P RO G R A M M M AG A Z I N F E B . – M Ä R Z 17
Klänge, die berühren Ob der satte Klang eines 12-Zylinders oder die zarte Passage von Klavier und Geige – uns fasziniert harmonisches Zusammenklingen. www.amag.ch
Mit Leidenschaft. Für Sie.
E D I TO R I A L
E D I TO R I A L
MICHAEL BÜHLER Liebe Konzertbesucherinnen, liebe Konzertbesucher
Im Juni 2016 hat das Zürcher Stimmvolk mit einer überwältigenden Mehrheit Ja zur Renovation der Tonhalle Zürich gesagt. Auch wir sind dafür ausserordentlich dankbar. Da unser musikalisches Zuhause nun mindestens drei Saisons lang geschlossen sein wird, stellt sich für das ZKO die Frage: Wo sollen wir während dieser Zeit in Zürich auftreten? Ich freue mich riesig, Ihnen nach einem langen und intensiven Evaluationsprozess ankündigen zu dürfen, dass das ZKO – neben der Nutzung des Maag-Areals für einige Konzerte – auf der Pfauenbühne des Schauspielhauses Zürich ein neues Zuhause gefunden hat. Die Kooperation mit dem renommierten Schauspielhaus birgt nicht nur ein vielversprechendes künstlerisches Potenzial, sondern erlaubt es uns auch, Ihnen, sehr geehrtes Publikum, noch näher zu sein: Im Schauspielhaus befinden wir uns mitten im Herzen der Stadt Zürich und bieten Ihnen musikalischen Höchstgenuss in angenehmer Umgebung. Sind Sie neugierig geworden? Dann können Sie unseren neuen Konzertort jetzt schon testen. Seien Sie die ersten Gäste in unserem neuen Heim und besuchen Sie am 10. oder 12. März das Konzert mit unserem Music Director Daniel Hope. Er präsentiert Ihnen Werke von Gluck, Kraus, Haydn und Mozart. Am 26. März erleben Sie ebenfalls im Schauspielhaus den Violinisten Renaud Capuçon mit Werken von Mozart, Schumann und Tschaikowsky. Aber natürlich freuen wir uns, Sie auch bei all den anderen ZKO-Veranstaltungen als unsere Gäste begrüssen zu dürfen.
Ihr Michael Bühler Direktor
Hauptpartner
Innovationspartner
Subventionsgeber und Gönner
03
Music Director Daniel Hope 1. Violine Willi Zimmermann, Konzertmeister Donat Nussbaumer, Stv. Konzertm. Sandra Goldberg Jana Karsko Asa Konishi Jankowska Kio Seiler 2. Violine Daria Zappa Matesic, Stimmführung Silviya Savova-Hartkamp, Stv. Stimmf. Anna Tchinaeva, Stv. Stimmführung Hiroko Takehara Strahm Viola Ryszard Groblewski, Stimmführung Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmf. Janka Szomor-Mekis Pierre Tissonnier Violoncello Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmf. Silvia Rohner Geiser
DA S Z Ü R C H E R K A M M E RO R C H E S T E R SAISON 2016 – 2017 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang erlangte das Ensemble internationale Anerkennung. In der Ära mit dem weltweit angesehenen Principal Conductor Sir Roger Norrington, von 2011 bis 2015, konnte das Zürcher Kammer orchester seine hervorragende Reputation nachhaltig festigen. In der Saison 2016/17 leitet mit Music Director Daniel Hope erstmals kein Dirigent, sondern ein Instrumentalist das Orchester. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals, Gastspiele in den bedeutenden Musikzentren Europas, Konzerttourneen auf fast allen Kontinenten sowie zahlreiche gefeierte CD-Produktionen belegen das weltweite Renommee des Zürcher Kammerorchesters. Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von Barock (in historisch informierter Spielweise auf Darmsaiten und mit Barockbögen) über Klassik und Romantik bis zur
Kontrabass Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmf.
Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen
Oboe Roman Schmid
lichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammer
Horn Thomas Müller Martin Ackermann Cembalo Naoki Kitaya
Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, abc- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten.
www.zko.ch
I N H A LT
I N H A LT S V E R Z E I C H N I S
08
06
16
22
18
26
KONZERTÜBERSICHT
26
Alle ZKO-Konzerte auf einen Blick
RENAUD CAPUÇON Warum er sich manchmal wie ein Psychiater vorkommt
08
FOKUS Sir Roger Norrington und Christian Tetzlaff
30
lassen den Komponisten ihren Willen
HOWARD GRIFFITHS UND GÜHER & SÜHER PEKINEL Eine kleine Europareise
14
DIRECTOR’S CUT II Daniel Hope unterhält sich mit dem
32
Flötenstar Sir James Galway 16
AVI AVITAL
Grosse Töne für die Kleinen 34
Neuentdeckung eines Genies 18
IL GIARDINO ARMONICO
DANIEL BLENDULF UND
ZKO INSIDE Im Gespräch mit Martin Ackermann
36
Wie klingt ein Sonnenaufgang? 22
KIND UND KEGEL
ZKO AKTUELL Das ZKO wagt sich aufs Glatteis
38
ZKO FREUNDE Mission erfüllt
FRANCESCO PIEMONTESI Die «Jupiter»-Sinfonie und andere himmlische Kompositionen
40
KOLUMNE Daniel Hope – Das Erinnern im Jetzt
24
A JOURNEY TO MOZART Willi Zimmermann über das ZKO, sein Repertoire und seine musikalischen Leiter
42
VORSCHAU / IMPRESSUM
05
KO N Z E R T Ü B E R S I C H T
06
A L L E Z KO - KO N Z E RT E AUF EINEN BLICK FEBRUAR 17
MÄRZ 17
MI, 1. FEB. 2017,
S O, 5 . M Ä R Z 2 0 1 7 ,
2 0 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
1 1 / 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S
DIRECTOR’S CUT II
GLOBI UND WIE DAS GLÜCK
Daniel Hope Violine
IN DIE SCHOKOLADE KOMMT
Avi Avital Mandoline
M O, 6 . F E B . 2 0 1 7 , 1 9 . 3 0 U H R ,
abc-Konzert
Sir James Galway Special Guest
TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des ZKO
IL GIARDINO ARMONICO D O, 2 . F E B . 2 0 1 7 , 1 9 . 3 0 U H R , K I R C H E S T. P E T E R
Meisterzyklus-Abo, Barock-Abo Giovanni Antonini Dirigent Sandrine Piau Sopran
AVI AVITAL
Il Giardino Armonico
Barock-Abo
Werke von Haydn und Mozart
Avi Avital Mandoline Mayumi Hirasaki Violine und Leitung Daria Zappa Matesic Violine
DI, 7. FEB. 2017, 19.30 UHR,
Frauke Tometten Molino Viola
TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
Nicola Mosca Violoncello
FR, 10. MÄRZ 2017, 19.30 UHR,
Naoki Kitaya Cembalo
DANIEL BLENDULF UND
Emanuele Forni Theorbe
FRANCESCO PIEMONTESI
Werke von Vivaldi
Grosses Abo, Kleines Abo,
A JOURNEY TO MOZART
Piano-Abo
Kleines Abo
Daniel Blendulf Dirigent
Daniel Hope Violine und Leitung
Francesco Piemontesi Klavier
Willi Zimmermann Konzertmeister
Zürcher Kammerorchester
Zürcher Kammerorchester
Werke von Mozart, Bartók und Beethoven
Werke von Gluck, Kraus,
S C H A U S P I E L H A U S P FA U E N
Haydn und Mozart DI, 28. FEB. 2017, 19.30 UHR, TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L SA, 4. FEB. 2017, 1 1 / 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S
S O, 1 2 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R , TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
SIR ROGER NORRINGTON UND CHRISTIAN TETZLAFF
PETER UND DER WOLF
KEINER GRUSELT SICH VOR
Grosses Abo, Kleines Abo
Kinderkonzert
GUSTAV
Sir Roger Norrington Ehrendirigent
Daniel Hope Sprecher
Purzel-Konzert
Christian Tetzlaff Violine
Willi Zimmermann Konzertmeister
Jaël Malli Konzept und Erzählung
Zürcher Kammerorchester
Zürcher Kammerorchester
Musikerinnen und Musiker des ZKO
Werke von Mendelssohn und Beethoven
Musikalisches Märchen von Prokofieff
BILLETTKASSE ZKO-BILLETTKASSE Seefeldstrasse 305 CH-8008 Zürich E-Mail: billettkasse@zko.ch Tel. 0848 848 844 S O, 2 6 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 6 . 0 0 U H R ,
Fax 044 388 36 10
S C H A U S P I E L H A U S P FA U E N ÖFFNUNGSZEITEN RENAUD CAPUÇON
Mo – Fr 11.00 bis 17.00 Uhr
Grosses Abo
durchgehend
Renaud Capuçon Violine und Leitung
S O, 1 2 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 6 . 0 0 U H R ,
Zürcher Kammerorchester
BILLETTKASSE TONHALLE
Werke von Mozart, Schumann und
Claridenstrasse 7, Zürich
Tschaikowsky
Tel. 044 206 34 34
S C H A U S P I E L H A U S P FA U E N SCHAUSPIELHAUS PFAUEN A JOURNEY TO MOZART
Rämistrasse 34, Zürich
Grosses Abo
Tel. 044 258 77 77
Daniel Hope Violine und Leitung Willi Zimmermann Konzertmeister
MUSIK HUG
Zürcher Kammerorchester
Limmatquai 28 – 30, Zürich
Werke von Gluck, Kraus, Haydn und Mozart
JELMOLI ZÜRICH-CITY Seidengasse 1, Zürich
S O, 1 9 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
STARTICKET DI, 28. MÄRZ 2017, 19.30 UHR,
www.starticket.ch
TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L KAMMERMUSIK@ZKO Yann Miriel Barockoboe
HOWARD GRIFFITHS UND
Roman Schmid Barockoboe
GÜHER & SÜHER PEKINEL
Urs Dengler Barockfagott
Meisterzyklus-Abo, Piano-Abo
Hayk Khachatryan Kontrabass
Howard Griffiths Dirigent
Naoki Kitaya Cembalo
Güher Pekinel Klavier
Werke von Zelenka und Bach
Süher Pekinel Klavier London Philharmonic Orchestra Werke von Ravel, Poulenc und Dvořák
S O, 1 9 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S NUGGI-KONZERT Yann Miriel Barockoboe Roman Schmid Barockoboe Urs Dengler Barockfagott Hayk Khachatryan Kontrabass Naoki Kitaya Cembalo Werke von Zelenka und Bach
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08
FOKUS
BITTE KEINE
AU S R E D E N SIR ROGER NORRINGTON KEHRT ZURÜCK NACH ZÜRICH – UND TRITT GEMEINSAM MIT DEM VIOLINISTEN CHRISTIAN TETZLAFF AUF DIE BÜHNE. DIE BEIDEN SIND SICH EINIG: DER SPASS BEGINNT, WENN MAN DEN KOMPONISTEN IHREN WILLEN LÄSST.
«Ich bin gekommen, um Ihnen Angst einzujagen» Sir Roger, Sie kehren nach Zürich zurück.
zur Musik stellt sich diesem Trend in den Weg:
Was bedeutet das für Sie?
Wir behandeln die Musik zunächst wie Wissenschaft-
Die Erinnerung an eine wunderbare Zeit mit
ler und erarbeiten unser Spiel aus dem konkreten
dem ZKO! Als ich kam, war es bereits ein tolles
Wissen über das Vergangene. Und dann versuchen
Orchester, ein Ensemble, dem man anhört, dass es
wir all das in den Konzerten – im Jetzt – hörbar zu
schon so lange zusammenspielt. Gemeinsam haben
machen.
wir uns dann der Klangreinheit verschrieben, haben das Historische analysiert und versucht, es hörbar
Geht es auch darum, das Wissen mit dem
zu machen. In dieser Zeit hat sich das Orchester
Gefühl in Einklang zu bringen?
durch den Blick in die Vergangenheit für die Zukunft
Genau. Ich benutze gern ein Bild aus dem Zirkus.
modernisiert.
