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CHAN SOOK CHOI

Meinblau e.V.

Performnace 風情.刻 by 11 danceproject

19.11.2015 - 29.11.2015

TRANSITIONAL J U S T I C E


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Meinblau e.V. Haus 5 Kunst- und Atelierhaus Meinblau Christinenstraße 18-19 10119 Berlin

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bar 2F

1. WE remember ME Preview 07:00 1-Channel video installation, fabric on monitor, 2015 2. A testimony for you 04:42 1-Channel video installation, loop, Mirror,Wood, 48 x 51x 32cm, 2015 3 worned recollection I 12:48 1-Channel Videoinstallation, Fabric on monitor, 140x72x10cm , 2015 4 worned recollection II 08:15, 2-Channel Projected Videoinstallation, 2-Fabric on CRT television, 2015 5 空白語彙 Accidental gap Wood , Aluminium, Stepper-Motor with Three wave length lamps, Dimension variable, 200 x 20x 20 cm 2015 6 Flash 04:15, 1-Channel Video with printed Photos, 2015

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“ WE remember ME”

TRANSITIONAL

Kuratorin Daniela Schmidtke

In der Aufarbeitung von Unrechtsregimen hat sich das Konzept Transitional Justice durchgesetzt. Dieses beinhaltet Ansätze für einen Übergang zu Sicherheit und Frieden in einer gespaltenen Gesellschaft. Neben dem Anliegen die Wahrheit aufzudecken und Gerechtigkeit herzustellen, um Täter zu bestrafen und Opfer zu entschädigen, werden gleichzeitig Narrative geschaffen, die das, was in der Vergangenheit passiert ist, erzählen und bewerten. Hier spielen die Geschichten von Zeitzeugen in die Erinnerung- und Aufarbeitungspolitik hinein. Sie gestalten die spätere Wahrnehmung von Opfern und Tätern mit. Persönliche Geschichten von Zeitzeugen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen, werden dabei der kollektiven Erinnerung untergeordnet. Ihre Biographien werden zu Erinnerungsereignissen, die für das einer bestimmten Gruppe geschehene Unrecht stehen. Die individuelle Geschichte von Opfern wird ein Narrativ, das mit den dahinter stehenden Menschen verknüpft ist, bis ihnen Recht widerfährt und vom Schweigen zum Dialog übergegangen wird. Was in den öffentlichen Erzählungen gezeigt, gesagt, offengelassen wird, ist von den Akteuren abhängig. Hier werden Bilder erzeugt und kollektive Erinnerungen produziert. Im Zuge dessen werden die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen zugespitzt, modelliert und zur Durchsetzung politischer Forderungen zu einem Klischee reduziert. Die Künstlerin Chan Sook Choi geht in WE REMEMBER ME der Geschichte von Protagonistinnen zweier Frauengruppen nach, den koreanischen Trostfrauen und den japanischen Hoyukai , deren Schicksale durch die Besatzung Koreas durch Japan, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Geschichts- und Erinnerungspolitik bestimmt ist. Sie thematisiert die Frauen hinter dem Schleier öffentlicher Bilder, Geschichten und Schweigen und fängt die sichtbaren und nichtsichtbaren Einschreibungen der Geschichte in die Biographien der Frauen ein. 1

Die koreanischen Trostfrauen, die während des Krieges von japanischen Soldaten missbraucht wurden, haben noch immer keine Wiedergutmachungsleistungen erhalten. Damit sind die Frauen auf institutioneller Ebene noch nicht rehabilitiert und so ist auch der Kampf um die Anerkennung des ihnen widerfahrenen Unrechts bis heute nicht abgeschlossen. Die Zeitzeugen, diejenigen, die aus erster Hand darüber erzählen können, sind inzwischen sehr alt oder bereits tot. Die Verweigerung auf zwischenstaatlicher Ebene über ihre Schicksale zu sprechen, verhindert eine umfassende Vergangenheitsaufarbeitung.

