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p.b.b - erscheinungsort: Verlagspostamt 1040 Wien - Zulassungsnummer GZ 02Z031321 M

Das Magazin der Bundes-Sportorganisation • Nr. 2/2012

WAS WURDE AUS …

TITELGESCHICHTE

Kraft des Willens Mentalcoaching im Spitzensport

Kate Allen SPORT IM BILD

Fabian Leimlehner

Harald Ambros

Starter bei den Olympischen Spielen 2012, London Österreich sport

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2 Ă–sterreich sport


eDitoRiaL

Liebe Leserin, lieber Leser!

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assend zur kommenden Urlaubszeit darf ich ihnen unsere sommerausgabe der „Österreich sport“ präsentieren. Wieder haben viele Menschen mitgeholfen, ihnen interessante themen und informationen rund um Österreichs sport aufzubereiten. Unsere titelgeschichte beschäftigt sich mit „Mentalcoaching“. Gerade im spitzensport entscheidet oft nicht nur das talent oder die technik über sieg und Niederlage, sondern der Kopf, die mentale stärke. Jene Fähigkeit, die man braucht, damit Versagensängste, der Druck der eigenen erwartungen, der Druck der Konkurrenz und der Öffentlichkeit dem triumph nicht im Wege stehen. im hinblick auf die olympischen spiele in London ein top aktuelles thema. Die rubriken „Was wurde aus…“ und „persönlichkeiten hautnah“ widmen sich zwei erfolgreichen österreichischen Athleteninnen: der olympiasiegerin im triathlon Kate Allen (Athen 2004) sowie dem Vielseitigkeitsreiter harald Ambros, der neben Dressurmeisterin Victoria Max-theurer den Österreichischen pferdesport bei den sommerspielen vertritt. Wie immer stellen ihnen unsere drei Dachverbände AsKÖ, AsVÖ und sportUNioN Österreich ihre aktuellen projekte vor. interessante informationen und servicebeiträge unsererseits runden unsere neue Ausgabe ab. Viel Freude beim schmökern und einen bewegungsreichen sommer wünscht ihnen

Mag. Barbara spindler Bso-Geschäftsführerin

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Partner der Österreichischen Bundes-Sportorganisation

Österreich sport

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Die Redaktion Olympische Spiele London 2012

Wir drücken die Daumen!

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Foto: GEPA

Die Österreichische BundesSportorganisation wünscht allen Sportlerinnen und Sportlern für die Olympischen Spiele sowie die Paralympischen Spiele in London 2012 viel Erfolg! Wir drücken allen Athletinnen und Athleten die Daumen. Unser Land darf darauf stolz sein, dass Österreich in der internationalen Sportfamilie mit so vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten ist!


inhaLt

in diesem heft Titeltgeschichte Kraft des Willens. Mentralcoaching im spitzensport .......................................... 8 Sport kritisch Joe Metzger ................................................................................................... 14 Kraft des Willens, Seite 8

Persönlichkeiten hautnah harald Ambros ............................................................................................... 15 Was wurde aus …? Kate Allen ....................................................................................................... 18 BSO-Präsident peter Wittmann im o-ton ............................................................................... 19

Harald Ambros, Seite 15

Kate Allen, Seite 18

Außerdem in diesem Heft: editorial ............................................................................................................ 3 Die redaktion ................................................................................................... 4 sport im Bild..................................................................................................... 6 „Fit für Österreich“ .......................................................................................... 16 Bso-Versicherungsservice ............................................................................. 20 Kooperationen ................................................................................................ 22 Veranstaltungen .............................................................................................. 26 sporthilfe ........................................................................................................ 28 Fortbildung ..................................................................................................... 29 Aktuelles ......................................................................................................... 30 Dachverbände ................................................................................................ 34 Titelseite Unser titelbild zeigt Vielseitigkeitsreiter harald Ambros, starter bei den olympischen spielen 2012 in London. Mehr dazu auf seite 15.

Wirtschaftsmacht Sport, Seite 26

Impressum

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Medieninhaber, herausgeber und Verleger: Österreichische Bundes-sportorganisation, 1040 Wien, prinz-eugen-straße 12; tel.: 01/504 44 55, Fax: 01/504 44 55-66; Internet: www.bso.or.at; E-Mail: office@bso.or.at; DVR.: 0737755 für den inhalt verantwortlich: GF Mag. Barbara spindler Redaktionsteam: Mag. christian halbwachs, Mag.(Fh) Georg höfner, Mag. Anita steinberger, Mag. Werner Quasnicka, Mag. Julia Wiltschko - mensch & marke Layout: elias & partner KG, Wiener Neudorf Druck: AV+Astoria Druckzentrum Gmbh Blattlinie: Überparteiliche und überregionale Zeitschrift nach den Grundsätzen der Bso. Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht mit der Meinung des herausgebers übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und photos wird keine haftung übernommen. Jahres-abopreis: € 12,- Bankverbindung: erste Bank, BLZ 20111, Kto.Nr. 300010-37468 Bilder: cover: Michael rzepa, sport im Bild: GepA, titelgeschichte: GepA

Diese publikation wird mit Mitteln der Besonderen Bundes-sportförderung gefördert. Österreich sport

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SPoRt iM BiLD

Die perfekte Körperbeherrschung Kunstturner Fabian Leimlehner turnt in London mit. er ist der erste österreichische turner bei olympia seit 1964. „es war schon ein Kindheitstraum von mir, zu den olympischen spielen zu fahren“, sagt der 24-Jährige. Die schwierigkeit seines programmes will der österreichisch-schweizerische Doppelstaatsbürger bis August weiter nach oben schrauben. Leimlehner: „ich habe mein Ziel hoch angesetzt. schließlich geht jeder bei den spielen in den Wettkampf, um seine Bestleistung zu bringen.“

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SPORT IM BILD

Österreich Sport 

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titeLGeSchichte

Kraft des Willens

Mentalcoaching im Spitzensport

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TITELGeschichte Mentalcoaches zählen heute bei vielen Weltklasse-AthletInnen zum festen BetreuerInnen-Stab. Ihr Job ist es, AthletInnen im Wettkampf-Stress zu Höchstleistungen zu treiben oder sie/ihn nach einer schweren Verletzung wieder auf die Beine zu bringen, nachdem die medizinische Heilung längst abgeschlossen ist. Doch wie sieht die Arbeit von MentaltrainerInnen genau aus und welchen Vorteil haben SportlerInnen, die nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist trainieren? Wir gehen der Frage nach, was hinter dem Boom bewusstseinserweiternder Trainingsmethoden steckt. Erfolg beginnt im Kopf Die körperlichen, technischen und taktischen Anforderungen im Spitzensport steigen ständig und das Material wird immer besser. Trotzdem bleibt weiterhin entscheidend, ob und wie die AthletInnen am Tag X mit dem großen Druck umgehen können. Wer heute im Sport erfolgreich sein will, der braucht neben dem Können auch eine starke Psyche. Bei der enormen Leistungsdichte im Spitzen-, aber auch im Breitensport ist die mentale Stärke ausschlaggebend für Durchhalten oder Aufgeben, Erfolg oder Misserfolg, Sieg oder Niederlage. Mentalcoaching: USA übernimmt Vorreiterrolle In den USA werden im Basketball, Baseball, Eishockey, Football und Schwimmen eine Vielzahl von AssistentInnen bei Sport-Großereignissen beschäftigt, u. a. auch PsychologInnen. „Only a positive thinker is a winner“ lautet die verbreitete Parole. Erfolg ist immer das Ergebnis einer Teamleistung. In Europa wird das Mentalcoaching im

„Es gibt keinen Schalter im Kopf, den man umlegen kann und dann habe ich mentale Stärke. Das ist Hokuspokus.“ Günter Spiesberger

Vergleich zu den USA stiefmütterlich behandelt. „Der Mentalbereich ist bis heute nicht ausreichend definiert. Es gibt keine Instanzen, die festlegen, was

Mentaltraining ist und was nicht. Unser Gebiet hat noch immer diesen Nimbus des Guruhaften, Außergewöhnlichen, der Sportlerin/des Sportlers auf der Couch“, weiß Günter Amesberger, Sportpsychologe an der Universität Salzburg. Günter Spiesberger, früher selbst aktiver Sportler (Ski, Tennis) und heute als Mentalcoach im Spitzensport

„Unser Gebiet hat noch immer diesen Nimbus des Guruhaften, Außergewöhnlichen, der Sportlerin/des Sportlers auf der Couch“ Günter Amesberger

tätig, konkretisiert: „PsychologInnen zu konsultieren empfinden viele TrainerInnen als Kompetenzverlust. Sie wollen alle Fäden selbst in der Hand halten, um Mannschaft, Vereinsvorstand und Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie Herr der Lage sind. Dieses Denken ist längst überholt. Ein guter Coach teilt seine Macht – das können wir vom amerikanischen Sport lernen. Dort ist es üblich, dass AthletInnen psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen“. Viele Methoden führen zum Ziel Vorstellungen von den Arbeitsmethoden der MentalbetreuerInnen fangen auf Freuds Couch an und enden bei Trance- und Meditationsübungen. In der Praxis hat dieses Klischee jedoch nichts mit der Realität zu tun. „Unsere Arbeit ist alles andere als mysteriös. Österreich Sport 

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TITELGeschichte Die Durchführung von mentalen Trainingsformen wie Vorstellungs- oder Entspannungsübungen, Biofeedback und das Erkennen von Stressfaktoren zählen zu meinen Aufgaben“, sagt Amesberger. Valentin Hobel, der sich selbst als Selbstbewusstseinstrainer positioniert und u. a. mit Fußballspieler Paul Scharner oder Skifahrerin Kathrin Zettel zusammenarbeitet, ergänzt: „Ich versuche, in die Welt des anderen einzudringen, um dort verborgene Potentiale freizulegen. In gewissem Sinne diene ich als Stütze zum Erreichen der Visionen. Auf die Couch legt sich bei mir niemand! Ich arbeite sowohl im aktiven als auch im meditativen Bereich mit praktischen Übungen zur Körperbewusstseinssteuerung.“

„Auf die Couch legt sich bei mir niemand!“ Valentin Hobel

„Ich will auf Hobel nicht verzichten, weil wir in unserer Zusammenarbeit viel richtig machen. Wenn du konstant vorne sein willst, brauchst du so jemanden.“ Kathrin Zettel

Mentale Stärke ist ein trainierbarer Muskel Neben den motorischen Fertig- und Fähigkeiten muss jede Sportlerin/jeder Sportler auch die psychischen Prozesse, die ihre/seine Bewegungen steuern, regelmäßig und intensiv trainieren. In der Psychologie bezeichnet man die vielen Informationen, die wir aufnehmen, verarbeiten und daraus bestimmte Vorstellungen entwickeln als kognitive Prozesse. Erst wenn es gelingt, diese Prozesse richtig zu synchronisieren, können die jeweiligen Techniken und Handlungsmuster optimiert werden. Sportpsychologisches Training umfasst drei große Bereiche: Aktivierung/Entspannung, Visualisierung und Selbstgesprächsregulation. Der erste Bereich, die Zustandsregulation, hilft Nervosität vor einem Wettkampf in den Griff zu bekommen und die richtige Wettkampfspannung aufzubauen. Um den passenden Aktivierungs- bzw. Entspannungspegel zu erreichen, gibt es unterschiedliche Wege: Atemübungen, Musik hören, Videos ansehen etc. „Meine unmittelbare mentale Wettkampfvorbereitung habe ich immer in der Badewanne gemacht. Da habe ich mich hineingelegt und zehn Minuten entspannt. Das hat super funktioniert“, erinnert sich Sportpsychologin Judith DraxlerHutter an ihre aktive Zeit als Schwimmerin (WM-Fünfte und 68-fache Staatsmeisterin). Entspannungstraining ist ein Mittel, das man auch bei der Visualisierung einsetzt. Bestens bekannt ist die Vorstellung von Bewegungen und Handlungen aus dem Skisport, wo die Athleten vor dem Start den

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Lauf im Geist absolvieren. Diese Visualisierungen lassen sich um die Emotionsebene erweitern: Wie fühlt sich das an, wenn ich Bestzeit fahre, das Rennen gewinne und die Kristallkugel überreicht bekomme? Der dritte große Bereich ist die Selbstgesprächsregulation. Man beobachtet, wie der innere Monolog beim Sport aussieht: Ist er positiv oder negativ? Draxler-Hutter betont: „Nur positiv kann er nicht sein. Daher arbeitet man daran, wie man mit negativen Kurzflashes umgeht, wenn einem also das Teuferl was sagt, was einem nicht passt oder nicht hilft.“ Negative Gedanken werden in positive Zielvorstellungen umformuliert. Trainingsweltmeister oder Wettkampftyp? Ein typisches Phänomen, bei dem mit Mentalcoaching vieles erreicht werden kann, ist der sogenannte „Trainingsweltmeister“: Ein/e SportlerIn, die/der, wenn alles ruhig und entspannt ist, Topleistungen schafft, im Wettkampfstress aber sehr häufig versagt. Druck und hohe Erwartungshaltungen führen dazu, dass sie/er verkrampft und nicht mehr in der Lage ist, ihr/sein Potential abzurufen. Wer dazu neigt, muss lernen mit Drucksituationen und Niederlagen richtig umzugehen. „Mit einer Niederlage oder dem Misserfolg darf man nicht auf Kriegsfuß stehen. Das darf nicht die große Katastrophe sein. Ein Hauptpunkt, an dem man arbeitet, ist sich damit zu arrangieren, dass auch etwas danebengehen kann. Dass man zu dem Punkt kommt: Ich habe heute verloren, na und“, so der Rat der Expertin Draxler-Hutter.

