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Trouvaillen

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NICOLAS BERCHEM

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1621/22 Haarlem – Amsterdam 1683

Die Kuhtränke. 1680 Radierung. 28,1 x 37,7 cm Bartsch I/I (von II), Dutuit und Hollstein 1/II (von V) Provenienz: F. Gawet 1806 (Lugt 1005 und 1069) E. Galichon (Lugt 856) A. Artaria (Lugt 33) T. Graf (Lugt 1092a und 1092b) F. Quiring (Lugt 1041c) C. G. Boerner, Düsseldorf, Neue Lagerliste 53, 1969, Nr. 11 Deutsche Privatsammlung

Berchem’s most celebrated print (G. S. Keyes) Das reife Meisterblatt des Künstlers in einem superben Frühdruck, von geradezu überwältigendem luminaristischem Reiz, wie ihn nur die allerersten Abzüge bieten können, bei denen das kalligraphische Lineament noch in fast rußigem Tiefschwarz brillant kontrastiert zu den absichtsvoll unbearbeitetet gebliebenen, gleichsam vom Licht überstrahlten Partien der Komposition. Ces épreuves sont extrêmement rare, bemerkte bereits Bartsch. Vor den späteren Verlegeradressen von N. Visscher und Leon Schenck bzw. deren Löschung. Der früheste erreichbare Zustand, nachdem die beiden Probedrucke des I. Etats sich heute in der Collection Dutuit, Paris und im British Museum befinden. Mit der Plattenkante bzw. hauchfeinem Rändchen darüber hinaus. Vereinzelte, sorgsam geschlossene Randläsuren haben selbst bedeutende Graphiksammler nicht abgehalten, das brillant gedruckte Exemplar in ihre Kollektionen aufzunehmen, wie die illustre Provenienz belegt. In seiner wohl letzten Radierung zelebriert der Künstler geradezu eines seiner beliebtesten bukolischen Sujets, eine Viehherde mit einer Gruppe von Hirten an der Tränke im Schatten römisch-antiker Ruinen: In the case of The cows at the Watering Place, Berchem incorporates animals into a larger composition of great elegance. The ample, open foreground is hemmed in by massive ruins and steep hills jutting up immediately behind. Berchem virtually omits the far distance, only offering a glimpse of remote hills, largely screened by the peasants at right. Clifford S. Ackley felicitously described the «balletic grace» of the sujet while stressing Berchem’s reliance on strong contrasts and rhytmic, calligraphic contours. (G. S. Keyes)

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