Da gibt es diese Akrobaten, die stehend auf zwei Pferden im Galopp reiten, sie machen einen Spagat
Dieser Gegensatz wird öfters zitiert: Warum
zwischen dem weissen und dem schwarzen Pferd.
gilt die Rückkehr zum Alten heute stets als
Diese beiden Pferde kennen wir auch in der Musik.
modern?
Das eine trägt den Namen «Fakten». Es ist darauf aus-
Unsere Zeit ist sehr von Emotionen gesteuert; das
gerichtet, die Regeln einzuhalten, bei Rot an einer
Wissen verliert die tragende Rolle. Unser Zugang
Ampel stehen zu bleiben, nicht zu schnell und nicht
10
FOKUS
zu langsam zu galoppieren. Das andere Pferd trägt
nie gefolgt. Weder Weber noch Mendelssohn haben
den Namen «Emotion», es will Grenzen brechen, die
sich getraut, den Mut Beethovens fortzusetzen.
Leute begeistern, es reitet am liebsten ohne Zügel. Die eigentliche Kunst besteht nun darin, als Musiker
Dabei haben sie ihn durchaus bewundert.
beide Pferde in Einklang zu bringen.
Bei der Uraufführung der 7. Sinfonie in Wien sassen grosse Namen wie Meyerbeer, Spohr
Nun kommen Sie und dirigieren Beethovens
oder Salieri im Orchester.
7. Sinfonie. Beethoven schrieb das Werk, als
Ja, und die Musik muss ihnen vorgekommen sein,
Napoleon seinen Russlandfeldzug plante, es
als wäre sie von Stockhausen! Beethoven galt auch
wurde in Wien uraufgeführt, gemeinsam mit
wegen dieser Werke als musikalisches Monster; er
«Wellingtons Sieg». Muss man all das wissen,
hat die Leute damals wirklich verstört.
um das Stück besser zu interpretieren? Grundsätzlich gilt die Devise: Alles hilft! Dazu gehört die Kenntnis der Weltgeschichte, die eine Komposition umgibt, genauso wie der Blick in den originalen Notentext. Beethoven hat Metronomzahlen
«Beethoven hat die Leute damals wirklich verstört.»
nicht aus Spass angegeben, sondern er wollte uns damit etwas sagen. Nämlich, wie schnell wir seine Musik spielen sollen.
Wie ist das heute? Wir kennen Stockhausen, die Rolling Stones und Heavy Metal – kann
«Metronomzahlen wurden nicht aus Spass angegeben.»
uns Beethoven immer noch schocken? Aber natürlich! Das Tolle an unserer Zeit ist, dass wir all diese Musiken hören können und dabei feststellen, dass alle Stile andere Formen des Schocks anbieten. Beethovens Mittel mögen vielleicht von gestern sein, seine Wirkung aber ist vollkommen gegenwärtig und rüttelt an den Urfesten unseres Menschseins.
Das Werk hat damals einen enormen Eindruck auf das Publikum gemacht. Geht das
Lieber Sir Roger, wir freuen uns sehr, dass
heute überhaupt noch? Schliesslich leben wir
Sie zurück nach Zürich kommen.
in einer vollkommen anderen Welt, in der
Ich mich auch – und ich verrate Ihnen, ich komme,
kein Napoleon durch Europa tobt ...
um Ihnen mit Beethoven eine ganz besondere Form
Ich glaube sehr wohl, dass Beethoven uns auch
der Angst einzujagen!
heute noch ergreift. Denn es ging ihm weniger um eine Beschreibung einer konkreten Zeit als um allgemeingültige Menschheitsgefühle. Unsere Ängste und Emotionen sind noch immer die gleichen. In diesen existenziellen Dingen ist die Evolution eher langsam. Carl Maria von Weber hat einmal geschrieben, dass Beethoven im letzten Satz dieser Sinfonie gezeigt habe, dass er reif fürs Irrenhaus sei ... Da hatte Weber nicht ganz Unrecht. Es ist das Obsessive, das Teuflische, das Manische, das wir hier hören. Beethoven hat diesen Zustand als einer der ersten in die Musik gebracht. Bei Haydn oder Mozart ist die Obsession höchstens ein ironischer Kommentar. Bei Beethoven aber wird der Wahnsinn selber zur musikalischen Grösse. Seine Zeitgenossen sind ihm in dieser Konsequenz
«Wir möchten wieder Echtheit erleben» Christian Tetzlaff, Sir Roger Norrington sagt,
Und dennoch gibt es auch bei ihm durchaus
dass Beethoven derart revolutionär war, dass
Innovationen: Die Kadenz des Violinkonzerts
ihm seine Zeitgenossen nicht mehr gefolgt
steht in der Mitte statt am Ende, der erste
sind. Auch Mendelssohn knüpfte nicht an
und der zweite Satz gehen ineinander über...
Beethovens Revolutionswillen an. Nun inter-
Ja, aber das sind nur Äusserlichkeiten, denen ich keine
pretieren Sie sein Violinkonzert – das Stück
grosse Bedeutung zumesse. Für mich ist etwas anderes
eines Langweilers?
faszinierend an diesem Konzert: dass Mendelssohn einen
Ich glaube nicht, dass man die Qualität von Musik
mahlerhaften Ton anstimmt. Ihm geht es um die Farben
in der Kategorie von «revolutionär – nicht revolutio-
der Welt. Der erste Satz in e-Moll drückt grosse Verzweif-
när» messen kann. Dann wäre auch Mozart kein guter
lung aus, der zweite ist ein jubilierendes Fest, in dem
Komponist, weil er die Grenzen der Konventionen
Gefühle wie Liebe, Zufriedenheit und ekstatische Freude
nie gesprengt hat. Grenzüberschreitungen haben viel
im Vordergrund stehen. Im letzten Satz könnte man von
mit der Sozialisation der einzelnen Komponisten zu
einem Virtuosenstück sprechen, aber das Virtuose ist an
tun: Beethoven, der Sohn eines Trinkers, musste sich
keiner Stelle Selbstzweck, sondern eine logische Entwick-
anders artikulieren als Mendelssohn. Mendelssohn hat
lung von innen nach aussen. Nachdem Mendelssohn das
auf seine eigene Weise ausgedrückt, was er ausdrücken
Innen beleuchtet hat, ist es legitim, das Ergebnis dieser
musste. Weniger radikal, dafür innerlicher.
Innenansicht auch äusserlich zu feiern.
12
FOKUS
FOKUS
Wie begegnen Sie Mendelssohn? Was ist für
konfrontiert zu sein. Wir möchten wieder Echtheit
Sie zentral, wenn Sie sein Werk interpretieren?
erleben, auch an jenen Stellen, die beim ersten Le-
Ich glaube, dass es wichtig ist, sich mit den Noten
sen nicht logisch erscheinen, die kompliziert wirken
auseinanderzusetzen – und mit der Entstehung seiner
oder sogar falsch. Lösungen für diese Augenblicke
Werke. Da bin ich vollkommen auf der Seite von Sir
zu finden, ohne den Komponisten zu verraten, das
Roger. Viele Kollegen gehen sehr oberflächlich mit
ist für mich das Spannende an unserer Arbeit – die
der Partitur um; ich versuche tiefer zu graben. Eine
Arbeit am Wahrhaftigen. ab
13
Schlüsselszene des Violinkonzerts ist für mich die Kadenz. Es gibt einen Briefwechsel zwischen Mendelssohn und dem damaligen Interpreten Ferdinand David. David wünscht sich mehr Freiheiten, will wenigstens fünf Takte selber das Tempo bestimmen. Mendelssohn aber schreibt ihm zurück, dass das nicht möglich sei – am Ende schenkt er dem Geiger genau anderthalb Takte, um sich frei zu entfalten. Es ist wichtig, das zu wissen, wenn man dieses Werk in Angriff nimmt. Ich staune oft über Kritiker, die nach einem Konzert schreiben: «Das hat er ganz gut gespielt, aber er hätte sich in der Kadenz mehr Freiheit nehmen dürfen.» Nein, hätte er nicht, denn unsere Aufgabe ist es, den Willen der Komponisten erklingen zu lassen. Sind Sie da nicht ein bisschen streng in Ihrer Auffassung der Interpretation? Mich stört es, dass Solisten, Dirigenten und Orchester oft argumentieren, dass ein Komponist nicht genau wusste, was er da eigentlich aufgeschrieben hat, und zum Beispiel sagen: «Ah, die Metronomangaben sind nur ein Richtwert.» Oder: «Dieses Tempo klingt
S I R RO G E R N O R R I N G TO N U N D C H R I S T I A N T E T Z L A F F
eigentlich nicht so, wie es sein sollte.» Das sind nur
DI, 28. FEB. 2017, 19.30 UHR, TONHALLE, GROSSER SAAL
Ausreden, um sich selber über das Werk zu erheben. SIR ROGER NORRINGTON Ehrendirigent Sie müssen sich selber also zurücknehmen,
CHRISTIAN TETZLAFF Violine
damit wir so etwas wie den echten Mendels-
ZÜRCHER KAMMERORCHESTER
sohn hören? Lange Zeit dachten Dirigenten und Virtuosen, die Partitur sei nur eine Grundlage, um das eigene Ego zu pflegen. Bei diesem Ansatz kommt meist nur langweilige Musik heraus. Richtig spannend wird es nur, wenn man sich möglichst nah am Notentext bewegt. Wenn man es als Herausforderung versteht, das Geschriebene in Klang zu übersetzen. Der Spass der Interpretation besteht darin zuzulassen, was ein Komponist wollte. Wie kommt es, dass diese Auffassung sich inzwischen wieder durchsetzt?
PROGRAMM Felix Mendelssohn 1809 – 1847 30' Violinkonzert e-Moll op. 64 Allegro molto appassionato | Andante | Allegretto non troppo – Allegro molto vivace Pause 20' Ludwig van Beethoven 1770 – 1827 40' Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 Poco sostenuto – Vivace | Allegretto | Presto | Allegro con brio
Vielleicht ist die Rückkehr zu den Partituren eine Gegenbewegung auf eine viel zu lange Zeit, in der das eigene Ich im Vordergrund stand. Wir merken, dass es langweilig ist, immer nur mit Solisten-Egos
Passion Chocolat Suisse 1852
KONZERTENDE ca. 21.30 Uhr ABO Grosses Abo, Kleines Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16
14
D I R E C TO R ' S C U T I I
DER HERR DER FLÖTE IM NÄCHSTEN «DIRECTOR’S CUT» EMPFÄNGT DANIEL HOPE SIR JAMES GALWAY – EINEN DER ERSTEN FLÖTENSOLISTEN DER WELT.
D I R E C TO R ' S C U T I I
Es gibt viel Gesprächsstoff, wenn Daniel Hope in der neuen Ausgabe des Musik-Talk-Formats «Director’s Cut» den irischen Flötisten Sir James Galway zu Gast hat. Vieles hat dieser engagierte Mann durch Wagnisse erreicht. Sir James begann seine Karriere als Flötist in zahlreichen englischen Orchestern, bevor er 1969 bei den Berliner Philharmonikern landete. Bereits hier erspielte er sich mit seinem deutschen, tiefgründigen Klang den Namen «Der Mann mit der goldenen Flöte». Doch der Freigeist Sir James und der zentralistisch denkende Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan, kamen nicht miteinander aus, und der Flötist zog die Konsequenz: Er verliess die Berliner Philharmoniker und wagte, was damals noch ein Novum war, eine Karriere als Soloflötist. Der Mut wurde belohnt. Sir James konzertierte mit allen grossen Orchestern und Dirigenten der Welt und wurde zum Urvater aller heutigen Flötisten.
