Tiroler Unternehmen im Jetzt und in der Zukunft
TEURE FEHLER
Wie man Digitalisierung richtig angeht
DATEN SIND DAS NEUE GOLD
Experte Vincent Fourmi im Gespräch









Editorial
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Tiroler Unternehmen im Jetzt und in der Zukunft
TEURE FEHLER
Wie man Digitalisierung richtig angeht
DATEN SIND DAS NEUE GOLD
Experte Vincent Fourmi im Gespräch









Editorial



Die Frage brennt vielen unter den Nägeln – und sie ist auch in den Redaktionsgesprächen zu dieser Ausgabe immer wieder diskutiert worden: Wann killt die künstliche Intelligenz unsere Jobs? Es ist die Frage unserer Zeit, und sie verdient eine ehrliche Antwort – auch im wirtschaftlichen Kontext.
Der KI-Experte Pip Klöckner liefert dazu eine Einschätzung, die so nüchtern wie erhellend ist. Etablierte Unternehmen werden in den nächsten zehn Jahren kaum durch KI erschüttert werden. Seine Begründung ist bestechend einfach: Die Digitalisierung existiert seit über drei Jahrzehnten – und wer sich große Konzerne oder öffentliche Einrichtungen ansieht, erkennt, dass in dieser Zeit oft erschreckend wenig passiert ist. Warum ausgerechnet jene, die bereits die Digitalisierung verschlafen haben, nun plötzlich mit KI alles auf den Kopf stellen sollten – das ergibt schlicht keinen Sinn.
Echtes Disruptions-Potenzial sieht Klöckner hingegen bei Start-ups, die künftig mit drei statt dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auskommen könnten. KI ist gekommen, um zu bleiben, und wird vieles verändern. Nur eben: nicht über Nacht.
Für Österreich gilt dabei ein bekanntes
Muster: Technologische Transformationen treffen uns traditionell mit etwa zehn Jahren Verzögerung. Folgt man Klöckners These, dürfen wir uns hierzulande also noch gut zwanzig Jahre Zeit lassen. Beruhigend? Vielleicht. Aber auch ein Weckruf – denn wer die nächste Welle wieder verschläft, steht am Ende womöglich gar nicht mehr im Spiel. Diese Spezialausgabe soll dazu ermutigen, dass gerade das nicht passiert.
Viel Inspiration beim Lesen.
Michael Steinlechner
14
20 Dinge, die du über die next:tirol wissen solltest
28 Achtung, Achtung! Fehler bei der Digitalisierung und wie sie sich vermeiden lassen
38 Den anderen voraus
Tiroler Betriebe, die in Sachen Digitalisierung die Nase vorn haben


48 It’s all about the data!
Vincent Fourmi im Gespräch
58
KI und Karriere
Wie sich künstliche
Intelligenz auf die Arbeitswelt auswirkt

Welche Rolle künstliche Intelligenz im Gesundheitssektor spielt

Markus Linder oder: Warum Witze nicht gepromptet werden können
Die neue Welt des Unternehmensberaters Cemit
Impressum: top.tirol – Juni 2026
Medieninhaber und Verleger: target group publishing gmbh, Brunecker Straße 1, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/586020, office@target-group.at, www.target-group.at • Chefredaktion: Haris Kovacevic • MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Anna Füreder, Barbara Kluibenschädl, Isabella Walser-Bürgler, Markus Wechner (redaktion@top.tirol) • Grafik: Thomas Bucher • Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: Shutterstock.com • Cover: Shutterstock.com • Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr (verkauf@target-group.at) • Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Horn Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.
Das Start-up Terra Atmos hat sich eine Preseed-Deep-Tech-Förderung der Austria Wirtschaftsservice GmbH gesichert.
6-stellig
Die aws-Preseed-Förderung, die Terra Atmos erhalten hat – ein bedeutender Rücken wind für ein Start-up, das noch keine 12 Monate am Markt ist.
0,5 Meter
Die Rasterauflösung, mit der Terra Atmos Oberflächen analysieren kann – präziser als viele kommerzielle Satellitendienste.
So lange dauerte das InnCubatorProgramm der Uni Innsbruck, das Yannick Back den Sprung vom Wissenschaftler zum Gründer ermöglichte.
Das Spin-off ParityQC hat mit einem IBM-Quantencomputer die bisher größte Quanten-Fouriertransformation implementiert und setzt damit einen neuen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Anwendbarkeit von Quantencomputern.

ParityQC realisierte auf einem IBM Heron Quantenprozessor eine Quanten-Fouriertransformation mit 52 supraleitenden Qubits – ein neuer Weltrekord.
Der bisherige Rekord, aufgestellt vor zwei Jahren mit einem Ionenfallen-Quantencomputer, lag bei 27 Qubits – knapp die Hälfte der neuen Benchmark.
ParityQC wurde 2019 als Spin-off der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegründet.
Das Tiroler Unternehmen Souffry hat ein Gastrogerät patentieren lassen, das Schnitzel am Fließband produziert.

So lange dauert ein Durchgang mit dem Souffry-System – in dieser Zeit werden 3 XLoder 6 L-Schnitzel gleichzeitig zubereitet.
So viele Schnitzel lassen sich mit nur 10 Litern Öl frittieren – nach dem Filtern und bis zum nächsten Fettwechsel.
Binnen dieser Zeit liefert der Hersteller ein Ersatzgerät, falls das System einmal ausfällt – eine Art „Schnitzelgarantie“ für den Gastronomiebetrieb.
Dort, wo sich täglich Hunderte BewohnerInnen und Gäste über touristische Angebote der Innsbrucker Region informieren, steht künftig auch Kaiser Max als Ansprechpartner zur Verfügung – als KI-Avatar.
Aktuell spricht Avatar „Max“ Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch – und lernt laufend dazu.
Bis zu dieser Uhrzeit steht „Max“ täglich für Auskünfte zur Verfügung – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten.
150.000
So viele Gäste besuchen die Tourismusinformation jährlich –für sie alle ist „Max“ nun als digitaler Erstkontakt in den Abendstunden im Einsatz.
Wo klassische Fräsung wirtschaftlich an ihre Grenzen stößt, übernimmt bei Fertigungstechnik
Miller aus Ellbögen der Roboter: Per Großformat-3D-Druck entstehen organische und geometrisch komplexe Bauteile – materialeffizient und branchenübergreifend einsetzbar.
2,5 Meter
Reichweite des Industrieroboters
6 Achsen
für präzise Bewegungsfreiheit in alle Richtungen
über 1 Meter
Bauteilgröße im LFAM-Verfahren
Mit der neuen quantenoptischen Bodenstation „Marietta Blau“ am Hafelekar stärkt die Universität Innsbruck ihre internationale Position in der Quantenforschung. Die Anlage schafft eine wichtige Basis für die Entwicklung eines weltumspannenden Quanteninternets.

Höhe am Hafelekar gelegen
1 Meter
großer Spiegel im Ritchey-Chrétien-Teleskop
am 18. Mai 2026
eröffnet
Künstliche Intelligenz ist in vielen Tiroler Unternehmen bereits Alltag – von der automatisierten Texterstellung bis zur vorausschauenden Wartung in der Industrie. Juristisch kritisch wird es dort, wo Entscheidungen oder Inhalte von KI kommen, die bisher „menschlich“ verantwortet wurden. Genau hier greift der AI Act: Er verlangt klare Verantwortlichkeiten, Dokumentation, Transparenz und menschliche Beaufsichtigung („Human Oversight“) – und das spiegelt sich in künftigen Verträgen wider.
Wer KI-Systeme einkauft oder in Cloud-Diensten nutzt, sollte Verträge nicht mehr als bloße „IT-AGB“ behandeln. Zentral sind Fragen wie: Wer haftet, wenn die KI falsche Empfehlungen gibt und daraus ein Schaden entsteht? Welche Qualitäts- und Verfügbarkeitszusagen macht der Anbieter, und wie werden Updates oder Trainingsdaten kontrolliert? Werden Trainingsdaten des Anbieters mit Unternehmensdaten vermischt – und was bedeutet das für Geschäftsgeheimnisse?
Auch Arbeits- und Dienstverträge geraten ins Blickfeld: Wenn Mitarbeitende KI-Tools einsetzen, muss geregelt sein, welche Daten verwendet werden dürfen, wie mit Vertraulichkeit umzugehen ist und wer das Ergebnis einer KI-gestützten Arbeit letztlich verantwortet. Geschäftsordnung, Compliance-Richtlinien und Datenschutzdokumentation sollten den KI-Einsatz ausdrücklich erfassen, statt ihn „informell“ laufen zu lassen.

Für Tiroler Betriebe heißt das: KI-Einführung ist ohne Vertragsarbeit riskant. Wer jetzt Einkaufs-, Lizenz-, Cloud- und Arbeitsverträge überprüft und KI-Klauseln verankert, schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern verhandelt auch bessere Konditionen. Künstliche Intelligenz kann ein Wettbewerbsvorteil sein – aber nur, wenn sie auf einem rechtlich sauberen Vertragsfundament steht.
Dabei darf man aber auch nicht auf die menschliche Komponente vergessen, also die eigenen MitarbeiterInnen. Hier sind gezielte Schulungen und klare Weisungen (Stichwort: KI-Richtlinie) im Umgang mit KI unverzichtbar.
RA Dr. Georg Huber, LL.M. (Chicago)
RA Mag. Fabian Bösch, B.A.
GPK Rechtsanwälte www.lawfirm.at

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Im Fortschritt sicher verbunden. comworx.at
Digitalisierung muss nicht unpersönlich sein – das beweist die next:tirol. Die Messe bringt Softwareanbieter und Unternehmen auf Augenhöhe zusammen. Was du über das Event wissen solltest, das Tirol – und bald auch Salzburg und Kärnten – bewegt.
Text Haris Kovacevic
Die Firma HWXB gibt es bereits seit acht Jahren. Die Messe next:tirol selbst hat hingegen erst einmal stattgefunden – nämlich 2025.

Peter Hauser ist passionierter Triathlet. Beim Laufen kommen ihm die besten Ideen – so auch diese: Im August hatte er das Konzept, im Oktober ging die Messe bereits über die Bühne.
3.
Digitalisierung soll nicht das Ziel haben, möglichst alles digital ablaufen zu lassen – sondern mehr Zeit für direkten Kontakt und echte Gespräche schaffen. Das ist die Grundüberzeugung, auf der die next:tirol aufbaut.
Bei der Premiere 2025 waren rund 500 Personen vor Ort – AusstellerInnen und BesucherInnen zusammengezählt.
5.
Die Premiere 2025 zählte 45 Aussteller –eine beachtliche Zahl für eine Erstveranstaltung.
6.
Nachdem das Rohkonzept an einem Montag verschickt worden war, lagen bis Freitag bereits über 30 Anfragen vor – weit über alle Erwartungen hinaus. Eine Woche später war das Event ausgebucht.

7.
1.500
Die next:tirol bespielt das historische Salzlager in Hall in Tirol – eine besondere Location, die dem Event seinen unverwechselbaren Charakter gibt.
HWXB hat bereits mehr als 50 Digitalisierungsprojekte begleitet – mit Budgets zwischen 20.000 Euro und über einer Million Euro, für Unternehmen mit 26 bis 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Bei der next:tirol 2026 stehen AusstellerInnen und BesucherInnen im Mittelpunkt –ganz ohne Ablenkung durch Speaker, Keynotes oder Diskussionsrunden. Hier wird geredet, verglichen und entschieden.
10.
Bei der next:tirol lassen sich Tools unmittelbar gegenüberstellen. Wer tiefer in ein bestimmtes Werkzeug eintauchen möchte, kann direkt beim Anbieter einen Workshop besuchen.
11.
Die Workshops dauern 30 Minuten und können bequem online gebucht werden.
Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein VIP-Event in lockerer Atmosphäre. Mit dabei: Kabarettist Markus Linder, der ein eigens geschriebenes Bit zum Besten gibt.
Mit dem VIP-Ticket darf man den gesamten Nachmittag über gratis konsumieren und erhält exklusiven Zugang zur Abendveranstaltung.
14.
Der Messebesuch ist grundsätzlich kostenlos. Eine Onlineanmeldung samt Onboarding ist jedoch verpflichtend.

Aussteller können sich zwar einbuchen – aber next:tirol prüft genau. Entspricht eine Softwarefirma nicht den Qualitätsstandards, wird die Anfrage abgelehnt.

Auch bei Vorträgen gilt ein klarer Qualitätsanspruch: Inhaltslose Präsentationen oder reine Produktshows sind nicht erlaubt.
Die next:tirol ist branchenübergreifend interessant – es gibt keine Branche, die keinen Mehrwert daraus ziehen kann.

