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ZÜRICH CHF 12.– / EUR 10,– ISSUE

DIE SCHÖNEN SEITEN DES LEBENS

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STAEGER AG ALTE LANDSTRASSE 160 | 8800 THALWIL | 044 720 13 62 | INFO@STAEGERAG.CH


BEO VISION 11

DAS AUGE HÖRT MIT


ABSINTH

DIE GRÜNE FEE

TRA DI TIO NELL

Tief im Herzen der Urschweiz, eingebettet zwischen sanften Hügeln und umgeben von tiefen Wäldern, produziert ein kleines Familienunternehmen seit über 130 Jah­r en aussergewöhnliche Edel­b rände, beste Schnäpse und feinste Liköre. Nach traditionellen Rezepten und mit viel Leiden­ schaft für beste Qualität.

Die Distillerie Studer in Escholzmatt im Kan­ton Luzern ist tatsächlich weit entfernt von Hektik und Grossstadtstress. Das be­ schauliche Dorf liegt inmitten einer herrli­ chen Naturlandschaft, geformt von jahr­ tausendealten Gletschern und Flüssen und geprägt von uralten Sagen und Legen­ den aus dem Entlebuch. Die wohl bekann­ testen berichten von der Schrattenfluh, vom Enziloch und vom Windtrüeb. Aber es gibt auch eine Vielzahl von kleineren Ge­ schichten und Märchen, die über viele Gene­ rationen weitererzählt werden. Für ein derart traditionelles Handwerk wie die Schnapsbrennerei gibt es wohl keine bessere Bühne als die archaische Land­ schaft des Napfs. Hier sind Feld und Wald noch weitgehend intakt und unberührt. Die­se Natürlichkeit ist das Fundament der Erzeug­ nisse aus dem Hause Studer. Auf ihr beruhen nicht nur die alten Geschichten, in ihr offen­ baren sich auch Würze und Geschmack der Destillate. So verschieden diese auch sind, eines haben sie gemeinsam: Zum Brennen

werden nur tadellose Rohmate­ rialien verwendet. Ob Früchte, Getreide, Kräuter oder Gewürze – alles aus umsichtigem Anbau und in bester Qualität. Damit und mit viel Liebe zum Detail brennt der Meister dann die unvergleich­ lich edlen Destillate. So also wird Tradition grossgeschrieben. Ein ganz besonderes Erzeugnis ist der Absinth, auch als «grüne Fee» bekannt. Er hat eine äusserst wech­­selvolle Vergangenheit, um ihn ranken sich unzählige Anek­ doten, Mythen und Geschichten. Und er schmeckt unvergleichlich nach feinstem Wermut und ande­ ren erlesenen Kräutern. All den neu­ gierig gewordenen Geniessern, die seine Wirkung selber ausprobieren möchten, können wir diese Spiri­ tuose wärmstens empfehlen. (leo)

distillery.ch


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ZÜRICH Das Magazin für die schönen Seiten des Lebens

ZÜRICH

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Die Krรถnung des Schlafgenusses. Luxuriรถse Bettmacherkunst aus dem Hause Roviva. www.au-sommet.ch


EDITORIAL VON URS BLÖCHLIGER

BIN DOCH NICHT BLÖD

studiert man zuhause Billigangebote von Aldi, H & M, Media Markt und Konsorten oder surft im Internet nach den rabattstärksten Tagesangeboten. Gipfeln tut diese Dekadenz schliesslich in der Rückfahrt einer Schnäppcheneinkaufstour ennet der Grenze. Nämlich dann, wenn der Preis für die Hundertliter­ tankfüllung des Geländewagens ohne Wimpern­ zucken hingeblättert wird. Im Kofferraum dafür

Oder etwa doch ein bisschen? Denn eins will mir ein­

Nahrungsmittel sowie andere Verbrauchs- und Kon­

fach nicht in die Birne: Wie konnte sich in unserem

sumartikel, die nahe beim Nullwert liegen.

westlichen, auf Qualität und Bildung bedachten Ge­ dankengut die Idee etablieren, billig sei clever? Ich

Widersprüchlicher geht's wirklich nicht, und irgend­

meine, ist der Verbraucher geistig tatsächlich wach

wie scheint mir die Gesamtkomposition aus dem Lot

und weiss er, was hinter den Kulissen abgeht? Welch

geraten. Während sichtbare Statussymbole nicht

hässliche Konsequenzen Billigproduktionen haben?

teuer genug sein können, darf der Rest gar nichts

Ich denke da nicht nur an Umweltverschmutzung,

kosten. Vorsicht, sag ich da. Wer heute noch einen

Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, Korruption

gut bezahlten Job hat, sollte sich nicht in falscher

und an miserable Arbeitsbedingungen. Ich frage

Sicherheit wiegen. Vielmehr müsste er darüber nach­

mich ernsthaft, ob sich Herr und Frau Schweizer mit

grübeln, ob seine Leistungen nicht auch irgendwie

ihrem vernagelten Konsumdenken absichtlich sel­

Teil dieses Räderwerks sind und was passiert, wenn

ber den Ast unterm Hintern absägen.

man sich auch seinen Beitrag irgendwo billiger holen kann. Vielleicht ist es darum klug, bereits heute an

Schau hier, kuck da. Ohne Scham trägt man einer­

morgen zu denken. Aber Sie kennen mich ja, das ist

seits die protzigsten Uhren am Handgelenk, fliegt

natürlich wieder nur so ein Gedanke von mir. Danke,

mit der ganzen Familie rund um den Globus in den

dass Sie mich trotzdem ernst nehmen.

Urlaub, besitzt an exklusivster Lage Wohneigentum, kleidet sich in überteuerte Designerklamotten und

Herzlichst

tut mit kostspieligen Hobbys gross. Synchron dazu

Urs Blöchliger

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FRAUENPOWER


wagt wer

gewinnt


Hoch Erfolg

Ein grosses auf 10 Jahre

Wenn die Liebe Früchte trägt, wölbt sich auch mal der Bauch. Dann drohen Nähte zu platzen, müssen hübsche und elegante Lösungen her. Seit zehn Jahren gibt es für solcherlei Angelegen­ heiten gute Antworten: im Las Perlitas, einem adretten Modegeschäft für schwangere Frauen. Dabei entpuppt sich der Laden selbst als rundum geglückte Familienangelegenheit.

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Es gibt diese Anfänge. Und es gibt zahlreiche Mög­ lichkeiten, in eine Erzählung einzusteigen. Für die Geschichte vom Las Perlitas nehmen wir den Bus. Er fährt von Mexico City nach Acapulco. Eine hüb­ sche Frau namens Consuelo ist auf dem Weg zu ihrer Schwester. Sie ist jung, noch keine zwanzig, ihre Haare sind lang, ihre Augen tiefdunkel. Man muss sich da einen See vorstellen, einen See in der Nacht. Und dann sieht sie plötzlich auch ihn: den Touristen, der da mitfährt. Die beiden kommen ins Gespräch. Dieser Anfang liegt schon bald 40 Jahre zurück. Die Fahrt dauerte sieben Stunden – Consu­ elos eigentliche Reise aber, die war am Zielbus­ bahnhof in Acapulco nicht zu Ende. Sie führte von Mexiko weg und bis in die Schweiz. Sí, quiero – Ja, ich will. Heute trägt Consuelo den Nachnamen Graf. Sie hat die Zufallsbekanntschaft im Bus von damals geheiratet und mit ihm drei er­ wachsene Töchter. Zwei davon, Ariadna und Imelda, führen zusammen mit Consuelo Las Perlitas, ein Modegeschäft für werdende Mütter. Mit ihrem Hauptgeschäft sind sie 2012 umgezogen: vom Zür­ cher Hürlimann-Areal an den Grossmünsterplatz.

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Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen. Joseph Addison

Mitten ins alte Herz dieser Stadt. Die Kirche mit den berühmten Doppeltürmen ist nur wenige Pflaster­ steine vom Ladeneingang entfernt. «Wir sind hier glücklich», sagt Ariadna. Und abgesehen von der Lage schätzen sie die Räumlichkeiten. Grosszügige Flächen stehen ihnen zur Verfügung, um all das zu präsentieren, was Frauen mit schönem Kugelbauch rundum chic macht – mitunter vor dem Traualtar. Denn zum breiten Sortiment zählt auch die Braut­ mode. Wenn man die Erfolgsgeschichte der Familie Graf erzählt, könnte man auch bei der Jagd nach einem Brautkleid beginnen. Dann schreiben wir das Jahr 2001. Samantha, die mittlere Schwester zwischen Ariadna und Imelda, ist in Erwartung von Zwillingen und auf der Suche nach einer eleganten


und passenden Garderobe: Sie braucht ein Kleid,

wurde expandiert: Die drei eröffneten einen Online­

sie will ein schönes Kleid, das sie auf dem Standes­

shop, eine Filiale in Zürich City, eine weitere in Aarau.

amt tragen kann. Also marschiert sich eine familiäre

Sie haben die Eurokrise er- und überlebt und allen

Frauen­gilde die Füsse wund und stolpert dabei direkt

Grund zum Feiern – zusammen mit ihren Angestell­

in eine Marktlücke. Denn wie sich herausstellt, muss

ten, zu denen auch (ehemalige) Lehrtöchter zählen.

das Geschäft, das sie suchen, zuerst noch gegründet

Wenn die Familie Graf feiert, dann wird auch ge­

werden.

tanzt. Und am liebsten hätte Consuelo beim Jubilä­ umsfest Mariachis mit dabei. Eben mexikanische

Por qué no? – Warum nicht? Die Zeit rennt nicht nur,

Musik. Ihre Wurzeln, wird klar, hat die Mutter nicht

sie springt auch, von damals zum Demnächst: Die­

vergessen, auch wenn ihre Familie hier in Zürich

sen November feiert Las Perlitas bereits sein zehn­

und mit Las Perlitas richtig aufblüht.

jähriges Bestehen. In der Zwischenzeit ist viel pas­ siert: Ariadna und Imelda haben die Mode, die sie anbieten, auch selber getragen, sind Mütter gewor­ den. Im Geschäft wurde riskiert, ausprobiert, es

lasperlitas.ch Text: Andrea Keller Fotografie: Siggi Bucher

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4 DISTILLERIE STUDER Die grüne Fee

42 MOHR LIFE RESORT Erholung pur

7 EDITORIAL Bin doch nicht blöd

46 CASA DEL VINO Rare Momente

8 LAS PERLITAS Frauenpower

48 AM PULS DER STADT Sechs Persönlichkeiten

16 GENTS Spirit, Soul & Gents

56 GRIEDERBAR Stilvoll geniessen

17 RESTAURANT-TIPP Haus im Wald

60 BRAUEREI FALKEN Ein kleines Hoch auf ein grosses Getränk

18 TERTIANUM Senioren machen es spannend 24 HAUSER LIVING Für diese Qualität zeichnen wir

62 GLOBUS Bühne frei 67 APROPOS GASTRONOMIE Eine Frage des Anspruchs

26 WIESMANN KÜCHEN Ein Hoch auf das Réduit

68 IKKII BOOTS A piece of winter

30 SHOPPING Ausgesuchte Dinge

69 OBBJEKT Gutes Design

33 APROPOS WOHNEN Der Hase im Pfeffer

70 PORTRÄT Marc Meyer

34 KERAMIKLAND Phantastische Badmeister

74 MODE Woolrich

40 RESEDA Lifestyle von morgen

76 SPOTLIGHT Vola

41 APROPOS CUISINE Das neue Original

78 TRENDLINE Königlich schlafen

80 MISCHIOFF Frisches Design und antike Kunst 84 SAMUEL LERCH Mann mit Ecken und Kanten 90 REDBOX GALLERY Bilder, Skulpturen und Möbel 92 INTERVIEW Maik Neuhaus 96 SCHAFFNER Swissness aus Müllheim 102 ANDREAS PANZER The postman always rings twice 103 CARLIFTING Cars are the stars 104 UNDERWEAR Show you're jockey 106 DEGUSTATION Casa del Vino 108 HOTEL-TIPP Hotel Müller 110 REISE-TIPP Marcellos Travel Service 112 IMPRESSUM 113 LABO SPA Oase des Wohlbefindens

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SPIRIT, SOUL & GENTS Tonic ist nicht gleich Tonic. Warum dem so ist, weiss allenfalls der Fach­ mann, nicht aber der Laie. Dass es so ist, weiss aber auch der Nichtkenner spätestens dann, wenn er das originelle Schweizer Tonic Water «Gents» von Hans Georg Hildebrandt selber probiert hat. Pur oder mit Gin.

Wie sagte Woody Allen so treffend: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink.» Wie wahr! Doch welchen Drink? In einer Vielzahl der Fälle setzt der des Brotes Satte auf Gin und Tonic. So im Sinne der feinen englischen Art des Geniessens. Gute Wahl – aber nicht mehr so einfach wie früher, als ein Gin & Tonic einfach aus Gordon’s und Schweppes bestand. Die klassische Barkultur hat in den letz­ ten Jahren Oberwasser bekommen. Das passt in die allgemeine Retrowelle, ge­ fällt den Barbesuchern und schmeichelt den Experten hinter der Theke. Und ver­ siert müssen diese in der Tat sein. Denn beim Gin drängen Dutzende neuer Fab­ rikate auf den Markt und auch beim Tonic Water gibt es eine wachsende Bandbreite. Es darf also kombiniert, experimentiert und ausprobiert werden. Eine dieser Neuheiten ist das Gents. Ein Schweizer Erzeugnis, mit Liebe ent­ wickelt und mit Stolz auf den Markt ­g ebracht von einem Mann, den ich schätze und mit dem ich darum gerne

genial fabriziert

zusammenarbeite. Kennengelernt habe ich Hans Georg im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit. Dass er gut schreiben kann, das wusste ich. Dass er Phantasie hat und geistreich ist, durfte ich eben­ falls feststellen. Dass er nebenbei und über längere Zeit hinweg im Geheimen seine Nische im Ge­ tränkemarkt suchte, wusste ich hingegen lange nicht, es freut mich aber ungemein. Den Kleinen und Originellen gehört die Welt. Und wenn ich jetzt schreibe, dass die­ ses schweizerische ManufakturTonic hervorragend schmeckt, dann teile ich dieses Kompliment uneingeschränkt und im Wissen, dass ich mit dieser Meinung nur einer der vielen Gents-Schwärmer bin. (leo)

gents.ch


RESTAURANT-TIPP VON MARK VAN HUISSELING

HAUS IM WALD

rigen Eiche, um Hunger zu entwickeln. Nach dem Essen wieder fünfzehn Minuten retour gehen, durch den mittlerweile dunklen Wald, und sich ­danach gut und irgendwie sportlich fühlen. Wenn wir es davon haben: Das Essen ist, wie es sein soll in einem Wald in der Schweiz. Es gibt, zum Bei­ spiel, Hacktätschli oder Wienerschnitzel, Kalbs­

Es gibt Leute, die die Wirtschaft Degenried nicht

leber oder Spargeln (falls Saison ist). Die Weinkarte

kennen und solche, die sie mögen. Was ich bis jetzt

ist interessanter als lang (zum Beispiel der feine

nicht erlebt habe, ist jemand, der sie kennt und

spanische Aalto ist drauf, den man nicht mehr vieler­

nicht mag. Selber war ich vor zirka eineinhalb Jah­

orts bekommt). Und, Spezialität, im Haus gemachte

ren zum ersten Mal in dem Restaurant, das sich im

Crèmeschnitten (eine solche bereits ­reservieren

Adlisberg-Wald befindet – und seither ist es der

lassen, wenn man wegen des Tischs ­anruft; auch

jüngste Eintrag auf meiner kurzen Liste der Lokale

deshalb zu Fuss hingehen, obwohl man, vom The

in Zürich, in die ich regelmässig und gerne essen

Dolder Grand kommend, mit dem Wagen hinfahren

gehe.

kann, es gibt Parkplätze).