«Freiheit, auch im musikalischen Sinne, ist für Sir James eines der höchsten Güter der Kultur.»
und stilistischen Grenzen. Sir James’ Persönlichkeit befeuert den Dialog weiter – er ist ein engagierter, provokanter und launiger Gesprächspartner. Die Anwesenheit eines weiteren Grenzbrechers, des Mandolinen-Stars Avi Avital, ist ein zusätzlicher Grund, diesen «Director’s Cut» zu besuchen. Auch
Zeitlebens hat sich Sir James gegen das Schubla-
Avital ist ein Mann mit starken Meinungen und –
dendenken in der Musik gewendet. Er hat nicht nur
ebenso wie Hope und Sir James – ein grosser Fan des
klassische Flötenliteratur von Bach und Vivaldi bis
Barock, seiner Affekte und Emotionalität. Avi Avital
ins 20. Jahrhundert interpretiert und zahlreiche Wer-
wirft, gemeinsam mit Daniel Hope, Musik in die
ke für Flöte bei Gegenwartskomponisten in Auftrag
Debatte. ab
gegeben, sondern auch japanische und irische Volksmusik gespielt sowie Jazz und Latin Jazz. Freiheit, auch im musikalischen Sinne, ist für ihn eines der höchsten Güter der Kultur.
D I R E C TO R ’ S C U T I I M I , 1 . F E B . 2 0 1 7 , 2 0 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
Es gibt wohl kaum einen Menschen, der das Flötenspiel von Sir James Galway noch nicht gehört hat –
DANIEL HOPE Violine, AVI AVITAL Mandoline
und sei es, ohne es zu wissen. Erst kürzlich hat der
SIR JAMES GALWAY Special Guest
Musiker aus Belfast in der Verfilmung von «Herr der Ringe» das Hobbit-Thema von Komponist Howard Stone interpretiert und sich damit auch in Hollywood unsterblich gemacht.
PROGRAMM Daniel Hope empfängt den «Mann mit der goldenen Flöte». Der Mandolinist Avi Avital steuert passende Musik bei.
Das Themenspektrum für diesen «Director’s Cut» ist also weit gesteckt: Von der Vergangenheit und der Leitkultur grosser Orchester über das Demokratieverständnis in der Musik bis zu ihren nationalen
Passion Chocolat Suisse 1852
KONZERTENDE ca. 21.15 Uhr EINHEITSPREIS CHF 50
15
16
A V I A V I TA L
« E S G I B T K E I N E TA B U S » FÜR AVI AVITAL LIEGT DER URSPRUNG DER MANDOLINE IN VENEDIG – BEI ANTONIO VIVALDI.
Für Avi Avital ist die Mandoline ein Instrument im
Zugegeben, Avi Avital ist nicht der erste Musiker,
wahrsten Sinn des Wortes, sie ist ein Werkzeug, mit
der in Antonio Vivaldi einen barocken Rocker sieht,
dem er Kontinente, Epochen und kulturelle Welten
einen Popstar, einen Komponisten, dem es in erster
erobert: Klezmer oder Bach-Adaptionen, Improvisa-
Linie darum ging, seine Zuhörer zu packen, für
tionen slawischer Musik oder die Neutöner unserer
den die Kirchen und die Welt hauptsächlich eines
Zeit, Jazz oder Klassik. Egal, mit welcher Musik sich
waren: ein grosses Theater, ein akustisches Spektakel.
Avi Avital beschäftigt, stets kratzt er an den Gren-
«Vivaldi», sagt der Mandolinen-Spieler, «wäre heute
zen der Klangmöglichkeiten. In seinem Programm
vielleicht ein DJ.» Für Avital liegt das Genie des Kom-
mit dem Zürcher Kammerorchester geht es ihm nun
ponisten in seiner Unverfrorenheit. Der «rote Priester»
darum, den Geist Venedigs einzufangen und das
von Venedig, wie man Vivaldi wegen seiner Kirchenlauf-
musikalische Genie Antonio Vivaldi neu zu fassen.
bahn und seiner roten Haare nannte, ist für ihn nicht
A V I A V I TA L
nur der Erfinder der «Vier Jahreszeiten», sondern des
Avi Avital interpretiert das Italien des Barock nicht nur,
Beats im Barock. Der Mandolinen-Meister lässt hören,
er verkörpert es. Längst ist das Land Vivaldis für ihn, der
dass Vivaldi tatsächlich unser Zeitgenosse sein kann: ein
im israelischen Beerscheba geboren wurde, zur zweiten
Aufrüttler, ein Rhythmus-Enthusiast, ein Quer-Musiker!
Heimat geworden. Einen Grossteil seiner Studien hat
17
er am italienischen Konservatorium «Cesare Pollini» «Wenn man sich mit der Zeit und der Interpretations-
bestritten. Dabei entdeckte er Vivaldi als Geschenk:
kunst des Barock beschäftigt, erkennt man sofort die
«Er war einer der wenigen Musiker, die tatsächlich
grossen Freiheiten, die den Interpreten damals zur Ver-
für die Mandoline komponiert haben. Und dafür bin
fügung standen», sagt Avi Avital. «Musik war damals
ich ihm sehr dankbar. Seine Musik ist direkt für unser
eine Frage des Mutes, der Persönlichkeit und Sponta-
Instrument geschrieben, das erzeugt eine Nähe.»
neität.» Und genau mit diesen Eigenschaften begegnet er nun auch Antonio Vivaldi. Avital, der historisch ge-
In Vivaldis Mandolinen-Konzerten trifft Avi Avital auf
schult ist, setzt auf dynamische Kontraste und rasante
Kompositionen, die darauf angelegt waren, den Zu-
Tempo-Konstellationen. In seiner musikalisch perfekten
hörer mitzureissen. Avi Avitals Vivaldi-Programm mit
Artikulation nimmt er sich die Freiheit, einzelne Töne
dem ZKO ist eine akustische und interpretatorische
bis an die Grenzen auszuspielen, zuweilen mit Mitteln,
Neuentdeckung eines altbekannten Genies – selten
die wir eher aus dem Jazz kennen. In jeder seiner Inter-
klang der «rote Priester» aus Venedig so heutig, so
pretationen geht es ihm darum, die Mandoline an ihre
aufbrausend, so ergreifend, so tabulos. ab
Extreme zu führen und so den Geist einer Epoche, die Experimentierfreude des Barock in Szene zu setzen.
AV I AV I TA L D O, 2 . F E B . 2 0 1 7 , 1 9 . 3 0 U H R , K I R C H E S T. P E T E R AVI AVITAL Mandoline, MAYUMI HIRASAKI Violine und Leitung, DARIA ZAPPA MATESIC Violine FRAUKE TOMETTEN MOLINO Viola NICOLA MOSCA Violoncello, NAOKI KITAYA Orgel und Cembalo, EMANUELE FORNI Theorbe PROGRAMM Antonio Vivaldi 1678 – 1741 Sinfonia C-Dur für Streicher und B.c. RV 116 Allegro | Andante | Allegro
6'
Antonio Vivaldi Concerto C-Dur für Mandoline, Streicher und B.c. RV 425 Allegro | Largo | Allegro
8'
Antonio Vivaldi Concerto g-Moll für Streicher und B.c. RV 157 Allegro | Largo | Allegro
6'
Antonio Vivaldi 12' Sonate d-Moll für zwei Violinen und B.c. RV 63 «La Follia», arr. für Mandoline und Violine A. Avital Thema und 19 Variationen
Passion Chocolat Suisse 1852
Antonio Vivaldi 15' Triosonate C-Dur für Violine, Oboe, Organo obligato und B.c. RV 779, Fassung für zwei Violinen und Organo obligato Andante | Allegro | Largo e Cantabile | Allegro Antonio Vivaldi 9' Concerto D-Dur für Mandoline, zwei Violinen, Violoncello, Streicher und B.c. RV 93 Allegro | Largo | Allegro KONZERTENDE ca. 21.00 Uhr ABO Barock-Abo EINHEITSPREIS CHF 70
Truhenorgel von Orgelbau Bernhard Fleig, Basel
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IL GIARDINO ARMONICO
SONNENAUFGANG FÜR DIE OHREN IL GIARDINO ARMONICO UND GIOVANNI ANTONINI NEHMEN SICH HAYDN UND MOZART VOR UND FEIERN GEMEINSAM MIT DER FRANZÖSISCHEN SOPRANISTIN SANDRINE PIAU DIE SCHÖNHEIT DER STIMME.
Man könnte Joseph Haydns sechste Sinfonie auch
scher Esterházy seinem neuen Komponisten wahr-
als Angeberwerk verstehen. Der Komponist schrieb
scheinlich selber vorgegeben: Der «Morgen» gehört
sie zum Amtsantritt bei Fürst Paul Anton Esterházy
zum Zyklus, in dem später auch die Sinfonien «Mit-
– einem der grössten Musik-Mäzene seiner Zeit.
tag» und «Abend» folgten. Ein vierter Teil «Nacht»
Haydn stellte sich dem Fürsten gleich mit einem
ist wahrscheinlich verschollen.
Paradebeispiel seiner Raffinesse vor und nahm vorweg, worauf sich die höfische Kapelle unter seiner
Mit dem «Morgen» hat Haydn bereits 1761 die Grund-
Leitung zukünftig vorzubereiten hatte: Spielfreude,
lagen seiner Kompositionskunst unter Beweis gestellt:
Virtuosität in jeder Instrumentengruppe und aller-
musikalische Brillanz, das Eigenleben jeder Stimme
hand Ironie. Das Thema der Sinfonie hat der Herr-
und ein Sinn für musikalische Überraschungen.
V I E R F R AG E N A N . . . S A N D R I N E P I A U Sie haben nie zuvor gesungen? Oh doch, ich war schon zwischen zehn und zwölf Jahren Mitglied im französischen Radio-Chor, und als Studentin habe ich im Chor von Philippe Herreweghe gesungen, um ein bisschen Geld zu verdienen. Sie sind als Barocksängerin bekannt, singen beim ZKO-Konzert nun Mozart – gibt es eine Oper, die Sie unbedingt noch singen wollen? Ich liebe Anne Trulove in «The Rake’s Progress» von Sandrine Piau singt Arien von Mozart und Haydn. Die
Strawinsky. Strawinsky bezieht sich an vielen Stellen
Französin gilt als eine der versiertesten Stimmen für Alte
ja explizit auf Mozart. Aber wer bittet schon eine
Musik und die Klassik – dabei wäre sie um ein Haar
Französin, diese mehr oder weniger englische Oper
Harfenistin geworden.
zu interpretieren ...
Wie sind Sie zum Gesang gekommen?
Sie sagen immer wieder, dass die Gesundheit
Eher durch Zufall. Eigentlich habe ich ja Harfe am Pariser
das Wichtigste für die Stimme sei. Wie halten
Konservatorium studiert. Dann habe ich eine Vorlesung
Sie sich in Form?
von William Christie besucht: «Interpretation der Alten
Ich habe das Glück, relativ widerstandsfähig zu sein.
Vokalmusik». Er sagte zu mir: «Wenn du mit der Harfe
Vielleicht, weil ich schon als Kind geturnt habe. Heute
aufhörst, werde ich dich als Sängerin ausbilden.»
halte ich mich mit Schwimmen fit. ab
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RUBRIKZEILE
Das erste Werk des «Tageszeiten-Zyklus» beginnt mit
Der Gesang als Thema der Musik steht im Konzert
einem klassischen Sonnenaufgang für die Ohren:
von Il Giardino Armonico mit seinem künstlerischen
Auf die Einleitung folgt der Einsatz der ersten
Leiter und Erfinder, dem Dirigenten und Flötisten
Geige im Pianissimo und ein Crescendo, in dem
Giovanni Antonini, im Vordergrund. Nachdem das
die anderen Streicher des Orchesters einsetzen.
