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Alternatives Vorlesungs­ verzeichnis des Studierenden­rates der Universität Halle

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Das Alternative Vorlesungsverzeichnis (alv) entstand 1998 aus einer Initia­ tive von Studierenden und ist heute ein Arbeitskreis des Studierendenrats. Ziel des alv ist die eigenverantwortliche Organisation von freien, alternativen bzw. gesellschaftskritischen Bildungsangeboten zu Themen und Inhalten, die wir an der Hochschule in den Lehrplänen vermissen. Die Veranstaltungen sind zugleich Versuche, durch selbstbestimmtes Gestalten der Veranstaltungen eigene Formen der Auseinandersetzung zu finden. Ein Antrieb für unsere Arbeit ist unser Interesse an kritischer Reflexion über die gesellschaftlichen Wirkungen des Wissenschaftsbetriebs Hochschule, der im Laufe von »Strukturreformen« und Kürzungen immer weiter zum kosteneffizien­ ten Ausbildungsbetrieb zurechtgestutzt wird. Das alv steht so auch gegen die verstärkte Entmündigung von Studierenden durch Verschulung der Hochschulen, die Reduzierung des Studiums und der Lehrangebote auf Berufsvorbereitung sowie permanente Kontroll­ und Bewertungsverfahren. Das alv ist ein offenes Projekt. Veranstaltungen werden selbstbestimmt und selbstorganisiert von engagierten Studierenden durchgeführt. Das alv ent­ scheidet gemeinsam und im Konsens aller Beteiligten über die Gestaltung des Programms. So fließen unterschiedliche Vorstellungen und Ansichten in das Projekt ein. Das Alternative Vor lesungs verzeichnis ist ein Arbeits­ kreis des Studierendenrates (StuRa) der Universität Halle. V.i.s.d.P. AK ALV, c/o Studierendenrat, Universitätsplatz 7, 06108 Halle alv@stura.uni-halle.de www.alvhalle.wordpress.com


Dass es so weiter geht, ist die Katastrophe.

INHALT 4 Es ist uns keine Ehre 8 Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik 11 Aufgetaucht. Psychologie und Gesellschaftskritik 17 Sprache, Leib, Natur 19 Bildungspolitik in Lateinamerika 20 Neue und alte Rechte 23 Vorgestellt: FAU , CORAX , Audioarchiv 26 Achtung vรถlkische Nipster!


Es ist uns keine Ehre Während in Deutschland das Ehrenamt als Vorkämpfer des sozialen Miteinan­ ders gelobt und mit Preisen ausgezeichnet wird, sieht die Realität der vielen Engagierten und Ehrenamtlichen oft anders aus. Sie sehen sich mit ihrem Engagement einer harschen Realität konfrontiert, die geprägt ist von Sozialab­ bau, Konkurrenzkampf, Vereinzelung. Und trotzdem werden sie aktiv um einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leisten. Sie unterstützen wirt­ schaftlich Schwächere, sichern Angebote in Bildung, Pflege, Kultur und Sport, oder betreiben Integration aktiv, meist ohne Bezahlung und ohne angemessene Ausbildung. Sie treten dabei mit einer Motivation an, die oft von einer Vision oder Vorstellung von gesellschaftlichen Zusammenleben und einem Bewusstsein für eine Notwendigkeit von Veränderung in der Gesellschaft. Als Medinetz Halle/Saale e.V. ist unsere Vision ein gleiches Recht auf medi­ zinische Versorgung für alle. Wir versuchen für Menschen ohne Papiere die medizinische Versorgung anonym und spendenfinanziert zu ermöglichen, da diesen Menschen jeder Arztbesuch die Meldung und damit die Abschiebung bedeuten kann. Unsere Sprechstunde ist eine zuverlässig Anlaufstelle für Men­ schen, denen der übliche Weg zu medizinischer Versorgung versperrt ist. Diese Arbeit wird als Teil der »Willkommenskultur« gelobt und gefordert, und doch müssen wir dabei zusehen, wie Asylgesetze verschärft werden und die Behörden an immer effizienteren Abschottungspraktiken arbeiten, sodass unsere Vision in unerreichbare Ferne rückt. Wir möchten deshalb in der Woche vom 24. 10. bis zum 28. 10. mit allen Enga­ gierten und Ehrenamtlichen sprechen und diskutieren, welche Visionen und Forderungen im Ehrenamt existieren, ob es im Ehrenamt möglich ist politische Forderungen zu stellen, und wie wir mit diesen Forderungen wirksam werden können. Ein Radioprogramm wird auf RADIO CORAX unsere Veranstaltungen ergänzen. Wir laden alle Gruppen und Initiativen sich mit eigenen Veranstal­ tungen und Inhalten zu beteiligen!

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24. Oktober Montag 16 Uhr Welcom e -Tre f f Waisenhausring 2

»Kannste mal schnell übersetzen?« Ein kritischer Zugang zu ehrenamtlicher Sprachmittlung Wir (Hiki, ElKiS, ehrenamtlich Sprachmittler_ innen) wollen uns damit auseinandersetzen, was Sprachmittler_innen im sogenannten Community Interpreting, also Dolmetschen auf kommunaler Ebene, bei Behörden, in Krankenhäusern, in Bildungseinrichtungen, …, eigentlich leisten, welcher Kompetenzen es bedarf, wie es dazu im Vergleich in anderen Ländern aussieht, und welche Aufgaben Ehrenamt übernehmen darf, muss und eigentlich auch nicht soll. Neben Infos, einer Podiumsdiskussion und Erfahrungsaustausch werden Filmausschnitte gezeigt.

25. Oktober Dienstag 17 Uhr Welcom e -Tre f f Waisenhausring 2

Fallstricke des Engagements Workshop zur kritischen Selbstreflexion für Ehrenamtliche im Themenfeld Flucht und Asyl Immer mehr Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit für und mit Geflüchteten. Dieses Engagement ist jedoch nicht frei von Konflikten, Widersprüchen und Fallstricken. Der Workshop soll daher einen Raum bieten, um die eigene Rolle als Unterstützer*in selbstkritisch zu reflektieren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie eine Unterstützung auf Augenhöhe aussehen kann und wie gut oder schlecht uns dies im Alltag umzusetzen gelingt. Außerdem wollen wir uns mit den eigenen Motiven, Privilegien und der eigenen Haltung auseinandersetzen und einen praktischen Erfahrungsaustausch ermöglichen.