Das Degenried hat die beste und zugleich schwie­

Zum Schluss zwei Dinge mehr, die wichtig sind: Es

rigste Lage, die man sich vorstellen kann: Mitten im

gibt eine Terrasse, auf der man tagsüber sitzen will,

Wald, das ist schön und gut, und mitten im Wald,

damit man lernt, dass der Blick in den Wald (und

das ist, für andere, wenig glanzvoll und abgelegen.

auf eine Lichtung) so schön sein kann wie auf einen

Ich gehöre zu den Ersten, schon klar, denen, die es

See. Und die Mädchen, die einen bedienen, tragen

schön und gut finden. Doch ich habe den Vorteil,

eine Art Dirndl. Da isst das Auge sozusagen mit.

dass ich von zu Hause aus innert fünfzehn Minuten dort bin, zu Fuss. Das ist für mich das halbe Aus­

Wirtschaft Degenried

wärts-Essen-Gehen-Erlebnis: Fünfzehn Minuten

Degenriedstrasse 135 · CH-8032 Zürich

durch den Wald gehen, vorbei an der rund 300-jäh­

+41 (0)44 381 51 80

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MAX HOTTINGER, JAHRGANG 1921 Nach in den Kriegsjahren absolviertem Militärdienst

handelt er weltweit bilaterale Abkommen zwischen

und darauffolgendem Studium, das ihm den Doktor

der Schweiz und anderen Staaten aus, verhandelt

der Volkswirtschaft einbringt, tritt Max Hottinger

also die Verträge, welche die Verkehrsrechte regeln

am 1. Januar 1950 seine Stelle bei der Swissair an.

– starten, landen, überfliegen. Heute erledigt das der

Hier bleibt er 36 Jahre – bis zu seiner Pensionie­

Staat allein. Max Hottinger aber reist immer noch

rung. Zusammen mit dem Eidgenössischen Luftamt

mit Herzblut weltweit.


Senioren machen es spannend. Porträts aus dem Tertianum Zürich Enge

Gerade wer vor Ort wohnt und den Weg zur Arbeit oder zur Uni routiniert begeht, verliert rasch den Blick für die Einzigartigkeiten der Stadt. Und auch wer sich gerne einredet, diese gut zu kennen, kommt immer wieder in den Genuss, neue Facetten zu entdecken, Altes mit anderen Augen zu sehen und staunend auf Unbekanntes zu stossen. Und manchmal lernen wir dabei span­ nende Menschen kennen, die uns mit ihren eindrücklichen Lebens­geschichten nachdenklich zurücklassen.

Wie oft bin ich schon daran vorbeigeradelt, doch immer mit anderem Ziel vor Augen. Die Brand­ schenkestrasse war immer nur Verbindungsweg, nie Endpunkt. Dabei weiss ich natürlich vom umge­ bauten Hürlimann-Areal, vom Weltkonzern Google, dem Thermalbad und davon, dass man auf dem his­ torischen Gelände der alten Brauerei allerlei ein­ kaufen und geniessen kann. Keine Kenntnisse hatte ich hingegen darüber, dass es da auch eine Senio­ renresidenz gibt. Und das finde ich bemerkenswert. Zusammen mit dem Fotografen Gian Marco Castel­ berg unternehme ich den Versuch, sechs Bewohner des Tertianum zu porträtieren und einige ihrer spannenden Lebensstationen nachzuzeichnen. Dabei fällt auf, wie wohl sich die Senioren in dieser stadtnahen Idylle fühlen, und dass sie sich alle aktiv für ein Leben hier entschieden haben. Da ist kein krampf­haftes Klammern an die Vergangenheit oder ein Hadern mit dem Morgen. Vielmehr erlebe ich hinreissende Dialoge im Hier und Jetzt. tertianum.ch Text: Sabine Hunziker Fotografie: Gian Marco Castelberg

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GHERT MEIER, JAHRGANG 1930 Zwei Themen prägen Ghert Meiers Leben – seine

und beginnt bei Contraves eine zehnjährige Tätig­

Faszination für Maschinen sowie seine Kindheit

keit in der Raketenentwicklung. Seine nächste Auf­

und Jugend in Frankreich und der Schweiz. Bis

gabe ist der erste europäische Satellit ESRO-1. Er

zum Kriegsausbruch lebt er mit seinen Eltern in

organisiert die Qualifikation und realisiert die Prüf­

Paris. Es folgt der Umzug in die zunächst fremde

apparaturen. Ghert Meier leitet eine «kritische Kom­

Schweiz, ins mütterliche St. Gallen. Doch sobald es

mission», die die Konstruktion von Baueinheiten

die Umstände erlauben, zieht die Familie wieder

der Trägerrakete Ariane prüft. Sein Übername ist

nach Frankreich – zuerst nach Savoyen, 1943 wie­

denn auch bezeichnend für sein Leben: Raketen­

der nach Paris. Mit dem Mathematik-BAC in der

meier. So nannte man ihn schon in der Mittelschule

Tasche kehrt Ghert Meier schliesslich in die Schweiz

und auch später bei Contraves.

zurück – nach Zürich, um an der ETH Maschinen­ ingenieurswesen zu studieren. Nach einem ereignis­ losen Semester als Assistent zieht er freudig weiter


RUDOLF GREMLI, JAHRGANG 1942

SONJA SCHWARZ, JAHRGANG 1932

Das Erste, was Rudolf Gremli macht, als er aus seiner

Reisen sind ihre Leidenschaft. Allein die USA be­

Attikawohnung in Leimbach aus- und in die neue

sucht Sonja Schwarz zusammen mit ihrem Mann

Wohnung im Tertianum einzieht: Er gestaltet sie

35 Mal, fährt nach Bali, Australien, Neuseeland. Alle

neu. Das steckt ihm im Blut. Als Architekt hat er

Reisen hält sie in Tagebüchern fest, in die sie mit

während Jahrzehnten für eine Grossbank Liegen­

ihrem Mann auch heute gern eintaucht und sich

schaften neu gebaut und umgebaut. Deshalb weiss

erinnert. Sich erinnert an eindrückliche Reise-

er: Ein Profi findet immer etwas, das er verbessern

momente, aber auch an ihr langjähriges Zuhause in

kann. Vor allem, wenn er sich selber immer wieder

der Zürcher Altstadt und an ihre erfüllten Jahre als

Aufgaben stellt, um geistig fit zu bleiben und auch

Sekundarlehrerin an unterschiedlichsten Schulen.

körperlich nicht zu ermüden.

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RAMONA KIEFER, JAHRGANG 1925 «Eines Tages kehre ich nach Spanien, ins Land mei­

«Sehen Sie diese unglaubliche Schönheit! Und heute

ner Ahnen, zurück!», verkündete Ramona als Acht­

baut man in den USA ein Hochhaus neben das an­

jährige stolz. Da lebt sie mit ihren Eltern und ihren

dere.» Den Schweizer stört der Fauxpas keineswegs,

zehn Geschwistern in New Mexico. 1956 erfüllt sich

im Gegenteil. Hartnäckig wirbt er von diesem Mo­

ihre Prophezeiung: Sie erhält einen Job bei der US-

ment an um die stolze Dame, bis Ramona Kiefer

Botschaft in Madrid. Allein, hier bleibt sie bloss zwei

schliesslich seine Frau wird. Die Ehe hält zwar bloss

Jahre, obwohl ihr Arbeitgeber alles daran setzt,

zehn Jahre – aber Ramona Kiefer bereut nichts. Und

sie zu behalten. Schuld ist ein Schweizer. Ramona

bleibt mit ihrem Sohn in der Schweiz.

Kiefer lernt ihn anlässlich einer Osterreise nach Portugal kennen. Und sie tut, was man damals ei­ gentlich nicht tat: Sie spricht ihn als Erste an. Sie kann nicht anders, als sie in Lissabon zusammen vor dem spätgotischen Hieronymuskloster stehen:


GERTRUD KAPPELER, JAHRGANG 1920 Jahr für Jahr schreibt Trudi Müller für ihre kleinen

Kinderbuchautorin fährt auch im Krieg fort, für ihre

Schwestern eine Weihnachtsgeschichte – so fängt

Schwestern zu schreiben. Später schreibt sie für ihre

alles an. Dank ihrer Mutter findet ein Manuskript

Kinder. Orell Füssli publiziert alle Geschichten. Und

den Weg zum Verlag Orell Füssli, der die Geschichte

heute? Heute schreibt Gertrud Kappeler noch immer

publiziert: «Was ist ein Jahr», eine Erzählung über

– für sich und die kleine Zeitung der Hausbewohner.

das letzte Sekundarschuljahr im Welschland. Die


HAUSER LIVING VON JAN HAUSER

FÜR DIESE QUALITÄT ZEICHNEN WIR


Was lange währt, wurde richtig gut. Seit

nichts weniger. Leicht gesagt, schwerer

oder den Garten in eine gemütliche Oase

beinahe zehn Jahren arbeiten wir nun mit

getan. Im internationalen Markt tummeln

verwandeln will, hat ja auch zum Ziel, dort

der spanischen Firma Kettal zusammen.

sich unzählige Anbieter, mit unterschied­

reichlich Zeit zu verbringen und sich lange

Mit allen Höhen und Tiefen, die es in einer

lichem Erfolg. Vieles, was aus asiatischer

an seinen Errungenschaften zu erfreuen.

hart umkämpften Branche eben so gibt.

oder sonstiger Billigproduktion angebo­

Ungeachtet dessen ist es übrigens eine

Doch das Ergebnis war jede Mühe wert.

ten wird, ist das Geld nicht wert. Material­

Mär, dass beeindruckendes Design un­

Schliesslich wollen erfolgreiche Partner­

schwächen, ungeeignete Querschnitte

bezahlbar sein muss. Dem ist auch dann

schaften aufgebaut, entwickelt und ge­

oder geschmackloses Design sind noch

so, wenn eine renommierte internationale

pflegt werden. Und da wir eine äusserst

die milderen Argumente, die dagegen spre­

Designerin wie Patricia Urquiola Ihre neuen

anspruchsvolle Kundschaft umsorgen,

chen. Es ist eben schon so, dass man auf

Gartenmöbel entworfen hat. Und dass die

sind uns gemeinsame Werte und Ideen

der Suche nach den geeigneten Garten­

Qualität genauso stimmt, dafür zeichnen

auch wichtig. Insbesondere in Bezug auf

möbeln ein klein bisschen Zeit einplanen

wir. Dafür bürgt unser Partner Kettal.

Qualität und Zuverlässigkeit.

und etwas Budget einsetzen muss. Doch

Gartenmöbel müssen hochwertig, wet­ terfest und formschön sein. Nichts mehr,

beide Investitionen lohnen sich. Verspro­ chen. Denn wer seinen Balkon, die Terrasse

hauserliving.ch und kettal.es


Ein Hoch auf das

art

REDUIT

& design

Küchenbauer Thomas Wiesmann spricht Klartext und sagt, warum überdimensionierte Küchen out sind und er stattdessen auf das altehrwürdige Réduit schwört. Hans Georg Hildebrandt traf den profilierten Unternehmer in der Redbox Gallery an der Talstrasse.

Wenn Thomas Wiesmann von «klein und knackig»

räumlich beschränkt und dafür perfekt auf die Be­

redet, meint er damit nicht Gemüse. Die Adjektive

dürfnisse ihrer Benutzer geplant sein – klein und

umschreiben vielmehr, wie der Zürcher Küchenbauer

knackig eben. «Schauen Sie sich bei Spitzenköchen

sich ein zeitgemässes, attraktives und kompaktes

zuhause um – die haben Kombüsen, in denen alle

Küchenmöbel vorstellt. «Weil die Menschen in der

wichtigen Dinge nur eine Armlänge entfernt sind!»,

Schweiz immer mehr Raum bewohnen, wurde die

sagt Wiesmann. Auch zur Möblierung des Essraums

Küche proportional ebenfalls immer grösser», führt

hat Wiesmann eine klare Ansicht: «Der Esstisch sollte

der Zürcher Handwerker, Unternehmer und frühere

grösser sein als die Kücheninsel», findet er – andern­

Präsident des Schweizerischen Küchenverbandes

falls räume man der Kulinarik im Alltag einen un­

aus. Diese Entwicklung passe jedoch nicht zur Funk­

realistischen Stellenwert ein.

tionalität einer klug durchdachten Küche. Die müsse

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D

Der Unternehmer sah in der Tendenz zur fast nicht mehr funktionalen Riesenküche eine Chance und dachte darüber nach, wie man dem Trend zum

Gigantismus die Spitze brechen könnte. Dabei machte er eine Wiederentdeckung: das Réduit, im

Bündnerland als Spensa bekannt und im Englischen am besten mit dem Begriff «Pantry» umschrieben.

Wenn Wiesmann seine Kunden berät, zeichnet er jeweils von Hand fünf unterschiedliche Entwürfe auf und integriert dabei seit einiger Zeit wenn mög­

lich ein Réduit. «Dank einem Raum für Vorräte und sperrige Utensilien werden die Wege insgesamt kür­

zer, der Bereich rund ums Kochen ist leichter zu mö­ blieren und die Küchen werden übersichtlicher.» Das

Réduit stellt sich in den Dienst der Wohn-Ästhetik.


Insbesondere weil Einbauschränke in der heutigen

Leiste unterhalb der Arbeitsplatte und jede Menge

Architektur spärlich eingeplant werden, sei es wich­

durchdachte und funktionale Details. «Unsere Auf­

tig, «ungerade Sachen während eines Abends mit

gabe ist es, den Kunden Lust auf eine schöne Küche

Gästen problemlos verstauen zu können», sagt Wies­

zu machen», sagt Thomas Wiesmann. Dank seiner

mann.

Vision, das altehrwürdige Réduit wiederzubeleben, sind seine Kreationen nicht nur schön, sondern auch

Der Küchenbauer führt im Zürcher Seefeld-Quartier

funktional und machen ein fortgeschrittenes Be­

ein Geschäft mit 12 Mitarbeitern und baut pro Jahr

wusstsein für Kochkultur und Gastfreundschaft im

in seiner eigenen Werkstatt rund 80 Küchen. Als

Raum direkt sichtbar.

Grundlage dient dabei das Modell «b3» von der deut­ schen Prestige-Marke Bulthaup: «Die beste Indust­ rieküche überhaupt, darum ist dieses Modell für die Verarbeitung in unserem Stil am besten geeignet»,

wiesmann-kuechen.ch Text: Hans Georg Hildebrandt Fotografie: Gian Marco Castelberg

sagt Wiesmann dazu. Konkret heisst das: nüchterne Formensprache, eine charakteristische, farbige LED-

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go

let's shopping!

