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6020 Stadtmagazin (März 2022)

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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

21. JAHRGANG MÄRZ 2022 | AUSGABE 268

Frau sein Frauen unterschiedlicher Generationen haben uns anlässlich des Internationalen Frauentags aus ihrem Leben erzählt.


Check

eoclip unseren Vid die Stadt.“ „Wir bewegen

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Editorial

Über ein Ende mit Schrecken Michael Steinlechner

I

ch muss gestehen, dass sich mein Prioritätenkompass in den letzten Tagen ein wenig verschoben hat. Habe ich mir die letzten beiden Jahre immer wieder die Frage gestellt, was eigentlich passieren muss, damit der Corona-Wahnsinn ein Ende nimmt, muss ich heute sagen, dass ich die Antwort darauf lieber nicht erfahren hätte. Zwei Jahre, in denen es kein anderes Thema – medial wie real – gab, und nun, schwupp, von einem Tag auf den anderen, hat sich Corona mehr oder weniger in Luft aufgelöst. Neben den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich die Pandemie plötzlich wie ein lächerliches Problemchen aus längst vergangenen Zeiten an. Die Tatsache, dass es 2022 wirklich noch möglich ist, in Europa einfach mal so in ein Nachbarland einzumarschieren, ist ein Retrotrend, der mich wirklich schockiert. Dabei sind mir die Hintergründe erstmals völlig egal. Es interessiert mich nicht, was Putins wahre Beweggründe sein mögen. Auch nicht, dass Europa wirtschaftlich daran zugrunde gehen und Amerika einmal mehr der lachende Dritte sein könnte. Es geht mir darum, dass hier im wahrsten Sinne des Wortes eine Grenze überschritten wurde, deren Überschreitung ich nicht für möglich gehalten hätte. Mich beschleicht die Sorge, dass Putin nicht (mehr) der intelligente Taktiker ist, für den ich ihn bei all der Kritik an seiner Person lange gehalten habe. Was, wenn ihm, wie so vielen anderen vor ihm, die Allmacht des jahrelangen Alleinherrschens zu Kopf gestiegen ist oder, anders formuliert, er einfach wahnsinnig geworden ist? Was, wenn die letzten Tage erst der Anfang sind? Wo es Schatten gibt, ist bekanntlich aber auch Licht. Und damit meine ich nicht, dass der russische Einmarsch in die Ukraine die Corona-Krise abrupt relativiert und beendet hat. Erstmals in ihrer holprigen Geschichte zeigt die EU Geschlossenheit und eine Geschwindigkeit, die ich ihr niemals zugetraut hätte. Erstmals fühlen sich viele Menschen tatsächlich als Europäer und leben Mitgefühl und Solidarität. Es ist schön zu sehen, wie viele auf diesen Krieg reagieren, auch wenn es traurig ist, dass es einen ebensolchen dafür gebraucht hat. Mein zehnjähriger Sohn hat mich gestern Abend vor dem Schlafengehen ganz beiläufig gefragt, ob der Krieg denn auch zu uns kommen kann. In der mir bestmöglichen Mischung aus Selbstsicherheit, Entrüstung und Gelassenheit habe ich das vehement und hoffentlich glaubwürdig verneint. Ich hoffe, dass er dadurch besser geschlafen hat als ich, denn mich quält seitdem vor allem eine Frage: Wenn vor ein paar Tagen etwas passiert ist, was sich mein einfaches Wirbeltiergehirn im Traum nie vorstellen konnte, was ist denn dann eigentlich noch alles möglich, das ich nicht zu denken vermag? m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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Inhalt

S E R I E

en Die best März Events im ck. Bli auf einen Seite 62

COVERSTORY

6 von 4 Milliarden

die Zukunft der Stadt

Elektrisierende Aussichten Wohin geht die Reise bei der Elektromobilität? Marlene, Alma, Isi, Yvonne, Dani und Gabi sind sechs Frauen unterschiedlicher Generationen und mit verschiedenen Geschichten. Sie haben uns anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März aus Ihrem Leben als Frau erzählt.

Seite 30

Die Spät(er)berufenen Manchmal ist der Umweg das Ziel: Vier Menschen erzählen von ihren beruflichen Twists.

Seite 12

Seite 36

Die Ghettofaust kann bleiben Lieblingsstücke 2.0

Warum sich während Corona im Begrüßungsbereich etwas zum Guten bewegt hat.

Ob Sneaker, Wanderschuh oder Designertasche – mit der richtigen Behandlung kann ihnen allen neuer Glanz verliehen werden.

Seite 24

Seite 42 4


Essen & Trinken

Fitness & Wellness auf über 4000m²

Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie – natürlich mit den drei Gs: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

Seite 48

MundArt Tintenfisch

Seite 56

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Monate

Fit vor dem Schirm

Seite 72

Der Thriller „The Card Counter“ führt die Abgründe des „American Way of Life“ ungeschönt vor.

gratis im Wert von je 19 €

Spiel des Lebens

Kostenlose Beratung ohne TerminVereinbarung: Mo.– Sa. 9:00 – 20:00 Uhr So./FRT. 13:00 – 19:00 Uhr

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Was sagen Physiotherapeuten zu den Trainingsvideos von Fitness-Influencern?

» Functional Area » u.v.m.

Seite 70 IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Haris Kovacevic, Johannes F. Park, Raul Schramek, Lisa-Maria Schwarzenauer, Eva Schwienbacher, Flo Seidl, Christina Vettorazzi, Leonie Werus, Katharina Wildauer, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Grafik: Thomas Bucher, Alina Klampfer, Marco Lösch, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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Gutschein im Wert von je € 19 nur einmalig p.P. ab 16 Jahren einlösbar, wenn innerhalb der letzten 12 Monate kein Gutschein eingelöst wurde, mit Lichtbildausweis und Wohnadresse IBK/WGL und Umgebung, nach Beratungs-Info/ Besichtigung ohne Terminvereinbarung: Mo.-Sa. 9:0020:00 Uhr / So. & Frt. 13:00-19:00 Uhr. Gültig bis Fr. 29.04.2022.


I M B I LD

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Die ganze Welt erstarrt Ende Feber ob des russischen Angriffs auf die Ukraine. Es kommt weltweit zu Solidaritätsbekundungen – so auch in Innsbruck. Bürgermeister Willi lässt die ukrainische Fahne ans Geländer des Rathausbalkons spannen. Ein erster Versuch, das Goldene Dachl in den ukrainischen Nationalfarben zu beleuchten, scheitert aber an technischen Schwierigkeiten.

K R I E G I N E U R O PA

© FRANZ OSS


MÄRZ

8 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1. 8.

2.

UND JA:

CORONA

ERDBEEREN

3.

7.

U N V E R S C H Ä MTE

PREIS­ ERHÖHUNGEN

WINTEREINBRUCH

6. H Y B R I D -

5.

BLOCKADEHALTUNG in der Stadtpolitik

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© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

4.

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Bau(m)stelle Die Tiroler Versicherung bekommt ein neues Bürogebäude. Grün und nachhaltig soll es werden – und so eine Zeitenwende in der Innenstadt einläuten. Text: Haris Kovacevic

W

Zahlen, Daten, Fakten zur neuen Zentrale

ilhelm-Greil-Straße, Ecke Gilm­straße. Hier steht noch das unscheinbare Gebäude der Tiroler Versicherung, der einzigen Versicherungsgesellschaft mit Hauptsitz in Innsbruck. Doch schon im April sollen die Abrissarbeiten beginnen. Der etwas gesichtslose Gebäudekomplex soll dann einem neuen Bürogebäude mit über 6.000 Quadratmeter Bürofläche, 220 Quadrat­meter begrünter Fassade und 650 Quadrat­metern Dachgärten weichen – einer absoluten Neuheit in Innsbruck. Notwendig sei das geworden, weil das Unternehmen in den vergangenen Jahren stark gewachsen sei, heißt es aus dem Vorstand der Tiroler Versicherung. Eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes wäre aber weder wirtschaftlich noch bautechnisch verantwortungsvoll gewesen. „Unser Ziel war und ist ein Leitprojekt in Sachen nachhaltiger städtischer Bauweise“, sagt Vorstandsdirektor Franz Mair. Unter diesem Zeichen steht nun der anberaumte Neubau.

6.300

Quadratmeter Bürofläche

220

Quadratmeter begrünte Fassade

650

Quadratmeter Dachgärten

1.200

Kubikmeter Holz verbaut Arbeitsplatz für bis zu

350

Mitarbeiter © DIN A4

In Sachen Büroräumlichkeiten soll der neue Sit z der Tiroler Ver sicherung eine Zeitenwende einläuten.

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www.mci.edu

Samstag, 26. März 2022 9 - 14 Uhr Als Highlights des Neubaus gelten die drei begrünten Terrassen auf dem G ebäude, das in et wa zwei Jahren fer tiggestellt werden soll .

EINE COOLERE STADT. Insgesamt sollen im neuen Hauptsitz 1.200 Kubikmeter Holz verbaut werden – lediglich beim Treppenhaus musste man aus Brandschutzgründen darauf verzichten. Das kompensiere den jährlichen Schadstoffausstoß von etwa 600 Autos. Die bepflanzte Fassade wird mehr Grün in die Innenstadt bringen und abgesehen davon auch für etwas Abkühlung sorgen – laut Conrad Messner, dem verantwortlichen Architekten, um ein bis zwei Grad in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes. Außerdem: Im Erdgeschoß wird es den ersten Changing-Place Österreichs geben. Dabei handelt es sich um eine Sanitäranlage für Menschen mit Behinderung – mit viel Platz, einem Hebelift und einer Liege. Im Juni beginnen die Arbeiten, die planmäßig im Feber 2024 abgeschlossen werden sollen und neue Maßstäbe in Sachen Büroräumlichkeiten in Innsbruck setzen.

Get connected. Get informed.


6 von 4 Milli * Zahl gerundet und alle Frauen mitgemeint. 12


arden* Marlene, Alma, Isi, Yvonne, Dani und Gabi sind sechs Frauen unterschiedlicher Generationen und mit verschiedenen Geschichten. Sie haben uns anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März aus ihrem Leben als Frau erzählt. Text: Katharina Wildauer, Lisa Schwarzenauer, Eva Schwienbacher Fotos: Franz Oss

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Der Ursprung Zur genauen Geburtsstunde des Internationalen Frauentags gibt es verschiedene Theorien, sie stehen jedoch alle im Zusammenhang mit der Arbeiterinnenbewegung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

„Wir machen uns viele Gedanken. Die Buben nicht so.“

In Nordamerika gab es am 20. Feber 1909 einen nationalen Frauentag mit Demos und Streiks. Textilarbeiterinnen streikten für höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten und bessere Wohn- und Arbeitsbedingungen. In Europa beging man am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz das erste Mal den Internationalen Frauentag. Die Hauptforderung: das Wahlrecht für Frauen. In den Jahren darauf schlossen sich weitere Länder an. Seit 1921 findet der Internationale Frauentag am 8. März statt. Für dieses Datum gibt es ebenfalls unterschiedliche Erklärungen, so soll es etwa an den Textilarbeiterinnenaufstand in New York am 8. März 1908, der 129 Frauen das Leben kostete, erinnern sowie an die entscheidende Rolle der Frau bei der Februarrevolution 1917 in Russland. Im Nationalsozialismus wurde der Frauentag verboten und der Muttertag eingeführt. Erst mit der Frauenbewegung in den 1960er- Jahren kehrte der Internationale Frauentag zurück. Vor allem ab den 1970er-Jahren konnte viel für die Frau in Österreich erreicht werden, beispielsweise die Fristenregelung, sprich der straffreie Schwangerschaftsabbruch während der ersten zwölf Wochen, verbesserter Mutterschutz, Väterkarenz, freier Zugang zur Bildung, die Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung usw. Diese Errungenschaften werden am 8. März gefeiert. Gleichzeitig sind noch einige Punkte offen, beispielsweise beim Gehalt, sprich gleicher Lohn für gleiche Arbeit, so wie es die Fabriksarbeiterinnen vor mehr als 100 Jahren forderten.

A

lma ist 14, Marlene 15 Jahre alt, die beiden wohnen in Innsbruck und gehen in die fünfte Klasse Gymnasium. Ihre Freizeit verbringen sie mit ihren Familien, ihren Freunden und mit viel Sport. „Das Hobby zum Beruf zu machen und einmal Sportlerin zu sein wie Anna Gasser, das wäre schon cool. Aber das ist halt nicht so realistisch“, sagt Marlene. Alma wollte lange Zeit Architektin werden, mittlerweile tendiert sie eher zu Anwältin oder Ergotherapeutin. Dass Frauen häufig schlechter bezahlt werden als Männer im selben Beruf findet sie gar nicht gut: „Das hat mich schockiert, als ich das erfahren habe.“ GUT GEMEINT. Gleichberechtigung oder die Abwesenheit ebendieser erfahren die Mädchen vor allem in der Schule. Dabei reicht die Bandbreite von Lehrer:innen, die nur Schülerinnen die Bestnoten im Verhalten geben, bis zum üblichen Spruch: „Kann ein starker Bub beim Tragen helfen,

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Marlene und Alma JAHRGANG: 2006 / 2007 TRAUMJOB: Etwas mit

Medizin. Oder Sportlerin wie Anna Gasser, aber das ist nicht so realistisch / Anwältin oder Ergotherapeutin LIEBLINGSSCHULFACH:

Turnen GEWÜNSCHTER BILDUNGSABSCHLUSS: Matura, und

dann wahrscheinlich studieren ICH BIN FEMINISTIN: Ja. DAS HALTEN WIR VOM GENDERN: Es ist verwirrend,

weil es immer anders ist. DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEDEUTET UNS: Nichts. Es gibt ja einen

bitte?“ Besonders unfair: Wenn im Turnunterricht Buben nur mit links schießen dürfen, damit ihre – vermeintliche – körperliche Überlegenheit ausgeglichen wird. Gut gemeint ist also nicht immer gut gemacht. Vor Wahlfächern wie Unternehmensführung haben Mädchen Respekt: „Das wählen vor allem die Buben. Es gibt ja auch fast nur Männer in der Führungsebene“, ist sich Marlene bewusst. Mädchen wählen meistens Gesellschaft oder Social Justice Education. GEDANKENKARUSSELL. Welchen Beruf will ich einmal machen, was muss ich dafür studieren, wie kann ich nach der Schule reisen? Themen, mit denen sich die beiden auseinandersetzen. „Wir machen uns viele Gedanken. Die Buben eher nicht so“, erzählt Alma. Ein Umstand, der sich auch bei Fridays for Future zeigt: „Da engagieren sich vor allem die Mädchen“, sagt Marlene. TEAM SCHULUNIFORM. Noch ein Bereich, den die Teenager beschäftigt: das Aussehen. Aber nicht freiwillig: „Wir hätten gerne Schuluniformen, dann muss man sich nicht in der

Tag für alles. Alle kennen den Valentinstag, aber niemand weiß, dass am Tag danach Welt-Kinderkrebstag ist. DIESE THEMEN BESCHÄFTIGEN UNS:

Freunde, Familie und Sport

Früh noch überlegen, was man anzieht“, so Marlene. Sich mit dem Äußeren zu beschäftigen, nervt die beiden eher. Und das, obwohl sie gerade auf Social Media bewusst wahrnehmen: „Frauen sind vor allem für ihr Aussehen berühmt. Die Männer, weil sie cool sind“, meint Alma. Eines hat sich im Vergleich zu früheren Generationen aber geändert: Germany’s Next Topmodel ist nicht mehr cool. „Das ist Trash-TV.“ Immerhin.

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© JOHANNES ZEILER

„Es braucht Formate rein für Frauen.“

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E

inst eher „Tomboy“*, ein großteils männlicher Freundeskreis und ein technisches Studium: „Ich bin gar nicht die Richtige, um über Feminismus zu sprechen“, meint Isi. Es kommt nicht selten vor, dass die 21-Jährige die einzige Frau in der Runde ist. In ihrem vorigen Wohnort Wien hatte sie außerdem einen diversen Freundeskreis: „Da erfährt fast jede:r auf die eine oder andere Weise Diskriminierung.“

Isi JAHRGANG: 2000

BOCK AUF MEHR. Seit Herbst ist die gebürtige Deutsche in Innsbruck und betreut das Online- und Eventmarketing der Trainingslocation Basefive. Abitur mit 17 Jahren, Bachelor mit 20 Jahren – Isi war oft die Jüngste in ihrem Jahrgang. „Ich bin zielstrebig in dem Sinn, dass ich immer Bock habe, was zu machen“, sagt sie. Anstatt sich

TRAUMJOB ALS KIND:

Astronautin MEIN TATSÄCHLICHER ERSTER JOB:

Verkäuferin im Blumenladen MEIN ERSTER FREUND:

mit 13 Jahren LIEBLINGSSCHULFACH:

Musik HÖCHSTER BILDUNGSABSCHLUSS: Bachelor,

Eventengineering ICH BIN FEMINISTIN: Ja. DAS HALTE ICH VOM GENDERN: Finde ich wichtig.

Gelingt mir in der Alltagssprache nicht immer, aber besonders in offiziellen Texten oder Ausschreibungen ein Muss.

DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEDEUTET MIR: Nichts. Ich bin in der

privilegierten Situation, alles machen zu können. Am 8. März Blumen geschenkt zu bekommen und Prozentaktionen in Geschäften zu sehen, ist krass.

direkt in den Master zu stürzen, will Isi aber erst mal Berufserfahrung sammeln. Herausfinden, wo sie leben und was sie machen will. UNFREIWILLIG AM PODEST. Mit dem Studium Event Engineering hat Isi eine männerdominierte Branche gewählt. Eine von wenigen Frauen zu sein, hat die 22-Jährige aber noch nie gestört. Was Isi allerdings sehr wohl stört, ist das Verhalten mancher Männer in besagter Eventtechnikbranche. Wenn ein rein weibliches Team für Auf- und Abbau zuständig ist, wird das manchmal ungläubig kommentiert: „Es ist absurd, wenn Frauen überschwänglich gelobt und bewundert werden, wenn sie Bühnentechnik aufbauen.“ UNTER FRAUEN. Verwunderlich ist für Isi auch, wie es hinter den Kulissen männlicher Branchen zugeht: Mindestens ein Kalender mit halbnackten Frauen ist in beinahe jeder Garderobe, Garage oder jedem Technikraum zu finden. „Man kann nicht erwarten, dass mehr Frauen in die Branche kommen, wenn das so ist“, ärgert sich Isi. Aus diesem Grund findet sie Fortbildungen und Kurse für ein rein weibliches Publikum eine gute Möglichkeit, die Hemmschwelle zu senken. Wie etwa der Ladies Music Production Workshop, den die Bäckerei Innsbruck im Feber veranstaltete. „Es braucht diese Formate rein für Frauen.“

DIESE THEMEN BESCHÄFTIGEN MICH AKTUELL:

Wie wir nach der Pandemie wieder zurück ins „normale“, alte Leben kommen (wollen). Wie sich die Kommunikation und der Umgang untereinander verändert hat.

* So bezeichnet man Mädchen bzw. Frauen, die sich nicht nach den Geschlechterrollen verhalten, die ihnen die Gesellschaft vorgibt.

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D

ie Innsbrucker Lehrerin Dani fühlt sich eigentlich nur im Sport durch ihr Geschlecht benachteiligt. „Ich habe viele männliche Freunde und Kollegen, und da merke ich beim Sporteln schon immer, dass die einfach mehr Kraft haben“, erzählt sie. Abgesehen davon sei sie in einer sehr privilegierten Position: Als Lehrerin verdient sie gleich viel wie ihre Kollegen und kann Beruf und Familie – sie hat mit ihrem Mann eine sechsjährige Tochter und einen dreijährigen Sohn – sehr gut vereinbaren. „Ich bin keine Frau, die immer das Gefühl hat, ich muss kämpfen für meine Gleichberechtigung.“ IN DER FRIENDZONE. Auch in ihrer Kindheit habe es keine Rolle gespielt, dass sie ein Mädchen war. „Ich bin mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen, und meine Eltern haben keinen Unterschied zwischen uns gemacht. Wir hatten die absolute Freiheit, so zu sein, wie wir sind und unsere Träume zu verwirklichen“, erinnert Dani sich. Sie sei nie das „klassische“ Mädchen gewesen, sondern wollte lieber mit den

ICH BIN FEMINISTIN: jein

TRAUMJOB ALS KIND:

DAS HALTE ICH VOM GENDERN: nicht viel

Snowboarderin MEIN TATSÄCHLICHER ERSTER JOB: Snowboard-

lehrerin

DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEDEUTET FÜR MICH: dass das Thema

MEIN ERSTER FREUND:

Gleichberechtigung verstärkt in den Fokus rückt

mit 14 LIEBLINGSSCHULFACH:

Sport und Englisch HÖCHSTER BILDUNGSABSCHLUSS: Magistra

FAMILIENMENSCH. Dani wusste immer, dass sie irgendwann Kinder haben will, aber als sie mit ihrer Tochter schwanger war, waren viele ihrer Freunde überrascht: „Ich war vor den Kindern viel unterwegs, bin viel verreist, da haben sich viele gedacht, oje, die wird sich irgendwann schwertun, dieses Leben aufzugeben.“ Das sei aber überhaupt nicht der Fall gewesen: „Seit ich Kinder habe, habe ich mir schon öfter gedacht, wow, wenn ich gewusst hätte, wie cool das ist, hätte ich schon früher damit angefangen.“ Sie wünscht sich, dass die Politik sich mehr mit dem Thema Gleichberechtigung in Familien auseinandersetzt: Es brauche generell gleiche Verdienstmöglichkeiten für alle, dürfe keine finanziellen Verluste für Männer geben, die in Karenz gehen, und Hausarbeit und Kinderbetreuungszeiten müssen finanziell aufgewertet und bei der Pension berücksichtigt werden. GLEICHE GESCHENKE, GLEICHE CHANCEN. Die Generation ihrer Eltern mache noch einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen, besonders wenn es um Kleidung und Spielsachen gehe, aber in ihrer Generation sei das ganz anders: „Da gibt es halt beige oder braune Sachen, und Jungs und Mädels bekommen die gleichen Geschenke“, erzählt Dani. Ihren Kindern will sie vor allem drei Dinge mitgeben: Liebe, Freiheit und Selbstbewusstein. „Wenn du das hast, macht es keinen Unterschied, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist – dann kannst du alles schaffen.“

Dani JAHRGANG: 1982

Jungs unterwegs sein und Fußball oder Eishockey spielen – was nicht nur Vorteile hatte: „Meine Freundinnen hatten dann Beziehungen, und ich war immer für alle Typen der Best Buddy“, erzählt sie. „Auch mein Mann wollte am Anfang „nur“ ein Freund sein, mit dem ich Beachvolleyball spiele und ausgehe.“

DIESE THEMEN BESCHÄFTIGEN MICH AKTUELL:

die Zukunft meiner Kinder und der Ukraine-Konflikt

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„Wenn ich gewusst hätte, wie cool es ist, Kinder zu haben, hätte ich schon viel früher damit angefangen.“

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„Was wir alle wollen: gleich bezahlt werden wie unsere männlichen Kollegen.“

Y

vonne ist 40, Texterin in einer Innsbrucker Agentur – und hat freiwillig keine Kinder. Sie wollte auch nie welche. Ab Mitte 20 verfestigte sich ihre Einstellung zusehends. Mit dieser Entscheidung ecken Frauen nach wie vor häufig an. Das sieht man auch daran, dass es kein leichtes Unterfangen war, im Rahmen dieser Serie eine freiwillig kinderlose Frau zu finden, die über dieses Thema offen spricht. „Es gibt sicher nach wie vor Gesprächsbedarf, was Kinderlosigkeit angeht“, weiß Yvonne. Der englische Begriff „child-free“ gefällt der Innsbruckerin besser als der deutsche „kinderlos“. Leider lässt er sich nicht wirklich übersetzen, denn „kinderfrei“ klinge wahlweise nach jugendfrei oder sturmfrei. VON REAKTION ZU RESPEKT. In ihrer eigenen Welt ist die Kinderlosigkeit kein Tabu: „Weil ich es nicht zum Tabu mache“, so Yvonne. Im engen Freundes- und Familienkreis und vor allem in Beziehungen hat die Literaturwissenschaftlerin offen darüber gesprochen. „Verständnis ist sicher nicht immer da, aber meine Entscheidung wird akzeptiert und respektiert.“ Du wirst deine Meinung schon noch ändern: Diese Reaktion kommt dafür häufig von Menschen, denen Yvonne nicht nahesteht. „Das höre ich seit

Yvonne JAHRGANG: 1981 TRAUMJOB ALS KIND:

Schriftstellerin MEIN ERSTER JOB:

Aufsichtsorgan im Volkskunstmuseum MEIN ERSTER FREUND:

mit 19 Jahren LIEBLINGSSCHULFACH:

20 Jahren. Ich diskutiere aber nicht immer.“ Manche brauchen offenbar die Vorstellung, dass Frauen einmal Kinder haben.

Deutsch, Englisch HÖCHSTER BILDUNGSABSCHLUSS: Magistra,

Literaturwissenschaft KLEINER GROSSER WUNSCH. Der Gender-Pay-Gap, die miserablen Lohnverhältnisse in mehrheitlich weiblichen Branchen, und Geringschätzung ebendieser Arbeit, die Gewalt gegen Frauen und die steigende Femizidrate – „es gibt so viele Baustellen, die im Diskurs wichtiger sind als freiwillige Kinderlosigkeit“, meint Yvonne. Die Entscheidung, keine Kinder haben zu wollen, sei immer eine individuelle und beruhe auf unterschiedlichen, sehr persönlichen Gründen. „Was wir aber alle wollen: gleich bezahlt werden wie unsere männlichen Kollegen. Da sind wir uns einig, denn das hat auch viel mit Respekt und Selbstbestimmung zu tun.“ Deshalb steht auf Yvonnes Wunschzettel nur ein – wenn auch großer – Wunsch: Gleichberechtigung.

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ICH BIN FEMINISTIN: JA! DAS HALTE ICH VOM GENDERN: Ich bin für gen-

derneutrale Schreib- und Ausdrucksweise, soweit möglich, ansonsten natürlich Gendern. DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEDEUTET MIR: nichts DIESE THEMEN BESCHÄFTIGEN MICH AKTUELL: das

x-te Jahr meiner Dissertation, die Polemisierung und Radikalisierung in der Gesellschaft, Rassismus vor allem Flüchtlingen gegenüber, die aktuelle Wissenschaftsfeindlichkeit


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Schwaz A. - Hoferstraße 6 6130 Schwaz

Hard Landstraße 17 6971 Hard

Inntalcenter Kufstein Gewerbehof 1 6330 Kufstein


Gabi JAHRGANG: 1953 TRAUMJOB ALS KIND:

verschiedene – von der Säuglingsschwester bis zur Geologin MEIN TATSÄCHLICHER ERSTER JOB: Erzieherin MEIN ERSTER FREUND:

mit 20 LIEBLINGSSCHULFACH:

bildnerische Erziehung HÖCHSTER BILDUNGSABSCHLUSS: Universität ICH BIN FEMINISTIN: Ja. DAS HALTE ICH VOM GENDERN: für mich ganz

normal DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEDEUTET MIR: Ich feiere diesen Tag.

Was mich stört, ist das Gejammere. Frauen sollten feiern, was sie weitergebracht haben. DIESE THEMEN BESCHÄFTIGEN MICH AKTUELL:

die Ukraine-Krise, die Klimaerhitzung, die Femizide, das biografische Schreiben, das Thema Frauen als Künstlerinnen

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F

eminismus war in ihrer Familie kein Thema. Damals gab es dafür nicht einmal einen Begriff, sagt Gabi Dallinger-König, die 1953 in Hard in Vorarlberg auf die Welt kam. Als viertes Mädchen von insgesamt sechs Kindern war sie „kein Hit mehr“, da die Eltern auf den Stammhalter warteten. Sie durfte nicht in den Kindergarten, da ihre Mama sowieso daheim war, dafür später als Erste in der Familie aufs Gymnasium in Bregenz. Doch dort lief es nicht, wie sie es sich vorgestellt hatte: Vom Land kommend behandelten sie ihre Mitschüler:innen aus der Stadt als Außenseiterin. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als erwachsen und weg von Vorarlberg zu sein, das damals „eng und furchtbar“ war. In dieser Zeit begann Gabi sich – wenn auch nicht bewusst – für Frauenthemen zu interessieren. PRÄGENDE BEGEGNUNG. Schließlich zog sie mit 20 für ihre Ausbildung nach Innsbruck – dem Ort der Freiheit für sie. Sie studierte Erziehungswissenschaften und Politik und arbeitete als Sozialarbeiterin beim Arbeitskreis für Emanzipation und Partnerschaft, kurz AEP. Aus dieser Familienberatungsstelle gingen später eine Reihe an wichtigen Innsbrucker Fraueneinrichtungen hervor, wie Frauen gegen Vergewaltigung oder das Tiroler Frauenhaus, an deren Gründung

„Wir sind ordentlich weit gekommen.“ Dallinger mitwirkte. „Das war damals sehr mutig, zumal diese Einrichtungen den Ruf hatten, Familien zu zerstören“, sagt Gabi. So lernte sie auch Johanna Dohnal, Österreichs erste Frauenministerin, kennen. „Dohnal war eine Heroine für mich.“ Die Politikerin konnte viel für Frauen bewegen. Sie schaffte unter anderem sogenannte Frauenkontaktstellen beim Arbeitsmarktservice, die darauf abzielten, Frauen ins Berufsleben (zurück) zu holen. In Tirol baute Gabriele Dallinger diese Stelle ab 1987 auf. Anfangs hatte sie viele Steine aus dem Weg zu räumen. Sie machte zwei Jahre lang alles andere außer Frauenarbeit. „Frauen hatten am Arbeitsamt als Kundinnen nichts zu melden“, erzählt die Wahlinnsbruckerin. „Emanze war sowieso ein Schimpfwort.“ Als sie heiratete, sagte ein Kollege zu ihr: „Aha, du bist ja doch normal.“ VIEL ERREICHT. Seit 2019 ist sie in Pension. 31 Jahre lang engagierte sie sich beim AMS für Themen rund um Frauen in der Arbeitswelt. Über die Jahre sei es ihr gelungen, ein Netzwerk aufzubauen und Frauenförderprogramme auf die Beine zu stellen, die es heute noch gibt. Ob Frauen heute gleichberechtigt sind? „Wir sind ordentlich weit gekommen“, sagt Gabi Dallinger. „Darauf bin ich stolz.“ Auch wenn es noch Luft nach oben gebe, etwa bei der Bezahlung oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wachse heute eine Generation von Frauen heran, die sich nehmen, was sie benötigen. Man brauche nur an eine Greta Thunberg zu denken.

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Bei allem Negativen, das man über die Seuchenzeit sagen kann, muss man bei genauerem Hinschauen zugeben, dass sie im Begrüßungsbereich einiges bewegt hat – und zwar durchaus zum Guten. Text: Haris Kovacevic

U

m mal mit dem Erfreulichsten zu beginnen: Der Handschlag ist passé. Man kommt aber nicht umhin, sich zu fragen, welcher Teufel uns eigentlich geritten hat, uns über Jahrzehnte, laut einigen Quellen sogar Jahrhunderte, so zu begrüßen. Es hätte doch jedem auffallen müssen, dass da was nicht stimmt. Die Hand des Gegenübers lag meistens lasch wie durchweichter Spargel in unserer. Oder ein Charisma und Tatendrang vortäuschender Otto weidete sich am Schmerz in unserem Gesicht, wenn er mit seiner vermeintlich selbstbewussten Pranke zudrückte. Besinnen wir uns bitte und weinen diesem stilistisch überbewerteten, völlig unnötig

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einer guten Kinderstube zugeschriebenen und hygienisch fragwürdigen Ritual keine Träne nach. Jeder halbwegs seriöse Beobachter wird feststellen müssen, dass die Nachteile dieser schmierigen Angelegenheit bei Weitem die Vorteile überwiegen. MANGEL AN ALTERNATIVEN. „Aber was sollen wir denn sonst machen?“, fragten einige zu Beginn der Pandemie. „Uns verbeugen? Uns aus zwei Meter Entfernung zuwinken? Nicken?“ Ja, alles mögliche Alternativen, würde man meinen. Anscheinend ist es aber so, dass viele Menschen auf den Körperkontakt bei der Begrüßung nicht gänzlich verzichten können. Also mussten weitere Optionen her.


WARUM SICH DER FUSSGRUSS NICHT DURCHSETZEN KONNTE Diese vermutlich gut gemeinte, aber leider ziemlich undurchdachte Handschlagalternative ließ sich schon allein deshalb nicht in die Fläche bringen, weil sie einem einiges abverlangt. Beide Seiten müssen nämlich erstens wissen, dass ein Fußgruß zu machen ist – schwierig, weil nicht selbstverständlich. Und selbst wenn das passiert, geht der Augenkontakt verloren, weil man sich auf die Füße konzentriert, da man den anderen nicht am Unterbein treffen, ihn kicken oder seine Hose beschmutzen will. Dadurch dauert alles zu lange und verliert jeden Aspekt der Seriosität und Spontaneität.

© SHUTTERSTOCK.COM, JULIUS ERVING NETS

Außerdem erscheint der Extremitätenwechsel auf den ersten Blick zwar schlau, entpuppt sich in weiterer Folge aber als Griff – oder Tritt – ins Klo: Die Hand war und ist einfach das geeignetere Begrüßungsmittel. Steht man

nämlich, haben die Beine schon ihre Aufgabe, während die Arme meistens einfach nur nutzlos herumhängen. Das, obwohl ihre motorischen Fähigkeiten unbestreitbar höher einzustufen sind. Und trägt man etwas in den Händen, ist man ohnehin von jeglicher Handgrußpflicht entbunden. Dann kommt noch das Thema Daumen hinzu: Der ist nämlich Dreh- und Angelpunkt des Handschlags. Sein Fußpendant – also der große Zeh – kann als evolutionäres Überbleibsel einfach nicht mithalten und selbst ein Versuch würde von Socke respektive Schuh unterbunden werden.

