GuKS Januar Februar 2018

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GEMEINDE UNTER DEM KREUZ DES SÜDENS MENNONITEN BRÜDER GEMEINDEN PARAGUAYS

Jahrgang 52 Januar - Februar 2018 Nr. 1

„Das ist der Heilige Geist, der Geist der Wahrheit ... Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch gegenwärtig sein.” Joh. 14, 171 - GUKS Nr. 6 - 2017


Zu dieser Nummer

IMPRESSUM Herausgeber: Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinde Paraguays Schriftleitung: Randy Sawatzky Editionsrat: Alfred Neufeld, Gabriela Penner, Manuel Eckert, Theodor Unruh, Delbert Warkentin, Layout: Manuel Eckert

Heiliger Geist, der Geist der Wahrheit

Anschrift: Gemeinde unter dem Kreuz des Südens C.d.C. 1154 Asunción - Paraguay Tel/Fax: (595) 021 481-081 E-Mail: mbverein.secretaria@gmail.com; secretaria@ahm.org.py Mitarbeiter: Exekutiv Direktor: Theodor Unruh; Jugendarbeit: Randy Sawatzky; Frauenarbeit; Missionsförderer: Eldon August; Missionsgemeindebegleitung Alto Parana: Esteban Dietrich; Gemeindegründung in den Gutenbergschulen: Horst Uwe Bergen; Schulen: Horst Uwe Bergen; I.B.A.: Victor Wall Campus Gutenberg: Theodor Unruh Öffentlichkeitsarbeit: Delbert Warkentin Administration: Clemens Rahn Die Vereinigung in den Sozialnetzwerken:

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2 - GUKS Nr. 6 - 2016 2 - GUKS Nr. 6 - 2017

Liebe Leser, ich wünsche ein gutes Jahr 2018. Bestimmt wird das soeben angefangene Jahr seine Höhen und Tiefen haben. Das ist halt das Normale bei unserem menschlichen Dasein hier auf der Erde. Bestenfalls erleben wir Schönes, Gutes, Erbauendes und Freudiges. Eventuell kommen schwere Zeiten auf uns zu. Jedoch, wir dürfen zuversichtlich sein. Denn Gott hat uns den Heiligen Geist geschenkt, um bei uns zu sein. Der Heilige Geist ist so nahe, wie es näher nicht geht. Er wohnt in uns, die wir ihm den Raum in unserem Leben zur Verfügung stellen. Der Heilige Geist erneuert, ermutigt, tröstet, ermahnt, belebt, wirkt Frucht, heilt, und vieles mehr in unserem Leben. Daher unsere Gewissheit, dass der Heilige Geist in jeder Situation mit seiner Weisheit und seinem Balsam bei uns sein wird. Der Heilige Geist ist eine Person der Dreieinigkeit Gottes. In den vergangenen zwei Jahren haben wir etwas mehr von Gott Vater und Gott Sohn (Jesus) gelernt. Frischen Sie dieses auf und nehmen Sie die letzten 12 Ausgaben dieser Zeitschrift zur Hand. Dieses Jahr wollen wir in jeder Ausgabe dieser Zeitschrift jeweils eine Eigenschaft, oder einen Aspekt, des Heiligen Geistes besonders in der Rubrik AN(ge)DACHT vertiefen. Daher mache ich Ihnen Mut, aufmerksam und besinnlich die dritte Seite zu lesen. Für eine bereichernde Lektüre haben wir auf den folgenden Seiten auch einige Fotos hinzugefügt, wo Erlebnisse, Informationen, Zeugnisse, Arbeiten und Teil der Geschichte der AHM (Asociación Hermanos Menonitas zu Deutsch Vereinigung) zusammengetragen wurden. Gottes Segen.

