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PB 5583 Breitkopf & Härtel Partitur-Bibliothek Urtext Jean Sibelius Werke

Sibelius – TUONELAN JOUTSEN – DER SCHWAN VON TUONELA – THE SWAN OF TUONELA Legende für Orchester Legend for Orchestra op. 22/2

Partitur Score


JEAN SIBELIUS

1865–1957

DER SCHWAN VON TUONELA

Legende für Orchester

THE SWAN OF TUONELA

Legend for Orchestra op. 22/2

herausgegeben von | edited by

Tuija Wicklund Urtext der Gesamtausgabe Jean Sibelius Werke Urtext from the Complete Edition Jean Sibelius Works

Partitur-Bibliothek 5583 Printed in Germany


II

Vorwort Nach Kullervo war Jean Sibelius’ Lemminkäinen op. 22 das nächste große Werk, das auf das finnische Nationalepos Kalevala zurückgeht. Über den Entstehungsprozess von Lemminkäinen ist wenig bekannt. Die ersten Einfälle, die letztlich zu diesem Werk führten, gehen wahrscheinlich auf Sibelius’ Opernpläne im Sommer 1893 zurück. Zu der Zeit skizzierte Sibelius die Handlung einer frei auf dem Kalevala-Epos basierenden Oper, die er „Veneen luominen“ (Der Bootsbau) nannte. Der Kalevala-Held Väinö (Väinämöinen) sollte sich dabei in die „Mondtochter“ Kuutar verlieben. Sie verspricht sich ihm unter der Bedingung, dass er durch Gesang ein Boot baut. Väinö steigt ins finnische Totenreich Tuonela hinab und fleht um drei magische Wörter für den Bootsbau. Er erhält sie dort von dem „Mädchen von Tuonela“, und die Oper nimmt einen glücklichen Ausgang.1 Sibelius war von diesem Stoff sehr angetan, und zusammen mit dem befreundeten Dichter Juho Heikki Erkko schrieb er das Opern­ libretto im Sommer und Herbst 1893.2 Sibelius zeigte das fertige Textbuch Kaarlo Bergbom, dem Intendanten des Finnischen Theaters, der es jedoch zu lyrisch fand. Daher legte er den Opernplan bis zum darauffolgenden Sommer 1894 beiseite, in dem dann die Handlung neu geschrieben wurde. Sibelius reiste nach Mitteleuropa, wo er viele musikalische Werke hörte und sich auch mit den Bildenden Künsten beschäftigte. Er hörte zum Beispiel in Bayreuth zumindest sieben Wagner-Opern. Die Reise bot auch Zeit zur Selbstbesinnung; Sibelius überdachte sein Verhältnis zum Komponieren. Als er die Reise begann, interessierte er sich sehr für Wagner und plante auch seine eigene Oper. Schließlich jedoch verabschiedete er sich augenscheinlich von den Opernplänen und wandte sich symphonischen Dichtungen zu. Er erklärte dies Aino: „Ich glaube, dass ich, in musikalischer Hinsicht, mein eigenes Selbst wiedergefunden habe. Ich habe so viele Anhaltspunkte entdeckt. Ich denke, dass ich wirklich ein Musikmaler und Dichter bin. Ich meine, dass ich Liszts Musikauffassung am nächsten bin. Die symphonische Dichtung (das meinte ich mit ‚Dichter‘). Ich befasse mich jetzt mit einem Stoff, der mir sehr viel wert ist. […] Ich denke, die [geplante] Oper wird das Werk meines Lebens. Ich meine, dass ich gewissermaßen in ihr selbst aufgehen werde – nicht nur in musikalischer Hinsicht.“ Drei Tage später schien er seinen eigenen Weg gefunden zu haben: „Ich war unglaublich begeistert von den Meistersingern. Aber – seltsam genug, ich bin kein Wagnerianer mehr. Ich kann nichts dafür. Meine eigene innere Stimme führt mich am meisten.“3 Danach kam Sibelius nicht mehr auf dieses Opernprojekt zurück. Aus Mitteleuropa zurückgekehrt, komponierte Sibelius Lieder, Chorwerke, Klavierwerke und die symphonische Dichtung Skogsrået, bis zu diesem Zeitpunkt aber werfen die Quellen kein Licht auf die Entstehung von Lemminkäinen. Es scheint, als habe er nach der Aufgabe des Opernprojekts das Skizzenmaterial dafür wiederverwendet. 1921 erinnerte sich Sibelius, dass er Ende 1893 nach Bergboms Einschätzung des Librettos die ganze Oper fallengelassen hatte, aber dass die Ouvertüre übrig blieb, jetzt Der Schwan von Tuonela. Später, 1935, erinnerte Sibelius sich daran, Lemminkäinen 1894 in München geschrieben zu haben.4 Dies mag alles zutreffen. Zum einen komponierte er wirklich in München, aber welche Werke (die Oper, Skogsrået, Lemminkäinen oder irgend etwas anderes), bleibt ungewiss. Zum anderen weisen der Opernplan und Lemminkäinen Ähnlichkeiten auf; es liegt daher nahe zu glauben, dass musikalisches Material, das für die Oper gedacht war, für Lemminkäinen verwendet wurde. Lemminkäinen wurde schließlich am Anfang des Frühjahrs 1896 fertiggestellt. Die Uraufführung der Erstfassung wurde von Sibelius selbst dirigiert und fand am 13. April 1896 in Helsinki statt. Die Reihenfolge der Sätze

