Donau Lounge Extrablatt 2014

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L ITE RATUR UND KULTUR AUS D E N DONAUL ÄNDERN

EXTRABLATT

des Donau Lounge Programms auf der Messe BUCH WIEN 2014 12.-16. November 2014 Messe Wien, Halle D, Donau Lounge, Stand Nr. 524


Grußworte zur Donau Lounge

Benedikt Föger Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels Foto: Ludwig Schedl

Die ost- und südosteuropäische Literatur stellt seit der ersten Edition der BUCH WIEN einen Programmschwerpunkt dar. Heuer stehen besonders brisante Diskussionen zur Wende und gegenwärtigen politischen Lage ebenso wie Präsentationen vielversprechender Neuerscheinungen auf dem Programm. Die österreichische Verlagsszene hat sich als Mittler zwischen Ost und West bewährt – deshalb gibt es kaum eine bessere Plattform als die Buchmesse, um Neuentdeckungen aus unseren Nachbarländern vorzustellen. Als das Collegium Hungaricum Wien vor drei Jahren die Idee der Donau Lounge vorstellte, haben wir diese Initiative mit großer Freude in die BUCH WIEN integriert. Wir blicken schon heute auf eine Erfolgsgeschichte zurück, welche die verbindende und inspirierende Wirkung unseres gemeinsamen Kulturraums deutlich macht und die auch künftig die BUCH WIEN bereichern soll!

Günter Kaindlstorfer Programmdirektor BUCH WIEN Moderiert das Podiumsgespräch am 14. 11. um 15:30 auf der ORF-Bühne Foto: Elisabeth Novy

Dr. Inge Kralupper Geschäftsführerin BUCH WIEN Foto: Fayer & Co

Dr. Inge Kralupper, Geschäftsführerin BUCH WIEN Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels Günter Kaindlstorfer, Programmdirektor BUCH WIEN Der Donauraum – ein gutes Stück Europa, das wahrscheinlich mehr Fragen als Antworten aufwirft. Die möglichen Antworten findet man in den Geschichten wieder. Wir sind überzeugt, dass diejenigen, die die alten und neuen Texte aus dieser Region aufmerksam lesen, ihren Autorinnen und Autoren zuhören, mehr von Europa und der Welt verstehen werden. Über den Donauraum in einer angenehmen Lounge-Atmosphäre auf einer großen Buchmesse lesen und diskutieren, hat aber auch noch weitere Vorteile: Buchmessen sind eine glückliche Mischung aus Kultur und Wirtschaft, sowie aus Besucher- und Medienpräsenz. Gute Voraussetzungen für Autor, Verleger und Publikum – aber natürlich auch für die Erlebbarkeit der Europäischen Donauraumstrategie. Bereits zum dritten Mal können Sie AutorInnen, Neuerscheinungen und aktuelle Donau-Themen auf der Messe BUCH WIEN hautnah miterleben: Die Donau Lounge präsentiert sich mit einem eigenen Stand, an dem auch ein Großteil des anspruchsvollen Programms stattfinden wird, wobei Gäste aus 11 Donauländern vertreten sein werden. Die Inhalte sowie das einzigartige Design verfolgen ein übergeordnetes Ziel: mehr Dialog, mehr Verständigung und mehr Zusammenarbeit im Donauraum! Auf der Bühne wird es diesmal über 40 Gäste aus 11 Donauländern geben, wobei neben den Lesungen auch ein prominentes Podiumsgespräch zum Thema 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs, sowie die Präsentation der Literaturzeitschrift Keine Delikatessen stattfinden werden. Neu ist auch die engere Zusammenarbeit mit Traduki – einer internationalen Organisation für Übersetzungen und Übersetzer aus den und in die Sprachen Südosteuropas. Die Donau Lounge ist vom Danube Cultural Cluster (eine Initiative des Collegium Hungaricum Wien) in Anlehnung an die Europäische Donauraumstrategie entwickelt worden. Wir danken der BUCH WIEN für die treue Partnerschaft und den vielen Kooperationspartnern, Verlagen und Förderern für die exzellente Zusammenarbeit und ihr Vertrauen! Dr. Márton Méhes, Direktor, Collegium Hungaricum Wien

Dr. Márton Méhes Direktor, Collegium Hungaricum Wien Foto: Adrian Batty

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Die Donau Lounge Story 2012-14 Wien, Târgu Mureș, Bukarest, Lviv/Lemberg

Foto: Oswald Engelhardt

Die Donau Lounge ist seit ihrem Debüt auf der Messe BUCH WIEN 2012 zu einer „donauweiten“ Kulturmarke geworden. Im Herbst 2013 gastierte das Programm erstmals auf dem Internationalen Buchforum im westukrainischen Lviv/Lemberg und auf der Internationalen Buchmesse der multiethnischen rumänischen Stadt Târgu Mureș. Im Frühjahr 2014 schaffte es die Donau Lounge zum großen renommierten Bookfest der rumänischen Hauptstadt Bukarest, während im September die zweite, weit größere Ausgabe des Programms in Lviv/Lemberg über die Bühne ging. Bereits bei diesem zweiten Mal genoss die Donau Lounge einen besonderen Status in Lemberg: der Donauraum wurde als Gastregion zum Internationalen Buchforum eingeladen und durfte über die Donau Lounge repräsentiert werden.

In Lemberg wurde beide Male (2013, 2014) die Frage in den Mittelpunkt gestellt, in welchem Sinne diese geschichtsträchtige Stadt zum Donauraum gehört. Die Antworten sind binnen eines Jahres noch komplexer geworden… Die geistig-kulturelle Zugehörigkeit ist eindeutiger denn je.