AUSGESUCHTE DINGE DES ALLTAGS, DIE SICH ZU ERWERBEN UND ZU BESITZEN LOHNEN

DIE WELT DER GESTALTUNG Moleskine kennen wir alle als das legendäre Notiz- und Reisebuch von Künstlern und Intel­ lektuellen. Neueren Datums aus demselben Hause sind die illustrierten Monographien über gegenwärtige Architekten. Diese zeigen die Welt der Gestaltung aus einem anderen Blickwinkel, vermittelt durch Handskizzen, Fotos und Inter­ views über den kreativen Prozess der vorgestell­ ten Baukünstler. Schön aufgemacht und ausseror­ dentlich inspirierend. moleskine.ch

DER PERFEKTE BLEISTIFT

KLARE MÄNNERSACHE Für die wahren Kerle unter den Männern gilt American Optical als das Non­ plusultra. Und zwar nicht nur, weil diese Brillen verdammt gut aussehen. Bezeichnend für die amerikanische Urmarke sind Qualität, Authentizität und klassisches Design. Und das zählt. Wenn dann noch Hollywoodgrössen wie Robert De Niro, Johnny Depp oder Dennis Hopper AO in ihren Filmen trugen, dabei eine gute Figur und diese Brillen zum Kultobjekt machten, dann fühlt man sich erst recht auf der richtigen Seite. deeceestyle.ch

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Will man den eigenen Schreibstil verbes­ sern, sollte man viel lesen und viel schrei­ ben. Was mit dem perfekten Bleistift von Graf von Faber-Castell ganz leicht von der Hand geht. Optisch ist der edle Stift aus kalifornischer Zeder, einem Aufsatz aus 925er Sterlingsilber und mit integriertem Anspitzer und Radiergummi zudem ein wunderbarer Hingucker, einem Sammler­ stück nicht unähnlich. Also auch für jene wertvoll, die das Schreiben und Skizzie­ ren bereits im Griff haben. landolt-arbenz.ch


ZÜRICH

NASSRASIEREN IST COOL Das Pink Aftershave von D. R. Harris sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas ge­ wöhnungsbedürftig aus. Tatsächlich aber ist es eine herrlich zarte Lotion für die empfindliche Haut. Es ist besonders mild, brennt nicht, pflegt wohltuend und hat einen wunderbar rosigen Duft. Für ein reines Wohlbehagen danach. nassrasieren.ch

UN ER SETZ BAR

EIN HOCH AUF DEN GEIST DER 60ER JAHRE Während die Tendenz eigentlich dahin geht, Audio-Equipment möglichst dezent zu gestalten, schlägt Ruark mit dem Audio R7 den entgegenge­ setzten Weg ein. Inspiriert vom Design der 60er Jahre soll dieses ausser­ gewöhnliche Gerät zum zentralen Möbel in stilvoll eingerichteten Wohnzim­ mern werden. Wir meinen, diese Rechnung kann glatt aufgehen. Allerdings sollte man schon unbekehrbarer Nostalgiker sein, um die Kombination aus Walnuss-Furnier und schwarz lackierten Beinen wirklich schätzen zu können. Aber genau das macht es ja wieder spannend. Weg vom Main­ stream, hin zu klassischen Werten. Retro ist bei diesem Dekorationsstück aber nur die Verpackung, das technische Innenleben hingegen jetztzeitig und mit allem ausgestattet, was der moderne Mensch so braucht. seeholzer-loewenstrasse.ch

tipp SPIEL MIT DEM FEUER So viel ist mal klar: Wer es hat, der liebt es und gibt es niemals aus den Händen. Das S. T. Dupont-Feuerzeug der Linie 1 ist ein handliches Modell mit einem Vertikaloder Carré-Muster, liegt perfekt in der Hand und fühlt sich grossartig an. Es ist das erste Gasfeuerzeug, das 1952 in den Ateliers von S. T. Dupont erschaffen wurde, ein wirklich eleganter und zeitloser An­ zünder. Simon Tissot-Dupont (daher das S. T. im Firmennamen) baute 1872 in Paris eine Fabrik für Lederkoffer und edle Reiseaccessoires auf, sein Sohn André brachte 1941 hochwertige Benzinfeuer­ zeuge und ein Jahrzehnt später dann die Gas-Variante auf den Markt. st-dupont.com

«Dieses Klangwunder ist so stilvoll, hochwertig und edel verarbeitet, dass man gerne etwas dafür ausgibt.» Werner Maier, Partner Seeholzer

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Nirgends ist es schöner als draussen in der Natur. Zwischen glühenden Berggipfeln, glitzernden Seen und blühenden Alpwiesen. Ob auf spannenden Lehrpfaden oder in abenteuerlichen Seilparks. Hier können sich Familien so richtig austoben oder ganz gezielt erholen. Und wir vom Schweizerhof verwöhnen Sie dazu mit feinen Köstlichkeiten, romantischen Übernachtungen mit Alpen-Chic und jeder Menge Badespass.

schweizerhof-lenzerheide.ch


APROPOS WOHNEN VON CLAUDIA SILBERSCHMIDT

DER HASE IM PFEFFER

genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Stilvolles Woh­ nen ist nicht primär eine Frage des Budgets, son­ dern eine Frage der Offenheit und der Transparenz. Zu sich selber und zu uns – Ihrem Ratgeber und Unterstützer. Je ehrlicher Sie zu sich selber sind, je klarer Sie Ihre Wünsche formulieren und uns mit­ teilen können, desto fokussierter kann unser Team aus dem Vollen schöpfen und Sie bei der U ­ m­setzung

Ob Holz mit Stahl, antik mit neu, kariert mit ge­

Ihrer Wohnträume zielgerichtet unterstützen.

blümt, romantisch mit modern, westlich mit orien­ talisch: Alles geht. Nichts ist falsch. Ich meine, in

So viel aber einmal vorab: Beim Wohnen ist nicht

unserer grossen bunten Welt darf das Interieur

wichtig, was Trend ist, sondern wie, wo und mit

nach Herzenslust gemischt werden. Viel wichtiger

was Sie sich wohl fühlen. Haben Sie aber auch

ist, dass wir beim Einrichten dem Alter und dem

­etwas Mut und nehmen Sie inszenierte Stilbrüche

Stil eines Gebäudes Rechnung tragen. Und wem es

in Kauf. Sie sind das Salz in der Suppe. Lassen Sie

egal ist, was andere denken, der soll am besten

zudem aussergewöhnliche Hingucker zu, diese ge­

sich selbst als einzigen Massstab für sein Wohlfühl­

ben dem Betrachter einen Eindruck, welche Sorte

refugium nehmen.

Mensch in den besagten vier Wänden wohnt und vor allem lebt. Persönliche und mit Liebe zusam­

Sicher gibt es Regeln in der Innenarchitektur, und

mengestellte Einrichtungsgegenstände erzeugen

diese gilt es auch zu kennen und nach Möglichkeit

einen unverwechselbaren Stil. Das ist der Grund,

zu befolgen. Rezepte fürs harmonische Mischen

weshalb derart eingerichtete Wohnungen Seele ha­

verschiedener Stile hingegen existieren nicht.

ben und Geschichten über ihre Bewohner erzählen

Schliesslich sind Einrichtungen mehr als eine

können. Schliesslich ist es Ihr Zuhause. Willkom­

­blosse Kombination verschiedener Möbelstücke

men daheim!

und Accessoires. Sie sind in erster Linie ein Spiegel­ bild des Charakters des Bewohners. Entsprechend

atelierzuerich.ch

intim und persönlich ist diese Angelegenheit. Und

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Phantastische

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Bad meister t u g in s z

!

e n ie

rt


Wer Fliesen erwartet, ist in den Showräumen von

Schnörkeliges, modisch Verspieltes – nein, das haben

Keramikland erst einmal platt: Das Unternehmen,

sie nicht im Angebot. Dafür ist Stefan Kneubühler,

vor 24 Jahren von den Brüdern Stefan und Benno

44, der Falsche, genauso wie sein Bruder Benno.

Kneubühler gegründet, schuf sich ursprünglich mit

Die beiden Gradlinigen konzentrieren sich auf We­

«Plättli» einen Namen. Heute ist es schweizweit der

sentliches und zeitlos Gediegenes, «einer im besten

führende Anbieter von Badezimmer-Design der

Sinne fast puritanischen Philosophie verpflichtet».

Extraklasse. Und die gewagte Architektur mit den

Beeindruckende und grandiose Bäder realisieren sie

vielen aussergewöhnlichen Hinguckern ist ein ge­

mit ihren Kunden, und das gemeinsame Bestreben

lungenes Beispiel dafür, wie man sich dem Kunden

liegt darin, «den Sprung von schön zu wow» zu schaf­

gegenüber von der schönsten Seite zeigen kann.

fen. Und das gelingt den sympathischen Badmeis­ tern tatsächlich sehr gut. Ihre Ensembles, sagt Stefan Kneubühler, sind «mate­ rialisierte Synonyme für Entspannung und Sinnes­ genuss».

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Regenduschen, freistehende Wannen, türkische Ha­ mams, Wellnesslandschaften – alles ist vom Duo zu haben, das an diversen internationalen Fachmessen jedes Jahr die kommenden Trends eruiert. «Ich war früher Möbelschreiner, Benno Landwirt – da gibts

Das Design sollte das Produkt sozusagen zum Sprechen bringen. Dieter Rams

manchmal Nuancen im Stildenken, doch wir einigen uns jedes Mal.» Entscheidungshilfen sind oft auch die rund 60 Angestellten, die im Unternehmen alles andere als hierarchisch eingebunden sind. «Nicht selten laden wir unsere Leute zu einem Feierabend­ bier ein. Das belebt, formt und bindet.» Begonnen haben die Brüder aus dem luzernischen Ufhusen mit Fliesen, «was der nicht mehr ganz stim­ mige Firmenname verrät». Stefan Kneubühlers eins­ tiger Chef hatte ihn überredet, seinen Laden zu über­ nehmen – «mit dem Hinweis, in zehn Jahren seien wir dank Plättli Millionäre».

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I

Im Lager, das der Mann hinterliess, gab es aber vor allem Ladenhüter, und anfänglich lief das Geschäft harzig. «Ich hatte 7500 Franken auf dem Konto, Benno 4000. Ohne Hilfe unserer Eltern wären wir wohl aufgeschmissen gewesen.» Die Wende kam, als die Jungunternehmer an der Messe von Bologna «rein zufällig» die Abteilung für zeitgenössisches Interieur durchstöberten. «Wir spürten intuitiv, dass die Gestaltung von Badezimmern ein boomender Markt ist.» Fliesen werden immer noch angeboten, mittlerweile verfügt das Unternehmen aber über einen Baddesign-Showroom von 3500 Quadrat­ metern in Huttwil BE und einen zweiten in Cham ZG. Erlesenes jeder Prägung findet sich da, ein Haupt­ gewicht liegt auf den Kreationen des Formmeisters


Antonio Lupi, denn «die Italiener», sagt Kneubühler,

bedingt die andere, und das Gleiche gilt für Farben

«sind die Phantasievollsten in unserem Bereich». Als

und Strukturen.» Formal bringt das attraktive Unter­

Beispiel zeigt er Lupis Lavabo «Silenzio», das sanft

nehmen alles auf die Reihe. Und technisch ebenso,

geschwungen wie eine Unterlippe aus der Wand ragt.

denn seit kurzem agiert die Keramikland AG unter

«Funktional, edel und eine tolle Idee», schwärmt er.

dem soliden Dach der Firma Tobler Haustechnik in Urdorf, «die kompetent ist für alles, was hinter

Die Keramikland AG verkauft nicht einfach Katalog­

den Wänden liegt». Für beide Unternehmen gilt,

stücke, «sondern Begeisterung». Kunden werden

was Stefan Kneubühler auch über epochale Design-

kostenlos und so oft wie nötig beraten. «Die meisten

Würfe sagt: «Man sollte aufs Original setzen, nie auf

kommen mit Handzeichnungen, die unsern Leuten

Kopien.»

als Basis für die detaillierte Planung dienen.» Stefan, Benno und ihr Team machen Mut zum Ausserge­ wöhnlichen, bringen ihre Klientel aber auch sanft von kruden Vorstellungen ab. «Unsere Berater ver­

keramikland.ch Text: Roland Falk Fotografie: Iris Stutz

mitteln, dass Gestaltung eine Logik hat: Eine Form

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BULLETIN

WAS WIR GERNE WEITER SAGEN

RESEDA L I F E S T Y L E VO N M O RG E N

ALLES HAT EINE GESCHICHTE Holz hat eine Geschichte. Möbelstücke haben eine Geschichte. Und die jungen Designer, die für Reseda Möbelstücke entwerfen, ebenfalls. Geschichten gehö­ ren zum Leben, prägen das Denken und die kulturelle Identität. Im Design prägen Erinnerungen und Identität wiederum den Lifestyle von morgen. Zweifellos setzt aus­ sergewöhnliches Möbeldesign neben hochstehender Gestaltung aber auch erstklassiges Handwerk voraus. Fach­ kräfte also, die sowohl die verschiedenen Materialien kennen wie auch die unter­ schied­lichen Techniken zur Bearbeitung souverän beherrschen. Nur so lassen sich Design und Funktionalität ideal verbinden. SCHWEIZER QUALITÄT Qualität ist oberstes Gebot. Zudem glaubt Reseda an den Werkplatz Schweiz und stärkt diesen mit einem durchdachten Geschäftskonzept. Hierbei findet beinahe die gesamte Wertschöpfung in der Region Zürich statt. Angefangen bei der Entwick­ lung und dem Design über die Produktion bis hin zum Verkauf an den verschiedenen Standorten. Das verwendete Holz hin­ gegen stammt ausschliesslich von euro­ päischen Sägereien, die dem Unterneh­ mensgedanken nahe stehen und zu denen man einen persönlichen Kontakt pflegt. RESEDA SPREITENBACH Güterstrasse 11 CH-8957 Spreitenbach Fon +41 (0)56 419 90 55 reseda.ch

DAS HOLZ IST GUT, WENN ES NUR ZUM RECHTEN ZIMMERMANN KOMMT.


APROPOS CUISINE VON MARTIN GÖSCHEL

DAS NEUE ORIGINAL

Und so funktionierts: Bereiten Sie ein leckeres klas­ sisches Birchermüesli vor, am besten Ihr Geheim­ rezept aus der Familie, immer jedoch ausschliesslich mit frischen Zutaten. Wenn das Müesli dann fix­fertig bereitsteht, machen Sie sich an die Grundmasse für die Glace. Kochen Sie hierfür die Milch, den Rahm und den Zucker sowie das Mark einer halben Vanille­ schote auf. Anschliessend geben Sie das Eigelb in eine grosse Schüssel und giessen das aufgekochte Milch-Rahm-Zucker-Gemisch – laufend rühren – lang­

Soll und darf man das – als Deutscher in der Schweiz?

sam auf die Eigelbmasse. Schlagen Sie diese Masse

Als gebürtiger Mannheimer in Ftan? Einen Klassi­

mit dem Stabmixer rund zwei Minuten lang auf.

ker, um nicht zu sagen den Schweizer Klassiker

Geben Sie nun Ihre Müesli-Eigenkreation dazu und

vom «Zmorge»-Büffet entführen und ihn in eine

mixen Sie das Ganze nochmals kurz durch. Und dann

neue Form bringen? Ich wage es. Nicht zuletzt des­

ab in den Eiskasten. Bun appetit!

halb, weil ich mich hier im Unterengadin so wohl fühle wie nie zuvor.

Zutaten für 4 Personen Teil 1: Birchermüesli nach Hausrezept herstellen

Infolgedessen mache ich mich also zu schaffen am

zirka 100 – 150 Gramm

«Birchermüesli» (das wir Deutschen irrtümlicher­ weise «Müsli» nennen, was etwas ganz anderes ist

Teil 2: Glace-Grundmasse

als jener Bestseller von Dr. Bircher-Benner aus Zü­

¼ l Milch

rich) und serviere Ihnen heute ein Birchermüesli-

¼ l Rahm

Glace! Darf man das? Und ob! Man soll sogar seiner

100 g Zucker

Kreativität freien Lauf lassen. Aber nicht um des

Prinzips willen, sondern des feinen Geschmacks

½ Vanilleschote (nur Mark) 3 × Eigelb

wegen. Dies tue ich mit meiner regional inspirierten Küche in Ftan konsequent.

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DIE ZUGSPITZ ARENA IST EINE REGION, WIE SIE TIROLERISCHER NICHT SEIN KANN. URIGE DÖRFER, BLÜHENDE ALM­ WIESEN, GLITZERNDE BERGSEEN, IN DENEN SICH DIE MAJESTÄ­ TISCHEN DREITAUSENDER SPIEGELN, UND HERZLICHE GASTGEBER. MITTEN­D RIN IN DIESER PHANTAS­ TISCHEN LANDSCHAFT EIN REFUGIUM, DAS SEINES­G LEICHEN SUCHT: DAS MOHR LIFE RESORT.

