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Der Malteser Hilfsdienst in der Diรถzese Rottenburg-Stuttgart


Inhalt

4 Stimmen Prominenter über die Malteser 6 Die Malteser in Deutschland 8 Geistig-religiöse Grundlagen 9 – 23 Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ■ Ausbildung  ■ Auslandsarbeit  ■ Besuchsdienst  ■ Besuchshunde  ■ Fahrdienst  ■ Fahrradstaffel  ■ Hausnotruf  ■ Höhlenrettung  ■ Hospizarbeit und Palliativmedizin  ■ Malteser Jugend  ■ Kinderhospizdienst   Ambulanter Kinderkranken­pflegedienst  ■ ■ Menüservice  ■ Motorradstaffel  ■ Malteser Migranten Medizin  ■ Pflegedienst  ■ Schulsanitätsdienst   Notfallvorsorge und ­Katastrophenschutz  ■ ■ Psychosoziale ­Unterstützung  ■ Rettungshunde  ■ Rettungs- und Rückholdienst  Die Geschäftsführer der Malteser in der Region Baden-Württemberg 24 24 Die Bezirksbeauftragten der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart 25 Die Beauftragten der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart 26–27 Malteser im Einsatz: Die Höhepunkte 1959–2009 28 Seit 1971: Der Sonne entgegen … 29 Mitgliederentwicklung | Finanzbericht 30 Die Diözesanleitungen 31 Impressum


Editorial

„Aus der Geschichte lernen und die Zukunft damit gestalten“ – diese Worte von Dr. Otto von Habsburg, bei einem Zusammentreffen mit Maltesern gesprochen, zeigen deutlich, was die Malteser im letzten Jahrtausend beherzigt haben und was sie auch weiterhin beherzigen werden. Ihr Wirken begann Ende des 11. Jahrhunderts mit der Betreuung und Pflege der Pilger während der Kreuzzüge nach Jerusalem in das Heilige Land. Die Erkenntnis daraus, dass dauerhafte Hilfe unablässig ist, führte zur Gründung des Hospitalordens vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, dem heutigen Malteserorden. Zu den Werken dieses Ordens gehört in Deutschland der Malteser Hilfsdienst. Auch in der neueren Zeit haben sich die Malteser ihrer auf Tradition begründeten Verantwortung gestellt, ob 1956 beim Aufstand in Ungarn oder 20 Jahre später beim Öffnen der Grenzen dort in den freien Westen. In Baden-Württemberg haben sich vor rund 50 Jahren Ordensritter und Verantwortliche des Caritasverbandes zusammengefunden, um den Malteser Hilfsdienst aufzubauen, der zunächst vor allem Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen hat. Zu groß war die Angst vor einem dritten Weltkrieg, ausgelöst durch die Koreakrise und das beginnende Wettrüsten zwischen Ost und West. Und heute – kurz nach dem Beginn des dritten Jahrtausends? Das Weltgeschehen gibt Anlass zur Sorge, Naturkatastrophen sind unvermeidbar und immer wieder werden Malteser gebraucht. Malteser, die helfen und bei denen der Mensch als Geschöpf Gottes im Mittelpunkt stand und steht. Malteser, die Kraft aus ihrem Glauben schöpfen und die Erfüllung ihres Auftrages als Bekenntnis zum christlichen Glauben sehen. Sicherlich können heute Dienstleistungen für den Menschen und am Menschen auch ohne eine solche Einstellung bestens durchgeführt werden. Doch viel zu oft bleibt zu wenig Raum für menschliche Nähe. Deswegen richten die Malteser ihre Dienste an den Bedürfnissen der Menschen aus. Hospizdienste für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Besuchsdienste, Malteser Migranten Medizin, Betreuungsdienste und andere bilden dazu die Grundlage. Selbstverständlich sind es auch die klassischen Aufgaben wie Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz und Erste Hilfe-Ausbildung, die nicht vernachlässigt werden, denn sie sind die Voraussetzung dafür, dass junge Menschen den Weg zu den Maltesern finden, wo sie Sozial­kompetenz lernen und Teamfähigkeit erproben können. Die Zukunft gestalten – dies wird gelingen, wenn wir uns wieder darauf besinnen, welche Werte unser Leben lebenswert gestalten. Noch beklagen wir nur den Werteverfall, haben aber nicht den Mut, die Gründe hierfür zu benennen. Die Malteser geben die Antwort: „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“.

Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg Diözesanleiter


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„Meine Malteser, schön, dass ihr da seid!“

| Papst Benedikt XVI. während seines Besuchs in Bayern 2006

„Christen haben es beim Helfen besser als andere, wissen sie doch, wem sie ihr Leben verdanken. Dieses Wissen befähigt Christen, die Welt wärmer zu machen – gerade im Ehrenamt.“ | Johannes Rau, Bundespräsident von 1994 bis 2004

„Gesundheit setzt nicht nur professionelle Betreuung voraus, sondern auch menschliche Nähe: Bei den Maltesern kann man beides erfahren!“ | Andrea Fischer, Bundesgesundheitsministerin a. D.

„Ich fühle mich den Maltesern sehr verbunden: Durch meine Familie und meine aktive Zeit in der Malteser Jugend. Bei den Maltesern kann man gut lernen, wie wichtig Gemeinschaft ist, das Dasein für andere, menschliche Nähe. Für mich sind die Malteser einfach unschlagbar!“ | Regina Halmich, Boxweltmeisterin

4 | Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


„Dass die Malteser bei großen Festen und Liturgien da sind, ist für alle gut, weil die Besucher dann beschützt sind. Damit erfüllen die Malteser eine wunderbare Aufgabe.“ | Exzellenz Dr. Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart

ist heute noch so aktuell wie zu ihrer Gründungszeit. Und ohne diese Nähe zum Nächsten, die die Malteser Tag für Tag im Rahmen ihres Hilfseinsatzes praktizieren, wäre der Ordensleitsatz ,Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen‘ gar nicht mit Leben zu füllen.“ | Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

„Bei vielen Menschen gibt es Momente im Leben – da fallen alle Sicherheiten weg, auch Freunde und Bekannte sind sprachlos. Ich glaube, in solchen Momenten ist es gut, die Nähe der Malteser zu erfahren. Eine Nähe, die über den Moment hinaus hilft!“

| Ulrike Kriener, Schauspielerin

„Jedes Jahr wird eine neue Generation erfunden: Generation ‚X‘, Generation ‚Golf ‘, Generation ‚Praktikum‘. Mir ist die Generation ‚Malteser‘ am liebsten. Eine Generation, die unabhängig vom Alter für die Menschen da ist und Nähe schenkt. Und das seit 900 Jahren!“

| Philipp Mißfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union

„Den Maltesern fühle ich mich schon seit vielen Jahren verbunden: Nicht nur, weil sie bei vielen Sportveranstaltungen einen wichtigen Dienst tun, sondern weil sie überall den Menschen nah sind, wo Hilfe nötig ist.“ | Dieter Kürten, Sportmoderator

„Weil sie die Menschen einander näher bringen, ehrenamtliche Helfer ermutigen, vielfältige Hilfsdienste einrichten, kurz – sich für Menschen engagieren, unterstütze ich die Malteser gerne.“ | Mariele Millowitsch, Schauspielerin

„Seit 900 Jahren beherzigen die Malteser weltweit genau das, was ihre Kampagne jetzt hervorhebt, nämlich ,Nähe‘ zu den Menschen, die Hilfe brauchen. ,Den Armen und Kranken zu dienen‘, haben die Malteser sich verpflichtet – dieser Auftrag

„Soziale Verantwortung bewahren, Eigeninitiative fördern, Versorgungsmentalität überwinden – das ist auch für soziale Projekte in Deutschland wichtig. Schön, dass die Malteser mit dieser Einstellung engagiert sind. Damit schaffen sie eine Nähe, die sich für uns alle auszahlt.“ | Guido Westerwelle, Parteivorsitzender der FDP

■ „Ich schätze an den Maltesern besonders, dass sie in Deutschland und im Ausland auf die genauen Bedürfnisse der Menschen eingehen. Die Malteser helfen Jungen wie Alten, den Einsamen, Kranken und Bedürftigen. All diesen Menschen sind die Malteser nah: einfühlsam und kompetent.“ | Peter Scholl-Latour, Journalist und Publizist

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Die Malteser in Deutschland ■ Aus Tradition modern Immer wieder waren der Malteserorden und seine Werke in ihrer 900jährigen Geschichte Vorreiter neuer Entwicklungen und neuer Strukturen. Wer den Ordensleitsatz „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ zeitgemäß verwirklichen wollte, musste sich weiterentwickeln, Altes aufgeben und Neues schaffen. Heute, wo sich die Rahmenbedingungen für Hilfsorganisationen und Sozialdienstleister grundlegend ändern, ist das nicht anders. So werden nun unter dem Dach der gemeinnützigen Deutschen Malteser gGmbH die unternehmerisch geprägten Dienste des Malteser Hifsdienstes mit ihren vorwiegend hauptamtlichen Mitarbeitern in einer ebenfalls gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung marktorientiert geführt und schlank verwaltet. Unter dem gleichen Dach verantworten die MTG Malteser Trägergesellschaft

gGmbH und die Malteser Werke den gesamten Bereich der Krankenhäuser, der Einrichtungen der Altenhilfe und der stationären Hospize. Die nach wie vor im Malteser Hilfsdienst als eingetragenem Verein organisierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gewinnen durch diese Entflechtung wertvolle Freiräume für ihr Engagement beispielsweise in den ehrenamtlichen Diensten wie Sanitätsdienst, Betreuungsdienst oder in der Hospizarbeit. Mit einem bundesweit vernetzten Info-Controlling-System, einem modernen Personalwesen und nicht zuletzt einem differenzierten Qualitätsmanagement sind die Malteser für die Aufgaben der Zukunft gerüstet. So können sie aus ihrer langen Tradition heraus auch morgen die wirksame Hilfe für den Nächsten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. |

■ Der Malteserorden Kaufleute aus Amalfi gründen ein Hospiz in Jerusalem. Daraus entwickelt sich …

… der Hospitalorden vom Heiligen Johannes von Jerusalem.

ca. 1048

1099

Päpstliche Bestätigung des Ordens.

