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Brixner 197 - Juni 2006

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ten anteilig an die Gemeinden weiter. Diese bezahlen je nach Müllart – Restmüll, Glas, Papier, Bratfette oder anderes – einen Kilopreis, in dem die Kosten für das Einsammeln des Mülls und deren weitere Verarbeitung enthalten sind. Den größten Kostenposten verursacht natür­ lich der Restmüll, der auch die größte Menge ausmacht. Restmüll wird bereits seit Jahren im Abfallwirtschafts­ zentrum in Schabs nur mehr umgeladen und in die Verbren­ nung nach Bozen gefahren. Diese Verbrennung macht den größten Anteil im Kilopreis des Restmülls aus. Weitere Kosten­ faktoren sind der Transport, der Betrieb der Umladestation in Schabs und die Personalkos­ ten.

Zusammensetzung der Müllgebühr Je mehr Müll eine Gemein­ de abliefert, umso mehr muss sie natürlich auch von den Bür­ gern zur Aufrechterhaltung des Dienstes einfordern. Wie be­ reits beim Trink- und Abwasser, müssen die Gemeinden min­ destens 90 Prozent aller Kosten über die Gebühren wieder ein­ holen. Neben den Ausgaben an die Bezirksgemeinschaft muss jede Gemeinde weitere Ausga­ ben in die Gebühren einrech­ nen: Personalkosten, Kosten für das Betreiben der Recyclinghö­ fe, Beiträge an das Land für die Deponien, Ausgaben für den Ankauf von Mülltonnen, und die Straßenreinigung, die in großen Orten eine beträchtliche Summe ausmachen kann. Die Müllgebühren sind in mehrere Bestandteile gegliedert: So gibt es die Grundgebühr, die jeder Haushalt entsprechend der Anzahl der Haushaltsmitglieder bezahlen muss. In allen Ge­ meinden werden maximal vier Personen gezählt, für ein fünftes oder weiteres Haushaltsmitglied fällt keine Grundgebühr mehr an. Weiters gibt es die Kompo­ nente der Mindestentleerungen. Diese Menge, multipliziert mit dem Literpreis, wird für jedes Haushaltsmitglied verrechnet, auch wenn tatsächlich weni­ ger Müll erzeugt worden ist. Produziert ein Haushalt über diese Mindestmenge hinaus zu­ sätzlichen Müll, wird dieser mit dem Entleerungstarif pro Liter multipliziert.

info Wie viel kostet der Müll? Brixen

Vahrn

Natz-Schabs

Mühlbach

Grundgebühr 4 Personen max. in allen Gemeinden

Siehe Kasten unten

7,40 Euro für jede Person

7,00 Euro für jede Person

1 Person: 5,28 Euro 2 Personen: 10,55 Euro 3 Personen: 15,83 Euro 4 Personen: 21,10 Euro

Mindestentleerung pro Person/ Haushalt in Liter

295 l ohne Biomüll 220 l mit Biomüllsammlung

220 l

240 l

200 l

Preis pro Liter

4,2 Cent

3,4 Cent

3,00 Cent

3,6 Cent

Sperrmüll

Nimmt Recyclinghof an. Dienst ist Teil der Grundgebühr

Nimmt Recyclinghof an. Dienst ist Teil der Grundgebühr

Muss jeder selbst organisieren und bezahlen

Kleine Mengen nimmt Recyclinghof

Ermäßigungen

Ermäßigungen für Pflegepersonen

Ermäßigungen für Ermäßigungen Kinder bis 3 _ Jahre für Kinder bis und Pflegepersonen 2 Jahre und Pflegepersonen

Ermäßigungen für Pflegepersonen

Rechenbeispiel: 1 HH aus 4 Personen: GB + Mindestentleerung

159,76 bis 192,76 Euro (siehe unten)

59,52 Euro

49,9 Euro

56,8 Euro

Grundgebühren der Gemeinde Brixen mit 4 Tarifzonen (in Euro) Brixen

Altstadt

Stadt

Fraktionen

Presscontainer

Grundgebühr 1 Person

89,50

82,20

68,90

76,15

GB 2 Personen

108,30

99,45

83,35

92,15

GB 3 Personen

127,10

116,70

97,80

108,10

GB 4 Personen

143,20

131,50

110,20

121,80

Rechenbeispiel: 1 HH 4 Personen: GB + Mindestentleerung

192,76

181,06

159,76

171,36

Hohe Grundgebühr Die Logik hinter dieser Re­ gelung ist klar: Der gesamte Abfallbereich ist mit einem ho­ hen organisatorischen und lo­ gistischen Aufwand verbunden und deshalb auch sehr kosten­ intensiv. Zwar kann es durchaus vorkommen, dass es dem einen oder anderen Bürger gelingt, wenig Müll zu produzieren – der wöchentliche Sammel­ dienst oder die Recyclinghöfe müssen trotzdem aufrechterhal­ ten werden und kosten dem­ entsprechend Geld. Relativ ho­ he Grundgebühren sollen aber auch gleichzeitig dazu anhalten, den Müll tatsächlich dorthin zu bringen, wo er hingehört. Auch in unseren Gemeinden lassen sich bei einem Waldspaziergang nicht wenige Plastiktaschen voll mit Abfall ausfindig machen. All

das muss entsorgt werden und kostet Geld, das wieder in die Berechnung der Grundgebühren einfließt. Die in Brixen an den Müllsammeltagen anzutref­ fenden Plastiktaschen, die neben oder auf den Mülltonnen liegen, stellen übrigens auch eine ille­ gale Müllentsorgung dar, weil sie keinem Verursacher wirklich zugerechnet werden können. In den umliegenden Gemeinden, wo jeder Haushalt seine eigene Mülltonne hat, würde ein sol­ ches Verhalten vom Müllsam­ meldienst sofort geahndet wer­ den, indem zwei Entleerungen anstatt einer berechnet werden.

Brixen am teuersten Bei einem Gebührenver­ gleich zwischen den Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs und Mühlbach fallen sofort die hohen

Grundgebühren der Gemeinde Brixen auf. Wie bereits beim Abwasser und Trinkwasser er­ weist sich die Größe des Versor­ gungsgebietes als Kostentreiber, die hohen Kosten für die Stra­ ßenreinigung spielen dabei ei­ ne maßgebliche Rolle. In Brixen gibt es zudem unterschiedliche Tarifzonen. In der Altstadt wird der Müll beispielsweise zweimal in der Woche gesammelt, was höhere Grundgebühren als in den Fraktionen mit sich bringt, wo der Müllmann nur alle zwei Wochen vorbeikommt. Auffal­ lend ist auch die Tatsache, das die drei kleinen Gemeinden bei den Grundgebühren für jedes Haushaltsmitglied denselben Kostensatz erheben, während man in Brixen bereits bei einem sehr hohen Betrag für das ers­ te Mitglied startet und für jedes weitere der vier insgesamt zu 27


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