In Wien kann die Donau Lounge mittlerweile auf eine dreijährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Seit 2012 entwicklete sich das Format und der Inhalt zu einem festen Bestandteil der Messe BUCH WIEN. Kein Wunder, dass ein Kultur- und Literaturprogramm, das auf mehr Verständigung, Dialog und besseres Kennenlernen des jeweils anderen setzt, auch in der Organisation und Realisierung auf grenzüberschreitender Zusammenarbeit beruht. Die Initiatoren konnten beispielsweise bei allen Stationen mit der Mitwirkung und Unterstützung der österreichischen Kulturvertretungen rechnen. Das Österreichische Kulturforum Bukarest und die ÖAD-Kooperationsstelle in Lemberg sind großartige Partner des Projekts geworden. Doch Târgu Mureș und Bukarest wären gar nicht erst zu Stande gekommen ohne die Mitwirkung des Balassi Instituts – Ungarisches Institut Bukarest. Auch andere Institutionen und Organisationen sind immer wieder aktiv dabei, wie etwa die Europäische Donauakademie mit Sitz in Ulm oder die Kulturinstitute und Botschaften der Donauländer in Wien – repräsentiert auch durch EUNIC Austria, die Gemeinschaft der EU-Kulturinstitute.

Für das rumänisch-ungarische Târgu Mureș ist von großer Bedeutung, dass die Menschen erfahren: Die Multiethnizität und -religiösität ist eine Bereicherung für Europa. Târgu Mureș ist ein Fallbeispiel für den Donauraum.

Foto: Schaub-Walzer/PID

Nur 80 Km von der Donau entfernt liegt die pulsierende, jugendhafte und offene Stadt Bukarest. Für die Donau Lounge ein willkommenes internationales Terrain.

Viele behaupten, Wien sei historisch prädestiniert für die Donau-Zusammenarbeit. Wir fügen hinzu, dass die BUCH WIEN gerade wegen der großen Zukunftsperspektive des Donauraums interessant ist.

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Mittwoch, 12. November Eröffnung & Lange Nacht der Bücher

Dr. Johann Sollgruber Leiter der Vertretung der EU Kommission in Österreich ad interim. Foto: Vertretung der Europ. Kommission in Ö./ APA-Fotoservice/Preiss

Bücher öffnen Welten, denn beim Lesen sind unserer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wir reisen – und sei es nur in Gedanken! Die Donau Lounge bietet uns Gelegenheit, eine Seite der Donauraumstrategie kennenzulernen, bei der es nicht um Wirtschaft und Politik, sondern darum geht, die Menschen zwischen Schwarzwald und Schwarzem Meer einander näher zu bringen. Bücher geben uns Gelegenheit, in die Wirklichkeit und die Gedankenwelt des anderen vorzudringen, über uns selbst nachzudenken, uns selbstkritisch zu betrachten, uns im anderen zu spiegeln und in einen echten Dialog zu treten. Ich wünsche der Donau Lounge einen regen Austausch und den gebührenden Erfolg! Dr. Johann Sollgruber, Leiter der Vertretung der EU Kommission in Österreich ad interim

Botschafter Dr. Martin Eichtinger Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres Foto: Mahmoud-Ashraf Mahmoud

Danijel Kralj, Gitarist Geb. in Rijeka, Kroatien. Konzertfach- und Pädagogikstudium am Konservatorium Wien in der Klasse von Susanna Löffler und Jorgos Panetsos mit Auszeichnung abgeschlossen. Zahlreiche Konzerte, sowohl solistisch, als auch kammermusikalisch, im In- und Ausland.

Als ich von Direktor Dr. Márton Méhes gefragt wurde, einige Zeilen für diese Broschüre zu verfassen, nahm ich diese Einladung mit Freude an, denn das Projekt Danube Cultural Cluster geht auf eine gemeinsame Initiative des Balassi Instituts bzw. des Collegium Hungaricum Wien und des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres zurück. Im Jahr 2011 wurde dieses als Vernetzungsplattform gedachte Projekt in einer gemeinsamen ungarisch-österreichischen Konferenz vor Teilnehmern aus 21 europäischen Ländern im Leopold Museum der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit Verweis auf die Donauraum Strategie der Europäischen Union ist das Ziel des Danube Cultural Cluster, die kulturelle, wissenschaftliche, touristische und menschliche Bedeutung des gesamten Donauraums aufzuzeigen. An dieser Stelle gilt es, dem Direktor des Collegium Hungaricum Wien, Herrn Márton Méhes, für seine entscheidende Rolle in Bezug auf das Zustandekommen dieser Plattform zu danken. Ein wichtiges Projekt des Danube Cultural Cluster ist die Donau Lounge, die bereits außerhalb Österreichs bei Buchmessen in Rumänien und der Ukraine präsent war. Nun ist sie zum dritten Mal Gast bei der Buch Wien, wo sie bedeutende Akteure des geistigen Lebens des Donauraums vereint. Ich möchte dem anspruchsvollen Programm hiermit viele anregende Diskussionen und großen Erfolg wünschen. Botschafter Dr. Martin Eichtinger Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres 18:30 Eröffnung der Messe BUCH WIEN 2014 (ORF-Bühne) ab 20:00 Lange Nacht der Bücher ab 20:15 Eröffnung der Donau Lounge (Stand Nr. 524) Musik: Sandra Hrašćanec (HR, Mezzosopran) und Danijel Kralj (HR, Gitarre)

