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#189 – Kreislaufwirtschaft

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Handelsblatt | Oktober 2025

Eine unabhängige Sonderveröffentlichung von Contentway

KREISLAUFWIRTSCHAFT

Partner Content | Schwarz Gruppe

KREISLAUFWIRTSCHAFT: GARANT FÜR EUROPÄISCHE RESSOURCENSOUVERÄNITÄT Rohstoffe werden knapper, Europa ringt um Unabhängigkeit – wie Kreislaufwirtschaft dabei helfen kann.

Partner Content | ISC3

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NACHHALTIGE CHEMIE ALS TREIBER DER TRANSFORMATION

Keine Branche prägt den Alltag so stark wie die Chemie. Rund 90 % der Produktion weltweit hängt von chemischen Produkten ab. Nachhaltige Chemie ist ein Schlüssel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Partner Content | michel gmbh

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SCHLAMM: VOM PROBLEMSTOFF ZUR RESSOURCE

Schlämme galten lange als Abfall, werden heute aber dank modernem SDSTrocknungsverfahren effizient in Kreislaufsysteme integriert.

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Verpackung.de Weil's besser ankommt.


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KREISL AUFWIRTSCHAF T

Mondi – Partner Content

Verpackung als Herzstück der Kreislaufwirtschaft Europas Europa hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: weltweit führend in der Kreislaufwirtschaft zu werden, seine Industrien zu dekarbonisieren und die strategische Autonomie des Kontinents zu stärken. Es ist eine kühne Vision, doch ein Sektor macht bereits leise Fortschritte in allen drei Bereichen: die Verpackungsindustrie.

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erpackung steht nicht immer im Rampenlicht, aber sie ist Teil der alltäglichen Infrastruktur, auf die Europa angewiesen ist. Sie hält den Handel am Laufen, sorgt für die sichere Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten und verhindert Abfall, indem sie Waren während des Transports schützt. Gleichzeitig treibt die Branche Innovationen voran – sie liefert nachhaltige Verpackungslösungen, die den Kundenbedürfnissen entsprechen und gleichzeitig messbare Fortschritte bei der Dekarbonisierung von Betrieben erzielen. Damit gehört die Verpackungsindustrie zu den Vorreitern des europäischen Übergangs zur Kreislaufwirtschaft. Über den ganzen Kontinent hinweg hat die Branche dazu beigetragen, einen der weltweit fortschrittlichsten Märkte für Sekundärrohstoffe aufzubauen mit Papier und Karton als Spitzenreiter bei den Recyclingquoten. Und wenn neue Materialien benötigt werden, setzt Europa auch hier Maßstäbe mit Fasern aus Wäldern, die nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards bewirtschaftet werden und vielfältige

Vorteile für Klima, Biodiversität und lokale Gemeinschaften bringen. Doch der laufende Fortschritt der Verpackungsindustrie steht unter Druck. Steigende Kosten, fragmentierte Regulierung und zunehmender Wettbewerb aus Ländern mit weniger strengen Nachhaltigkeitsvorgaben stehen dem vollen Potenzial der Branche im Weg. Um auf Kurs zu bleiben, brauchen wir einen Perspektivenwechsel. „Politische Entscheidungsträger sollten Verpackung nicht als Abfallproblem betrachten“, sagt Gladys Naylor, Group Head of Sustainability bei Mondi, „sondern die Verpackungsindustrie als eine strategische Branche verstehen, die die europäische Wirtschaft stützt und eine Schlüsselrolle dabei spielt, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.“ Doch der Fortschritt hängt davon ab, ob der politische Rahmen richtig gesetzt wird. Es gilt, den Punkt zu finden, an dem Kreislaufwirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit im Einklang stehen. Zum einen kann nachhaltige Verpackung länger in der Herstellung dauern und zunächst höhere Kosten für Markeninhaber verursachen. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sind diese Kosten für viele Marken schwer zu tragen. Wenn sich nachhaltige Optionen durchsetzen sollen, müssen sie zur einfachsten und kostengünstigsten Wahl werden. Material- und Energiepreise zu kontrollieren, wird dabei von entscheidender Bedeutung sein.

Gladys Naylor,

Fabio Peyer,

Fasern stellen eine andere Herausforderung dar. Die EU führt Maßnahmen ein, um den Übergang von einer fossilbasierten Wirtschaft zu beschleunigen. Dadurch steigt die Nachfrage nach faserbasierten Produkten rapide. Gleichzeitig schränken andere politische Maßnahmen den Zugang zu verantwortungsvoll gewonnenen Fasern ein – sei es durch die Reduzierung des Zugangs zu nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder durch die Förderung der Nachfrage in Bereichen wie Biokraftstoffen. Das verknappt das Angebot, treibt die Kosten in die Höhe und schafft Unsicherheit im gesamten Verpackungssektor. Wenn Europa eine starke Bioökonomie aufbauen will, braucht es einen abgestimmten Ansatz, der Wälder schützt und gleichzeitig die für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft benötigten Fasern sichert.

Ländern außerhalb der EU untergraben. Diese entsprechen oft nicht den Umwelt- und Sozialstandards Europas und benachteiligen lokale Recycler. Es braucht stärkere Schutzmaßnahmen für europäische Produzenten, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und das Vertrauen in langfristige Investitionen zu erhalten.

Group Head of Sustainability bei Mondi

Auch das Recycling von Kunststoffen steht unter Druck. Europa hat einen wertvollen Markt für recycelte Kunststoffe aufgebaut, doch dieser wird zunehmend durch billige Importe aus

Growth & Sustainability Director bei Mondi

Und selbst dort, wo die richtigen politischen Instrumente existieren, werden sie nicht immer wie vorgesehen angewendet. Ein Beispiel ist die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility). Sie basiert auf dem klaren Prinzip, dass Hersteller die Verantwortung für Verpackungsabfälle übernehmen und die von ihnen gezahlten Gebühren bessere Sammel- und Recyclingsysteme unterstützen sollen. Doch wenn diese Zahlungen in allgemeine Staatshaushalte fließen, geht der Zusammenhang zwischen den Beiträgen der Unternehmen und den notwendigen Verbesserungen zur Förderung kreislauffähiger Verpackung verloren. Europa verfügt über die nötigen Instrumente und die Vision, um diesen Herausforderungen zu begegnen und der bevorstehende Circular Economy Act bietet die Gelegenheit, sie gezielt einzusetzen. Wie Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, deutlich gemacht hat, muss das Ziel sein, „den ökologischen Fußabdruck der Union dauerhaft zu verringern, gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und eine offene strategische Autonomie zu fördern.“ Für die Verpackungsindustrie bedeutet das, politische Zielsetzung in reale Fortschritte zu verwandeln. Der erste Schritt besteht darin, die Verpackungsindustrie als strategischen Sektor anzuerkennen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft und unterstützt übergeordnete Ziele in den Bereichen Handel, Klima

Mondi ist ein weltweit führendes Verpackungs- und Papierunternehmen, das zu einer besseren Welt beiträgt, indem es Produkte entwickelt, die von Grund auf nachhaltig konzipiert sind. Das Unternehmen beschäftigt 24.000 Mitarbeiter in über 30 Ländern und betreibt ein integriertes Geschäftsmodell mit Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So kann es seinen Kunden eine breite Palette innovativer Lösungen für Verbraucher- und Industrieanwendungen anbieten. Nachhaltigkeit steht im Zentrum von Mondis Strategie: Die ambitionierten Ziele bis 2030 konzentrieren sich auf kreislauforientierte Lösungen, die von handlungsfähigen Mitarbeitern geschaffen werden, die Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. www.mondigroup.com


Mondi – Partner Content

und industrielle Resilienz. Diese Rolle sollte sich in den politischen Rahmenbedingungen Europas widerspiegeln – vom Clean Industrial Deal bis zur Bioökonomiestrategie.

Dabei steht stets im Fokus, Materialien im Kreislauf zu halten, ökologische Fußabdrücke zu reduzieren und Nachhaltigkeit zum festen Bestandteil des wirtschaftlichen Handelns zu machen.

Politische Entscheidungsträger müssen zudem den fortlaufenden Zugang zu nachhaltigen Rohstoffen sicherstellen. Europas Wälder werden bereits nach weltweit führenden Standards bewirtschaftet. Doch es braucht einen kohärenteren Ansatz über Forstwirtschaft, Klimapolitik und Kreislaufwirtschaft hinweg, um sie zu schützen und gleichzeitig die Versorgung mit Fasern zu sichern, auf die eine florierende Bioökonomie angewiesen ist.

Dieser Geist der Zusammenarbeit ist ebenso wichtig zwischen Industrie und Politik. Auf Europas Führungsrolle in Sachen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft aufzubauen, bedeutet: Zielkonflikte zu erkennen, unbeabsichtigte Folgen vorauszusehen und das Skalieren von funktionierenden Lösungen gezielt zu unterstützen. Wie Fabio Peyer, Growth & Sustainability Director bei Mondi, es ausdrückt: „So wie Fortschritt mit Kunden durch Dialog und Verständnis entsteht, hängt auch der Aufbau eines geeigneten politischen Umfelds für Verpackung in der Kreislaufwirtschaft von genau diesem Ansatz ab.“

Faire Wettbewerbsbedingungen sind ebenso wichtig. Europäische Produzenten unterliegen bereits hohen Umweltund Sozialstandards. Jedes Produkt, das auf dem EU-Markt verkauft wird – ob hier produziert oder importiert – sollte denselben Anforderungen entsprechen. Und schließlich muss die erweiterte Herstellerverantwortung ihrem Namen gerecht werden. Wenn Hersteller in das System einzahlen, sollten diese Mittel zur Verbesserung von Sammlung, Sortierung und Recycling beitragen. Kreislaufwirtschaft wird sich nicht durch Absichtserklärungen durchsetzen, sondern durch Infrastruktur, Investitionen und Umsetzung. Wenn die Branche eines besonders gut versteht, dann ist es der Wert von Zusammenarbeit. Fortschritt entsteht selten im Alleingang, er basiert auf geteiltem Wissen, langfristigen Partnerschaften und gemeinsam entwickelten Innovationen. Als weltweit führendes Unternehmen für nachhaltige Verpackungen und Papier arbeitet Mondi eng mit seinen Kunden zusammen, um für jede Anwendung die beste Verpackungslösung zu wählen – ob Papier, Kunststoff oder Verbundstoffe.

Die laufenden Bemühungen, die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) umzusetzen, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Politische Fachleute greifen auf das Know-how von Branchenexperten zurück, um die Kreislaufziele der EU praktisch und effektiv umzusetzen. Diesen Denkansatz auch auf die Bereiche Forstwirtschaft, Recyclinginfrastruktur und Energie zu übertragen, würde sicherstellen, dass die Verpackungsindustrie ihr volles Potenzial als strategischer Sektor entfalten kann. Richtig umgesetzt, kann Verpackung daher weiterhin zeigen, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen. Für Europa ist das eine Chance, Verpackung nicht nur zu regulieren. Sie kann als greifbarer Beweis dafür dienen, dass eine Kreislaufwirtschaft florieren kann, wenn Industrie, Verbrauchernachfrage, Ambitionen von Markeninhabern, Innovationskraft und kluge politische Rahmengestaltung partnerschaftlich zusammenwirken.

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Kreislauforientierte Verpackungsinnovation in der Praxis

• Ad/Vantage StretchWrap ist eine papierbasierte Alternative zu Kunststoff-Strechfolie für Paletten, die Stärke, Dehnbarkeit und Atmungsaktivität vereint. Eine unabhängige, fachlich geprüfte Lebenszyklusanalyse1 zeigt, dass sie die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Stretchfolie aus neuem Kunststoff um bis zu 62 % reduziert. Sie ist vollständig über den herkömmlichen Papierrecyclingkreislauf wiederverwertbar und sorgt für einen sicheren Warentransport. • Der Protective Mailer ist eine papierbasierte gepolsterte Versandtasche, die Mondi in Zusammenarbeit mit Amazon entwickelt hat, um die Verwendung von Kunststoff-Luftpolsterfolie zu vermeiden. Sie ist vollständig über den herkömmlichen Papierrecyclingkreislauf wiederverwertbar und bietet eine nachhaltige Lösung mit hohem Schutz für den sicheren Versand im eCommerce. • FunctionalBarrier Paper Ultimate ist eine papierbasierte Lösung mit einer extrem hohen Barrierewirkung, die selbst die anspruchsvollsten Verpa-

ckungsanforderungen erfüllt. Mondi hat sie entwickelt, um Lebensmittel vor Sauerstoff, Wasserdampf und Fett zu schützen. Sie stellt eine nachhaltige Alternative zu nicht-recycelbaren Mehrschicht-Kunststoff- oder Aluminiumverpackungen dar. Die durch kundenorientierte Innovation entwickelte Lösung ermöglicht Marken den Umstieg auf Papier, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen. • re/cycle RetortPouch ist eine innovative Art der Lebensmittelverpackung, die Produkte wie Nassfutter für Haustiere und Fertiggerichte frisch und sicher hält. Traditionell basierte diese Art von Verpackung auf Aluminiumschichten, doch re/cycle RetortPouch erreicht denselben hohen Schutzstandard durch eine Monomaterial-Konstruktion, was das Recycling erleichtert. Durch die Verlängerung der Haltbarkeit und den Schutz der Lebensmittel leistet sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Mondi (2021) Die Lebenszyklusanalyse von Mondis Ad/Vantage StretchWrap ergab eine geringere Klimabelastung: https://www.mondigroup. com/news-and-insight/2021/life-cycle-assessment-of-mondis-paper-for-pallet-wrapping-shows-lower-climate-impact/

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KREISLAUF­ WIRTSCHAFT

AUSGABE #189

Key Account Manager: Aljoscha Sandvoß

Geschäftsführung: Nicole Bitkin, Fredrik Thorsson

Head of Content & Media Production: Aileen Reese

Redaktion und Grafik: Aileen Reese, Nadine Wagner, Caroline Strauß, Negin Tayari

Text: Thomas Soltau, Julia Butz, Armin Fuhrer Coverfoto: unsplash, Presse

Distribution & Druck: Handelsblatt, Oktober 2025

Contentway Wir erstellen Online- und Printkampagnen mit wertvollen und interessanten Inhalten, die an relevante Zielgruppen verteilt werden. Unser Partner Content und Native Advertising stellt Ihre Geschichte in den Vordergrund. Die Inhalte des „Partner Content“ und „Hotspot Highlight“ in dieser Kampagne wurden in Zusammenarbeit mit unseren Kunden erstellt und sind Anzeigen. Für die Lesbarkeit verwenden wir das generische Maskulinum. Die Formulierungen sprechen alle Geschlechter gleichberechtigt an.

Contentway und Handelsblatt sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Herausgegeben von: Contentway GmbH Neue Burg 1 DE-20457 Hamburg Tel.: +49 40 85 539 750 E-Mail: info@contentway.de Web: www.contentway.de

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INHALT

WEITERE INHALTE 6. Ressourcenschonung 8. Nora Sophie Griefahn, C2C NGO 12. Carl Dominik Klepper, AVU 20. Julia Binder

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Lena Sellschopf, Senior Projektleiterin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi), über die europäische Verpackungsordnung PPWR.

Unternehmen, die klimaund umweltfreundlich sind und soziale Belange beachten, können auf Dauer wirtschaftlich profitieren.

„Wir wollen die gesamte Wirtschaft zirkulär aufstellen“: Rebecca Tauer, Teamleitung Circular Economy beim WWF im Interview.

