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Alles ist Design – Nichts ist Design Eine Untersuchung zu Design in KÜln


Vorwort Die Aktivitäten auf den globalen und nationalen Märkten verändern sich immer schneller. Die Kunden äußern deutlich ihre Meinung, sie nehmen immer mehr Einfluss und auf das Angebot an Produkten und Dienstleistungen und übernehmen manchmal selber die Rolle des Designers. Mit unserer Pilotstudie „ Alles ist Design – nichts ist Design“ haben wir am Beispiel Köln untersucht: Was genau verstehen wir eigentlich heute unter Design? Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Design? Welche beruflichen Perspektiven entwickeln sich für Designer in den „creative industries“ in der Region? Um Design als professionelle Kategorie und als Wirtschaftsfaktor beschreiben zu können, haben wir zunächst internationale Studien zur Designentwicklung ausgewertet und dokumentiert. Im zweiten Schritt haben wir die stake holder der Kölner Design-Wirtschaft recherchiert und stichprobenartig analysiert. Ausführliche Interviews mit Designern und Designstudios, kleinen und mittelständischen Unternehmen, Designpromotoren und Designfinanzierern geben nicht nur Einblick in den Design Markt Köln, sie zeigen auch deutlich real existierende Verständigungsprobleme zwischen den „creative industries“ und den Unternehmen auf. Kurz zusammengefasst: Beide Seiten würden von einer Annäherung und einem besseren gegenseitigen Verständnis professionell und wirtschaftlich profitieren.

Prof. Dr. Brigitte Wolf Lehrgebiet Design Management Köln International School of Design

Michael Söndermann Vorsitzender Arbeitskreis Kulturstatistik


Inhalt Europäische Studien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Designwirtschaft in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Design in Köln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Design-Ausbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Design-Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Die Interviews mit den Stakeholdern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Design-Orte in Köln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Problemanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Die Aussagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Designer versus Auftraggeber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Begriffserläuterungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Untersuchte Studien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Liste der Interviewpartner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Die Interviews . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 // Designpromoter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 // Designer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 // Designinteressierte Unternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 // Finanzdienstleister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148 Das Projekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160


Europäische Studien Ein wichtiger Teil unserer Arbeit bestand ­ darin zunächst einen Überblick zu bekommen, welche Studien zum Thema Designwirtschaft ­ bereits existieren und auf welche Art sie die ­Thematik betrachten und behandeln.

eines Unternehmens in Designleistungen und seinem Erfolg. Die Studie stellt aber gleich­zeitig heraus, dass der wirtschaftliche Nutzen von ­Design aufgrund mangelnder Methoden nur sehr schwer zu messen ist.

Wir haben Studien aus ganz Europa heran­ gezogen. Einerseits weil gerade der Designmarkt zunehmend international ist und anderer­seits weil relativ wenige Studien zu diesem Thema in Deutschland existieren – nicht zuletzt einer der Gründe, warum die vorliegende Studie erar­ beitet wurde.

Auch die niederländische Studie »Design in the creative economy« [13] zieht Zahlen der natio­ nalen Designindustrie heran. Diesen Zahlen werden die Zahlen anderer niederländischer Industriezweige gegenüber gestellt, um die Bedeutung der nationalen Designindustrie zu unterstreichen. Diese hatte im Jahr 2004 mit 2,6 Milliarden € einen Anteil von 0,7 % am Bruttoinlandsprodukt und lag damit gleichauf mit der Luftfahrtindustrie.

So vielseitig wie die Möglichkeiten von ­Design sind, so vielseitig fallen auch die von uns ­betrachteten Studien aus. Ein gemeinsamer Nenner lässt sich allerdings festmachen: Alle Studien betrachten Design als wichtigen wirtschaftlichen Faktor. Die Art und Weise wie sie dies begründen und was sie daraus ableiten, unterscheidet sich dagegen erheblich. Die dänische Studie »The Economic Effects of Design« [8] zum Beispiel sieht auf Grund der von ihr erfassten Datenbasis einen direkten Zusammen­hang zwischen den Investitionen

Die italienische Studie »Design as brokering of l­anguages – The role of designers in the ­innovation strategy in Italian firms«[12] geht ­einen anderen Weg, indem sie die Methode der sogenannten »radikal designgesteuerten Innovation« vorstellt, mit deren Hilfe italienische Firmen frühzeitig Design in ihre Produkt­ entwicklung einbinden und dadurch erfolgreiche Produkte entwickeln. Hierdurch möchte die Studie belegen, dass die Mitsprache von

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Designern in der Produktentwicklung eine positive Auswirkung auf den unternehmerischen Erfolg hat. Die britische Studie »Design a new industry« [14] wiederum sieht die wirtschaftliche Entwicklung der Designbranche in Europa aufgrund der ­­zunehmenden Globalisierung einem ­ massiven Konkurrenzdruck vom asiatischen Markt aus­ gesetzt. Die Studie schlägt daher eine klare, national betonte Neuausrichtung der Design ­Industrie vor, angefangen bei einer Verbesserung der Designausbildung. Wenngleich sich die Ergebnisse der nationalen Studien nicht einfach von einem Land aufs ­ Andere übertragen lassen, so ist doch ein ­ bedeutender Stellenwert der Designindustrie ablesbar, nicht zuletzt aufgrund der fort­ währenden europäischen Harmonisierung. Die noch sehr dürftige Datenlage für Deutschland macht die Erhebung verwertbarer statis­ tischer Daten über die deutsche Design­industrie unerlässlich. Dies sind selbstverständlich nur verkürzte Auszüge aus einigen ausgewählten Studien. Im Anhang finden Sie eine Liste aller von uns herangezogen Studien, deren Lektüre wir empfehlen. //


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CreativeIndustriesinDeutschland Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Design­branche in Deutschland? Dieser ­ Frage nähern wir uns in unserer Untersuchung. Ist ­Design nur Styling und damit Luxus? Um zu ­beweisen, dass Design zum wirtschaftlichen ­Erfolg von Unternehmen beiträgt, betrachten wir Design zuerst quantitativ. Sucht man in Deutschland aber nach einer einheitlichen Kategorisierung von Design, stößt man schnell auf Hindernisse. Nicht mal in der Wirtschaftszweigklassifikation von 2003 (Begriffs­ erläuterung im Anhang) des statis­tischen Bundes­ amts¹ ist Design als Über­kategorie erfasst. Das erschwert eine einheitliche bundesweite statis­ tische Erfassung von Design erheblich. An dieser Stelle kommen die Creative Industries ins Spiel. Creative Industries ist eine international gebräuchliche Bezeichnung, die ihren Ursprung Ende der 90er Jahre in Großbritannien hat. Die britische Regierung erkannte in der Kultur­ wirtschaft eine Zukunftsbranche mit Potential für die britische Wirtschaft und Beschäftigung und entwickelte daraufhin Förderkonzepte. Die daraus entstandene Kategorisierung ermöglicht eine internatio­nal vergleichbare Erfassung von Kultur und Kreativität als Wirtschaftsfaktor.

Im Zentrum der Creative Industries bzw. Kreativ­ wirtschaft steht der Faktor »Kreativität« als Ausgangspunkt von branchenspezifischen ­Produkten und Dienstleistungen. Künstlerische und kulturelle Ideen sowie populäre Produkte verbinden sich hier neu mit technologischer, innovativer und wissenschaftlicher Kreativität. Die Creative Industries sind Kulturwirtschaft im erweiterten Sinne. Teilbranchen der Kulturwirtschaft werden um weitere marktwirtschaftliche Bereiche ergänzt, nämlich Werbung / Multi­ media, Software- / Game-Industrie, und zu einem größeren marktwirtschaftlichen Kreativ­ komplex zusammengefasst. Kulturwirtschaft bildet nach diesem Verständnis den Kern der Kreativ­wirtschaft ². Die Kulturwirtschaft in Deutschland ist abgegrenzt in 11 Teilmärkte (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Die gewählte Gliederung in Teilmärkte orientiert sich an Auswertungen und ­Schätzungen von amtlichen Wirtschafts­statis­ tiken des deutschen Statistischen Bundesamtes Destatis und dem Europäischen Statistikamt ­EUROSTAT ³.

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Zu den Creative Industries zählen 11 Wirtschaftsbranchen 1.

Verlagsgewerbe (Buchverlage, Presseverlage, Tonträger- und Musikverlage)

2. Filmwirtschaft (Film-, TV-Film-, Video-Produktion, Verleih, Vertrieb, Filmtheater) 3. Rundfunkwirtschaft (privater Hörfunk / Fernsehen) 4. Musik, visuelle und darstellende Kunst (Freiberufliche Künstler/innen, private ­Theater, Kleinkunstszene, Theater- / ­ Konzertdirektionen, bühnentechnische Betriebe) 5. Journalisten- / Nachrichtenbüros (Journalisten- / Nachrichtenbüros) 6. Museumsshops, Kunstausstellungen (kommerzielle Museumsaktivitäten und ­Kunstausstellungen) 7. Einzelhandel mit Kulturgütern (Musikfachhandel, Buchhandel, Galerien, Kunsthandel) 8. Architekturbüros (Innen-, Garten- / Gestaltungs-, Hoch- / Tiefbauarchitekten) 9. Designwirtschaft (Industrie-, Produkt- mit Mode / Textil- u. ä. Design, Kommunikations­design / ­ Werbegestaltung, ohne Fotografisches Gewerbe) Neu aufgenommene Kreativbranchen 2004: 10. Werbung (Werbevermittlung, etc. ohne Werbedesign) 11. Software/Games (Software- und Spieleentwicklung und -beratung, ohne Hardware und DV-Dienste)


Beitrag der Kulturwirtschaft und Creative Industries zur Bruttowertschöpfung im ­Branchenvergleich 2004 Bruttowertschöpfung in Mrd. €

Kreditgewerbe

70

Automobilindustrie

64 58

Ceratiive Industries Chemieindustrie

46

Kulturwirtschaft*

36

Energie

33

Landwirtschaft 0

10

24 20

30

40

50

60

70

80

Die Schätzungen für Kulturwirtschaft und Creative industries basieren auf den Angaben im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. (* ohne öffentlichen Kulturbetrieb) Quelle: Arbeitskreis Kulturstatistik, Michael Söndermann

Die Creative Industries konnten für das Jahr 2004 einen Beitrag von 58 Mrd. € zur Bruttowertschöpfung leisten und erreichten einen

Anteil von 2,6 % am Bruttoinlandsprodukt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte somit ein Plus von 2 % erreicht werden (siehe Diagramm).

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Umsätze in Kulturwirtschaft und Creative Industries 2003 / 2004 (in Mio. €) 120000 2004

117105 114618

2003 110000

100000

90000

81503 81849 80000

Kulturwirtschaft

Creative Industries = Kulturwirtschaft + Games + Werbung

70000 Quelle: Destatis, eigene Berechnung Michael Söndermann, Arbeitskreis Kulturstatistik e.V. 2006

Die Creative Industries erwirtschafteten in Deutschland wachsende Umsätze von 114,6 Mrd. € in 2003 auf 117,1 Mrd. € in 2004 und damit einen Zuwachs von 2,2%. Dieses Wachstum basiert insbesondere auf der Erweiterung der Definition der Kreativbranche um Software / Games mit ca. 21,4 Mrd. € und Werbung mit ca. 13,7 Mrd. € (siehe Diagramm links). Zudem verzeichneten die Creative Industries von 2003 auf 2004 eine wachsende Anzahl der Unternehmen von 191 000 auf ca. 200 000 (+ 4,2 %). Sie wuchsen somit 3 × schneller als die Gesamtwirtschaft (+ 1,4 %). In sechs der elf Branchen wuchsen die Umsätze. In Branchen mit sinkenden Umsätzen legte dagegen die Zahl der ­Unternehmen zu: z. B. im Verlags­wesen: ­Umsatz - 0,3 %, Unternehmerzahl + 2,0 %; Filmwirtschaft: Umsatz - 4,5%, Unternehmerzahl + 1,1%; Journalisten-/Nachrichtenbüros: Umsatz - 3,1%, Unternehmerzahl + 7,0 %; Architektur­ büros: Umsatz - 4,6 %, Unternehmerzahl 1,2 %. Zurückgegangen ist die Zahl der Unternehmen im Buch- / Einzelhandel (- 0,2 %). Bei den darstellenden / bildenden Künsten, Literatur und Musik stieg die Zahl der Einzelunternehmen (+ 3,9 %) sogar stärker als der Umsatz (+ 3,6 %).


Anzahl der Unternehmen in Kulturwirtschaft und Creative Industries 2003 / 2004 210000 2004 200000

200152

2003 191997

190000

Die Designwirtschaft in Deutschland legte 2004 um 6,5 % zu (Kernbereich sind Kommunikations­ design und Industrie- / Produktdesign). In 2004 existierten rund 35 000 Designunternehmen in Deutschland. Davon ist ein großer Teil als Einzelunternehmer bzw. als Freiberufler tätig, mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 330.000 € (zzgl. MwSt.).

180000

170000

160000 151392 150000

Obwohl die Mehrzahl der »klassischen« Branchen der Kulturwirtschaft bis 2003 starke Umsatzeinbußen von - 11,8 % erlitten, legte der Umsatz in der Designwirtschaft um + 6,5 % und in der Games Industrie sogar um hervorragende + 11,4 % zu. Design und Games sind die neuen Wachstumsmotoren der Creative Industries (­siehe Diagramm).

146133

140000 Kulturwirtschaft

Creative Industries = Kulturwirtschaft + Games + Werbung

130000

Das Wachstum der Umsätze und Unternehmerzahlen der Designbranche in 2003 / 2004 um 6,5 % ist überdurchschnittlich im Vergleich zur insgesamt mit + 0,5 % verhalten wachsenden Kulturwirtschaft. Diese erzielte in Deutschland 2004 einen Jahresumsatz von ca. 82 Mrd. €. ­Daran hat die Designwirtschaft einen Anteil von 11,6 Mrd. € (ca. 14,5 %).

Quelle: Destatis, eigene Berechnung Michael Söndermann, Arbeitskreis Kulturstatistik e.V. 2006

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Gruppe Kommunikationsdesign 2004 Umsatz in Tausend € je Unternehmen – Landesdurchschnitt

Hessen

1129

Hamburg

925

Nordrhein-Westfalen

516

Berlin

446

Rheinland-Pfalz

439

Bundesgebiet 0

100

200

474 300

400

500

Quelle: Arbeitskreis Kulturstatistik, Michael Söndermann

600

700

800

900

1000

1100

1200


Kommunikationsdesign in Zahlen Die Designgruppe Kommunikationsdesign (­Gestaltung von Kommunikations- oder grafischen Produkten bzw. Dienstleistungen) erzielte einen Gesamtumsatz von 9,6 Mrd. € mit mindestens 20 000 Designunternehmen. Im Durchschnitt erzielt jedes Designunternehmen somit 474 000 € mit einer extremen Streuungsbreite von 125 000 € (Mecklenburg-Vorpommern) bis 1,1 Mio. € (Hessen) (siehe Diagramm links). Die wirtschaftlich erfolgreichsten Design­ unternehmen liegen in Ballungsräumen wie Hessen (Rhein / Main), Hamburg (Metropolregion), NRW / Düsseldorf. Damit bestimmen im Kommunikationsdesign kundennahe Nach­ fragemärkte.

Industriedesign in Zahlen Die Designgruppe Industriedesign (Speziali­ sierung auf Gestaltung und Entwurf von Maschinen und Industrieanlagen) ist mit 2800 Unter­nehmen die kleinste Gruppe in der Designwirtschaft und erwirtschaftete einen ­Gesamtumsatz von 484 Mio. €. Jedes Unter­ nehmen verdient im Durchschnitt 170 000 € im Jahr. Die Spann­weite liegt hier bei 107 000 € in Nieder­sachen bis zu 332.000 € in Sachsen­Anhalt. Umsatzstarke Designunternehmen liegen erstaunlicherweise in strukturschwachen Regio­nen wie Sachsen-Anhalt, SchleswigHolstein, Brandenburg oder Thüringen. Im Industrie­design sind die Nachfragemärkte nicht konsumenten­nah, sondern können überregional bis inter­national sein. Die Designgruppe Produktdesign / Vermischtes (Textil-, Schmuck-, Modedesign bis zu Foto- und Grafikdesign) mit 12 000 Designerbüros erzielte einen Gesamtumsatz von 1,5 Mrd. € (siehe Diagramm auf der nächsten Seite).

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Gruppe Industriedesign 2004 Umsatz in Tausend € je Unternehmen – Landesdurchschnitt

Sachsen-Anhalt

332

Bremen

293

Schleswig-Holstein

215

Hessen

214

Brandenburg

209

Bundesgebiet 0

170 100

Quelle: Arbeitskreis Kulturstatistik, Michael Söndermann

200

300

400


Der Designwirtschaft lassen sich über die Kernbereiche hinaus weitere Tätigkeiten zuordnen, die in der amtlichen Statistik (Wirtschaftszweigklassifikation 2003 – siehe ­Anhang) bisher anderen Wirtschaftszweigen zugeordnet sind. Diese Bereiche bringen ein zusätzliches Designpotential mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 5,5 Mrd. € und 25500 Designunter­nehmen. Somit dürfte die Designwirtschaft einen Gesamtumsatz von mehr als 17 Mrd. € erzielen und verzeichnet 60500 Unternehmen, mit einem Anteil von 7,4 %, in den unternehmensnahen Dienstleistungen.

Links: ¹ http://www.destatis.de ² http://www.Kulturpolitik-kulturwirtschaft.de/ Kulturwirtschaft/MeldungenKulturwirtschaft/ FaktenaufeinenBlick/tabid/67/Default.aspx ³ http://epp.eurostat.ec.europa.eu

Die Designwirtschaft ist damit die neue Leitbranche der Kulturwirtschaft in Deutschland.

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Kรถln


Design in Köln Nachdem wir Design quantitativ als Teil der ­Creative Industries betrachtet haben, ist der nächste Schritt die qualitative Betrachtung der Designbranche. Dabei konzentrieren wir uns auf den Design­ standort Köln.

Die Auswertung der Interviews ermöglichte uns, Kernaussagen herauszufiltern und eine detaillierte Problemanalyse durchzuführen. Den Schwerpunkt haben wir im Folgenden auf die Kommunikationsprobleme zwischen Designern und ihren Auftraggebern gelegt.

In Köln haben nicht nur eine Vielzahl von Design­ unternehmen aus allen Designbereichen ihren Sitz, die Stadt bietet auch ein breites Spektrum an Design­veranstaltungen. Jährlich findet hier sogar die die größte deutsche Designveranstaltung statt, die PASSAGEN. Außerdem gibt es unzählige Design­ausbildungsstätten, Berufs- und Hochschulen, staatliche sowie private. Auf den nächsten Seiten haben wir Informationen zu Designveranstaltungen und Designausbildungs­ stätten zusammengestellt. Um weitere qualitative Informationen zu sammeln, haben wir Interviews mit Beteiligten am Designprozess geführt. Dafür mussten zuerst die Stakeholder definiert werden (siehe Übersicht auf der nächsten Seite). Dann konnten Interviews mit ausgewählten Ansprechpartnern folgen. Eine Liste aller befragten Unternehmen befindet sich im Anhang.