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26. Oktober  Mittwoch 18:30 Uhr Hörsaal XIX im M elan ch t h o n ianum Uniplatz 9

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Flüchtlingsarbeit im Spannungsfeld bürger­ schaftlichem Engagement und politischer Verantwortung Die Diskussion um die Integration von Geflüchteten und das erhöhte Engagement ist seit dem vergangenem Sommer im gesellschaftlichen Leben allgegenwärtig und wird vielseitig diskutiert. Bürgerliches Engagement ist eine gesellschaftlich anerkannte Aufgabe und positiver Ausdruck direkter politischer Partizipation. In politischen Statements wird diese Arbeit höchst geschätzt und in diesem Zusammenhang die Willkommenskultur immer wieder betont. Während ehrenamtliches Engagement einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leistet und Integration fördert, wird die Regierung ihrer Aufgabe, menschenwürdige Aufenthaltsbedingungen zu gestalten, nicht gerecht und forciert mit ihrer Asylpolitik Ausgrenzung. Der Vortrag thematisiert die Chancen und Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements im Bereich der interkulturellen Arbeit mit Geflüchteten und Stadtbevölkerung und möchte über Bedarfe und Herausforderungen sprechen. Gleichzeitig setzt sich der Vortrag kritisch mit dem Verhältnis von politischer Zuständigkeit und ehrenamtlichen Engagement auseinander und versucht, die Dimension gesellschaftlicher Emanzipation und politischer Verantwortlichkeit auszuloten.


28. Oktober  Freitag 18 Uhr Ort tba

Ist es uns (k)eine Ehre? Offene Diskussion Nach einer Woche voller interessanter Vorträge und Diskussionen wollen wir Akteure aus verschiedenen Bereichen des Ehrenamts zusammenrufen, um über die Zukunft nachzudenken. Wir wollen die Frage stellen, die uns unter den Nägeln brennt: Bietet das Ehrenamt Platz für unsere Forderungen und Visionen für die Gesellschaft? Und: Wie können wir als Ehrenamtliche mit unseren Forderungen politisch wirksam werden? Wir haben verschiedene Menschen eingeladen, auf dem Podium beispielhaft ihre Antworten auf diese Frage vorzustellen, möchten aber vor allem mit euch diskutieren. Wir wollen nach der Einführungsrunde mit euch gemeinsam über diese Fragen sprechen, und hoffen, dass wir gemeinsame Vorstellungen über ein weiteres Vorgehen formulieren können.

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Jammertal und Heiligen­ schein Perspektiven der Religionskritik (Fortsetzung)

Die Dringlichkeit einer Kritik der Religion ist akut und offensichtlich: Einer Religionskritik, die ein Leben aller ohne Angst und Zwang als Ziel hat. Einer Religionskritik, die sich gegen das Ressentiment – dem es um Unterwerfung und Verwertung geht – stellt. Erneut laden wir unter dem Titel »Jammertal und Heiligenschein« zur Diskussion über aktuelle Perspektiven der Religionskritik ein und setzen damit eine Reihe aus dem Jahr 2013 fort. Neben Mina Ahadi, im Iran geboren und dort nach der Verhängung der Todesstrafe 1981 in die Flucht getrieben, spricht Jennifer Stange zur Verbreitung und zum Einfluss lokaler evangelikaler Gruppen.

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22. November  Dienstag 19 Uhr Veranstaltungsräume von RADIO CORAX , Unterberg 11

Zurück zum christlichen Traditionalismus Jennifer Stange über Evangelikale

6. Dezember  Dienstag 19 Uhr M e lan ch t h o n ian u m Universitätsplatz

Religionskritik konkret Mina Ahadi über den politischen Islam

Angesichts des sich radikalisierenden Islam erliegen selbst Linke der Versuchung den christlichen Religionen (in Westeuropa) eine Harmlosigkeit zu attestieren, die sich erst auf den zweiten Blick blamiert. Auf den ersten Blick ist die Kirche widerlegt und entmachtet: die Zahl der Konfessionslosen steigt, die Kirchenbänke bleiben zunehmend leer. Doch während die Kirchen zu einer Ware auf dem Markt für Seelenhygiene herabgesetzt werden und der Papst zum ös­ter­li­chen Grußau­gust mutiert ist, verzeichnen nicht nur christ­lich-kul­tur­in­dus­tri­el­le Gottesspek­ta­kel Zu­schau­er­re­kor­de. Auch evangelikale Strömungen gewinnen an Einfluss. Jennifer Stange gibt einen Überblick über die evangelikale Szene und ihre repressiven Gesellschaftsentwürfe.

Mina Ahahdi, 1956 im Iran geboren, wurde aufgrund ihres dortigen Engagements gegen die Gründung der Islamischen Republik Iran in den 1970er Jahren zum Tode verurteilt. Sie lebte und kämpfte daraufhin zunächst als Partisanin im kommunistischen Untergrund und emigrierte 1990 nach Österreich. Seit zwanzig Jahren ist sie politisch in Deutschland aktiv und hat im Rahmen dessen u. a. das Internationale Komitee gegen Steinigung und den Zentralrat der Ex-Muslime (mit-)gegründet. Regelmäßig kritisiert sie dabei einen verharmlosenden Umgang mit dem politischen Islam in Deutschland. So schrieb sie zuletzt in einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, dass diese absurder weise die islamische Bewegung als Verkörperung des Befreiungs9


kampfes der Bevölkerung gegen imperialistische Machtherrschaft verstehe: »Ihr bewertet jede Taktik und Aktion dieser Verbrecher als ›antiimperialistisch‹. Die islamische Bewegung an sich ist eine Bewegung zur Unterdrückung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Linken im Besonderen. Diese Bewegung terrorisiert und mordet nach islamischer Überzeugung und nach den Gesetzen des Koran.« Wir haben Ahadi eingeladen, um mit ihr über die Rolle des politischen Islam in Deutschland und einer Kritik an diesem zu diskutieren. Wir möchten mit der Feministin und Kommunistin über ihr Verständnis von Religionskritik sprechen. So soll es beispielsweise um den Widerspruch autoritärer Appelle an einen Staat gehen, der den Frauen den – zu kritisierenden Schleier – einerseits entreißen und gleichzeitig eine Religionsfreiheit der Einzelnen garantieren soll. Wir möchten Ahadi zu einer gesamtgesellschaftlichen und politischen Einseitigkeit von vermeintlicher Religionskritik am Islam bei Fehlen einer materialistischen Basierung dieser befragen. Schließlich muss eine Religionskritik sich mit Religion als Ideologie befassen und darf nicht bloße Kritik an Gläubigen einer bestimmten Religion sein.

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Kritik der Religion – Religion der Kritik Zweitägiges Seminar zur Aktualität und Notwendigkeit der Religionskritik. Termin, Ort und weiteres zum Inhalt in Bälde unter www.kritischeintervention.wordpress.com

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Aufge­taucht Psychologie und Gesellschaftskritik

1. Dezember  Donnerstag 19 Uhr Reil 78

Ein System von Narben Überlegungen zum Verhältnis von Trieb­ theorie und Kritik — Julian Kuppe Es gilt als eine Art Diktum, dass kritische Theorie einen Bezug zur Triebtheorie Freuds impliziert: Wenn die Triebtheorie und damit einhergehend die infantile Sexualität relativiert oder als überflüssig erachtet werden, sei davon auszugehen, dass es sich um unkritische Theorie handelt. Nun hat die Psychoanalyse seit der Zeit des Revisionismus- bzw. Kulturismus-Streits zwischen Adorno und Marcuse auf der einen Seite und Fromm und Horney auf der anderen Seite eine Entwicklung genommen, in deren Folge die Triebtheorie in deren Mainstream weitgehend durch andere Theorien ersetzt wurde, insbesondere durch die Objektbeziehungstheorie. Zwischen der gegenwärtigen Psychoanalyse und denjenigen, die sich in der Kritik der Gesellschaft an der kritischen Theorie orientieren klafft daher eine doch recht große Lücke. Diese Konstellation lässt danach fragen, welche Gründe es für die Bedeutung gibt, die der Triebtheorie nach der kritischen Theorie für die Kritik der Gesellschaft zukommt. Julian Kuppe beschäftigt sich u. a. mit Psychoanalyse, kritischer Theorie, ästhetischer Theorie und der Kritik der gesellschaftlichen Naturverhältnisse. 11