Sandra Hrašćanec (Sani Wigh), Geb. in Zagreb, Kroatien, lebt in Wien. In Wien studierte sie Gesang am Prayner Konservatorium. Meisterklassen u.a. bei Walter Berry, Claus-Christian Schuster (Altenberg Trio-Seminar), Martin Beck (Schauspiel) und Peter Svensson. (www.sandra-hrascanec.com)

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Es sprechen: Dr. Márton Méhes, Direktor, Balassi Institut - Collegium Hungaricum Wien Dr. Johann Sollgruber, Leiter der Vertretung der EU Kommission in Österreich ad interim Botschafter Dr. Martin Eichtinger, Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres Peter de Martin, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Donauländer Dr. Mihály Zoltán Nagy, Vizepräsident des Rumänischen Kulturinstituts, Bukarest


Donnerstag, 13. November

13:00 Barbara Simoniti (SI): „Močvirniki” Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell 2014 erschien ihr Bilderbuch Andrej Nespanec (Andreas Schlaflos), wieder mit Illustrationen von Peter Škerl. In der Zwischenzeit wird der zweite Teil von Močvirniki fertiggestellt. Simoniti ist auch in der neuen deutschsprachigen Anthologie mit dem Titel Skica:Buch. Einblicke in die zeitgenössische slowenische Literatur vertreten.

Barbara Simoniti Geb. 1963. Autorin und Übersetzerin. Sie schreibt Lyrik, Kurzprosa und Erzählungen für Kinder. Ihr Kinderbuch Močvirniki (Moorländer) wurde 2013 mit dem Levstik-Preis und dem Gütesiegel „Zlata hruška“ ausgezeichnet. Foto: Robert Balen

14:00 Mircea Cărtărescu (RO): „Die Flügel” mit dem Autor und Ernest Wichner, Moderation: Cornelius Hell In seinem facettenreichen Roman „Die Flügel“ beschreibt der Autor den Zusammenbruch des Ceaușescu-Regimes 1989: Auf den Straßen spielen sich tumultartige Szenen ab, in der Wohnung des Ich-Erzählers läuft tagein, tagaus der Fernseher, und er taucht ein in die Geschichten seiner Vorfahren. 15:00 Etela Farkašová (SK): „Ein ganz gewöhnlicher Tag und andere Erzählungen” Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell Ein ganz gewöhnlicher Tag und andere Erzählungen bringt Erzählungen über das Alltagsleben der zeitgenössischen Frau. Die Autorin nimmt auch am Podiumsgespräch am 14. 11. um 15:30 auf der ORF-Bühne teil.

Mircea Cărtărescu, Geb. 1956 in Bukarest. Veröffentlicht seit 1978 Gedichte und Prosa. Zahlreiche Aufenthalte im Westen (u. a. in Berlin, Stuttgart, Wien). Sein Werk wird in viele Sprachen übersetzt. Foto: Zsolnay Verlag

16:00 Adisa Bašić (BIH): „Ein Werbespot für meine Heimat” Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk In ihrem neuesten Gedichtband gelingt es Adisa Bašić, die seelische Welt einer vom Krieg und der Nachkriegszeit in Bosnien geprägten Generation wiederzugeben.

Etela Farkašová, Geb. 1943. Sie ist Autorin von mehr als 20 Büchern, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Für kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Slowakischen Republik und Österreichischen Republik erhielt sie Das goldene Ehrenzeichen um die Verdienste für die Republik Östterreich. Foto: Archiv Etela Farkašová

Adisa Bašić, Geb. 1979 in Sarajevo. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie ein Diplomstudium im Fach Menschenrechte und Demokratie. Sie arbeitet als Journalistin und Literaturkritikerin. Bank-Austria-Literaris-Preisträgerin 2012. Foto: Wieser Verlag

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Freitag, 14. November Mercedes Echerer Geb. in Linz. Umfangreiche schauspielerische Karriere: u.a. Wiener Volkstheater, Theater in der Josefstadt, in der Off-Szene sowie Arbeiten für Film und Fernsehen. Foto: Manfred Werner

11:00 KINDERBÜHNE Mercedes Echerer (AT), u.a.: „Märchen, Mythen und Musik Donau/Dunaj“– Lesung und Gespräch Die berühmte Schauspielerin hat sich auf die Spuren alter Geschichten aus dem Donauraum gemacht und präsentiert den Gedichtband auf der Kinderbühne. 12:00 In memoriam Szilárd Borbély (HU): „Die Mittellosen“ Lesung und Buchpräsentation Szilárd Borbély Geb. 1964 in Fehérgyarmat, Ungarn. Debütierte 1988 als Lyriker und veröffentlichte rund ein Dutzend Gedicht- und Prosabände. Er verstarb im Februar 2014. Foto: Lenke Szilágyi

Wir gedenken des ungarischen Lyrikers mit einer Lesung aus seinem Romandebüt Die Mittellosen, mit dem er sich an die Spitze der ungarischen Gegenwartsliteratur geschrieben hat. 13:00 Juri Andruchowytsch (UA): „Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“ Jurij Wynnytschuk (UA): „Im Schatten der Mohnblüte“ Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell Andruchowytsch versteht sich als kritischer Intellektueller, als einer, der die politischen und militärischen Entwicklungen an der russisch-ukrainischen Grenze mit Sorge betrachtet, so in dem von ihm herausgegebenen Buch Euromaidan.