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Design-Ausbildung in Köln In Köln gibt es eine Vielzahl an Ausbildungs­ stätten für Design. Wir haben uns ein paar davon näher angesehen:

ifs – internationale filmschule köln Glückhauf-Haus Werderstraße 1 Köln, NRW 50672 http://www.filmschule.de

Die internationale filmschule köln (ifs) ist die erste öffentlich geförderte Filmhochschule Deutschlands, die den internationalen, staatlich anerkannten Abschluss Bachelor of Arts anbietet. Von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen wurde ein Ausbildungskonzept entwickelt, das professionell Spitzenkräfte für die Film- und Fernsehwirtschaft ausbildet. Kleine Studentenzahlen und intensive Betreuung in einer Atmosphäre von Experimentierfreude und Kreativität sind Kennzeichen der insgesamt 4 Ausbildungs- und 10 Weiterbildungsprogramme (von Animation über Kostümbild, bis hin zu Schauspiel.

KISD – Köln International School of Design Ubierring 40 Köln 50678 info@kisd.de http://www.kisd.de

14 Professoren, 21 Mitarbeiter, 420 Studenten (pro Semester 70 – 80). Die Köln International School of Design (KISD) ist eine Einrichtung der Fachhochschule Köln und bietet ein interdisziplinäres Studienprogramm im Bereich Design an, mit dem Ansatz Design als komplexen Prozess zu betrachten. Im Jahr 2002 wurde der der 1991 gegründete Fachbereich Design in Köln International School of Design umbenannt. Der Studiengang beinhaltet folgende Lehrgebiete: Audiovisuelle Medien, Corporate Identity, Design for Manufacturing, Design Konzepte, Design Management, Design Konzepte, Design Management, Designtheorie und –geschichte, Gender Design, Interface Design, Ökologie und Design, Produktionstechnologie, Service Design, Typographie und Layout.


KHM – Kunsthochschule für Medien Köln Peter-Welter-Platz 2 Köln, NRW 50676 info@khm.de http://www.khm.de

Durchschnittlich sind 340 Studenten eingeschrieben. Die Kunsthochschule für Medien Köln ist Deutschlands erste Kunsthochschule für alle audiovisuellen Medien mit Sitz in Köln. Die KHM bietet einen Studiengang Audiovisuelle Medien und Weiterbildungs-/Zusatzstudiengänge in den jeweiligen Fächergruppen an. Der Studiengang Audiovisuelle Medien ist anders als die Weiterbildungs-/Zusatzstudiengänge im Grundstudium ohne Schwerpunkt. Erst nach dem Vordiplom, wählt man seine jeweilige Fächergruppe. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Der Studiengang besteht aus folgenden Fächergruppen: Fernsehen/Film, Mediengestaltung, Medienkunst, Kunst- und Medienwissenschaften

ecosign Akademie für Gestaltung Mauitiussteinweg116 Köln, NRW 50676 akademie@ecosign.net http://www.ecosign.net

Durchschnittlich sind 200–230 Studierende eingeschrieben. Pro Semester werden 20 (SS) beziehungsweise 40 (WS) Studenten aufgenommen. Die ecosign wurde 1994 von der Diplom ­Designerin Karin-Simone Fuhs als Privatschule für ökologisch orientiertes Design gegründet. Die Akademie bietet seit 11 Jahren ein Vollzeitstudium an, das zur Ausübung des Berufes Designerin und Designer qualifiziert. Die Designausbildung an der ecosign ist interdisziplinär, das heißt Ökologie, Ökonomie und soziale Ziele spielen – im Hinblick auf den Nachhaltigkeits­ gedanken – eine wichtige Rolle in der Philosophie der Akademie. Die ecosign hat ein Ausbildungskonzept entwickelt, welches durch sein Profil und seine Ausrichtung auf Ökologie in Deutschland einzigartig ist.

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Design-AusbildungsstätteninKöln Berufskolleg Humboldtstraße Humboldtdtraße 41 Köln, NRW 50676 sekretariat@berufskolleg-humboldstr.de http://www.berufskolleg-humboldstr.de Berufskolleg Ulrichgasse 1-3 Köln, NRW 50678 info@berufskollegulrepforte.de http://www. berufskollegulrepforte.de BK 10 Berufskolleg Hauptstraße 426-428 Köln-Porz, NRW 51143 a.gelhausen@bk10-koeln.de http://www.bk10-koeln.de

bm – gesellschaft für bildung in ­medienberufen mbh Bischofweg 48-50 Köln, NRW 50969 info@medienberufe.de http://www.medienberufe.de Deutsche Medienakademie Im Mediapark 6 Köln, NRW 50670 info@medienakademie-koeln.de http://www.medienakademie-koeln.de Europa Fachschule Fresenius 0221-97319910 Im Mediapark 4c Köln, NRW 50670 info@fhwm.de koeln@fh-fresenius.de http://www.fh-fresenius.de


Macromedia Akademie der Medien Richmodstr.10 Köln, NRW 50667 w.huerth@macromedia.de s.churlahl@macromedia.de http://www.macromedia.de MÖFA Frangenheimstraße 6 Köln, NRW 50931 info@moefa.de http://www.moefa.de Rheinische Fachhochschule Hohenstafuenring 16-18 Köln, NRW %0674 http://www.rfh-koeln.de RRS Richard Rimmerschied Heinrichstr. 51 Köln, NRW 50676 info@rrs-berufskolleg.de http://www rrs-berufskolleg.de

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Design-VeranstaltungeninKöln Es gibt eine Vielzahl von Designveranstaltungen in Köln, hier werden in einer Auswahl die Wichtigsten aufgezeigt. Veranstaltungen dieser Art bringen neben dem großen Imagezuwachs und der internationalen Anerkennung als Designmetropole, einen enormen wirtschaftlichen Zuwachs für die Stadt Köln. ART COLOGNE Eine der führenden Kunstmessen der Welt. Die ART COLOGNE bietet einen Überblick über das Kunstgeschehen des 20. und 21. Jahrhunderts – von der Klassischen Moderne bis zu aktuellsten Kunstproduktionen. In die ART COLOGNE integriert ist »Open Space«, ein kuratierter, offener Verkaufsausstellungs­ bereich für zeitgenössische Kunst. Das Programm »New Talents«, unterstützt von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Köln sowie der Koelnmesse fördert junge Künstler. Das Programm »New Contemporaries« fördert mit Unterstützung der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln Bonn junge Galerien, denen eine kostengünstige Teilnahme an der Kunstmesse ermöglicht wird.

COLOGNE FINE ART Kunst -und Antiquitätenmesse Die COLOGNE FINE ART ist eine exzellente Marktplattform für den Handel hochwertiger Objekte. Sie fokussiert zielgruppenorientiert ein internationales und kaufkräftiges Publikum. imm cologne Die internationale Möbelmesse – Treffpunkt für die internationale Interiordesign Szene. Die imm cologne zeigt einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen im internationalen Design und bei den Trends. Neben dem kommerziellen Charakter sind bei der imm cologne auch kulturelle Aktivitäten, wie die »ideal houses« sehr wichtig, um so den Besuchern die Möglichkeit zu geben, über den Stand der Dinge zu reflektieren. Im Konzept der imm cologne ist ein Aspekt sehr wichtig um eine vollständige Design-Community zu bilden. Der Nachwuchs. Gerade die jungen Designer sorgen für die vielen frischen Ideen im »Interior Design«. Als Wohn- und Trendshow ist die imm cologne die attraktivste Adresse der Einrichtungsbranche. Über die Trends und Designkonzepte hinaus zeigt sie Neuheiten und Innovationen. Mit dem jährlich verliehenen »interior innovation award«


werden diese Innovationen in Design und Technologie und herausragende Produktkonzepte ausgezeichnet. Lange Nacht der Kölner Museen Rund 40 städtische und private Museen und Kultur­institutionen vernetzen sich jährlich in dieser Nacht zu einem außergewöhnlichen Haus der Kultur mit den verschiedensten Veranstal­ tungen und geöffneten Türen. PASSAGEN Eine Plattform für die aktuellen Strömungen und Trends des Designs, des Wohnens und des Lifestyls. Über 150 Shows internationaler Designer und Hersteller im gesamten Kölner Stadtgebiet und zahlreiche Happenings machen Köln während der Design-Woche im Januar jährlich zum Mekka des Designs (Siehe auch das Interview mit Frau Voggenreiter, der Organisatorin der PASSAGEN, im Anhang).

Der aktuelle Veranstalter ist die Koelnmesse GmbH und der Photoindustrie-Verband e. V. Auf der photokina stellen rund 1600 Anbieter aus 50 Ländern ihre Produkte und Dienst­leistungen auf einer Fläche von rund 200.000 Quadrat­ metern aus. In den Jahren 2002 und 2004 wurden rund 160.000 Messebesucher gezählt Auf der photokina dreht sich alles um das Thema Bild. Hier präsentiert sich eindrucksvoll die gemeinsame Zukunft von Fotografie, Informations­ technologie und Kommunikationstechnik. Ihre Kompetenz und Stärke liegt in der Präsentation kompletter Wertschöpfungsstufen.

photokina Die photokina ist die weltweit bedeutendste Messe für Fotografie und gilt als Leitmesse der Foto- und Imaging-Branche; sie wird in zweijährigem Turnus derzeit jeweils im Herbst in Köln abgehalten.

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Unternehmen

Finanzdienstleister

Designpromoter

IHK

Handwerkskammer

Kommunikationsdesign

Multimedia

Produkt

Mode

Schmuck

Design

In der Planungsphase der Interviews haben wir die Stakeholder eines Designprozesses definiert und daraus die vier f체r unsere Themenstellung relevante Gruppen als Interviewpartner ausgew채hlt.


Interviews mit den Stakeholdern Was ist Design? Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Design? Welche Perspektiven entwickeln sich für Designer in den »creative industries« in der Zukunft? Im Rahmen des Projektes »Alles ist Design – nichts ist Design« wurde versucht, Antworten auf diese Fragestellungen zu finden. Die Aufarbeitung internationaler Studien zu dieser Thematik diente zunächst zur Orientierung in der komplexen Struktur der Schnittstelle zwischen Design und Wirtschaft. Das konkrete Ziel des Projektes war es, eine regionale Studie zu erstellen. Den Stellenwert von Design als wirtschaftlichen und beruflichen Faktor in Köln und Umgebung galt es zu untersuchen und zu beschreiben. Um dies auf möglichst objektive Art vollbringen zu können, bestand die Notwendigkeit, direkte Ansprechpartner aus relevanten Bereichen ausfindig zu machen. Neben Designern und Designagenturen wurden deshalb auch Designpromotoren, produzierende Unternehmen mit eindeutiger Designorientierung, Banken als potentielle Design-Finanziers sowie die Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) und die Handwerkskammer Köln (HWK) kontaktiert.

Um gerade bei den Designbüros und den Unter­ nehmen einen repräsentativen Querschnitt bezüglich Größe und Arbeitsfelder zu erhalten, war im Vorfeld einige Recherchearbeit zu erledigen. Alle Projekt­teilnehmer beteiligten sich an der Suche nach Kontakten, die zusammengetragen eine Basis für die weiterführende Arbeit bildeten. Die Kontakte wurden dann so sondiert, dass die Umfrage möglichst facettenreich, also gemäß dem angestrebten Querschnitt, durchgeführt wurde. Zeitlich parallel erarbeitete die Projektgruppe einen Fragenkatalog, aus dem im Endeffekt die Fragebögen erstellt wurden. Diese wurden auf die jeweilig zu befragenden Interviewpartner angepasst. So konnte die Projektgruppe das Spektrum an Informationen abdecken, das schließlich auch die Studie bedienen sollte. Das Ergebnis war die Durchführung einer qualitativen Umfrage. Die Kontaktpartner wurden von jeweils zwei Projektteilnehmern aufgesucht, um die Fragebögen in einem leitfadengestützten Interview durchzugehen. Das persönliche Gespräch war wichtig, da so empathisch auf die Inter­viewpartner eingegangen werden konnte.

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Unverstandene Fragestellungen konnten näher erläutert, interessante Aussagen konnten vertieft werden. Letztendlich war es für die Projektteilnehmer natürlich auch aufschlussreicher, die jeweilige Interessenausprägung an der Thematik hautnah erleben zu können. Die fertigen Interviews wurden schließlich heran­ gezogen, um eine Liste der aufgeworfenen Problem­stellungen aufzustellen. Diese wurden analysiert und zu einer Anforderungsliste für Designer verdichtet. Es handelt sich dabei um Vorschläge, die die Arbeit zwischen Unternehmen oder Auftraggebern und Designern positiv beeinflussen könnten. Besonders in der Zusammenarbeit mit mittel­ ständischen Unternehmen scheint es noch einiges an Verbesserungsbedarf zu geben. So führte der Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens Glas Platz, Karl-Otto Platz, an, es gäbe ein Problem in der Werbung von Designunternehmen. Dadurch das überhaupt keine oder falsche Werbung gemacht würde, habe er keine Kenntnis an wen er sich wenden könne. Auch die KISD kritisierte er in diesem Zusammenhang: »Die Schule kennt keiner.«

Gestützt wird diese Position auch von Anderen: Designer nähmen lieber jedes noch so kleine Projekt einer riesigen Firma ins Portfolio, als ein umfassendes Projekt für ein mittelständisches Unternehmen. Doch nicht nur in der Kontaktaufnahme scheinen Kommunikationsprobleme existent, auch die eigentliche Zusammenarbeit wird durch eben solche erschwert. Herr Platz wiederum unterstreicht den allgemeinen Tenor, wenn er kritisiert, es sei unmöglich Designer und Techniker an einen Tisch zu setzen. Diese Aussage lässt sich nach Auswertung der Interviews auch auf kaufmännische und betriebswirtschaftliche Angelegenheiten projizieren. Anscheinend sind Designer nicht kompetent genug auf diesen Gebieten, gerade das erwünschen sich aber die Unternehmen. Diese Kompetenzen hätten einen Einfluss auf die Arbeitsweise der Designer, schließlich könnte so schon in der Planungsphase eines Projektes empathisch auf die Bedürfnisse der Auftraggeber eingegangen werden. Diese Herangehensweise sorgt zu Anfang vielleicht für mehr Reglementierung und weniger freien Spielraum, ist im Nachhinein aber auch wirtschaftlicher und somit zufrieden stellender für den Auftraggeber.


In diesem Zusammenhang spielt laut Eva Rusch, der stellvertretenden Vorsitzenden von Köln­ Design e.V., Designberatung eine wichtige aber scheinbar recht unfrequentierte Rolle: »Der Bereich Beratung ist sehr wichtig. Vor ­Beginn einer jeden Zusammenarbeit mit einem Unternehmen steht die Beratung. Sonst legt man los und hat sich nicht verstanden. Und das kann dann böse enden.« Dass dies tatsächlich der Fall ist belegt Prof. Vettermann, Vorstandsmitglied der Koelnmesse. Er nannte das Beispiel eines bekannten Büro­ möbelherstellers, der einen Messestand in Auftrag gegeben habe. Das ausführende Büro habe seine Planung nur anhand von Zeichnungen präsentiert und damit überzeugt, das fertige Ergebnis aber enttäuschte den Auftraggeber. Vettermann dazu: »Probleme entstehen immer nachher.« Vettermann schnitt auch ein weiteres Problem an, womit Unternehmen und leider auch Designer zu kämpfen haben: eine klare Definition des Begriffs »Design«. Gerade bei den befragten Unternehmen waren Schwierigkeiten spürbar, Design erklären zu können. Viele Interviewpartner bezeichneten den Begriff als schwammig. Dazu meint Vettermann – und bringt es damit vielleicht auf den Punkt: »Der Begriff Design

wird richtig runtergeritten.« In Hinsicht auf die Dinge, die heute alle die Bezeichnung »Design« tragen, steckt da etwas Wahres drin. Vettermann weiterhin: »Man muss immer trennen zwischen Gestaltung und Dekoration. Eine Gestaltung muss sich aus Themen und auch aus den Inhalten heraus entwickeln.« Das Bewusstsein von Design müsse sich in der Gesellschaft etablieren, sagen viele Gesprächspartner. Doch sollten sich nicht auch Designer eingestehen, dass sie ihre Kernkompetenzen verstehen und beschreiben können müssten? Ein anderes Problem sprach Judith Bußmann, Leiterin der Abteilung Corporate Design und Werbung beim WDR, an. Kritisch ist ihrer Ansicht nach das schlechte Netzwerk zwischen Designern und der Trend zu ­Mikrounternehmen. Der WDR wolle nicht die »soziale Verantwor­tung« für solche Existenzen tragen, deshalb beauftrage er nur etablierte Agenturen. Mikrounternehmen verließen sich bei einem Auftraggeber dieser Größenordnung vollkommen auf dessen Geldfluss. Weiterhin könne dort kein »Full-Service« bezogen werden, was aus Sicht des WDR wünschenswert sei. Auch Netzwerke seien keine Lösung, solange diese zu komplex und zeitintensiv in Pflege und Etablierung seien.

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Warum aber geht der Trend zu Mikrounternehmen? Das hat neben den Freiheiten in der Arbeit und anderen vermeintlichen Vorteilen einen gewichtigen weiteren Grund: Geld. Knut Hornburgen vom SKIA Verlag für Schatten: »Wir haben mehr Ideen als Kapital. Ich rede nicht mit der Bank, die hätten mir den Laden schon längst dicht gemacht. Weil ich nicht die Rendite erwirtschafte, die die haben wollen.« Der Designer sehe nicht das finanzielle Risi­ ko, welches er bei einer Gründung und bei bestimmten Projekten eingeht, war eine andere Aussage dazu. Anscheinend sehen Existenzgründer im Bereich Design dazu auch kaum Anlass, brauchen sie oftmals doch nur einen Computer für ihre Arbeit. Dass es aber auch für Designer tatsächlich Möglich­keiten gibt, unterstützt zu werden, bestätigte ein Interview mit einem Vertreter des Gründerzentrums der Sparkasse Köln-Bonn. Und dass Risikofreude auch eine Chance beinhaltet aus dieser Schwemme der Kleinstunternehmen herauszustechen und auf Grund anderer Möglichkeiten auch andere, größere Projekte betreuen zu können, ist nicht von der Hand zu weisen.

Designer sollten sich darüber informieren, welche finanzielle Risiken eine Neugründung birgt. Sie sollten sich auch über Risiko­ absicherungen bei bestimmten Projekten informieren. Hauptsache sie informieren sich und entscheiden dann. Hornburgen: »Designer sollten sich interessieren und alles aufsaugen wie ein Schwamm.« Und das gilt nicht nur für die Existenzgründung, sondern auch als Arbeits­ einstellung. Auch für eventuell trockene oder kreativitätsferne Themen wie die schon angesprochene Produktionstechnik oder Betriebswirtschaft. In Bezug auf den regionalen Charakter der Umfrage führte ein Vertreter der IHK Köln an: »­Design ist ein Stück Lebensqualität. Köln bietet seinen Einwohnern und Gästen eine hohe Lebensqualität, obwohl das Stadtbild keinen hohen Anforderungen an Gestaltung und ­Ästhetik erfüllen kann. Köln ist keine Design-Hochburg, trotz der vorhandenen Aus- und Weiter­ bildungsmöglichkeiten, trotz vieler guter Ansätze und Initiativen. Köln ist aber stark im Bereich Kommunikation – eben auch von Design. In der Messe- und Medienstadt ist das Thema Design gut aufgehoben.«


Auch Designpromotorin Sabine Voggenreiter meint: »Der Standort Köln wächst auf jeden Fall was Design angeht – nicht nur vom Image her, sondern weil auch wirklich was passiert. Das findet aber mehr auf der Vermittlerebene statt, und noch nicht so sehr auf der Produktionsebene.« Da sieht sie auch die Stadt in der Pflicht: »Wenn man von der Stadt aus irgendwelche Angebote macht, dann würden sich bestimmt junge Designproduktions­firmen hier ansiedeln.« Um es im Einvernehmen mit dem Gros unserer Gesprächspartner auf den Punkt zu bringen: Design ist schließlich wertschöpfend. Die kompletten Interviews können im Anhang nachgelesen werden.

