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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P
DEZEMBER 2021 | AUSGABE 265
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Editorial
Über das Ende vom Ende Michael Steinlechner
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arum handhaben Österreich und Deutschland die Coronapandemie inzwischen so ganz anders als der Rest der Welt? Ein Grund dafür könnte die Entwicklung unserer Republik nach dem Zweiten Weltkrieg sein. Vermutlich dem schlechten Gewissen geschuldet, entschied sich Österreich offensichtlich dafür, seinen Bürgern möglichst viel abzunehmen: ein Rundum-Sorglos-Paket mit kostenlosem Gesundheits- und Sozialsystem und gratis Bildung für alle. Die Geisteshaltung, die sich daraus in den folgenden 70 Jahren entwickelte, lässt sich heute besser beobachten denn je: Das Volk verlässt sich fast blindlings auf den Staat, überlässt ihm alle Entscheidungen und schenkt ihm das fast grenzenlose Vertrauen, dass er schon das Beste für das Wohl seines Volkes entscheiden werde. Mögen die aktuellen politischen Vertreter und auch die jüngst Zurückgetretenen dieses Vertrauen auch deutlich erschüttert haben, zerstört haben sie es deshalb (noch) keineswegs. Wie sonst könnte es sein, dass sich immer noch so viele bedingungslos auf den Staat verlassen? Als Österreich diesen Sommer – fast schon traditionell – einmal mehr das Ende der Pandemie verkündete und unser Ikarus-Kanzler eine „coole Zeit“ prophezeite, hätte man es eigentlich schon ahnen können. Zu lasche Regeln und zu wenige Maßnahmen führten das Land in die vierte Welle und letztendlich in einen weiteren Lockdown. Und wieder sucht der Staat die Schuld nicht bei sich selbst. Wieder gibt es keine ernstzunehmenden Maßnahmen, um das Gesundheits- und Pflegesystem auszubauen oder zumindest das bestehende Personal zu entlasten und entsprechend zu kompensieren. Stattdessen schiebt der Staat die Schuld diesmal auf die Ungeimpften, die man deshalb bis auf Weiteres im Lockdown lässt. Und wieder glaubt das Volk die Mär. Währenddessen erkennen immer mehr Länder auf der Welt, dass die Impfung zwar hilft, schwere Verläufe bestmöglich abzuwenden, aber definitiv nicht in der Lage ist, die Pandemie zu beenden. Wie soll denn bitte eine Impfung, die
nicht vor Ansteckung schützt und auch die Weitergabe des Virus nicht verhindern kann und selbst einen tödlichen Verlauf nicht völlig ausschließt, eine Krankheit auslöschen und die Pandemie beenden? Zumal noch so viele weitere Fragen unbeantwortet sind: In welchen Abständen wird diese Impfung – künftig unter Strafandrohung – aufgefrischt werden müssen? Wie lange und gut ist man durch den derzeitig dritten Stich denn nun wirklich geschützt? Wie gut wird er gegen die zahllosen Mutationen wirken, die da sicherlich noch kommen werden und das griechische Alphabet an seine Belastungsgrenzen bringen werden? Ein bisschen mehr Wahrheit würde nicht schaden. Und ein bisschen mehr Eigenverantwortung auch nicht. Denn durch diese Pandemie kommt man am besten, wenn man 1.) es allen Menschen, die – berechtigt oder unberechtigt – Sorge vor einer Coronaerkrankung haben, ermöglicht, sich ohne Einbußen jederzeit in die eigenen vier Wände zurückzuziehen, also isolieren zu können. 2 .) das Gesundheitssystem aufbaut, anstatt es, wie in den letzten Jahren geschehen, abzubauen, und gleichzeitig Entlohnung und Ansehen des Personals erhöht. 3.) eine Impfung zum eigenen Schutz und zur Entlastung des Gesundheitssystems anbietet, aber auch bedenkt, dass wahrscheinlich nur eine Durchseuchung eine langanhaltende Entspannung bringen kann. Lassen Sie sich von einem mehrfach Geimpften folgenden Gedanken mitgeben: Diese Impfung wird die Pandemie nicht beenden. Wir selbst beenden sie, wenn wir vorsichtig mit unseren Mitmenschen umgehen, gefährdete Gruppen schützen und endlich unser eigenes Hirn einschalten, anstatt hirnlosen Anweisungen zu folgen. „Maske, Abstand, Hausverstand“, statt irgendwelcher Gs oder gar einer Impflicht, die unser Land noch mehr in Gut und Böse spaltet und jedenfalls viel mehr zerstört, als sie helfen kann. m.steinlechner@6020stadtmagazin.at 5
Inhalt COVERSTORY
en Die best Events im er auf Dezemb ck. einen Bli Seite 70
Innsbruck vor 20 Jahren
Emran gegen die falschen Bilder Journalist Emran Feroz ist einer der gefragtesten Afghanistan-Experten weltweit. Der Austroafghane kommt aus Innsbruck, wo er vor etwa 20 Jahren anfangen musste zu erklären, was am Hindukusch los ist – und er hat bis heute nicht damit aufgehört.
2001 gab es kein Smartphone und kein Netflix, durch die Maria-TheresienStraße fuhren Busse und viele Studienanfänger von heute waren noch nicht einmal geboren. Innsbruck war ganz anders – und irgendwie auch wieder nicht. Wie hat die Stadt ausgesehen? Wo wurde gefeiert? Worüber gestritten? Und wie hat es sich hier gelebt? Ein Versuch.
Seite 40
Seite 12
Essen & Trinken
„Triumph des Wollens“
Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie – natürlich mit den drei Gs: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.
20 Jahre 6020 – Herausgeber Michael Steinlechner und Chef redakteur Matthias Krapf erinnern sich im Gespräch daran, wie alles begann.
Seite 54
Seite 26 6
Alle Jahre wieder Wir haben die SupermarktLebkuchen heuer nicht nur gegessen – sondern auch bewertet.
Seite 60
Deckel drauf, Mahlzeit! MundArt macht Veggieburger à la Flo.
Seite 64
Weihnachten zum Vergessen „Aus mir wird kein richtiger Held mehr“ Josef Hader, bester Kabarettist von allen, im großen 6020-Interview.
Die schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten und wo man sie sehen kann.
Seite 78
Seite 86
IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, Sebastian Platzer, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Daniel Feichtner, Theresa Kirchmair, Theresa Kleinheinz, Haris Kovacevic, Melina Mitternöckler, Denise Neher, Johannes F. Park, Linda Pezzei, Lisa-Maria Schwarzenauer, Flo Seidl, Katharina Wildauer, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Coverfotos: Stadtarchiv Innsbruck (2), 6020 Archiv Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@ 6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.
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Bei der diesjährigen Ausgabe des Fotowettbewerbs #INNstablick suchten die Stadt Innsbruck, Foto Lamprechter und 6020 wieder spannende, schöne und überraschende Stadtansichten – dieses Mal unter dem Motto: „Mein Innsbrucker Stadtteil“. Mit diesem Foto von seinem Sohn hat Hobbyfotograf Ernst Pisch im Oktober den 6020-Sonderpreis von #INNstablick gewonnen – wir gratulieren herzlich.
SIEGER-SCHNAPPSCHUSS
© #INNSTABLICK/ ERNST PISCH
DEZEM BER
8 DINGE, BEEREN
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SCHNEE RÄUMUNG BEI 3 ZENTIMETERN
CORONA
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METAVERSEGESCHWURBEL
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„Freiheit“ AU F KO ST E N ANDERER
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© FLUGHAFEN INNSBRUCK (2), BERNHARD_GROSSRUCK APA PICTUREDESK.COM, KLETTERZENTRUM INNSBRUCK (2), NORDPARK, 6020 ARCHIV (23)
INNS BRUCK VO R
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2001 gab es kein Smartphone und kein Netflix, durch die MariaTheresien-Straße fuhren Busse und viele Studienanfänger von heute waren noch nicht einmal geboren. Innsbruck war ganz anders – und irgendwie auch wieder nicht. Wie hat die Stadt ausgesehen? Wo wurde gefeiert? Worüber gestritten? Und wie hat es sich hier gelebt? Ein Versuch.
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POLITIK Das Stadtoberhaupt ...
Der Gemeinderat
An der Stadtspitze steht 2001 Herwig van Staa von der – 1994 nach seinem Ausschluss aus dem ÖVP-Gemeinde klub von ihm gegründeten – Fraktion Für Innsbruck, die nicht nur den Bürgermeister, sondern auch die Mehrheit im Gemeinderat stellt.
1. FI 2. Grüne 3. SPÖ 4. VP 5. FPÖ 6. Freie Liste 7. Soziales Innsbruck 8. Tiroler Seniorenbund 9. Liste Karl Braun
36,3 % 12,6 % 11,7 % 11,5 % 7,8 % 6,7 % 4,4 % 3,3 % 2,6 %
16 Sitze 5 Sitze 5 Sitze 5 Sitze 3 Sitze 2 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 1 Sitz
... und seine Nachfolgerin
Im Herbst 2001 bereitet van Staa mit der Übernahme des Parteivorsitzes der Tiroler Volkspartei den Wechsel in die Landespolitik vor. Hilde Zach – zu diesem Zeitpunkt noch Vizebürgermeisterin – steht bereits in den Startlöchern, um den Bürgermeister-Posten nach van Staas Aufstieg zum Landeshauptmann zu übernehmen.
Volkszählung mit Folgen
Rudi Federspiel
© SHUTTERSTOCK (3), 6020 ARCHIV (2)
Mit Uschi Schwarzl, Rudi Federspiel – zu diesem Zeitpunkt aus der FPÖ ausgeschlossen und mit seiner Freien Liste im Gemeinderat vertreten –, Christine OppitzPlörer, Andrea Dengg, Gerhard Fritz, Christoph Kaufmann und Andreas Wanker sind einige der heutigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bereits in der Innsbrucker Stadtpolitik tätig.
Der Kongress „1000 Städte für Europa“ macht Innsbruck im November 2001 für ein Wochenende beinahe zur politischen Weltstadt. Mit dabei sind neben – Überraschung – unzähligen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern auch Bundespräsident Thomas Klestil und EU-Kommissionspräsident Romano Prodi.
Christine Oppitz-Plörer
Bekannte Gesichter
Politischer Hotspot
Gerhard Fritz
Uschi Schwarzl
Bei der alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung stellt sich heraus, dass Innsbruck 2001 vier Prozent weniger Einwohner als noch im Jahr 1991 hat. Das Problem: Weniger Einwohner bedeuten auch weniger Einnahmen. Im konkreten Fall verliert Innsbruck jährlich 112 Mio. Schilling (8,1 Mio. Euro) an Abgabenertragsanteilen, was die Budgeterstellung für 2002 zu einer Herausforderung macht – am Ende klafft im ordentlichen Haushalt eine Lücke von 52 Mio. Schilling.
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Notwehr im Sinne der Schönheit
Die Leopoldstraße in Wilten wird durch eine Notrechtsverfügung im Juli 2001 vollständig zur Schutzzone im Sinne des Stadtkern- und Ortsbildschutzgesetzes erklärt. Grund dafür sind der geplante Abriss des Hotels Greif und ein an diesem Standort geplanter Neubau, der die Straße potenziell entstellt hätte – zumindest spricht Bürgermeister van Staa von einer „Notwehrmaßnahme im Sinne des Innsbrucker Stadtbildes“.
Verwirrendes Labyrinth Im Rapoldipark soll im Dezember 2001 ein Labyrinth des Künstlers Gernot Candolini entstehen. Die Finanzierung ist beschlossen, aber der Standort (anstelle eines Kinderspielplatzes) bleibt ein Streitpunkt zwischen den Gemeinderatsfraktionen. Trotzdem wird der Bau begonnen – und dann abgebrochen.
Von Pisten und Innverlegungen
Nach Monaten der Diskussion kommt im November 2001 der Bescheid des Verkehrsministeriums, dass das Pistenvorfeld am Flughafen Innsbruck aus Sicherheitsgründen verlängert werden muss. Das sorgt für einige Missverständnisse – manche vermuten, dass das lediglich ein Versuch sei, die Piste selbst zu verlängern und damit mehr und größere Maschinen nach Innsbruck zu locken – und Unmut in Bevölkerung und Politik, da dafür eine Verlegung des Inns notwendig ist. Diese wird letztendlich auch durchgeführt und 2009 abgeschlossen. Bis dahin wird die Landebahn verkürzt, um die Sicherheits erfordernisse erfüllen zu können.
Traumhafte Auswahl & Beratung. Das können wir im Schlaf. Herzlichen h Glückwunsc ! zum Jubiläum neue Wir lesen das ten bs 6020 ja am lie . tt im Be
Trinken verboten
Am Haydnplatz im Saggen wird nach Anwohnerbeschwerden über Obdachlose Innsbrucks erstes Alkoholverbot verhängt – und damit der Grundstein für das Image als „Verbotsstadt“ gelegt.
Die Zeitungslandschaft
2001 liest man in Innsbruck die „Tiroler Tageszeitung“, das „Stadtblatt“, den „20er“, die „Tiroler Krone“, „Innsbruck informiert“ und diverse Stadtteilzeitungen. Der „Kurier“ unterhält noch eine größere Lokalredaktion für Tirol.
Studierende als Budget-Booster
Der Bevölkerungsrückgang kommt nicht als große Überraschung, im Gegenteil: Mit einer besonderen Werbekampagne hätte DAS MINUS – und damit die finanziellen Verluste – abgefedert werden sollen. Der Wunsch der Politik: Möglichst viele Studierende sollen noch schnell ihren Hauptwohnsitz nach Innsbruck verlegen, als Anreiz winken Gutscheine im Wert von 9.100 Schilling (661 Euro) pro Kopf plus die Chance auf einen VW Lupo. Anstelle der erwarteten mehreren tausend Studierenden lassen sich aber letztendlich nur 950 überzeugen. Die „Tiroler Tageszeitung“ bezeichnet die Aktion in einem Artikel als „lukrativen Flop“: Die Kampagne kostet zwar rund 10 Mio. Schilling (727.000 Euro), sorgt aber trotz der geringen Zahl an Ummeldungen für ein finanzielles Plus, da für jede studentische Ummeldung ca. 20.000 Schilling (1.453 Euro) in die Stadtkasse fließen.
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Brücken schlagen
Auf der Höhe des Baggersees wird die New-Orleans-Brücke eröffnet, die Radfahrern, Fußgängern und Öffis vorbehalten ist. Wie andere Innbrücken ist die neue Brücke nach einer Partnerstadt benannt.
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Schutz gegen Verkehrslärm
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Erleichterung für lärmgeplagte Anrainer soll der Bau einer 1,4 Kilometer langen und drei Meter hohen Lärmschutzwand an der Inntalautobahn im Bereich Sieglanger und Höttinger Au bringen.
Weichenstellung für Innsbruck-Mitte
Neue Verbindungen
© SHUTTERSTOCK (3), FLUGHAFEN INNSBRUCK, STADTARCHIV INNSBRUCK, 6020 ARCHIV
Der Bund gibt grünes Licht für den Bau der Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte, die seit Jahren Anlass für Diskussion ist. Das Projekt beinhaltet unter anderem den Ausbau der Olympiabrücke. Der Spatenstich erfolgt vier Jahre später.
Die neue News-Orleans-Brücke ermöglicht die Einführung der Tangentiallinie T, die von der Technik zum Rumer Bahnhof führt. Die Sinnhaftigkeit, die Stadt zu umfahren, wird damals angezweifelt. Heute gehört der „T“ zu den wichtigsten Buslinien.
Wege nach oben
Während die Patscherkofelbahn 2001 noch Peter Schröcksnadel gehört, kehren die Nordkettenbahnen wieder zurück in die öffentliche Hand. Nach der Wiederübernahme leitet die Stadt Innsbruck ihren Neubau in die Wege.
Radgeber
Immer mehr Menschen sind auf Innsbrucks Straßen mit dem Rad unterwegs. Unfälle und Konflikte sind die Folge. Damit Radler sicherer, schneller und bequemer durch Innsbruck finden, bringt die Stadt einen Radstadtplan heraus: den Radgeber. Er stellt unter anderem Innsbrucks gefährlichste Straßen und Kreuzungen für Radler dar.
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Auf Schiene gebracht
Verkehrs knoten statt Flaniermeile
2001 beschließt der Aufsichtsrat der IKB und IVB die Realisierung des Regionalbahn-/Tramkonzepts. Damit wird der Bau der Tramlinien 2 und 5, die das Olympische Dorf mit der Technik und der Peerhofsiedlung verbinden, bzw. der Regionalbahn nach Völs und Rum eingeleitet.