Interesse an Digitalisierungsdienstleistungen zeigen vor allem kleine und mittlere Unternehmen. 2026 wurde das Konzept angepasst, um auch mittelgroße und große Betriebe gezielt anzusprechen.
Das Organisationsteam besteht aus zehn Personen – der Kern daraus aus nur fünf.
Die Messe findet 2026 gleich dreimal statt:
• Salzburg, 25. Juni
• Kärnten, 24. September
• Tirol, 15. Oktober
Vom Quick-Check zum klaren Security-Report: Risiken erkennen und gezielt absichern.
Oft fehlt ein klarer Überblick
über den tatsächlichen Sicherheitsstatus der eigenen IT. Die Risiken können jedoch erheblich sein und im Ernstfall den laufenden Betrieb massiv beeinträchtigen. Kufgem Business unterstützt Unternehmen dabei, Klarheit zu gewinnen und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Vorgehensweise mit Struktur
Der erste Schritt: ein kostenloser IT-Security-Quick-Check. Dieser liefert eine erste Einschätzung der Sicherheitslage der bestehenden IT-Infrastruktur und zeigt potenzielle Schwachstellen auf. So
wird rasch sichtbar, wo mögliche Risiken bestehen.
Klarheit statt Rätselraten
Darauf aufbauend schafft ein IT-SecurityAssessment Klarheit auf Entscheidungsebene: Ein strukturierter Security-Report zeigt auf, wo die größten Risiken liegen, welche Schwachstellen tatsächlich kritisch sind und welche Maßnahmen sinnvoll priorisiert werden sollten. Konkrete Vorschläge zur Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen sind dabei bereits enthalten. So entsteht eine fundierte Grundlage, um gezielt zu investieren, Risiken zu minimieren und die eigene IT nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen.

Eine fundierte und individuelle Beratung ist der erste Schritt zu einer sicheren IT.
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Wie gelingt relevante Kommunikation in Zeiten der Content-Flut?
Diese Frage lockte EntscheiderInnen aus der regionalen Wirtschaft zum top.tirol KLUB-Event „KI KONKRET“ ins Zillertal.
top.tirol-GF Michael Steinlechner und Hotel-Post-Chef Alois Rainer eröffneten den Abend gemeinsam. In seiner Keynote lieferte KI-Experte Markus Kirchmair anschließend praxisnahe Impulse für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Unternehmenskommunikation. Besonderes Interesse weckte die Live-Demonstration des Tools Publishmotion: Die TeilnehmerInnen erlebten, wie sich professionelle redaktionelle Videoformate in kürzester Zeit erstellen lassen – ein Werkzeug, das top.tirol bereits im Tagesgeschäft nutzt. Beim anschließenden Networking-Dinner vertieften die Gäste den fachlichen Austausch in entspannter Atmosphäre.

Interessiert. Auch Wolfgang Novak (WAT Bauträger) trat die Reise ins Zillertal an.

Experte. Markus Kirchmair (Business Coach Tirol) erklärte die neuesten Entwicklungen am KI-Sektor.


top.tirol goes Unterland. Der KLUB lud diesmal zum exklusiven KIEvent ins Zillertal.

Tradition & Moderne. Zur Diskussion über die Innovationen der Zukunft wurde in der Stube Bodenständiges serviert.

Vertieft. Fabian Bösch (GPK Pegger Kofler & Partner Rechtsanwälte) und Barbara Moser (Spar) verfolgten die Präsentation mit großem Interesse.



Belustigt. Bernhard Praxmarer (ZIMA Tirol) und Alexander Wolf (ZIMA Tirol) wurden mit Anwendungsbeispielen in ihrer Branche überrascht.
Get-together. Stefanie Höllwarth (UNIQA) und Nikolaus Huter (Huter Invest) im Smalltalk mit Anna Füreder (top.tirol)
Herzlich willkommen. Hausherr Alois Rainer (Gasthof Post) und Medienmacher Michael Steinlechner (top.tirol) begrüßten die Gäste.

Masterminds. Georg Schönwiese (AV-Media) und Harald Kantschieder (AV-Media) sind die Köpfe hinter der bahnbrechenden Publishmotion-Technologie.

Inspirierende Gespräche. Alois Rainer im Austausch mit Franz Haidacher (Autohaus Haidacher)

Angeregtes Gespräch. Peter Hauser (HWXB) und Manuel Lutz (Vitalpin) ließen sich von den Expertenausführungen inspirieren.

Neue Perspektiven. Wolfgang Mayr (top.tirol) zeigte sich beeindruckt von den vorgestellten Technologien.
Ideen im Dialog. Markus Kirchmair (Business Coach Tirol) und Anna Füreder (top.tirol) lauschten gebannt den Ausführungen von Barbara Schmidt (Schmidt Strategieberatung).

Gemeinsame Perspektiven. Maria Moser (Spar) erörterte mögliche Anwendungen der neuen Technologien.


Impulsvortrag. KI-Insider Markus Kirchmair erklärte, wie Botschaften auch 2026 noch ankommen.
Fasziniert von Innovationen. Simone Tiberi (Hotel Sailer) und Romana Danzl (Empl Fahrzeugwerk) vertieften sich in eine spannende Debatte über KI-Trends.

Netzwerken. Fabian Bösch (GPK Pegger Kofler & Partner Rechtsanwälte) tauschte sich mit Ingrid Walder (Congress Centrum Alpbach) über die neuesten Trends aus.


Zukunftsvisionen. Franziska Trattler (Techem Austria) und Nina Mehrle (Techem Austria) tauschten sich über die Zukunft der KI aus.


Spannende Insights. Georg Schönwiese (AV-Media) zeigte Barbara Moser (Spar) und Maria Moser (Spar) konkrete KI-Anwendungsbeispiele.

Innovative Ansätze. Georg Schönwiese (AV-Media) und Michael Steinlechner (top.tirol) diskutierten leidenschaftlich über den Einsatz von digitalen Zwillingen.
Hausherr. Alois Rainer (Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Gasthof Post) lud gemeinsam mit top. tirol zum spannenden KI-Event.

Und aus. Der top.tirol-KLUB sagt Danke. Der nächste Event kommt bestimmt.

Stärkung. Zillertaler Krapfen lieferten neue Energie.

Im Austausch. Simon Oberreiter (Tiroler Wirtschaftsbund), Christian Nigg (Tiroler Wohnbau), Franz Haidacher (Autohaus Haidacher) diskutierten über die Zukunft der KI.

Businessmeeting. Der top.tirol-KLUB lädt die Tiroler Wirtschaft immer wieder zum ungezwungenen Get-together.

KLUB-KI-Event im Zillertal verpasst?
top.tirol nutzt für seine Social-Media-Auftritte digitale Zwillinge von Publishmotion. Das bedeutet, dass top.tirol-News auf YouTube und Instagram nicht mehr von realen RedakteurInnen moderiert werden. Stattdessen kommen ihre digitalen Klone in einem KI-animierten Studio zum Einsatz.
Wie das konkret ausschaut, sehen Sie hier
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DIGITALISIERUNGSFEHLER
Drei von vier Digitalisierungsprojekten scheitern. Das ist keine Behauptung, das ist Realität. Peter Hauser weiß das aus jahrelanger Erfahrung – er begleitet Unternehmen durch ihre digitale Transformation und sieht dabei immer wieder dieselben Fehler. Im Gespräch hat er die wichtigsten Stolpersteine benannt – und erklärt, wie man sie umgeht.
Text Haris Kovacevic
„Viele Unternehmen bauen ihre Digitalisierung mit teuren Tools auf – aber ohne Plan.“ Das Muster ist vertraut: Ein Unternehmen kauft eine Softwarelösung nach der anderen, weil der Markt es verlangt oder die Konkurrenz mitzieht. Was fehlt, ist eine klare Strategie – also die Frage, wie Mensch und Software wirklich zusammenarbeiten sollen. Mittlere und große Firmen ersticken laut Hauser oft förmlich an den vielen Systemen, die sie sich angeschafft haben. Sein Rat: Zuerst standardisieren und vereinfachen, dann erst automatisieren.
„Sattle das Pferd von der richtigen Seite auf.“ Nicht alles, was sich digitalisieren lässt, sollte auch digitalisiert werden. Hauser empfiehlt, zunächst die eigenen Prozesse genau unter die Lupe zu nehmen: Wo gibt es Verschwendung? Wo lohnt sich Automatisierung? Und vor allem: Wo sind die Stammdaten sauber genug, um überhaupt mit digitalen Lösungen zu arbeiten? Digitalisierung ohne solide Datenbasis ist wie Bauen auf Sand.
3. Wenn der Prozess kaputt ist, hilft auch
„Was im Unternehmen nicht funktioniert, wird mit Software auch nicht gehen.“ Ein häufiger Denkfehler: Digitale Tools werden als Problemlöser gesehen. Dabei können sie nur das abbilden, was vorher bereits funktioniert. Wer also hofft, mit einer neuen Software ein grundlegendes Organisationsproblem zu beheben, wird enttäuscht werden. Hauser ist klar: Erst die Prozesse reparieren, dann digitalisieren.
„Was im Unternehmen nicht funktioniert, wird mit Software auch nicht gehen.“
Peter Hauser

Peter Hauser ist Geschäftsführer bei HWXB und begleitet Unternehmen zusammen mit seinem Geschäftspartner Vinzenz Wolf und ihrem gesamten Team bei der strategischen und operativen Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.
„Pilotprojekte
haben den Vorteil, dass Mitarbeitende von Funktion und Nutzen der Digitalisierung überzeugt werden können, bevor der große Rollout beginnt.“
Peter Hauser
Eines der größten Probleme in Digitalisierungsprojekten – und häufige Ursache für Verzögerungen oder unbefriedigende Ergebnisse – ist das Fehlen einer internen Projektleitung, die die Interessen und Ziele des Unternehmens aktiv vertritt. Es reicht nicht aus, dass die Softwarefirma die Projektführung übernimmt: Es braucht eine interne Ansprechperson, die als Schnittstelle zwischen dem eigenen Unternehmen und dem Softwarepartner fungiert – und sicherstellt, dass beide Seiten ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen. Diese Rolle kann intern besetzt werden, sofern die fachlichen und zeitlichen Ressourcen vorhanden sind; alternativ empfiehlt sich die Einbindung eines externen Partners. Eine Digitalisierung ohne dedizierte Projektleitung auf Unter nehmensseite ist ein erhebliches Risiko – und sollte in keinem Projekt zur Option werden. Handle nur, was du auch verstehst.
Digitalisierungsmaßnahmen aus Angst heraus zu treffen –aus der Sorge, den Anschluss zu verlieren oder unwissend zu wirken – ist ein Fehler. Hauser betont: Jede Maßnahme muss nachvollziehbar sein. Wer nicht erklären kann, was ein System tut oder warum ein Projekt gestartet wird, sollte es lassen. Denn ohne Verständnis gibt es keine Kontrolle – und ohne Kontrolle kein Vertrauen der Belegschaft.
„Pilotprojekte statt Großtransformation.“ Die sogenannte „Big Bang“-Digitalisierung – also der Versuch, alles auf einmal umzustellen – ist einer der häufigsten Gründe für das Scheitern. Hauser setzt auf iterative Ansätze: Klein starten, testen, lernen, anpassen.
„Pilotprojekte haben den Vorteil, dass Mitarbeitende von Funktion und Nutzen der Digitalisierung überzeugt werden können, bevor der große Rollout beginnt“, so Hauser. Und: Das Unternehmen geht kein existenzgefährdendes Risiko ein.
„Technologie ist nur die Hälfte – Akzeptanz ist entscheidend.“
Widerstand gegen digitale Veränderungen entsteht fast immer dort, wo Menschen nicht abgeholt wurden. Hauser sieht das als eine der größten Hürden: mangelndes Change Management. Wer Mitarbeitende früh einbindet, Ziele transparent kommuniziert und Verantwortlichkeiten klar verteilt, erhöht die Erfolgschancen eines Projekts erheblich. Digitalisierung ist kein IT-Projekt, es ist ein Menschenprojekt.
„Im besten Fall schafft Digitalisierung Raum für das, was Menschen wirklich können.“
Peter Hauser
„Im besten Fall schafft Digitalisierung Raum für das, was Menschen wirklich können.“ Der Wandel lässt sich nicht aufhalten. Corona hat Online-Meetings zur Norm gemacht, die KI-Welle verändert gerade die nächste Schicht. Unternehmen, die sich dem widersetzen, werden nicht überleben. Aber: Wer Digitalisierung richtig angeht, schafft keine Jobvernichtungsmaschine – sondern gibt Menschen die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich Wert schöpft.
An Claude kommen Sie nicht vorbei.
Viele Berufstätige stellen Chatbots wie Claude oder ChatGPT inzwischen erste Fragen im Büroalltag. Was dabei meist unentdeckt bleibt: Der eigentliche Produktivitätssprung beginnt erst danach. Claude lässt sich z. B. direkt in Word, Excel und PowerPoint einbinden, mit EMail, Kalender und Cloud-Diensten verbinden und über Skills so trainieren, dass wiederkehrende Aufgaben weitgehend automatisch ablaufen.
Der neue Kurs „KI im Berufsalltag mit Claude“ am BFI Tirol macht genau diesen Schritt greifbar. Berufstätige, Führungskräfte und Wissensarbeiter_innen lernen das vollständige Ökosystem kennen, richten Konnektoren ein, delegieren mehrstufige Aufgaben in Claude

