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transmediale R채ume Tryangle Deutschland | Portugal | Frankreich performing arts research laboratories LAB #2 chantier workshops transforming silence Video, Objekte, Sounds Ausstellung tanzhaus nrw Fachhochschule D체sseldorf Fachbereich Design / Medien Anja Vormann / Gunnar Friel / Christian Geiger

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Transmediale Räume

Digitale Medien eröffnen stetig neue Kommunikationsfelder, in denen Disziplinen wie Gestaltung, Video, Musik und Tanz selbstverständlich zusammenlaufen. Das Projekt „transmediale Räume“ hatte zum Ziel, an den Schnittstellen dieser Disziplinen neue Formen des Ausdrucks und der Interaktion zu entwickeln. Seit 2011 erforschen Studierende aus den Seminaren von Anja Vormann, Gunnar Friel und Christian Geiger im Bereich Video, Medien und Hypermedia an der Fachhochschule Düsseldorf in Kooperation mit international renommierten Künstlern und dem tanzhaus nrw die Räume zwischen ihren Disziplinen. Dabei entstanden mediale Inszenierungen, Videos, Objekte, Installationen und Performances. Motiviert war das Vorhaben durch ein Interesse an der Erforschung interdisziplinärer Ausdrucks- und Erfahrungsräume auch in den Bereichen Kunst und Wissenschaft. Düsseldorf, als Stadt mit einer hohen Dichte an Kunstmuseen und kulturellen Institutionen, bietet zahlreiche Diskussionsplattformen und Möglichkeiten zur Präsentation der Ergebnisse. Die Dokumentation zeigt nicht nur diese Ergebnisse, sondern auch den Prozess ihrer Entstehung. Zwischen den verschiedenen Disziplinen mit ihren spezifischen Perspektiven entsteht in der Zusammenarbeit ein Transformationsraum, in dem sich Sprache, Materialien, Werkzeuge und Wahrnehmung neu entwickeln können.

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Neue Räume medial – interdisziplinär - prozessorientiert

Die vorliegende Dokumentation zeigt Medienprojekte, die 2012 und 2013 in Kooperation des Fachbereichs Design der Fachhochschule Düsseldorf mit dem tanzhaus nrw durchgeführt wurden. Das tanzhaus nrw definiert sich über die programmatische Verankerung eines „erweiterten Tanzbegriffs“. Im Dialog der Kulturen und Kunstsparten sollen neue Formen des Ausdrucks gesucht werden – dabei interessiert vor allem eine Interaktion von Tanz und neuen Medien. Das tanzhaus nrw ist international vernetzt mit medial ausgerichteten Künstlern und Institutionen, über die „Temps d’images“ auch mit dem Fernsehsender ARTE. Eine Kooperation ist aus Hochschulsicht interessant, weil Studierende eine professionelle Bühne zur Präsentation ihrer Arbeiten bekommen und zudem einen Einblick in interdisziplinäre und prozessorientierte Arbeitsstrukturen. „Tryangle“ war das erste gemeinsame Projekt im Sommer 2012. 2013 folgten die „Chantiers“ und die Ausstellung „Transforming Silence“ im Rahmen des Festivals „Temps d’images“. Jedes Format stellte unterschiedliche Anforderung und ermöglichte jeweils spezifische Einblicke in die Praxis.

Tryangle, performing arts research laboratories Das Labor wurde mit einer zwölfköpfigen Studentengruppe realisiert, als Video- und Webdokumentation eines zweiwöchigen internationalen, EU-geförderten Workshops. Internationale Künstler aus den Sparten Choreografie, Musikkomposition, Schauspiel, Video, Filmregie, Bühnendesign und bildende Kunst arbeiteten zusammen. Wichtiger als das Ergebnis war – wie es Claudia Galhós, in ihrem täglichen Blog über das Lab beschrieb: „Die Rolle von Künstlern in unserer heutigen Gesellschaft zu thematisieren. Mit der Art zu produzieren, zu arbeiten und kreative Prozesse zu durchlaufen, zu experimentieren, sie vielleicht sogar zu kritisieren ...“ Tägliche Berichte in Form von Fotos, Videos und Texten waren Teil der Projektstruktur. Zusätzlich gaben wöchentlich eingeladene Spezialisten ein Feedback zu den Arbeitsprozessen. Die unterschiedlichen

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Dokumentationsformate gaben jeweils aus ihrer Perspektive den europäischen Tryangle-Partnern einen täglichen Einblick in die Aktionen vor Ort. Der Begriff der Dokumentation wurde im Tryangle-Labor auf allen Ebenen stark diskutiert. Dokumentiert wurde nicht hierarchisch, rückblickend aus einer Perspektive, sondern multiperspektivisch, mehr beobachtend als wertend. Dokumentation war hier komplex und offen, Ausgangspunkt für Diskussionen, Revisionspunkt zur Umstrukturierung von Prozessen. Welche Position wird in der Dokumentation eingenommen? – Stört oder verändert sie den Prozess? ... Es wurde viel in der Gruppe – aber auch in Auseinandersetzung mit den beteiligten Künstlern und Institutionen – diskutiert. (www.tryangle.eu).

Chantiers Die „Chantiers“ wurden vom tanzhaus nrw als Format entwickelt, um einen Raum für die Begegnung unterschiedlicher Kunstsparten zu schaffen. Sie sind Baustellen für forschungsorientiertes Arbeiten. 2011 fand das erste „Chantier“ in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Düsseldorf statt. Die japanische Choreografin Yoshie Shibahara arbeitete gemeinsam mit den Studenten Tobias Daemgen und Moritz Ellerich. Unter dem Arbeitstitel „wurzelvegetationspunkt – kalyptra“ entwickelten sie eine audiovisuelle Rauminstallation, in der Klang, Bild und Körper in einen Dialog treten. Die Produktion zweier weiterer Stücke begann im Sommer 2012. In interdisziplinären Seminaren von Medientechnikern, -informatikern und Designstudenten wurden unter der gemeinsamen Leitung mit Prof. Christian Geiger Konzepte für interaktive Bühnenszenarien und mediale Inszenierungen erarbeitet. Im Januar 2013 wurde auf Vermittlung des tanzhaus nrw eine interaktive Life-Performance mit dem ehemaligen Pina-Bausch-Tänzer und Choreografen Fabien Prioville, dem Musiker HAUSCHKA und den Studierenden Michael Kutz, Martin Kutz, Felix Hofschulte und Sandra Ehlen umgesetzt. (www.fabienprioville.com) (www.hauschka-net.de) Eine zweite interaktive Inszenierung, die sich mit der Relation von Tänzer und Schatten auseinandersetzte, entstand in Zusammenarbeit des Tänzers und Choreografen Paolo Fossa, der Tänzerin

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Giada Scuderi und der Studierenden Magdalena Bohn, Jennifer Stark, Tobias Hoffmann, Jochen Feitsch, Stefan Meyer, Christian Mortsiefer und Daniel Seeger. In der medialen Begleitung der Bühnenstücke konnten die Studierenden komplexes, fachübergreifendes Arbeiten kennenlernen. Durch die individuellen Wünsche und starke Umsetzungskraft der Künstler wurden die Studenten zusätzlich motiviert und gefordert. In der Produktion interaktiver medialer Inszenierungen werden Parameter des Raums, der Zeit, der Gestenerkennung, des Sounds und des Bildes in ihrem Verhältnis zueinander gewichtet und transformiert. Dabei bewerten alle Beteiligten jeweils aus ihrer Disziplin heraus Ideen und Ergebnisse.

Temps d’images Das Festival für Tanz- und Medienkunst wurde 2002 von dem Fernsehsender ARTE und dem Kunst- und Kulturzentrum LA FERME DU BUISSON, Scène Nationale de Marne-la-Vallée, gegründet. Ziel war es, interdisziplinäres Arbeiten und Forschen in Form von internationalen Koproduktionen zu fördern. Mittlerweile findet das Festival in zehn Ländern – Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Polen, Rumänien, Ungarn und der Türkei – statt. Die deutsche Dependance ist das tanzhaus nrw. (www.tempsdimages.eu) Im Rahmen des Festivals wurde im Januar 2013 die Ausstellung „Transforming Silence“ gemeinsam mit dem Medienkünstler Gunnar Friel realisiert. Ausgestellt wurden Texte, Bücher, Fotos, Videoarbeiten und Installationen von Studierenden aus dem Bereich Video und Hypermedia, in denen die Beziehungen von Ton und Bild synästhetisch, mathematisch, analog, assoziativ, interaktiv manipulierbar waren. Sie thematisierten die Sensibilität des Materials und die Kraft gestalterischer Gewichtung. Die Ausstellungsgestaltung übernahmen Nadine Nebel, Benjamin Nast, Thomas Quack, Clemens Müller und Edi Winarni, Studierende des Fachs Exhibition Design. Allen Projekten ist gemeinsam, dass sie kooperativ, interdisziplinär – gestalterisch und zugleich technisch – ausgerichtet sind. Der Begriff der Transformation spielt in allen Projekten eine zentrale Rolle.

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Technische Transformationen verschalten Werkzeuge unterschiedlicher Kontexte und entwickeln neue Formen der Darstellung. Über den Erfahrungstransfer auf der kommunikativen Ebene entwickelt sich – im Prozess einer wechselseitigen Übersetzung – eine Offenheit gegenüber fremden Perspektiven und Ansichten. In prozessorientierten Arbeitsstrukturen können vom Entwurf bis zur Realisation Kontexte, Ziele und Methoden miteinander abgeglichen und verschaltet und damit Emergenzen geschaffen und Neues entwickelt werden. Interdisziplinäres Arbeiten wird zunehmend als neue Qualität der Lehre entdeckt und ist auch notwendig in der Ausbildung des Fachs der audiovisuellen Medien.