Orchester den Tag mit Haydn begonnen hat, huldigt
Einen ersten Spass erlaubt sich Haydn im zweiten
es, gemeinsam mit der Sopranistin Sandrine Piau, der
Satz. Nach einigen zögerlichen halben Noten setzt
Schönheit der Stimme. Piau, die mit allen grossen
die Solovioline mit einer kratzenden Tonleiter ein
Dirigenten der Alten Musik zusammengearbeitet hat,
und imitiert dabei wohl eine nicht ganz gelungene
interpretiert Haydns Kantate «Berenice, che fai» sowie
Gesangsstunde. Daraufhin korrigiert die Geige, nun
Arien aus den drei grossen Mozart-Opern «Le Nozze
im Forte, die Fehler der ersten Tonleiter.
di Figaro», «Don Giovanni» und «Mitridate, re di Ponto». Unterbrochen werden sie von Haydns grosser 64. Sin-
«Die Solovioline imitiert eine nicht ganz gelungene Gesangsstunde.»
fonie in A-Dur, die den Beinamen «Tempora Mutantur» trägt. Über den Titel dieses Werkes, «Die Zeiten ändern sich», wird in der Musikwissenschaft bis heute gestritten: Handelt es sich um Musik, die Haydn anlässlich einer Aufführung von Shakespeares «Hamlet» komponiert hat? Oder wird der Titel dem
IL GIARDINO ARMONICO
21
Im Konzert im Grossen Saal der Tonhalle entführt Il Giardino Armonico nun in die Welt der Klassik und lässt die beiden Grossmeister dieser Zeit, Haydn und Mozart, mit frischen und lebendigen Ohren hören – instrumental wie vokal. ab
IL GIARDINO ARMONICO MO, 6. FEB. 2017, 19.30 UHR, TONHALLE, GROSSER SAAL GIOVANNI ANTONINI Dirigent SANDRINE PIAU Sopran IL GIARDINO ARMONICO IL GIARDINO ARMONICO: Stefano Barneschi, Fabrizio Haim Cipriani, Ayako Matsunaga, Liana Mosca 1. Violine, Marco Bianchi, Francesco Colletti, Carlo Lazzaroni, Maria Cristina Vasi 2. Violine, Renato Burchese, Alice Bisanti Viola, Paolo Beschi, Elena Russo Violoncello, Stefan Preyer Kontrabass, Marco Brolli, Eva Oertle Flöte, Anneke Scott, Edward Deskur Horn, Andreas Helm, Molly Marsh Oboe, Tindaro Capuano, Danilo Zauli Klarinette, Alberto Guerra, Giulia Genini Fagott
Werk versehentlich zugeordnet? Sicher ist, dass sich auch dieses Stück aus einer sanglich-lyrischen Piano figur entwickelt, mit grosser vokaler Qualität daherkommt und durch Innovationen besticht. So fällt besonders im zweiten Satz Haydns Spass an gigantischen musikalischen Kontrasten und an der dauernden Irreführung des Publikums auf. Das Ensemble Il Giardino Armonico beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit historisch informierter Aufführungspraxis. Es wurde 1985 von Absolventen verschiedener europäischer Musikhochschulen in Mailand gegründet und hat seither mit einigen der grössten Musiker der Alten Musik zusammenge-
PROGRAMM Joseph Haydn 1732 – 1809 20' Sinfonie Nr. 6 D-Dur Hob.I:6 «Le Matin» Adagio – Allegro | Adagio – Andante – Adagio | Menuetto – Trio | Finale: Allegro Joseph Haydn Arie «Berenice, che fai»
12'
Pause 20' Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 4' «Giunse al fin il momento … Deh vieni non tardar», aus: Le Nozze di Figaro KV 492 (Susanna) Wolfgang Amadeus Mozart 6' Arie «Non mi dir», aus: Don Giovanni
arbeitet, unter anderem mit Christoph Prégardien, Giuliano Carmignola und Cecilia Bartoli – mit Bartoli gewann das Ensemble sogar einen Grammy Award für das exaltierte Vivaldi-Album.
Passion Chocolat Suisse 1852
Joseph Haydn 20' Sinfonie Nr. 64 A-Dur Hob.I:64 «Tempora Mutantur» Allegro con spirito | Largo | Allegretto | Presto Wolfgang Amadeus Mozart 6' «Grazie ai numi parti … Nel grave tormento», aus: Mitridate, re di Ponto KV 87 (Apasia) KONZERTENDE ca. 21.15 Uhr ABO Meisterzyklus-Abo, Barock-Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16
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FRANCESCO PIEMONTESI
BRECHEN WIR DIE FORM MOZART, BEETHOVEN UND BARTÓK – SIE ALLE HABEN NEUE HORIZONTE AUFGERISSEN. DANIEL BLENDULF UND FRANCESCO PIEMONTESI LASSEN ES HÖREN.
Auf die Frage, was er unter der Dusche singe, hat der
Das Zürcher Kammerorchester kümmert sich im
Pianist Francesco Piemontesi der britischen Tages
Konzert vom 7. Februar auch um jene Musik,
zeitung «The Guardian» einmal geantwortet: «Eine wilde
deren Rahmen Beethoven sprengte, wenn es die bei-
Mischung von Fragmenten des Wohlfühlens, die eher
den Mozart-Sinfonien Nr. 23 und 41 interpretiert.
auf der unteren Leiter der musikalischen Evolution an-
Während Mozart – noch unter dem Eindruck der
zusiedeln sind.» Wenn Piemontesi gerade nicht unter der
Mannheimer Schule – in seiner früheren Sinfonie be-
Dusche steht, sorgt er in den grossen Konzertsälen für
sonders auf den Effekt von dynamischen und gestalte-
Begeisterung: Aufgewachsen im Tessin, ausgebildet in
rischen Gegensätzen setzt, hat er in seiner sogenann-
Hannover, unterrichtet von Meistern wie Alexis Weissen-
ten «Jupiter»-Sinfonie, der letzten aus seiner Feder,
berg und Alfred Brendel, lebt er heute in Berlin und tritt mit den wichtigsten Orchestern der Welt auf. Im Grossen Saal der Tonhalle fragt er sich nun, gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester und dem schwedischen Dirigenten Daniel Blendulf, wie unterschiedliche Epochen die konventionelle Form gesprengt haben.
«Beethovens Klavierkonzert hört man die Emanzipation von Mozart an.» Zum einen wird Piemontesi das erste Klavierkonzert Beethovens interpretieren. Ein Werk, dem man die Emanzipation Beethovens von Mozart anhört. Beethovens Drang, die bewährten Formen zu revolutionieren, bricht in diesem fast sinfonischen Konzert hervor: Erstmals verwendete er Pauken, Klarinetten und Trompeten in der Orchesterbesetzung. Beethoven selbst liebte dieses Werk. Um die Uraufführung im Burgtheater in Wien im Jahre 1800 ranken sich Legenden: Angeblich hat Beethoven das Stück als Pianist kurzerhand in Cis-Dur statt im notierten C-Dur gespielt, da das Konzertklavier um einen halben Ton falsch gestimmt war. Bis heute gilt das erste Klavierkonzert als wesentlicher Schritt hin zum Beethoven-Sound und läutet das Ende der Wiener Klassik und den Anfang der Romantik ein.
FRANCESCO PIEMONTESI
eine unglaubliche Reife erreicht. Kurt Pahlen schrieb:
Kammerorchester erklingt. Der Komponist entfernte
«Hier kann uns Mozart selbst als Gott erscheinen, der
sich in diesem Stück von seiner eigenen postromanti-
nach freiem Willen Sternbilder in der Unendlichkeit
schen Kompositionstradition und verzichtete – im Ge-
des Weltraums schafft, zusammenfügt und lenkt.» Für
gensatz zu vielen anderen seiner Werke – auf volksmu-
viele galt diese Sinfonie als Mozarts «Schlusswort».
sikalische Klänge. Er verlangte von den Interpreten, das
Das Werk wurde als seine letzte Sinfonie immer wie-
Instrument als Schlaginstrument zu verstehen. «Als ich
der verklärt, einige Musikwissenschaftler wollen in
dieses Werk komponierte», schrieb Bartók, «ging es mir
diesem Stück sogar Mozarts musikalisches Vermächt-
vor allen Dingen darum, eine Änderung der bestehen-
nis heraushören. Es ist unwahrscheinlich, dass der
den Technik auszuprobieren – einen transparenten Stil
Komponist bereits im Entstehungsjahr 1788 seinen
zu schaffen. Es geht um den Gegensatz von Knochen
Tod vier Jahre später vorhergesehen hat. Dennoch ge-
und Muskeln, anders als in der spätromantischen Musik,
hört die « Jupiter»-Sinfonie zum reifsten sinfonischen
die sich eher um das Gehirn kümmerte.»
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Schaffen Mozarts. Im Konzert in der Tonhalle erzeugt die Gegenüberstellung zu Beethoven besondere Span-
Das Konzert in der Tonhalle wird mit Mozart, Beethoven
nung. Nun lassen sich in Mozarts Sinfonie bereits die
und Bartók also nicht nur Legenden ihrer Epochen vor-
nächsten musikalischen Moden erlauschen.
stellen, sondern immer auch die Frage nach der Entwicklung der Musik stellen, nach dem Füllen konventioneller
Um harmonische und strukturelle Neuerfindungen ging
Formen und ihrer Sprengung durch vollkommen neue
es auch Béla Bartók, als er seine Klaviersuite op. 14
Kompositionsansätze. ab
komponierte, die in Zürich in einem Arrangement für
DANIEL BLENDULF UND FRANCESCO PIEMONTESI DI, 7. FEB. 2017, 19.30 UHR, TONHALLE, GROSSER SAAL DANIEL BLENDULF Dirigent FRANCESCO PIEMONTESI Klavier ZÜRCHER KAMMERORCHESTER
PROGRAMM Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 Sinfonie Nr. 23 D-Dur KV 181 Allegro spiritoso | Andantino grazioso | Presto assai
9'
Ludwig van Beethoven 1770 – 1827 36' Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 Allegro con brio | Largo | Rondo: Allegro scherzando Pause 20' Béla Bartók 1881 – 1945 9' Suite op. 14 Sz. 62, arrangiert für kleines Orchester von A. Dorati Allegretto | Scherzo | Allegro molto | Sostenuto
Passion Chocolat Suisse 1852
Wolfgang Amadeus Mozart 30' Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 «Jupiter» Allegro vivace | Andante cantabile | Menuetto: Allegretto – Trio | Molto allegro KONZERTENDE ca. 21.30 Uhr ABO Grosses Abo, Kleines Abo, Piano-Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16
AUF AUGENHÖHE DIE OHREN ÖFFNEN DANIEL HOPE UND DAS ZKO SPIELEN GLUCK, KRAUS, HAYDN UND MOZART. KONZERTMEISTER WILLI ZIMMERMANN ÜBER DAS REPERTOIRE, DIE VERGANGENHEIT UND DIE ZUKUNFT DES KLANGS.
Gemeinsam mit Daniel Hope spielt das Zürcher
sen – das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Das
Kammerorchester im Schauspielhaus Pfauen Werke
ZKO ist sehr flexibel und klingt an unterschiedlichen
von Gluck, Kraus, Haydn und Mozart. Das Programm
Abenden wie verschiedene Orchester. Wenn wir Mozart
erklingt gleich zwei Mal: Am 10. und 12. März.
spielen, müssen wir den Tschaikowsky, den wir auch
Am Konzertmeisterpult sitzt – wie immer – Willi
können, eben vergessen. Konzerte, wie die vom 10. und
Zimmermann. Er war die treibende Kraft der letz-
12. März im Schauspielhaus, zeigen unsere Qualitäten:
ten Saison ohne Chefdirigenten. Eine erste B ilanz
das kammermusikalische Zuhören, die Erfahrung mit
über die Vergangenheit, die Gegenwart und die
dem Repertoire des Barock und der Klassik.
Zukunft des ZKO. Daniel Hope ist seit dieser Saison Music Willi Zimmermann, neben Gluck, Kraus und
Director des ZKO und wird als Solist auf-
Haydn steht im Konzert mit Daniel Hope
treten. Wie hat sich das ZKO in den letzten
auch wieder Mozart auf dem Programm –
Monaten verändert?
einer der Hausgötter des ZKO?