15. Dezember  Donnerstag 19 Uhr Reil 78

Kritik der klassischen und neueren Lern­theorien in der Psychologie — Wolfgang Maiers Obwohl die Lernpsychologie für Jahrzehnte die psychologische Forschung dominierte, steht ein tieferes Verständnis dessen, wie Menschen in den unterschiedlichsten Bezügen ihres praktischen Verhältnisses zur gesellschaftlichen und natürlichen Wirklichkeit lernen, aus. Ungeachtet aller Grundsatzkritiken präsentieren aktuelle Lehrbücher der (Allgemeinen) Psychologie die immergleichen lerntheoretischen Paradigmen: Klassisches und Operantes Konditionieren einschließlich geläufiger »kognitiver Erweiterungen« sowie Beobachtungslernen (Modellernen). An einer fehlenden Bedeutung des Lernbegriffs kann diese Indifferenz nicht liegen, da die Psychologie ihn weiterhin als zentrales explikatives Konstrukt heranzieht. Dies ist indes problematisch, solange die stillschweigende Voraussetzung, dass wenige universelle Lernprinzipien phänomenübergreifend wirksam sind, nicht begründet wird. Eine Durchsicht einschlägiger Entwicklungspsychologie-Lehrbücher zeigt nun, dass abgesehen von einer globalen Verweisung auf die o.g. lerntheoretischen Ansätze, sich in der Darstellung von Entwicklungen sowohl in einzelnen Lebensabschnitten als auch in speziellen psychischen Funktionsbereichen tatsächlich keine spezifizierten lerntheoretischen Erklärungsversuche finden. Demgegenüber demonstriert Sprachentwicklung exemplarisch einen vielstufigen Veränderungsprozess, der thematisch unterschiedliche Lernproblematiken aufwirft, bei deren Bewältigung verschiedenartige, in den herkömmlichen Ansätzen nicht oder nur partiell abgebildete, operative Lernprinzipien ins Spiel kommen. Nur vereinzelt wird hierin ein Forschungsdesiderat erkannt. Die fatale Konsequenz für die Praxis lässt sich z. B. bei der frühkindlichen Bildung zeigen: Alle für die

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Curricula der neuen akademischen ErzieherInnenausbildung in Deutschland maßgeblichen Bildungsprogramme zeigen einen Paradigmenwechsel an, indem sie in Absage an klassische Instruktionsparadigmen und deren Lehr-Lern-Kurzschluss kindliche Entwicklung als »Selbst-Bildungs-« bzw. »Ko-Konstruktionsprozess« beschreiben und damit auf eine »Akteursperspektive« vom Standpunkt des Kindes fokussieren. Dieser Standpunktwechsel verbleibt aber auf der Ebene einer vagen Programmatik, weil das konzeptionelle Pendant der Psychologie – »Lernen« – nirgends konkretisiert wird. Der neue Orientierungsrahmen büßt damit erheblich in seiner Leitfunktion für praktische Innovationen ein. Wolfgang Maiers studierte Pädagogik und Psychologie u. a. bei Klaus Holzkamp. Er ist seit Gründung Redakteur der Zeitschrift »Forum Kritische Psychologie« und Mitherausgeber der Schriften Klaus Holzkamps. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Subjekt- und Lernforschung sowie Kritische Psychologie. Er ist Professor für Allgemeine Psychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal und Direktor des Klaus Holzkamp-Instituts für Subjektwissenschaft der Internationalen Akademie für Innovative Pädagogik und Ökonomie an der Freien Universität Berlin.

19. Januar  Donnerstag 19 Uhr Reil 78

Freud, die Not, der Trieb und ich Zur psycho­analytischen Subjekttheorie — Melanie Babenhauserheide Die Freudsche Theorie erfreut sich nicht gerade großer Popularität. Im akademischen Betrieb wird sie häufig als unwissenschaftlich und antiquiert aussortiert. In auf sie aufbauenden psychologischen Theorien wird ihr Herzstück, die Triebtheorie, herausgeschnitten. In der politischen Szene wird sie nicht selten gemieden, weil sie als zu deterministisch, biologistisch, frauenfeindlich und zu wenig gesell13


schaftsanalytisch gilt. Doch Adorno zufolge ist sie die einzige Theorie, »die im Ernst den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität nachforscht«. Wieso? Melanie Babenhauserheide ist Kritische Theoretikerin. Sie arbeitet derzeit als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Ihre Dissertation, die sie am Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main eingereicht hat, befasst sich mit der Ideologie von J.K. Rowlings Harry Potter-Reihe.

26. Januar  Donnerstag 19 Uhr Reil 78

Sucht als Krankheit des verlorenen Subjekts? Ein zivilisationsgeschichtlicher Blick auf das Verhältnis von Rausch und Subjektivität — Alexandra Schauer Rausch und Ekstase sind gewissermaßen universale Phänomene. Als sakrale, rituelle oder alltägliche Praktiken haben sie in der Geschichte der Menschheit seit jeher eine Rolle gespielt. Das gilt nicht gleichermaßen für das Phänomen der Sucht. Als Erfindung des 18. Jahrhunderts, in dem sie zunächst in Gestalt der Trunksucht, später in Gestalt der Opiumsucht die Gemüter bewegte, wurde sie zu einer Zeit entdeckt, als sich der Mensch als autonomes, geschichtsmächtiges Subjekt zu verstehen begann. Die Entdeckung der Sucht stellte die dunkle Kehrseite der Entstehung bürgerlicher Subjektivität dar. Beruht diese auf Selbstkontrolle und Selbstdisziplin, mittels derer das Ich über seine Triebe, Affekte und Neigungen Herr zu werden sucht, stellt die Sucht eine Infragestellung dieser Selbst­ beherrschung dar. Der juristische Tatbestand der Unzurechnungsfähigkeit legt davon Zeugnis ab. Im Vortrag soll dem zivilisationsgeschicht­ lichen Zusammenhang zwischen der Entsteh­ ung bürgerlicher Subjektivität und der Ent-

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deckung der Sucht nachgegangen werden. Zugleich wird das Verhältnis von Sucht und Subjektivität in die Gegenwart verfolgt. Im Zentrum steht dabei die These, dass Drogen im Übergang von der bürgerlichen Moderne in die spätmoderne Gegenwart ihre gesellschaftliche Funktion gewandelt haben: Hatte der Rausch einstmals der Flucht aus einem gesellschaftlichen Lebens gedient, indem sich der Bürger nur durch Selbstkontrolle und Selbstdisziplin und der Arbeiter durch Verkauf seiner Arbeitskraft erhalten konnte, so stellen Drogen in der Gegenwart nicht mehr das Andere der Arbeitsgesellschaft dar. Vielmehr sind Drogen zu einem integralen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden. In ihrer populärsten Gestalt begegnen sie heute als Mittel, mit denen das »unternehmerische Selbst« nach seiner beständigen Optimierung strebt. Alexandra Schauer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Soziale Entwicklung und Strukturen an der LMU München. Sie arbeitet zum Wandel von Selbstverhältnissen und Weltbeziehungen in der spätmodernen Gegenwart.