– Lemminkäinen und die Mädchen auf der Insel (Lemminkäinen ja saaren neidot), Lemminkäinen in Tuonela (Lemminkäinen Tuonelassa), Der Schwan von Tuonela (Tuonelan joutsen) und Lemminkäinen zieht heimwärts (Lemminkäinen palaa kotitienoille) – weicht von der endgültigen Anordnung ab. Die Presse lobte allgemein das Werk und besonders die Orchestrierung. Der poetische Gehalt wurde sorgfältig erklärt, wobei sogar einige Kalevala-Zitate einbezogen wurden. Die Kritiker waren der Meinung, Sibelius habe sein Kompositionstalent „zugunsten größerer Klarheit und entschiedenerer, völlig bewusster Intentionen hinsichtlich der Form und des Ideengehalts in den Werken entwickelt.“5 Die zahlreichen Zuhörer waren – wie üblich bei Sibelius-Uraufführungen – begeistert. Nach der Uraufführung im April 1896 wurde Lemminkäinen in dieser Form nicht wieder gespielt; Sibelius überarbeitete stattdessen jeden Satz mehr oder weniger. In allen Sätzen wurden Dynamik, Artikulation und auch die Instrumentierung teilweise geändert. Die Länge von Lemminkäinen zieht heimwärts erweiterte sich durch einen neuen, ausgedehnteren Schluss. Da von Der Schwan von Tuonela nur eine Violinstimme aus der Frühfassung erhalten ist, lässt sich nicht beurteilen, wie viel tatsächlich geändert wurde; zumindest die Länge des Werks wurde um ein Viertel gegenüber der ursprünglichen Ausdehnung reduziert. Ob die Überarbeitung für die Aufführung 1897 erfolgte oder erst für die Drucklegung 1901 oder vielleicht für beide Anlässe, bleibt unklar. Die Uraufführung der zweiten Fassung dirigierte Sibelius wieder selbst in Helsinki am 1. November 1897. Einige Kritiker waren wieder überwältigt und stimmten darin überein, dass „die Symphonie [sic] in ihrer Gesamtheit auf jeden einen großartigen Eindruck hinterlassen hatte. Die jugendliche Begeisterung des ersten Satzes und ihr mitreißendes Spiel, die dunkle Farbe des zweiten Satzes und der kraftvolle Lichtquell, den Lemminkäinens Erwachen hervorruft, all dies bezauberte das Auditorium ebenso wie das geheimnisvolle, irdisch-wundervolle ,Der Schwan von Tuonela‘ und Lemminkäinens Heimkehr.“6 Trotz positiver Reaktionen anderer Kritiker war Flodin, der schon die erste Fassung kritisiert hatte, eher noch unzufriedener: „Diese Folge von vier symphonischen Dichtungen, die auf die Motive des Lemminkäinen-Mythos zurückgehen […], ist unmöglich. Diese Art Musik erscheint rein pathologisch und hinterlässt derart gemischte, langweilige und undefinierbare Eindrücke, dass sie mit dem ästhetischen Gefühl des Vergnügens, das alle schönen Künste – und vor allem die Musik – hervorrufen sollten, wenig zu tun haben. […] Eine Musik wie diese Lemminkäinen-Bebilderung macht mich deprimiert, unglücklich, zerrissen und apathisch. Kann es der Sinn der Musik sein, solch ein Gefühl hervorzurufen?“7 Das ganze Programm wurde eine Woche später wiederholt. Die beiden finnischen Kritiken lobten Lemminkäinen, das beim zweiten Hören sogar noch besser geklungen habe. Auch das Publikum war wieder enthusiastisch, Sibelius erhielt bereits zwischen den Sätzen einen Lorbeerkranz, und zwar nach Der Schwan von Tuonela. Die negative Kritik beeinflusste Sibelius wahrscheinlich. Nach den Aufführungen in Helsinki sollte der überarbeitete Lemminkäinen ein paar Wochen später in Turku gespielt werden. Sibelius zog jedoch zwei Sätze zurück, und nur Der Schwan von Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts wurden aufgeführt. In Turku genossen die Kritiker, das Publikum und die Musiker das Konzert voll und ganz: „Der Komponist trug einen großen Erfolg davon. Er erhielt nach jedem Stück zahllose Hervorrufe. […] Der Satz [Der Schwan von Tuonela] wurde nach stürmischem Applaus wiederholt.“8 Die beiden Sätze gelangten anschließend ins Konzertrepertoire und gehörten auch zu den ersten Kompositionen von Sibelius, die im Ausland aufgeführt wurden. Die zweiten Fassungen waren auch Bestand-