Einige davon wurden vor allem am Anfang noch hoch gehandelt: Da hieß es zum Beispiel, dass der Fußgruß die Lösung des Problems sei. Einfach dem zu begrüßenden Gegenüber lässig die Innenseite des Fußes zum Abtippen anbieten. Statt sich mit der Hand Hallo zu sagen, sollte hier alles mit dem Fuß erledigt werden. Ob das jemals jemand unironisch gemacht hat, weiß man bis heute nicht. Es hielt sich gefühlt zwei Wochen und war eher Part einer Medienrealität als Teil des Alltags der Menschen. Dann gab es noch den Ellenbogencheck – like, wer’s noch kennt. Ja, auch hier stieß die menschliche Gewohnheit an die Grenzen des Machbaren. Bei manchen Leuten fehlt es dabei sogar schon an der nötigsten Grobmotorik. Dieses mysteriöse, mit der eigenen Zunge nicht erreichbare Körperteil als Begrüßungsinstrument einzusetzen, erwies sich für einige als alles andere als leicht. Entweder nämlich sie trafen genau die dünnbehäutete Spitze des Armwinkels und es durchzuckte einen ein leichter Schock, oder es kam zu einem Unterarmcheck, wobei sich die Gesichter einander so näherten, dass mehr Tröpfchen und Aerosole ausgetauscht wurden, als es beim klassischen Handschlag je möglich gewesen wäre – lediglich ein Eskimokuss wäre virologisch gesehen noch leichtsinniger.

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IM VERBORGENEN. Schlussendlich boxte sich eine Begrüßungsform durch, die am Anfang niemand ernsthaft auf dem Schirm hatte: die Ghettofaust – bei der die zusammengeballte drohgebärdende Hand zweckentfremdet wird. Ihre Wurzeln hat der Fistbump (manchmal auch Faustcheck oder Faustgruß genannt) in der NBA der 1970erJahre. Die Basketballer begrüßten, beglückwünschten und trösteten sich damit während der Spiele. Später fand sie in der Hiphopszene Anklang und mit Variationen auch darüber hinaus. Besonders beliebt waren beispielsweise in den Nullerjahren das Einklatschen gefolgt von ziehendem Gleiten über die Handfläche des Gegenübers bis zu den Fingerspitzen mit anschließender FaustBegrüßung oder – eher als scherzhafte Posse gedacht – die Ghettofaust mit darauffolgendem „Puch“-Geräusch nebst Öffnung der Hand.

Außerdem: In einigen Ländern ist der erhobene, gebeugte Ellenbogen eine obszöne, beleidigende Geste, ähnlich dem Mittelfinger hierzulande.


WANN SIEHT EINE GHETTOFAUSTBEGRÜSSUNG NICHT COOL AUS? 1. Wenn sie nicht erwidert wird. Beobachtet zwischen Angela Merkel und Königin Margarethe II. (Ratet mal, wer von den beiden die Coole war.) 2. Wenn das Gegenüber einem die Ghettofaust nicht zutraut und entweder mit offener Handfläche oder mit dem Ellenbogen antwortet – ähnelt in der Szenerie einer patschert durchgeführten Übung bei einem Selbstverteidigungskurs.

Faust entgegen, hätte dieser wissen können, dass der Bewerber den Job einfach nicht haben will. Heutzutage wäre dies aber ein Zeichen von besonders ausgeprägtem Problembewusstsein. Heißt: „Der angehende Mitarbeiter möchte nicht unhöflich wirken, ist sich gleichzeitig aber der pandemischen Situation bewusst und will mich diesbezüglich nicht in eine unangenehme Lage bringen. Einen Handschlag hätte ich zwar noch kommentarlos hingenommen, die Ghettofaust aber steht direkt unter dem Plus auf meiner Pro-Contra-Liste.“

WANN DIE GHETTOFAUST BESONDERS COOL AUSSIEHT Durchgeführt mit allen Menschen Ü-80.

SPONTAN, RÜHREND UND COOL. Fragt man sich, warum gerade die Ghettofaust bei diesem kulturellen Wettkampf obsiegte, muss die Antwort vielschichtig ausfallen: 1. Die Spontaneität des Handschlags wird auf die Faust dank der motorischen Fähigkeiten der oberen Extremitäten problemlos transponiert – keine mimischen Erklärungen und kein Augenkontaktverlust nötig. 2. Sie ermöglicht leichten Körperkontakt, minimiert aber das Risiko einer Keimübertragung beträchtlich, und zwar um bis zu 90 Prozent im Vergleich zum Handschlag. 3. Die Ghettofaustbegrüßung sieht einfach cool aus – nicht nur bei Barack Obama, wenn er eine Reinigungskraft grüßt. 99 Prozent der gelungenen Ghettofaustgrüße sehen entweder gut aus oder fallen nicht weiter negativ auf. WANDEL DER ZEIT. Mittlerweile holt die Faust auch in Sachen Seriosität auf: Tauchte vor drei Jahren beispielsweise jemand live bei einem Vorstellungsgespräch auf und streckte dem potenziellen Arbeitgeber zum Gruß die

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ES WAR NICHT ALLES SCHLECHT. Wie ist nun schlussendlich der Sieg der Ghettofaust einzuordnen? Natürlich ist sie – oder zumindest ihre Durchsetzung bei der breiten Masse – das Kind einer beschissenen Ära. Niemand, der klar bei Verstand ist, wird die Pandemie als coole Zeit bewerten. Eines Tages aber werden wir sagen können, dass wir das alles ohne kompletten Würdeverlust überstanden haben. Dass wir womöglich im ersten Lockdown für den Nachbarn einkaufen gegangen sind, dass wir Rücksicht genommen und aufeinander aufgepasst haben, dass wir einer Oma vielleicht mit ihrem Handy und ihrem Grünen Pass geholfen, dass wir über unser Leben und unsere Zeit auf dieser Welt nachgedacht haben. Und – hoffentlich – dass wir damals angefangen haben, uns mit der Faust zu begrüßen. Mit der Ghettofaust. Nicht nur, weil sie cool ist.

© SHUTTERSTOCK.COM, PETE SOUZA / DPA / PICTUREDESK.COM

3. Wenn die Ghetto-Faust nicht clean ist, sondern zusätzlich noch mit irgendeinem Schnickschnack verknüpft wird. (Siehe vorhergehendes Einklatschen und Gleiten über die Handfläche bis zu den Fingerspitzen, anschließendes „Puch“-Geräusch und Ä)


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Landauf, landab – von der Sonntagsrede bis zur CoronaDemo – werden die Grundrechte beschworen. Meist bleibt es bei vagen Schlagworten. 6020 hat sich in der Juristerei umgehört, um Genaueres herauszufinden. Ganz ohne verschachteltes Juristendeutsch.

ukas kann selbst entscheiden, ob er kommendes Wochenende zu Hause bleibt oder seine Freundin in Wien besuchen fährt. Maria steht es frei, nach der Matura ein Studium zu beginnen oder ein Unternehmen zu gründen. Niklas und Judith dürfen ohne Weiteres an einer Demonstration teilnehmen und dort ihre politische Meinung kundtun. Was eint die soeben erwähnten Personen? Ihre freie Entscheidung wird durch die Grundrechte vor staatlicher Einflussnahme geschützt. Diese Grundrechte begleiten uns im Alltag auf Schritt und Tritt – ein Umstand, den wir zumeist gar nicht bemerken. Grund genug, diese Freiheitsrechte näher unter die Lupe zu nehmen.

Text: Raul Schramek

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WAS GENAU SIND GRUNDRECHTE? Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte, die dem Einzelnen Schutz vor Eingriffen des Staates bieten. Dieser darf etwa dem eingangs erwähnten Lukas nicht vorgeben, wie er sein Wochenende zu gestalten hat. Auch Niklas und Judith dürfen aufgrund ihrer Demonstrationsteilnahme nicht grundlos von der Polizei festgenommen werden. Neben diesen Abwehrrechten zählt auch die politische Mitbestimmung in Form von Wahlen zu den Grundrechten. „Aufgrund ihrer Wichtigkeit sind die Grundrechte besonders stark vor Abänderungen geschützt“, erklärt Thomas Müller, Verfassungsrechtler an der Uni Innsbruck. Im Parlament ist dafür eine Zweidrittelmehrheit nötig, bei „normalen“ Gesetzen dagegen reicht die Zustimmung von mehr als der Hälfte der abgegebenen Stimmen.

HAT ES GRUNDRECHTE SCHON IMMER GEGEBEN? Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Grundrechte etwas Exotisches. Damals war an freie politische

Meinungsäußerung oder Mitbestimmung nicht zu denken. Der Polizeistaat unter Clemens Metternich, der nicht gerade für Freiheitsliebe bekannt war, unterdrückte jegliche Kritik an der vorherrschenden Habsburgermonarchie, ließ Andersdenkende verfolgen und drangsalierte die Presse mit Zensurmaßnahmen. Erst im Gefolge der bürgerlichen Revolution 1848 konnte die Bevölkerung dem Monarchen immer mehr Freiheitsrechte abtrotzen. Austrofaschismus und Nationalsozialismus sind ein erschreckendes Beispiel für die Aushöhlung vieler Grundrechte, konnten den anschließenden weiteren Ausbau der Freiheitsrechte aber nicht aufhalten.

SIND WIR ALLE GLEICH? Neben dem Schutz vor staatlichen Eingriffen lässt sich aus den Grundrechten auch ein Anspruch auf Gleichbehandlung ableiten. „Grundsätzlich gilt, dass der Staat Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandeln muss“, stellt der Verfassungsjurist Peter Bußjäger von der Uni Innsbruck fest. Dies betrifft das gesamte Staatshandeln. Also nicht nur die Gesetze, sondern etwa auch den Umgang der Behörden mit den Bürger:innen. Aufgrund des Rechts auf Gleichheit wäre es beispielsweise nicht möglich, Männer und Frauen nur aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedlich zu besteuern. Wenn es aber zwischen verschiedenen Personengruppen Unterschiede gibt, muss der Staat mit diesen auch verschieden umgehen. „Bei den Corona-Maßnahmen können Geimpfte und Ungeimpfte unterschiedlich behandelt werden, wenn es eine sachliche medizinische Begründung gibt“, sagt Bußjäger.

WER KONTROLLIERT DIE EINHALTUNG DER GRUNDRECHTE? Diese Aufgabe kommt in Österreich den Gerichten zu. Zentrales Element ist hier der Verfassungsgerichtshof (VfGH). „Der VfGH kann Verordnungen und Gesetze, die gegen die Grundrechte verstoßen, aufheben“, erläutert Jurist Müller. Die Gerichtsentscheidungen muss auch die Regierung akzeptieren. Dadurch kann der Einzelne die Einhaltung der Grundrechte dem Staat gegenüber erzwingen. Die Gerichte können etwa willkürlichen Bauverboten, Zensurmaßnahmen oder unbegründeten Haftstrafen einen Riegel vorschieben. Erst diese gerichtliche Durchsetzbarkeit macht die Grundrechte richtig wirksam. Selbst die besten Rechte sind nämlich nutzlos, wenn sie nur am Papier bestehen und nicht eingeklagt werden können.

SIND CORONA-MASS­ NAHMEN GRUNDRECHTSVERLETZUNGEN? Ohne Zweifel greifen Lockdowns, Betriebsschließungen und Quarantäne in die Grundrechte ein. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass diese dadurch verletzt oder gar abgeschafft werden. „Die Grundrechte können beschränkt werden, wenn es triftige Gründe dafür gibt“, erklärt Rechtsexperte Müller. Solche Einschränkungen müssen sachlich erklärbar sein und dürfen nur so weit gehen, wie es unbedingt nötig ist. Dies wird vom VfGH überwacht. Er hat deshalb auch einige Corona-Verordnungen,

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die ohne sachliche Begründung erlassen worden sind, aufgehoben. Nur wenige Grundrechte können überhaupt nicht eingeschränkt werden. So etwa das Folterverbot. „Hier gibt es kein Abwägen“, erläutert Müller. „Selbst wenn ein Terrorist eine Bombe versteckt hat, darf man ihn nicht foltern, um deren Standort herauszufinden.“ SEIT EINIGER ZEIT GIBT ES EIN EIGENES GESETZ, IN DEM SICH DIE REPUBLIK ZUM UMWELTSCHUTZ BEKENNT, IN VIELEN STÄDTEN WURDE DER KLIMANOTSTAND AUSGERUFEN. GIBT ES ALSO EIN GRUNDRECHT AUF KLIMASCHUTZ? Hier handelt es sich um vom Staat selbst gesteckte Ziele, deren Einhaltung der Einzelne nicht durchsetzen kann. Ein gerichtlich einklagbares Grundrecht auf Klimaschutz gibt es derzeit nicht. Man könnte es zwar jederzeit mit entsprechender Mehrheit im Parlament einführen. Seine Durchsetzbarkeit scheint aber schwierig. „Der VfGH braucht immer ein Gesetz oder eine Verordnung, die er aufheben kann. Wenn – wie beim Klimaschutz – nichts da ist, kann er auch nichts aufheben“, betont Verfassungsjurist Müller. Aus den Grundrechten folgt zwar auch eine Pflicht des Staates, die Bürger:innen vor lebensbedrohlichen Situationen – wie etwa dem Klimawandel – zu schützen. „Die Grundrechte regeln aber nicht, welche konkreten Maßnahmen der Staat treffen muss“, relativiert Müller. Hier hat der Gesetzgeber einen weiten Spielraum. Letztlich kommt es beim Klimaschutz also auf den politischen Willen an.


S E R I E

die Zu ku n ft d e r Stadt

Vernetzter Verkehr der Zukunf t: Ak tuell arbeitet Auto­h er steller Audi an Fahr zeugen, die mit Ampelanlagen kommunizieren können.

Elektri­ sierende Aus­ sichten Elektromobilität: Wohin geht die Reise? Was sind die größten Herausforderungen, die es dafür im urbanen Bereich zu lösen gilt? 6020 schaut in die Glaskugel und versucht einen spannenden Ausblick in die nahe Zukunft. Text: Klaus Erler 30

S

tädte werden schon bald bisher unvorstellbare Ausmaße annehmen wie die geplante Megametropole Jing-Jin-Ji, die zur Heimat von mehr als 130 Millionen Chinesen werden soll. Mit der Größe der Städte steigt aber auch das Ausmaß der Herausforderungen: Smog und Megastaus sind längst unübersehbare Begleiter des stetigen urbanen Wachstums. DER PKW WIRD BLEIBEN. Wer angesichts derartiger Probleme reflexartig eine smarte, urbane Mobilität ausrufen möchte, die auf kluge Lösungen wie Carsharing, Straßenrückbau und Aufstockung des öffentlichen Verkehrs setzt, hat einerseits recht, übersieht aber, dass der städtische Individualverkehr deshalb nicht einfach verschwinden wird. Die Smart Cities der Zukunft werden viele Einwohner haben, die sich nicht über „kluge“ und grünpolitisch gewünschte Leitsysteme durch die Stadt bewegen lassen wollen oder können. Überfüllte Busse und Bahnen zu den Hauptverkehrszeiten, anhaltende Pandemien oder wenig erschlossene städtische Randlagen sind nur einige der Probleme, die auch in naher Zukunft dafür sorgen werden, dass das eigene Auto ein relevanter Fixpunkt der urbanen Mobilität bleibt. FRISCHE LUFT. Genauso sicher ist es, dass der urbane Verkehr nicht mit fossilen Treibstoffen fahren wird. Viele Regierungen haben deshalb bereits Verkaufsstopps für


Weniger Platz für Autos!

ERMÖGLICHT VOM VV

T Mit dieser Serie unter stützt der VV T den unabhäng igen Journalismus zum Them a nachhaltige Stadtentw icklung.

Uschi Schwarzl, Verkehrsreferentin der Stadt Innsbruck, erklärt, wie sich die Stadtregierung Innsbruck als Ort der smarten Mobilität vorstellt.

6020

: Frau Schwarzl, wie steht die Stadt Innsbruck grundsätzlich zur E-Mobilität? Uschi Schwarzl: Für das Mobilitätsressort stellt das private Kraftfahrzeug – egal wie es angetrieben wird – kein tragfähiges Zukunftskonzept dar. Der Pkw ist das unökonomischste aller innerstädtischen Verkehrsmittel, auch wenn er mit Strom fährt. Bis zu zweieinhalb Tonnen Masse zu bewegen, um durchschnittlich 1,3 Personen zu befördern, ist weder besonders wirtschaftlich noch ökologisch.

Future Retro: G eht es nach dem Schweizer Her steller micro, werden urbane Fahr zeuge in Zukunf t so aussehen wie der Microlino (l .) und die Microlet ta (r.).

© AUDI AG, STELLANTIS, MICRO, C. FORCHER

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren angekündigt, EU-weit soll 2035 Schluss sein mit klassischen Dieseln und Benzinern. Dabei ist nicht der Verbrennungsmotor an und für sich „böse“, sondern der fossile Kraftstoff. Deshalb arbeiten Firmen wie Porsche längst an der Entwicklung sauberer synthetischer Treibstoffe, sogenannter E-Fuels: Diese werden aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt. Kommt der Strom bei der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen, ließen sich bereits vorhandene Pkw einigermaßen klimaneutral weiter betreiben. Allerdings ist die Gesamtenergiebilanz beim Einsatz von E-Fuels derzeit um ein Vielfaches schlechter als bei anderen Antriebsarten. Einen anderen Weg beschreiten mit Wasserstoff betriebene Autos. Derartige Fahrzeuge sind eigent­lich E-Mobile, die ihren Strom über eingebaute Brennstoffzellen und mitgeführten Wasserstoff erzeugen. Der Vorteil: Es entstehen lokal keine Emissionen, Reichweitenprobleme gibt es kaum. Die Nachteile: Wasserstoffantriebe sind teuer, die Wasserstoffherstellung bleibt derzeit unrentabel energieintensiv und eine Tankstelleninfrastruktur ist de facto nicht existent.