Cowork und bauen ihre ersten automatisierten Abläufe auf - alles praxisnah und direkt am eigenen Notebook.
Entdecken Sie den KI-Schwerpunkt am BFI Tirol –vom Überblick bis zur Spezialisierung.
KI im Berufsalltag mit Claude
Start am 10. Juni 2026
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Chancen nutzen, Risiken minimieren
Start am 9. Juni 2026
KI-Führerschein: Grundlagen und Verantwortung gemäß EU AI Act
Start am 6. Oktober 2026
Fachausbildung für KI-Beauftragte
Start am 9. Oktober 2026
Einführung in Microsoft 365 Copilot
Start am 14. Oktober 2026
Programm und Anmeldung unter www.bfi.tirol
Start: 10. Juni 2026, 12 UE in Präsenz, 490,– €
Künstliche Intelligenz für HR-Mitarbeiter_innen
Start am 14. Oktober 2026
Jetzt Wunschkurs buchen auf www.bfi.tirol!
Eigene GPTs und Projekte aufbauen
Start am 15. Oktober 2026
OMC - Online Marketing Conference Am 5. November 2026
KI in Marketing und Vertrieb: Strategien und Automatisierung
Start am 6. November 2026
KI macht Hollywood für Marketing-Producer
Start am 1. Dezember 2026

Michael Mairhofer (Industriellenvereinigung Tirol), Sybille Regensberger (Wirtschaftskammer Tirol), Marcus Hofer (Standortagentur Tirol) und Roman Seyyed (digital.tirol)
Tirol hat seine Digitalisierungsangebote für Unternehmen neu gedacht: übersichtlich, zugänglich und durchgehend begleitet. Ein Überblick über das regionale Ökosystem und seine vier zentralen Akteure.
D„digital.tirol ist der zentrale Einstiegspunkt für die digitale Transformation in Tirol. Wir wollen, dass kein Betrieb am Anfang steht und nicht weiß, wohin er sich wenden soll.“
Roman Seyyed, Projektleiter digital.tirol
igitalisierung ist für viele Betriebe ein großes Wort mit unklarem Anfang. Wo beginnen? Wer hilft weiter? Welche Förderungen gibt es? Tirol hat darauf eine strukturierte Antwort: ein aufeinander abgestimmtes Netzwerk aus vier Initiativen, das Unternehmen durch den gesamten Prozess begleitet – von der ersten Standortbestimmung über die Umsetzung konkreter Vorhaben bis hin zur Einbindung in europäische Netzwerke. Der Ansatz ist bewusst aus Unternehmenssicht gedacht: nicht Programme im Vordergrund, sondern der Nutzen für den Betrieb.
digital.tirol – der erste Schritt
Wer noch nicht weiß, wo er steht, findet bei digital.tirol einen niederschwelligen Einstieg. digital.tirol ist ein umfassendes ExpertInnen-Netzwerk, bestehend aus
der Standortagentur Tirol, der Industriellenvereinigung Tirol, der Lebensraum Tirol Holding, der Wirtschaftskammer Tirol sowie der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT). Die Landesinitiative bündelt Informationen, Angebote und AnsprechpartnerInnen aus der regionalen Förder- und Beratungslandschaft und lotst Betriebe systematisch zu passenden Programmen und Services weiter.
„digital.tirol ist ein wichtiger erster Einstiegspunkt für die digitale Transformation in Tirol. Wir wollen, dass kein Betrieb am Anfang steht und nicht weiß, wohin er sich wenden soll“, erklärt Projektleiter Roman Seyyed.
DIH West – Expertise aus der Wissenschaft
Wer konkrete Vorhaben angehen möchte, wird beim Digital Innovation

Das Netzwerk im Überblick
• digital.tirol Orientierung & Einstieg
• DIH West Umsetzung & Wissenschaftszugang
• EDIH Crowd in Motion - AI Skalierung & Europaanschluss
• Cluster IT Tirol Vernetzung & Wissenstransfer
• datahub.tirol Dateninfrastruktur

Die Landesinitiative digital.tirol, koordiniert von der Standortagentur Tirol, bringt die richtigen Akteure zusammen – für Digitalisierung, die in der Praxis ankommt.
Hub West fündig. Er bildet das operative Zentrum des Netzwerks und verschafft KMU direkten Zugang zu wissenschaftlicher Expertise aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ob Kompetenzaufbau durch Workshops und Trainings, Begleitung laufender Digitalisierungsprojekte oder die Identifikation ungenutzter Innovationspotenziale – der DIH West ist als verlässlicher Partner entlang der gesamten Entwicklung präsent. Er begleitet Betriebe vom ersten Bewusstsein für Handlungsbedarf bis zur fertigen Lösung und schlägt dabei die Brücke zwischen wirtschaftlicher Praxis und angewandter Forschung.
EDIH Crowd in Motion - AI –Anschluss an Europa
Der European Digital Innovation Hub öffnet die Türen zu europaweiten Netzwerken, Fördermöglichkeiten und technologischen Standards. Innovationen werden skalierbar, Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen übersetzt. Für Tiroler Unternehmen bedeutet das den Zugang zu Ressourcen und Kooperationspartnern, die weit über die Region hinausreichen, und die Mög-
„Tirol hat in den letzten Jahren ein starkes digitales Ökosystem aufgebaut – mit Initiativen, die wirklich ineinandergreifen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Angebot für Unternehmen greifbar und nutzbar zu machen.“
Marcus Hofer, Geschäftsführer Standortagentur Tirol
lichkeit, auf europäischer Ebene sichtbar und wettbewerbsfähig zu werden.
Cluster IT Tirol – langfristig vernetzt Für nachhaltige Innovationsdynamik sorgt der Cluster IT Tirol: durch branchenübergreifende Kooperationen und den gezielten Wissenstransfer in marktreife Produkte und Dienstleistungen. Wer einmal eingebunden ist, profitiert dauerhaft von Kontakten, Projekten und gemeinsamen Entwicklungen.
„Tirol hat in den letzten Jahren ein starkes digitales Ökosystem aufgebaut – mit Initiativen, die wirklich ineinandergreifen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Angebot für Unternehmen greifbar und nutzbar zu machen“, sagt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur
Tirol. Das Ergebnis: mehr Effizienz, höhere Wettbewerbsfähigkeit und neue Geschäftsmodelle für Betriebe, die den nächsten Schritt wagen.
datahub.tirol - Infrastruktur zum Ausprobieren datahub.tirol bietet Unternehmen einen einfachen Einstieg, um datenbasierte Anwendungen in der Praxis zu testen und gezielt weiterzuentwickeln. Das Angebot unterstützt Betriebe dabei, Daten sicher und strategisch zu nutzen und daraus neue Geschäftsmodelle abzuleiten. Im Zentrum steht ein EU-konformer Data Space, der einen vertrauensvollen Datenaustausch und die intelligente Verknüpfung von Daten ermöglicht. Beratung sowie praxisnahe Workshops begleiten Unternehmen von der ersten Idee bis zur Umsetzung datengetriebener Wertschöpfung.
Jetzt einsteigen: digital.tirol auf LinkedIn oder unter www.digital.tirol


DEN ANDEREN VORAUS
Die Frage ist längst nicht mehr, ob, sondern wie. Viele Tiroler Unternehmen treiben den digitalen Wandel aktiv voran – und das auf höchst unterschiedliche Weise, vom Futterroboter im Stall bis zur Virtual Reality im Showroom. Was sie eint: Sie warten nicht, sie gestalten.
Text
Anna Füreder
Digitalisierung macht vielen Angst – und das nicht zu Unrecht. Sie verändert Berufsbilder, stellt bewährte Prozesse infrage und fordert Investitionen, deren Nutzen sich erst zeigen muss. Gleichzeitig steckt in ihr ein Potenzial, das kaum ein anderes
Thema unserer Zeit bietet: mehr Effizienz, neue Geschäftsmodelle, bessere Entscheidungen auf Basis von Daten. Wer den Wandel aktiv angeht, statt ihn abzuwarten, verschafft sich einen Vorsprung. Dass das auch abseits der großen Metropolen gelingt, beweisen Unternehmen und Initiativen aus Tirol.
Hinter jedem Gehege steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Der Alpenzoo hat deshalb gemeinsam mit Artfabrik eine App entwickelt, die genau das erfahrbar macht. Mithilfe von Illustrationen, Größengrafiken, Gehegevideos, Chatsystemen, Quizzen und Bildscans können BesucherInnen auf interaktive Entdeckungstour gehen.

Was ein Neubau mit dem Panorama macht, lässt sich in Schwaz und Kufstein bereits lange vor dem ersten Spatenstich simulieren. Das Vermessungsunternehmen Trigonos hat beide Städte per Drohne mit Kamera und Laserscan millimetergenau erfasst und in digitale Zwillinge übersetzt. Werden geplante Gebäude ins 3D-Modell eingespeist, ist ihre Wirkung auf Sichtachsen und Stadtbild sofort ablesbar.


Blutzucker messen ohne Stich – was wie Zukunftsmusik klingt, arbeitet das Innsbrucker Medizintechnik-Startup Healink bereits aus. Seit 2024 entwickeln Gründerin Helin Hussein, Matthias Hansen und Jannis Pohl das Sensorsystem LifeSense: eine nicht-invasive Lösung, die DiabetikerInnen den täglichen Pikser ersparen soll. 2025 wurde das Projekt mit dem Tiroler Innovationspreis ausgezeichnet.
Wenn Rettungsschlitten, Röntgenbilder und Wetterdaten in dieselbe Datenbank fließen, entsteht ein neues Bild vom Skiunfall. Genau das steckt hinter WinterSafe. Die Tiroler Initiative von Land, Gesundheitsversorgern und regionalen Partnern durchleuchtet, wann und warum Pisten gefährlich werden. Schneeverhältnisse, Tageszeit, Temperatur – aus diesen Variablen werden konkrete Präventionsmaßnahmen abgeleitet.
Dass selbst der Stall keine digitalfreie Zone mehr ist, zeigt Josef Hetzenauer aus Langkampfen. Aus einem selbst konstruierten Futterroboter entstand Hetwin –heute ein international tätiges Unternehmen, das Stallarbeit automatisiert. Roboter wie der „Aranom“ übernehmen die Fütterung vollautomatisch, schienenfrei und ohne Dieselantrieb.

Was Datingapps längst können, funktioniert jetzt auch auf dem Arbeitsmarkt. Der KIChatbot von Wependio bringt Jobsuchende und Arbeitgeber in den Regionen Ischgl, Galtür, Kappl und See zusammen. Das Tiroler Start-up hat den Bot so entwickelt, dass er Bewerbende individuell begleitet und anhand ihrer Qualifikationen, Interessen und Erfahrungen passende Stellen vorschlägt.

Reinigungsplan auf Papier, Checkliste im Ordner, Einschulung mündlich – in vielen Betrieben ist das noch Realität. Der Hygienespezialist Hollu hat genau hier angesetzt. Mit NOA bringt das Unternehmen Aufgaben, Reinigungspläne und Dokumentationspflichten auf eine digitale Plattform. Mitarbeitende werden per App durch Arbeitsschritte geführt und neue Teammitglieder über eine integrierte Lernplattform eingeschult.

Statt auf klassische Produktbroschüren und statische Ausstellungsstücke setzt iDM auf immersive Technologie und lässt KundInnen im Showroom wortwörtlich in die Welt der Wärmepumpe eintauchen. Das XR Studio Mediasquad entwickelte für den Tiroler Wärmepumpenspezialisten eine VRAnwendung, die bis zu sechs Personen gleichzeitig durch das gesamte Produktportfolio führt und technische Abläufe anschaulich erlebbar macht.

Dass Handwerk und Digitalisierung zusammenpassen, beweist der Dachund Spenglereibetrieb Hermann Dagn in Kössen seit einigen Jahren eindrücklich. Ein umfangreiches Investitionsprojekt hat die Produktion auf Industrie 4.0 gehoben – modernisiert wurde dabei das gesamte Werksgelände, von den Produktionshallen bis zum Bürogebäude.