III teil der beiden Konzerte bei der Pariser Weltausstellung, denen eine Tournee im Sommer 1900 vorausging. Vor der Ankunft in Paris wurden Konzerte in verschiedenen europäischen Städten gegeben. Die Aufnahme war überall sehr positiv und die beiden Lemminkäinen-Sätze wurden speziell gelobt. Der Verlagsvertrag über Der Schwan von Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts wurde im November 1899 zwischen Sibelius und dem finnischen Verleger Karl F. Wasenius abgeschlossen. Der Notenstich wurde im Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig in Auftrag gegeben. Stützt man sich auf den Briefwechsel, so scheint Sibelius Ende 1900 die Korrekturabzüge gelesen zu haben. In einem Briefentwurf an Breitkopf im Dezember schreibt er: „Die Partitur zum Lemminkäinen [Lemminkäinen zieht heimwärts] scheint leider voll von Fehlern zu sein, weil der Copist der mein Manuskript copiert hat nicht zuverlässig war. Ich bitte deswegen höflichst gelegentlich mir noch eine Correctur Abzug vom Lemminkäinen zu senden um die Fehler ganz deutlich nachweisen zu können.“9 Sibelius erhielt erneut einen Satz Korrekturabzüge, vermutlich von Der Schwan von Tuonela, die er im Frühjahr 1901 in Italien las, ebenso wie die Korrekturabzüge zu Lemminkäinen zieht heimwärts. Im April 1901 war der Druck abgeschlossen; Breitkopf schickte Sibelius die gedruckte Partitur von Der Schwan von Tuonela und einige Wochen später auch die Partitur von Lemminkäinen zieht heimwärts. Die gedruckten Partituren weichen von den Frühfassungen (1897) vor allem in der Länge der Sätze ab. Lemminkäinen zieht heimwärts war radikal gekürzt worden; fast die Hälfte war weggefallen. Der Schwan von Tuonela wurde ebenfalls kürzer; die Striche umfassten etwa ein Viertel der Frühfassung. Nach den Angaben des Verlags wurden die Handschriften während des Bombardements auf Leipzig im Dezember 1943 zerstört. Sibelius wurde eingeladen, beim Heidelberger Musikfest Der Schwan von Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts zu dirigieren. Die erste Aufführung der endgültigen Fassungen fand also am 3. Juni 1901 in Heidelberg statt. Das Musikfest war eine bedeutende Chance und die Einladung eine Ehre für Sibelius: im Lauf der Geschichte des Festivals waren nur Grieg und Sinding jemals aus Skandinavien eingeladen worden. Darüber hinaus war dies das erste Mal, dass Sibelius im Ausland dirigierte. Das Musikfest war also eine ausgezeichnete Gelegenheit für Sibelius, sich einen Namen zu machen, weil es von namhaften Komponisten, Dirigenten, Agenten und Verlegern nur so wimmelte. Während dreier Tage fanden fünf Konzerte statt, in denen überwiegend neue Werke vorgestellt wurden, und Sibelius wurde nur am Ende des letzten Konzerts aufgeführt. Der Aufenthalt begann nicht in jeder Hinsicht angenehm, wie Sibelius Aino berichtete: „Ich komme gerade von der Probe. [Das Werk] wurde skandalös schlecht geprobt. Ich werde meine Nummer zurückziehen, wenn ich keine Extraprobe bekomme. Ich bin jetzt hier wie ein Teufel. Ich kümmere mich um nichts. Glücklicherweise habe ich weder das Orchester in der Luft zerrissen (es applaudierte nach Lemminkäinen) noch sonst wen. Übrigens habe ich gut dirigiert. Richard Strauss gratulierte [mir]. Ich glaube, wir werden gute Freunde. Es ist sehr interessant hier. Man kann hier von allem das Beste hören.“10 Es wurde keine Extraprobe genehmigt, trotz allem lief das Konzert großartig. Otto Lessmann beschrieb die Lemminkäinen-Sätze als Werke „von außerordentlicher Eigenart der Erfindung, von ergreifender Tiefe der Empfindung und großer Kraft des Ausdrucks“. Lessmann war auch von der Tatsache beeindruckt, dass Sibelius als einer der wenigen seine Werke am Ende eines „überlangen, anstrengenden“ Konzerts selbst dirigierte.11 Für Sibelius war das Konzert sowohl als Komponist wie als Dirigent ein großer Erfolg, und es führte dazu, dass die beiden Lemminkäinen-Sätze weltweit in die Konzertprogramme aufgenommen wurden.