Audiovisuelle Medien Das Fach Video/Film hat an Designhochschulen über die Digitalisierung eine starke Wandlung erfahren. Noch vor einer Generation wurden Filme und Videos vorwiegend für Fernsehen, Kino und Festivals produziert. Unabhängig von dem Format war der Rezipient immer passiv. Bildinhalte wurden real gefilmt, im Studio inszeniert oder über verschiedene handwerkliche Techniken erstellt und animiert. Heute werden Formate wie Spielfilm, Dokumentarfilm, Experimentalfilm, ... ernstzunehmend nur an Filmhochschulen gelehrt. Hier werden die notwendigen Kompetenzen über ein differenziertes Lehrangebot vermittelt. Kaum eine Designhochschule ist in diesem Feld noch konkurrenzfähig. Andererseits hat das Fach der audiovisuellen Medien an den Designhochschulen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung an Relevanz gewonnen. Digitale Schnittstellen und Transformationen ermöglichen eine Verschaltung aller Disziplinen des Designs. Heute lässt sich jedes Material animieren, ob Grafik, Text, Zeichen, Fotografie, 3-D-Objekt, ... Die Videoaufnahme ist nicht mehr allein auf eine professionelle Kamera angewiesen, gute Qualität liefern nahezu alle mobilen Geräte, wie Fotokameras, Handys, iPads; zudem lässt sich aus jeder Datei oder Information auch ein bewegtes Bild generieren. Die Information ist flüssig und wandelbar, sie passiert jeden Kontext und schlägt eine Brücke zwischen den Disziplinen.

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Audiovisuelle Medien sind Teil eines sich ständig wandelnden technischen Gefüges aus Datenübertragung, Apparaten und Medienformaten, darüber entwickeln sich neue Qualitäten des Mediums, die für die Lehre des Fachs an Bedeutung gewinnen. Attribute wie „mobil, interaktiv, räumlich erfahrbar, individuell manipulierbar, …“ sind heute auch den audiovisuellen Medien zuzuschreiben. Video kann Text sein, Videomagazin, videobasierte Website, Teil einer App, eines Theaterstücks, einer Navigation. Video ist Satellitenbild, Orientierungshilfe in Operationen, Teil eines interaktiven Lernprogramms oder Simulationsmedium virtueller Welten, ... Über die mediale Verbreitung und die diversen Formen der Präsenz stellen sich neue Aufgaben für die Lehre des bewegten Bildes. Im mobilen Mediengebrauch ist der Raum der Rezeption offener und unberechenbarer als der des Kinos oder Fernsehens. Das Medienprodukt steht, gewollt oder nicht, immer im Dialog mit dem realen Umfeld. Jeder Apparat, jede Software ist spezifisch konfiguriert und das Bewegtbild liefert daran angepasst einen Zugang zur Realität – das macht eine Zusammenarbeit von Technik und Design erforderlich. Qualitäten wie Interaktivität erfordern komplexe und neue Strategien des Erzählens. Mischformate wie Videomagazine und videobasierte Websites führen Bewegtbild und Text zusammen und verlangen den Erfahrungsaustausch der Designdisziplinen. Filme und Videos werden nicht mehr nur passiv rezipiert, es wird mit ihnen kommuniziert, gehandelt, gelernt, gespielt, sich orientiert, … sie sind verwoben mit dem alltäglichen Leben, sodass auch der gesellschaftlich-kulturelle Aspekt längst eine Dimension des Entwurfs geworden ist. Für die Disziplin der audiovisuellen Medien gilt es, auch auf handwerklicher Ebene etwas zurückzugewinnen. Kompetenzen wie eine ruhige Kameraführung, Schnitttechniken und Abspanngestaltung, die früher für das Lehrgebiet wichtig waren, werden heute durch Softwaretools ersetzt und stehen als Instantprodukte für den Laien bereit. Auch hier gilt es, neue Bilder und Formen des Erzählens zu entwickeln, um die Sprache der Disziplin gegen den Strom vorgefertigter Medienprodukte zu erweitern. In der heutigen Medienlandschaft reicht es nicht aus, Gestaltungskonventionen und Sehgewohnheiten auf neue Kontexte zu übertragen – jeder Kontext, jedes neue Medienformat ist speziell konfiguriert

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und eröffnet neue Möglichkeiten für das bewegte Bild. Diese können im interdisziplinären Dialog der gestalterischen, technischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereiche verhandelt und entwickelt werden.

Anja Vormann

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Kollaborationen Vernetzte Künstler – vernetzte Institutionen

Anfang Januar 2013 veranstaltete das tanzhaus nrw in Zusammen arbeit mit der Heinrich-Heine-Universität und der Fachhochschule Düsseldorf eine Tagung, die unter dem Titel „Kollaborationen“ nach Modellen der Kommunikation und künstlerischen Strategien im Dialog von Choreografen und Medienkünstlern fragte. Im Rahmen von Vorträgen, Gesprächsrunden und Lectures wurden verschiedene Interaktionsformen zwischen Tanz- und Medienkunst und Kommunikationsstrukturen zwischen Tanz- und Medienkünstlern untersucht. Ein thematischer Schwerpunkt lag auf dem Verhältnis von Visualisierung und Verbalisierung in künstlerischen Arbeitsprozessen: ein spannendes und – wie sich im Laufe der Tagung herauskristallisierte – intensiv diskutiertes Thema im Spannungsfeld von individuellen Modellen und allgemeingültigen Strategien. Der Begriff des Labors steht in diesem Zusammenhang als assoziativer Anknüpfungspunkt eines veränderten Werk- und Arbeitsbegriffs, der sich seit einiger Zeit sowohl im Tanz als auch in anderen Kunstsparten herausgebildet hat und den prozessualen, dialogischen und vernetzten Charakter von kollaborativen Modellen der Kunstproduktion zwischen Künstlern umschreibt. Im Rahmen dieser Tagung gab Frieder Weiss, Künstler und Spezialist für interaktive Computersysteme, Einblick in seine langjährige Arbeitspraxis im Austausch von Choreografie, Videokunst und interaktiven Computersystemen. Zahlreiche Studierende, unter anderem auch aus verschiedenen Studiengängen der Fachhochschule Düsseldorf, saßen im Auditorium und wandten sich im anschließenden Gespräch an ihn persönlich. Frieder Weiss, der bahnbrechende Computerprogramme und interaktive Systeme wie „EyeCon“ entwickelt hat, auf die sich eine nachkommende Generation von Software-Entwicklern, Mediendesignern und Künstlern immer noch bezieht und die weltweit in Bühneninszenierungen sowohl im Kunstkontext als auch im kommerziellen Bereich eingesetzt werden. Was war sein Fazit auf die Frage nach einer gelungenen Zusammenarbeit von Bühnenkünstlern, Medienkünstlern und kreativen Systementwicklern? Dass es für eine gelungene interdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig sei, eine kommunikative Ebene zu finden, auf der sich die „in verschiedenen Sprachen

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beheimateten“ Partner treffen können. Denn jeder Kunstkontext hat seine eigenen sprachlichen Codierungen, die im Prozess des interdisziplinären Austauschs nicht unbedingt automatisch miteinander korrelieren. In jeder Form von Kollaboration ist der Prozess der Annäherung und der Definierung eines gemeinsamen ästhetischen Raumes essenziell. Das geht nur über die Entwicklung von Vertrauen, die positive Umlenkung von scheinbar gescheiterten Versuchen und die Suche nach einer gemeinsamen visuellen oder verbalen Sprache, die sich an die Visionen aller am kreativen Prozess Beteiligten annähert. Fast liest sich das wie ein Rezept nicht nur für eine gelungene Kollaboration zwischen Künstlern, sondern auch für eine gelungene Kooperation zwischen Institutionen. Auch wenn der Name des tanzhaus nrw in einer ersten Assoziation dazu führt, dass man ein Haus imaginiert, in dem „nur“ und „ausschließlich“ Tanz einen Platz findet, so sollte die Assoziationskette in eine andere Richtung geleitet werden: das tanzhaus als Gastgeber anderer Künste und als gastfreundlicher Ort für interdisziplinäre Projekte, als offene und vernetzte Struktur, die von einem erweiterten Tanzbegriff ausgeht, verschiedene Körperbilder und Kunstkonzepte vermitteln will und bewusst Überschreitungen hin zu anderen Kunstsparten und Institutionen sucht. Auch in der Vernetzung mit Institutionen, die sich in zahlreichen Kooperationen niederschlägt, gilt, was Frieder Weiss für kommunikative Modelle in der künstlerischen Kollaboration vorschlägt: Die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, über die ein sich wechselseitig inspirierender Dialog entstehen kann, bildet die Basis jeglicher Kooperation. Im Sommer 2012 waren über 20 Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen europäischen Ländern und verschiedenen künstlerischen Disziplinen wie Tanz, Videokunst, Theater, Literatur und Musik nach Düsseldorf eingeladen, sich im Rahmen eines Labors während zweier Wochen über Visionen, Politik, Projektideen oder Arbeitsmodelle auszutauschen. Das „Tryangle“ genannte Netzwerkprojekt entstand aus der Zusammenarbeit von drei Theatern beziehungsweise Produktions- und Probenzentren in Portugal, Frankreich und Deutschland. Das tanzhaus nrw als deutscher Partner suchte für die Dokumentation des Projekts Kontakt zum Videobereich des Studiengangs Design der Fachhochschule Düsseldorf. Neben der europäischen Kooperation mit den drei beteiligten Partnern entstand somit ein weiteres,

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auf einer regionalen Ebene angelegtes Netzwerk. Studierende der FH Düsseldorf waren in die intensiven Prozesse nicht nur auf der dokumentarischen Ebene eingebunden, sondern traten in aktiven Austausch mit den Künstlern, aus dem sich Arbeitsbeziehungen auch über den Zeitraum des Labors hinaus entwickelten. Auch wenn Kooperationen wie die zwischen dem tanzhaus nrw und dem Fachbereich Design der Fachhochschule Düsseldorf in erster Linie ihr Ziel darin haben, junge Künstler und Studierende, die an der Schwelle zur Professionalität stehen, zusammenzubringen, so bergen solche Formen der vernetzenden Zusammenarbeit auch viele Impulse für die Institutionen selbst. Aufbauend auf einer grundsätzlichen Neugierde auf die jeweils anderen Strukturen und auf die Menschen, mit denen man ein Austauschprojekt vorbereitet, kann eine fruchtbare und reinigende Wirkung eintreten, die kurzfristig die eigene Arbeitsroutine stört und hinterfragt und langfristig dazu führt, die eigenen Kommunikationsstrukturen zu überdenken und neue Impulse zu generieren. Das Projekt „Tryangle“ zeigt als exemplarische Vernetzung zwischen dem tanzhaus nrw und der Fachhochschule Düsseldorf, dass Kooperationen auf institutioneller Ebene zwar „politisch gewollt“ sein können, aber letztendlich immer von einzelnen Kuratoren, Künstlern, Professoren und Dozenten abhängen, die miteinander in Kontakt treten, Projekte initiieren, Netzwerke initiieren, kollaborative Strukturen etablieren und dabei den Energieeinsatz nicht scheuen, nach einer gemeinsamen Sprache zu suchen.