Verpackung ist Hightech

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Wichtige Impulse für Circular Economy

Die nächsten 24 Monate entscheiden: Deutschland im Transformationsfenster EINLEITUNG

An den Begriff „Kreislaufwirtschaft“ haben die meisten Unternehmen lange Zeit einen gedanklichen Haken gemacht: Die eigenen Abfälle werden fachmännisch entsorgt, man hatte seine Hausaufgaben gemacht.

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Foto: Presse

it der Zeitenwende als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg und seitdem völlig veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen hat sich jedoch auch das Verständnis von Kreislaufwirtschaft fundamental verändert: Von „Nice-to-have“ zur Schlüsselherausforderung eines auch mittel- und langfristig wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandorts, der sich schlagartig bewusst wurde, wie abhängig man doch ist von Rohstoffimporten – und der Bereitschaft vieler Länder, den Zugang zu diesen als strategisches Druckmittel zu nutzen. Dementsprechend gewinnen auch zirkuläre Geschäftsmodelle zunehmend an Bedeutung, die von Anfang an mitdenken, wie die Produkte – und damit auch die darin enthaltenen Rohstoffe – am Ende der Nutzungsphase wieder zurückkommen. Immer mehr Unternehmen experimentieren daher mit Pfandsystemen oder Leasingkonzepten – getrieben von der Idee, damit die Resilienz ihrer Rohstoffversorgung zu verbessern. Ein weiterer wichtiger Treiber sind die gesetzlichen Verpflichtungen der Unternehmen, ihre Prozesse klimaneutral aufzustellen – hier ist der Einsatz recycelter Rohstoffe natürlich nicht zum

Nulltarif zu haben; auf lange Sicht sind die dafür notwendigen Technologien aber schon deutlich ausgereifter und die Kosten pro eingesparter Tonne CO2 bei entsprechender Skalierung niedriger. Aber obwohl das Thema Kreislaufwirtschaft damit immer stärker auch in den Strategieabteilungen der Unternehmen ankommt, faktisch fehlt es an einer selbsttragenden Innovationsdynamik. Noch immer beträgt das Verhältnis von recycelten Rohstoffen und Gesamtrohstoffbedarf gerade mal 13 Prozent; rechnerisch sind also 87 Prozent aller Rohstoffe noch immer Primärmaterial. Die dafür von vielen genannten Gründe sind einerseits rational: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fehlt es an finanziellen Ressourcen, um ausreichend in die Transformation zur zirkulären Wertschöpfung zu investieren. Gleichzeitig ist den meisten sehr bewusst, dass Deutschland damit droht, seine eigentliche hervorragende Ausgangsbedingungen in diesem zentralen Zukunftsmarkt zu verspielen. Die Bundesregierung hat vor diesem Hintergrund im Dezember 2024 ihre „Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie“ (NKWS) verabschiedet. Erklärtes Ziel ist es, die Transformation zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Dafür benennt die Strategie ambitionierte Ziele, beispielsweise die faktische Halbierung des Bedarfs an primären Rohstoffen; im Kern aber vor allem über 130 konkrete Maßnahmen. Diese gehen weit über Abfallwirtschaft hinaus, sondern betreffen z. B. die fokussierte

Prof. Dr. Henning Wilts, Abteilungsleiter des Bereichs Kreislauwirtschaft des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Digitalisierung im Recyclingsektor, innovative Finanzierungsmechanismen oder auch Mindestrezyklatquoten, um so einen sicheren Absatzmarkt für hochwertige Sekundärrohstoffe zu schaffen. Aber natürlich ist Papier geduldig und die eigentliche Herausforderung liegt in der jetzt anstehenden Umsetzung. Ein zentraler Schlüssel wird dabei sein, Allianzen zu schaffen – zwischen all den Akteuren, die in einer Kreislaufwirtschaft profitieren wollen von den erhofften positiven Effekten für Klimaschutz, einheimische Beschäftigung, Aufträgen für den Maschinenbau usw. Die in der NKWS angekündigte Plattform muss es daher schaffen, genau solche Allianzen zu bilden und sich nicht in endlosen Debatten über die 100 Prozent perfekte Lösung zu verlieren – denn die internationale Konkurrenz schläft nicht und es ist überhaupt nicht gegeben, dass die erhofften Vorteile tatsächlich am Standort Deutschland realisiert werden. Die nächsten 24 Monate werden daher maßgeblich darüber entscheiden, ob Deutschland am Ende zu den Gewinnern oder den Verlierern der zirkulären Transformation gehören wird. ANZEIGE - ADVERTORIAL

RESSOURCENSCHONUNG

EU-POLITIK

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K U N S T S TO F F E

SUFFIZIENZ

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WENIGER CO2, MEHR VERSORGUNGSSICHERHEIT

NENAD TANASIC CEO MIRECO

„Grüner Stahl braucht zirkuläre Rohstoffkreisläufe – und verlässliche Partnerschaften“ KARL-MICHAEL ZETTL Head of Marketing & Solutions RHI Magnesita

Herr Zettl, Herr Tanasic – Feuerfestmaterialien sind für viele ein Nischenthema. Warum spielen sie dennoch eine zentrale Rolle in der grünen Transformation? Zettl: Ohne Feuerfestprodukte läuft in der Industrie nichts. Sie ermöglichen Hochtemperaturprozesse – ob in der Stahl- oder Zementherstellung. Aber sie verschleißen und müssen regelmäßig ersetzt werden. Die große Frage ist: Entsorge ich sie – oder führe ich sie als Rohstoff zurück? Letzteres reduziert die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und drückt den Ausstoß von CO2 deutlich. Tanasic: Hinzu kommt: Magnesia und andere Primärrohstoffe, aus denen Feuerfestprodukte hergestellt werden, sind besonders CO2-intensiv. Wenn wir sie durch recycelte Materialien ersetzen, senken wir den Fußabdruck um bis zu 90 Prozent. Das ist messbar und für unsere Kunden direkt relevant.

Sie sprechen von einem „CO2-optimierten Feuerfestkonzept“. Was heißt das konkret? Zettl: Wir berechnen den Product Carbon Footprint jeder Ofenauskleidung und entwickeln auf dieser Basis Alternativen mit höherem Recyclinganteil. Entscheidend ist: Die Produkte haben die gleiche Qualität und Leistungsfähigkeit wie Primärprodukte – aber deutlich geringere CO2 Emissionen. Das erlaubt es, die ESG-Ziele schneller und langfristig kosteneffizienter zu erreichen.

Wie funktioniert die Rückführung in der Praxis? Tanasic: Wir begleiten den gesamten Kreis-

lauf: Rückbau, Sortierung, Aufbereitung, Reintegration. Das ist kein „Abfallgeschäft“, sondern gezielte Rohstoffrückführung. 2025 werden wir ca. 250.000 Tonnen verarbeiten, die nicht auf einer Deponie landen – das entspricht fast 500.000 Tonnen eingespartem CO2. Zettl: Und: Wir reduzieren damit Importabhängigkeiten. Das ist angesichts geopolitischer Spannungen ein ökonomisches Argument, nicht nur ein ökologisches.

Feuerfestmaterialien gelten oft als technisches Randthema – tatsächlich sind sie ein zentraler Hebel für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Ihr gezieltes Recycling kann nicht nur Millionen Tonnen CO2 einsparen, sondern auch die Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern. Karl-Michael Zettl, Head of Marketing & Solutions bei RHI Magnesita, dem Weltmarktführer für Feuerfestprodukte, und Nenad Tanasic, CEO von MIRECO, Europas größter Recyclingplattform, erläutern, warum Kreislaufkonzepte für die Industrie strategisch unverzichtbar werden – und wieso sie nur im Verbund funktionieren. Sie nennen dieses Modell „CERO-Waste“. Wo liegt der Unterschied zu klassischem Recycling?

Welchen Beitrag leisten Feuerfestprodukte konkret zu Green-Steel-Initiativen? Zettl: Pro Tonne Stahl entfallen etwa 22 Kilo-

Tanasic: Recycling funktioniert immer am Besten, wenn alle Beteiligten mitziehen: Hersteller, Nutzer & Recycler. Deshalb sehen wir CERO-Waste als Partnerschaftsmodell, in dem gemeinsam nachhaltige, kreative, effektive und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen entstehen.

gramm CO2 allein auf Feuerfestmaterialien. Das klingt gering, ist aber ein relevanter Hebel, wenn man bedenkt, dass weltweit rund 2 Milliarden Tonnen Stahl pro Jahr produziert werden. Egal ob der Wiedereinsatz in feuerfesten Produkten oder als gezielt hergestellter metallurgischer Zuschlagstoff direkt im Stahlwerk erfolgt: wir reden immer von mehreren tausend Tonnen gespartem CO2 pro Jahr. Das ist, abgesehen vom grundsätzlichen Technologiewandel, wesentlich mehr als die meisten Eigeninitiativen der Kunden. Tanasic:

Zettl: Wir sprechen hier nicht über punk-

tuelle Projekte, sondern über eine Rohstoffstrategie. Wer frühzeitig zirkuläre Materialströme integriert, gewinnt Versorgungssicherheit und Wettbewerbsvorteile. Welche Vorteile spüren Kunden konkret? Tanasic: Erstens: fachgerechte und gesetzeskonforme Entsorgung. Zweitens: transparenter und wertentsprechender Wiedereinsatz. Drittens: reduzierte Abhängigkeit durch lokal entstehende nachhaltige Rohstoffe Zettl: Hinzu kommt die Außenwirkung: Investoren und Kunden honorieren Unternehmen, die Kreislaufwirtschaft systemisch umsetzen. Das spiegelt sich zunehmend auch in Ratings wider.

Wie reagiert die Industrie bislang? Zettl: Die Nachfrage steigt spürbar. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie mit Zirkularität gleich drei Ziele erreichen: CO2 senken, Kosten stabilisieren, Versorgung sichern. Tanasic: Der Druck wächst: „Nachhaltigkeit“ allein reicht nicht mehr – gefragt sind belastbare Strategien für Rohstoffkreisläufe. Wer hier nicht handelt, riskiert regulatorische Nachteile und Wettbewerbsverluste.

Wo sehen Sie noch ungenutztes Potenzial? Tanasic: In der Systemintegration. Viele

Unternehmen betrachten Recycling erst am Ende der Kette. In Wahrheit muss Kreislaufwirtschaft schon beim Produktdesign mitgedacht werden. Zettl: Wer Performance, Kosten und Nachhaltigkeit in Einklang bringt, verschafft sich einen echten Marktvorteil. Das wird in den nächsten Jahren zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Ihr Appell an die Industrie? Zettl: Die grüne Transformation beginnt nicht beim Endprodukt, sondern beim Materialkonzept. Wer jetzt investiert, stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit und reduziert gleichzeitig CO2. Tanasic: Aber das gelingt nur im Verbund.

Einzelmaßnahmen sind zu kurz gedacht. Kreislaufwirtschaft funktioniert nachhaltig nur als Partnerschaftsmodell.

mireco.com rhimagnesita.com


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Kreislauf schlägt Einweg CIRCULAR EXPERIENCE

Wegwerfen war gestern. Wer heute klug recycelt, spart Kosten, stärkt die Marke – und kreist sich ganz nach oben im Wettbewerb. Text: Thomas Soltau Foto: Homa Appliances/unsplash

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ie Kreislaufwirtschaft ist kein romantisches Öko-Ideal, sondern ein handfestes Geschäftsmodell. Ihr Prinzip: Rohstoffe und Produkte bleiben so lange wie möglich im Umlauf – durch Wiederverwendung, Reparatur, Refurbishment oder Recycling. Alles beginnt beim Design: Produkte werden modular, reparierbar und langlebig. Unternehmen entwickeln Materialien, die sich leicht trennen lassen, Geräte, die sich öffnen lassen, und Prozesse, die Rücknahme statt Wegwerf-Logik ermöglichen. Wer das richtig macht, senkt nicht nur Entsorgungskosten, sondern spart bares Geld bei der Beschaffung – und reduziert zusätzlich das Risiko bei schwankenden Rohstoffpreisen. Im Maschinenbau entstehen neue Servicekonzepte rund um Mietgeräte, im Handel wird retourniertes Inventar wiederaufbereitet, in der IT laufen Altgeräte nach dem Reset eine zweite Runde. Digitale Produktpässe, KI-gestützte Sortieranlagen und smarte Rücknahmesysteme machen das Modell effizienter. Inzwischen setzen auch Baukonzerne auf modulare Elemente, die sich nach Projektende zerlegen und wiederverwenden lassen – eine Art Tetris für Fortgeschrittene. Die EU fördert die Entwicklung mit gezielten Programmen. Auch Schweiz und Österreich setzen auf Ressourcenschonung durch Regulatorik und Anreize – etwa durch steuerliche Vorteile, öffentliche Fördermittel oder Ausschreibungsboni. Dass sich der Aufwand lohnt, zeigen die Zahlen: Unternehmen mit

Ein Best Case aus der Industrie: Ein Anlagenbauer führte ein Leasingmodell für Produktionsmaschinen ein. Nach Ablauf der Mietzeit werden die Geräte zurückgenommen, generalüberholt und erneut vermietet.

zirkulären Geschäftsmodellen sind nachweislich erfolgreicher. Sie profitieren von stabileren Rohstoffkosten, zusätzlichem Serviceumsatz und einem Imageplus beim Kunden. Reparaturangebote und Rücknahmegarantien erschließen neue Zielgruppen. Vor allem aber: Wer früh auf Kreislauf setzt, sichert sich Innovationsvorsprung – und senkt langfristig seine Abhängigkeit von globalen Lieferketten. Kreislauf heißt nicht Rückschritt, sondern Zukunft mit Mehrwert. Ein Best Case aus der Industrie: Ein Anlagenbauer führte ein Leasingmodell für Produktionsmaschinen ein. Nach Ablauf der Mietzeit werden die Geräte zurückgenommen, generalüberholt und erneut vermietet – zu 80 Prozent des Neuprei-

ses. Die Kunden sparen Investitionen, das Unternehmen Ressourcen – und das Gerät wird zum Umsatzträger auf Zeit. In der Textilbranche entstehen Kollektionen, deren Fasern rückstandsfrei recycelt werden können. Verpackungshersteller setzen auf Kunststoffrezyklate, die mehrfach einsetzbar sind. Aus Müll wird Material, aus Aufwand wird Gewinn. Politisch wird Kreislaufwirtschaft längst als industrieller Hebel verstanden. EUUmweltkommissarin Jessika Roswall betont häufig, dass „eingespartes Material das beste Material ist.“ Investitionen in Kreislaufwirtschaft, sauberes Wasser, sichere Chemikalien und eine gesunde Natur sind eine Investition in unsere Widerstandsfähigkeit und wirtschaft-

liche Sicherheit, so die EU-Kommissaren. Kreislaufwirtschaft wird deshalb allgemein als zentraler Baustein einer ressourcenschonenden, resilienten Industrie gesehen. Kreislaufwirtschaft funktioniert – vorausgesetzt, man lässt sie endlich kreisen.

Verpackungshersteller setzen auf Kunststoffrezyklate, die mehrfach einsetzbar sind. Aus Müll wird Material, aus Aufwand wird Gewinn.