Trams, Taxis und Busse verkehren auf der Maria-TheresienStraße. Für Fußgänger gibt es links und rechts einen Gehweg.
Hoher Besuch
2001 zählt der Flughafen Innsbruck 1.830 Passagiere pro Tag. Neun Städte werden angeflogen. Anlässlich der SkiWM in St. Anton landen fünf Staats- bzw. Ministerpräsidenten am Innsbrucker Flughafen, darunter der russische Staatspräsident Wladimir Putin mit seiner Frau.
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N E H E G S AU Innsbrucks Wohnzimmer
Schon am Donnerstag wird in der Anichstraße das Wochenende eingeläutet. Der Couch-Club ist seit seiner Eröffnung im Jahr zuvor zum Zentrum der Tiroler Subkultur- und Clubszene avanciert. Skater, Snowboarder und Hip-Hopper fühlen sich hier ebenso wohl wie Reggae- und Dance-Hall-Fans.
Kaffee und Kuchen
Jeden zweiten Sonntag kann man sich nach einem faulen Tag zu Hause oder einem aufregenden auf der Piste ab 17 Uhr im Bier stindl einen Kuchen genehmigen. Dazu legen lokale DJs auf. Entstanden ist die Idee zu der Kultveranstaltung nach einer Geburtstagsparty. Da erkannte eine Innsbrucker Clique das Potenzial, Kuchen mit Musik und netter Gesellschaft zu verbinden. Dieselbe Gruppe gründet auch den Couch-Club und ist für viele weitere subkulturelle Veranstaltungen verantwortlich.
Disco-Pogo
Wer, sagen wir, weniger sophisticated unterwegs ist, findet in den zahlreichen Discos spätnachts Unterschlupf, für die Innsbruck über die Stadt- und Staatsgrenzen hinaus bekannt ist. Dazu zählen die Mausefalle, die Baustell, der Queens Club, die Nachtschicht und vor allem das Antico in der Rossau. Aber auch andernorts gibt’s wilde, feuchtfröhliche Partys, bei denen lokale DJs auflegen und die zu Kultorten werden: etwa im Clima, im Hofgarten (dienstags 6er-Garantie), im Sinne beim Landhausplatz oder – bei Studenten besonders beliebt – im Prometheus.
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Hafen
Das Zentrum der Innsbrucker Ausgeh- und Partyszene ist 2001 der von Andreas Possard und Alfred Schmid geführte Hafen. Hier kann es passieren, dass eine große Türkenhochzeit parallel zu einem Technofestival stattfindet und am Tag darauf eine Queerparty neben der Disco 70 über die Bühne geht. Viele Veranstaltungen haben einen fixen Termin – die Disco 70, bei der Musik aus den 1970er-Jahren gespielt und die Getränkepreise aus demselben Jahrzehnt gelten –, finden an jedem dritten Samstag im Monat statt und versammeln um die 3.000 Menschen. Das Renaissance (alle drei Monate), Ravenation, Electric Nation, Welle 1 Nacht, das Drum’n’Base-Festival Full Contact, das Techno-Fest Filmriss sowie Rhythm’n’rhymes führen ähnlich viele Menschen zusammen. Bei Forderungen von Kulturschaffenden nach einem geeigneten Ort verweist die Stadt gerne auf diese Location: „Es gibt eh den Hafen.“ Schmid und Possard sehen „nie einen Cent Förderung“, veranstalten aber unter normalen Umständen fünf bis zehn Events in der Woche.
Jimmy's und Bluechip
Über die ersten Aftershowpartys von Air’n’Style wird heute noch hinter vorgehaltener Hand geredet. Diese finden, als das berühmte Festival noch in Innsbruck über die Bühne geht, im Jimmy's und Bluechip statt. Die Bar und der direkt darunter befindliche Club machen sich dabei einen Namen.
Stadtcafé
Das traditionsreiche Stadtcafé gegenüber der Hofburg schließt 2001 seine Pforten. Zwei oberösterreichische Gastronomen übernehmen den begehrten Standort und eröffnen die Novembar – in Anlehnung an die Septembar in Linz, die sie dort bereits mit Erfolg führen. „Livemusik, Ausstellungen, Themenabende und Modeschauen“ sollen hier fortan stattfinden, und mit einer 24 Meter langen Bar ist auch an die zahlreichen „Budelloaner“ Innsbrucks gedacht, die man den Studentenlokalen abwerben möchte. Die Geschichte wird jedoch ein unrühmliches Ende nehmen ... 18
Festlkultur
Beeindruckt vom großen Erfolg der Disco 70 im Hafen, entwickelt sich in Innsbruck eine regelrechte Festlkultur. Es scheint auszureichen, Alkohol zu vernünftigen Preisen in einer ansprechenden Location unter einem bestimmten Motto anzubieten, und schon kann man sich einer vierstelligen Besucherzahl sicher sein. Die größten Festln werden im Hafen veranstaltet, aber auch Mensen, Cafés und die Stadtsäle halten als Partyorte her.
KULTU R Treibhaus
Norbert Pleifer lässt 2001 sein Treibhaus renovieren und baut es aus, denn Kultur braucht Platz und hier findet viel davon statt. Einer der wichtigsten alternativen Kulturorte der Stadt organisiert nicht nur Konzerte, Lesungen und Feste, sondern veranstaltet auch das Zeughauskino mit.
Bierstindl
Das Lokal in Wilten ist unter der Führung von Robert Renk ein Zentrum des kulturellen Lebens der Stadt. Hier finden regelmäßig Kabaretts, Lesungen, Poetry Slams, Konzerte und Partys statt.
Doch eine Utopie Spätnachts/ ganz in der Früh
Ist man auch nach vier Uhr morgens noch motiviert, das Tanzbein zu schwingen oder sich in seicht-grindiger Atmosphäre einen Absacker zu gönnen, empfiehlt es sich, im Bacchus vorbeizuschauen, was schon damals als Lokal bekannt dafür ist, in dem man auch als Mann einen Drink spendiert bekommen kann. Führt der Weg nach Hause aber an den Bögen vorbei, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man im Plateau landet, sehr hoch. Der Laden ist weit mehr als nur eine Ladestation für Ausnüchternde, sondern ein Kultlokal, in dem auch Konzerte stattfinden und das mit den Grundstein für den Bögenhype legt.
Das Jahr 2001 beginnt gleich mit einer schlechten Nachricht: Das allseits beliebte Veranstaltungszentrum Utopia in der Tschamlerstraße in Wilten meldet Konkurs an. Das führt zur Obdachlosigkeit der alternativen Kulturszene Innsbrucks, auf die immer wieder auch die Politik aufmerksam gemacht wird. Auch die im Juni stattfindende Streetparade steht unter diesem Stern: „Offen & Herrlich – Demonstration für kulturelle Freiräume.“ Die Plattform Mobiler Kulturinitiativen sucht im Laufe des Jahres nach einer Bleibe und findet sie schlussendlich unter den Bögen – heute bekannt als p.m.k.
2006 eröf fnete der Weekender, davor gab es mit dem Nutopia noch ein Zwischenspiel .
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Digitale Platzhirsche Gründungsjahre ausgewählter Angebote
Facebook: 2004 YouTube: 2005 Twitter 2006 iPhone: 2007 AndroidSmartphones: 2008 Airbnb: 2008 Google Chrome: 2008 Bitcoin: 2009 WhatsApp: 2009 Instagram: 2010 Spotify in Österreich: 2011 Netflix in Österreich: 2014
SPORT The snowboard under my feet
Als europäischer BurtonStandort und Geburtsort des legendären Air & Style hat sich Innsbruck über die Jahre zur Boarder-Hauptstadt Europas entwickelt. Nach dem tragischen Unglück von 1999 im BergiselStadion findet Air & Style 2001 zwar in Seefeld statt, doch kleinere Events auf der Seegrube bleiben der Boarder-Community erhalten.
Reitstall statt Wohnungen
Stimmungs boykott
© TIVOLI NORD, KLETTERZENTRUM INNSBRUCK, ROLAND NOICHL (2), NORDPARK, GERHARD BERGER (2)
Nach einem Zwischenfall bei einem Spiel gegen Salzburg im Tivoli, für den sich die FCT-Fans zu Unrecht beschuldigt fühlten, wird auf der legendären Nordtribüne bei mehreren Spielen gestreikt. Nach einer Aussprache ist zwar noch nicht wieder alles im grünen Bereich, aber zumindest kehrt die Stimmung ins Stadion zurück.
Höhenflug
Der FC Tirol Milch ist auf Erfolgskurs und feiert unter Trainer Kurt Jara seinen zweiten Meistertitel in Folge. Um seinen Fans langes Warten vor Vorverkaufsstellen zu ersparen, errichtet der FCT als erster Bundesligaklub in Österreich einen Onlineticket-Shop für die Heimspiele.
Am Campagne-Areal am Langen Weg betreibt die Campagne-Reitergesellschaft eine florierende Reitschule und führt Reitturniere durch. 2001 beschließt die Stadt, dort Wohnungen zu errichten und den Pachtvertrag nicht zu verlängern. Der Verein bekommt einige Jahre später in Igls einen neue Heimat.
Grundstein für Erfolge
2001 wird die Alpenverein Kletterzentrum Innsbruck Betriebe GmbH gegründet, die die neue Kletterhalle im Tivoli betreibt. Die topmodernen Trainingsmöglichkeiten für die österreichische Nationalmannschaft im Tivoli ebnen späteren Erfolgen den Weg. Sportklettern erhält immer mehr Zulauf.
Kurzes Spiel
Der spätere deutsche Weltmeistertrainer Jogi Löw folgt im Herbst 2001 auf Kurt Jara und führt die Mannschaft zum dritten Meistertitel. Eine gemeinsame Zukunft mit den Tirolern scheitert am Konkurs des Klubs.
Exoten am Berg
Der Bikesport ist noch nicht in der Masse angekommen, bloß eine Handvoll Downhiller sind am Lanser Kopf und auf der Nordkette unterwegs. Offizielle Trails entstehen erst später, Konflikte zwischen Jägern und Bikern gibt es bereits.
Mamma mia! Das schnelle Skivergnügen für die sportliche Familie. Bist du wild genug?
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Panne beim RathausGalerien-Bau
2001 werden die RathausGalerien am Rathausareal gerade gebaut. Ganz reibungslos läuft das nicht ab: Erst verzögern Baumbesetzer am Adolf-Pichler-Platz den Baubeginn. Dann führt eine peinliche Panne, bei der Beton in das darunterliegende Kanalsystem gelangt, zu einer teuren und aufwendigen Reparatur.
Kaufst du schon oder wartest du noch?
© SHUTTERSTOCK (3), 6020 ARCHIV (4)
Mit der Jahrtausendwende eröffnet die schwedische Möbelkette in Innsbruck den ersten Standort in Westösterreich – nach insgesamt zehn Jahren Plan- und Bauzeit.
Zur Ballnacht ins Einkaufszentrum
• Innsbruck muss auskommen ohne: Zara, Cos, das Einkaufszentrum West • Innsbruck hat schon: vier Einwaller-Geschäfte, Intersport, Sportler, Hofer und Lidl • Innsbruck hat nicht mehr: Wholly Cow (heute Moreboards), sieben Schirmer-Filialen, Schlecker
Einkaufszentren wollen Anfang der 2000er nach amerikanischem Vorbild zu Veranstaltungs- und Freizeitcentern werden. Auch Bälle finden daher in den Shopping-Centern statt. Der damals um ein Stück kleinere Sillpark – der Zubau erfolgte erst 2007 – lädt 2001 etwa zum 10. Valentinsball: inklusive Blumendeko, Ballkleid und Musik. Highlights außerdem: Schlagerstar Michelle und eine Internetecke zum Surfen. 22
Gratis Die Gratis-Parkstunde wird eingeführt.
In der Hoffnung, damit die Innenstadt zu beleben, wird 2001 eine Stunde gratis Parken eingeführt. Geplant ist auch, eine Kinderbetreuung für Samstagnachmittag anzubieten, um mehr Menschen zum Einkaufen und Konsumieren in die Stadt zu locken.
Shoppingmeile Museumstraße
Ab Herbst 2001 beleuchtet ein neues Lichtkonzept die Museumstraße. Die 500 Meter lange Straße soll damit zu der Einkaufsmeile Innsbrucks werden.
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ARCHITEKTUR Am Zahn der Zeit
Das Stadtbild ziert damals noch die alte Zahnradbahn Richtung Hungerburg. Nebenan beherbergt die Rotunde das berühmte Riesenrundgemälde.
Verstaubte Gleise
Der Hauptbahnhof Innsbruck ist in die Jahre gekommen. Im Zuge des Neubaus, der im November 2001 begonnen wird, wird sich auch der Bahnhofsvorplatz stark verändern. Vor allem mit der rötlichen Farbgebung werden viele Innsbrucker ästhetische Schwierigkeiten haben.
Neues Medizinzentrum
Die Tilak eröffnet 2001 das MAZ – Medizinzentrum Anichstraße. An einem Tag der offenen Tür Mitte Oktober kann die Bevölkerung sich ein Bild von der neuen Einrichtung machen.
12 Mio. €
Bildung für die Kleinsten
© TOM BAUSE, SHUTTERSTOCK, 6020 ARCHIV (2)
Ein Sprung in die Moderne
Die Bergisel-Schanze befindet sich gegen Ende des Jahres in der letzten Phase des Neubaus. Aufgrund von Verzögerungen lautet die große Frage: Kann die Vier-Schanzen-Tournee am 2. Jänner 2002 in Innsbruck Station machen oder nicht? (Sie kann.) Im März hat man die 40 Jahre alte Sprungschanze gesprengt und errichtet sie nun für 12 Millionen Euro nach den Plänen der Londoner Architektin Zaha Hadid neu.
Grünes Denkmal
Der Hofgarten Innsbruck wird 2001 als Gartendenkmal unter Denkmalschutz gestellt.
Im September 2001 wurde an der Universität Innsbruck die erste Kinderuni in Österreich gegründet. Über 150.000 Kinder und Jugendliche besuchten bisher die zahlreichen interaktiven Programme.
Manches ändert sich nicht
Schon 2001 in den Schlagzeilen: die Blutbuche am Landestheater-Vorplatz. Für viele Innsbrucker gehört sie zum Stadtbild und ist mit vielen Erinnerungen verbunden. Im Zuge der Neugestaltung des Areals rund um die Hofburg wird um die Erhaltung des Jahrhunderte alten Baumes gestritten.
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Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Partnern, Kunden und Lieferanten gratuliert SPAR dem 6020 Stadtmagazin zum 20. Geburtstag!
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J U B I L ÄU M S - I NTE RV I E W
„TRIU DES WOLLE Einfach mal ein Stadtmagazin für Innsbruck gründen – warum nicht? Das hat sich 2001 eine Gruppe von Freunden gedacht und 6020 ins Leben gerufen. Zum 20. Geburtstag erinnern sich Herausgeber Michael Steinlechner und Chefredakteur Matthias Krapf an chaotische Produktionen, missionarische Beseeltheit und explodierende Verteilerboxen. Tex t Fo t os
Lisa Schwarze nau er 6020 Ar chiv 26
NS“
Mittlerweile uralt, damals aber brandneu
© PRIVAT
MPH
„2001 hat es sich in der Stadt an gefühlt, als gäbe es über haupt nichts für junge, urbane Stadt benutzer.“ Michael Steinlechner, Herausgeber 6020
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6020
: Warum habt ihr das 6020 gestartet? M ichael Steinlechner: Wir hatten damals dieses dringende Gefühl, dass es das unbedingt braucht. Aus heutiger Sicht war das vielleicht ein bisschen übertrieben, aber 2001 hat es sich in der Stadt angefühlt, als gäbe es überhaupt nichts für junge, urbane Stadtbenutzer.
MS: Wir haben das überhaupt nicht strategisch eingefädelt. Das Einzige, was wir uns wirklich überlegt haben, war, dass wir einen Vertrieb wollten, wo sich der Leser aktiv für das Magazin entscheiden kann, also nicht zum Beispiel per Post zwangsbeglückt wird – alles andere ist dann passiert. Wir hatten mit Martin Baltes einen großen Förderer, der uns sehr ernstgenommen und gesagt hat: „Ihr wollt an den Haltestellen Boxen aufhängen? Super Sache, können wir gerne machen.“ Dafür haben wir dann eine Box aus Plexiglas machen lassen, wunderschön, damit man sieht, was drin ist, das hat damals 300.000 Schilling gekostet. Ende November
© FRANZ OSS
M atthias K rapf: Wir waren zu dem Zeitpunkt schon in der Branche tätig, hatten da bei einer Schülerzeitung und auch bei den Bezirksblättern zusammengearbeitet. Michi hauptberuflich, ich neben dem Studium. Es war deshalb irgendwie ein logischer Schritt.