1113

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Offizieller Sitz des Ordens auf Rhodos und Aufbau eines Hospital- und Sanitätswesens. Die medizinische Erfahrung hilft, Epidemien im Umkreis von Messina zu bekämpfen. Begründung der völkerrechtlichen Souveränität.

Offizieller Sitz auf Malta. Aufbau eines Sanitätswesens auf Malta. Einrichtung von Krankenhäusern. Unterhaltung einer medizinischen Fakultät. Haus für Waisenkinder. Universität Malta, Forschungsstätte moderner Medizin.

1310 – 1523

1530 – 1798


Deutsche Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens Deutsche Malteser gGmbH Malteser Hilfsdienst e.V.

Ehrenamtlich geprägte Dienste: | Erste HilfeAusbildung | Katastrophenschutz/ Sanitätsdienst | Ehrenamtliche Sozialdienste/Hospizarbeit | Auslandsarbeit | Jugendarbeit | Schulsanitätsdienst | Malteser International

Malteser Hilfsdienst gGmbH

Sozialunternehmerische Dienste: | Rettungsdienst | Rückholdienst | Fahrdienste | Soziale Dienste | Menüservice | Pflegedienst

Malteser Werke gGmbH

| Betreuungseinrichtungen für Aussiedler und Asylbewerber | Natürliche Familienplanung (NFP)

Malteser Akademie Geistliches Zentrum

MTG Malteser Trägergesellschaft gGmbH | Betriebsträgergesellschaft für Krankenhäuser und Alteneinrichtungen mit regionalen Tochtergesellschaften

| Malteser Migranten Medizin (MMM)

| Hausnotruf | Sorglos Wohnen

Offizieller Ordenssitz wird Rom.

Gründung Nationaler Assoziationen in Deutschland und anderen Ländern.

Lazarettdienste der Malteser Assoziation in verschiedenen Kriegen und Gründung erster Krankenhäuser in Deutschland.

Wiederaufbauarbeiten, Gründung neuer Assoziationen, Krankenhäuser und Hilfswerke, darunter in Deutschland der Malteser Hilfsdienst (1953 als Fachverband der Caritas), die Malteser Schwesternschaft und die Malteser Werke.

Nationale Organisationen in 57 Ländern, weltweit über 13.000 Mitglieder. Als katholischer Ritterorden vom Vatikan anerkannt, unterhält der Souverän diplomatische Beziehungen zu 103 Staaten und ist als offizieller Beobachter bei den Vereinten Nationen akkreditiert.

1834

ab 1859

1864 – 1918

seit 1945

2000

Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart | 7


Geistig-religiöse Grundlagen ■  Das Leitbild

„Tuitio fidei et obsequium pauperum – Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ – so lautet der Leitsatz des Malteserordens und all seiner Gemeinschaften. In den mittlerweile 900 Jahren der Ordensgeschichte hat sich der Leitsatz nicht verändert. Die Umsetzung in die Praxis und der Dienst am Nächsten hat sich lediglich den zeitlichen Erfordernissen angepasst. Wir leben heute in einer Zeit von Kriegen, Katastrophen, vielfältigem Leid, Krankheit und vielen weiteren Problemen – dies lässt keinen Malteser unberührt. So ist es dem Malteser, der aus der christlichen Tradition handelt, ein Anliegen, Gottes- und Nächstenliebe in guter Weise zu verbinden. Das Ziel: sich für sozial Benachteiligte, Alte, Schwache, Kranke und Menschen mit Behinderungen einzusetzen – Hilfe den Bedürftigen eben, und das völlig losgelöst von Religionszugehörigkeit und Glaube oder Nicht-Glaube. Gemeinsame Gottesdienste zu Malteser Veranstaltungen und vor großen Einsätzen gehören ebenso zu den geistig-religiösen Elementen wie der Aufbau eines geistlichen Zentrums im Kloster Bad Wimpfen.

■ Diözesanwallfahrt nach Ave Maria

Die Diözesanwallfahrten finden einmal jährlich in Verbindung zu einem biblischen Ereignis statt, worunter die Wallfahrt thematisch gestellt wird. Wie zum Beispiel der Weg der beiden Jünger nach Emmaus. Das Gehen eines solchen Pilgerweges ist ein Erlebnis, das alle Sinne des Körpers und die Seele anspricht. Es ist eine Erfahrung, die junge und ältere Menschen miteinander teilen können. Der Weg der Malteser Familie zur Wallfahrtskirche Ave Maria bei Deggingen soll nicht nur für die Teilnehmer direkt eine spirituelle Wirkung haben, sondern wird auch stellvertretend für die Kranken und Schwachen gegangen.

8  |  Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

■ Krankenwoche auf dem

Schönenberg bei Ellwangen Wie ein „Urlaub von Krankheit und Gebrechlichkeit“ empfinden viele Teilnehmer die Krankenwoche, bei der jährlich bis zu 100 Senioren, Kranke und Menschen mit Behinderung dabei sind. Im Haus Schönenberg werden sie eine Woche lang von Ehrenamtlichen versorgt und gepflegt. Den Menschen bedeuten diese Gemeinschaft, die Gespräche und die Gottesdienste viel. Neue Kraft für den Alltag, positive Gedanken und Lebensmut nehmen die Senioren und Kranken immer wieder neu mit nach Hause. Die Krankenwoche steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Zu dieser Exerzitienwoche, die seit 1960 veranstaltet wird, gehören neben Gesprächen und Gottesdiensten ebenso Andachten, Vorträge, Ausflüge und das heilige Sakrament der Krankensalbung.

■ Romwallfahrt

„Die Arbeit der Malteser für und mit den behinderten Menschen ist unglaublich wert­voll und wichtig“, sagte Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz bei der Romwallfahrt 2008. Für die 50 Teilnehmer aus der Diözese, die in Rom waren, sind diese Sternwallfahrt sowie die Audienz ein „einfach wunderschönes Erlebnis“. Spirituell viel erleben, den Glauben stärken und auch neue Motivation finden – für die Sternfahrer die schönsten und vor allem die wichtigsten Eindrücke, die sie mit nach Hause nehmen. Während der Wallfahrt echte communio, echte kirchliche Gemeinschaft zu spüren hilft, gestärkt in den Alltag zurückzukehren, in dem die Pilger oft nicht mehr aus ihren eigenen vier Wänden herauskommen. Mit rund 1.000 Teilnehmern und nahezu 30 Reisebussen aus dem gesamten Bundesgebiet zählt diese Sternwallfahrt zu einer der größten ihrer Art überhaupt. |


Ausbildung ■  Kernkompetenz: Helfen lehren Kranken und Bedürftigen zu helfen ist traditionell der Kernauftrag des Malteser Hilfsdienstes als katholischer Hilfsorganisation. Und Menschen die dazu nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln gehört folglich zum zentralen Anliegen der Malteser. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart bilden die Malteser seit ihrer Gründung im Jahr 1959 in Erster Hilfe aus. Heute sind sie darüber hinaus ein erfahrener und moderner Dienstleister im Bildungssystem der deutschen Gesundheitspflege und Notfallhilfe. Im Mittelpunkt des erfolgreichen Konzepts stand von Anfang an die Praxisnähe. Die meisten Unfälle passieren zu Hause, in der Freizeit und am Arbeitsplatz. Daher liegt den Maltesern die Breitenausbildung in Erster Hilfe besonders am Herzen. Denn es ist für jeden ein gutes Gefühl zu wissen, dass er in einer Notsituation kompetent helfen kann. Besonders wenn diese Kompetenz in erster Linie einem Menschen zugute kommt, der einem nahesteht. Aktuell haben die Malteser ihre Erste Hilfe-Ausbildung um die Schulung an Defibrillatoren bei Herzrhythmusstörungen erweitert und damit bundesweit Maßstäbe gesetzt. Zu den Angeboten im Bereich Breitenausbildung zählen: | L  ebensrettende Sofortmaßnahmen (LSM) für Führerscheinbewerber, | Erste Hilfe-Kurse, | E  rste Hilfe-Training, | Kurse für Betriebshelfer, | Erste Hilfe bei Kindernotfällen, | Erste Hilfe bei Sport und Freizeit. Für Vereine und Gruppen werden Kurse nach speziellem Wunsch und Bedarf konzipiert. Aber auch im professionellen Bereich sind die Malteser gefragte Ausbilder: | in der Pflege zur Schwesternhelferin oder zum Pflegediensthelfer sowie bei entsprechenden Fortbildungen, | zum Einsatzsanitäter, | zum Rettungshelfer, | zum Rettungssanitäter, | zum Rettungsassistenten, | zum Ausbilder.