Wie wird man sich in Innsbruck in Zukunft also fortbewegen? Zum einen aktiv per pedes oder mit dem Fahrrad, zum anderen mit öffentlichen E-Verkehrsmitteln. Derzeit laufen erste Testfahrten mit unterschiedlichsten Elektrobussen. Wir testen dabei unter anderem einen Trolleybus, der auf geeigneten Strecken den Strom über Oberleitung bezieht, den Rest der Fahrt aber autonom batterieelektrisch bewältigen kann. Ist das private Auto in Innsbruck damit Geschichte? Der private Pkw wird in den nächsten zehn Jahren weiter gelebte Realität bleiben, so realistisch muss man sein. Zeitgleich findet eine Wende hin zur „geteilten Mobilität“ statt, weg vom PkwPrivatbesitz, hin zum Car-Sharing-Pool, der dann aus E-Mobilen besteht. Dafür wird die Stadt, so es dafür eine Mehrheit gibt, Ladeplätze und Infrastruktur bereitstellen. Der Ausbau einer Ladestruktur für E-Pkw, die derzeit in Innsbruck einen Neuzulassungsanteil von rund 15 Prozent haben, ist im Wesentlichen nicht Sache der Stadt, sondern der Hausverwaltungen und der privaten Besitzer.

LOHNENDE ZUKUNFTSVISION. Bleiben schließlich noch die batterieelektrischen Autos. Diese emittieren zwar lokal kein CO2, da E-Autos und Akkus in der Herstellung aber sehr energieintensiv sind und der Strom, mit dem sie betrieben werden, nicht unbedingt auf Bäumen wächst, kann auch hier keine grundsätzliche Verschmutzungsentwarnung gegeben werden. Dennoch geht die große deutsche Automobilzeitschrift „auto.motor.sport“ in einer genauen Lebenszeitberechnung davon aus, dass E-Autos über

Wie soll Innsbruck zur „Smart City“ werden? Vor allem auch über die Platzgestaltungen, Stichwort Umbau des Rennwegs, der Universitätsstraße, des Bozner Platzes oder des Lugger-Platzes. „Mehr Platz für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, weniger Platz für die Autos“, das ist unser Credo für eine lebenswerte Stadt der Zukunft.

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Vielen Dank für das Gespräch.


Cityfloh der Zukunf t: Opel Rocks- e, Preise ab 7.990 Euro, aufgeladen in 3,5 Stunden, Reichweite 75 Kilometer, minimaler inner städtischer Plat zbedar f.

eine längere Laufzeit (rund 120.000 Kilometer) CO2 einsparen, sogar dann, wenn ihr Fahrstrom nicht ausschließlich aus regenerativen Quellen stammt. Stadtfit sind E-Autos längst: Beinahe alle derzeit angebotenen E-Pkw haben eine Mindestreichweite von 200 Kilometern, und flüsterleise fahren sie zudem auch noch: Der Innsbrucker Südring als Grünruhelage dank E-Mobil-Verkehr? Eine lohnende Zukunftsvision, die genauso spannend ist wie ein innerstädtischer Busverkehr, der auf Strom setzt. Dass E-Busse auch in einer topografisch anspruchsvollen Stadt wie Innsbruck problemlos funktionieren, hat ein Testfahrzeug der Linie J gerade „von Berg zu Berg“ unter Beweis stellen können.

wie genau ist nicht ganz klar. Derzeit scheint die Entwicklung in Richtung „Schnellladen“ zu gehen, eine Lösung, auf die auch Branchenriese Siemens mit seinem „Sicharge D“-System setzt. Bestehende Tankstellen ließen sich um E-Ladesäulen ergänzen, die über Hochvolttechnologie die Batterien der EFahrzeuge in wenigen Minuten wieder auf 80 Prozent Leistung bringen. E-Tankstellen könnten zudem zum platzsparenden innerstädtischen Ladehotspot für den Individualverkehr werden. Damit dieser auch in Zukunft rollen kann, haben Autohersteller wie Citroën oder Opel bereits E-Autos wie den Ami und den Rocks-e entwickelt, die optisch wie aus einer anderen Welt wirken und sich bei Platz (2,41 Meter Länge!), Strombedarf, Wendekreis und Kosten ganz klein machen. So werden in Zukunft wohl die wahren Autohelden der Innenstädte aussehen. Der Schweizer Hersteller micro geht noch einen Schritt weiter und verkauft nicht nur eine elektrische Neuauflage des Fünfzigerjahre-Autoflohs BMW Isetta, sondern auch einen E-Dreiradler namens Microletta. Dieser soll in Zukunft Autofahrern den Umstieg auf ein ressourcenschonenderes innerstädtisches Fortbewegungsmittel leicht machen: Klein, leicht und elektrisch lässt sich das rollerähnliche Gefährt mit Autoführerschein fahren, ist schnell genug für die Speckgürtel-Autobahn und dank dreier Räder so sicher, dass man auf der Ampel nicht einmal die Füße auf den Asphalt stellen muss. Noch exotischer sind die Entwicklungen am E-Bike-Markt, jenem Bereich der urbanen Mobilität, dem Experten die größten Chancen einräumen, mittelfristig das innerstädtisch genutzte Auto zu ersetzen. Derzeit werden für E-Lastenräder von gro-

SCHNELLLADEN ALS LÖSUNG? Mit den E-Autos sind allerdings längst nicht alle Probleme der urbanen Mobilität gelöst. Der enorme Platzbedarf von privatem Pkw-Verkehr bleibt bestehen und eine funktionierende Ladeinfrastruktur in Städten muss erst aufgebaut werden, wo und

Der deutsche Radversender CANYON for scht mit seinem „Future Mobility Concept“ am „E - Bike - Auto“.

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© CANYON, SIEMENS DEUTSCHLAND

d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

Eine funk tionierende urbane Ladeinfrastruk tur muss er st aufgebaut werden. Siemens set zt mit dem „Sicharge D“-System auf Schnellladestationen.


Mit den E-Autos sind längst nicht alle Probleme der urbanen Mobilität gelöst.

In der nächsten Ausgabe Alt sein in der Stadt der Zukunft: Wie werden Senioren im urbanen Raum leben? Und können alle davon profitieren?

ERMÖGLICHT VOM ßen Herstellern wie Shimano eigene drehmomentstarke Motoren entwickelt (Shimano Cargo Antrieb). Mehrere Hersteller arbeiten zudem bereits an einem kettenlosen Fahrradantrieb. MISSING LINK. Der deutsche Radversender Canyon geht noch einen Schritt weiter und entwickelt gerade das Missing Link zwischen E-Bike und Auto. Unter dem Titel „Future Mobility Concept“ wurde eine entsprechende Studie veröffentlicht, die niedriges Gewicht und ein vom E-Bike inspiriertes Design mit der Stabilität von vier Rädern und Wetterschutz vereinen soll. Wie man unter Beibehaltung des Pkw-Individualverkehrs in Zukunft die Menschen innerstädtisch schnell und komfortabel von A nach B bekommt und dabei Stadtraum bestmöglich nutzt, daran forscht die „Audi Urban Future Initiative“ seit 2010. Einige spannende Lösungsvorschläge dieser interdisziplinären

Plattform gibt es bereits: So lassen sich zum Beispiel Autos bidirektional mit Ampelanlagen vernetzen, liefern dabei Infos zum aktuellen Verkehrsfluss und empfangen gleichzeitig Fahrempfehlungen, wie sie die grüne Welle am besten nutzen können. Ein diesbezügliches Pilotprojekt läuft in Düsseldorf. Bei all diesen Entwicklungen steht man allerdings gerade erst am Anfang. Wohin die Reise der urbanen Mobilität genau gehen wird, ist in vielen Bereichen noch nicht ganz klar. Was aber als gesichert angesehen werden kann: Dank dringendem Wandlungsbedarf und einer Vielzahl an kreativen Ideengebern werden wir in den nächsten Jahren eine Veränderung der Städte erleben, die spannend sein wird wie nie zuvor!

E I D P O H N S I E R E N N n e O n o S hlingsakti Frü

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Ab 1. April heißt es auf der Nord kette endlich wieder LET’S FIGL! 6020 verlost

Auf kurzen Skiern im weichen, firnigen Frühjahrsschnee die Pisten heruntergleiten erfreut sich auf der Nordkette seit Jahrzehnten großer Beliebtheit und ist ein Riesenspaß! Die speziellen Skier sind übrigens eine echte Innsbrucker Erfindung von Emo Johann Heinrich, der sich seine Konstruktion Mitte des 20. Jahrhunderts patentieren ließ.

© JULIAN WARENSKI

Für den perfekten Figl-Spaß müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigste: Der Schnee muss „firnig“ sein. Firn ist ein spezieller Frühjahrsschnee, dessen Oberfläche mehrfach komplett durchnässt worden und wieder gefroren ist – dadurch bekommt der Schnee seine spezielle Beschaffenheit. Und der Hang muss eine gewisse Steilheit haben, sonst funktioniert es nicht. Beides findet man auf der Nordkette: Durch die südseitige Hanglage und die Steilheit ist das Gebiet prädestiniert zum Figln. Wer noch keine eigenen Figl hat, kann sich täglich auf der Seegrube bei der Skischule Innsbruck ein Paar ausleihen und direkt loslegen – oder bei unserem Gewinnspiel mitmachen!

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) r e ( t ä p S Die n e n e f u r e b Manchmal ist der Umweg das Ziel: Eine Gastronomin mit literarischem Unterbau, ein Schauspieler mit Tischlervergangenheit, eine geschäftige Dreifach­ mutter, die es mit 40 Richtung Backstube zog, und ein Plattenladenbesitzer, der eigentlich Banker hätte werden sollen, erzählen im 6020 von ihren beruflichen Twists. Fazit: Mut tut gut. Text: Christiane Fasching – Fotos: Franz Oss

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er B r e nn e n i b a S n o mi n G as t ro Markus Oberrauch Schauspieler

Robert Engelmann Plattenladenbesitzer

Gabi Sailer Zuckerbäckerin

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#1 Vom Lesen zum Tresen

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abine Brenner ist offen für alles. Nur eines kann sie auf den Tod nicht ausstehen. „Ich hasse Langeweile: Stillstand lähmt mich“, sagt die 55-jährige Gastronomin, die mit ihrem Mann Günter vor fünf Jahren das „Toscana“ am Adolf-PichlerPlatz übernommen hat. Die Wirtin mit der rosa Haarpracht war in Innsbruck aber schon vor ihrem Wechsel an den Tresen bekannt wie ein bunter Hund. Schließlich war die Antithese zur grauen Maus viele Jahre im Buchhandel tätig: Beim damals noch recht jungen Haymon-Verlag brachte sie Anfang der 1990erJahre die Marketingabteilung in Schwung, wechselte dann zu einer Verlagsagentur, ehe sie die Leitung der Buchhandlung „Parnass“ übernahm, bis sie von der Wagner’schen Buchhandlung abgeworben wurde, wo sie rasch in die Führungsebene gehievt wurde.

„Wenn uns eine Wohnung zu klein oder zu groß wird, dann wechseln wir sie. Warum machen wir das nicht auch mit unseren Jobs?“ Sabine Brenner, „Toscana“-Wirtin

RAUS AUS DER KOMFORTZONE. „Plötzlich hatte ich die Verantwortung für 53 Mitarbeiterinnen“, sagt Brenner, die sich damals sofort in Weiterbildungskurse stürzte. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass man so eine Position aus dem Bauch heraus stemmen kann.“ Parallel dazu hat sie aber auch stets darauf geschaut, dass sich alle Mitglieder ihres Teams als Teil des Ganzen und wertgeschätzt fühlen. „Nur wer gern arbeitet, arbeitet auch gut“, weiß die studierte Germanistin, die ihre Nase 38

mittlerweile nur noch privat in Bücher steckt. Als die damalige Besitzerin Maria Hasenöhrl 2006 den Familienbetrieb an einen Konzern verkaufte, war die Literaturepisode für Freigeist Brenner nämlich auserzählt. Stattdessen schlug sie ein gänzlich neues Kapitel auf und wechselte in die plastische Chirurgie bzw. in die Praxis von Carlo Hasenöhrl, dem Sohn ihrer einstigen Chefin. „So mancher aus dem Literaturbetrieb hat mich dafür belächelt, obwohl ja auch in der Buchbranche der Verpackung viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Innen und Außen gehören nun einmal zusammen“, sagt die bekennende Menschenfreundin, die sich immer wieder aus ihrer Komfortzone herausbewegt hat, bis sie letztlich in der Gastrozone landete. „Eigentlich ist mein ganzes berufliches Leben eine Veränderung“, resümiert Brenner und denkt an die breite Palette ihrer Ferialjobs zurück. Von der Fabrik bis zur Bank war da alles dabei, nichts davon will sie missen. „Ich bin die Summe all dieser Erfahrungen“, sagt sie. Und gibt zu bedenken: „Wenn uns eine Wohnung zu klein oder zu groß wird, dann wechseln wir sie. Warum machen wir das nicht auch mit unseren Jobs?“ Dass sie nun just dort arbeitet, wo sie einst als Studentin über Gott und die Welt sinnierte, macht sie glücklich. „Die Menschen deponieren bei uns ihre Glücksmomente und ihre Sorgen: Letztlich werden also auch im ‚Toscana‘ Geschichten erzählt. Schöner könnte es nicht sein.“


#2 „Als Schauspieler muss man sich trauen, etwas in sich aufzureißen, um zu schauen, was da in einem schmort. Ich war froh, dass ich da schon im Leben gestanden bin.“ Markus Oberrauch, Theaterprofi

Bretter, die die Welt bedeuten

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er Hühnerstall neben Markus Oberrauchs waldund wildromantischem Häuschen ist handgezimmert. Gelernt ist eben gelernt. Das Tischlerhandwerk wurde dem gebürtigen Südtiroler quasi in die Wiege gelegt: Gleich nach der Mittelschule stieg er in den väterlichen Betrieb am Ritten ein, machte hier die Lehre und legte die Gesellenprüfung ab. Und wäre es nach Wunsch des Herrn Papa gegangen, dann hätte der Bub den Familienbetrieb auch übernommen. „Da ist mir dann die Düsn gegangen: Ich wollte einfach nicht mein ganzes Leben lang hier picken bleiben“, erinnert sich der 44-Jährige an sein 27-jähriges Ich zurück, das trotz väterlichen Grolls die Koffer packte und gen Innsbruck abdampfte. Mit im Gepäck hatte er einen Traum. „Ich wollte Schauspieler werden“, sagt der Schauspieler, der schon als Knirps nichts lieber tat, als sich zu verkleiden. „Damals war der Fasching mein Highlight: Ich

hab’s geliebt, mich in eine Kluft zu werfen und wer anderer zu sein“, sagt Oberrauch, den die närrische Zeit längst narrisch nervt. ER WILL DOCH NUR SPIELEN. Denn seit er 2008 erfolgreich die Schauspielschule absolviert hat, schlüpft er beruflich in fremde Rollen und bisweilen auch in baumwollene Liebestöter. Nämlich dann, wenn er sich mit Thomas Gassner und Bernhard Wolf zum „Feinripp Ensemble“ formiert und Shakespeares sämtliche Werke, Grimms Märchen oder frischgleich die ganze Bibel lustvoll kürzt und neu interpretiert. Aktuell probt das Trio gemeinsam mit dem Staatstheater den theatralen Western „Tennessee Blend“, der am 26. März in der Bahnhofs­remise Premiere feiert. Im Sommer gibt Oberrauch dann bei der Geierwally-Bühne im Lechtal sein Regiedebüt und inszeniert das historische Stück „Die reiche Lisabeth“, das um eine Geldver39

leiherin aus dem 19. Jahrhundert kreist. „Ich spiel selber nicht mit, sondern schick alle von links nach rechts. Das macht sicher auch mal Spaß“, lacht der Mime, der es nicht bereut, sein jetziges Handwerk erst mit Ende 20 gelernt zu haben. „Als Schauspieler muss man sich trauen, etwas in sich aufzureißen, um zu schauen, was da in einem schmort. Ich war froh, dass ich da schon im Leben gestanden bin“, sagt der Vater von drei Buben, der felsenfest davon überzeugt ist, den „coolsten Job der Welt“ zu haben. Seiner Tischlervergangenheit weint er jedenfalls nicht hinterher. „In der Werkstatt applaudiert einem ja keiner“, witzelt er. Und wird dann wieder ernst. „Ich liebe dieses Theaterfeeling: Die Vorfreude auf ein zweistündiges Durchrauschen, dieses Reindriften in einen Tunnel, die totale Unmittelbarkeit und der Moment, wenn die Leut‘ mit einem mitgehen. Wo gibt’s das sonst?“ Bei dieser Ode ans Theater will man fast applaudieren.