2. Februar  Donnerstag 19 Uhr Reil 78

Eine Biopolitik des Geniessens Die Fallstricke des postödipaler Subjekti­ vierung — Tove Soiland Lacan war gewiss kein Gesellschaftstheoretiker. Doch ähnlich wie Reich und Marcuse im Zuge der 68er-Revolten an Freud anschlossen und damit einen Freudomarxismus hervorbrachten, existiert heute im Umfeld der Schule von Ljubljana eine marxistisch orientierte Lacan-Rezeption, die darum bemüht ist, die heutige, gegenüber der fordistischen Gesellschaft veränderte ideologische Konstellation zu verstehen. Ausgehend von Lacans eigenen Überlegungen geht der Vortrag der Frage nach, wie unter den veränderten Voraussetzungen 15


postfordistischer Gesellschaften die Funktionsweise von Ideologie neu zu denken ist. Im Zentrum steht dabei jener Wandel in den Subjektstrukturen, den Lacan in seinem Seminar XVII beschreibt. Nach dem Untergang der partriachalen Kleinfamilie mit ihrer ödipalen Struktur haben wir es heute mit den Fallstricken postödipaler Subjektivierung zu tun, die, weit davon entfernt, befreite Subjekt hervorzubringen, diese in der Gegenwartsdiagnose Slavoj Zizeks diese vielmehr einer neuartigen Form einer »Biopolitik des Genießens« unterwirft. Tove Soiland, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Zürich. Sie ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und bietet bei der Gewerkschaft VPOD in Zürich seit Jahren Seminare für Frauen zu feministischer Ökonomie und politischer Theorie an. 2008 promovierte sie an der Universität Zürich zu »Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten«. Sie ist Mitglied des Beirates der Zeitschrift Widerspruch. Ihre heutigen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Feministische Theorie, französische Psychoanalyse und Marxismus. 2003 initiierte sie den »Gender-Streit«, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. Im WS 2016/17 hat sie die Klara-Marie-Faßbinder Gastprofessur an der Hochschule Ludwigshafen inne.

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Sprache, Leib, Natur In der Kritischen Theorie und in der Psychoanalyse stehen Sprache und Leib­ lichkeit vor dem Hintergrund von Natur und Gesellschaft in einem Vermittlungs­ verhältnis. Mit Blick auf materialistische Theorie und durch die Kritik an (post-) strukturalistischen Entwürfen wird sich die Vortragsreihe mit dem Themen­ komplex auseinandersetzen. Arbeitskreis für Kritische Theorie und Psychoanalyse Halle

Voraussichtlich Anfang Dezember 2016 M e lan ch t h o n ian u m Universitätsplatz Halle Der genaue Termin wird bekannt gegeben unter www.alvhalle.wordpress.com Die Reihe wird fortgesetzt.

Struktur, Genese, Nichtidentität Elemente einer kritischen Theorie der Sprache — Vortrag und Diskussion mit M. Schönwetter Ferdinand de Saussures Buch Cours de linguistique générale ist eine der tragenden Säulen im Denkgebäude des Strukturalismus und Poststrukturalismus. Hierin charakterisiert de Saussure Sprache als ein System negativ-differentieller und arbiträrer Koppelungen von Signifikaten und Signifikanten. Die Geltung dieses Systems der Sprache hat dabei stets absoluten Vorrang vor seiner historischen Genese und seiner Anwendung im Sprechen – damit auch vor dem Individuum. Kontrastiert man dieses von Charles Bally und Albert Sechehaye zusammengestellte und im Namen de Saussures posthum veröffentlichte Werk mit dem Aphoristiker de Saussure kommen erhebliche Zweifel auf, ob dieser solch ein sprachstrukturalistisches System vor Augen hatte. Die Quellen des Cours und die Aphorismen weisen in eine Richtung, in der nicht Geltung und Struktur, sondern die gesellschaftlich-historische Soziogenese der Sprache im Zusammenhang 17


der einzelnen Sprecher im Fokus steht. Zentrale (post-)strukturalistische Prämissen lassen sich mit dem Aphoristiker de Saussure nicht vereinbaren. Im Vortrag soll dies die Grundlage sein, zentrale Aspekte einer materialistischen Theorie der Sprache zu erörtern. Im Mittelpunkt steht unter anderem die erkenntnis­ theoretische Stellung der Sprache. Im Gegensatz zum (Post-)Strukturalismus begreift die kritische Theorie Sprache nicht als ursprüng­ lichen, vorsubjektiven, gar konstitutiven Zusammenhang für das Welt- und Natur­ verhältnis des Menschen. Sprache erweist sich vielmehr als Praxisform im Vermittlungsverhältnis von Natur und Gesellschaft einerseits und zwischen gesellschaftlichen Bedingungen und leiblich-sinnlichem Individuum andererseits. Dass Sprache auf Zeichen, auf Kommunikation hin verkürzt wird, ist Ergebnis ihres Gebrauchs unter herrschaftsförmigen Verhältnissen. In den Begriffen der Konstellation und des Nichtidentischen reflektiert Theodor W. Adorno Sprache in ihrem unauflöslichen Antagonismus, die Dinge aus ihrer Stummheit zu befreien und sie zugleich unter den Bedingungen »instrumenteller Vernunft« (Max Horkheimer) identitätslogisch zurechtzustutzen.

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Bildungs­ politik in Latein­ amerika

Reihe des Solidaridad e.V.