Mahlgrad, Temperatur, Wassermenge: Perfekter Kaffee ist präzise – und kompliziert. Das Innsbrucker Start-up Datum Coffee vereinfacht das mit einem digitalen Ökosystem aus Kaffeemaschine, Mühle und Rezeptplattform. Gründer Nikolaus Potapow und Christoph Konheisner haben es so konzipiert, dass ein Foto der Kaffeepackung genügt. Das System erkennt die Sorte und stellt alle Brühparameter automatisch ein.

Wie wäre es, durch Kitzbühel zu spazieren, ohne physisch vor Ort zu sein? Genau das macht die Gamsstadt mit ihrem digitalen Zwilling möglich. Die gesamte Innenstadt wurde als 3D-Welt nachgebildet, in der BesucherInnen als Avatare flanieren, Geschäfte entdecken und mit anderen virtuellen Gästen in Echtzeit interagieren können.
Auf Baustellen zählt jede Stunde. Fällt eine Maschine ungeplant aus, stockt der gesamte Ablauf. Tyrolit begegnet diesem Problem mit „MoveSmart“ – einer Plattform, die Maschinen und Anlagen in Echtzeit überwacht. Standorte werden verfolgt, Servicezustände gemeldet, Wartungen vorausschauend geplant. Baustellen, Lagerverwaltung und Projektplanung laufen ebenfalls über die Plattform, abrufbar per App oder Webversion.


Wer im Hotel Sonnenhof eincheckt, findet in jedem der 16 Zimmer einen digitalen Begleiter. Der Sprachassistent liefert Ausflugstipps, Wetterinfos und Resortinformationen auf Zuruf, rund um die Uhr. Umgesetzt wurde die Technologie von Speed-U-up, das digitale Erlebnisservices für den Alpentourismus entwickelt.

Himbeeren ohne Erde – was zunächst widersprüchlich klingt, ist bei Mair’s Beerengarten in Rietz gelebte Realität. Markus Mair und sein Bruder kultivieren ihre Beeren in Substrattöpfen unter Folientunneln, bewässert und gedüngt über ein sensorgesteuertes Tröpfchensystem. Jede Pflanze wird so individuell versorgt: Der Wasserverbrauch sinkt um bis zu 70 Prozent, während der Ertrag deutlich steigt.
MED-EL zählt zu den weltweit führenden Herstellern implantierbarer Hörlösungen und treibt die Digitalisierung der Hörversorgung konsequent voran. Ein Beispiel dafür ist die „HearCare“App: Sie ermöglicht NutzerInnen, ihr Cochlea-Implantat bequem von zu Hause aus zu optimieren – ganz ohne Klinikbesuch. Updates werden automatisch synchronisiert, Einstellungen lassen sich direkt per Smartphone anpassen.

Einen Schritt vergessen, ein Teil falsch eingebaut – in der Serienproduktion könnten kleine Fehler große Folgen haben. Der Gartengerätehersteller Stihl begegnet diesem Risiko mit einem digitalen Montageassistenzsystem, das in Kooperation mit dem Zentrum für Produktion, Robotik und Automatisierung am MCI entwickelt wird. Das System unterstützt Mitarbeitende durch verschiedene digitale Technologien – so zeigt es etwa digitale Montageanleitungen an, assistiert mit Sprachbefehlen oder trackt Handbewegungen und meldet Montagefehler in Echtzeit.
Die Stadtwerke Wörgl beschränken sich längst nicht mehr auf Strom, Wasser und Wärme. Mit comWORX.SOLUTIONS kümmern sie sich auch um die digitale Infrastruktur regionaler Betriebe – von IT-Sicherheit und Datensicherung über Cloud-Telefonie bis zum laufenden Support. Kurze Wege, persönliche Betreuung, lokale Verankerung stehen dabei im Fokus.

FULL-SERVICE-AGENTUR
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Vom ersten Eindruck bis zur fertigen Plattform:
Wir entwickeln Markenauftritte, Websites, Kampagnen und digitale Systeme, die Unternehmen moderner wirken lassen und besser funktionieren.
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Markenstrategie
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WEB & DIGITAL
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Lass uns gemeinsam digitale Erlebnisse schaffen, die begeistern und Ergebnisse liefern.
Lead
Daten & Performance
Was war der ursprüngliche Gedanke hinter der NOBUGS Group?
Die NOBUGS IT GmbH wurde von Ajdin Gazija und Christian Machalitzky 2018 gegründet und hat sich seitdem mit der NOBUGS Marketing GmbH und der NOBUGS Sales GmbH zur NOBUGS Group mit einer klaren Vision entwickelt: Über die Jahre und mit den heutigen Anforderungen hat sich ganz klar herauskristallisiert, dass es nicht reicht, nur einzelne Lösungen anzubieten. Es braucht ein ganzheitliches System, das Unternehmen in allen Bereichen der digitalen Geschäftsentwicklung unterstützt.
Warum reicht es heute nicht mehr, nur einzelne Dienstleistungen anzubieten?
Die Anforderungen an Unternehmen haben sich geändert. Heutzutage erwarten unsere Kunden eine durchdachte Gesamtlösung, die nicht nur die Technik verbessert, sondern auch die Art und Weise, wie sie ihre Daten nutzen, ihre Kommunikation gestalten und ihre Prozesse optimieren. In der Vergangenheit konnten IT- und Marketinglösungen oft isoliert betrachtet werden. Aber in einer digitalen Welt ist es entscheidend, dass diese Bereiche zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt sind, um echte Synergien zu schaffen.
Was ist die Grundidee hinter NOBUGS Business Control und welches Problem löst dieses Gesamtpaket für Unternehmen? NOBUGS Business Control ist die Antwort darauf, dass viele Unternehmen ihre Daten nicht in einem zentralen System bündeln und daraus

keine handlungsfähigen Erkenntnisse gewinnen. Die Grundidee hinter Business Control ist, Unternehmen ein flexibles, anpassbares Steuerungssystem zu bieten, das alle Unternehmensbereiche miteinander verknüpft. Es gibt klare KPIs, Dashboards und eine kontinuierliche Steuerung, die es den Unternehmen ermöglichen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Warum ist Controlling ein wichtiger Bestandteil moderner Digitalisierung? Controlling ist in der heutigen Digitalisierung unverzichtbar, um die Wirkung der implementierten IT- und Marketinglösungen messbar zu machen. In einer Zeit, in der Unternehmen auf Daten angewiesen sind, geht es nicht nur darum, diese Daten zu sammeln, sondern sie auch richtig zu interpretieren und in Entscheidungen umzuwandeln. Controlling sorgt dafür, dass jede digitale Maßnah-
me und jedes System einen klaren Nutzen hat. Nur so können Unternehmen sicherstellen, dass sie ihre Ressourcen effizient einsetzen und ihre digitalen Investitionen tatsächlich Wert schaffen.
Inwiefern bereitet NOBUGS Business Control Unternehmen auf die zukünftige Implementierung von KI-Lösungen vor? NOBUGS Business Control sorgt dafür, dass Unternehmen von Grund auf mit sauberen und strukturierten Daten arbeiten. Diese Datenbasis ist der Schlüssel, um zukünftig KI-Lösungen sinnvoll zu integrieren. Durch die präzisen KPIs und Dashboards liefert es die Grundlage für prädiktive Analysen und Automatisierungen, die mit KI noch leistungsstärker werden. Wir machen Unternehmen fit für den nächsten Schritt in der Digitalisierung – mit einer sauberen Datenbasis für effiziente KI-Integration.
















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Daten sind schon lange kein technisches Nebenprodukt mehr, sondern entwickeln sich zum zentralen Werttreiber moderner Unternehmen. Im Gespräch gibt Vincent Fourmi von Woodmark Consulting Einblicke in das Warum.
„In vielen Unternehmen werden KI-Projekte gestartet, ohne dass vorher geklärt ist, wie mit den zugrunde liegenden Daten eigentlich systematisch gearbeitet werden soll.“
Vincent Fourmi, Geschäftsführer
Woodmark Consulting
Welchen Stellenwert schreiben Sie Daten für Unternehmen zu? Vincent Fourmi: „Data is the new oil“ – das heißt: Daten werden künftig im Zentrum jedes Unternehmens stehen und zu den wichtigsten Assets überhaupt zählen. Gerade im KI-Zeitalter wird das noch wichtiger, weil vieles schneller und stärker automatisiert abläuft. Große Sprachmodelle sind dabei für sich genommen noch kein echter Wettbewerbsvorteil. Wenn ich mich also vom Wettbewerb abheben will, gelingt das nur über Daten – vor allem über Daten, die exklusiv mir gehören. Ich verbildliche das gerne so: Eine KI ohne Daten ist wie ein Schwimmbad ohne Wasser.
Wo liegen die typischen Fehler von Unternehmen beim Thema Daten? In vielen Unternehmen werden KI-Projekte gestartet, ohne dass vorher geklärt ist, wie mit den zugrunde liegenden Daten eigentlich systematisch gearbeitet werden soll. Gleichzeitig gibt es auch Unternehmen, die zwar eine Datenstrategie haben, aber keine saubere Data Governance oder Datensicherheit. Das bringt erhebliche Risiken mit sich.
„Wenn solche Tools nicht richtig eingesetzt werden, können sensible Unternehmensinformationen ungewollt nach außen gelangen.“
Vincent Fourmi

Vincent Fourmi ist seit rund 25 Jahren im Umfeld von Business Intelligence, Daten und KI tätig. Nach Stationen bei Johnson & Johnson und Deloitte ist er seit 18 Jahren bei Woodmark Consulting in Düsseldorf tätig und seit 13 Jahren Mitglied des Vorstands sowie Geschäftsführer. Dort verantwortet er die Bereiche Sales, Marketing, Finance und HR.
Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat eine Datenstrategie für Unternehmen? In einer ersten Phase geht es in der Regel vor allem um Kostenreduktion. In einem zweiten Schritt steht dann die Steigerung von Umsätzen und Erträgen im Fokus. Man muss dabei auch den europäischen Kontext mitdenken: Wir haben einen Fachkräftemangel, und KI ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Unternehmen, die sich nicht mit diesen Technologien auseinandersetzen, werden es künftig schwer haben, Mitarbeitende zu halten, die genau mit solchen Tools arbeiten wollen.
Was zeichnet eine gute Datenstrategie aus? Eine Datenstrategie muss erstens klar in der Unternehmensstrategie verankert sein. Es kann keine Datenstrategie geben, die davon losgelöst ist. Wenn ein Unternehmen etwa in neue Märkte gehen will, muss die Datenstrategie das unterstützen. Wenn der Fokus auf exzellentem Kundenservice liegt, dann muss sie genau darauf ausgerichtet sein. Zweitens braucht es – vor allem in mittelgroßen und großen Organisati-
onen – eine klare Datenorganisation. Es muss eindeutig geregelt sein, wer für Daten verantwortlich ist. Drittens ist Data Governance zentral. Eine interessante Studie zeigt: In Deutschland nutzen nur rund 17 Prozent der Unternehmen KI-Tools flächendeckend – gleichzeitig arbeiten aber über 60 Prozent der Mitarbeitenden bereits individuell damit, oft auch über private Zugänge wie ChatGPT. Das birgt ein klares Risiko: Wenn solche Tools nicht richtig eingesetzt werden, können sensible Unternehmensinformationen ungewollt nach außen gelangen.
Was kostet eine Datenstrategie? Das hängt stark von der Größe des Unternehmens und der Anzahl der Use Cases ab. Für sehr kleine Unternehmen
Der Umgang mit Daten in Unternehmen besteht laut Vincent Fourmi aus mehreren Schichten – wie bei einer Torte. Erst wenn die Basis steht, kann die nächste Schicht aufgebaut werden.
Die Kirsche: Quantencomputing
Ganz oben steht eine Zukunftstechnologie: Quantencomputing. Sie ermöglicht extrem komplexe Berechnungen, die klassische Systeme überfordern, befindet sich aber noch im frühen Entwicklungs- und Teststadium.
Die zweite Schicht: Analysen & Anwendungen
Sind die Daten verfügbar, können sie genutzt werden – etwa für Berichte, Visualisierungen, IoT-Auswertungen oder Dashboards, die Entscheidungen im Alltag unterstützen.