#3

Der süßen Versuchung gefolgt

R

„Was ich hier mache, das mache ich mit meinen eigenen Händen. Ich kann Einfluss nehmen – und das taugt mir extrem.“ Gabi Sailer, Konditormeisterin

und um ihren 40. Geburtstag drohte Gabi Sailer, in eine kleine Sinnkrise zu schlittern. „Was mache ich jetzt mit meinem Leben?“, fragte sich die Mutter von drei flügge werdenden Töchtern, die das Rundumservice im Hotel Mama zusehends seltener beanspruchten. Zurück in ein Büro wollte die HAK-Absolventin nicht mehr, zu groß war der Respekt vor verpassten technischen Sprüngen, zu stark der Wunsch, etwas Eigenes anzupacken – und zu backen. „Dabei war ich bis zu diesem Moment gar nicht so backaffin. Ich hab halt ab und zu für meine Familie einen schnellen Kuchen gemacht. Mehr nicht“, erzählt die heute 54-Jährige, die sich seit 2011 offiziell „Zuckerbäckerin“ nennen darf. In die süße Versuchung führte sie damals das ungewisse Schicksal der Haller Traditionskonditorei „Weiler“, die ohne Zukunftsmodell dastand. „Ich hätte es unfassbar traurig gefunden, wenn diese Institution verloren gegangen wäre. Und hab mir gedacht, dass es ja eigentlich cool wäre, selber dort einzusteigen“, erinnert sich Sailer, die deshalb beim damaligen Besitzer Klaus Weiler anklopfte. „Welche deiner Töchter will das denn machen?“, missinterpretierte der langgediente Backprofi die Anfrage. Und wies kurz darauf eine dem Backfischalter entstiegene Praktikantin in sein mit Torten, Kuchen und Pralinen gefülltes 40

Universum ein. Drei Jahre später übernahm die frisch gebackene Konditormeisterin dann die süße Oase am Oberen Stadtplatz, in der sie mittlerweile knapp 60 Stunden pro Woche verbringt. KEIN ZUCKERSCHLECKEN. Zuckerschlecken ist das Leben einer Zuckerbäckerin also keines. Sailers Arbeitstag beginnt um kurz vor 6.30 Uhr und endet spätabends, Wochenenden gibt’s keine, richtig Ruhe tanken kann sie lediglich am Montag. Ab Dienstagmittag steckt sie dann schon wieder in den Vorbereitungsarbeiten für den Rest der Arbeitswoche, die zu Weihnachten und Ostern dann auch mal sieben Tage lang ist. Dass ihre drei Töchter im Service mithelfen, macht die Sache leichter. In die mütterlichen Fußstapfen will aber keine treten. „Die sehen ja, wie viel ich arbeite“, versteht sie die Skepsis des Nachwuchses. Den Schritt Richtung Backstube, wo ihr Geselle Matthias unter die Arme greift, hat sie (so gut wie nie) bereut. „Richtig zach war das erste Jahr. Da hat mich die Arbeit regelrecht überrollt“, gibt sie zu. Den Stress wett macht aber das Gefühl, angekommen zu sein. „Was ich hier mache, das mache ich mit meinen eigenen Händen. Ich kann Einfluss nehmen – und das taugt mir extrem.“ Und wer bäckt zu Hause? Gabi Sailer lacht. „Ich nicht: Das überlasse ich gerne meinem Mann.“


#4 Eine neue Platte auflegen

V

on Wertpapieren hat Robert „Robi“ Engel­ mann wenig Ahnung. Heute wie vor 27 Jahren, als er diesen Teilbereich bei der „Sparkassenprüfung eins“ gehörig versemmelte und damit als Einziger seines Jahrgangs durchfiel. „Ich hab zwar eine Woche frei bekommen, um auf die Prüfung zu lernen. Aber ich bin dann lieber mit meinem besten Freund fischen gegangen. Das Wetter war einfach zu schön“, lacht der gescheiterte Banker, der dereinst dem elterlichen Willen folgte und „was Gscheits“ lernte, das er leider blöd fand. „Die Banklehre waren die schlimmsten drei Jahre meines Lebens. Mich hat das alles null interessiert“, erinnert sich der passionierte Krawattenhasser mit Schrecken an die einengende Zwangsseriosität zurück. „Denn eigentlich war ich ja ein Rocker: Mit dem Anzug hab ich mich total verkleidet gefühlt“, sagt der 47-Jährige, zupft seinen Kapuzenpulli zurecht und begrüßt den ersten Kunden des Tages, der sich sogleich in den unendlichen Soundwelten von „Nabu Records“ verliert. Dieser Tage feiert Robis Plattenladen in der Innstraße sein fünfjähriges Bestehen. Durch wie viele Alben man sich hier wühlen kann, weiß der vinylverliebte Sammler selbst nicht so genau. Qualität ist ihm nämlich lieber als Quantität. EIN HAUCH VON FREIHEIT. Deshalb denkt er auch gern an den Moment zurück, in dem er den Job hinter dem Schalter kündigte und seinen Schlips in den erstbesten Müllkübel warf. „Da hab ich einen Hauch von Freiheit gespürt: Bis mir eingefallen ist, dass ich das ja meinen Eltern erzählen

muss.“ Mittlerweile lacht Robi, wenn er an die „plärrende Mama und den polternden Papa“ zurückdenkt. Die Angst, dass aus dem Buben nichts werden würde, blieb unbegründet. Und wie. „Ich hab immer schon gut Tennis gespielt und hab dann begonnen, Kinder zu trainieren. Das hat sofort super funktioniert, weil es mich interessiert hat“, erzählt der Vater von zwei Töchtern, der in der Folge die Ausbildung zum Staatlichen Tennistrainer machte und bald darauf von Martin Legner – der österreichischen Nummer eins im Rollstuhltennis – in die Trainerpflicht genommen wurde. Das sollte nicht die einzige Berührung mit Behindertensport bleiben: Es folgte ein Job als Sportlehrer in einer Jugendeinrichtung für Menschen mit Behinderung und der Entschluss, mit 28 Jahren die Studienberechtigungsprüfung zu machen und Pädagogik zu studieren. „Wenn man das Gefühl hat, angekommen zu sein, dann wird es doch eh langweilig. Ich glaub, der Mensch braucht Bewegung“, sagt Robi, der sich beruflich zwischen Tennisplatz und Plattenladen bewegt. Und froh ist, sein eigener Chef zu sein. Bankbesuche lösen bei ihm übrigens kein mulmiges Gefühl mehr aus. Er kommt dort ja auch ohne Krawatte rein. 41

„Wenn man das Gefühl hat, ange­ kommen zu sein, dann wird es doch eh langwei­ lig. Ich glaub, der Mensch braucht Be­ wegung.“ Robert Engelmann, Vinylexperte


LIEBLINGSSTÜCKE2.0

Ob Sneaker, Wanderschuh oder Designertasche – mit der richtigen Behandlung kann ihnen allen neuer Glanz verliehen werden. Einer, der weiß, wie das geht, ist der Inhaber einer kleinen Schuhreinigung in der Cyta. Text: Leonie Werus – Fotos: Axel Springer

S

tolz steht Taif Ahmed vor einer großen Werkbank im hinteren Teil seines Ladens, in jeder Hand einen Turnschuh aus Kunstleder. Links: Verdreckt, zerkratzt und ausgelatscht. Rechts: Blank poliert, schneeweiß und fast wie neu. Wie das geht? „Meine Frau und ich haben letztes Jahr in Deutschland einen Kurs belegt und dort gelernt, wie die verschiedensten Textilien zu reinigen sind“, erklärt der Jungunternehmer. „Natürlich kann man seine Schuhe auch zu Hause putzen, aber ohne das richtige Know-how und geeignete Material würde man das nur sehr schwer so hinbekommen.“ BUSINESS AUS GELDMANGEL. Seit der Eröffnung vor drei Monaten wurden bereits über 250 Schuhe zur Reinigung abgegeben. Das Interesse sei zwar da, trotzdem habe Corona die Bedingungen für einen gelungenen Start natürlich massiv erschwert, wie der leidenschaftliche Fußballspieler erzählt. Dem Sport hat er auch die Idee für sein Unternehmen zu verdanken: „Ich spiele schon mein Leben lang Fußball, und weil das Geld nicht immer für neue Schuhe gereicht hat, bin ich mit der Zeit richtig gut darin geworden, sie mir selber wieder herzurichten.“ Den Ausschlag dafür, aus diesem besonderen Talent ein Business zu machen, hat im letzten Jahr dann seine Frau gegeben, die ihm klar machte dass er wohl nicht der Einzige sei, der sich alle paar Monate neue Schuhe leisten möchte. DIE QUAL DER WAHL. Wer seine Schuhe in die Hände von Taif Ahmed gibt, hat die Wahl: Im Zuge des Individualpakets werden

„Wir beseitigen Kratzer, frischen die Farbe auf oder malen Schriftzüge. Geht nicht, gibt’s bei uns eigentlich nicht!“ Taif Ahmed

die Schuhe ab einem Startpreis von 20 Euro äußerlich gesäubert. Bei schlimmeren Fällen empfiehlt sich das All-In-One-Programm, das auch die Reinigung von Schnürsenkeln und Innenseite sowie die anschließende Imprägnierung umfasst. Für diese Premiumvariante stellt Ahmed 30 Euro in Rechnung – ein durchaus fairer Preis, ist er überzeugt: „Das teuerste Paar, das ich in Arbeit hatte, waren Sneaker von Versace mit einem Wert von 1.200 Euro. Hinterher hat der Kunde seine Schuhe kaum wiedererkannt – da fallen 30 Euro wohl kaum ins Gewicht.“ GEHT NICHT, GIBT’S NICHT! Doch nicht nur mit liebesbedürftigen Sneakern ist man in dem kleinen Laden im Obergeschoß der Cyta an der richtigen Adresse – auch handgemachte Schuhe, Jacken oder Designertaschen werden regelmäßig bei Schuhshine abgegeben. „Wir beseitigen Kratzer, 42


Träger und Sammler Sind Turnschuhe das Gold der Zukunft? Ja – möchte man mit einem Blick auf die teils sechsstelligen Auktionspreise der gefragtesten Modelle meinen. Was vor über 30 Jahren mit der sogenannten „Sneakerhead“-Kultur als Untergrundbewegung begann, hat sich mittlerweile zur regelrechten Goldgrube entwickelt. So wurde beispielsweise der US-amerikanische Sneakerenthusiast Benjamin Kapelushnik im Alter von 16 Jahren zum Millionär – vor allem dank seiner guten Beziehungen zur Promiwelt. Doch auch ohne Kontakte zu den Reichen und Schönen lässt sich mit dem Weiterverkauf von ungetragenen Sneakern Geld verdienen: Wer sich informiert und ein paar Grundsätze beachtet, kann von beachtlichen Wertzuwächsen profitieren.

Das Einmaleins des Sneaker­investments Information ist Gold wert Mittlerweile geben eine Vielzahl von Sneakermagazinen und Blogs Auskunft über die beliebtesten Marken und Modelle. Plattformen wie StockX stellen Informationen über die Entwicklung von Verkaufspreisen zur Verfügung. Wer stets auf dem Laufenden bleibt, kann einen Glücksgriff machen. Vertrauen in die alten Bekannten Wenn Nike oder Adidas Modelle in limitierter Stückzahl auf den Markt bringen, heißt es schnell sein, denn diese Marken genießen bei Sneaker fans einen gewissen Vertrauensvorschuss. Es gilt das Prinzip der „künstlichen Knappheit“: Hersteller produzieren bewusst nur wenige Exemplare, um deren Exklusivität und so auch deren Wert zu steigern.

frischen die Farbe auf oder malen Schriftzüge. Geht nicht, gibt’s bei uns eigentlich nicht!“, grinst der eifrige Unternehmer, der auch dem Umweltgedanken seiner Geschäftsidee viel abgewinnen kann: „In anderen Ländern ist professionelle Schuhreinigung von Hand schon weit verbreitet, Österreich ist hier noch nicht so weit. Ich will die Leute mit meinem Betrieb dazu bringen, sich zu fragen: Brauch ich jetzt wirklich schon neue Schuhe oder kann ich die anderen vielleicht noch einmal herrichten lassen?“ Wem der Weg in die Cyta zu weit ist, kann sich seine Schuhe auch von zu Hause abholen und nach etwa einer Woche wieder dorthin liefern lassen, ab drei Paaren sogar kostenlos. Wie viele Schuhe der Chef selbst besitzt? „Wir haben zu zweit nur acht Paar – das kommt davon, wenn es einem so viel Freude macht, sie immer wieder zu erneuern!“

Der Promifaktor Besonders hoch gehandelt werden Schuhe, die in Kooperation mit Prominenten entworfen wurden. Die sind meistens nur in begrenzter Anzahl oder für eine gewisse Zeit verfügbar und dement sprechend begehrt .

ETWA 30.000 EURO müssen Fans von „ Zurück in die Zukunf t” für Mar ty McFlys selbstschnürende Schuhe bezahlen.

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Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Drei Seiten Mobilität

Eingeschränkter Betrieb Zwischen März und Dezember kommt es zu Änderungen bei der Stubaitalbahn. Unter anderem wird ein Schienenersatz­ verkehr eingerichtet.

An die Pedale! Ganz Tirol radelt, und Innsbruck radelt mit – fleißig Kilometer sammeln und gewinnen!

Aufgrund von Gleisverlegungsarbeiten in der Andreas-HoferStraße verkehrt die Stubaitalbahn ab März nur noch zwischen

„Tirol radelt“ startet am 20. März. Dann gilt es wieder, auf zwei

Fulpmes und dem Stubaitalbahnhof. Dort wird von Montag bis

Rädern so viele Kilometer wie möglich zu sammeln, die wahl­

Freitag bis 08:30 Uhr ein Schienenersatzverkehr eingerichtet,

weise auf das Konto einer Stadt, eines Arbeitgebers, eines Vereins

wobei im Anschluss sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen

oder einer Bildungseinrichtung geschrieben werden können.

auf den Schienenersatzverkehr der Linie 1 umgestiegen werden muss. Entlang dieser kommt es stadteinwärts zu einer Umlei­

Begleitet wird die gemeinsame Initiative von Land Tirol und

tung, sodass die Haltestelle Franz-Fischer-Straße als Ersatzhalte­

Klimabündnis Tirol auch heuer wieder von zahlreichen unter-

stelle in die Speckbacherstraße verlegt wird. Diese Änderungen

schiedlichen Aktionen und Gewinnspielen. Weitere Infos gibt

sind voraussichtlich bis September gültig.

es unter www.tirol.radelt.at.


ivb.at

Räder willkommen Bikes können in den Fahrzeugen der IVB gerne mitgenommen werden. Für ein gutes Miteinander sollten aber einige Spielregeln beachtet werden. Fahrradfahren liegt im Trend – und das nicht erst seit der Corona­

sieht er den meistens respektvollen Umgang zwischen Fahrgäs­

pandemie. Zunehmend mehr Menschen zieht es am Abend, am

ten mit und ohne Rädern sowie dem Personal: „Wir haben bisher

Wochenende, oder wann immer es die Zeit eben erlaubt, raus –

eigentlich fast nur positive Erfahrungen gemacht. Die meisten

für eine kleinere oder eine größere Tour mit dem Bike.

halten sich an die Spielregeln, es herrscht ein respektvoller Um­ gang. Und das ist doch eine schöne Sache.“

Dieser Entwicklung tragen auch die IVB Rechnung, die die Mit­ nahme des eigenen Drahtesels für Radbegeisterte so angenehm wie möglich gestalten möchten – ohne, dass die übrigen Fahr­ gäste deshalb eingeschränkt werden. Deshalb hat das Inns­ brucker Verkehrsunternehmen genaue Regeln definiert, wann und wie Räder in den Bussen und Trams mitgenommen werden dürfen. Grundsätzlich sind alle Bikes willkommen, Abstriche gibt es lediglich während der Stoßzeiten unter der Woche und falls der Platz schlichtweg nicht für (weitere) Räder ausreichen sollte. Und auf vier Buslinien (A, H, J und K) gibt es inzwischen Heck­ träger für Fahrräder, die natürlich immer ohne jede zeitliche Ein­ schränkung genutzt werden können. Alle Busse mit Heckträger werden übrigens auf den Smartinfos und in der IVB-App Scout entsprechend mit einem Radsymbol gekennzeichnet. IVB-Geschäftsführer Martin Baltes zeigt sich erfreut darüber, dass dieses Angebot zur Fahrradmitnahme so gut angenommen wird: „Das bedeutet nämlich, dass zahlreiche Menschen auch bei Radausflügen immer öfter mal auf ihr Auto verzichten, was natürlich vor allem der Umwelt zugutekommt.“ Ebenso positiv

Regeln für die Radmitnahme Maximal zwei Fahrräder sind pro Sondernutzungsfläche im Fahrzeug erlaubt. RollstuhlfahrerInnen und Personen mit Kinderwägen haben immer Vorrang. Wochentags ist die Fahrradmitnahme nur außerhalb der Stoßzeiten, d. h. zwischen 09:00 und 15:00 Uhr sowie 18:30 und 06:00 Uhr, erlaubt. Am Wochenende und an Feiertagen ist die Fahrrad­ mitnahme, wenn Platz vorhanden, ganztägig gestattet. Der Radheckträger kann zeitlich unbegrenzt genutzt werden. Auf der Sondernutzungsfläche und am Radheckträger herrscht Sicherungspflicht. Kinder unter 14 dürfen Fahrräder nur in Begleitung eines Erwachsenen transportieren. Die Sauberkeit des Fahrrads muss gewährleistet sein, die Durchgänge in Bus und Tram müssen immer freigehalten werden.