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Forschungscampus für Circular Economy Materialien und Rohstoffe im Kreislauf halten – Wie gelingt es nachhaltig? Am Forschungscampus Open Hybrid LabFactory (OHLF) werden Kompetenzen aus der Wissenschaft

Aktuelle Projekte an der OHLF zur Kreislaufwirtschaft

und Industrie in Forschungsprojekten gebündelt,

Projekt „SARESA“

um Innovationen in der Circular Economy hervorzubringen. Hier dreht sich alles um die Erforschung produktionstechnischer Fragestellungen im Kontext der nachhaltigen Mobilität. Der durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungscampus bietet seinen Mitgliedern und Partnern insbesondere für die Themen des nachhaltigen Leichtbaus und der Kreislaufwirtschaft eine umfangreiche, technische Ausstattung mit hochmodernen Laboren und einem Technikum mit Großanlagen im Industriemaßstab. Fragen Sie Ihr Forschungsvorhaben einfach bei uns an.

Forschende entwickeln neue Methoden, um Altprodukte – zum Beispiel Autos – besser wiederzuverwerten.

Projekt „CirProTech“ Ziel des Projekts ist es, Kunststoffe und Carbonfasern so zu recyceln, dass daraus wieder neue Bauteile entstehen – etwa für Autos oder die Luft- und Raumfahrt.

Projekt „conCErt“ In diesem Projekt wird ein Best-Practice-Modell für die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch innerhalb öffentlich-privaten Partnerschaften für die Kreislaufwirtschaft entwickelt.

Ihr Kontakt zur OHLF Open Hybrid LabFactory e.V. Dr. Stefan Schmitt Mail: stefan.schmitt@open-hybrid-labfactory.de www.open-hybrid-labfactory.de


RESTLOS – Partner Content

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Ein zweites Leben für Dinge aller Art

Die Weiterverwendung von Inventar ist kein Nischenthema mehr, sondern Teil einer größeren Bewegung hin zu zirkulärem Wirtschaften.

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enn Unternehmen umstrukturieren, Standorte aufgeben oder Geschäftsbereiche verschlanken, betrifft das nicht nur Personal und Prozesse, sondern auch Räume, Geräte, Möbel, Technik und Maschinen. Tonnenweise Inventar wird jährlich aussortiert, oft in bestem Zustand. Was nicht mehr gebraucht wird, landet häufig auf dem Müll. Dabei ist es nicht nur die schiere Masse an Dingen, die nach Lösungen verlangt, auch der gesellschaftliche Wandel trägt dazu bei: Nachhaltigkeit, CO₂-Bilanzen und Ressourcenschonung sind längst keine Randthemen mehr, sondern entwickeln sich zu zentralen strategischen Entscheidungsfaktoren für Investoren, Kunden und Mitarbeitende. Die primäre Hürde: Es fehlt in vielen Fällen an klaren Prozessen, an digitalen Schnittstellen – und an Zeit. Entsorgung ist einfach. Weiter-

Entsorgung ist einfach. Weitergabe scheint komplex. Und doch werden genau hier in Zukunft ökologische Wirkung und wirtschaftlicher Nutzen zusammenkommen müssen.

gabe scheint komplex. Und doch werden genau hier in Zukunft ökologische Wirkung und wirtschaftlicher Nutzen zusammenkommen müssen. Denn die Frage stellt sich drängender denn je: Was passiert mit all den Dingen, die noch vollkommen nutzbar wären, für die es aber auf den ersten Blick keinen direkten Bedarf oder Abnehmer gibt? RESTLOS ist auf die Verwertung von Betriebsvermögen aus Industrie und Gewerbe spezialisiert und bietet Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen die Möglichkeit, gebrauchte Gegenstände systematisch weiterzugeben. Nicht mehr benötigtes Inventar wird erfasst, über Online-Auktionen angeboten und so einer neuen Nutzung zugeführt. Die professionelle Begleitung reicht dabei von der Kategorisierung über die Online-Versteigerung bis zur Logistikabwicklung. Aktuell verzeichnet RESTLOS eine Verwertungsquote von über 98 Prozent. In diesem und letzten Jahr übernahm RESTLOS die Verwertung von umfangreichem Equipment rund um die Olympischen Spiele in Paris: 50.000 Einrichtungsgegenstände aus dem Olympischen Dorf wurden weitervermittelt, darunter Kühlschränke, Stühle, Sportgeräte und ein Friseursalon. Viele dieser Stücke gelangten in Vereinsräume, Start-ups oder private Haushalte. „Die Verwertung dieser Ausstattungsgegenstände war auch für uns ein besonderes Highlight. Neben dem logistischen Aufwand stand aber vor allem der Effekt der Nachhaltigkeit im

RESTLOS wurde ins Leben gerufen, um eine intelligente, wirtschaftlich profitable und nachhaltige Alternative zur vorschnellen Entsorgung zu schaffen, denn in jedem Asset, jeder Maschine und jeder Immobilie steckt ein Vermögenswert, der es verdient, erhalten und weitergenutzt zu werden. www.restlos.com

Mittelpunkt, denn bei Projekten dieser Größenordnung lassen sich mehrere Hundert Tonnen CO₂ gegenüber einer Neuanschaffung einsparen“, erläutert Fabian Altrichter, Geschäftsführer von RESTLOS. Die Idee für das Nürnberger Unternehmen entstand aus einer konkreten Erfahrung: Als Fabian Altrichter 2008 mit dem Abbau eines Sportgeschäfts betraut war, fiel ihm auf, dass große Mengen gut erhaltener Ausstattung einfach entsorgt werden sollten. Der Gedanke, dass diese Ressourcen andernorts noch sinnvoll genutzt werden könnten, führte ihn zur Entwicklung des digitalen Modells zur Weitervermittlung ausgemusterten Inventars. „Auch so kann Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktionieren“, sagt Fabian Altrichter. Bei der Auflösung mehrerer Bürostandorte eines Industriekonzerns übernahm RESTLOS die Verwertung des vorhandenen Mobiliars. Die gebrauchten Möbel wurden größtenteils weitergenutzt, der Entsorgungsaufwand erheblich reduziert und rund 517 Tonnen CO₂ eingespart, was etwa dem Ausstoß von 1,5 Millionen Pkw-Kilometern entspricht. Auch im eigenen Betrieb setzt das jüngst mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnete Unternehmen auf ressourcenschonende Maßnahmen und versteht Nachhaltigkeit nicht nur als Dienstleistung, sondern unternehmerisches Prinzip. Dazu gehören der solarbetriebene Standort sowie ein Fuhrpark aus E-Fahrzeugen. Abseits großer Industrie- und Gewerbeprojekte entstehen auf der RESTLOSPlattform auch überraschende, ideenrei-

Fabian Altrichter,

Geschäftsführer von RESTLOS

Neben dem logistischen Aufwand stand aber vor allem der Effekt der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt, denn bei Projekten dieser Größenordnung lassen sich mehrere Hundert Tonnen CO₂ gegenüber einer Neuanschaffung einsparen. che Initiativen zur Wiederverwendung. So werden ausgediente Überdachungen von Einkaufswagendepots zu Gewächshäusern umgestaltet, alte Telefonzellen verwandeln sich in öffentliche Büchertauschstationen. Auf der Plattform finden auch gemeinnützige Organisationen, lokale Initiativen und engagierte Privatpersonen die passenden Objekte für ihre Vorhaben. Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie sich Kreislaufwirtschaft kreativ umsetzen und ökologischer Nutzen mit gesellschaftlichem Mehrwert verbinden lässt.


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„Der Wandel beginnt beim Umdenken“ UMDENKEN

Cradle to Cradle hat großes Potenzial und ist bereits weit verbreitet. Gleichwohl benötigen die Unternehmen Unterstützung durch die Politik. Text: Armin Fuhrer Foto: Cradle to Cradle NGO/Max Arens, Josh Power/unsplash

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mmer mehr Unternehmen in Deutschland arbeiten nach dem Prinzip des Cradle to Cradle (C2C), das über das hinausgeht, was allgemein als Kreislaufwirtschaft definiert wird. Das Ziel ist nicht, durch wirtschaftliches Handeln weniger schädlich zu sein, sondern einen ökologischen, ökonomischen und sozialen Mehrwert zu schaffen. Heute ist Recycling meist Abfallmanagement oder Downcycling. C2C denkt von Anfang an anders und wertet Müll als Designfehler. Produkte sollen so gestaltet sein, dass sie kontinuierlich in biologischen oder technischen Kreisläufen zirkulieren. „Im Produktdesign ist ein wichtiges Prinzip Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit – wir nutzen nur Materialien, die abgeleitet vom Nutzungsszenario für das Produkt geeignet sind“, erklärt Nora Griefahn, Co-Gründerin und geschäftsführende Vorständin der Cradle to Cradle NGO.

Frau Griefahn, und wie sieht es in der Produktion aus?

In der Produktion setzen wir erneuerbare Energie ein, nutzen Wasser in geschlossenen Kreisläufen, halten die Luft sauber und haben entlang der Lieferketten faire Arbeitsbedingungen. In welchen Branchen oder Produktgruppen wird C2C bereits erfolgreich angewendet?

Beispiele für C2C gibt es in nahezu jeder Branche, weil der Ansatz Wirtschaftlichkeit, soziale Verantwortung und Umweltschutz vereinbart. Im Textilbereich setzen große Marken C2C bereits um. Bei jedem Waschgang landen tausende Textilfasern in der Umwelt, die dort abbaubar sein müssen. Es entstehen Gebäude wie The Cradle in Düsseldorf, die nach C2C geplant und mit C2C-Baustoffen gebaut werden. Diese Gebäude sind demontierbare Materiallager, deren

„Es sind verbindlichere Maßnahmen nötig“ K R E I S L AU F W I R T S C H A F T G LO B A L

Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist bereits im Gange, aber es müssen weitere Maßnahmen umgesetzt werden, um sie flächendeckend zu etablieren. Nora Sophie Griefahn, Co-Gründerin & Geschäftsführende Vorständin, Cradle to Cradle NGO

Wert mit steigenden Rohstoffpreisen zunimmt. Auch in anderen Bereichen sehen wir Bewegung: von C2C-Elektrogeräten bis zu Fabriken, aus denen Wasser sauberer herauskommt, als es reinfließt. Diese Ansätze müssen wir nun skalieren. Welche Hindernisse gibt es, die eine breitere Anwendung von C2C behindern?

Wir subventionieren viele lineare Wirtschaftspraktiken. Beispielsweise ist die Produktion von neuem Plastik aus Erdöl von der Energiesteuer befreit. Damit ist recycelter Kunststoff automatisch teurer. Diese Fehlanreize müssen wir abschaffen, damit ein Level Playing Field entsteht. Sie widersprechen auch dem politischen EU-Ziel einer Circular Economy. Wie können denn Unternehmen, insbesondere KMUs, bei der Umstellung auf C2C unterstützt werden?

Der Wandel beginnt beim Umdenken, braucht aber politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die klima- und ressourcenpositives Handeln fördern. Wertschöpfung sollte danach bewertet werden, ob langfristig Mehrwert entsteht. Dafür braucht es Preise, die externe Kosten abbilden und verbindliche politische Rahmenbedingungen. Wie groß ist das Potenzial?

Eine Studie des BDI und Deloitte zeigte 2024, dass durch die Umsetzung einer Circular Economy die Bruttowertschöpfung in Deutschland bis 2030 um 12 Mrd. € pro Jahr steigen würde. Indirekte Effekte wie geringere Importabhängigkeit, höhere Unternehmensresilienz und Wettbewerbsvorteile sind da nicht mitgerechnet. Die EU kann durch C2C als Standort zum globalen Vorreiter werden.

Cradle to Cradle (C2C) drückt aus, dass im Idealfall eine fortlaufende Kreislaufführung aller Produkte/Materialien erreicht werden kann und soll.

Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Simon Kessler/unsplash

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ie Kreislaufwirtschaft hat sich weltweit von einem Konzept zu einer konkreten Umsetzung entwickelt. 75 Prozent der Unternehmen erkennen mittlerweile ihre Bedeutung an (vor drei Jahren waren es noch 40 Prozent). Dies spiegelt die Verbreitung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Unternehmensstrategie wider. Es gibt mehr als 75 nationale Strategien, Fahrpläne und Aktionspläne für die Kreislaufwirtschaft, was auf eine reifende politische Landschaft hindeutet. „Die Kapitalinvestitionen in Kreislaufinitiativen sind in den letzten drei Jahren um über 70 Prozent gestiegen, ein klares Zeichen für das zunehmende Marktwachstum“, sagt Sarah O‘Carroll, Institutions Lead bei der britischen Ellen MacArthur Foundation.

Gibt es Regionen oder Sektoren, die bei der Umsetzung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft besonders erfolgreich sind?

Die EU ist mit einem integrierten politischen Rahmen, speziellen Finanzmitteln und starken regulatorischen Impulsen weiterhin weltweit führend. In Bezug auf die Kreislaufwirtschaft lebt das Erbe des Europäischen Green Deals und des Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft im EU-Abkommen für eine saubere Industrie und im bevorstehenden Kreislaufwirtschaftsgesetz von 2026 weiter. Was die Branchen betrifft, so sind Kunststoffe und Verpackungen weltweit klar führend, angetrieben durch den Prozess des Global Plastics Treaty und eine umfassende Koordination innerhalb der Branche. Von der Ellen MacArthur Foundation unterstützte Initiativen wie das Global Commitment und das Plastics Pact Network erzielen messbare Erfolge. Und wo sehen Sie noch die größten Hindernisse für die weitere Verbreitung der Kreislaufwirtschaft?

Zu den größten Hindernissen zählen die begrenzte politische Abstimmung, die fragmentierte Umsetzung und das Fehlen verbindlicher, rechtlich durch-

Die EU ist mit einem integrierten politischen Rahmen, speziellen Finanzmitteln und starken regulatorischen Impulsen weiterhin weltweit führend.

Sarah O‘Carroll, Institutions Lead, Ellen MacArthur Foundation

Zu den größten Hindernissen zählen die begrenzte politische Abstimmung, die fragmentierte Umsetzung und das Fehlen verbindlicher, rechtlich durchsetzbarer Maßnahmen. setzbarer Maßnahmen. Hinzu kommen unzureichende steuerliche Anreize und Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzmitteln. Welche Erfolge hat die Ellen MacArthur Foundation bisher erzielt?

Seit ihrer Gründung hat die Ellen MacArthur Foundation die Kreislaufwirtschaft erfolgreich auf die Tagesordnung gesetzt: Wir haben die Vision festgelegt, bei der Zielsetzung geholfen und die Fortschritte verfolgt. Dies hat eine unglaubliche Dynamik für die Kreislaufwirtschaft unter den globalen Entscheidungsträgern geschaffen.

Unsere Initiativen haben den Übergang zur Kreislaufwirtschaft beschleunigt. Im Bereich Kunststoffe wurden seit 2018 eine Billion Plastiktüten aus Neuware vermieden, sowie 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen allein im letzten Jahr durch die Unterzeichner des Global Commitment. Auch die Wiederverwendungsinfrastruktur im Verpackungssektor wurde ausgebaut. Dies entspricht einer Steigerung von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Modebranche gibt es Unterstützung für das Wachstum zirkulärer Geschäftsmodelle (zum Beispiel Wiederverkauf und Reparatur). Zusammen mit Pionieren aus der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft setzen wir uns erfolgreich für ambitionierte politische Ziele ein, beispielsweise in der EU.

Weitere Informationen:

www.ellenmacarthurfoundation.org


Swissfeel – Partner Content

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Die Hotelmatratze wird zirkulär

Die Hotellerie macht es vor. Eine Schweizer Firma realisiert bereits in der Hotelbranche eine Kreislauflösung für Matratzen, während an anderen Orten noch danach gesucht wird.