Juri Andruchowytsch Geb. 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine. Seine Romane zählen schon jetzt zu Klassikern der ukrainischen Literatur. Er wurde u.a. mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006 ausgezeichnet. Foto: Susanne Schleyer

Jurij Wynnytschuk Geb. 1952 in Ivano-Frankiwsk/Ukraine, ist einer der bekanntesten ukrainischen Autoren. Aufgrund der politischen Verhältnisse konnte er seine Arbeiten bis 1990 nicht unter eigenem Namen veröffentlichen. Foto: Franziska von Stenglin

Der Lemberger Kultautor Jurij Wynnytschuk erzählt in seinem Roman Im Schatten der Mohnblüte die bewegende Geschichte seiner ukrainischen Heimat – und über Freundschaft, Ideale und Rückgrat im Angesicht größter Grausamkeit. 14:00 Gespräch und Präsentation Rumäniens Elite im Europa des 20. Jahrhunderts. Positionen. Interessen. Transfer. TeilnehmerInnen: Lucian Boia (RO), Oliver Jens Schmitt (CH/AT), Larisa Schippel (DE/AT) Anlässlich der Veröffentlichung zweier deutscher Übersetzungen diskutieren der Autor der Werke Lucian Boia, der Historiker Oliver Jens Schmitt und die Translationswissenschaftlerin und Übersetzerin Larisa Schippel über die rumänische Elite und u.a. über die geopolitische Lage Rumäniens. 15:00 Palmi Ranchev (BG): „Ein bißchen Glück für später“ Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk 2006 wurde der Erzählband "Ein bißchen Glück für später" mit dem Bank Austria Literaris ausgezeichnet.

Lucian Boia Professor an der Fakultät für Geschichte der Universität Bukarest. Er beschäftigt sich intensiv vor allem mit Ideengeschichte und dem Imaginären. Mit seinem Buch Geschichte und Mythos im Bewusstsein der Rumänen legte er 1997 eine Neuinterpretation der rumänischen Geschichte vor. Foto Lucian Boia

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15:30 Gespräch und Präsentation (ORF-Bühne) Thema: „25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“ Das wundersame Jahr 1989 markiert das Ende des sog. „kurzen 20. Jahrhunderts” (1914-1989). Erst mit der politischen Wende in den kommunistischen Ländern Ostmitteleuropas konnten die schrecklichen Ereignisse des Kalten Krieges beendet werden. Doch das turbulente Jahr 1989 steht vor allem für die Freiheit Europas: für Aufatmen und Neubeginn, für die Perspektive, dass „endlich zusammenwächst, was zusammengehört”. TeilnehmerInnen: Juri Andruchowytsch (UA), Etela Farkašová (SK), Nick Thorpe (GB), Márton Méhes (HU) und Günter Kaindlstorfer (AT)


Foto: Larissa Schippel

Freitag, 14. November

Chersonskijs Versroman „Familienarchiv“ erzählt die Lebensgeschichte von vier Generationen und umspannt das ganze 20. Jahrhundert. Die biografischen Geschichten spielen in Vilnius, Berditschew, Minsk und Odessa. In seinem Roman zeichnet Florin Lăzărescu ein Fresko Rumäniens nach der Wende: satirisch, reich an absurden Elementen, die weniger der literarischen Tradition Rumäniens entsprechen, als dem gegenwärtigen politischen Leben Rechnung tragen. Der Roman wurde 2006 mit dem Bank Austria Literaris-Preis ausgezeichnet. 17:00 Jozef Banáš (SK): „Jubelzone“ Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell

Oliver Jens Schmitt Professor für Geschichte Südosteuropas an der Uni Wien. Er beschäftigt sich unter anderem im Rahmen der vergleichenden Faschismusforschung mit Faschismus in Osteuropa (Schwerpunkt Rumänien). Foto: Wieser Verlag

16:00 Boris Chersonskij (UA): „Familienarchiv“ und Florin Lăzărescu (RO): „Unser Sonderberichterstatter“ (Autor erkrankt) Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell

Foto: Jutta Benzenberg

Larissa Schippel Professorin für Transkulturelle Kommunikation an der Uni Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. transkulturelle Übersetzungsgeschichte und Geschichte der Translationswissenschaft (besonders West- und Osteuropas).

Palmi Ranchev Geb. 1950, war Amateurboxer und ist heute Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft. Er führte ein Café, war Bodyguard und Journalist. Erst nach der Wende wurde er mit seinen Erzählungen bekannt und zählt heute zu den wichtigen literarischen Stimmen Bulgariens. Foto: Wieser Verlag

Foto: Barnabás Szabó

Der Roman Jubelzone stellt dramatische Geschichten aus der Zeit der politischen Turbulenzen in Europa von 1968 bis zur Gegenwart dar. Dieser und auch andere seiner Romane sind Bestseller in der Slowakei geworden.

1989 war das schicksalhafte Jahr der politischen Wende in Ost- und Mitteleuropa, auch das Jahr der Öffnung der österreichisch-ungarischen Grenze. Doch bereits in den Jahren davor herrschte ein reger Austausch zwischen Österreich(ern) und Ungarn. Die Ausstellung des Collegium Hungaricum Wien versetzt Sie an Hand von typischen Objekten, Originaldokumenten, Bild- und Tonmaterialien aus den Themenbereichen Werbung, Shopping, Mode, Wohnen und Technik/Kommunikation in die bewegte (Vor-)Wendezeit in Wien und Budapest. Die zum Teil erstmalig gezeigten Exponate aus diversen Sammlungen und Archiven werden durch spannende persönliche Erinnerungen verlebendigt. Ausstellungsdauer: bis 12. Dezember 2014 | Eintritt frei! Öffnungszeiten: Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-14 Uhr www.collegium-hungaricum.at

Foto: Wieser Verlag

Ort: Galerie UngArt des Balassi Institut – Collegium Hungaricum Wien (Hollandstraße 4, 1020 Wien)

Florin Lăzărescu Geb. 1974. Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte Romane, Drehbücher von vielfach ausgezeichneten Kurz-, TV- und Spielfilmen. Foto: Peter Frolo

Passend zur Podiumsdiskussion auf der ORF-Bühne am Freitag um 15:30 Uhr, empfehlen wir die etwas andere Ausstellung zum 25. Jubiläum der Grenzöffnung 1989: „Grenze: Annäherung, Begegnung, Umbruch. Alltagsleben, -kultur und -objekte der 80er Jahre in Österreich und Ungarn“

Boris Chersonskij Geb. 1950, Arzt, Psychiater und Autor, lebt in Odessa. Seine Gedichte erschienen erstmals in den 80er Jahren in Frankreich, Deutschland und den USA, erst nach dem Ende der Sowjetunion konnte er auch in seiner Heimat publizieren.

