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ür die Jugendlichen entstanden Stücke in der sogenannten Autorenwerkstatt, zum Beispiel von Fitzgerald Kusz die zwei Einakter »SWEET DEATH« und »FEIG «, dem fränkischen Mundartdichter , der auch »Schweig Bub« verfaßt hat. Wir haben Pflänzchen gesetzt, zum Beispiel Michael Molsner, ein populärer Krimi autor, der „ WESTEND« verfaßte, ein RockMusical für Jugend liebe. Für Jugendliche war natürlich auch das Rote GrützeAufklärung sstück »WAS HEISST HIER LIEBE? «, was eigentlich der Anfang von unserem Ende war . Es ist ja immer so: Erstmal ist man toll, nach einem Jahr dann ist man so toll nun auch wieder nicht, und dann fangen sie an zu meckern und zu schießen. Wir hatten durchaus Schwierigkeiten mit der Bürokratie in der Stadt. Unser Anfang lag in SPD-Zeiten, dann kam CSU-Kie sl. Er mußte aufräumen, das Theater der Jug end war von Anfang an in der Schußlinie . Wir waren links , zum Beispiel »DAS HÄLTSTE JA IM KOPF NICHT AUS«, das war Aufruf zur Anarchie, hieß es. Rote Grütze sowieso, und dann noch dieses Stück über Sexualität. Das

Kultusministerium griff ein, es gab Diskussionen. Das Stück wurde verboten, das heißt die Schulen du rften es nicht sehen. Schulklassen aber waren unser Standbein. Siebzig P ro zent spielten wir vormittags in Schulvorstellungen. Das Verbot hatte das Ergebnis, daß die Jugendlieben in die freien Vorstellungen kamen, ein Riesenerfolg , das Theater war immer voll.

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ber wir merkten, wie uns der Wind ins Ges icht wehte. Es war plötzlich kein Geld mehr da. Die Unabhängigkeit des Theaters war nach wie vor nicht gegeben. Der TdJEtat wa r ja ein Unteretat der Kammerspiele. Wenn die zuviel ausgaben, traf es un s, weil der Etat nicht getrennt war. Wir wu rden rebellisch, stellten Forderungen, zum Beispiel nach Unabhängigkeit von den Kam merspielen , denn prakti sch sah es nach wie vor so aus, daß ich meinen Spielplan zur Absegnung vorlegen mußte . Die For derungen wurden alle erfüllt. Aber leider nicht mehr mit uns. Mein Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Ich hatte ein Ultimatum gestellt: Wenn diese Forderungen nicht bis dann und dann erfüllt wer den , gehe ich .

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Spreche , · fJdc 1 Jugendr(r Die Liebe (zum Theater) und der Respekt (vor den Autoren) hat .leo 1 Skandal' In i\fün che n ges iegt: Die Theater der Ju gend-P roduk tion „Was 1

Was } heißt hier Liebe ?" au s der Ber line r Werkstatt der „Roten Grü tze" oÜte ~ wird ab soro r t mit der umstr itt enen Szene „Sex und Horror" ge.iaus ges spielt . Nachdem das baye ri sche Kultu sminist eri um den klasseoein Stile weisen Bes uch des Aufklärun gsstüc ks verbote n hatte, wurde jetzt kläru.ng , wenigstens die zweite Zensur -Attacke abgeb lasen. das Ensl!j TdJ-C het Jens Hei lme ye r fr eut sich: ,,Ic l\ bin froh, daß dieses gfn en!!J Stück weiter in i\llün che n ges pie lt wird - obwoh l der Kultu sml • ne P nister uns schon so viele Steine in den Weg gelegt bat." Und Kamme rspiel- In tendant Jfa ns-Re in ha rd Miille r kommenliert die Entsc heidun g - vo r dem Hinte rgrund des drohenden Spielve rbot s - so: ,.Durch ein juristi sches Verfah ren der ,Roten Grütze' hat die Gefahr besta nden , daß ohne die Szene ,Sex und Horror ' d~s S~iio~ l_n M_ünc~en hätte abgesetzt _we~den müssen. Ich habe abe r d~ S tück rucht angenommen. dam it es abgesetzt wird. Jetd wi rd die S1:en e gc.~ icll , wie 11ie im.Ori e-inal ste ht ."

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...