Daniel ist gekommen – und darüber freuen wir uns
Mozart ist für das Orchester sicherlich sehr wichtig.
alle –, weil er hier in der Kammermusik etwas findet,
Es ist aber grundsätzlich entscheidend, sich in jedem
das sehr selten ist: eine konstante musikalische Fa-
Konzert klanglich auf das jeweilige Programm einzulas-
milie. Und wir als ZKO-Familie sind ebenfalls sehr
A J O U R N E Y TO M O Z A RT
glücklich, dass da jemand ist, der gemeinsam mit uns musiziert, der eine Offenheit besitzt, der sich auch mal an irgendein Pult setzt und einfach aus Spass an der Musik mit uns gemeinsam probt. Daniel interessiert, was wir anzubieten haben, und wir geniessen den Austausch mit ihm. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam
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«Es tut der Musik gut, wenn man im Kollektiv als Einzelner erkennbar bleibt.»
noch viele spannende Konzerte erleben werden. noch immer gegenwärtig. Und dennoch ist es wichtig
«Daniel interessiert, was wir anzubieten haben, und wir geniessen den Austausch mit ihm.»
weiterzugehen. Denn das Besondere an der Musik ist, dass es keine Ziele gibt – sie ist die ewige und unendliche Suche nach Möglichkeiten des Ausdrucks. ab
In der letzten Saison hat das ZKO ohne Chefdirigenten gespielt. Hat das Orchester in dieser Zeit auch ein neues Selbstbewusstsein bekommen? Auf jeden Fall hat diese Zeit gezeigt, dass es unglaublich Spass machen kann, wenn der einzelne Musi-
A J O U R N E Y TO M O Z A RT
ker wieder mehr Verantwortung übernehmen muss.
FR, 10. MÄRZ 2017, 19.30 UHR
Der Lebensweg eines Musikers kann absurd sein:
S O, 1 2 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 6 . 0 0 U H R
Als Jugendlicher übt man viel zu Hause, bekommt
S C H A U S P I E L H A U S P FA U E N
ein exklusives Studium, lernt, sich Freiheiten zu nehmen, Dinge eigenständig zu erarbeiten und zu
DANIEL HOPE Violine und Leitung
interpretieren. Und dann kommt man irgendwann
WILLI ZIMMERMANN Konzertmeister
in einem O rchester an, sitzt dort, wo man immer
ZÜRCHER KAMMERORCHESTER
hinwollte – und muss sich unterordnen: dem Klang ideal eines Dirigenten oder der bestehenden G ruppe. Man wird dazu gebracht, das Individuelle zu verlieren. Beim ZKO ist das glücklicherweise anders: Jeder Musiker trägt Verantwortung, jeder ist am Klang beteiligt – auch jetzt, mit Daniel Hope als Music Director. Ich glaube, dass es der Musik guttut, wenn man im Kollektiv als Einzelner erkennbar bleibt. Und ich denke, dass man diesen Ansatz auch bei unseren Auftritten erkennt, etwa an der Körpersprache der Musiker. In diesen Tagen kehren auch die alten ZKO-Dirigenten nach Zürich zurück, Sir Roger Norrington und Howard Griffiths. Sind sie Teil des Gedächtnisses des Orchesters? Musik findet im Hier und Jetzt statt, aber die Vergangenheit ist mitzuhören. Natürlich haben sich die Dirigenten, aber auch viele Solisten, mit denen wir
PROGRAMM Christoph Willibald Gluck 1714 – 1787 4' Furientanz, aus: «Orfeo und Euridice» Joseph Martin Kraus 1756 – 1792 Sinfonie A-Dur VB 128 Allegro assai | Allegretto | Minuetto | Presto
20'
KONZERTENDE Fr, 10. März 2017 ca. 21.45 Uhr So, 12. März 2017 ca. 18.15 Uhr
Pause 20'
ABO Fr, 10. März 2017 Kleines Abo
Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 24' Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 Allegro | Adagio | Rondeau: Allegro – Andante – Allegretto – Tempo primo
ben. Gerade Sir Roger haben wir zu verdanken, dass sophie machen durften. All das ist selbstverständlich
Wolfgang Amadeus Mozart 17' Sinfonie Nr. 27 G-Dur KV 199 Allegro | Andantino grazioso | Presto
Joseph Haydn 1732 – 1809 20' Violinkonzert G-Dur Hob. VIIa:4 Allegro moderato | Adagio | Allegro
gern zusammenspielen, in unsere DNA eingeschriewir Erfahrungen mit einer ganz anderen Musikphilo-
Wolfgang Amadeus Mozart 5' Adagio E-Dur für Violine und Orchester KV 261
Passion Chocolat Suisse 1852
So, 12. März 2017 Grosses Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16
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RENAUD CAPUÇON
«ALS MUSIKER IST MAN A U TO M AT I S C H SCHUMANNS PSYCHIATER» DER VIOLINIST RENAUD C APUÇON INTERPRETIERT ROBERT SCHUMANNS A-MOLL - KON Z ERT, DA S URS P R Ü N GLIC H F Ü R C E LLO GE SC HR IE B E N W U R D E . EIN GESPRÄCH ÜBER MENSCHLICHKEIT, GENIE UND WAHNSINN.
Renaud Capuçon, Robert Schumann hat
Schumann und seiner Musik. Vielleicht ist das auch
sein Cellokonzert in a-Moll persönlich als
ein Grund dafür, dass ich nach seinen Stücken geistig
Violinkonzert arrangiert – auch, weil nie-
wesentlich ausgelaugter bin als etwa nach der Auf-
mand dieses Stück aufführen wollte. Warum
führung eines Brahms-Konzerts.
eigentlich? Das mag uns heute schleierhaft vorkommen. Ich den-
Sein Cellokonzert hat Schumann eigentlich
ke aber, es liegt daran, dass uns Schumanns Musik in
noch in guter Verfassung geschrieben, 1850,
ihrer Zerrissenheit herausfordert. Meine Erfahrung
als er gerade seine neue Stelle als Musik
ist, dass man sich vollkommen auf sie einlassen muss
direktor in Düsseldorf angetreten hat ...
– oder man bleibt aussen vor. Schumann hat sein
Und das hört man diesem Werk auch an. Natürlich
privates Ringen mit der Welt immer in die Noten
gibt es auch hier melancholische Momente, aber die
geholt. Einer radikal jubelnden Passage kann bei
Grundstimmung ist wesentlich positiver. In dieser Zeit
ihm – ohne Vorwarnung – ein abgrundtiefer melan-
hat Schumann auch die vollkommen optimistische
cholischer Seufzer folgen. Das muss man erst einmal
Rheinische Sinfonie geschrieben. Was mich am Cel-
verstehen und akzeptieren.
lokonzert in a-Moll besonders interessiert, ist, dass Schumann es persönlich für die Geige umgeschrie-
«Schumanns Musik fordert uns in ihrer Zerrissenheit bis heute heraus.»
ben hat. Wie hat sich das Werk dadurch verändert? Auf der einen Seite sind es ja fast die gleichen Noten, auf der anderen verändern sich aber die komplette Stimmung, die Farbe und die Atmosphäre. Und gerade in der Fassung für Kammerorchester, die wir in
Sie glauben, dass Schumanns Wahn – er
Zürich spielen, wirkt es noch einmal, ja wie eigent-
wollte sich sogar im Rhein ertränken – in der
lich? Leichter? Das wäre das falsche Wort. Vielleicht
Musik zu hören ist?
transparenter und schwebender.
Auf jeden Fall ist er in vielen seiner Werke deutlich. Besonders in seinem Violinkonzert oder in den spä-
Die Geigen-Version wurde ja erst sehr spät,
ten Sextetten. Wenn ich diese Musik spiele, komme
im Nachlass des Geigers Joseph Joachim
ich mir oft wie ein Psychiater vor: Es geht darum,
gefunden, der mit Schumann, aber auch
zunächst einmal eine Nähe zu dem Menschen, der da
mit Brahms befreundet war. Gibt es solche
spricht, aufzubauen, ihm zuzuhören, seine Gedanken
virtuosen Ikonen, die Komponisten ihrer Zeit
nachzuvollziehen – empathisch zu sein gegenüber
beeinflussen, eigentlich auch heute noch?
RUBRIKZEILE
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RUBRIKZEILE
RENAUD CAPUÇON
«Alle Musik, die wir heute hören, war einmal Gegenwartsmusik.»
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Ideen. Das Orchester ist besonders frisch und die Proben finden in einer sehr angenehmen Atmosphäre des Miteinanders statt. Wenn man auf ein so neugieriges Orchester trifft, das Spass daran hat zu lernen, freut man sich als Solist ebenfalls, dem Orchester zuzuhören und von ihm zu lernen. ab
Ich will mich beim besten Willen nicht mit Joachim vergleichen, aber ich denke, dass es in der Musik ganz normal ist, wenn Interpreten in engem Kontakt mit Komponisten stehen. Auf meiner CD, die ich gerade vorbereite, spiele ich gleich drei Stücke, die von drei unterschiedlichen Komponisten aus unserer Zeit für mich geschrieben wurden. Klar, dass wir heute ehrfürchtig dastehen und den Briefwechsel von Joachim und Brahms lesen – beide sind durch die Geschichte zu fast mythologischen Figuren geworden. Aber letztlich waren sie ja auch nur Menschen und Künstler, die gemeinsam um Möglichkeiten des Ausdrucks gerungen haben. Wir vergessen viel zu oft, dass alle Musik, die wir heute hören, von Bach, Beethoven oder Schumann, irgendwann einmal Gegenwartsmusik war! Ich finde es für einen Geiger ganz selbstverständlich, Kontakt mit Komponisten seiner Zeit aufzunehmen. Es ist erstaunlich, wie einfach die Kommunikation zwischen Komponist und Interpret manchmal ist. Ich habe zum Beispiel Wolfgang Rihm besucht und ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, ein Stück für mich zu schreiben – und sofort waren wir
RENAUD C APUÇON
in einer spannenden Debatte darüber, was wir von
S O, 2 6 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 6 . 0 0 U H R
einem Geigenstück heute erwarten.
«Das Besondere am ZKO ist für mich die Offenheit der Musiker gegenüber anderen musikalischen Ideen.» Sie sind bereits oft mit dem Zürcher Kammerorchester aufgetreten. Wie würden Sie dieses Ensemble beschreiben? Ich habe grossartige Erinnerungen an die Zusammenarbeit, die – so glaube ich – unter Howard Griffiths begonnen hat. Danach haben wir Mozart-Konzerte
S C H A U S P I E L H AU S P FA U E N RENAUD CAPUÇON Violine und Leitung ZÜRCHER KAMMERORCHESTER PROGRAMM Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 18' Divertimento D-Dur KV 136 «Salzburger Sinfonie Nr. 1» Allegro | Andante | Presto
Piotr Iljitsch Tschaikowsky 1840 – 1893 35' Serenade für Streichorchester C-Dur op. 48 Pezzo in forma di Sonatina | Walzer | Elegie | Finale
Robert Schumann 1810 – 1856 Violinkonzert a-Moll nach dem Cellokonzert op. 129 arr. für Streichorchester Nicht zu schnell | Langsam | Sehr lebhaft
KONZERTENDE ca. 18.00 Uhr
25'
Pause 20'
ohne Dirigenten gespielt. Ich freue mich wahnsinnig, nun endlich wieder nach Zürich zurückzukehren. Das Besondere am ZKO ist für mich die Offenheit der Musiker gegenüber anderen musikalischen
Passion Chocolat Suisse 1852
ABO Grosses Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16
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RUBRIKZEILE
L O N D O N , PA R I S UND DIE TÜRKEI HOWARD GRIFFITHS KEHRT MIT DEM LONDON PHILHARMONIC ORCHESTRA ZURÜCK NACH ZÜRICH UND LÄSST MIT RAVEL, POULENC UND DVOŘÁK EINE KLEINE EUROPAREISE ERKLINGEN. IHM ZUR SEITE STEHT DAS KLAVIERDUO PEKINEL.
