichtigsten HeiligtĂźmer des Islam. Das Meisterwerk islamischer Baukunst wurde Ăźber dem Felsen errichtet, auf dem der Legende zufolge Abraham bereit war, seinen Sohn zu opfern, und wo die Himmelfahrt Mohammeds stattgefunden haben soll. FĂźr Juden hat der Felsen ebenfalls eine besondere Bedeutung. Es wird vermutet, dass der Felsen die Stelle des Allerheiligsten im alten Tempel war.


Die Grabeskirche, auch Auferstehungskirche genannt, zählt zu den wichtigsten Heiligtümern des Christentums. Der Legende zufolge ist sie am Ort des Grabes Christi erbaut worden. Sechs christliche Konfessionen teilen sich die Kirche und so ist genau festgelegt, wer wann und wie lange beten darf. Um Streitigkeiten zu vermeiden, wird der Schlüssel zum einzigen Eingangstor seit Jahrhunderten von Mitgliedern zweier muslimischer Familien verwahrt. Sie sind dafür verantwortlich, das Tor morgens zu öffnen und abends wieder zu verriegeln. Nächste Seite: Das arabische Viertel.


Vohergehende Seiten: Jüdische Gräber auf dem Ölberg (l.). Die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche (m.). Die Todesangstbasilika oder Kirche der Nationen im Garten Gethsemane (r.).


Das Mariengrab - laut Ăœberlieferung die Grabstätte der Jungfrau Maria.


Der Ben-Yehuda-Markt. Wenn am Freitagabend der Shabbat beginnt, kommt ein orthodoxer Ordnungshßter und bläst das Horn zum Beenden der Marktaktivitäten (m.o.).


Der Schrein des Buches - Teil des Israel-Museums (l.). Die SeilbrĂźcke von Santiago Calatrava erinnnert an die Harfe des KĂśnig David. (m.). Die Knesset (r. o.). Menora vor der Knesset (r. u.).


Die Chagall-Fenster in der Synagoge der Hadassah Universitätsklinik in Ein Kerem. Die Fenster stellen die 12 Stämme Israels dar.


”Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen...” (Hesekiel 37:14)


Yad Vashem (hebr.: ‫)יד ושם‬ liegt auf dem Berg der Erinnerung in Jerusalem und ist eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust. Der Name bedeutet „Denkmal und Name” und bezieht sich auf Jesaja 56,5: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.” Jährlich besuchen über zwei Millionen Menschen die Gedenkstätte. Das vom israelischen Architekten Mosche Safdie erbaute Museum zur Geschichte des Holocaust wurde 2005 eröffnet.

Nächste Seite: Halle der Erinnerung (l.). Säule des Mutes (m.). Tor zur Halle der Erinnerung (o.r.). Skulptur im Park der Erinnerung (m.r.). Im Holocaust Museum (u.r.).


Halle der Namen (r.) Janusz-Korczak-Denkmal von Boris Saktsier (m.) Denkmal fĂźr die Kinder (l.)


Bethlehem und die West Bank Bethlehem (hebr.: ‫בית לחם‬, Beit Lehem, arab.: Bayt Lahm) liegt im Westjordanland und ist heute eine Stadt mit ca. 30.000 Einwohnern. Die meisten Einwohner sind arabische Christen und Muslime. Der Stadtrat Bethlehems besteht aus 15 gewählten Mitgliedern, wobei der Bürgermeister und die Mehrheit des Gemeinderates Christen sein müssen. Die übrigen Sitze stehen anderen Konfessionen offen. Im Zentrum von Bethlehem steht die Geburtskirche, eine der heiligsten Stätten des Christentums. An dieser Stelle soll Maria in einer Höhle Jesus zur Welt gebracht haben. Bereits im Jahr 326 n. Chr. ließ Kaiser Konstantin hier den Vorgängerbau der heutigen Kirche errichten. Der Tourismus ist seit langem die Haupteinnahmequelle für die Bewohner Bethlehems. Die Hauptstraßen sind mit Läden gesäumt, die Handarbeiten, Olivenholz-Schnitzereien, Goldschmuck oder orientalische Gewürze verkaufen. Seit im Jahr 2003 eine acht Meter hohe Mauer zwischen dem Westjordanland und Israel gezogen wurde, hat sich die Situation in der Stadt allerdings verändert. Touristen kommen zwar immer noch in die Stadt, meistens aber mit organisierten Touren und nur die allerwenigsten übernachten hier. Folglich mussten in den vergangenen Jahren viele Hotels schließen oder ihre Kapazitäten drastisch reduzieren. Die meisten Läden sind seither schlecht besucht, und auch die vielen Reiseführer der Stadt ringen um Kundschaft.