Henrike Kollmar

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Daily Chronicle

Day 01 Wie man das Leben genieSSt, mit Anleitungen für einen Fremden Manche meinen, dass Glück das ultimative Ziel für jedermann sei. Andere behaupten, dass man es nie erreiche. Manche denken, dass Künstler die freiesten Menschen seien, von Glück als einer Möglichkeit zu träumen. Sie verfügen über die notwendige Kreativität, die Fähigkeiten und die Intelligenz, die Welt zu verändern. Oder sogar eine neue Welt zu erfinden. Aber dann hat jemand die Idee, ein Setting zu organisieren, mit so wenig Regeln, Rahmenbedingungen und Auflagen wie möglich – man versucht, einen Ort zu schaffen, wo Künstler einfach Künstler sein können und sich keine Gedanken um Produktionsmittel machen oder auf den Kunstmarkt reagieren, ein kommerziell verwertbares Kunstprodukt schaffen müssen – und die Künstler widersetzen sich dem. Manche meinen, die Rolle eines Künstlers im heutigen Leben sei die, eine neue WeltUNordnung zu kreieren (dieser Ausdruck wurde von der Zigeuner-Künstlerin Ema Dei beim Tryangle in Marseille verwendet). Andere meinen, man brauche immer eine gewisse Ordnung, um überhaupt die Möglichkeit zu schaffen, das Existierende zu (hinter-)fragen. Künstler, so denken manche, sind die Privilegierten in diesem Raum dazwischen. Aus dieser Instabilität heraus gelangen sie zu einer umfassenderen und reicheren Perspektive auf das Leben. Man ist aus dem Gleichgewicht und jede künstlerische Geste oder jeder Schritt ist nur ein Verändern der Position, immer im gefährlichen Ausgleichen zwischen Ordnung und Unordnung. In ihrem Buch „Theatre & the Body“ sagt Colette Conroy, dass wir in der Lage sein müssen, Ideen als Möglichkeiten zu nutzen. Wenn Ideen neue Perspektiven aufzeigen und daraus der Wunsch entsteht, tief mit der Welt und dem wirklichen Leben verbunden zu sein, müssen Künstler mit diesen beiden Kräften umgehen. Künstlern, die mit einem Problem konfrontiert sind, beziehungsweise Künstlern, die hinterfragen und ihre Zweifel artikulieren, denen traut man den

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Umgang mit dieser Problematik zu: Sie scheinen in der Lage zu sein, einer Utopie, die Welt zu verändern, näherzukommen. Kommunizieren ist ein sehr komplexes Thema. Ein Dialog ist immer eine Unterhaltung, die sich in zwei Richtungen vollzieht. Missverständnisse sind dabei an der Tagesordnung. Eine Haltung dazu könnte sein: „Ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst.“ Das ist natürlich auch eine Frage der Perspektive. Aber das sollten Künstler wissen. Und so ist die Sprache eines Künstlers, die so sehr durch Fantasie angetrieben wird, geprägt von Missverständnissen. Für Künstler ist das Einstürzen von Meinungen zu jeder zeitgenössischen Handlung oder jedem Wort, an dem der Künstler teilhaben lässt, Material für Musik, mit der er dem ruhelosen Körper einen Klang verleiht, wie weit entfernt auch immer von der Intention, mit der er sie in die Welt gesetzt hat. Mehr als 40 Leute am Tisch begannen den Tag mit einer Besprechung über den Ablauf des ersten Tages der kollektiven künstlerischen Forschungsarbeit. Die 20 Künstler, das Technikteam, das Medien- und Dokumentationsteam, die Leute vom tanzhaus und von der DesignFakultät. Die Initiatoren des Projektes erklärten den minimalen organisatorischen Rahmen, in dem das Projekt ablaufen sollte: jeden Morgen um 10 Uhr ein Meeting, um zu besprechen, wie der Tag ablaufen würde, dann das Forum (hier gibt es einen erheblichen Unterschied zu dem Format des „Marktes“, wie es bei Colina und auch noch beim Tryangle in Marseille hieß) und schließlich abends um 18 Uhr das Diskussions-Meeting. Der Vorschlag wurde wegen des zeitlichen Aufwands heftig diskutiert. Am Ende des Tages kam von Jayrope der zunächst absurd erscheinende Vorschlag, sich mit einer Gruppe von Leuten auf der Toilette von Burger King die Zähne zu putzen. Eine andere Gruppe suchte mit Gisle Martens Meyer in Düsseldorfs Straßen nach dem Klang der Stadt, eine weitere übte mit Cécile Martin auf der großen tanzhaus-Bühne zu fliegen, manche absolvierten ein Tanztraining ohne Lehrer, das mit der Frage von Dejan Srhoj, was ein Warm-up sei und was ein Training, eröffnete. Wieder andere beteiligten sich an Jayropes und Gui Garridos offenem Workshop für „looping“ (Herstellen von musikalischen Schleifen) – auf einem Plan an der Wand angekündigt als „Looper’s Delight“. Kingsley A. Odiaka sprach in einer offenen

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Diskussion mit Jayrope über sein Forschungsinteresse, und Gui Garrido stellte in einem der Tanzstudios ein Setting her, um in Zusammenarbeit mit dem Medienteam Porträts der Künstler anzufertigen. Das alles zeigt, dass es sehr verschiedene Ansätze gibt, etwas zu beginnen, wie Gui in der Nachmittagsbesprechung anmerkte. Wie auch immer, mit erfrischender Freimütigkeit und Offenheit hat ein Künstler die Mittel, die Optionen von Glück lebendig zu halten; und indem er das tut, ist er vielleicht sogar offen für die Begegnung mit einem Fremden.

Day 02 Am Abgrund der Ruhe und die Kunst, eine Unterhaltung zu führen Man kann wohl behaupten, dass bei jedem Forschungstreffen, wo eine Gruppe von zwei oder mehr Leuten zusammenkommt, unweigerlich Gespräche entstehen, selbst wenn diese Personen aus unterschiedlichen Kunstrichtungen kommen. Seltsamerweise trifft diese Tatsache im tanzhaus noch mehr zu, als die 20 Künstler vom Tryangle-Künstlerlabor sich in Düsseldorf in einen tiefschürfenden Prozess begeben, um sich über künstlerische Arbeitsweisen auszutauschen. Was bedeutet das? Eigentlich bedeutet es, dass die Kommunikationsformen und die Anzahl der Gespräche sich dabei multiplizieren. Dies geschieht, während Vorschläge gemacht werden, die sehr auf die Auswirkungen auf den Körper in einem bestimmten Zusammenhang gerichtet sind. Und das geschieht auch, während die Künstler über Verfahren zum Sammeln von Klängen oder Bildern sprechen, deren Bedeutung, Beschaffenheit und Anordnung danach umgewandelt werden soll. Und dies vollzieht sich auch in Prozessen, bei denen man auf Erfahrungen der Verkörperung stößt – entweder im Rahmen einer theoretischen Debatte oder einer Diskussion oder beim Austausch von künstlerischen Perspektiven. Kommunikation entsteht im Rahmen von mehr oder weniger privaten Unterhaltungen, doch sie sind ein Zeichen für das tiefe Bedürfnis, mehr über den Anderen zu erfahren, einander Ideen und Erfahrungen mitzuteilen, um so eine fundierte Basis für einen bereichernden Austausch zu schaffen. Auf diese Weise können wir ein berührendes, wunderbares, inspirierendes und

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entwaffnendes Erlebnis miteinander teilen. Dabei sein zu dürfen bei diesem Wunder, Zeuge dieses Austauschs zu sein, ist ein echtes Privileg. Und es hat das gleiche Niveau wie ein körperliches, performatives Ereignis oder das Experimentieren mit verschiedenen künstlerischen Medien. Fast so, als wäre man bei einer privaten, delikaten und fragilen Situation dabei, bei der die Teilnehmer ihre ganze Verwundbarkeit offenlegen. Und in diesem Prozess entsteht auf einmal die Möglichkeit, jemanden zu entdecken, der sich bisher der Aufmerksamkeit entzogen hatte. Das passiert so während einiger Gesprächssituationen. Und jeder, auch wenn er nicht direkt an dem Gespräch beteiligt ist, kann ihnen aus der Nähe folgen und sie wie ein privilegierter Zuschauer beobachten. Die Qualität, Intensität und der Inhalt des produzierten künstlerischen Materials entsprechen dem Niveau jeder anderen Improvisationsstrategie oder Erinnerung von Artefakten, Bildern oder Choreografie-Lexika, die in einem strukturierteren Performance-Rahmen entwickelt wurden. Dies war der Fall bei den Unterhaltungen zwischen Jayrope und Kingsley A. Odiaka im Zusammenhang mit dem Projekt „Hoffnungen der Jugend“ und ebenso bei den Veränderungsprozessen in Céciles Flugprojekt. Ein weiteres Beispiel ist die Strategie, auf die Li Alin beim Entwickeln von Material für das Projekt „Sex ohne Sex“ bei den ständigen persönlichen Begegnungen mit den anderen Künstlern stieß. Dazu kommt noch der Austausch von Meinungen und Standpunkten zu den jeweiligen Experimenten und Projekten in ihrer Entstehungsphase. Zusätzlich gibt es noch die Treffen im Forum am Morgen und die Treffen am Abend um sechs Uhr, bei denen man sich über das, was während des Tages passiert war, austauschen konnte – vergleichbar mit den Ritualen einer großen Familie, die sich nach einer Reise wieder zusammenfindet und deren Mitglieder sich gegenseitig von ihren Erlebnissen erzählen. Wenn man sich Céciles Flugprojekt als Beispiel nimmt, dann drehte sich die künstlerische Recherche gerade noch um Aspekte des Fliegens, wendete sich dann in persönliche Gespräche, um dann in performative Strukturen überzugehen – und das mit einer Tiefe, die selten ist. In den letzten Jahrzehnten ist ja das Format von Konferenzen oder wissenschaftlichen Vorträgen als eine performative Form