H O WA R D G R I F F I T H S
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Leonard Bernstein hat ihnen bereits Musik in die Hände geschrieben, und sie gastieren seither bei allen grossen Orchestern der Welt. Mozart war nicht der einzige Komponist, der Poulenc zu seinem Doppelkonzert inspirierte. Auch Maurice Ravel hinterliess mit seinem gerade uraufgeführten Klavierkonzert einen Eindruck beim jungen Poulenc. Und so ist es nur konsequent, dass das London P hilharmonic Orchestra und Howard Griffiths den Abend in der Wenn Howard Griffiths gemeinsam mit dem London
Tonhalle mit Ravels Klavierstück «Pavane pour une
Philharmonic Orchestra in die Tonhalle kommt, ist
infante défunte» einläuten. Dieses getragene Musikstück
das ein doppeltes Heimspiel für ihn. Zum einen ist das
beschreitet neue Pfade der Harmonik. Auf eine relativ
ZKO seine alte Heimat – 1996 bis 2006 war Griffiths
simple Melodie setzt Ravel vollkommen neue Akkorde,
Chefdirigent des Orchesters. Gleichzeitig kehrt er mit je-
er spielt mit Drei- und Siebenklängen und schafft so ein
nem Orchester zurück, das aus eben jener Stadt kommt,
raffiniertes Klanggemälde. Das hat nicht nur Poulenc,
in welcher der gebürtige Musiker aus Hastings einst sein
sondern später auch viele Jazzer inspiriert.
Studium aufgenommen hat. Und selbst wenn an diesem Abend kein britischer Komponist auf dem Programm
Der Abend mit Howard Griffiths und dem London
steht, hat die Musik sehr wohl mit England zu tun.
Philharmonic Orchestra ist also nicht nur ein Heimspiel des Briten in Zürich, sondern auch eine kleine Europa
Antonin Dvořáks 8. Sinfonie wird gemeinhin die
reise durch Böhmen, Frankreich und England. ab
«Englische» genannt. Nicht, weil der Komponist in der Musik die Schönheit des Königreichs beschreibt; im Gegenteil: Es war die Landschaft von Dvořáks Sommersitz
H OWA R D G R I F F I T H S U N D G Ü H E R & S Ü H E R P E K I N E L
bei Vysoká und Příbram, die ihn zu diesem grundoptimis-
DI, 28. MÄRZ 2017, 19.30 UHR,
tischen und lyrischen Werk inspirierte. Zur « Londoner»
TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
wurde die Sinfonie erst bei der Drucklegung der Partitur. Nachdem Dvořák sich mit seinem alten Ver
HOWARD GRIFFITHS Dirigent
leger-Freund Fritz Simrock zerstritten hatte, beschloss
GÜHER PEKINEL Klavier, SÜHER PEKINEL Klavier
er, seine neueste Sinfonie bei Vincent Novello in L ondon
LONDON PHILHARMONIC ORCHESTRA
drucken zu lassen. Die Konsequenz: Während das Werk in Grossbritannien oft aufgeführt wurde, verzichteten europäische Orchester darauf, die teuren Noten aus England zu importieren. Es dauerte also einige Zeit, bis die 8. Sinfonie auch auf dem Festland populär wurde. Ebenfalls eine wesentliche Stellung in der Musikgeschichte hat das Doppelkonzert für zwei Klaviere von Francis Poulenc. Poulencs Idee war es, zurück in die Zeit zu reisen und sich mit der Musikgeschichte ausei-
PROGRAMM Maurice Ravel 1875 – 1937 9' Pavane pour une infante défunte Francis Poulenc 1899 – 1963 20' Konzert d-Moll für zwei Klaviere und Orchester Allegro ma non troppo | Larghetto | Finale: Allegro molto
nanderzusetzen. So nannte er selber den 2. Satz «ein
Pause 20'
poetisches Spiel mit dem Porträt Mozarts». Tatsäch-
Antonín Dvořák 1841 – 1904 36' Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 Allegro con brio | Adagio | Allegretto grazioso – Molto vivace | Allegro ma non troppo
lich setzt das Larghetto mit einer Art Mozart-Parodie, einer simplen Melodie, ein. Beide Klaviere verarbeiten die Musik, verändern ihre Dynamik und das Tempo und führen Mozart schliesslich in die Stille. Die türkischen Zwillinge Güher und Süher Pekinel werden dieses Meisterwerk interpretieren. Seit Jahren bilden die Pianistinnen eines der erfolgreichsten Klavierduos. Entdeckt wurden sie von Herbert von Karajan;
Passion Chocolat Suisse 1852
KONZERTENDE ca. 21.15 Uhr ABO Meisterzyklus-Abo, Piano-Abo EINZELKARTE CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16 BENEFIZKONZERT Das Konzert wird in memoriam Madeline Levis und zur Unterstützung der Stiftung «EurAsia Heart» gespielt.
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KIND UND KEGEL
G RO S S E T Ö N E F Ü R D I E K L E I N E N GLOBI UND WIE DAS GLÜCK IN DIE SCHOKOLADE KOMMT abc-Konzert (5 – 7 Jahre) S O, 5 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 1 / 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des ZKO Globi liebt Schokolade über alles. Neugierig wie er ist, möchte er wissen, woher die Schokolade kommt. Wächst die wirklich auf Bäumen im Schlaraffenland? Globi macht sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Schokolade, und die Reise führt ihn bis nach Südamerika und Afrika. Und hier findet man tatsächlich «Schokolade» auf den Bäumen. Doch es sind Kakaofrüchte und sie schmecken bitter. Globi trifft einen Plantagenbauer. Dieser KEINER GRUSELT SICH VOR GUSTAV
erklärt ihm alles und schenkt Globi zum Abschied ein Märchen.
Purzel-Konzert (3 – 5 Jahre)
Es heisst: «Wie das Glück in die Schokolade kam.»
S A , 4 . F E B . 2 0 1 7 , 1 1 / 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S Jaël Malli Konzept und Erzählung
NUGGI-KONZERT (0 – 1 Jahre)
Musikerinnen und Musiker des ZKO
S O, 1 9 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 4 U N D 1 6 U H R , Z KO - H A U S
Der Direktor der Geisterschule ist entsetzt: Gustav kann einfach nicht gruselig spuken. Was für eine Schande! Bis er es richtig
Yann Miriel Barockoboe, Roman Schmid Barockoboe,
lernt, muss Gustav im Verlassenen Turm wohnen. Doch nach
Urs Dengler Barockfagott, Hayk Khachatryan Kontrabass,
dem ersten Schrecken ist es dort gar nicht so schlimm. Zusam-
Naoki Kitaya Cembalo
men mit dem Kater Miau richtet sich Gustav häuslich ein. Und
Werke von Zelenka und Bach
bald erhalten die beiden Besuch …
Konzertdauer jeweils ca. 45 Minuten. Bestellen Sie unsere Kinderbroschüre: www.zko.ch oder Tel. 044 388 36 00
KIND UND KEGEL
MIT DER GEIGE GEGEN DEN BÖSEN WOLF DAS ZÜRCHER KAMMERORCHESTER UND DANIEL HOPE ERZÄHLEN EIN WELTBEKANNTES
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Wenn das ZKO diesen Klassiker nun in einem Kinderkonzert aufführt, wird Daniel Hope den Text lesen und Willi Zimmermann das Orchester als Konzertmeister leiten. «Vor Kindern zu musizieren, ist für uns Musiker immer etwas ganz Besonderes», sagt Zimmermann, «denn ein wacheres, ehrlicheres und begeisterteres Publikum können wir uns gar nicht wünschen.» ab
MUSIKALISCHES MÄRCHEN. Die fröhlichen Geigen, mit denen Peter in die Welt zieht, die
PETER UND DER WOLF
dunklen Hörner, mit denen der böse Wolf aus dem Wald kommt,
Kinderkonzert (5 – 12 Jahre)
das stolpernde, sich ewig wiederholende Fagott, mit dem der
S O, 1 2 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R ,
Grossvater seine Moralpredigten hält, die flatternde Querflöte,
TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
die den Vogel in die Lüfte steigen lässt, die Oboe, mit der die Ente quakt, und die Klarinette, zu deren Klang die Katze auf
Daniel Hope Sprecher, Willi Zimmermann Konzertmeister,
die Bäume schleicht – es gibt wohl kein Musikstück, in dem die
Zürcher Kammerorchester
Instrumente des Orchesters so eingängig, klar und bildreich
Als Peter eines Morgens seinen sorglosen Spaziergang beginnt,
erklärt werden wie in Sergej Prokofieffs «Peter und der Wolf».
ahnt er noch nicht, was für ein Abenteuer auf ihn wartet. Die Ente schwimmt friedlich im Teich, der kleine Vogel zwitschert,
Die musikalische Geschichte über den mutigen Jungen und seine
und die Katze schleicht durch den Garten – es scheint ein ganz
Abenteuer ist überall in der Welt bekannt – und hat sich gegen
normaler Morgen zu sein. Doch plötzlich taucht ein Wolf auf …
jede Ideologie durchgesetzt. In Prokofieffs Original hiess das
Wie es Peter schliesslich gelingt, den Wolf gefangen zu nehmen
Stück noch «Peter der Pionier», und es war gedacht, die rus-
– das erzählt der weltbekannte Violinist Daniel Hope.
sische Jugend zur Wachsamkeit zu erziehen. Nur wenig später kaufte Walt Disney dem Komponisten die Rechte für das Werk ab und zeichnete einen Comic zur Musik, mit dem er die USA (Peter) im Kampf gegen Hitlers Deutschland (der Wolf) moralisch unterstützen wollte. Über Nacht wurde «Peter und der Wolf» zum Welterfolg. Nach Kriegsende verbreitete sich das Stück weiter: Bill Clinton, Liselotte Pulver, Loriot, Sting – sie alle haben «Peter und der Wolf» gelesen. Seither gilt Prokofieffs Märchen als weltübergreifendes Musikwerk, dessen eigentliche Schönheit in der Musik selber liegt.
PROGRAMM Sergej Prokofieff 1891 – 1953 Peter und der Wolf op. 67, musikalisches Märchen für Sprecher und Orchester KONZERTENDE ca. 12.00 Uhr EINZELKARTE Erwachsene: CHF 39 / 29 Kinder bis 12 Jahre: CHF 15
KOLLEKTE Mit dem Konzert wird das Caritas Baby Hospital in Bethlehem (Palästina / Westjordanland) unterstützt. Jährlich werden dort knapp 40 000 Kinder unabhängig ihrer Herkunft und Religion behandelt. Weitere Informationen unter: www.kinderhilfe-bethlehem.ch
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Z KO I N S I D E
Z KO I N S I D E
MARTIN ACKERMANN FÜRS ZÜRCHER KAMMERORCHESTER SPIELTE MARTIN ACKERMANN BEREITS AUF EINEM GARTENSCHLAUCH. MEISTENS BLÄST ER JEDOCH INS HORN – UND DAS NICHT NUR IM ORCHESTER, SONDERN AUCH MAL IM WALD ODER IN DEN BERGEN. Martin Ackermann, was fasziniert Sie am Horn? Das Besondere am Natur- oder Ventilhorn ist, dass es ein so langes Rohr hat. Das erzeugt einen dunklen, warmen Klang, der mir sehr gut gefällt. Der Ton strahlt beim Horn nach hinten ab. Daher tönt es oft so, als würde er von weit her kommen. Sie kommen selbst von weit her. Ja, ich bin als Auslandschweizer in New Mexiko aufgewachsen. 1977 kam ich in die Schweiz – eigentlich nur, um meine Grossmutter zu besuchen. Dann hat sich aber das Militär gemeldet, ich musste in die Rekrutenschule und schliesslich bin ich ganz geblieben. Ich begann das Musikstudium am Konservatorium und hatte das grosse Glück, schon als Student im ZKO mitspielen zu dürfen. Welche Rolle spielt ein Hornist im Orchester? Als Hornist hat man viele lange Fülltöne, Dreiklänge und fanfarenartige Motive – und viele Pausen. In diesen Pausen kann man sich aber nicht zurücklehnen, sondern muss dabei sein, wie wenn man spielen würde. Man muss gut zuhören, damit man im Puls der Musik bleibt und im richtigen Moment wieder einsetzt. In Ihrer Freizeit machen Sie Langstrecken- und Bergläufe. Trainieren Sie sich so einen langen Atem an? Ja, ich gehe fast jeden Tag laufen, sei es im Thurgau, in den Tessiner Alpen, wo wir ein Ferienhaus haben, oder auch mal am Zollikerberg. Vor Konzerten achte ich besonders darauf, genügend Sauerstoff aufzunehmen. Das Trainieren gibt mir Energie und einen klaren Kopf. Spätestens zwei Stunden vor dem Konzert höre ich aber mit dem Laufen auf. Sie wirken sehr naturverbunden. Ich bin gerne draussen, ja. Auch mit dem Horn gehe ich manchmal in die Natur. Im Wald, inmitten grosser Bäume, die ein Echo erzeugen, klingt das Instrument besonders schön. Ich spiele auch Alphorn – dies besonders gerne in den Bergen. Wenn ich vor einem Felsen spiele, kann ich drei Töne hintereinander spielen – und es kommt ein Akkord zurück. Das klingt wunderschön. Etwas weniger gut kann ich mir das Spielen auf einem Gartenschlauch vorstellen. Das war mal ein Konzert mit Howard Griffiths, da haben wir tatsächlich auf dreieinhalb Meter langen Gartenschläuchen gespielt. Am einen Ende war ein Mundstück, am anderen ein Plastiktrichter aufgesteckt. Das war natürlich lustig, auf lange Sicht ist mir das Waldhorn aber doch lieber. sp
P U B L I R E P O R TA G E
MUSIK MACHT GLÜCKLICH – SCHOKOLADE AUCH DAS ZÜRCHER KAMMERORCHESTER UND DIE MAESTRANI SCHWEIZER SCHOKOLADEN AG HABEN EINES GEMEINSAM: BEIDE MACHEN IHRE KUNDEN GLÜCKLICH. DAS ZKO MIT SEINEN MUSIKALISCHEN DARBIETUNGEN, MAESTRANI MIT IHREN LECKEREN SCHOKOLADE-PRODUKTEN. DESHALB LIEGT ES NAHE, DASS DIE BEIDEN PARTNER SIND. Am 1. April 2017 eröffnet Maestrani in Flawil bei
Maestrani-Produkten ein, das neue Ostschweizer
St. Gallen seine neue fantastische Schokoladen-
Ausflugsziel zu besuchen.