Randy Sawatzky Schriftleiter


AN(ge)DACHT

HEILIGER GEIST,

DER GEIST DER WAHRHEIT

…Er (Gott, der Vater) wird euch an meiner Stelle einen anderen Beistand geben, einen der für immer bei euch bleibt. Das ist der Geist der Wahrheit. Diese Welt kann ihn nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht. Aber ihr erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch gegenwärtig sein. Joh. 14, 16-17 Jesus hält seine Abschiedsrede an seine Jünger. Und wie es beim Abschiednehmen von lieben Menschen so ist, ist auch hier die Stimmung bedrückt. Deshalb spricht Jesus den Jüngern Mut zu und verspricht, sie nicht allein, wie Waisenkinder, zurückzulassen, sondern ihnen einen Beistand, einen Helfer, einen Tröster zu schicken, den Heiligen Geist. Dieser wird nicht nur flüchtig bei ihnen vorbeischauen, sondern er wird bei ihnen und in ihnen bleiben. Dieses galt und gilt für Menschen, die Jesus lieben und ihm nachfolgen (V. 15). Die Welt oder die Menschen, die nichts mit Gott zu tun haben wollen, können diesen Beistand nicht empfangen. Er ist für die Kinder Gottes gekommen, die sich für diese Wahrheit öffnen. Der Heilige Geist wird auch Geist der Wahrheit genannt, der uns in diese Wahrheit führen will oder uns helfen wird, die Wahrheit zu verstehen (16, 13). Heutzutage tendieren viele dazu, für sich selbst zu entscheiden, was für ihn/sie Wahrheit ist. Sie sagen: “Es gibt keine absolute Wahrheit, alles ist relativ”. Für uns, als Kinder Gottes, ist Wahrheit nicht nur ein Konzept, sondern eine Person. Mehr am Anfang dieser Abschiedsrede in Joh. 14,6 sagt Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Jesus ist die Wahrheit und der Heilige Geist wird immer auf ihn hinweisen.Er wird nie sich selbst oder irgendeine andere Person verherrlichen. Der Heilige

Geist führt mich also dahin, dass ich Jesus und Gott den Vater immer mehr und besser kennen lerne. Über abstrakte Wahrheiten zu diskutieren ist vielleicht für manche recht interessant. Aber wirklich spannend wird es, wenn der Heilige Geist mir die Wahrheit über mich selber offenbart, und ich anfange in der Wahrheit zu leben. Das ist zwar nicht immer angenehm, besonders wenn es sich um sündige Angewohnheiten und Verhaltensweisen oder Lügengedanken handelt, die sich bei mir eingenistet haben oder es wollen, und die der Heilige Geist aufdeckt. Z.B., wenn ich mich selber wegen eines Versagens anklage und mich in Gedanken runtermache, weist der Heilige Geist mich sanft auf die Gnade hin, und dass es keine Verurteilung gibt für diejenigen, die in Christus sind (Röm. 8,1). Wenn ich glaube, ich bin einer Aufgabe, die mir anvertraut wurde, nicht gewachsen, dann spricht der Heilige Geist mir durch das Wort von Paulus Mut zu: “Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus” (Phil. 4, 13). Wenn ich mich ungeliebt und nicht verstanden fühle von anderen Menschen, weist er mich darauf hin, dass ich so sehr geliebt bin, dass Gott seinen einzigen Sohn für mich hingab, damit ich gerettet würde (Joh. 3,16). Wenn ich hier auf der Erde enttäuscht und verletzt wurde von meinem Vater, und ich glaube dass Gott auch ein strenger, harter Vater ist, der nur darauf wartet mich

zu bestrafen, dann darf ich durch den Heiligen Geist, Abba, den wahren Vater kennen und lieben lernen (Röm. 8,15). Mir persönlich ist bewusst, dass ich noch vieles lernen muss. Je mehr Raum ich dem Geist Gottes in meinem Leben gebe, desto tiefer wird er mich in die Wahrheit führen. Und je mehr diese Wahrheit in mir gefestigt wird, desto freier werde ich. Ich danke Gott für diesen Beistand, den er mir und auch dir zur Seite stellt. Gott segne dich! Waltraut Janz Filadelfia-Ost MBG

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Ordination

Zeugnis von Justo González

Ich komme aus einer anfänglich katholischen Familie. Meine Eltern haben mich, soweit ihr begrenztes Wissen es zuließ, christlich erzogen. Als ich 10 Jahre alt war, gingen sie als Ehe durch schwierige Zeiten. Während dieser Zeit suchte meine verzweifelte Mutter eines Tages Hilfe in einer evangelischen Kirche und hatte eine persönliche Erfahrung mit Jesus. Ich sah die offensichtliche Veränderung in ihrem Leben, hörte Gottes Ruf und folgte gehorsam. Ich lieferte mich komplett Christus aus und zusammen fingen wir an, an den Veranstaltungen der evangelischen Gemeinde teilzunehmen. Obwohl ich noch reichlich wenig von den Folgen meiner Entscheidung verstand, fühlte ich mich zum Mitarbeiten in der Gemeinde hingezogen. Ich begann zu singen und Aufgaben zu erledigen, die man mir zuteilte oder die ich aus Eigeninitiative übernahm. So verging die Zeit bis ich 16 war. Meine Teenager- und Jugendzeit war nicht leicht, da ich viele Fehler machte, die mich und Personen in meinem Umfeld beeinflussten. Jedoch Gott, in seiner Liebe, ließ mich nicht los. An einem Abend, während einer Jugendstunde, traf ich die Entscheidung, meinen Glauben zu festigen und verpflichtete mich gegenüber Gott und seinem Werk. Dieser Entschluss beinhaltete den Wunsch, zum IBA (Instituto Biblico Asuncion) zu gehen.