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Design-Orte in Köln Wir haben unsere Interviewpartner gefragt, welche Orte sie in Köln mit Design verbinden. Hier eine Auswahl: Trödelmarkt am Unicenter Spiegel des Zeitgeschehens Luxemburger Str. 124-136 D-50939 Koeln * Tipp von Ingo Schweers, AGD Regional­sprecher Köln International School of Design (KISD) Interessantes Studienmodell Ubierring 40 50678 Köln * Tipp von Herr Gutmann, HWK Köln

Museum für Angewandte Kunst Wechselnde Design-Ausstellungen An der Rechtschule 50667 Köln * Tipp von Ilse Stammberger, Modedesignerin und Knut Hornburgen, Diplom Designer, SKIA Verlag für Schatten Gebäude des Kölner Stadtanzeigers Architektur mit vorgelagerter Glasmembran Neven DuMont-Haus Amsterdamer Str.192 50735 Köln * Tipp von Gisa Höber, Diplom Designerin

imm cologne – internationale Möbelmesse Im klassizistischen Gebäude der Koelnmesse Köln-Deutz * Tipp von Eva Rusch, Stellvertretende Vorsitzende KölnDesign

Vulkangelände Synthese aus alt und neu Lichtstraße 50825 Köln-Ehrenfeld * Tipp von Sabine Voggenreither, Büro Sabine Voggenreiter

Peek & Cloppenburg-Gebäude Das Weltstadthaus mit geschwungenem ­Glaskörper von Renzo Piano Schildergasse 65 50667 Köln * Tipp von Gisa Höber, Diplom Designerin

PASSAGEN Die größte deutsche Designveranstaltung 15. bis 21. Januar 2007 An vielen Orten in Köln * Tipp von Stefan Schmitt, Diplom Designer, brand new media

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AGD,BüroSabineVoggenreiter,Handwerkskammer,IHK, KISDClub,KölnDesign,Museum ­ fürAngewandteKunst, 2plus,brandnewmedia,Chang 13,Formwerk,GisaHoeber, IlseStammberger,SKIA,vier­viertel,glasplatz,Koelnmesse, TaschenVerlag,WDR,Commerzbank,SparkasseKölnBonn


HK, nst, ber, se, nn

Die Problemanalyse

Die Grundlage für unsere eigene Untersuchung bilden die Interviews mit Designagenturen, ­Banken, Unternehmen und weiteren Beteilig­ten, welche wir im kölner Raum im November 2006 durchgeführt haben. Eine Zusammenf­assung dieser Interviews ist im Anhang zu finden.

Im zweiten Schritt haben wir alle angesprochenen Themen aus einem Interview herausgearbeitet und zusammengefasst. Diese wurden durch ihre wesentlichen Aussagen gegeneinander abgegrenzt und jeweils auf einer Karte festgehalten. Zusätzlich wurde auf den Karten notiert aus welchem Interview diese Aussage stammt.

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Die Aussagen Danach haben wir die Aussagen verglichen und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. Hier ein Auszug der Einzelaussagen aus den Interviews: • Design ist für viele Menschen unfassbar und abstrakt • Viele kleine Unternehmen vernachlässigen Design • Der Kontakt zwischen Designer und Auftraggebern gestaltet sich oft schwierig • Ein Designer sollte direkt bei Projektbeginn seine beratende Rolle wahrnehmen • Große Firmen engagieren meist nur etablierte Agenturen • Große Auftraggeber fordern Full-Service-Agenturen • Design wird bisher nicht als Zuständigkeitsbereich der Manager gesehen • Die Auftraggeber wollen oft im Design­prozess mitbestimmen • Designern fehlt das Bewusstsein für die Verantwortungen ihrer Auftraggeber • Designer müssen ökonomische Zusammenhänge verstehen • Designer sollten sich in die betriebswirtschaftlichen Prozesse designfremder Unternehmen einarbeiten • Designer müssen die Produzierbarkeit ihrer

Entwürfe beurteilen können • Designern fehlt oft die Anerkennung der ­Bedeutung ihrer Designleistung • Es fehlen feste Kategorien für Design (z.B. in den Datenbanken der IHK und Handwerkskammer und damit auch in Statistiken) • Designern fällt es schwer ihre Dienstleistung zu formulieren • Designer müssen erkennen, dass Medienpräsenz für ihre Firma und für die gesellschaftliche Wahrnehmung von Design wichtig ist • Designer müssen die Vorteile des euro­päischen Designs verstehen und vermitteln • Designer müssen ihre Interessen in der Politik vertreten und Design als eigene Kategorie in der Wirtschaftszweigklassifikation* einfordern • im Designbereich gibt es einen Trend zu Mikro­ unternehmen • Der Aufwand für Design-Netzwerke übersteigt ihren monetären Nutzen • als Designer benötigt man kaum Kapital für die Unternehmensgründung • Designer unterschätzen finanzielle Risiken • Designer ziehen Eigenfinanzierung vor, weil dann der Druck entfällt, die Rendite für die Bank erwirtschaften zu müssen

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Designer ­sehen nicht das ­Potenzial, das in der ­Aufklärung ihrer ­Kunden liegt

Unternehmer sehen nicht das Potenzial, das Design für ihre ­Firma bereit hält

Aus den Aussagen ergaben sich vier übergeordnete Feststellungen (siehe oben). Diese Feststellungen sind nicht als Pole oder Gegensatzpaare zu verstehen. Vielmehr sind es Tatsachen, die mehr oder minder stark eine ­indirekte Basis der Einzelaussagen aus den Interviews darstellen. Die übergeordneten Feststellungen spannen

einen Raum auf, in dem wir nun die individuellen Einzelaussagen aus den Interviews verortet haben. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein negatives Spannungsfeld im Sinne von »Entweder – Oder«, die Feststellungen bilden additive Beeinflussungen im Sinne von »Sowohl – Als Auch« aus. Durch die Zuordnung wird den


Designer sehen nicht die Möglichkeiten, die in der Sensibilisierung der Gesellschaft liegen

Designer sehen nicht die Chancen, die ihnen betriebswirtschaftliches Know-how bietet Aussagen der Interviewpartner der Charakter des Einzelfalls entzogen und sie werden in den Kontext der Allgemeingültigkeit überführt ohne ihre konkrete Herkunft zu verlieren. Aus den Einzelaussagen haben wir im Kontext der zugewiesenen übergeordneten Feststellungen ein Problem formuliert. Die Formulie-

rung erfolgte bewusst absolut, ohne dabei auf Alleingültigkeit zu bestehen. Somit sind entstehende Widersprüche nicht falsch, sondern müssen für sich betrachtet werden. Auf den nächsten Seiten gehen wir konkret auf Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Designern und Auftraggebern ein.

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* der Designer


#1 Design & Management * der Auftraggeber

»Meine Frau entscheidet in Farbund Geschmacks­ fragen!«

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#1 Design & Management ÂťDesign muss Thema der Entscheider sein, um unternehmensweit zu wirken!ÂŤ


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#2 Kompetenzstreit

»Ich entscheide was das Beste für mein ­Unternehmen ist!«

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#2 Kompetenzstreit Die meisten Kunden denken, sie hätten Designkompetenz!


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#3 Risikobereitschaft

»Designer sind sich der Risiken und Verantwortungen, die ich tragen muss nicht bewusst!«

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#3 Risikobereitschaft ÂťDie Kunden sind oft unflexibel und konservativ. Die interessantesten Ideen werden blockiert!ÂŤ


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#4 Netzwerke

»Ich möchte einen ­Ansprechpartner für alle Designfragen!«

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#4 Netzwerke ÂťIch will mich auf meine Designarbeit konzentrieren, anstatt Leute zu koordinieren!ÂŤ


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#5 Kundenorientierung

»Designer bieten für mein mittelständisches Unternehmen keinen ­Service an!«

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#5 Kundenorientierung »Mittelständische Unter­nehmen denken, Design istnurteuresStyling!«


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Anhang Begriffserläuterungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 Untersuchte Studien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Liste der Interviewpartner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 Die Interviews . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Designpromoter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Designer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 Designinteressierte Unternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 Finanzdienstleister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140 Das Projekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153

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Begriffserläuterungen Kulturwirtschaft Seit Beginn der 90er Jahre hat sich in NordrheinWestfalen der Begriff Kulturwirtschaft bewährt. Dieser wurde vom Arbeitskreis Kulturstatistik e.V. in drei Kulturwirtschaftsberichten erarbeit. Die Kernbranchen der Kulturwirtschaft sind: 1. Verlagsgewerbe (Buchverlage, Presseverlage, Tonträger- und Musikverlage)s 2. Filmwirtschaft (Film-, TV-Film-, Video-Produktion, Verleih, ­Vertrieb, Filmtheater) 3. Rundfunkwirtschaft (privater Hörfunk / Fernsehen) 4. Musik, visuelle und darstellende Kunst (Freiberufliche Künstler/innen, private ­Theater, Kleinkunstszene, Theater- / ­Konzertdirektionen, bühnentechnische Betriebe) 5. Journalisten- / Nachrichtenbüros (Journalisten- / Nachrichtenbüros) 6. Museumsshops, Kunstausstellungen (kommerzielle Museumsaktivitäten und ­Kunstausstellungen) 7. Einzelhandel mit Kulturgütern (Musikfachhandel, Buchhandel, Galerien, Kunsthandel)

8. Architekturbüros (Innen-, Garten- / Gestaltungs-, Hoch- / Tiefbauarchitekten) 9. Designwirtschaft (Industrie-, Produkt- mit Mode / Textil- u. ä. Design, Kommunikations­design / ­Werbe­gestaltung, ohne Fotografisches Gewerbe) Wirtschaftszweigklassifikation Die Wirtschaftszweigklassifikation wird vom statistischen Bundesamt herausgegeben. Die Aktuelle Ausgabe ist die Wirtschaftszweig­ klassifikation von 2003 (WZ 2003). Sie dient dazu, die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen, Betrieben und anderen statis­tischen Einheiten in allen amtlichen Statistiken einheitlich zu erfassen. Sie baut auf der durch EG-Verordnungen verbindlich eingeführten statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE Rev. 1.1) auf. An der Erarbeitung dieser Klassifikationen waren zahlreiche Wirtschaftsverbände, die fachlich zuständigen Behörden und andere Insti­tutionen maßgeblich beteiligt.


Als Ergebnis ist eine hierarchisch gegliederte Wirtschaftszweigklassifikation mit 17 Abschnitten, 31 Unterabschnitten, 60 Abteilungen, 222 Gruppen, 513 Klassen und 1041 Unterklassen entstanden, die eine statistische Zuordnung aller wirtschaftlichen Tätigkeiten ermöglicht. Hilfsmittel für die Anwendung der WZ 2003 sind eine Fassung mit Erläuterungen sowie ein alphabetisches Stichwortverzeichnis mit mehr als 33 000 Begriffen. Die WZ 2003 steht auf der Internetseite des deutschen statistischen Bundesamts zum Donwnload bereit: http://www.destatis.de

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Untersuchte Studien Folgende Studien haben wir untersucht: [1] Competitive Advantage Through Design, British Design Council. London, 2002. www.designcouncil.org.uk [2] Design in Britain 2004-2005, British Design Council. London, 2004. www.designcouncil.org.uk [3] Management und Design in NRW-Unter­ nehmen, Zollverein School of Management and Design, Wirtschaftsjunioren Nordrhein-Westfalen e.V. Münster, 2003. www.zollverein-school.de [4] Survey of Industrial Design in Finland, Designium – University of Art and Design Helsinki. Helsinki, 2002. www.uiah.fi/designium

[5] Design and competitive edge: A model for design management excellence in European SMEs, Design Management Institute. Boston, 2003. www.dmi.org [6] The Future in Design– The competitiveness and industrial dynamics of the Nordic design industry, Centre for research on Innovation and Industrial Dynamics – Uppsala University. Uppsala, 2004. www.nordicdesign.org [7] Creating value – How the UK can invest in new creative businesses, National Endowment for Science, Technology and the Arts. London, 2005. www.nesta.org.uk [8] The Economic Effects of Design, National Agency for Enterprise and Housing (jetzt National Agency for Enterprise and Construction). Kopenhagen, 2003. http://www.naec.dk


[9] Creative Businesses Research Report, National Endowment for Science, Technology and the Arts. London, 2006. www.nesta.org.uk

[13] Design in the creative economy, Premsela – Dutch design foundation, Ministry of Education, Culture and Science. Amsterdam, 2004. http://www.premsela.org

[10] Creating growth – How the UK can develop world class creative businesses, National Endowment for Science, Technology and the Arts. London, 2006. www.nesta.org.uk

[14] Design Intensive Born Globals ­ Companies in Finland – Role of Designers as ­Entrepreneurs, Master’s Thesis by Zeynep Falay, University of Art and Design Helsinki. Helsinki, 2006. www.uiah.fi

[11] Die Modeviertel, B1rüssel InternationalTourismus und Kongress (BITC), Fremdenverkehrsamt (OPT) Wallonie – Brüssel. Brüssel, 2006. www.brusselsinternational.be www.belgique-tourisme.be

[15] Design a new industriy – Design Skills ­Consultation, Creative & Cultural Skills, British Design Council. London, 2006. www.ccskills.org.uk www.designcouncil.org.uk

[12] Design as brokering of languages – The role of designers in the innovation ­strategy in Italian firms, Roberto Verganti, Professor of Management of Innovation and co-Direktor of the Master in ­Strategic-Design, Polytechnico di Milano, Italy. www.polimi.it

[16] Nordic Baltic Innovation Platform for Creative Industries, Designium – University of Art and Design Helsinki. Helsinki, 2005. www.uiah.fi/designium

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Interviewpartner: Designpromotion AGD Regionalsprecher Köln Ingo Schweers Glasstraße 62 50823 Köln mail@ingoschweers.de http://www.agd.de

KISD Club e.V. Köln International School of Design Prof. Paolo Tumminelli Ubierring 40 50678 Köln mail@kisd-club.de http://www.kisd-club.de

Büro Sabine Voggenreiter Sabine Voggenreiter Kaiser-Wilhelm-Ring 18 50672 Köln info@voggenreiter.com www.voggenreiter.com

KölnDesign e.V. Eva Rusch Mülheimer Freiheit 128 51063 Köln office@koelndesign.de http://www.koelndesign.de

Handwerkskammer zu Köln Herr Gutmann Heumarkt 12 50667 Köln info@hwk-koeln.de http://www.hwk-koeln.de

Museum für Angewandte Kunst Dr. Birgitt Borkopp-Restle An der Rechtschule 50667 Köln mfak@stadt-koeln.de http://www.museenkoeln.de

IHK industrie und Handelskammer zu Köln Michael Sallmann Unter Sachsenhausen 10-26 50667 Köln service@koeln.ihk.de http://www.ihk-koeln.de

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Interviewpartner: Designer 2plus, Galerie für Schmuck Brabanterstr. 46 Köln 50672 hello@2plus-galerie.de http://www.2plus-galerie.de brand new media Stefan Schmitt Stammstr. 79 50823 Köln info@brandnewmedia.de http://www.brandnewmedia.de Form-Werk, Schmuck und Gerät Andreas Köther Antwerpenerstr. 7 Köln 50672 a.koether@form-werk-koeln.de http://www.form-werk-koeln.de

GISAHOEBER Konzeption & Grafik-Design Gisa Höber Thumbstrasse 16 Köln 51103 g.hoeber@gisahoeber.de http://www.gisahoeber.de Ilse Stammberger Modedesign Große Brinkgasse 31 50672 Köln SKIA GmbH Verlag für Schatten Knuth Hornbogen Verlag für Schatten Lindenstr. 82 50674 Köln info@skia.de http://www.skia.de


vierviertel – Agentur für Kommunikationsdesign GmbH René Reichert Barthelstraße 64 50823 Köln info@vierviertel.com http://www.vierviertel.com Xhibition und chang 13° shop°gallery°atelier Palmstr. 45 Köln 50672 chang13@chang13.de http://www.xhibition-cologne.de

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Interviewpartner: Unternehmen glas platz GmbH & Co. KG Karl Otto Platz Auf den Pühlen 5 51674 Wiehl-Bomig info@glas-platz.de http://www.glas-platz.de Koelnmesse GmbH Prof. Dr. Vettermann Messeplatz 1 Köln 50679 marketing-services@koelnmesse.de http://www.koelnmesse.de TASCHEN GmbH Florian Kobler Hohenzollernring 53 Köln 50672 contact@taschen.com http://www.taschen.de

WDR mediagroup Ludwigstrasse 11 Köln 50667 Sandra.schlechtriem@wdr-mediagroup.de http://www.wdrdesign.de


Interviewpartner:Finanzdienstleister Commerzbank Tobias Strenger Hohenzollernring 74-80 Köln 50672 tobias.strenger@commerzbank.com http://www. commerzbank.com Designpreis der Commerzbank: http://www.designpreis.de Sparkasse KölnBonn Erik Bastians Hahnenstrasse 57 Köln 50667 0221/2262895 Deutschland sabine.cardeneo@sparkasse-koelnbonn.de http://www.sparkasse-koelnbonn.de

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»Es ist wichtig, in Brüssel Designinteressen zu vetreten« Interview mit Ingo Schweers, AGD-Regionalsprecher Köln Woran arbeiten Sie als Designer? Vor dem Studium habe ich kleine Grafik­ design-Projekte betreut. Dann habe ich Architektur studiert. Nach dem Studium habe ich als Produktdesigner gearbeitet und arbeite jetzt auch wieder an Grafikprojekten. Vor kurzem habe ich eine Lichtinstallation für ein Hochhaus entwickelt. Sind die anderen AGD-Mitglieder auch so vielseitig? Ich kann mir vorstellen, dass es bei einigen so ist. Aber wenn man einmal in einem festen ­Bereich arbeitet und von den Einnahmen ­abhängig ist, ist es schwierig, sich davon loszumachen, neue Sachen zu probieren und neue Kunden zu suchen. Das ist auch abhängig vom Alter und der Persönlichkeit. Bei Designern können auch Nebentätigkeiten einen großen Vorteil


haben, wenn man sie zu nutzen weiß. Die Fotografie kann zum Beispiel in die eigene Arbeit mit einfließen. Trifft die AGD eine Auswahl bei den Mit­ gliedern? In der AGD wird keine Auswahl getroffen, ob jemand ein guter Designer ist oder nicht. Die AGD ist ein Berufsverband und offen für Designer aller Fachbereiche. Sie setzt sich für die berufswirtschaftlichen Belange der selbstständigen Designerinnen und Designer ein. Aber Designer muss man schon sein, um in der AGD aufgenommen zu werden? Der Begriff Design ist nicht geschützt. Ich habe Architektur studiert, aber ich fühle mich als Designer. Ich gehe davon aus, dass jemand, der AGD-Mitglied werden will, ein berechtigtes Interesse hat. Die AGD berät ihre Mitglieder bei allen Fragen zum Berufsalltag, bei Rechts- und Steuerangelegenheiten. Den Mitgliedsbeitrag

AGD-Regionalsprecher Köln Ingo Schweers Glasstraße 62 50823 Köln mail@ingoschweers.de http://www.agd.de

nur zu bezahlen, um AGD auf die Visitenkarte schreiben zu können, wäre doch dumm. Unterstützt die AGD die Netzwerkbildung? Ja, eine Möglichkeit sind die Regional­treffen. Es gibt ja nicht nur eine Kölner Gruppe. Im Rheinland gibt es zum Beispiel auch in Dortmund einen Regionalsprecher, der dort Leute um sich sammelt und sich als Ansprechpartner anbietet. Die Regionalgruppe Köln reicht bis

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Bonn, Aachen, Düsseldorf und Wuppertal, das Einzugsgebiet ist sehr groß. Es hängt immer von den Aktivitäten des Regionalsprechers ab, was vor Ort passiert. In Köln hat sich ein Treffen alle zwei Monat eingebürgert, dazu gibt es zwei Vorträge pro Abend. Externe Gäste sind natürlich immer wilkommen.

dings nur, solange man AGD-Mitglied ist. Der Vergütungstarifvertrag Design (VTV) ist das eigentliche Produkt der AGD. Der VTV dient als ein Orientierungspunkt, an den man sich nicht eins zu eins halten muss, das ist immer abhängig von der eigenen Situation und der eigenen wirtschaftlichen Berechnung.