Jozef Banáš Geb. 1948. Slowakischer Schriftsteller, Diplomat und Politiker. Autor von TV-Inszenierungen, Filmdrehbüchern und Theaterkomödien. Bekannt ist er vor allem durch seine Romane geworden.

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Foto: Frank Kleinbach

Kinga Tóth Geb. 1983 in Sárvár, Ungarn. Sprachwissenschaftlerin und unterrichtet deutsche Sprache und Literatur. Sie sieht sich selbst als (Klang-)PoetIllustratorin und Kulturmanagerin.

Samstag, 15. November

Foto: Ágnes Módis

Krisztián Grecsó Geb. 1976 in Szegvár, Ungarn. Redakteur bei mehreren namhaften ungarischen Magazinen und Zeitungen. Erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Móricz-Zsigmond-Preis (1998), Faludy-Preis (2002), Déri-Tibor-Preis (2004), József Attila-Preis (2006). Foto: Nick Thorpe

Nick Thorpe, Seit 1996 Korrespondent der BBC für Ost-Mitteleuropa. Lebt seit 1986 in Budapest und hat bisher auch für die Zeitungen Observer, Guardian, Independent und Daily Telegraph gearbeitet.

11:00 Gespräch und Präsentation – Thema: Präsentation der Literaturzeitschrift „Keine Delikatessen“ Moderation: Cornelius Hell TeilnehmerInnen: Jelena Dabić (BIH), Sarah Legler (AT) und Maria Seisenbacher (AT) Die Wiener Literaturzeitschrift „Keine Delikatessen“ wirft einen Blick gen Osten und wird für ihre #19 zu „Balkan Delikatessen“. 12:00 Kinga Tóth (HU): „Allmaschine“ Lesung, Gespräch und Performance, Moderation: Cornelius Hell Kinga Tóth präsentiert ihre erste Veröffentlichung in deutscher Sprache, ihre Gedichtsammlung „Allmaschine“ im Rahmen eines Gesprächs und einer Performance. 13:00 Krisztián Grecsó (HU): „Mellettem elférsz/Das Schicksal der Anderen“ Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda

Daniel Bănulescu Wurde gemeinsam mit dem Übersetzer und Schriftsteller Ernest Wichner mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie ausgezeichnet. Seine Werke wurden in unterschiedliche Sprachen übersetzt.

Mellettem elférsz (2012) war monatelang der Spitzenreiter der ungarischen Bestsellerlisten, und gleichzeitig der Roman des Jahres. Er wurde in der Organisation des Collegium Hungaricum Wien im Frühjahr 2014 als deutschsprachige Theateradaption im Wiener Theater Brett gespielt. 14:00 Nick Thorpe (GB): „The Danube. A Journey Upriver from the Black Sea to the Black Forest” Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell The Danube basiert auf einer Reise, welche über mehrere Jahre hinweg verteilt unternommen wurde und stromaufwärts vom Schwarzen Meer zum Schwarzwald führt.

Iván Sándor Geb. 1930. Gehört zu den renommiertesten ungarischen Schriftstellern. Verfasser von dreizehn Romanen und zahlreichen Essays. Wurde mit wichtigen ungarischen Literaturpreisen geehrt.

Foto: Szabolcs Horváth

14:30 Daniel Bănulescu (RO): „Der Teufel jagt nach deinem Herzen“ Lesung und Gespräch, Moderation: Ernest Wichner Die Geschichte handelt vom Besuch des Teufels in Bukarest im Jahre 1988, seine Treffen mit Künstlern, Dieben und den Leitern der Kommunistischen Partei. 15:00 Iván Sándor (HU): „Husar in der Hölle – 1914“ Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda Ein einzigartiger, spannender Roman über die Höllenfahrt eines als Husar kämpfenden jungen Ungarn an allen Fronten des Ersten Weltkrieges.

Stanislav Struhar Geb. 1964 in Gottwaldov (heute Zlín). Seit jungen Jahren schreibt Struhar Gedichte und Prosa, zuerst noch in tschechischer Sprache, bald aber in deutscher Sprache. Zahlreiche Auszeichnungen. Foto: Wieser Verlag

Foto: Photo Simon

Konstantin Iliev Geb. 1937 in Bulgarien. Er hat vierzehn Theaterstücke, zwei Romane sowie eine Vielzahl an Artikeln und Essays veröffentlicht. Träger des ersten Elias Canetti Literaturpreises und zahlreicher nationaler und internationaler Literaturpreise.

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16:00 S tanislav Struhar (CZ/AT): „Fremde Frauen“ Lesung und Gespräch, Moderation Sylvia Treudl Zwei Erzählungen. Junge Männer suchen ihre Identität und umkreisen träumerisch die Frauen. Das andere Geschlecht ist fremd, aber auch das andere Land ist es, eine neue Sprache. 17:00 Konstantin Iliev (BG): „Die Niederlage. Eine Chronik aus dem kurzen Jahrhundert“ Lesung und Gespräch, Moderation: Penka Angelova Der Roman ist zugleich Reflexion der eigenen Biographie des Autors und der Geschichte des Scheiterns der sozialistischen Ordnung in Bulgarien.