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eit Jahren sind Matratzen als Umweltsünder im Fokus von Nachhaltigkeitsbestrebungen. Denn pro Jahr werden geschätzt bis zu 40 Millionen davon in Europa entsorgt, der größte Teil über die Müllverbrennung, was eine enorme Belastung für die Umwelt und eine Verschwendung von Ressourcen darstellt. Zwei Gründe waren bislang ausschlaggebend für das thermische Entsorgen. Einerseits die Hygiene, denn stark verschmutzte oder schimmelige Matratzen gelten als Sonderabfall und müssen entsprechend entsorgt werden. So gilt in der Hotellerie die Empfehlung, Matratzen schon nach fünf Jahren aus hygienischen Gründen zu ersetzen. Andererseits der Materialmix. In einer Matratze können unterschiedlichste Materialkomponenten verbaut sein und es gibt keine Deklarationspflicht. Dies erschwert die Annahme und wirtschaftliche Verwertung von Altmatratzen, womit das Verbrennen bislang Mittel der Wahl zur Entsorgung war.

Statt linearem Recycling, wie meist üblich, setzt Swissfeel auf einen Kreislauf vor dem Kreislauf. Dabei liegt der erste Nachhaltigkeitseffekt in der deutlichen Verlängerung der Nutzungszeit, mit dem Effekt, dass weniger Produkte hergestellt werden müssen.

Philipp Hangartner, Inhaber der Firma Swissfeel, hat diese Problematik erkannt und mit SWISSFEEL-2-CYCLE eine Branchenlösung für die Hotellerie auf den Markt gebracht. Dabei werden zwei Kreisläufe miteinander kombiniert, basierend auf folgenden Grundlagen: • Reduzierung Materialmix: Swissfeel-Matratzen bestehen aus einem Schaumkern, der sich nur in Höhe, Schnitttechnik und Zusammensetzung unterscheidet, sowie aus dem Bezugsstoff samt Reißverschluss. • Volle Hygienisierbarkeit: Für die Herstellung seiner Matratzen verwendet Swissfeel ausschließlich Materialien, die voll waschbar sind. So sind auch die Schäume waschbar, da ein spezieller Schweizer Mineralschaum verarbeitet wird. • Patentiertes Waschverfahren: Es wurde ein eigenes, schonendes Matratzen-Stauch-Tauch-Waschverfahren entwickelt und patentiert. • Informationstransparenz: Mittels RFID-Chip in jeder Matratze und einer Datenbankverknüpfung

via Smartphone-App lässt sich jede Swissfeel-Matratze auslesen und so Herstelldatum, Zusammensetzung, Einsatzort und Hygienedokumentation erfassen, womit der Weg durch die Kreisläufe erst möglich wird. Swissfeel ermöglicht so der Hotelbranche, die Nutzungsdauer von Matratzen durch Waschen zu verlängern. Denn qualitativ gute Matratzen erreichen in der Hotellerie ihre Belastungsgrenze jenseits von 15 Jahren. Dieser erste von zwei Kreisläufen beruht somit auf einem Hygienisieren statt Wegwerfen. Auf diese Weise werden deutlich weniger Matratzen benötigt, wodurch etwa 80 Prozent CO2 eingespart werden können. Mittels Chip wird der Übergang dann in den zweiten Kreislauf geregelt, wo die Materialien getrennt und die Schäume für eine Weiterverarbeitung erneut hygienisiert werden. So werden aus den Altmatratzen derzeit Flockenkissen gefertigt, die wiederum voll waschbar und für weitere 15 Jahre im Einsatz sind. Dieses Upcycling erfolgt, bis die Schäume durch chemische Prozesse letztlich aufgelöst und zu neuen Schäumen gefertigt werden. Damit unterscheidet sich dieser Ansatz deutlich von den bislang diskutierten Nachhaltigkeitsmodellen. Statt linearem Recycling, wie meist üblich, setzt Swissfeel auf einen Kreislauf vor dem Kreislauf. Dabei liegt der erste Nachhaltigkeitseffekt in der deutlichen Verlängerung der Nutzungszeit, mit dem Effekt, dass weniger Produkte hergestellt werden müssen. In der Hotellerie, wo Hygiene ein Schwerpunktthema ist, findet diese Lösung immer größeren Anklang. So wird im ESG-Tool vom Hotelverband Deutschland (IHA e. V.) Swissfeel als

SWISSFEEL vereint im wichtigsten Ausstattungselement der Hotellerie, dem Hotel-Bett, alle Anforderungen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und luxuriösem Schlafkomfort, kombiniert mit einem einzigartigen Angebot an Dienstleistungen. www.swissfeel.com

Philipp Hangartner,

Inhaber & MD SWISSFEEL Gruppe

In einer Matratze können unterschiedlichste Materialkomponenten verbaut sein und es gibt keine Deklarationspflicht. Dies erschwert die Annahme und wirtschaftliche Verwertung von Altmatratzen, womit das Verbrennen bislang Mittel der Wahl zur Entsorgung war. einziger Matratzenhersteller namentlich genannt, wenn es um nachhaltige Branchenlösungen geht. In der Hotelklassifikation durch hotelstars.eu wurde die Empfehlung einer Ersatzbeschaffung von Matratzen nach fünf Jahren aus hygienischen Gründen durch die verbindliche Aufnahme des Matratzenwaschens abgelöst und auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA) empfiehlt neuerdings das Waschen von Matratzen für mehr Nachhaltigkeit und Hygiene. Der Erfolg von Swissfeel steckt aber auch in der Logik, dass Waschen günstiger ist als ein Neukauf.

Text: Thomas Soltau


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Schwarz Gruppe – Partner Content

Kreislaufwirtschaft: Garant für europäische Ressourcensouveränität Rohstoffe werden knapper, Recyclingquoten steigen – Unternehmen setzen verstärkt auf Kreislaufwirtschaft.

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uropa ringt um Ressourcen, Resilienz und weniger Abhängigkeiten von Big Playern wie China, Russland und den USA. Offizielle Daten zeigen erste Fortschritte – vor allem in puncto Zirkularität: so lag 2022 die Recyclingquote von Verpackungen EU-weit bei rund 65 Prozent, bei Plastikverpackungen bei etwa 41 Prozent. In Deutschland meldete das Umweltbundesamt für 2023 eine werkstoffliche Recyclingquote von 68,9 Prozent bei Kunststoffverpackungen aus Haushalten. Zugleich wächst der Druck, Designs, Wiederverwendung und Rücknahme schneller zu skalieren, um EU-Vorgaben, u. a. aus dem Green Deal, zu erreichen. Die EU peilt bis 2030 rund 70 Prozent Recycling für alle Verpackungen an; bei Kunststoffen sind 55 Prozent bis 2030 vorgeschrieben. Er-

gänzend arbeiten Politik und Industrie an neuen Standards, digitaler Produktkennzeichnung sowie innovativen Sortiertechnologien. Auch Konsumenten spielen mit bewussteren Kaufentscheidungen und richtiger Mülltrennung eine zunehmend wichtige Rolle im Wandel. Wie die Unternehmen der Schwarz Gruppe mit diesen Herausforderungen umgehen, erläutert Florian Schütze, Geschäftsleiter Corporate Responsibility der Schwarz Corporate Affairs, am Beispiel der ganzheitlichen Kreislaufwirtschaftsstrategie REset Resources.

Herr Schütze, die Unternehmen der Schwarz Gruppe haben ihre, seit 2018 bestehende Plastikstrategie, zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie weiterentwickelt. Warum war dieser Schritt notwendig – und was unterscheidet REset Resources von der Vorgängerstrategie REset Plastic?

Als weltweit tätige Handelsgruppe tragen wir große Verantwortung

und haben einen starken Hebel für positive Veränderung. Kreislaufwirtschaft ist für uns kein Selbstzweck: Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, möchten wir unsere Abhängigkeit von globalen Versorgungsengpässen reduzieren und dringend benötigte Rohstoffe im Kreislauf halten. Mit unserer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaftsstrategie REset Resources schließen wir Wertstoff kreisläufe, sichern den Zugang zu wichtigen Rohstoffen und leisten damit einen Beitrag zur europäischen Ressourcensouveränität. REset Resources ist die ganzheitliche Weiterentwicklung unserer bisherigen Plastikstrategie REset Plastic. Nun decken wir nicht mehr nur Kunststoff, sondern sämtliche Materialströme, unser Produkt- und Verpackungsportfolio sowie all unsere Wertschöpfungsprozesse mit konkreten Zielen ab. Sie reichen von der Gestaltung von Produkten und unserer Eigenmarkenverpackungen über die Logistik bis zur stofflichen Verwertung.

Florian Schütze,

Geschäftsleiter Corporate Responsibility der Schwarz Corporate Affairs

Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, möchten wir unsere Abhängigkeit von globalen Versorgungsengpässen reduzieren und dringend benötigte Rohstoffe im Kreislauf halten.

In den Filialen von Lidl und Kaufland, den Handelssparten der Schwarz Gruppe, kommt alternatives Verpackungsmaterial zum Einsatz - beispielsweise Verpackungen für Kresse aus den Fasern der Silphie-Pflanze.

Die Schwarz Gruppe ist eine international führende Handelsgruppe mit rund 14.200 Filialen, rund 595.000 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024. Zu den Unternehmen der Schwarz Gruppe gehören die Handelssparten Lidl und Kaufland, der Eigenmarken- und Verpackungsproduzent Schwarz Produktion, der Umweltdienstleister PreZero sowie die IT- und Digitalsparte Schwarz Digits. Damit decken sie den gesamten Wertschöpfungskreis ab: von der Produktion über den Handel bis hin zu Recycling und Digitalisierung. Mehr Informationen unter: www.reset-resources.schwarz


Schwarz Gruppe – Partner Content

Sie haben REset Resources in fünf Handlungsfelder gegliedert: REdesign, REduce, REuse, REcollect und REcycle. Können Sie erläutern, was dahintersteckt?

Wir haben REset Resources so konzipiert, dass alle zentralen Bereiche einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft abgedeckt sind: REdesign für die kreislauffähige Gestaltung von Geschäftsmodellen, REduce zur Reduzierung des Ressourceneinsatzes und von Verschwendung, REuse zur Förderung der Wiederverwendung, REcollect, um Zugang zu Wertstoffen zu schaffen, und REcycle zur Stärkung hochwertiger Verwertungsverfahren und des Rezyklateinsatzes. Im Bereich REdesign wollen Sie Eigenmarkenverpackungen bis 2030 maximal recyclingfähig gestalten. Was bedeutet das konkret?

REdesign bedeutet, dass wir Produkte und Verpackungen von Beginn an so konzipieren, dass sie langlebig, reparierbar und recyclingfähig sind. Bei unserem Verpackungsziel gibt es eine Herausforderung: Die genaue Berechnungslogik für „maximal recyclingfähig“ wird aktuell mit der PPWR ausdifferenziert. Bis dahin orientieren wir uns an dem deutschen Mindeststandard. Nach dieser Methodik sind die Primär-Kunststoffverpackungen der Lidl- und Kaufland-Eigenmarken im Geschäftsjahr 2024 zu circa 63 Prozent recyclingfähig. Ein Beispiel für nachhaltiges Produktdesign ist die kreislauffähige Textilkollektion von Lidl. Sie wurde nach den Richtlinien des „ Jeans Redesign“-Projekts der Ellen MacArthur Foundation entwickelt. Die Kleidungsstücke bestehen zu mindestens 98 Prozent aus zellulosebasierten Fasern. Alle Kleinteile wie Knöpfe sind leicht entfernbar, um die Sortierung und das Recycling zu vereinfachen. So ermöglicht das Produktdesign die spätere Kreislauffähigkeit. Unter REduce planen Sie, den Einsatz von Neuware in Einwegverpackungen bis 2030 um 15 Prozent absolut zu senken. Wie erreichen Sie dieses Ziel, ohne Qualität oder Versorgungssicherheit zu gefährden?

Von 2017 bis zum Geschäftsjahr 2024 konnten wir 34 Prozent Plastik unserer Eigenmarkenprimärverpackungen und Transporthilfen aus Kunststoff einsparen. Das schaffen wir, indem wir Verpackungen weglassen, wo möglich, und so wenig Verpackungsmaterial einsetzen, wo nötig. Außerdem nutzen wir Post-Consumer-Rezyklaten (PCR). Die Qualität haben wir dabei immer im Blick: PreZero Polymers entwickelt

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PCR, das von akkreditierten Laboren getestet und zertifiziert wird und Produktsicherheit garantiert. Abseits von Kunststoff setzen wir auf Naturmaterialien wie Silphie-Fasern als Alternative für Papier. Entwickelt wird die innovative Verpackung von der PreZero-Marke OutNature. So reduzieren wir den Einsatz von Neuware und schaffen neue, nachwachsende Wertstoffquellen. Das Handlungsfeld REuse sieht vor, dass bis 2027 nahezu 100 Prozent der innerbetrieblichen Kommissionierung auf Mehrwegpaletten umgestellt wird. Wie realistisch ist dieses Ziel und was bedeutet es für Ihre Logistik?

Wie jedes unserer REset Resources Verpackungsziele ist das Ziel ambitioniert formuliert. Für die Logistik bieten Mehrwegpaletten Vorteile wie Ressourcenschonung und Effizienz: Die Kunststoff-Ladungsträger von PreTurn, einer Logistiklösung von PreZero, sind stabiler, leichter und langlebiger als herkömmliche Holzpaletten. Sie erreichen signifikant mehr Umläufe und verringern dadurch den Bedarf an Neuproduktion. Kaufland nutzt eine eigens von der Schwarz Beschaffung entwickelte Kaufland-Klapp-Palette für Transport und Kommissionierung zwischen Verteilzentren und Filialen. Diese Palette bietet ergonomische Vorteile und spart durch stabile Seitenwände jährlich mindestens 20 Prozent Verpackungsfolie. Bei REcollect wollen Sie so viele Wertstoffe sammeln, wie Sie mit Eigenmarkenverpackungen und Handzetteln in Umlauf bringen. Wie funktioniert das in der Praxis?

Dank unseren eigenen Sammel- und Sortiersystemen sowie Trennkonzepten in Vertrieb, Logistik, Produktion und Zentralstandorten sammeln wir Wertstoffe, die massenbilanziell unseren in Verkehr gebrachten Eigenmarkenverpackungen gegenübergestellt werden. Auf unserer Road to Zero Waste feiern wir Erfolge: Im Geschäftsjahr 2024 umfasst der Anteil des gesamten Abfalls der Unternehmen der Schwarz Gruppe, der recycelt, wiederverwendet, vergärt, kompostiert oder als Tierfutter eingesetzt wird, 88,6 Prozent. Indem wir mit unserem einzigartigen Ökosystem relevante Prozessschritte entlang der Wertschöpfungskette selbst abdecken, differenzieren wir uns deutlich von unseren Marktbegleitern: So übernimmt unsere Umweltsparte PreZero umfassende Leistungen im Bereich Abfall- und Recyclingmanagement – für externe Kunden sowie innerhalb der Schwarz Gruppe. Sie bündeln die Entsorgung und Sortierung von Abfällen, die Aufbereitung sowie das Recycling

PreZero übernimmt als Umweltdienstleister der Schwarz Gruppe umfassende Leistungen im Bereich Abfall- und Recyclingmanagement.

verschiedenster Wertstofffraktionen unter einem Dach. Im Handlungsfeld REcycle haben Sie sich vorgenommen, bis 2030 einen Rezyklatanteil von 65 Prozent in Eigenmarkenverpackungen zu erreichen. Schon heute besteht der Korpus Ihrer PET-Einwegflaschen in Deutschland zu 100 Prozent aus Rezyklat. Welche Wirkung hat das auf Ihre CO₂- und Kunststoffbilanz?

