Extra
Im Spital Affoltern geboren
Freitag, 10. Mai 2019
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«Der schönste Beruf der Welt» Bauern im Knonauer Amt – Serie (1) ................................................... von marianne von arx
Zora, 27. April.
Robin, 27. April.
Jonas Laurin, 2. Mai.
Markus und Anna Gerber arbeiten ohne Angestellte täglich auf ihrem Bauernhof in Hausen am Albis mit seinen Tieren, Pflanzen, Fruchtbäumen. Sie sind beide 59 Jahre alt, ihr Sohn und die beiden Töchter haben gute Ausbildungen, führen ihr eigenes Leben. Die kleinen Enkelinnen – die zweite wurde erst kürzlich geboren – erfreuen die Grosseltern, die begeistert von ihnen berichten, ausserordentlich. Die Ahnen von Markus Gerber sind aus dem Kanton Bern eingewandert, sein Vater hatte vier Söhne. Markus ist der zweitälteste und hat den Hof auf eigenen Wunsch übernommen. Wer vom Kloster Kappel aus Richtung Gemeindehaus Hausen am Albis fährt, sieht rechts von der Strasse seinen Bauernhof. Oft grasen Kühe davor. Diese Kühe haben Hörner, was auffällt. («Die sind viel schöner!», meinte neulich mein 8-jähriger Enkel, als wir im Kunsthaus in Zürich die vollendeten Werke klassischer Schweizer Maler, die oft gehörnte Kühe zeigen, bewunderten.)
Bei 500 Kälbergeburten dabei
Felix, 2. Mai. (Bilder Irene Magnin)
herkömmliches
Staunen Die Herkunft des Wortes staunen ist erstaunlich. Es wurde erst im 18. Jahrhundert aus dem Schweizerischen in die hochdeutsche Schriftsprache übernommen und bedeutet eigentlich starr sein oder sich widersetzen. Beides deutet nachweislich auf eine Verwandtschaft mit dem Wort stauen hin, was letztlich nicht verwunderlich ist. Wenn etwas wirklich ins Staunen versetzt, dann stockt der Atem und der Gesichtsausdruck erstarrt, insbesondere bei Kindern, die das Staunen noch nicht verlernt haben. (ubo) In der Serie «Herkömmliches» deutet Urs Boller die mutmassliche Herkunft von Wörtern und Begriffen.
Die Gerbers besitzen 16 Kühe, Kälber, Rinder, 35 Hühner. Markus betont, dass es in Hausen nur noch an die 40 Bauernhöfe gebe – das Knonauer Amt war früher jedoch eine weitgehend bäuerliche Gegend. «Bauer ist der schönste Beruf der Welt», stellt er fest, «an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen.» In den letzten 30 Jahren etwa war er bei 500 Kälbergeburten dabei. Er verteidigt Natürliches wie das Belassen der Hörner. Auch Kühe ohne Hörner könnten verletzen. Es geht ihm und seiner Frau immer um das Tierwohl, obwohl Milchkühe die Kälber nicht bei sich haben. Er klärt auf: «Kühe, die gemolken werden, dürfen nach Vorschrift die Kälber nicht saugen lassen.» Es könne nicht Landwirtschaft betrieben werden, ohne Profit zu machen, dies sei eine Binsenwahrheit. Aber um Profit zu machen, das heisst, von der Landwirtschaft leben zu können, ist es wichtig, von Tieren und Pflanzen viel zu verstehen. Jede Kuh hat ihren eigenen Charakter, Kühe kennen sich untereinander, sie haben ihre Körpersprache. Der älteste Sohn der Gerbers zählt 34 Jahre und ist Polymechaniker. Die
wetter
Markus und Anna Gerber, Bauern in Hausen. (Bild zvg.) 32-jährige Tochter arbeitet mit ihrem Mann auf dem eigenen Bauernhof in Obfelden. Die Jüngste ist jetzt 28 Jahre alt, absolvierte ein Studium als Umweltingenieurin, befasst sich im Engadin mit Gewässern und macht jetzt noch eine Schreinerlehre, denn ihrer Ansicht nach sind Theorie und Praxis im Berufsleben untrennbar.