„Psychologisches Training sollte als Leistungsoptimierung eingesetzt werden, und nicht nur, wenn der Hut schon brennt oder man in der Krise steckt“ Judith Draxler-Hutter

Wörz & Schild: Kopftraining für den Tag X Bei Sport-Großereignissen wie Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften entscheiden längst nicht allein Muskelkraft, Ausdauer und Technik über Gold, Silber und Bronze. Wachsende Konkurrenz und zunehmende Leistungsdichte bringen nur diejenigen aufs Siegerpodest, die sich im Krieg der Nerven als die Stärkeren erweisen. Das weiß auch Skifahrerin Marlies Schild, die bei ihren Erfolgsläufen auf einige wichtige Stützen setzt. Eine davon ist Mentalcoach Thomas Wörz. Die Slalom-Spezialistin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem mentalen Training und ist schon so weit, dass sie über ein hohes Maß an Selbstmanagementkompetenz verfügt. Wörz: „Wenn man so will, ist Marlies ihre eigene kleine Mentaltrainerin. Ich bin jetzt nur noch da, um einzugreifen, wenn sie in alte Denkmuster verfällt.“ Der Mentalcoach ist überzeugt, dass jeder in der Lage ist, sein Leistungsoptimum ausschöpfen zu können. Es ist eine Frage des Übens. Wie man sich diesen Prozess vorstellen


TITELGeschichte

Manfred Pranger arbeitet mit Visualisierung im Skisport

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titeLGeSchichte kann, erklärt er am Beispiel schild: „Wenn du in ein rennen gehst, musst du dir sagen: okay, der Fokus ist im hier und Jetzt. Die Kunst ist es, den optimalen Zustand herzustellen. Wenn du unter Druck bist, wenn du nervös wirst, die herzfrequenz rauf geht, musst du es selber spüren, es wahrnehmen. Dann gibt es techniken, wie Atemübungen oder Vorstellungsbilder, mit denen du es schaffst diese Dinge in den optimalen Bereich zu lenken. Dafür braucht man eine genaue Wahrnehmung. Du musst mit dem Körper jonglieren und chef über deine eigenen emotionen werden. Wenn du das nicht kannst, bist du von allen äußeren Einflüssen abhängig. Marlies hat gelernt, störfaktoren zu nutzen. sie helfen ihr, sich noch besser zu fokussieren.“

sekunde dieser Fahrten der Wille zum sieg spürbar war. Kopfsache nennt man das. Und dafür hat die steirerin einen spezialisten, der seit Jahren an ihrer mentalen stärke feilt: helmut Zangerl. Was er macht, will er gar nicht genau erklären: „Das ist zu komplex und individuell. es geht um Reflexion, Selbsterfahrung und Energiearbeit. Die Arbeit ist deshalb interessant, weil Lizz bereit ist, sich zu bewegen.“

„Es gilt, wie schon Albert Einstein sagte: so einfach wie möglich, so kompliziert wie notwendig denken.“ Helmut Zangerl

„Du musst Chef über deine Emotionen sein.“ Thomas Wörz

„Wenn du im Kopf nicht stark bist, kannst du kein Rennen gewinnen.“ Marlies Schild

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2011 wurde skifahrerin elisabeth Görgl Doppelweltmeisterin. Weil sie diese siege unbedingt wollte. Weil in jeder

Thomas Graw: ÖFB-Sportpsychologe teamchef Marcel Koller setzt in der österreichischen Nationalmannschaft neue Akzente. Dazu gehört auch, dass seit Februar ein Sportpsychologe fixer Bestandteil des ÖFB-Betreuerstabs ist. Die Wahl Kollers fiel auf den Deutschen Thomas Graw. Die Quote der ÖFB-Akteure, die seine Unterstützung regelmäßig in Anspruch nehmen, ist laut Graw „sehr, sehr hoch“. Das Bewusstsein, dass die mentale Verfassung die Leistung entscheidend beeinflusst, verbreitet sich auch im Mannschaftssport Fußball immer mehr. „es geht nicht nur um Kraft, Koordination und Ausdauer, sondern auch um mentale prozesse“, erklärt Graw. Der 46-Jährige möchte

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TITELGeschichte gegen die weit verbreitete öffentliche Meinung ankämpfen, dass man eine Psychologin/einen Psychologen nur braucht, wenn man Probleme hat: „Es geht darum, das Niveau zu heben. Die Spieler gehen dann mit mehr Zuversicht, Selbstvertrauen, Dynamik und Gelassenheit auf den Platz.“ „Dem Drachen ins Auge sehen“ SportlerInnen verlieren ungern. Dennoch passieren Niederlagen. Wie AthletenInnen damit umgehen, erklärt der Sportpsychologe Thomas Graw. Ein Gespräch über Folgen von Niederlagen, Strategien zur Verarbeitung und die Schuldfrage. BSO: Herr Graw, wie gehen SportlerInnen mit Misserfolgen um? Graw: Da gibt es unterschiedlichste For- Thomas Graw men. Im Grunde genommen liegen sie zwischen zwei Polen. Das geht los beim Verleugnen, das ist die denkbar schlechteste Variante. Nach dem Motto: Eigentlich habe ich gar nicht verloren, da waren zum Beispiel die WettkampfrichterInnen schuld. Und dann gibt es diejenigen, die dem Drachen ins Auge sehen, und sagen: Okay, an der entscheidenden Stelle war ich nicht gut. Das ist leider so, aber nicht mehr zu ändern. Das ist die Strategie der Akzeptanz. Dazwischen liegen unterschiedliche Abstufungen. BSO: Die Akzeptanz-Strategie hört sich nach einer gesunden Einstellung an… Graw: Das stimmt. Diese Strategie beginnt damit, dass man die Realität anerkennt: Ich habe verloren oder wir haben verloren. Das ist ein ganz normaler Bestandteil meiner sportlichen Aktivität. Damit ist zu rechnen. Leider ist es jetzt auch passiert. Damit sind natürlich auch Gefühle wie Enttäuschung verbunden, aber das bewegt sich alles in einem normalen Rahmen. BSO: Wie ist das bei der Verleugnung? Graw: Hier fehlt die Akzeptanz. Es wird auf gedanklicher Ebene versucht, die gesamte Situation umzudeuten. Mit dem Ziel, dass die Niederlage nicht stattgefunden hat. BSO: Wie arbeiten Sie mit den SportlerInnen? Graw: Der Ablauf ist trotz der unterschiedlichen Strategien relativ gleich. Die erste Frage ist immer: was bedeutet diese Niederlage für die/den SportlerIn und wie wirkt sie sich auf sie/ihn aus? BSO: Da sind wir wieder beim Individuum. Graw: Ja, und das ist auch entscheidend. Wir kommen nicht auf die Welt und sind geknickt, wenn wir ein Fußballspiel verlieren. Das ist nicht in unseren Genen angelegt, das ist erlernt. Und genau da setzt unsere Arbeit an. Man muss lernen, mit Misserfolgen umzugehen und Schutzmechanismen zu erarbeiten. BSO: Zum Beispiel? Graw: Eine Niederlage könnte zum Beispiel deshalb so schmerzhaft für jemanden sein, weil sein Selbstwertgefühl

vom sportlichen Erfolg abhängig ist. Dann ist der Schutzmechanismus des Verleugnens verständlich. Wir alle wollen schließlich unser Selbstwertgefühl auf einem hohen Level halten. Und das ist eine Strategie dazu. Problematisch ist allerdings, dass ich dabei nicht auf meine eigenen Fehler schaue und daraus nicht lerne. Also muss man dafür sorgen, dass das Selbstwertgefühl nicht allein von Sieg oder Niederlage im Sport abhängt. Wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ich unabhängig von dem, was im Sport passiert, eigentlich ein guter Typ bin, dann kann man auch daran gehen, die Niederlage aufzuarbeiten. BSO: Was ist mit der Schuldfrage? Welche Gründe finden SportlerInnen, warum sie verloren haben? Graw: Da gibt es auf der einen Seite die externalen Faktoren - irgendetwas, mit dem ich selbst nichts zu tun habe: die Zuschauer haben mich nicht richtig unterstützt, die/der SchiedsrichterIn hatte nicht seinen besten Tag etc. Und dann gibt es die internalen Gründe: Wieso habe ich versagt? Was kann ich besser machen? Es gibt Menschen, die bei sich die Schuld suchen und solche, die immer woanders die Gründe finden. Wichtig ist es, die Realität im Blick zu haben. BSO: Was ist für Verarbeitung von Niederlagen besser? Graw: Weder das eine, noch das andere. Niederlagen zu verarbeiten ist umso einfacher, je realistischer ich bin. Denn es kann ja auch unrealistisch sein, die Schuld allein bei mir zu suchen. Umgekehrt auch. Meistens ist es ein Zusammenspiel zwischen äußeren und inneren Faktoren, die zur Niederlage geführt haben. Es gibt sicher auch einmal krasse Fehlentscheidungen von SchiedsrichterInnen. Dann muss man das auch so sehen. Aber natürlich gibt es auch Niederlagen, die nichts mit den SchiedsrichterInnen oder irgendwelchen Platzverhältnissen zu tun haben, sondern nur damit, dass ich einfach gepennt habe. Fertig. BSO: Warum verlieren SportlerInnen überhaupt? Graw: Erst einmal weil sie Menschen und fehlbar sind. Aber man kann schon davon ausgehen, dass ängstliche Typen es schwerer haben, ihr Potenzial abzurufen. Während SportlerInnen, die einen Wettkampf eher als Herausforderung sehen, mehr Lust auf den Bewerb entwickeln und dann ihr Können leichter abrufen können. Ängstliche gehen vielleicht eher so vor: Hoffentlich geht heute alles gut, ich darf bloß nicht dieses oder jenes machen, dann geht es schief. Das ist eine Bürde. Das drückt und verkrampft. Und erhöht die Wahrscheinlichkeit, als Zweite/r vom Platz zu gehen. BSO: Gibt es Strategien, SportlerInnen auf Niederlagen vorzubereiten? Graw: Ja, man bettet das SportlerInnenleben zum Beispiel in einen größeren Kontext ein. Man muss sich klar machen: Alles, was ich in diesem Leben anpacke, kann auch schief gehen. Aus welchen Gründen auch immer. Die Konzentration darf nicht darauf liegen, bloß nicht hinzufallen, sondern darauf, wie ich am besten meine Ziele erreichen kann, egal wie oft ich falle. Österreich Sport 