„Ich habe mal gesagt, das war der Triumph des Wollens. Wir sind mehr oder weniger planlos reingestartet, aber mit viel Herz und extremem Engagement.“ Matthias Krapf, Chefredakteur 6020
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ist die erste Ausgabe rausgekommen, und Silvester haben sie gefühlt die letzte Box mit Böllern gesprengt. Dann sind wir sehr schnell umgestiegen auf andere Boxen. Hat es auch Leute gegeben, die eure Idee für eine Schnapsidee gehalten haben? MS: Verhältnismäßig wenige. Ich habe mir aus dem näheren Umfeld mehr Protest erwartet, aber ich glaube, dass recht klar war, dass es keinen Sinn macht, zu probieren, uns das auszureden. MK: Viele hat das überhaupt nicht interessiert, aber manche eben schon, die haben verstanden, worum es geht, das cool gefunden und wie Martin Baltes oder Alfred Schmid vom Hafen von Anfang an Vertrauen gehabt. Logisch wird blöd geredet worden sein, und das passt auch, das gehört dazu. Hätte es damals eine Alternative gegeben, oder wäre es sowieso darauf hinausgelaufen, dass ihr etwas Eigenes gründet? MS: Ganz ehrlich, ich kann mir heute nicht mehr so ganz erklären, warum ich so unbedingt ein eigenes Magazin haben wollte. Das hat sich so zugespitzt. Meine jetzige Frau war ganz am Anfang auch schon dabei, und die hat damals zu mir gesagt: „Wenn du es jetzt nicht machst, machst du es nie.“ Und ich habe mir dann gedacht, stimmt eigentlich – mit 22, wo ja wirklich noch alles möglich ist. Das beschreibt irgendwie ganz gut, wie sich das für uns angefühlt hat – es war ein aus heutiger Sicht unerklärbarer Druck da, dass man das macht. MK: Da war auch diese missionarische Beseeltheit, wir
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müssen das jetzt für Innsbruck tun. Ich habe mal gesagt, das war der Triumph des Wollens. Wir sind mehr oder weniger planlos reingestartet, aber mit viel Herz und extremem Engagement. Es war auch brutal anstrengend. Nach der dritten Ausgabe waren wir vor Weihnachten auf Klausur, und wir waren alle komplett im Arsch, das kann man wirklich nicht anders sagen – dafür ist der Begriff erfunden worden.
Van Staa übernimmt das Ruder der Tiroler Volkspartei
Zurück in die Zukunft
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Habt ihr damals damit gerechnet, dass das 6020 ein so langlebiges Projekt wird? MS: Das klingt jetzt komisch, aber ich habe mir damals keine großen Gedanken gemacht, außer, dass es sich halt ausgehen sollte, dass jeder Geld bekommt für seine Arbeit und dass es nicht immer so ein Kampf ist, aber es hat da keine wirtschaftliche Strategie gegeben. Natürlich wollten wir erfolgreich sein, aber das war kein Beweggrund. MK: Wir haben das eher journalistisch gesehen. Das 6020 sollte ein Player werden in Innsbruck, nicht in ökonomisch-verlegerischer Hinsicht, sondern einfach als ein cooles Magazin. MS: Unsere Überlegung war damals: Wenn das ein akzeptiertes, relevantes Medium in der Stadt ist, wird es wohl hoffentlich so viele Inserenten haben, dass sich alles ausgeht. Da hat es nicht einmal eine Liste mit Ausgaben und Einnahmen gegeben, das war alles eher intuitiv. Was hattet ihr euch für die erste Ausgabe vorgenommen, und wie viel davon hat funktioniert? MS: Am Anfang war das Erscheinen das, was wir uns
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Die Nullnummer
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vorgenommen haben – und das haben wir geschafft. MK: Bei der Nullnummer hatten wir ein cooles Cover mit der Fotomontage von Herwig van Staa als Andreas Hofer. Anlass waren die Dreharbeiten zum Hofer-Film in der Altstadt. Die Schlagzeile lautete „Zurück in die Zukunft“, was man durchaus doppeldeutig lesen konnte. Die Story selber, glaube ich, war überschaubar, aber es war eine Ansage. Bei den ersten 6020-Nummern war klar, egal was da dringestanden ist, es war neu, es war anders, es war bisschen ein Blödsinn dabei, und mit dieser Gesamtheit haben wir gepunktet, denke ich. MS: Wir haben damals auch Sachen gemacht, die wir heute wohl nicht mehr tun würden. Da hat uns jemand einen Le-
serbrief geschrieben, dass wir immer so viele Rechtschreibfehler im Heft haben, dann haben wir im Magazin geantwortet und in die Entschuldigung 40 Rechtschreibfehler eingebaut. Wir hatten da einen recht sorglosen, unkonventionellen Zugang.
Ein junger, aufstrebender Steinlechner
MK: Logisch war nicht alles toll, aber wenn du bei absolut null anfängst, bist du ja mit gewissen Problemen konfrontiert. Es gab genug Leute, die nur mit uns geredet haben, weil sie gemeint haben, wir sind vom Stadtmagistrat, und umgekehrt hat es Leute gegeben, die mit uns nichts zu tun haben wollten, weil sie gedacht haben, das ist irgendwas Städtisches, Amtliches. Und wenn du der totale Underdog bist, werden nicht irgendwelche wichtigen Leute sagen, das verkünde ich im
Vor 332 Jahren waren wir auch 20. Time flies.
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Unsere Student*innen und die alpin-urbane Umgebung in Innsbruck halten uns jung. IHR haltet uns auch jung.
HAPPY BIRTHDAY @6020 STADTMAGAZIN!
Herzl chen Glückwunsch! 20 Jahre – 6020 Stadtmagazin
„Wenn man da nicht jeden Abend ein paar klärende Getränke gehabt hätte, um den Kopf ein bisschen freizubekommen, während man schon wieder nur über 6020 geredet hat, wäre das sicher nicht gegangen.“ Michael Steinlechner
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Ein ebenso junger, aufstrebender Krapf
6020 – die reden mit dem ORF oder der Tiroler Tageszeitung. Wir haben uns deshalb andere Sachen suchen müssen, mit denen wir irgendwie punkten konnten. Und in Wahrheit machen wir das ja heute noch. Welche Fehler habt ihr damals gemacht? MS: Die Plexiglasboxen waren wirtschaftlich der größte Fehler, sonst sehe ich da gar keine großen Fehler. Heute würde ich das strategischer angehen und überlegen, wem soll ich sagen, dass ich das Magazin mache, damit keiner beleidigt ist. Das haben wir nicht getan, wir waren einfach da, und das war schon cool. Wir waren von unserer eigenen Motivation und Arbeitsleistung abhängig, sonst waren wir wirklich komplett unabhängig. Das hat den Nachteil gehabt, dass wir natürlich auch nicht vernetzt waren. MK: Das mit dem Vernetzen ist eine lustige Sache. Hilde Zach ist ja 2002 Bürgermeisterin geworden, und da hat sich dann ein recht gutes Verhältnis entwickelt, sie hat das 6020 sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Irgendwann hatten wir dann einen Termin bei ihr, da haben wir so geredet, und dann fragt sie: „Habt’s ein Anliegen?“, und wir haben einfach nur gesagt, vielleicht können wir wieder mal ein Interview machen. Ich will nicht sagen, dass sie uns eingeladen hat, dass wir uns irgendetwas wünschen, aber ein Politiker ist es ja gewohnt, dass man etwas will von ihm.
„Es war neu, es war anders, es war bisschen ein Blödsinn dabei, und mit dieser Gesamtheit haben wir gepunktet.“ Matthias Krapf
MS: Und wir sitzen als Einzige da, nein, danke, wir haben alles, passt schon so. Was war die beste Entscheidung damals? MK: Für mich die mit Abstand beste Entscheidung: Ursprünglich wollten wir ZIP 6020 heißen in Anlehnung an die amerikanischen Postcodes. Dann hat es einen Streit gegeben mit jemandem, der sich in diese Richtung auch schon rechtlich etwas gesichert hatte, und wir haben gesagt, bevor es da Probleme gibt, nennen wir es nur 6020. Das wäre die absolute Krönung gewesen. ZIP 6020 ... dann hätten die Leute nicht nur gemeint, wir seien vom Stadtmagistrat, sondern auch noch vom ORF wegen der ZIB. Was vermisst ihr aus der Anfangszeit? MS: Diesen unvoreingenommenen, naiven Zugang zur 32
Arbeit. Damals hat man vor nichts Angst gehabt und sich gar keine Sorgen gemacht, es war alles egal. Was würdet ihr gerne vergessen? MK: Die Überforderung, dieses große Fragezeichen, wie man es überhaupt schaffen soll, eine Ausgabe fertig zu machen. MS: Ich weiß nicht, ob ich es wirklich vergessen möchte. MK: Stimmt schon, das prägt einen ja, aber es war hart, da war ein extremer Druck auf allen im Team. MS: Wenn man da nicht jeden Abend ein paar klärende Getränke gehabt hätte, um den Kopf ein bisschen freizubekommen, während man schon wieder nur über 6020 geredet hat, wäre das sicher nicht gegangen.
MK: Es war schon ein bisschen das Prinzip „work hard, party hard“, aber wir haben das nicht wie junge Investmentbanker an der Wall Street fürs Geld getan – ökonomisch war es absolut geisteskrank, das zu machen. Das ist diese berühmte Selbstausbeutung der Enthusiasten. Wie viel 6020 aus 2001 steckt 2021 im 6020? MS: Mein Gefühl ist, dass 6020 vom Spirit her relativ nah an der Anfangszeit ist. So, wie sich das die letzten Jahre im Allgemeinen und im letzten Jahr im Speziellen entwickelt hat, ist es ziemlich genau das, was es eigentlich sein sollte. MK: Das Magazin ist 20 Jahre älter geworden, und wir ja auch. Und ob man Anfang 40 ist oder Anfang 20, das ist ein riesiger Unterschied. Die Kunst ist, dass sich das weiter-
entwickelt und nicht mitaltert. Jetzt wird es wieder leichter, weil wir schon so alt sind, dass man sagen muss, ja gut, ich kann einem 20-jährigen Studenten nicht mehr erklären, was in der Stadt abgeht. Da war die Abgrenzung mit 30 wahrscheinlich schwieriger, obwohl wir es ja eh für alle Altersgruppen machen. MS: Es ist wahrscheinlich wirklich ein bisschen wie ein Kind, die ersten Jahre waren trotz toller Momente wahnsinnig mühsam, in der Pubertät wurde extrem viel ausprobiert, und jetzt mit 20 ist es ein fertiges Produkt. Aber das funktioniert natürlich auch nur, wenn wir es loslassen. Früher ist da ja keine Zeile dringestanden, die ich nicht einmal und Matthias siebenmal gelesen hat.
unfassbar ernstgenommen haben. Und irgendwann schlägt halt dann der Pragmatismus durch oder auch ein bisschen eine gewisse Abgebrühtheit, und ich hoffe aber, dass das andere Leute im Team, die noch nicht so lange dabei sind, ausgleichen. Das müssen natürlich die Leserinnen und Leser beantworten, aber ich habe schon das Gefühl, dass wir den Spirit noch haben, das 6020 aber zugleich auch anders ist, weil es andere Leute gestalten, es eine andere Zeit ist und wir uns natürlich auch verändern. MS: Und die größte Veränderung ist, dass man das zulässt. Vielen Dank für das Gespräch.
MK: Wir haben uns zu Tode diskutiert, weil alle das so
Happy Birthday 6020 Stadtmagazin! Alles Gute auch für Sie, liebe LeserInnen. Beachten Sie weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln zur Prävention gegen die Covid-Pandemie. Viele Infos zu Covid-19 und den Impfangeboten finden Sie unter www.innsbruck.gv.at, www.ibkinfo.at sowie auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Innsbruck.
INNSBRUCK IMPFT DANKE FÜRS MITMACHEN UND BLEIBEN SIE GESUND!
S E R I E
die Zu ku n ft d e r Stadt
:
„Man könnte etwas lernen, aber es passiert selten“ Als Stadtarchivar sichert Lukas Morscher Akten, Speisekarten und sogar Plastik sackerl für die Zukunft. Als Historiker beschäftigt er sich mit der Vergangenheit. Was wir daraus im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft der Stadt mitnehmen können, erzählt er im Interview. Das Interview führte Theresa Kleinheinz – Fotos: Franz Oss
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ERMÖGLICHT VOM VVT Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.
„Es geht auch darum, Spuren zu sichern von Menschen, von denen wir sonst nix haben.“ Lukas Morscher, Leiter Stadtarchiv Innsbruck
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: Herr Morscher, kann man aus der Geschichte lernen? Lukas Morscher: Man könnte aus der Geschichte lernen. Aber es ist nicht so, dass sich Dinge eins zu eins wiederholen. Es geht um Mechanismen, die noch mal passieren, weil sie systemimmanent sind. Wenn man die aktuellen Seuchen thematiken andenkt, gibt es natürlich unendlich viele Parallelen zwischen der Spanischen Grippe und Corona: Die sozialen Mechanismen, die mehr oder minder unbeholfenen Behandlungsversuche, Irrglauben, gesellschaftliche Spaltung. Man könnte etwas lernen, aber es passiert selten. Was bringt uns dann Geschichtswissenschaft für die Zukunft? Der Mensch unterscheidet sich vom Tier unter anderem dadurch, dass er eine Geschichte hat. Wir leben, gerade in Tirol, auch ganz stark von unserer Geschichte. Sei es verkehrsmäßig, sei es touristisch – nehmen wir beispielsweise das Goldene Dachl. Das Verkehrswegenetz geht in vielen Bereichen auf die Römer zurück. Ich glaube, dass da schon sehr viel kausal zusammenhängt.
d i e Z u k u n f t d e r S ta dt
Stichwort Verkehr: Welche Momente haben in Innsbruck für Umbrüche gesorgt? Mir könnte jetzt das Wort Autobahn einfallen. Aber die größte Veränderung für Innsbruck und Tirol war für mich unbestritten der Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz. Das war, wenn man die Stadtentwicklung anschaut, Mitte des 19. Jahrhunderts der Sprung vom – ich übertreibe jetzt – Mittelalter in die Moderne. Der Austausch von Menschen und Waren ist wesentlich beschleunigt worden, zu einem Bruchteil der Kosten. Dass dahinter ein militärisches Interesse steckt, ist kein Geheimnis. Das ist sicher der größte Schritt, auch wenn er heute nicht mehr so gesehen wird. Könnte man das als Argument für die aktuelle Debatte rund um den Ausbau der Schiene verwenden? Das ist schon richtig. Das Problem ist, früher hat es einen Kaiser gegeben, der gesagt hat, das will ich und ihr baut das. Heutzutage gibt es Autokonzerne, die das nicht wollen. Es sind andere Machtfaktoren. Autoritär zu regieren ist da viel „praktischer“. Das ist ein Thema für politische Einflussnahmen. Was interessanterweise in der gesamten mitteleuropäischen Diskussion, soweit ich das sehe, unbeachtet bleibt, ist die riesige Revolution der „neuen Seidenstraße“. Auch sie beschleunigt den Transport von Waren von sechs Wochen auf fünf Tage.
Welche Ereignisse haben Innsbruck massgeblich verändert? Das waren im Mittelalter Stadtbrände, gelegentlich auch Überschwemmungen. Der markanteste Einschnitt waren die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Innsbruck ist nach Wiener Neustadt die prozentuell am stärksten zerstörte Stadt Österreichs, mit fast 60 Prozent beschädigtem oder zerstörtem Wohnraum. Weitere für die Stadt wichtige Prozesse waren die Eingemeindungen der Umlanddörfer. Das waren 1904 Pradl und Wilten, später Hötting bis hin zu Arzl, Vill und Igls. Als die Eisenbahn gebaut wurde, musste das Gemeindegebiet geändert werden, sonst hätte der Bahnhof "Wilten" geheißen. Die Eingemeindungen haben das Wachstum von Wirtschaft, Bevölkerung und Wohnraum möglich gemacht. Ist damit das Ende erreicht? Wie soll die Stadt noch wachsen? Vor 25 Jahren gab es das – aus meiner Sicht sehr kluge – Ansinnen, Rum einzugemeinden. Nur dann sind zwei Alphatiere aufeinandergeprallt. Natürlich gibt’s keine Eingemeindungen mehr und das ist auch gut so. Es bräuchte aber eine über die Grenzen engere Zusammenarbeit. Zurück zu den Katastrophen. Was hat man daraus beim Wiederaufbau der Stadt gelernt? Man hat brandhemmende Materialien – weniger Holz, mehr Stein – verwendet, Feuerlöscheinrichtungen wie Lederkübel in die Häuser gehängt, Gänge gebaut, sodass man von Dach zu Dach gehen kann. Man hat auf den Stadtturm einen Stadttürmer gesetzt, der geschaut hat, wo es brennt. Da gibt es schon einen Lernprozess. Die Hauptbedrohung, die wir haben – und das ist auch die einzige, vor der ich mich wirklich fürchte –, ist ein Erdbeben. Etwa alle 250 Jahre gibt es ein schweres Erdbeben und das wäre jetzt mal wieder fällig.