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Einige Jahre musste ich warten, bis dieser Traum in Erfüllung ging. Doch währenddessen bemühte ich mich, mein Bestes in der Gemeinde zu geben. Ich war Musiker, leitete mehrere Jahre eine große Musikgruppe an, half als Jugendleiter, arbeitete im Ältestenrat mit und packte an, woimmer ich gefragt wurde. 2007 kam die lang ersehnte Gelegenheit, mit dem Studium im IBA zu beginnen. Dieses erforderte gleichzeitig einen großen Glaubensschritt von mir, denn ich musste meine Arbeit kündigen. Ich hatte bis dahin ein gutes Einkommen und einen festen, sicheren Arbeitsplatz. Dennoch fühlte ich, dass jetzt der Zeitpunkt zu einem JA auf Gottes Ruf gekommen war. Im folgenden Jahr begann ich zu studieren und erlebte etwas, was ich bis dahin in meinen vorherigen Ausbildungen nicht erlebt hatte, nämlich Leidenschaft und Freude.

Einige fragten mich, ob ich Pastor werden wollte, worauf ich antwortete: „Ich bereite mich vor, um Gott nützlicher zu sein in dem Bereich, wo er mich braucht, sei es als Pastor, Missionar, Helfer, Musiker oder was auch immer er möchte.” Im letzten Studienjahr, rief Gott meine Frau und mich nach Santaní. Er nahm meine Worte sehr ernst, die ich ihm gegenüber ausgesprochen hatte. Besonders meine Bereitschaft, Ihm irgendwo zu dienen. Heute sind wir überzeugt, dass wir nach seinem Willen leben, denn wir lieben was wir machen und wir lieben den noch mehr, der uns das Privileg dazu gibt. Soweit ein Teil meines Zeugnisses. Danke fürs Lesen. Gott segne dich.

Justo González La Mies, Santaní


Zeugnis von Larry Siemens

Schon als Kind nahm ich Jesus als meinen Retter an. Bald hatte ich den Wunsch, das Wort Gottes weiterzusagen. Natürlich wusste ich nicht, was das alles beinhaltete. Ich hatte meine kindliche Vorstellung. Nach meinem Schulabschluss, hatte ich mit 19 Jahren die Gelegenheit, bei evangelistischen Jugendfreizeiten mitzuarbeiten. Auf diesen Freizeiten bestätigte sich neu der Wunsch, Gott ganz konkret zu dienen. Auf einer dieser Freizeiten traf ich die Entscheidung, zur Bibelschule zu gehen. Gott öffnete mehrere Türen und schon nach einigen Wochen begann ich mit einem vierjährigen Theologiestudium beim IBA. Gott schenkte mir immer mehr Freude und Interesse. Besonders der Lehrund Predigtdienst wurde mir immer wichtiger. Nach meinem Studium hatte ich bald die Gelegenheit, in Chile in einer Gemeinde als Pastor zu arbeiten. Es war eine große Herausforderung für mich. Ich war jung und weit entfernt von Familie und Freunden. Aber Gott bestätigte immer wieder ganz klar meine Berufung. Dieser missionarische

zweijährige Dienst hat mein Leben sehr bereichert. Das, nicht nur als geistliche und transkulturelle Erfahrung, sondern auch weil ich in dieser Zeit meine zukünftige Frau kennenlernte. Nach dieser Zeit kamen wir nach Paraguay zurück, um für fast neun Jahre in der missionarischen Radioarbeit tätig zu sein. Danach bot sich die Gelegenheit, wieder in der Gemeinde in Nueva Toledo als Leiter zu arbeiten. Nach 6 Jahren kam die Anfrage, ob wir in der Gutenbergschule in Campo 9 mitarbeiten könnten. Wir haben dieses als eine große Gelegenheit gesehen. Jetzt sind es schon 5 Jahre, die wir an der Schule arbeiten und etwas über 4 Jahre, seit die Gemeinde „La Mies“, dort vor Ort, ins Leben gerufen wurde. Diese Gemeinde ist für uns ein Segen

und ein Geschenk. Ich hatte schon lange den Wunsch, eine Pionierarbeit zu beginnen. Obzwar es im Dienst für Gott auch Schwierigkeiten und große Herausforderungen gibt, ist es eine Freude und ein Privileg, im Reich Gottes zu arbeiten. Mit meiner Familie erleben wir immer wieder, welch große Freude es macht, wenn Menschen zum Glauben finden oder ihnen geistlich geholfen wird. Instrumente in Gottes Händen zu sein ist eine wunderbare Berufung, die von uns Gehorsam verlangt. Ohne Gottes Hilfe wäre es unmöglich, diese Arbeit treu zu tun. Wir vertrauen fest darauf, dass der Gott, der das Werk in uns angefangen hat, es auch vollenden wird.