Erlebniswelt, das «Maestrani’s Chocolarium». Auf dem Erlebnis-Rundgang sehen die Besucher nicht
Für ZKO-Fans: Das Kinderkonzert «Globi und wie
nur, wie Schokolade hergestellt wird, sie können es
das Glück in die Schokolade kommt», welches am
erleben, erfahren – direkt, emotional und interak-
5. März im ZKO-Haus stattfindet, wird am 7. Mai
tiv. In einem abwechslungsreichen und spannenden
erneut im Chocolarium aufgeführt. Gross und Klein
Rundgang mit unzähligen Überraschungen erhalten
sind eingeladen, das Konzert in Flawil zu besuchen,
die Besucher die Gelegenheit, dem Schokoladenher-
natürlich verbunden mit dem anschliessenden obli-
steller über die Schulter zu schauen, selber Schoggi
gatorischen Schoggi-Erlebnis.
zu giessen – und sie erfahren dabei, wie das Glück in die Schokolade kommt.
Flawil ist von Zürich mit dem ÖV oder dem Auto innerhalb einer Stunde erreichbar. Familien und
Nebst dem Erlebnis-Rundgang laden zahlreiche
Gruppen (Vereine, Schulen, Firmen usw.) profitieren
Kurse und Veranstaltungen, das neue Schoggi-Café
von speziellen Eintrittskonditionen.
und natürlich ein grosser Shop mit vielen köstlichen
Mehr dazu im Konzertkalender des ZKO sowie auf www.chocolarium.ch
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Z KO A K T U E L L
Z KO A K T U E L L
WENN GEIGENBÖGEN AUF SCHLITTSCHUHE TREFFEN führungen im ZKO-Haus; wunderschön
Daniel Hope bringen unsere Musikerinnen
feierlich die Weihnachtskonzerte im Frau-
und Musiker das Publikum zum Träumen
münster. Letztere versüssten wir unseren
und die Eisläufer von Weltklasse zum
Besuchern mit Mailänderli. Wie viel
Schweben. Ob Sarah Meier, Stéphane
Spass das Backen derselben bereitete,
Lambiel oder die Eistanz-Olympiasieger
sehen Sie auf den Fotos.
Meryl Davis und Charlie White – zu den Klängen unseres Orchesters gelingen
ZKO BEI ART ON ICE
bestimmt die schönsten Pirouetten. Dass
Kalt, kälter, am kältesten: Im Februar
wir auch rockig sein können, beweisen
BACKE, BACKE MAILÄNDERLI
wagt sich das Zürcher Kammerorchester
wir Seite an Seite mit dem Schweizer
Die Weihnachtsgeschenke sind lange
auf eisiges Parkett. Wir freuen uns rie-
Rock-Gitarristen Zlatko «Slädu» Perica.
verstaut, der Weihnachtsspeck vielleicht
sig, bei allen Vorstellungen von Art on
Wenn Sie Ihre Tickets nicht bereits zu-
bereits von den Hüften gejoggt. Was Sie
Ice 2017 in Zürich live zu spielen. Das
hause haben, finden Sie hoffentlich noch
aus dem letzten Jahr aber hoffentlich
ZKO ist damit Teil der spektakulärsten
freie Plätze auf Ticketcorner.
noch mittragen, ist die Erinnerung an
und erfolgreichsten Eislauf-Gala der
unsere Festtagskonzerte. Zum Kugeln
Welt und teilt die Bühne mit Superstars
A RT O N I C E
komisch waren das Neujahrskonzert in
wie James Morrison und der Soul-Funk-
D O, 2 . F E B . , B I S S O, 5 . F E B .
der Tonhalle sowie die Opera-Box-Auf-
Königin Chaka Khan. Zusammen mit
H A L L E N S TA D I O N Z Ü R I C H
Z KO A K T U E L L
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K A M M E R M U S I K @ Z KO
SCHLÖSSER UND PRINZEN
len Orchester und Alison Balsom in der
Auch im Ausland feierte das Zürcher Kam-
Cadogan Hall zu spielen», verkündete
merorchester in den vergangenen Monaten
Gabriela Montero beim Konzert am
S O, 1 9 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 1 U H R ,
Erfolge. Am 6. November 2016 erreichten
28. November 2016 in London. Es sei das
Z KO - H A U S
die Musikerinnen und Musiker das Well-
erste Mal, dass sie zusammen mit Alison
ness-Hotel Schloss Elmau, ein Traumort in
Balsom auftrete – «und was ich daran be-
YANN MIRIEL Barockoboe
den bayrischen Alpen. Ein paar Runden im
sonders mag, ist, dass zwei Frauen auf der
ROMAN SCHMID Barockoboe
Pool lagen natürlich drin, allzu schrumpelig
Bühne stehen.» Auch 2017 trägt das ZKO
URS DENGLER Barockfagott
durften die Finger für die anschliessende
Klassik ins Ausland. So reisten wir am
HAYK KHACHATRYAN Kontrabass
Aufführung des Mendelssohn-Oktetts op. 20
6. Januar erneut nach München und be-
NAOKI KITAYA Cembalo
und Tschaikowskys «Souvenir de Florence»
suchten – passend zum Dreikönigstag –
aber nicht werden. Einen Tag darauf, am
das Prinzregententheater. Als Solist war
7. November 2016, spielte sich das ZKO
der 93-jährige Menahem Pressler dabei,
sozusagen in den Olymp im voll besetzten
der als Gründer und Pianist des Beaux
Herkulessaal in München.
Arts Trio bekannt wurde. Am 12. Februar spielen unsere Musikerinnen und Musiker
Vom 28. November bis 4. Dezember 2016
zusammen mit der Pianistin Beatrice Rana
gastierten die Musikerinnen und M usiker
in der Kölner Philharmonie. Genauso wich-
in den grossen Konzertsälen Englands
tig wie Auslandtourneen ist uns auch der
und Schottlands – von der Cadogan Hall
enge Kontakt zum Zürcher Publikum. Am
bis zur Usher Hall. Als Solistinnen bei
19. März erleben Sie unsere M usikerinnen
dieser UK-Tournee traten die Pianistin
und Musiker aus nächster Nähe – bei
Gabriela Montero und die Trompete-
Kammermusik@ZKO. An der Seefeldstrasse
rin Alison Balsom auf. «Es ist solch eine
305, Zürich begrüssen wir Sie ab 10 Uhr
Ehre, zusammen mit diesem wundervol-
gerne mit Kaffee und Gipfeli. sp
PROGRAMM Jan Dismas Zelenka 1679 – 1745 Triosonate Nr. 1 F-Dur ZWV 181 Adagio ma non troppo | Allegro | Larghetto | Allegro assai
18'
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750 12' Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903 Jan Dismas Zelenka Triosonate Nr. 4 g-Moll ZWV 181 Andante | Allegro | Adagio | Allegro ma non troppo KONZERTENDE Konzertende ca. 12.00 Uhr
23'
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MISSION COMPLETED SEIT 1997 IST ER ENG MIT DEM ZKO VERBUNDEN – AN DER 55. GENERAL VERSAMMLUNG VOM VERGANGENEN NOVEMBER TRAT THOMAS U. MÜLLER ALS PRÄSIDENT DES VORSTANDS DER ZKO FREUNDE ZURÜCK. WIR DANKEN.
Am 21. November 2016 führte Thomas U. Müller
nerungen. Diese konnten dann beim Apéro vertieft
zum letzten Mal als Präsident unseres Vereins durch
werden, natürlich in der für unsere Gesellschaft so
eine Generalversammlung. Er tat dies wie immer sou-
typischen familiären Atmosphäre. Da wundert es
verän. Der künstlerische Erfolg des Orchesters und
nicht, wenn sich im Anschluss schon erste Interessen-
die engagierte Arbeit des Gesamtvorstands während
tinnen für eine Mitarbeit im Vorstand gemeldet haben.
der letzten Saison haben es ihm auch einfach gemacht: Seit Langem verzeichneten wir wieder eine
Der Mann der Stunde
Abnahme der Austritte sowie eine Zunahme der Neu-
Erinnern Sie sich an unsere Generalversammlung
mitgliedschaften. 362 Mitglieder sorgten dafür, dass
im November 2013? Der gesamte Vorstand war zu-
das Einnahmenziel von 460 000 Franken um 30 000
rückgetreten, der Präsident Hans-Peter Portmann
Franken übertroffen werden konnte. Da war die Ent-
zitierte Victor Hugo mit «Musik drückt das aus, was
lastung des Vorstands und seine Wiederwahl fast nur
nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen
Formsache, wenn da nicht die Verabschiedung von
unmöglich ist» und übergab die Führungsarbeit in
Thomas U. Müller gewesen wäre …
«unverbrauchte Hände»: Thomas U. Müller war der Mann der Stunde!