Der Titel und der Untertitel von Lemminkäinen änderten sich über die Jahre. Bei den ersten Aufführungen (1896 und 1897) wurde das ganze Werk in Finnisch und Schwedisch als „Lemminkäinen, symphonische Dichtungen (Thema aus der Lemminkäinen-Sage)“ bezeichnet. Die Kritiker verwendeten oft einfach Lemminkäinen. Hin und wieder wurden die Sätze – statt „Dichtungen“ – „Fantasien“ oder „Rhapsodien“ genannt oder zu „Symphonie“ zusammengefasst.12 Darüber hinaus wurde das Gesamtwerk gelegentlich, synonym zu „Vier symphonische Dichtungen“, als „Suite“ bezeichnet. Der Untertitel änderte sich um die Jahrhundertwende in „Vier Legenden“. Bei den 1901 gedruckten Der Schwan von Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts findet sich der deutsche Untertitel „Legende“ ebenso auf der Titelseite wie bei den beiden anderen Sätzen, die dann 1954 herauskamen. Obwohl Sibelius die Titel von Beginn an konstant verwendete, zeigt sich Lemminkäinen zieht heimwärts in der Öffentlichkeit in einigen Varianten (bei gleichbleibendem Inhalt). Der Titel war Lemminkäisen kotiinpaluu (Lemminkäinens Heimkehr), Lemminkäinen kotimatkalla (Lemminkäinen auf dem Heimweg), Lemminkäisen paluu kotitienoolleen (Lemminkäinens Rückkehr). Obwohl der Titel für Sibelius eindeutig war, verkürzte er ihn in seiner Korrespondenz jahrzehntelang zu „Lemminkäinen“, als ergänzend dazu nur Der Schwan von Tuonela öffentlich bekannt war. In den handschriftlichen Noten taucht kein Titel auf. Sibelius betrachtete die Kalevala-Texte als wesentlichen Bestandteil der Musik: Bei der Uraufführung 1896 enthielt der Programmzettel Passagen aus Kalevala-Runen für alle Sätze außer für Der Schwan von Tuonela. Die für Lemminkäinen zieht heimwärts zusammengestellten Runen sind Rune 30, gefolgt von Rune 29, Zeilen 481–484 und 454– 458. Für das ausländische Publikum wurden 1901 auch Erklärungen hinzugefügt, wobei nur Der Schwan von Tuonela und Lemminkäinen zieht heimwärts öffentlicht aufgeführt wurden. Einem Bericht der Zeitschrift Euterpe zufolge stand zumindest bei einer Aufführung am 6. Dezember 1901 in Berlin eine Inhaltsbeschreibung der Runentexte auf dem Programmzettel.13 Diese umfasste wahrscheinlich die Texte, die in den Erstausgaben in Deutsch und Französisch enthalten sind. Die beiden 1901 gedruckten Sätze enthalten Erklärungen, sogar Der Schwan von Tuonela, der bei seinen Erstaufführungen 1896 und 1897 dem Publikum ohne Verse dargeboten wurde. Helsinki, Herbst 2019