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üblich geworden. Aber manchmal ist es gar nicht nötig, so weit zu gehen. Ein wirklich engagierter Austausch zwischen zwei Menschen ist bereits eine großartige Erfahrung, auch für denjenigen, der das Glück hat, bei diesem Gespräch dabei sein zu können. Und diese Situation enthält bereits das Potenzial, eine störende oder gar verstörende Wirkung zu erzeugen, die jedes als zeitgenössisch definierte Kunstwerk haben sollte. Aber was macht letztendlich eine zeitgenössische künstlerische Arbeit zu einem Kunstwerk von Rang?

Claudia Galhós Übersetzung: Claudia Herms

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Tryangle / Mediateam

Als eine Gruppe von zwölf Studierenden der Fachhochschule Düsseldorf, aus den Fachbereichen Design und Medieninformatik, stellten wir während des Festivals Tryangle das Medienteam. Unsere Aufgabe war es, zusammen mit Henrike Kollmar und Anja Vormann, das Festival, das sich nur an einem Tag für Publikum öffnet, für die Außenwelt mit einem täglichen Videoclip zu dokumentieren sowie den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern medialen Support für ihre Projekte anzubieten. Das mediale Fenster zur Außenwelt dieses introvertierten/intimen Festivals zu gestalten stellte uns von Beginn an vor Fragen: Welche Dokumentationsform ist am besten geeignet für die Atmosphäre der Übung? ... der Entwicklung? ... der Ent- und Verspannung? Ausgerüstet mit fünf Videokameras, Tonaufzeichnung und Fotokameras sowie einer Website, die auf unsere multimedialen Uploads wartete, stürzten wir uns erst mal ins Geschehen und flitzten von Raum zu Raum, um möglichst viele Momente der parallel stattfindenden Arbeiten in den verschiedenen Studios aufzuzeichnen. Das Ergebnis reichte. Für eine bunte Collage der stimmungsvollen Bilder, die mal hier mal dort eingefangen wurden und wie Trailer neugierig machten auf mehr. ERMÜDUNGSERSCHEINUNGEN. Bereits nach den ersten Tagen des Festivals zeichneten sich erste Müdigkeiten über diesen Dokumentationswahn ab: bei den Künstlern und Künstlerinnen – über die ständige Beobachtung durch eine unserer Kameras; bei uns – über die Atemlosigkeit unseres Zeitplans; bei allen Beteiligten – über die Clip-Artigkeit der Videos. Die kreative Krise fordert die Neusortierung. Der Mikrokosmos Tryangle Düsseldorf begann sich in den verschiedenen Plenums-Zusammensetzungen über die Sinnhaftigkeit dieser Dokumentation auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen: Was ist, wenn auf den Trailer kein Film folgt? Wie können wir unsere Kapazitäten, bestehend aus Equipment, Zeit und Personen, so nutzen, dass wir mit unseren Arbeitsergebnissen zufrieden sind? Was können wir tun, um die notwendige Intimität der Entwicklungsprozesse nicht zu stören, sondern zu unterstützen? Und vor allem: Wer macht hier eigentlich was für wen? Tür zu, Kamera aus. Echtzeit aus, Dialog an. Inhalt rein, Stimmung raus.

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Die Vielfalt der Überlegungen und Bedürfnisse forderte ihren Raum. Von außen betrachtet wurde viel geredet, wenig gedreht, an dieser Stelle des Prozesses. Auch das ist Kommunikationsdesign? Vor allem das: die Aushandlung von angemessenen Formaten, die Rhythmisierung der Zusammenarbeit und die Ver- und Entspannung der Synapsen im Team.

Sandra Ehlen

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Schnittstelle musik.bild.bewegung Computerunterstützte Musik- und Tanzinterfaces – technische und gestalterische Expertise unterstützt künstlerischen Ausdruck

Musik und tänzerische Bewegung als ursprüngliche und jahrhundertealte Ausdrucksformen menschlichen Daseins gelten in unserer Kultur für viele Menschen als wichtiger Faktor der Lebensqualität. Will man die klangliche Mächtigkeit von Klangsynthesesystemen verwenden beziehungsweise bewegungsfokussierte Medientechnologien für künstlerischen Ausdruck nutzen, müssen die Benutzungsschnittstellen eine Offenheit für menschliches Verhalten bieten, welche die Breite, Tiefe und Qualität der Benutzereingaben adäquat in multimediale Darstellungsformen übertragen kann. Dies stellt den Entwickler und Gestalter medialer Inszenierungen vor Probleme, die oft aus anderen Bereichen der Mensch-Maschine-Interaktion in ähnlicher Form bekannt sind. Durch den hohen künstlerischen Anspruch der Beteiligten ergeben sich jedoch neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Computerunterstützte Musik- und Tanzinterfaces stellen in der Gestaltung und Realisierung hohe Anforderungen, da solche Ansätze meist sowohl mit den technischen und gestalterischen Qualitätskriterien von Computerspielen als auch mit denen traditioneller künstlerischer Ausdrucksformen assoziiert werden. Die zugrunde liegenden technischen Systeme bieten mittlerweile eine für den künstlerischen Ausdruck hinreichende Qualität, sodass die Benutzungsschnittstelle immer mehr in den Vordergrund rückt. Für die Entwicklung geeigneter Lösungen benötigt man umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten, die typischerweise nicht in einer einzelnen Disziplin zu finden sind. Eine effektive und effiziente Zusammenarbeit der Bereiche Technik, Gestaltung und Musik/Tanz ist daher notwendig. Im Rahmen der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Mediale Inszenierungen“ arbeiten wir an der Fachhochschule Düsseldorf an neuen Mensch-Technik-Schnittstellen, die einen starken Bezug zu künstlerischen Inhalten aufweisen. Ziel ist es dabei stets, den geforderten künstlerischen Ausdruck durch technische und gestalterische Stilmittel optimal zu unterstützen. Das setzt Flexibilität, Kommunikationswillen und ein notwendiges Maß an Empathie voraus, da die Denk-

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welten von Medientechnikern, Gestaltern und Künstlern recht unterschiedlich sein können. Die gemeinsam mit Anja Vormann durchgeführte Veranstaltung ermöglicht die Entwicklung aufwendiger Medieninstallationen über ein bis zwei Semester im Rahmen eines interdisziplinären Teams von Gestaltern und Technikern. Zu Beginn wird ein allgemeiner Themenbereich vorgestellt. Dabei präsentieren Teilnehmer die Ergebnisse der Arbeiten des letzten Semesters. Dies ermöglicht „Neueinsteigern“ einen ersten Eindruck der Anforderungen und Möglichkeiten dieser Form der Projektarbeit. Anschließend haben die Teilnehmer ein bis zwei Wochen Zeit, sich in Projektgruppen zu einem bestimmten eigenen Thema zusammenzufinden. Unterstützt wird diese Gruppenbildung durch unterschiedliche Kreativitätstechniken und Zwischenpräsentationen, bei denen Studierende Ideen zu oder Interessen an bestimmten Themen im Kurs vorstellen. Nach erfolgter Gruppenbildung und einer weiteren Konzeptionsphase wird das gefundene Thema wiederum im Kurs vorgestellt und kritisch, aber konstruktiv diskutiert. Im Laufe der Veranstaltung werden anschließend verschiedene Prototypen realisiert, die sich jeweils auf die verschiedenen relevanten Bereiche Technik, Gestaltung, Interaktion sowie anwenderspezifische Anforderungen fokussieren. Dabei ist es wichtig, dass sich einerseits die verschiedenen Disziplinen in den Teams möglichst gleichberechtigt mit ihren jeweiligen Kompetenzen in den Entwicklungsprozess einbringen können, andererseits aber der nutzerorientierte Fokus der Projekte erhalten bleibt. Ein wichtiges Ziel der Projekte ist stets, die medientechnische und mediengestalterische Unterstützung der Künstler aus einer kompetenten Dienstleistungsperspektive zu gewährleisten und neben der Entwicklung originärer Ansätze den Anforderungen der potenziellen Nutzer weitestgehend zu entsprechen. In der Vergangenheit hat sich die Kommunikation in den interdisziplinären Projektgruppen und mit den Auftraggebern als mindestens gleichberechtigte Herausforderung neben den gestalterischen und technischen Anforderungen herausgestellt. Bereits früh versuchen die Betreuer des Seminars ein möglichst realistisches Umfeld der Projektarbeiten zu schaffen. Dies erfolgt zum einen in der frühzeitigen Kontaktaufnahme zu kooperierenden Institutionen wie dem tanzhaus nrw oder Künstlern, Musikern beziehungsweise Tänzern aus den Kontaktnetzwerken der Betreuer. So wurden die hier vorgestellten Projekte zum Beispiel auf dem

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Workshop „Innovative Computerbasierte Musikinterfaces“ der Konferenz „Mensch und Computer“ in Konstanz vorgestellt, dem „Temps d’images“-Festival des tanzhaus nrw und der Researcher’s Night in Düsseldorf. Die bisherigen Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass die Kombination der unterschiedlichen Kompetenzen neue Ausdrucksformen möglich macht, die zum Teil sogar den hohen Ansprüchen der Künstler an professionelle mediale Unterstützung genügen. Der zusätzliche Aufwand bei der Projektbearbeitung durch die im späteren Berufsleben regelmäßig erfahrbaren Herausforderungen wie feste Terminstrukturen, dynamisch variierende Anforderungen während der Entwicklung und begrenzte Ressourcen wird durch die positive Resonanz der Auftraggeber und die Mitwirkung an anspruchsvollen künstlerischen Produktionen belohnt. Dies ist für alle Beteiligten oft der Grund, ein Folgeprojekt im nächsten Semester zu belegen beziehungsweise die gemachten Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse in ähnlichen Projekten einzusetzen.