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KOMMENTAR

Sport kritisch von Josef „Joe“ Metzger

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or einigen Jahrzehnten, als unsereins noch jung war in der Medienszene, galten PsychologInnen im Sport als unerwünschte Eindringlinge, die vor allem traditionsverbundenen TrainerInnen ein Dorn im Auge waren. Einige meinten gar, man würde damit die SportlerInnen zum Narren halten, wenn nicht machen. Ich hab‘ noch im Ohr, wie sich alteingesessene darüber mitunter lustig machten. „Habt´s alle an Vogel? Wozu braucht´s denn an Hirndoktor? Trainiert´s lieber ordentlich, lebt´s sportlich und macht´s, was man sagt. Dann ist der ganze Hokuspokus nicht notwendig!“ Irrtum, meine (alten) Damen und Herren, über die die Zeit hinweggegangen ist. Mit dem kommerziell diktierten auch olympischen Profisport, der immer größeren Dichte der Spitze und immer mehr Preisgeld, das auf dem Spiel (auch mit der Gefahr) steht, haben sich die Parameter total verschoben – egal in welchem Sport, egal ob Frau, ob Mann, ja sogar Jugend. Seit elektronisch in Hundertstel und Tausendstel, in Millimeter und Bruchteilen von Zentimetern gemessen und über Sieg oder Niederlage, Millionenpreis oder Kleingeld, Medaillen oder Brechtrommel entschieden wird, gehen im übertragenen Sinn die Uhren längst anders. Das Wechselspiel von Zuckerbrot und Peitsche, das einst als bestes aller Erfolgsrezepte galt, hat im heutigen Spitzensport sowohl seine Bedeutung als auch sein Recht schon lange verloren. Je enger es im Kampf um Siege zugeht, je größer dabei der Druck, der auf Top-AthletInnen lastet, je ausgeklügelter, intensiver und härter das mitunter schon brutale körperliche Training, desto wichtiger wird immer mehr auch die flankierende mentale Vorbereitung – nicht nur vor und für einen Wettkampf, sondern schon im Countdown, wenn es Tag für Tag gilt, sich selbst, den inneren Schweinehund und manchmal auch wachsenden Frust zu überwinden. Wer den mentalen Kraftakt und die innere Willensstärke nicht mit darauf spezialisierten SportpsychologInnen trainiert, der kann sie auch dann, wenn er/sie es braucht, nicht aus dem Hut zaubern. Schließlich ist´s immer noch der Geist, der willig sein muss, damit er den Willen aktiviert, der auf den richtigen Weg führt. Das ist mittlerweile ja grundsätzlich über jede Diskussion erhaben, streiten unter Anführungszeichen kann man höchstens über die Mittel und Methoden, die den einen taugen und die andere womöglich abschrecken. Ob bei Sommer-Olympia oder Winterspielen, ob Einzel- oder Mannschaftssport – die psychologische Betreuung ist nicht mehr wegzudenken, wenn nicht Goldes und Geldes wert. Oder um zu betonen, wie die Dinge im Laufe von einigen Jahrzehnten quasi auf den Kopf gestellt wurden, könnte man überspitzt formulieren: Heutzutage muss von gestern sein, wer im Spitzensport-Stress auf die mentale Seite und spezielle psychologische Vorbereitung im Kampf um Gold und Geld freiwillig verzichtet. Ausnahmen bestätigen nur die neue Regel, die im krassen Gegensatz zu Spott und Hohn von vorvorgestern steht.

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PERSÖNLICHKEITEN HAUTNAH

10 Fragen an Harald Ambros

Fotos: Privat (4)

1. Meine Stärken: Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein 2. Meine größte Schwäche: Ungeduld 3. Als Kind wollte ich immer: Erst Mechaniker, dann Tierarzt werden 4. Auf meinen Frühstückstisch kommt: Ei, Kaffee 5. Das aktuelle Buch auf meinem Nachttisch heißt: Biographie Wolfgang Ambros 6. Auf eine einsame Insel nehme ich folgende drei Dinge mit: Hubschrauber, Fernseher, Notstromaggregat 7. Mein Vorbild: Michael Schumacher 8. Sport bedeutet für mich: Selbstbestätigung 9. Mein schönstes Erlebnis: 1. Platz bei der EM der Jungen Reiter 10. Mein peinlichstes Erlebnis: Das verrate ich nicht

Bild oben links: Harald Ambros Bild oben rechts: Action im Gelände Bild links: Erfolgspferd Quick und Harald verstehen sich blind Bild unten links: Tägliche Arbeit: Stall ausmisten

Infobox Harald Ambros im Portrait • Spitzname: Hari • Geboren am: 19.3.1980 • Beruf: momentan Soldat • Familienstand: in einer Beziehung • Hobbys: Autos • Karrierebeginn: 1995 • Mein sportlich bedeutendster Erfolg: 1. Platz bei der EM der Jungen Reiter • Ziele nach der sportlichen Karriere: Zahnarzt

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fit fÜR ÖSteRReich

erfolgreiche impulstage: Bewegte ideen für sport mit Jung und Alt Die Vorarlberger und die steirischen „Fit für Österreich“-Koordinatorinnen von AsKÖ, AsVÖ und sportUNioN waren es, die in ihren Bundesländern für ihre Vereinsübungsleiterinnen „Fit für Österreich“-impulstage „vor der haustüre“ organisierten. in Vorarlberg fanden die impulstage am 14. und 15. April in rankweil statt. Das Motto: „usse us’m web, ine in d´turnschua“ – Bewegungsideen für Jugendliche. Die steirischen Koordinatorinnen stellten ihre impulstage, die vom 21. bis 22. April im BsFZ schielleiten abgehalten wurden, unter das Motto: „Jung und Alt in Bewegung“. Die Angebote, die nicht am Leistungsvergleich mit anderen orientiert waren, reichten von parkour & Freerunning über Ultimate Frisbeesport, slacklining bis zu slingtraining oder capoeira, die von top-referentinnen vorgetragen wur-

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den. Für die Zielgruppe der Älteren standen zusätzlich in der steiermark u. a. einfache Gemeinschaftstänze oder osteoporoseprävention („Bewegtes Altern“) auf dem programm. rollstuhlsport oder ein Arbeitskreis, der sich mit der integration Blinder sportlerinnen in Bewegungsangebote beschäftigte, rundeten das breite Angebot in schielleiten ab. Die impulstage sind neben dem „Fit für Österreich“-Kongress (siehe einschaltung unten) – ein wichtiger Baustein im Fortbildungsbereich der initiative „Fit für Österreich“. Denn es sind die Übungsleiterinnen und pädagoginnen, die in Kindergärten, schulen und sportvereinen die Menschen erreichen und mit ihrem persönlichen engagement das Gesicht der initiative nach draußen vertreten und die mit ihrem Feuer für „Gesunde Bewegung“ andere dafür begeistern können.


„Fit für Österreich“-Forum Ganz im Zeichen der Präsentation des Konsultationsentwurfes zum Nationalen Aktionsplan Bewegung (NAP.b) stand das „Fit für Österreich“-Forum am 11.6.2012 im Kursalon Wien. BM Mag. Norbert Darabos und BM Alois stöger, die initiatoren des NAp.b, ließen es sich nicht nehmen, die Veranstaltung selbst zu eröffnen, bei der die ergebnisse der expertengruppen präsentiert wurden. Basierend auf empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der eU wurden in den Bereichen sport, Gesundheit, Bildung, Verkehr/Umwelt/raumordnung/objektplanung, Arbeitsumfeld und Ältere Menschen insgesamt 25 Ziele ausgearbeitet und bei der Veranstaltung von den jeweiligen Arbeitsgruppenleiterinnen vorgestellt. Neben den Zielen, die speziell die einzelnen Bereiche betreffen, wurden zwei bereichsübergreifende Ziele hervorgehoben, die in allen Gruppen genannt wurden: information über Bewegung und den Zusammenhang mit Gesundheit sowie die erforderliche Vernetzung zwischen den relevanten partnern. Den Abschluss der Veranstaltung, die von Dr. peter resetarits moderiert wurde, gestaltete Mag. Barbara spindler, die Geschäftsführerin der Bso, die auf die Notwendigkeit entsprechender Monitoring-Maßnahmen zur Umsetzung des NAp.b hinwies. Die Vorstellung des expertinnenentwurfes wird nun begleitet von einem Konsultationsprozess (bis 15.8.2012, siehe nebenstehender Kasten) der darauf abzielt, alle einzubinden, die später zu der partnerschaftlichen entwicklung sinnvoller Bewegungsmaßnahmen beitragen können. Nur eine breite gesellschaftliche Allianz bringt, was im sinne der Gesundheitsförderung notwendig ist: Bewegungsfreundliche rahmenbedingungen zu schaffen, damit Bewegung und sport zur leichteren Wahl werden und mehr Menschen

Nutzen für ihre Gesundheit daraus ziehen können. Die Vorstellung im Kursalon Wien war begleitet von einem Bewegungstag, der von „Fit für Österreich“ gemeinsam mit den Wiener sport-Dachverbänden AsKÖ, AsVÖ und sportUNioN ab 13:00 Uhr im stadtpark durchgeführt wurde. Das Ziel: Direkte Umsetzung einer im NAp.b vorgeschlagenen Maßnahme, nämlich Leitveranstaltungen zu gestalten, die die Menschen niederschwellig mit Bewegung in Berührung bringen, Bewegungsmöglichkeiten aufzeigen und zu mehr Bewegung motivieren. Zahlreiche Kinder, aber auch erwachsene nutzten die Bewegungsstationen, beschäftigten sich mit dem thema „Wie viel bewege ich mich?“ und nahmen auch die informationsbroschüre des Fonds Gesundes Österreich „Bewegung: Bewusst lebt besser“ mit nach hause. Der vorliegende Konsultationsentwurf steht im Web auf www.napbewegung.at zum Download. Bis 15.8. können per e-Mail dazu stellungnahmen abgegeben werden: stellungnahme@napbewegung.at

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Was wurde aus … Was wurde aus …

Kate Allen Olympische Spiele 2004, Athen. Kate Allen trägt den olympischen Lorbeerkranz, holt Gold im Triathlon. 2009 beendet die in Australien geborene Österreicherin ihre außergewöhnliche Karriere. Heute lebt Allen mit ihrem Mann Marcel Diechtler, der sie als Trainer sportlich entdeckte, und ihrem Sohn Finley in Innsbruck. Ein Leben voller Abwechslung, neuen Herausforderungen und viel, viel Hingabe.

From Zero to Hero Im Sommer 1996 überredete Diechtler Allen zu ihrem ersten Triathlon in Kitzbichl. Kates Kommentar nach dem Rennen, das sie als Vierte beendete: „Nie wie- Gold bei den Olympischen Spielen in Athen der! Das ist völlig verrückt, die Schmerzen nach so einem Wettkampf waren unglaublich. Doch gegen die Überzeugungskraft von Marcel hatte ich keine Chance. Er glaubte an mein Talent.“ Kate nahm das Training noch in der gleichen Woche auf. Die Begeisterung für die drei Disziplinen siegte. Trainingscamps in Europa und während des Winters in Australien folgten. Allens Lebensmittelpunkt verlagerte sich langsam nach Österreich. Die außergewöhnliche Karriere startete als 26-jährige Hobbysportlerin und gipfelte mit dem Olympiasieg und der

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Foto: GEPA

Foto: Christian Forcher

Kate Allen ist eine Frau, die sich ständig neu erfindet. Und findet. Als Rucksacktouristin entdeckte die Australierin im Alter von 25 Jahren das lebenswerte Tirol Marcel, Finley, Kate für sich und beschloss deshalb damals einige Zeit inmitten der Kitzbüheler Alpen zu verbringen. „Es war so schön hier, die Leute waren freundlich, also blieb ich“, erzählt die heute 42-Jährige. In ihrer Heimat hatte sie Laufen damals leistungsmäßig betrieben und um hier in den Kitzbühler Alpen auch im Winter in „Shape“ zu bleiben zog es Allen ins Hallenbad. Also kam zum Laufen bald das leistungsmäßige Schwimmen. Denn Kate traf im Hallenbad den Triathleten Marcel Diechtler. Die beiden freundeten sich an, Marcel überzeugte Kate, dass auch Radfahren eine wunderschöne Disziplin ist und schon bald war das sportliche Ausdauertalent Part des Triathlon-Teams.

Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2004. Allens Erfolgs-Bilanz nach 13 Jahren Spitzensport: 10 TriathlonSiege allein im Jahr 2000, Platz 2 beim Ironman Austria mit der schnellsten je erreichten Ironman-Debützeit, 2004 VizeEuropameisterin in Valencia, 2004 Olympia-Gold, 2007 EMSilber im Einzel und mit dem Team in Kopenhagen, 2008 bei ihren zweiten Olympischen Spielen Platz 14 in Peking. 2009 beendete Allen ihre Erfolgskarriere als Triathletin. „Bleib‘ am Boden, sei realistisch mit dir selbst, ehrlich in der Einschätzung deiner eigenen Performance“, antwortet Kate Allen auf die Frage nach der Motivation sich täglichen Trainingsplänen zu unterwerfen. Und Erfolg? „Hat viel mit verlieren können zu tun. Und damit, nicht auf das Geschwätz anderer Leute zu hören. Der Fokus bleibt ganz klar auf den selbst gesteckten Zielen. Die langfristigen Ziele werden dann heruntergebrochen auf monatliche, wöchentliche, tägliche. Das wird dann mit einem genauen Trainingsplan abgestimmt.“ Und ohne Team, das einen stärkt und stützt ginge sowieso gar nichts. „Mir war immer wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Und das ich allen Teammitgliedern voll vertrauen kann. Marcel ist nicht nur ein großartiger Ehemann, er ist auch ein unglaublich guter Trainer und Organisator“, bedankt sich Kate bei ihrem Mann. Neue Aufgaben, neue Herausforderungen War es früher die Hingabe an ihren Sport – die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren, Laufen – ist es heute ihre Hingabe an die familiären Herausforderungen. „Der kleine Finley hält mich und Marcel ordentlich auf Trab. Seit einigen Wochen hat er das Laufen für sich entdeckt. Fin ist verdammt schnell“, lacht Kate Allen. Seit März 2011 dreht sich das Leben der Familie Allen-Diechtler um Sohn Finley. Für Kate ist es das größte Geschenk ihren Sohn jeden Tag bei sich zu haben, ihn aufwachsen zu sehen und den Fokus ganz auf die eigene Familie legen zu können. Für ihre private Zukunft sind die Ziele klar: „Früher drehte sich alles um mich und meine sportlichen Ziele. Jetzt ist Zeit für die Menschen um mich herum. Ich möchte eine großartige Mum für Fin sein und eine gute Frau für meinen Mann. Marcel hat für mich seine sportliche Karriere auf Eis gelegt, um mich mit ganzer Kraft zu unterstützen. Jetzt möchte ich ihm in all seinen Plänen helfen, er soll sich ganz auf mich verlassen können.“


BSo-PRÄSiDent

Meine Meinung sehr geehrte Damen und herren! Liebe Freundinnen und Freunde des sports!

N

ach dem so erfolgreichen Debüt der Bso beim europäischen Forum Alpbach letztes Jahr, wird der organisierte sport auch heuer wieder bei dieser hochkarätigen Veranstaltung von internationalem Format durch die Bso repräsentiert. Der Querschnittsmaterie sport wird auch dieses Jahr wieder ein Arbeitskreis gewidmet, und zwar dem thema „integration“. Der organisierte sport mit seinen Verbänden und Vereinen ist die mitgliederstärkste personenvereinigung Österreichs und somit ein wesentlicher integrationsmotor in unserem Land. Der sport bietet für neue Mitbürgerinnen und Mitbürger eine attraktive und vielfältige „einstiegshilfe“ in die österreichische Gesellschaft. Mir ist es dabei wichtig, diesem intensiv diskutierten themenfeld breiten raum zu geben, um gesellschaftspolitisch so wichtige relevante Bereiche anzusprechen und die wichtigen Funktionen des sports zu betonen. Daumen drücken heißt es im sommer für unsere zahlreichen Athletinnen und Athleten, die sich für die olympischen und Paralympischen Spiele 2012 in London qualifizieren konnten! Frei nach dem Motto „Dabeisein ist alles“ möchte ich bereits jetzt all jenen Menschen gratulieren, die an den erfolgen im Vorfeld, die eine teilnahme erst möglich gemacht haben, danken. Die vielen trainerinnen und trainer, Funktionärinnen und Funktionäre und auch das soziale Umfeld haben hervorragende Arbeit geleistet und steuern ihren Anteil dazu bei, dass der österreichische sport mit zahlreichen sportlerinnen und sportlern bei internationalen sportgroßveranstaltungen vertreten ist. ich möchte sie auch ganz herzlich wieder zum tag des sports 2012 am 22. september einladen. tauchen sie ein in die Vielfalt des sports und versuchen sie sich selbst bei der einen oder anderen sportlichen Aktivität. Mit Unterstützung von ihnen und ihren Verbänden, liebe Leserinnen und Leser, bin ich überzeugt, dass der tag des sports auch dieses Jahr wieder ein voller erfolg werden wird. Dieser tag ist eine wichtige Werbung für uns alle!

ich wünsche ihnen und ihren Familien einen erholsamen und vor allem in hinblick auf die olympischen und paralympischen spiele einen sportlich erfolgreichen und spannenden sommer! euer

peter Wittmann

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BSo-VeRSicheRUnGSSeRVice

15 Jahre Kollektiv-sportunfallversicherung 15 Jahre gibt es sie bereits, die Kollektiv-Sportunfallversicherung, die von der Österreichischen Bundes-Sportorganisation in Kooperation mit der Versicherungsberatung Held & Held angeboten wird.

Die Verbands-/Vereins-Haftpflichtversicherung und die seit 1.1.2012 in Kraft getretene Novelle zum neuen Vereinsgesetz Durch die mit 1.1.2012 in Kraft getretenen Novelle zum Vereinsgesetz wurde vielen Funktionärinnen Österreichischer sportverbände und Vereine wieder bewusst gemacht, dass man, auch wenn man ausschließlich ehrenamtlich tätig ist, gerade die Vermögensschäden betreffend, sehr wohl mit dem persönlichen Vermögen in die Pflicht genommen werden kann. Dasselbe gilt natürlich auch für die vielen rechnungsprüferinnen in den Verbänden und Vereinen. Die Bso hat sofort auf die Novelle zum neuen Vereinsgesetz reagiert und den Deckungsumfang mit einer Versicherungssumme von € 100.000,- für Vermögensschäden beim Versicherungspartner Uniqa erweitert. Dieser Deckungsschutz gilt ausschließlich für die Funktionärinnen und für die gewählten rechnungsprüferinnen der Verbände und Vereine. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Versicherungssumme für personen- und sachschäden auf € 2 Millionen angehoben und der Deckungsschutz auf weltweit infoBox information/Anmeldung: Versicherungsberatung held & held hauptstraße 25, 2353 Guntramsdorf Tel.: 02236/53086-0 • Fax: 02236/53086-4 E-Mail: office@diehelden.at www.diehelden.at

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(ausgenommen UsA, Kanada und Australien) ausgedehnt. Die Jahresprämie der Haftpflichtversicherung für Vereine beträgt trotz dieses erweiterten Versicherungsumfanges lediglich € 60,- bei bis zu 100 Mitgliedern (jedes weitere Mitglied € 0,60). prämienangebote für Österreichische sportverbände erfolgen auf Anfrage bzw. wurden in den letzten Wochen entsprechende Angebote verschickt. Die Reisekrankenversicherung Viele sportverbände und Vereine nützen die sommerzeit für eine Vorbereitung ihrer Kader im Ausland bzw. laden auch ausländische sportlerinnen nach Österreich ein. oft wird darauf vergessen, dass mit den meisten außereuropäischen Ländern kein Abkommen mit den heimischen sozialversicherungsträgern besteht. Das bedeutet, dass Kosten, die im Zusammenhang mit Krankheiten und Unfällen im Ausland entstehen, von den Leidtragenden selbst aufgebracht werden müssen, was zu erheblichen finanziellen Belastungen für den Verein bzw. auch für die/den einzelne/n sportlerin führen kann. Die reisekrankenversicherung bedeutet für unsere sportlerinnen eine ausgezeichnete Absicherung im Notfall. Was besonders wichtig ist: Auch Unfälle anlässlich einer aktiven teilnahme an sportveranstaltungen (wie auch am training für diese Veranstaltungen) haben durch die reisekrankenversicherung aufrechten Versicherungsschutz. Bitte beachten: Bei den in Österreich angebotenen reisekrankenversicherungen ist ein Versicherungsschutz anlässlich einer teilnahme an sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen! Reisekrankenversicherung: Leistungen, Prämie Bei akut aufgetretener erkrankung oder bei Unfall erstattet die Generali Gruppe: • Kosten bis € 36.336,42 für einen medizinisch begründeten Nottransport in die heimat • Kosten eines Rücktransportes im Todesfall bis € 7.267,28 • Kosten der Heilbehandlung bis € 21.801,85 Die prämie beträgt € 3,63 pro person und pro tag. Diese prämie gilt für personen bis zum 65. Lebensjahr. personen über 65 Jahre können nur mit besonderer Vereinbarung versichert werden – eine allfällige irrtümliche Anmeldung ist ungültig – die dafür einbezahlte prämie wird rückerstattet.

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An die 100 Österreichischen Dach-, Fach- und Landesverbände sowie weit über 1.000 sportvereine haben sich dieser Unfallversicherung wie auch den anderen Verbands-/ Vereinsversicherungen wie Haftpflicht und Rechtsschutz angeschlossen und es gibt keine sportart, die in Österreich ausgeübt wird, die nicht vertreten ist. einen ganz besonderen Vorteil sehen die bisher mit ihren Kadern versicherten Verbände bzw. Vereine darin, dass bei einer Anmeldung zur Unfallversicherung keine Namensnennung der sportlerinnen erforderlich ist. Dies ist natürlich ganz besonderes wichtig für die ständig in den diversen Kadern wechselnden sportlerinnen.


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kooPeRationen

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5. World sports Festival in Wien/Niederösterreich Zwischen 5. und 8. Juli verwandeln sich die Pyramide Vösendorf und das BSFZ Südstadt zu einer großen Bühne des internationalen Jugendsports! 2.500 Athletinnen und Athleten zwischen 11 und 21 Jahren feiern im Süden Wiens ein Fest des Sports und der Kulturen! Als „olympia für den Breitensport“ bezeichnet robin Deisenhammer, oK-chef des events, die viertägige Veranstaltung. egal, ob die Profimannschaft der Fußballer von Bristol Fc aus england, das Bowlingteam eines maltesischen colleges oder der tennisnachwuchs des Klagenfurter turnvereins – beim „WsF“ bietet sich die einzigartige Möglichkeit, ein internationales turnier mit Gegnern aller Leistungsklassen zu erleben. sport steht natürlich im Mittelpunkt! in 13 verschiedenen sportarten wird um Medaillen gekämpft: American Football, Badminton, Baseball, Bowling, Fußball, racketlon, ringen, schwimmen, squash, tennis, tischtennis und Volleyball. Der Mix aus einzel- und Mannschaftssportarten sorgt für Abwechslung und bietet den Jugendlichen abseits ihrer eigenen Wettkämpfe interessante einblicke in andere Bereiche der sportwelt. Nicht nur der Sieg zählt Neben dem streben nach punkten, toren und Bestzeiten ist das World sports Festival ort der Völkerverbindung und

interkulturalität. Gemeinsam mit den partnern UNiceF und UNesco werden den jugendlichen teilnehmerinnen aus 30 Nationen wichtige Werte wie toleranz, Menschenrechte und liberales Denken vermittelt. Zahlreiche rahmenveranstaltungen auf dem eventgelände der pyramide Vösendorf und die große eröffnungsfeier mit dem einmarsch der Nationen dienen als plattform für freundschaftlichen Austausch weit über die Grenzen von sportart und Nationalität hinaus. Stars von heute für die Zukunft von morgen Zahlreiche sportgrößen sind beim World sports Festival mit dabei. Fußball-ikone toni polster, rennrollstuhl-olympiasieger thomas Geierspichler, Beachvolleyball-pionier oliver stamm, rad-Weltmeister Franz stocher, schwimmstar Maxim podoprigora und viele mehr unterstützen die idee des WsF und stehen den Zukunftshoffnungen als Vorbilder zur seite. Organisierter Sport unterstützt Jugendsport Auch für die Österreichische Bundes-sportorganisation als Dach des sports ist die Förderung des Jugendsports von enormer Wichtigkeit. Die Kinder, Jugendlichen und jungen erwachsenen sind die zukünftigen säulen im Breiten- und spitzensport und diese zu fördern ist daher nicht nur gesundheitspolitisch von enormer Bedeutung für den österreichischen sport. Das World sports Festival bringt nicht nur Jugendliche zum sport und zur Bewegung, sondern fördert auch teamgeist und bietet durch die internationale Besetzung die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten aus aller Welt zusammenzutreffen. Mit dieser Aktion wird ein wichtiges Zeichen gegen rassismus und Ausgrenzung im sport gesetzt.