Tuija Wicklund

1 Die vollständige Handlung findet sich in einem Brief an Erkko vom 8. Juli 1893 (Suomalaisen Kirjallisuuden Seura, Literaturarchiv, J. H. Erkko-Briefsammlung 212:47:1). 2 Sibelius’ Briefe an Erkko befinden sich in Päivälehden arkisto, J. H. Erkon arkisto; Erkkos Briefe an Sibelius werden aufbewahrt im Finnischen Nationalarchiv, Sibelius-Familienarchiv [= NA, SFA], Kasten 19. 3 Briefe an Aino vom 19. und 22. August 1894 (NA, SFA, Kasten 95). 4 Kalevala-seuran vuosikirja 1 (1921), S. 78, und Karl Ekman, Jean Sibelius ja hänen elämäntyönsä, Helsinki: Otava 1935, rev. Auflage 1956, S. 137. 5 K. [Karl Flodin] in Nya Pressen vom 14. April 1896. 6 Pseudonym A. in Uusi Suometar vom 2. November 1897. 7 Karl Flodin in Nya pressen vom 2. November 1897. 8 Anonymer Schreiber in Åbo Tidning. 9 Briefentwurf am Ende eines Briefs von seiner Schwester Linda vom 6. Dezember 1900 (NA, SFA, Kasten 29). 10 Sibelius an Aino aus Heidelberg, Briefstempel vom 31. Mai 1901 (NA, SFA, Kasten 95). 11 Allgemeine Musik-Zeitung Nr. 24 vom 14. Juni 1901. 12 Vgl. Hufvudstadsbladet vom 14. April 1896, Nya Pressen vom 2. November 1897 und Uusi Suometar vom 2. und 11. November 1897. 13 Karl Flodin, Jean Sibelius bedömd i Berlin, in Euterpe 51 (1901), S. 2.