Prof. Christian Geiger

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ZEIT DER BILDER Zeitgenössischer Tanz und Medienkunst im tanzhaus nrw

Bereits seit seinen Anfängen ist der zeitgenössische Tanz offen für Kollaborationen mit anderen Kunstformen. Choreografen arbeiten nicht nur mit bildenden Künstlern, Musikern und Theaterleuten zusammen, sondern suchen über die Zusammenarbeit mit Medienkünstlern nach neuen visuellen Dimensionen und nach kontextuellen Verschiebungen von Körperbildern. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Programmplanung des tanzhaus nrw seit seiner Eröffnung 1998 in der Präsentation von Gastspielen, Tanzinstallationen und Bühnenproduktionen in Zusammenarbeit von Choreografen und Medienkünstlern. Es entstanden langfristig angelegte Projekte, die sich an der Schnittstelle von Tanz, Performance, Medienkunst und künstlerischer Forschung bewegten. Im Rahmen des jährlichen Festivals „Temps d’images“ bündelte sich seit dem Jahr 2005 diese Entwicklung programmatisch. Seitdem stellten über 100 Künstlerinnen und Künstler, darunter junge Talente und international erfahrene Künstler, interdisziplinäre Projekte zwischen Tanzinstallation, experimentellen Videotanz-Projekten oder interaktiven Choreografien vor. In Kooperation mit zehn europäischen Partner-Institutionen, einschließlich des Kultursenders ARTE, wurden zahlreiche Gastspiele bereits bestehender Stücke, Uraufführungen neuer Projekte und Medienkunst-Ausstellungen einem interessierten und wachsenden Publikum in Düsseldorf vorgestellt. Kompanien wie die australische Gruppe Chunky Move von Gideon Obarzanek, die mit innovativer Medientechnologie unter anderem von Frieder Weiss arbeitet, und Künstler wie der Japaner Hiroaki Umeda, der mit zugleich überwältigenden und minimalistischen Projektionen in Verbindung mit einem von Streetdance-Elementen inspirierten Tanzstil überzeugte, waren im Rahmen von „Temps d’images“ zu Gast. International bekannte Choreografinnen wie die Kanadierin Ginette Laurin mit der Gruppe O Vertigo oder Projekte wie die Zusammenarbeit des Medienkollektivs Granular Synthesis mit dem französischen Choreografen Angelin Preljocaj zeigten bereits auf der Bühne des tanzhaus nrw beeindruckende visuelle Inszenierungen. Künstler wie der Wiener Bildhauer Jan Machacek hinterfragten in subversiven Performances das Verhältnis von Medientechnologien und medial geprägter Wahrnehmung, Gruppen wie „Me and the Machine“ aus

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Großbritannien schufen eine poetische, künstlerische Reflexion über das Verhältnis von visueller und taktiler Körpererfahrung durch den Einsatz von immersiver Technologie. Im Rahmen des Festivalkonzepts „Temps d’images“ werden Künstler aus unterschiedlichen Disziplinen zu „Chantiers“ – intensiven künstlerischen Begegnungen – eingeladen. Dieser Austausch und an Forschung orientierte Prozess wird während des Festivals bei informellen Präsentationen für ein interessiertes Publikum geöffnet, ohne dass dabei „fertige“ Stücke erwartet werden. In diesem Kontext entstand eine inspirierende Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Düsseldorf und dem tanzhaus nrw. Studierende aus den Studiengängen Design und Medien unter der Leitung von Prof. Anja Vormann und Prof. Christian Geiger arbeiteten im Dezember 2012 und Januar 2013 gemeinsam mit Choreografen, die über das tanzhaus nrw für die Kooperation empfohlen wurden, an interaktiven Bühnenperformances. Der ehemalige Pina-BauschTänzer Fabien Prioville entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Musiker HAUSCHKA und den Studierenden eine interaktive Live-Performance mit den künstlerischen Parametern von Tanzbewegung, Sound und Videoprojektionen. Unter dem Titel „Transition“ arbeitete eine Gruppe von Studierenden mit dem Düsseldorfer Choreografen Paolo Fossa und der Tänzerin Giada Scuderi an einer inhaltlich ausgerichteten Inszenierung von transitorischen Prozessen, angelehnt an das Fünf-Phasen-Modell der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Hier stand die Verbindung von computergenerierten Visualisierungen mit choreografischen Elementen im Vordergrund. Der Forschungscharakter steht auch in Kooperationen mit anderen Institutionen, wie etwa dem Institut für Kultur und Medien der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf, im Vordergrund: Seit 2006 finden regelmäßig gemeinsame Tagungen zu medientheoretischen Fragestellungen statt. In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln präsentierten bereits unter anderem Studierende und Absolventen Medieninstallationen in den Studios und im Foyer des tanzhaus nrw. Im Rahmen der Festivalausgabe 2013 von „Temps d’images“ entstand eine Ausstellung mit Medienarbeiten, kuratiert von Anja Vormann und Gunnar Friel, die inhaltlich und konzeptuell in überzeugender Weise

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mit der Programmatik des Festivals korrespondierte und zu einer Öffnung des Hauses für neue Zuschauergruppen aus dem Umfeld von Design und Medienkunst führte. Bereits im Jahr 2012 war durch die Initiative von Prof. Anja Vormann ein ambitioniertes Kooperationsprojekt zwischen der Fachhochschule Düsseldorf und dem tanzhaus nrw entstanden. Im Rahmen des interdisziplinären Künstlerlabors Tryangle kamen mehr als 20 Künstler aus verschiedenen Ländern Europas und aus unterschiedlichen Kunstdisziplinen wie Film, Theater, Tanz, Architektur und bildender Kunst zusammen, um sich über künstlerische Fragestellungen und Produktionsstrukturen auszutauschen. Ein engagiertes Medienteam, das sich aus Studierenden des Fachbereichs Design unter der Leitung von Anja Vormann zusammensetzte, dokumentierte den Arbeitsprozess über Fotografien und Videofilme, die zeitnah auf der Website des von der Europäischen Union geförderten Projektes veröffentlicht wurden. Im Rahmen des zweiwöchigen Künstlerlabors entstand eine lebendige Kommunikation zwischen den beteiligten Künstlern und den Studenten, die unter anderem in weiterführende Kontakte mündete. Das Projekt Tryangle und die verschiedenen Kooperationen stehen modellhaft für die im zeitgenössischen Tanz etablierten Arbeitsformen der Kunstproduktion. Denn längst haben sich nicht nur die Genregrenzen, die Kunst als Medien- oder Tanzkunst definieren, aufgelöst, sondern im Rahmen von kooperativen Arbeitskonzepten verschieben sich auch Abgrenzungen und gängige Definitionen von Funktionszuschreibungen.

Stefan Schwarz

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Transforming Silence

Ausstellung im tanzhaus nrw: „Temps d’images“ – es gibt die Videos, die Klänge, die Geräusche, Fotos, die Projektoren, Laptops, Lautsprecher und Kopfhörer, Festplatten und Kabel. Wie stellen wir das hier aus? Wir stehen vor Fensterscheiben, hinter Fensterscheiben, eigentlich auf einer Bühne. Wir gehen durch den Raum – oben auf der Empore bei den Lampen, die Wände berühren, der Raumplan am Boden, hocken wir drum rum, vertikal, horizontal. Die Achsen verschränken sich, der Raum ist Volumen. Die Lichtstrahlen sichtbar. Wie zeigen wir etwas, ohne viel zu bauen, mit dem was da ist, was sowieso schon existiert – dem Ganzen nichts Neues hinzufügen, sondern mit dem Bestehenden arbeiten, rearrangieren, wiederverwerten, transformieren. Material, Bilder, schwarzer Vorhang. Wir suchen in Archiven, in Suchmaschinen, in Depots, in Regalen, in Ablagen, in Speichern … im Keller des Tanzhauses, hinter und unter der Bühne, dort kommen die Materialien her. Bodenplatten, Stühle, Scheinwerfer. Es könnten die Reste vom Abend zuvor sein, die noch nicht abgebaut sind. Spuren von der letzten Vorstellung. Es sind die Reste vom letzten Abend. Niemand weiß das. Christoph Schäfer, Initiator des Park Fiction Projektes in Hamburg erwähnt immer wieder Henri Lefebvre und seine sozialen Theorien. Bei Park Fiction ging es seit Mitte der 90er Jahre um die Gestaltung von öffentlichem Raum, Wunschproduktion als Gestaltungsziel, keine Endgültigkeit, Flächen, Treffpunkte, Stadtteil leben. „Nach Henri Lefevre ist Raum nicht da, um von etwas erfüllt zu werden, sondern er wird produziert, beziehungsweise entsteht durch Relationen und Verbindungen aus unterschiedlichen Handlungen und Empfindungen. Demnach existiert „Raum“ nicht fest stehend, sondern konstituiert sich immer wieder neu im Prozess seiner Veränderung.“ (Andrea Benze, Kunstforum Bd. 218, 2012, Der urbane Blick; Henri Lefebvre, La production de l’espace, Editions Anthropos, 1974)