Die Kuchenplatte: Datenstrategie
Die dritte Schicht: Künstliche Intelligenz
Darauf aufbauend kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. Mit maschinellem Lernen und modernen Methoden werden Daten tiefer analysiert, Prozesse optimiert und Entscheidungen verbessert.
Die erste Schicht: Datenplattform
Auf der Grundlage der Datenstrategie wird die technische Basis geschaffen: eine zentrale Plattform, auf der alle Unternehmensdaten gesammelt, gespeichert und verbunden werden.
Alles beginnt mit der Datenstrategie. Sie definiert, wofür Daten im Unternehmen genutzt werden sollen, wer verantwortlich ist und welche Regeln für den Umgang gelten.

„Neben dem klassischen Personalorganigramm wird es künftig ein zusätzliches ,Agent-Organigramm‘ geben.“
Vincent Fourmi
können bereits rund 20.000 Euro sehr viel bewirken. Bei mittelgroßen Unternehmen liegen die Kosten eher bei etwa 100.000 Euro und bei größeren bei rund 200.000 Euro.
Wann rechnet sich die Investition?
Unser Ziel ist es grundsätzlich, dass der Return on Investment innerhalb eines Jahres sichtbar wird.
Tirol hat viele kleinstrukturierte Unternehmen. Wenn wir jetzt von einem Tischlereibetrieb mit zehn Angestellten sprechen – haben die überhaupt genug Daten und Ressourcen dafür? Ja, absolut. Wir haben zum Beispiel auch schon mit einer kleineren Metzgerei gearbeitet, die fünf Filialen hatte. Auch dort konnten wir ein sinnvolles Projekt umsetzen. Früher waren Datenprojekte oft echte Millionenprojekte. Durch KI sind viele Lösungen heute aber gut reproduzierbar – dadurch las-
sen sich Projekte deutlich schneller und kosteneffizienter umsetzen.
Welchen Tipp würden Sie Unternehmen in puncto Daten geben, um in drei Jahren die Nase ein Stück vorne zu haben? Durch den Einsatz von KI wird sich die Effizienz in allen Unternehmensbereichen grundlegend verändern. Diese sogenannten Agents sorgen dafür, dass Unternehmen quasi Tausende kleine „virtuelle Praktikanten“ zur Verfügung haben. Das bedeutet auch: Die Organisation wird sich stark wandeln. Neben dem klassischen Personalorganigramm wird es künftig ein zusätzliches „Agent-Organigramm“ geben. Diese digitalen Einheiten werden ähnlich wie Teams gesteuert, delegiert und orchestriert. Unternehmen, die das heute schon verstanden haben, bereiten sich darauf vor, eine hybride Organisation aus Menschen und digitalen Agents aufzubauen.
Vincent Fourmi (rechts) sieht Daten als einen der wichtigsten Vermögenswerte von Unternehmen.

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Simon Meinschad, Geschäftsführer, und Udo Amann, Geschäftsleitung Finanzen & Infrastruktur, über IT 2030, Daten und KI

DKI wird bei hollu nur dort eingesetzt , wo sie echten Mehrwert bringt und das Team entlastet. Denn der Mensch steht bei hollu an erster Stelle.
igitale Systeme prägen hollu bereits seit Jahren. Doch mit neuen Technologien, wachsenden Datenmengen und KI verschieben sich die Anforderungen spürbar. Wie hollu mit IT 2030 darauf antwortet und warum Change Management dabei eine zentrale Rolle spielt, erfahren Sie im Interview.
Herr Meinschad, was verbirgt sich hinter dem Begriff hollu IT 2030?
Simon Meinschad: Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, Digitalisierung nicht punktuell zu betreiben, sondern systematisch. In den letzten Jahren sind Lösungen gewachsen, die ihren Zweck erfüllt haben, aber zunehmend an Grenzen stoßen. Mit hollu IT 2030 schaffen wir eine skalierbare und zukunftsfähige IT-Architektur, abgestimmt auf unsere Unternehmensstrategie und neue Anforderungen wie KI oder datengetriebene Geschäftsmodelle.
hollu x HWXB (v. l. n. r.): Peter Hauser (HWXB), Udo Amann (hollu Geschäftsleitung Finanzen & Infrastruktur), Julia Unterlechner (hollu Kommunikation), Daniela Jourdan (hollu Bereichsleitung Marketing), Vinzenz Wolf (HWXB) und Simon Meinschad (hollu Geschäftsführer)
Herr Amann, was bedeutet das konkret in Bezug auf die IT-Infrastruktur?
Udo Amann: Wir entwickeln unsere IT von einer zentralen Lösung hin zu einem flexiblen System. Es wird ein zentrales ERP geben, aber ergänzt durch spezialisierte Anwendungen – etwa für Vertrieb, Datenanalyse oder E-Commerce. Eine Integrationsplattform sorgt dafür, dass alle Systeme sauber miteinander kommunizieren und auf derselben Datenbasis arbeiten. Das macht uns flexibler und wir können schneller auf neue Anforderungen reagieren.
Der Vertrieb ist ein zentrales Element. Was ändert sich hier?
Simon Meinschad: Unser Ziel ist es, den Vertrieb digital besser zu unterstützen. Systeme wie Webshop, ADIS und CRM werden weiterentwickelt und stärker integriert. FachberaterInnen bekommen bessere Informationen, KundInnen mehr Transparenz und einfachere Prozesse.

Wichtig dabei: Alle Lösungen greifen auf dieselbe Datenbasis zu.
Stichwort Datenbasis – warum ist Data Governance zentral und welche Rolle spielt dabei das Datenanalysetool?
Udo Amann: Daten sind das Fundament jeder Digitalisierung. Ohne klare und gepflegte Daten funktionieren weder Systeme noch Auswertungen oder KI-Anwendungen zuverlässig. Deshalb haben wir früh eine strukturierte Data Governance mit definierten Rollen, Regeln und Prozessen aufgebaut. Ein zentrales Datenanalysetool hilft uns dabei, die Datenqualität messbar zu machen. So wird das Tool zu einem wichtigen Steuerungsinstrument für IT, Fachbereiche und Management.
Das Know Center ist als Partner eingebunden. Warum?
Simon Meinschad: Gerade bei Data Governance und KI-Themen braucht es tiefgehende Expertise. Das Know Center unterstützt uns beim Aufbau der Datenstrategie und der Integrationsplattform sowie bei der Frage, wie wir KI verantwortungsvoll einsetzen können. Für uns ist entscheidend, Forschung und Praxis sinnvoll zu verbinden.
„Ohne klare und gepflegte Daten funktionieren weder Systeme noch Auswertungen oder KI-Anwendungen zuverlässig.“
Udo Amann
KI ist aktuell in aller Munde. Wie geht hollu damit um?
Udo Amann: Wir beschäftigen uns nicht nur mit technischen Möglichkeiten, sondern auch mit rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen wie dem AI Act. KI wird dort eingesetzt, wo sie echten Mehrwert bringt. Gleichzeitig definieren wir klare Leitplanken für einen verantwortungsvollen Einsatz.
Ein Projekt dieser Größe braucht Akzeptanz. Welche Rolle spielen interne Kommunikation und Change Management?
Simon Meinschad: Eine entscheidende, deshalb haben wir über unser Social Intranet, Schulungen und Formate wie „Frag die Projektleitung“ die Mitarbeitenden ins Boot geholt. Unser Anspruch: verständlich erklären, transparent informieren

Mit Martin Rainer und seinem Know Center hat hollu einen starken Partner für das Teilprojekt Integrationsplattform und Datahub gefunden.
und Beteiligung ermöglichen. Digitalisierung funktioniert nur gemeinsam.
Die Projektleitung erfolgt gemeinsam mit HWXB. Warum dieser externe Partner?
Udo Amann: Ein umfassendes Projekt wie hollu IT 2030 erfordert klare Strukturen, neutrale Moderation und konsequentes Projektmanagement. HWXB bringt genau diese Erfahrung mit. Die externe Projektleitung durch Peter Hauser und Vinzenz Wolf entlastet unsere internen Teams. Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben und begleitet.
Was ist für Sie der wichtigste Erfolgsfaktor?
Simon Meinschad: Dass wir Digitalisierung als langfristige Investition verstehen – in Prozesse, Systeme und Menschen. Wir schaffen Schritt für Schritt ein stabiles Fundament für die digitale Zukunft von hollu.
hollu Systemhygiene GmbH hollu Campus 1, 6170 Zirl Tel.: 00800/52800 900 Kostenlos aus A, CH, I und D www.hollu.com

Acht Billionen Dollar soll die globale Longevity-Ökonomie bis 2030 schwer sein. Am Lansersee kamen Ende April beim ersten RISE Longevity Venture Salon jene zusammen, die diesen Markt mitgestalten wollen: GründerInnen, InvestorInnen und ForscherInnen von insgesamt drei Kontinenten.
Text
Anna Füreder

A real Fireside Chat: Am Lagerfeuer tauschte sich Shahram Seyedin-Noor (Civilization Ventures founder & managing partner) über Lebenserfahrung, Smart Capital und InvestmentPhilosophie mit Daniel Rhomberg (RISE) aus.
Am Ufer des Lansersees in Tirol entstand Ende April etwas Ungewöhnliches: kein Branchenkongress mit Massenabfertigungsbetrieb, sondern ein Format, das bewusst mit den Gepflogenheiten klassischer Wirtschaftsveranstaltungen bricht. Vom 23. bis 26. April 2026 fand hier der erste RISE Longevity Venture Salon statt – vier Tage, die zeigen sollen, wie Netzwerken der Zukunft aussehen könnte.
Substanz statt Show
Hinter dem Konzept steht Daniel Rhomberg, Eigentümer und Betreiber des Lansersees. „Wir wollen eine dauerhafte Institution schaffen, die Tirol international positioniert und Europas tech-


nologische Souveränität stärkt“, erklärt der Initiator. Das Vehikel dafür sind sogenannte Venture Salons – mehrtägige, hochkuratierte Zusammenkünfte zu wegweisenden Themenfeldern. Der Leitgedanke „Merit over Marketing“ steht für Substanz vor Inszenierung. „Statt Elevator Pitches und Frontalpräsentationen soll entschleunigter Dialog im Vordergrund stehen“, betont Rhomberg. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte streng gefiltert. Zugelassen waren ausschließlich evidenzbasierte Deep-Tech-GründerInnen in der PreSeed- oder Seed-Phase.
Longevity als Assetklasse des Jahrhunderts
Das Thema des Auftaktsalons war programmatisch gewählt: „Longevity Biotech, also Biotechnologien zur Lebensverlängerung, gilt bei führenden RisikokapitalgeberInnen längst als ‚Asset Class of the Century‘“, fasst es Rhomberg zusammen. So soll die globale Longevity-Ökonomie bis 2030 ein Volumen von acht Billionen US-Dollar erreichen, getrieben vom demografischen Wandel: Bis 2050 verdoppelt sich die Zahl der über 60-Jährigen weltweit auf 2,1 Milliarden. Der Salon adressier-
te daher den Übergang von reaktiver Krankenversorgung hin zu präventiver, KI-gestützter Medizin.
„Insgesamt präsentierten 17 Startups ihre Ansätze. Sieben davon aus den USA, zehn aus Europa, darunter Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Island und Rumänien sowie ein Vertreter aus Argentinien“, erklärt der Gastgeber. Auf Investorenseite waren unter anderem Civilization Ventures aus San Francisco, Alpha Intelligence Capital sowie regionale Family Offices vertreten. Shahram Seyedin-Noor, Gründer von Civilization Ventures, begleitete alle vier Tage persönlich und brachte zwei Jahrzehnte Silicon-ValleyErfahrung in einen Fireside Chat direkt am Seeufer ein. Den wissenschaftlichen Rahmen setzte Morten Scheibye-Knudsen, Co-Chair der weltweit größten Aging-Konferenz ARDD, als KeynoteSpeaker. Einer der ersten Unterstützer war Markus Langes-Swarovski. Er begleitete das Format von Beginn an und stieg mit seinem Family Office Reverdie frühzeitig als Investor ein.
Der nächste RISE Venture Salon ist bereits für Herbst 2026 geplant –dann mit Physical AI als Leitthema.
Morten Scheibye-Knudsen, Veranstalter der ARDD Copenhagen – der weltweit wichtigsten und größten Konferenz in diesem Gebiet –, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zum RISE Salon zu kommen. Als Keynote-Speaker verlieh er dem Event höchste wissenschaftliche Validierung.
„Wir
wollen eine dauerhafte Institution schaffen, die Tirol international positioniert und Europas technologische Souveränität stärkt.“
Daniel Rhomberg , Founder RISE Venture Salons
Künstliche Intelligenz ersetzt laut KI-Experte
Julian Just weniger Jobs als gedacht, aber sie beeinflusst grundlegend, wer sie bekommt und welche Fähigkeiten künftig zählen.
Künstliche Intelligenz verändert Berufsbilder rasant. Die Antwort auf die Frage, was das für die eigene Karriere bedeutet, ist laut Julian Just ernüchternd und ermutigend zugleich. Wer Schlagzeilen zum Thema KI und Arbeit lese, bekomme schnell den Eindruck, dass ganze Berufsgruppen verschwinden würden. Die Realität sei aber komplizierter. Aktuelle Daten würden zeigen, dass junge Beschäftigte in stark von KI, insbesondere LLMs, betroffenen Berufen seit Ende 2022 mit dem Release von ChatGPT deutlich seltener eingestellt werden. Erfahrenere KollegInnen in denselben Berufen hingegen seien gefragter denn je. Die Arbeit selbst verschwinde also nicht, aber wer sie bekommt und was dabei verlangt
wird, ändere sich grundlegend. Das gelte für Kundendienst und Marketing genauso wie für die Softwareentwicklung.
Erkennbare Muster
Als Beispiel hebt Julian Just Letzteres hervor. LLMs würden Codes besonders gut verstehen und EntwicklerInnen seien Early Adopter in der KI-Nutzung gewesen. Die Financial Times habe Millionen von Stellenausschreibungen in den USA und Großbritannien ausgewertet und ein bemerkenswertes Bild entdeckt: Während die Nachfrage nach erfahrenen EntwicklerInnen wachse und deren Gehälter inzwischen fast 15 Prozent höher liegen als vor dem KI-Boom, würden Einstiegsstellen auf historischen Tiefständen verharren. Die Schere gehe auf. Nicht weil Software weniger gebraucht
„Wer weiß, warum ein Problem überhaupt gelöst werden soll, wird gebraucht.“
Julian Just