Sonntag, 16. November

Esad Babačićs Gedichte entwerfen abgeschlossene, fast hermetische Bilder, die mit eingängiger Naturmetaphorik arbeiten. Die Bilder dringen unmittelbar auf den Leser ein und berühren ihn auch auf einer intuitiven Gefühlsebene. Babačić ist auch in der neuen deutschsprachigen Anthologie mit dem Titel Skica:Buch. Einblicke in die zeitgenössische slowenische Literatur vertreten.

Verena Moritz & Hannes Leidinger Verena Moritz, geb. 1969, studierte Geschichte und Russisch in Wien. War Mitarbeiterin an div. Forschungsprojekten u. a. über die Kriegsgefangenenproblematik im Ersten Weltkrieg. Hannes Leidinger, geb. 1969. Seit 2001 ist er als Dozent an den Instituten für Geschichte und Zeitgeschichte der Uni Wien tätig. Zahlreiche Preise u.a. Böhlaupreis der ÖAW (2004).

12:00 Verena Moritz (AT) und Hannes Leidinger (AT): „Habsburgs schmutziger Krieg“ Lesung und Gespräch, Moderation: Günter Kaindlstorfer

Foto: Dietmar H. Herzog

Hannes Leidinger und Verena Moritz präsentieren neue Erkenntnisse über die dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkrieges.

Dietmar H. Herzog, Geb. in Reutlingen/ Ba.Wü., lebt seit 2006 in Ulm. Im Zusammenspiel mit seiner bildnerischen Arbeit nimmt in den letzten Jahren die Literatur einen immer größeren Raum in seinem künstlerischen Schaffen ein.

14:00 István Kerékgyártó (HU): „Rückwärts“ Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda In jeder auch einzeln lebensfähigen Geschichte dieses Buches wird ein Lebensabschnitt eines restlos scheiternden Mannes erzählt, rückwärts, vom Ende bis zu den Anfängen noch vor seiner Geburt.

Foto: Ildikó Ari Pordánné

13:00 Dietmar Herzog (DE): „Eine literarische Reise entlang der Donau“ Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell Der sehr innovative Bild- und Lyrikband mit mehrteiligen Panoramafotografien, Überblendungen und mehr als 70 Texten erzählt von einer Fahrradreise entlang der Donau.

15:00 Zlatko Paković (SRB): „Die gemeinsame Asche“ Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk

16:00 Lojze Wieser (AT) präsentiert „Europa erlesen. Donaudelta“ Lesung und Gespräch, Moderation: Márton Méhes

István Kerékgyártó Geb. 1953 in Kaposvár, Ungarn. Er studierte Rechtswissenschaft und Philosophie, war Dozent an der Universität, Beamter und Geschäftsmann. Mit siebenundvierzig Jahren kehrte er seinem bisherigen Leben den Rücken und begann zu schreiben. „Rückwärts” ist sein vierter Roman. Foto: Wieser Verlag

Der Roman erzählt über vier Generationen die Geschichte einer Familie. Ein Lebensweg von Serbien in die australische Emigration und wieder zurück in ein Belgrad, das sich – wie in einer futuristischen Vision – während ihrer Abwesenheit in eine kosmopolitische Weltstadt entwickelt hat.

Foto: Verena Moritz

11:00 Esad Babačić (SI): „Gebet des Schmetterlings“ Lesung und Gespräch, Moderation: Dominik Srienc

Foto: Residenz Verlag

Foto: Katarina Rožanc Esad Babačić, Geb. 1965 in Ljubljana. Dichter, Publizist, Journalist und Regisseur, unter anderem für Fernsehen und Rundfunk in Slowenien.

Aus der Reihe „Europa erlesen“. Verleger Lojze Wieser präsentiert den Sammelband mit Beiträgen dutzender AutorInnen, die den vielfältigen Spuren in Lebensweisen, Alltagskultur und Natur, am Wasser und auf dem Wasser, in Fischersiedlungen, Dörfern und Kleinstädten folgen. Foto: Wieser Verlag

Zlatko Paković Geb. 1968, Schriftsteller und Theaterregisseur. Sein Drama „Zoran Djindjić umbringen“ erregte großes Aufsehen und zählte zu den bemerkenswertesten und subversivsten Kulturevents der Region.

Lojze Wieser Geb. 1954. Lebt als Verleger in Klagenfurt/Celovec und legt den Schwerpunkt seines Programms auf südosteuropäische Literatur. Die Reihe Europa erlesen und die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens erreichten Kultstatus.

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Foto von links nach rechts: Kremser Bürgermeister Dr. Reinhard Resch, NÖ Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, Donaustipendiat Dragan Velikić aus Serbien, Dr. Márton Méhes (Collegium Hungaricum Wien), Károly Méhes (Writers Program Pécs), Wolfgang Kühn (Literaturhaus NÖ)