8. November  Dienstag 19 Uhr Veranstaltungsräume von RADIO CORAX , Unterberg 11

Demokratische Schule in Los Andes — Jhenifer Flores

29. November  Dienstag 19 Uhr / RADIO CORAX s. o.

Das Bildungssystem in Chile — Moris Handke

12. Januar  Donnerstag 19 Uhr / RADIO CORAX s. o.

Bildung und Fernsehen in Lateinamerika: das Beispiel der Telenovela — Joachim Michael

26. Januar  Donnerstag 19 Uhr / RADIO CORAX s. o.

Gemeinschaftsschulen in Ecuador und alternative Bildungsperspektiven — Emilia Portaluppi

www.facebook.com/ solidaridad.ev

Im Hochland der peruanischen Anden, entwickelt sich seit 2008 die erstes demokratische Schule in Peru. Aus einer Initiative von zwei peruanischen Lehrern ist dort ein soziales Projekt entstanden was mehr ist als eine Schule. Das Projekt arbeitet an der grundlegenden Änderung humanitärer Missstände in den Bereichen: Bildung, Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte

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Neue und alte Rechte 23. November Mittwoch 19 Uhr M elan ch t h o n ian um

Von »NPD« bis »Neue Rechte« Überblick zu rechten und neonazistischen Strukturen in Halle und Umgebung Auch wenn rechte Strukturen es in Halle (Saale) immer relativ schwer hatten Fuß zu fassen, sind auch hier die Auswirkungen der rassistischen Mobilisierung zu spüren. So hat sich in den vergangenen Jahren eine ausdifferenzierte rechte und neonazistische Szene entwickeln können. Angefangen bei der klar neonazistisch geprägten Brigade Halle über die Verschwörungstheoretiker der Montagsdemo, die sich Montag für Montag vom ehemaligen Blood & Honour Kader Sven Liebich rumkommandieren lassen. Hin zur selbst ernannten Kontrakultur (siehe S. 26) mit besten Verbindungen zur AfD. Sie alle eint der Hass auf die sich verändernde Gesellschaft in der Menschen auf vielfältige Arten verschieden sind und ein Leben jenseits vom Bekenntnis zu Volk und Nation führen können. Die immer offener auftretende rassistische und menschenfeindliche Hetze geht parallel mit einer enorm steigenden Zahl rechter Gewalttaten. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen sind Kenntnisse der rechten Strukturen und Strategien von Nöten. Im Vortrag und der anschließenden Diskussion wird ein(e) Referent(in) vom Miteinander e.V. einen solchen Überblick präsentieren.

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10. Dezember  Samstag 18 Uhr Reil 78

Jedes Jahr Nie Wieder Filmvorführung Österreich 2015, deutsche OF, Dok, 95 min, Regie: Paul Buchinger, David Pilcher Der Film thematisiert aus einer kritischen Perspektive die derzeit wohl umstrittenste Veranstaltung Österreichs, dem von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball: ein internationales Treffen völkischer Burschenschafter, neurechter AkteurInnen und extrem rechter Parteien in der traditionsreichen Wiener Hofburg. Die Macher Paul Buchinger und David Pichler porträtieren die Schlüsselfiguren dieser Nacht, von der Antifa bis zur Burschenschaft, und fragen überdies in der Öffentlichkeit stehende Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft nach deren persönlicher Wahrnehmung zum Ball. Jedes Jahr im Januar findet der Wiener Akademikerball, ehemals WKR -Ball (Wiener Korporationsring) statt. Ein elitäres Stell-dichein der völkischen und extrem rechten Szene Europas. Seit 2008 gab es dagegen wachsende Proteste von antifaschistischen und linken Gruppen, aber auch von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien, an denen in den letzten Jahren bis zu zehntausend Menschen aus dem In- und Ausland teilnahmen. Stadt und Polizei reagierten darauf vor allem mit Repression, u. a. 2014 mit einem viel kritisierten Platzverbot für Teile der Innenstadt. Im Laufe des Abends kam es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizei und Sachbeschädigungen. Der Film folgt einem chronologischen Ablauf von der Anti-Akademikerball-Demonstration 2014 bis zu jener im Jahr 2015. In den Fokus rückt dabei auch der Fall des Demonstranten Josef S. aus Jena, der als vermeintlicher »Rädelsführer« fast 6 Monate in Untersuchungshaft sitzen musste und im Anschluss in einem mehr als fragwürdigen Prozess verurteilt wurde. So behandelt der Film auch die, 21


vor allem am Fall Josef S. aufgezogene, medial geführte Gewaltdebatte. Darüber hinaus wird durch ein Portrait der Wiener Burschenschaft Libertas das ideologische Korsett des Balls als auch der Alltag deutschnationaler Verbindungsstudenten gezeigt, und damit dem Ziel der Kritik der WKR -GegnerInnen ein Gesicht gegeben. Im Anschluss des Filmes wird es aktuelle Informationen zum Wiener Akademikerball 2017 geben.

28. Januar  Samstag 19 Uhr Reil 78

Retrofieber – Neonaziaufmärsche in Ostdeutschland 2015 Lesung mit Sören Kohlhuber Sören Kohlhuber ist freier Journalist und dokumentiert regelmäßig rechte Aufmärsche in Deutschland. In seinem aktuellen Buch »Retrofieber – Wenn Neonazis die ostdeutschen Straßen zurückerobern« berichtet er von seinen Erlebnissen und Erfahrungen, die er im Jahr 2015 bei fast 50 rechten Aufmärschen in den neuen Bundesländern machte Dies geschah in einer Zeit, in der unter anderem Neonazis aus den 1990er-Jahren darauf hofften, die Straßen wieder zurückerobern zu können, um gegen Asylsuchende zu hetzen. Das »Retrofieber« der Rassisten sorgte für über 1.000 rassistische Aufmärsche und tägliche Übergriffe auf Asylunterkünfte in der gesamten Bundesrepublik. Es bedarf einem reflexiven Blick zurück in die nähere Vergangenheit, um die anhaltenden Hegemoniebestrebungen von (ostdeutschen) Neonazis einordnen zu können und Umgang damit zu finden. Das Buch ist die Fortsetzung der ersten Buches »Deutschland, deine Nazis« aus dem Jahr 2015.

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Vorgestellt FAU Halle Jung und Billig in Halle? Gegen Ausbeutung im Minijob!

Achtet auf weitere Ankündigungen auf www.fauhalle.blogsport.de www.minijob.cc

Was haben Callcenter, Bowlingbahnen und Pizzaservices gemeinsam? Sie beschäftigen MinijobberInnen zu unmöglichen Bedingungen. Besonders viele Studierende findet man in diesen unsicheren Jobs. Nur kaum einer kennt seine grundlegenden Rechte im Betrieb und weiß, wie er sich gemeinsam mit seinen Kollegen erfolgreich für diese einsetzt. Dies will die FAU Halle mit ihrer Kampagne »Jung und Billig in Halle?« ändern und stellt sie euch demnächst vor. Neben einer Analyse des Niedriglohnsektors und der Schlüsselstellung von Minijobs im Dienstleistungsbereich liefert die FAU eine Vorstellung der größten Probleme im Minijob. Außerdem bekommt ihr eine Übersicht zu den wichtigsten Arbeitsrechten und eine Vorstellung von erfolgreichen gewerkschaftlichen Aktionen der FAU Halle in diesen unsicheren Arbeitsverhältnissen. Wenn ihr euch darüber informieren oder sogar selber in euren Minijobs aktiv werden wollt, dann kommt zur Kampagnenvorstellung im Januar im Melanchthonianum der Uni Halle.