IV

Preface After Kullervo, Jean Sibelius’s Lemminkäinen op. 22 was the next large work based on the Finnish national epic Kalevala. Little is known about the actual composition process of Lemminkäinen. The first ideas that finally ended up in Lemminkäinen probably hark back to Sibelius’s opera plans in the summer of 1893. Then he sketched a plot for an opera called “Veneen luominen” (The Building of the Boat), freely based on the Kalevala. According to his plot, the Kalevala hero Väinö (Väinämöi­ nen) falls in love with Kuutar, the Daughter of the Moon. She promises herself to Väinö if he succeeds in building a boat by singing. Väinö descends to Tuonela (the Finnish underworld) to plead for the three magical words needed for the building process. He succeeds in getting the words from the Maiden of Tuonela, and the opera ends happily.1 Sibelius was very excited about the topic and together with his friend, poet Juho Heikki Erkko, he composed the libretto for the opera during the summer and fall of 1893.2 Sibelius showed the finished libretto to the director of the Finnish Theater, Kaarlo Bergbom, who found the libretto too lyrical. Therefore, Sibelius put the opera plan aside until the following summer of 1894, when the plot was newly written. Sibelius headed to Central Europe, where he listened to a huge number of musical works and also acquainted himself with the visual arts. He listened to, for example, at least seven of Wagner’s operas in Bayreuth. The trip was also time for stocktaking; Sibelius reassessed his own relationship to composing. When leaving for the trip, he was very interested in Wagner and also planned his own opera. Finally, however, he seemed to abandon the opera plans and turned to symphonic poems. He explained to Aino: “I think I have found my old self again, musically speaking. I have found so many facts. I think I really am a tone painter and a poet. I mean that Liszt’s view of music is the one I am closest to. The symphonic poem (that is what I meant by ‘poet’). I am dealing with a very dear matter now. […] I think the [planned] opera will be the work of my life. I mean that in it I will, in a manner of speaking, stake myself totally – not only musically speaking.” Three days later he seemed to find his own path: “I was awfully excited about Meistersinger. But, oddly enough, I am no longer a Wagnerite. I cannot help it. My own inner voices lead me the most.”3 After that Sibelius did not return to this opera plan. After his visit to Central Europe, Sibelius composed some songs, choral works, piano works, and the symphonic poem Skogsrået, but thus far, no sources have shed light on the composition of Lemminkäinen. It seems that after abandoning the opera project, Sibelius reused the material sketched for it. In 1921, he recalled that after Bergbom’s estimation of the libretto in late 1893, he abandoned the whole opera, but what was left was the overture, which is The Swan of Tuonela. Still later, in 1935, Sibelius reminisced that he composed Lemminkäinen in Munich in 1894.4 This may all be true. He did compose in Munich, but which works (the opera, Skogsrået, Lemminkäinen, or something else) remains uncertain. Also, the subject of the planned opera resembles that of Lemminkäinen; it is therefore easy to believe that musical material originally intended for the opera was also used in Lemminkäinen. Eventually, Lemminkäinen was completed by the early spring of 1896 at the latest. The premiere of the first version, conducted by Sibelius himself, took place on 13 April 1896 in Helsinki. The order of the movements – Lemminkäinen and the Maidens on the Island (Lemminkäinen ja saaren neidot), Lemminkäinen in Tuonela (Lemminkäinen Tuonelassa), The Swan of Tuonela (Tuonelan joutsen), and Lemminkäinen’s Return (Lemminkäinen palaa kotitienoille) – differed from the final order. The critiques praised the work in general, and specifically its orchestration. The poetic content was thoroughly explained, and even some Kalevala

citations were included. Critics agreed that Sibelius had developed his talent for composition “towards greater clarity and more definite, fully conscious intentions regarding both the form and the content of ideas in the compositions.”5 The plentiful audience was – as usual at Sibelius’s premieres – excited. After the premiere of April 1896, Lemminkäinen was not performed in its original form anew; instead, Sibelius revised each movement of Lemminkäinen more or less. In all movements, the dynamics and articulation were partly altered as was the orchestration. The length was increased in Lemminkäinen’s Return due to the addition of a new, long­ er ending. Since only one violin part of the early version survives from The Swan of Tuonela, it is difficult to know how much of it was actually changed; at least the length of the work was reduced by about a fourth of its previous length. Whether the revision took place for the 1897 performance or only for the publication in 1901, or perhaps for both occasions remains unclear. The second version, conducted again by Sibelius, premiered on 1 November 1897 in Helsinki. Some of the critics were again overwhelmed and agreed that “the symphony [sic] in its entirety made a magnificent impact on each. The youthful excitement of the first movement and its raging games, the somber color of the second movement, and the powerful source of light, which the awakening of Lemminkäinen evokes, all enchanted the audience as much as the mysterious, earthly wonderful ‘The Swan of Tuonela’ and Lemminkäinen’s home coming.”6 Despite other critics’ positive responses, Karl Flodin, who critisized the first version, was ever more malcontent: “To criticize, from the musical view point, the kind of series of symphonic poems as these four based on the motives from the Lemminkäinen myth […] is impossible. This kind of music appears purely pathological and leaves impressions so mixed, embarrassing and indefinable, that they have very little in common with the aesthetic feeling of pleasure, which all the fine arts – music above all – should evoke. […] such music as these Lemminkäi­ nen illustrations dejects me, and makes me unhappy, torn and apathetic. Is it the meaning of music to evoke such sentiment?”7 The entire program was repeated in a concert a week later. The two critiques in Finnish praised Lemminkäinen which sounded even better when heard for the second time. Also, the audience was again enthusiastic, and Sibelius received a laurel wreath already between the movements, namely after The Swan of Tuonela. The negative critique probably influenced Sibelius. Namely, after the Helsinki performances, the revised Lemminkäinen was scheduled for performance in Turku in a few weeks’ time. Sibelius withdrew two movements, however, and only The Swan of Tuonela and Lemminkäinen’s Return were performed. In Turku, the critics, audience, and players enjoyed the concert fully: “The favor the composer received was grand. He was called forth numerous times after each number. […] The movement [The Swan of Tuonela] was repeated after stormy applause.”8 The two movements then became parts of the constant concert repertoire and were also among the first compositions by Sibelius to be performed abroad. In fact, the second versions were included in the repertoire of the two Paris World Exhibition concerts preceded by a tour during the summer of 1900. Concerts were given in several European cities before arriving in Paris. The reception was very positive everywhere and the two Lemminkäinen movements were specifically praised. The publishing contract for The Swan of Tuonela and Lemminkäi­ nen’s Return was signed in November 1899 between Sibelius and the