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Als Hoyukai werden japanische Frauen bezeichnet, die während der Besatzung koreanische Männer geheiratet haben und in Korea leb(t)en. Ihr Leben zeichnet sich durch Diskriminierung aus und das Verschweigen ihrer Herkunft. Das nicht-darüber-Sprechen führt dazu, dass die Aufhebung des Stigmas erst mit einem Generationenwechsel möglich wird. Bei den Hoyukai ist das Problem ein anderes als bei den Trostfrauen. Sie verschweigen selbst ihre Geschichte.

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JUSTICE

Chan Sook Choi


WE remember ME / Preview 07:00 1-Channel video installation, fabric on monitor, 2015


TRANSITIONAL

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JUSTICE

Chan Sook Choi


A testimony for you 04:42 1-Channel video installation, loop, Mirror,Wood, 48 x 51x 32cm, 2015


“ WE remember ME”

TRANSITIONAL

Kuratorin Daniela Schmidtke

In der Aufarbeitung von Unrechtsregimen hat sich das Konzept Transitional Justice durchgesetzt. Dieses beinhaltet Ansätze für einen Übergang zu Sicherheit und Frieden in einer gespaltenen Gesellschaft. Neben dem Anliegen die Wahrheit aufzudecken und Gerechtigkeit herzustellen, um Täter zu bestrafen und Opfer zu entschädigen, werden gleichzeitig Narrative geschaffen, die das, was in der Vergangenheit passiert ist, erzählen und bewerten. Hier spielen die Geschichten von Zeitzeugen in die Erinnerung- und Aufarbeitungspolitik hinein. Sie gestalten die spätere Wahrnehmung von Opfern und Tätern mit. Persönliche Geschichten von Zeitzeugen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen, werden dabei der kollektiven Erinnerung untergeordnet. Ihre Biographien werden zu Erinnerungsereignissen, die für das einer bestimmten Gruppe geschehene Unrecht stehen. Die individuelle Geschichte von Opfern wird ein Narrativ, das mit den dahinter stehenden Menschen verknüpft ist, bis ihnen Recht widerfährt und vom Schweigen zum Dialog übergegangen wird. Was in den öffentlichen Erzählungen gezeigt, gesagt, offengelassen wird, ist von den Akteuren abhängig. Hier werden Bilder erzeugt und kollektive Erinnerungen produziert. Im Zuge dessen werden die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen zugespitzt, modelliert und zur Durchsetzung politischer Forderungen zu einem Klischee reduziert. Die Künstlerin Chan Sook Choi geht in WE REMEMBER ME der Geschichte von Protagonistinnen zweier Frauengruppen nach, den koreanischen Trostfrauen und den japanischen Hoyukai , deren Schicksale durch die Besatzung Koreas durch Japan, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Geschichts- und Erinnerungspolitik bestimmt ist. Sie thematisiert die Frauen hinter dem Schleier öffentlicher Bilder, Geschichten und Schweigen und fängt die sichtbaren und nichtsichtbaren Einschreibungen der Geschichte in die Biographien der Frauen ein. 1

Die koreanischen Trostfrauen, die während des Krieges von japanischen Soldaten missbraucht wurden, haben noch immer keine Wiedergutmachungsleistungen erhalten. Damit sind die Frauen auf institutioneller Ebene noch nicht rehabilitiert und so ist auch der Kampf um die Anerkennung des ihnen widerfahrenen Unrechts bis heute nicht abgeschlossen. Die Zeitzeugen, diejenigen, die aus erster Hand darüber erzählen können, sind inzwischen sehr alt oder bereits tot. Die Verweigerung auf zwischenstaatlicher Ebene über ihre Schicksale zu sprechen, verhindert eine umfassende Vergangenheitsaufarbeitung.