Larry Siemens La Mies, Campo 9

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Gemeindebegleitung

Jugendarbeit in der AHM Jugendliche brauchen Gelegenheit, um Erfahrungen mit Gott zu sammeln. Stundenlange Vorträge und Programme über Gott sollten nicht unser absoluter Schwerpunkt in der Jugendarbeit sein, denn Erfahrungen prägen tiefer als Vorträge. So schreibt es sinngemäß Mike Yaconelli in seinem Buch „Focus on You(th)“. Die Jugendlichen in unseren Gemeinden brauchen reife Personen, die ihnen eine lebendige Beziehung mit Gott vorleben und Situationen schaffen, bei denen die Jugendlichen Gottes Präsenz erleben. Dieses wollen wir in unseren Jugendlichen der MB Gemeinden erreichen. Deshalb hat jede Gemeinde Verantwortliche und Zuständige für Jugendarbeit. Auch bekannt als Jugendleiter. Das Herz dieser Jugendleiter schlägt für Gott und für die Jugendgruppe der Gemeinde in der sie mitarbeiten. Daher habe ich die Jugendleiter gefragt: Was wünschst du dir für die Jugendlichen deiner Gemeinde? Die Antworten sehen zusammengefasst wie folgt aus: Ich wünsche mir, sagte ein Jugendleiter, dass jeder Jugendliche eine echte lebensverändernde Begegnung mit Gott hat, die zu einer Abhängigkeit von ihm führt. Ähnlich so äußerte der Nächste den Wunsch, dass die Jugend in einer Jesus Abhängigkeit lebt und dadurch bewusste Integrität/ Echtheit auslebt. Die Jugend sollte Jesus kennenlernen, annehmen, lieben, nachfolgen und dieses dann auch an andere weitergeben. Weiter wünscht sich ein Leiter, dass alle Jugendliche Teil eines Hauskreises sind, wo sie im Glauben wachsen können. Den Wunsch nach geistlichem und sozialem Wachstum wurde auch folgend geäußert:

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Hoffentlich werden die Jugendliche durch die Jugendarbeit motiviert, aktiv im Glauben zu wachsen, es lernen Verantwortung für sich und den Nächsten zu übernehmen und die Gemeinde als ein geistliches Zuhause wahrnehmen. Ein geistliches Zuhause und gute Beziehungen wünscht sich auch ein Leiter für seine Jugend, wenn er sagt, dass wir in einer unverbindlichen Zeit leben und es den Anschein hat, unverbindlich zu sein wäre „cool“. Deshalb wünsche ich mir, dass die Jugend verbindliche Beziehungen zur Gemeinde (Jesus) und zu Freunden haben. Zusätzlich fragte ich die Jugendleiter: Welches ist dein Ziel für nächstes Jahr mit der Jugend? Grundsätzlich wollen die Leiter mit Gottes Hilfe im Bereich der Beziehungen zu den Jugendlichen Zeit investieren. Beziehungen aufbauen, um dadurch Begleitung und Stütze zu sein, damit jeder einzelne Jugendliche im Glauben wächst und zu einem starken Christen heranreift. Ebenso will man weniger Teilnehmer und mehr Mitarbeiter haben, das heißt, mehr Jugendliche in die Arbeit einbinden. Ein weiteres Ziel ist, dass die Jugendarbeit Mittel zum Zweck ist. In anderen Worten gesagt, sollen Events, Einsätze und Projekte dazu dienen, die Jugendliche näher zu Gott zu bringen. Bei Programmen geht es nicht in erster Linie darum, den Terminkalender mit Unterhaltungsprogrammen zu füllen. Ohne Programme geht’s ja nicht, deshalb hat eine Jugendgruppe sich als Ziel gesetzt, durch Veranstaltungen und Einsätzen aktiver zu werden, denn in unserer Wohlstandsgesellschaft ist es leichter Geld als Zeit zu spenden. Durch allem was auch gemacht wird, sollen die Blicke der Jugendlichen