werde, sondern weil KI einen großen Teil der Aufgaben erledigen würde, mit denen man früher als JuniorentwicklerIn angefangen habe. Dieses Muster sei in vielen Wissensberufen erkennbar, wie Just ausführt – von der Rechtsberatung über das Finanzwesen bis hin zum Journalismus.
Was an Wert gewinnt
In fast allen Berufen, die stark von Wissensarbeit geprägt sind, lasse sich eine ähnliche Verschiebung beobachten. Aufgaben, die sich klar beschreiben und standardisieren lassen, also das Zusammenfassen von Dokumenten oder das Beantworten wiederkehrender Fragen, würden zunehmend von KI übernommen werden. Was steige, sei der Wert von allem, was sich nicht so leicht automatisieren lasse. Tiefes Anwendungswissen, also das implizite Erfahrungswissen, das durch Jahre der Praxis entsteht, könne durch KI nicht ersetzt werden. Ebenso würden Reflexion, Problemverständnis und die Fähigkeit zur kritischen Einschätzung von Zusammenhängen an Wert gewinnen. „Wer weiß, warum ein Problem
überhaupt gelöst werden soll, wer Anforderungen präzise formulieren kann und wer erkennt, wann ein KI-Ergebnis falsch oder unvollständig ist, wird gebraucht“, so der KI-Experte. Eine wichtige Kompetenz sei auch die Fähigkeit zu delegieren, also sicherzustellen, dass ein System oder eine KI alle nötigen Informationen und den richtigen Kontext habe. Dabei würden Rollenprofile zunehmend verschwimmen.
Mensch und KI
Julian Just verweist in diesem Zusammenhang auf Karim Lakhani. Er ist Professor an der Harvard Business School, einer der führenden Forscher zur digitalen Transformation und hat die Formel geprägt: „KI wird Menschen nicht ersetzen. Aber Menschen mit KI werden Menschen ohne KI ersetzen.“ Forschung in seinem Team habe gezeigt, dass Einzelpersonen mit KI-Unterstützung in bestimmten Aufgaben die Leistung ganzer Teams ohne KI erreichen

„Es geht darum, die richtigen Fragen stellen zu können.“
Julian Just
können. Was dabei immer entscheidend bleibe, sei das Urteilsvermögen, das versteht, was die KI produziert, und erkennt, wann sie irrt. Das werfe eine Frage auf, die weit über einzelne Unternehmen hinausgehe: Wie lässt sich sicherstellen, dass der Nachwuchs das tiefe Fachwissen überhaupt noch entwickeln kann, wenn die Einstiegsaufgaben, an denen man früher lernte, zunehmend von KI übernommen werden? Man könne keine erfahrenen Fachleute aus dem Nichts erschaffen. Die Industrie müsste womöglich wieder mehr auf ein Ausbildungsmodell setzen, bei dem Unternehmen bewusst in Nachwuchskräfte investieren, auch wenn diese nicht sofort produktiv seien.
Grundsatzfragen
Grundsätzlich, so Just weiter, müsse nicht jeder neue KI-Trend sofort mitgemacht werden. Jedoch sollte ein Grund-
verständnis davon, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie man sie sinnvoll einsetzt, zur Basiskompetenz werden. Dabei gehe es nicht darum, alles selbst zu programmieren. „Es geht darum, die richtigen Fragen stellen zu können. Woher stammen diese Daten? Wie wurde dieses Modell trainiert? Was kann dieses System gut und wo versagt es? Und welche meiner eigenen Aufgaben kosten viel Zeit, bringen aber wenig echten Wert?“ Außerdem betont Experte Just, dass wir Menschen soziale Wesen seien. Sinnvolle Arbeit, gute Zusammenarbeit mit anderen und das Gefühl, etwas beizutragen, habe einen Wert, den keine KI ersetzen könne. Wer den eigenen fachlichen Kern stärke, KI als Werkzeug integriert und kritisch bleibe, sei gut aufgestellt. Nicht weil die Zukunft vorhersehbar wäre, sondern weil Anpassungsfähigkeit und Urteilsvermögen in jeder Zukunft gefragt seien. Die Richtung, in die sich Arbeit entwickle, entscheiden am Ende nicht nur Algorithmen und technologische Möglichkeiten: „Das entscheiden wir tagtäglich in unserem Tun.“



Warum Werbezimmer starkes Branding als Grundlage für Sichtbarkeit und echte Identität versteht

Künstliche Intelligenz schreibt Texte, beantwortet Fragen und beschleunigt Abläufe. Für Unternehmen bedeutet das Chance und Herausforderung zugleich: Die Designagentur Werbezimmer aus Prutz zeigt, warum starkes Branding im KI-Zeitalter wichtiger denn je ist.
„Wir haben bis 22 Uhr geöffnet – brauchen Sie eine Badehose?“, antwortet QUELLI, der KI-Assistent des Kaunertaler Quellalpin, und kennt dabei auch die Eintrittspreise. Ein paar Häuser weiter prüft die digitale IDA gerade Zimmerverfügbarkeiten im Hotel Mein Edelweiss. Und ROHRBERT von Instal-

Der KI-Chat macht die Informationen der Website direkt zugänglich – von allgemeinen Fragen bis zu konkreten Verfügbarkeiten und Preisen über angebundene Buchungssysteme wie Seekda.
lation Sailer beantwortet Fragen zu Heizung, Pool und Co. Drei KI-Chats auf den Websites dreier Tiroler Unternehmen. Was sie verbindet: Branding, Website und KI-Chat-Konzept wurden von der Designagentur Werbezimmer aus Prutz umgesetzt.
Haltung vs. Content-Flut
Je mehr Unternehmen KI in Websites, Marketing und Kundenservice einsetzen, desto größer wird die Gefahr, dass Marken beliebiger werden. Texte werden schneller erstellt, Antworten schneller gegeben, Inhalte schneller veröffentlicht. Doch schneller heißt nicht automatisch

besser. Wenn klare Positionierung, Haltung und eine unverwechselbare Sprache fehlen, entsteht mehr Output, aber kaum Wiedererkennung.
Genau hier setzt Werbezimmer an. Damit KI-Chats wie QUELLI, IDA und ROHRBERT, aber auch Systeme wie ChatGPT, Gemini und andere KI-Anwendungen Unternehmensinformationen richtig verstehen und markenkonform weitergeben können, braucht es eine klare Basis. Eine Marke muss wissen, wer sie ist, wofür sie steht und wie sie spricht. Daran arbeitet die Designagentur aus Prutz seit fast 20 Jahren.
„Können wir das nicht alles mit KI machen?“ Diese Frage taucht mittlerweile überall auf, von Website-Inhalten über redaktionelle Beiträge und kreative Leitideen bis hin zum Logo-Entwurf. Sie ist verständlich, greift aber zu kurz. Denn die eigentliche Frage lautet: Wer bestimmt, was die KI sagen soll? Für Werbezimmer gilt deshalb: KI produziert. Strategie entscheidet. Und Strategie entsteht nach wie vor von Mensch zu Mensch.
„Viele glauben, KI würde Markenführung unwichtiger machen. Tatsächlich passiert gerade das Gegenteil“, sagt Christian Larcher, Inhaber von Werbe-
Discovery Interview und Zielgruppen-Perspektivenmodellierung: Hier entsteht die Grundlage für den Corporate Content Hub –strukturierte Orientierung für Menschen und KI.

Eine Marke muss wissen, wer sie ist, wofür sie steht und wie sie spricht.
zimmer. „Je mehr Inhalte KI produziert, desto wichtiger wird die Frage, wofür ein Unternehmen eigentlich steht.“
Unternehmerische Selbstfindung im KI-Zeitalter
In Discovery Interviews arbeitet Werbezimmer gemeinsam mit Unternehmen den Kern einer Marke heraus und klärt, welche Informationen für ihre Zielgruppen relevant sind. Das geschieht nicht im klassischen Agentur-Briefing, sondern in einem lockeren Podcast-Format. Daraus entsteht eine digitale Basis, mit der KISysteme sinnvoll arbeiten können.
Auch die Rolle der Website verändert sich. Sie ist längst nicht mehr nur digitale Visitenkarte, sondern entwickelt sich zum zentralen Wissensspeicher eines Unternehmens. Werbezimmer spricht dabei vom Corporate Content Hub: einem Ort, an dem Informationen gesammelt, strukturiert, laufend aktualisiert und so aufbereitet werden, dass Menschen und KI-Systeme gleichermaßen damit arbeiten können.
Der integrierte Bakehouse KI-Chat macht dieses Wissen rund um die Uhr individuell nutzbar. Als Teil des Bakehouse CMS, mit dem Werbezimmer digitale Markenwelten umsetzt, greift er auf die Inhalte der Website zu und beantwortet Fragen im „Tone of Voice“ der Marke. Durch laufendes Monitoring wird dabei sichtbar, wonach Kundinnen und Kunden tatsächlich suchen. Gleichzeitig bleiben Inhalte aktuell und können gezielt weiterentwickelt werden.
Fazit: Branding weiterdenken KI macht Branding nicht weniger wichtig. Im Gegenteil. Unternehmen, die klar wissen, wofür sie stehen, werden auch in digitalen Systemen besser gesehen und gefunden. Für Werbezimmer folgt daraus der nächste Schritt in Sachen Branding: Marken zu entwickeln, die Menschen überzeugen und von KI-Systemen verstanden werden.
Werbezimmer
Brand Design Agentur Sauersteinweg 1b, 6522 Prutz Tel.: 05472/28034 hallo@werbezimmer.at www.werbezimmer.at
KI-AGENT ALS ARBEITSKOLLEGE
Wie die Cemit mit einem KI-Agenten jahrzehntelange Expertise in Echtzeit verfügbar macht.
Text Haris Kovacevic