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Als Hoyukai werden japanische Frauen bezeichnet, die während der Besatzung koreanische Männer geheiratet haben und in Korea leb(t)en. Ihr Leben zeichnet sich durch Diskriminierung aus und das Verschweigen ihrer Herkunft. Das nicht-darüber-Sprechen führt dazu, dass die Aufhebung des Stigmas erst mit einem Generationenwechsel möglich wird. Bei den Hoyukai ist das Problem ein anderes als bei den Trostfrauen. Sie verschweigen selbst ihre Geschichte.

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JUSTICE


A testimony for you 04:42 1-Channel video installation, loop, Mirror,Wood, 48 x 51x 32cm, 2015


TRANSITIONAL

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JUSTICE


worned recollection I 12:48 1-Channel Videoinstallation, Fabric on monitor, 140x72x10cm , 2015


TRANSITIONAL

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JUSTICE


worned recollection II 08:15, 2-Channel Projected Videoinstallation, 2-Fabric on CRT television, 2015


“ WE remember ME”

TRANSITIONAL

Kuratorin Daniela Schmidtke

In der Aufarbeitung von Unrechtsregimen hat sich das Konzept Transitional Justice durchgesetzt. Dieses beinhaltet Ansätze für einen Übergang zu Sicherheit und Frieden in einer gespaltenen Gesellschaft. Neben dem Anliegen die Wahrheit aufzudecken und Gerechtigkeit herzustellen, um Täter zu bestrafen und Opfer zu entschädigen, werden gleichzeitig Narrative geschaffen, die das, was in der Vergangenheit passiert ist, erzählen und bewerten. Hier spielen die Geschichten von Zeitzeugen in die Erinnerung- und Aufarbeitungspolitik hinein. Sie gestalten die spätere Wahrnehmung von Opfern und Tätern mit. Persönliche Geschichten von Zeitzeugen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen, werden dabei der kollektiven Erinnerung untergeordnet. Ihre Biographien werden zu Erinnerungsereignissen, die für das einer bestimmten Gruppe geschehene Unrecht stehen. Die individuelle Geschichte von Opfern wird ein Narrativ, das mit den dahinter stehenden Menschen verknüpft ist, bis ihnen Recht widerfährt und vom Schweigen zum Dialog übergegangen wird. Was in den öffentlichen Erzählungen gezeigt, gesagt, offengelassen wird, ist von den Akteuren abhängig. Hier werden Bilder erzeugt und kollektive Erinnerungen produziert. Im Zuge dessen werden die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen zugespitzt, modelliert und zur Durchsetzung politischer Forderungen zu einem Klischee reduziert. Die Künstlerin Chan Sook Choi geht in WE REMEMBER ME der Geschichte von Protagonistinnen zweier Frauengruppen nach, den koreanischen Trostfrauen und den japanischen Hoyukai , deren Schicksale durch die Besatzung Koreas durch Japan, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Geschichts- und Erinnerungspolitik bestimmt ist. Sie thematisiert die Frauen hinter dem Schleier öffentlicher Bilder, Geschichten und Schweigen und fängt die sichtbaren und nichtsichtbaren Einschreibungen der Geschichte in die Biographien der Frauen ein. 1

Die koreanischen Trostfrauen, die während des Krieges von japanischen Soldaten missbraucht wurden, haben noch immer keine Wiedergutmachungsleistungen erhalten. Damit sind die Frauen auf institutioneller Ebene noch nicht rehabilitiert und so ist auch der Kampf um die Anerkennung des ihnen widerfahrenen Unrechts bis heute nicht abgeschlossen. Die Zeitzeugen, diejenigen, die aus erster Hand darüber erzählen können, sind inzwischen sehr alt oder bereits tot. Die Verweigerung auf zwischenstaatlicher Ebene über ihre Schicksale zu sprechen, verhindert eine umfassende Vergangenheitsaufarbeitung.

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Als Hoyukai werden japanische Frauen bezeichnet, die während der Besatzung koreanische Männer geheiratet haben und in Korea leb(t)en. Ihr Leben zeichnet sich durch Diskriminierung aus und das Verschweigen ihrer Herkunft. Das nicht-darüber-Sprechen führt dazu, dass die Aufhebung des Stigmas erst mit einem Generationenwechsel möglich wird. Bei den Hoyukai ist das Problem ein anderes als bei den Trostfrauen. Sie verschweigen selbst ihre Geschichte.