Foto: pDM sports

Sei dabei! Auch wenn es für eine teilnahme 2012 schon zu spät ist – alle interessierten trainerinnen, Vereinsfunktionärinnen und natürlich auch Kinder sind herzlich zur eröffnungsfeier im stadion von trenkwalder Admira am 6. Juli 2012 um 20:00 Uhr eingeladen! Weitere informationen auf www.wsf.eu

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„sportlich zur Nachhaltigkeit“– Wettbewerb geht in 2. runde 2011 hatten sportveranstalterinnen erstmals die Möglichkeit, ihre Maßnahmen für nachhaltige und umweltbewusste events im rahmen des Wettbewerbs einzureichen, die effektivsten und innovativsten Ansätze wurden mittels Jurybewertung nominiert und prämiert. Nach dem großen erfolg der initiative im Vorjahr, der sich durch die hohe Anzahl an eingereichten Konzepten und ideen widerspiegelt, findet „Sportlich zur Nachhaltigkeit“ heuer zum zweiten Mal statt. Die Bso gehört zu den Kooperationspartnern der ersten stunde und unterstützt den Wettbewerb natürlich auch heuer gerne wieder. Damit sich dieses Mal auch Veranstalterinnen von Wintersport-events beteiligen können, wurde die einreichfrist bewusst großzügiger definiert, sodass Maßnahmen nun bis 31. März 2013 dokumentiert werden können. Ausschlaggebend für die Bewertung sind auch heuer wieder 5 ver-

schiedene Kriterien in puncto Nachhaltigkeit, nämlich die Vermeidung und Trennung von Abfall, die Verpflegung mit regionalen, saisonalen, biologischen oder fair gehandelten Lebensmittel, An- und Abreise mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln, der Umgang mit energie und Wasser sowie Aspekte der sozialen Verantwortung. insgesamt stehen 7.000 Euro als Belohnung für umweltbewusste Sportveranstaltungen zur Verfügung. träger des Wettbewerbs „sportlich zur Nachhaltigkeit“ ist das Netzwerk „Green events Austria“, das vom Lebensministerium, den Bundesländern sowie den Umwelt- und Abfallverbänden der Gemeinden getragen wird. Die organisation und Abwicklung des Wettbewerbs erfolgt über das Österreichische Ökologie-institut. Nähere informationen zu Anmeldung, Ablauf, Bewertung etc. auf http://wettbewerb.greeneventsaustria.at

integrationspreis sport 2012 heuer feiert der preis bereits sein 5. Jubiläum, zum zweiten Mal steht er unter der schirmherrschaft von integrationsstaatssekretär sebastian Kurz. Ziel des integrationspreises sport ist es, nachhaltige und innovative projekte im Bereich sport, welche die integration von Migrantinnen in die österreichische Gesellschaft fördern, auszuzeichnen und zu prämieren. Neben Gemeinden und schulen können auch Vereine ihre Projekte einsenden. Einreichfrist ist der 27. September 2012. eine expertinnen-Jury wählt die besten projekte aus,

welche mit preisgeldern in der höhe von insgesamt 15.000 euro für ihr engagement belohnt werden. Die Bso als Kooperationspartner unterstützt selbstverständlich auch heuer wieder den integrationspreis sport.

informationen auf www.integrationsfonds.at/sport Österreich sport

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MiA Award 2013: Jetzt bewerben! sport und sonderpreis:Journalismus würdige preisträgerinnen gewählt. es werden Frauen mit außerösterreichischen Wurzeln vor den Vorhang gebeten, die dazu beigetragen haben, Österreich zu einem besseren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder sozialen standort zu machen. Die MiA wird im rahmen einer Abendgala im studio 44 der Österreichischen Lotterien am 8. März 2013 (Weltfrauentag) vergeben. Nähere informationen sowie das teilnahmeformular zur MiA finden Sie auf www.mia-award.at.

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Auch dieses Jahr ist die Bso wieder pate für die Kategorie sport und freut sich über zahlreiche einreichungen aus dem organisierten sport. Der MiA Award ist eine Auszeichnungen für besondere Leistungen an in Österreich lebende Frauen mit Migrationshintergrund. Jährlich werden dabei in den Kategorien Wissenschaft & Forschung, Wirtschaft, humanitäres & Gesellschaftliches engagement, Kunst & Kultur,

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Neuer partner für den sport Fast jede/r zweite Österreicherin ist übergewichtig, ein Viertel aller österreichischen Kinder ist zu dick und weit mehr als die hälfte aller Östereicherinnen ist inaktiv, das heißt sie bewegen sich maximal zwei Mal pro Monat bewusst. Diese Fakten sind vielleicht traurig, teuer sind sie ganz sicher. Alle Östereichinnen müssen dafür bezahlen, denn mangelnde Bewegung ist Ursache vieler erkrankungen. Dabei lassen sich die risiken für herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes typ ii, Darmkrebs, erhöhten Blutdruck, rückenbeschwerden, Depressionen und vieles mehr durch eine Maßnahme senken: Bewegung! Deshalb starten Weight Watchers Österreich und „Fit für Österreich“ eine Kooperation mit dem Ziel, gemeinsam Österreich zu bewegen. Weight Watchers Österreich steht für einen gesunden Lebensstil und Bewegung ist Bestandteil der WW philosophie. „Fit für Österreich“ kann dabei mit dem Know-how und dem flächendeckenden Netz an gesundheitsorientierten Bewegungsangeboten punkten. Besonders durch das „Fit für Österreich“ Qualitätssiegel kann ein qualitativer Nutzen gewährleistet werden. Die Vereine der drei sport-Dachverbände AsKÖ, AsVÖ und sportUNioN bieten Bewegungsprogramme

mit Qualitätssiegel flächendeckend in ganz Österreich an. Neben ausdauerförderndem training für das herz-Kreislaufsystem werden auch kräftigende, koordinative und entspannende Bewegungsprogramme angeboten. Mag. Angelika rutard, GF Weight Watchers Österreich: „Wir sind sehr stolz mit „Fit für Österreich“ einen seriösen und professionellen partner in sachen Bewegung gefunden zu haben, der sein Angebot genauso flächendeckend und kostengünstig zur Verfügung stellt wie Weight Watchers Österreich. Wir haben das klare, gemeinsame Ziel die Freude an gesunder ernährung und Bewegung zu wecken und einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsförderung zu leisten.“ Mag. Barbara spindler, GF Bso: „Diese Kooperation ist eine weitere chance, den organisierten sport Österreichs der Bevölkerung näher zu bringen und dem Ziel, möglichst viele Menschen zur Bewegung zu motivieren, näherzukommen. Weight Watchers Österreich ist der geeignete partner, um die umfangreiche infrastruktur von „Fit für Österreich“ und den Dachverbänden jenen Menschen zugänglich zu machen, die sich zu bewusster Bewegung und gesundem Lebensstil entscheiden.“

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MYKi Kinderschutzpreis 2012 Kinder sind unser höchstes Gut. Alle sollten sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der unsere Kleinsten ein recht auf Gesundheit, sicherheit und schutz haben, ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden und gewaltfrei aufwachsen. Leider erleben viele Kinder Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch. Kinder brauchen mehr Aufmerksamkeit und breite Unterstützung! Deshalb gibt es den Österreichischen Kinderschutzpreis MYKi – ins Leben gerufen von „die möwe“-präsidentin Martina Fasslabend. Und deshalb werden auch heuer wieder Vorzeigeprojekte zum schutz von Kindern bzw. zu ihrer Förderung prämiert! Bis einschließlich 1. oktober 2012 können sich privatpersonen, Unternehmen, Kinderschutzeinrichtungen und private und öffentliche institutionen (wie schulen, Gemeinden, sportver-

bände, sportvereine) die sich um den Kinderschutz und die Förderung von Kindern in Österreich in einer der fünf Kategorien (siehe Ausschreibung) verdient gemacht haben, einreichen. Das einreichformular sowie weitere informationen zum Österreichischen Kinderschutzpreis finden Sie im Web auf www.kinderschutz-preis.at

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Veranstaltungen Sport & Gemeinde im Dialog 2012

Wirtschaftsmacht Sport Sport & Gemeinde im Dialog 2012 – unter diesem Motto veranstalteten die Österreichische BundesSportorganisation (BSO) und das Österreichische Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) auch 2012 einen Kongress mit Fokus auf Sport- und Gemeinde-relevanten Themen. Nach dem erfolgreichen Auftakt dieser Veranstaltungsreihe im Jahr 2011 fand die Veranstaltung im Jahr 2012 unter dem Thema Wirtschaft ihre Fortsetzung, und zwar am 18. und 19. April auf Schloss Weikersdorf in Baden.

Im Rahmen des zweitägigen Kongresses in Baden bei Wien unter dem Motto „Sport und Gemeinde im Dialog – Wirtschaft“ konnte der Sport als Wirt- BSO-GF Spindler empfing mit NÖ Landesschaftsmotor und rätin Dr. Bohuslav und dem Badener Stadtdas Land Öster- rat Gehrer die TeilnehmerInnen (v.l.n.r.) reich als Sportstandort positioniert werden. Rund 100 TeilnehmerInnen verfolgten gespannt das abwechslungsreiche Programm und zahlreiche Vorträge, die eine umfassende und differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik Sport und Wirtschaft ermöglichten. Nationale und internationale ExpertInnen überzeugten mit hervorragenden Präsentationen und Good-Practice Beispielen aus der Praxis und sorgten für angeregte Diskussionen. Schwerpunkte der diesjährigen Veranstaltung bildeten die Themen Sportstätten, Sportevents und Sponsormöglichkeiten. BSO-Geschäftsführerin Spindler kann positiv Bilanz ziehen: „Der Kongress war ein voller Erfolg, sicherlich auch aufgrund der Thematik. Die Rolle von Sport als wesentlicher Wirtschaftsmotor wird in Österreich leider nach wie vor stark unterschätzt.“

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„Mit rund 2,6% der gesamten Bruttowertschöpfung unseres Landes trägt der Sport einen bedeutenden Teil zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei Moderatorin Stampfl-Slupetzky im Geund beschäftigt spräch mit Gemeindebund Vizepräsident zusätzlich mehr Riedl, ÖISS-Direktorin Schwarz-Viechtbauals 333.000 Men- er und BSO-GF Spindler (v.l.n.r.) schen“, ergänzt SportsEconAustria-Leiter Helmenstein. „Der BSO ist es daher ein Anliegen diese wichtige Funktion von Sport sichtbar und damit bewusst zu machen“, resümiert Spindler. „Mit unserem Kongress haben wir einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Wir wollen beim ehrgeizigen Ziel, Österreich als Sportstandort zu positionieren, mitwirken.“ Für NÖ Landesrätin für Sport, Wirtschaft und Tourismus Petra Bohuslav hat der Sport eine enorme Wirtschaftskraft und ist wichtiger Partner für die Gemeinden: „Vor allem das neue Stadion in St. Pölten gilt als Vorzeigeprojekt – architektonisch wie auch sportlich – damit gelingt es uns, das Image von Niederösterreich als Sportland weiter auszubauen.“