Wie werden die Sprecher ausgewählt? Ich spreche sie an oder ich lasse mir etwas vorschlagen. Es gibt Vorträge von Juristen, von Vertretern von Papierfirmen oder Softwarehersteller refferieren über Neuerungen. Ich nehme auch Themen mit rein, die vom Design­alltag abweichen, weil ich das genauso anregend finde. Einen Soziologen zum Beispiel, der etwas vorträgt über Konsumverhalten oder die alternde Gesellschaft. Daraus produziert man auch Ideen.

Unterstützt die Regionalgruppe auch den Kontakt zwischen Unternehmen und ­Designern? Ja, das ist eine Aufgabe des Regional­sprechers. Daran arbeite ich noch. Letztes Jahr habe ich einen möglichen Ansprechpartner kennengelernt, das Neue Unternehmertum Rheinland (NUK).

Was tut die AGD konkret für Designer? Außer den Leistungen, die auf unserer Internetseite (http://www.agd.de) aufgeführt sind, gibt es seit neuestem eine Elektronikversicherung gegen Einbruch und Diebstahl. Normalerweise sind Versicherungen nicht so erpicht auf Designer, die müssen oft Sonderzuschläge zahlen. Die AGD hat für diesen Fall einen eigenen, günstigen Tarif abgeschlossen – der gilt aller-

Gibt es Unternehmen, die sich an die AGD wenden, wenn sie einen Designer suchen? Direkte Anfragen von Unternehmen ­landen eher bei der Hauptgeschäfts­stelle, nicht bei mir als Regionalsprecher. Auf der Webseite der AGD gibt es die Möglicheit Designer zu suchen, in unterschiedlichen Fachbereichen und Regionen. Als Designer hat man auch die Möglichkeit, Arbeitsproben auf die Webseite zu stellen. Die AGD enpfiehlt dann aber nur Designer, die AGD-Mitglied sind, oder?


Ja. Ist die AGD nur in Deutschland tätig? Wir haben Kontakt zu Designverbänden im Ausland. Und es gibt natürlich den Blick nach Brüssel, was die Gesetzgebung angeht. Stichworte wie Honorare und Urheberrecht dürfen nicht unbeachtet bleiben. Es ist wichtig, dass man dort Menschen hat, die die Interessen im Designbereich vetreten. Der Ansprech­partner der AGD für internationale Kontakte ist Jürgen Grothues. Wie schätzen Sie die Entwicklung von ­Design ein? Im Gespräch mit Designern habe ich in den letzten Jahren mitbekommen, dass es ­vielen wirtschaftlich nicht gut geht. Die Auftraggeber drücken sehr stark die Preise. Die AGD ­versucht dagegenzuarbeiten und zu vermitteln, wie wichtig es als Designer ist, für seine Arbeit zu argumentieren – preislich wie auch inhaltlich. Und in Köln? Köln genießt eine gute Stellung, weil es hier im Gegensatz zur Berliner Region noch Mittelstand gibt. Natürlich gibt es in Köln auch mittelständische Unternehmen, die Konkurs anmelden. Aber es gibt auch Gründungen, Umbruch

ist da, wäre ja sonst auch schade. In Berlin gibt es zwar auch Mittelstand, aber es ist weniger traditionell. Das Umland ist leer, es gibt ein paar große ­Firmen und das war´s. Wenn es um mehr als nur die Gestaltung von Webseiten geht, sind da zu viele Designer an einem Ort. Gibt es ein Qualitätsbewusstsein für Design in Deutschland? Ich hoffe, dass in Zukunft der Anspruch an Design steigen wird. Die Qualität von billigen Vorlagen, wie sie einige Programme mitliefern, ist nicht zu vergleichen mit der Arbeit eines ­Designers. Aber Qualität kostet natürlich Geld. Ein Designer muss deshalb rüberbringen, wofür der Kunde investiert. Man muss für die eigene Leistung einstehen. Was ist ihr persönlicher Tipp für einen ­Design-Ort in Köln? Trödelmärkte. Daran kann man die Zeit­ geschichte super ablesen. Heute gibt’s da die 70er, bald kommen die 80er und das geht ­immer so weiter. Das ist der Designmarkt schlechthin. Dort kann man Erbschaftsnachlässe entdecken, die blind weitergeschoben werden, und Familien­geschichten und Dramen erahnen. Besonders der Markt samstags am Unigelände ist gut. //

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»Köln ist auch im Ausland als Designmetropole anerkannt« Interview mit Sabine Voggenreiter, Designpromotorin und Veranstalterin der PASSAGEN Wie ist es zu den Passagen gekommen, welche Idee steckt dahinter? Passagen ist eine Plattformveranstaltung für Design in der Stadt Köln, eine dezentrale Design­ veranstaltung und besteht seit 18 Jahren. Von anfänglich knapp 20 Teilnehmern ist sie auf 150 gewachsen und sehr international ausgerichtet, dies sind sowohl Hersteller (inklusive Vermittler), Händler und Designer. Die Besucherzahlen sind von 10.000 auf 130.000 gewachsen. Eine Woche lang gibt es Veranstaltungen mit teilweise fest in Köln verankerten aber auch temporären Showrooms. Der Termin ist bewusst parallel zur Möbelmesse gewählt, aber eine völlig unabhängige Geschichte. Die PASSAGEN beschränken sich nicht nur auf Möbel, konzentrieren sich dafür auf 100% Design. Die Idee der Passagen stammt von mir, ich hatte eine Designgalerie und wollte größere Kreise zie-


hen. Ich habe die Designer und auch Hersteller angesprochen, die ich sehen wollte und die ausstellen sollten und habe ihnen meine Idee vorgestellt, die waren begeistert und haben mitgemacht. Es war von Anfang an ein gutes Konzept, es gab eine gute Kommunikation mit PR/ Presse Katalog. Außerdem veranstalte und kuratiere ich Designund Architekturausstellungen sowie die jährlich stattfindende Architekturwoche „plan“. Mitarbeiterzahl und Aufgabengebiete: Die Anzahl der Mitarbeiter variiert saisonal, ganzjährig arbeiten hier 6 Leute und wenn es richtig rund geht sind es 12. Sie arbeiten in den Bereichen allgemeine Organisation, Abwicklung, Presse und PR Abteilung, Abteilung, die für Einzelfälle zuständig ist und betreut, Redaktionsabteilung für die Publikationen. Als Promoter beraten wir Firmen, aber auch junge Unternehmen, wie die sich am Markt verhalten sollen, also auch Management. Wir vermit-

Sabine Voggenreiter Büro Sabine Voggenreiter Kaiser-Wilhelm-Ring 18 50672 Köln info@voggenreiter.com www.voggenreiter.com

teln Unternehmen und Designer. Ich organisiere unter anderem Einzelausstellungen, die »Plan« und die Architekturwoche. Designwettbewerbe werden von mir auch außerhalb Kölns betreut. Wie entstehen Kontakte zwischen Designern und Unternehmen? Alle haben einen gewissen Bedarf an Beratung – in Richtung Öffentlichkeit, Location, wo sie ihr Produkt anbieten sollen, wen sie einladen sollen.

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Wir versuchen dann den Kontakt aufzubauen. Dazu müssen die Designer selbst ins Büro kommen und mit Ihr sprechen und sagen, was sie können. Gibt es andere Arten von Designern, neben Interior, die sie vermittelt (bei den Passagen)? Licht, Dekoration/Accessoires, Stoffe, künstlerische Ausrichtungen und Kunsthandwerk sind auch schon mal dabei, Mode. Aber der Kern ist Interior Design. Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl von Designern? Wichtig ist erst mal, dass es Design ist. Wichtig ist auch, dass der der ausstellen will auch wirklich eine Ausstellung vorbereitet und eine Präsentation macht mit Produktwelten. Es sollten möglichst neue Sachen vorgestellt werden. Die Urheber sind immer vor Ort und man kann sie selbst fragen, was sie sich dabei gedacht haben. Wir helfen auch bei den Ausstellungen, beziehungsweise machen manchmal ganze Ausstellungen für die Designer oder vermitteln an andere helfende Firmen.

Bieten Sie Fortbildungen an? Die Passagen sind eine einzige große Fort­ bildung. Wichtig ist es, mal wo anders hin zu fahren und sich die Szene dort anzuschauen, man sollte viel mitbekommen, teilnehmen und hingehen – die Augen offen halten. Wie sehen Sie die zukünftige (auch wirtschaftliche) Entwicklung von Design in Köln? Positiv ist, dass immer mehr internationale Showrooms hier in Köln aufmachen. KISD Absolventen machen eigene Büros auf und lassen sich hier in Köln nieder. Was fehlt sind Firmen, die hier produzieren. Ich kann mir aber auch für die nächsten Jahre vorstellen, dass sich durch die vielen Kreativen hier auch solche Firmen in Köln ansiedeln, das wäre auf jeden Fall wünschenswert. Der Standort Köln wächst besonders, was Design angeht, auch durch den Einzugsbereich Ruhrgebiet. Nicht nur vom Image her, sondern weil auch wirklich was passiert. Alles findet aber mehr auf der Vermittlerebene statt, und noch nicht so sehr auf der Produktionsebene. Wenn man Angebote macht von der Stadt aus, dann würden sich bestimmt junge Designproduktionsfirmen auch hier ansiedeln.


Es gibt eine Lücke bei Designern- im Begreifen wirtschaftlicher Vorgänge. Gerade für Leute, die in die Selbstständigkeit nach dem Studium gehen, wäre ein Übergangsjahr im Angebot des Studiums von Vorteil, in welchem die Designstudenten für das richtige Leben gecoacht werden. Die Passagen haben einen großen wirtschaftlichen Einfluss, es gibt 150 Aussteller, von denen manche 100.000 bis 200.000 € in Ihre Ausstellung stecken. Designer und Besucher wohnen während der Passagen in Hotels. Aussteller mieten oft auch Showrooms und beauftragen Kölner Handwerksbetriebe. Im Schnitt werden 10.000 bis 20.000 € pro Nase für die Ausstellung ausgegeben. Während der Passagen sind 120.000 – 130.000 Besucher in der Stadt, meistens Fachbesucher: Architekten, Innenarchitekten, Händler, Hersteller und natürlich auch Designer selbst, aber sehr viele interessierte Endkunden. Es werden 16 –18 Millionen Euro in der Zeit umgesetzt. Nachhaltig bedeuten die Passagen für Köln, dass immer mehr permanente Showrooms aufmachen, und die Interior Szene Köln international anerkannt ist, es ist ein großer Imagezuwachs für die Stadt, sie wird auch im Ausland als Design­metropole anerkannt.

Was sind ihre persönlichen Designpräferenzen in Köln? Es gibt jede Menge permanente Showrooms hier in Köln. Das Vulkangelände hat sich gut entwickelt. Das Museum für Angewandte Kunst hat sich nicht so toll entwickelt, es wäre wünschenswert, wenn es ein gutes Museum gäbe. Die Entwicklung der KISD ist interessant und nachhaltig, KISDler zeigen Präsenz. //

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»Wir unterstützen Unternehmen, wenn es um Patentanmeldungen geht« Interview mit Rainer Gutmann von der Handwerkskammer zu Köln Die Statisitischen Daten der HWK Die statistischen Daten der HWK geben keine Auskunft über die Spezialisierung der einzelnen Unternehmen, ihre Beschäftigungszahlen oder zu der Frage, ob sie kreativ tätig sind. Wie viele Designunternehmen in Köln sind Mitglied bei der Handwerkskammer? Reine Designunternehmen gibt es nicht bei der Handwerkskammer. In welche Kategorien unterteilen sie Designunternehmen? Die HWK hat keine Unterteilung für Design­ unternehmen. Damit kommen wir gleich zu dem Thema, ob Mitglieder der HWK irgendetwas mit Design zu tun haben und vielleicht kommen wir dem Thema etwas näher, wenn Sie mir sagen, wie Sie den Begriff Design definieren.


Wir haben entschieden, uns auf die Wirtschaftszweigklassifikation zu berufen. Daraus haben wir Bereiche ausgewählt, die bei der HWK vertreten sind und im weitesten Sinne für uns interessant sind. Dazu zählen: • Elektro- und Metallgewerbe • SCHMUCKDESIGN • Uhrmacher • Graveure • Gold- und Silberschmiede • Holzgewerbe • MÖBEL- UND OBJEKTDESIGN • Tischler • Bühnenbauer • Bekleidungs- und Textilgewerbe • TEXTILDESIGN • Damen- und Herrenschneider • Kürschner • Schuhmacher • Sattler und Feintäschner • Raumausstatter • Theaterkostümnäher

Rainer Gutmann Handwerkskammer zu Köln Heumarkt 12 50667 Köln info@hwk-koeln.de http://www.hwk-koeln.de

Wie ist die Größenverteilung der Designunternehmen? Daten über die Größenverteilung der einzelnen Betriebe erfasst die HWK nicht. Wer einen Handwerksberuf selbsttändig ausübt, wird in die Handwerksrolle der Kammer eingetragen. Daten zum Umsatz und zur Beschäftigung erhebt das staatistische Landesamt alle 15 Jahre in der sogenannten Handwerkszählung.

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Wie viele Unternehmen sind insgesamt in Köln bei der HWK gemeldet? Zahl der Mitgliedsbetriebe am 31.12.2006: 30.916 Zulassungspflichtige Handwerke: 18.562 Zulassungsfreie Handwerke: 5.159 Handwerksähnliche Betriebe: 7.281 Wie viele Auszubildende gibt es in Köln im Designbereich? Wie viele Auszubildende gibt es in Köln insgesamt bei der HWK? Gesamtzahl der Auszubildenden 2006: 14.260 (Kammerbezirk), Stadt Köln: 4.446 begonnene Ausbildungsverhältnisse 2006: 5.059 (Kammerbezirk), Stadt Köln: 1.606 Zahl der Ausbildungsbetriebe 2006: 5.206 (Kammerbezirk), Stadt Köln: 1.506 Zum Kammerbezirk gehören Köln, Bonn, Leverkusen, Oberberg. Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Berg.-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis.

Fragen an die Handwerkskammer Was tut die Handwerkskammer konkret für Designer in Köln? Wir unterstützen Unternehmen, wenn es um Patent­anmeldungen geht und um die Anmeldung von Marken. Bei einem Betrieb, der mit Design etwas zu tun hat, könnte das von Interesse sein. Es gibt Tischlerwettbewerbe »Die gute Form«, wo es speziell darum geht, dass Gesellenstücke unter dem Gesichtspunkt der Formgebung und der Gestaltung bewertet werden. Traditionell ist der Tischlerberuf stark auf technische Aspekte ausgerichtet, d.h. der herkömmliche Tischlermeister der eine Gesellenarbeit bewertet, prüft hier, wie handwerklich gearbeitet wird. Künftig werden gestalterische Aspekte noch an Bedeutung gewinnen. Es gibt die Gruppe Angewandte Kunst Köln »AKK«, welche handwerkliches Können und künstlerische Gestaltung vereint. Die Mitglieder dieser Gruppe zeigen Kunsthandwerk aus den Werkbereichen Schmuck, Keramik, Textil, Leder, Holz und Stein. Die HWK unterstützt die AKK, indem sie jedes Jahr einen Ausstellungsraum in der HWK zur Verfügung stellt.


Gibt es Weiterbildungsangebote für designorientierte Handwerksunternehmen? Weil es für sehr spezielle Seminarthemen nur begrenzte Nachfragen gibt, wird beispielsweise die Weiterbildung zum Restorateur nicht von den einzelnen Handwerkskammern angeboten, sondern von der Akademie des Handwerks in Raesfeld (im westlichen Münsterland). Dort werden Techniken, die zwar heute nicht mehr gängig sind, aber für die Restaurierung alter Gebäude oder alter Möbel gebraucht werden, gelehrt.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung des Design in Köln ein? Köln ist ein Zentrum für Kunst und Medien, daher ist liegt es nahe, dass Design hier auch einen hohen Stellenwert hat. Was sind Ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Ein persönlicher Hotspot in Köln ist die FH Köln – die Köln International School of Design. Diese hat vor 15 Jahren das Signet der Handwerkskammer entworfen (siehe unten). //

Unterstützt die Handwerkskammer Designer bei der Existenzgründung? Wir bieten Betrieben kostenfreie Beratungsangebote an. Voraussetzung ist, dass der Betrieb bei der HWK eingetragen ist, sprich Mitglied der HWK. Welchen Stellenwert misst die Handwerkskammer dem Design für KMUs bei? 3 auf einer Skala von 0 bis 5 Welche wirtschaftliche Relevanz hat Design in Köln? 3 auf einer Skala von 0 bis 5

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»Viele kleinere Unternehmen vernachlässigen das Thema Design« Interview mit Michael Sallmann von der ­Industrie und Handelskammer zu Köln Wie viele Designunternehmen in Köln sind Mitglied bei der IHK? Die Anzahl der bei der IHK Köln registrierten Unternehmen mit dem Geschäftsschwerpunkt Design lässt keinerlei Aussage über die Relevanz der Designbranche für den Wirtschaftsstandort Region Köln zu. Die meisten Designer arbeiten als freischaffende Künstler oder Freiberufler und sind daher nicht Mitglied der IHK. In welche Kategorien unterteilen sie Designunternehmen? Neben der klassischen Aufteilung IndustrieDesign, Produkt-Design, Foto-Design und ­GrafikDesign haben sich viele Nischen etabliert und einen Markt gefunden: Screen-Design, Kommunikations-Design, Licht-Design, Audio-Design, Design für TV-Sender (Trailer) und Food-Design.


Wie ist die Größenverteilung der Designunternehmen? Überwiegend kleine Designagenturen oder Einzelunternehmen. Wie viele Unternehmen sind insgesamt in Köln bei der IHK gemeldet? Rund 130.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungsbranchen (keine Handwerksunternehmen, keine freien Berufe (Ärzte, Anwälte, Notare, Journalisten, Künstler und so weiter)) Wie viele Existenzgründungen sind seit 2001 in Köln insgesamt verzeichnet? Dies ist nicht zu beantworten, da die Statistik nur Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen registriert. Wie viele der Anmeldungen tatsächlich Neugründungen sind, wird von verschiedenen Stellen sehr unterschiedlich geschätzt.

IHK Industrie und Handelskammer zu Köln Michael Sallmann Unter Sachsenhausen 10-26 50667 Köln service@koeln.ihk.de http://www.ihk-koeln.de

Wie viele Auszubildende gibt es in Köln im Designbereich? Unter (http://www.ihk-koeln.de/Navigation/ AusUndWeiterbildung/Berufsbildungspolitik/ Statistik/Aus-_und_Weiterbildungsstatistik.jsp) finden Sie die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse – geordnet nach Berufen. Sie können dort – je nach Ihrer Definition

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von «Designbereich” – zusammensuchen, welche Berufe samt der Anzahl der neuen Ausbildungsplätze Sie unter Designbereich fassen möchten. Bitte unterscheiden Sie zwischen Beruf und Branchenzuordnung des Ausbildungsbetriebs (Bürokauffrau, in der Lehre bei einem Designbüro? Mediengestalter Bild und Ton in einem Fachverlag für Steuern und Jura?) Wie viele Auszubildende gibt es in Köln insgesamt? Über 22.700 Ausbildungsverträge sind zur Zeit bei der IHK Köln registriert. Was tut die IHK konkret für Designer in Köln? Wir unterstützen KölnDesign e.V., ein Verein, der die Designerbranche in Köln fördern will und zudem das Thema Design in der öffentlichen Wahrnehmung verstärken möchte. Außerdem unterstützen wir auch die KISD. Unterstützt die IHK Designer bei der Existenzgründung? Genau wie andere Existenzgründer auch. Zum Teil zusammen mit KölnDesign e.V.