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JUSTICE


worned recollection II

08:15, 2-Channel Projected Videoinstallation, 2-Fabric on CRT television, 2015


“ WE remember ME”

TRANSITIONAL

Kuratorin Daniela Schmidtke

In der Aufarbeitung von Unrechtsregimen hat sich das Konzept Transitional Justice durchgesetzt. Dieses beinhaltet Ansätze für einen Übergang zu Sicherheit und Frieden in einer gespaltenen Gesellschaft. Neben dem Anliegen die Wahrheit aufzudecken und Gerechtigkeit herzustellen, um Täter zu bestrafen und Opfer zu entschädigen, werden gleichzeitig Narrative geschaffen, die das, was in der Vergangenheit passiert ist, erzählen und bewerten. Hier spielen die Geschichten von Zeitzeugen in die Erinnerung- und Aufarbeitungspolitik hinein. Sie gestalten die spätere Wahrnehmung von Opfern und Tätern mit. Persönliche Geschichten von Zeitzeugen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen, werden dabei der kollektiven Erinnerung untergeordnet. Ihre Biographien werden zu Erinnerungsereignissen, die für das einer bestimmten Gruppe geschehene Unrecht stehen. Die individuelle Geschichte von Opfern wird ein Narrativ, das mit den dahinter stehenden Menschen verknüpft ist, bis ihnen Recht widerfährt und vom Schweigen zum Dialog übergegangen wird. Was in den öffentlichen Erzählungen gezeigt, gesagt, offengelassen wird, ist von den Akteuren abhängig. Hier werden Bilder erzeugt und kollektive Erinnerungen produziert. Im Zuge dessen werden die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen zugespitzt, modelliert und zur Durchsetzung politischer Forderungen zu einem Klischee reduziert. Die Künstlerin Chan Sook Choi geht in WE REMEMBER ME der Geschichte von Protagonistinnen zweier Frauengruppen nach, den koreanischen Trostfrauen und den japanischen Hoyukai , deren Schicksale durch die Besatzung Koreas durch Japan, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Geschichts- und Erinnerungspolitik bestimmt ist. Sie thematisiert die Frauen hinter dem Schleier öffentlicher Bilder, Geschichten und Schweigen und fängt die sichtbaren und nichtsichtbaren Einschreibungen der Geschichte in die Biographien der Frauen ein. 1

Die koreanischen Trostfrauen, die während des Krieges von japanischen Soldaten missbraucht wurden, haben noch immer keine Wiedergutmachungsleistungen erhalten. Damit sind die Frauen auf institutioneller Ebene noch nicht rehabilitiert und so ist auch der Kampf um die Anerkennung des ihnen widerfahrenen Unrechts bis heute nicht abgeschlossen. Die Zeitzeugen, diejenigen, die aus erster Hand darüber erzählen können, sind inzwischen sehr alt oder bereits tot. Die Verweigerung auf zwischenstaatlicher Ebene über ihre Schicksale zu sprechen, verhindert eine umfassende Vergangenheitsaufarbeitung.

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Als Hoyukai werden japanische Frauen bezeichnet, die während der Besatzung koreanische Männer geheiratet haben und in Korea leb(t)en. Ihr Leben zeichnet sich durch Diskriminierung aus und das Verschweigen ihrer Herkunft. Das nicht-darüber-Sprechen führt dazu, dass die Aufhebung des Stigmas erst mit einem Generationenwechsel möglich wird. Bei den Hoyukai ist das Problem ein anderes als bei den Trostfrauen. Sie verschweigen selbst ihre Geschichte.