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RADIO CORAX

Freies Radio in Halle

www.radiocorax.de 95,9 FM

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Wer hierzulande Radio hört, kann schnell verzweifeln: Überall dröhnt ein durchhörbarer Rotz. Bestenfalls Musik, die durch den Alltag dudelt und Informationen über das Wetter, den Verkehr und das tagesaktuelle Geschehen – möglichst gut und schnell verdaulich natürlich. In Halle findet sich eine seltene Alternative zu all dem: CORAX . Ein Radio, welches nicht gemacht wird, um im Hintergrund zu laufen und ignoriert zu werden. Es verlangt Aufmerksamkeit – hier und da auch Anstrengung. Seit 16 Jahren sendet das Radio (mittlerweile mit 150 Sendungen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, jede zehnte Sendung ist fremdsprachig) auf der Frequenz 95,9 und spielt auch als Kommunikationsort eine wichtige Rolle für die lokalen Subkulturen und (politischen) Szene(n). Auf ungesicherter ökonomischer Basis (helfen kann man als Mitglied des Förder- und Freundeskreises) und mit hoher physischer und psychischer Beanspruchung der Akteure, ist CORAX ein Versuch, ein Medium aus seinem Verwertungszusammenhang zu lösen. Ziel ist die Emanzipation der Hörenden und Sendenden innerhalb der konventionellen Medienlandschaft. Bei CORAX entscheidet eine Redaktionskonferenz basisdemokratisch über neue Sendungen, Programmänderungen und diskutiert Kritik. Eine konsistente Senderpolitik ist bei dieser Organisationsform schwierig. So lassen sich in der Realität durchaus qualitative Unterschiede der Sendungen ausmachen. Doch der Anspruch wird häufig hörbar; kritische Gesellschaftsanalysen zu betreiben und sich dabei die Freiheit zu nehmen, auch die eigene Praxis immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ob und wie dies gelingt? Findet es heraus und dreht auf 95,9 FM .


Audioarchiv kritischer Theorie & Praxis

Icon created by chris dawson from the Noun Project

www.audioarchiv. blogsport.de

Seit 2009 dokumentiert das Audioarchiv Mitschnitte von Vorträgen, Konferenzen und Lesungen sowie zahlreiches Material aus den freien und öffentlich-rechtlichen Radios. Weit über 1.000 Aufnahmen – auch viele von Vorträgen des alv – sind in den letzten sieben Jahren zusammengekommen. Zentrale Themen des Audioarchivs sind: Kapitalismus- und Arbeitskritik, feministische Gesellschaftskritik, Ideologiekritik und Kritik des Antisemitismus, die Geschichte ver­gangener Revolutionsversuche und -bewegungen, Philosophie und dialektisches Denken, Geschichte des Nationalsozialismus, Kritik der Aufklärung und bürgerlicher Subjektivi­ tät, Ästhetik und Kulturkritik, Geschichte der Marx­rezeption. Auch randständige, außer­ gewöhnliche und selten besprochene Themen finden Eingang – das Denken bleibt beweglich, wenn es sich hin und wieder verunsichern lässt. Das Audioarchiv will einführen. Nicht nur die Komplexität, die die Kritik komplexer Verhältnisse erfordert, auch das Spezialistentum macht es Neugierigen und Interessierten oft nicht leicht, einen Einstieg in zentrale Themen und Streitfragen der gegenwärtigen Gesellschaftskritik zu finden. Daher finden sich im Audioarchiv auch Vorträge und Features, die als Annäherung dienen und Mut zum Weiterlesen, Weiterhören, Weiterdenken und Weiterfragen machen. Das Audioarchiv ist parteiisch. Auch wenn es eine Vielzahl von Themen aus recht unterschiedlichen und durchaus auch widerstreitenden theoretischen Perspektiven beleuchtet, soll die Auswahl der Inhalte nicht beliebig sein. Trotz des dokumentarischen Charakters des Archivs werden selbst Debatten vorangetrieben, Auseinandersetzungen forciert und in selbige interveniert. 25


Achtung völkische Nipster! Da reden sie als »Jugend ohne Migrationshintergrund«, da wird eine Bürgerfragerunde mit Politikern über die neuen Flüchtlinge in Halles Marktkirche mit »Grenzen sind nicht illegal«-Rufen dekoriert, wird während eines bürgermeisterlichen Stell­ dicheins mit Geflüchteten in HalleNeustadt ein verlassener Wohnblock erobert und ein Spruchband »Stopp dem großen Austausch« entrollt, da bedecken sie als Kulturbeschämte Büsten von Denkern im halleschen Löwengebäude die Augen, da kleben sie da oder dort so nen »Wehr dich«Comic-Fresse-Sticker an Laternen, nerven in Uni-Seminaren mit mehr oder weniger ver­drucksten deutschgesonnenen Nachfragen und vereiteln das doofe Uni-Ersti-Willkommen im Audimax mit ebenso doofen LambdaErsti-Willkommen-Banner … oder sie feiern ihre (Zitat) »ritterliche« Haltung beim selbst ausgerufenen Kulturkampf mit Frischluft, Dokufilm, Wochenendseminaren, Selbst­ 26

Kontrakultur. Die Identitäre Bewegung a.d. Saale

verteidigungskursen. – Mit diesen rhetorischen Gebärden treten die geschniegelten Vertreter der halleschen Fraktion der Identitären Bewegung seit einigen Monaten hervor. Vornehmlich und gern im Duktus des Hochkulturellen und der Intellek­ tualität (zum geistigen Gehalt ihres Geistigen gleich mehr). Jedoch geschieht das mit einem Geltungsanspruch, der einen statt­lichen Übergang zur handfesten Gewalt vorwegnimmt und der in den Kommentaren ihrer digitalen Followers verstanden und in unmissverständliches Gutdeutsch übersetzt wird. Deswegen, weil diese Typen auf eine Vielzahl bereits existierender Verständiger treffen, weil ihnen aus den demokratischen Lagern nur Standpunktabweichung oder -extremismus vorgeworfen wird, weil eine Kritik ihres Standpunkts aber noch fehlt … sei diesen besorgten deutschen Jungbürgern ein bisschen Würdigung zugestanden.


Widersprüche … Kontrakultur hat sich die hallesche Fraktion der Identitären betitelt und gibt damit im Namen Grundsätzli­ches kund: Ihnen geht der herrschende Geist in diesem ihren Volkshaufen mächtig auf den Sack, das gehöre abgeschafft. Reden die bei Kultur nun von Kultur?, von Wurst und Senf und Konsalik? Nein, in ihrer KulturDiagnose reden sie politisch. Und das in einer altbekannten Formel: Angesichts dessen, dass auch ihr Leben in Deutschland allenthalben Zumutungen kennt, sehen sie nicht die Art des Staatswesens, welches seine Gesellschaft Entsprechendes zumutet, scheel an; stattdessen sehen sie dieses selbe Staatswesen nur unge­ nügend umgesetzt – maßgeblich, weil diesem die entsprechende Geistespflege fehle. Jener Geist nämlich – Werte, Traditionen, Sprache, kurz: »Ethnokultur« – garantiere, wenn nicht verlottert und endlich bei sich, das schönste Miteinander aller Deutschen, wo der widerliche Alltag von Lohnarbeit, Eigentum und Melde­pflicht flott Nebensächlichkeiten werden. Und so pflegen sie mit großem Selbstbewusstsein den ältesten Naturrechtskalauer: Die gute un­schuldige Natur habe diese natio­nale Kollektivgeistigkeit, auf dass sie ungeistige Nation werde, erdacht. Und sie pflegen damit den Haken jeder Naturrechtsidee: Die Natur erachtet ihre Menschen als vollkommen, wenn die ihre subjektiven Willen relati­ vieren, sich aufeinander verpflichten und – hoppla – dabei gelegentlich die Natur so sehr vergessen (kön-