Entgeltliche Einschaltung

Zweigleisig unterwegs Neben den Swarco Raiders ist mit den Raiders Tirol künftig noch ein zweites Football-Team aus Tirol im Einsatz – allerdings in einer anderen Liga.

Große Ziele Die Basketballer der Swarco Raiders stehen vor der entscheidenden Phase der Saison. In den Playoffs will man voll durchstarten. Das Team der Swarco Raiders wurde stark verjüngt, tritt aber Nachdem man im vergangenen Jahr überraschend sogar bis ins

weiterhin in der österreichischen Liga AFL an. Die Mannen von

Halbfinale vordringen konnte, wollen die Korbjäger der Swarco

Club-Ikone und Head-Coach Florian Grein starten im April in die

Raiders Tirol auch heuer wieder eine erfolgreiche Saison hinle­

neue Saison, wobei nach einem Derby auswärts bei den Telfs

gen. Und die Chancen dafür stehen gut, denn die Tiroler führen

Patriots das erste Heimspiel gegen die Vienna Vikings bestritten

ihre Division seit Monaten souverän an – und haben sich vorge­

wird (9. April).

nommen, nicht nur als Tabellenführer in die Playoffs zu gehen, sondern auch dort wieder überzeugen zu wollen.

In einer buchstäblich anderen Liga sind die Raiders Tirol künftig unterwegs: Sie sind nämlich Teil der neu gegründeten European

Kapitän Stefan Oberhauser zeigt sich jedenfalls zuversichtlich:

League of Football (ELF) und messen sich dort mit den besten

„Das Team kann meiner Meinung nach noch viel mehr, als wir bis­

Mannschaften des Kontinents. Los geht’s am 5. Juni im Tivoli-

lang gezeigt haben. Wenn alle gesund bleiben und alle weiterhin

Stadion, wo man, wie das AFL-Team, gegen die Vikings aus Wien

zusammenhalten und wenn wir weiterhin als Team auftreten,

ranmuss. In den darauffolgenden Heimspielen am 19. Juni und

dann können wir noch besser spielen. Unser Potenzial ist sehr

am 3. Juli warten dann mit Berlin Thunder und dem amtierenden

groß, und wir können eine Menge erreichen.“

Champion Frankfurt Galaxy gleich zwei Hochkaräter der Liga.

In der K.o.-Runde soll dabei auch die Unterstützung der Fans

Tickets für die Heimspiele beider Teams gibt’s online unter

helfen. Tickets gibt es unter tickets.raiders.at.

tickets.raiders.at.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB/Berger, Klimabündnis Tirol/Lechner, Flo Mitteregger


ESSEN & TRINKEN

6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt.

INNENSTADTGASTRONOMIE IN GEFAHR? D re i T h e m e n , di e m a n s c h l e u n i g s t a n g e h e n mu s s , da m i t I n n s b ru c k s I n n e n s ta d t f ü r G a s t r on o m e n u n d G ä s t e w i e de r a ttra k ti v w i r d.

1.

Individualität statt System

Klammheimlich wird die Innsbrucker Innenstadt zur austauschbaren Gastronomiekulisse . Allein in der Altstadt tummeln sich auf wenigen Metern ein McDonalds , das vegan-moderne Pendant Swing Kitchen und bald das Touristenkaffeekonzept Starbucks . Zum Glück gibt es das Goldene Dachl , sonst wüsste man wohl kaum, in welcher Innenstadt dieser Welt man sich gerade befindet. Ähnlich die Szenerie ein paar Meter weiter am Marktplatz . Innsbrucks wohl größter Systemgastronom Heiner Raschhofer eröffnete dort unlängst mit dem Naked Indigo und dem Glorious Butcher zwei weitere Konzeptläden (mehr zu diesen auf den nächsten Seiten). Von den Donutketten Royal Donuts und Dunkin’ Donuts ganz zu schweigen – sie sind der Inbegriff des Sinnlossystems: Zuckersüße Fettkringel als ungesunder Magnet für die Schüler der Innenstadt, die hier gerne Schlange stehen. Dabei gibt es das perfekte Innenstadtkonzept bereits, nur eben nicht in der Innenstadt. Der Großraum um das Wiltener Platzl macht es vor, wie es gehen könnte: Ein außerordentliches, veganes Restaurant (Olive), ein authentischer Italiener (Le Murge), hippes Streetfood (Your Placel und Ann’s Diner), eine zeitgemäße Konditorei (Verena) und ein sauberer Ort zum Brunchen (Das Wilten). Keine Ketten, keine Systemgastronomie, sondern Unternehmer, die sich selbst einen Traum erfüllen und für diesen arbeiten und nicht nur arbeiten lassen. 48


2.

Initiative statt Passivität Gut, Corona ist erst mal durch – aber wie geht es weiter in Innsbrucks Gastronomie? Aufgrund des Krieges in der Ukraine werden die Touristenströme aus Asien und Amerika nur langsam Fahrt aufnehmen, und es bleibt die Frage: Wer kommt dann nach Innsbruck und warum? Das Ende der Pandemie dürfte hier als Grund nicht ausreichend sein. Es braucht dringend Events, die Innsbruck für Touristen attraktiv machen. Innsbruck selbst scheint auf eine Strategie zwischen „Die Gäste werden schon kommen“ und „Innsbruck ist so schön, das wird schon“ zu setzen. In Wahrheit ist die Lage aber dramatisch: Kommen keine Gäste im Sommer nach Innsbruck, wird es im Herbst an freien Flächen in der Altstadt nur so wimmeln. So sucht das Farina schon nach einem Jahr einen Nachfolger und auch der neuen Elfriede sagt man nach, dass sie diesem Thema zumindest aufgeschlossen gegenüber steht, wenn der Preis passt. Wenn man hier nicht etwas unternimmt, ist die Altstadt in der Hand von Gastroketten (siehe Punkt 1), die sich die Lage in jedem Fall leisten können. Touristen kommen dann aber sicher keine mehr dorthin, denn für Konzepte, die es überall auf der Welt gibt, braucht man nicht nach Innsbruck zu reisen. Ein Teufelskreis.

3.

Ein

Leben statt Wohnen

Wir brauchen eine Innenstadt, in der gelebt und nicht gewohnt wird. Wer trotzdem dort wohnen möchte, muss damit klarkommen, dass es auch mal lauter wird. Wir müssen die jungen Menschen und ihr Leben in der Innenstadt schützen und nicht Immobilienentwickler, die ihren Kunden versprechen, dass es für 1,5 Millionen Euro nicht nur ein schönes Penthouse in der Innenstadt gibt, sondern auch Ruhe wie am Land. Wie schön wäre es, wenn Innenstadtimmobilien die günstigsten und nicht die teuersten wären? Junge Menschen würden sich dort niederlassen und die Innenstadt beleben, Ruhesuchende würden in die Peripherie ziehen und die Innenstadt könnte endlich unbeschwert aufleben.

z t i p s l e f a T kommt nie aus der Mode!

Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck goldenesdachl.com 49


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NAKED INDIGO

OPTISCH UND INHALTLICH AUFGEWERTET: das CammerlanderHaus am Mark tplat z

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Sy stem gastronom ie im C a m m er l a nder - H a u s a m Marktplatz: D as ne ue N ake d I nd ig o t rif ft de n P u l s de r Zeit und sche nk t I nns b r uc k e ine n m o d e rn e n O rt für z eitge m ä ß e Er nä h r u ng .

H GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIG: selbst bestellen und online bezahlen

einer Raschhofer mausert sich leise, aber stetig zu einem der größten Systemgastronomen des Landes. Schon 16 Mal gibt es das klassische MyIndigo in Österreich und Deutschland, in Innsbruck davon zweimal in der Museumstraße und bei den Rathaus Galerien. Der Gastrotempel Glorious Bastards beim WIFI gehört ebenso zum Raschhofer-Imperium wie das neue Pizzalieferkonzept Pinsarella, das exklusiv über Lieferando und Mjam erreichbar ist. Seit letztem Monat weist die Raschhofer’sche Landkarte in Innsbruck zwei weitere Einträge auf, einmal den Burgerladen Glorious Butcher

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(siehe nächste Seite) und einmal das Naked Indigo, beide im CammerlanderHaus am Marktplatz situiert. Gertreu dem Motto „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ sind es Niko und Timi, die beiden RaschhoferSöhne, die sich um das Naked-IndigoKonzept kümmern. Im Grunde eine inzwischen recht etablierte Ernährungsphilosophie, die auf vegane und vegetarische Bowls setzt, die man sich auch selbst zusammenstellen kann. Mit im Angebot sind die vegetarischen Hot-Pots, die man auch aus den klassischen MyIndigos kennt (unspektakulär für 7,90–9,90 €), eine Suppe (solide


Die Kunstpause sucht dich! Der Kunstpause-Frühling steht vor der Tür und der schönste Gastgarten der Stadt sperrt ab März wieder auf. Unsere Gäste stehen schon in den Startlöchern – und hier kommst du ins Spiel! Du liebst Lachen, gutes Essen, besten Kaffee, die (meis­ ten) Menschen und Sonne? Außerdem hast du Lust, am Tag mindestens 10 Kilometer (inkl. 500 Höhenmeter) zu laufen? Dann kündige jetzt dein Fitnessstudio und komm vorbei, ruf an oder schreib eine Mail an kunstpause15@gmail.com Ach ja, Sonn- und Feiertag frei, 4-Tage-Woche. Aus team­ paritätischen Gründen werden weltoffene, sympathische Bewerber*innen bevorzugt. Wir freuen uns auf dich!

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für 5,90 €), Salad-Bowls (sehr frisch und schön für 7,50–10,90 €), BuddhaBowls (die optischen Highlights für 9,90 €) sowie drei Porridges (den ganzen Tag für 4,90–6,90 €). Qualitativ solide bleibt die große Geschmacksexplosion zwar aus, das Gefühl, dass man sich zeitgemäß und gesund ernährt, macht diesen Umstand aber locker wett.

© NAKED INDIGO

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www.kunstpause.tirol

ALLES BOWL ODER WAS: Im Naked Indigo gibt’s bunte Speisen in schicken Bowl s.

Maria-Theresien-Straße 38 6020 Innsbruck

Gewöhnungsbedürftig sind der Bestell- und Bezahlprozess. Wahlweise über eine App oder Touchscreens im Lokal wählt man das Gewünschte aus, die Bezahlung ist nur per Karte oder PayPal möglich. Wirklich gelungen ist die Renovierung des Lokals, denn wenn das Cammerlander-Haus so einiges war, ein innenarchitektonisches Juwel war es wohl nie. Auch erfreulich sind die Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 24 Uhr hat das neue Naked Indigo am Marktplatz geöffnet. Natürlich auch für Bestellungen, die über Mjam und Lieferando abgewickelt werden.

Wenn es um Donuts und FAIRTRADE-Kaffee geht, ist unsere Qualität unschlagbar. Komm vorbei und versüß dir deinen Tag!

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Di e A n ti th e s e z u m v e g e t a r i s chen Na ke d I n di g o be f i n de t s i c h g lei ch n e be n a n i m Ca m m e rl a n d e r- H au s a m M a rk tp l a tz .

Tiroler Bier Halle Egger Lienz Straße 3a 6020 Innsbruck ab 15 Uhr geöffnet tirolerbier@chello.at Tel. 06642346839

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m Kopf eines echten Systemgastronomen haben viele Konzepte Platz. Und so ist es für die Familie Raschhofer nur logisch, dass gleich neben dem Veggiekonzept Naked Indigo ein Burgerladen Platz findet, der sich dem Fleischgenuss widmet. Der Glorious Butcher ist quasi die Miniausgabe des Glorious Bastards beim WIFI, der Little Bastard, wie er auch gerne genannt wird.

ERÖFFNET U E N ! !! ! Tiroler Bier Brauerei Baumgartner GmbH präsentiert DAS Tiroler Biergenusserlebnis! In der Tiroler Bier Halle kommt ihr zum direkten Genuss des frisch gebrauten Tiroler Biers und der selbst gebrannten Spirituosen. Gassenverkauf ist wie in der Brauerei möglich und erwünscht. (außer Fässer, Gläser, Biergarnituren)

Hier stehen Burger in allen Variationen im Mittelpunkt. Erfreulich, das Fleisch stammt aus der Biometzgerei Juffinger bei Kufstein. Die kulinarische Palette wird zudem um Grillgerichte (Wings, Ribs, Chicken) ergänzt, auch die Salate und Fritten können sich sehen lassen. Beef Tatar, Pinsas und klassische AmiDesserts wie Brownie und Cheesecake runden das Angebot ab. Auch das Sortiment an Craftbieren überzeugt und komplettiert das moderne Burgererlebnis.

Zum Jausnen gibt es Weißwürstl, St. Johanner, Bierbrezen mit Aufstrich und Flammkuchen

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Tiroler Bier Brauerei Feldstraße 11a 6020 Innsbruck Mo,Mi,Fr 14-18 Uhr & mit Termin tirolerbier@chello.at Tel. 06642346839

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Das Tiroler Bier Team 52


LLITTLE BASTARD: die Innenstadt variante von G lorious Bastards

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SOLIDES BURGERERLEBNIS: Biopat ty von Juf f inger in vielen Varianten

Auch beim Butcher muss man über Handy oder Touchscreen bestellen und auch online zahlen. Das funktioniert dafür gleich an sieben Tagen die Woche von 11 bis 23 Uhr. Das relativ kleine Lokal ist wie sein großer Bruder im schwarz-roten Industriallook gehalten, seine wahre Bestimmung wird es allerdings für Take-away und Lieferungen erfüllen, Letztere werden über Mjam und Lieferando abgewickelt.

Hofgasse 6 Altstadt Innsbruck 53

ST R U D E L-CA F E .AT


GEHT IMMER: der AntipastiTeller und ein G las Wein

PIERO – ARRIVATO Da s Le Murge ha t im h ip p e n Foodie-Viertel W i l t en g e rad e n oc h gefehlt.

ANGEKOMMEN: Piero (links) in seinem Lokal Le Murge

O © AXEL SPRINGER

ft weiß man erst, was man vermisst hat, wenn man es vor sich sieht. So oder so ähnlich ist es uns mit dem Le Murge am Wiltener Platzl ergangen. Denn einen echten Italiener muss es eigentlich immer geben, damit ein kulinarisches Angebot komplett ist. La Cantina, Una, Trattoria – Pieros Lebenslauf liest sich wie das Verzeichnis italienischer Lokale in

Innsbruck. Mit dem Le Murge – übrigens der Name einer apulischen Kalkhochebene, aus deren Nähe Piero ursprünglich entstammt – ist der umtriebige Italiener angekommen. Dank ihm darf man sich jetzt auch in Wilten wie in Italien fühlen. Der Tag beginnt mit einem Cornetto und einem Cappuccino, und zwar von Montag bis Samstag, zu Mittag stehen zwei Gerichte (eines davon vegetarisch) zur Auswahl, ebenfalls täglich außer Sonntag. Wer das Le

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Murge am Abend besuchen möchte, hat dafür Mittwoch bis Samstag Gelegenheit. Die kleine Abendkarte wird über eine Tafel kommuniziert, meistens stehen hier drei Gerichte zur Auswahl, immer eine gute Wahl ist der Antipasti-Teller mit Burrata, gegrilltem Gemüse, Scampi, Käse, Salami und vielem mehr. Hier erlebt man den Inbegriff der italienischen Küche. Die Qualität der angebotenen Produkte hat oberste Priorität, die Verarbeitung wird dadurch zur Nebensache, damit das Lebensmittel selbst wirken kann. Das authentische Italienerlebnis wird durch eine feine Weinauswahl abgerundet. Ebenfalls erfreulich: das Preis-LeistungsVerhältnis kann getrost als fair bezeichnet werden, was vermutlich ein Mitgrund für den Umstand ist, dass man im Le Murge ohne Reservierung quasi keine Chance auf einen Tisch hat.


SERIE

A M STRA ND V ON CAM POM A RI NO MundArt serviert Tintenfische nach einem alten puliesischen Rezept. von Flo Seidl

A

lso, es fing eigentlich damit an, dass wir am Strand von Campomarino standen und Raffo aus der Flasche tranken. Es war nicht unser erstes Bier am Morgen. Piero und ich hatten fast die ganze Nacht die Pizzica, diesen ursprünglichen Tanz aus Salento, barfuß am Strand getanzt. Früher tanzte man den als Heilungsritual nach dem Biss einer Tarantel. Der feurige Rhythmus hatte uns durstig gemacht. Als die Sonne langsam wie eine fette, leuchtende Orange auftauchte, sah Piero mich mit so einem funkelnden Blick an. „Allora!“, eröffnete er mir feierlich, „heute zeig ich dir, wie meine Nonna Calamari gemacht hat.“ Pieros Nonna lebte in einem Trullo und war eine hervorragende Köchin, außerdem schlug sie das Tamburin wie keine andere im Dorf. Wir spazierten also zum Hafen, wo die Fischer schon ihre frischen Waren anboten. Behutsam packte uns der alte puliesische Fischer mit seinen großen, von der Sonne gegerbten Händen die frischen Calamari in einen Plastiksack. Wir spazierten dann heim und Piero zeigte mir, wie man die frischen Calamari ausnimmt, putzt und zubereitet. Das will ich euch nicht vorenthalten. MundArt tanzt die Pizzica, putzt die Tintenfische und serviert sie nach einem alten puliesischen Rezept. Buon Appetito! E Mille Grazie, Piero!