Welchen Stellenwert misst die IHK dem Design für KMUs bei? Leider vernachlässigen viele kleinere Unternehmen das Thema Design in seiner Breite und vergeben damit Chancen. Daher unterstützen wir KölnDesign und berichten in unserem IHKMagazin regelmäßig auch über Design. Welche wirtschaftliche Relevanz hat Design in Köln? Design ist für den Wirtschaftsstandort Köln sehr viel wichtiger, als die vorhandene DesignBranche vermuten lässt. Durch Design-orientierte Messen (Int. Möbelmesse, Photokina, Orgatec), die lebendige Kunst- und Galerie-Szene in der Stadt und die starke Medienbranche ist das Thema Design allgegenwärtig. Arbeiten Sie mit dem Ministerium zusammen, erhalten Sie Förderung? Ja, wir unterstützen die Design-Initiative der NRW-Landesregierung. Nein, wir erhalten keine finanzielle Förderung. Wirtschaftliche Entwicklung des Design in Köln Design ist ein Stück Lebensqualität. Köln bietet seinen Einwohnern und Gästen eine hohe Lebensqualität, obwohl das Stadtbild keine


besonders hohen Anforderungen an Gestaltung und Ästhetik erfüllen kann. Köln ist keine Design-Hochburg, trotz der vorhandenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, trotz vieler guter Ansätze und Initiativen. Köln ist aber stark im Bereich Kommunikation – eben auch von Design. In der Messe- und Medienstadt ist das Thema Design gut aufgehoben. Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Das Design- und Entwicklungszentrum des Ford-Konzerns in Köln-Niehl; das Peek & Cloppenburg Weltstadthaus, Radius (Michael Rösing). Das Thema Design gehört nicht zu den Schwerpunktaufgaben der IHK Köln – auch, weil ein Großteil der Designer nicht IHK-Mitglieder sind. Trotzdem sind wir da immer wieder aktiv – besonders zusammen mit KölnDesign oder einzelnen Mitgliedsunternehmen, die mit uns das Thema Design fördern wollen. //

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»Design wird zu oft nur als ›Lifestyle‹ angesehen« Interview mit Prof. Paolo Tumminelli, KISD Club e.V. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und welche Kompetenzen haben diese? Der KISD Club ist ein Verein, der aus vier Leuten und einem Vorstand besteht. Die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden ist die Vermarktung und flächendeckend alle Bereiche zu betreuen. Der Stellvertreter hat die Aufgabe Förderprojekte zu betreuen. Der dritte Mann trägt die Verantwortung für die Mitglieder, der vierte macht Marketing und der fünfte Steuerberatung. Bieten Sie Fortbildungen an? In welcher Form? Fortbildungen nicht direkt, im Rahmen des KISD Clubs gibt es verschiedene Aktivitäten zur Förderung von Design. Wir bieten ein Veranstaltungsprogramm, das kostenlos ist. Da können die Leute Kontakte knüpfen. Wir bieten auch Beratung an, zum Beispiel für Absolventen.


Wie und warum fördern sie Netzwerke? Es ist Zweck des Vereins zu fördern, wir sind dazu verpflichtet, das zu erfüllen. In welchem räumlichen Gebiet fördern Sie die Zusammenarbeit von Designern und Unternehmen? Wir sind in Köln tätig, wir fördern Design zunächst in Köln. Wobei wir zum einen Studenten der KISD als Hauptzielgruppe sehen und zum anderen Alumni der KISD die freiberuflich arbeiten und Unternehmen gegründet haben, und sich im Kölner Raum angesiedelt haben. Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl von Designern und Unternehmen? Die Affinität steht im Vordergrund. Bei Designern folgen wir dem Prinzip des Kölner Modells – wir fördern Projekte, die im öffentlichen Raum stattfinden. Wir bevorzugen Projekte, die eine unmittelbare Wirkung haben. Wir wählen keine Designer aus, die Designer

KISD Club e.V. Köln International School of Design Prof. Paolo Tumminelli Ubierring 40 50678 Köln mail@kisd-club.de http://www.kisd-club.de

stellen sich vor und können sich bei uns melden. Welche Art von Designern vermitteln Sie? Wir fördern Design im Sinne des Kölner Modells und beschränken dies nicht auf eine Art.

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Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung von Designunternehmen? Design ist jetzt um so notwendiger, weil die Welt so komplex geworden ist und das Schubladendenken und der Taylorismus nicht mehr in der Lage sind, diese Komplexität zu bewältigen. Die Frage ist, woher kommt das Design. Es kommt nicht unbedingt von Design-Fachhochschulen. Diese fachliche Handwerksdimension des Design wird irgendwann kollabieren, weil es zu viele Designer gibt und so viele Menschen werden zu Designern ausgebildet. Die heutige Technologie ermöglicht die eigene Design­ ausbildung zu Hause. Außerdem wird Design als Lifestyle angesehen – Design ist nicht nachhaltig, es kann untergehen. Die Gefahr besteht zum Beispiel bei einer Energiekriese. Wie fördern Sie Designer konkret? Der KISD Club fördert Designer ganz konkret, indem wir Geld geben – keine Unsummen. Sie stellen einen Förderantrag und erklären, warum es für sie wichtig ist. Dafür ist ein Businessplan notwendig, der festlegt, wie viel Geld für ein Projekt notwendig ist. Am Ende des Projekts muss eine Buchhaltung vorgelegt werden, wie das Geld investiert wurde. Wir stellen auch Kontakte her und bieten sonstige Hilfe an.

Wie fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Designern? Wir suchen Unternehmen, die sich an Design orientieren. Wir versuchen auch, sie an die KISD zu bringen. Marketing für Unternehmen bieten wir aber nicht an. Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung von Design in Köln ein? Ich weiß die Zahlen nicht. Es dürfte aber besser gehen. Ich beobachte, dass es in Köln, im Vergleich zu Berlin und anderen großen Städten mehr kleinere Design-Agenturen gibt, die ihre eigenen Kunden haben. Die Design-Städte der Welt sind Tokio, London, Mailand und so weiter, aber in Deutschland gibt es nicht die eine »Design-Stadt«. Hier gibt es in jeder Stadt immer ein bisschen Design, in Köln ein bisschen, in Frankfurt ein bisschen, in Berlin ein bisschen…//


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»Gerade für KMUs stellt Designqualität den entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar« Interview mit Eva Rusch, KölnDesign e.V. Wie viele Designunternehmen in Köln sind Mitglied bei KölnDesign? Wir haben 110 Mitglieder. In welche Kategorien unterteilen sie Designunternehmen? Designberatung, Designmanagement / Kommunikationsdesign/Industriedesign, Produkt-, Interior-, Mode-, Schmuck-, Textildesign/Lichtdesign/Ausstellungsdesign (siehe auch die Kategorien im DesignGuide). Wie ist die Größenverteilung der Designunternehmen? 60 % Kommunikationsdesign, 30 % Industriedesign, 10 % auf die Restlichen. Wie viele Unternehmen sind insgesamt in Köln bei KölnDesign gemeldet? Wir haben den DesignGuide Köln (Buch und


Internetseite www.designguide-koeln.de) herausgebracht. In beiden zusammen sind über 1.400 Design- und designnahe Firmen verzeichnet. Was tut KölnDesign konkret für Designer in Köln? • Vernetzung aller Design-Disziplinen, Plattformen bieten (Internet, Buch, Veranstaltungen), Kontakte zu IHK und insbesondere dem Amt für Stadtentwicklung der Stadt Köln ausbauen • das Thema Design und den Nutzen von Designern den Unternehmen nahe bringen durch einen Newsletter an 1800 Abonnenten und die regelmäßige Aussendung des KölnDesignInfo Heftes und des PDFs »megasign« an 2000 Unter­nehmer im Kölner Umkreis. • Beteiligungen an Messen der Kölnmesse • Kontakt zwischen Designern und der design­ affinen Wirtschaft herstellen (»Wir verbinden Design und Wirtschaft«.)

KölnDesign e.V. Eva Rusch, Vorstandsvorsitzende Mülheimer Freiheit 128 51063 Köln office@koelndesign.de http://www.koelndesign.de

• Köln als Design-Standort stärken • Plattform für den interdisziplinären Austausch von Designern untereinander. Unterstützt KölnDesign Designer bei der Existenzgründung? Wir veranstalten zweimal im Jahr einen Gründertag kostenfrei und wir bieten eine kostenfreie Erstberatung (ca. 1,5 Std.) an. Wir vermitteln Beratungsangebote freier Anbieter.

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Welchen Stellenwert misst KölnDesign dem Design für KMUs bei? Sehr hoch, da wir hier starken Bedarf sehen, sowohl für Kommunikations- als auch für Industriedesign. Wir haben einen Verteiler von ca. 2000 Adressen mit KMUs und beschicken diesen mit Informationsmaterial. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen stellen Designqualität und professionelle Unternehmenskommunikation entscheidende Wettbewerbsfaktoren im globalen Markt dar. Wir haben den Eindruck, dass immer mehr Firmen dies auch so sehen und arbeiten aktiv daran, dass sich diese Erkenntnis in der Region noch weiter durchsetzt. Welche wirtschaftliche Relevanz hat Design in Köln? Sicherlich eine sehr große. Wichtige Leitmessen, wie zum Beispiel die imm, aber auch die Photokina oder die Orgatec sind nicht ohne Grund in Köln erfolgreich. Mit den PASSAGEN findet jedes Jahr die größte deutsche Designveranstaltung in Köln statt. Wichtige international tätige und designorientierte Firmen, wie zum Beispiel Dyson oder neuerdings auch Microsoft setzen bewusst auf den Standort Köln. In Zahlen: Eine hohe Relevanz, da bei ca. 3000 Designern und einem

Jahresumsatz von ca. 280.000 € pro Designer immerhin eine Wertschöpfung von 840 Mio. nur der Designer gegeben ist. Dazu wird noch das Auftragsvolumen an Dienstleister (Drucker, Fotoshops, Medien) zu zählen sein, das wir auf ca. 400 Mio. € beziffern. Also ca. 1,2 – 1,3 Mrd. € p.a. Die Zahlen beruhen auf einer Berechnung von Dr. Bernd Weidemann, Vorstand KölnDesign e. V.. Quelle ist eine Studie, die die Friedrich Naumann-Stiftung (Hrsg: Kultur und Kreativität als neue Wirtschaftsfaktoren – Jahrbuch Kulturwirtschaft 2006, Potsdam 1. Aufl. 2007 sowie eigene Berechnungen) herausgegeben hat. Arbeiten Sie mit dem Ministerium zusammen, erhalten Sie Förderung? Wir erhalten projektbezogene Unterstützung von der Stadt Köln und der IHK zu Köln. – Unterstützung seitens der Ministerien gibt es leider bisher nicht. Diese Gelder flossen bisher an andere Standorte ab. Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung des Design in Köln ein? Wir verzeichnen in der letzten Zeit einen verstärkten Zulauf von Firmen unterschiedlichster Ausrichtung. Dies führen wir neben der verstärk­ ten Aktivitäten unsererseits auch auf ein gestiegenes Bewusstsein seitens der ansässigen


Firmen zurück. Perspektivisch sind allerdings noch weitere gemeinsame Anstrengungen von öffentlichen und privaten Stellen nötig um diesen positiven Trend noch zu verstärken.//

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»Der Dialog im Design ist wichtig«

Interview mit Frau Dr. Borkopp-Restle, Direktorin des Museums für Angewandte Kunst

Die Design-Abteilung des Museums für Angewandte Kunst wird derzeit neu eingerichtet. Die Dauerausstellung des Hauses besteht aus zwei Teilen – dem historischen Kunsthandwerk und dem Industrie-Design des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie wird von wechselnden Sonderausstellungen begleitet. In ihrer Neuaufstellung soll die Design-Abteilung nicht allein qualitätvolle Einzelobjekte präsentieren, sondern auch ihren historischen Hintergrund – Entstehungs- und Gebrauchsumstände – mit beleuchten. Ziel des Museums ist es, den Besuchern ein breites Informationsangebot zu eröffnen und damit ihre aktive, selbstbewusste Teilnahme am Prozess von Nachfrage und Konsum zu stärken. Frau Dr. Borkopp-Restle berichtet in diesem Zusammenhang, dass sie Gesprächspartner im Museum gern auf die


Möglichkeit, für einen konkreten Bedarf auch individuelle gestaltete Lösungen zu suchen, aufmerksam macht: Sie möchte dazu ermutigen, maßgeschneiderte Kleidungsstücke oder nach persönlichen Vorgaben gestaltetes Geschirr in Auftrag zu geben – solche Dinge sind sicher nicht billig zu haben, sie müssen aber auch nicht teurer sein als Industrieprodukte mit entsprechendem „Label“. Die Beteiligung am Entstehungsprozess, die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen sowie den gestalterischen und technischen Optionen zu ihrer Erfüllung sind in jedem Falle bereichernd. Sie unterstreicht die Aussage: Der Dialog im Design ist wichtig.

Café des Museums stattfinden, etwa im Rahmen eines „Director´s Table“…

Für die Museumsarbeit gilt dies genauso: Frau Dr. Borkopp-Restle plant deshalb für die Zukunft vermehrt Begleitprogramme zu den Ausstellungen, in denen die Besucher zum Dialog mit Gestaltern und Kuratoren eingeladen sind. Solche Gespräche können und sollen auch im

Eine wichtige Aufgabe des Museums sollte darin bestehen, Gestaltungsprozesse transparent zu machen: Wenn Konsumenten verstehen, dass sich die Form jedes Gegenstandes der bewussten Entscheidung eines Gestalters verdankt, dann können sie auch einen eigenen

Museum für Angewandte Kunst Dr. Birgitt Borkopp-Restle An der Rechtschule 50667 Köln mfak@stadt-koeln.de http://www.museenkoeln.de

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Anteil an solche Entscheidungsprozessen in Anspruch nehmen. Im Sinne dieses Bildungsauftrages ist die museumspädagogische Kinder- und Jugendarbeit von besonderer Bedeutung. Für die Museen der Stadt Köln wird diese Arbeit vom Museumsdienst als zentraler Einrichtung geleistet. Nach der Neubesetzung der Direktion des Museumsdienstes, die in diesem Frühjahr erfolgt ist (seit dem 1. April ist Herr Dr. Matthias Hamann im Amt), wird hier über neue Strukturen und Programme intensiv diskutiert. Für fast alle Museen ist es zur Zeit sehr schwer, junge Besucher – konkret: die unter 35jährigen – zu gewinnen. Frau Dr. Borkopp-Restle sieht Gründe dafür vor allem im großen und breit gefächerten Freizeitangebot, mit dem Institutionen, die traditionell eher als Bildungs-, denn als Unterhaltungs¬orte wahrgenommen werden, kaum konkurrieren können. Da gleichzeitig zu beobachten ist, dass das Prestige von Bildung sinkt (Wenn Menschen Bildung nicht mehr für eine Voraussetzung von wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Aufstieg halten, wenn Eltern nicht daran gelegen ist, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, um ihnen einen bes-

seren Start ins Leben zu geben, verlieren auch die Orte, die damit assoziiert werden, an Bedeutung), ist der „Nutzen“ solcher Einrichtungen nicht leicht zu vermitteln. Veranstaltungskonzepte wie die „Lange Nacht der Museen“ ziehen zwar ein vorwiegend junges Publikum an und sind – wenn man allein die Besucherzahlen einer solchen Nacht betrachtet – durchaus erfolgreich. Den ursprünglich erhofften Effekt, neue Besucher zu gewinnen und langfristig an die Museen zu binden, hat man damit jedoch nicht erzielen können. Frau Dr. Borkopp-Restle arbeitet darauf hin, das Museum für Angewandte Kunst wieder zu einem Treffpunkt werden zu lassen, an dem man Informationen findet, Kontakte knüpft, interessierten und interessanten Menschen begegnet – ein Ort, an dem Menschen und Dinge, Fragen und Antworten zueinander finden können. //


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»Persönliche Kontakte sind sehr wichtig für die Kundenbindung« Interview mit Stefan Schmitt von der Multimedia-Agentur brand new media Wie haben Sie Ihr Unternehmen gegründet? Ich habe während des Studiums als Free­lancer gearbeitet und die Selbstständigkeit nahtlos ans Studium angeknüpft und dem Ganzen 2001 einen Namen gegeben. Ich arbeite alleine von zuhause aus, und habe daher kein Kapital nötig gehabt, um die Agentur zu gründen. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und welche Kompetenzen haben die? Ich habe keine Angestellten. Ich arbeite je nach Bedarf projektbezogen mit verschiedenen Freelancern zusammen, die ich durch persönliche Kontakte, Anzeigen, das Intranet der KISD oder Open BC kennen lerne. Hauptsächlich suche ich Programmierer für den Screenbereich.


In welchen Bereichen ist Fortbildung für Sie wichtig? Bei jedem Projekt lernt man etwas, die Projekte selbst sind Fortbildungen. An Fortbildungs­ veranstaltungen nehme ich nicht teil. Arbeiten Sie mit externen Partnern und Spezialisten zusammen? Ja, mit Freelancern aus den Bereichen Entwicklung und Programmierung. Wo und an wen verkaufen Sie ihre Design­ leistungen? Ich betreibe keine konkrete Akquise, Kontakte kommen durch ehemalige Kunden oder Bekannte zustande. Wichtiger als eine tolle Webseite und ein gutes Portfolio sind persönliche Kontakte, gute Connections. Deutschland ist nicht unbedingt ein Designland. Design hat keine gefestigte Position, daher glaubt auch jeder Kunde Kritik üben zu können,

brand new media Stefan Schmitt Stammstr. 79 50823 Köln info@brandnewmedia.de http://www.brandnewmedia.de

was Design betrifft, weil er meint es sei Geschmackssache. Es ist nicht wie beim Ingenieur, dem man nicht unbedingt reinredet. Welche Designleistungen bieten Sie an? Konzeption, Screendesign, Web, User Experience, Usability Consulting, Interface Design.