auf Jesus ausgerichtet werden und für den „Noch-nicht-Christen“ will man ein Licht sein, welches auf Jesus hinweist. Diese vorhergehenden Abschnitte geben einen kleinen Einblick in das Herz und die Motivation der Jugendarbeit in der Vereinigung. Wollen weiter für die Jugendleiter und den Jugendlichen beten. Von Seiten der Vereinigung aus planen wir im Mai 2018 eine paartägige Rüstzeit mit Felix Ortiz durchzuführen. Felix ist bekannter Jugendarbeiter und Erzieher. Dieses wollen wir ausnutzen, um von ihm zu lernen. Voraussichtlich werden wir auf dieser Rüstzeit als Jugendleiter mit jeweils 5-6 Jugendlichen pro Gemeinde dabei sein. Dazu wollen wir auch die Jugendarbeiter aus unseren 26 Tochtergemeinden einladen. Dadurch bekommen wir eine gute Gruppe zusammen, um gemeinsam Neues für die Jugendarbeit zu lernen bzw. aufzufrischen, uns gegenseitig zu stärken, ermutigen und Zeit miteinander zu verbringen. Randy Sawatzky Jugendleiter der AHM


Informationen aus der Vereinigung

Neue Sekretärin für die Vereinigung Am 22. Januar steigt Ruth Eitzen als neue Sekretärin in die Arbeit der Vereinigung ein, als Ersatz für Ana Maria Regier. Ruth kommt aus Fernheim. Sie hat das vierjährige IBA Studium absolviert und in den vergangenen zwei Jahren im Büro des Schulamtes in Filadelfia gearbeitet. Wir bedanken uns bei Ana für ihre Arbeit und wünschen Ruth Gottes Segen für ihr neues Arbeitsfeld.

Arbeit von Eldon August Nach einer Auszeit von anderthalb Jahren, steigt Eldon August im Februar wieder halbzeitig in die Arbeit der Vereinigung ein. Eldon wird die Aufgabe als Missionsförderer übernehmen. Im internen Reglement wird die Aufgabe des Missionsförderers wie folgt beschrieben: • Er trägt Verantwortung für die Evangelisations- und Gemeindegründungsarbeit der Vereinigung. • Er begleitet bzw. beaufsichtigt die Gemeindegründungsprojekte der Vereinigung. • Er koordiniert die Anstellung und Einarbeitung von neuen Mitarbeitern im Bereich der Gemeindegründungsarbeit. • Er berät die Lokalgemeinden nach Wunsch in ihren lokalen Missionsarbeiten. • Er fördert, dass im Rahmen der gesamten Vereinigungsarbeit nach der Missionstheologie der Vereinigung gearbeitet wird. • Er arbeitet in der ConVer Kommission mit, wo die Beziehung und die Zusammenarbeit zwischen der Convención und der Vereinigung gezielt geplant und gefördert werden.

• Er ist Mitglied im spanischen Ältestenrat Eldon wird mit seiner Familie in Asunción wohnen und von da aus die Arbeit machen. Wir wünschen ihnen Gottes reichen Segen und seine Hilfe beim Einleben und in der Arbeit.

Neuer Lehrer für das IBA Nach einer dreijährigen Studienzeit am Providence Theological Seminary in Kanada, steigt Marcelo Wall im Februar als vollzeitiger Lehrer beim IBA ein. Marcelo ist mit Miriam Warkentin verheiratet. Er hat das vierjährige Studium beim IBA abgeschlossen und danach einige Jahre als Lehrer für die Christliche Erziehung in der Concordia Schule in Asunción gearbeitet. In den Jahren 2015 bis 2017 studierten Marcelo und Miriam in Kanada. In seinem Masterstudium bei Providence hat Marcelo sich sehr stark auf das Neue Testament konzentriert. Miriam hat ihr Masterstudium im Fach Englisch als Zweitsprache abgeschlossen. Sie wird in diesem Bereich arbeiten. Wir wünschen Marcelo und Miriam Gottes reichen Segen beim Neueinleben in Paraguay und viel Freude für die neue Arbeit.

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Neue Dekanin für FALEVI Nach sechs Jahren im Dienst, hat Andrea Dueck Ende Dezember ihre Arbeit als Dekanin von FALEVI (Sprachfakultät) beim Campus Gutenberg abgegeben. Ab Januar 2018 übernimmt Gabriela Dueck diese Aufgabe. Gabriela kommt ursprünglich aus Menno. Sie ist mit Christian Dueck verheiratet. Gabriela hat beim Instituto Superior de Lenguas bei der Nationalen Universität ihr Deutschstudium und danach FALEVI abgeschlossen. In den letzten zwei Jahren hat sie auch ihr Masterstudium in Erziehungswissenschaft bei der FAHCE gemacht. Wir danken Andrea für ihren langjährigen Einsatz und wünschen Gabriela viel Kraft und Weisheit für ihre neue Arbeit.