Ein Teeverkäufer (l.o.). Ein Taxifahrer in einem typischen gelben Taxi (l.u.). Palästinensische Flaggen mitten im Kreisverkehr (m.). Die typischen 6-türigen Taxis sind das Hauptverkehrsmittel der Stadt (o.).


Tägliches Leben in Bethlehem.


Das Jesus-Business.


Die Milchgrotte, in welcher der Legende zufolge Maria ihr Kind gestillt haben soll. Hierbei soll ein Tropfen Milch auf den Boden gefallen sein und die Grotte weiß gefärbt haben. Seither gilt die Grotte als Wallfahrtsort für Paare mit Kinderwunsch (l.o). Stundengebet in der Krypta der Milchgrotte (l.u.); Evangelisch-lutherische Weihnachtskirche (m.l.); Syrisch-orthodoxe Marienkirche (u.); Omar-Moschee (r.). Vorhergehende Seiten: Christliche Souvenirs gibt es an jeder Ecke. Nächste Seiten: Die Geburtskirche.


Frauen in handbestickten Gewändern auf dem Markt.


Menschen im Flüchtlingslager Dheisheh außerhalb Bethlehems. Nächste Seiten: Die Mauer, die Bethlehem von Jerusalem trennt.


Ramallah Ramallah (hebr.: ‫ רמאללה‬Ramallah, arab.: Ram Allah) bedeutet Berg Gottes. Die Stadt liegt etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel in den Hügeln Zentralpalästinas, 15 Kilometer nördlich von Jerusalem. Sie dient als administrative Hauptstadt der palästinensischen Autonomiegebiete und ist Sitz der palästinensischen Regierung. Ramallah wuchs im siebzehnten und achzehnten Jahrhundert zu einer vorwiegend christlichen Stadt heran und ist auch heute noch Heimat vieler arabischer Christen. Nachdem die Stadt 2002 beinahe völlig zerstört worden war, schießen heute Hochhäuser und Glaspaläste aus dem Boden. Es gibt eine Vielzahl trendiger Cafés und Bars, wie man sie von jeder anderen Stadt dieser Größe kennt. Das Geld für den Wiederaufbau kommt zum Großteil aus dem Ausland in Form von Hilfsgeldern - aber auch von Palästinensern, die sich im Ausland niedergelassen haben und jetzt wieder in Häuser in der Stadt investieren. Während der fünfziger Jahre wanderten fast 30 Prozent der Einwohner Ramallahs in die Vereinigten Staaten aus. Mittlerweile sind einige von ihnen zurückgekehrt und haben die amerikanische Kultur mitgebracht. So kann man hier bei Stars & Bucks” Ice Frape’ Chino” trinken oder nebenan bei Chicago Pizza” ” ” ” amerikanische Deep Pan Pizzas bestellen. Modernste Handys und riesige Flachbildschirme sind mittlerweile an jeder Ecke zu bekommen und längst nichts Besonderes mehr. Ramallah ist trendy! Mit ihrem reichhaltigen Angebot an Kunst- und Kulturveranstaltungen, Ausstellungen, Konzerten, Festivals und Partys zieht die Stadt neben Palästinensern auch zahlreiche Ausländer in ihren Bann.


Kirchen und Madonnenfiguren sieht man in Ramallah an jeder Ecke. Vorhergehende Seiten: Traditionelles Ramallah - modernes Ramallah.