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Wie sehen Sie die zukünftigen Ziele für ihr Unternehmen? Ich will zweigleisig fahren: auf der einen Seite eigene Ideen und Projekte verwirklichen um mein Portfolio aufzuwerten und auf der anderen Seite neue Quellen auftun, um Kunden zu akquirieren Wo und wie wünschen Sie für Ihre Design­ agentur externe Unterstützung? Über die Mitgliedschaft bei KölnDesign erhalte ich Unterstützung durch Präsentation im Intranet, Profilseite, Newsletter, Stammtisch, Unterlagen etc. Eine weitere externe Unterstützung brauche ich nicht! Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung des Design in Köln? Die Kompetenz von Design als Prozess wird in Firmen häufiger gefordert. Design wird immer wichtiger und wird auch beim Kunden häufiger als solches betrachtet, eben mehr als nur Styling. Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Es gibt jetzt keine speziellen Orte, klar die Passagen sind eine wichtige Veranstaltung und die Diplomveranstaltungen der KISD. //


ALLES IST DESIGN – NICHTS IST DESIGN // ANHANG: INTERVIEWS // 105


»Mehr Aufklärung über Design und die Wichtigkeit von Design ist vonnöten« Interview mit Gisa Höber, Grafikdesignerin Wie haben Sie Ihr Unternehmen gegründet? Ich bin Diplom-Designerin und habe nach vielen Jahren der Tätigkeit als Art-Direktorin in Werbeagenturen mein Design-Büro 1991 gegründet. Als unternehmende Designerin betreibe ich das Büro mit einem Netzwerk. Design- und Projektmanagement liegen in meiner Hand. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und welche Kompetenzen haben die? Für jedes Projekt stelle ich ein Team zusammen. Aufgabenbezogene Verknüpfung mit freien Mitarbeitern aus verschiedenen Fachdisziplinen bietet bestmögliche Vorteile für unsere Kunden. Dazu gehören Spezialisten - je nach Problemstellung - für Text, Übersetzung, Fotografie, Illustration, manchmal auch Verpackungsentwicklung oder Marketing. Die Bildbearbeitung gebe ich an Profis in Pre-Press-Agenturen.


In welchen Bereichen ist Fortbildung für Sie und ihre Mitarbeiter wichtig? Neue Techniken und Software zwingen regelmäßig dazu, sich weiterzubilden. Man muss immer am Ball bleiben. Offenheit für zielgruppenorientiertes Arbeiten, sich ständig ändernde Techniken sowie gute Fremdsprachenkenntnisse erwarte ich von den freien Mitarbeitern. Als Designerin beobachte ich stets aufmerksam fachliche aber auch gesellschaftspolitische Zusammenhänge und spüre internationalen Sichtweisen nach, um zukunftsorientierte Lösungen entwickeln zu können. Arbeiten Sie mit externen Partnern und Spezialisten zusammen? Im Team ergeben sich immer die besseren Lösungen. Die Zusammenarbeit ist projektgebunden und daher von unterschiedlicher Dauer. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit sorgen externe Spezialisten zum Beispiel für die technische Realisierung unserer Arbeiten.

GISAHOEBER Konzeption & Grafik-Design Gisa Höber Thumbstraße 16 Köln 51103 g.hoeber@gisahoeber.de http://www.gisahoeber.de

Wo und an wen verkaufen Sie ihre Designleistungen? Das Designbüro ist in Köln und unsere Arbeiten erscheinen vielfach weltweit in verschiedenen Sprachen. Wir arbeiten für Wissenschaft, Marketingabteilungen, Kliniken und Anwaltsocietäten, Behörden und Non-Profit-Organisationen. Unsere Auftraggeber sind bundesweit verteilt - und auch in Köln.

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Welche Designleistungen bieten Sie an? Kommunikationsstrategien und zielgruppenadäquate Konzepte sind unsere Spezialität. Wir bieten Leistungen im Printbereich an aber auch im Zusammenhang von Corporate Design Gestaltung von Internetseiten. Unser Schwerpunkt liegt im Gestalten von Informationen und wir entwickeln Business-Grafiken oder Grafiken für Prozessdarstellungen. Wie sehen Sie die zukünftigen Ziele für ihr Unternehmen? Von meinen unternehmerischen Zielen habe ich schon einige erreicht. Die Beratung von potentiellen Auftraggebern möchte ich ausbauen. Als Ausgleich zu unserer Tätigkeit in wissenschaftlichen Bereichen wünsche ich mir etwas freiere Designaufgaben. Bei allen Arbeiten bleibt meine Leitlinie: Design muss dem Inhalt dienen. Wo und wie wünschen Sie für Ihre Designagentur externe Unterstützung? In den Medien und Schulen sollte es mehr Aufklärung über Design und die Wichtigkeit von Design für die Wirtschaft geben. Design im Zusammenhang mit Produkten ist eher bekannt als Design im Zusammenhang von Unterneh-

menserscheinungen mit Logo, Bildsprache, Farben und verbale Sprache. Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung von Design in Köln? Es gibt den Verein KölnDesign, der eigentlich dafür angetreten ist, eine Verbindung zwischen Design und Wirtschaft herzustellen. Mit der Arbeit bin ich nicht zufrieden - wie das in der Regel nicht anders in ehrenamtlich geführten Berufsverbänden zu erwarten ist. Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Ich interessiere mich für Architektur und freue mich über das Gebäude für Peek&Cloppenburg von Renzo Piano oder über das Dumont-Gebäude des Kölner Stadtanzeigers. Für den Designstandort Köln finde ich das Museum für Angewandte Kunst, den Mediapark und die International School of Design wichtig. //


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»Man sollte nicht ohne kaufmännische Erfahrungen ein Geschäft eröffnen« Interview mit Ilse Stammberger, Modedesignerin Wann und wie haben Sie Ihr Unternehmen gegründet? Ich habe mich sofort nach dem Modedesignstudium selbstständig gemacht und habe mit 23 Jahren mein erstes Geschäft eröffnet. Ich hatte weder Geld noch eine kaufmännische Ausbildung. Finanziert habe ich das Geschäft mit einem Minikredit meiner Eltern. Ohne Geld ginge heute überhaupt gar nichts mehr, das ist naiv, damals ging das, weil der Markt noch nicht so gesättigt war und ohne kaufmännische Ausbildung würde ich heute jedem sagen, wenn du dich selbständig machst, lerne diese Dinge oder informiere dich, bringe dich auf einen gewissen Stand. Ich habe ganz viel Lehrgeld bezahlt in diesem Bereich, dass hat mir meine Kreativität beschnitten, weil ich nur über Schulden nachdenken musste. Um ein Existenzgründungsdarlehen zu bekommen muss man heutzutage


viele Aufgaben erfüllen. Man muss einen Geschäftsplan vorlegen und sich kaufmännisches Grundwissen aneignen etc.. Wieviele Mitarbeite beschäftigen Sie? 3 Mitarbeiter plus zwei Mitarbeiter je nach Saison und Arbeitsaufkommen: eine Jungdirectrice, die meine rechte Hand ist, eine Näherin, eine Schnittmacherin, eine Musternäherin, eine Geschäftsführerin für den Laden, die mit mir zusammen die Kollektionen erarbeitet, es gibt zusätzlich immer eine Praktikantin, aus dem Bereich Modedesign. In welchem Bereich ist Fortbildung für Sie und Ihre Mitarbeiter wichtig? Fortbildung bedeutet für mich sich zu informieren. Ich bilde mich fort indem ich viel lese über dieses Metier, und gucke mir an, was immer mir über den Weg läuft . Ich bin jemand der ganz viel Zeitschriften liest, nicht nur über Mode, sondern auch allgemeines: Design, Kunst,

Ilse Stammberger Modedesign Große Brinkgasse 31 50672 Köln

Architektur, Theater. Das ist für mich in diesem Beruf Fortbildung. Ich interessiere mich sehr für Kostümgeschichte; also auch mal zeitlich nach hinten greifen für die Fortbildung. Welche Dienstleistungen bieten Sie an? Ich verkaufe keine Lebensphilosophie – ich denke meine Kundin ist intelligent und selbstbewusst und kauft meine Kleider, weil diese zu Ihrem Lebensstil passen. Außerdem biete ich Dienstleistungen für andere Modehäuser an und entwerfe komplette Kollektionen und/oder Kollektionskonzepte. Dafür fahre ich hin, sehe mir die Firma an, unterhalte mich mit den Leuten und besorge mir so viel

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Informationen wie möglich über die Firma und Firmengeschichte. Dann überlege ich, was den Kunden weiterbringt, welche Aussage sie treffen wollen. Wenn sie damit einverstanden sind, treffe ich eine Stoffauswahl, fertige Entwürfe und Skizzen an, erstelle ein Farb- und Fotokonzept, betreue den Kunden während der Erstellung der Musterkollektion bis zum Messeauftritt, beratend auch für die Werbung, je nach Größe der Firma. Gerade betreue ich einen Betrieb mit Umsatzrückgang. Die produzieren in Deutschland, was ganz toll ist. Sie möchten ihren Betrieb nicht schließen, trauen sich aber nicht, der Kollektion eine geänderte Aussage zu geben. Es gehört ganz viel Psychologie dazu den Kunden dazu zu ermutigen, Wege aufzuzeigen – diese Dienstleistung, dass alles gehört dazu lässt sich aber schwer benennen. Das merkt man, wenn man Rechnungen schreibt. Was habe ich diesen Leuten für Ihr Geld geboten? Es dauert eine Zeit bis der Auftraggeber Vertrauen aufbaut. Ein Konzept anhand von Skizzen und Fotos darzustellen, ist eine sehr abstrakte Geschichte. Menschen zu überzeugen, die gewohnten Wege zu verlassen, dies ist eine unge-

heure Anstrengung. In diesem speziellen Fall haben die Firmeninhaber Angst. Und wenn ich dann sage, die alte Kundin von Früher gibt es so heute nicht mehr, dann sitzt mir die Inhaberin gegenüber und sagt: „ja das stimmt, aber wir können ja unsere Kunden, die bis jetzt unsere Kollektionen gekauft haben, nicht vergessen“ dann sage ich: „also fallen 30% der alten Zielgruppe weg. Sie müssen neue Kunden ansprechen“ dann sagt die Auftraggeberin: „ja, aber wenn die Einkäufer gar nichts mehr bei uns finden?“ dann sage ich: „die haben ja schon gar nichts mehr gesucht bei Ihnen“. Das könnte ich schon auf Tonband sprechen und immer wieder abspielen; das ist eine ungeheure Überzeugungsarbeit, man muss das zehn mal hintereinander sagen. Sie kommen zu einem und sagen „mach was, mach was, wir wollen auf dem Markt bestehen bleiben, machen aber am liebsten dass, was wir schon immer hatten dann müssen wir uns nicht bewegen, nur du sollst damit mehr erfolg haben“ – dass kann ja nicht gehen. Sie möchten INNOVATIVES Design haben, möchten aber etwas was sie immer schon gemacht haben und vergessen, dass diese Schere zu sehr auseinander klafft. Sie hatten mit Sicherheit deshalb


Umsatzrückgänge, weil sie nicht sehen wollten, dass die Dinge sich wandeln. Und ich glaube, das ist auch die Aufgabe eines Designers: Köpfe zu bewegen.

schen mehr über Form und Funktion reflektieren. Dass Design ein Wirtschaftsfaktor für Köln ist, muss von den städtischen Politikern stärker wahrgenommen und gefördert werden

Wo und wie wünschen Sie für Ihr Geschäft externe Unterstützung? Wir arbeiten an unserem Internetauftritt, Meine Storemanagerin ist Diplomgrafikerin sie betreut unsere Werbung – es gibt zwei Mal jährlich ein Mailing: ein Kollektionsfoto wird als Karte zum Saisonstart verschickt.

Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Der Musical Dome – grauenvoll, ein Verbrechen in dieser Stadt. Ich mag das Museum für Angewandte Kunst sehr gerne. Ich finde es gut, dass am Rheinauhafen ein neues Viertel entsteht. Der arme Neumarkt, so ein schöner Platz, der für irgendwelche Saufzelte genutzt wird. Köln und seine Plätze, dass ist sowieso ein Thema für sich. Der Heumarkt – dass die es da nicht geschafft haben einen Markt hin zu machen. Ich bin ein Theaterfreak ich mag Schauspiel sehr, Ich mag die Oper und ich mag das Operngebäude. Ich glaube auch, dass der Offenbachplatz ein schöner Platz sein könnte. //

Wann sind Ihre besten Verkaufszeiten? Die besten Verkaufszeiten haben wir nach den Mailings und bei den Möbel und Kunstmessen. Wir haben Kunden aus ganz NRW. Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung des Designs in Köln? Es erstaunt mich immer wieder wie wenig Leute eigentlich was vom Fachbereich Design wissen. Ich finde Köln irgendwie eine gute Stadt für Design, sie ist halt keine Metropole, sondern ein wunderbares Dorf. Unser Leben ist 24 Stunden Design, ob sich in Köln das besser entwickelt hat? Allgemein hat sich der Begriff Design nicht nur in Köln durchgesetzt; ich glaube, dass Men-

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»Designer müssen ökologische Zusammenhänge begreifen« Interview mit Knuth Hornbogen, SKIA GmbH Wie haben Sie Ihr Unternehmen gegründet? Ich hatte während des Studiums eine Personengesellschaft, und SKIA ist eine GmbH, auch von mir gegründet. Mittlerweile ist die GmbH mit der Personengesellschaft fusioniert. Es sind zwei Unternehmensbereiche, die GmbH also SKIA, die Marke befasst sich mit Design. Das andere ist das womit man Geld verdient, für einen Wintergartenhersteller sind wir exklusiver Hersteller von Sonnenschutzsystemen. Ich habe SKIA alleine gegründet, d.h. das in extrem kurzer Zeit viele Entscheidungen schnell getroffen werden konnten. Das Unternehmen ist komplett eigenfinanziert, die Gründung hat in den ersten drei Jahren einen Betrag von ca. 100.000 Euro gekostet. Jetzt muss der Laden sich selbst tragen. Ich rede nicht mit der Bank, die hätten mir den Laden schon längst dicht gemacht, weil ich nicht die geforderte Rendite erwirtschafte.


Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und welche Kompetenzen haben die? Ich habe noch einen festen Mitarbeiter und beschäftige zwischenzeitlich 2 Freelancer. Es ist für mich kein Ziel, mehr Mitarbeiter zu haben. Ich möchte, dass für mich und für die Menschen die hier arbeiten ein höheres Maß an Sicherheit herrscht und quantitativ mehr bei rum kommt, als es jetzt der Fall ist. In welchen Bereichen ist Fortbildung für Sie und ihre Mitarbeiter wichtig? Wir gehen auf Messen, wie EuroMold, materialica, und die Möbelmesse. Ich wüsste gar nicht was für Fortbildungen infrage kommen könnten. Ich bin immer erstaunt was es für Vortragsreihen gibt, wo Unternehmen ihre Mitarbeiter hinschicken für 1000/1500 Euro am Tag. Es gibt keine Vorträge die für uns einen solchen Betrag legitimieren könnten, niemand bringt mir am Tag soviel bei.

SKIA GmbH Verlag für Schatten Knuth Hornbogen Verlag für Schatten Lindenstr. 82 50674 Köln info@skia.de http://www.skia.de

Arbeiten Sie mit externen Partnern und Spezialisten zusammen? Wir haben hier eine Fertigungstiefe von nur 5 %, alles andere läuft extern. Wir haben ca. 60 – 100 Lieferanten. Wir arbeiten nur mit Fachleuten zusammen, das ist eine Kooperation, die Teile werden zum Beispiel in Österreich produziert, dann in Tschechien genäht und werden hier endproduziert. Wir haben zwei Produkte

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die in Kleinserien hergestellt werden, beide werden von uns »gefertigt« . Die Entwürfe stammen von jungen Designern. Der Schattenspender CAMERARIUS von Markus Boge und Patrick Frey aus Hannover und Juri G von Studio Vertijet aus Halle. Wo und an wen verkaufen Sie ihre Designleistungen? Die Hälfte der Umsätze machen wir in Deutschland die andere im Ausland. Wir arbeiten mit Firmen wie PESCH in Köln. Hier in Deutschland nehmen wir die Kontakte zu den Händlern auf. Für das Ausland haben wir Handelsagenten, die mit den Händlern in Kontakt treten. Die Kommunikation lief in den ersten zwei Jahren massiv über PR, wir hatten eine sehr gute Presse, ganzseitige Geschichte in der FAZ. (Knut Hornburgen hat zuvor als Journalist gearbeitet was noch ein paar Kontakte einbrachte.) Wir haben aber auch eine professionelle PR Agentur eingeschaltet. Welche Designleistungen bieten Sie an? SKIA ist ein Verlag. Wir sind die Schnittstelle zwischen Designer, Produktion und Handel/ Käufer, und erarbeiten selbst Ideen zum Thema Schatten. Wir vermitteln zwischen den teilweise hochfliegenden etwas unkontrollierten

Ideen der Designer und der Produzierbarkeit. Am schlimmsten sind Designer, die von sich behaupten sie haben Ideen und Ahnung von Produktion, was sich immer schnell als Wortblase herausstellt. Die Vorzeigebraut – das ist SKIA mit den zwei Produkten. Denn wir sind erst drei Jahre alt. Für Dienstleister ist es einfacher zu wachsen, als Hersteller kann ich das nicht, ich kann mir nicht 100 Produkte in den Keller stellen, weil ich erstmal vorfinanzieren muss. Es ist um Längen komplizierter, auch was das Finanzielle angeht, ein wesentlich höheres Risiko als als Dienstleister aufzutreten. Wie sehen Sie die zukünftigen Ziele für ihr Unternehmen? Kurzfristiges Ziel ist es den angesammelten Lagerbestand zu verkaufen. Mittelfristig wollen wir mit weiteren Produkten das Thema Schatten als Premiumhersteller besetzen und die Marke SKIA als »made in germany«, als Premiummarke positionieren. Langfristig wollen wir unser Wissen und unsere Kompetenzen nutzen, um auch als klassischer Designanbieter, das heißt als Dienstleister zu arbeiten. Dienstleistung würde für unser Unternehmen vor allem ein höheres Maß an Sicherheit bedeuten.


Wo und wie wünschen Sie für Ihre Designagentur externe Unterstützung? Ich würde es schön finden, wenn Ideen die an mich von Designern herangetragen werden ausgegorener und produzierbarer wären, also externe Unterstützung vom Designer. Wie sehen Sie die Wirtschaftliche Entwicklung des Design in Köln? Der Wirtschaftsfaktor Design ist ein ultra­ schweres Gebiet und kann nicht wirklich gemessen werden, es kommt auch darauf an, wie man Design definiert. Es würde heute niemand mehr hergehen und sagen: mach mal ein bisschen Design. Heute ist alles viel kürzer, viel aufregender, viel schneller, da ist es mit einem Mittel nicht mehr getan. Daraus kann man zwei Schlüsse ziehen: Ich mache mit bei diesem kürzeren schnelleren Zyklus, mach es noch schneller noch kürzer, mehr Rendite in noch kürzerer Zeit, was ich muss wenn ich am Kapitalmarkt teilnehme. Der Kapitalmarkt diktiert mir einfach die zu erwirtschaftende Rendite. Oder ich bringe selbst das Kapital mit, dann kann ich mir die Ruhe nehmen. Dann muss ich mir als Kapitalgeber nur sagen ›ok mir reichen 8 %, ich will keine 12 %, 14 %, 16 % oder wie die Deutsche Bank, die auf dem Weltmarkt mitspielt und 25 % Rendite erwirtschaftet‹.