Herausforderndes Aufgabengebiet Sein damaliger Primarschullehrer Dieter Sturzenegger wollte seinerzeit, dass Markus Gerber das Gymnasium besuche, weil er ein so guter Schüler war. Gerber aber wollte Bauer werden und sah nicht ein, weshalb er den weiten Weg von Hausen nach Zürich und zurück täglich mit dem Postauto zurücklegen sollte. Für ihn steht fest, dass Schüler, die problemlos am Gymnasium lernen, auch gute Bauern sein können.
Die Arbeit soll Freude machen Es lauern auch Gefahren für die Bauern. Markus Gerber ist Befürworter der BUL, der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Betriebe mit Angestellten haben deren Vorschriften umzusetzen. Im Jahr 1997 wurden die Gerbers mit der Sicherheitsplakette der BUL ausgezeichnet. Und weil viele ihrer Kunden Kinder haben, investierten sie weiter in die Sicherheit auch für Kinder. Im 2006 konnten sie als erster Betrieb der Schweiz die Kindersicherheitsplakette der BUL entgegennehmen. Markus Gerbers Schlusswort: «Wir arbeiten zum Leben, nicht umgekehrt. Wir können unser Arbeitsumfeld nach Möglichkeit so gestalten, dass es uns Freude macht».
gedankensprünge
Baked Potatoes mit Speck-Sauerrahm-Cream
Waldweg
800 g Kartoffeln, mehlig 3 EL Olivenöl 360 g Sauerrahm 150 g Bratspeck 1 EL Kräuter, gehackt Salz, Pfeffer
Zubereitung
«Ehe nicht Pankratius, Servatius, Bonifaz und Sophie vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
nutzen und optimieren. Dazu brauche es Sicherheit und Ordnung.
volg-rezept
Zutaten für 4 Personen
bauernregel
Denn mit der Digitalisierung, Technisierung, der ganzen aufwendigen Herausforderung der Moderne werde dem selbstständigen Bauern viel abverlangt. Sein Tagesablauf ist strukturiert, muss es sein. Er steht um fünf Uhr morgens auf, ist dann zwei Stunden lang im Stall beschäftigt. Von 7 bis 8.30 Uhr frühstückt er mit seiner Frau, pausiert. Seine vielen Tätigkeiten haben sich auch nach dem Wetter zu richten, nach der Natur überhaupt. Bauern seien Tierpfleger, Melker, Maschinisten, Buchhalter mit viel Büroarbeit, Käufer, Verkäufer, Gärtner und noch einiges mehr. Die Gerbers verkaufen nicht zuletzt an die Bewohner von Hausen aus eigener Produktion Milch, Eier, Kartoffeln, Kalbfleisch, Obst aus Hochstammbäumen (gespritzt wird nicht), Süssmost, Urdinkel, Brennholz. Markus Gerber möchte die Möglichkeiten des Landwirts
Kartoffeln in eine Schüssel geben, mit Öl, Salz und Pfeffer vermischen, in Alufolie packen und auf dem Grill oder an der Glut weich grillieren. Sauerrahm in eine Schüssel geben. Specktranchen auf dem Grill knusprig braten, kurz abkühlen
kochend
lassen, zerbröseln, unter den Sauerrahm mischen. Kräuter dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, zu den Kartoffeln servieren. Zubereitung: 15 Min. + 1 Std. grillieren.
Verirrt im tiefen Schilderwald Erkenne ich schon ziemlich bald Das Schild zum Ausgang, – das wird schwer Find ich vermutlich niemals mehr Martin Gut
Weitere Rezepte unter www.volg.ch/rezepte/.
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