Sie meinen die Kreislaufflasche von Lidl und Kaufland, deren Flaschenkorpus seit 2021 zu 100 Prozent aus Rezyklat besteht. Jede neue Flasche wird von der Schwarz Produktion vollständig aus alten Flaschen geformt und ist aufgrund ihres geringen Gewichts besonders ressourcenschonend. Sämtliche Schritte des PET-Wertstoffkreislaufs werden in Deutschland abgedeckt: von der Sammlung der Pfandflaschen über Sortierung, Recycling und Herstellung bis hin zu Abfüllung und Verkauf. So konnten wir im Vergleich zu PET-Flaschen ohne Rezyklat im Geschäftsjahr 2024 knapp 65.000 Tonnen Neuplastik und circa 109.000 Tonnen CO₂ einsparen. Auch darüber hinaus können wir Erfolge verbuchen: Im Schnitt werden 20 Prozent Rezyklat in unseren Eigenmarken-Primärverpackungen aus Kunststoff eingesetzt. Bei Bauprojekten konnten wir erhebliche Mengen an Neukunststoff einsparen – beispielsweise 489 Tonnen durch RammschutzElemente aus Kunststoffrezyklat sowie 348 Tonnen mit Dachbahnen aus recycelten Folien.

Nachhaltigkeit ist auch eine ökonomische Frage. Wie stellen Sie sicher, dass REset Resources auch wirtschaftliche Vorteile bringt?

Wir sind überzeugt, dass sich Wachstum und Ressourcenschonung nicht ausschließen, sondern bedingen. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft verbindet ökologische Verantwortung mit ökonomischer Weitsicht. Unsere aktuelle Bilanz zeigt, dass wir trotz unseres Wachstums messbare Fortschritte bei der Ressourcenschonung erzielen. Zwar machen nachhaltige Entscheidungen auch höhere Investitionen erforderlich. Aber wir sind uns sicher, dass sie sich langfristig auszahlen und entscheiden uns für Kreislaufwirtschaft aus strategischen Gründen. Wir nennen das übrigens: Voraushandeln. REset Resources – ganzheitliche Kreislaufwirtschaftsstrategie der Unternehmen der Schwarz Gruppe

• REdesign: Wir gestalten unsere Geschäftsmodelle kreislauffähig. • REduce: Wir reduzieren den Einsatz und verhindern die Verschwendung von Ressourcen. • REuse: Wir setzen auf Wiederverwendung. • REcollect: Wir schaffen Zugang zu Wertstoffen. • REcycle: Wir stärken hochwertige Verwertungsverfahren und den Einsatz von recycelten Materialien.


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Neue Geschäfts­ modelle durch Investitionen in Nachhaltigkeit

GROSSES INTERVIEW

In der EU fehlt es bisher an Regeln für die Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit von Rezyklaten. Zudem droht ab 2030 ein Materialengpass. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse

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enn ab 2030 in der EU alle Kunststoffverpackungen Rezyklate enthalten müssen, droht eine Lücke beim Materialaufkommen. Betroffen ist vor allem der Bereich der Lebensmittelverpackungen, denn hier gelten besonders hohe Anforderungen an die Materialreinheit, weshalb die meisten Rezyklate nicht verwendet werden dürfen. Es bleibt daher unklar, wie die verpflichtende Rezyklatquote von zehn Prozent für Lebensmittelverpackungen ab 2030 erfüllt werden kann. Aufgrund der künftigen Rezyklatquoten gilt zudem eine stark steigende Rezyklatnachfrage als sicher. In den vergangenen Jahren war Neuware häufig günstiger als hochwertige Rezyklate. Das hat Investitionen in Recyclinganlagen ausgebremst. „Problematisch ist jedoch, dass solche Anlagen lange Planungs- und Investitionszyklen haben. Eine kurzfristige Reaktion auf eine plötzlich steigende Nachfrage wird daher kaum möglich sein“, befürchtet Carl Dominik Klepper, Geschäftsführender Vorsitzender der Allianz Verpackung und Umwelt (AVU).

Herr Klepper, drohen denn durch wachsenden globalen Wettbewerb – etwa mit Asien – künftig Lieferengpässe bei Rezyklaten in Europa?

Ein zügiger Ausbau der europäischen Recyclinginfrastruktur ist das beste Mittel gegen etwaige Lieferengpässe. Grundsätzlich sollte ein hoher Anteil benötigter Rezyklate aus der haushaltsnahen Sammlung aus der EU stammen. Nur so können Kreisläufe nachhaltig und ohne lange Transportwege geschlossen werden. Zudem ist der Import von Rezyklaten aus Drittstaaten mit rechtlichen Unsicherheiten verbunden: die EU-Verpackungsverordnung fordert zu Recht eine Herstellung unter gleichwertigen Bedingungen. Regeln für Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit fehlen jedoch bisher. Dem Import von umdeklarierter Neuware mit dem Label „Rezyklat“ muss zügig ein Riegel vorgeschoben werden. Welche politischen Instrumente wie Steuern oder Subventionen könnten Unternehmen dabei unterstützen, Rezyklate stärker einzusetzen?

Ein zentrales Instrument wäre die finanzielle Besserstellung besonders gut recyclingfähiger Verpackungen sowie solcher mit Rezyklatanteil. In Deutschland bildet § 21 des Verpackungsgesetzes die Grundlage dafür. Dieser Paragraf sollte weiterentwickelt werden, um gezielt finanzielle Anreize zu setzen, umgesetzt etwa durch einen speziellen Fonds. Dies ist im Koalitionsvertrag bereits grundsätzlich vorgesehen und sollte nun angegangen werden.

Constantin Beelitz, President Europe, CIS & Turkey von RHI Magnesita

Herr Beelitz, warum ist Nachhaltigkeit in der Feuerfestindustrie gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig?

CARL DOMINIK KLEPPER

„Strengere Vorschriften sind nötig“ Können neue Recyclingtechnologien wie das chemische Recycling helfen, die Rezyklatlücke zu schließen – oder kommen sie zu spät?

Chemisches Recycling ist als komplementäre Technologie zum mechanischen Recycling bereits grundsätzlich einsatzbereit. Ob es sich großflächig durchsetzt, hängt allerdings stark von seiner Rentabilität im Markt sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Erst kürzlich hat die EU-Kommission einen Vorschlag zur Anrechnung chemisch-recycelter Anteile auf die Rezyklatquote bei Kunststoffgetränkeflaschen vorgelegt. Jetzt muss der entsprechende Beschluss kommen. Wie stark hängt die Rezyklatverfügbarkeit von korrekter Mülltrennung durch Verbraucher ab – und wo braucht es mehr Aufklärung?

Die Grundlage für hochwertiges Recycling wird im Haushalt gelegt. Wenn

Die Grundlage für hochwertiges Recycling wird im Haushalt gelegt. Wenn falsch getrennt wird, leidet die Qualität der zu verarbeitenden Kunststoffe.

falsch getrennt wird, leidet die Qualität der zu verarbeitenden Kunststoffe. Es ist deshalb sehr positiv, dass ab Mitte 2028 EU-weit klare Trennhinweise auf Verpackungen und Sammelbehältern aufzubringen sind. Was passiert, wenn die Rezyklatlücke nicht geschlossen wird? Müssen Unternehmen mit höheren Kosten Rückgriff auf Neumaterial oder gar Produktionsstopps rechnen?

Die EU-Kommission hat sich vorbehalten, Rezyklatquoten in Ausnahmefällen, etwa bei nachgewiesener Gefährdung der Lebensmittelsicherheit, anzupassen. Eine generelle Absenkung ist jedoch unwahrscheinlich. Klar ist: Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig vorbereiten, werden Nachteile erleiden, etwa durch Lieferengpässe bei Rezyklaten.

Rezyklate weisen häufig eine schwankende Qualität auf. Können neue Technologien hier Abhilfe schaffen?

Bei Verpackungen ist eine gleichbleibende Qualität essenziell, insbesondere wegen der Anforderungen an Produktschutz und Lebensmittelsicherheit. Der technologische Fortschritt weist jedoch in die richtige Richtung: KI-gestützte Sortieranlagen, digitale Wasserzeichen auf Verpackungen und verbesserte Recyclingverfahren tragen immer mehr zu einer stabilen Qualität von Rezyklaten bei.

Hochtemperaturprozesse sind essenziell für die Produktion von Stahl, Glas oder Zement – und damit für praktisch alle Alltagsprodukte. Ohne feuerfeste Materialien wie Magnesia, die Temperaturen über 1.200 °C standhalten, wären diese Prozesse nicht möglich. Damit ist unsere Branche auch ein Schlüssel für die grüne Transformation: Windräder, Solarpanels oder E-Autos hängen direkt von solchen Materialien ab. Unternehmen sollten sich daher auch klar darüber sein, dass Investitionen in Recycling, Kreislaufwirtschaft und CO₂-arme Produktion neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Daher sollten sie gerade in volatilen Zeiten hier investieren.

Welche Rahmenbedingungen werden dafür benötigt?

Wir brauchen erstens klare EU-weite Regelungen. Zweitens müssen die Unternehmen sich engagieren und manchmal auch über ihren Schatten springen. Und drittens brauchen wir alle, also neben der Politik und der Wirtschaft auch die Verbraucher, eine Änderung des Mindsets. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Moritz Lange/unsplash


TEUFELBERGER – Partner Content

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KLW-Initiative mit Wachstumspotenzial

Wie optimierte Sammlungsprozesse die Wiederverwertung von Umreifungsbändern maximieren.

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mreifungsbänder bieten als Monomaterial ideale Voraussetzungen für die Kreislaufwirtschaft. Die robusten Kunststoff bänder aus Polypropylen (PP) oder PET werden zum Bündeln und Stabilisieren von Verpackungen, Kartons oder Paletten verwendet, um den sicheren Transport von Gütern zu gewährleisten. Entscheidend für ein funktionierendes Rückholungs- und Recyclingsystem des wertvollen Rohstoffs ist jedoch die gesammelte Menge – und hier liegt der

Jürgen Scheiblehner,

Geschäftsführer von Strapping Solutions bei Teufelberger

Wir reagieren auf die unterschiedlichsten Voraussetzungen und können unser System flexibel für die Sammlung im Betrieb anpassen.

Knackpunkt: Die Abholung des Materials verursacht aufgrund der Vielzahl einzelner Anfahrtsstrecken den größten Aufwand. Wenn Unternehmen versuchen, diese Logistik nur für sich selbst zu organisieren, rechnet sich das in der Regel nicht. Zudem widersprechen die zusätzlichen Transporte für nur geringe Materialmengen dem Nachhaltigkeitsgedanken. Werden hingegen für die Sammlung gebrauchter Bänder die bestehenden Strukturen der großen Entsorger genutzt, entfällt der Bedarf für aufwendige Einzelsysteme.

Aus diesem Gedanken heraus hat der oberösterreichische Verpackungsspezialist Teufelberger das Programm „better. collect“ initiiert: Gemeinsam mit starken Partnern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche wie dem Kölner Entsorgungsunternehmen Zentek, werden genutzte Umreifungsbänder getrennt von anderen Kunststoffabfällen direkt bei Industrie- und Gewerbebetrieben eingesammelt, durch Recycler wie RDG Group als hochwertige Sekundärrohstoffe aufbereitet und in der eigenen Produktion von Teufelberger wieder eingesetzt. Damit bringt Teufelberger Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Schritt näher zur gelebten Realität. Seit 1997 verarbeitet Teufelberger PET-Flakes aus Getränkeflaschen in der Umreifungsbandproduktion; seit 2020 werden auch aus gebrauchten Bändern neue produziert („Strap to Strap“). Heute stammen bereits rund zehn Prozent des Recyclinganteils aus zurückgeholten Umreifungsbändern. Bis 2030 strebt das

We close the loop. Teufelberger Umreifungsbänder bestehen bereits heute aus bis zu 10 % recycelten Umreifungsbändern. Strap by Strap arbeiten wir an einer echten Kreislaufwirtschaft.

Unternehmen an, 11.000 t Umreifungsbandabfall zu verarbeiten. „Unser wichtigstes Anliegen ist es, bei der Qualität keinerlei Einbußen zu haben“, betont Jürgen Scheiblehner, Geschäftsführer von Strapping Solutions bei Teufelberger. „Da wir bei Kunststoff-Umreifungsbändern Recyclingmaterial durch Recyclingmaterial ersetzen, bleibt das Qualitätsniveau sehr ähnlich, für den Kunden ergeben sich dadurch keinerlei Nachteile.“ Doch das System wächst nicht von allein. Je weiter die Transportwege, desto größer müssen auch die gesammelten Mengen sein, um die Abholung wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll zu gestalten. Nur wenn die Logistik durch genügend Materialmengen gerechtfertigt ist, funktioniert der Kreislauf effizient. „Durch unsere Partner werden bereits tausende Tonnen von gebrauchtem Umreifungsband aus Industrie und Gewerbe gesammelt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Aber damit stehen wir noch am Anfang“, betont Jürgen Scheiblehner. „Es ist entscheidend, möglichst viele weitere Mitstreiter zu gewinnen. Unternehmen, Partner und Sammelstellen, die das Netz verdichten und die Wege optimieren. Denn nur gemeinsam lässt sich das Potenzial dieses Systems voll ausschöpfen. Mit dem Ziel, im nächsten Schritt vom nationalen zum europäischen Kreislauf gehen.“ Teufelberger unterstützt jedes interessierte Unternehmen dabei, auch seine Sammlung vor Ort individuell

Da wir bei KunststoffUmreifungsbändern Recyclingmaterial durch Recyclingmaterial ersetzen, bleibt das Qualitätsniveau sehr ähnlich, für den Kunden ergeben sich dadurch keinerlei Nachteile. aufzusetzen: mit mietbaren Big Bags, Pressen und Zerkleinerern oder als Ergänzung bestehender Lösungen, die beim Kunden bereits für Kartonagen oder Folien im Einsatz sind. „Wir reagieren auf die unterschiedlichsten Voraussetzungen und können unser System flexibel für die Sammlung im Betrieb anpassen“, sagt Jürgen Scheiblehner. Dank des Materialrecyclingprogramms werden bereits rund 1.759 kg CO₂ pro Tonne PET-Umreifungsband eingespart – im Vergleich zur alternativen Entsorgung durch Verbrennung. Noch immer werden mehrere Tausend Tonnen Umreifungsbandabfall verbrannt, anstatt im Stoffstrom zu verbleiben, ein Potenzial, das nur gemeinsam ausgeschöpft werden kann. Umso wichtiger ist es, dass sich künftig noch mehr Unternehmen, Partner und Sammelstellen beteiligen, damit die Kreislaufwirtschaft weiterwachsen und ihr volles Potenzial entfalten kann.


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Werkstoffforum – Partner Content

Das Werkstoffforum der Zukunft ist Treiber der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie

Warum haben Kunststoffe einen schlechten Ruf, obwohl es umweltfreundliche Varianten gibt? Wie können Unternehmen ihre Prozesse auf nachhaltige, hochwertige Rezyklate umstellen und mit Entsorgungspartnern ein Konzept für eine sortenreine Sammlung und Aufbereitung von Kunststoffen erarbeiten? Das Werkstoffforum der Zukunft ist ein vom Bundes- und Landeswirtschaftsministerium NRW (5-StandorteProgramm) gefördertes Projekt, das innerhalb der vierjährigen Laufzeit diese Fragen beantworten soll und Pilot-Unternehmen bei der Umsetzung der Transformation der Produktionsprozesse unterstützt.