Das sind die Grundlagen, die ja so gehasst werden in Köln. Solche minimal ökologischen Zusammenhänge, die müssen Designer begreifen. Wenn ich nicht jeden Tag in die Wirtschaftsseiten gucke und begreife wie solche Dinge zusammenhängen, brauche ich kein Produkt entwicklen, ich hab überhaupt nichts zu melden. Das muss ich verstehen. Ich habe das Gefühl, dass in den letzten Jahren der Drive des Design in Köln ein bisschen verloren gegangen ist, auch an der KISD. Das liegt aber auch daran, dass noch heute mit den Rezepten von vor 14 Jahren gelehrt wird. Ich weiß nicht, ob andere Berufsgruppen so nabelschaumäßig durch die Gegend laufen. Mich langweilt es. Ich habe viel mit KISDlern gesprochen und bin enttäuscht wie wenig Substanzielles vermittelt wird. Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Das Museum für angewandte Kunst halte ich für besonders wichtig, auch wenn es eine relativ langweilige Führung hat. Ich finde es auch wichtig durch Läden wie PESCH zu laufen, Designer sollten sich interessieren und alles aufsaugen wie ein Schwamm. //

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»Auftraggeber wünschen meist regional arbeitende Agenturen« Interview mit René Reichert von der Designagentur Vierviertel Wie haben Sie ihr Unternehmen gegründet? Die Agentur wurde1994 gegründet. Wir haben als Studenten schon angefangen Projekte zusammen zu bearbeiten und so haben sich diese vier Leute als gute Konstellation für eine Zusammenarbeit herauskristallisiert. Man braucht dann schnell eine Struktur und muss sich um Dinge wie Namensgebung, Büro­ platz, Philosophie und so weiter Gedanken machen. Zunächst war es eine GbR, mit der Zeit sind wir zu einer GmbH gewachsen. Am Anfang haben wir so gut wie alles selbst finanziert, ohne Kredite, da wir auch keine Partner hatten. Jetzt haben wir diese Partner sehr wohl. Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen? Momentan haben wir 12 feste Mitarbeiter und je nach Auftrag und Bedarf werden Leistungen


(Texter, Fotografen, Programmierer und natürlich auch Freelancer für Reinzeichnung, Grafik) eingekauft. Es stehen 20 Arbeitsplätze in der Agentur zur Verfügung. Unser Unternehmen ist in 4 Aufgabengebiete aufgegliedert: Da gibt es zum Einen Corporate Design / Branding (Unternehmens- sowie auch Produkterscheinungsbilder), die Kommunikation, Interactivity (Internet, Intranet) und den Bereich Editorial (Bücher, Magazine, Newsletter) Es gab ein paar strategische Entscheidungen / Notwendigkeiten im Laufe der Jahre: Marketing wird nun auch als Leistung angeboten, außerdem stellten wir eine Person nur für Buchhaltung / Verwaltung ein. Werden Ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten; wie stehen Sie generell zu diesem Thema? Das ist ein großes Feld; es ist viel sinnvolles möglich. Bei uns gibt es regelmäßige Treffen intern, außerdem feilen wir regelmäßig an der Unternehmensstruktur. Fortbildungen werden

vierviertel – Agentur für Kommunikationsdesign GmbH René Reichert Barthelstraße 64 50823 Köln info@vierviertel.com http://www.vierviertel.com

auch in Form von Tools (Software) angeboten. Es gibt interne Präsentationen und externe Weiter­ bildung wie z.B. Zeitmanagement, Personal­ führung, Aquise, Neukundengewinnung, Verwaltung und Projektsteuerung.

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Wie läuft die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern ab? Es gibt eigentlich 2 Ebenen, einmal die 4 Geschäftsführer und die Mitarbeiter. Wir brauchen keine Ebenen dazwischen und das ist auch gut so. Denn je mehr Ebenenes gibt, desto schwieriger wird es in einem Unternehmen. Wir versuchen immer möglichst alle Informationen untereinander auszutauschen. Was sind die zukünftigen Ziele des Unternehmens? Wir haben uns nicht explosionsartig entwickelt und das soll auch in Zukunft nicht so sein. Das hängt damit zusammen, das wir bei Entscheidungen zu viert einen Konsens finden müssen. Aber deshalb wurden auch wenig Fehler verursacht, es gab wenige Krisen Wir wollen uns schon weiter entwickeln, aber nicht in Bezug auf andere Designbereiche, sondern nur in Bezug auf die Größe der Projekte. Wie sehen Sie die Designscene in Köln? Wir definieren Design bestimmt anders als ihr KISDler, denn unsere Berührungspunkte mit Design bedeutet fast ausschließlich Kommunikationsdesign. Wir sind in KölnDesign vertreten und haben auch Kontakte, über die man dann entsprechende Partner suchen und finden könnte.

Es gibt in Köln im Bereich Grafik-Design nicht so viele Ressourcen wie in anderen Städten, was sicherlich mit der Struktur der KISD zusammenhängt. Wie beurteilen Sie die Wirtschaft in Köln? Wir sind interessiert daran regional zu arbeiten, was so auch meist vom Auftraggeber gewünscht ist. Köln ist ein gewisser Anziehungspunkt im Bereich Design. Doch das Verständnis von Design der anderen Unternehmen ist oft so rudimentär, dass man die Leute erst mal davon überzeugen muss, dass es Design gibt und dass Design eine wichtige Rolle spielt. Gerade bei erfolgreichen Unternehmen ist das sehr auffällig; sie erkennen die Notwendigkeit von Design oft nicht. Betreiben Sie Aquise? Aquise ist mittlerweile ein sehr großes Thema. Am Anfang war das gar nicht so, da wir weiterempfohlen worden sind und so haben wir uns viele Jahre gar keine Gedanken um Aquise gemacht. Doch jetzt muss Aquise regelmäßig und permanent betrieben werden, denn ­Aquise-Maßnahmen sind sehr langwierig, sie dauern 1– 2 Jahre bis sie Früchte tragen. Kalt-Aquise (NeukundenAquise) ist der schwierigste Bereich.


Das Alleinstellungsmerkmal der Agentur herauszuarbeiten, ist in dem Zusammenhang ebenfalls sehr schwierig. //

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»Individualität ist zur Mode geworden und deshalb nicht mehr individuell« Interview mit Chang 13 Wie haben Sie Ihren Laden gegründet? Ich habe meinen Laden mit privater Finanzierung gegründet. Am Anfang hatte ich einen Partner. Wieviele Mitarbeiter haben Sie? Ich habe keine Mitarbeiter, aber immer eine/ n Praktikant/in. Ich helfe den Praktikanten eine Mappe zu erstellen, durch ein Praktikum und das reale Leben mehr Erfahrungen zu sammeln. Ich war in keiner Modeschule, habe selber nur Praktika gemacht, in Paris zum Beispiel. Ich halte viel vom autodidaktischen Lernen. Vor allem sollen Junge Leute in der realen Arbeitswelt mehr gefördert werden. Viele Dinge kann man nicht lernen. Entweder man kann sie oder nicht. Man sollte Leute nicht wie in Schulen beurteilen, sondern ihnen helfen kreativ zu sein


Wo wünschen Sie sich externe Unterstützung? Bei der Buchführung, die mache ich selber. Wir brauchen als Modedesigner keinen anderen Designer zur Hilfe, wir sind ja die Kreativen. Wer Hilfe braucht, ist kein Designer Nur bei den Finanzen brauche ich Hilfe.

CHANG13° shop°n°atelier palmstrasse 45 50672 Köln < future chinatown > chang13@chang13.de www.chang13.de www.chang13.com

Arbeiten Sie mit externen Partnern und Spezialisten zusammen? Ja, bei Strick- und Wollarbeiten. Internetseiten gebe ich in Auftrag, am Anfang habe ich das noch selber gemacht. Außerdem habe ich einen Steuerberater. Wie verläuft bei Ihnen die Kommunikation mit Ihren Kunden? Es ist schwierig wie man bezahlt wird, es läuft vieles auf Verhandlungsbasis. Die Kunden müssen ins Geschäft kommen – ich will sie kennen lernen. Es gibt viele Stammkunden, die meine Arbeit und Methodik mögen.

Wer sind Ihre Kunden? Meine Sachen sind nicht grade billig, denn ich verkaufe meine Idee mit. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sagt ›O.K. ich bezahle für eine Idee‹. Ich verkaufe für eine Mittelschicht; nicht ganz arm und nicht ganz reich Jeder will individuell sein, doch Individualität ist zur Mode geworden und deshalb nicht mehr individuell.

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So wie jetzt, jeder will elegant sein und denkt er wer dadurch individuell, aber das ist jetzt auch Mode. Wie sehen Ihre Zukunftsziele aus? Ich will meinen Name verbreiten, ich möchte verschiedene Designer damit schmücken: Autos, Möbel, Alles. Ich möchte meine eigene Philosophie auf andere Bereiche übertragen, es soll immer im Sinne von Multitasking eine Bewegung dahinter stehen, deshalb kann man meine Möbel auch bewegen. Ich möchte ein Imperium gründen und somit meine Ideen verbreiten, doch dezent, nicht schreiend. Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung von Design? Die großen Modedesigner kopieren sich alle gegenseitig und sich selbst. Jeder übernimmt jeden. Es gibt nur 2 – 3 eigentliche Designer. London ist im Moment die beste Modestadt, Berlin, New York und so weiter schlafen, es gibt keine Entwicklung, kein Leben. Wie sehen Sie Ihre Zukunft als Designer? Ich will einfach, dass mein Name eine Bedeutung und Hintergrund hat. //


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»Es besteht ein großes Problem in der Werbung von Designdienstleistern« Interview mit Karl Otto Platz, Glas Platz GmbH & Co KG Was erwarten sie von Designdienstleistung? Auf diese Frage antwortet Herr Platz nicht konkret. Aus dem Verlauf des Gespräches entsteht aber der Eindruck, dass er den Wert von Design durchaus respektiert. So sei Design Fortschritt und bringe wirtschaftlichen Erfolg. Sein Unternehmen habe eine rentable Alleinstellung am Markt erreicht. Er sieht sich in der Zusammenarbeit mit Designern aber eher in der Rolle des Dienstleisters, da er einzigartige Technologien einhergehend mit neuen gestalterischen Dimensionen anbieten kann. Interne Design­leistungen seien Zufallsprodukte und nicht durch die Festanstellung von Designern begründet. Externe Zusammenarbeit sei aber die Regel.


Sehen Sie Probleme die durch Kompetenzdifferenzen zwischen Designern und ihrem Unternehmen entstehen? Herr Platz gibt an, keine Kompetenzdifferenzen zwischen Designern und seinem Unternehmen zu sehen. Es gäbe zwar in allen Bereichen »Leute, die nicht zu gebrauchen seien«, diese könne man aber in einem Gespräch vor der eigentlichen Zusammenarbeit identifizieren. Schwierig sei es oft, die Vorstellungen der Designer mit dem Budget eines Projektes zu vereinbaren. Sein Kommentar dazu: »Ein kluger Designer sollte einsehen, wenn das Budget absolut nicht zu treffen ist.« Weiterhin: »Es kann nicht sein, dass man einen Designer mit tollen Sachen hat, aber man ist nicht fähig nach internationalem Standard zu produzieren.« Wie arbeiten Sie mit externen Designern zusammen? In der Firma Platz seien intern keine Designer beschäftigt. Die Zusammenarbeit mit Desig-

glas platz GmbH & Co. KG Karl Otto Platz Auf den Pühlen 5 51674 Wiehl-Bomig info@glas-platz.de http://www.glas-platz.de

nern geschehe aber international im Rahmen der Projekte, in die das Unternehmen involviert ist. Das Kommunikationsdesign werde von einer Designerin aus München erarbeitet. In häufiger Kooperation arbeite Glas Platz mit Ingo Maurer, ferner mit Designern aus Asien und Großbritannien. Aktuelle Zusammenarbeit bestehe mit einem Licht-Designer aus Moskau für ein Hotel-Projekt.

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Auch mit Norman Foster habe es ein Projekt gegeben. Interessant sind einige Aussagen zu diesem Thema. So sei es »doch Geldverschwendung ein Produkt mehrere Male umkonstruieren zu müssen«, um ein zufrieden stellendes Gesamtergebnis zu erhalten. Ein Designer verstehe was von »seinem Job« und hätte dem von vorne herein entgegen wirken können. Ein Großteil der Unternehmen sei aber nicht »therapierbar« und im Stande Design als Fortschritt zu verstehen, der sie auf ein höheres »unternehmerisches Level« bringen könne. Ein anderes Beispiel: »Kunden haben Ausführungswünsche wo wir uns sagen, dass es gegen jede Geschmacksrichtung verstößt und wir es nicht machen. Dann kriegt einer den Auftrag: Schau mal hier drüber, mach eine Alternative dazu.« Was sind die Kriterien für die Wahl der Designdienstleistungen? Kriterien sind Zuverlässigkeit, Preis und Qualität. Design aus Deutschland stehe zumindest im letzten Punkt hinter Asien und anderen europäischen Ländern, aber vor den USA: »Die USA sind grässlich.« Glas Platz habe Glück gehabt, dass man auf sie aufmerksam geworden ist. Durch die sehr guten Positionierungen beim iF Design Award sei man

in Bücher aufgenommen worden, die weltweit im Umlauf seien. So sei eine »positive Spirale« entstanden, »die nach oben geht, ohne sich darauf ausruhen zu können«. Weiterhin: »Wir stellen Kreativen eine Technologie zur Verfügung.« Kontakte entstehen also über die guten Referenzen des Unternehmens. Designer kontaktieren das Unternehmen, um sich dessen Technologien bedienen zu können. Welche Designdienstleistungen beziehen Sie? Das Kommunikationsdesign wird von einer Designerin aus München erarbeitet. Herr Platz sieht dabei keinen Unterschied zum Mediendesign. Produkt-, Industrie- und Interior-Design sei das, was aus den unternehmenseigenen Technologien entstehe. Sogar im Mode/Textil-Design habe er ein kleines Projekt gehabt, als Ingo Maurer für ein Brautkleid lichtleitfähiges Garn verwendet habe. Den Bereich Service-Design kennt Herr Platz nicht, interessiert sich aber nach kurzer Erläuterung stark dafür. Ist Fortbildung im Bereich Design für ihr Unternehmen wichtig, nutzen Sie diese? Förderung sei nicht nur im Bereich Design, sondern generell wichtig. Er nutze das auch,


für wen und bei wem sagt er aber nicht explizit. Herr Platz referiert dann aber über die von Lothar Späth ins Leben gerufene Steinbeiss-Stiftung, die nach seiner Aussage Fortbildungen in allen Bereichen anbietet.

Es gebe aber in allen Bereichen »Leute, die man nicht brauchen könne«. Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? Keine Angaben. //

Haben Sie in Zukunft vor, mehr Designdienstleistung zu beziehen? Das Unternehmen möchte in Zukunft mehr Designdienstleistungen beziehen. Herr Platz arbeitet an »einer Angelegenheit in Köln« aus dem Bereich Produktdesign, in die er gerne die KISD involvieren würde. Er sehe generell aber ein großes Problem in der Werbung von Designdienstleistern. Er wüsste in manchen Kontexten nicht an wen er sich wenden sollte. Am Beispiel der KISD verdeutlicht er seine Meinung. Sie sei ihm und wohl auch anderen unbekannt, man müsse präsenter und offensiver sein um in einer Marktlage nachhaltig wahrgenommen zu werden. Er fände es gut, dass in einem Rahmen wie es ihm das Projekt »Alles ist Design – nichts ist Design« bietet, an ihn heran getreten worden sei. Wie sind ihre Erfahrungen mit externen Designern? Die Zusammenarbeit mit externen Designern sei durchweg gut gewesen.

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»Mangelnde Kommunikation zwischen Aussteller und beauftragter Agentur« Interview mit Prof. Vettermann, Stabsmitglied der KölnMesse Was erwarten sie von Designdienstleistung? Prof. Vettermann weist darauf hin, dass Designdienstleistungen eher von den ausstellenden Unternehmen gefragt sind, als direkt von dem Unternehmen KölnMesse. Die Außendarstellung übernimmt aber eine Schweizer Werbeagentur. Intern seien in der KölnMesse eher Architekten als Designer gestalterisch tätig, was Vettermann aber nicht gutheißt. Design sei noch unterschätzt, deshalb gebe es in dem Unternehmen dafür auch wenig finanzielle Mittel. Sehen Sie Probleme, die durch Kompetenzdifferenzen und ihrem Unternehmen entstehen? »Probleme entstehen immer nachher.« Prof. Vettermann erzählt von einem Beispiel, bei dem die Kommunikation zwischen Aussteller und beauftragter Agentur zur Gestaltung eines Messestands nicht funktioniert hat. Auf die Plä-


ne habe der Aussteller noch positiv reagiert und abgesegnet, das Endergebnis enttäuschte dann aber. Vettermann begründet dies mit fehlender Fachkompetenz seitens des Ausstellers und mangelnder Empathiefähigkeit der Agentur.

Koelnmesse GmbH Prof. Dr. Vettermann Messeplatz 1 Köln 50679 marketing-services@koelnmesse.de http://www.koelnmesse.de

Wie arbeiten Sie mit externen Designern zusammen? Internationale Werbeagenturen. Außerdem: »Es gibt Sonderschauen, die zu einem bestimmten Thema ausgerichtet werden. Da können sich Designer dran beteiligen.« Vettermann verweist als Beispiel auf die Präsenz der KISD bei der Möbelmesse vor einiger Zeit. Was sind die Kriterien für die Wahl der Designdienstleistungen? »Entscheidend ist das preisliche Angebot. Und natürlich Qualität.« Welche Designdienstleistungen beziehen Sie? »Überwiegend Kommunikationsdesign, Interior-Design übernimmt unser Kreativ-Team.«

Ist Fortbildung im Bereich Design für ihr Unternehmen wichtig, nutzen Sie diese? Die Möglichkeiten von Design-Fortbildungen werden von der KölnMesse nicht wahrgenommen.

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Haben Sie in Zukunft vor, mehr Designdienstleistung zu beziehen? »Aufgrund der finanziellen Lage wird dies nicht möglich sein.« Wie sind ihre Erfahrungen mit externen Designern? »Von gut bis grottenschlecht.« Was sind ihre persönlichen Design-Präferenzen in Köln? »Die KISD« //


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»Das Design muss sich in die Prozesse einpassen« Interview mit Florian Kobler, Autor bei der Taschen Verlags GmbH

Zusamenarbeit mit Designern Die vorherrschende heterogene Unternehmensstruktur bedeutet, dass alle am Projekt involvierte Parteien und Abteilungn am Designprozeß beteiligt sind. Die Entscheidungen sind so komplex, dass im Gemeinschaftsprozeß über die Vorschläge des Designers entschieden wird, die finale Enscheidung liegt dann aber beim Verleger. Kriterien für die Wahl der Designdienstleister Bei einigen Projekten werden Designer schon miteingekauft, bei anderen bringt der am Projekt beteiligte Künstler den Designer mit ins Spiel. Letztenendes ist das entscheidende Kriterium ob der Designer dem Verleger gefällt oder nicht.


Welche Designdienstleistung beziehen Sie? Grafikdesign (Bücher), Kommunikations­ design (Websites, innere Werbeabteilung), Interior­design (Stores/Bücherregale, Displays, Add Ons) Fortbildung im Bereich Design Fortbildung ist im Unternehmen allgemein sehr wichtig, zum Beispiel Softwareschulungen in den diversen Layoutprogrammen.

TASCHEN GmbH Florian Kobler Hohenzollernring 53 Köln 50672 contact@taschen.com http://www.taschen.de

Haben Sie in der Zukunft vor mehr Designdienstleistung zu beziehen? Gleichbleibend hoch. Erfahrungen mit externen Dsignern. Meiner persönlichen Erfahrungen nach kann man da alles erleben, von Ignoranz gewissen Abläufen gegenüber, bis hin zu absoluter Aufgeschlossenheit im Bezug auf Herausforderungen wie zum Beispiel Mehrsprachigkeit. Es gibt in jedem etablierten Prozeß wirtschaft-

liche Sachzwänge, gewisse Anforderungen, in die sich das Design einpassen muss. Was sind ihre persönlichen Designpräferenzen in Köln: Die zahlreichen Designmessen //

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»Das ganzheitliche Denken der Full Service Agenturen wird immer wichtiger« Interview mit der WDR mediagroup Was sind ihre Erwartungen an Designdienstleister? Wir sind als Non-Profit Organisation nicht gewinnorientiert. In erster Linie soll das Image so verbessert werden, dass eine einheitliche Darstellung nach Außen gegeben ist. Wichtig ist für uns ein guter Markenauftritt, der uns klar gegenüber dem Wettbewerb positioniert. Wir sind vor allem in naher Zukunft bestrebt, unser Design etwas mehr zu vereinheitlichen, da es aufgrund des großen Angebotsspektrums sehr vielfältig ist. Beziehen Sie die Designdienstlestung extern oder lösen Sie es intern? Wir haben intern festangestellte Designer für das Fernsehdesign, also On Air. Für unser Off Air Design arbeiten wir mit externen Dienstleistern zusammen.