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ERHOLUNG PUR IM

MOHR LIFE


RESORT

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Gibt es ein grösseres Kompliment für ein Hotel, als

ziemlich zu 100 Prozent der Vorstellung von Tiroler

wenn man sagen kann, hierher kommt man wie nach

Gastfreundschaft. Besser geht es nicht! Und das sage

Hause? Nein, gibt es nicht. Es gibt auch kein herzli­

ich nicht als Mann mit Phantasie, sondern als Gast

cheres Willkommen als dieses frische Lächeln von

in weiblicher Begleitung und mit Ambitionen für

Angelika. Die reizende junge Dame vom Empfang

einige Tage gemütliches Sein in dieser Wohlfühloase

mit ihrer aufgestellten Erscheinung entspricht so

der Extraklasse.


Der aufmerksame Leser wird anmerken, dass wir vor

ein Spannungsfeld zu kreieren, über das die spontane

einigen Jahren bereits einmal über das Mohr berich­

Wahrnehmung stolpert. So im Sinne von: Wau, cool!

tet haben. Über das Mohr gibt es aber auch immer

Wusste gar nicht, dass das auch geht. Auch vom gross­

wieder etwas Spannendes und Reizvolles zu schrei­

zügigen Wellnessbereich gäbe es viel zu erzählen,

ben. Zum Beispiel, dass seit dem vergangenen Jahr

doch das ist eine andere, eine eigene Geschichte.

17 neue Lifestyle-Suiten hinzugekommen sind. Dass

Diesmal werden Sie von mir nur noch erfahren, dass

der Wellnessbereich vergrössert wurde und dass es

wir uns im Mohr herrlich erholt, vortrefflich geges­

ein weiteres Restaurant gibt. Diese Informationen

sen und getrunken und in den bequemen Betten

bekommen aber erst dann den richtigen Gehalt, wenn

himmlisch geschlafen haben. Mit Blick auf die un­

ich erzähle, dass die neuen Suiten schlicht der Ham­

vergleichliche Zugspitze. Und das allein, werte Leser,

mer sind und das zusätzliche Restaurant ein archi­

ist eine Reise ins Mohr wert. Versprochen!

tektonischer Hingucker ist. Irgendwie schaffen es die Architekten hier immer wieder, mit gewagten Elementen zu überraschen, Altes mit Neuem zu kom­ binieren, Warmes mit Kühlem zu ergänzen und damit

mohr-life-resort.at Text: Urs Blöchliger Fotografie: Mohr Life Resort

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CASA DEL VINO VON FRANK EBINGER

ANMUTIGERE MOMENTE SIND RAR

Nein, auf der Suche nach spannender

zurück, mein Lieblingslokal an der Calle

­A rchitektur muss man nicht zwingend

Pau Claris, lasse mich kulinarisch ver­

nach Barcelona reisen. Für feine Tapas

wöhnen und das Zusammenspiel von Tra­

und den passenden Wein auch nicht. Und

dition und Moderne auf mich einwirken.

wer sich der Grossstadthektik entziehen

Anmutigere Momente sind rar, darum

möchte, ist hier auch nicht unbedingt gut

schätze ich diesen unvergleichlichen Ort

aufgehoben. Und trotzdem ist hier die

so sehr. Und hier komme ich auch immer

Kombination von Geschichte, Architektur,

wieder auf neue Ideen. Das ganze Drum­

Extravaganz, Lebensfreude und Weinkul­

herum wirkt inspirierend auf mich. Ohne

tur faszinierend einzigartig. Für mich ohne

es wirklich zu wollen, schnappe ich hier

Frage die reizvollste Metropole am Mittel­

einen frischen Gedanken auf, sehe dort

meer. Unglaublich, wie nonchalant sie es

etwas Passendes und ab und an fliegt mir

schafft, Grossstadtleben, historischen

sogar eine gute Lösung für eine Knack­

Stadtkern und mediterranen Charme zu

nuss zu. Feinheiten, die ich dann mit Be­

vereinen.

geisterung in unserem Lokal in Zürich ­wieder einfliessen lasse. Und wenn ich es

In dieser lebhaften und doch so entspann­

richtig bedenke, dann färben diese Kost­

ten Atmosphäre ist es mir ein liebes Ritual

barkeiten langsam auf das Tinto ab. Wahr­

geworden, bei jedem Besuch eine Aus­zeit

scheinlich ein wichtiger Grund, warum ich

einzulegen. Quasi als kurze Verschnauf­

mich auch dort so wohl fühle. Ich wün­

pause zwischen all den Geschäftstermi­

sche mir, Ihnen möge es auch so gehen.

nen und anderen Verpflichtungen, die mich in der katalanischen Hauptstadt er­ warten. Dazu ziehe ich mich in die Bar Mut

casadelvino.ch und tinto-zurich.ch


ZÜRICH

Nahe

am Puls

IN SPI RA TIV

unserer Stadt

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DACHSCHADEN.CH

STEFF FELLER

MARCELLOS.CH

MARCELLO BRUNNER

BULTHAUP.CH

DAVID SPIELHOFER

Unser Fotograf Fredy Tschui traf sechs Persönlichkeiten an verschiedenen Ecken und Winkeln der Stadt Zürich und hielt die flüchtige Wirklichkeit dieser Momente fotografisch fest – und damit die Zeit an.


von drei europäischen Kulturräumen liegt, ist daher auch im Alltag spürbar. Das schätzen auch die etwa 1,5 Millionen Besucher, die Zürich jedes Jahr willkommen heisst. Weil es letztlich immer die Menschen sind, die eine Stadt beleben und ausmachen, for­ schen wir nach und fragen sechs unserer Kun­ den und Geschäftspartner, warum sie ihre Zeit gerne in Zürich verbringen, welches Verhältnis sie zur Stadt haben, wie sie ihr Schaffen in der Urbanität erleben und welche Visionen und Ideen sie haben. Sechs Gesichter, sechs Mani­ feste, sechs Meinungen zu e ­ iner einzigartigen Stadt.

METTLER-DENT.CH

MARKUS METTLER

INFOTEAM-PARTNERS.CH

BÉATRICE KNÖPFEL

CARLIFTING.CH

NORBERT GALASSO

Im Grossraum Zürich leben rund zwei Millio­ nen Menschen, um die Stadt konzentrieren sich rund 900 000 Arbeitsplätze. In Zürich fin­ den sich Hochschulen von Weltrang, erfolg­ reiche Forschungseinrichtungen und innova­ tive Think Tanks. Ein attraktives Steuerklima, ein hohes Lohnniveau, qualifizierte Arbeits­ kräfte, ein ausgezeichnetes Verkehrsnetz ma­ chen die Stadt zudem zum attraktiven Stand­ ort für Unternehmen aus der ganzen Welt. Der Anteil der ausländischen Wohnbe­ völkerung beträgt derzeit rund 30 Prozent. Die Bewohner Zürichs kommen aus 169 verschie­ denen Nationen und prägen den internatio­ nalen Charakter der Stadt. Dass Zürich im Her­ zen des Kontinents und an der Schnittstelle

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GESTALTET MIT KLUGEN KONZEPTEN NEUE LEBENSRÄUME.

DAVID SPIELHOFER

Yep, ich bin Pendler. Täglich fahre ich aus der Zentralschweiz rein in die Stadt. Hin­ ein ins geschäftige, lebhaft strömende und zuweilen hek­tische Zürich. Ich liebe die­ sen Gegenpol. Bei mir auf dem Lande die Ruhe und die Beschaulichkeit. Hier das pulsierende und fiebrige Geschäftsleben in all seiner Leistungsfähigkeit. Ich schätze aber genauso das ruhige, das sanfte und leise Zürich. Dazu gehört für mich die Waid. Einer meiner absoluten Lieblingsplätze, besonders im Sommer.

Hier geniesst man leckere Gerichte mit grandioser Aussicht auf die ganze Stadt, gibt sich mit guten Freunden und wichti­ gen Geschäftspartnern spannenden Ge­ sprächen hin, und am Abend staunt man ob der Verwandlung Zürichs in ein traum­ haftes Lichtermeer. Von hier oben sieht man übrigens auch ganz weit weg die Rigi und den Pilatus – also exakt den Ort, an den ich mich dann nach Feierabend wie­ der zurückziehe.


MARCELLO BRUNNER

WEISS GUT BESCHEID ÜBER NAHE UND FERNE LÄNDER.

Als vielgereister Weltenbummler durch­ steht man so einiges. Und erleben tut man noch mehr, sofern man die Augen offen hält und sich vor Neuem und Fremdarti­ gem nicht verschliesst. Ich bin unermüd­ lich durch die Kontinente gereist, habe dabei viel entdeckt, Abenteuer durch­ge­ standen und konnte viel beobachten. Heutzutage erkunde ich genauso gerne meine Heimatstadt. Es tönt nach Klischee, doch manch­ mal liegt das Paradies gleich um die Ecke. Oder wie in meinem Fall direkt am Predi­ gerplatz. Dort liegt der schönste Arbeits­ platz der Welt. Sicher, als ich mich vor 34 Jahren für die Liegenschaft beworben habe, spielte ein bisschen Glück auch eine Rolle. Kommt hinzu, dass die Stadt Zürich als Vermieterin ein fairer Partner ist. Glück ist bisweilen so einfach zu defi­nieren: In einem der bestgehüteten Schmuckstücke in der Zürcher Altstadt seiner Berufung nachgehen zu dürfen.

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STEFF FELLER

UNTERSTÜTZT BAUHERREN MIT IDEEN UND EHRLICHER ARBEIT.

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Nein, ich bin kein Stadtzürcher. Doch ich liebe die Nähe zu Zürich. Bin ich in der Stadt, dann schätze ich den kurzen Nach­ hauseweg. Für mich als Kleinunternehmer ist Abwechslung wichtig, wenn nicht gar überlebenswichtig. Und solche bietet mir diese Stadt à gogo. Vielfalt wird hier grossgeschrieben, Mö­glich­keiten bieten sich zuhauf an. Man muss nur die Augen dafür öffnen, bereit sein, Chancen zu erkennen, zu wählen und zu handeln. An jeder Ecke lässt sich Neues ­entdecken, kann man spannenden Menschen begegnen, sich von ihnen ins­ pirieren, motivieren und faszinieren lassen,

unabhängig von ihrem sozialen Status. Apropos Status: Mir sind Auftraggeber mit kleinem Portemonnaie genauso lieb wie solche mit grossem Budget, die uns Auf­ träge in Höhe eines Jahresumsatzes ver­ geben. Wichtiger scheint mir, dass man seiner Berufung treu bleibt, stets bereit ist, das Beste anzustreben und Wachstum nicht in der Grösse sucht.


IN SACHEN TUNING MACHT IHM NIEMAND ETWAS VOR.

NORBERT GALASSO

Heutzutage möchte ich diese polari­­­sie­­ Als harmoniegetriebener Italiener besteht ren­­de und aufregende Stadt nicht mehr mein grösstes Kompliment an diese Stadt missen. Nirgends sonst kriege ich Welt­ darin, dass ich mir gut vorstellen kann, stadtflair, beste Unterhaltung, gute Ar­ hier alt zu werden. Ich sehe mich dann auf beits­­­bedingungen sowie idyllische Ge­ dem Lindenhof mit guten Freunden Boc­ müt­lichkeit auf so kleinem Raum. cia spielen, in den behag­lichen Gassen Als ich vor 25 Jahren von St. Gallen flanieren und freue mich daran, die vielen nach Zürich umzog, brauchte es jedoch Facetten der Urbanität in Ruhe geniessen etwas Zeit, bis ich mich zurechtfand. Grös- zu dürfen. se, Fülle, Menschen und Kultur mussten häppchenweise verarbeitet werden. Eben­so Geschwindigkeit und Dimension. An­ dererseits war es, gemessen an meiner Studienzeit in der eher leise tickenden Ostschweiz, der bestmögliche Neustart.


BÉATRICE KNÖPFEL

GIBT UNTERNEHMEN TIPPS UND COACHT FÜHRUNGSKRÄFTE.

Zürich ist eine ausserordentlich coole Stadt. Gesellschaftlich, kulturell und ar­ chitektonisch. Seit meiner Kindheit lebe ich in dieser Stadt und würde sie gegen keine andere eintauschen wollen. Nir­ gends finde ich eine derartige Fülle und Dichte an spannenden und abwechs­ lungsreichen Lebensformen. Irgendwie unbeschreiblich und doch im Alltag ganz direkt erlebbar. Zürich ist für mich bedeutungsgleich mit zuhause sein. Sowohl als Geschäfts­ frau wie auch als aktive Stadtentdecke­ rin und begeisterte Hobbysportlerin, aber auch als gaumenverwöhnte Geniesserin. Manchmal liegen mir jedoch Genuss und Verdruss etwas gar nahe zusammen. Ich wünschte mir, unsere 24-Stunden-Gesell­ schaft würde neben all den positiven et­ was weniger negative Begleiterscheinun­ gen produzieren und sich generell etwas gemässigter entwickeln. So im Sinne von: Weniger ist mehr. Zurück zu einem gesunden Mass.

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MARKUS METTLER

FÜHLT GEPLAGTEN PATIENTEN RÜCKSICHTSVOLL AUF DEN ZAHN.

Blicke ich durch das Fenster meiner Praxis direkt auf den Stadelhofenplatz, sehe ich eine der letzten grünen Oasen dieser grandiosen Stadt. Einfach toll, wie hier – im Herzen meiner Heimat – das Leben pulsiert. Unzählige Cafés, Restau­ rants und Geschäfte laden da und dort zum Verweilen ein. Die Ausbildung, die ich in Zürich erleben durfte, war Welt­ klasse. Forschung und Praxis gingen Hand in Hand auf höchstem N ­ iveau, ge­ nau wie das Leben hier. Ein weiteres Highlight stellt für mich die Kombination aus urbaner Welt und der wunderschönen Natur mit dem See und dem Üetliberg, unserem Hausberg, dar. Viele Stunden der sportlichen Betä­ tigung, zu Wasser und zu Lande, geben mir die Energie, ein zufriedenes und e ­ rfolg­­reiches Berufsleben zu führen. Meine Vision für den städtischen Betrieb «Grün Stadt Zürich» wäre, dass er sich etwas mehr Grün und weniger Stadt zur Ma­ xime machen würde.

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56

ES GEHT NICHT DARUM, SICH MÖGLICHST GUT PLATZIERT ZU PRÄSENTIEREN. AN DIESEN ORT ZIEHT MAN SICH ZURÜCK. DENN HIER LÄSST ES SICH FEIN UND SCHICK ESSEN UND EDEL PHILOSOPHIEREN.