Lukas Morscher
Das heisst, solche Revolutionen sind nach wie vor möglich? Ja, natürlich. Eine ähnliche Revolution auf anderem Gebiet ist die Erfindung des Internets.
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ist Historiker und Jurist, selbst bezeichnet er sich als „Ge neralist“. Seit 1998 leitet er das Innsbrucker Stadtarchiv und -museum. Der Stadtge schichte hat er eine Vielzahl von Büchern gewidmet, so auch die Reihe „Innsbrucker Alltagsleben“. Als Stadtarchi var sammelt und strukturiert er mit seinem Team Rathausak ten. Aber auch Speisekarten, Plastiksackerl und Wahlpla kate, die Innsbruck betreffen, werden aufbewahrt.
In nur drei Jahren wurde die Brennereisenbahn errichtet. Ab 1867 dampften die Züge durch den Tunnel am Bergisel.
© STADTARCHIV INNSBRUCK
DIE 77. SITZUNG des Inter- nationalen Olympischen Comitees (IOC) fand 1976 „natürlich“ in Innsbruck, dem Austragungsor t der Olympischen Winter spiele, stat t.
© AXEL SPRINGER
MEHR ALS RATHAUSAKTEN: Auch G egenstände, wie dieser Handkof fer, der vermutlich aus den 1930 er-Jahren stammt, werden im Stadtarchiv auf bewar t.
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„Die grösste Veränderung für Innsbruck und Tirol war für mich unbestritten der Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz.“ Lukas Morscher
Nichts ist so alt wie eine Wahlwerbung nach der Wahl. Das gilt auch für die Österreichischen Hochschülerschaftswahlen. Im Jahr 2005 warb eine Gruppe sogar mit einem eige nen Partei-Bier.
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IN EINER SAMMLUNG von Kinderzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg f inden sich zwischen Blumen- und Tiermotiven diese zwei Beispiele mit Hakenkreuzfahnen.
Welche Personen haben die Stadt besonders geprägt? Es gibt eine Reihe von markanten Persönlichkeiten, die die Stadtentwicklung massiv beeinflusst haben. Die Bürgermeister Wilhelm Greil und Alois Lugger haben allein schon aufgrund der Länge ihrer Regentschaften über Jahrzehnte die Stadt geprägt. Ich glaube, man wird eines Tages draufkommen, dass auch der Bürgermeister Herwig van Staa eine solche Person war, weil er die Stadt saniert, finanziell gerettet und neu strukturiert hat. Natürlich gibt’s dann auch noch z. B. Johann von Sieberer, der der Stadt umgerechnet etwa 170 Millionen Euro geschenkt hat.
d i e Z u k u n f t d e r S ta dt
Was ist mit den Frauen? Natürlich gibt es diese Frauen, nur das Problem ist, dass es bis 1919 kein Frauenwahlrecht gab. Es gibt einige Frauen, die im wissenschaftlichen Bereich Phänomenales geleistet haben, aber immer nur im Mikrokosmos ihres Fachs. Ich persönlich erachte Diana Budisavljević*, die uns vor zehn Jahren noch völlig unbekannt war, für eine dieser markanten Persönlichkeiten. Da ist noch vieles zu erforschen. Es gibt dann im Bereich von sportlichen Leistungen Frauen, wie Cenzi von Ficker. Frauen haben nicht so sehr diese Multiplikatorenvereine, wie Militär, Studentenverbindungen oder Stammtische. Diese Vernetzungen haben ihnen gefehlt und fehlen noch. Welche Rolle spielte der Tourismus in der Stadtgeschichte? Wichtig ist der Wissenstransfer. Anfang des 20. Jahrhunderts haben Touristen Tennis gebracht, die Tiroler haben es nachgespielt. Der Wissensradius wurde immer größer. In der Fotografie gibt es lustige Beispiele: Mieder waren mit Narwalborsten gefüttert. Diese Mode tauchte in Paris auf. Ein Jahr später sieht man sie auf Fotos in Berlin, dann in Wien und dann in Innsbruck. Da sind sie aber in Paris längst wieder out. Touristen sind unsere Fabriken. Tourismus halte ich auch künftig für eine der klügsten Formen, Geld zu verdienen, wenn es in einer vernunftbegabten Form ist.
Inwiefern ist es für die Stadt wichtig, dass sie sich durch Denkmäler, Tafeln oder Strassennamen in Zukunft an die Vergangenheit erinnert? Die letzten fünf, zehn Jahre läuft es relativ gut. Wobei es ein riesiges Feld ist, das nie fertig ist. Erinnerungskultur ist immer eine Momentaufnahme. Jetzt erinnern wir uns an Diana Budisavljević – damit ist es aber nicht erledigt. Zu dem Zeitpunkt, wo man es macht, macht man das möglichst Richtige. Man lernt dazu, das heißt nicht, dass das, was wir jetzt zu wissen glauben, richtig ist. Was ist für das Stadtarchiv geplant? Ein wichtiges Projekt ist die Neugestaltung des Denkmals Arbeitserziehungslager Reichenau. Die dafür eingerichtete Kommission soll bis Sommer ein Ergebnis liefern. Dann hat sich die Stadt entschieden, keine Stolpersteine zu setzen, sondern eine neue Form zu entwickeln. Dann haben wir unser „Coronababy“ www.innsbruck-erinnert.at. Die Seite hat bis zu 400.000 Zugriffe im Monat. Da steckt viel Herzblut drinnen. Dann gibt’s ein neues Projekt: Wir stellen alle Adressbücher der Stadt Innsbruck online, das sind 1,2 Millionen Innsbruckerinnen und Innsbrucker. Im Digitalisierungsbereich sollen mehrere große Projekte kommen – ob ich das alles noch erlebe, werden wir sehen. Vielen Dank für das Gespräch.
In der nächsten Ausgabe Eigentlich hätten wir uns bereits für diesmal die Zukunftsmusik in der Gast ronomie vorgenommen – der Lockdown kam uns dazwischen. Vielleicht schaf fen wir es in der nächsten Ausgabe.
* Die gebürtige Innsbruckerin Diana Budisavljević (geb. Obexer) rettete zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit Helfer:innen zumindest 7.000 Kinder vor dem Tod in Konzentrationslagern des faschistischen Ustaša-Regimes in Kroatien (Anm.).
ERMÖGLICHT VOM
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-liche Gratulation dem
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EMRAN
GEGEN DIE FALSCHEN BILDER Journalist Emran Feroz ist einer der gefragtesten Afghanistan-Experten weltweit. Der Austroafghane kommt aus Innsbruck, wo er vor etwa 20 Jahren anfangen musste zu erklären, was am Hindukusch los ist – und er hat bis heute nicht damit aufgehört. Text: Haris Kovacevic – Fotos: Franz Oss
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Feroz im Frühjahr 2021 neben einem Soldaten der afgha nischen Armee – diese beschießt zu diesem Zeitpunkt hier in der Provinz Kunar einen Stützpunkt der Taliban.
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enige Wochen bevor sich die Terroranschläge vom 11. September zum 20. Mal jährten, wunderten sich einige Politiker in Washington, was da gerade passiert: Die totgeglaubten Taliban schienen nicht nur nicht tot zu sein, sondern stärker als je zuvor. Es würde offenbar nur eine Frage der Zeit sein, bis sie die Macht in dem Land, in dem die US-Armee die letzten zwei Jahrzehnte Krieg geführt hatte, übernehmen würden. Für andere kam das Ganze nicht überraschend. Ihnen war klar, dass weder die installierte Regierung noch die afghanische Armee die Autorität und die Stärke besaßen, die man ihnen öffentlich zugesprochen hatte. Das wussten auch die Talibankämpfer, als sie sich genau zu dieser Zeit aufmachten, die Hälfte des Landes, die noch nicht unter ihrer Kontrolle war, zu erobern, möglichst schnell in Kabul einzumarschieren, den Machtanspruch zu stellen und das Islamische Emirat zu errichten. Und das wusste auch Emran Feroz, der gerade dabei war, sein drittes Buch zu veröffentlichen – „Der längste Krieg: 20 Jahre War on Terror“. DER ERSTE AFGHANE. Der 11. September 2001 hat das Leben des gebürtigen Innsbruckers geprägt wie kaum ein anderes Ereignis. Er selbst, daran erinnert er sich genau, kam am besagten Tag aus der Schule und wollte den Nachmittag vor dem Fernseher verbringen. Doch da saßen schon seine Eltern – fassungslos darüber, was sie gerade sahen: Flugzeuge flogen in irgendwelche Hochhäuser, Gebäude stürzten ein. Von Afghanistan war die Rede. Und von Osama bin Laden. „Als Afghane konnte man bis dahin in Innsbruck ziemlich unbekümmert leben“, erzählt Feroz, „mein Vater war Ende der 1970er-Jahre einer der ersten, wenn nicht der erste Afghane Innsbrucks. Das war etwas sehr Exotisches, worüber man nichts wusste.“ 42
Mussten Türken, Albaner oder Menschen aus Exjugoslawien in den 19990er-Jahren mit Vorurteilen kämpfen, war man als Afghane außen vor – denn niemand konnte sich etwas darunter vorstellen. Das änderte sich schlagartig am Tag der Anschläge auf das World Trade Center, auch für Emran. Seine Volksschullehrerin fragte ihn dann vor versammelter Klasse: „Emran, ihr seid doch aus Afghanistan. Weißt du, warum die das gemacht haben?“ ERKLÄRUNGEN UND DISKUSSIONEN. Der Zehnjährige wurde in Erklärungsnot gedrängt, nicht nur von seiner Lehrerin, sondern von seinem gesamten Umfeld: „Ist Osama bin Laden dein Onkel?“, musste er sich von Mitschülern fragen lassen oder auch kriegsgeiles Gejaule anhören, wie: „Die machen euch und die Taliban platt!“ Emran wusste nicht, wie er anders damit umgehen sollte, als zu erklären und zu diskutieren – und sollte damit bis heute nicht aufhören. „Osama bin Laden ist überhaupt kein Afghane“, das war Emran schon als Kind klar, „ebenso wenig, wie die 19 Terroristen, die die Anschläge verübt haben.“ Es herrschte ziemlich viel Un- und Halbwissen in Bezug auf Afghanistan. Und irgendwann wurden ihm die mündlichen Dispute zu mühsam, sein Publikum zu klein, und so entschied sich Feroz, zusätzlich
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motiviert durch seine Deutschlehrerin am BORG Innsbruck, einen Blog zu schreiben. GRÖSSERES PUBLIKUM. Während seines Zivildiensts veröffentlichte er dann einige Texte in der ÖH-Zeitung Unipress. „Ich erkannte damals, dass es das ist, was ich machen möchte“, sagt Emran. Nicht nur gefiel es ihm, seine Beiträge publiziert zu sehen, er wollte auch ein anderes Bild von Afghanistan und dem Islam publik machen. „Mein erster Text handelte von einem 17-jährigen afghanischen Olympioniken, der Bronze gewann“, erzählt er. Bald darauf schrieb er auch über Muslime, die während des Holocaust Juden gerettet hatten. Den Mainstream-Meinungen wollte er etwas entgegensetzen, das nicht oder zumindest nicht ganz in ihr Bild passte – das aber mit Fakten belegt werden konnte. Und damit hörte er auch als Student in Tübingen nicht auf. Ganz im Gegenteil – nun war er in Deutschland und sein potenzielles Publikum wesentlich größer. „Ich durfte für einige kleinere Medien zunächst unentgeltlich schreiben“, erinnert sich Emran Feroz. Dann bot er seine Beiträge immer größeren und bekannteren Zeitungen und Zeitschriften an: der Presse, dem Deutschlandfunk und irgendwann auch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Feroz reist beruflich regel mäßig nach Afghanistan, und das macht seine Beiträge so besonders: Er spricht die Landesspra che, kommt bei Einheimi schen, seinen Verwand ten, unter, kleidet sich afghanisch und redet mit Leuten von der Straße.
„Ich erkannte damals, dass es das ist, was ich machen möchte.“ E mran Feroz , Journalis t
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Lange passt seine Erzählung nicht ins Narrativ vieler westlicher Medien. Mit der Zeit und mit dem nahenden Abzug der NATO-Soldaten aus Afghanistan und der Machtübernahme durch die Taliban schwinden allerdings die Illusionen. Heute finden sich Feroz' Beiträge und Recherchen bei CNN, im Spiegel und sogar in der New York Times. DAS NEUE AFGHANISTAN. Seit die Taliban die Macht übernommen haben, war er nicht mehr in Afghanistan. Angst habe er aber keine, sagt der heute in Stuttgart lebende Journalist – seine nächste Reise sei gerade in Planung. Schließlich habe das Land am Hindukusch noch viele Geschichten zu erzählen. Emrans Vater übrigens – der erste Afghane Innsbrucks, der Ende der 1970er-Jahre Afghanistan verlassen hatte, reiste nie wieder in die alte Heimat. Das Afghanistan, das er kenne, gebe es nicht mehr, sagt er. Das neue Afghanistan möchte er nicht mit eigenen Augen sehen. Er liest nur darüber – in den Berichten seines Sohnes.
Der Längste Krieg:
20 Jahre War on Terror von Emran Feroz. Erschienen im Westend-Verlag.
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NEUE BILDER. Feroz reist seither regelmäßig beruflich nach Afghanistan. Und genau das macht seine Recherchen so besonders. Er spricht nämlich die Landessprache, kommt bei Einheimischen, seinen Verwandten, unter, kleidet sich dort typisch afghanisch und redet mit Leuten von der Straße – alles Dinge, die westliche Journalisten und Korrespondenten nicht tun. Diese werden meistens in der „Green Zone“, einem für Diplomaten und Journalisten gesicherten Stadtgebiet von Kabul, einquartiert. Wenn sie dieses einmal verlassen, dann nur in Begleitung von Soldaten – hochgesichert und abgeschirmt. Emran Feroz hingegen taucht unter, vernetzt sich mit den Einheimischen, hört sich die Geschichten der Leute von der Straße an und überprüft die Fakten. Das Bild, das er entwirft, unterscheidet sich stark von jenem der anderen Journalisten. Feroz klärt auf. Er entkräftet Vorurteile und verweist auf ein falsches Bild, das in seinen Augen viele westliche Medien von Afghanistan zeichnen – aber auch vom Westen selbst. Er schreibt darüber, dass sich die afghanische Bevölkerung vor den NATOSoldaten aufgrund der vielen Kriegsverbrechen und Drohnenangriffe genauso fürchtet wie vor den Taliban. Er schreibt über undemokratische Vorstöße westlicher Mächte, über die Schwäche der installierten Regierung und der Armee.
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IVB News
Drei Seiten Mobilität
Planänderung Mit 12. Dezember tritt ein neuer Fahrplan für die Busse und Trams der IVB in Kraft. Hier gibt’s die Änderungen im Überblick. Neue Taktung Die Straßenbahnlinien 2 und 5 verkehren von Montag bis Freitag in einem glatten Zehn-Minuten-Takt, an Samstagen und in den Schulferien in einem 15-Minuten-Takt und an Abenden, Sonn- und Feiertagen in einem 30-Minuten-Takt. Neue Routen Die Linie T wird wieder über die Haltestelle Schützenstraße geführt, die Haltestelle Mozartstraße auch in Richtung DEZ/Völs bedient. Die Linie R hält auch an der Andechsstraße, jedoch nicht mehr an der Gumppstraße. Der Nightliner N8 bedient zusätzlich die Haltestellen Mariahilfpark, Fürstenweg, Layrstraße und Botanikerstraße, die Haltestelle Höttinger Kirchplatz entfällt. Neue Namen Drei Haltestellen werden umbenannt. Die „Bienerstraße“ wird zu „Messe Bahnhof“ (betrifft die Linien R und N3), die „Michael-Gaismair-Straße“ zu „Templstraße“ (betrifft die Linien M, 505 und N3) und die „Gaismairstraße/Schule“ zu „Michael-Gaismair-Straße“ (betrifft die Linien M und N3).
