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IMAGINATION

GEGEN

INSTRUMENTALISIERUNG

wei Tage nach der Premiere - mit den Verrissen in der Hand - gah mir Jürgen Flügge den zweiten Auftrag: eine Liebesges ch ichte. Das war die einzig e Vorgabe. Ich hab e das Stück ganz am Schreibtisch geschrieben. ,,RITA RITA« (später auch als Jugendroman , Taschenbuch und TV-Film) Rita ist eine Mittelstandsto c hter aus einer Restfamilie. Die Mutter ist weg, man weiß nicht genau, wo sie ist. Der Vater ist da, hat aber keine Zeit. Die Id ee war, ein Mädchen zu zeigen, das aufgrund emotionaler Verletzungen, die nicht näher beschrieben werden (vielleicht die verschwundene Mutter), zu dem Schluß gekommen ist: Ich laß' mich auf keine Gefühle mehr ein, ,no-future,, dann kann ich zwar kein e großen Leidenschaften erleben, aber auch keine großen Einbrüche. Das ist es mir wert. Wenn amfore in die Disco gehen, gehe ich in den Flipper-Salon und spiele. Den Flipper beherrsch e ich. Und wenn man richtig gut ist, fühlt man sich wie der liebe Gott. Sie spielt mit de m Feuer. Denn wer sie besiegt, darf eine Nacht mit ihr verbringen. Das weiß man einfach. Viele versuch en's ,

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keiner schafft' s. Sie gewinnt Spiel für Spiel und b e kommt jeweils einen Bacardi-Cola. Denn: Das ist alles, was mir fehlt. Doch dann kommt einer, Franz, qua sse lt und lab ert un en twegt beim St>iel, ma cht sie total nervi5s, so daß sie auf ,tilt, kommt. Als fair e Verli er erin muß sie ihn mit nach Hause nehmen. So b eginnt die se Litibesgeschichte mit zwtii völlig ungleichen Figur e n. Franz ist alles andere als ihr Traummann, ein Alternativ e r mit Latzhose, der bei der Großmutter wohnt und Sperrmüllmi5bel herri chtet. Das int e ressier t Rita nicht. Sie hat kein e Affinität zu die sen

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  
DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...