V Finnish publisher Karl F. Wasenius. The engraving work was ordered from Breitkopf & Härtel in Leipzig. Based on his correspondence, Sibelius seems to have read the proofs in late 1900. In a letter draft to Breitkopf in December, he wrote: “The score of Lemminkäinen [Lemminkäinen’s Return] seems, unfortunately, to be full of errors, because the copyist who copied my manuscript was not reliable. I therefore politely ask you to send me on occasion one more set of proofs of Lemminkäinen to be able to show precisely the errors.”9 Sibelius did receive another set of proofs, presumably of The Swan of Tuonela, which he read in Italy in the spring of 1901 as well as the proofs for Lemminkäinen’s Return. In April 1901, the printing was finished; Breitkopf then sent to Sibelius the printed score of The Swan of Tuonela and, some weeks later, also the score of Lemminkäinen’s Return. The printed scores differ from the early versions (1897) mostly in the length of the movements. Lemminkäinen’s Return was radically shortened; about half of its length was cut out. The Swan of Tuonela was shortened as well, with cuts amounting about a fourth of the length of the early version. According to the publisher, the original manuscripts were destroyed in the bombing of Leipzig in December 1943. Sibelius was invited to the Heidelberg music festival to conduct The Swan of Tuonela and Lemminkäinen’s Return. The first performance of the final versions thus took place in Heidelberg on 3 June 1901. The music festival was an important occasion, and the invitation was an honor for Sibelius: throughout the history of the festival, Grieg and Sinding were the only ones ever to have been invited from Scandinavia. In addition, this was Sibelius’s first time conducting abroad. The festival was thus an excellent opportunity for Sibelius to make a name for himself, because it was teeming with famous composers, conductors, agents, and publishers. Five concerts consisting mostly of novelties took place during three days, and Sibelius was due to perform only at the end of the last concert. The visit did not begin so smoothly in all respects, as Sibelius described to Aino: “I am just coming from the rehearsal. [The work] has been rehearsed scandalously badly. I am going to withdraw my number if I still cannot have a special rehearsal. I am like a devil here now. I do not care about anything. Fortunately, I did not lambaste the orchestra (which applauded after Lemminkäinen) or anybody else. By the way, I conducted well. Richard Strauss complimented [me]. I believe we are going to become good friends. It is very interesting here. One may hear all that is among the best.”10 No extra rehearsal was granted but despite all, the concert went splendidly. Otto Lessmann depicted the Lemminkäinen movements as works “of exceeding originality in invention, of moving depth in sentiment, and of great power in expression.” Lessmann was also taken by the fact that Sibelius, among very few, conducted his works himself at the end of the “overly lengthy and exhausting” (“überlang, anstrengend”) concert.11 For Sibelius, the concert was a great success both as a composer and conductor, and resulted in the adoption of the two Lemminkäinen movements into concert programs worldwide. The title and subtitle of Lemminkäinen have varied over the years. In the first performances (1896 and 1897), the entire opus was called “Lemminkäinen, symphonic poems (subject from the Lemminkäinen tale)” in Finnish and in Swedish. Critics often used the plain title Lemminkäinen. In some instances, the movements were called “fantasies”