Jericho Jericho (hebr.: ‫ יריחו‬Jericho, arab.: Ariha) ist die tiefstgelegene Stadt der Welt - 250 Meter unter dem Meeresspiegel. Mit ihrer Geschichte von über 10.000 Jahren ist sie außerdem eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Städte der Welt, wenn nicht sogar die älteste Stadt überhaupt. Sie liegt innerhalb der wasserreichsten Oase des Vorderen Orients an einer alten Karawanenstraße in der judäischen Wüste und ist Heimat für 25.000 Palästinenser. Der Großteil der Bevölkerung Jerichos ist in der Landwirtschaft tätig. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind die kleinen, besonders süßen Jericho-Bananen und Datteln. Die Stadt ist für ihre antiken Ausgrabungsstätten berühmt. Die Mauern und Türme Jerichos, deren Überreste auf dem Tel Essultan zu sehen sind, sind zwischen 7.000 und 9.000 Jahre alt, und damit über 4.000 Jahre älter als die Pyramiden in Ägypten! Jericho ist seit 2005 wieder unter palästinensischer Kontrolle – nach wechselhafter Geschichte auch in jüngster Zeit. Zunächst hatte Jericho zu Jordanien gehört, war 1967 im Sechstagekrieg von Israel erobert worden, wurde 1994 mit den Verträgen von Oslo als erste Stadt der palästinensischen Autonomiebehörde übergeben und kam nach der zweiten Intifada im Jahr 2000 zunächst wieder unter israelische Kontrolle. Wer heute in die Stadt möchte, muss einen israelisch-palästinensischen Checkpoint überqueren - für Israelis ist die Einreise verboten.


Jericho: Stadt des Mondes und der Palmen.


Die wirtschaftliche Grundlage bietet die Landwirtschaft. Obst und GemĂźse aller Art wird hier angebaut und in die ganze Welt verkauft.


Fenster und das berühmte Mosaik „Baum des Lebens“ (l.). Säulen und Reliefsteine des ehemaligen Palastes (r.).


Der Palast des Omajiaden-Kalifen Hischam ibn Abd al-Malik stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Der Palast bestand aus mehreren Vor- und Innenhöfen sowie einer Vielzahl an Räumen. Den Höhepunkt bildete wohl das Bad am Ende der Audienzhalle, das eines der prächtigsten der islamischen Frühzeit gewesen ist. Das Bad war ein Ort der Konversation und des geselligen Beisammenseins. Hier wurde nicht nur gebadet - hier wurde auch getrunken und gespeist, und hier ließ man sich von Musikern, Dichtern und Tänzerinnen unterhalten.


Das Tote Meer und die Judäische Wüste Das Tote Meer (hebr.: ‫ ים המלח‬Jam HaMelach, arab.: al-Bahr al-Mayyit) ist ein abflussloser See, der vom Jordan gespeist wird. Es grenzt an Israel, das Westjordanland und an Jordanien. Es bildet mit 418 Metern unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der Erde. Sein Salzgehalt beträgt im Durchschnitt 28 Prozent und ist damit über achtmal salziger als übliches Meerwasser. Aus diesem Grund ist es möglich, auf dem Wasser zu sitzen”. ” Die Mineralien des Toten Meeres haben eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten. Das Tote Meer liegt am Rande der Judäischen Wüste. Diese ist mit 1.500 Quadratkilometern eine relativ kleine Wüste. Mit ihren Bergen, schroffen Felswänden und ihren atemberaubenden Schluchten bietet sie einen sich ständig wandelnden Anblick. Die Wüste wird von mehreren Flüssen durchzogen - einige führen das ganze Jahr hindurch Wasser, andere warten den Großteils des Jahres auf Regen; wenn er dann kommt, verwandeln sich ihre Ufer in ein traumhaftes Blütenmeer. Außerdem bietet die Judäische Wüste eine Vielzahl an historischen Orten und versteckten Klöstern, die sich über die Jahrhunderte perfekt in die Landschaft eingefügt haben. Seit 2003 sind große Teile der Judäischen Wüste Naturschutzgebiet. So kann man hier noch Steinböcke, Adler und sogar Tiger antreffen, die in anderen Teilen des Landes bereits ausgestorben sind.