Neben der Ausbildung zur Schwesternhelferin oder zum Pflegediensthelfer bieten die Malteser auch Fortbildungen für Pflegende und spezielIn Erster Hilfe le Zertifikatslehrgänge an. ­ausgebildete Personen Als neuer Abschluss wurde in der Diözese bundesweit die Qualifika­ tion „Be­treuungsassistent“ für Jahr ausgebildete Pflegehilfskräfte eingeführt, Personen die neben der Schwesternhel 2008 18.581 ferinnen-Ausbildung auch die Module „Hauswirtschaft und 2005 13.909 Ernährung“ sowie „Demenz 2000 17.854 kranke verstehen und begleiten“ beinhaltet. 1995 11.584 1990 3.912 Im ehrenamtlich geführten Rettungs-/Sanitäts- und Betreuungsdienst stehen verschiedene Ausbildungen zur Auswahl, um als Sanitäter im Rettungs- und Sanitätsdienst sowie im Katastrophenschutz aktiv zu sein. Nach den theo­ retischen Anforderungen gehören umfangreiche Praxiseinheiten in Rettungswachen und Kliniken zu den jeweiligen Ausbildungsstandards. Die Qualifikation zum Ausbilder schließt entsprechende Kenntnisse und Übung in Didaktik mit ein. |

Die Malteser Dienste in der DIözese Rottenburg-Stuttgart  |  9


Auslandsarbeit ■  Engagement über Grenzen hinaus Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Mittelund Osteuropa vor nunmehr 20 Jahren begannen die Auslandsaktivitäten der Malteser in der Diözese RottenburgStuttgart. Sie lösten in den Folgejahren bei ihnen eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, die bis heute ungebrochen anhält. Allein in den Jahren 2007 und 2008 waren vier Gliederungen aus der Diözese in der Ukraine, in Russland, Rumänien, Ungarn und Polen aktiv. 96 Helfer leisteten über 2.000 Dienststunden im Ausland. Von den zahlreichen Engagements der Malteser im Ausland seien beispielhaft folgende Aktionen diözesaner Gliederungen genannt: | 1 981: Der erste Hilfstransport nach Polen startet in Schwäbisch Gmünd mit dem Ziel Hirschberg. | 1 990: Die Gliederung Ravensburg startet ihr langjähriges Engagement für die psychiatrische Klinik für chronisch Langzeitkranke in Beclean in Rumänien. | 1 992: Die Malteser Kirchheim führen zum zweiten Mal nach 1991 einen Hilfsgütertransport nach Rumänien durch. Ihr ausrangierter Malteser Krankenwagen ersetzt dort das Pferdegespann, das bisher Verletzte ins Krankenhaus transportiert hat. | 1 994: Ein Hilfstransport bringt im Dezember über 9.000 Geschenke von Ellwangen nach Bosnien-Herzegowina im Rahmen der Aktion „Hoffnungszeichen 1994“. | 1 996: Der erste Einsatz der ECOM-Gruppe Göppingen zur Trinkwasseraufbereitung in Ruanda erfolgt. | 1 997: Die Biberacher Malteser beginnen ihre Unter­­­­ stüt­­zung zweier Kinderheime durch jährliche Hilfstransporte. | 2 000: Die Malteser in Ehingen initiieren den Bau eines Waisen- und Jugendhauses in Rasdolnoe in Weißrussland. |

Besuchsdienst

»Als mein Mann starb, war ich sehr einsam – aber die Besuche der Malteser geben mir wieder Lebensfreude.«

■  Einsamkeit und Isolation überwinden Viele alte, schwerkranke oder behinderte Menschen leiden unter Einsamkeit und Isolation – sei es in den eigenen vier Wänden oder auch in den Einrichtungen, in denen sie leben. Sie können nicht mehr aus eigener Kraft die Beziehung zu Verwandten und Freunden pflegen und vereinsamen. Hier wird der Malteser BesuchsBesuchsdienste in der Diözese und Begleitungsdienst aktiv: Die Ehrenamtli Jahr Anzahl Helfer chen nehmen Kontakt 2008 13 151 auf und bieten ­regel­­mä­ßige Besuche an. 2005 6 104 2000 1 4 Bei einem Spaziergang, einem guten Gespräch bei Kaffee und Kuchen oder einem kleinen Ausflug können Vertrauen und Freundschaft aufgebaut werden. So kann ohne großen Aufwand viel bewirkt werden: | N  öte und Bedürfnisse werden wahrgenommen, | s oziale Kontakte und Mobilität werden gefördert und damit Einsamkeit und Isolation aufgebrochen, | d ie Angehörigen werden entlastet.

Unterstützt wird dieses Angebot durch die Faber-Stiftung, die von Margarete und Fritz Faber gegründet wurde. | 10  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Besuchshunde

Fahrdienst

■  Malteser Hunde öffnen die Herzen

■  Lebensfreude durch Mobilität

Hunde akzeptieren Menschen so, wie sie sind, und bringen allen, unabhängig von Alter oder Handicaps, bedingungslos Nähe, Wärme und Freundlichkeit entgegen. Damit öffnen die Vierbeiner die Herzen auch von ängstlichen, ­aggressiven oder verwirrten Menschen und ermöglichen so den Zugang zu diesen Personen. Besonders Kinder oder Menschen mit Behinderungen reagieren mit Begeisterung auf die schnüffelnden, weichen Besucher, die hier Teil gezielter Therapien sind. Aber auch in

Unterwegs zu sein, soziale Kontakte zu pflegen und am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen ist gerade im Alter oder bei einer Behinderung ein besonders wichtiger Teil des Lebens. Mobilität trägt ganz wesentlich zu Unabhängigkeit, persönlicher Freiheit und Lebensfreude bei. Die Fahrdienste der Mal­ teser erfüllen diese Bedürfnisse ganz unkompliziert. Ob Arztbesuch, Behördengang, Ausflug oder der Besuch bei Freunden – sie bringen ihre Kunden an das gewünschte Ziel. Dabei sind die Malteser Fahrdienste sowohl im Auftrag von Schulen, Tagesstätten und anderen Einrichtungen unterwegs als auch individuell für einzelne Fahrgäste.

vielen Alten- oder Pflegeheimen sind die Besuchshunde für die Bewohner eine willkommene und liebgewonnene Abwechslung ihres Alltags geworden. Gegründet wurde der Besuchshunde-Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart 2004 in Böblingen mit Unterstützung der Veronika-Stiftung. Zurzeit gibt es diözesanweit 45 Besuchshunde-Teams – also ausgebildete Hunde und Hundeführer: in Böblingen, Stuttgart, Fellbach, Esslingen, Tübingen, Freudenstadt und in Ellwangen. 40 weitere Teams befinden sich in der Ausbildung. Und die ist umfangreich und langwierig: Die Hunde werden speziellen Eignungstests unterzogen und müssen ein ausgeglichenes, ruhiges und freundliches Wesen mit einem guten Sozial- und Toleranzverhalten zeigen. Das Verhältnis zwischen Hund und Hundehalter muss sehr gut sein, denn beide treten nach der Ausbildung als Team auf. Bundesweite Ausbildungsstandards sind hier das Ziel der Malteser. |

Die Fahrzeuge sind speziell auf die Bedürfnisse der Fahrgäste zugeschnitten. Für Menschen mit Behinderungen ermöglichen besonders ausgestattete Spezialfahrzeuge eine sichere und bequeme Beförderung. Auch eine umfassende Betreuung der Fahrgäste ist vor, während und nach der Fahrt gewährleistet.

Kilometerleistung des Fahrdienstes in der Diözese Jahr

gefahrene Kilometer

2008

6.620.000

2005

5.620.000

2000

4.300.000

1995

2.860.000

1990

1.460.000

1985 470.000 Über 300 Fahrzeuge stehen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Verfügung. Und über die reine Personenbeförderung hinaus unterstützen die Malteser ihre Kunden gerne auch bei der Antragstellung auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder das Sozialamt.

Als erster Fahrdienst in Baden-Württemberg erhielten die Malteser aus Heilbronn im Jahr 2008 das DEKRA-Zertifikat „Sichere Personenbeförderung“. |

Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  11


Fahrradstaffel

Hausnotruf

■  Erste Hilfe „by bike“

■  Sorglos alleine wohnen

Die Fahrradstaffel stellt einen noch recht jungen Dienst der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart dar: Die ersten Zweiräder gingen 2005 in Göppingen an den Start, um auch in unwegsamem Gelände schnell und wendig Verletzte und andere Hilfsbedürftige zu erreichen.

In der vertrauten Umgebung alleine bis ins hohe Alter oder auch bei schwerer Erkrankung leben zu können, ist oft unser tiefster Wunsch. Aber was geschieht, wenn wir zum Beispiel stürzen und aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine kommen?

Die Erfahrung hatte gelehrt, dass bei Sport- oder Freizeitveranstaltungen mit vielen Menschen in der Natur die Ersthelfer oft Schwierigkeiten haben, Verletzten schnell zu Hilfe zu eilen. Mit dem Auto sind diese Gebiete oft nicht zu befahren, zu Fuß dauert es viel zu lang. Also wurde die Idee geboren, Ersthelfer per pedalo in den Einsatz zu schicken.