Überarbeitung des internen Reglements

Einweihung des 1. Stockwerkes beim Campus Gutenberg

Auf der Delegiertenkonferenz am 3. und 4. Februar 2006 wurde das gegenwärtige interne Reglement der Vereinigung von den Delegierten angenommen. In der praktischen Arbeit der Vereinigung haben sich seit dieser Zeit schon viele Dinge geändert. Daher sah man es für notwendig, das Reglement neu zu überarbeiten. Seit 2013 hat sich die Exekutive intensiv damit beschäftigt. Immer wieder wurden auch Rücksprachen mit dem Vorstand der Vereinigung und auch mit den Gemeinderäten gehalten. Auf der Delegiertenkonferenz im April 2018 soll das überarbeitete Reglement den Delegierten zur Annahme vorgelegt werden.

Im Moment werden die letzten Bauarbeiten beim ersten Stockwerk gemacht. Im nächsten Jahr sollen die neun Klassenräume und fünf Büroräume dann schon voll in Betrieb genommen werden. Für den 23. Februar planen wir eine kleine Einweihungsfeier.

Tauffest in Iglesia Libertad

Theodor Unruh Vereinigungsleiter

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Mitarbeiter ausrĂźsten

IBA Abschluss 24. November 2017

Campus Gutenberg Abschluss 14. December 2017

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Erziehung

STUDIEREN, UM ZU (ver)DIENEN Wie heißt du? Kannst du etwas von dir persönlich mitteilen? Mein Name ist Johnny Neufeld. Ich bin verheiratet und wir haben zwei kleine Kinder. Geboren und aufgewachsen bin ich in der Kolonie Sommerfeld, wo ich auch zurzeit arbeite. Während meiner Kindheit gab es viele Änderungen in der Kolonie, welche dazu führten, dass ich eine Schule besuchen durfte, die vom Ministerium anerkannt war. Dieses erlaubte mir nach dem Schulabschluss weiter zu studieren.

Was hat dich motiviert bei der Fahce (heute - UEP Campus Gutenberg) zu studieren? Schon in der Schule habe ich viel Freude am Lernen gehabt und ich sah, dass sich in unserer Kolonie viel Gelegenheiten boten, jungen Menschen zu helfen. Dieses, und auch die Unterstützung meiner Eltern, hat mich dazu bewegt, Möglichkeiten zu suchen, um weiter zu lernen. Nachdem ich mehrere Erfahrungen in der Gemeindearbeit gemacht hatte, entschloss ich mich eine Ausbildung zu machen, was ich als Führung Gottes ansehe. Aber, „was“ und „wo“ studieren? Ich entschloss mich für „Trabajo Social /Sozialarbeit” in der FAHCE, da mir hier ein Studium auf christlicher Basis geboten wurde. Ich habe viel nachgefragt und gebetet, um mich so vorzubereiten, dass ich nach dem Studium auch die richtigen Werkzeuge besitzen würde,

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um produktiv in der Gesellschaft mitzuhelfen.

Welches sind Werte, die du im Unterricht erhalten hast? (Durch Lehrer oder Mitschüler) Hast du spezielle Erinnerungen von der Studienzeit? Es gibt verschiedene Methoden des Unterrichtens und die Lehrer haben viele von diesen angewendet. Welche ich sehr schätzen gelernt habe, ist die vom selbständigen Lernen. Ich konnte lernen, Wissen zu erlangen, ohne dass es eine direkte Forderung vom Lehrer war. Dieses ist mir auch immer noch sehr wichtig, weil ich jeden Tag vor Situationen stehe und nicht weiß, wie damit umzugehen ist. Dann kann ich nachlesen und mir die nötigen Informationen suchen, um richtige Entscheidungen zu treffen. Wir waren eine Klasse aus verschiedene Gegenden und Kulturen. Dieses hat mich geformt und ich habe viel dazulernen können. Das Leben in einer Stadt ist so total anders als in der Kolonie. Dieses war nicht immer ganz leicht für uns, was aber nicht heißt, dass es negativ war. Eine spezielle Erinnerung von der Studienzeit ist die “Thesis” machen. Das war mit vielen Herausforderungen und viel Arbeit

verbunden, aber heute bin ich froh und Gott dankbar, das ich sie gemacht habe.