STILVOLL GENIESSEN IN DER

GRIEDERBAR


sagte Oase. Die Terrasse, die zum neugotischen Gebäude, dem Peterhof, gehört, zählt zu den schöns­ ten der Stadt. Hier scheint der Alltag weit weg. Der Paradeplatz, die geschäftigen Banker, die Trams, die Stadtbesucher. Der Frischluftfaktor ist hoch, der Aus­ blick zenhaft, der Erholungsgrad erheblich. Freitagmorgen, Sonnenschein – herrlich. Ich nehme mir spontan einen Tag frei. Und beginne ihn genüss­ lich mit einem Marktbesuch am Bürkliplatz. Die

freie Wahl: Die Lounge-Sofas sind grösstenteils noch unbe­

Farben, die Düfte und die Stimmung fangen mich

setzt. Die Crew ist deswegen jedoch kein bisschen weniger

ein – es fühlt sich an wie Urlaub. Dazu gehört

munter und gastgeberisch. Wir suchen uns einen Platz mit Aus­

natürlich gemütliches Kaffeeplaudern mit einer

sicht, bestellen einen Latte macchiato und beobachten die eintref­

guten Freundin. Jetzt. Sofort. Und wo trifft

fenden Gäste. Das funktioniert hier dezent. Üppige Buchspflanzen

man sich? Diese Frage ist in Zürich im Som­

halten die einzelnen Tische angenehm auf Distanz. Ein ausgezeich­

mer eine andere als im Winter. Denn der lauschige Rückzugsort variiert von Jahres­ zeit zu Jahreszeit. Mitten im Banken­ viertel gibt es dafür eine wunderbare Adresse: die Griederbar. Man betritt den Dachgarten hoch über dem Paradeplatz durch die Modewelt der edlen Boutique von Grieder, vorbei an Schuhen, Krawatten, edlen Roben und schmucken Accessoires. Im obersten Stock des Mode­ hauses liegt sie – die be­

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Hier sind wir nun um zehn Uhr vormittags und haben fast

neter Ort also fürs Peoplewatching. Für ein verschwiegenes Geschäfts­


Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens. John Steinbeck

essen oder ein intimes Tête-à-Tête genauso. Unver­

zwei Paare hinzu – Touristen, die über Zürichs Ge­

hofft bekommen wir auch über Mittag noch einen

schichte und Kultur diskutieren. Und je näher der

Platz und können so nach dem Kaffee nahtlos mit

Mittag rückt, desto mehr Geschäftsleute aus den um­

dem Mittagessen fortfahren. Das überlegen wir uns

liegenden Büros treffen ein – Damen und Herren. Sie

nicht zweimal, schliesslich wollen wir sie alle sehen:

fühlen sich hier offensichtlich ebenso gut aufgeho­

die gestressten Banker, die sich eines der berühmten

ben wie die Eltern mit ihren beiden erwachsenen

Club-Sandwiches gönnen, die Cüpli trinkenden

Töchtern, das Paar, das sich auch ohne Worte ver­

Society-Damen, die besprechen, ob sie nun etwas

steht, die zwei stilsicheren Französinnen und der

Nettes von Burberry, Missoni oder doch lieber etwas

Teenager mit seinem Smartphone. Hier hebt man ab,

von Akris kaufen sollen, und die zu laut quasselnden

ohne abgehoben zu sein.

Püppchen, die ihr Powershopping unterbrechen. Allein, die Klischees zeigen sich nicht. Vielmehr be­ schliessen hier am Vormittag Damen ihren Markt­ gang auf dem Bürkliplatz und einige pensionierte

griederbar.ch Text: Sabine Hunziker Fotografie: Siggi Bucher

Herren lesen in Ruhe Zeitung. Später gesellen sich

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Hoch Getränk

Ein kleines auf ein grosses

Strikte und erbarmungslose Alkoholgegner werden es nicht gerne hören, dass wir hier ein Loblied auf das Bier singen. Doch wir tun es ja nur ganz leise und behutsam – angemessen der Biermenge, die dem Genuss förderlich ist.

Wer hat nicht schon alles seine Leiden­ schaft zum Bier offenkundig dargelegt: Staatsmänner, Schriftsteller, Künstler und Philosophen. Keiner ist um einen Spruch verlegen, niemand will sich seiner Mei­ nung enthalten, wenn es um Bier geht. Auch nicht Benjamin Franklin, der gesagt hat: «Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will.» Ob so viel Hin­ gabe, Aufmerksamkeit und Begeisterung stellt sich selbst dem grössten Kritiker die Frage, warum in Gottes Namen man auf sein wohlverdientes Feierabendbier verzichten soll. Gibt es denn etwas Schöneres, als sich in der Gartenbeiz von der Spätnach­ mittagssonne verwöhnen zu lassen, über

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sich im Blätterdach der Kastanien frohes Vogelgezwitscher und vor sich ein kühles Bier? Nein, gibt es nicht. So geht's einem richtig gut. In solchen Momenten will man die Zeit anhalten und die geliebte Gartenwirtschaft zu seinem persönlichen Reich erklären. Hier ist der Begriff Gemüt­ lichkeit in die jahrhundertealte, historischkulturell gewachsene Wirklichkeit von uns Eidgenossen eingebunden. Na gut, okay. Vielleicht sind uns die Österreicher und die Südtiroler punkto Gemütlichkeit noch etwas voraus. Trotzdem: Auch bei uns Schweizern macht Bier gemütlich und ruhig, und auch hier ist es der Inbe­ griff der Geselligkeit. Bei moderatem Kon­ sum steht es für Genuss, Lebensqualität und Unterhaltung. Wir dürfen nicht ver­

gessen: Beim Biertrinken geht es ja nicht nur um das Durststillen und um Erfri­ schung, sondern auch um Gaumenreiz und Anregung, um Entspannung und Auflockerung. Und wenn wir es gerade davon haben : Bier ist auch für seine wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung bekannt, und die ist wissen­ schaftlich nachgewiesen. Womit sich der Kreis schliesst und wir wieder beim eh­ renwerten Benjamin Franklin und Kon­ sorten sind. (leo)

falken.ch


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BÜHNE FREI Michele D’Ambrosio ist für den Umbau der Delica­ tessa von Globus zuständig. Das Traditionshaus an Zürichs Bahnhofstrasse soll in Zukunft mehr Raum und Fläche für das gehobene Einkaufserlebnis ­b ieten. Im Fokus steht dabei auch zusätzlicher Komfort für Leute, die unter der Woche nicht unbe­ schränkt Zeit zum Kochen haben.

«Transparenz ist das Stichwort», erfahren wir im Gespräch mit Michele D’Ambrosio, Innenarchitekt mit Herzblut und seit bald 20 Jahren beim bekann­ ten Schweizer Kaufhaus tätig. Der Profi für dynami­ sche Einkaufswelten beschäftigt sich derzeit mit einem Vorhaben, das von ihm und seinem Team Höchstleistungen fordert: der Neugestaltung der Delicatessa im Globus an der Bahnhofstrasse. Seit 2008 wird erstmals wieder Hand an das Gebäude ­gelegt, und weil dieses Paradebeispiel von Genuss­ kultur auch in Zukunft eine wegweisende Rolle be­ wahren soll, wird «nicht nur umgebaut, sondern bis auf den nackten Boden rückgebaut», wie Michele D’Ambrosio sagt. In Zukunft werde man im Unter­ geschoss des 1967 errichteten Baus von Architekt Karl Egender ein grosszügigeres Raumgefühl haben: «Zwischenwände werden entfernt, und der Kunde wird viel mehr von der Produktion erleben.» Er stelle sich das Ganze als eine Bühne vor, auf der wech­ selnde Themen inszeniert würden, um die an­ spruchsvolle Kundschaft zu neuen kulinarischen Erlebnissen zu verlocken. «Die Lust auf neue FoodTendenzen werden wir weiterhin auf Wechsel­ flächen wecken», sagt Michele D’Ambrosio.

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Ein wichtiges Element für positive Stimmungsma­

während des Umbaus keine Versorgungsengpässe be­

che ist auch die neu geschaffene «Sweetworld» mit

fürchten. Auf dem grossen Sommermarkt rund ums

Süssigkeiten im Glas und raffinierten Desserts. Und

Globus-Gebäude seien 95 Prozent des Sortiments

die Weine – ein Markenzeichen der Delicatessa –

weiterhin erhältlich; «es wird eine richtige Markt­

werden übersichtlicher präsentiert.

stimmung herrschen», sagt D’Ambrosio. Wenn dann der Herbst kommt, gibt es an der Bahnhofstrasse ein

Besonders reizvoll auch das neue Traiteur-Konzept:

neues Lebensmittelparadies – und bis dahin bringt

Neben den in der einsehbaren Küche täglich frisch

Globus ein bisschen Barcelona-Feeling nach Zürich.

zubereiteten ­Spezialitäten aus aller Welt bringen

Für Michele D’Ambrosio ist der bevorstehende

Gerichte im Vakuumbeutel erstmals echte Gourmet­

Umbau ein Geschenk: Er darf seine Kunden gleich

qualität zum Regenerieren nach Hause. Produziert

zweifach erfreuen.

in der Firma des legendären Philippe Rochat nach Rezepten von Top-Köchen wie dem «Gault Millau»Aufsteiger des Jahres 2014, Nenad Mlinarevic. Übrigens: Zürichs Feinschmecker müssen auch

globus.ch Text: Hans Georg Hildebrandt Fotografie: Gian Marco Castelberg

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photographe Iris Velghe

Cuvée Rosé. The Ultimate.


APROPOS GASTRONOMIE VON MARKUS SEGMÜLLER

EINE FRAGE DES ANSPRUCHS

kennbarer Gastfreundschaft. Ein freundliches Grüezi, ein herzliches Lächeln, Wiedererkennung und die kleinen Privilegien – wie eine persönliche Tischund Parkplatzzuteilung. Eigentlich Selbstverständ­ lichkeiten, auf die, zu meinem grossen Erstaunen, trotzdem häufig verzichtet wird. Ein Paar ordentliche Schuhe – sagen wir mal für 400 Franken – wird in der Regel viele Jahre getragen. Ein Restaurantbesuch zu zweit kann gut und gerne die gleiche Summe kosten, ist jedoch, wie ein Opern­

Kaffee und Gipfeli vom Automaten oder ein Mittag­

besuch, eine Angelegenheit weniger Stunden. Ent­

essen im teuren Szenerestaurant? Eine Kult-Brat­

sprechend hoch ist der Anspruch der Gäste. Damit

wurst am Sternen-Grill vor dem Gang ins Kino? Oder

ist auch klar, dass es mit einem freundlichen Grüezi

doch lieber Sushi in der Lounge-Bar? Eines ist

und Adieu allein nicht getan ist. Vielmehr muss es

gewiss: Die Sowohl-als-auch-Gesellschaft hat sich

gelingen, den Gast nachhaltig zu beeindrucken.

längst etabliert – früher noch Ausnahme, heute ge­

Denn alles, was wir tun, hat schon jemand anderer

lebte Normalität. Doch was ist mit dem Anspruch?

vor uns getan. Und unser Gegenüber hat ebenfalls

Hat sich dieser auch verändert?

schon viel gesehen und erlebt, daher ist es schwer, ihm zu imponieren und so in bester Erinnerung zu

Nicht wirklich. Die Haltung des «Alles kann, nichts

bleiben – es sei denn, man geht die berühmte Extra­

muss» hat zeitweise zwar tatsächlich ein heilloses

meile. Darüber berichte ich an ebendieser Stelle in

Durcheinander verursacht, doch das ist mittlerweile

der kommenden Ausgabe. Bratwurst hin oder her.

zum Glück wieder passé. Hinter der Bühne war der Anspruch an uns Gastronomen stets existent. Ja, wir

carlton.ch

mussten uns in der Tat etwas akklimatisieren zwi­ schen Fusion Food, Crossover-Küche und Multikulti. Eines ist jedoch geblieben: Der Wunsch nach er­

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IKKII BOOTS

AUS GE ZEICH NET

A PIECE OF WINTER Die Stiefel von Ikkii werden Stück für Stück mit viel Leidenschaft angefertigt und mit noch mehr Liebe getragen. Eine gute Antwort auf billige Massenware und der ideale Begleiter für kalte Wintertage.

Für alle, die es noch nicht wissen: Der Begriff «Ikkii» kommt aus Grönland und bedeutet in der Sprache der Inuit «kalt». Soweit, so klar. Klar ist auch, dass man sich mit derart auffälligem Schuhwerk von der Masse abhebt. Der Unterschied beschränkt sich Gott sei Dank jedoch nicht auf den modischen Look. Das wäre für unsere Art der Berichterstattung etwas gar flau. Unsereins ist neugierig auf den Produk­ tionsstandort, die Machart und Qualität. Und hierzu lässt sich reinen Gewissens Folgendes sagen: Ikkii-Boots produziert ausschliesslich in Europa mit hiesigen Rohmaterialien. Dauerhaftes Leder und kuschelig warmes Lammfell werden aus­ schliesslich in traditionsbewusster Hand­ arbeit in Form gebracht, zugeschnitten und vernäht, eine rutschfeste Sohle mit weichem Kern fest mit dem Obermaterial verklebt. Rundum ein schöner Kontra­ punkt zu all der maschinell produzierten Billigware aus dem Fernen Osten. An­ ständiges Handwerk und eine gute Dosis Naturprodukte tun aber nicht nur der Seele gut. Die damit verbundenen Eigen­ schaften sorgen für herrlich warme und trockene Füsse. Wohl ganz wie von den Inuit beabsichtigt und von anspruchs­ vollen Kunden erwartet. Kürzlich gese­ hen bei Grieder an der Bahnhofstrasse und bei Sträuli am Rennweg. (leo)

ikkiiboots.com

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Gutes Design gefällt, funktioniert und macht lange Freude. Wer eine Leidenschaft für das Besondere hat, aparte und einzigartige Stücke sucht oder Ideen braucht, um seinen individuellen Wohntraum zu verwirklichen, dem wird hier geholfen.

Ursprünglich war an der Badener­strasse 79 das Plattengeschäft crazy beat records eingemietet. Und das ganze 32 Jahre lang. Als dann im Mai 2013 die letzten Tonträger über den Ladentisch gingen, verlor Zürich ein weiteres Kleinod in Sachen Kulturgut. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Mit den neuen Mietern Daniel Berger und Christoph Bommer scheint das Laden­ lokal würdige Nachfolger und das Quar­ tier ein Antidot gegen den kommerziellen Einheitsbrei gefunden zu haben. Analog

zu den Vorgängern wird hier ausschliess­ lich mit Emotionen und mit feinem Augen­ merk gehandelt. Massenware sucht man vergebens. Trumpf sind vielmehr originelle Einzelstücke, exquisite Möbel aus kleinen Manufakturen und farbenfrohe Sonder­ kollektionen von unverbrauchten Künst­ lern und Produzenten. Zelebriert werden krasse Gegensätze. Das verlangt ein bisschen Mut zum Un­ konventionellen und etwas Toleranz für das Unperfekte. Wer diese Beherztheit

aufbringt, wird von Daniel und Christoph im Gegenzug mit unverwechselbaren, kreativen und phantasievollen Wohnideen belohnt. Exakt nach der Zauberformel für ein non­ konformistisches Zuhause. (red)

obbjekt.ch

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Porträt Marc Meyer Roland Falk traf den Chef von Jockey Schweiz in der Caffè Bar Al Leone an der Zürcher Bahnhofstrasse – ein starker Mann für herausfordernde Zeiten.

Marc Meyer ist ein charis­matischer Mann und Manager des USLizenz­unternehmens Jockey, wo er für die Märkte Schweiz und Österreich verant­wortlich ist. Seine Geschäfte geht Meyer mit Leidenschaft und Weitsicht an, und was er zu sagen hat, ist ähnlich fein gewoben wie die Wäsche, mit der sich das amerikanische Unternehmen einen Namen gemacht hat.

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Ewig gültige Credos sind nichts für ihn. «Jeder Tag

Meyer ist seit zweieinhalb Jahren der bestimmende

hat seine eigene Gesetzmässigkeit», sagt Marc

Mann für den schweizerischen und österreichischen

Meyer, 40, auf dem Vorplatz der Zürcher Caffè Bar

Markt von Jockey, dem «big name» in Sachen Tag-

Al Leone, nippt kurz an seinem Espresso und doppelt

und Nachtwäsche, der mit über 140 Lizenzunter­

nach: «Ein Stück weit sollte man sich ständig neu

nehmen weltweit ein Begriff ist. Und er steht in

erfinden.» So klar wie seine Worte ist seine Stimme,

vorderster Linie, wenn sein Arbeitgeber für ganz Eu­

eine, das spürt man, die Gehör findet, ohne dass der

ropa Strategien und Visionen diskutiert, «zwei mei­

Manager laut werden muss. Jedenfalls kommt sie

ner Lieblingsthemen». Meist 12, mitunter aber auch

locker an gegen das Gequietsche der Trams an der

15 Stunden täglich gibt sich der Kadermann in alles

Bahnhofstrasse. Eine wichtige Klarstellung geht

ein, «nicht als Gehetzter und Gedrückter, sondern

deshalb nicht unter: «Ich richte mich ständig nach

als einer mit Lust an dem, was ihn umtreibt». Egal,

Neuem, bin aber nie ein Anpasser.»

ob er von Margen, Mitarbeitern oder Materialien redet – immer ist da Leidenschaft, «ohne die ich mir nichts vorstellen mag».