Die Malteser bieten mit dem Hausnotruf in solchen Fällen Sicherheit – und das rund um die Uhr. Sie stellen ihren

Diese „Rescuebiker“ stehen nun bei Mountainbike-Rennen, Marathon- oder Duathlonläufen oder an Volkswandertagen mit ihren technisch gut ausgerüsteten Fahrrädern bereit, um Erste Hilfe zu leisten. Dazu sind sie regulär als Sanitäts- oder Notfallhelfer, als Einsatz- oder auch Rettungssanitäter ausgebildet und verfügen zudem über eine spezielle Schulung zum Beispiel in Sachen Funk, Orientierung im Gelände und Fahrradtechnik. Und natürlich zeichnen sich diese Helfer durch eine besonders gute sportliche Konstitution und reichlich Ausdauer aus. |

12  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

»So einfach und sicher habe ich mir den Hausnotruf nicht vorgestellt!«

Kunden ein Hausnotrufgerät zur Verfügung, mit dem sie auf Knopfdruck Sprechkontakt mit den Maltesern aufnehmen können – wie beim Telefonieren, nur ohne Hörer. Und das unabhängig davon, wo man sich in seiner Wohnung gerade aufhält. Hausnotrufteilnehmer in der Diözese Die Technik ist denkbar einfach. Zu dem Hausnot Jahr Teilnehmer rufgerät gehört ein kleiner 2008 3.273 „Funkfinger“, der um das Handgelenk oder den Hals 2005 1.708 getragen wird. Wird dieser 2000 1.644 „Funkfinger“ gedrückt, so übermittelt er via Telefonlei 1995 25 tung ein Signal zur Malteser Notrufzentrale. Dort meldet sich ein Mitarbeiter, der die Situation erfragt und zudem alle relevanten Daten des Kunden auf dem Monitor abruft. Er leitet dann entsprechende Hilfsmaßnahmen ein – vom Hintergrund- oder Pflegedienst bis hin zum Rettungsdienst und Notarzt bei schweren Notfällen. Zudem steht er mit dem Kunden die ganze Zeit über in Kontakt. Erweitert werden kann dieses System mit Zusatzgeräten wie Rauch-, Bewegungs- und Wasserstandsmeldern. |


Hospizarbeit und Palliativmedizin ■  Lebensqualität bis zum Tod   

Höhlenrettung ■  Rettung unter Extremanforderungen Die einzige Malteser Höhlenrettungsstaffel in Deutschland hat ihren Sitz in Göppingen. Ihr Einsatzgebiet ist so selten wie brisant: Es erstreckt sich über die 3.000 Karsthöhlen auf der Schwäbischen Alb. In ihren unterirdischen Hohlräumen herrschen Temperaturen von 8 bis 10° C bei fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit vor. Hier kann bereits die Rettung eines Patienten mit einer leichten Verletzung, wie beispielsweise einem verstauchten Knöchel, ungeahnte Herausforderungen an das Team stellen. Entsprechend spezifisch sind Ausbildung und Ausrüstung der Ersthelfer: Neben dem Grundwissen in Höhlenforschung werden Kenntnisse in der Einseiltechnik, der Kommunika­tion in Höhlen, beim Tragentransport und Seilbahnbau sowie die medizinische Grundausbildung in Erster Hilfe mit Know-how zur Wärmeversorgung von Verletzten gefordert. Die Spezialausrüstung wird wasserdicht in spezielle Schleifsäcke verpackt. Sie umfasst zwei Hartschalentragen, eine von den Maltesern selbst entwickelte flexible Trage, Rettungsdecken, Kopfhaube, Wärmezelt sowie Materialien zur Wundversorgung und Gerätschaften zur Ruhigstellung und Überwachung des Patienten. Zum technischen Teil der Ausrüstung gehören Zubehör für den Schachteinbau, Flaschenzüge und Seilbahnsysteme, Gerätschaften zur Gesteinsbearbeitung und Engstellenrettung sowie spezielle Grubentelefone für die Kommunikation innerhalb der Höhle.

Hospizarbeit und Palliativmedizin haben in den vergangenen Jahren eine bahnbrechende Arbeit geleistet und das Tabu „Tod und würdevolles Sterben“ wieder ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Für die Malteser ist dies ein Kernauftrag, der aus ihren historischen Anfängen als Hospitalitätsorden und ihren christlichen Wurzeln herrührt. In der Hospizarbeit steht der Sterbende mit seinen Beschwerden, Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt. Die Zuwendung und der Beistand durch ausgebildete Hospizhelfer sollen ihm ein möglichst schmerz- und angstfreies Lebensende ermöglichen, und zwar an dem gewünschten Ort, der oft das Zuhause ist. Angehörige sollen unterstützt und in ihrem Abschied und ihrer Trauer begleitet werden. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gründete sich der erste ambulante Hospizdienst 1995. Heute zählt er diözesanweit 20 hauptamtliche Mitarbeiter im Bereich Palliativpflege und 70 ehrenamtliche in der Hospizarbeit. Der Malteser Hospizdienst wirkt in der Diözese zudem bei der Schulung von Schwesternhelferinnen und ambulanten Pflegekräften mit. In den vergangen zwei Jahren beteiligte er sich auch am Aufbau der pal­­ lativpflegerischen Spezialisierung der Malteser Pflegedienste. Die Faber-Stiftung fördert die Ausbildung von Malteser Fachkräften in ambulanter Palliativpflege und ermöglicht den weiteren Ausbau dieses Dienstes. |

Bereits 1986 gründeten Mitglieder von Höhlenforschervereinen die Höhlenrettungsgruppe Ostalb/Filstal. Zwei Jahre später fanden sie Aufnahme bei den Maltesern. Heute stellt die Höhlenrettungsstaffel eine hochqualifizierte Einsatzeinheit für diese spezielle Rettungssituation dar. |

Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  13


für Senioren und Menschen mit Behinderung, oder auf Katholikentagen sowie als „Co-Aussteller“ auf Fachmessen mit einer eigenen Präsentation ihrer Jugendorganisation. Zu den zentralen Angeboten der Malteser Jugend gehören: | d as Streitschlichterprogramm, | d ie Teilnahme an der „72-Stunden-Aktion“ des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ), | d as Programm „Abenteuer Helfen“.

Malteser Jugend ■  Mit Spaß und Kompetenz engagiert Seit ihrer Gründung 1983 kann sich die Malteser Jugend in der Diözese Rottenburg-Stuttgart über einen festen und stattlichen Stamm an Mitgliedern freuen. Etwa 600 Kinder und Jugendliche treffen sich regelmäßig in Gruppen bei den Maltesern, um zu spielen, zu lernen und sich zu engagieren. Die Arbeit und Angebote der Malteser Jugend fußen auf vier Säulen: Bildungsarbeit, aktive Jahr Mitglieder Freizeitgestaltung, malteserspezifische Ausbildung und soziales 2008 597 Engagement. Das Fundament ist der gelebte christliche Glau 2005 586 be, der sich wie ein roter Faden 2000 608 durch die Aktivitäten der Malteser Jugend zieht. Von ihm leiten 1995 505 sich Werte wie Verantwortungs 1990 261 bewusstsein, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Achtung und Res­ 1985 107 pekt ab, an die die Kinder und Jugendlichen herangeführt werden und die sie erproben und leben lernen: sei es beim Besuch von Senioren in einem Altenheim, bei der Erste Hilfe-Ausbildung in der Gruppenstunde oder in der Gemeinschaft auf einem der vielen Zeltlager. Die Gruppenleiter entstammen den eigenen Reihen und werden in speziellen Kursen ausgebildet. Malteser Jugendliche in der Diözese

In ihren Aktivitäten erleben sich die Malteser Kinder und Jugendlichen als einen Teil des Gesamtverbandes. Sie lernen verschiedene Malteser Dienste spielerisch kennen und damit auch Möglichkeiten für ein späteres Engagement. Und sie werden mit ihren erworbenen Kompetenzen eingebunden: als begleitende Helfer beim „Sonnenzug“, einer Ausflugsfahrt der Malteser der Diözese Rottenburg-Stuttgart

14  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

■  „Abenteuer Helfen“ Um schon Kinder für die Erste Hilfe zu begeistern, hat die Malteser Jugend das Programm „Abenteuer Helfen“ entwickelt. Ritter Malte – eine freundliche Handpuppe – besucht gemeinsam mit Malteser Jugendlichen und Erwachsenen Kindergärten und Schulen. In Schnupperstunden oder Tagesprojekten geht es kindgerecht um das Thema „Helfen“: Wie sieht ein Mensch aus, der Hilfe braucht? Wie versorge ich eine kleine Wunde? Wie setze ich einen Notruf ab? – Schon Kindergartenkinder können so soziale Kompetenzen und Selbstvertrauen entwickeln. Je nach Altersstufe und Interessen stellt „Abenteuer Helfen“ verschiedene Module für den Einsatz zur Verfügung. „Abenteuer Helfen“ ist ein einmaliges Konzept, mit dem die Malteser Jugend eine umfangreiche Ideensammlung für die Arbeit mit Kindern und Jugend­lichen bietet. |


Kinderhospizdienst ■  Nicht jeder Schmetterling lernt fliegen Die Patinnen und Paten der Kinderhospizdienste in den Kreisen Esslingen, Göppingen und Ostalb sind für einen ganz besonderen Einsatz ausgebildet: Sie kümmern sich um Familien mit Kindern und Jugendlichen, die an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden. Das Leid abnehmen können die Paten nicht, aber sie hören zu, helfen und unterstützen. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche, von denen ein Elternteil oder ein Geschwisterkind im Sterben liegt oder gestorben ist. Als Ansprechpartner und Tröster bieten sie spezielle Geschwister- oder Trauergruppen an. Zudem beraten sie in allen Fragen der Palliativversorgung.

Ambulanter Kinderkranken­ pflegedienst ■ Entlastung für Familien mit ­schwerkranken Kindern Ein schwerkrankes Kind Tag und Nacht zu umsorgen und zu pflegen kann eine Familie an den Rand ihrer Kräfte bringen. Eltern und Geschwister brauchen hier eine professionelle und einfühlsame Hilfe, die Sicherheit gibt, Freiräume schafft und die Lebensqualität erhalten hilft.

1999 gründeten die Malteser zusammen mit der Katholischen Gesamtkirchengemeinde in Kirchheim unter Teck den ersten ambulanten Kinderhospizdienst in Süddeutschland. Es waren die Nöte der Familien mit sterbenskranken Kindern, die für die Schwestern der Kinderkrankenpflege den Anstoß zu diesem Dienst gaben. Daraufhin wurden Ehrenamtliche geschult, die bereit waren, Familien in dieser schweren Zeit, manchmal über Jahre hinweg, zu begleiten.