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n einer Welt begrenzter Ressourcen ist nachhaltiges Handeln kein Nice-tohave, sondern ein klarer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die auf Kunststoffe aus natürlichen Quellen setzen und Materialien gezielt in den Wirtschaftskreislauf zurückführen, sichern sich nicht nur ökologische Glaubwürdigkeit – sie schaffen echte wirtschaftliche Mehrwerte. Wer heute noch auf lineare Wertschöpfungsketten setzt, riskiert morgen den Anschluss zu verlieren. Rezyklate bieten enormes Potenzial, stoßen jedoch auf politische und wirtschaftliche Hürden. Doch genau hier liegt ihre Chance: Mit

strategischem Materialmanagement, durchdachten Rücknahmekonzepten und innovativen Sortiertechnologien entstehen zukunftsfähige Geschäftsmodelle, die Umwelt und Bilanz gleichermaßen stärken. Das Werkstoffforum der Zukunft ist ein neutraler Intermediär, der mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten über Möglichkeiten der ressourcenschonenden Herstellung von Kunststoffen informiert. Es werden konkrete Handlungsempfehlungen aus den Pilotprojekten und der Stoffstromana-

lyse abgeleitet und für Unternehmen zugänglich gemacht. Im Fokus steht ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Akteure der Wertschöpfungskette einbindet – von der Produktion über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung.

Das Werkstoffforum wird getragen von einem starken Konsortium: REMONDIS Recycling GmbH & Co. KG, das Wuppertal Institut gGmbH, die ZENIT GmbH, der TechnoPark und Wirtschaftsförderung Schwerte GmbH sowie das Kunststoff-Institut Lüdenscheid als Konsortialführer. Gemeinsam bündeln sie Expertise aus Wirtschaft, Wissenschaft, Förderberatung und Projektmanagement, um die Kreislaufwirtschaft als Innovationsmotor in Unternehmen zu verankern. Das Werkstoffforum unterstützt Unternehmen dabei, ihre Rohstoffversorgung langfristig zu sichern und gleichzeitig neue wirtschaftliche Chancen durch intelligentes Recycling zu erschließen.

Weitere Informationen zum Werkstoffforum unter:www.werkstoff.forum

Foto: BMR

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Michael Tesch, Projektleiter am Kunststoff-Institut Lüdenscheid

Mit maßgeschneiderten Rückführungskonzepten werden Abhängigkeit von teurer Neuware reduziert und die Effizienz von Materialkreisläufen gesteigert. Optimierte Recyclingprozesse verbessern die Qualität und Verfügbarkeit von Rezyklaten – ein klarer Vorteil für die zu erwartenden Bedarfe der Unternehmen. Digitale Lösungen wie der Digitale Produktpass, schaffen volle Transparenz und ermöglichen fundierte, nachhaltige Entscheidungen. Gemeinsam gestalten wir den Weg in eine klimaneutrale Zukunft – mit Werkstoffen, die unter den richtigen Rahmenbedingungen echte Ressourcenwunder sind.

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FFI – Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V. & Pro Carton – Partner Content

Karton als Motor einer resilienten europäischen Kreislaufwirtschaft

Europa steht vor der Aufgabe, Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke und Versorgungssicherheit in Einklang zu bringen. Ein entscheidender Baustein dieser Strategie ist die faserbasierte Kreislaufwirtschaft, in der Karton eine führende Rolle spielt. Kartonverpackungen verbinden ökologische Vorteile mit industrieller Innovationskraft – und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Resilienz. Nachwachsender Rohstoff und CO₂-Speicher

Die Grundlage von Karton sind nachhaltig bewirtschaftete europäische Wälder. Europäische Forstwirtschaft arbeitet nach strengen Zertifizierungsstandards (z. B. FSC ®, PEFC ™ ) und stellt sicher, dass mehr Holz nachwächst, als entnommen wird. Diese

Mit einer Recyclingquote von mehr als 86 Prozent ist Karton europaweit Spitzenreiter unter den Verpackungsmaterialien.

Wälder binden enorme Mengen an CO₂, tragen aktiv zum Klimaschutz bei und sichern langfristig den Rohstoff bedarf. Aus dem Holz wird Zellstoff gewonnen, der als erneuerbarer Rohstoff für die Produktion von Karton dient. Damit stützt sich die Verpackungsindustrie auf heimische, sichere Ressourcen und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Materialien. Spitzenreiter beim Recycling

Mit einer Recyclingquote von mehr als 86 Prozent ist Karton europaweit Spitzenreiter unter den Verpackungsmaterialien. Ein eng verzahntes Sammel- und Recyclingsystem sorgt dafür, dass die Fasern mehr als fünfundzwanzigmal wiederverwendet werden können. Die-

ses geschlossene System spart Energie, senkt Emissionen und beweist, dass eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im großen Maßstab möglich ist. Vertrauen der Verbraucher

Europäische Verbraucher setzen auf Karton, weil er sichtbar nachhaltig ist. Studien belegen ein hohes Maß an Verbrauchervertrauen, da Kartonverpackungen als umweltfreundlich, sicher und gut recycelbar gelten. Markenartikler nutzen diesen Vorteil, um ihre Nachhaltigkeitsziele glaubwürdig zu kommunizieren. Fazit

Karton ist „circular by nature“: Er wächst nach, speichert CO₂, wird

Weitere Informationen zum FFI – Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V. unter: www.ffi.de Und weitere Informationen zu Pro Carton unter: www.procarton.com/de

mehrfach recycelt und genießt das Vertrauen der Verbraucher. Damit stärkt er nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die wirtschaftliche und ökologische Resilienz Europas – ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.


ISC3 – Partner Content

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Nachhaltige Chemie als Treiber der Transformation

Kaum eine Branche prägt unser Wirtschafts- und Alltagsleben so stark wie die Chemie. Rund 90 Prozent der weltweiten Produktion hängt heute direkt oder indirekt von chemischen Produkten ab. Ob in Landwirtschaft, Bau, Energie, Elektronik oder Medizin – ohne Chemikalien, kein modernes Leben. Doch die Kehrseite ist gravierend: Der Chemiesektor verschlingt etwa zehn Prozent des globalen Energiebedarfs und verursacht rund acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

D

ie Branche steht im Zentrum einer tiefgreifenden Transformation. Will die Weltgemeinschaft die großen globalen Herausforderungen, wie Klimakrise, soziale Ungleichheiten und Ressourcenknappheit bewältigen, führt an einem Umdenken kein Weg vorbei. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen gibt den Rahmen vor – und erfordert ein gesamtgesellschaftliches Umsteuern. Kreislaufwirtschaft ein Teil der Lösung

Produkte müssen von Beginn an so designt werden, dass sie repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können;

Stoffe, die unvermeidlich in die Umwelt gelangen, vollständig abbaubar sein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht alles zirkuliert werden kann. Stoff-, Material- und Produktströme müssen mitgedacht und reduziert werden – in Vielfalt, Umfang sowie sämtlichen Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Gesundheit. Nachhaltige Chemie betrachtet den größeren Kontext

Hier setzt Nachhaltige Chemie an: Sie fördert eine Kreislaufwirtschaft, die die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus von Stoffen, Materialien und Produkten integriert. Dadurch entstehen innovative Lösungen – Produkte und Prozesse, die zentrale Themen wie Ressourcen- und Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Defossilisierung und soziale Gerechtigkeit adressieren. Sie orientieren sich an den Bedarfen von Gesellschaft und Wirtschaft und sind auf lokalen wie internationalen Märkten wettbewerbsfähig. „Diese Transformation erfordert einen Kulturwandel: Politik, Unternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verbraucher müssen ihr Verhalten ändern,“ sagt Dr. Thomas Wanner, Managing Director des International

Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3): „Nachhaltige Chemie greift überall dort, wo nachhaltige Veränderung beginnt. Wir wissen, dass es ein langwieriger Prozess ist – und genau deshalb arbeiten wir auf vielen Ebenen daran, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Chancen zu nutzen. Es geht darum, das Verständnis für Nachhaltige Chemie weiter zu verbreiten, Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen zu vernetzen und verantwortungsvolle, nachhaltige Innovationen zu fördern.“ Das ISC3 zeigt damit: Nachhaltige Che-

Dr. Thomas Wanner, Managing Director des International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3)

mie ist keine Vision für morgen, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Industrie und ein zentraler Hebel, die globale Nachhaltigkeitsagenda Wirklichkeit werden zu lassen.

International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3)

Das ISC3 ist ein internationales Zentrum, das den Wandel der Chemie- und chemienahen Sektoren hin zur Nachhaltigen Chemie fördert. Es setzt sich für eine Kreislaufwirtschaft ein, die die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit in jeder Phase des Produktlebenszyklus integriert und das Verhalten aller relevanten Akteure verändert. Das Zentrum verfolgt einen Multi-StakeholderAnsatz und richtet sich an politische Entscheidungsträger, öffentliche und private Sektoren, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das ISC3 bringt sich weltweit in die internationale Chemikalienpolitik ein, stärkt Nachhaltigkeitskompetenzen, bietet Beratungsleistungen, fördert Innovationen, unterstützt Unternehmertum, entwickelt berufliche und akademische Studien- und Trainingsprogramme sowie Einzeltrainings und betreibt Forschung. Das Zentrum wurde 2017 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN, vormals BMU) sowie des Umweltbundesamtes (UBA) gegründet.

Weitere Informationen zu ISC3 unter: www.isc3.org

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Kompostierbare Verpackungen – Schlüssel zur biologischen Kreislaufwirtschaft Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung

zustellen. In anderen EU-Ländern wie Italien,

rinnen und Verbraucher, Planungssicherheit für

(PPWR) erkennt die Europäische Union die

Österreich oder Spanien ist dies bereits seit

Unternehmen und lenkt Investitionen gezielt

wichtige Rolle industriell kompostierbarer

vielen Jahren erfolgreiche Praxis. Dort tragen

in Innovationen, welche die biologische

Kunststoffe für eine echte, geschlossene

kompostierbare Beutel entscheidend dazu bei,

Kreislaufwirtschaft weiter voranbringen und

Kreislaufwirtschaft an. Bestimmte Anwen-

den Fremdstoffanteil im Bioabfall zu senken

die Umwelt schützen.

dungen, die typischerweise mit Bioabfällen

und die Getrennterfassung organischer Abfälle

entsorgt werden, müssen künftig EU-weit

zu stärken.

verpflichtend kompostierbar sein, darunter Kaffeepads. Dies ist ein entscheidender

Jetzt braucht es klare politische Weichenstellungen:

Schritt, um Bioabfälle sauberer zu erfassen

• Verbindliche Vorgaben für sehr leichte

und Mikroplastikeinträge im Kompost und in

Kunststofftragetaschen, analog zu zertifiziert

Böden zu reduzieren.

industriell kompostierbaren Bioabfall-

Obst- und Gemüseaufkleber, Teebeutel und

Weitere Informationen und das gemeinsame Positionspapier finden Sie hier:

Maßgebend ist nun die Umsetzung dieser

• Klare Kennzeichnung und Zertifizierung

Anforderungen in den EU-Ländern. Eine Allianz

kompostierbarer Verpackungen, um eine ord-

aus Verbänden, darunter INAK, IK Industrieve-

nungs- und sachgemäße Entsorgung über den

reinigung Kunststoffverpackungen, Plastics

Bioabfall zu ermöglichen.

Europe Deutschland, European Bioplastics, Po-

• Zweckgebundene Gebührenregelung, die

lykum, C.A.R.M.E.N. und das nova-Institut, setzt

sicherstellt, dass die Abgaben für komposti-

sich dafür ein, dass die Anforderungen an kom-

erbare Verpackungen direkt den Sammelbe-

postierbare Verpackungen auch in Deutschland

trieben und Betreibern der Anlagen für orga-

zielgerichtet und praxistauglich umgesetzt wer-

nisches Recycling zugutekommen.

den. Dazu gehört es nach Ansicht der Verbände, auch sehr leichte Kunststofftragetaschen,

Die PPWR stellt hohe Anforderungen und die

die als Obst- und Gemüsebeutel eingesetzt und

nationale Umsetzung eröffnet die Chance,

häufig zur Sammlung von Bioabfällen ver-

endlich klare und verlässliche Regeln für bio-

wendet werden, verpflichtend aus zertifiziert

basierte und kompostierbare Verpackungen zu

industriell kompostierbarem Material her-

schaffen. Das gibt Orientierung für Verbrauche-

Foto: C.A.R.M.E.N. e.V.

Sammelbeuteln (gem. Bioabfallverordnung).

Zertifiziert industriell kompostierbare Bio-Beutel

Katrin Schwede,

Geschäftsführerin Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft e.V. (INAK)


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Kunststoff-Loop im Aufwärtstrend S TAT U S Q U O

Im Gespräch mit Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV). Text: Julia Butz Foto: Presse, Markus Spiske/unsplash

PPWR, Green Deal, Rezyklat-Quoten: Was bedeuten die Regulierungen für die Kunststoffindustrie?

Die neue europäische Verpackungsverordnung PPWR entstand unter dem Einfluss der Politik des „Green Deal“ der Europäischen Kommission. Obwohl es sich eigentlich um eine Regulierung zur Harmonisierung des Verpackungsrechts in der EU zur Förderung des freien Warenverkehrs handelt, enthält die PPWR viele umweltbezogene Vorschriften, die

zu einer Verbesserung der Kreislaufwirtschaft und zur Senkung des Primärrohstoffverbrauchs beitragen sollen. Hierzu zählt auch das Instrument gesetzlicher Mindestrezyklateinsatzquoten, das künftig – in abgestufter Form – für die allermeisten Verpackungen gelten soll. Ab 2030 sind Kunststoffverpackungshersteller dann verpflichtet, mindestens den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an Post-Consumer-Kunststoffrezyklaten zur Herstellung der Verpackungen ein-

Die werkstoffliche Recyclingquote von Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack hat für das Jahr 2023 mit 68,9 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht.

zusetzen. Eine solche Rechtsvorschrift ist übrigens bereits am 01. Januar 2025 für Getränkeflaschen, die überwiegend aus dem Kunststoff PET bestehen, eingeführt worden. Wie gut ist Deutschland hinsichtlich geschlossener Materialkreisläufe aufgestellt?

Die Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Zwölf Prozent der in Deutschland verarbeiteten Kunststoffe waren 2023 Rezyklate aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen. Hinzu kommen drei Prozent Rezyklate aus Post-Industrial-Kunststoffabfällen. Die werkstoffliche Recyclingquote von Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack hat beispielsweise für das Jahr 2023 mit 68,9 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht, der deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen Quoten liegt. Damit bestätigt sich der Aufwärtstrend, der mit der Einführung des Verpackungsgesetzes seinen Anfang nahm: Seit 2018 ist die Recyclingquote damit um fast 27 Prozentpunkte gestiegen. Allerdings wurden von ca. 5,6 Mio. t Post-Consumer-Kunststoffabfällen, die 2023 in Deutschland angefallen sind, nur ca. 2 Mio. t dem Recycling zugeführt.

Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)

Der Rest wird energetisch verwertet. Insbesondere die Abfallströme des Haushaltsrestmülls und der Gewerbeabfälle enthalten viel Kunststoff – jeweils ca. 1 Mio. t pro Jahr –, der bisher unzureichend dem Recycling zugeführt wird. Um die Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen in diesen Feldern auszubauen, sind zusätzliche Weichenstellungen durch den Gesetzgeber erforderlich. Wie bewerten Sie das wachsende Problem, einer irreführenden oder unbegründeten Darstellung umweltfreundlicher Produkte (Greenwashing)?

Unlautere Umweltaussagen zu Produkten sollten nicht vorkommen und wären ggfs. justiziabel. Eine „wachsende“ Relevanz für die Kunststoff-verarbeitende Industrie in Deutschland kann ich bisher nicht erkennen. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Kunststoffverarbeiter in Deutschland geht äußerst verantwortungsvoll mit Umweltaussagen um oder verzichtet gänzlich darauf.

ReUse and Trade – Partner Content

Verkaufen statt entsorgen

Unternehmen, die Fehlbestände, ältere Produkte oder ihre Ausrüstung veräußern, profitieren doppelt und leisten einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

V

iele Unternehmen haben nur begrenzte Lagerkapazitäten und müssen daher alte Bestände, Fehlbestellungen oder auch ausgediente Maschinen oder Schreibtische loswerden, um Platz für neue Ware oder eine neue technische Ausrüstung und Möbel zu schaffen. Dann fallen für die Entsorgung oft hohe Kosten an, die das Firmenbudget belasten. Das muss aber gar nicht sein, denn statt einer Entsorgung können sie alle diese Gegenstände ebenso gut auch weiterverkaufen. Und zwar mit doppeltem Gewinn, denn anstatt die Entsorgungs-

Katharina Dombrowski, Gründerin ReUse and Trade

kosten zu tragen, verdienen sie auf diese Weise sogar Geld. „Und weil verwertbare Gebrauchsgegenstände aller Art so im Kreislauf bleiben, anstatt zu Müll zu werden, profitieren auch Klima und Umwelt von dem Weiterkauf “, sagt Katharina Dombrowski von der Vermittlungsagentur ReUseandTrade. Frau Dombrowski, wie kamen Sie eigentlich auf diese Idee?

Ich arbeitete früher bei einem Entsorgungsunternehmen und musste immer wieder feststellen, dass Unternehmen sehr viele Dinge wegwerfen, die eigentlich gut weiter in Gebrauch bleiben könnten. Das ist unnötig, kostet Geld und widerspricht massiv den Zielen Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Ich dachte mir, dass es sicher viele andere Unternehmen, aber zum Teil auch Privatpersonen gibt, die diese Dinge gerne kaufen und weiter verwenden würden. Und so kam ich schließlich auf die Idee, dagegen etwas zu tun.

Sie gründeten eine Agentur, die zwischen potenziellem Verkäufer und Käufer vermittelt?

Richtig, das ist das Prinzip von ReUse and Trade. Ich stelle auf unterschiedlichem Weg den Kontakt zwischen beiden Seiten her und ermögliche so den Verkauf verwertbarer Gegenstände und Waren, die ansonsten in der Entsorgung landen würden. Das läuft vor allem über die Webseite aber auch über eine Telegram-Gruppe, über Google und auch über die klassische Kleinanzeige. Um was handelt es sich?

Die Bandbreite ist extrem groß. Im Prinzip geht es einerseits um den Bestand bzw. die Ausrüstung von Unternehmen, die diese loswerden möchten. Da es sich aber nicht um das Produkt handelt, das diese Unternehmen – meist aus dem B2B-Bereich ohne Endverbraucher-Kontakte – verkaufen, kümmert sich auch der Vertrieb nicht darum und so landen diese Dinge in der Entsorgung. Zum anderen geht es um Fehlbestellungen oder Dinge wie zum

ReUse and Trade vermittelt Produkte genau an diejenigen, die sie gerade benötigen. Mithilfe ihres überregionalen Netzwerkes und einem digitalen Marktplatz, auf welchem alle zur Verfügung stehenden Produkte für jedermann sichtbar sind, werden die Produkte zurück in den Kreislauf gebracht. www.reuseandtrade.de/home.aspx

Beispiel weiße Ware, Medizinprodukte, Elektronikbauteile oder Produkte, die aufgrund der Einführung eines Nachfolgeprodukts nicht mehr verkauft werden sollen, aber eigentlich noch nagelneu sind. Diese werden dann mit einem deutlich gesenkten Preis verkauft. Wie arbeiten Sie?

ReUse and Trade vermittelt zwischen dem Verkäufer und einem Käufer den Kontakt und übernimmt in vielen Fällen auch die gesamte Abwicklung des Transports. Dafür bekommen wir eine Provision. Die Geschäfte laufen auf Wunsch völlig anonym ab, sodass der Verkäufer nicht bekannt wird. Das geschieht auf Wunsch vieler Unternehmen, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht möchten, dass sie öffentlich als Verkäufer auftreten. Das Ziel ist es, den Unternehmen Lust darauf zu machen, ihre verwendbaren Dinge zu verkaufen, auf diese Weise Geld zu verdienen, statt Kosten tragen zu müssen, und auf diese Weise die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.


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PPWR-Konformität leicht gemacht

Klarheit, Kosten- und Zeitersparnis durch digitale Lösungen, die komplexe regulatorische Anforderungen effizient umsetzen.

Siddarth Bagri, Gründer und CEO von Packintelx

Selbst bei einer Verschiebung der PPWR sollten Unternehmen jetzt mit der Digitalisierung ihrer Daten starten, um Kosten und Zeit zu sparen.

D

ie neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt ab 2030 weitreichende Änderungen: Je nach Verpackungstyp und Branche gelten verbindliche „Designfor-Recycling“-Kriterien, Mindestquoten für Recyclingfähigkeit (≥ 70 %), den Einsatz recycelter Materialien sowie Vorgaben zu Wiederverwendung und Refill. Die Vielzahl unterschiedlicher Pflichten macht es für Hersteller und Inverkehrbringer schwierig, den Überblick zu behalten. Digitale Lösungen und KI unterstützen dabei, Vorschriften gezielt zu analysieren und fristgerecht umzusetzen. Packintelx, die All-in-One-Plattform von CEO Siddarth Bagri, schafft Transparenz, erkennt Konformitätslücken und liefert praxisnahe Lösungen.

und zu prüfen, ob oder inwieweit ihre Verpackungen betroffen sind. Doch im zweiten Schritt müssen sie sich darum kümmern, konkrete Lösungen dazu zu implementieren. Um genau diese Prozesse zu erleichtern und die enormen Umstellungs- und Beratungskosten zu senken, haben wir PackIntelx gegründet. Mit unserem digitalen Tool kann man zum einen das gesamte Verpackungsportfolio einfach und schnell nach PPWR prüfen und Compliance-Lücken erkennen, zum anderen direkt in die Umsetzung gehen, mit Hilfe unseres Fachwissens und unseres umfassenden Netzwerks in der Kreislaufwirtschaft. Über unsere Plattform können auch die nötigen Konformitätserklärungen und Dokumentationen für alle Verpackungen erstellt werden.

Herr Bagri, was bedeutet die PPWR für Hersteller und Produzenten und wie unterstützt PackIntelx dabei?

Wie sieht die operative Unterstützung konkret aus?

Gerade sind viele Unternehmen dabei, die PPWR überhaupt zu verstehen

Unser Angebot reicht von Sortier- und Recyclingtests sowie Pilotprojekten in großtechnischen Anlagen ge-

meinsam mit Industriepartnern, über die Analyse und Zertifizierung der Wiederverwertbarkeit bis hin zur Beschaffung recycelter Inhalte und der Entwicklung innovativer Recyclinglösungen. Wir sind europaweit aktiv, wenn es darum geht, Rezyklate und recyclingfähige Materialien zwischen Recyclern, Verarbeitern und Markeninhabern zu vermitteln. Daher wissen wir von der Basis, was PPWR-konforme Verpackungen tatsächlich erfüllen müssen. Und damit bilden wir die ambitionierten Ziele der PPWR genau ab: nachhaltige Lösungen im großen Maßstab zu ermöglichen. Was würden Sie betroffenen Unternehmen jetzt raten?

Selbst, wenn die PPWR verschoben wird, sollten sich Unternehmen heute schon konkret vorbereiten, vor allem bei der Digitalisierung ihrer Daten, um Kosten zu reduzieren und Zeit zu sparen.

Das Team von PackIntelX vereint digitale Innovationskraft mit tiefgreifender Expertise in der Recycling- und Verpackungsbranche - mit einer Mission: Eine All-in-One-Plattform, die regulatorische Anforderungen in effiziente Prozesse übersetzt – für maximale Kosten- und Zeitersparnis und messbare Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft. www.packintelx.com Source One GmbH – Partner Content

Aufwind: Zirkuläre Wertschöpfungsketten

Moderne Kreislaufwirtschaft vereint nachhaltiges Engineering mit ausgefeilter Sourcing-Strategie. Wettbewerbsfähige Lösungen für die Kunststoffindustrie:

A

m europäischen Kunststoffmarkt zu bestehen, gestaltet sich aktuell als herausfordernd. Gestiegene Rohstoffpreise, Lieferschwierigkeiten und Auftragsrückgänge bestimmen die Entwicklung einzelner Unternehmen. Mehr noch: Aufgrund von hohen Energiekosten, Investitionsvorbehalten und politischen Rahmenbedingungen, die weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, steigt der Transformationsdruck der gesamten Branche. Doch wie gelingt die Wende? Technologische Innovationen, ressourcenschonende Prozesse und internationale Vernetzung gelten als Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit im aktuellen Marktumfeld. Auch Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz treiben die Entwicklung effizienter und flexibler Lösungen für die Kunststoffindustrie an. Das Ziel ist

eine nachhaltige, klimaneutrale Kreislaufwirtschaft. Modernes Recycling sichert den Zugriff auf Materialien, erlaubt seine energie- und kosteneffiziente Aufbereitung und bereitet den Weg zu einer Stabilisierung des Marktes. „Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zum Nährboden der Kunststoffindustrie“, sagt Kai Hoyer, Geschäftsführer der Source One GmbH. „Ihre Chance liegt im ganzheitlichen Ansatz. Sowohl Hersteller als auch Zulieferer oder Entsorger haben die Möglichkeit, ihr Unternehmen innerhalb einer zirkulären Wertschöpfungskette robust und krisenfest aufzustellen.“ Aktuell gilt es, die zu erwartende Rezyklat-Lücke, die in Deutschland im Jahr 2030 bei etwa 30 Prozent zwischen Angebot und Nachfrage liegen soll, zu schließen. Für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft ist die Kombination nachhaltigen

Engineerings mit moderner Sourcing-Strategie entscheidend. Source One ist ein ganzheitlich agierendes Beratungsunternehmen für die Kreislaufwirtschaft, das technologische Lösungen entwickelt und Materialströme zuschneidet, um zirkuläre Wertschöpfungsketten zu schaffen. Es verknüpft die entsprechenden Akteure miteinander, baut weltweite Recyclingstrukturen auf und sorgt dafür, dass selbst schwer recycelbare Kunststoffe erneut genutzt werden: „Wir spüren den Aufwind. Insgesamt steht die Kunststoffindustrie zwar noch vor erheblichen Herausforderungen“, sagt Kai Hoyer. „Sie zeigt jedoch auch Ansätze zur Anpassung und Erholung. Dies merken wir dadurch, dass wieder mehr Beratung

Source One agiert als globale Schnittstelle zwischen Akteuren der gesamten kreislaufwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Mit nachhaltigen technologischen Lösungen und maßgeschneiderten Materialströmen schließt Source One Wertstoffkreisläufe bei maximaler ökologischer und ökonomischer Effizienz. www.s-one.de

angefragt wird sowie mehr Engineering für einzelne Projekte im Anlagenbau. Auch die Nachfrage nach Rezyklaten steigt wieder etwas an. Das stimmt mich persönlich sehr optimistisch.“

Sowohl Hersteller als auch Zulieferer oder Entsorger haben die Möglichkeit, ihr Unternehmen innerhalb einer zirkulären Wertschöpfungskette robust und krisenfest aufzustellen.


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BRB & Gesamtverband Schadstoffsanierung e.V. – Partner Content

Wege zu einer ressourceneffizienten Bauwirtschaft

Unser urbanes Lager wächst jährlich um rund 600 Mio. Tonnen. Somit haben wir einen höheren Einsatz an Rohstoffen, als aus dem Baubestand zurückgewonnen werden. Das Verhältnis von Abbruch/Sanierung zu Neubau beträgt 1:8. In den öffentlichen Diskussionen um ein nachhaltigeres Handeln muss bedacht werden, dass die Abbruchmaterialien nicht ausreichend sind, um primäre Rohstoffe zu ersetzen. Auch geht der Trend in Richtung Bauwerkserhalt, das wird begrüßt, begrenzt jedoch weiter die Verfügbarkeit von Baustoffen aus dem Rückbau. Der Einsatz an Primärrohstoffen kann durch Circular Economy, Innovationen und Materialeffizienz reduziert werden, ist jedoch nicht vermeidbar.

J

ährlich fallen ca. 220 Mio. Tonnen mineralische Abfälle aus Bauaktivitäten an. Bodenaushub dominiert mit über 129 Mio. t/a. Aus ca. 90 Mio. t Mineralik aus dem Hochund Tiefbau gehen ca. 75 Mio. t ins Recycling und die Verwertung. Kritisch ist, das Ausschreibungen Recyclingmaterial nicht berücksichtigen oder explizit ausschließen. Auch werden vermeintlich schlechtere Qualitäten trotz ihrer Nutzungsmöglichkeiten in technischen Bauwerken nicht nachgefragt. Es ist geboten, die Ausschreibungspraxis, insbesondere der öffentlichen Hand, zu ändern! Alle verfügbaren Recyclingmengen sind zu nutzen. Mit diesem ge-

nutzten Potenzial für Infrastrukturprojekte könnten parallel weitere geeignete und verfügbare Mengen in den Hochbau gelenkt und als Zuschlagsstoffe für Beton und Zement verwendet werden. Zu beachten ist: unser Baubestand besteht nicht aus kreislaufgerecht geplanten und digital dokumentierten Gebäuden. Die Zusammensetzung der Materialien hat sich mit Mitte des letzten Jahrhunderts stark geändert, es erfolgte der Einsatz von Verbundmaterialien, Beschichtungen, nicht abtrennbaren Dämmstoffen und, aus heutiger Sicht, Schadstoffen. Der Baubestand der jetzt bearbeitet wird, ist zu prüfen, um ge-

fährliche Bausubstanzen zu separieren und aus den Wirtschaftskreislauf auszuschleusen. Sortenreine Rückgewinnung ist beste Voraussetzung für Recycling. Innovative Ansätze sind dringend notwendig. Ein Schwerpunkt wird gerade deutlich: In Stahlbetonbauwerken sind Einbaubauteile wie Abstandhalter und Wandstärken vorhanden, welche Asbest enthalten können. Abbruchmaterial aus Beton macht zurzeit etwa 30 Prozent der in Deutschland anfallenden mineralischen Bauabfälle aus und ist unser hochwertigstes Recyclinggut. Werden die verbauten Asbesteinbauteile nicht

vor dem Rückbau erkannt und ausgeschleust, ist der Beton auf der Deponie zu beseitigen. Die zunehmende Sanierungsdringlichkeit großer Infrastrukturbauwerke sorgt für tendenziell steigende Mengen und Druck im Kessel. Um die Verwertbarkeit von Beton im Sinne der Kreislaufwirtschaft abzusichern, bedarf es der Identifizierung und Ausschleusung dieser Kleinbauteile. Hierzu laufen Forschungsprojekte zur Erkundung, Separierung auf der Baustelle oder im Rahmen der Aufbereitung.