nen!), dass ein ganz anderer Teil von ihnen dann mit Rechtsanspruch und politischer Staatsgewalt dabei behilflich wird, den Menschen ihren Naturzustand als ein Volk wieder reinzuprügeln. Nur so, politisch alternativlos aufeinander verpflich­tet, wird dem Haufen Mensch seine Existenz als Volk gewährt und ist dieses nicht als Mensch, sondern nur als Volk glücklich. Und so wird es selbst in den Momenten kritisch, wenn die Politik diesen Zwang schleifen lässt. Da sehen sie nicht nur Un-Natur und Un-Geist walten, sondern glatt das individuelle Lebens- wie das allgemeine Welt­ende bevorstehen. Die hallesche Kontrakultur steigt im www mit diesem Weltmenschgrundbaustein ›Volk‹ programmatisch ein und spricht dabei einiges mehr aus. Dass zum einen Volk einfach da ist, zumal das deutsche, ist diesen Identitären eine Wirklichkeit, die sie glauben, lediglich beschreiben zu müssen. Zum anderen ist ihnen dieses Volk nicht durch sich, sondern nur durch anderes Volk bedroht, und diese Haltung ist keineswegs Feind­ seligkeit, sondern – ein rhetorischer Kniff, der etablierten Politik abgelauscht – pure Verteidigung. Die ersten Sätze ihrer anschaulichen Selbsterklärung: »Wir sind die Jugend, die für einen falschen Blick, eine verwehrte Zigarette oder bei dem Versuch, einen Streit zu schlichten(,) totgetreten wird. Die Jugend, die den Preis bezahlen muss für eine Ent­scheidung, an der sie nie beteiligt wurde.« Diese edle deutsche Jugend in Halle hat nicht nur eine recht unrea­listische Wahrnehmung von sich 27


und ihrer privaten wie nationalgeschichtlichen Friedensschlichtheit (man schaue in: Straßen, Zeitungen, Geschichtsbücher). Sie witzelt auch in geliebter Nationalisten-Manier: Die über die Staatsgrenzen Zugezogenen sind nicht nur zahlreich (Plural!), sondern auch trotz ihrer Herkünfte (Plural!) und Religionen (Plural!) und privaten Lebensentwürfe (Plural!) identisch (hoppla: Singular!). In dieser Identität sind sie nicht nur negativ bestimmt zu dem, was die Kontrakulturellen sich dialektischerweise als ›deutsch‹ imaginieren mögen. In dieser zweimal falschen Abstraktion ist deren Identität durch und durch dem Deutschen feindlich, so dass die Zugezogenen allein durch ihr pures Dasein einem deutschen Blick den bloßen Blick neiden (Fatal!). Schon dieser gedankenschwere Fehlerhafen tut kund: Die reden bei den ›Anderen‹ lediglich von sich und spiegeln dieses Sich an den Angeschauten und nehmen sie, von denen sie ansonsten nichts wissen müssen (weil wollen), als Auftrag an die eigene Wehrhaftigkeit. Dieses Volk ist und das nur bei sich, wo kein Un-Volk. [Ohne dass es das für diese ideelle Feindschaft notwendig gebraucht hätte, bekommt diese falsche Bestimmung jedes Nicht-Deutschen Futter durch die Silvester-Köln-Vorfälle, die die Konstruktion der Ausländer-Identität nicht richtiger machen, nur eben dieser beste Bebilderungen liefern. So verschenken neuer­dings die Kontra­ kulturellen vor dem halleschen Hauptbahnhof Pfefferspray an die (deutsche) Frau und sagen: Siehste!]

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Dass ein ›un-natürlicher‹ Zustand überhaupt eingetreten ist, dass Ausland nun ins Inland kommt und Un-Volk dem Volk seine Existenz vermiest und den einzelnen Jugendlichen um ihr eigentliches Eines Fürchten lehrt, sei jedoch in erster Linie deutschen Politikern anzukreiden. Der »Ansturm von Einwanderern« sei als »Großer Austausch« der ›Völker‹ angelegt und das, so sagt diese betroffene Jugend, könnte ihren Volksgenossen, die als Politiker ganz unbetroffen, weil als Gestalter des realen Deutschlands unterwegs, eigentlich nicht wollen können. Was gerade identische Volkssauce, ist nun plötzlich ziemlich geteilt, gar solchermaßen, dass sich unter den ›natur-identischen‹ Deutschen der härteste Gegensatz ausspricht: Politik bestimmt, was (und wer) deutsch ist, erstens. Und zweitens ist es keineswegs umgekehrt. Jedoch, dieser zwingenden Realität halten die Identitären weiterhin ihren Idealismus der eigentlichen Versöhntheit entgegen und versteifen sich (beim Großen Tautos) darauf, es fehle den Hirnen der Politiker der Deutschen bloß der richtige Geist. Damit die Politik stattfinde, die eine deutsche Kultur wieder und überhaupt zu realisieren helfe, fordern sie eine kulturelle Rück-Besinnung, eine »Reconquista«: »Wir haben den Fernseher ausgeschaltet, um selber zu denken. Wir haben eure Geschichtsbücher geschlossen, um unsere Jahrtausende alte Geschichte und Traditionen selbst wieder zu entdecken. Wir lassen uns von euch nicht kaufen, mit Scheißjobs oder Karrieren. Wir malen das Lambda, das Symbol des Wider-


stands, auf die Mauern unserer Stadt. Wir sind die Jugend, die sich wehrt. Weil es unser Land ist.« ›Unser‹ Land ist für die Identitären nicht nur in ihrer politischen Wirklichkeit abwesend, auch als Idee, so geben sie in Breite kund, haben sie es nur kläglich im eigenen Besitz. Die Sicherheit, mit Volk und Geist als Naturnotwendiges zu reden, erscheint hier selbst diesen größten, wehrbereiten Vertretern eine unsichere, gar prekäre Existenz. Das Zitat strotz vom Jammer: Sie können, was eh nur durch Abwesenheit glänzt, nur mit Aufwand evozieren, müssen diese ungültige gültige Kultur erst »entdecken«, ihr nachstudieren, machen dabei um jeden Materialismus, von dem sie ihr Denken korrumpiert sehen (weil lassen), einen Bogen und freuen sich schon wie Atze, dass sie ihrem Versuch bzw. ihrem darin ausgedrückten Anspruch wenigstens symbolische Präsens zu geben in der Lage sind. Nicht wogegen, sondern wofür sind sie nochmals wehrhaft? … Da denken die Kontrakulturellen schon mal selbst und produzieren rhetorische Figuren und statt Belege ihrer Gedanken nolens volens deren Dementis. Ja, richtig, man darf sich fragen, weshalb das, was theoretisch schlüssig erscheinen will und offenkundig das Gegenteil tut, allerorten immer wieder von sich gegeben wird und Anhänger um sich scharrt. – Es ist die (irgendwie wohl naheliegende und nahegelegte) Fiktion zu einer Realität, die ihr un-fiktiv vorausgeht. Und weil diese Fiktion den gar nicht fiktionalen Anwesenheit von Herrschaft ausspricht und des Weiteren den Übergang zur Gewalt kennt, wäre es auch