Im Jahr 1994 wurde der Kinderpflegedienst Esslingen und im Januar 2003 der Kinderkrankenpflegedienst „Ambulant Intensiv“ im Ostalbkreis gegründet. Rund 45 Kinderkrankenschwestern versorgen hier etwa 30 Kinder im häuslichen Umfeld. In schweren Fällen auch 24 Stunden lang – die Kinderkrankenschwestern kommen dann auch nachts, um die Familien zu entlasten. Die Eltern und Geschwister werden in »Wir waren wirklich mit der Pflege angeleitet und in unseren Kräften am Ende – die Versorgung miteinbezound können nun dank der Malteser wieder etwas gen.

2004 folgten Gliederungen im Ostalbkreis und riefen einen Kinder- und Jugendhospizdienst ins Leben. 2009 kam es zur Gründung gleicher Dienste im Landkreis Göppingen, in Bad Mergentheim und in Oberschwaben, dort in gemeinsamer Trägerschaft mit der Stiftung Liebenau, sowie in Stuttgart zusammen mit dem katholischen Stadtdekanat.

aufatmen.«

Bis 2008 begleiteten in den Gliederungen 120 ehrenamtliche Paten und Patinnen circa 130 Familien. Allein im Jahr 2008 leisteten 60 Paten 1.900 Stunden ehrenamtliche Arbeit – mit steigender Tendenz. Die Dienste in Kirchheim und im Ostalbkreis sind Mitveranstalter des Weiterbildungskurses „Palliative Care Kind“ für Pflegekräfte, Ärzte, Seelsorger und psychosoziale Berufsgruppen. In Kirchheim gibt es zudem eine ehrenamtliche Clowngruppe, die kranke Kinder zu Hause besucht. |

Für die pflegerischen und sozialpsychologischen Anforderungen sind die Kinderkrankenschwestern speziell ausgebildet. Ihre Unterstützung reicht von der Grund- und Behandlungspflege über intensivpflegerische Aufgaben wie künstliche Ernährung, Katheter- und Stomaversorgung bis hin zur Pflege und Überwachung beatmeter Kinder. Zu ihren Patienten gehören | F rühgeborene, | K  inder mit Behinderungen oder chronischen ­Erkrankungen, | K  inder, die zu Hause beatmet werden, | Kinder nach einer Operation und | s onstige schwer und schwerst erkrankte Kinder und Jugendliche. |

Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  15


Menüservice ■  Jeden Tag frisch auf den Tisch Viele Menschen genießen gerne einmal am Tag eine schmackhafte und gesunde warme Mahlzeit, möchten oder können diese aber nicht mehr selbst zubereiten. Dann ist der Malteser Menüservice die perfekte Lösung! Menüservice in der Diözese Jahr

verteilte Essen

2008

488.600

2005

439.700

2000

307.600

1995

245.300

Seit 1987 liefern die Malteser in der Diözese RottenburgStuttgart täglich ihre Menüs direkt auf den Tisch ihrer Kunden. Wie begehrt die Mahlzeiten mittlerweile sind, zeigt die große Nachfrage: 2008 wurden 488.600 Essen ausgeteilt.

Die Kunden können jeden Tag unter sechs Menüs auswählen, so dass jeder etwas für seinen 1990 21.700 Geschmack und seine Bedürfnisse findet. Dabei ist der Speiseplan abwechslungsreich und die Zutaten werden frisch verkocht. Zudem bieten die Malteser zahlreiche Sonderzubereitungen wie diabetikergeeignete oder natriumarme, cholesterinarme oder glutenfreie Kost. Auch im Bereich der Schul- und Kindergartenverpflegung ist der Malteser Menüservice seit Einführung der Ganztagesschulen und -kindergärten aktiv. Die Malteser bieten hier individuelle Speisepläne mit gesundem, schmackhaftem und – auf Wunsch auch – „Bio“Essen. |

Motorradstaffel ■ Wendig und schnell: ein klarer Vorteil Sie sind einfach schneller und wendiger: Ersthelfer auf Motorrädern im Stau auf einer Autobahn – zum Beispiel zu Beginn der Sommerferien. An stehenden Autoschlangen vorbei finden sie in Kürze den Weg zur Unfallstelle, können dort Erste Hilfe leisten und Angehörige betreuen, bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen. Seit 1986 schließen Malteser „First Responder“ auf Motorrädern so eine Lücke in der Notfallversorgung. Damals machten die Aalener Malteser mit einer ersten Maschine den Anfang. Heute gibt es an den Standorten Aalen, Stuttgart und Göppingen insgesamt sechs Motorräder für den Einsatz. In Beschleunigung und Wendigkeit sind die Motorräder allen anderen Rettungsmitteln überlegen. Sie bieten den Ersthelfern erhebliche Vorteile bei starkem Verkehrsaufkommen, bei großen Menschenmengen, in engen Gassen oder in unwegsamem Gelände. Ein weiterer Nutzen: Bei längeren Staus können Verkehrsteilnehmer so leichter betreut und gegebenenfalls verpflegt werden. Entsprechend sind die motorisierten Rettungsassistenten ausgestattet: Neben notfallmedizinischem Material mit Beatmungsbeutel, Defibrillator sowie Infusions- und Verbandmaterial haben sie auch Mineralwasser und kleines Kinderspielzeug in den Seitenkoffern verstaut – als Muntermacher für staugeplagte Ferienkinder. |

18  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Malteser Migranten Medizin ■  Medizinische Hilfe auch ohne ­Krankenschein MMM – so das Kürzel – bedeutet: kostenfreie Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei Schmerzen, plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder Schwangerschaft für Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus oder ohne Krankenversicherung. Denn leider steigt die Zahl der Menschen, die nicht im medizinischen Netz unseres Staates aufgefangen werden: Darunter sind Selbstständige, deren Einkommen für eine dauerhafte Krankenversicherung nicht ausreicht, Studierende und Touristen aus dem Ausland sowie Straßenkinder. Viele dieser Menschen können oder wollen aufgrund ihres Status keine Praxis oder kein Krankenhaus aufsuchen. Die Malteser sehen sich mit diesem Angebot ihrem Leitsatz „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ verpflichtet. Sie garantieren ihren Patienten direkte medizinische Hilfe und Anonymität. In Stuttgart gibt es seit Oktober 2008 einmal pro Woche eine Praxissprechstunde, in der | eine primäre medizinische Versorgung stattfindet, | die Betreuung und Behandlung mit Hilfe eines Netzwerkes koordiniert wird. Dieses Netzwerk besteht aus Gebiets-, Haus- und Zahnärzten sowie Krankenhäusern, Beratungsstellen und sozia-

len Diensten, die sich zur Kooperation bereiterklärt haben und ihre Leistungen kostenlos anbieten. Medikamente aus Beständen werden unentgeltlich weitergegeben; nur nicht vorgehaltene Arzneimittel müssen von den Patienten selbst bezahlt werden. Schwerpunkte der Stuttgarter Malteser Migranten Medizin sind bisher: | I nnere Medizin, | G  ynäkologie, | d ie Unterstützung von Schwangeren – von der Beratung bis zur Geburt. Den bedürftigen Menschen soll aber auch sozial geholfen werden. Durch eine gezielte Beratung kann die Wiedereinbindung in das soziale System gelingen. Trotz der vielen Ehrenamtlichen braucht die MMM Geld. Zum Beispiel muss ein Behandlungsraum mit Gerätschaften bereitstehen. Unterstützung erfahren die Malteser durch Geld- und Sachspenden, vor allem der Veronika-Stiftung. Und sofern möglich, kommen auch die behandelten Patienten für die entstandenen Kosten auf oder leisten ei- MMM – seit Oktober 2008 in der Diözese nen Eigenanteil. | Patienten

120

Behandlungsfälle

200

Entbindungen

10

(Die Zahlen gelten für die ersten 10 Monate Tätigkeit der MMM.)

Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  19


Schulsanitätsdienst ■  Erste Hilfe macht Schule Ein Malteser Schulsanitätsdienst hat ein klares Profil und unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von anderen Schulsanitätsdiensten: Malteser Schulsanitätsdienste sind Teil der Malteser Gemeinschaft und in der örtlichen Malteser Gliederung verankert. Sie werden von ihr betreut, in Aktivitäten eingebunden und haben einen festen Ansprechpartner. Unabhängig davon sind die Malteser Schulsanitätsdienste selbstverständlich Teil der Gemeinschaft an der Schule. Die Malteser arbeiten mit der Schule eng zusammen und stimmen sich mit ihr in allen wichtigen Punkten ab.