Unser gesellschaftliches Interesse gilt zunehmend sozialen Themen, digitalen Vernetzungen und partizipativen Prozessen. Es geht weniger um die Produktion von realen Objekten als um die gemeinsame Entwicklung von Abläufen, Erlebnissen und Handlungen. Raum konstituiert sich heute stärker durch die in ihm stattfindenden Prozesse als durch seine architektonische Beschaffenheit. Gleichzeitig legen

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wir über unsere „materielle“ eine digitale „immaterielle“ Welt und beschäftigen uns zunehmend mit dem Austausch und dem Verhältnis dieser beiden Welten. Das Internet als globales Kommunikationsnetz verbindet uns drahtlos und unsichtbar. Wir senden Magnetwellen, untersuchen unsere Körper tomografisch, zeichnen Wärmebilder auf, nutzen ultraviolette Strahlung und Radioaktivität. Der Wandel von Materie beschäftigt uns so gesehen täglich im Umgang mit den Geräten und Materialien, die diese Strahlen und Wellen versenden und empfangen, speichern und weiterleiten. Eine historische, medienarchäologische Untersuchung dieser Maschinen und Apparate ist die Grundlage für das Verständnis unserer digitalen, mikroelektronischen Kultur. Gleichzeitig gibt es auf gesellschaftlicher Ebene neue Möglichkeiten der Vernetzung. Wir können uns in medialen Räumen treffen, wir nutzen Wolken als Speicher und wir könnten global denken und lokal handeln. Hat die zunehmende Bedeutung von immateriellen Phänomenen eine Auswirkung auf unsere Vorstellung von Gesellschaft? Gibt es – und wenn ja: was ist – digitale Materialität? Digitalität ist das Ergebnis von wissenschaftlicher Forschung und damit eine Daseinsform, die auf Relationen beruht und Materie explizit ausschließt. Trotzdem oder gerade deswegen scheint sie uns einen neuen Zugang zu Bildern und Materie und assoziativen Verknüpfungen zu ermöglichen. Oder ist gerade dies eine Täuschung? An welchen Stellen und durch welche Mittel verbindet sich die digitale Struktur mit der materiellen Welt? Diese Fragestellungen zur Materialität, Medialität und zu Formen des Transformierens haben wir in den Mittelpunkt der Ausstellung „Transforming Silence“ gestellt. Vor diesem Hintergrund positioniert sich das Thema der Ausstellung, nämlich die Erscheinung von Sound und Musik und deren Wechselwirkung mit Bildern und Objekten. Hier zeigt sich in doppelter Hinsicht eine Auflösung von „Sichtbarkeit“. Zum einen die Unsichtbarkeit von Klang und Musik schlechthin und zum anderen deren „Immaterialität“ als digitale Datei. Die zur Herstellung von Sichtbarkeit nötigen Prozesse entstehen auf unterschiedlichen Wegen und erschöpfen sich nie in der reinen Transformation. Wenn Lisa Spielmann in ihrer Gesangsperformance Mietzahlungsaufforderungsschreiben ihres Vermieters einsingt und dann in einem rechnerischen Permutationsverfahren zu einer Art digitaler Soundstruktur verformt, dann sind ihr persönlicher Bezug zu den Briefen und ihre Stimme als Sängerin die entscheidenden Komponenten

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im Wechselspiel mit den mathematischen, technischen Strukturen. Edi D. Winarni zeigt in der Rückführung der Beuys’schen Performance „Ja, ja, ja, ja, ja. Ne, ne, ne, ne, ne.“ in die Notenschrift die Verwandlung von „Fluxus“ und Aktion in ein klassisches, traditionelles Notenheft auf einem Notenständer. Eine Aufforderung zum Gesang, zur Interaktion oder ein stilles Lesen der Noten und Blättern der Seiten. Im Rückbezug auf das künstlerische Werk, das sich durch seinen rein performativen Charakter auszeichnet, entsteht ein Objekt, das scheinbar in einem reinen Materialisierungsvorgang die ursprüngliche Aktion verwandelt und in ihrem Sinn modifiziert, indem es sie reproduzierbar und aufführbar macht. Ein gegenläufiger Vorgang im Sinne einer Dematerialisierung findet sich in den projizierten Soundteppichen von Somi Jung. Die Koreanerin spielt in einem meditativ inspirierten Verfahren mit ihrer E-Gitarre die Muster von orientalischen Teppichen ein. In der digitalen Darstellung der Tonspuren im Schnittprogramm wird der Teppich sichtbar und sein Muster hörbar. Es entsteht eine akustische Form der Webtechnik, die an die frühen Stücke von Steve Reich erinnert und zugleich die Form des Videos ad absurdum führt, da sich in der Projektion nur eine feine Cursorlinie bewegt, die kontinuierlich die aktuelle Position auf der Zeitachse markiert. Fast alle Videos zeichnen sich durch minimale Verschiebungen, präzise Setzungen und klare Strukturen aus, die trotzdem unerklärlich und offen bleiben, indem sie Wahrnehmungsschleifen oder -oszillationen anregen oder Persönliches grundlegend einbeziehen. Eines der wenigen Objekte in der Ausstellung ist Christina Karababas „Hand Glove“, der an ein filmisches Requisit aus einem Splatterfilm erinnert. Es handelt sich um die Darstellung der Luftverwirbelung an einer behaarten Hand. Die Situation wurde in einem 3-D-Programm simuliert und die Daten wurden als 3-D-Druck in einem gummiartigen Material zweifarbig ausgegeben. Die Visualisierung der eigentlich unsichtbaren Strömungen wirkt in Kombination mit der hyperrealen Plastizität eigenartig unheimlich. Die Oberfläche steht gläsern, wachsartig im Kontrast zu den schwarz gummierten Haaren. Der wissenschaftliche Kontext dient Karababa als Inspiration für ihr Objekt, das in einer Glasvitrine gleichermaßen realistisch wie fantastisch die Hand eines Außerirdischen oder eines Menschenaffen sein könnte.

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Auf einem weiteren Sockel befindet sich ein Laptop, auf dem ein Soundarchiv abrufbar ist. Es handelt sich um aufgezeichnete Geräusche, die bei bestimmten Figuren zu hören sind, die mit dem Skateboard gefahren und gesprungen werden. Gregor Flöther, Thomas Quack und Christopher Schmidt haben hier ein Werkzeug geschaffen, mit dem der Benutzer eigene Klangkompositionen aus diesen einzelnen Geräuschen erstellen kann. Gleichzeitig gibt es eine Liste, auf der die Namen aller Figuren verzeichnet sind. Das eigentlich einfache Prinzip der unregelmäßigen Überlagerung der Soundloops erweist sich hier als gerade in seiner Minimalität spannende Schichtung von Quietschen, Rollen, Klacken und Surren. Man spürt das Zurücklegen von Strecke, die Geschwindigkeit, das abrupte Stoppen und Drehen, den Bodenbelag und das Gummi der Rollen. Die konsequente Ordnung offenbart an dieser Stelle einen unerwarteten Klangraum. Sonja Kohl zeigt ihr abstraktes Video zur Musik der Gruppe Stabil Elite. Rhythmisch und schnell, schwarz, weiß und grau thematisiert es den Bildschirm, flackert und pulsiert, wird zu konkreter Geometrie und verlässt dann die Oberfläche in den Raum als weißes Licht, als Impuls für Bewegung. Ton, LED, Luft. Es ist gut, weil es stimmt, präzise im Takt und im Wechsel vom Immateriellen zum Materiellen und trotzdem immer digital. Bei der Vorbereitung haben wir von medialen Aggregatzuständen gesprochen, digitaler Materialität. Es ist wie ein Geräusch, das die digitale Struktur den verschiedenen Materialien einschreibt, wenn sie auf sie trifft.

Gunnar Friel

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Transforming Space

Eine Ausstellung zu gestalten bedeutet, die Idee der Ausstellung verbildlicht in einen gegebenen Raum zu übersetzen und auf diesen zu reagieren. Im Fall von „Transforming Silence“ ist der zu bespielende Raum das große Foyer im tanzhaus nrw gewesen, der sich über zwei sehr unterschiedlich funktionierende Ebenen erstreckt. Das Erdgeschoss mit seinem großflächigen Parkettboden lenkt Blick und Konzentration auf eben jenen und lässt den Raum wie einen mächtigen rechteckigen Kasten wirken, während die obere Etage, die über zwei einander spiegelsymmetrisch gegenüberstehende Treppen erreichbar ist, wie ein breit umherlaufender Balkon erscheint. Dieser bietet großzügigen Einblick in die darunterliegende Ebene beziehungsweise auf das Parkett. In diesem beobachtenden Moment wird erkennbar, dass der Besucher einer Ausstellung im Vergleich zu einer klassischen Vorstellung je nach Situation Betrachter und Akteur zugleich ist. Jene Erkenntnis wurde sogleich ein Leitmotiv für die Ausstellungsgestaltung: Eine Bühne aus echten Bühnenpodesten und einer MoltonKulisse aus dem Lager des Tanzhauses – die eher wie abgestellt als ausgestellt aussieht – wird raumdefinierendes Element der Parkettebene. Es bleibt bewusst unklar, ob sie dort schon vor der Ausstellung genauso im Raum stand oder absichtlich so aufgebaut wurde. Diese seltsam erhabene Fläche wird so zwangloser Spielraum für Exponate und ihre Interaktion mit dem Besucher. (siehe Abbildungen S. 86 / S. 87) Der Sockel, ein klassisches Grundelement des Ausstellens, war in der Ausstellung öfters zur Präsentation der ausgestellten Arbeiten und als erhöhte Ablagefläche für Projektoren notwendig. Damit diese auch den Anschein erwecken, als wären sie Teil des tanzhaus-Equipments (was sie tatsächlich nach der Ausstellung wurden), wurden sie aus OSBPlatten zusammengeschraubt – ein sehr günstiger Holzwerkstoff aus Grobspan, der häufig als Baumaterial beim Bühnenbau verwendet wird. Die Exponatsbeschriftungen wurden mit einer SchablonenSchrift auf die Sockel gesprüht, um die Anmutung von typischen Transportkisten zu verstärken.