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Meyer ist gelernter Kaufmann, bildete sich stetig

ens delegiert er viel Verantwortung, «anders kann

weiter, nahm spielerisch Herausforderungen an. Für

man gar nicht effektiv managen», er sei jedenfalls

ihn selber, sagt er, gelte das Gleiche wie für das

keiner, der alles an sich reisse. Hohe Ansprüche

137-jährige US-Familienunternehmen Jockey: «Man

stellt er, das schon, «aber auch an mich selber», und

sollte sich nie saturiert zurücklehnen, sondern so oft

bisweilen gehen die «bis zum Perfektionismus», bis

wie möglich aus Komfortzonen wegbewegen.»

seine Frau, eine Ärztin, ihm sagt, er solle wieder mal «runterkommen». Dann klinkt er sich aus, liest und

Jockey ist okay, das gilt hierzulande für eine wach­

geniesst eine Zigarre, «genetisch bedingt, mein Vater

sende, vorwiegend virile Klientel. Spätestens, seit in

arbeitete im Tabakgeschäft», hört klassische Musik

der Werbekampagne «Show you’re Jockey» attrak­

oder sucht mit seinen beiden Kindern die Natur.

tive Models die Hose herunterliessen. «Der Mann ist

«Ich habe durchaus Bodenhaftung, bin kein Apparat­

allmählich recht selbstbewusst, wenn's um intimste

schik und möchte, dass sie den Geruch von Gras

Kleidungsstücke geht», sagt Meyer. Dass Frauen bei

kennen.» Als Grenadier ist er oft auch im Gebirge

des Partners Wahl der Unterhosen kaufentschei­

und weiss deshalb, dass Klettern nicht nur auf der

dend wirken – «das nimmt ab». Was nicht verwun­

Karriere­leiter Spass macht. «Verstiegen habe ich

dert, denn im breiten Sortiment von Jockey findet

mich noch nie. Ich setze wie bei Jockey auf kalku­

sich jeder Typ zurecht. «Von traditionell bis modern

lierbare Risiken.»

findet er jedes Design.» Die Zahlen stimmen, «wir gehören zu den Top Drei der Branche», sagt Meyer, er habe also einiges richtig gemacht. «Und natürlich auch mein Team», fügt er bei. Leuten seines Vertrau­

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jockey.ch Text: Roland Falk Fotografie: Patrick Stumm


WOOLRICH

MODE Zum Thema Kleider Wie stark das Selbstbewusstsein eines Menschen ist, hängt wohl in erster Linie davon ab, wie wohl er sich mit seinem eigenen Aus­ sehen fühlt. Das wiederum wird nicht nur von den Proportionen des Körpers und der jeweiligen Haltung dazu bestimmt, sondern auch davon, was er den lieben

AUCH DAS IST WOOLRICH

langen Tag am Leibe trägt. Entsprechend hat die richtige Wahl der Kleidung hohen Anteil am persönlichen Wohlbefinden. Gottfried Kellers Ausspruch «Kleider machen Leute» kommt also nicht von ungefähr.

Unentwegte, die gerne im Freien unterwegs sind,

schliesslich hohe Qualität. Das Publikum ist an­

sich nicht um Wind und Wetter scheren und mit

spruchsvoll, und was der Name Woolrich verspricht,

schierer Freude eisigen Temperaturen trotzen, kom­

muss gehalten werden. Schliesslich hat jede Marke,

men früher oder später nicht um die wohlig wär­

sei sie noch so angesehen, in der internationalen

mende Bekleidung von Woolrich herum. Wertbe­

Modewelt nur dann Bestand, wenn vorzügliche

ständig, langlebig und komfortabel, so das Credo.

Ware garantiert ist.

Das amerikanische Unternehmen, 1830 gegründet, hat sich mit seinen robusten Kollektionen weltweit

Sieht man jetzt einmal von der bewährten Qualität

einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Einige der

und solider Verarbeitung ab und konzentriert sich

Stücke, wie zum Beispiel der Arctic Parka mit Ka­

auf das Optische, scheint es, das traditionelle Unter­

puze und Kojotenfellbesatz, haben sich längst zu

nehmen habe sich neu erfunden. Wo eben noch klas­

wahren Kultobjekten entwickelt. Wenn es also um

sische Muster und altbewährte Materialien domi­

authentische Marken im Bereich der qualitativ

nierten, präsentieren sich die neuen Kollektionen

hochwertigen Freizeitbekleidung geht, dann steht

eher atypisch: lustvoll verspielt, raffiniert praktisch

Woolrich immer ganz oben auf der Liste.

und auffallend filigran. Es sind Schnitte, Muster und Stoffe, die dem Auge schmeicheln und die alltags­

Doch es gibt ja nicht nur die Naturverbundenen,

tauglich sind. Kleidung also, um die eigene Persön­

Verwegenen und Waghalsigen. Daher gibt es seit

lichkeit nach aussen zu bringen und sich rundum

einer Weile auch urbane Zusammenstellungen von

wohl zu fühlen. (red)

Woolrich. Luftig und leicht in den Materialien, de­ zent in den Farben und mit klaren Linien. Geblieben

woolrich.it

sind die bekannte Liebe zum Detail und die aus­

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SPOTLIGHT Über das Unternehmen Vola ist ein weltweit führender Hersteller von Armaturen und Badaccessoires und seit über 140 Jahren erfolgreich in dieser Branche tätig. Das dänische Unter­nehmen setzt mit seinen Pro­duk­ten immer wieder Akzente

VOLA

DUSCHEN MACHT FIT – TAG FÜR TAG

und ver­steht es wie niemand anderes, mit hochwertigen ­Mate­ rialien ­brillan­tes Design, innovative Technik und her­vor­ragende Quali­ tät kompromiss­los zu verbinden.

Eine abwechselnd kalte

dass Wasser ein begrenz­

und warme Dusche fördert

tes natürliches Gut ist und

die Durchblutung im Kör­

keine profane Han­dels­ware.

per. Hilfreich ist das vor              

Entsprechend sorgfältig und

allem dann, wenn man einen

sparsam müs­sen wir mit die­

anstrengenden und hektischen

ser Ressource umgehen. Um die­

Bürotag hinter sich hat oder nach

sem Gedanken und der Nachhaltig­

dem Sport die Regeneration beschleuni­

keit Rechnung zu tragen, gibt es immer

gen möchte.
Ausserdem macht eine solche Dusche

ausgeklügeltere und sparsamere Dusch- und Re­

morgens wach, fördert das Immunsystem, regt den

genbrausen auf dem Markt. Diese weisen durch

Kreislauf an, belebt den Geist und regeneriert die

eine spezielle Lufttechnik einen viel geringeren

Haut. Anders gesagt: Duschen macht fit – Tag für

Durchfluss auf, ohne dass man dabei aber das Ge­

Tag!

fühl hat, nur unter einem dünnen Rinnsal zu stehen. Wenn dann – neben dem Körper – auch das an­

Sicher, die allmorgendliche Dusche ist in unseren

spruchsvolle Auge noch verwöhnt wird, dann

Breitengraden so selbstverständlich, dass wir kaum

macht Duschen noch mehr Spass – und die Arma­

noch einen Gedanken daran verschwenden. Eben­

turen werden wohl von Vola sein. (red)

falls Fakt ist, dass ausgiebiges Duschen in erster Linie sauber, frisch und allenfalls wach machen soll. Alles andere sind wunderbare Nebeneffekte mit ­positiven Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Andererseits muss man sich klar vor Augen halten,

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vola.com


TRENDLINE VON ANDRE ROESCH

DER TRAUM VOM KÖNIGLICHEN SCHLAFEN


Auch wenn man darüber staunen mag: Der Mensch verbringt rund ein Drittel seines Lebens mit Schlafen. Folglich müssten wir alle sehr daran interessiert sein, gut und tief zu schlafen. Ob jung oder alt, wir brauchen diese Ruhe, um uns zu erholen und zu regenerieren. Fakt aber ist, dass sich glücklich schätzen kann, wer schnell einschlummert und die Nacht hindurch tief und fest schläft. Wie sagte Erich Kästner so schön und treffend: «Wer schlafen kann, darf glücklich sein.»

Nein, ein Pauschalrezept dafür habe ich nicht. Dass die Qualität von Bett, Ma­ tratze und Bettwäsche massgeblich zu einem erholsamen Schlaf beiträgt, weiss heutzutage jeder. Neuer hingegen ist das Bewusstsein, dass für den erholsamen Schlaf ein beruhigendes und behagliches Ambiente wichtig ist. Dazu müssen Inte­ rieur, Licht, Farben und Textilien sorgfältig aufeinander abgestimmt sein und gut zu­ sammenspielen. Alles soll harmonieren. Ist das Bett das Herzstück des Schlafzim­

mers, so ist ein wohliges Ambiente die Seele dazu. Wer jetzt noch an etwas Schönes denkt und mit positiven Gedan­ ken einnickt, der wird gewiss königlich schlafen und herrlich träumen. Versuchen Sie es und lassen Sie diesen Traum wahr werden.

trendline.ch und minotti.com


FRISCHES DESIGN UND ANTIKE KUNST

M Wir leben in sehnsüchtigen Zeiten; und in frühen 20. Jahrhundert Wände und Bö­ einer Welt, die alles reproduzieren kann, den. Edle Stücke aus Persien, Turkme­ sehnen wir uns nach Originalen. Die Kunst nistan und der Türkei, mit denen schon gilt als Hort solcher Originalität; aber ge­ sein Grossvater Handel trieb. So wuchs rade die Kunst lebt auch von der Inspira­ Mischioff zwar in eine Teppichdynastie hi­ tion. Der Teppichdesigner Daniel Mischioff nein, suchte aber seinen eigenen Weg mit ist ein Künstler und nimmt es vielleicht Handelsschule, Matura und dem Studium deshalb nicht übel, dass auch schon mal der Psychologie und Filmwissenschaft. eines seiner Designs kopiert wird. Die Originale aber hängen bei Mischioff im Sein wahres Talent aber war und ist das Warenlager des Embracher Zollfreilagers. Zeichnen, eine Leidenschaft, die er in die Design, sagt er, lässt sich ohnehin nicht Entwicklung des Teppichs steckt. Seine patentieren. erste Kollektion erstaunte, brüskierte gar – doch andere fanden sie umwerfend gut. Mehr Energie als in die Verteidigung von Zwanzig Jahre ist es her, dass Daniel Mi­ Bestehendem legt er in die Entwicklung schioff die Designs reduzierte und damit neuer Designs. Schliesslich hat er mit sei­ zu den Ersten gehörte, die zwei- oder nen Entwürfen ein 2500 Jahre altes Stück drei­farbige Teppiche entwarfen und sich Kultur neu erfunden. Eine Kultur, die ihm von Mode und bildender Kunst inspirieren in die Wiege gelegt wurde. In einem sepa­ lies­sen. Vor sechs Jahren eroberte er die raten Raum im lichtdurchfluteten Lager Pariser Möbelmesse Maison & Objet mit zieren Kostbarkeiten aus dem 19. und seinem Patchwork-Teppich.

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Die kunstvolle Arbeit wurde als das High­ light der Messe bezeichnet. Heute arbei­ tet das Traditionshaus mit sämtlichen grossen Teppich- und Möbelhäusern zu­ sammen. Mischioff legt Wert auf Qualität in der Pro­ duktion. Dazu zählen nicht nur erstklas­ sige Materialien, sondern auch ebensol­ che Arbeitsbedingungen. Alle Teppiche sind STEP-zertifiziert, ein Label der re­ nommierten Max-Havelaar-Stiftung, das auf faire Arbeits- und Lebensbedingun­ gen für die Knüpferinnen und Knüpfer zielt. Die fundamentale Erneuerung von Daniel Mischioff fusst auf drei Pfeilern: neuen Materialien, neuen Techniken und

neuen Designs. Mischioff fertigte Seiden­ tep­piche aus rezyklierter Sari-Seide. So entstanden neuartige Verläufe und uner­ reichte Farbtöne. Neue Knüpftechniken brechen das Licht abweichend und las­ sen die Teppiche verschiedenartig schim­ mern, was er speziell bei neueren Arbei­ ten mit abstrakten Designs anwendet. Er experimentiert ganz in der Tradition der postmodernen Malerei des 20. Jahrhun­ derts und seines grossen Inspirators, Jean Dubuffet, eines Hauptvertreters der Art Brut.

stellen, die die Qualität von Öl auf Lein­ wand haben, aber in ihrer Grösse und Reduktion noch spannender sind. Damit schafft er in unserer sehnsüchtigen Welt ein weiteres Original in Form eines Tep­ pichs, unverkennbar Made by Mischioff.

mischioff.com Text: Lukas Tonetto Fotografie: Patrick Stumm

So dreht sich der Kreis weiter. In Mischioffs Liebe zur Kunst – er malt auch selber – liegt sein nächstes Ziel: Teppiche herzu­

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VIELLEICHT STÜNDE IHM DER TITEL «BAU­MEISTER» BESSER ALS DIE BEZEICHNUNG «ARCHITEKT». DENN SAMUEL LERCH IST EINER, DER DAS BAUEN MIT JEDER FASER SEINES KÖRPERS LEBT. WIR WAREN AUF SPURENSUCHE IN SEINEM ATELIER IM KREIS 4.

MANN MIT ECKEN UND

KANTEN

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ZÜRICH

AR CHI TEK TUR

«Die besten Pläne lassen sich immer verbessern»,

etwas abgehobenen Planer – und damit an das

steht auf Samuel Lerchs Webseite. Ist damit nicht

Gegenteil von Samuel Lerch. Sagt man «Erfinder»,

schon alles gesagt über den Architekten? Oder

sieht man einen über ein Stück Papier gebeugten

müsste man sagen: den Erfinder, Entwickler, Tüftler?

Menschen. «Ich bin mehr der Handwerker, der

Wie beschreibt man mit konventionellen Worten

Büezer, ein Praktiker», sagt er von sich selber. Einer,

jemanden, der Konventionen sprengt? Beim «Archi­

der auch auf den Baustellen zu Hause ist. Sonst

tekten aus Zürich» denkt man an einen vielleicht

blieben viele seiner Ideen nur ein Stück Papier.


Soll man ihn untypisch nennen? Nur, weil er kein

herrn auf eine Velotour oder trifft ihn abends in

durchgestyltes Büro sein eigen nennt, sondern eine

einer Bar. Eine seiner Ideen kam ihm vor rund

kreative Nische in einem alten Industriebau besetzt

fünfzehn Jahren: ein Badezimmer ohne Plättli,

und sich den loftähnlichen Raum mit drei Foto­

fugenlos verputzt. Auf diese Weise lernte er Arnold

grafen teilt? Mit Kategorien kommt man nicht weit,

Oehler von a1-Industrieböden kennen. Sie beide,

nicht einmal dann, wenn er auf dem für ihn so typi­

Oehler wie Lerch, treibt der Wille an, das Gute

schen Velo in den Hinterhof seines Büros einbiegt.

besser zu machen.

Er sagt, er sei einfach gern mit dem Velo unterwegs, denn dabei sieht er Menschen, Häuser und Lebens­

Einer, der wie er alleine arbeitet, muss sich an wenig

aspekte, die ihm wieder Ideen bringen. Damit diese

halten. Das verschafft ihm Freiheiten. Samuel Lerch

Ideen nicht Papier bleiben, braucht er Bauherren,

spricht nicht nur von Ideen und Freiheiten: Als

die an seine Ideen glauben und Partner, die sie um­

sprühender Erzähler kennt er zu fast jeder Idee eine

setzen. Dafür muss er auf die Leute zugehen, sie

Geschichte. Zum Beispiel von jenem Herrn, der

überzeugen; und da ihm die persönliche Beziehung

diesen Lerch kennenlernen wollte, nur weil er eine

wichtig ist, geht er auch schon mal mit einem Bau­

Garage von ihm gesehen hatte.