Im Wadi Kelt (hebr.: ‫ נחל פרת‬Nahal Perat, arab.: Wadi al-Qult) inmitten der Judäischen Wüste liegt das St. Georg-Kloster. Es wurde 480 n. Chr. von einem ägyptischen Priester namens Johannes von Theben zu Ehren der Jungfrau Maria gegründet. Damals bestand das Kloster aus mehreren Kirchen, Zellen und Höhlen und bot Platz für über 300 Mönche. 614 n. Chr. wurde diese Anlage von den Persern zerstört und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts von griechisch-orthodoxen Mönchen wieder aufgebaut. Auch heute noch leben Mönche im Kloster und einige der in der Nähe liegenden Höhlen sind wieder von Eremiten bewohnt. In einer der Höhlen, direkt oberhalb des Klosters, soll der Prophet Elija dreieinhalb Jahre gelebt haben und von Raben ernährt worden sein.


Nabi Musa (arab.: Nabi Musa) ist ein bedeutender muslimischer Wallfahrtsort in der Judäischen Wüste. Nabi Musa bedeutet Prophet Moses”; der Überlieferung zufolge soll Moses hier seine letzte Ruhestätte gefunden haben. ” Mit mehreren weißen Kuppeln und einem hohen Minarett liegt die Moschee eindrucksvoll zwischen muslimischen Grabfeldern in der kargen Wüstenlandschaft.


Einer der zahlreichen Strände an der Nordseite des Toten Meeres (o.). Dunkle Erde, weiĂ&#x;es Salz und blaues Wasser bilden eindrucksvolle Streifen (r.).


Hotels spiegeln sich im Toten Meer (l.); Salzablagerungen im Toten Meer (r.); Salzabbau (r.u.).


Lots Frau, zur Salzsäule erstarrt (l.). Auch in der Wßste muss man Verkehrsregeln beachten (m.). Eine Bushaltestelle mitten im Nichts (r.).


Massada (hebr.: ‫ מצדה‬Metzada, arab.: Mas’ada) ist eine Festung hoch oben auf einem Felsplateau in der Judäischen Wüste. Sie wurde von Herodes I. zwischen 40 und 30 v. Chr. an der Stelle einer älteren Festung erbaut und galt zu ihrer Zeit als uneinnehmbar. Innerhalb der Festungsmauern befanden sich Ställe, Lagerhäuser, Bäder und Paläste, deren Überreste heute noch zu sehen sind. Massada gehörte zu Rom, als es im Jahr 66 n. Chr. einer kleinen Gruppe von Zeloten gelang, die Festung zu erobern und den römischen Besatzern zu trotzen. Als jedoch im Jahr 72 der römische Gouverneur Flavius Silva mit einer 15.000 Mann starken Armee die Festung belagerte, konnten die Verteidiger Massada nur noch für weitere acht Monate halten, bevor sie sich ihre Niederlage eingestehen mussten. Um der Sklaverei zu entgehen, brachten sich die 960 Männer, Frauen und Kinder auf Massada um.

Der Nordpalast (l., m., r.u.). Blick von Massada auf das Tote Meer bei Sonnenaufgang (r.o.). Ein zerfallenes Gebäude der ehemaligen Festung (r.m.).