Veranstaltungen

Die Unterstützung der Sportvereine und die Qualität der Sportanlagen vor Ort sind eine wichtige Voraussetzung für eine vielfältige und aktive Sportlandschaft. Speziell in wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht es darum, den Sport und dessen Anlagen nachhaltig für die Zukunft zu rüsten. Dafür bietet die Partnerschaft von Sport, Gemeinde und Wirtschaft für alle Beteiligten erfolgversprechende Aussichten. Schwerpunkte der zweitägigen Veranstaltung Sport & Gemeinde im Dialog 2012 bildeten die Themen Sportstätten, Sportevents und Sponsormöglichkeiten: Sportstätten, die erfolgreiche Kooperationen mit der Wirtschaft eingehen wollen, erfordern beispielhafte Konzepte. Multifunktionalität, Ganzjahresnutzung und Alleinstehungsmerkmale sorgen für die entsprechende Nachfrage und gewährleisten eine effiziente Auslastung. Wirtschaftlich erfolgreiche Sportveranstaltungen zeichnen sich nicht nur durch Kosteneffizienz aus, auf Grund ihres besonderen und nachhaltigen Konzepts stellen sie auch einen Wirtschaftsfaktor für die Region dar. Viele Unternehmen haben erkannt, dass Sport als einwandfreie Werbeplattform dient. Heutzutage erscheint es selbstverständlich, dass Sportveranstaltungen und Produktionen die mit einer solchen in Zusammenhang stehen, meist durch mehrere Sponsoren finanziell unterstüzt werden. Sportsponsoring wird als win-win-Situation gesehen, von der alle Beteiligten profitieren. Keynotespeaker Christian Helmenstein eröffnete den fachlichen Teil des Kongresses mit einem beeindruckenden Vortrag, in dem er die wirtschaftliche Bedeutung von Sport in Österreich und in der EU darstellte. So beträgt beispielsweise die Bruttowertschöpfung des österreichischen Sports im engeren Sinn € 5,6 Mrd. Helmenstein betonte abschließend die Relevanz von validem Datenmaterial als Argumentationsgrundlage. Heinz Rütter, Schweizer Sozioökonom, lieferte im zweiten Referat entsprechende Fakten für unser Nachbarland. Zu den Theorievorträgen gehörten außerdem die Präsentation des Sportartikelhandels als integraler Bestandteil der Sportwirtschaft von Ernst Aichinger sowie das Referat zum Thema Sportsponsoring und Medien von Bernhard Friedrich. Dieser gab in seinen Ausführungen einen Überblick über Kooperationsmöglichkeiten und ging auf die Entwicklung von Medienkonsumation ein. Mit Hans-Willy Brockes, Geschäftsführer der Europäischen Sponsoring Börse, konnte die BSO einen besonders populären Experten als Referent gewinnen. Er präsentierte auf sehr anschauliche und einfache Weise grundlegen-

de Maßnahmen im Bereich des Sponsorings und wichtige Schritte der Sponsorenakquise. Der Kongress wurde mit der Präsentation von Sportwelt NÖ Projektleiter Stadionbau und Projekten aus der Ex-Rapidler Michael Hatz mit der neuen NV Praxis abgerundet. Arena am Ball der Zeit Im Vorfeld wurde bei der Programmauswahl darauf geachtet, möglichst unterschiedliche Beispiele zu wählen. Neben dem Stadion St. Pölten, DEM neuen Aushängeschild des Sportlandes Niederösterreich, wurden auch Kletter- und Abenteuerparks vorgestellt. Am Beispiel der Region Semmering wurde eindrucksvoll bewiesen, wie man ein traditionelles Wintersportgebiet auch während der anderen Jahreszeiten wirtschaftlich effizient nützen kann: Durch Schaffung von Mountainbike-Strecken (Bikepark) konnte die Attraktivität der Region gesteigert werden und bietet nun eine Alternative zum Wandern. Außerdem konnte man mit dem Bikepark als geeigneter Austragungsort für Downhill Rennen überzeugen. Somit wird die Sportstätte durch Sportevents öffentlich präsent. Neben dieser breiten Palette an Projekten wurden außerdem der WACHAUmarathon, der Snowboardweltcup am Jauerling, das Multiversum Schwechat sowie die Allianz Traunsee Woche / der RC44 Austria Cup präsentiert. Außerdem wurde eine Studie zum Thema Tourismus- und Freizeitfaktor Pferd vorgestellt. Neben dem inhaltlichen wurde den TeilnehmerInnen auch ein Rahmenprogramm geboten, um informelles Netzwerken zu ermöglichen. Ein gemeinsamer Casinobesuch in Baden lieferte dafür ein stimmiges Ambiente. Weitere Informationen und die Vorträge finden Sie auf unserer Website: www.bso.or.at/sportundgemeinde

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Sporthilfe

daille zu erfüllen. Vor vier Jahren in Peking wurde der Niederösterreicher Sechster, doch seither regnet es bei Großereignissen Podestplätze. Die Hoffnungen, aus London mit Edelmetall heimzukehren, sind also durchaus berechtigt. Die 33 von der Sporthilfe unterstützten und bislang nominierten Athleten: Yvonne Schuring/Vik- A. Onea – bereit für London toria Schwarz (Kanu), Gerhard Mayer (Diskus), Andrea Mayr (Marathon), Beate Schrott (100 m Hürden), Günther Weidlinger (Marathon), Thomas Farnik, Stephanie Obermoser, Christian Planer, Andreas Scherhaufer (alle Schießen), Dinko Jukic , Markus Rogan, Jördis Steinegger (alle Schwimmen), Nadine Brandl/Livia Lang (Synchronschwimmen), Florian Reichstädter/Matthias Schmid, Nico Delle Karth/Nikolaus Resch, Andreas Geritzer (alle Segeln), Weixing Chen, Jia Liu, Quiangbing Li, Robert Gardos (alle Tischtennis), Barbara Gasser und Fabian Leimlehner (beide Turnen), Caroline Weber (Rhythmische Gymnastik), Hilde Drexler, Sabrina Filzmoser, Ludwig Paischer (alle Judo), Amer Hrustanovic (Ringen), Michael Lahnsteiner (Badminton), Roland Schlosser (Fechten)

Foto: GEPA

33 von der Sporthilfe unterstütze Athleten haben ihr Ticket für die Olympischen Spiele in London bereits in der Tasche und wurden vom ÖOC für die Sommerspiele nominiert. Dabei können die Athleten auf die Go for Gold-Förderung der Sporthilfe bauen. Ob Olympia-Veteran Markus Rogan – er ist zum vierten Mal bei Olympischen Spielen dabei – oder Debütantin Livia Lang. Der Schwimmer, die Synchronschwimmerin und 31 weitere Athleten fiebern den Olympischen Spielen in London bereits entgegen. „Es war immer schon ein großer Traum, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein“, so Lang, die gemeinsam mit Partnerin Nadine Brandl beim Synchronschwimmen im Duett an den Start gehen wird. Bei den Vorbereitungen können alle qualifizierten Athleten auf die vollste Unterstützung seitens der Österreichischen Sporthilfe setzen. „Wir unterstützen mit der Go for GoldSonderförderung die Vorbereitungen der Athleten. Sie bekommen die höchstmögliche Förderung“, informiert Anton Schutti, Geschäftsführer der Sporthilfe. Auch für die Paralympic-Athleten rückt London immer näher. Von 29. August bis 9. September messen sich rund 4.200 Sportler aus 165 Nationen – Rekord. Einer der Athleten ist Schwimmer Andreas Onea. 18 Mal pro Woche trainiert der armamputierte 19-Jährige in und außerhalb des Beckens, um sich seinen Traum einer Paralympischen Me-

Foto: GEPA

On the road to London

Freuen sich auf Olympia: Nadine Brandl und Livia Lang

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Fortbildung

BSO-Medienworkshop Pressearbeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil in der Kommunikationspolitik jeder Institution / jedes Unternehmens und dazu ein wesentlicher Erfolgsfaktor. In unserer schnelllebigen Zeit gilt es, eigene Informationen so zu formulieren, dass diese aus der Masse an Eindrücken herausstechen. Der Informationsüberfluss, mit dem auch JournalistInnen täglich konfrontiert werden, führt zu einer selektiven Wahrnehmung. Mit entsprechend aufbereiteten Unterlagen steigert man die Wahrscheinlichkeit auf (mediale) Aufmerksamkeit. Die BSO möchte ihre Mitglieder bei dieser Aufgabe unterstützen und lädt daher auch im Jahr 2012 zum Medienworkshop ein, welcher bereits 2011 ein großer Erfolg war. Dabei geben die ReferentInnen, allesamt Fachleute mit jahrelanger Erfahrung und großem Know-How, zunächst einen kurzen Überblick über ihre Fachgebiete. Danach werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, bei denen je ein/e Referent/in eine Gruppe betreute und seinen/ihren jeweiligen, inhaltlichen Schwerpunkt einbrachte. Wichtig dabei ist: Es geht in erster Linie um die Auseinandersetzung mit einschlägigen Themen anhand von Beispielen aus der Praxis. Es werden u. a. Antworten auf folgende Fragen gegeben: Bei welchen Informationen ist es überhaupt sinnvoll, diese auch an JournalistInnen zu kommunizieren? Wodurch / womit kann man JournalistInnen in der Praxis verärgern? Was

sind klassische No-Go‘s bzw. Faux-pas, was sollte wiederum unbedingt beachtet werden? Welchen formalen Kriterien sollte die Pressearbeit entsprechen? Wie erstellt man einen zeitgemäßen, zweckmäßigen JournalistInnenverteiler? u.v.m. Als Vortragende konnte ein hochkarätiges ReferentInnenTeam gewonnen werden: • Ing. Mag. Katrin Zita: Geschäftsführerin von ZITA, selbstständige Journalistin, Medienberatung, Pressecoaching. • Mario Lug: Geschäftsführer von mariolugmedia – personal media coaching; selbstständiger Journalist, Mediencoach, Interviewtraining, Moderation. • Dr. Christian Huber: Geschäftsführer von uphill sports; Sport-Erfahrung in PR, Marketing und Journalismus. Infobox BSO-Medienworkshop Termin: 31. August 2012, 13-17 Uhr Veranstaltungsort: Konferenzraum 4, Flughafen Graz Betriebs GmbH, 8073 Feldkirchen/Graz Anmeldungen bitte bis 24. August unter veranstaltung@bso.or.at mit dem Betreff „Medienworkshop Graz“. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Plätze jedoch beschränkt.

BSO-Rechtsworkshop Es ist nicht immer leicht, im „Rechtsdschungel“ den Durchblick zu behalten. Besonders von den vielen freiwillig Engagierten in den Vereinen und Verbänden kann nicht vorausgesetzt werden, dass immer profunde Rechtskenntnisse mitgebracht werden. Um die professionelle Vereinsarbeit zu unterstützen, bietet die BSO als Service den BSO-Rechtsworkshop an. Diese Veranstaltung sollte Licht in die komplexe Materie bringen und Ihnen die Möglichkeit zur persönlichen Weiterbildung geben. Dabei werden den TeilnehmerInnen von Stefan Herker und Mag. Ulrich Zafoschnig folgende inhaltliche Schwerpunkte präsentiert: • Vereinsrecht • Statuten • Werk-/Dienstvertrag • Steuerrecht für Vereine

Infobox BSO-Rechtsworkshop Termin: 14. September 2012, 13-17 Uhr Veranstaltungsort: Konferenzraum 4, Flughafen Graz Betriebs GmbH, 8073 Feldkirchen/Graz Anmeldungen bitte bis 7. September unter veranstaltung@bso.or.at mit dem Betreff „Rechtsworkshop Graz“. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Plätze jedoch beschränkt.