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Für diesen Bauherrn realisierte er damals den Um­ bau eines Einfamilienhauses mit einem zentral inte­ grierten Betonturm fürs Treppenhaus. Oder von jenem Arzt, der ihm die fixfertigen Pläne eines Um­ baus zeigte. «Er wollte meine Zweitmeinung hören.

gut

!

zu wissen

Da riss ich alles heraus und entwarf etwas Neues. Nach zwei Monaten ruft er mich an und sagt: Ich komme von deiner Idee nicht mehr los.» Das ist, was ihn antreibt: Dinge besser zu machen, Bauherren zu zeigen, wie man etwas gerne baut, die Faszination für das Denkbare zu vermitteln, nicht nur für das Machbare. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Samuel Lerch ist ein Praktiker, bei dem die Dinge funktionie­ ren müssen, und keiner, der auf dem Altar der Ästhetik die Funktionalität seiner Projekte opfert. Dies fusst auf seiner Art zu bauen: Seine Ideen sind nicht von Anfang an auf dem Reissbrett fertig aus­ gearbeitet. Sie entwickeln sich allmählich bei der Verfertigung des Projekts. Er baut anders, lässt seinen Entscheiden Zeit. Für ihn ist Bauen keine Theorie. Er ist mit jeder Faser seines Körpers bei der Sache: «Ich lebe mit meinen Projekten.» Und zwar so lange, bis sogar er, der Praktiker, Entwickler, Tüftler – der Architekt und Baumeister – seine Pläne nicht mehr verbessern kann.

Der Architekt und der Produzent Seit rund acht Jahren arbeitet Samuel Lerch mit Arnold Oehler und der Firma a1-Industrieböden zusammen. Am Anfang der Zusammenarbeit stand eine Idee Lerchs, Bade­ zimmer mit fugenlosen Böden und Wandbelägen zu gestal­ ten. a1-Industrieböden Fugenlose Wand- und Bodenbeläge für Wohnungen, Nass­ zonen, Büros und Boutiquen mit hohem ästhetischen An­ spruch sind die zweite Produktlinie der bekannten Firma für Kunstharz- und Zementböden. Das Hauptgeschäft sind Böden für industrielle Anwendungen. Die Entwicklung der Boden- und Wandbeläge für den Wohnbereich entsprang einem Auftrag für eine Wohnung am Zürcher Paradeplatz, als der heutige Inhaber Arnold Oehler auf der Baustelle intuitiv und experimentell den Baustoff zusammenmischte und auftrug. Die heute stan­ dardisierten mineralischen Giessbeläge sowie die kunst­ stoffmodizifierten Spachtelbeläge eignen sich für glatte Wände ebenso wie für charaktervolle Strukturoberflächen – in allen möglichen Farben und mit diversen Veredelungen.

a1-industrieboeden.ch

samuellerch.ch Text: Lukas Tonetto Fotografie: Iris Stutz

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REDBOX GALLERY Ziel der Kunst ist, einfach eine Stimmung zu erzeugen. Oskar Wilde

In die einstigen Räumlichkeiten der Baumusterzentrale an der Talstrasse ist im vergangenen Jahr die Redbox Gallery eingezogen. Der Unterschied könnte grösser nicht sein: Wo früher zweck­ mässig und etwas gar derb Baumateria­ lien vorgestellt wurden, präsentieren sich jetzt in grossartigem Ambiente ansprechende Bilder, Skulpturen, Möbel und Accessoires.


W

enn ich schreibe grossartig, dann meine ich grossartig. Okay, die gefällige Architektur mit den hohen Räumen im Obergeschoss ist gegeben, hierfür darf man nur den damaligen Architekten und den heutigen Besitzer beglückwünschen. Leider kam die interessante Baukunst seit der Grün­ dung der Baumusterzentrale im Jahre 1935 aber nie mehr komplett zur Geltung. Alles war bis unter die Decke vollgestopft und Materialmuster reihte sich an Material­ muster. Nicht sehr sexy, sicherlich aber zweckmässig und nutzenorientiert. Doch tempi passati. Heute ist alles ganz anders: Was nicht gebraucht wurde, flog raus. Ein anderes Wort dafür ist reduzie­ ren. Auf das Wesentliche. Und das haben

Marco Carenini und Sarah Dschabali, die Inhaber der Redbox Gallery, nacheiferns­ wert hingekriegt. Da ist nur noch das, was da auch hingehört. Und das ist dennoch viel, vor allem haufen­weise attraktive Bil­ der. Riesige Schwarzweissfotografien korrespondieren ganz easy mit den brachi­ alen Betonböden und den grossflächigen Wänden. Knallig farbige Reproduktionen auf Acryl und auf Plexiglas funktionieren genauso. Andererseits steht das klassi­ sche Chesterfield-Sofa ganz selbstver­ ständlich neben einem Aviator Tomcat Chair von Timothy Oulten. Und der abge­ fahrene genietete Schreibtisch aus Stahl­ blech – ebenfalls von Oulten – harmoniert völlig ungezwungen mit der hölzernen Skulptur aus Bali und dem ledernen, von der Decke hängenden Boxsack. Der Geist

von Muhammad Ali lässt grüssen, zumin­ dest aber sieht man sein Konterfei in coo­ len Fotografien an dieser und jener Wand hängen. Auch wenn all die aussergewöhnlichen Bil­ der, Drucke, Repros und Fotografien das Aushängeschild der Gallery sind, so habe ich den Verdacht, dass in diesen Räumen in nächster Zeit noch viel passieren wird. Man darf sogar darüber spekulieren, ob dieser tolle Laden nicht das Potenzial für einen richtig guten Concept Store hat. Lassen wir uns überraschen. (leo)

redboxgallery.ch


Vor den Toren Zürichs, auf dem ehemaligen Areal der Rapid in Dietikon, ent­ steht nach dem Entwurf des bekannten Architekten Hans Kollhoff und unter der Leitung von Halter eine eigene kleine Stadt für 3000 Einwohner. Das Limmat­feld besteht aus elf quartierähnlichen Höfen und einem spekta­ kulären Hochhaus, dem Limmat Tower, der mit 80 Metern Höhe das Limmattal prägt. Hier entsteht eine Verbindung aus Gross- und Kleinstadt.

Interview Maik Neuhaus Unser Autor Roland Falk traf den dynamischen und ambitionierten Mittdreissiger auf der betrieb­ samen Baustelle im Limmatfeld in Dietikon auf ein persönliches Wort.

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Maik Neuhaus, was steht hinter der Absicht, den neuen Stadtteil von Dietikon zu konzipieren? Bis vor fünf Jahren war das Gebiet eine Industrie­brache. Wir entschlossen uns mit den Behörden und mit dem Eigner Rapid, einem Hersteller von Landwirtschafts­ fahrzeugen, für diese entwicklungsfähige Lage eine neue Nutzung zu konzipieren. Bis 2015 sollen die Pläne, für die rund 670 Millionen Franken investiert werden, realisiert sein. Wie kam die Firma Halter bei diesem Vorhaben ins Spiel? Wir hatten schon mit Limmat West in Zürich positive Schlagzeilen gemacht. Dort fädelten wir die Entwicklung eines Areals ein, auf dem nie zuvor ­gewohnt wurde. Heute gilt Limmat West, dem übri­ gens niemand eine Chance gab, als wegweisend in Sachen urbanes Wohnen. Und für Halter wurde ­dieses Vorhaben zur Referenz. Die Firma Rapid ­konsultierte uns deshalb und gab uns den Entwick­ lungsauftrag für das etwa 90 000 Quadratmeter ­grosse Limmatfeld-Areal. Was alles entsteht denn im neuen Stadtteil? Rund 1200 Wohnungen, die meisten für Mieter, dazu eine umfassende Infrastruktur mit 12 000 Quadratmetern Gastronomie- und Gewerbefläche, Büros, einem Seniorenwohnsitz und Kindergärten. Die Läden dienen der Versorgung des neuen Quartiers, sollen aber auch attraktiv sein für Kundschaft aus der Region. Das neue Areal ist perfekt situiert: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man in knapp 20 Minuten in Zürich, in weniger als einer Stunde in Bern und Luzern oder in einer Viertelstunde am Flughafen Zürich-Kloten.

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Die beteiligten Architekten sind zahlreich und äus­ serst namhaft. Stimmt, und zwar deshalb, weil wir keine Megastrukturen und keine architektonische Monokultur wollten. Den Gestaltungsplan verfasst hat der Deutsche Hans Kollhoff, ein sicherer Wert ist auch der Österreicher Adolf Krischanitz, und der fünfeckige, 80 Meter hohe Limmat Tower, in dem nur Eigentumswohnungen angeboten werden, ist eine Idee des jungen Zürcher Büros huggenberger­ fries. Insgesamt konnten sich 13 Architekten einbrin­ gen. Der international renommierte Innendesigner Gaetano Irpinio hat für den Tower zudem sensatio­ nelle Innendesignkonzepte entwickelt. Was all diese Leute einbringen, wirkt sehr persönlich, nicht hin­ geklotzt, sondern wie historisch gewachsen. Deshalb wird es von der Bevölkerung im Umfeld akzeptiert. Architekten von Rang sind oft Diven. Gibt es bei 13 dieser Sorte kein Machtgerangel im Limmatfeld? Nein, eigentlich kaum. Ich persönlich empfinde die Zusammenarbeit als unproblematisch und sehr fruchtbar. Alle halten das Projekt für spannend und innovativ. Und für modellhaft in der Schweiz. Ent­ sprechend ziehen alle am selben Strick. Das Augenfälligste ist der Limmat Tower. Warum die

oder weiss gebürstete Eiche. Die Küchen sind von

ausgefallene Fünfeck-Form? Die wurde einerseits

Bulthaup. Einen entsprechenden Eindruck vermit­

bedingt durch die bestehenden Strassenführungen

telt die Musterwohnung auf dem Areal. Die güns­

im Limmatfeld. Zudem wollte man einen einmaligen,

tigste Wohnung im Limmat Tower kostet rund

sich nach oben elegant verjüngenden Blickfang

700 000 Franken, die teuerste 2,5 Millionen. Und zu

schaffen. Einen, der potente Investoren vom neuen

jeder gehört eine Loggia, was ungewöhnlich ist für

Quartier überzeugt: Fast alle namhaften Banken und

ein Hochhaus. Luxus bedeutet hier nicht einfach

Versicherungen zählen dazu. Hochhäuser stehen

teuer, sondern gediegen und qualitätsbewusst.

immer für Raumökonomie und moderne Urbanität. Der Limmat Tower ist zukunftsweisend.

Herr Neuhaus, meine letzte Frage: Wie sieht Ihr nächstes Vorhaben aus? Da will ich noch nichts

Was heisst das konkret? Die 98 auf 21 Etagen verteil­

verraten. Wir haben allerdings spannende Projekte

ten Wohnungen sind mit ausgeklügelten Technolo­

in der Pipeline und halten Sie auf dem Laufenden.

gien ausgestattet sowie mit der Spitex des Senioren­ wohnsitzes verlinkt, falls einmal etwas passieren sollte. Für die Ausstattung werden ausschliesslich erstklassige Materialien verwendet, etwa Naturstein

halter.ch und limmat-tower.ch Text: Roland Falk Fotografie: Tina Ruisinger

95


Swissness

aus Müllheim 96

In den Hallen der Thurgauer Firma Schaffner wird seit bald 60 Jahren gebogen, gefräst, gestanzt und gelocht. Das Ergebnis sind Gartenmöbel der Extra­klasse. Als Mix aus Tradition und Modernität sind sie so unver­wechselbar wie Martin Schaffner, ein Drittel der Firmenleitung.


Geschniegelt, das wäre das falsche Adjektiv für ihn. «Währschaft bin ich, wie unsere Ware», sagt Martin Schaffner, 50, ein einnehmend hemdsärmliger Typ und alles andere als ein herkömmlicher RepräsentierManager. Er trägt keine Massanzüge, und sein Büro hat vermutlich der Zufall, aber ganz sicher kein TopDesigner gestaltet. «Solcher Schischi bringt nichts, das steigert den Absatz keinen Deut», sagt der Mann, dessen Firma im thurgauischen Müllheim der Inbe­ griff für zeitlos schöne Gartenmöbel ist. Mit seinem Bruder Theo, 58, und dessen Sohn Samuel, 32, bildet er das Führungstrio des Familienunternehmens, «das jeden Franken in die Produkte und deren Weiter­ entwicklung investiert».

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Ein «Nischenplayer» sei das Unternehmen, sagt Schaffner. Einer allerdings, der sich erfolgreich behauptet im hart umkämpften, vor allem vom Fer­ nen Osten besetzten Markt. Unter anderen beliefert er Coop, Migros und Möbel Pfister, und die Stück­ zahlen sind beachtlich. «Pro Saison setzen wir etwa 40 000 Produkte ab», verrät der Co-Chef, der sich ausser ums Kaufmännische «möglichst unkonven­ tionell» ums Marketing und den Verkauf kümmert. Die Mitarbeiter, viele von ihnen seit Jahr­zehnten im Betrieb und mit dem Führungstrio beinahe schon familiär verbunden, ziehen mit. Bei ihnen gilt Schaffner als «Chaot mit Durchblick», der früh ler­ nen musste, auf gescheite Weise anzupacken. Sein Vater, der mit einem «Badezimmer-Hockerli» be­ gann, das er mit seiner Frau in der Waschküche fer­ tigte, forderte ihm und Theo ständig Hilfe ab – «fast unsere ganze Freizeit ging drauf». Und muckte man, gabs schon mal «ein paar an die Löffel». Eigentlich aber, sagt Schaffner, war der Senior viel zu lieb: «Er brachte den ersten ausziehbaren Gartentisch auf den Markt, und ich bekam fast Vögel, als der für 490 Franken gehandelt wurde. Wert war er nämlich garantiert 990 Franken.» Die beiden Brüder übernahmen den Betrieb 1992, mit einer Bilanz «weit unter null». Sie erweiterten geschickt das Sortiment, das heute in einem 40seitigen Katalog angeboten wird. Darin findet sich auch der Säntis-Stuhl, der Klassiker, auf dem jeder Schweizer schon mal gesessen haben dürfte, denn er gehört «zum Mobiliar nahezu jeder Gartenbeiz». Ein einfaches Stahlgestell, eine Sitzfläche aus Lättli oder Kunststoffspaghetti, lieferbar in Rot, Anthrazit oder Weiss – mehr ist da nicht, und doch ist das Ding weiter­hin ein Renner. «Unsere Ware ist zu 75 Prozent Swissness», sagt Schaffner. Ein weiteres Vorzeige­ produkt ist der Fiberglastisch Luzern: «Das stabile Blatt ist nur gerade acht Millimeter dick, ein nur bei uns erhältliches Prachtsteil, gopfridschtutz.» Herge­ stellt wird es bei 150 Grad Hitze in einer Presse, die 1500 Tonnen Druck schafft.

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Qualit채t ist, was nirgendwo billiger ist. Walter F체rst

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Stahl in rauen Mengen liegt überall im Betrieb, von Computern gesteuerte Maschinen biegen ihn zu Gestellen für die Möbel, und in Hochregaltürmen lagern Teile mit skurrilen Bezeichnungen: «Hinter­ fuss gelocht», liest man da, «Rücken gebogen» oder «Flacheisen geschert». Schaffner, ein Neffe des legen­ dären Martin Schaffner, der einst abgestürzte Kriegs­ flugzeuge aus Schweizer Seen fischte, kann auf An­ hieb sagen, wo was zu finden ist. Alles sei «wetterfest, UV-beständig und feuerverzinkt», sagt er. Erst wenn eine Grossbestellung eingeht, werden die Rohlinge eingefärbt. «Dank unserem gut bestückten Lager können wir jederzeit blitzschnell liefern und spezi­ fischen Wünschen gerecht werden.» Bisweilen, sagt der Bodenständige, habe er wegen

Ein Schaffner, spürt man, weiss sich zu behaupten.

dieses Lagers «zünftig zu kämpfen» bei Banken.