Pflegedienst ■  Der Mensch steht im Mittelpunkt Seit Einführung der Pflegeversicherung kommt den ambulanten Pflegediensten als wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens ein besonderer Stellenwert zu. Die qualifizierten Malteser Pflegekräfte leisten Grund- und Behandlungspflege, bieten eine hauswirtschaftliche Versorgung an und vermitteln weitere Hilfsangebote. Wichtig sind den Maltesern darüber hinaus kompetente Beratung und menschliche Zuwendung – unbürokratisch und zuverlässig. Damit tragen sie zum Erhalt der Selbstständigkeit bei und helfen, Lebensqualität zu bewahren. Pflege ist Vertrauenssache – und bei den Maltesern steht der Mensch im Mittelpunkt. Pflegeleistungen in der Diözese Jahr

Dienststunden

2008

228.700

2005

188.000

2000

127.900

1995

81.000

1990

25.900

In den ambulanten Pflegediensten der Malteser wurde in den Jahren 2007 und 2008 ein Qualitätsmanagement-System eingeführt, das sich an den Vorgaben der DIN ISO 9001:2000 und den Vorgaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) orientiert. |

20  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Schulsanitätsdienste dienen dazu | d ie sanitätsdienstliche Betreuung der Schüler und Lehrer sicherzustellen – dies beinhaltet die Erstversorgung bei Unfällen und Verletzungen und reicht von Verbänden anlegen bis hin zu Lebensrettenden Sofortmaßnahmen während des Schulalltags; | b ei schulischen Veranstaltungen die sanitätsdienstliche Versorgung zu gewährleisten. Schon lange widmen sich die Malteser dem Aufbau und der Betreuung von Schulsanitätsdiensten und der Erste Hilfe-Ausbildung für Schüler. Unter dem Titel „Abenteuer Helfen“ bieten sie vielfältige Projekte in Kindergärten und Schulen sowie in der offenen Jugendarbeit an. Bis Ende 2008 gab es diözesanweit 23 Schulsanitätsdienste. Das Engagement der Malteser an Schulen wird ständig weiter intensiviert und ausgebaut. |


Notfallvorsorge und Katastrophenschutz ■  Eine Säule unserer Gesellschaft Auch unsere hoch technisierte Gesellschaft bleibt von Katastrophen und Notfällen nicht verschont. Da ist die Hilfe kompetenter Freiwilliger gefragt. Die Malteser bereiten diese umfassend und qualifiziert auf ihre Aufgabe als Sanitäter, Betreuer, Verpflegungshelfer oder Fernmelder im Katastrophenschutz vor. Die theoretische und praktische Schulung in den Gruppen befähigt die Einsatzkräfte, auch unter schwierigen Einsatzbedingungen kompetent zu helfen. Die Kenntnis und Beherrschung der technischen Möglichkeiten ist dabei ebenso wichtig wie die Bereitschaft zum persönlichen Einsatz.

■ Sanitätsdienste

Die sanitätsdienstliche Versorgung der Besucher und die Präsenz von Einsatzkräften bei Veranstaltungen wie Konzerten, Sportfesten und Großevents gehört zu den festen Aufgaben der Malteser. Der Malteser Sanitätsdienst leistet wirksame Hilfe im Gesamtsystem der Notfallvorsorge, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst.

 

■ Zivil- und Katastrophenschutz, Sanitäts- und

Betreuungsdienste In den Landkreisen der Diözese stehen derzeit in sechs Kreisen 322 Einsatzkräfte in Einsatzeinheiten in Bereitschaft, die bei größeren ­Schadenslagen zum Schutz der

­ evölkerung eingesetzt werden können. Hinzu kommen B weitere Einsatzkräfte, die sich in maltesereigenen Einheiten zur Verfügung stellen: | S chnelleinsatzgruppen (SEG): Als Nahtstelle zwischen dem Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz sind sie innerhalb von wenigen Minuten auf dem Weg zum Schadensort und unterstützen den Rettungsdienst bei der Versorgung von Patienten. | F irst Responder: Sie werden vom Wohnort oder Arbeitsplatz aus über den Rettungsdienst alarmiert, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen. |

Sanitätseinsätze der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von 2004 bis 2009 Jahr

Einsatz

Malteser Einsatzkräfte

Einsatzdauer / Teilnehmer

2004

Katholikentag in Ulm

62

5 Tage / 30.000 Teilnehmer

2005

Weltjugendtag in Köln

58

6 Tage / 1.200.000 Teilnehmer

2006

Katholikentag in Saarbrücken

60

5 Tage / 27.000 Teilnehmer

Fußball-Weltmeisterschaft

220

Papstbesuch in Bayern

25

2007

Jugendwallfahrt des BDKJ der Diözese nach Assisi

8

2008

Katholikentag in Osnabrück

12

5 Tage / 60.000 Teilnehmer

Fußball-Europameisterschaft in Österreich / Schweiz

17

8 Tage

Summer-Breeze-Festival in Dinkelsbühl

160

Amoklauf in Winnenden

70

Summer-Breeze-Festival in Dinkelsbühl

180

2009

4 Wochen 6 Tage / 300.000 Teilnehmer 6 Tage / 500 Teilnehmer

6 Tage / 27.000 Teilnehmer 14 Tage 5 Tage / 30.000 Teilnehmer

Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  21


Psychosoziale ­Unterstützung ■  Seelischer Beistand im Notfall Als anerkannte Experten für den psychosozialen Bereich der Notfallversorgung bieten die Malteser eine qualifizierte und auf den Fundamenten ihres Glaubens beruhende Betreuung und Begleitung von Menschen in akuten Krisensituationen an. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) der Malteser umfasst die beiden großen Bereiche: | H  ilfe für Helfer: Einsatzkräfte werden hier psychisch unterstützt und betreut. | K  risenintervention/Notfallseelsorge: Von Not- oder Unfällen Betroffene und deren Angehörige erhalten psychischen Beistand. Die Ausbildungsangebote der PSNV vermitteln die dafür notwendigen Fähigkeiten. Vorrangig ist immer, den Menschen in seiner Not wahr und ernst zu nehmen. Deshalb haben die Malteser hier einen hohen Kompetenz- und Qualitätsanspruch an ihre ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter. Generelle Alarmierungsgründe sind zum Beispiel: | V  erkehrsunfälle und Schadensereignisse, | e in Suizid, | d er Tod oder der Unfall eines Kindes, | d er Massenanfall an Verletzten bei einer Katastrophe, | e in außergewöhnlich langer Rettungseinsatz mit besonderer Belastung von Angehörigen. Das PSNV-Team der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist in Ravensburg ansässig. Die sieben Mitarbeiter dieser Einheit leisteten 2008 33 Einsätze. Dabei wurde deutlich, dass die Psychosoziale Notfallversorgung als Fachdienst der Notfallvorsorge in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. |

22  |  Die Malteser Dienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Rettungshunde ■ Vier Pfoten und ein hervorragender Geruchssinn Seit 1991 sind Rettungshundestaffeln in der Diözese Rottenburg-Stuttgart erfolgreich im Einsatz. Sie werden vor allem in folgenden Fällen angefordert: | F lächensuche: Ein Hund sucht ein großes Gebiet ab, für das sonst eine sehr große Anzahl von Menschen notwendig wäre. | T  rümmersuche: Hunde können zum Beispiel nach einem Erdbeben in eingestürzten Gebäuden riechen, ob sich noch ein Mensch darin befindet. | M  antrailing: Der Hund folgt der Spur eines Menschen mit Hilfe dessen spezifischen Geruchs. Alle Bereiche stellen eine hohe Herausforderung an das Team aus Mensch und Hund dar, weshalb die Ausbildung sehr intensiv ist. Oft werden die Rettungshunde auch eingesetzt um sicherzustellen, dass sich eine Person nicht an einem bestimmten Ort aufgehalten hat. | Rettungshunde in der Diözese Jahr

Rettungs- Einsätze hundestaffeln

eingesetzte Kräfte

2008

7

88

1.056

2007

6

57

513


Rettungs- und Rückholdienst ■  Qualität als Markenzeichen

■  In den Urlaub mit sicherem Gefühl

Der Rettungsdienst einer Hilfsorganisation stellt ihre ständige Präsenz in der Öffentlichkeit sicher und trägt so zu ihrer Wahrnehmung und Bekanntheit bei. So wurde 1970 mit dem ersten Malteser Rettungsdienst ein wichtiger Schritt in der Geschichte des katholischen Hilfsdienstes in der Diözese Rottenburg-Stuttgart unternommen. Ausgestattet waren die ersten Fahrzeuge des mobilen Dienstes mit von der BjörnSteiger-Stiftung finanzierten Funkgeräten.

Etwa 400.000 Bundesbürger erkranken oder verunglücken jedes Jahr während eines Urlaubsaufenthaltes. Nicht immer ist die medizinische Versorgung im Ausland sichergestellt. Oft wird die ärztliche Behandlung durch Sprachprobleme erschwert. Eine nicht selten lange Trennung von Familie und Freunden belastet zusätzlich.

Heute ist der Rettungsdienst für viele Gliederungen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von existenzieller Bedeutung. Die Leistungsfähigkeit der Malteser als Hilfsorganisation hängt, insbesondere im Katastrophenschutz, maßgeblich von der Mitwirkung im Rettungsdienst ab. Die Verbesserung der Hilfsfrist in Baden-Württemberg von 15 auf zehn Minuten ist das Ziel in den nächsten Jahren.

Seit 1987 sind die Malteser aus der Diözese im Rückholdienst tätig. Hierbei werden Menschen, die im In- oder Ausland medizinische Hilfe benötigen, nach Hause oder in ein wohnortnahes Krankenhaus gebracht. Der Rücktransport kann in einem Krankenwagen, einem Pkw oder einem Flugzeug erfolgen.

Ende 2008 sind die Malteser in der Diözese an sechs Standorten im Rettungsdienst und an weiteren drei Standorten im Krankentransport aktiv. Ohne das beachtliche Engagement von ehrenamtlichen Mitarbeitern im Rettungsdienst und Krankentransport wäre diese Präsenz nicht möglich.

An den Standorten Stuttgart, Aalen und Nürtingen wur­­den 2007 und 2008 jeweils rund 1.100 Einsätze mit ­Krankenwagen und als Flugbegleiter durchgeführt. Ausländische Haupteinsatzländer waren Frankreich, die Schweiz und ­Österreich.

Dabei wird bei den Maltesern Qualität groß geschrieben. Sie sind die einzige Hilfsorganisation, deren Rettungsdienst – bereits seit 1998 – bundesweit nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert ist. Und diese Position gilt es, kontinuierlich zu sichern und auszubauen: Jährlich werden sämtliche Rettungswachen im Rahmen interner Audits überprüft, regelmäßig geschieht das auch durch einen externen Auditor. So zählt der Malteser Rettungsdienst heute zu den Marktführern im deutschsprachigen Raum hinsichtlich seines Qualitätsmanagementsystems und arbeitet auf europäischer Ebene mit führenden Hilfsorganisationen im „EMS Quality Network“ zusammen.