„Früher hat man sich überlegt, wie der Prompt aussehen soll. Heute liegt die Magie im System drumrum.“
Tobias Kilga
Es ist ein Mittwochvormittag in Innsbruck und Bernhard Hofer zeigt auf einen Bildschirm. Ein Schrägstrich, ein Befehlswort – und ein System erwacht. Kein Callcenter, keine Warteschleife. Stattdessen: ein KI-Agent, der weiß, welche Förderung zu welchem Projekt passt, welche Richtlinien sich gerade geändert haben und was die Cemit in den vergangenen 19 Jahren bei ähnlichen Vorhaben erlebt hat. Was einst Tage dauerte, geht heute in Minuten.
Die Cemit begleitet seit fast zwei Jahrzehnten Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch die komplexe Landschaft der Innovationsförderung. Machbarkeitsanalysen, Förderanträge, strategische Beratung –das war bislang mühevolle Handarbeit. Dann kam die KI.
„KI ist für uns kein Konkurrent –das ist unser Buddy, der uns immer gefehlt hat“, sagt Bernhard Hofer.
Vom Prompt zum System
Tobias Kilga, technischer Architekt des Systems, erklärt den Wandel: „Früher hat man sich überlegt, wie der Prompt aussehen soll. Heute liegt die Magie im System drumrum. Welche Fähigkeiten – Skills – bringe ich dem System bei?“ Diese Verlagerung hat eine entscheidende Konsequenz: Wirklich leistungsstarke Lösungen entstehen dort, wo Unternehmen das System mit ihrem eigenen Wissen verknüpfen. Genau das hat die Cemit getan.
19 Jahre Erfahrung –jetzt in Echtzeit
Das Herzstück des Systems ist das institutionelle Gedächtnis der Cemit. Jahrelang war ein Word-Dokument gewachsen, das informelles Wissen angehäuft hatte: Welcher Fördergeber tickt wie? Welche Projekte haben funktioniert und warum? „Das war eine Schatzkiste an Wissen – aber total schwierig zugänglich. Ich musste wissen, was ich suche, und wissen, wo ich es finde“, sagt Bernhard Hofer.
Mit dem neuen KI-Agenten ist dieses Wissen erstmals strukturiert abrufbar. Er kennt zu jedem Zeitpunkt
die relevanten Informationen im Unternehmen, verknüpft sie mit aktuellen Förder informationen aus dem Internet – und lernt kontinuierlich dazu.
Ein Use Case: vom Angebot zur Strategie
Ein Unternehmen möchte seine Dokumentenverwaltung digitalisieren und hat bereits ein Angebot vorliegen. Früher: Förderung recherchieren, Antrag stellen. Heute stellt die KI Fragen – und bremst: „Bist du sicher, dass der Kunde nicht eigentlich ein CRM-System mit integriertem Workflow-Modul braucht?“ Auf Basis von Erfahrungswerten erkennt das System das eigentliche Bedürfnis hinter dem formulierten Wunsch. Aus einem simplen Förderantrag wird eine strategische Beratungsleistung.
„Die KI chattet mit mir – das ist ein wesentliches Element. Sie sagt: Denk mal an das. Wie ein Kollege, der neben mir sitzt“, beschreibt Bernhard Hofer.
Human in the Loop
„Braucht es die Cemit noch?“, darf man an dieser Stelle berechtigterweise fragen. Die Antwort ist eindeutig: „Das Tool hat das Wissen der Cemit – aber es kann nicht einschätzen, was ein
Kunde wirklich will, wenn er es selbst noch nicht weiß. Das ist Menschenarbeit“, sagt Kilga. Am Ende entscheidet immer ein Mensch. Der Agent bereitet vor, strukturiert, formuliert Entwürfe. Die Mitarbeitenden prüfen, ergänzen, validieren.
„Wir spielen die Mitarbeitenden frei – damit sie mehr Zeit fürs Sparring mit Kunden haben, für Beratung auf Basis von 19 Jahren Erfahrung.“
Wachstum durch Präzision
Die Auswirkungen sind messbar: Im Vorjahr betreute die Cemit zehn überregionale Kunden – im ersten Quartal 2026 waren es bereits dreißig. Anfragen aus Bayern, aus Leverkusen, aus Regionen, in denen die Cemit bislang kaum präsent war. Die geografische Grenze fällt, weil das System Förderrichtlinien aus ganz Europa kennt.
„Wir haben alle Daten. Wir können alles in Echtzeit aus dem Internet holen. Aber wir sind es, die damit umgehen – und nicht die KI. Das ist der entscheidende Punkt.“

„Die KI chattet mit mir – das ist ein wesentliches Element. Sie sagt: Denk mal an das. Wie ein Kollege, der neben mir sitzt.“
Bernhard Hofer
Digitale Lösungen, die wirklich funktionieren – dafür steht clubdrei. Beim Motorradreise-Spezialisten Edelweiss Bike Travel wurde genau das Realität. CEO Tom Reinstadler und CTO Chris Bessei erklären, wie.
Sie haben ein großes Digitalisierungsprojekt bei Edelweiss Bike Travel umgesetzt. Wie kam es dazu?
Tom Reinstadler: Edelweiss ist seit über 40 Jahren Weltmarktführer bei geführten Motorradtouren – mit all der Komplexität, die das mit sich bringt. Daten mussten doppelt gepflegt und manuell synchronisiert werden. Irgendwann war klar: So kann es nicht weitergehen.
Für welche Lösung haben Sie sich entschieden?
Chris Bessei: Standardsoftware kam für uns nicht infrage, denn die gewachsenen Prozesse von Edelweiss sind schlicht zu spezifisch. Deshalb haben wir gemeinsam EBT 2.0 entwickelt –eine maßgeschneiderte, webbasierte Plattform, die alle Beteiligten verbindet. Ob Mitarbeiterin im Büro, Tour Guide in Patagonien oder Agenturpartner in Tokio – alle arbeiten nun mit denselben Daten im selben System.
Welchen Mehrwert bringt das konkret?
Tom Reinstadler: Einen einheitlichen Datenstand für alle. Keine Doppelpflege, keine Verzögerungen. Kunden sehen Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit, Dokumente werden automatisch erstellt.


„Wer an veralteten Systemen festhält, verliert nicht nur an Effizienz, sondern setzt langfristig auch seine Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel.“
Tom Reinstadler, CEO clubdrei
„Die Plattform ist kein Abschluss, sondern eine Basis, die mit dem Unternehmen wächst.“
Chris Bessei, CTO clubdrei
Chris Bessei: Dazu eröffnen sich strategisch völlig neue Möglichkeiten: internationale Partnerschaften, datengetriebenes Controlling und neue Geschäftsmodelle. Die Plattform ist kein Abschluss, sondern eine Basis, die mit dem Unternehmen wächst.
Was möchten Sie Unternehmen mitgeben, die noch zögern?
Tom Reinstadler: Zögern ist nachvollziehbar, doch es kann schnell zum Risiko werden. Wer an veralteten Systemen festhält, verliert nicht nur an Effizienz, sondern setzt langfristig auch seine Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel.
Chris Bessei: Mit dem richtigen Partner und dem Mut, Dinge wirklich neu zu denken, entstehen Lösungen, die nachhaltig passen. Das zeigt dieses Projekt eindrucksvoll.

„Die digitale Lösung von clubdrei macht uns effizienter – und bringt uns näher zum Kunden.“
Tobias Wachter, Inhaber Edelweiss Bike Travel
www.edelweissbike.com www.clubdrei.com



Digitale Medizin geht mittlerweile weit über elektronische Patientenakten oder KI-Experimente hinaus. Zwischen Innsbruck, Hall und Kufstein ist in den letzten Jahren ein lebendiges Ökosystem aus MedTech-Unternehmen und Gesundheits-IT im Zusammenspiel mit Forschung und Klinikalltag entstanden. Tirol reagiert damit auf konkrete Herausforderungen vom Fachkräftemangel bis zur Datenflut.
Text Isabella Walser-Bürgler
Während Digitalisierung in vielen Branchen vor allem Effizienz bedeutet, geht es im Gesundheitswesen um weit mehr: nämlich um Präzision und mitunter sogar um Leben. Genau deshalb entwickelt sich digitale Gesundheit derzeit zu einem der spannendsten Technologiefelder in Tirol. Während Health Tech noch bis vor wenigen Jahren hierzulande als Nischenthema galt, investieren heute internationale Konzerne in Tiroler Unternehmen. Außerdem arbeiten Kliniken im Land mittlerweile schon mit Robotik und Telemedizin, und spezialisierte Softwarelösungen vernetzen medizinische Daten über Institutionsgrenzen hinweg.
Aus einem fragmentierten Feld ist ein spezifisches Ökosystem geworden, das von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und einer zunehmend strategischen Standortpolitik gemeinsam getragen wird. „Die Stärke des Standorts liegt – so paradox das klingen
mag – ausgerechnet in seiner Kleinräumigkeit“, sagt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. „Die relevanten Player laufen sich hier im wahrsten Sinn des Wortes über den Weg. Dadurch eröffnen sich permanent neue Möglichkeiten für Innovation.“
Wenn Daten Teil der Behandlung werden
Doch warum braucht die Medizin überhaupt eigene Digitalisierungslösungen? Weshalb reichen klassische IT-Systeme nicht aus? Die Antwort liegt in der Komplexität moderner Medizin. Krankenhäuser verwalten neben Dokumenten ungeheure Mengen an hochsensiblen Daten: radiologische Bilder, EKGs, Laborwerte, Videos aus Operationssälen oder Langzeitdaten aus Monitoringsystemen. Diese Informationen müssen nicht nur gespeichert, sondern im richtigen Moment verfügbar gemacht werden – oft innerhalb von Sekunden.
Für Stefan Andreatta, Mitgründer und CEO des auf IT-Lösungen im Gesundheitsbereich spezialisierten Unternehmens synedra information technologies, unterscheidet sich Gesundheits-IT
„Unternehmen aus dem Life-SciencesBereich profitieren von IT-Spezialisten –und umgekehrt!“
Marcus Hofer, Geschäftsführer Standortagentur Tirol
daher auch grundlegend von anderen Branchen: „Im klinischen Alltag handelt es sich dabei weniger um statische Dokumente als um prozessrelevante Informationen, deren sofortige Verfügbarkeit und Interoperabilität entscheidend für die Behandlungsqualität sind.“ Standardlösungen seien dafür schlicht nicht ausgelegt. Ein spezialisiertes HealthContent-Management-System fungiere dagegen als „zentrale Datendrehscheibe“, die medizinische Informationen in Erfüllung regulatorischer Anforderungen kontextbezogen bereitstellt.
Gerade diese Verbindung aus ITKompetenz und medizinischem Verständnis wird zunehmend zum Wettbe-
werbsvorteil für Tirol. Mit Unternehmen wie MED-EL, synedra oder dem noch jungen Start-up Curala verfügt Tirol über zentrale Akteure, die unterschiedliche Ebenen der digitalen Gesundheitsversorgung von implantierbarer Medizintechnik über klinische Datenarchitektur bis hin zu KI-gestützter medizinischer Dokumentation abdecken.
Vom Hidden Champion zum Ökosystem
Lange wurden Tiroler Med-Tech-Unternehmen vor allem isoliert wahrgenommen. Aktuell zeigt sich allerdings ein ganz anderes Bild. „Wir merken, dass sich die Mitglieder der Cluster ‚Life Sciences Tirol‘ sowie ‚IT Tirol‘ deutlich stärker vernetzen als früher“, bestätigt Marcus Hofer. Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote rund um Digitalisierung seien inzwischen zum

Zur Person
Marcus Hofer ist Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, zu der auch der Health Hub gehört.
„Sofortige Verfügbarkeit und Interoperabilität von Daten sind zentral für die Behandlungsqualität.“
Stefan Andreatta , Geschäftsführer synedra information technologies GmbH
fixen Bestandteil der Branche geworden. Zudem würden Unternehmen aus dem Life-Sciences-Bereich stark von der Nähe zu IT-Spezialisten profitieren –und umgekehrt.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Health Hub Tirol, der im Herbst 2025 offiziell eröffnet wurde. Auf rund 4.000 Quadratmetern bietet der Hub Laborflächen, Werkstätten und Büros für Startups und Unternehmen aus dem Bereich digitale Gesundheit und Life Sciences. Ziel ist es, Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen. „Der Health Hub Tirol schließt in erster Linie eine Infrastruktur-Lücke“, erklärt Hofer. „Besonders junge Unternehmen profitieren dort sowohl von moderner Infrastruktur als auch vom Zugang zu InvestorInnen, Forschungsnetzwerken und den Services der Standortagentur Tirol.“
Dass dieses Modell funktioniert, zeigt sich auch international. Zuletzt investierte etwa die Gesundheitssparte der Deutschen Telekom in die Tiroler IT-Datenmanagement-Unternehmen synedra und akedis. Das Biotech-Unternehmen Cyprumed wiederum schloss eine Vereinbarung mit dem US-Pharmakonzern MSD im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar ab. Solche Deals bewei-
sen, dass Tiroler Know-how im Bereich digitale Gesundheit international sichtbar geworden und anerkannt ist.
Digitalisierung gegen den Fachkräftemangel
Der eigentliche Treiber der Entwicklung wird jedoch durch den gesellschaftlichwirtschaftlichen Wandel begünstigt. Gesundheitswesen und Pflege stehen europaweit unter massivem Druck. Eine alternde Gesellschaft mit steigenden Patientenzahlen und chronischer Personalmangel treffen auf immer komplexere medizinische Prozesse. Digitalisierung wird dadurch zu einer strukturellen Notwendigkeit. „Wer Pflegekräfte und medizinisches Personal entlasten will, muss Digitalisierung als Unterstützung

Zur Person
Stefan Andreatta ist einer der drei Gründer von synedra information technologies und leitet das Unternehmen seit 2020 als CEO.
„Wer Pflegekräfte und medizinisches Personal entlasten will, muss Digitalisierung als Unterstützung im Arbeitsalltag verstehen.“
Cornelia Hagele, Landesrätin für Gesundheit, Pflege, Bildung, Wissenschaft und Forschung
im Arbeitsalltag verstehen und nicht als zusätzliche Bürokratie“, erklärt dazu Tirols Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele.
Tirol verfolge dabei einen vergleichsweise pragmatischen Ansatz. Unter dem Leitmotiv „Digital vor ambulant vor stationär“ sollen digitale Lösungen helfen, Versorgung wohnortnaher und effizienter zu organisieren. Bereits heute laufen mehrere konkrete Anwendungen im Regelbetrieb. Dazu gehören zum Beispiel diverse Tele-DermatologieProjekte, das Versorgungsprogramm HerzMobil Tirol oder gemeinsame Softwarelösungen mobiler Pflegedienste, die den allgemeinen Dokumentationsaufwand reduzieren sollen. Auch in den Tirol Kliniken hält die Automatisierung zunehmend Einzug. Transportroboter übernehmen allerorts bereits Teile der internen Routinelogistik, während mit dem OP-Roboter „DaVinci Xi“ in Lienz sogar robotergestützte Chirurgie zum Einsatz kommt. „Digitalisierung muss den Menschen dienen“, betont Hagele. „Sie soll Abläufe vereinfachen, die Ver-

Zur Person
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele sieht in der Digitalisierung des Gesundheitswesens Chancen im Kampf gegen den Fachkräftemangel.