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Für die Ausstellung war es sinnvoll, den sehr symmetrischen und weiten Raum des Foyers zu stören, um eine Orientierungslosigkeit in eine geleitete und dynamisierte Wegführung zu verwandeln. Aus diesem Grund sind in der Ausstellung die Sockel über beide Ebenen parcoursartig verteilt und punktuelle Nischen mit Videoinstallationen zu finden. Ein auf den ersten Blick nutzlos runterhängender schwarzer Moltonvorhang, der sich mitten durch den kompletten Innenraum vom Boden bis zur Decke zieht, wird zu einem wichtigen Störer im Raum. Dieser vergleichsweise sehr schmale schwarze Streifen teilt das Foyer in zwei Bereiche und lässt darüber hinaus hinter sich eine interaktive Bodenprojektion zum Vorschein treten. Ruhepol und Abschluss von „Transforming Silence“ bildet ein zentral im Obergeschoss gelegenes, kleines offenes Kino, das auf einer großen, gerahmten Leinwand eine auditiv nur sehr subtil wahrnehmbare Videoarbeit zeigt. Davor platzierte Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen und zur aufmerksamen Kontemplation ein. Selbst durch so marginal erscheinende Eingriffe in den Raum sind abwechslungsreiche szenische Räume entstanden, die das Gefühl und die Idee von transformierter Stille zu vermitteln suchten, indem der Raum für diese Zwecke ebenfalls transformiert wurde.

Edi Winarni

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Biografien Sandra Ehlen studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Audiovisuelle Medien. Sie lebt in Köln und arbeitet als Gestalterin. Gunnar Friel ist Medienkünstler und arbeitet im Bereich Video, Fotografie und Installation. Seit 2002 entwickelt er gemeinsam mit Anja Vormann Projekte im realen und virtuellen öffentlichen Raum. 2003 erhielten sie den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, 2004 den H. W. & J. Hektor Förderpreis der Kunsthalle Mannheim, 2006 den Marler Videokunstpreis, 2009 das Stipendium der Sa Nostra Stiftung für Medienkunst, Spanien. 2006 nahmen sie an der Busan Biennale in Korea teil. 2006-2008 war er als Kurator u.a. für das Latvian Center for Contemporary Art in Riga tätig. Seit 2007 arbeitet er als Gastdozent an verschiedenen Hochschulen: Fachhochschule Düsseldorf, BAU Escuela Superior de Diseño Barcelona, CENTRO Diseño | Cine | Television Mexico City, Universidad del Norte Barranquilla, Kolumbien. Paolo Fossa, in Genua (Italien) geboren, erhielt seine Ausbildung zum klassischen und modernen Tänzer in Genua und Mailand. Er war an mehreren Theatern in Italien und Deutschland engagiert und hat mit international bekannten Regisseuren und Choreografen wie Werner Schroeter, Giorgio Rossi, Katrin Hall, Jochen Ulrich und Fabien Prioville zusammengearbeitet. Sein Tanz beinhaltet u. a. das Repertoire von W. Forsythe, M. Ek, J. Kylián, J. Limon, L. Massine. Seit 2006 ist er als freischaffender Tänzer und Choreograf tätig. Paolo Fossa hat eine eigene Technik entwickelt, die er in Workshops im In- und Ausland (u. a. Italien, Österreich, Niederlande, Senegal) unterrichtet. Claudia Galhós ist Schauspielerin, Regisseurin und Dozentin. Sie schloss die Escola Superior de Teatro e Cinema in Lissabon in den Fächern Schauspiel und Regie ab und arbeitete mit zahlreichen Theaterkompanien und Regisseuren zusammen. Sie war Mitbegründerin und Mitglied des Kollektivs Teatro Praga und als Schauspielerin in zahlreichen Stücken des Teatro da Garagem unter der Regie von Carlos J. Pessoa zu sehen. Als Mitglied des Künstlerkollektivs SubUrbe, setzte sie sich verstärkt mit politischen Theaterformen auseinander. Als Schauspielerin und Koregisseurin arbeitet sie kontinuierlich in Stücken von Mundo Perfeito mit. Christian Geiger ist Professor für Mixed Reality und Visualisierung im Fachbereich Medien der Fachhochschule Düsseldorf. Er lehrt in den Bereichen Medienin-

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formatik und Medientechnik und forscht seit vielen Jahren zu innovativen Ansätzen in der Mensch-TechnikInteraktion. Eine wichtige Grundlage seiner Arbeit ist dabei die benutzerzentrierte Sichtweise statt einer rein technikzentrierten Haltung. Die daraus resultierende interdisziplinäre Kooperation mit nicht-technischen Disziplinen wird in seinen Projekten aktiv gelebt. HAUSCHKA ( Volker Bertelmann) is an independent experimental musician based in Dusseldorf, Germany who is internationally recognized as a 21st century exponent of prepared piano technique, a tradition dating back to late 19th and early 20th century French composer Erik Satie. The piano is prepared when “preparations” (consisting of nearly any conceivably applicable object or material) are inserted between the strings or onto the hammers of the instrument; a wider application of the term takes in all manner of additional modifications that expand the sonic and operative possibilities of the piano. Hauschka has successfully combined the chamber music aspect of prepared piano with pop, rock, and electronic sensibilities. Henrike Kollmar ist Dramaturgin im tanzhaus nrw und kuratiert dort Programmschwerpunkte, betreut Produktionen und Residenzen und entwickelt Laborprojekte und Tagungsformate. In Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität initiierte sie u. a. eine Tagungsreihe über Tanz und Medien, die jährlich im Rahmen des Festivals Temps d’images stattfindet. Fabien Prioville graduated at the Centre National de Danse Contemporaine (CNDC) in Angers. After this, he worked with Édouard Lock and his company La La La Human Steps in Canada before going to Philippe Blanchard in Stockholm. In 1999, he went to Pina Bausch’s Tanztheater Wuppertal. He has been working as a freelance dancer and choreographer since 2006 with Josef Nadj and Davis Freeman, among others. Remittance work brought him to New York’s Juilliard School and to Japan and Australia. In 2010 he founded his own dance company. Giada Scuderi was born in Gela, CL (Italy) in 1980. She graduated at the University of Catania in Political Science. She began to study modern dance in 1985 with Kia Gustafson and Roberto Zappalà at the Dance Academy Balletto di Sicilia, among others. In 1998 she approached new disciplines as the Caribbean dances (winning a regional award in 1998 as a Salsa dancer). In 1997 she started studying hip hop with the choreographer and dancer Cristina Pappalardo and attended several hardcore professional classes of popping,


weaving, break and house dance with international teachers such as Mr. Byron, Tony Stone, Jo Sassi, Daniele Baldi, Kris, Swan, Joseph-Go, Gus Bembery and Salah. Stefan Schwarz ist seit 1998 Programmleiter der Bühnen des tanzhaus nrw. Im tanzhaus nrw baute er den Produktionsbereich mit auf, ko-kuratierte u. a. 2004 die Tanzplattform Deutschland und war 2005 Kurator des europäischen Künstlerlabors „Colina“. Seit 2006 verantwortet er künstlerisch das jährlich stattfindende Festival für Tanz und Neue Medien Temps d’images und ist seit 2012 Projektleiter von DANCE DIALOGUES AFRICA. Anja Vormann realisiert als Medienkünstlerin Projekte in realen und virtuellen öffentlichen Räumen. Dort entwickelt sie in Zusammenarbeit mit Gunnar Friel Objekte, Videos und interaktive Arbeiten. 2003 erhielten sie gemeinsam den Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, 2006 den Marler Videokunstpreis, 2004 den H. W. & J. Hektor Förderpreis der Kunsthalle Mannheim, 2009 das Stipendium für Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. 2006 nahmen sie an der Busan Biennale in Korea teil. 2008 und 2010 lehrte Anja Vormann als Vertretungsprofessorin an der Hochschule Darmstadt das Fach Bewegtbild. Seit 2010 ist sie Vertretungsprofessorin für das Fach Video des Fachbereichs Design an der FH Düsseldorf. Zurzeit promoviert sie zum Thema Bildgebungsverfahren an der Bauhaus Universität Weimar. Edi Winarni schloss nach einem absolvierten Bachelor-Studium im Fach Kommunikationsdesign im Sommer 2013 mit dem Master of Arts in Exhibition Design seine Studienzeit an der FH Düsseldorf ab. Winarni lebt und arbeitet in Düsseldorf als freier Gestalter für Kunst und Kultur und ist seit 2013 Partner des interdisziplinären Projektbüros »Winarni & Catania«.

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Impressum Katalog Transmediale Räume tanzhaus nrw Fachhochschule Düsseldorf Fachbereich Design AV- Medien / Hypermedia Tryangle Deutschland | Portugal | Frankreich performing arts research laboratories LAB #2 Düsseldorf, Juli 2012 Temps d` Image Festival Dance and Media Art 2013 10. – 17.01.2013 transforming silence Video, Objekte, Sounds Ausstellung, 10. – 17.01.2013 Studierende aus den Video / Hypermedia Seminaren Anja Vormann / Gunnar Friel

Abbildungsnachweise A01: Matthias Duker A02-A08: Mediateam A09-A16: Videostills, Anja Vormann Ausstellungsfotos und Ausstellungsindex: Clemens Müller, Benjamin Nast, Gunnar Friel und die Künstler/-innen Lektorat Dr. Regine Anacker Gestaltung Albert Naasner Druck und Herstellung bis500-Druck Auflage 300 © 2013 bei den Autor/-innen und Künstler/-innen Fachhochschule Düsseldorf Fachbereich Design Georg-Glock-Str. 15 40474 Düsseldorf

Chantiers Interdisziplinäre Workshops mit Studierenden des Seminars „Mediale Inszenierung“ Anja Vormann / Christian Geiger Workshop 1 Interaktive Live-Performances HAUSCHKA / Fabien Prioville Workshop 2 Transition Paolo Fossa / Giada Scuderi Autorinnen und Autoren Sandra Ehlen, Gunnar Friel, Claudia Galhós, Christian Geiger, Henrike Kollmar, Stefan Schwarz, Anja Vormann, Edi Winarni HERAUSGEBER Anja Vormann Fachhochschule Düsseldorf Fachbereich Design, 2013 Die Publikation wurde mit Qualitätsverbesserungsmitteln der Lehre produziert.