Detaillierte Informationen dazu finden Sie im neuen Netzplan, in den jeweiligen Linienfoldern und online auf www.ivb.at.
ivb.at
Scheckübergabe Mit Unterstützung einer IVB-Tram wurden Spenden für Licht ins Dunkel gesammelt. Diese kamen dem Gehörlosenverband Tirol zugute. Seit geraumer Zeit machen ein Bus und
in beträchtlicher Höhe an den
zeigen sich glücklich über die zusammen-
eine Tram der IVB mit einer speziellen
Gehörlosenverband Tirol übergeben,
gekommene Spendensumme: „Wir freuen
Beklebung Werbung für Licht ins Dunkel.
konkret für die Gebärdensprachförderung
uns, dass derart viele Menschen – trotz
Und das offenbar mit Erfolg: Unlängst
bei hörgeschädigten Kindern und Jugend-
Corona und aller Sorgen, welche die
konnten die Projektpartner Weekend-
lichen. Fred Kendlbacher, Dominik Sobota
Pandemie mit sich gebracht hat – ihre
Magazin, ORF-Tirol, IVB, VVT, Tiroler
und Peter Buglas von der Progress
Menschlichkeit und ihre Spendenbereit-
Sparkasse und Pixel Projekt einen Scheck
Werbung, die hinter der Aktion steht,
schaft bewiesen haben.“
Eisiges Vergnügen Vom 14. bis 16. Jänner 2022 macht Holiday on Ice in Innsbruck Station. Insgesamt fünfmal wird die neue Produktion „Supernova“ gezeigt. Eine fantastische Reise in eine ferne Galaxie – das verspricht „Supernova“,
Gewinnspiel Die IVB verlosen 2 x 2 Tickets für die Premiere am 14.01.2022. Dafür einfach eine Mail mit dem Stichwort „Supernova“ an gewinnspiel@ivb.at schicken. Einsendeschluss ist der 28.12.2021.
die neue Vorstellung von Holiday on Ice, die Mitte Jänner in der Innsbrucker
Olympiasieger Robin Cousins, der
Olympiaworld zu sehen ist. Die aufwen-
bereits für die Holiday-on-Ice-Produktion
dige Show wird von einigen der renom-
„Atlantis“ verantwortlich war. Infos zu
miertesten Kreativen der Welt inszeniert.
den Terminen und Tickets gibt’s
Creative Director und Choreograf ist
unter www.olympiaworld.at oder
etwa der vormalige Eiskunstlauf-
oeticket.com.
Helden der Lüfte Im Rahmen der Vierschanzentournee sind auch in diesem Winter wieder die besten Skispringer in der Tiroler Landeshauptstadt zu Gast. Die Vierschanzentournee begeht heuer ihr 70. Jubiläum. Nach den Etappen in Oberstdorf und Garmisch-Parten kirchen macht die Skispringerelite am
Gewinnspiel Die IVB verlosen 2 x 2 Tickets. Einfach das Stichwort „Bergisel“ bis 28.12.2021 an gewinnspiel@ivb.at schicken und mit etwas Glück gewinnen.
3. und 4. Jänner 2022 erneut in Innsbruck Station, wo sich die Athleten an
unter der Tickethotline +43 (0) 512/53560,
der berühmt-berüchtigten Bergisel-
via Mail an ticket@innsbruck.info, unter
schanze messen werden. Aktuelle Infos
www.vierschanzentourneeinnsbruck.com
zu den Coronabestimmungen sowie
sowie über die Homepage des ÖSV,
Tickets für die Veranstaltung gibt’s
www.oesv.at/der-osv/tickets.
Entgeltliche Einschaltung
Neues Jahr, neues Glück Der Wacker Innsbruck hat schwierige Zeiten hinter sich. 2022 will man jedoch wieder angreifen.
Standort bestimmung Am 18./19. Dezember findet in Igls der Rodelweltcup statt. Es ist eines der letzten Rennen vor Olympia. Der Rodelweltcup im Igler Eiskanal hat in diesem Jahr einen ganz besonderen Stellenwert. Es geht dabei nämlich nicht nur um Punkte für die Gesamtwertung, sondern auch darum, ein Ticket für die Olympischen Winterspiele in Peking zu ergattern. Das vergangene Jahr war kein einfaches für den FC Wacker
Das österreichische Team wird also beim Heimweltcup am
Innsbruck. Doch trotz diverser Turbulenzen, vor allem um einen
18./19. Dezember in Igls gleich doppelt motiviert sein, wobei
neuen Investor, gelang es dem Verein, den Spielbetrieb zu sichern
neben Olympiasieger David Gleirscher insbesondere Madeleine
und den Kader der Profiabteilung zu einem Großteil zu halten.
Egle und das Doppelsitzergespann Thomas Steu und Lorenz Koller zu den rot-weiß-roten Hoffnungsträgern zählen.
Die bisherige Saison verlief, trotz eines guten Starts, eher durchwachsen, die Mannen um Interimstrainer Masaki Morass haben
Aufgrund der Covid-19-Situation gibt es freien Eintritt zur Ver
die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Bundesliga aber noch nicht
anstaltung. Der IVB-Shuttle (ab Innsbruck Hauptbahnhof) kann
aufgegeben. Im Frühjahr will man wieder angreifen und eine
von den ZuschauerInnen ebenfalls kostenlos genutzt werden.
Aufholjagd starten – Grund genug also, sich das Frühjahrs-
Weitere Infos unter www.rodel-austria.at/weltcup-igls.
abo 2022 zu sichern. Für alle LeserInnen des 6020 haben sich der FC Wacker Innsbruck und die IVB ein besonderes Gewinnspiel überlegt. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Wacker“ an gewinnspiel@ivb.at senden und ein Frühjahrsabo für alle restlichen Heimspiele des FC Wacker Innsbruck gewinnen. Einsendeschluss ist der 26.12.2021.
Gewinnspiel Die IVB verlosen 1 x 2 VIP-Karten (2-G-Regel). Dafür einfach eine Mail mit dem Stichwort „Rodelweltcup“ an gewinnspiel@ivb.at schicken, und man nimmt an der Verlosung teil. Einsendeschluss ist Mittwoch, 15.12.2021.
IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB/Berger, Licht ins Dunkel/Thomas Steinlechner, Holiday on Ice, SC Bergisel, FC Wacker Innsbruck, Österreichischer Rodelverband
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ESSEN & TR I N K E N 6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt.
O p ti sc h , u n ve rä n d e rt ch in ha lt lic h d o g an z an d e rs
WAR FRÜHER ALLES
BESSER? Wie schlägt sich Ebis Nach folger – das BY FURTNERʼS – am Adolf-Pichler-Platz?
W
enn man das „BY FURTNERʼS“ betritt, fühlt man sich zual lererst ein wenig wie ein Lei chenschänder (ohne genau zu wissen, wie sich ein Leichenschänder so fühlt). Ebi ist zwar nicht verstorben, sondern aus freien Stücken aus seinem Lang zeitlokal in die wohlverdiente Pension gewechselt, trotzdem erinnert hier noch fast alles an die gute alte Zeit. Um genau zu sein, die gesamte Ein richtung, was schon mal ein bisschen komisch anmutet. Schräg wird es dann bei dem Umstand, dass anscheinend keiner Interesse hat, das Werbeschild vor dem Lokal zu entfernen – hier steht immer noch „Ebi’s“ und nicht „by Furtnerʼs“. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn die Küche erinnert doch sehr an die Wur zeln der neue Betreiberfamilie. Wie im Weinhaus Happ gibt es hier eine große Auswahl an bodenständigen, soliden Gerichten – kräftig gewürzte Klassiker könnte man auch sagen. Auch preislich
findet sich für jeden etwas, die Vor speisen zwischen 5,90 (Tafelspitzsüppchen) und 14,80 Euro (Beef Tatar), die Hauptspeisen zwischen 13,50 (KäseSpinat-Nockerl) und 29,80 Euro (Steak), die Nachspeisen zwischen 4,70 (gemischtes Eis mit Sahne) und 20,90 (XL-Dessertvariation). Große Auswahl und große Portionen – das hätte es bei Ebi beides nicht gegeben. Wir trauern der exzellenten Kü che des Vorgängers ein wenig nach, haben aber verstanden, dass es sich hier um ein anderes Konzept handelt, das professionell umgesetzt wurde. Warum das Lokal dann gleich aus sieht (zumindest die ungemütlichen Hocker könnte man endlich entfer nen) und für Unwissende auch gleich heißt, verstehen wir aber deshalb gleich zweimal nicht. 54
F O O D - LOV E
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FRÜHER WAR NICHT ALLES
BESSER 1 S m as h nʼ G o h e i ßt da s n e u e B urg e r kon ze p t i n de r H öt t i n g e r Au .
VEGGIEBURGER
F
rüher wurde Fleisch einfach zu runden Pattys gepresst und im Anschluss gebraten. Das macht man jetzt nicht mehr, zumindest nicht, wenn man den Machern von SMASH Nʼ GO Glauben schenkt, die auf ihre Smashedburger schwören. Dabei wird eine Hackfleischkugel auf einer heißen Grillplatte zerdrückt – maximale Röstaromen und richtig viel Geschmack sind das Resultat dieser Zubereitungsmethode. Beim 6020-Bürolunch-Test war man sich jedenfalls einig. Die Burger sind allesamt sehr gut und saftig. Wenn man etwas verbessern könnte, dann den Umstand, dass die untere Brot hälfte nach der Lieferung Auflösungs erscheinungen zeigt. Auch der Würze grad war am oberen Ende anzusiedeln, was letztendlich Geschmackssache ist. Erfreulich: Auch der Veggieburger – sicherlich einer der deftigsten seiner Artgenossen in Innsbruck – konnte überzeugen und kommt mit BroccoliKäse-Patty (nicht gesmashed) und hausgemachter Limettenmayonnaise
CHEESEBURGER
Kurzum: ht mal Warum nic r g er Smashedbu n U s fällt probieren? ein. kein Grund
© AXEL SPRINGER (2), PRIVAT (2)
SOLID. Die Speisen im Allgemeinen, das Beef Tatar im Speziellen
daher. Preislich liegen die Burger im Innsbruck-Mittel und starten bei 8,10 Euro (Classic Beef Single), reichen über 9,90 Euro (Cheese & Bacon Single) bis zu 12,90 Euro (Trüffel-Burger). Ein großes Plus gibt es auch für das Pommesangebot, bei dem die Kartoffel einfach in der Fritteuse zerdrückt wird. Scherz beiseite, diese werden auch bei Smash nʼ Go klassisch zubereitet. Die „normalen“ für 3,40 Euro kommen sehr lecker und knusprig daher, der Kenner investiert aber vorsichthalber 6,90 Euro und gönnt sich die ParmesanGarlic-Fries.
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all goods TO GO
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igentlich bekannt für besondere Kebapkreationen, setzt das D-WERK neben beim Terminal neuerdings auch auf Sonntagsbrunch. Und so läuft die Bestellung bei B-WERK ab: Bis Freitag 18 Uhr muss man sich entscheiden, geliefert wird dann am Sonntag von 9.30 bis 11 Uhr im Raum Innsbruck und zwar kosten los. Eine Box reicht leicht für zwei Per sonen und enthält alles, was das Herz begehrt, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Die Boxen sind aus recycelbarem Material, der Inhalt regional und in Bioqualität, der Preis mit 40 Euro pro Box jedenfalls fair.
I nnatgu rwt r üeb er Limonade die erste Ingwer-Limonade feine Balance von Süße, Säure und Schärfe ohne künstliche Aromen, Säuerungs- oder Konservierungsmittel
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FRÜHER WAR NICHT ALLES
BESSER! D ie M ar k t b a r i m C a m m e r l a n de r - H a u s üb e rras ch t po s i t i v.
N
icht nur positive Asso ziationen prägen die gastronomischen Erin nerungen an das Cammerlan der-Haus. Die Tapasbar konnte eigentlich nur dank des Gast gartens am Marktplatz über zeugen, der unaussprechliche Pop-up-Vietnamese war kurz da und schon wieder weg und das Hauptrestaurant war jah relang der Inbegriff des alten Cammerlander-Konzept: viel
Angebot, wenig Leistung. Dass früher eben doch nicht alles besser war, beweist Stephanie Cammerlander jetzt eindrucksvoll. Nicht nur, dass ihre neue Marktbar wirklich gelungen ist, auch der Rest des Erdgeschoßes wird spannend. Mit dem Glorious Butcher steht ein Burgerladen kurz vor der Eröffnung, mit dem Naked Indigo ein vegeta risches Lokal. Zwei Konzepte, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber sich den noch einen Eigentümer teilen, nämlich die etablierte Gastrofamilie Raschhofer, die in Innsbruck schon einige IndigoFilialen und das Glorious Bas tards beim WIFI betreiben. ALLROUNDER FÜR DEN ALLTAG. Aber zurück zur Marktbar. Täglich außer Montag hat das liebevoll renovierte Lokal geöffnet und zwar von früh (8 Uhr) bis spät (24 Uhr). Eine kleine Frühstücksauswahl fin det sich ebenso auf der Karte wie Salate, belegte Brote, Burger und Eintöpfe. Definitiv am Puls der Zeit, ergänzen ve gane und vegetarische Snacks das Angebot, auch frische Smoothies werden serviert. „Regionalität, wo’s geht“, scheint hier auch ein Motto zu sein und so kommt das Bier aus dem Zillertal, die Säfte
TAKE AWAY BESTELLEN & RESERVIERUNG
Ann’s Diner ein – mit viel Liebe zum Detail – eingerichtetes Diner im 50er Jahre Charme. Hotdogs, warme und kalte Bowls, süße Zuckerwaffeln, klassisches Milchsofteis oder Kaffee. Hier wird jeder fündig.
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Leopoldstraße 19 | 0512-253345 | www.yourplacel.at/anns-diner Öffnungszeiten: Mo bis Mi: 11 bis 15 Uhr, Do und Fr: 11 bis 20 Uhr
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Zeit für neue Speisen A
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M ar kt b ar. e rt , Fr is ch re no vi llA ur b an e s D ay -Ko nz e p t
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Ab jetzt! S PA N N E N D E U N D N E U E K R E AT I O N E N AU S U N S E R E R TRADITIONS-KÜCHE. von Nako und der Kaffee von der Innsbrucker Röste rei Brennpunkt. Die neue Marktbar bietet eigentlich für fast alle Gelegenheiten ein gutes Umfeld: für den Start in den Tag, für einen gesunden Lunch, eine kurze Kaffeepause, den After-
Work-Drink und natürlich auch für den Start in eine lange Ausgehnacht (wenn es so was irgendwann wieder geben sollte). Für Letzteres empfehlen wir übrigens den Obelix-Pot als Unterlage (Wildschein, Karotten und Kartoffeln).
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Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck goldenesdachl.com
T E ST
1 MANNER LEBKUCHEN SCHOKOBREZERL
Alle Jahre wieder Um Lebkuchen kommt man zwischen August und Jänner kaum herum. 6020 hat das Supermarktangebot getestet.
1,99 € bei Spar (185 g) Dunkle Schokolade, fester Teig, wenig Lebkuchen – dafür dominanter Schokoladegeschmack. Die Lebkuchenbrezeln von Manner fallen vor allem durch ihre ganz eigene Schokolade auf und kommen eher als Schokokeks denn Lebkuchen daher. Wer’s mag.
2 BIO-MINIELISENLEBKUCHEN 2,99 € bei Hofer (150 g) Eindeutiger Testsieger: nussig, würzig, nicht zu süß, fruchtig. Der Teig ist locker, die Nüsse mit freiem Auge zu erkennen – die Bio-Mini-Lebkuchen von Hofer überzeugen auf ganzer Linie.
3 LINEA ZARTBITTER PRINTEN 3,99 € bei Denn’s (125 g) Lebkuchen für Menschen, die keinen Lebkuchen mögen: Die Printen sind trotz dunkler Schokolade recht süß, leider etwas trocken und erinnern im Geschmack nicht sehr an Lebkuchen.
Fotos: Axel Springer
4 ALNATURA MINI SCHOKO LEBKUCHEN
Und so lief es ab:
Acht verschiedene Lebkuchen – mit Schokoladeglasur, ohne Füllung – wurden blind verkostet. Geachtet wurde auf Geschmack, Konsistenz und Aussehen. Dass es so eindeutige Gewinner – und Verlierer – gibt, hätte auch das Testteam nicht erwartet.