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JUSTICE


worned recollection II

08:15, 2-Channel Projected Videoinstallation, 2-Fabric on CRT television, 2015


“ WE remember ME”

TRANSITIONAL

JUSTICE

Chan Sook Choi

Kuratorin Daniela Schmidtke

In der Aufarbeitung von Unrechtsregimen hat sich das Konzept Transitional Justice durchgesetzt. Dieses beinhaltet Ansätze für einen Übergang zu Sicherheit und Frieden in einer gespaltenen Gesellschaft. Neben dem Anliegen die Wahrheit aufzudecken und Gerechtigkeit herzustellen, um Täter zu bestrafen und Opfer zu entschädigen, werden gleichzeitig Narrative geschaffen, die das, was in der Vergangenheit passiert ist, erzählen und bewerten. Hier spielen die Geschichten von Zeitzeugen in die Erinnerung- und Aufarbeitungspolitik hinein. Sie gestalten die spätere Wahrnehmung von Opfern und Tätern mit. Persönliche Geschichten von Zeitzeugen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen, werden dabei der kollektiven Erinnerung untergeordnet. Ihre Biographien werden zu Erinnerungsereignissen, die für das einer bestimmten Gruppe geschehene Unrecht stehen. Die individuelle Geschichte von Opfern wird ein Narrativ, das mit den dahinter stehenden Menschen verknüpft ist, bis ihnen Recht widerfährt und vom Schweigen zum Dialog übergegangen wird. Was in den öffentlichen Erzählungen gezeigt, gesagt, offengelassen wird, ist von den Akteuren abhängig. Hier werden Bilder erzeugt und kollektive Erinnerungen produziert. Im Zuge dessen werden die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen zugespitzt, modelliert und zur Durchsetzung politischer Forderungen zu einem Klischee reduziert. Die Künstlerin Chan Sook Choi geht in WE REMEMBER ME der Geschichte von Protagonistinnen zweier Frauengruppen nach, den koreanischen Trostfrauen und den japanischen Hoyukai , deren Schicksale durch die Besatzung Koreas durch Japan, den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgende Geschichts- und Erinnerungspolitik bestimmt ist. Sie thematisiert die Frauen hinter dem Schleier öffentlicher Bilder, Geschichten und Schweigen und fängt die sichtbaren und nichtsichtbaren Einschreibungen der Geschichte in die Biographien der Frauen ein. 1

Die koreanischen Trostfrauen, die während des Krieges von japanischen Soldaten missbraucht wurden, haben noch immer keine Wiedergutmachungsleistungen erhalten. Damit sind die Frauen auf institutioneller Ebene noch nicht rehabilitiert und so ist auch der Kampf um die Anerkennung des ihnen widerfahrenen Unrechts bis heute nicht abgeschlossen. Die Zeitzeugen, diejenigen, die aus erster Hand darüber erzählen können, sind inzwischen sehr alt oder bereits tot. Die Verweigerung auf zwischenstaatlicher Ebene über ihre Schicksale zu sprechen, verhindert eine umfassende Vergangenheitsaufarbeitung.

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Als Hoyukai werden japanische Frauen bezeichnet, die während der Besatzung koreanische Männer geheiratet haben und in Korea leb(t)en. Ihr Leben zeichnet sich durch Diskriminierung aus und das Verschweigen ihrer Herkunft. Das nicht-darüber-Sprechen führt dazu, dass die Aufhebung des Stigmas erst mit einem Generationenwechsel möglich wird. Bei den Hoyukai ist das Problem ein anderes als bei den Trostfrauen. Sie verschweigen selbst ihre Geschichte.