Impulsiv, innovativ und mit modernsten Mitteln.

«Die halten es für zu riesig und sind nicht fähig, die

Die Novitäten der Firma werden nicht nur an der

Vorteile zu sehen.» Vor Jahren sei er wegen solcher

Garten­möbelmesse in Köln vorgestellt, sondern auch

Querelen in ein Burnout geschlittert, «aber ich bin

auf Facebook. «Für tägliches Einerlei taugen wir

ein Stehaufmännchen». Und seither habe er halt ge­

nicht», sagt Martin. «Damit wären wir mit unserer

legentlich «e frechi Schnore», wenn ihm jemand

Firma schon lange zwischen Stuhl und Bank ge­

Knebel zwischen die Beine zu werfen versuche. Ge­

fallen.»

gen Banker an sich habe er ja nichts, die machten bloss ihren Job, aber «bei einigen besonders pene­ tranten Exemplaren entwickle ich jeweils eine Sau­ wolle».

schaffner-ag.ch Text: Roland Falk Fotografie: Patrick Stumm

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THE POSTMAN ALWAYS RINGS TWICE Ganz so dramatisch, wie der weltbekannte Filmtitel suggeriert, ist die Geschichte zur Sondermarke 100 Jahre Schweizerischer Nationalpark nicht. Aussergewöhnlich hingegen ist sie allemal. Insbesondere darum, weil der Gewinner des Wettbewerbs auch der Gestalter dieses Magazins ist.

H E LV E T I A ANDREAS PANZER

2014

Als im April des vergangenen Jahres das Telefon klingelte und Andreas Panzer zum Hörer griff, meldete sich am anderen Ende der Leitung die charmante Stimme einer Dame von der Post. Ob er Lust und Zeit habe, an einem Wettbewerb für die Gestaltung einer Briefmarke teilzuneh­ men? Man sei über das Internet auf ihn gestossen; das Thema sei noch geheim, man würde ihn sowie drei Mitbewerber für ein Briefing nach Zürich einladen. Andreas fuhr also nach Zürich, lernte seine Kontrahenten kennen und fand vor versammeltem Gremium heraus, dass die Post zum 100-jährigen Geburtstag des Schweizerischen Nationalparks eine Sonder­briefmarke herausgeben wollte. Dafür suche man nach dem richtigen

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H E LV E T I A

H E LV E T I A

100

100

ANDREAS PANZER

PARCO NAZIONALE SVIZZERO 2014

ONNS

SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK

ANNI

JAHRE

100

ANDREAS PANZER

PARC NAZIUNAL SVIZZER 2014

Partner. Na, wenn das keine Herausforde­ So schaffte er es, die wilde Schönheit, rung ist – zumal man davon ausgehen das urig Raue und das vollkommen Natur­ darf, dass eine solch offizielle Anfrage ­belassene des Nationalparks kompakt neben einem gesteigerten Wertgefühl zum Ausdruck zu bringen. auch ein bisschen Bauch- und Kopf­ schmerzen auslösen kann. Denn wie Die wochenlange Mühsal ist verges­sen, genau soll man einer solchen Aufgabe die schlaflosen Nächte und das bange gerecht werden? Auf einer Seite der nati­ Warten ebenfalls, als sich die freundliche onale Postbetrieb als Auftraggeber mit Dame von der Post zum zweiten Mal tele­ klaren Auflagen und Bedingungen, auf fonisch bei Andreas meldet, um ihm mit der anderen Seite zu visualisierendes Freude persönlich mitzuteilen, dass er Weltkulturerbe in Reinform. Nach reif­ den Wettbewerb gewonnen habe. Eine licher Überlegung entschied sich Andreas Auszeichnung, zu der ich mit Stolz und in für eine Fotomontage. Diese spezielle grosser Verbundenheit gratuliere. (urb) Technik ermöglichte es ihm, sich einer Vielzahl von Bildern zu bedienen, diese stilecht.ch übereinanderzulegen, neu anzuordnen, Ausschnitte zu wählen und dadurch eine völlig neuartige Komposition zu gestalten.


CARLIFTING

RE POR TA GE

CARS ARE THE STARS Porsche – das ist für den wahren Automobilfreak ein Synonym für Liebe, Lust und pure Leidenschaft. Kaum ein anderer Sportwagen wird von seinen Anhängern derart stark verehrt und begehrt wie die Ikone aus Stuttgart.

Wer in Norbert Galassos Carlifting jedoch exklusiv Porsches erwartet, liegt ein klei­ nes bisschen daneben. Zwar stehen hier ständig ein halbes Duzend dieser Karos­ sen und dekorieren die Garage in Urdorf – übrigens eine coole Mischung aus Loft, Studio, Museum und Werkstätte – doch zu sehen gibt es noch ganz andere Kaliber. Zum Beispiel Wertvolles von Audi, BMW und Ferrari, Exklusivitäten von heute und Raritäten aus der Vergangenheit. Ab und an, das darf man wohl so schrei­ ben, erinnert das, was man hier sieht und erlebt, eher an eine Galerie als an eine ge­ meine Werkhalle. Oder man empfindet es als ein Stelldichein von Schönem, Kost­ barem und Wertvollem rund ums Auto­ mobil. Doch auch wenn diese museale Anmutung jedem Aficionado die Tränen in die Augen treibt und Anlass für die ver­ rücktesten Männerträume gibt, ist das Ausstellen, Inszenieren und Handeln die­ ser Exklusivitäten nur ein Teilstück der Galasso’schen Arbeitsleistung. Quasi ein schöner Nebeneffekt. In Tat und Wahrheit wird hier repariert, geschraubt, getunt, verbessert, nachgebessert und optimiert. Fahrzeuge werden gewartet, bereitge­ stellt, entgegengenommen, abgeholt und nach Hause gebracht. Wahr ist auch, dass hier Fachleute arbeiten, die mit Liebe, Lust und Leidenschaft ihrer Berufung nachgehen. Merken Sie etwas? (red)

carlifting.ch

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UNDERWEAR BY JOCKEY

SHOW YOU'RE JOCKEY Wer kennt sie nicht, die Marke Jockey? Das Unter­ nehmen verbindet Tradition, das Gespür für Trends und Pioniergeist. So wurde etwa für die NASA welt­ raumtaugliche Unterwäsche entwickelt. Die Grund­ pfeiler legte das 1876 gegründete amerikanische Unternehmen mit der Herstellung von klassischer Herrenunterwäsche. In den 1930er Jahren setzte Jockey einen neuen Meilenstein im Unterwäsche­ segment. Inspiriert von der französischen Bademode kam 1934 die erste Jockey Brief auf den Markt und avancierte zum Kassenschlager. Noch heute steht die amerikanische Qualitätsmarke für den «American Way of Life». Immer noch in Familienbesitz, ist die Marke heute weltweit präsent. Nach wie vor liegt der Fokus auf der Bequemlichkeit, zugleich wird wie eh und je der modische Zeitgeist zelebriert. Die seit Generationen gewohnte Annehmlichkeit und die erstklassige Beschaffenheit werden von Männern und Frauen – seit den 1980ern wird auch Damenwäsche produ­ ziert – gleichermassen geschätzt. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Bademode. Jockey setzt hier ganz auf frische Farben und sportliche Lässigkeit. Gemacht für all jene, die sich auch am Strand stilsicher und qualitätsbewusst kleiden wollen. (red) jockey.ch

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DEGUSTATION Über die Idee Muss ein grosser spanischer Wein zwangsläufig ein Aalto, ein Pingus oder ein Vega sein? Keineswegs! Spanien zeichnet sich dank der Vielzahl an Rebsorten und der unterschiedlichen Klimaregionen auch durch eine enorme Nuancenvielfalt aus. Neugierige und interes­

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Degustieren bedeutet so viel wie probieren. Nicht

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HOTEL MÜLLER

HOTEL-TIPP Über die Region Ganz klar: Im Engadin ist die Natur die Hauptdarstellerin. Eine Land­ schaft zum Verlieben mit einem unglaublichen Panorama, kristall­ klaren Seen und einem zauber­ haften Licht. Nirgends sind die Eindrücke malerischer. Die Arven­ wälder riechen nach frischem Harz, romantische Täler spenden

HAUS DER INSPIRATION UND RUHE

in der sonnendurchfluteten Land­ schaft kühlen Schatten und alte Engadinerhäuser mit ihren wuch­ tigen Steinmauern, den typischen Sgraffiti und sonnenverbrannten Stallanbauten säumen die Routen für Wanderer und Berggänger.

Man kennt es nicht nur vom Hörensagen. Leider er­

Jahren herrschte im Südtirol grosse Not, und manch

lebt man es auch vor Ort und folglich hautnah: Näm­

einer fand keine Arbeit. Sind dann arme Leute an

lich, dass Freundlichkeit, Gastronomie und Service

einem Hof vorbeigekommen, wurden sie stets freund­

in den gross angepriesenen Hotels gelegentlich nicht

lich zu Tisch gebeten und haben eine warme Suppe

ganz so beeindruckend sind wie die grossartige Land­

bekommen.

schaft des Engadins. Warum genau das so ist, wollen wir hier nicht analysieren. Wir bestätigen aber – selbst

Im Hotel Müller wird diese Arme-Leute-Suppe

ausprobiert –, dass es auch ganz anders geht. Erfri­

heutzutage nicht mehr gestreckt. Wohl aber wird

schend herzlich, wohltuend aufmerksam und himm­

hier der Gast – auch bei einem unerwarteten Besuch

lisch genussorientiert.

– herzlich willkommen geheissen und kulinarisch aufs feinste verwöhnt. Und dies nach bewährter

So ganz intuitiv hegen wir den Verdacht, dass dem

Tradition, mit viel Herz und Seele. Das Müller ist

darum so ist, weil der Direktor des Hotel Müller, Kon­

übrigens auch sonst ein Schmuckstück. Ein gemüt­

rad Messner, Südtiroler ist. Wie gesagt, das ist nur

liches Hotel mit viel Charme und nach typischer En­

eine Vermutung. Doch diese These liegt irgendwie

gadiner Bauart. Die 23 Zimmer sind reizend einge­

nahe. Südtiroler haben das Dienen am Gast in den

richtet, garantieren einen erholsamen Schlaf und

Genen. Und das meinen wir durchaus positiv. Kaum

verführen zum Träumen: von wunderbarer Gast­

jemand anderes schafft es, so unverkrampft diese

freundschaft und kulinarischen Höhenflügen. (leo)

familiäre Herzlichkeit zu vermitteln. Eine gelebte Hingabe, die das Klima, die Landschaft, die Kultur

hotel-mueller.ch

und die Menschen einbindet. Und das kommt nicht von ungefähr. In den zwanziger und dreissiger

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MARCELLOS TRAVEL SERVICE

REISE-TIPP Über Südafrika Ob Natur oder Kultur, Südafrika ist reich an Schätzen. Kapstadt etwa, oft mit Rio de Janeiro, San Francisco oder Sydney in einem Atemzug genannt,

DAS WAHRE ABENTEUER

verbindet Grossstadtflair, die bezaubernde Lage am Ozean, spannende Geschichte – und es ist das Tor zu einer atem­ beraubenden Landschaft. Es gibt kaum einen besseren Ort, eine Safaritour zu beginnen.

Südafrika hat die meisten Wildtierreservate auf dem

heranpirschen, wenn Hyänen an einem Riss beob­

afrikanischen Kontinent. Und was für welche! Sie

achtet werden können oder wenn plötzlich ein

zählen nicht nur zu den grössten Attraktionen des

Elefantenbulle mit Getöse durchs ­Dickicht bricht.

Landes, sie sind aus meiner Sicht der wirklich wahre

An keinem Ort ist die Wildnis dann näher, die Span­

und auch der schönste Grund, dieses unbe­schreib­­

nung drastischer und der Herzschlag spürbarer.

liche Land zu bereisen. Nirgends sonst als auf einer

Noch­mals ein Versprechen. Den Rest solch ereig­

Safari wird Ihnen die einzigartige Schönheit der

nis­r eicher Tage und die Abendstunden in der

Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt so eindrück­

unter­g ehenden Sonne, mit der G ­ e­räuschkulisse

lich präsentiert. Versprochen.

schreiender Affen, brüllender Löwen und röhren­ der Nilpferde, verbringt man dann in einer der

Ob Sie nun mit dem Geländewagen eine Entdeckungs­

spektakulären Safari-Lodges. Beim romantischen

fahrt machen, mit dem Flugzeug über die unendli­

Busch-Dinner. Die ungezähmte Landschaft unmit­

chen Steppen und Graslandschaften fliegen oder zu

telbar vor und den funkelnden Sternenhimmel über

Fuss den Busch erkunden: Reizvoll und unvergess­

sich. Afrika pur und ein magisches, unvergessliches

lich ist so ein Safariabenteuer immer. Insbesondere

Erlebnis. (mab)

dann, wenn der Ranger auf der Pirschfahrt Löwen ausfindig macht, die sich an eine Herde Impalas

marcellos.ch

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IMPRESSUM Titel Magazin Zürich Herausgeber Urs Blöchliger Inhaber der Medienrechte Leo Verlag Zügnisstrasse 34 CH-8143 Stallikon +41 (0)44 700 56 66 +41 (0)79 423 31 32 info@leoverlag.ch

Einzelnummern Zürich ist an über 300 Kiosken zum Preis von CHF 12.— erhältlich oder per E-Mail beim Verlag info@leoverlag.ch Druck Südostschweiz Presse & Print AG Kasernenstrasse 1 CH-7007 Chur Papier Planojet, weiss, Offset matt Cover 300 gm2/Inhalt 140 gm2

Auflage 10 000 Exemplare pro Ausgabe Design Stilecht Visuelle Kommunikation Erscheinungsweise Andreas Panzer SGD 1x pro Jahr – April Poststrasse 3 CH-7000 Chur Vertrieb +41 (0)81 250 48 36 Abonnenten grafik@stilecht.ch Arztpraxen Beauty & Wellness Litho Boutiquen, Fachgeschäfte Barbara Führer Gastronomie, Hotellerie Partnernetzwerk Korrektorat Valora Textpflege info@textpflege.ch

Autoren Urs Blöchliger Marcello Brunner Frank Ebinger Roland Falk Martin Göschel Jan Hauser Hans Georg Hildebrandt Mark van Huisseling Sabine Hunziker Andrea Keller Leo Andre Roesch Markus Segmüller Claudia Silberschmidt Lukas Tonetto Fotografie Siggi Bucher Gian Marco Castelberg Gregory Gilbert-Lodge Tina Ruisinger Patrick Stumm Iris Stutz Fredy Tschui Für einzelne Beiträge nutzte der Verlag Bildmaterial der entsprechenden Firmen.

Titelbild Siggi Bucher

Im Winter 2007 verschickte der Leo Verlag die Erstaus­ gabe des Magazins Zürich. Für seinen eigenwilligen Auf­ tritt erhielt er reihum grosse Komplimente und weckte mit seinen authentischen Geschichten reges Interesse. Seit damals ist einiges passiert in unserer tollen Stadt, und der Verlag blickt auf spannende Momente und un­ zählige Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen zurück. Davon können Sie jährlich in dieser Publikation lesen: Geschichten aus Zürich, solche, die über die Stadtgren­ze hinaus berichten, und jene, für die das nahe und ferne Aus­land schon Anlass zu einer Reise gegeben hat – denn Welt­o ffenheit gehört zu dieser Stadt wie Münster und See.

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Sie, unsere Leser, sind unsere Unterstützer, Kritiker, Partner und Freunde. Darauf sind wir stolz. Und weil wir wissen, dass Sie gerne gut unterhalten werden, tragen wir auch weiterhin alles Schöne und Besondere zusam­ men und präsentieren es Ihnen individuell, reizvoll und untrüglich authentisch. Möge die grosse Freude, die wir beim Beobachten, Fo­­­tografieren und Schreiben empfunden haben, die Ihre beim Lesen sein.


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