2,99 € bei MPreis (140 g) Der dritte Bioteilnehmer der Runde enttäuscht leider: Optisch vielversprechend, kommt man beim Geschmack nicht umher, sich zu fragen, ob die Lebkuchen vom letzten Jahr sind – trocken, bröselig, fad.
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, 0 2 0 6 Liebes eren li u t a r g wir ! n e r h a J 0 2 zu e i d f u A en t s h c ä n 60!
POSITIVE ÜBERRASCHUNG: Alle Lebkuchen sind palmölfrei.
1
Geschmackssie
ger 2
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4
die BALE | PARK Platz Bachlechnerstraße 46 ehem. Bauhaus hosted by MPREIS
T E ST
5 BILLA SCHOKOLADEN LEBKUCHEN 2,99 € bei Billa (300 g)
Preis-Leistungs-Sieg er 5
Einen ganz eigenen Geschmack haben die Lebkuchenbrezeln der BillaEigenmarke – und das im positiven Sinne: Sie sind weich, würzig-süßlich und erinnern an jene Lebkuchen, die es früher bei Oma gab.
6 BAHLSEN LEBKUCHEN BREZELN 2,20 € bei MPreis (250 g)
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Die große Auswahl und schicke Verpackung schrauben die Erwartungen an Bahlsen hoch – erfüllen können sie die Schokobrezen leider nicht wirklich. Sie sind zwar nicht ganz so trocken wie auf den ersten Blick, die dunkle Schokolade hat aber leider einen (zu) intensiven Nachgeschmack.
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7 MONARC SCHOKO LEBKUCHEN 1,69 € bei Hofer (500 g) Weich, schokoladig, würzig-lebkuchig. Das Disconterangebot erinnert optisch stark an den Markenmitbewerber, kann geschmacklich aber mehr überzeugen.
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8 WEISS ZARTE LEBKUCHEN 1,99 € bei Spar (500 g) Die Schokosterne-, -brezeln- und -herzen sind die Klassiker im Lebkuchensortiment. Sie erinnern im Geschmack eher an Schokokuchen denn Lebkuchen und sollten idealerweise aber mit einem Heißgetränk der Wahl konsumiert werden.
ÜBRIGENS: Während im August gefühlt überall Lebkuchen zu kaufen sind, muss man sie im November schon fast suchen. 62
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D E CK E L D R AU F, M A HL ZE I T ! MundArt beendet das Jahr tierlieb und nachhaltig: bäckt Buns, formt Rohnenpattys und serviert heut Veggieburgers. von Flo Seidl
Für die vergangene 6020-Ausgabe durfte ich mich ja durch Innsbrucks Veggieburgerangebot probieren. Danach hat mich die Lust gepackt, auch mal selbst so einen Veggieburger zu machen. Das Herzstück jedes Burgers ist das Patty. Das Wintergemüse Rohne hat sich für mich dabei als idealer Fleischersatz angeboten: Sie lässt sich schnell verarbeiten und schmeckt wirklich köstlich, außerdem ist sie mit ihrer pinken Farbe auch hübsch anzusehen. Zusammen mit der scharfen Guacamole, dem knackigen Salat und der würzigen Kresse lässt sich dieser fast vegane Burger durchaus sehen und schmecken. Fast vegan nur wegen dem Ei auf den Buns, das hat ein Huhn spendiert. Veganer bestreichen das Ganze einfach mit Sojamilch. Viel Spaß beim Nachkochen und einen schönen Jahresausklang!
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MUNDA RT
Die Rohne Dieses wunderbare Gänsefußgewächs wird dem Anspruch einer modernen und gesunden Ernährung wirklich gerecht. Etwas erdig und leicht süßlich im Geschmack, eignet sie sich nicht nur als Salat, Rohkost und als Saft, man kann auch köstliche Burgerpattys damit herstellen. Aufgrund des hohen Wasseranteils von ca. 90 Prozent hat so eine Rohne vulgo Rote Beete relativ wenig Kalorien. Die Rüben sind reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen sowie den Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und Folsäure. Der intensiv rote Farbstoff Betanin wird auch in der Lebensmittelindustrie verwendet.
Das Rezept: Veggieburger Zutaten: Buns: 250 g Mehl (Type: 405), 5 g Zucker, 5 g Salz, 1 TL frischen Germ, 150 g handwarmes Wasser, 1 Ei, etwas Sesam zum Bestreuen Patty: 300 g rohe Rohnen, 1 rote Zwiebel, 150 g Kidneybohnen, 20 g Pinienkerne, 50 g Haferflocken, Pfeffer, Salz Guacamole: 2 reife Avocados, 1 Knoblauchzehe, 1 Limetten, Pfeffer, Salz, 1 Chili Burger: Salat, 1 rote Zwiebel, Tomate, etwas Kresse Zubereitung: Buns: Mehl, Zucker, Salz, Germ und Wasser zu einem weichen Teig verkneten, mit einem befeuchteten Geschirrtuch abdecken und etwa eine Stunde gehen lassen. Den Teig in eine Rolle formen, achteln und aus den Stücken kleine Kugeln schleifen. Nochmals 20 Minuten rasten lassen. Mit verquirltem Ei (oder Sojamilch) bestreichen und mit Sesamsamen bestreuen. Bei ca. 210 Grad im Ofen für ca. 8 Minuten backen.
Patty: Zwiebel fein würfeln, in einer Pfanne andünsten. Pinienkerne hinzugeben, etwas mitrösten. Kidneybohnen klein schneiden und dazugeben. Die Rohne schälen und mit einer Reibe fein reiben. (Einweghandschuhe sind empfehlenswert!!!) Alles vermengen und mit Pfeffer und Salz kräftig würzen.
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Guacamole: Avocados halbieren, Kern entfernen, Fruchtfleisch herauslöffeln. Mit einer Gabel gut zerdrücken, klein gewürfelten Knoblauch und etwas Chili hinzugeben, mit Limettensaft verrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Burger: Aus der Rohnenmasse Pattys formen und in heißem Öl unter mehrmaligem Wenden abbraten, bis sie eine krosse Kruste haben. Buns horizontal halbieren, mit Guacamole bestreichen und mit Salatblatt, Patty, Tomatenscheibe und Kresse füllen. Deckel drauf, Mahlzeit!
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Kennwort: „MundArt“ Einsendeschluss: 31. Dezember 2021 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at
Essen wie die Fursten Den ersten Lockdown nutzte Katharina Seidl um die Rezepte aus dem Kochbuch der Phillipine Welser nachzukochen. Daraus wurde ein kleiner mittelalterlicher Foodblog, den Hobbyköche, Geschichtsbegeisterte und Freunde des Skurrilen gleichermaßen zu schätzen wissen werden. Text: Haris Kovacevic
Kurzbiografie
Geboren in Augsburg, heiratete die Patriziertochter Ferdinand II. – heimlich, weil nicht standesgemäß. Sie zog mit ihm nach Innsbruck, genauer auf Schloss Ambras. Er wurde Landesfürst von Tirol, sie machte sich einen Namen als gutherzige Schlossherrin, setzte sich für viele, auch einfache Menschen ein, legte einen Kräutergarten für Arzneimittel an und hatte in ihrem Wohntrakt vermutlich sogar eine kleine Küche zur Verfügung – wo sie aus ihrem Buch Rezepte nachkochen konnte.
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© KHM-MUSEUMSVERBAND
Phillipine Welser (1527–1580)
weiberwirtschaft.at
hillipine Welser, Frau von Ferdinand II., entstammt einer reichen Augsburger Patrizierfamilie. Mythen, derer sich viele um sie ranken, besagen, dass sie hübsch, herzlich und gescheit war. „Was davon wahr ist und was nicht, lässt sich nicht zur Gänze belegen“, erklärt Katharina Seidl, Kuratorin am Schloss Ambras. Aus Augsburg nahm Phillipine Welser ein Arzneimittel- und ein Kochbuch mit. An Letzterem hat sie sich neben zwei unbekannten Autoren auch selbst beteiligt, was vermuten lässt, dass die Fürstin sich nicht zu schade war, hin und wieder zum Kochlöffel zu greifen. Das Kochbuch hilft uns heute nachzuvollziehen, wie man anno dazumal gekocht und gegessen hat, und so wird Phillipine Welser 441 Jahre nach ihrem Tod zu einer Foodbloggerin der besonderen Art. Katharina Seidl nämlich fasste sich im ersten Lockdown ein Herz, grub das Kochbuch aus und kochte die zum Teil skurril anmutenden Rezepte nach. Das Ergebnis durfte sich ihre Familie schmecken lassen oder in einigen Fällen eben auch nicht, wie die Kuratorin selbst zugibt. Denn nicht alles, was in Kochbüchern steht, ist auch gut – das galt damals so wie heute. Und die geschmacklichen Vorlieben der Menschen dürften sich auch verändert haben.
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Zwei kleine Kostproben:
Erkenntnisse von Katharina Seidl:
1. Phillipines Rezepte sind einfach nachzukochen – auch im Vergleich zu anderen Kochbüchern aus derselben Zeit. Lediglich die Mengenangaben sind, sagen wir, sehr vage. 2. E inige der damals verwendeten Zutaten findet man heute nicht so leicht – da muss man nach Alternativen Ausschau halten. 3. Phillipines Köche verwendeten wenig Fleisch: Dafür nutzten sie fast das ganze Tier – mit Vorliebe die Innereien. Und sie schreckten nicht davor zurück, Fisch und Fleisch auch in Nachspeisen zu verarbeiten.
„WILLST DU EINE BOCK-LEBERPASTETE MACHEN (SCHAFSLEBERPASTETE) Hacke die Leber klein, gib einen guten Teil Speck dazu und Salbei, Zwiebel und Petersilie, vermische alles gut miteinander und nimm ein wenig Kümmel, drei Eier und sehr wenig Milch, vermische das gut und gib es zur Leber und reibe eine Semmel dazu, danach nimm ein Netz (Schweinsnetz) und wickle die gehackte Leber hinein, davor würze es noch mit Pfeffer, Ingwer und Weinbeeren, lege es in eine Pfanne mit einem guten Teil Schmalz, gibs (im Ofen) auf den Boden auf einen Rost und wenig Glut darunter, und wenn es unten braun ist, dreh es vorsichtig um, dass es aufbricht, und lass es von der anderen Seite auch backen.“
Zum Foodblog der Phillipine Welser geht es hier entlang: www.schlossambras-innsbruck.at/digital/magazin/ 68
© PRIVAT
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„FISCHTORTE Am Anfang muss man ein Stück Fisch, egal ob Fehre, Hecht oder ein anderer Fisch, was man bekommt, heiß gekocht nehmen, die Gräten entfernen, dieses heiß gekochte Stück Fisch klein zerschneiden und in einem Mörser kleinstmöglich fleißig zerstoßen und dann ein halbes Pfund gute Mandeln, auch besonders fein zerstoßen, nehmen, Fisch und Mandeln mit einem oder zwei Eiern – nicht mehr – durch ein Sieb treiben, dann ein Seitl voll Zucker nehmen, in das man Rosenwasser getan hat, auf der Glut wie ein Wasser zerlassen, und was noch vom Fisch und den Mandeln im Sieb zurückgeblieben ist, noch einmal mit dem zerlassenen Zucker durchgetrieben, das alles mit allem Fleiß und gut miteinander vermischt, danach Zimtrinde, Ingwer, Gewürznelken und Pfeffer hinzu, Zimt am allermeisten. Von den anderen Gewürzen je nach Größe der Torte ein wenig. Mit dem (Pasteten-)Teig und Teigrand, Rosenwasser, Eiweiß und Zucker (wie bei den anderen Torten) wird daraus eine gute Torte.“
Stefan und Victoria sind voller Lebenslust trotz Autoimmunerkrankung
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PROGRAMM D EZE M B E R 2021
Alle Jahre wieder ...
© BIRGIT GUFLERMAIL
Am Druck tag war nicht klar, ob und wie die Kulturbranche im Dezember wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. Komplet t auf kulturelle Unterhaltung und Auseinander setzung ver zichten muss man aber zum Glück so oder so nicht: Manche machen ihre Veranstaltungen und Angebote wieder (oder weiterhin) online erlebbar, und auch auf den Straßen und Plät zen Innsbrucks passier t einiges .
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LIVE
WERDEN
FROM MICHELANGELO TO
AB 3.12.2021 L’ACCADEMIA DELLE ARTI DEL DISEGNO DI FIRENZE UND DIE KUNSTAKADEMIE DÜSSELDORF
FERDINANDEUM
THEATER
TI RO LE R L AN D E STH E ATE R Auch das Landestheater bietet ein großes Streaming-Angebot für Fans von Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Konzert. Aktuell im Angebot: ein dokumentarischer Kurzfilm über die Tanzproduktion „María de Buenos Aires“, das Academiekonzert von Sergio Azzolini mit dem Tiroler Symphonieorchester, das Schauspiel „Königin der Berge“, die Oper „Katja Kabanowa“ und mehr. ... UND VOR ORT
Für Dezember sind auch live noch einige Highlights geplant. Wenn alles nach Plan und Wunsch läuft, kann man sich in der Weihnachts- und Ferienzeit unter anderem auf weitere Aufführungen der gefeierten Tanzproduktion „Romy Schneider“ und der Musiktheaterversion von Goethes "Werther" sowie auf Charles Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“, adaptiert für ein Publikum ab sechs Jahren, freuen. 71
Thomas Ruff, Portraits, farbiger Hintergrund, 1981 – 1985 © Bildrecht, Wien 2021
ONLINE ...
tiroler-landesmuseen.at
THEATER
11. DEZEMBER 20 UHR
G E FA N G E N I N D E R Z WI S CH E NWE LT LIVESTREAM AUS DEM WESTBAHNTHEATER
Damit nicht wochenlang umsonst geprobt und am Stück gefeilt wurde, verlegt das Westbahntheater die Premiere des neuen Stücks „Lost in Transit“ (Autor: Sebastian Seidel) kurzerhand ins Internet. Über einen Onlinestream kann bequem von zu Hause aus mitverfolgt werden, wie zwei in der Transitzone eines Flughafens gestrandete fremde Menschen – ein Taschendieb hat ihnen Handy, Pass, Geldtasche und damit ihre Identität gestohlen – nicht nur ihre Ziele und ihre Zukunft, sondern auch ihr Leben hinterfragen.
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HOLIDAY ON ICE
TIVOLI STADION TIROL Der Markt am Tivoli hat jeden Samstag von 6.00 –12.00 Uhr geöffnet. Das Angebot bietet eine bunte Mischung, bestehend aus einem Markt für landwirtschaftliche Erzeugungs- und Verarbeitungsprodukte, einem Händlermarkt sowie einem Floh- und Kuriositätenmarkt. Insgesamt steht eine Fläche von 10.000 m² zur Verfügung.
LIVE
FOTOGRAFIE
BIS 14. JÄNNER 2022 I KO N I S CH
PLATON IN DER GALERIE RHOMBERG
Der britische Fotograf Platon gilt als einer der gefragtesten Porträtfotografen der Gegenwart: Seine Aufnahmen von Schauspielern, Politikern und anderen berühmten Personen erscheinen in Publikationen wie Vanity Fair, New York Times Magazine, Rolling Stone und GQ – und natürlich im Time Magazine, für das er bisher 20 Cover fotografiert hat. Die Ausstellung in der Galerie Rhomberg kann online als 3D-Durchgang besucht werden – und dann hoffentlich bald wieder live.
LITERATUR
15. DEZEMBER 19 UHR
LITE R AR I S CH E S GA STS PI E L
Wir sind das Bier, Widerstand ist zwecklos!
Ö1-Moderatorin Gudrun Hamböck diskutiert mit Kulturjournalist Joachim Leitner, Literaturwissenschaftlerin Maria Piok und Literaturkritikerin und -wissenschaftlerin Veronika Schuchter über die Bücher „Mein Lieblingstier heißt Winter“ (Ferdinand Schmalz), „Mr. Wilder und ich“ (Jonathan Coe) und „Drei Kameradinnen“ (Shida Bazyar). Je nachdem, wie es mit Lockdown und Kontaktbeschränkungen weitergeht, findet die Veranstaltung entweder vor Ort im Literaturhaus oder online als Stream statt – darauf verzichten muss man also auf keinen Fall.
facebook.com/JollyInnsbruck
© CHRISTOPH TAUBER, TYPOWALKS
DIE LITERARISCHE SOIREE VON Ö1 ZU GAST IM LITERATURHAUS AM INN
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AKTIVISMUS ADVENTWOCHENENDEN
Z E I CH E N FÜ R M E N S CH LI CH KE IT WE4MORIA „ADVENT AM THEATERPLATZ“ VOR DEM LANDESTHEATER
Jedes Adventwochenende machen die Aktivistinnen und Aktivisten von we4moria vor dem Landestheater auf die Situation von Geflüchteten in menschenunwürdigen Flüchtlingscamps und den Außengrenzen der EU aufmerksam. Am dritten Adventwochenende dreht sich alles um das Thema „Sinnbild des Versagens: Afghanistan“, am vierten Adventwochenende steht die Aktion unter dem Motto „No More Morias“.