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MUNDA RT

Schwankende Bestände Leider schrumpfen die weltweiten Fischbestände und der bewusste Konsument sollte sich überlegen, welche Meerestiere auf den Tellern landen. Die Umweltorganisation WWF hat einen Fischratgeber im Netz publiziert. Die Bestände von Tintenfischen unterliegen starken Schwankungen und es macht schon Sinn, sich im Vorfeld über Herkunft und Fangart zu informieren. Tintenfische sind kalorienarm, reich an ungesättigten Fettsäuren und harmonieren mit zahlreichen Saucen und Gewürzen.

Das Rezept: Tintenfisch Zutaten: 1 kg Tintenfische, 1 kg Cocktailtomaten, 200 g Oliven, 3 EL Kapern, 4 Frühlings­ zwiebeln, Knoblauch, Chili, Olivenöl, Pfeffer, Salz, Petersilie, Nudeln Zubereitung: Tintenfische putzen und ausnehmen: Am besten reinigt man die Tintenfische un­ ter fließendem, kaltem Wasser. Tintenfisch halten und vorsichtig den Kopf zusammen mit den meisten Innereien aus der Tube ziehen. Vom Kopf kann man die Tentakel, die auch verkocht werden, abschneiden. Die Tintenfischtube nehmen, mit dem Fin­ ger hineinfahren, dann spürt man am Rand das Fischbein, welches man einfach her­ ausziehen kann. Das Innere der Tube unter fließendem Wasser gut ausspülen und die Haut vorsichtig abziehen. Tintenfische nochmals abwaschen und zur weiteren Verarbeitung beiseitestellen.

Tintenfische in feine Ringe schneiden. Eben­ so die Frühlingszwiebeln. Cocktail­tomaten in kochendes Wasser geben, bis die Schale springt, dann unter fließendem, kaltem Wasser schälen. Knoblauch fein hacken.

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Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebeln andünsten, Knoblauch und Tintenfische hinzugeben und ruhig ein paar Minuten dünsten lassen. Geschälte Tomaten hinzugeben und auf kleiner Flamme mindestens eine Stunde köcheln lassen. Oliven und Kapern hinzuge­ ben. Mit Pfeffer, Salz, Chili abschmecken. Nudeln sehr al dente kochen und portions­ weise in einer eigenen Pfanne mit ein, zwei Schöpfern Tintenfischsauce fertig garen. Mit gehackter Petersilie anrichten. Buon Appetito!

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Kennwort: „MundArt“ Einsendeschluss: 31. März 2022 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at


, o l l Ha t h c Na Tex t: Lisa Schwarzenauer

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© SHUTTERSTOCK.COM

ronomie feiern Clubkultur und Nachtgast tanzt, gefeiert, Auferstehung: Es kann ge n – und das de er w t ch la ge d un n ke un getr r alle, die während ohne Beschränkungen. Fü n haben, wie se es rg ve e us Pa en ng la r de en für das ad itf Le n Ei t: er ni tio nk fu n Ausgehe uen. Feiern bis zum Morgengra


t

1.

Die Nacht wird großartig, der Tag danach möglicherweise ... eher nicht. Es zahlt sich aus, Kateressen, Snacks und Schmerztabletten vorzubereiten.

2.

Nicht mehr gewohnt, so lange wach zu sein? Ein Power-Nap (20 bis 30 min), koffeinhaltige Getränke, eine kalte Dusche und gute, tanzbare Musik helfen kurz vor dem Start in die Nacht gegen frühzeitige Müdigkeit.

3.

Mindestausstattung: Handy (idealerweise geladen), Geld, Schlüssel. Kleidung schadet auch nicht.

4.

Du willst die Nacht durchtanzen? Sneakers are your friends.

5.

Vorglühen! Aber nicht zu lange – es wäre nicht das erste Mal, dass jemand auf der Couch einschläft oder irgendwann einfach zu müde zum Weiterziehen ist.

6.

Unnötig lange diskutieren, wo es eigentlich hingehen soll, und am Ende doch dort landen, wo man eh immer landet.

7.

Je später, desto besser? Das war mal so. Wer fix in einen bestimmten Club will, muss früh genug dran sein – die Schlangen werden an den ersten Wochenenden schon weit vor Mitternacht sehr, sehr lang sein.

8.

Endlich im Club? Ab auf die Tanzfläche! Oder zur Bar.

9.

Freunde verlieren, neue Freunde finden, alte Freunde vergessen, bis man sie am Weg zur Toilette zufällig wiederfindet.

10.

Egal, wie gern man im Endorphinrausch die ganze Welt umarmen und küssen will – nicht einfach Fremde zwangsbeglücken. Consent is key. Durchhänger? Shots, frische Luft und

11. Bewegung helfen. 12. Wasser trinken. 13.

Aufeinander schauen: Geht es jemandem offensichtlich nicht gut, nachfragen und Hilfe anbieten.

14.

Reminder: Getränke nie unbeobachtet lassen und keine Drinks von Fremden annehmen – ein gewisses Maß an Misstrauen ist durchaus angebracht. Tanzen, bis die Füße wehtun. Oder der

15. Club zusperrt. 16.

Im Morgengrauen selig ins Taxi steigen oder heimspazieren und den Vögeln lauschen. Zähneputzen. Make-up entfernen.

Extrapunkte: duschen. Und dann 17. Für ab ins Bett.

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18.

Viel zu früh von ausgeschlafenen Mitbewohnerinnen, streitenden Nachbarinnen oder Staubsaugergeräuschen geweckt werden.

19.

Kein Kater? Gratulation. Du bist entweder sehr jung, immer noch im Dry January oder eine Legende.

20.

Verkatert? Der Preis für eine geniale Nacht. Do: Wasser, Schmerztabletten, Vitamine, frische Luft, Mittagsschlaf, über das vorbereitete Kateressen freuen. Don’t: Familientreffen, Sport, Selfies, mehr Alkohol.


s p p i T h Hier noc : s fi o r P n e t h c e n vo „Take it easy. Die meisten sind es nicht mehr gewohnt, so lange wegzugehen, deshalb besser langsam angehen – dann kann man auch wieder problemlos die ganze Nacht durchtanzen.“

„Augen auf, Ohren auf – bewusst wahrnehmen und nicht nur ober­ flächlich erleben. Und das Ganze wertschätzen. Es hat viel Energie und Kraft gekostet, die Clubs am Leben zu erhalten, und wenn man sich in der Welt umschaut, ist es nicht selbstverständlich, dass wir uns friedlich treffen und gemeinsam tanzen und Musik genießen können.“

Aufgepasst! Wer ist noch mal Luisa? I n den Bars und Clubs der gt Stadt gilt: Wer sich belästi sich n kan lt, füh t roh bed r ode r?“ mit der Frage „Ist Luisa hie diskret Hilfe beim Personal holen und sich ohne lange n me Erklärung aus unangeneh n. reie bef nen Situatio Welche Regeln gelten wir

klich?

3G-, bwohl laut Gesetz keine O 2G - oder 2Gplus- Kontrollen n, durchgeführt werden müsse nen erin sitz bbe Clu nen kön . strengere Regeln einführen Stand 2. März überlegen einige Clubs noch, ob sie len Kontrollen durchführen wol ierisk ts nich wer – t oder nich en ren will, sollte also auf jed Fall kurz checken, wie es das Wunschziel handhabt.

MARTIN RIDLER, TANTE EMMA

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© FRANZ OSS, SHUTTERSTOCK, MARTINRIDLER, AXEL SPRINGER, PRIVAT

FRED LORDICK, DACHSBAU


Qual der Wahl „Am besten liebe Leute mitnehmen, mit denen man sich wohlfühlt, dann kommt man da ganz schnell wieder rein.“ DAVID PRIETH, P.M.K

Trotz der kurzen Vorbereitungszeit haben die Innsbrucker Clubs für die nächsten Wochen ein Programm auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann: Von internationalen DJ-Sets bis hin zu Konzerten wird alles geboten, was sich zum Tanzen und Feiern eignet. Einige Clubs wie der Dachsbau und arche*ahoi haben die Pause auch für Umbau­ arbeiten genutzt – es lohnt sich also in jedem Fall, den Lokalen einen Besuch abzustatten.

„Keine zu hohen Erwartungen haben, dass alles sofort wieder ist wie früher. In sich reinhören und es easy angehen – man muss nicht am ersten Wochenende gleich alles zerreißen und in zehn verschiedene Clubs gehen oder durchfeiern.“ DAVID TROPPMAIR, ARCHE*AHOI

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PROGRAMM M Ä RZ 2022

FILM

30. MÄRZ BIS 3. APRIL N UTZ LOS U N D S CH Ö N DIAMETRALE IM LEOKINO UND IN DER P.M.K

Das Filmfestival für Experimentelles und Komisches zeigt bei seiner sechsten Ausgabe wieder ein vielseitiges Programm mit rund 40 abseitigen Lang- und Kurzfilmen, subversiven Lectures und Livemusik zwischen Post-Wave, Jazz und Techno.

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Die neuen

e n c h as lt h u Sc sind da!

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DISKUSSION UND KONZERT

11. MÄRZ

Umweltschutz

20.30 UHR

21, 28 oder 35 h / Woche

VO N D ETRO IT N ACH B E R LI N

© FILMPERLEN, RÉSERVOIR DOCS, INSTRUMENTS OF DISCIPLINE

„CLUB:AGAINST:REALITY: DIE GEWALT DER MUSIK“ IN DER P.M.K

Dieser club:against:reality widmet sich ganz dem Thema Techno. Unter dem Titel „Die Gewalt der Musik: Zum gesellschaftlichen Gehorsam in der Technobewegung“ spricht Iris Dankemeyer über Bedeutung, Lebensgefühl und Entwicklung des Genres, OPERANT LIVE i_am_not_god und weitere sorgen für den musikalischen Rahmen.

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PROGRAMM

FILM

17. BIS 20. MÄRZ KE I N TA BU

PORN.FILM.FEST IM LEOKINO UND IN DER BÄCKEREI

Beim ersten PORN.FILM.FEST Innsbruck dreht sich alles um die Themen Pornografie und Sexualität: Am Programm stehen Filme, Podiumsdiskussionen, Workshops und Konzerte, die Alternativen zum Mainstream Porn zeigen und sich offen mit Sexualität, Politik, Gender Issues, Feminismus und Consent befassen.

AUSSTELLUNG

BIS 26. MÄRZ

Mamma mia!

KÜ N STLE R I SCH E E VO LUTI O N

Das größte Skigebiet nahe Innsbruck

In der Ausstellung versammeln sich Arbeiten der in Innsbruck geborenen Künstlerin Elisabeth Schutting, die aus einem experimentellen, teilweise über 20 Jahre dauernden Überarbeitungsprozess hervorgegangen sind. Teilweise liegen mehr als 20 Jahre zwischen den malerischen Schichtungen. Schutting setzt sich mit ihren vergangenen Bilderzählungen auseinander – spinnt Fäden dieser Narrative weiter oder entscheidet sie zu kappen und neue Erzählungen in den Bildraum hineinzuweben.

Bist du wild genug?

Sonnen­ skilauf bis Ostern

Nur 21 Minuten von Innsbruck 64

© AMSA, E.SCHUTTING, HANS WALTER MÜLLER (2), JULIA MAYER

ELISABETH SCHUTTING: „SO WANDELN SICH BILDER“ IN DER GALERIE PLATTFORM 6020


DANCING ANGELS

AUSSTELLUNG

AB 4. MÄRZ AUS LU FT G E BAUT

CHOREOGRAFIEN VON ENRIQUE GASA VALGA, NACHO DUATO & JIŘÍ KYLIÁN JETZT IM GROSSEN HAUS

„HANS-WALTER MÜLLER: ICH HABE DIE SCHWERKRAFT SCHON VERLASSEN“ IM AUT

Der Architekt, Ingenieur und Künstler Hans-Walter Müller realisiert seit mehr als 50 Jahren Tragluftvolumen für so unterschiedliche Nutzungen wie Ausstellungen, Festivals oder auch als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge. Die Ausstellung bietet einen Einblick in das Schaffen dieses Pioniers des Bauens mit Luft.

40 %

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unter für alle en 27 Jahr

LESUNG

22. MÄRZ 19 UHR

S PR ACH ­ BESESSEN

MADDALENA FINGERLE: MUTTERSPRACHE IM LITERATURHAUS AM INN

Die Südtiroler Autorin Maddalena Fingerle liest aus ihrem gerade aus dem Italienischen übersetzten Debütroman, in dem es einen von Wörtern besessenen, jungen Mann auf der Suche nach einer unversehrten, reinen Sprache von Bozen nach Berlin verschlägt.

www.landestheater.at


PROGRAMM

AUSSTELLUNG

AB 11. MÄRZ G E FÄ H R LI CH

„SELMA SELMAN: THE MOST DANGEROUS WOMAN IN THE WORLD“ IM KUNSTRAUM INNSBRUCK

Aufgewachsen in einer Romacommunity in Bosnien-Herzegowina, in ihren Lebens-und Arbeitsmöglichkeiten extrem durch Rassismus eingeschränkt, zerlegt die Künstlerin Selma Selman heute nicht nur Autos, Waschmaschinen und das Patriarchat, sondern greift in ihrer Kunst vor allem die Grenzen des Klassenrassismus an.

LIVE

THEATER, PERFORMANCE ART

11. & 12. MÄRZ 20 UHR

SU R R E A LE R S CH Ö PFU N G S ­ MY TH OS „GENESIS“ IM BRUX

facebook.com/JollyInnsbruck

Widerstand ist zwecklos!

17. MÄRZ 20 UHR

Die Compagnie Dada Zirkus vereint in ihrem dritten Stück „Genesis“ Elemente aus Zirkus, Körpertheater und Livemusik zu einer poetischen und humorvollen Geschichte über Identität und Schöpfung.

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S E E LE N S CHAU „MÄRZENGRUND“ IM VIER UND EINZIG

Ein Zillertaler Laienensemble erweckt gemeinsam mit der Musikerin Maria Ma, die ihre eigens für diese Performance komponierten Stücke auf dem Hackbrett spielt, Felix Mitterers „Märzengrund“ über Elias, der sich aus Widerstand gegen sein vorgezeichnetes Leben für 40 Jahre in ein entlegenes Hochalmgebiet zurückzieht, als Livehörspiel zum Leben.

© DAMIR SAGOLJ, NATALI GLISIC, IRIS KRUG, HANNAFASCHING

Wir sind das Bier,

LIVEHÖRSPIEL


Sen

GEHÖRT GESEHEN SONDERAUSSTELLUNG

City

3-D SOUNDSTORY

EIN AKUSTISCHER STÄDTETRIP Ausstellung der Künstlerin DEBORAH SENGL in einer Augmented Audio-Installation von SONIC TRACES. Ein gemaltes Stadtlabyrinth in 3-D, das man durch Bewegung und Zuhören erobert. Die Ausstellung ist ab Februar 2022 zu sehen.

KONZERT

11. MÄRZ www.audioversum.at

19 UHR

LE I CHTFÜS S I G OSKA IN DER BÄCKEREI

Seit ihrem Durchbruch 2020 geht es für die Waldviertlerin Oska steil nach oben. Ihre Songs werden auf Ö1, Ö3 und FM4 gespielt – ein Spagat, den die wenigsten schaffen. Im März präsentiert sie ihr gerade erschienenes Debütalbum „My World, My Love, Paris“ zum ersten Mal live.

Musikschule der Stadt Innsbruck Ausbildungsstätte für fast alle gängigen Musikinstrumente, Gesang, Musikwerkstatt, Musikalische Früherziehung, Singschule und Free Beat Company. Unterrichtet werden die Sparten Klassik, Jazz- und Popularmusik im Einzel- bzw. Gruppenunterricht mit Zugang zu vielen Ensembles wie Sinfonieorchester, Klarinettenorchester, Big Band, Jazz- und Rockband, Volksmusikensembles u. a.

25 Jahre #literaturbewegt

Innrain 5 · 6020 Innsbruck T 0512 / 585425-0 · F 0512 / 585425-5 E post.musikschule@innsbruck.gv.at www.innsbruck.gv.at/musikschule

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KONZERT

8. MÄRZ 20 UHR

DU ETT M IT D E R U MWE LT MANU DELAGO IM STROMBOLI

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STARTE DEINE ZUKUNFT IN DER TOURISMUS- UND IN DER TOURISMUS- UND FREIZEITWITSCHAFT FREIZEITWITSCHAFT » Keine Studiengebühren

Manu Delago präsentiert mit „Environ Me“ sein erstes audiovisuelles Soloprogramm. Dafür verwandelt er sich in ein One-Man-Orchestra und lässt akustische PercussionInstrumente mit elektronischen Beats und Klängen aus der Umwelt zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen.