Bundesweit arbeiten die Malteser im Auftrag des ADAC, aber sie sind auch für Versicherungen und natürlich für die Mitglieder der Malteser im Einsatz. Als erster Dienstleister im weltweiten Krankenrücktransport hat sich der Malteser Rückholdienst sein Qualitätsmanagement nach der DIN EN ISO 9001 zertifizieren lassen. |


■ Die Geschäftsführer der Malteser in der Region Baden-Württemberg

Peter Neuhauser Bezirksgeschäftsführer Neckar-Tauber

Klaus Weber Regional- und Diözesangeschäftsführer

Sabine Würth Bezirksgeschäftsführerin Nord- und Ostwürttemberg

Edmund Baur Bezirksgeschäftsführer (e. a.) Göppingen

Markus ­Bensmann Stellvertretender  Regionalgeschäftsführer und Bezirksgeschäftsführer SchwarzwaldOberrhein

Jürgen Raupp Bezirksgeschäftsführer Bodensee

■ Die Bezirksbeauftragten der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bezirk Donau-Iller Philipp Graf Reuttner von Weyl-Mynett

Bezirk Nord- und Ostwürttemberg Dr. Eugen Volz

Bezirk Oberschwaben Vitus Graf von Waldburg-ZeilHohenems

Bezirk Stuttgart Elisabeth ­Staudenmaier

24  |  Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


■ Die Beauftragten der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Aalen

Besigheim

Biberach

Böblingen

Ehingen

Ellwangen

Esslingen

Alexander ­Rettenmaier

Franjo Springob

Albrecht Graf von BrandensteinZeppelin

Dieter Hamm

Paul Hermann Guter

Jochen Trollmann

Dr. Carl-Ludwig Graf von Balle­ strem (Kreisbeauf-

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Kreisbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Kreisbeauftragter)

tragter)

Freudenstadt

Friedrichshafen

Göppingen

Heilbronn

Isolde Eppler

Ulrich Ackermann

Edmund Baur

Hubertus Graf von Waldburg zu Wolf­ egg und Waldsee

(Kreisbeauftragte)

Bad Wimpfen / Heilbronn

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Kreisbeauftragter)

(Kreisbeauftragter) Waiblingen

Besigheim

Winnenden

Kornwestheim

Aalen

Korntal-Münchingen Göppingen SchwäbischGmünd

Stuttgart Böblingen Esslingen Rottenburg

Nürtingen

Freudenstadt Reutlingen

Unterschneidheim

Ellwangen

Heidenheim

Korntal-Münchingen

Ludwigsburg

Nürtingen

Axel Eichler

Mathias Maurmaier­

Helmut Eberhard

(Stadtbeauftragter)

Dr. Jochen Herkommer­

Rainau-Dalkingen

Ravensburg

Reutlingen

Rottenburg

Franz Schenk

Norbert Scheffler

Ralf-Peter ­Hülsemann

Jürgen Haug

RainauDalkingen

Heidenheim

Ehingen

Ulm

(Stadtbeauftragter)

(Ortsbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

Biberach Wolfegg Ravensburg Friedrichshafen

■ Diözese Rottenburg-Stuttgart ■ Erzdiözese Freiburg

(Ortsbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

Schwäbisch-Gmünd

Stuttgart

Ulm

Unterschneidheim

Waiblingen

Winnenden

Wolfegg

Andreas Pfeiffer

Fritz Bender

Brigitte Seil

Gerhard ­Häußermann

Ute Silvani

Florian Hambach

Stefan Huber

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragter)

(Stadtbeauftragte)

(Stadtbeauftragte)

(Stadtbeauftragter)

(Ortsbeauftragter)

(stellvertretender Ortsbeauftragter)

Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  25


Malteser im Einsatz:

Die Höhepunkte 1959–2009

1959 • • • • • • • • 1969 • • • • • • • • • 1979 ■  1960  |  1. Mai Erster Großeinsatz der Malteser: Es gilt, 30.000 Teilnehmer der Vertriebenenwallfahrt auf dem Schönenberg bei Ellwangen sanitätsdienstlich zu betreuen. Bei einem abschließenden Empfang spricht sich Bischof Leiprecht in Anwesenheit des Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer und des Ministerpräsidenten Kurt-Georg Kiesinger lobend über den Einsatz des Malteser Hilfsdienstes aus.

■ 1991  |  13. bis 21. August

■  1964  |  2. bis 6. September Sanitätsdienst beim 80. Deutschen Katholikentag in Stuttgart. 221 Helfer und Helferinnen aus allen Diözesen sind im Einsatz.

■  1996  |  Dezember Erster Einsatz der ECOM-Gruppe Göppingen zur Trinkwasseraufbereitung in Ruanda (Mittelafrika).

■  1970 Beginn des Rettungsdienstes mit mobilen Rettungswachen. Ausstattung der Fahrzeuge mit Funkgeräten durch die Björn-Steiger-Stiftung. ■  1974  |  Juni Bei den Spielen zur Fußballweltmeisterschaft leisten die Malteser den Sanitätsdienst und stellen pro Spiel 100 ehrenamtliche Sanitäter und acht Ärzte zur Verfügung. ■  1986  |  26. bis 31. August Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland übernehmen die Malteser den Sanitätsdienst im Stuttgarter Neckarstadion. ■  1988 Die Malteser in Aalen beginnen mit dem Rückholdienst. Die Geschäftsstelle ist heute die Kopfleitstelle für den Rückholdienst der Malteser in BadenWürttemberg.

26  |  Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Papstbesuch in Ungarn: Malteser aus der Diözese beteiligen sich an der Sanitätsbetreuung während des gesamten Papstbesuchs.

■ 1993  |  13. bis 22. August Die Malteser stellen gemeinsam mit anderen Organisationen den Sanitätsdienst während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Stuttgart.

■  1998  |  Juli Die Malteser aus Stuttgart betreuen erstmals die zehntägige Rad-Etappenfahrt „Tour de Ländle“ mit bis zu 3000 Teilnehmern täglich. Im Sanitätsdienst sind auch zwei Motorräder im Einsatz, um den Notarzt so schnell wie möglich zum Einsatzort bringen zu können. ■  1999  |  1. bis 4. November Erstes Europäisches Symposium für Höhlenretter in Göppingen. Teilnehmer aus allen Teilen der Welt tauschen ihre Erfahrungen aus und vermitteln durch Vorträge und Schauübungen einen Eindruck von den extremen Anforderungen, die bei Hilfeleistungen an sie gestellt werden. ■  2004  |  Katholikentag in Ulm Fünf Tage Einsatz beim 95. Katholikentag in der eigenen Diözese. Die 62 Einsatzkräfte sind verteilt auf Einsatzleitung und Sanitätsdienst. Über 100 Mal müssen sie Besucher des Katholikentages medizinisch versorgen.


9 • • • • • • • • • 1989 • • • • • • • • • 1999 • • • • • • • • • 2009 ■ 2005  |  1. bis 6. Juni Weltjugendtag in Köln Ein Sanitätsdienst der Superlative: fast 2.500 Helfer sind beim Weltjugendtag unter Federführung der Malteser im Einsatz. 58 stammen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart und erleben die großartige Atmosphäre der ersten Auslandsreise des neu gewählten Papstes Benedikt XVI. Mit über 1.000.000 Pilgern aus der ganzen Welt erleben sie unter anderem die Abschlussmesse mit „Benedetto“ auf dem Marienfeld nahe Köln. ■ 2006  |  24. bis 28. Mai Katholikentag in Saarbrücken Mit 60 Einsatzkräften stellt die Diözese den größten Anteil der bundesweit knapp 400 Helfer. Ein schöner Erfolg für die Helfer, denn nebenbei können die Malteser im Jahr 2006 auf 50 Jahre Einsatz bei Katholikentagen zurückblicken. Und gleichzeitig mit Erfolg die „Generalprobe“ für die FIFA-WM im eigenen Land bestehen. ■ 2006  |  9. Juni bis 9. Juli Fußballweltmeisterschaft in Deutschland „Sommermärchen 2006“ – und die Diözese fiebert und feiert mit. Mit mehr als 200 Einsatzkräften sichern die Malteser die Fußball-Weltmeisterschaft rettungsund sanitätsdienstlich ab. Eingesetzt werden sie im Bereich des GottliebDaimler-Stadions und in den Einheiten des Katastrophenschutzes. Darüber hinaus betreuen die Malteser Teams zahlreiche public viewing-Veranstaltungen.

■ 2006  |  9. bis 14. September Papstbesuch in Bayern Die Malteser übernehmen federführend den Sanitätseinsatz während des Besuchs des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. in seiner Heimat Bayern. Sechs Tage lang sind 25 Helfer der Diözese als Teil der „Päpstlichen Sanitätsgarde“ im Einsatz für Benedikt XVI. und die „Fans“ des deutschen Papstes. ■ 2008  |  13. bis 18. August Summer-Breeze-Festival Knapp 200 Malteser Einsatzkräfte sind im Einsatz beim Summer-Breeze-Festival im bayerischen Dinkelsbühl. Es ist der größte Einsatz der diözesanen Malteser, bei dem die Einsatzleitung bei der eigenen Diözese lag, mit insgesamt 1.500 Hilfeleistungen. ■ 2009  |  11. März Amoklauf in ­Winnenden und Wendlingen Der wohl tragischste Anlass für einen Einsatz. Am 11. März läuft ein Jugendlicher mit einer Schusswaffe in der Winnender Albertville-Realschule Amok. Schnelleinsatzgruppen (SEG) aus Kirchheim und Nürtingen werden in Wendlingen eingesetzt und stehen in Alarmbereitschaft. Am Abend, mit Beginn der Trauerfeiern, rückt die SEG Göppingen nach Winnenden aus, um die dortigen jungen Helfer, die zum Teil zum unmittelbaren Umfeld der Opfer gehören, zu unterstützen. Winnenden rückt für die kommenden Tage in den Mittelpunkt der weltweiten medialen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Insgesamt 70 Malteser sind über 14 Tage im Bereich Sanitätsdienst, Betreuung und Psychosoziale Notfallversorgung im Dauereinsatz.

Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  27


Seit 1971: Der Sonne entgegen … Der Malteser Sonnenzug der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Am 6. Juni 1971 begannen die Malteser mit einer Aktion, die bis heute Bestand hat und mittlerweile alle zwei Jahre zu einem der Höhepunkte der Diözese gehört: der Malteser Sonnenzug – ein eintägiger Ausflug mit Älteren und Kranken, Schwachen und Menschen mit Behinderungen an den Bodensee. Der erste Sonnenzug mit über 400 behinderten und alten Menschen brach 1971 zum „schwäbischen Meer“ auf. Der Ausflug fand damals zunächst gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen jährlich statt.

Sonnenzug 2009 und 1971: Viele helfende Hände ermöglichen den diözesanen Ausflug an den Bodensee und damit Freude und Unbeschwertheit bei den Ausflüglern

■ Viele Hände für einen ­reibungs­losen Ablauf Nach dem Ausstieg dieser Organisa­ tionen 1993 übernahmen die Malteser die alleinige Durchführung und Finanzierung des Sonnenzugs, der seitdem im zweijährigen Rhythmus stattfindet. Viel wird dafür getan, um Spenden zu bekommen, damit die Reise für die Teilnehmer finanziert werden kann. So gehört bis heute das Bischöfliche Ordinariat zu den großen Unterstützern des Sonnenzuges. Aber auch die beteiligten Gliederungen sind vor Ort engagiert: Der Malteser Hilfsdienst in Heilbronn beispielsweise organisierte 1999 einen „Neckarlauf “, um Mittel für den Sonnenzug zu sammeln – 7.000 Mark kamen damals zusammen. Zahlreiche Schulen unterstützen den Sonnenzug mit der Aktion „Schüler laufen für Senioren“, um so das Geld zur Deckung der Fahrtkosten zu bekommen. 2005 brach jedoch eine neue Ära an: Zum ersten Mal starteten die Gliederungen in der Heimat mit Reise- und Behindertentransportbussen – und nicht wie bisher in einem gemeinsamen Sonderzug. Stuttgarter Hofbräu

28  |  Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

stellte für diese Premiere kostenlos ihren „VIP-Bus“ zur Verfügung. Mittlerweile sind alle zwei Jahre gut 700 Teilnehmer dabei und 200 Malteser Helfer im Einsatz, um Menschen, die nur noch schwer aus ihren eigenen vier Wänden herauskommen, einen unbeschwerten Tag zu ermöglichen. Die Gesamteinsatzleitung koordiniert die gesamte Veranstaltung direkt von Friedrichshafen aus. Die ehrenamtlichen Helfer organisieren An- und Rückreise, Umsteigen und Betreuung während der Ausflugsfahrt. Für die Verpflegung sorgen Betreuungseinheiten mit Feldküchen und Lunchpaketen.

■  „Früh morgens raus“ Früh aufstehen heißt es für alle Sonnenzügler – denn bis spätestens 10.30 Uhr müssen die Helfer am Hafen in Friedrichshafen sein, um ihre Gäste auf die MS Schwaben und die MS Zeppelin zu begleiten. Direkt am Kai findet vor der Abfahrt eine Heilige Messe statt, die über Lautsprecher auch auf die Schiffe übertragen wird. Am Nachmittag legen die Schiffe wieder an, und man begibt sich auf die Heimreise. Der Sonnenzug ist für alle oft fest im Kalender eingetragen – und er wird beliebter und schreibt seine Anekdoten. So konnte schon der Brötchenmangel beim Mittagessen auf der MS Schwaben durch eine Übergabe von „Bug zu Bug“ mitten auf dem Bodensee behoben werden. Und nicht einmal der 50. Hochzeitstag hielt ein Ehepaar davon ab, am Sonnenzug teilzunehmen. Im Gegenteil: Sie sahen es als passenden Rahmen für ihren Festtag. So endet dieser Ausflug fast jedes Mal wie er beginnt: mit strahlenden Gesichtern und Sonnenschein. |


Mitgliederentwicklung | Finanzbericht ■  Mitgliederentwicklung Über einen deutlichen Zuwachs können sich die Malteser in der Diözese sowohl bei den aktiven Mitgliedern, als auch bei den Fördermitgliedern freuen. In den letzten zwei Jahrzehnten erhöhte sich die Anzahl der aktiven Mitglieder in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf knapp 4.000 um mehr als das Doppelte. Die Summe aller Mitglieder verdreifachte sich in dieser Zeit auf heute mehr als 67.700 Mitglieder.

Mitglieder in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Jahr

Ordentliche Mitglieder

5.008

5.595

5.397

6.318

6.700

1.852

2.272

2.707

3.408

3.988

Fördermitglieder

16.484

34.780

60.326

58.608

61.008

Gesamt

21.492

40.375

65.723

64.926

67.708

davon aktive Mitglieder

1990

1995

2000

2005

2008

Entwicklung der Anzahl der aktiven Mitglieder in der Diözese

■  Finanzbericht Ehrenamtliche Dienste (MHD e.V.) In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind die ehrenamtlichen Dienste mit den Orts-, Stadt- und Kreisgliederungen sowie die Diözesangeschäftsstelle zusammengefasst. Beim Jahresabschluss 2007 wurde die rechnerisch korrekte Konsolidierung der Buchungskreise von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG geprüft. Der Jahresabschluss 2008 der Diözesangliederung (einschließlich Untergliederungen) wurde komplett von der KPMG geprüft und erhielt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers. Die Vermögenslage der Malteser in der Diözese ist solide, die Bilanzstruktur ist gesund. Hauptamtliche Dienste (MHD gGmbH) Die Region Baden-Württemberg wird aus den hauptamtlichen Diensten der beiden Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg gebildet. Die größten hauptamtlichen Arbeitsfelder der Malteser in Baden-Württemberg sind die Sozialen Dienste (Pflege, Menüservice,

Betriebliche Erträge der Hauptamtlichen Dienste in Baden-Württemberg

in Tausend €

1999

2002

Hausnotruf), der Fahrdienst für behinderte Menschen und der Rettungsdienst mit dem Rückholdienst. Mitgliedsbeiträge sichern soziale Arbeit Von den Mitgliedsbeiträgen aus der Diö­ zese Rottenburg-Stuttgart verbleiben 77 Prozent im ehrenamtlichen Verband.

2005

2008

In den Jahren 2007/2008 wurden jeweils rund 23 Prozent der Mitgliedsbeiträge (760.000  Euro) in Form von „Freiwilligen Zuwendungen“ für die hauptamtlichen Dienste verwendet. Damit sichern die Mitgliedsbeiträge unsere Leistungen für kranke, behinderte und alte Menschen. |

Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart  |  29


Die Diözesanleitungen Tätigkeitsbeginn der Diözese Rottenburg-Stuttgart: 21. Juni 1959 Beginn der Geschäftstätigkeit durch den Diözesancaritasverband Rottenburg

■ 

Diözesanleiter

Ekhart Graf von Soden-Fraunhofen

| 20. April 1960 bis 1. Mai 1965

Sigismund Graf Praschma

| 2. Mai 1965 bis 1. Oktober 1966

Karl Graf von Arco-Zinneberg

| 2. Oktober 1966 bis 31. Dezember 1980

Johannes Graf von Schönburg-Glauchau

| 1. Januar 1981 bis 31. Dezember 1987

Joachim Triebsch

| 1. Januar 1988 bis 28. Februar 1989

Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein

| 1. März 1989 bis 16. Juli 2002

Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg

| seit 17. Juli 2002

■ 

Diözesangeschäftsführer

Karl Schaal

| 15. April 1961 bis 31. Dezember 1962

Matthäus Kopf

| 1. Januar 1963 bis 31. März 1975

Werner Schulenburg

| 16. September 1975 bis 14. April 1980

Rolf Hofmann

| 15. April 1980 bis 30. September 1986

Bernhard Pammer

| 1. Oktober 1986 bis 31. März 1995

Klaus Weber

| seit 1. April 1995

Die Diözesanleitung im Jahr 2009 im Gespräch mit dem Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens, Fra’ Matthew Festing, bei seinem ersten offiziellen Deutschlandbesuch am 16. September 2009 im Kloster Bad Wimpfen. V. l. n. r.: Edmund Baur (Vizepräsident der Malteser in Deutschland), Dr. Erich Prinz von Lobkowicz (­Präsident der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens), Fra’ Matthew Festing (Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens), Klaus Weber (Regional- und Diözesangeschäftsführer), Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg (Diözesanleiter).

30  |  Der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Impressum Herausgeber Malteser Hilfsdienst e. V. Diözese Rottenburg-Stuttgart Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg, Diözesanleiter Klaus Weber, Diözesangeschäftsführer Verantwortlich für den Inhalt

Gestaltung Hackethal Producing Telefon +49 (0)2683 938-224 Telefax +49 (0)2683 938-223 www.hackethal.de

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Bildnachweise

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Malteser Rottenburg-Stuttgart Broschüre