Raum für Literatur © AXEL SPRINGER (3), WEI SRAUM (8)
Lesungen Gespräche Diskussionen Schreibwerkstätten
www.literaturhaus-am-inn.at 74
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DESIGN IMMER MÖGLICH
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Das Wei sraum Designforum Tirol bietet immer wieder sogenannte Typowalks – Stadtspaziergänge mit Fokus auf die vielen Schriftzüge, die die Innsbrucker Straßen, Häuser und Plätze zieren – mit Designexperten an. Mit der gerade auf:
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KUNST
TI RO LE R L A N D E S M US E E N ONLINE ...
Lust auf eine Ausstellung im Ferdinandeum? Dank dem umfassenden Onlineangebot der Tiroler Landesmuseen ist das unabhängig von potenziellen längeren Einschränkungen möglich: Im digitalen Angebot finden sich Führungen durch die Sammlungen, Videos zu einzelnen Meisterwerken, Podcasts und digital erlebbare Ausstellungen.
GEHÖRT GESEHEN
... UND VOR ORT
SenCity
EIN AKUSTISCHER STÄDTETRIP Ausstellung der Künstlerin DEBORAH SENGL in einer Augmented Audio-Installation von SONIC TRACES. Ein gemaltes Stadtlabyrinth, das man durch Bewegung und Zuhören erobert. Zu sehen ab Jänner 2022
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© ACCADEMIA DELLE ARTI DEL DISEGNO FIRENZE, SPRUETH MAGERS ROSEMARIE TROCKEL
Sobald wieder ein Besuch im Ferdinandeum möglich ist, wartet mit „werden“ übrigens auch schon eine brandneue Ausstellung: Hier widmen sich die älteste Kunstakademie der Welt, die 563 in Florenz gegründete Accademia delle Arti del Disegno, und die Kunstakademie Düsseldorf dem Werdeprozess von prägenden Künstlern wie Michelangelo Buonarrotti, Artemisia Gentileschi und Joseph Beuys – und wagen gleichzeitig einen Ausblick in die Zukunft.
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„Aus mir wird kein richtiger Held mehr“ Im 6020-Interview spricht Josef Hader über sein neues Programm „Hader on Ice“, gscheit machende Dummheiten, seine Vorliebe für gebrochene Charaktere, die kreative Macht von Lügen und die Angst vor Überraschungspartys. Interview: Christiane Fasching – Fotos: Lukas Beck
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igentlich wäre dieses Interview schon vor einem Jahr geplant gewesen. Damals nutzte Josef Hader das Treibhaus als Probebühne für sein neues Programm „Hader on Ice“, doch dann kam der Lockdown und nichts ging mehr. Déjà-vu? Das Gespräch mit dem sympathischsten Unsympathler-Verkörperer des Landes, der Ende November mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde, fand wenige Tage vor der Verkündigung des neuerlichen Stillstands der (Kultur-)Welt statt. Ob „Hader on Ice“ tatsächlich am 18. und 19. Dezember im Treibhaus zur Aufführung kommen wird, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.
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6020
: Herr Hader, von Ihnen stammt der Satz: „Der Mensch lernt nur aus grossen Katastrophen. Und dann sehr kurzfristig.“ Haben Sie das Gefühl, dass die Menschheit etwas aus dieser Pandemie lernen wird? Josef H ader: Das kann ich nicht beurteilen, das muss man abwarten. Und als Zukunftsforscher eigne ich mich nicht so. Es ist ja schon schwierig genug, die Weltgeschichte rückwärts zu erforschen. Die Frage ist ja, wie schnell die
Geprägt war die jüngste Vergangenheit auch von politischen Skandalen, die von den Balearen bis zum Ballhausplatz geführt haben. Die „Ibiza-Affäre“ wurde ja bereits verfilmt. Fände der Regisseur in Ihnen die Kurz-Schluss-Handlung als Filmstoff reizvoll? Ich persönlich finde Stoffe, in denen man die handelnden Personen aus den Medien kennt, nicht so spannend. Weil es geht ja dann vor allem darum, Schauspieler zu finden, die
„FIGUREN ZU VERKÖRPERN, DIE MAN TROTZ UNSYMPATHISCHER ZÜGE AM ENDE DOCH IRGENDWIE MAG, IST JA MEIN FACHGEBIET.“ JOSEF HADER
Pandemie – wenn sie einmal überwunden ist – wieder aus den Köpfen draußen ist. Und wahrscheinlich wäre es sogar ganz gut, wenn einiges rasch in Vergessenheit geraten würde, damit die Leut’ nicht mehr so aufeinander losgehen. Andererseits, wenn man die Dummheiten vergisst, wie soll man dann gescheiter werden?
die Figuren möglichst ähnlich nachspielen können. Das reizt mich nicht so. Ich erzähle lieber Geschichten, wo man noch nicht weiß, wie sie ausgehen. 2022 starten die Dreharbeiten von „Andrea lässt sich scheiden“, Ihrem zweiten Regiewerk nach „Wilde Maus“. Sie treten dabei erneut als Drehbuchautor und Schauspieler in Aktion. Sind Sie jemand, der ungern Aufgaben abgibt? Nein, gar nicht! Mir geht es beim Regieführen überhaupt nicht darum, nichts abzugeben. Das Schöne ist vielmehr, dass ich mir als Regisseur die Leute, mit denen ich zusammenarbeite und die mir helfen, aus einer Geschichte einen Film zu machen, selbst aussuchen kann. Man gibt als Regisseur die Stimmung vor, in der gearbeitet wird. In meinem Fall freundlich, mit viel Schmäh, aber konzentriert.
Im Hinblick auf die aktuellen Impfdiskussionen ist immer wieder von einer gespaltenen Gesellschaft die Rede. Aber gab es diese Spaltung nicht auch schon vor Corona? Diese Spaltung hat es immer wieder gegeben, vor allen in Zeiten von großen Umbrüchen. Zum Beispiel in der Zwischenkriegszeit. Da sind die Gräben so tief geworden, dass die einzelnen Gruppen nichts mehr miteinander zu tun haben wollten und sich gegenseitig so lang blockiert haben, bis dann der sogenannte „starke Mann“ gekommen ist. Das lässt sich ja schön in den Geschichtsbüchern nachlesen. Man kann nur hoffen, dass wir es dieses Mal besser lösen.
Beim Stöbern in Ihrer Lebensgeschichte erfährt man, dass Sie als Kind ein begnadeter Lügner waren. 80
„ICH WILL SCHON GEMOCHT WERDEN.“
Sind gute Lügner reich an Fantasie? Es kommt darauf an, wie man mit seiner Verlogenheit umgeht. Lügen sind kreative Gegenentwürfe zur Realität, man kann sie in moralisch minderwertiger Art zum Schwindeln einsetzen, aber auch in kreativer Hinsicht nutzbar machen. In der Kindheit habe ich eher geschwindelt. Welche Unwahrheiten haben Sie als Bub so verbreitet? Ich habe versucht, mich herauszureden, mich aus Situatio-
nen, die mir unangenehm waren, mit eigenartigen Erklärungen herauszuwinden. Ich war somit das genaue Gegenteil von einem richtigen Tiroler, der ja bekanntlich immer sagt, was er sich denkt (lacht) – das stimmt doch, oder? Ich sage dazu besser nichts. Lieber würde ich wissen, wie hoch die Chancen stehen, dass aus dem Drehbuchautor Josef Hader auch einmal ein Romanautor wird? Ich fürchte, das kann ich einfach nicht. Ich habe das in meiner Jugend ein bisserl probiert, aber es hat sich herausgestellt, dass ich dafür leider nicht geeignet bin. Sind Sie da nicht zu selbstkritisch? Hoffentlich! Es ist ja wichtig, selbstkritisch zu sein, wenn man etwas Gutes machen will. Bevor ich ein schlechtes Buch schreibe, schreibe ich lieber keines.
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Josef Hader (geb. 14. Februar 1962) wächst am elterlichen Bauernhof im Waldviertel auf, erste kabarettistische Versuche wagt er in seiner Schulzeit am Stiftsgymnasium Melk. Sein Lehramtsstudium für Geschichte und Germanistik bricht er ab, als er 1985 für sein zweites Bühnenprogramm mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet wird. Mit den Programmen „Im Keller“ (1993) und „Privat“ (1994) avanciert er zu einem der erfolgreichsten Kabarettkünstler des Landes. „Indien“, das er 1992 mit seinem Freund Alfred Dorfer auf die Bühne bringt, wird verfilmt und ist bis heute Kult. Zwischen „Hader muss weg“ und seinem aktuellen Programm „Hader on Ice“ vergehen 17 Jahre, in denen der Vater von zwei Kindern als Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur Erfolge feiert – in seinem Regie debüt „Wilde Maus“ sogar in allen drei Funktionen. Sein neues Regiewerk „Andrea lässt sich scheiden“ mit Birgit Minichmayr in der Hauptrolle wird nächstes Jahr gedreht.
Auf der Leinwand verkörpern Sie oft Charaktere, die miesepetrig, zynisch und auch selbstzerstörerisch wirken. Was reizt Sie so an so abseitigen Figuren? Sie sind meistens interessanter, weil sie in ihrer Andersartigkeit nicht so gut in der Welt funktionieren – und das ist viel spannender als Menschen, bei denen alles glatt läuft. Mich haben schon in meiner Jugend die Dramen von Ödön von Horvath begeistert oder die Figuren, die Helmut Qualtinger verkörpert hat. Das Komische, das sich mit dem Tragischen und Abgründigen mischt, hat mich schon als Jugendlichen fasziniert und sicher auch geprägt. Denn das, was einem gut gefällt, macht man auf seine Weise dann ja auch nach. Ihren ganz grossen Durchbruch haben Sie 1992 an der Seite von Alfred Dorfer mit „Indien“ gefeiert. Wie gross stehen die Chancen, dass es irgendwann wieder ein gemeinsames Projekt von Ihnen beiden gibt? Der Fredi und ich treffen uns regelmäßig, weil wir uns mögen und gern miteinander plaudern. Nur haben wir bisher diese zündende Idee nicht gehabt, die schon notwendig wäre, um noch einmal etwas Gemeinsames zu machen. Aber vielleicht ändert sich das noch und wir spielen irgendwann zwei alte, wilde Rentner. Für die Literaturverfilmung „Die Geschichte meiner Frau“ haben Sie mit Lea Seydoux zusammengearbeitet, die parallel dazu als Bond-Girl vor der Kamera stand. Stichwort 007: Würde Sie so eine Heldenrolle reizen? Dafür bin ich absolut der Falsche. Die Figur, die man verkörpert, sollte schon ein bissl was mit einem selbst zu tun haben. Ich kann das zumindest nicht, sich vor einer Kamera so zu verstellen, dass man jemand vollkommen anderer ist. Ich bin von Haus aus mehr der gebrochene Charakter, der ja schon von der Natur mit einer gebückten Haltung ausgestattet worden ist. Aus mir wird kein richtiger Held mehr. 82
„LÜGEN SIND KREATIVE GEGENENTWÜRFE ZUR REALITÄT, MAN KANN SIE IN MORALISCH MINDERWERTIGER ART ZUM SCHWINDELN EINSETZEN, ABER AUCH IN KREATIVER HINSICHT NUTZBAR MACHEN.“
DAS NEUE PROGRAMM
Hader on Ice: Der mit dem Wolf speist Hader war weg, aber nie wirklich. Denn selbst wenn es vom Meister des Tragisch-Komischen 17 Jahre lang kein neues Kabarettprogramm gab, war er doch stets als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur präsent. Jetzt ist Hader wieder da und tut sich in seinem Domizil in der Waldviertler Einöde blutig hart, seinen Kontostand von seinem IBAN zu unterscheiden und aufs Koksen vor dem Schlafengehen zu verzichten. Dafür mundet hier, in der Toskana von Österreich, die genauso überschätzt wird wie das staubige Original, der via Segelboot importierte karibische Rum umso besser. Ein Prosit auf die Nachhaltigkeit! Und aufs Gutmenscheln. Den Jimmy, der vor dem Supermarkt Straßenzeitungen verkauft, hat er nämlich angestellt – als devoten Hausdiener. Ob das die Lösung für Fremdenfeindlichkeit ist? Weil was einem gehört, will man schließlich nicht angezündet wissen, gell. RUINEN DER GEGENWART Je weiter „Hader on Ice“ voranschreitet, desto tiefer wird das schwarze Hemd des ekstatisch monologisierenden BühnenHaders aufgeknöpft und desto schonungsloser wühlt der Parade-Boomer, der mit dem Skateboard zur Darmspiegelung düst und vorzugsweise die Enkelinnengenerationen datet, in den gesellschaftlichen Ruinen der Gegenwart. Das Lachen bleibt einem da nicht nur einmal im Hals stecken. Den schmierigen Kerl mit Lackschuhen und protzigem Goldschmuck, der sich die Seele(n) aus dem Leib spielt, will man irgendwann dann aber doch in den Arm nehmen. Oder zumindest gemeinsam mit ihm und seinem sprechenden Wolf Rudl Carpaccio essen. Denn: Wer mit Wölfen speist, muss doch ein Herz haben.
Zwischen Ihrem letzten und Ihrem aktuellen Programm liegen 17 Jahre. Gab es in dieser Zeit auch einmal den Gedanken, das Kabarett ganz sein zu lassen? Nein, überhaupt nicht. Ich wollte nur vor der „Wilden Maus“ kein neues Programm angehen, weil ich Angst
doch mit ihm und über ihn lachen. Was halten Sie selbst von Ihrem Bühnen-Ich? Für mich ist es zunächst einmal eine Möglichkeit, den Wahnsinn dieser Zeit auf eine Figur zu konzentrieren. Und das geht natürlich nicht immer sympathisch ab. Aber ich habe so einen
„WENN MAN DIE DUMM HEITEN VERGISST, WIE SOLL MAN DANN GESCHEITER WERDEN?“ hatte, dass mir die Zeit davonläuft, dass ich dann in ein Alter komme, wo ich den ersten eigenen Film nicht mehr schaffe. Kabarett ist das, was ich am besten kann. Das Kabarett gibt mir auch die größtmögliche Unabhängigkeit. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich irgendwann einmal als Schauspieler aufhöre, aber sicher nie als Kabarettist.
Spaß an dieser Figur, dass es die Leute trotzdem mitreißt. Figuren zu verkörpern, die man trotz unsympathischer Züge am Ende doch irgendwie mag, ist ja mein Fachgebiet. Im Programm rocke ich den Bühnen-Hader so weit herunter, bis die Leute Mitleid bekommen. Einige haben mir schon erzählt, dass sie feuchte Augen haben am Schluss.