Wie sieht dein (Ver) Dienst heute aus? Mein Herz brennt für junge Menschen, das heißt, dass ich es genieße, zu sehen, wenn Jugendliche Fortschritte machen. Sei es im akademischen, sozialen oder wirtschaftlichen Bereich. Diese Gelegenheit bietet sich sehr gut in der Schule. Nach dem Studium habe ich drei Jahre unterrichtet und jetzt bin ich teilzeitig Lehrer und Direktor vom akademischen Bereich an der Schule „El Sendero“ (Sommerfeld). Ich bin Gott dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, weiter zu studieren. Heute begleitet mich mein Studium in meiner täglichen Arbeit. Ich will alles dransetzen, um es weiter für den Bau von Gottes Reich in dieser Welt anzuwenden. Johnny Neufeld Sommerfeld


Worte des Vereinigungsleiters In den vergangenen Monaten konnte ich bei mehreren Treffen dabei sein, wo die Ordinationskandidaten, Justo & Lilian González, Larry & Susi Siemens und Julio & Wendy Oyanguren ihre Zeugnisse von ihrer Bekehrung und ihrer Berufung zum Dienst erzählten. Diese Zeugnisse haben mich wieder tief bewegt. Sie brachten zum Ausdruck, dass Gott einen ganz besonderen Weg mit einer jeden Person hat. Oft erscheint einem der Weg im ersten Moment etwas komisch oder vielleicht auch unverständlich. Und meistens erkennt man erst im Nachhinein, wie wunderbar Gott andre oder uns geführt und für den Dienst vorbereitet hat. Die Vorbereitungsphase selber, ist ebenfalls des Öfteren nicht ganz einfach, aber Gott hat seine Wege. Mir ist auch aufgefallen, dass sie immer wieder vom Gehorsam und von ihrer persönlichen Hingabe gesprochen haben. Sie haben den Ruf Gottes klar verspürt, und dann sind sie diesem gehorsam gewesen. Dieser Gehorsam erforderte von ihnen Opfer- und manchmal auch Risikobereitschaft. Aber so ist es

eigentlich immer auf dem Weg der Nachfolge. Wenn Gott ruft, dann können wir meistens nicht den ganzen Weg sehen. Es ist ein zaghaftes Losgehen, in dem Vertrauen, dass Gott uns Schritt für Schritt den rechten Weg führen wird. In Josua 1,9 haben wir die wunderbare Zusage Gottes: „Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin mit dir, wohin du auch gehst.“ In den Zeugnissen kam auch zum Ausdruck, dass die Geschwister sich darüber klar waren, dass sie am richtigen Platz waren. Dieses gab ihnen einen Frieden und eine tiefe innere Freude. Zu wissen, dass man auf dem Platz ist, wo Gott uns haben will, ist eines der schönsten Dinge, die es in unserem Leben gibt. Dieses Wissen gibt uns immer wieder die Kraft und das Durchhaltevermögen. Auch dann, wenn es in der Arbeit Sorgen, Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt.

zusammenzuarbeiten, die sich von Gott für ihren spezifischen Dienst berufen wissen. Sie tun den Dienst nicht aus Zwang oder unter Druck, sondern aus Hingabe und Liebe zu Gott. Als Gemeinden können wir dankbar sein, dass wir in der Vereinigung solche motivierten Mitarbeiter haben – in den Gemeinden selber, in den Schulen, im Radio, in der Universität und in der Verwaltung. Wichtig ist aber auch, diese Mitarbeiter immer wieder zu unterstützen indem wir sie ermutigen und für sie beten. Ein segnendes Wort, eine Dankeskarte, ein ermutigender „mensaje“ oder auch ein Besuch können in diesem Sinne sehr hilfreich sein. Wollen wir uns für das Jahr 2018 wieder neu vornehmen, die Mitarbeiter der Vereinigung mit unseren Gebeten zu tragen. Sie machen die Arbeit in unserem Auftrag. Theodor Unruh Vereinigungsleiter

Es ist ein besonderes Vorrecht, in der Vereinigung mit vielen Geschwistern

Delegiertenkonferenz 2018 Vermerke dir das Datum, komm und sei dabei! 12 - 14 Apirl 2018 Campus Gutenberg Asunción