Literaturkooperationen im Donauraum – best practices

Fotocredit: Enikö Kulcsár

DONAUSTIPENDIUM ERSTMALS VERGEBEN Am Freitag, den 19. September 2014 wurde im Literaturhaus NÖ in Krems das länderübergreifende Projekt „Donaustipendium“ präsentiert. Das mit Euro 3.000 dotierte und erstmals verliehene Stipendium geht 2014 an den renommierten serbischen Autor Dragan Velikić und besteht aus einem Monat Aufenthalt in Krems (September) und einem anschließenden Monat in Pécs (Ungarn). Landesrätin Mag. Barbara Schwarz betonte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung Niederösterreichs im Kontext der Donauländer. Wolfgang Kühn (Literaturhaus NÖ), Dr. Márton Méhes (Collegium Hungaricum Wien) und Károly Méhes (Writers Program Pécs) stellten das engagierte Projekt vor. Eine Lesung des ausgelobten Autors Dragan Velikić aus seinem jüngsten Roman „Bonavia“, musikalisch umrahmt von Slavko Ninić (Wiener Tschuschenkapelle) und Alen Dzambic rundete den feierlichen Abend ab, dem u.a. der Kremser Bürgermeister Dr. Reinhard Resch und der Botschaftsrat der Republik Serbien, Goran Bradic, beiwohnten. Das Donaustipendium wird künftig jährlich an eine(n) international renommierte(n) Autor(in) aus dem Donauraum mit Buchveröffentlichungen in deutscher und ungarischer Sprache vergeben. (Literaturhaus NÖ)

AKADEMIE SCHLOSS SOLITUDE: EINE FESTIVALKOOPERATION GEHT AUF REISEN Die Akademie Schloss Solitude entstammt nicht nur dem Ursprungsland der Donau, sie scheint sich mit ihrer neuesten Literaturkooperation auch an ihrer Fließrichtung zu orientieren. Nach einer ersten Station in Budapest, wird sich diese Literaturkooperation 2015 nämlich noch ein weiteres Stück stromabwärts bewegen, und zwar nach Belgrad, Novi Sad und an zwei weitere Donau-Städte in Serbien. Das dort stattfindende Festival verspricht unter dem Arbeitstitel „Performing Poetry“ jedoch nicht nur den Bereich der Literatur, sondern auch die Sparten Tanz, Performance und Musik abzudecken. Bereits in seiner ersten Ausgabe 2013, als das Festival in Budapest das Thema „Heimat“ in den Mittelpunkt seiner Gespräche stellte, hat es sich vielseitig und keineswegs als „reines“ Literaturfestival präsentiert. Mit einem umfangreichen Begleitprogramm ist es ihm vielmehr gelungen, sich gegenüber weiteren Disziplinen zu öffnen und so auch die jüngste Generation ungarischer Schriftsteller, Slammer, Musiker, Komponisten, bildender Künstler und Medienkünstler zu präsentieren. (Akademie Schloss Solitude/Collegium Hungaricum Wien)

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TRADUKI Traduki ist ein europäisches Netzwerk für Literatur und Bücher, an dem Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Kosovo, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Österreich, Rumänien, die Schweiz, Serbien und Slowenien beteiligt sind. Mit einem Übersetzungsprogramm für Belletristik, aktuelles Sachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch des 20. und 21. Jahrhunderts wird der Austausch zwischen den Beteiligten gefördert. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Übersetzern, deren Wirken als wichtige Kulturmittler dem Projekt den Namen gegeben hat. Begegnungen zwischen Autoren, Übersetzern, Verlegern, Bibliothekaren, Kritikern und Wissenschaftlern sollen den europäischen und interregionalen Informationsaustausch fördern und die Kooperation stärken. Das Netzwerk TRADUKI haben das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich, das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, KulturKontakt Austria, das Goethe-Institut und die S. Fischer Stiftung gemeinsam initiiert. Seit Dezember 2009 gehören auch die Slowenische Buchagentur JAK, seit Oktober 2011 das Ministerium für Kultur der Republik Kroatien, seit November 2012 das Ressort Kultur der Regierung des Fürstentums Liechtenstein sowie die Kulturstiftung Liechtenstein und seit Januar 2014 das Ministerium für Kultur der Republik Albanien zu den Partnern von Traduki. Mit dem kroatischen Kulturverein Kurs und der Leipziger Buchmesse verbindet TRADUKI eine langjährige Zusammenarbeit. Die geografische Schwerpunktsetzung von Traduki im Bereich des Donauraums und den gemeinsamen Themenschwerpunkten mit der Donau Lounge führten zur Vertiefung der bisherigen Zusammenarbeit der beiden Institutionen. (Weitere Infos unter www.traduki.eu)


Publishing Hungary – Ungarns Teilnahme an internationalen Buchmessen Das Förderprogramm Publishing Hungary wurde 2012 gestartet und verfolgt das Ziel, die ungarische Buchkultur, die Autoren und ihre Neuerscheinungen auf internationalen Buchmessen und Literaturfestivals zu präsentieren und zu promoten. So konnten mithilfe dieses Programms unter anderem auch alle bisherigen Donau Lounge-Stationen in Österreich, Rumänien und der Ukraine realisiert werden. Die Umsetzung des Programms ist die Aufgabe des Balassi Instituts, das die Arbeit der insgesamt 23 ungarischen Kulturinstitute im Ausland koordiniert. Im Rahmen von Publishing Hungary organisiert das Balassi Institut diverse Literaturveranstaltungen und veröffentlicht auch Fachliteratur sowie Kataloge, damit die internationalen Partnerinstitutionen und Verleger die besten belletristischen Werke, Übersetzungen und Sachbücher aus Ungarn näher kennen lernen können. Durch Publishing Hungary kooperiert Ungarn sowohl mit den größten internationalen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, wie auch mit bedeutenden regionalen Messen wie etwa Wien, Prag, Krakau und Bratislava. Auf diesen Messen können auch wichtige Schwerpunktprogramme wie die Donau Lounge – in Zusammenarbeit mit vielen Partnern – realisiert werden. Nachdem in letzter Zeit neue ungarische Kulturinstitute in Peking, Istanbul und Zagreb eröffnet wurden, ist das Balassi Institut bestrebt, auch diesen Ländern neue Kooperationen einzugehen und dabei weitere Bühnen für die professionelle Präsentation von Literatur und Autoren aus Ungarn zu erschließen.