Der Hader in „Hader on Ice“ irritiert. Weil eigentlich will man diesen Typen, der sich einen Asylwerber als Hausdiener hält, per Segelboot importierten Rum süffelt und auf blutjunge Frauen mit Grossvaterkomplex steht, zum Kotzen finden. Muss dann aber
Um an Hader-Karten zu kommen, muss man schnell sein. Alle bisherigen Termine waren im Nu ausverkauft. Warum sind Sie so beliebt? Das Interesse rührt sicher einmal daher, dass ich nach 17 Jahren wieder ein neues Programm mache, das auch noch gute Kritiken bekommen hat. Die Frage ist, ob das Interesse auch in einem Jahr noch da
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Hader in Innsbruck sein wird. Ich finde es ja viel verwunderlicher, dass die Leut’ so lange in mein altes Programm gegangen sind. Das ist schon etwas sehr Spezielles, wofür ich sehr dankbar bin. Dieses Vertrauen, dass die Abende mit mir etwas Besonderes sind, egal ob das Programm alt oder neu ist. Aber das hängt doch auch damit zusammen, dass Sie gemocht werden. Freut Sie das oder ist Ihnen das wuascht? Nein, das ist mir nicht wuascht. Ich will schon gemocht werden, sonst würde ich nicht jeden Abend darum kämpfen, dass die Leute begeistert sind und das Gefühl haben, es hat einen Sinn gemacht, dass sie da die zwei Stunden gesessen sind. Sie werden im Februar 60. Was fänden Sie zu diesem Anlass schrecklicher: Eine Überraschungsparty oder einen Preis fürs Lebenswerk? Ich finde natürlich beides furchtbar, aber ich würde dann doch eher den Preis fürs
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Die Treibhaus-Termine von „Hader on Ice“ am 18. und 19. Dezember, die bei Redaktionsschluss noch auf dem Plan standen, sind längst ausverkauft, doch am 7. März 2022 macht Josef Hader erneut in Innsbruck Station – und zwar im Congress-Haus. Karten für das Hader-Gastspiel gibt es demnächst unter www.treibhaus.at
Lebenswerk nehmen, weil den müsste ich ja nicht annehmen, da gehe ich einfach nicht hin. Gegen eine Überraschungsparty kann man sich weniger wehren. Aber es wird keine geben. Meine Umgebung weiß, was sie mir damit antun würde. Vielen Dank für das Gespräch.
h i We n e t h c a n m u z n e s s e g r e V Weihnachten bei kitschtriefenden Filmen gerührt vor dem TV zu verbringen, das kann nun wirklich jeder. Der echte Weihnachtsprofi beweist sich an anderer Stelle: Er wird angesichts der schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten dennoch nicht in Tränen ausbrechen. 6020 hilft mit einer Trainingsauswahl an cineastischen Härtefällen. Text: Klaus Erler
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G R A T IS A U F W AT C H .P
LE X .T V
DERZEIT KEIN STREAMING ANGEBOT, ERHÄLTLICH AUF DVD
Santa Claus Conquers The Martians (1964) Wer glaubt, dass früher alle Weihnachtsfilme besser waren, hat „Santa Claus Conquers The Martians“ noch nicht gesehen. In diesem 1964 wahrscheinlich unter dem Einfluss von Magic Mushrooms entstandenen Kinounfall entführen die Marsianer Santa Claus auf ihren Planeten. Die dort lebenden Marsianerkinder erwarten Santa schon sehnsüchtig, haben sie doch in vielen amerikanischen Weihnachtsfilmen gesehen, welche Wunder ein Weihnachtsmann von der Erde vollbringen kann ... Abgespaced!
A Karate Christmas Miracle (2019) Man könnte mit Fug und Recht bereits den Trailer zu „A Karate Christmas Miracle“ als verstörend schlecht gemacht bezeichnen. Richtig schmerzhaft wird es aber erst, wenn sich der in wilder Home-Movie-Ästhetik gedrehte Film dank ungezählten Plattheiten inhaltlich selbst erwürgt. Die Handlung ist dabei so wirr wie die schauspielerische Leistung aller Protagonisten schlecht: Der zehnjährige Jesse Genesis glaubt fest daran, dass sein vor einem Jahr verschwundener und für tot erklärter Vater zurückkommt, wenn er nur den schwarzen Gürtel in Karate macht. Jesses thematisch passende TraumHorrorvisionen geben schließlich auch seiner Workaholic-Mama wieder Hoffnung. Und zu guter Letzt gibt es da auch noch die psychoaktive Rechtsprofessorin, die ebenfalls dazu beiträgt, dass vielleicht, aber nur ganz vielleicht ein Weihnachtswunder geschehen wird und ... Wer hier nicht in Schockstarre verfällt, muss dringend zum Arzt.
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Grumpy Cat’s Worst Christmas Ever, The Movie (2014) Es gibt hässliche Katzen und es gibt hässliche Weihnachtsfilme. Und wenn man ganz großes Pech hat, gibtʼs beides in einem. So geschehen bei „Grumpy Cat’s Worst Christmas Ever“. Und die Handlung? Auch hässlich: Grumpy Cat ist ein Kätzchen mit arg grantiger Mimik. Chrystal ist ein süßes Mädchen, das Grumpy Cats grantige Katzensprache versteht. Dass die beiden Freundinnen werden, versteht sich von selbst, dass sie „lustige“ Abenteuer erleben, auch. Fraglich bleiben bis zum „spannenden“ Schluss zwei Fragen: Wird Grumpy Cat die wahre Bedeutung von Weihnachten entdecken? und: War der Altersdurchschnitt des Testpub likums, das diesen Film freigegeben hat, wirklich höher als drei?
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ITUNES, AMAZON PRIME, GOOGLE PLAY
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„Saving Christmas“ wurde bereits sehr treffend als „missionarischer Christenmurks“ bezeichnet und führte auf IMDb lange die Userwertung der 250 schlechtesten Filme aller Zeiten an. Und wofür das alles? Dafür dass es dem Regisseur und Freizeitmissionar Kirk Cameron mit seinem grottenschlechten Weihnachtsfilm gründlich misslang, „Christ back into Christmas“ zu bringen. Immerhin kann Cameron für sich verbuchen, den wohl einzigen Weihnachtsfilm gedreht zu haben, der für mehr Weihnachtseinkaufskonsum eintritt statt für weniger. Nach zwei Liter Weihnachtsbowle wird dieser Film zum Erlebnis, davor eher nicht.
Jingle all the Way (Versprochen ist versprochen) (1996) Schon das Filmmotto verheißt nichts Gutes: „Two Dads, One Toy, No Prisoners.“ Wenn dann noch Arnold Schwarzenegger mit betonharter Mimik als Hauptdarsteller mitmischt, ist das Weihnachtselend perfekt. Die Filmhandlung ist dazu passend grenzwertig: Dad (Schwarzenegger) hat den Karatewettkampf seines Sohnes verpasst und will das Versäumnis mit einem wunderbaren Weihnachtsgeschenk vergessen machen. Leider vergisst er auch das und als es ihm wieder einfällt, ist die vom Sohnemann gewünschte „Turbo Man“-Actionfigur in der ganzen Stadt ausverkauft ... Dieser Weihnachtsplot des Grauens wurde auf „Rotten Tomatoes“ mit einer Bewertung von nur 17 % abgestraft. APPLE TV, AMAZON PRIME, MA XDOME
SURVIVING CHRISTMAS (2004) Waren Ben Afflecks schauspieleri sche Leistungen wirklich einmal noch schlechter, als sie jetzt sind? Ja, siehe hier. Filmhandlung? Irgendwa s mit einem Millionär, der andere vertr aglich zum Dasein als Weihnachtsfam ilie verpflichtet. Lustig? Frühestens ab dem Beginn des Abspanns. APPL E TV, AMAZ ON PRIM E
DECK THE HALLS (BLENDENDE WEIHNACHTEN) (2006) Zwei Nachbarn im Streit, wer sein Haus besser mit Weihnachtsläm pchen dekoriert : Mit dieser Anti handlung wurde „Deck the Halls “ verdient zum schlechtesten Film 2006 gewählt, auch Danny DeVito sei Dank! ITUN ES, AMAZ ON PRIM E, GOOG LE PLAY
JACK FROST 2, THE REVENGE OF THE MUTANT KILLER SNOWMAN (2000) Jack Frost ist ein Schneemann und ein Killer. Im Laufe beinahe uner träglicher 90 Filmminuten killt er vor allem eines: den Glauben dara n, dass jeder Filmproduzent zuminde st irgendwie sinnorientiert arbeitet. Und noch was bringt er um: die Hoffnung , dass ein Weihnachtsfilm schon aufgrund der zugrunde liegenden Thematik schlussendlich bei gesu ndem Menschenverstand überstan den werden kann. GRAT ISSTR EAM AUF YOUT UBE
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Saving Christmas (2014)
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Wir gratulieren zu
20 Jahren
6020 Stadtmagazin!
RÄTSEL
DER W Ü R FE L Dezember 2021
DA S LÖSU N G S WO RT A
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H
I
J
D I E F RAG EN 1
Personeller Unsicherheitsfaktor: Der Bewerber hat bei „Ochs am Berg“ schlechte Karten
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Für Nasseinsatz geeignet: So sollte NavyAnwärter bei der Musterung abschließen
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Halbes Dutzend Flaschen für bierige Schlepperbanden
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Das ehemalige Gesäß (?) wird sogar weltausgestellt (1–2 W.)
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Anhand der verdrehten Beweiseflut eine richtige Satansbraut
6020 verlost
3 x DELAYON
INNS’ BROOKLYN SKIBRILLE
Kennwort: „Rätsel“, Lösungswort angeben! Einsendeschluss: 31. Dezember 2021 Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse
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Als Therapie der Brüller: Prototyp des Rufes?
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Siedlung für Kaff-ernbüffel oder andere Rinder?
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Krimineller Spot hat seit Jahrzehnten Sonntagabend telegenen Auftritt (Mz.)
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Brauchts, bis der Akku, aber auch der Anhänger voll ist
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Klingt (!) als würde das Mehrzweckgebäude auch als nobler Rinderstall genutzt
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Als operatives Schlafmittel wäre verrückt sogar Arsen ok
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Sie sprühst du erfrischend aus der schrägen Dose
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Der Schnellzug erlebt in London einen buchstäblichen Kaltstart
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Raues Land: „Ich zieh mich warm an in Tirol, / dass ich mir keinen Schnupfen …!“
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Die Flure liegen wie Rauschgifthandeln im Ohr
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Die Vereinigung wurde buchstäblich auch in Angola aktiv
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Heidis vornämliche Kinderkrankheiten: „Ich hatte Masern, Scharlach später, / Röteln und auch Ziegen …!“
LÖ S U N G D E R L E T Z T E N AU S G A B E
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Bei Anruf Ulk: Bei ihm sind Spaßmacher die Strippe-nzieher
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Professionalität, Seriosität, Diskretion und das Eingehen auf Kundenwünsche sind für mich und meine Mitarbeiter oberstes Gebot. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Komplettpakete, die keine Wünsche offenlassen Fibeo – mit uns haben Sie es schwarz auf weiß, auch wenn Sie blau waren. Ihr Mag. Manfred Humpner, MAS CEO der Firmenfeiern beobachtungsGmbH FIBEO
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Firmenfeiern in der Weihnachtszeit. Jedes Unternehmen, das etwas auf seine Belegschaft hält, organisiert für seine Mitarbeiter eine zünftige Weihnachtsfeier. Geselliges Beisammensein, Musik, Speis und Trank – das Zwischenmenschliche wird großgeschrieben. Doch Jubel, Trubel, Heiterkeit können auch ihre unerwünschten Nebenwirkungen haben. Dann macht sich am nächsten Tag nach durchzechter Nacht Katerstimmung breit. Hat Kollege K. den Chef wirklich aufs Übelste beschimpft? Wer hat das Waschbecken im Damen-WC mit Erbrochenem verstopft? Musste die Schlägerei in der Garderobe wirklich sein? Und wer zahlt jetzt für das Kind? Wissen, was läuft! Fragen über Fragen – wir haben die Antworten! Die FirmenfeiernbeobachtungsGmbH Fibeo betreut auch Ihre
Weihnachtsfeier. Unsere fachkundigen Mitarbeiter protokollieren den gesamten Ablauf des Abends. Selbstverständlich professionell und diskret. In unserem Servicepaket sind enthalten: detaillierte Gästeliste inklusive Anwesenheitsdauer, Sitzordnung (stündlich aktualisiert), Konsumation alkoholischer Getränke (auf Wunsch auch Berechnung des Blutalkoholspiegels), Dokumentation des Gesprächsverlaufes, WC-Überwachung, Lachometer zur Beliebtheitsmessung von Vorstandswitzen, Sicherung von Humansekreten und vieles mehr! Dank Fibeo entgeht Ihnen nichts auf der Weihnachtsfeier. Danke, Fibeo Unsere zufriedenen Kunden sind voll des Lobes. Frau M., Vorstandsassistentin aus Vöcklabruck: „Wir hatten einen Kollegen schon bei der letzten Weihnachtsfeier als Buffet-Bespucker im Verdacht. Dank 93
Fibeo konnte ich ihm das Mundwerk legen!” Herr Z., Marketingleiter aus Schwaz: „Danke, Fibeo – ich bin nicht der Vater!” Herr G., Unternehmer aus Garmisch-Partenkirchen: „Endlich weiß ich, was die Belegschaft hinter meinem Rücken über mich tuschelt. 20 Kündigungen – und ihr könnt mich mal. Da vertrau ich ganz der Fibeo!” Fordern auch Sie unseren kostenlosen Katalog an (www.fibeo.at). Lassen Sie sich von einem unserer Kundenberater die Vorzüge der Fibeo-Komplettpakete erläutern. Fibeo – es gibt immer einen Tag danach.
Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.
ESSAY
DIVERSE JUBILÄEN Und ein bisschen Sentimentalität von Johannes F. Park
J
a, auch von meiner Seite ein herzliches Grüß- ich mich nicht zuletzt dank der 2,5 Millionen EUgott in dieser Jubiläumsausgabe, verehrte Förderung jährlich verpflichtet fühle. Für alle, die wo Freunde publizistischer Beständigkeit und bei Lesen in der Schule nicht so aufgepasst haben: superrunder Zahlen. Lassen Sie mich mit Dostojewski ist so was wie Tolstoi, nur anders. Meine zwei Lieblingsbücher von Dosto einem kleinen Einstiegsgag beginnen: Was haben Writer$boi sind SCHULD UND SÜHNE und Verbre6020 und Corona gemeinsam? Richtig, halten sich chen und Strafe . So. Das war jetzt nabeide länger als gedacht. Jedenfalls. Zwanzig Jahre 6020er türlich schon wieder ein Hammergag, DOSTOJEWSKI weil wir sprechen da ja von ein und Stadtblatt sind großartig. Man muss aber auch festhalten: Kurt Cobain Roman. Stichwort: Raider IST SO WAS WIE demselben schaffte 27, Jesus sogar 33. Es ist also heißt jetzt Twix. TOLSTOI, NUR Etwas Verwirrung passt aber eh durchaus etwas Demut gefragt, wenn ganz gut. In jedem Stück russischer Sie mich fragen. Aber mich fragt ja ANDERS. Weltliteratur heißen mindestens drei niemand. Weil wir gerade bei einem schönen Personen Sergeji Iwanowitsch. Spätestens auf Jubiläum sind: Tristram Shandy von Laurence Sterne Seite 100 googelt man nach der Telefonnummer der liegt jetzt demnächst fünf Jahre unberührt auf meinem Nachttisch. Der Wälzer aus dem russischen Botschaft oder findet sich damit ab, dass 18. Jahrhundert gilt als der erste moderne Roman sich jemand halt selbst zum Duell herausfordern und hat das Konzept der romantischen Ironie vorkann. Weil bei Fightclub ging’s ja auch irgendwie. weggenommen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Weil wir gerade bei Jubiläen und Persönlich Heißt: So was lesen heute eigentlich nur Leute, keitsspaltung sind: Da werde ich jetzt zum Ende hin die Geld damit verdienen. Zum Beispiel Anglistikfast ein bisschen sentimental. Dass es nach zwanzig professorinnen. Oder Literaturwissenschaftler, wenn Jahren 6020 noch gibt und mich ebenfalls, kommt im Tankstellen-Shop gerade wenig los ist. doch überraschend, wenn Sie mich fragen. Aber Nein, das war jetzt furchtbar gemein. Ich liebe mich fragt ja niemand. Und apropos Jubiläum: In wenigen Wochen Literatur und ich schätze Wissenschaft. Tristram Shandy akademisch ausgebildet in der Tanke lesen werde ich die 150. Ausgabe meines Boutique-Newsletters & Spa verschickt haben. Wenn Sie diesen ist also das Beste aus zwei Welten. Tristram Shandy wichtig im Schlafzimmer herumliegen haben, kommt Meilenstein der E-Mail-Bespaßung erleben wollen, knapp dahinter. Und du hast sogar Zeit für Netflix! melden Sie sich doch einfach kostenlos an unter Weil wir gerade bei Jubiläen und Literatur sind: newsletter.jf-park.com. Dostojewski wäre heuer ja 200 Jahre alt geworden. jfpark@6020stadtmagazin.at Das erwähne ich jetzt für den Bildungsauftrag, dem
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Entgeltliche Einschaltung
Geld in der Karikatur
EINTRIT T FREI Sonderausstellung des Geldmuseums der Oesterreichischen Nationalbank im Kassensaal der OeNB West, Adamgasse 2, 6020 Innsbruck Ausstellungsdauer: 1. Oktober 2021 bis 9. September 2022
Führungsanmeldung: Herr Mag. Jakob Buemberger, Herr Anton Reinelt, BA
Führungen für Gruppen: Ab zehn Personen, nach Vereinbarung. Alle Führungen sind kostenlos.
Öffnungszeiten: Während der Kassenöffnungszeiten
Telefon: +43 (512) 908100 E-Mail: regionwest@oenb.at
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