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Aktuelles

Die LandessportreferentInnenkonferenz Neben der Landeshauptleutekonferenz besteht eine Reihe von weiteren Konferenzen von Mitgliedern der Landesregierungen (ReferentInnenkonferenzen). Diese Konferenzen sind durch die sachlichen Zuständigkeiten der Landesregierungsmitglieder unterschieden und nach jenen benannt. Die sachlichen Zuständigkeiten sind in den Geschäftsordnungen bzw Geschäfts- oder Referatverteilungen der Landesregierungen festgelegt. Allgemein sind diese „Länderkonferenzen“ (die es abgesehen von der „politischen“ Ebene vor allem auf Beamtenebene gibt) – in der Bundesverfassung nicht vorgesehene, das heißt informelle und freiwillige – Koordinationsinstrumente der österreichischen Bundesländer, um Informationen auszutauschen, gemeinsame Interessen abzustimmen, gemeinsame Länderpositionen vorzubereiten sowie zu beschließen und sonstige Maßnahmen der Länder zu koordinieren. Eine dieser regelmäßig tagenden ReferentInnenkonferenzen ist die LandessportreferentInnenkonferenz. Sie setzt sich zusammen aus jenen Mitgliedern der Landesregierungen, in deren sachliche Zuständigkeit die Materie „Sport“ fällt („politische/r LandessportreferentIn“). Die LandessportreferentInnenkonferenz tritt in der Regel einmal jährlich zu ordentlichen Tagungen zusammen. Die Vorsitzführung wechselt jährlich nach Vereinbarung der Konferenzmitglieder (Rotationsprinzip). Der jeweilige Vorsitz hat für eine „geschäftsordnungsmäßige“ Behandlung der verschiedenen Dossiers zu sorgen und richtet während der Vorsitzperiode die jeweilige Tagung aus, ist aber damit den anderen Ländern (bzw. deren VertreterInnen) nicht übergeordnet.

Infobox LandessportreferentInnen (Stand: Mai 2012) Burgenland: Landeshauptmann Hans Niessl Kärnten: Landeshauptmann Gerhard Dörfler Niederösterreich: Landesrätin Dr. Petra Bohuslav Oberösterreich: Landesrat Viktor Sigl Salzburg: Landeshauptmann-Stv. Mag. David Bernner Steiermark: Landeshauptmann Mag. Franz Voves Tirol: Landeshauptmann-Stv. Hannes Gschwentner Vorarlberg: Landesrat Mag. Siegmund Stemer Wien: Landesrat Christian Oxonitsch

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Die Themen der LandesportreferentInnenkonferenz sind aktuellen Anlässen angepasst, es lassen sich jedoch auch regelmäßig bzw. häufig wiederkehrende Themenstellungen erkennen, wie beispielsweise • die Reform des Bundes-Sportförderungsgesetzes im Hinblick auf eine Abstimmung der Förderschwerpunkte mit den Ländern, • der Österreichische Sportstättenbauplan bzw. der Spitzensportstättenplan 2020, • eine Evaluierung der Schulleistungssportmodelle Österreichs, • die Struktur der Nachwuchs-Leistungszentren im österreichischen Sport, • die Förderung (Harmonisierung der Antragsstellung) für Großsportveranstaltungen bzw. die Organisation und Durchführung von internationalen Veranstaltungen, • die Problematik der künftigen Bedeutungserhaltung von Wintersportwochen oder die • Nationale Anti-Doping Agentur (NADA). Gleichzeitig bietet die LandessportreferentInnenkonferenz die Möglichkeit für einzelne Länder, Großsportveranstaltungen, insbesondere im Jugendbereich, vorzustellen, wie

Infobox Vorsitzabfolge in der LandessportreferentInnenkonferenz 2005: Oberösterreich 2006: Salzburg 2007: Kärnten 2008: Wien 2009: Tirol 2010: Niederösterreich 2011: Vorarlberg (bislang letzte Tagung am 16./17. Juni 2011 in Dornbirn) 2012: Burgenland 2013: Steiermark


Aktuelles

zuletzt 2010 die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele (in Innsbruck/Seefeld im Jahr 2012) und bei der Tagung 2011 das Europäische Olympische Winter-Jugendfestival 2015 (in Vorarlberg/Liechtenstein). Der LandessportreferentInnenkonferenz kommt damit insgesamt eine hohe Bedeutung im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung des österreichischen Sports zu. Der Grundsatz, dass an Länderkonferenzen, insbesondere den ReferentInnenkonferenzen, nur VertreterInnen der Länder teilnehmen, ist gerade bei der LandessportreferentInnenkonferenz mehrfach durchbrochen: neben dem zuständigen Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) – eingeladen ist immer auch der zuständige Bundesminister – sind regelmäßig auch die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO), gelegentlich auch das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) und die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) in den Sitzungen vertreten. Länderkonferenzen sind somit Ausdruck des sogenannten „kooperativen Bundesstaats“. Zudem sind bei den Tagungen der LandessportreferentInnenkonferenz – wie bei anderen ReferentInnenkonferenzen – regelmäßig „SpitzenbeamtInnen“ der neun Länder aus dem Bereich „Sport“ des jeweiligen Amtes der Landesregierung anwesend („beamtete LandessportreferentInnen“). Diese „SpitzenbeamtInnen“ bereiten auch als Vorkonferenz der beamteten SportreferentInnen die „politische“ Konferenz (im Zusammenwirken mit VertreterInnen der Verbindungsstelle der Bundesländer) vor: Jedes Land kann Themen vorschlagen, die Verbindungsstelle legt diese gesammelt in einer Beratungsunterlage vor. Diese Vorkonferenz sondiert die Haltung der Länder zu den einzelnen Tagungsordnungspunkten und erarbeitet nach Möglichkeit Beschlussempfehlungen für die (zumeist am nächsten Tag stattfindende) LandessportreferentInnenkonferenz. Im Ergebnis werden diese Beschlüsse von der Verbindungsstelle der Bundesländer den zuständigen Bundesministerien oder sonstigen Institutionen zur Kenntnis gebracht. Bei der letzten Tagung 2011 wurden derartige Beschlüsse zu dreizehn von insgesamt achtzehn Tagesordnungspunkten gefasst. Wichtig ist, dass diese Beschlüsse immer nur einhellig zustande kommen. Es finden daher keine formellen Abstimmungen statt, es gibt keine „Mehrheitsregeln“, es gibt kein „Dirimierungsrecht“ des Vorsitzes, sondern: ein Tagesordnungspunkt wird so lange beraten, bis entweder alle LändervertreterInnen zustimmen können oder aber feststeht, dass keine Einhelligkeit erzielt werden. Dieses Einhelligkeitsprinzip gewährleistet die tatsächliche Effektivität der Beschlüsse der Länderkonferenzen: kein Mitglied kann gezwungen werden, allenfalls gegen seinen Willen gefassten Beschlüsse der Länderkonferenz zu beachten. Nach außen kann eine gemeinsame Ansicht aller (neun) Länder repräsentiert und vertreten werden.

Team BSO beim 25. Frauenlauf Im Wiener Prater ging am 3. Juni 2012 der 25. Frauenlauf über die Bühne, der mit über 30.000 Teilnehmerinnen bei strahlendem Wetter einen neuen Rekord verzeichnen konnte. Auch heuer wieder mit dabei: das BSO-FrauenlaufTeam mit BSO-Geschäftsführerin Mag.ª Barbara Spindler, ÖPC-Generalsekretärin Mag.ª Petra Huber, Univ.-Prof.in Dr. in Rosa Diketmüller, Mag.ª Cornelia Steven, Mag.ª Heidi Haberl, Mag.ª Angelika Rutard, Lisa Huto, Mag.ª Christine Moosbrugger, Mag.ª Hajnalka Gyulai, Mag.ª Pia Beutler, Mag.ª Sonja Fürst, Mag.ª Veronika Stampfl-Slupetzky und Mag.ª Cornelia Pfundner.

Für BSO-Geschäftsführerin Spindler ist die Teilnahme am Frauenlauf Ehrensache: „Wir haben uns unter Anleitung von Heidi Haberl zwei Monate auf den Lauf vorbereitet. Der Frauenlauf ist eine tolle Veranstaltung und die Stimmung ist phantastisch. Ganz nach dem Motto „Sport verbindet“ bietet der Frauenlauf auch im Vorfeld tolle Möglichkeiten zum gemeinsamen Sportbetreiben.“

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Aktuelles BSO-Auftritt beim Europäischen Forum Alpbach 2012

Sport & Integration: Doppelsieg für Österreich 2040?!

Österreich ist seit Jahrzehnten eines der europäischen Länder mit der höchsten Einwanderungsquote – mittlerweile haben rund ein Drittel der jungen Menschen in Österreich Migrationshintergrund. Eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen in den nächsten Jahren wird die Entspannung des Themenfeldes „Migration und Integration“ sein. Der organisierte Sport mit seinen Verbänden und Vereinen ist die mitgliederstärkste Organisation Österreichs und somit ein wesentlicher Integrationsfaktor in unserem Land. Sport fungiert für neue MitbürgerInnen oft als attraktive und breitflächige „Einstiegshilfe“ in die österreichische Gesellschaft. Sport bietet die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, die eigene Leistungsfähigkeit auszutesten und kann dabei helfen, Anschluss an die österreichische Kerngesellschaft zu gewährleisten. Umgekehrt profitiert die österreichische Gesellschaft von erfolgreichen Jung-ÖsterreicherInnen, die u. a. für Olympia-/WM-Medaillen sorgen (z. B. Mirna Jukic, Zlatko Junuzovic, Jia Liu-Arvidson u.v.a.) und damit nicht nur die österreichische Identität, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärken. Um diesem intensiv diskutierten Themenfeld Raum zu geben, stellt die BSO Sport und Integration beim eigenen

Arbeitskreis im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach im August in den Mittelpunkt. Nach der Premiere 2011 nützt die BSO diese international renommierte Veranstaltung auch heuer wieder, um gesellschaftspolitisch relevante Bereiche zu thematisieren und die wichtige Funktion des Sports als Querschnittsmaterie zu betonen. U. a. soll die Frage diskutiert werden, welche konkreten Maßnahmen der Sport setzen kann, um integrationspolitische Bemühungen zu unterstützen. Damit greift die BSO einen Themenbereich mit hohem Aktualitätswert auf, der sich außerdem stimmig in das alle Veranstaltungen übergreifend Kernthema des heurigen Forums, „Erwartungen – die Zukunft der Jugend“, einfügt. Beim BSO-Arbeitskreis wird es mehrere Diskussionsgruppen im innovativen World Café-Setting geben. TeilnehmerInnen haben somit die Möglichkeit, ihre individuelle Perspektive zu verschiedenen Schwerpunkten einzubringen. Die Gruppen werden moderiert von BSO-Präsident Dr. Peter Wittmann, SPORTUNION-GS Mag. Rainer Rößlhuber, Dipl. Betriebswirtin Heike Kübler (DOSB, stv. Ressortleiterin Chancengleichheit und Diversity; Programm „Integration durch Sport“), Assoz. Prof. Dr. Minas Dimitriou (Universität Salzburg, Forschungsschwerpunkt u. a. „Sport und Gesellschaft“) und Schwimmikone Mirna Jukic. Das Forum Alpbach im Web: www.alpbach.org

Die BSO begrüßt zwei neue Verbands Karl Thaller (Basketball) Bei der Generalversammlung am 27.5.2012 wurde Karl Thaller einstimmig zum neuen Präsidenten des Österreichischen Basketballverbandes gewählt. Der Steirer, der somit Hanns Vanura als Vorsitzender des ÖBV nachfolgt, war zuvor viele Jahre als Präsident der Kapfenberg Bulls im Einsatz gewesen, wo er maßgeblich am Auf- und Ausbau der Basketballsektion beteiligt war. Seiner neuen Aufgabe blickt der Präsident positiv entgegen. Das wichtigste Anliegen für die kommende Zeit sei es, so Thaller, den Sport wieder in den Vordergrund zu stellen. „Vor allem das Nationalteam als Aushängeschild des österreichischen Basketballsports

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muss sich weiterentwickeln“, betont Thaller. Auch eine Verbesserung der Hallensituation sei dringend von Nöten: „Der Ausbau der Hallen ist unbedingt notwendig um international nicht an Terrain zu verlieren und überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, bei europäischen Bewerben mitzuspielen. „Die Unterstützung und Stärkung der Damenliga stellt eine weitere wichtige Baustelle dar.“, so Thaller. „Vorrangiges Anliegen ist jedoch die Modernisierung der Verbandstruktur mit dem Ziel, in Zukunft noch schlagkräftiger zu werden und rascher wichtige Entscheidungen treffen zu können.“, freut sich Karl Thaller auf die Zusammenarbeit mit dem neuen ÖBV Präsidium.