Beersheva Beersheva (hebr.: ‫ באר שבע‬Be‘er Sheva, arab.: Bi‘r as-Saba) gilt als Hauptstadt der Wüste Negev und wird als vierte Metropole Israels betrachtet. Beersheva hat eine große Universität, und ihre relativ abgeschiedene Lage macht die Stadt zu einem wichtigen regionalen Anziehungspunkt. Ausgrabungen auf dem Tel Beersheva östlich der Stadt, der 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, brachten Siedlungsspuren aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend zutage. Archäologen stießen außerdem auf eine stark befestigte israelitische Stadt von 1100 v. Chr. Beershevas heutige Altstadt war einst eine beeindruckende osmanische Stadt, von der jedoch nur noch wenige Bauwerke erhalten sind. Heute vermittelt die Stadt eher den Eindruck eines Testfeldes für moderne Architektur und Stadtplanung - die Ergebnisse sind oft beeindruckend, teilweise aber auch fragwürdig. Viele Stadteile haben hier keine Namen, sondern sind einfach durchnummeriert. Der Stadt scheint ihr einst so besonderer Wüstencharakter abhanden gekommen zu sein. Der viel gepriesene Beduinenmarkt, der nach wie vor jeden Donnerstag Touristen in die Wüstenmetropole lockt, war früher ein Ort, an dem sich Hunderte Beduinen aus der Wüste Negev versammelten, um Vieh, handgewebte Teppiche, Kleider und Schmuck zu verkaufen. Heute trifft man eher auf billige Nike- und Dolce&Gabbana-Fälschungen sowie auf alte Männer, die extrem süßen Kaffee trinken, die eine oder andere Partie Backgammon spielen und dem Spektakel desillusioniert zuschauen.


Ben-Gurion-Universität des Negev. Vorhergehende Seiten: Der Beduinenmarkt.


Eilat und die Arava Eilat (hebr.: ‫ ֹאילת‬Eilat, arab.: Ilat) liegt auf der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev. Es ist die einzige Stadt des Landes mit Zugang zum Roten Meer. Bei guter Sicht kann man von hier aus vier Länder sehen: Israel, Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien. Eilat hat 60.000 Einwohner. Neben einem Handelshafen lebt die Stadt vom florierenden Tourismus. Zauberhafte Korallenriffe, tiefblaues Meer und immer schönes Wetter machen die Stadt für Sportler wie auch Strandurlauber attraktiv. Surfer schätzen die beständigen Winde. Taucher und Schnorchler sind begeistert von den Clownfischen und Blaupünktchen, die einem hier vor die Brille schwimmen, sobald man den Kopf ins Wasser taucht. Wem diese Fischchen zu klein sind, der kann drei Kilometer südlich von Eilat mit Delfinen schwimmen. Aber auch für weniger dem Wasser zugeneigte Urlauber hat Eilat einiges zu bieten. Die Wüstenlandschaft der Arava-Senke nördlich der Stadt bietet faszinierende Felsformationen. Die bizarrsten davon findet man in Timna. Atemberaubende Skulpturen aus rotem Sandstein, von der Natur über Millionen von Jahren geschaffen, erheben sich hier vor blauem Himmel. Die 50 Meter hohen Salomon-Säulen, die Bögen und Höhlen, die den Fels durchbrechen, Pilzformen sowie antike Höhlenzeichnungen und Kupferfunde machen den Timna-Park zu einem Erlebnis. Außerdem ist Eilat eine zollfreie Zone mit modernen Shoppingcentern, die Top-Marken zu supergünstigen Preisen anbieten.


Felsformationen im Timna-Park: Die Salomon-Säulen (l.); der Pilz (r.).


Leicht zu erreichende Korallenriffe mit einer Vielzahl an bunten Fischen machen Eilat zu einem Paradies fĂźr Taucher.


Ich möchte meiner Mutter danken, ohne deren Unterstützung dieses Buch nicht möglich gewesen wäre; und ganz besonders Ohad, ohne den ich all die schönen und interessanten Dinge nicht gesehen hätte.


Originalausgabe Herausgeber: crazeebee books, London, 2010 www.crazeebee.com E-Mail: info@crazeebee.com Copyright © Kirsten Streitberger 2010 www.kikistreitberger.com E-Mail: info@kikistreitberger.com Das vorliegende Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urhebergesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. ISBN: 978-0-9565789-1-4 Lektorat: Dr. Ellinor Schröder-Schöne, Berlin Druckerei: Finidr, s.r.o. Lipová c.p. 1965 737 01 Ceský Tešín www.finidr.cz


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Israel und Palästina - Land der Gegensätze  
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Israel ist so viel mehr als nur ein Pilgerort für religiöse Reisegruppen! Neben seinen heiligen Stätten verfügt das Land über traumhafte Str...

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