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空白語彙 공백어휘 Accidental gap Wood , Aluminium, Stepper-Motor with Three wave length lamps, Dimension variable, 200 x 20x 20 cm 2015


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空白語彙 공백어휘 Accidental gap Wood , Aluminium, Stepper-Motor with Three wave length lamps, Dimension variable, 200 x 20x 20 cm 2015

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空白語彙 Accidental gap Printed on Paper, 655 x 503mm 2015


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Flash 04:15, 1-Channel Video with printed Photos, 2015


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Flash Book Printed Book, 42p, Coloiur 210 X 297 mm, 2015


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Installations view


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WE remember ME / Preview 07:00 1-Channel video installation, fabric on monitor, 2015


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PERFORMANCE Pung Jung. Gak (Wind-Meaning Engraving) – 11 Dance Project von Joowon Song Aufführungen: 19.11. um 19:30 Uhr und 29.11. um 17:00 Uhr

Pung Jung. Gak ist eine site-specific Performance, die von der Verortung von Menschen handelt. Der Körper eines Menschen hinterlässt eine lineare Spur in der Zeit, die sich in den Raum ausdehnt. Diese Topographie des Körpers ist millionenfach gespeichert. Pung Jung. Gak fragt nach der historischen, körperlichen und räumlichen Geschichte des Körpers in seiner Existenz. Welche Spuren hat das Leben im Körper hinterlassen, wie drücken sich diese aus? Wo existiere ich eigentlich? In Pung Jung. Gak_ Meinblau überlagern sich Geschichten von Ein- und Auswanderern, die in einen Monolog zusammengeführt werden. Es geht, um das Er- und Gelebte und die vorgestellte Zukunft. Jede Geschichte und jede erlebte Situation wird in Bewegung übersetzt, eingebettet in einen choreographischen Rahmen.

11 Dance Project wurde 2004 von der Choreographin Joowon Song gegründet. 11 Dance Project ist ein künstlerisches Gemeinschaftsprojekt, in dem Künstler verschiedener Sparten zusammenkommen, u.a. Lyrik, Musik, Tanz, Bühnenkunst und Film. Darüber hinaus liegt der Fokus auf der Erkundung des urbanen Raums. 11 Dance Project hat das Tanzprojekt „Pung Jung. Gak“- Series entwickelt, mit der Intension, in der fragmentierten zeitgenössischen Lebenswelt Momente der Einheit und Ruhe zu schaffen und der Essenz menschlichen Lebens Ausdruck zu verleihen. Performer: Joowon Song, Arim Jung, Hyun Son Film: Chansook Choi Kostum: Gyonginn Kim Musik: Sungeun Jin Rüumliche Beirat: Ido Shin Performance & Choreography: Joowon Song

Supported by Korea arts management sercixe, Center stage Korea


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Pung Jung. Gak


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JUSTICE

CHAN SOOK CHOI, geboren in Seoul (Süd-Korea), arbeitet mit verschiedenen Medien, u.a. Installation, Sound, Video, Fotografie, Malerei und Zeichnung. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Seoul. Choi studierte Fine Art in Korea und Visuelle Kommunikation sowie Experimentelle Medienkunst an der UDK Berlin. Seit 2003 fokussiert sie auf Experimentalfilm, Film-, Video- und Mixed Media Installationen. Dabei geht es ihr um das Erweitern der Grenzen klassischer und zeitgenössischer Kunst. Sie verbindet Elemente unterschiedlicher Epochen, Kulturen und Genres, um alle Sinne des Betrachters anzusprechen. 2010/2011 erhielt sie eine Förderung von der Nachwuchsförderung des Berliner Senats (NaFöG), 2012 von der Seoul Art Foundation, 2013 vom Arts Council Korea. 2012 wurde Choi vom Sungkok Art Museum in Korea zum “Artist for Tomorrow” gewählt und 2014 zum “New Rising Artist” von der Galerie LOOP, Seoul, Korea. www.chansookchoi.com

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IMPRINT CURATOR I daniela scmidtke PHOTO I ido shin, trinstan deschamps, TEXT I daniela schmidtke All rights reserved. No part of this book may be reproduced in any manner without the written consent oft he author and the publisher CHAN SOOK CHOI © WE remember ME was made thanks to the kind support of city Berlin senat amt ( Nafäg) program 2010. Cooperation with MEIN BLAU e.V Haus 5 Kunst- und Atelierhaus Meinblau Christinenstraße 18-19 10119 Berlin Organisation by ASIA CONTEMPORARY ART PLATFORM NON BERLIN

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