Aktuelles AthletInnen-Beurteilungskonferenz 2012

Spitzensportförderung durch das Österreichische Bundesheer Von 14.-16 Mai fand die jährliche AthletInnen-Beurteilungskonferenz (ABK) zwischen der BundesSportorganisation (BSO), den Bundes-Fachverbänden (BFV) und dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) statt. Der organisatorische Rahmen wurde durch die BSO im Haus der Wirtschaft sichergestellt. Federführend in der Vorbereitung und letztendlich in der Umsetzung der beschlossenen Kontingente war das Heeres-Sportzentrum (HSZ). Zur Diskussion standen an die 250 Sportlerinnen und Sportler für einen der begehrten 192 Förderplätze des HSZ. Zusätzlich wurden die Neuaufnahmen für Frauen in den Ausbildungsdienst in der Dauer von 12 Monaten festgelegt. In den zahlreichen Gesprächen versuchten natürlich alle VertreterInnen der BFV ihre Wünsche über die Förderplätze einzubringen und den LeistungsträgerInnen sowie NachwuchssportlerInnen eine zeitbefristete Absicherung im Bundesheer zu gewährleisten. Der Zulauf aber auch die

Zustimmung der BFV gibt diesem bewährten Förderinstrument recht. Ohne die Unterstützung durch das HeeresSportzentrum könnten viele BFV ihre TopsportlerInnen aber auch junge Athletinnen und Athleten nicht an die Weltspitze heranführen. Diese soziale Absicherung ist enorm wichtig für die Entscheidung den Spitzensport nach der Schulausbildung weiterzuführen oder gleich direkt in die Berufsausbildung einzusteigen. Das Gremium hatte hier schwierige Entscheidungen zu treffen. In Summe konnte aber ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zukunftsperspektive und Notwendigkeit erreicht werden. So wurde schon in Hinblick auf die nächsten Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ein Schwerpunkt, aber auch bereits für die nächsten Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 entsprechende Akzente gesetzt. Das Fördersystem des Bundesheeres mit dem HSZ sieht sich hier als ein Teil der Sportförderung und kann die Rahmenbedingungen für eine professionelle Vorbereitung gewährleisten. Die tägliche Arbeit mit den Sportlerinnen und Sportlern liegt aber in der Verantwortung der BFV mit den vielen hochqualifizierten Trainerinnen und Trainern. Das HSZ unterstützt hier unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“.

andspräsidenten Ronnie Leitgeb (Tennis) Ronnie Leitgeb wurde bei der Generalversammlung des Österreichischen Tennisverbandes am 26.3.2012 in Innsbruck einstimmig auf die Position des Präsidenten gewählt. Leitgeb löst damit den 15 Jahre im Präsidenten-Amt befindlichen Ernst Wolner ab, der wiederum von der Generalversammlung einstimmig zum „Ehrenpräsident“ gekürt wurde. Leitgeb freut sich auf seine zukünftigen Aufgaben als Präsident und definiert seine Ziele: „Es gibt zwei Bereiche, die für mich in den kommenden Jahren absolut zentral sein werden: der Spitzensport und die Ausbildung. Ich möchte versuchen, einen geschlossenen Kreislauf zwischen einer hochqualifizier-

ten Trainerausbildung und dem Spitzensport zu erzeugen. Das oberste Gebot des österreichischen Tennisverbandes im Spitzensport sind die beiden Nationalmannschaften. An ihnen und ihren Leistungen wird am Ende des Tages auch der ÖTV gemessen. Um dafür Kontinuität aufzubauen, werden wir wieder ein Junior-Davis Cup- und ein Junior-Fed Cup-Team einführen.“ Schließlich sollen sowohl die interne als auch die externe Kommunikation des österreichischen Tennisverbandes künftig gestärkt werden. „Wir werden uns sehr intensiv den neuen Medien annehmen und die ÖTVWebsite wird einen Relaunch erfahren. Zusätzlich dazu werden wir neue Werbemöglichkeiten kreieren.“ Österreich Sport 

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sommer, sonne, actioncamps?

rhythmische G eine erfolgssto

Die sportUNioN Österreich bietet jedes Jahr erlebnisreiche Ferientage für alle Altersklassen an. Die actioncamps und auch die heuer zum zweiten Mal stattfindenden Slamcamps der SPORTUNioN dauern rund eine Woche und werden in verschiedenen Altersgruppen angeboten. Alle actioncamps und slamcamps beinhalten rund um die Uhr Betreuung und Vollpension. im Vordergrund stehen Gemeinschaft, Freude am spielen und an der Bewegung. Die professionelle Betreuung der actioncamps durch staatlich ausgebildete sportjugendleiter bürgt ebenso für Qualität wie die Auszeichnung mit dem Fit-für-Österreich-Qualitätssiegel. teilnehmen kann selbstverständlich jeder, auch ohne Vereinszugehörigkeit. actioncamps & actioncamp xL spiel, spaß und trendige sportarten stehen für die 10-14 Jährigen auf dem programm. ob Klettern, sportstacking, Wettrack, Discgolf, Freibadbesuche oder Ballspiele: hier ist für jeden etwas dabei. Für die 14-17 Jährigen teens bietet die sportUNioN das actioncamp XL mit außergewöhnlichen sportarten (klassische sowie trendsportarten) an, die womöglich noch nicht ausgetestet wurden: Airtrack, slackline, parkour, Waveboard, Flagfootball, Fechten, Bogenschießen, hip hop, und vieles mehr. UGotchi actioncamp – Für die 7-12 Jährigen findet auch heuer wieder ein UGotchi actioncamp im club sportUNioN Niederöblarn statt. Mit dem UGotchi Küken erleben sie eine

rhythmische Gymnastik und AsVÖ, das ist eine erfolgsstory über viele Jahre. Mit gezielter Jugendarbeit stellen AsVÖ-Vereine staatsmeisterinnen in serie. Leistungsvergleiche in international bedeutenden Wettkämpfen finden jedoch meist im Ausland statt. eine Ausnahme ist die Grand-prix-serie, die heuer in hard station macht. Der Grand prix in Vorarlberg genießt vom 29. Juni bis 1. Juli besondere Aufmerksamkeit: er ist eM-revanche und olympia-Generalprobe zugleich. in kaum einer anderen sportart ist die Weltklasse in so geballter Form in Österreich zu bewundern wie bei einem Grand prix der rhythmischen Gymnastik. olympiasiegerinnen, Weltund europameisterinnen schätzen die Bewerbe hier zu Lande besonders. Grand-prix-Wettkämpfe in Österreich warteten in der organisation immer wieder mit innovationen auf, setzten damit international neue Maßstäbe. Landesverbände des AsVÖ haben mit ihrem Know-how einen erheblichen Anteil daran. Vor allem die zwingend vorgeschriebene Abschluss-Gala, bei der sich die Gymnastinnen ähnlich dem eiskunstlauf-schaulaufen abseits von Wertungszwängen frei entfalten können, erfreut sich bei Aktiven wir auch Zuschauern großer Beliebtheit. Zum neunten Mal macht der Grand prix – Österreich ist einer der protagonisten dieser Wettkampfserie, die preisgeld in der rhythmischen Gymnastik eingeführt hat – station. Nach Wien (zweimal), Linz, Korneuburg und

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lustige Woche mit jeder Menge sport, spiel und vor allem spaß! Unter fachmännischer Leitung kümmern sich Volksschullehrerinnen, Kindergärtnerinnen und staatlich geprüfte sportjugendleiterinnen mit viel energie und Liebe um die „Großen“, die vielleicht zum ersten Mal allein von zuhause weg sind. Slamcamps – Unter dem Motto „english sport club“ bietet die sportUNioN dieses Jahr zum zweiten Mal die Slamcamps an. Profis geben ihr Wissen in zahlreichen trend- und Funsportarten weiter. Neben der „All sports edition“ können heuer auch die zwei highlights „pure Nature“, das outdoor camp (reiten und/oder Mountainbike) und „Basketball Legends“ gewählt werden. Zusätzlich bieten wir ein Umfeld, in welchem täglich englisch gehört und benutzt wird. Unser team unterstützt euch beim spielerischen Verbessern der englischFertigkeiten. Grundkenntnisse in englisch sind aber keine Voraussetzung. tipp: Kosten für die Kinderbetreuung in sportcamps von sportvereinen sind steuerlich absetzbar. Mehr informationen auf: www.sportunion.at


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Erster Heim-Grand-Prix für die Vorarlbergerin Caro Weber

innsbruck (viermal) nun erstmals in Vorarlberg. Gymnastinnen aus 18 Nationen, darunter das österreichische Nationalteam, werden in der sporthalle am Bodensee erwartet. topstar in hard ist die russin evgenia Kanaeva, die international große Wettkämpfe fast nach Belieben dominiert. ihr pendant auf österreichischer ebene ist caroline Weber, AsVÖ-sportlerin wie u. a. Birgit schielin, Ursula Zigler und hanna oberhofer, ihre Vorgängerinnen als Nummer 1 in Österreich. Die 26-jährige Weltklassegymnastin von der ts Dornbirn dominiert seit 2003 unangefochten die staatsmeisterschaften, hält bei 49 titeln. Nicht der einzige rekord der in Wien lebenden sportsoldatin. Weber ist u. a. bestplatzierte rotweißrote Gymnastin bei olympia (17.), WM (14.), EM (8.), Weltcup (4.), Universiade (7.) und im Grand Prix (3.). in London wird caroline Weber als erste Österreicherin zum zweiten Mal bei olympischen spielen antreten.

Das ist der titel des aktuellen Bewegungsprojekts der AsKÖ in Zusammenarbeit mit dem Magistrat Wr. Neustadt für Mädchen im Alter zwischen zwölf und fünfzehn Jahren. Ziel des durch das sportministerium geförderten projektes ist, Mädchen mit unterschiedlicher herkunft den Zugang zum sport zu erleichtert. Die teilnehmerinnen können unterschiedliche sportarten und Vereine aus der region kennenlernen und erleben neue Bewegungsformen. im Vordergrund steht die Begeisterung für sportliche Aktivitäten zu schaffen und neue interessen zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit schulen können sich die schülerinnen im turnunterricht mit den verschiedenen Vereinsangeboten aus der Umgebung auseinander setzen. Die trainer besuchen die Mädchen in der turnstunde und bieten schnuppertrainings an. Um dann den interessierten schülerinnen den schritt in den sportverein zu erleichtern, begleitet projektkoordinatorin Nilgün tihanyi die Mädchen in die sportvereine. Dabei werden etwaige Barrieren und Ängste der Jugendlichen für den eintritt in einen sportverein abgebaut werden. Gleichzeitig hat sich im rahmen des projekts auch eine sportliche Freizeitgruppe gebildet. hier haben die Mädchen die chance gemeinsam unterschiedliche sportangebote kennenzulernen. Das Angebot stößt auf großes interesse, vor allem weil die teilnehmerinnen selbst bestimmen

Foto: ASKÖ BO

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he Gymnastik – sport Fair bindet story

Das Karatetraining sorgt für große Begeisterung bei den Mädchen

welche sportarten sie ausprobieren möchten. Besonders beliebt bei den Mädchen sind die unterschiedlichsten tanzformen, von hiphop bis Bauchtanz. Aber die Jugendlichen wünschen sich auch weniger mädchen-typische sportarten, zu denen sie sonst kaum Zugang haben. Kampfsportarten wie Karate lösen ebenso große Begeisterung aus, wie Fußball und Basketball. Um die Vereine bestmöglich auf neue Zielgruppen vorzubereiten, gibt es in Wiener Neustadt auch regelmäßig Workshops zum thema „Kulturelle Vielfalt im sportverein“. Die resonanz der trainer, die in dem projekt involviert sind, ist äußerst positiv. Besonders die große Begeisterungsfähigkeit der Mädchen, die erstmals die chance bekommen ihre sportlichen interessen zu leben, macht den trainern viel Freude. Auf Grund der vielen positiven erfahrungen wird das projekt in den nächsten Monaten auf Linz und salzburg ausgeweitet. Österreich sport

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Ö-Sport 02/2012