Workstory
»Wir haben uns bemüht, ein modernes Layout zu gestalten, das zum Lesen einlädt.« BETTINA TULLA MANZ Verlag
Friesacher so wie viele der MANZ-Mitarbeiter:innen eine juristische Ausbildung abgeschlossen hat, hat Bettina Tulla die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien absolviert. Sie leitet die siebenköpfige Satzabteilung im Verlag. Das heißt, mit ihrem Team bringt sie die Texte, Grafiken und Fotos in eine drucktaugliche Form. In Summe sind dies unglaubliche 50.000 Buchseiten und 10.000 Zeitschriftenseiten im Jahr. Produziert wird in XML, auf diese Weise lassen sich die Inhalte auch ohne großen Aufwand für die RDB Rechtsdatenbank nutzen. NACHHALTIGE PRODUKTION Eine der umgesetzten Neuerungen wird schon beim Griff zu den Zeitschriften spürbar. Diese werden seit dem Jahreswechsel auf FSC-zertifiziertem Recyclingpapier gedruckt. Tulla: „Der ausdrückliche Wunsch unserer Geschäftsführerin war es, möglichst nachhaltig zu produzieren.“ Positiver Nebeneffekt: Durch das neue Papier bekommen die Hefte eine besonders angenehme Haptik. Auch auf den Versand in einer Plastikverpackung wird verzichtet. Stattdessen wird die Versandadresse auf die Heftrückseite aufgedruckt. „Beilagen können statisch aufgeladen werden, damit sie nicht herausfallen, oder man greift auf eine Banderole zurück“, erläutert Tulla. „In Einzelfällen, etwa bei Doppelheften, braucht es eine Versandtasche.“ Naturpapier nimmt freilich die Druckfarben anders an. Daher wurde nichts dem Zufall überlassen. Nachdem der künftige Look geklärt war, wurden die Zeitschriften samt den Umschlägen, die aus etwas dickerem und hellerem Papier bestehen, an den echten Druckmaschinen 18 | RECHTaktuell · 1 | 2023 · manz.at
angedruckt, um – wo nötig – nachzubessern. Womit wir von der Haptik zur Optik kommen: Augenfällig wird der Relaunch bereits am Cover. „Wir haben uns unter anderem die Frage gestellt, was verbreiteter ist – der Zeitschriftenname im Wortlaut oder das Kürzel.“ Schließlich wurde entschieden, dem Kürzel und dem vollen Namen jeweils den gleichen Platz einzuräumen. Die für die Zeitschriften charakteristische Farbgebung wurde behutsam modernisiert. Die wichtigsten Beiträge einer Ausgabe werden darüber hinaus unter Nennung der Rubrik am Cover angeteasert. MEHR FOTOS, MEHR FARBE Auf der Umschlaginnenseite – in der Fachsprache als „U2“ bezeichnet – findet sich nicht nur das Impressum. Hier werden ab sofort Chefredakteur:innen, Redakteur:innen und ständige Mitarbeitende mit Namen, Foto und einigen Zeilen vorgestellt. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das mit einem Autorenfoto versehene Editorial. „Auf vielfachen Wunsch bekommt dieses nun mehr Raum – ähnlich einem Leitartikel“, so Friesacher. Auch Zwischentitel und Emphasen (eine Art herausgehobenes Zitat) können eingefügt werden. Die genannten Elemente finden sich durchgängig im Heft. Auch bei Beiträgen oder Glossen ist die Möglichkeit eines Autorenfotos vorgesehen. Und auch hier dienen Emphasen der Auflockerung und der Hervorhebung von Kernaussagen. Praktisch ist die Kurzzusammenfassung zu Beginn, die als Kasten unter dem Titel „Der Beitrag schnell gelesen“ auf knappe 800 Zeichen beschränkt ist. Das Grundlayout wirkt insgesamt lockerer und luftiger mit mehr Weißraum und „Durchschuss“ – noch so eine Druckervokabel, mit der der vertikale Zeilenzwischenraum bezeichnet wird. „Ein wissenschaftlicher Fachtext bleibt ein wissenschaftlicher Fachtext“, versichert Tulla. „Wir haben uns bemüht, trotz hoher Zeichenzahl pro Seite und Fußnoten ein modernes Layout zu gestalten, das zum Lesen einlädt.“ Artikel können bei Bedarf mit Zusatzelementen wie Tipps, Beispielen oder Hinweisen angereichert werden. Auch variable Leisten mit Autorenbeschreibungen, Literatur- und Seminartipps oder Kurzzusammenfassungen in englischer Sprache sind vorgesehen. Neu ist die Textsorte „Kurzbeitrag“, die sich beispielsweise für Interviews oder Veranstaltungsberichte eignet. Aufgrund des durchgängigen Farbdrucks im Innenteil ist es in Zukunft auch möglich, fixe Rubriken in der Zeitschriftenfarbe hervorzu-
heben; diese wird in dem Fall vollfärbig mit fünf Prozent auf die Seite aufgedruckt. Schnelle Erfassbarkeit und Lesbarkeit sowie das einfache Wiederfinden der gewohnten Inhalte standen beim Relaunch im Fokus. Für eine bessere Navigation durchs Heft nahm man sich auch das Inhaltsverzeichnis vor. Hier werden etwa in der Rubrik Rechtsprechung die jeweiligen Rechtsgebiete, denen das Urteil zuzurechnen ist, mit aufgelistet. Nicht nur optisch, sondern auch personell und inhaltlich erneuert wurde die Österreichische Juristenzeitung – zukünftig Österreichische Jurist:innenzeitung. Auf Gerhard Hopf folgten Stefan Perner und Martin Spitzer als Chefredakteure. Durch einen ausgewogenen Mix bei den Rechtsgebieten sollen alle Zielgruppen des Heftes gleichermaßen angesprochen werden. Verstärkt werden zudem der Beitrags- und der Rechtsprechungsteil. Geändert werden auch Erscheinungsrhythmus und Umfang. Die ÖJZ erscheint somit künftig mit 16 Ausgaben à 64 Seiten. Lange wissenschaftliche Beiträge werden in den ÖJZ-Trabanten ÖJA ausgegliedert, der bis zu viermal jährlich im A5Format und mit 48 Seiten erscheint. Die ÖJA wird der ÖJZ beigelegt, wobei die entsprechenden Beiträge zuerst in der RDB Rechtsdatenbank erscheinen.
»Der Relaunch sorgt für eine rasche Navigation durchs Heft sowie für schnelle Erfassbarkeit und Lesbarkeit der Inhalte.« INES FRIESACHER MANZ Verlag