Zur Person Digitalisierungslandesrat Mario Gerber begrüßt die Digitalisierung im Bereich Medizin.

„Der Wirtschaftsstandort Tirol verfügt im Bereich Digital Health über
internationale Leitbetriebe und innovative Start-ups.“
Mario Gerber, Landesrat für Wirtschaft, Tourismus und Digitalisierung
sorgung verbessern und den Beschäftigten im Gesundheitsbereich den Rücken stärken.“
Die neue Vernetzung der Medizin
Besonders sichtbar wird der Wandel auch dort, wo Daten erstmals institutionsübergreifend verfügbar werden. Für synedra-Geschäftsführer Stefan Andreatta liegt einer der größten Fortschritte der vergangenen Jahre in der Zentralisierung und Strukturierung klinischer Informationen: „Diese Bündelung löst isolierte Dateninseln auf und schafft eine solide Datenbasis, die erst den effizienten Einsatz von Mehrwertdiensten wie KI in der Medizin ermöglicht.“
Eine entscheidende Rolle spielt dabei laut Andreatta auch die Weiterentwicklung von ELGA. Da der Austausch medizinischer Daten darüber hinaus vermehrt Bilddaten umfasst, können Diagnosen beschleunigt und Doppeluntersuchungen vermieden werden. „Für PatientInnen bedeutet das, dass ihre Daten ihnen folgen“, erklärt Andreatta. „Gleichzeitig entsteht dadurch eine neue Form klinikübergreifender
Zusammenarbeit, die moderner Versorgung und telemedizinischer Beratung massiv Vorschub leistet.“ Gerade Tirol profitiert diesbezüglich von einer hohen Dichte an spezialisierten Unternehmen sowie von der engen Verzahnung mit Hochschulen wie der UMIT Tirol, die gezielt Fachkräfte für digitale Gesundheit ausbildet.
Tirols Chance im europäischen Wettbewerb
Dass Tirol im Bereich Digital Health mittlerweile an vorderster Front mitspielt, ist alles andere als ein Zufall. Das Land vereint mehrere Faktoren, die überall gesucht und geschätzt werden: medizinische Forschung, industrielle Kompetenz, kurze Wege und eine hohe
Spezialisierung. Wirtschaftslandesrat Mario Gerber sieht darin einen wesentlichen strategischen Standortvorteil: „Der Tiroler Wirtschaftsstandort zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Breite aus. Wir können mit Stolz sowohl auf internationale Leitbetriebe als auch auf innovative Start-ups verweisen.“ Eben dieser Branchenmix ermögliche den direkten Austausch zwischen Forschung, Industrie und jungen Unternehmen. Mit der Tiroler Wirtschaftsund Innovationsstrategie werde das Zukunftsfeld Gesundheit inzwischen zudem gezielt von Medizintechnik bis Digital Health als Schwerpunkt positioniert.
Wie sichtbar Tirol in dieser Hinsicht geworden ist, zeigt auch die diesjährige Health-Konferenz in Wien, Österreichs größte Konferenz für Gesundheitsinformatik. Dort präsentieren sich die Tiroler Unternehmen emergo technologies und Healink neben der UMIT unter anderem mit Projekten zu
digitaler Lungenmedizin, KI-gestützter Medizintechnik und vernetzter Versorgung. Ob sich Tirol in den nächsten Jahren zu einer Art „Silicon Valley der Medizin“ weiterentwickelt, ist schwer zu sagen. Immerhin deutet aber vieles darauf hin, dass aktuell im Land etwas entsteht, das weit über klassische Gesundheits-IT hinausgeht: nämlich ein regionales Modell dafür, wie Digitalisierung dort wirken kann, wo sie unmittelbar gesellschaftliche Relevanz entfaltet. Oder wie Marcus Hofer es formuliert: „Unsere Unternehmen finden exakt jene Lösungen, die Tirol tatsächlich benötigt.“


Ohne Sabine läuft bei Markus Linder nichts. Seine Frau schreibt die Hälfte der Texte und führt Regie bei jedem Programm.
Markus Linder sieht sich als Retro-Typ und hat mit der digitalen Welt herzlich wenig am Hut. Trotzdem tritt der Kabarettist im Oktober auf der next:tirol auf. Im top.tirolInterview erklärt er, warum – und spricht über KI-Skepsis, analoge Kreativität und das süße Nichtstun.
Das Interview führte: Anna Füreder
Markus, du stehst seit drei Jahrzehnten auf der Bühne – als Kabarettist, Musiker und Schauspieler. Wie hat die Digitalisierung deinen Beruf verändert? Markus Linder: Ehrlich gesagt, kaum. Was sich verändert hat, ist das Werkzeug – das Notebook beim Texten, die Keyboards mit ihren besseren Sounds. Aber ich bin ein Retro-Typ durch und durch. Meine Frau hat mir damals sogar das Notebook gekauft, ohne mich zu fragen – weil sie wusste, dass ich sonst nie aufgerüstet hätte. Das kreative Arbeiten selbst? Das ist geblieben, wie es immer war.
Und künstliche Intelligenz – spielt die eine Rolle in deiner Arbeit? Im Kabarett? Null. Ich verlasse mich lieber auf meine NI – natürliche Intelligenz. Für
Recherche kann ich mir KI vorstellen, aber in meinem kreativen Kern hat sie nichts verloren. Meine blühende Fantasie reicht mir vollkommen aus.
Viele fürchten, KI werde ihren Job übernehmen. Siehst du den Kabarettisten als KI-sicheres Berufsbild? Komplett. Wer allein auf der Bühne steht, lebt von Authentizität und von der eigenen Idee. Was ich bringe, muss zu mir passen. Meine Frau Sabine und ich sind ein kreatives Kleinunternehmen, wir schreiben gemeinsam, haben täglich neue Einfälle. Das lässt sich nicht delegieren – und keine Maschine kann das ersetzen.
Wo entstehen diese Ideen? Im Alltag. Wir haben immer irgendetwas „am Schmäh“ – ein Wort fällt uns auf, eine Formulierung klingt seltsam, und ich frage mich: Warum heißt das eigentlich so? In Tirol sagt man zum Beispiel nicht „ich bin schuld“, sondern „ich bin die Schuld“. Da steckt die ganze Erbsünde drin – „die Schuld“ ist so viel gewichtiger als ein schnödes „du bist schuld“. Das Publikum lacht, weil es sich erkennt. Solche Feinheiten entstehen im Leben – die kann mir keine KI liefern.
Hast du eigentlich schon einmal versucht, einen Witz von ChatGPT
schreiben zu lassen? Nein – und ich habe auch keine Absicht, das auszuprobieren. Nicht weil ich Angst hätte, was dabei herauskommt, sondern weil mich das Ergebnis schlicht nicht interessiert. Ein Witz, der zu mir passt, muss aus mir kommen. Aus meiner Biografie, meiner Region, meiner Weltwahrnehmung. Humor lässt sich nicht prompten – er ist das Destillat von Erfahrung.
Du klingst generell eher skeptisch, was KI betrifft. „Unheimlich“ ist das Wort, das mir dazu spontan einfällt. Nicht im privaten Bereich – jeder darf nach seiner Fasson selig werden. Aber wenn KI in Kriegsentscheidungen eingreift, wenn Maschinen Macht über Menschen gewinnen – das finde ich bedrohlich. Vielleicht übertreibe ich. Aber ich glaube, die Sorge ist berechtigt.
Obwohl du dich selbst als Retro-Typ bezeichnest, bist du auf Social Media aktiv. Wie ist es dazu gekommen? Meine Nichten haben so lange gebohrt, bis ich nachgegeben habe. Eine betreut meinen TikTok-Account, die andere Instagram. Mittlerweile mache ich das auch selbst – aber strikt beruflich. Kein einziges Urlaubsbild, keine privaten Einblicke. Ankündigungen, Werbung, ab und zu ein Bild vom Laufprogramm. Mehr braucht es nicht.

„Ein Witz, der zu mir passt, muss aus mir kommen. Aus meiner Biografie, meiner Region, meiner Weltwahrnehmung. Humor lässt sich nicht prompten – er ist das Destillat von Erfahrung.“
Markus Linder

Was stört dich am meisten an der digitalen Welt? Eigentlich nicht so viel –ich schränke mich auf ein Maß ein, das mir passt, und verurteile niemanden, der das anders hält. Was mich wirklich umtreibt, ist der Verlust der Stille. Dass niemand mehr einfach nur dasitzen kann, ohne sofort zum Handy zu greifen. Ich ertappe mich selbst dabei.
Du meinst das Nichtstun? Genau das. Dolce far niente – das süße Nichtstun. Goethe hat dafür das schöne Wort „Müßiggang“ geprägt. Im Urlaub halte ich das eisern ein: täglich von 18 bis 18.15 Uhr Bürozeit, Mails checken, kurz antworten – und dann bin ich bis zum nächsten Abend nicht erreichbar. Sonst ist Urlaub kein Urlaub. Man ist ständig aus dem Hier und Jetzt herausgerissen.
Bei der next:tirol – wo sich alles um Digitalisierung und KI dreht – trittst du auf. Wie passt das zusammen?
Auf den ersten Blick vielleicht überraschend – aber im Grunde ist das genau
Bereits seit 30 Jahren steht Markus Linder auf der Bühne – derzeit mit seinem elften Soloprogramm „Bäm Vallera“.
„Ich verlasse mich lieber auf meine NI – natürliche Intelligenz.“
Markus Linder
mein Ding. Ich bekomme vorab die neuesten Schlagwörter aus der IT-Branche, und dann läuft bei mir eine innere Suchmaschine an. Mit Assoziationen, Textfetzen, Klängen aus bekannten Songs entsteht daraus ein Lied. Die Begriffe muss ich inhaltlich gar nicht verstehen – es reicht, wenn sie klanglich an etwas anderes erinnern. Und trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – werden die Insider im Publikum abgeholt. Am Ende ist es dasselbe wie immer: Ich nehme, was das Leben mir gibt, und mache etwas Eigenes daraus. Nur dass diesmal die Stichworte aus der Tech-Welt kommen.
Vielen Dank für das Gespräch!

Ein KLUB für Tirols
Wirtschaft: exklusiv, wirksam, zukunftsweisend.
Die next:events im Überblick
next:salzburg
25. Juni 2026
next:kärnten
24. September 2026
next:tirol
15. Oktober 2026

























Neu: Jetzt auf dual fix privat oder business umsteigen!

jeden Tag im Zeitraum von April bis September von 10 bis 16 Uhr*
* Ermäßigter Arbeitspreis nur bei Vorliegen gemessener Viertelstundenwerte und gültig von 01.04. bis 30.09. von 10 bis 16 Uhr: dual fix privat 4,90 Cent/kWh netto (5,88 Cent/kWh brutto) und dual fix business 5,10 Cent/kWh netto (6,12 Cent/kWh brutto). Arbeitspreis in allen übrigen Zeiten: dual fix privat 9,80 Cent/kWh netto (11,76 Cent/kWh brutto) und dual fix business 10,20 Cent/kWh netto (12,24 Cent/kWh brutto). Vertragslaufzeit zwei Jahre. Für VerbraucherInnen und Unternehmen gemäß Konsumentenschutzgesetz und deren Zählpunkte in Tirol bis zu einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh. Details unter www.tiwag.at