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Die Ausstellung „Transforming Silence“ ist eine Kooperation zwischen der Fachhochschule Düsseldorf und dem tanzhaus nrw im Rahmen des Festivals TEMPS D`IMAGES, initiiert und gefördert durch ARTE. Dank an Sigma Düsseldorf.


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Tryangle Deutschland | Portugal | Frankreich performing arts research laboratories LAB #2 Düsseldorf, Juli 2012 Samir Akika (DE), Li Alin (CA), Douglas Bateman (DE), Montaine Chevalier (FR), Paula Diogo (PT), Clorinde Durand (FR), Claudia Galhós (PT), Gui Garrido (PT), Nuria Guiu Sagarra (ES), Gudrun Lange (DE), Jan Machacek (AT), Cécile Martin (CA), Gisle Martens Meyer aka Ugress (NO), Kingsley A. Odiaka (NG), John Romao (PT), Tian Rotteveel (DE), jayrope (DE), Dejan Srhoj (SL), Mariana Tegner (PT), Frieder Weiß (DE) und Jasmina Zaloznik (SL). Das tanzhaus nrw lud 20 Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Choreografie, Komposition, Schauspiel, Video, Film, Bühnenbild und bildende Kunst ein, sich im Rahmen des EUResidenzprogramms Tryangle auszutauschen und gemeinsam neue Projektideen zu entwickeln. Designstudentinnen und -studenten der Fachhochschule Düsseldorf unter Leitung von Anja Vormann, stv. Professorin für Video, und Henrike Kollmar, Dramaturgin des tanzhaus nrw, begleiteten das Labor dokumentarisch. Studierende: Matthias Dunker, Sandra Ehlen, Jonas Henke, Niklas Henke, Moritz Kotzerke, Martina Mateva, Stefan Meyer, Marielle Neumann, Dimitri Preiss, Merle Rueffer, Leonie Vogel, Alexandra Yudina.

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Fotografie aus der Serie „Springende“ von Gui Garrido / Matthias Dunker A02 Präsentation Gisle Martens Meyer A03 Medienteam der Fachhochschule Düsseldorf

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K端nstler Tryangle Lab Jonas Henke Frieder Weiss, Marielle Neumann, Martina Mateva

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Projekt „Flying“ von Cécile Martin, Tänzerin Montaine Chevalier A08 Projekt „hit“, Gui Garrido A07

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Chantiers Interaktive Live-Performance: Hauschka / Fabien Prioville Im Rahmen der „Chantiers“ – eines interdisziplinären Formats zur Entwicklung neuer Ausdrucksformen – entstand in Kooperation des tanzhaus nrw mit dem Fachbereich Design und Medien eine interaktive Bühnenperformance mit Live-Musik und generativen Visualisierungen. Das Interaktionskonzept entstand im Seminar „mediale Inszenierungen“ von Prof. Christian Geiger und stv. Prof. Anja Vormann. Studierende: Martin Kutz, Michael Kutz, Felix Hofschulte, Sandra Ehlen.

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A09 Proben, HAUSCHKA am prepared Piano mit Studierenden A10, A11 Live Performance mit Kinect-Visualisierungen A12 Proben, Fabien Prioville mit Studierenden

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Chantiers Transition: Paolo Fossa / Giada Scuderi Das Performance Projekt beschäftigt sich mit Körper und Schatten, mit Licht und Projektion. Thematisch bezieht es sich auf das Fünf-Phasen-Modell der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, das den Prozess des Sterbens in Isolierung, Zorn, Verhandlung, Depression und Akzeptanz unterteilt. In der Performance werden die einzelnen Phasen des Sterbens über das Verhältnis von Person zu Schatten dargestellt. Das szenografische Setting entstand im Seminar „mediale Inszenierungen“ von Prof. Christian Geiger und stv. Prof. Anja Vormann. Studierende: Magdalena Bohn, Jennifer Stark, Jochen Feitsch, Stefan Meyer, Christian Mortsiefer, Daniel Seeger und Frank Schulte.

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A13, A14 A15, A16

Proben, Giada Scuderi Vorstellung, Paolo Fossa und Giada Scuderi

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Transforming Silence Video, Objekte, Sounds Ausstellung, 10. – 17.1.2013 tanzhaus nrw Düsseldorf Temps d’images, 2013 Studierende aus den Video- / Hypermedia- Seminaren Anja Vormann / Gunnar Friel Die Ausstellung zeigte multimediale Arbeiten, die sich mit der Zerlegung, Transformation und Rekombination von Tönen, Bildern, Gesten und Bewegungen beschäftigen. Zentrales Thema war die Hinterfragung des Begriffs des „Materials“, sowohl im Bezug auf Klang und Geräusch als auch auf digitale Informationen. Inwieweit gehen wir heute von einer „digitalen Materialität“ aus und wie stellt diese sich dar? Es wurden interaktive Anwendungen, Internetseiten, Partituren, Soundarchive, Gesangsstücke, Installationen und Filme präsentiert. Die Ausstellungsgestaltung entwickelten Studierende aus dem edi Exhibition Design Institut unter der Leitung von Gunnar Friel und Anja Vormann. Mit einem Gastbeitrag von Christina Karababa, Dozentin für experimentelles Prototyping. Tobias Daemgen Sandra Ehlen Gregor Flother Anja Grunert Somi Jung Michael Kahlert Sonja Kohl Martin Kutz Michael Kutz Bryan Mischling Konrad Pesch Thomas Quack Christopher Schmidt Lisa Spielmann Anastasia Treskunov Edi D. Winarni Exhibition Design Clemens Müller Benjamin Nast Nadine Nebel Thomas Quack Edi D. Winarni

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Ausstellungsraum tanzhaus nrw Interaktive Installation, Michael Kahlert, Bryan Mischling, Konrad Pesch A19 Video, Tobias Daemgen A20 Sound Installation, Lisa Spielmann

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Videoprojektion, Anastasia Treskunov Videoprojektion, Edi Winarni Objekt, Hand Gloves, Christina Karababa Installation, Edi Winarni Austellungsraum tanzhaus nrw

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Transforming Silence Ausstellungs-Index

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Ohne Titel Anastasia Treskunov, 2012 Videoloop

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The yellow hand Michael Kutz, 2010 Interaktive Anwendung, mit Hilfe eines gelben Handschuhs navigiert der Benutzer durch eine Hitchcock-Film Sounddatenbank.

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permutare Lisa Spielmann, 2011 Videoanimation, Buchstaben-Ton-Permutation Gesang aus Vierbuchstaben Worten. Jedem Buchstaben wird ein Ton zugeordnet. Die Buchstaben permutieren zu immer neuen Worten. Jedem Ton entspricht ein blaues Quadrat in einem 12er Raster bzw. in der zweiten Stimme ein weisser Punkt. (www.permutaris.de)

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Reflexion, nie nur ich Anja Grunert, 2010 Video, Selbstbeobachtungen

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Skate Christopher Schmidt, Thomas Quack, Gregor FlÜther, 2010 Soundarchiv, Sammlung von Geräuschen zu bestimmten Skateboardfiguren. (www.arf-arf.org/labor)

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Verzinsung, Ratenzahlung, Vergleichsabschluss Lisa Spielmann, 2012 3 Sounddateien. Die Worte amtlicher Schreiben werden nach mathematischen Ordnungsprinzipien neu sortiert, TĂśnen zugeordet und anschlieĂ&#x;end eingesungen.

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PSYCHO_REMAKE Tobias Daemgen, 2007 Video, 1:44 Min. Zerlegung der Psycho Duchszene in einzelne Loops.

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Hand Gloves Christina Karababa, 2010 Rapid Prototyping Objekt

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Moonlight Serenade Sonja Kohl, 2012 Videoprojektion, Visualisierung der Notation und Mapping auf ein 3D Objekt.

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The Silent Knight Edi Winarni, 2009 Video, 4:33 Min. Sampling aller Szenen, in denen nicht gesprochen wird – aus dem Film „The Dark Night“ von Christopher Nolan.

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Gast Sandra Ehlen, 2011 2 Fotografien

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soundrug Somi Jung, 2008 2 Videoprojektionen, Loop. In einem Soundschnittprogramm werden bestehende Teppichmuster aus den Klangkurven eingespielter E-Gitarren-Fragmente zusammengesetzt.

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Ohne Titel Sonja Kohl, 2012 Musikvideo, Musik: Stabil Elite.

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Fraktal Michael Kahlert, Bryan Mischling, Konrad Pesch, 2012 Interaktive Installation, 端ber den Standort und die Bewegungen der Akteure werden Sounds und Visualisierungen generiert.

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Ja ja ja ja ja, Nee nee nee nee nee Edi Winarni, 2011 Notation, 218 x 291 mm farbiger Umschlag, 20 Seiten Inhalt s/w.

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Profile for Gunnar Friel

Transmediale Räume  

Publication esited by Anja Vormann / Gunnar Friel University of Applied Sciences Düsseldorf Design Department Video / Hypermedia tanzhaus...

Transmediale Räume  

Publication esited by Anja Vormann / Gunnar Friel University of Applied Sciences Düsseldorf Design Department Video / Hypermedia tanzhaus...

Profile for arfarf
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