Weitere Informationen unter: www.recyclingbaustoffe.de www.gesamtverband-schadstoff.de ZUKOS – Partner Content

Brandschutzkonzept aus einer Hand

Leicht entzündbare IonenLithium-Speicher sind eine Gefahr für die Entsorgungsbranche, doch Wärmebildkameras bieten einen effektiven Schutz vor Feuer.

W

as haben Autos, Kinderbücher und E-Zigaretten gemeinsam? Sie beinhalten mehr und mehr Akkus, besser gesagt Lithium-Ionen-Energiespeicher. Vielen Verbrauchern aber ist gar nicht bewusst, dass mit einer unsachgemäßen Entsorgung dieser Speicher große Gefahren verbunden sind. Das stellt die Entsorgungs- und Recyclingbranche vor große Herausforderungen. Der Grund liegt in der Beschaffenheit der Lithium-Energiespeicher, die brennbare Elektrolytflüssigkeit enthalten und unter hoher Spannung stehen. Wird ein Speicher beschädigt, überladen, überhitzt oder weist er einen internen Kurzschluss auf, beginnt eine unkontrollierte chemische Reaktion, die eine extreme Hitze von bis zu 800 Grad Celsius erreicht und zu einem Brand führt. Hinzu kommt, dass dadurch auch Materialien wie Altpapier, Kunststoffe

oder biogene Abfälle in Brand geraten können und Selbstentzündung, Gärprozesse oder Lagerdruck zu Schwel- und Vollbränden führen. Das Problem ist flächendeckend – täglich kommt es in Deutschland durchschnittlich zu rund 30 Bränden in Abfallbehandlungs- oder Recyclinganlagen. Die wirtschaftlichen Folgen für ein betroffenes Unternehmen können immens sein – ein Schaden in Millionenhöhe, wochenlange Betriebsunterbrechung, große Belastungen für die Umwelt. Pro Quartal wird deutschlandweit der Schaden durch derartige Brände auf 250 Millionen Euro geschätzt – Tendenz steigend. „Vor diesem Hintergrund wird klar, dass nur ein ganzheitliches Brandschutzkonzept, das eine intelligente Brandfrüherkennung mit individuell angepasster Löschtechnik in einem geschlossenen System vereint, einen wirklichen Schutz bringen kann“, sagt Kevin Tautenhahn, Technischer Direktor bei ZUKOS. Dabei sollten alle Komponenten – von der Detektion bis zur Reaktion – aus einer Hand stammen. Anstelle klassischer Rauchmelder wird hier auf hochauflösende Wärmebildkameras gesetzt, die

Weitere Informationen über ZUKOS unter: www.zukos.de

kritische Temperaturentwicklungen in Echtzeit und mit hoher Präzision erfassen. „Auf diese Weise können gerade besonders gefährdete Bereiche wie Pressen, Sortieranlagen oder Lagerflächen kontinuierlich und rund um die Uhr überwacht werden“, erklärt Tautenhahn. Die erfassten Daten werden direkt an eine permanent besetzte Leitstelle übermittelt. Hier werden Temperaturverläufe und Live-Bilder analysiert und bewertet. Im Falle eines Brandes kann daher schnell, gezielt und effizient reagiert werden. Die Ansteuerung des Löschsystems erfolgt automatisch oder halbautomatisch

Kevin Tautenhahn, Technischer Direktor bei ZUKOS

und wird exakt auf das jeweilige Risiko abgestimmt. So kommt je nach Bedarf ausschließlich Wasser oder eben auch Netzwasser oder Schaum zum Löscheinsatz. Kevin Tautenhahn: „Auf diese Weise ermöglicht das ZUKOS-System eine frühzeitige Erkennung potenzieller Brandherde und deren unmittelbare Bekämpfung.“


michel gmbh – Partner Content

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Schlamm: vom Problemstoff zur Ressource

Schlämme galten lange als problematische Abfallstoffe, können aber heute dank effizienter Verfahren für Kreislaufsysteme aufbereitet werden.

I

n Kläranlagen und vielen verarbeitenden Industrien fallen Klär- und Industrieschlämme als Abfallprodukt an. Die nachgeschaltete Schlammverbrennung verursacht hohe CO₂Emissionen und führt zur Entstehung von Schadstoffen, die aufwendig behandelt oder als Asche entsorgt werden müssen. Zudem verursacht das hohe Volumen des feuchten und geruchsintensiven Schlamms erhebliche Logistik- und Entsorgungskosten. Trotz großer Unterschiede in Zusammensetzung und Schadstoff belastung haben alle Schlämme eines gemeinsam: Sie bestehen zu großen Teilen aus Wasser und können wertvolle Rohstoffe enthalten. Durch den Einsatz thermischer Trocknungsverfahren lassen sich diese effizient freilegen und für stoffliche oder energetische Verwertungen aufbereiten. Damit bieten Schlämme nicht nur neue Chancen für die Kreislaufwirtschaft, sondern auch Potenziale zur Reduktion klimarelevanter Emissionen und zur Schonung natürlicher Ressourcen. Die michel gmbh ist international exklusiver Vertriebspartner der ‚SludgeDryingSystems‘ (SDS), einem Unternehmen, das sich auf Technologien zur Schlammtrocknung spezialisiert hat. Im Mittelpunkt stehen modulare und dezentral einsetzbare Trocknungssysteme, die eine energieeffiziente sowie emissionsarme

Schlammbehandlung ermöglichen. „Unser Trocknungsprozess basiert auf einer innovativen NiedertemperaturTechnologie ab ca. 60° C, wodurch höherwertige Energie nicht nötig ist, eingespart wird und gleichzeitig durch die schonende Trocknung kaum Schadstoffe aus dem Material ausgetrieben werden und somit nicht in den Abluftstrom gelangen. Die Trocknung erfolgt durch gezielte Wärmezufuhr kombiniert mit kontinuierlicher Bewegung des Schlamms, wodurch das Wasser effizient verdunstet wird“, erläutert Nina Pesic, Projektleitung der michel gmbh. „Durch die Nutzung der vorhandenen Abwärme wird der Prozess zudem sehr ressourcenschonend gestaltet. Das System startet den Trocknungsprozess bereits bei einem Trockensubstanzgehalt (TS) von nur 16 Prozent und kann ihn auf > 90 Prozent TS steigern.“

Sie sorgt dafür, dass der gewünschte Trockensubstanzgehalt präzise und energiesparend erreicht wird, selbst wenn äußere Bedingungen schwanken. „Wir bieten eine zukunftsfähige Schlammtrocknung, die lokal funktioniert, Emissionen reduziert und sich wirtschaftlich rechnet. IntelligentDry® ist dabei nicht nur eine technische Lösung, sondern ein Werkzeug für echten Wandel, hin zu mehr Eigenverantwortung und Umweltbewusstsein“, betont Felix Hellmuth, Gründer und Geschäftsführer der SludgeDryingSystems (SDS), „In einer Branche im Wandel, geprägt von strengeren Umweltauflagen und steigenden Entsorgungskosten braucht es dezentrale, flexible und nachhaltige Lösungen. Mit meinem System zur Schlammtrocknung schaffen wir nicht nur Effizienz, sondern gestalten aktiv eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft.“

Ein zentraler Bestandteil ist das IntelligentDry®-System, eine eigens entwickelte Software, die den Trocknungsprozess vollautomatisch steuert und optimiert.

Den größten Anteil der behandelten Schlämme macht Klärschlamm aus, aus dem vor allem Phosphor, aufgrund gesetzlicher Vorgaben, für die landwirtschaftliche Nutzung zurückgewonnen werden muss. Darüber hinaus können die unterschiedlichsten industriellen Schlämme auf bereitet werden, etwa aus der Papierherstellung, der chemischen Industrie, aus Ölprozessen oder der Milchverarbeitung. Je nach Herkunft lassen sich daraus weitere Produkte extrahieren, die beispielsweise in der Baustoffproduktion Verwendung finden. Nina Pesic: „Unsere eingesetzten Trocknungssysteme sind flexibel auf die spezifischen Eigen-

In einer Branche im Wandel, geprägt von strengeren Umweltauflagen und steigenden Entsorgungskosten braucht es dezentrale, flexible und nachhaltige Lösungen.

Zusammen vereinen die michel gmbh sowie Sludge Drying Systems jahrelange Erfahrung und Kompetenz in ihren jeweiligen Bereichen und bieten so eine hervorragende Leistung für ihre Kunden. Die michel gmbh bringt Expertise in Vertrieb und Marketing mit, während Sludge Drying Systems sich auf moderne, kosteneffiziente und umweltfreundliche Alternativen für die Schlammentsorgung spezialisiert hat. www.schlammtrocknung.com

schaften verschiedener Schlammarten anpassbar und können auch für neue Einsatzstoffe getestet werden.“ Die modular aufgebauten Kaskadentrockner sind so konzipiert, dass sie dezentral und flexibel eingesetzt werden können. Durch ihre kompakte Bauweise lassen sie sich in bestehende Infrastrukturen integrieren, ohne dass umfangreiche Umbauten notwendig sind. Damit reicht das Einsatzspektrum von kommunalen Kläranlagen bis hin zu großen industriellen Standorten. Zur wirtschaftlichen Umsetzung stehen unterschiedliche Finanzierungs- oder Leasingmodelle zur Verfügung. „Dies eröffnet auch kleineren und mittleren Betreibern den Zugang zur Technologie und erleichtert eine schnelle Implementierung vor Ort. Auf diese Weise kann die Schlammbehandlung energieeffizient gestaltet und mit geringeren Betriebs- und Investitionskosten realisiert werden“, so Nina Pesic.

Den größten Anteil der behandelten Schlämme macht Klärschlamm aus, aus dem vor allem Phosphor, aufgrund gesetzlicher Vorgaben, für die landwirtschaftliche Nutzung zurückgewonnen werden muss.


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„Kreislaufwirtschaft ist ein Teamsport“ SUFFIZIENZ

Julia Binder, Professorin für Sustainable Innovation am International Institute for Management Development, erklärt, warum Recycling allein nicht reicht, Unternehmen Allianzen brauchen – und was Suffizienz mit Freiheit zu tun hat. Text: Thomas Soltau Foto: Presse, Kumpan Electrics/unsplash

Laut dem Circularity Gap Report 2025 werden global nur 6,9 Prozent der Materialien wiederverwendet. Wo stehen wir heute wirklich bei der Transformation zur Kreislaufwirtschaft?

Der Report zeigt klar: Bei der Rückführung von Ressourcen in echte Materialkreisläufe ist noch viel Luft nach oben. Recycling dominiert zwar die Debatte, doch unsere Wirtschaft funktioniert nach wie vor weitgehend linear. Solange es günstiger ist, neue Rohstoffe zu extrahieren, als vorhandene Materialien wiederzuverwenden, bleibt der Auf bau einer Kreislaufinfrastruktur wirtschaftlich schwer durchsetzbar. Dabei ist Recycling in einer echten Kreislaufwirtschaft nur das letzte Mittel. Wir müssen Produktion und Konsum neu denken: weniger billige Masse, mehr langlebige, modulare Produkte, die echte Bedürfnisse erfüllen. Noch stehen wir am Anfang – aber immer mehr große Unternehmen erkennen in der Kreislaufwirtschaft einen klaren strategischen Hebel.

Julia Binder, Professorin für Sustainable Innovation am International Institute for Management Development

Aber auch nach außen braucht es neue Partnerschaften, oft jenseits der eigenen Kernkompetenzen. Themen wie Rückwärtslogistik, Reparaturservices oder datengetriebene Geschäftsmodelle lassen sich allein kaum stemmen. Ein deutsches Maschinenbauunternehmen und ihr Pay-per-Part-Modell sind ein gutes Beispiel: Nur durch ein starkes Partner-Ökosystem mit IT- und Versicherungsexpertise wurde es erfolgreich. Wer Kreislaufwirtschaft ernst meint, muss offen für Allianzen sein – auch mit Wettbewerbern! Wie stehen die Chancen auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und wann können wir damit rechnen?

Der Druck nimmt durch geopolitische Spannungen, Ressourcenknappheit und Klimakrise zu. Gleichzeitig erkennen immer mehr Unternehmen die

handfesten Vorteile: geringere Kosten, mehr Unabhängigkeit und neue Geschäftsmodelle. Entscheidend wird sein, zirkuläre Modelle vom Pilotprojekt in die Breite zu bringen, mit Fokus auf Produktdesign, Materialrückführung und Ressourceneffizienz. Wie schnell das gelingt, hängt stark von regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Aber ich bin überzeugt: Wir stehen am Anfang der Dekade der Kreislaufwirtschaft und wer jetzt handelt, verschafft sich einen strategischen Vorsprung! Bedeutet Kreislaufwirtschaft am Ende Verzicht und Askese oder können wir damit weiterhin mit gutem Gewissen konsumieren?

Kreislaufwirtschaft ist unsere beste Chance, Konsum und Verantwortung in Einklang zu bringen. Durch Serviceund Sharing-Modelle bekommen wir Zugang zu den neuesten Produkten, ohne ständig Neues kaufen zu müssen. Das ermöglicht Komfort und Innovation bei deutlich geringerem Ressourcenverbrauch. Aber die eigentliche Frage lautet in unserer Überflussgesellschaft oft nicht: Was fehlt mir noch? Sondern: Wie viel ist eigentlich genug? Suffizienz heißt nicht Verzicht, sondern bewusster Konsum mit mehr Qualität, Langlebigkeit und echten Werten.

Kann ein Unternehmen überhaupt alleine zirkulär werden?

Kreislaufwirtschaft ist definitiv ein Teamsport – und das fängt schon im eigenen Unternehmen an. Ohne die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg, insbesondere zwischen Design, Produktion und Service, bleibt der Kreislaufgedanke Stückwerk.

Ohne die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg, insbesondere zwischen Design, Produktion und Service, bleibt der Kreislaufgedanke Stückwerk.

Rohstoffkreisläufe für Umreifungsbänder schließen

Jürgen Scheiblehner, Geschäftsführer von Strapping Solutions bei Teufelberger, weltweit größter, system­ unabhängiger Hersteller von High-PerformanceUmreifungsbändern

Mit better.collect haben wir den Kreis zwischen Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwertung von Umreifungsbänder geschlossen. Es ist ein bereits funktionierender Kreislauf – und eine Einladung an die gesamte Industrie, sich dieser Win-Win-Situation anzuschließen. Unsere Erfahrung der letzten fünf Jahre zeigt klar: Die eigene Abholung und Sammlung bei einzelnen Unternehmen ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Nur durch die Nutzung bestehender Entsorger-Logistik, die für die anderen Materialströme ohnehin regelmäßig zahlreiche Firmen anfahren, kann der Rohstoffkreislauf für Umreifungsbänder effizient geschlossen werden. Unser Ziel ist es, diesen Closed Loop gemeinsam zu etablieren und damit einen Standard für verantwortungsvollen Materialeinsatz zu setzen. Mein Appell an die gesamte Branche, einschließlich Wettbewerbender: Nutzen wir diese Synergien. Allein ist dieser Weg weder kosteneffizient noch nachhaltig darstellbar. Gemeinsam aber wird er zu einer starken Lösung für Unternehmen und Umwelt. Text: Julia Butz Foto: Presse


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