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Gemeinden der AHM

Gottes Geschichte mit unserer Gemeindefamilie Die Mennoniten Brüder Gemeinde in Paraguay Mit dieser Ausgabe der Zeitschrift „Gemeinde unter dem Kreuz des Südens (GuKS)” wollen wir eine Serie von Berichten beginnen, wo wir einen kleinen Ein- und Überblick von den sieben deutschen Brüder Gemeinden von Paraguay geben möchten. Alfred Neufeld wird in den folgenden Ausgaben der GuKS jeweils einen Bericht zu den einzelnen Gemeinden schreiben. In dieser ersten Folge möchte ich einen allgemeinen Überblick zu der Mennoniten Brüder Gemeinde von Paraguay geben. Die erste MB Gemeinde in Paraguay wurde am 9. Juni 1930 im Dorf Gnadenheim, Fernheim, gegründet. Später entstanden dann die MB Gemeinden in Friesland (3. Oktober 1937), Orloff – später Karlsruhe (1944), Neuland (2. Mai 1948), Volendam (9. November 1949), Asunción (7. Mai 1963) und Blumental (5. Januar 1964). Am 4. November 1990 teilte sich die Brüder Gemeinde von Filadelfia und gründete zusammen mit der Gemeinde von Karlsruhe die Gemeinden MBG Filadelfia und Filadelfia-Ost MBG. Am 2. und 3. Juli 1961 wurde in Filadelfia die Konferenz der Mennoniten Brüder Gemeinden von Paraguay gegründet. Zu Beginn des Jahres 1962 hatten die Gemeinden der Konferenz eine totale Gliederzahl von 1.098 Personen. Durch die starke Abwanderung nach Kanada und Deutschland verloren die Gemeinde dann aber sehr viele Glieder. Im Juni 1967 wurde die niedrigste Gliederzahl von nur 935 Personen verzeichnet. Am 31. Dezember 1971 hatte die

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Vereinigung dann aber schon wieder eine Gliederzahl von 1.014 Personen. Ende 1981 wurde eine Gliederzahl von 1.130 Personen angegeben, während es Ende 1991 schon 1.362 waren. Am 31. Dezember 2001 zählten die sieben MB Gemeinden eine totale Gliederzahl von 1.623 Personen und am 31. Dezember 2011 waren es 1.969 Personen. Am 31. Dezember 2016 hatten die deutschen Gemeinden der Vereinigung eine totale Gliederzahl von 2.106 Personen. Für viele Jahre hatte die Vereinigung den Namen „Paraguayische Konferenz der Mennonitischen Brüdergemeinden“. Mit der Änderung des Statuts im Dezember 1991, erhielt die Konferenz den Namen „Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinden von Paraguay“. Der legale Name der Vereinigung ist: Asociación Hermanos Menonitas (AHM). Im Januar 1955 fing die Mennoniten Brüder Gemeinde von Nordamerika mit der Missionsarbeit in Paraguay an. Dieses geschah immer in enger Zusammenarbeit mit den MB Gemeinden von Paraguay. Nachdem die ersten fünf spanischen Gemeinden gegründet worden waren, wurde am 1. Mai 1971 die Convención de Iglesias Paraguayas Hermanos Menonitas gegründet. Heute hat die Convención 58 Gemeinden mit einer totalen Gliederzahl von 4.132 Personen. Die Vereinigung und die Convención haben immer wieder danach gestrebt, in einer engen Beziehung zueinander zu stehen. Gemeinsam verwalten die zwei Konferenzen das IBA und Radio OBEIRA. Um das gemeinsame

Gespräch zu fördern, wurde vor einigen Jahren eine Kommission gegründet, die sich „ConVer“ nennt. Diese Kommission, in der vier Personen aus jeder Konferenz vertreten sind, trifft sich drei bis viermal im Jahr, um Informationen, Fragen und Gebetsanliegen auszutauschen. Im Jahre 1987 fing die Vereinigung mit einer Gemeindegründungsarbeit in Alto Paraná an. Im Moment gibt es in dieser Zone des Landes drei Gemeinden, die von der Vereinigung begleitet werden. 2011 wurde dann auch die Gemeindegründungsarbeit in den Gutenbergschulen angefangen. Auch hier gibt es im Moment drei La Mies Gemeinden. Diese sechs Gemeinden, zusammen mit den 20 Missionsgemeinden der sieben Vereinigungsgemeinden, hatten am 31. Dezember 2016 eine totale Gliederzahl von 1.666 Personen. Gott hat die MB Gemeinden in Paraguay reichlich gesegnet. Es hat immer wieder große Herausforderungen und manchmal auch schwere Krisen gegeben. Aber Gott hat gesegnet. Obwohl wir eine relativ kleine Zahl sind, hat Gott uns in Paraguay viele und große Türen geöffnet. Durch die einzelnen MB Gemeinden und durch unsere gemeinsame Arbeit in der Vereinigung, konnten wir einen großen Einfluss in unserem Land ausüben. In den folgenden Artikeln werden wir einen tieferen Einblick in Geschichte und Gegenwart der sieben deutschen MB Gemeinden bekommen. Theodor Unruh Vereinigungsleiter