instead of poems, “rhapsodies,” or together, a symphony.12 In addition, the entity was occasionally called a suite as a synonym for the four symphonic poems. The subtitle changed to “four legends” around the turn of the 20th century. In The Swan of Tuonela and Lemminkäinen’s Return, printed in 1901, the German subtitle “Legende” appears on the title page as well as on the title pages of the other two movements, printed in 1954. Although Sibelius used the titles for the movements consistently from the beginning, Lemminkäinen’s Return still showed some variation in public (although the idea remained the same). The title was Lemminkäisen kotiinpaluu (Lemminkäinen’s homecoming), Lemminkäinen kotimatkalla (Lemminkäinen on his way home), Lemminkäisen paluu kotitienoolleen (Lemminkäinen’s return home). Although the title was clear to Sibelius, he shortened it in his correspondence to simply “Lemminkäinen” during those decades when, in addition to it, only The Swan of Tuonela appeared in public. No title appears in the handwritten musical source. Sibelius considered the Kalevala texts essential to the music: at the premiere in 1896, the program leaflet featured passages from Kaleva­ la runes for all movements except The Swan of Tuonela. The runes provided for Lemminkäinen’s Return are runes 30 and 29 (respectively), lines 481–484 and 454–458. Some explanatory texts were also provided for the audience abroad in 1901 (only The Swan of Tuonela and Lemminkäinen’s Return were performed in public). According to a report in the magazine Euterpe, at least for a performance in Berlin on 6 December 1901, a description of the contents of the runes appeared on the program leaflet.13 These probably comprised texts which appear in the first editions in German and French. Namely, both movements printed in 1901 include explanatory texts, even The Swan of Tuonela, which provided no verses for the audience in the premieres of 1896 or 1897. Helsinki, Fall 2019

Tuija Wicklund

1 The entire plot can originally be found in a letter to Erkko dated 8 July 1893 (Suomalaisen Kirjallisuuden Seura, Literary Archives, J. H. Erkko letter collection 212:47:1). 2 Sibelius’s letters to Erkko are preserved in Päivälehden arkisto, J. H. Erkon arkisto; Erkko’s letters to Sibelius are in The National Archives of Finland, Sibelius Family Archive [= NA, SFA], file box 19. 3 Letters to Aino dated 19 and 22 August 1894 (NA, SFA, file box 95). 4 Kalevala-seuran vuosikirja 1 (1921), p. 78; and Karl Ekman, Jean Sibelius ja hänen elämäntyönsä (Helsinki: Otava 1935, rev. ed. 1956, p. 137). 5 K. [Karl Flodin] in Nya Pressen of 14 April 1896. 6 Pseudonym A. in Uusi Suometar of 2 November 1897. 7 Karl Flodin in Nya pressen of 2 November 1897. 8 Unknown writer in Åbo Tidning. 9 A letter drafted at the end of a letter from his sister, Linda, dated 6 December 1900 (NA, SFA, file box 29). 10 Sibelius’s letter to Aino from Heidelberg, stamped 31 May 1901 (NA, SFA, file box 95). 11 Allgemeine Musik-Zeitung No. 24, 14 June 1901. 12 See Hufvudstadsbladet of 14 April 1896; Nya Pressen of 2 November 1897; and Uusi Suometar of 2 and 11 November 1897. 13 “Jean Sibelius bedömd i Berlin” in Euterpe 51/1901, p. 2 by Flodin.


Besetzung

Scoring

Englischhorn Oboe Bassklarinetten 2 Fagotte

English horn Oboe Bass clarinet 2 Bassoons

4 Hörner 3 Posaunen

4 Horns 3 Trombones

Pauken Große Trommel Harfe

Timpani Bass drum Harp

Streicher

Strings

Aufführungsdauer

Performing Time

etwa 10 Minuten

approx. 10 minutes

Orchesterstimmen mietweise

Orchestral parts on hire

Urtext der Gesamtausgabe Jean Sibelius Werke Serie I Orchesterwerke, Bd. 12b Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2013 Die „Critical Remarks“ (Kritische Bemerkungen), auf die im Notenteil Bezug genommen wird, befinden sich in dieser Ausgabe (SON 619). Urtext from the Complete Edition of Jean Sibelius Works Series I Orchestral works, vol. 12b Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2013 The Critical Remarks, which are referred to in the music text, are found in this edition (SON 619).


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PB 5583 – Sibelius, Der Schwan von Tuonela op. 22/2  

PB 5583 – Sibelius, Der Schwan von Tuonela op. 22/2  

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