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Burgenverein Haldenstein Untertitel Grundschrift

Burg Haldenstein (Bild: Mattias Nutt)

Die Burgen Haldenstein und Lichtenstein am Fusse des Calanda zählen zu den bekanntesten Burgen Graubündens. Aufgrund ihrer kühnen Lage und der unverwechselbaren Silhouetten prägen sie seit Jahrhunderten das Landschaftsbild und sind von überregionaler Bedeutung. Unzählige Bahnfahrer und Automobilisten bestaunen die mittelalterlichen Bauwerke Jahr für Jahr auf ihrer Reise durch das Churer Rheintal. Den neugierigen Blicken der Reisenden meist vorenthalten bleibt die geheimnisvolle Balmburg Grottenstein in einer natürlichen Höhle unterhalb des östlichen Felsabsturzes des Calanda. Die enge Verbindung zwischen der Burg Haldenstein und dem darunterliegenden Dorf spiegelt sich nicht zuletzt im gemeinsamen Namen. Bemerkenswert an dieser Verbindung ist aber die seltene Tatsache, dass nicht wie sonst häufig der Name der Siedlung auf die Burg überging, sondern der umgekehrte Fall vorliegt. Für die mittelalterliche Siedlung Unterlenz (rom. Lantsch sut) wurde im ausgehenden 14. Jahrhundert der Burg- und Herrschaftsname Haldenstein

gebräuchlich. Die Haldensteiner waren Dienstleute des Bischofs von Chur (heute noch im Wappen mit dem gekrümmten Steinbockshorn erkennbar) und der Freiherren von Vaz. Als unfreie Adelige gerieten sie schon am Ende des 13. Jahrhunderts in die vazisch-bischöflichen Fehden und Kriege. Der Mannesstamm Haldenstein starb mit dem 1388 in der Schlacht von Näfels gefallenen Ulrich III. aus. Von da an begann eine lange Reihe von Handänderungen der Herrschaft und ihrer Burgen. 1701 ging Haldenstein durch Erbschaft an die Familie SalisMaienfeld über. Unter Johann Luzi von Salis wurde im gleichen Jahr die Leibeigenschaft der Bewohner endgültig aufgehoben. Die Freiherrschaft Haldenstein gehörte nie zum altbündnerischen Bündnissystem, war aber seit 1558 durch einen Schutzvertrag mit dem Dreibündestaat verbunden. Johann Jacob de Castion, französischer Gesandter bei den Drei Bünden, kam durch Heirat mit Hilaria von Marmels in den Besitz der Herrschaft und baute im frühen 16. Jahrhundert die grosszügige Schlossanlage am südlichen Dorfrand. Anders als die bemerkenswerten

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