In bewegenden Worten dankten Urs Fehlmann und Michael Bühler für die «Mission completed». Als
Thomas U. Müller war nicht nur seit 2003 im Vor-
besondere Geste waren unter den Musikern, die
stand der GFZKO, er war auch seit 1997 im Vorstand
Werke von Grieg und Lebrun spielten, auch viele
des ZKO Vereins. In diesen Gefässen engagierte er
Ehemalige. Das weckte nicht nur beim scheidenden
sich unter anderem als Projektleiter des 2002 ein-
Präsidenten, sondern auch bei den Mitgliedern Erin-
geweihten ZKO-Hauses. Die Rettungsaktion für die
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Stradivari war ein weiterer wichtiger Meilenstein in seinem Engagement für das ZKO, genau wie die Finanzierung des Cembalos. Dank seiner beruflichen Erfahrung konnte Thomas U. Müller eine besondere Fähigkeit in die Organisation des ZKO einbringen: Er wirkte strukturbildend! Den geltenden Gesamtarbeitsvertrag des Orchesters verantwortete er als Redaktor, die heutige Geschäftsleitung des Orchesters wählte er mit aus und die Integration der GFZKO-Geschäftsstelle ins ZKO war auch seine Initiative. Nach seiner Wahl formulierte Thomas U. Müller das Ziel für seine Präsidentschaft: «Mit Ihrer Unterstützung und Aufmunterung wird es uns gelingen, die für den Weiterbestand des Orchesters unabdingbaren Finanzmittel weiterhin zu generieren und für unsere vielen Musiklieb-
lich am künstlerischen Erfolg des Orchesters, aber auch
haberinnen und -freunde eine Brücke zum Orchester
an der familiären Atmosphäre zwischen Musikern und
zu schlagen.» Heute gibt es entgegen dem allgemeinen
Freunden, die an die Zeiten unter Edmond de Stoutz
Trend einen Zuwachs an Mitgliedern. Das liegt natür-
erinnert. Dafür danken wir Thomas U. Müller. pm
V E R A N S TA LT U N G E N F Ü R Z KO F R E U N D E M I , 1 . F E B . 2 0 1 7 , 1 4 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
D I , 2 8 . F E B . 2 0 1 7 , 1 0 . 0 0 U H R , TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
ARBEITSPROBE – ÖFFENTLICH FÜR ZKO FREUNDE
GENERALPROBE – ÖFFENTLICH FÜR
Avi Avital Mandoline
ZKO FREUNDE
Mayumi Hirasaki Violine und Leitung
Sir Roger Norrington Ehrendirigent
Daria Zappa Matesic Violine
Christian Tetzlaff Violine
Frauke Tometten Molino Viola
Zürcher Kammerorchester
Nicola Mosca Violoncello
Werke von Mendelssohn und Beethoven
Naoki Kitaya Orgel und Cembalo Emanuele Forni Theorbe Programm nach Ansage
D I , 2 1 . M Ä R Z 2 0 1 7 , 1 5 . 3 0 U H R , Z KO - H A U S ARBEITSPROBE – ÖFFENTLICH FÜR
D I , 7 . F E B . 2 0 1 7 , 1 0 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
ZKO FREUNDE Renaud Capuçon Violine und Leitung
GENERALPROBE – ÖFFENTLICH FÜR
Zürcher Kammerorchester
ZKO FREUNDE
Werke von Mozart, Schumann und Tschaikowsky
Daniel Blendulf Dirigent Francesco Piemontesi Klavier Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Bartók und Beethoven
Mitglied werden / Informationen: Sekretariat GFZKO, Gisela Stäheli, Tel. 044 388 36 12, www.gfzko.ch
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KO L U M N E
KO L U M N E VO N DA N I E L H O P E
DA S E R I N N E R N IM JETZT Musik ist eine verrückte Kunst: Jeden Abend spielen wir die gleichen Noten von uralten Komponisten – und jedes Mal erklingt dasselbe irgendwie anders. Musik ist, könnte man sagen, die ewige Wiederholung des Gleichen in stets neuer Form. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn während der Klang beim Musizieren zum Sterben geboren wird, während jeder Ton seinem sicheren Ende entgegenklingt, bleibt jedes Konzert, jede Probe in der Erinnerung allgegenwärtig. Die Träger dieser Erinnerung sind wir Musiker und Sie als Zuhörer. Für uns Musiker ist es grossartig zu wissen, dass unsere Töne vielleicht verklingen, aber dass sie bei uns, und hoffentlich auch bei Ihnen, einen Nachhall hinterlassen. Dass das, was wir gehört haben, uns nachhaltig prägt: unseren Geschmack, unsere Gefühle, unser Dasein im Jetzt. Ich freue mich auf die kommenden Wochen, weil gleich zwei Musiker nach Zürich zurückkehren, die das ZKO massgeblich geprägt und ihm ganz unterschiedliche Erinnerungen geschenkt haben: Howard Griffiths und Sir Roger Norrington.
«Wenn man genau hinhört, schwingen all die verklungenen Töne mit.» Ich weiss, wovon ich spreche, denn auch meine musikalische Erinnerung hat viele Väter: Grossmeister wie Yehudi Menuhin, aber auch das ZKO. Ich habe es schon 1975 gehört, meine Ohren sind durch seinen Klang geschult. Ich habe sicherlich 80 Konzerte von Edmond de Stoutz genossen, habe unter ihm, unter Howard Griffiths, Muhai Tang und Sir Roger Norrington, musiziert. All die Töne, die wir damals gespielt haben, sind längst verklungen. Aber sie sind Teil unserer Erinnerung geworden – und ich bin mir sicher, wenn man genau hinhört, schwingen sie auch in den Konzerten mit, die wir heute geben. Sir Roger bringt es in diesem Opus auf den Punkt, wenn er sagt, das Besondere am ZKO sei, dass es so lange zusammenspielt, dass es eine Familie ist, die einen langen Weg miteinander gegangen ist. Das macht das Ganze auch für mich spannend: Ich bin nun Teil einer Familie, mit der ich einen eigenen Erinnerungskosmos aufbaue.
w w w.bka.ch
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VORSCHAU
VO R S C H A U A P R I L / M A I / J U N I
DIESE UND WEITERE HIGHLIGHTS ERWARTEN SIE IM NÄCHSTEN OPUS APRIL 17
S O, 2 3 . A P R I L 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R ,
S O, 7 . M A I 2 0 1 7 , 1 4 / 1 6 U H R ,
Z KO - H A U S
Z KO - H A U S
DER PUPPENSPIELER
NUGGI-KONZERT
TITIRITERO
Kurt Meier Oboe
Kinderkonzert
Asa Konishi Jankowska Violine
Kinderzirkus Robinson
Arlette Meier-Hock Violine
Zürcher Kammerorchester
Hiroko Takehara Strahm Viola Silvia Rohner Geiser Violoncello
S O, 3 0 . A P R I L 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R , TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L
Werke von Spohr, Ravel, J. Chr. Bach und Mozart
WEISS DER KUCKUCK!? Kinderkonzert
MI, 10. MAI 2017, 20.00 UHR, Z KO - H A U S
Klaus Maria Brandauer Willi Zimmermann Konzertmeister SA, 1. APRIL 2017, 15.00 UHR,
Zürcher Kammerorchester
DER PUPPENSPIELER TITIRITERO
MAI 17
Kinderkonzert Kinderzirkus Robinson
DIRECTOR’S CUT III Daniel Hope Violine
Z KO - H A U S
Matthias Müller Klarinette Michael Collins Klarinette Katja Riemann Special Guest Zürcher Kammerorchester
S O, 7 . M A I 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S
Zürcher Kammerorchester
SA, 13. MAI 2017, KAMMERMUSIK@ZKO S O, 2 . A P R I L 2 0 1 7 , 1 1 / 1 5 U H R , Z KO - H A U S
1 1 / 1 4 / 1 6 U H R , Z KO - H A U S
Kurt Meier Oboe Asa Konishi Jankowska Violine
ROBINSON HASE
Arlette Meier-Hock Violine
Purzel-Konzert
DER PUPPENSPIELER
Hiroko Takehara Strahm Viola
Markus Buehlmann Konzept und
TITIRITERO
Silvia Rohner Geiser Violoncello
Erzählung
Kinderkonzert
Werke von Spohr, Ravel, J. Chr. Bach
Musikerinnen und Musiker des ZKO
Kinderzirkus Robinson
und Mozart
Zürcher Kammerorchester S O, 1 4 . M A I 2 0 1 7 , 1 1 . 0 0 U H R , Z KO - H A U S S O, 9 . A P R I L 2 0 1 7 , 1 1 / 1 6 U H R , 1 4 U H R ( E N G L . ) , Z KO - H A U S
DER PUPPENSPIELER TITIRITERO
DIE RIESENGROSSE RÜBE
Kinderkonzert
Krabbel-Konzert
Kinderzirkus Robinson
Thomas Douglas Konzept und Erzählung
Zürcher Kammerorchester
Musikerinnen und Musiker des ZKO
IMPRESSUM HERAUSGEBER Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich Telefon: 044 388 36 00
FR, 19. MAI 2017, 19.30 UHR, Z E N T RU M PA U L K L E E , B E R N
JUNI 17
EMMANUEL PAHUD
S O, 1 1 . J U N I 2 0 1 7 , 1 4 . 3 0 U H R ,
Emmanuel Pahud Flöte
PA R K I M G R Ü E N E , R Ü S C H L I KO N
Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester
PARKKONZERT IM GRÜENE
Werke von Pleyel und Mozart
Jolanda Steiner Erzählerin Zürcher Kammerorchester Ersatzdatum bei schlechter Witterung:
S O, 2 1 . M A I 2 0 1 7 , 1 6 . 0 0 U H R ,
So, 25. Juni
S C H A U S P I E L H A U S P FA U E N EMMANUEL PAHUD Grosses Abo Emmanuel Pahud Flöte Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Pleyel und Mozart
SA, 24. JUNI 2017, 19.30 UHR, TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L SHAKESPEARES STURM Grosses Abo, Kleines Abo Klaus Maria Brandauer Daniel Hope Violine Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart DI, 23. MAI 2017, 19.30 UHR, TO N H A L L E , G RO S S E R S A A L PIERRE-LAURENT AIMARD Meisterzyklus-Abo, Piano-Abo Pierre-Laurent Aimard Klavier Werke von Schubert, Kurtág und Beethoven
REDAKTION Simone Pflüger, Daniela Wachter, Philipp Ernst AUTOREN Axel Brüggemann ab, Michael Bühler, Daniel Hope, Peter Marschel pm, Simone Pflüger sp FOTOGRAFIE Christian Tetzlaff: Giorgia Bertazzi Michael Bühler, Orchesterbild, Konzert in Tonhalle, Sir Roger Norrington, Willi Zimmermann und Daniel Hope, Martin Ackermann, GV ZKO Freunde, Daniel Hope (S. 40), Hiroko Takehara Strahm: Thomas Entzeroth Avi Avital: Harald Hoffmann / DG Il Giardino Armonico: Lukasz Rajchert Francesco Piemontesi (S. 5): Benjamin Ealovega Francesco Piemontesi (S. 22): Marco Borggreve Renaud Capuçon (S. 5, S. 27): Mat Hennek Renaud Capuçon (S. 7): François Darmigny Renaud Capuçon (S. 28): Simon Fowler Daniel Hope (S. 6): Harald Hoffmann Daniel Hope (S. 15, S. 42): Margaret Malandruccolo / DG Sir James Galway: Paul Cox Sandrine Piau: Sandrine Expilly Giovanni Antonini: Kemal Mehmet Girgin Howard Griffiths: Thomas Rabsch Kinderkonzerte: art.i.schock GmbH «Maestrani’s Chocolarium»: Maestrani Schweizer Schokoladen AG Hallenstadion: Art on Ice Production AG Guetzli backen: Simone Pflüger Cadogan Hall von oben: Silvan Hürlimann Cadogan Hall: Matthias Kägi Thomas U. Müller in Aktion: Peter Marschel Emmanuel Pahud: Josef Fischnaller Klaus Maria Brandauer: Christof Mattes ILLUSTRATION «Keiner gruselt sich vor Gustav»: Guido van Genechten, Annette Betz Verlag «Globi und wie das Glück in die Schokolade kommt»: Globi Verlag «Peter und der Wolf», «Der Puppenspieler Titiritero»: art.i.schock GmbH GESTALTUNG UND LAYOUT Tschirren und Grimm PRODUKTION Somedia Production AUFLAGE UND ERSCHEINUNGSWEISE 15 000 Exemplare, viermal jährlich ERSCHEINUNGSDATUM Januar 2017
www.zko.ch BESUCHEN SIE UNS AUF
Damit klassische Musik unser Leben auf höchstem Niveau bereichert: Wir unterstützen das Zürcher Kammerorchester.
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Mit einer Karte der Zürcher Kantonalbank erhalten Sie an den Billettkassen ZKO und Tonhalle 20% Vergünstigung auf Ihre Konzerttickets.