Sehen Sie Probleme, die durch Kompetenzdifferenzen zwischen Designern und ihrem Unternehmen entstehen? Die Zusammenarbeit ist dann schwierig, wenn bestimmte Abstsimmungsprozesse nicht bekannt sind, also zum Beispiel dass wir über Brüssel kontrolliert werden, weil wir europaweit verankert sind. Da sind wir bestimmten Restriktionen unterlegen. Dazu kommt, dass es unser Programmauftrag ist, für alle Menschen zugänglich zu sein. Da muss man auf Zugänglichkeit und Verständlichkeit achten. Gerade im online­ bereich schränkt das natürlich ein. Ich finde, wenn man den Kunden kennt und weiß, dass es da Einschränkungen gibt, mit denen man sich auseinandersetzt, dann kann man trotzdem ein gutes Design machen, das dann aber an die Rahmenbedingungen angepasst ist. Wie arbeiten Sie mit externen Designern zusammen? Wir haben für verschiedene Marken/Wellen

WDR mediagroup Ludwigstrasse 11 Köln 50667 Sandra.schlechtriem@wdrmediagroup.de http://www.wdrdesign.de

(EinsLife, WDR, WDR2, etc.) unterschiedliche Agenturen. Wir suchen uns jeweils die Agenturen, die auf das jeweilige Profil der Marke passen. Das ist teilweise natürlich auch problematisch, weil man dadurch auch immer wieder neue Handschriften hat.

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Welche Art von Designdienstleistern beschäftigt der WDR? Das ist unDas ist unterschiedlich: Die größte Agentur, die wir beschäftigen hat 40 Mitarbeiter, die kleinste einen. Wobei wir den Schwerpunkt jetzt mehr auf Full Service legen, also von der Beratung bis zum Satz alles. Zudem legen wir Wert darauf, dass es Unternehmen sind, die eine gute Kundenstruktur haben und sich nicht von einem großen Kunden abhängig machen. Das drängt dann in eine soziale Verantwortung. Das heißt, wir fokussieren uns auf große Agenturen mit einem breitem Angebotsspektrum. Woher kommen die Kontakte? Mit vielen der Agenturen arbeiten wir schon lange zusammen. Teilweise findet man sie in den diversen Portalen, wie zum Beispiel W&V, horizont, DesignGuide Köln, einen ausgeschriebenen Pitch. Das ist ganz unterschiedlich. Man sucht an vielen Orten, manchmal ist es auch eine Empfehlung oder ein Tipp von Außen… Welche Designdienstleistung beziehen Sie? Ausschließlich Kommunikationsdesign Fortbildung im Bereich Design Wir machen das momentan nicht, es wäre aber von großem Interesse. In der Abteilung

müsste ein größeres Design-Know-How vorhanden sein, um das gesamte Angebotsspektrum betreuen zu können, das einen wahnsinnigen Umfang hat. Wir haben allein 600 Publikationen im Jahr – das läßt sich von einer Person natürlich schwer überblicken. Je mehr Mitarbeiter diese Kompetenzen erwerben, desto einfacher wird dann die anschließende Prozeßsteuerung. Darum sehe ich es als sinnvoll, sich in Workshops weiterzubilden. Haben Sie in der Zukunft vor, mehr Desigdienstleistung zu beziehen? Mehr nur im Bezug auf strategische Markenberatung. Erfahrungen mit externen Designern. Durchwachsen. Ich habe die Erfahrug gemacht, dass man mit strategischen Agenturen, die auch auf der Beratungsebene stark sind bessere Erfahrungen macht, weil die ganzheitlicher Denken. Mit Agenturen, die sich nur aufs Design konzentrieren hat man da oft mehr Arbeit, da man alles bis ins letzte Detail ausarbeiten muss, um auch das zu bekommen, was man haben möchte. Manchmal wird man auch nicht verstanden. Dann will der Designer seinen Kopf durchsetzen und verliert das Verständnis für das Unternehmen. Ich bin selbst Designerin, ich


weiß wie scheußlich es ist, wenn der Kunde eine Arbeit nicht gut findet, weil sie nicht zum Unternehmen passt. Die Agentur muss so engagiert sein, sich den Kunden selbst so nahe zu bringen, das verständlich ist, was geht und was nicht. Ich finde da könnten die Agenturen noch kundenfreundlicher werden. Was sind ihre persönlichen Designpräferenzen in Köln? Die Möbelmesse, die DesignPost, diverse Museen und Ausstellungen. //

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»Die Commerzbank leistet ein kleines Stückchen Aufklärungsarbeit« Interview mit Herrn Strenger, Leiter Kommunikation der Commerzbank Köln Herr Strenger von der Commerzbank ist der Ansprechpartner für Designer, wenn man die Internetseite von KölnDesign befragt. Er ist selbst Designer – Kommunikationsdesigner aus Essen, um genau zu sein. Auf die Frage, wie ein Designer zu einem Posten bei der Commerzbank gekommen sei, gibt er eine verblüffend einfache Antwort: eine Stellenanzeige. Damals suchte sein jetziger Arbeitgeber einen neuen Referenten für Kommunikation im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Vor sechs Jahren dann habe man ein Thema für die Öffentlichkeitsarbeit gesucht, welches noch nicht von einer anderen Bank besetzt war. Der Vorschlag von Tobias Strenger wurde allgemein für gut befunden und so hieß das neue Arbeitsfeld für die Öffentlichkeitsarbeit der Kölner Commerzbank von da an Design. Ein Feld, welches nach dem Leiter Kommunikation nach wie vor spannend ist.


Die Frage ob Design als Thema etwas gebracht habe oder nicht ist schnell und durchaus auch mit Stolz beantwortet. Der Designpreis der Commerzbank Köln ist inzwischen eine etablierte Einrichtung, die auch über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Seit 2001 wird der Preis einmal im Jahr an junge Designer verliehen, um deren Leistungen zu würdigen. Gerade die Preisverleihung ist es, die auch zunehmend ins Interesse der Kunden gerät. Nach Herrn Strenger ist es ein kleines Stückchen Aufklärungsarbeit, was die Commerzbank hier leistet: viele Kunden halten Design immer noch für einen Nebenbereich von Kunst, aber das ändert sich gerade. Auch seine Kollegen würden inzwischen viel aufgeschlossener mit Design umgehen. Wenn man erstmal sieht was diese Disziplin alles umfasst und leistet, dann kann man ein viel besseres Verständnis dafür entwickeln. Die Frage, ob die Commerzbank diese Aufklärungsarbeit

Commerzbank Tobias Strenger Hohenzollernring 74-80 Köln 50672 tobias.strenger@commerzbank.com http://www. commerzbank.com Designpreis der Commerzbank: http://www.designpreis.de

auch bei Unternehmen leisten könne, wurde von dem Kommunikationsdesigner verneint. Es ist nicht die Aufgabe der Commerzbank Unternehmern die wirtschaftliche Relevanz von Design aufzuzeigen. Entweder die Firmen erkennen diesen Faktor an oder nicht. Wer bereits Interesse hat, der kann den Designpreis vielleicht als Einstieg nutzen – etwa um Kontakte zu knüpfen, oder einfach nur um das breite

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Spektrum von ­Designleistungen zu betrachten. Wer aber kein Interesse hat, der kann auch nicht durch den Designpreis dazu bewegt werden. Das liegt aber auch nicht im Interesse der Öffentlichkeitsarbeit der Commerzbank. Wenn er es sich wünschen dürfte, dann würde Tobias Strenger den Wirkungsbereich seiner Arbeit gerne vergrößern. Für ihn wäre es schon einmal gut zu sehen, dass Design ein Thema in der Commerzbank über den Bereich Köln hinaus wird. Bisher ist es nur die Filiale Köln, die sich dieses Thema auf die Fahnen geschrieben hat. Gerne würde der Leiter Kommunikation dieses Thema aber ganz oben in der Geschäftsführung wissen. Dann, so meint er, ließe sich ganz bestimmt noch viel mehr bewegen. //


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»Ein Großteil unserer Kunden sind Dienstleistungsgründungen« Interview mit Erik Bastians vom Gründer­ center der Sparkasse KölnBonn Bitte stellen sie kurz ihre Arbeit vor. Wir sind hier im Gründercenter der Sparkasse KölnBonn. Wir haben uns entschieden, ein eigenes Gründercenter einzurichten, weil wir die Arbeit mit Unternehmensgründern als besonders wichtig erachten. Wir haben uns spezialisiert, weil die Unternehmensgründungsfinanzierung eine Besonderheit im Firmenkundengeschäft darstellt. Es ist eben etwas ganz besonderes eine Finanzierung auf die Zukunft orientiert abzustellen, mit Plänen und Erwartungen in der Zukunft. Wir wollen unsere Gründer in den ersten fünf Jahren begleiten, da wir wissen, dass es im Rahmen einer Unternehmensgründung Schwierigkeiten gibt, für gewöhnlich im dritten Jahr, wenn Tilgungen aus Finanzierungsmitteln einsetzen Wir arbeiten hier im Gründercenter in vier Teams mit verschiedenen Branchenschwerpunkten. Mein Schwerpunkt ist der Medienbereich.


Was sind die drei anderen Bereiche? Die spiegeln die Kernkompetenz unserer Betreuer wider: Technologiefinanzierung (viele Biotech-Gründungen), Gründungen unter 50.000 € sowie Handwerk und Franchising. Jeder von uns betreut rund einhundert junge Firmen. Dadurch haben relativ viel Zeit für unsere Unternehmer, was manchmal auch notwendig ist, da unsere Kunden in der Regel das erste Mal gründen, da ist ein höherer Beratungsbedarf vorhanden. Was muss denn bei der Gründung im wesentlichen finanziert werden? Ein Großteil unserer Kunden sind Dienst­ leistungsgründungen und da ist es eben so, dass neben der Grundausstattung hauptsächlich die Anfangsschwierigkeiten finanziert werden müssen. Also die Liquiditätssicherung des Unternehmens und gleichzeitig auch die Sicherung des Lebensunterhaltes. Daher zielt unsere Arbeit darauf ab, dass der Unternehmer sein Unternehmen so aufbaut, dass

Sparkasse KölnBonn Erik Bastians Hahnenstrasse 57 Köln 50667 0221/2262895 Deutschland erik.bastians@sparkasse-koelnbonn.de http://www.sparkasse-koelnbonn.de

er daraus seinen Lebensunterhalt bestreiten und unsere Finanzierung zurückzahlen kann.

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Wie bewerten Sie dementsprechend die Sicherheiten? Für uns macht das eigentlich keinen großen Unterschied, der Standardgründer bei uns hat keine oder nur ganz wenige Sicherheiten und auch ganz wenig Eigenkapital, das liegt in der Natur der Dinge und ist eigentlich auch normal. Wir gehen dann dazu über uns Ersatzsicherheiten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder der Bürgschaftsbank in Neuss zu besorgen. Und da stelle ich schon fest, dass die Betrachtung der Dinge früher anders war. Es ist so, dass investitionslastige Gründungen mit einem entsprechenden Gegenwert nach der Finanzierung anders angenommen werden, als das beispielsweise der Fall ist, wenn ich eine Mediaagentur finanzieren möchte, mit fünf, sechs, sieben Leuten, deren Gehälter am Anfang bezahlt werden müssen bis sie irgendwann genug Aufträge akquiriert haben. Da haben wir schon manchmal mehr Gegenwind, diese Dinge zu plazieren bei den öffentlichen Finanziers, weil das meines Erachtens nicht richtig nachvollzogen werden kann oder auch nicht gewollt ist. Also die Investition in Maschinen, die nachher verwertbar dastehen, ist willkommener.

Die größere Risikobereitschaft ist aber schon in der besonderen Form der Sparkasse begründet? Die Gründungsfinanzierung wird nicht bei sehr vielen Banken gemacht, das ist in dem Bankensystem verankert und ist auch nachzuvollziehen. Unternehmensgründung ist ein Geschäft mit schlechten Margen und hohem Risiko und das möchte keiner machen. Und insbesondere die Privatbanken die Shareholdervalue orientiert arbeiten, möchten das Geschäft nicht machen. Die Banken und Sparkassen mit öffentlichem Auftrag haben einfach eine ganz andere Zielsetzung. Wir in Köln haben einen öffentlichen Auftrag der Stadt Köln und sind daran interessiert, dass wir hier Unternehmen ansiedeln und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen, deswegen können wir uns das erlauben, diese Geschäfte zu machen und damit unseren öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Und damit werden wir unserem Ruf als Sparkasse gerecht, ähnlich wie die Volksbanken. Da haben Sie aber auch schon alle zusammen, wenn sie heute als Gründer in Köln unterwegs sind. Eigentlich gilt das branchenübergreifend, sie haben nicht die riesige Auswahl: Kölner Bank, Kreissparkasse, Sparkasse KölnBonn und dann erschöpft es sich schon.


Unterstützen sie potentielle Unternehmensgründer in der Entscheidungsphase vor der eventuellen Gründung? Und wenn ja in welcher Form? In unserem originärem Geschäftsbetrieb tun wir das nicht, da beschränken wir uns auf die Bereitstellung der maßgeschneiderten Finanzierung bei gleichzeitiger Beratung unseres jungen Gründerkunden. Aber immer nur bezüglich der Finanzierung und allem was damit zusammenhängt. Wir sind aber auch in anderen Feldern tätig in der Phase vor der Gründung, wir unterstützen zum Beispiel die Fachhochschule bei Seminaren oder halten Vorträge beispielsweise bei Köln­Design und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, sind auf Messen. All diese Dinge, die notwendig sind um Orientierung zu geben. Gibt es eine Tendenz hin zu mehr oder weniger Gründungen? Wie ist die Entwicklung seit dem Platzen der .com Blase? Bei uns schwankt es in einer kleineren Breite. Wir haben immer konstant viele Konzepte, in der Zeit von der sie sprachen hatten wir möglicherweise auch ungesund viele Konzepte. Aber in letzter Zeit, also in den letzten drei, vier Jahren, ist es konstant, aber auf hohem Niveau. Was bei uns öfter Mal schwankt, ist die Qualität

der Konzepte. Quantität ist durchgehend hoch, hängt möglicherweise auch damit zusammen, das in den vergangenen Jahren viele eine Gründung als Alternative zu einem nicht vorhandenem angestellten Job sehen mussten. Wie erfolgreich sind die von Ihnen geförderten Projekte? Gibt es eine feststellbare Entwicklung? Wir haben eine »Durchfallquote« von rund 50 bis 60% – also Konzepte, die wir nicht finanzieren. Das heißt aber nicht, dass die Konzepte die wir nicht finanzieren wollen, nicht trotzdem woanders gut funktioniert haben. Bei den Konzepten die wir finanzieren, haben wir eine Ausfallrate von vielleicht drei, vier, fünf Prozent, also relativ wenig. Bisher hatten wir immer ein ganz glückliches Händchen – muss man auch haben. Denn wenn sie das Geschäft machen, können sie sich nicht allzuviele Ausfälle erlauben, da muss man also schon sehr genau hingucken. Deswegen sind die Eingangshürden auch hoch. Es muss ein gutes Unternehmenskonzept vorhanden sein, mit dem sie überzeugen können. Auf was legen Sie im Businessplan besonderen Wert? Der Businessplan ist die Eintrittskarte für ein Gespräch und da haben wir eine relativ hohe

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Anforderung. Aber das ist eine hohe »normale« Anforderung. Wenn sie nicht in der Lage sind, einen Businessplan zu schreiben, in dem sie ihr Unternehmenskonzept darstellen und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, dann ist die Eingangsschwelle schon nicht geschafft. Erst wenn die Eingangsschwelle geschafft ist, dann können wir uns mit ihnen zusammensetzen und das Geschäftsmodell diskutieren. Wir machen unsere Finanzierungsentscheidungen ohnehin zu 70 – 80 % von dem Unternehmer abhängig. Daher lieber ein etwas »schlechteres« Konzept und einen sehr guten Unternehmertyp als umgekehrt. Wir merken auch, dass viele Dinge strategisch geändert werden in den ersten Jahren, das muss auch so sein, aber sie müssen eben ein Unternehmertyp sein, der das erkennt und es dann auch tut. Nicht jeder ist in der Lage aus dem Stand einen gelungenen Businessplan zu schreiben, gibt es Hilfen auf die sie verweisen, oder unterstützen sie die Bewerber auf eine besondere Art? Die Standards wie sie jeder, der sich in diesem Geschäft tummelt, anbietet, stellen auch wir über unsere Homepage zur Verfügung: Checklisten, Planungshilfen. Teilweise erläutern wir diese Sachen in Vorträgen und wir sind sehr stark

engagiert bei NUK. Das ist ein Unternehmensverband hier in Köln, der sich ausschließlich damit beschäftigt, den Leuten beizubringen, wie man Businesspläne schreibt. Die machen einen Businessplanwettbewerb über ein halbes Jahr lang, der die besten Pläne prämiert. Im Laufe des Wettbewerbs werden sie begleitet. Das beginnt bei der Idee, wo Berater wie wir, aber auch Unternehmensberater, Rechtsanwälte, Patentanwälte sie anleiten, eine Ideenskizze zu formulieren und im weiteren einen fertigen Businessplan zu erstellen. Eine Frage zum Abschluss, haben sie eine persönliche Designpräferenz in Köln? Mir ist in letzter Zeit ein Verlag aufgefallen, der sich mit Design beschäftigt, der daab Verlag. Die haben sehr interessante Bücher und bringen auch ständig neue Sachen raus, die ich auch als selber nicht Fachkundiger zahlenorientierter Banker mit Klientel Design sehr interessant und ansprechend finde. //


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Das Projekt Projektbeschreibung Was ist Design? Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Design? Welche Perspektiven entwickeln sich für Designer in den »creative industries« in der Zukunft? Das Ziel des Projekts ist es, eine Pilotstudie zum Designstandort Köln zu erstellen, die über den Stellenwert der »creative industries« in der Region informiert. Design wird als Wirtschaftsfaktor und als berufliche Kategorie untersucht und beschrieben. Dazu werden internationale Studien ausgewertet und eigene empirische Studien durchgeführt. Die Ergebnisse werden zu einem Analysereport verdichtet und mit Kölner Experten diskutiert.

Alles ist Design – Nichts ist Design Ein mittelfristiges Projekt der Köln International School of Design (KISD), Studiengang Design 10.10.2006 – 30.11.2006 WS 2006/2007 Projektteilnehmer: Miriam Becker, Julia Falk, Jan Frehse, Roger ­Gosalbez, Melisa Indra, Lena Laum, Katharina Leistenschneider, Fionn Krämer, Christa Petrovic, Peter Steinmetz, Nadine Weßler Projektbetreuung: Prof. Dr. Brigitte Wolf, Michael Söndermann, Florian Weiß

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Impressum Herausgeber: Köln International School of Design (KISD) Projektgruppe: Alles ist Design – Nichts ist Design Anschrift Köln International School of Design (KISD) Prof. Dr. Brigitte Wolf Ubierring 40 50678 Köln Gestaltung: Miriam Becker (m.becker@kisd.de), Nadine Wessler (nw@kisd.de), Roger Gonsalbez (­gosalbez@kisd.de) Titelfoto: photocase.com

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Creative Industries  

About the classificatoin of Design as an economic factor