Impressum Herausgeber: Balassi Institut – Collegium Hungaricum Wien, Dr. Márton Méhes Redaktion: Kristóf Viola, Michaela Schierhuber und Maximilian Kral Grafik: Kriszta Klebercz ¦ grafikriszta.com Druck: A-Z Buda CopyCat Kft., Budapest

Partner der Donau Lounge

Botschaft der Republik Kroatien

AUSTRIA

Wir danken folgenden Verlagen:

Nischen Verlag, Suhrkamp Verlag, Verlag Klemm+Oelschläger, Wieser Verlag, Edition Solitude, Weltbuch Verlag, Yale University Press, Paul Zsolnay Verlag, Löcker Verlag, Verein Die2, Edition Atelier, IG Elias Canetti, Dittrich Verlag, Residenz Verlag, hochroth Verlag und Magvető Kiadó.

www.danubeculturalcluster.eu – www.collegium-hungaricum.at

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Das Programm im Überblick

Donnerstag 13. November 13 Uhr

Barbara Simoniti (SI): „Močvirniki”– Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT)

14 Uhr

Mircea Cărtărescu (RO): „Die Flügel”– Lesung und Gesprächmit dem Autor und Ernest Wichner, Moderation: Cornelius Hell

15 Uhr

Etela Farkašová (SK): „Ein ganz gewöhnlicher Tag und andere Erzählungen” Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT)

16 Uhr

Adisa Bašić (BIH): „Ein Werbespot für meine Heimat”– Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk (AT)

Freitag 14. November 11 Uhr

KINDERBÜHNE Mercedes Echerer (AT), u.a.: „Märchen, Mythen und Musik - Donau/Dunaj“ – Lesung

12 Uhr

In memoriam Szilárd Borbély (HU): „Die Mittellosen“– Lesung und Buchpräsentation

13 Uhr

Juri Andruchowytsch (UA): „Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“ und Jurij Wynnytschuk (UA): „Im Schatten der Mohnblüte“– Lesung, Moderation: Cornelius Hell (AT)

14 Uhr

„Rumäniens Elite im Europa des 20. Jahrhunderts. Positionen. Interessen. Transfer.“ Gespräch und Präsentation TeilnehmerInnen: Lucian Boia (RO), Oliver Jens Schmitt (CH/AT), Larisa Schippel (DE/AT)

15 Uhr

Palmi Ranchev (BG): „Ein bißchen Glück für später“– Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk (AT)

ORF-BÜHNE „25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“– Gespräch und Präsentation 15.30 Uhr TeilnehmerInnen: Juri Andruchowytsch (UA), Etela Farkašová (SK), Nick Thorpe (GB), Márton Méhes (HU) und Günter Kaindlstorfer (AT) 16 Uhr

Boris Chersonskij (UA): „Familienarchiv“ und Florin Lăzărescu (RO): „Unser Sonderberichterstatter“ Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT) (Autor erkrankt)

17 Uhr

Jozef Banáš (SK): „Jubelzone“– Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT)

Samstag 15. November 11 Uhr

Präsentation der Literaturzeitschrift „Keine Delikatessen”– Gespräch und Präsentation TeilnehmerInnen: Jelena Dabić (BIH), Sarah Legler (AT) und Maria Seisenbacher (AT), Moderation: Cornelius Hell (AT)

12 Uhr

Kinga Tóth (HU): „Allmaschine“– Lesung, Gespräch und Performance, Moderation: Cornelius Hell (AT)

13 Uhr

Krisztián Grecsó (HU): „Mellettem elférsz/Das Schicksal der Anderen“ Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda (HU/AT)

14 Uhr

Nick Thorpe (GB): „The Danube. A Journey Upriver from the Black Sea to the Black Forest” Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT)

Daniel Bănulescu (RO): „Der Teufel jagt nach deinem Herzen“ 14.30 Uhr Lesung und Gespräch, Moderation: Ernest Wichner (DE) 15 Uhr

Iván Sándor (HU): „Husar in der Hölle – 1914“– Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda (HU/AT)

16 Uhr

Stanislav Struhar (CZ/AT): „Fremde Frauen“– Lesung und Gespräch, Moderation: Sylvia Treudl (AT)

17 Uhr

Konstantin Iliev (BG): „Die Niederlage. Eine Chronik aus dem kurzen Jahrhundert“ Lesung und Gespräch Moderation: Penka Angelova (BG)

Sonntag 16. November 11 Uhr

Esad Babačić (SI): „Gebet des Schmetterlings“– Lesung und Gespräch, Moderation: Dominik Srienc (SI/AT)

12 Uhr

Verena Moritz (AT) und Hannes Leidinger (AT): „Habsburgs schmutziger Krieg“ Lesung und Gespräch Moderation: Günter Kaindlstorfer (AT)

13 Uhr

Dietmar Herzog (DE): „Eine literarische Reise entlang der Donau“– Lesung und Gespräch, Moderation: Cornelius Hell (AT)

14 Uhr

István Kerékgyártó (HU): „Rückwärts“– Lesung und Gespräch, Moderation: György Buda (HU/AT)

15 Uhr

Zlatko Paković (SRB): „Die gemeinsame Asche“ – Lesung und Gespräch, Moderation: Annemarie Türk (AT)

16 Uhr

Lojze Wieser (AT) präsentiert „Europa erlesen. Donaudelta“ Lesung und Gespräch, Moderation: Márton Méhes (HU)


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