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ürgen Flimm, ein Studienkollege von mir, rief mich an und sagte mir, ,mein Freund lven Tiedemann bewirbt sich fürs Theater der Jugend , ihr wärt ein tolles Gespann, der will inszenieren, du kannst das andere machen,. Ich hatte einen Vorlauf, hatte mich schon einmal aus Mannheim, wo ich als zweite Dramaturgin am Nationaltheater arbeitete, in München beworben, konnte aber damals nicht aus dem Vertrag . So kam der Norbert Mayer. Mich hat das Münchner Theater der Jugend damals jedenfalls sehr interessiert. Vorher war ich Schauspielerin an der Landesbühne in Verden an der Aller, machte dort auch Regieassistenz, dann Dramaturgie bei Oper, Ballett und Schauspiel in Mannheim. Ich war auch Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit am Theater am Turm in Frankfurt. Danach arbeitete ich wieder als Dramaturgin, und zwar am Düsseldorfer Schauspielhaus, war reisende Hospitantin am Deutschen Theater in Berlin, in Dresden und Weimar und an der Theaterhochschule in Leipzig. Das war 1966, als ich durch die Theaterlandschaft

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Gespräch mit Hedda Kage (Jahrgang 1941), künstlerische Leitung zusammen mit lven Tiedemann von 1973 bis 1975, heute Initiatorin und Leiterin der Theater- und Mediengesellschaft Lateinamerika e.V. in Stuttgart und Inhaberin eines kleinen Künstler-Hotels mit Kultur ver anstaltungen

» Verordnetes

Theater - das fand ich als Motivation zu dürftig«

der DDR gefahren hin, für mich eine sehr intensive Zeit . Da habe ich Theater neu sehen und bewerten gelernt. Das fiel in die Polit isierung, ein anderes, neues Theaterverständnis, das auch bei einem anderen Publikum anfängt und eine andere Ästhetik hat. In Berlin formulierte ich 1968 ein Mitbestimmungspapier mit, naja, da hieß ich schon mal »die rote Hedda «.

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igfrul. Jobst ist in sich stehengeblieben. In jenen Jahren befand sich der Märchenstil im Umbruch, pädagogische Neubestimmung fand statt. Jobst war jemand, der etwas idealisierendes bewahrte , dem Guten, Wahren, Schönen zugewandt. Er hatte sein Theater aufgebaut, und was so viele Jahre gut war, sollte nun schlecht sein. Dem war er nicht gewach sen. Auch der Bürokratisierung nicht. Er hat sehr gelitten.

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...