nicht ratsam, sie lediglich als ungenügende Theorie abzuwinken. … geltend gemacht Was die Identitären als »metapolitisches« Programm verstehen und als »patriotische Hegemonie« fordern, ist – trotz der großen Kritik an den westlichen Staaten und Politikern – nicht anderes als deren ideales Abziehbild: Ihr Fantasma eines über- und vorpolitischen Gemeinsamen aller Deutschen hat materiell tatsächlich eine Entsprechung: der Haufen an Staatsbürgern. Das Verbindende ist indes nicht Geist, sondern die Realität im ganz ungeistigen Akt des Staats, seine Angehörigen per Passgewalt zu ernennen und aufeinander zu verpflichten. Spätestens an der Staatsgrenze sticht deutscher Pass deutschen Geist. Volk ja, aber von wegen natürlich oder geistig. Was ferner die Identitären als ›verlorene‹ Ressource ›deutsche Jugend‹ und angesichts der Immi­ gran­ten als unsaubere Konkurrenzbedingung ihrem Staat entgegenhalten, nimmt sehr gut die Gegensätze dieser so schön betreuten Gemeinschaft wahr, der sie selbst untergeordnet sind. In dieser haben auch die Identitären innerhalb ihrer Klasse als Konkurrenten zu überleben, wo dann jeder Nebenbuhler tatsächlich ein Minus an Optionen, auf die sie in ihrer Reproduktion verpflichtet werden und sein wollen, bedeutet. Die Blödabstrakta ›Werte und Traditionen‹ interpretieren den unfreien ›Volkskörper‹, deren Genossen von Hartzer über Lohn­arbeiter bis Merkel und Industrieller ja bekanntlich auf 29


ein prächtiges Gegeneinander verpflichtet werden, ganz passend nämlich mit nichts anderem als der bloß grammatischen Konkretion durch das Possessivpronomen ›unsere‹; denn jede Konkretion offenbarte das nicht politische, aber das prakti­ sche Nicht-Identische: Ein Wert (z. B. die beliebte ›Freiheit‹) ist als Not bzw. ›Chance‹ des Arbeiters, Arbeit suchen zu müssen bzw. dürfen etwas sehr Anderes als in den Händen des Unternehmers, Arbeit nach Gusto leisten zu lassen; eine Tradition (z. B. das beliebte ›Deutsch‹) eint diese Deutschen weder mit Goethe oder dem alten Vogelweide, die in den nationalen Buchregalen eher ab- als anwesend sind, noch mit ihrem prak­ tizierten Symbolinventar, das sich durch wildesten Wuchs abseits von Duden und Genetiv (gottlob) ›diver­ sifiziert‹. Also schön in Sozialkunde­ abstrakte bleiben! Last not least ist die Geistes­ haltung, die die Identitären den Hiesigen anempfehlen, längst gültige Lehrmeinung dieser unserer Bildungsinstitutionen und wird trotz »Multikulti« keineswegs als Norm verabschiedet, was die Einbürgerungstests ja hinlänglich beweisen. – Soweit nix Kontra, nur Konsens. Da hat der deutsche Geist doch genau die deutschen Verhältnisse, nach denen es ihm verlangt, und die deutschen Verhältnisse den passenden Geist, den sie ruft. Fast. Nur einen, aber entscheiden­den Mangel entdecken die Identi­tären an ihrem Naturstaat und umgekehrt: In Anbetracht der ein- und ausheimischen menschlichen Ressourcen, die dem deutschen Staat auf dem 30

Feld der Werktätig­keit, des KnowHows, des Geld­beutels und der Kriege seine Welt­erfolge bringen, sehen die Identitären eine bodenlose Diskri­ minierung. Dieser Staat müsse all diese Dienste für ihn von seinen teutonischen Ureinwohnern als exklusive Pflicht abverlangen. Dies ist den Identitären ein unhinter­gehbarer, kulturell geronnener und nicht zur Diskussion stehender Anspruch: Erst die Kultur, dann die Politik! – Denkste! Wirklich erst mit diesem abgehobenen Anspruch scheren die Identitären aus aus dem, worin sie sich bis dahin so sicher bewegt haben: dem sittsamen demokratischen Diskurs und dem festen bundesrepublikanischen Gemeintdarfwerden. Und wirklich erst an diesem Punkt verabschieden sie sich aus dem, was als kulturpoli­ tisches Projekt hierzulande immer förderungswürdig ist: die Kultivierung der Vaterlandsliebe.

Weitere Hinweise zur Kontrakultur sind zu finden unter www.nohalgida.wordpress.com www.hosenrunter.noblogs.org www.recherchemd.wordpress.com


Veranstaltungen des ALV Wintersemester 2016 / 17 Mo 24. 10. 16:00 Kritischer Zugang zu ehrenamtlicher Sprachmittlung

Sa 10. 12. 18:00 Filmvorführung: »Jedes Jahr Nie Wieder«

Di 25. 10. 17:00 Fallstricke des Engagements

Do 15. 12 19:00 Kritik der klassischen und neueren Lerntheorien in der Psychologie

Mi 26. 10. 18:30 Flüchtlingsarbeit im Spannungsfeld bürgerschaftlichem Engagement und politischer Verantwortung Fr 28. 10. 18:00 Offene Diskussion – Ist es uns (k)eine Ehre? Di 8. 11. 19:00 Demokratische Schule in Los Andes Di 22. 11. 19:00 Zurück zum christlichen Traditionalismus: Über Evangelikale Mi 23. 11. 19:00 Überblick zu rechten und neonazistischen Strukturen in Halle und Umgebung Di 29. 11. 19:00 Das Bildungssystem in Chile Do 1. 12. 19:00 Überlegungen zum Verhältnis von Triebtheorie und Kritik Di 6. 12. 19:00 Religionskritik konkret: Mina Ahadi über den politischen Islam

Do 12. 1. 19:00 Bildung und Fernsehen in Lateinamerika: das Beispiel der Telenovela Do 19. 1. 19:00 Freud, die Not, der Trieb und ich Do 26. 1. 19:00 Sucht als Krankheit des verlorenen Subjekts? Do 26. 1. 19:00 Gemeinschaftsschulen in Ecuador und alternative Bildungsperspektiven Sa 28. 1. 19:00 Retrofieber – Neonaziaufmärsche in Ostdeutschland 2015 Do 2. 2. 19:00 Fallstricke postödipaler Subjektivierung

Veranstaltungen des Alternativen Vorlesungsverzeichnis im Wintersemester 2016/17  

Mit Vorträgen zur Kritik des Ehrenamtes, Perspektiven der Religionskritik, über Psychologie und Gesellschaftskritik, Bildungspolitik in Late...

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