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29. MÄRZ

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Anhand von Harald Stockhammers Privatsammlung historischer Reiseführer des Alpenraums werden zusammen mit Tourismusexperte Ambros Gasser und Designerin Isabella Rabensteiner Veränderungen im Reiseverhalten analysiert und der grafisch-visuelle Aspekt in der Kommunikation von Reisesehnsüchten diskutiert.

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© SIMON RAINER, HARALD STOCKHAMMER, TULA ROY/CHRISTOPH WIRSING

19 UHR


Volkshochschule INNSBRUCK

FILM

8. MÄRZ 17.30 UHR

WE G B E R E ITE R I N N E N KINOVI[SIE]ON IM LEOKINO

Bei kinovi[sie]on stehen am Internationalen Frauentag wahre Heldinnen, Kämpferinnen und Wegbereiterinnen im Zentrum: Vier Regisseurinnen aus drei Kontinenten erzählen Geschichten vom Mut, neue Wege zu gehen.

INNSBRUCK MIT ANDEREN AUGEN ERLEBEN Exkursionen, Besichtigungen und mehr Bei zahlreichen Exkursionen, Führungen, Spaziergängen, Wanderungen, Besichtigungen und Ausflügen der Volkshochschule können Interessierte die Tiroler Landeshauptstadt näher kennenlernen. Viel Spannendes wartet darauf, (neu) entdeckt zu werden! Jetzt anmelden und Innsbruck mit ganz anderen Augen erleben!

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Stadtteilführungen Betriebsbesichtigungen Museumstouren Kräuterwanderungen Vogelbeobachtung Einblicke in die Astronomie Foto: AdobeStock·122529156

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FIT VOR DEM SCHIRM Fitness-Influencer:innen bieten den Menschen digitale Trainingsprogramme, um bequem von zu Hause aus fit zu bleiben oder fit zu werden. Klang gerade in Lockdown-Zeiten ideal, und tut es immer noch. Doch wie gut sind diese Work-outs wirklich? Text: Christina Vettorazzi

M

„Für viele Übungen braucht man ein gutes Körpergefühl, um diese richtig auszuführen.“

und einen ebenso langen Ausschnitt aus dem „Full Body Workout für Beginner“ von Morrison angesehen und Notizen gemacht. Lea Batzer hält fest: „Das Video von Morrison würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen.“ Dasselbe gelte für jenes von Reif – sofern es sich um sportlich erfahrene Menschen handle. Denn: „Reif setzt eine gewisse ‚Grundsportlichkeit‘ voraus. Für viele Übungen braucht man ein gutes Körpergefühl, um diese richtig auszuführen. Das heißt, das Risiko sich zu verletzen beziehungsweise dem Körper zu schaden, ist auf jeden Fall größer.“ Zudem habe sie bei manchen Ausführungen eine Überstreckung des Nackenbereichs bemerkt, so Lea Batzer. In Bezug auf das Trainingsvideo von Reif kommt Christian Falbesoner zu einem ähnlichen Ergebnis. Eine potenzielle Fehlerquelle sieht er in

Physiotherapeutin Lea Batzer über Pamela Reifs Trainingsprogramme

2014 absolvierte Morrison ihre Ausbildung zur Yogalehrerin in Berlin. Im Fall von Reif bleibt die Frage nach einer Ausbildung offen. Weder ihre Website noch ihr YouTube- oder InstagramAccount geben Aufschluss darüber. Stellt sich die Frage: Wie gut sind diese Anleitungen von mal mehr, mal weniger ausgebildeten Influencer:innen? KÖRPER OHNE SCHWACHSTELLE. Physiotherapeutin Lea Batzer und Physiotherapeut Christian Falbesoner haben sich ein zehn­ minütiges „Full Body – Slow & Hard“ von Reif 70

© FLORIAN BREITENBERGER, PRIVAT, YOUTUBE, PAMELA REIF, MADY MORRISON

it aktuell 8,2 Millionen Followern auf Instagram und beinahe gleich vielen auf YouTube zählt Pamela Reif zu den bekanntesten deutschsprachigen Influencer:innen. Ihr Spezialgebiet sind Work-outs, wobei sie mittlerweile auch in der Nahrungsmittel- sowie in der Modeindustrie mitmischt. Die deutsche Yogalehrerin Mady Morrison verzeichnet deutlich weniger Follower:innen auf Instagram und YouTube. Doch hat auch sie auf letzterer Plattform die 2-Millionen-Marke geknackt. In ihrem Programm konzentriert sie sich auf Yoga- und Fitnessvideos.


2 , 3 M I LLION E N ABON N E NT:I N N E N ver trauen auf die YouTube -Videos von Yogacoach Mady M orrison.

PAM E L A RE I F ist eine der er folgreichsten Inf luencer:innen Europas und hat in den let z ten Jahren ein regel rechtes Fitnessi mp erium aufgebaut.

der Dynamik, die Reif bei der Ausführung zeigt. Vor allem für Unerfahrene können die Geschwindigkeit und der große Umfang des Bewegungsausmaßes beim Nachmachen zum Problem werden. Ein grundsätzlich erhöhtes Verletzungsrisiko konnte er jedoch nicht feststellen, sofern es sich bei der Person, die diese Übungen zu Hause nachmacht, um einen vollkommen gesunden, schmerzfreien Menschen handelt. „Nur wie oft ist das gegeben? Wie oft ist es wirklich so, dass jemand im Alltag keine Einschränkungen, keine Schmerzen im Rücken- oder Nackenbereich hat und nicht eine einzige Vorverletzung aufweist?“, fragt Falbesoner. Die Leute könnten das selbst oft gar nicht richtig einschätzen – manchmal könne beispielsweise eine leichte Überstreckung schon problematisch sein. Grundsätzlich sei es jedoch nicht die Aufgabe eines Trainers oder einer Trainerin, herauszufinden, ob die Personen gesund und schmerzfrei sind, so Falbesoner. Wenn jemand sportlicher werden wolle, sei es wichtig, vorab einen sportmedizinischen Check durchführen zu lassen. Ein Aspekt, auf den Reif in der Beschreibung ihres Videos verweist. BEGINNERPROGRAMM FÜR FORTGESCHRITTENE. Batzer empfiehlt jenen Leuten, die fitter werden wollen, zuerst einen Kurs zu belegen, wo sie ein Gefühl für Sport entwickeln und herausfinden, wie diese Übungen richtig auszuführen sind.

„Wenn ein ‚Beginner‘-Programm angeschrieben ist, würde ich als Anfänger davon ausgehen, dass das Übungen sind, die ich machen kann.“ Physiotherapeut Christian Falbesoner über Mady Morrisons Yogakurs

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Wenn man sich dabei wohlfühle, könne man dann auf solche Videos ausweichen, erklärt Batzer. Wozu sie ihren Patient:innen gern rät, sind leichte Yogavideos – zum Beispiel jene von Morrison. Denn in diesen erkläre die Yogalehrerin, worauf man achten soll, und liefere eine gute Mischung aus Stabilisierung der tiefen Muskulatur, Dehnung des gesamten Körpers und Entspannung. Auch ihr Work-out-Video fand Batzer gelungen. Die Übungen seien sauber ausgeführt und wurden so gewählt, dass man nicht viel falsch machen könne. Falbesoner sieht hingegen auch hier eine Dynamik, die zu Fehlern führen könne, sowie die Voraussetzung von Rumpfstabilität, Beckenstabilität und Dehnbarkeit. „Wenn aber ein ‚Beginner‘Programm angeschrieben ist, würde ich als Anfänger davon ausgehen, dass das Übungen sind, die ich – auch wenn ich nicht optimal beweglich bin und keine gute Rumpfstabilität habe – machen kann, und das ist das Problem daran“, erklärt der Physiotherapeut. Positiv sieht er in diesem Fall jedoch die Aufwärm- sowie die Ruhephase. „Das gehört zu jedem guten Übungsprogramm. Die Leute sollten zumindest darauf hingewiesen werden, dass sie das machen sollen“, sagt Falbesoner. Ein Aspekt, den man beim Video von Reif vergeblich sucht. DAS FAZIT. Trotz ihrer kritischen Anmerkungen sind sich Batzer und Falbesoner einig, dass sie die Videos sportlichen Menschen weiterempfehlen würden. Batzer hält diesbezüglich auch fest: „Generell sind YouTube-Videos gerade in der jetzigen Zeit eine sehr gute Möglichkeit, auch ohne das Haus zu verlassen, vor allem nach einem Tag im Homeoffice ohne jegliche Bewegung, den Körper zum Schwitzen zu bringen und die Muskulatur zu kräftigen und damit einen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu schaffen.“


© POLYFILM

KI NO

MEHR SCHEIN ALS SEIN: Äußerlich hat Kar tenspieler William Tillich (Oscar Isaac) sein Leben im G rif f, innerlich wird er von einer brutalen Vergangenheit gejagt.

Spiel des Lebens Mit „The Card Counter“ gelingt dem langjährigen Scorsese-Vertrauten Paul Schrader als Regisseur und Drehbuchautor ein Thriller in bester „Neo-Noir“-Tradition, der die Abgründe des „American Way of Life“ ungeschönt vorführt. Text: Klaus Erler

U

nter dem Pseudonym „William Tell” zieht der ehemalige USSoldat William Tillich (Oscar Isaac) als professioneller Kartenspieler durch die Casinos Amerikas. Er ist dabei das, was man in Amerika einen „Card Counter“ nennt, also ein besonders wacher Spieler, der in der Lage ist, blitzschnell aus den bereits ausgegebenen Karten die Wahrscheinlichkeit für den eigenen Gewinn zu errechnen. VON SCHULD GEJAGT. Auf den ersten Blick wirkt William Tell dabei wie ein Mann, der sein Leben im Griff hat: Nie spielt er mit zu hohen Einsätzen, nie ist er unaufmerksam, nie unhöflich und die immer gleichbleibende Garderobe sitzt so perfekt wie der teure Haarschnitt. Rasch zeigt sich aber, das Tell eigentlich ein Gejagter der eigenen Soldatenvergangenheit ist. Für seine Teilnahme an den Folterbefragungen im Abu-GhraibGefängnis wurde er unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen und musste acht Jahre Haft im Militärgefängnis

waltsamen Überfall auf genau jenen ehemaligen Soldatenausbilder des Abu-Ghraib-Gefängnisses, der Vorgesetzter von William Tell und Cirk Bauforts Vater Roger war ...

absitzen. Die Schuld, die er auf sich geladen hat, ist für Tillich aka Tell damit allerdings noch nicht getilgt. Nach wie vor quälen ihn Albträume. Als Tell zufällig auf Cirk Baufort – den Sohn eines Soldatenkameraden – trifft, scheint das Schicksal ihm eine weitere Sühnemöglichkeit zu bieten. Tell nimmt den jungen Cirk unter seine Fittiche und will ihn davon überzeugen, dass Rache an den Verantwortlichen des Abu-GhraibDesasters nicht der richtige Weg zur inneren Ruhe und zu geglücktem Leben ist. Tells Strategie scheint aufzugehen. Cirk ist ein gelehriger Schüler, nimmt Tells Gedanken und Geldgeschenke dankbar an und verspricht, damit sein Leben in neue Bahnen zu lenken. Alles scheint sich zum Guten zu wenden: Cirk ist am Weg, sich mit dem Leben zu versöhnen, und Tell kann sich – von der Last der eigenen Schuld befreit – erstmals seit Langem wieder auf eine Liebesbeziehung einlassen. Doch dann bringen die Medien einen Bericht von einem ge-

KONGENIALER SOUNDTRACK. Mit „The Card Counter“ zeichnet Regisseur Paul Schrader ein dunkles und beklemmendes Sittenbild des „American Way of Life“ zwischen prekärer Existenz der Protagonisten und naivem Amerikaglauben einer militärhörigen Gesellschaft. Unterstützt wird er dabei nicht nur von einem so präzise wie ein Uhrwerk arbeitenden Schauspielerensemble rund um Oscar Isaac und Willem Dafoe, sondern auch vom Soundtrack von Robert Levon Been und Giancarlo Vulcano. Dieser unterstützt jene nicht ganz greifbare düster-bedrohliche Stimmung, in der Paul Schraders Figuren in ihrer Verlorenheit genauso spürbar werden wie die Fragilität der amerikanischen Gesellschaft, die vom kunsthellen Neonglanz der Spielcasinos nicht überstrahlt werden kann. 72

THE CARD COUNTER UK, CN, US 2021 | 112 min Regie: Paul Schrader | Mit: Oscar Isaac, Willem Dafoe, Tye Sheridan, Tiffany Haddisch


Die KINOSENSATION im Metropol Kino. www.4dx.at


RÄTSEL

DER W Ü R FE L März 2022

DA S LÖSU N G S WO RT A

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G

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D I E F RAG EN 1

H2O-Bestandsanzeige: Wohneinheit unter dem Meeresspiegel?

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(Er)wärmend: Groß geballter Bruder des daumengroßen Wichts im Schafshaargewandt?

2

Werfer, Springer, Stoßer, Läufer: Schwachgewichtige Sportler?

3

Ob die Plattformnutzer im Internet damit in London ein Gesicht reservieren? (1–2 W.)

4

Sie ist hölzern in (!) sämtlichen Bereichen eingewachsen

5

Wichtiges Organ des UN-Organismus: Schützender Tipp?

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Die Einheit wurde portion(!)iert und wird buchstäblich auch an Trio vergeben

7

Nicht nur in England Rückkehr des Stehaufmännchens

8

Die Epoche kann auch in verrückten Aktien betrachtet werden

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Schmucke Anzüge für Raucher?

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Bis dahin: Derartige Richtungserstreckung? (1–2 W.)

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Die spezielle Gattung kannst du in Eigenregie finden

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Kleiner Schmatz als Minipersonentransportfahrzeug?

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Den Geheimdienst kannst du per NachSendeAuftrag auch in Kansas suchen

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Präferenz: „Ich komm nicht z’recht mim Rechenschieber, / ein Taschenrechner wär’ mir …!“

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Bei der buchstäblich teils ent-E-rten Atemwegserkrankung geht’s mit der Temperatur merklich zurück

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LET’S GET THE PARTY STARTED … AGAIN

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WAS WIR AM AUSGEHEN VERMISST HABEN

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Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

ESSAY

UNSER NEUER NACHBAR ... ... sieht aus wie Mark Zuckerberg. von Johannes F. Park

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nser neuer Nachbar sieht aus wie Mark Leider geht es halt immer um gute Nachbarschaft. Das Netteste, was man über unseren Nachbarn Zuckerberg. Ja, genau wie der Mark Zuckerberg. Nur mit ein paar Piercings im Mark Zuckerberg sagen kann, ist: Wenigstens sieht er Gesicht. Die Ähnlichkeit ist derart frappienicht aus wie Stalin oder Charles Manson. rend, dass ich um Contenance ringe, wenn ich ihm im Wir hatten einmal eine andere Nachbarin, die Stiegenhaus begegne. lagerte derart viele Schuhe vor der Weil man trifft Mark Zuckerberg DAS HAT SCHON Wohnungstür, dass ich mir sicher ja nur ganz selten in Stiegenhäusern. Imelda Marcos wohnt in unserem BEI SUPERMAN war: Und gut auf ihn zu sprechen bin ich Haus. Und es hat ja wirklich ein Autokrat auch nicht. NICHT FUNK­ Immer wenn mir unser Nachbar bei uns gelebt. Aber nicht Ferdinand TIONIERT! Mark Zuckerberg entgegenkommt, Marcos. Im obersten Stock hauste lange Zeit atme ich einmal beherzt durch, um Erich Honecker. Gleicher Kleidungsstil, gleiches Ausihn nicht davon in Kenntnis zu setzen, wohin er sich meiner Meinung nach sein Scheiß-Facebook sehen und ein nachgerade erotisches Verhältnis zu stecken soll. Mauern, an denen er sich geräuschlos entlangschob. Während ich mich mit zwei Einkaufstaschen an Es kamen allerdings niemals FDJ-Mädchen zu ihm vorbeischiebe, beiße ich mir auf die Lippen, um Besuch. Kein Lindenberg. Ja, nicht einmal Margot. Im dritten Stock des Nachbarhauses haben sie konicht erschöpfend zu erörtern, was für eine verdammte Zeitraub-, Desinformations- und Idiotisiemische Vorhänge. Wenn es dunkel geworden ist und rungsmaschine er da geschaffen hat. drinnen das Licht angeht, entsteht am Fenster ein Und wenn er dann ein halbes Stockwerk entfernt chaotisches Muster, blutrot mit gelblichen Einsprengseln. Es sieht so aus, als hätte jemand gerade eine ist, unterdrücke ich den Impuls, unserem Nachbarn Pumpgun bedient. Mark Zuckerberg zu eröffnen, dass ich ihn natürlich Ich rufe jetzt dann wirklich mal die Polizei. trotz des Metalls im Gesicht erkenne. Weil dieser tolle Trick hat ja schon bei Superman nicht funktioniert, Mark Zuckerberg! Das brülle ich ihm nicht über das Stiegengeländer Sie wollen JFP wöchentlich lesen? newsletter.jf-park.com hinterher. Aber ich sollte es.

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