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zek Kommunal - Ausgabe 2 - 2026

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STARK. STROM. MASCHINE.

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GRUNDWASSER UNTER DRUCK

Der heurige Frühling führt vor Augen, wie selbstverständlich Wasser oft erscheint – zumindest solange ausreichend davon vorhanden ist. Nach einem niederschlagsarmen Winter und einem außergewöhnlich trockenen Frühjahr sind die Grundwasserstände in vielen Regionen Österreichs niedrig. Gleichzeitig zeigen aktuelle Klimaszenarien, dass sowohl längere Trockenperioden als auch Starkregenereignisse künftig häufiger auftreten können. Die Herausforderung besteht daher nicht nur darin, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben, sondern auch darin, Niederschläge dort zu halten, wo sie fallen. Genau hier setzt das Konzept der Schwammstadt an. Statt Regenwasser möglichst rasch über Kanalisation und Gewässer abzuleiten, soll es gespeichert, versickert und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden. Welche Möglichkeiten sich daraus für Städte und Gemeinden ergeben und wie entsprechende Lösungen in der Praxis umgesetzt werden können, lesen Sie ab Seite 39.

Doch nicht nur die Verfügbarkeit von Wasser stellt Gemeinden vor Herausforderungen. Ebenso entscheidend ist die Frage der Wasserqualität Wie kostbar sauberes Trinkwasser ist, zeigt auch das Beispiel Rastatt: Dort mussten aufgrund der PFAS-Belastung bereits vor Jahren zwei von drei Wasserwerken geschlossen werden. Um die Versorgung langfristig abzusichern, wurden neue Tiefbrunnen errichtet und die Infrastruktur umfassend ausgebaut. Der Beitrag ab Seite 42 verdeutlicht, welcher technische und finanzielle Aufwand notwendig wird, wenn Grundwasservorkommen beeinträchtigt sind.

Wie gewohnt finden Sie darüber hinaus eine große Vielfalt weiterer Beiträge: von den alljährlichen Passöffnungen über das größte Super-Hybrid-Projekt Österreichs bis hin zu den zahlreichen Aufgaben im täglichen Einsatz im Bauhof. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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ZUR

03 Editorial 04 Inhalt

AKTUELL

06 Interessantes & Wissenswertes

07 Impressum

KOMMUNALTECHNIK

12 Mehr Beweglichkeit am Straßenrand: Auslegersystem FBX Mähtechnik

14 Wenn Schneewände weichen –Kahlbacher räumt Alpenpässe frei Passöffnung

KOMMUNALTECHNIK

18 Kärcher-Highlights auf der Suisse Public 2026 20 Straßen- und Wegepflege

20 Next Generation Schneepflüge und Concept Blower von Zaugg Winterdienst

22 Unimog nach Maß für den ASFINAG-Streckendienst Straßendienst

26 Hydrauliköl für hohe Anforderungen Maschinentechnik

28 Mauch punktet mit Kompetenz und Verlässlichkeit im Kommunalbereich Geräteträger 14

VERANSTALTUNGEN

30 Erfolgreiche Jubiläumsausgabe der Weltleitmesse IFAT Nachberichtns

32 GaLaBau 2026 – Messe als Impulsgeber für die grüne Branche Vorschaust-Ko mp

ENERGIEVERSORGUNG

34 Zweites Heizwerk stärkt regionalen Kreislauf in Eugendorf Nahwärme

38 PÜSPÖK realisiert Super-HybridPark in Nickelsdorf Photovoltaik & Speicher

ABWASSERTECHNIK

39 Wassermanagement der Zukunft Schwammstadt

TRINKWASSERTECHNIK

42 Neue Tiefbrunnen sichern Rastatts Trinkwasserversorgung Brunnenbohrung

44 Rohstoff statt Reststoff: Graz setzt bei Transportleitung auf Gussrohr Leitungsbau

Praxisnahes Messeformat für die kommunale Technikbranche:

Die KOMMUNAL live.de bringt in Fulda Fahrzeuge, Maschinen und Lösungen für kommunale Anwender zusammen.

Neben Büroflächen umfasst das Raumkonzept offene Kommunikationszonen, einen Besprechungsraum sowie einen multifunktionalen Saal für Workshops und Veranstaltungen.

KOMMUNAL LIVE.DE 2026: FULDA WIRD ERNEUT

TREFFPUNKT DER KOMMUNALEN TECHNIKBRANCHE

Nach dem erfolgreichen Debüt 2025 geht die KOMMUNAL live.de in die nächste Runde: Am 2. und 3. September 2026 wird Fulda erneut zum zentralen Treffpunkt für Entscheider aus Kommunen und Anbieter moderner Technik. Die Vorbereitungen laufen bereits mit dem Ziel, das Format weiter auszubauen. Die Premiere zeigte das Potenzial des praxisnahen Live-Konzepts: Über 1.000 Fachbesucher informierten sich bei 60 Ausstellern über Lösungen rund um Fahrzeuge, Maschinen, Arbeitskleidung und Verwaltung – vielfach im realen Einsatz auf Gelände und Offroad-Parcours. Die thematische Breite reichte von Straßenreinigung bis Grünpflege, ergänzt durch Zukunftsthemen wie Elektromobilität und nachhaltige Fuhrparks. Fachvorträge und Austausch machten die Messe zur Arbeitsplattform. 2026 knüpft die Veranstaltung daran an – größer, vielfältiger und konsequent auf kommunale Bedürfnisse ausgerichtet.

RIEBENBAUER SETZT AUF NACHHALTIGEN GEWERBEBAU Was 1990 als Ein-Personen-Büro durch Ing. Leo Riebenbauer gegründet wurde, hat sich zu einem international agierenden Planungsbüro entwickelt. Am bisherigen Standort stieß das Team zunehmend an räumliche Grenzen. Nach nur neun Monaten Bauzeit entstand im steirischen Pinggau auf einer Nutzfläche von 757 m² ein moderner Arbeitsplatz für das mittlerweile 20-köpfige Team. Das Energiekonzept des Beton-Holz-Hybridbaus verbindet eine 77,4-kWp-Photovoltaikanlage, 9 m² Solarthermie, einen Fernwärmeanschluss sowie acht E-Ladestationen. Damit setzt das Unternehmen, das seit mehr als 35 Jahren Projekte in den Bereichen Biomasse, Fernwärmenetze, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie und Gebäudetechnik plant, seine eigene Planungsphilosophie auch am neuen Standort um.

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Starkregenereignisse können kommunale Entwässerungssysteme rasch an ihre Grenzen bringen. Die Fachtagung zeigt Ansätze, wie Regenwasserbewirtschaftung und blau-grüne Infrastruktur dazu beitragen können, Überflutungen im Siedlungsraum besser zu bewältigen.

FACHTAGUNG ZU REGENWASSER UND ABWASSER

Starkregenereignisse und längere Trockenperioden stellen Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen. Die Fachtagung „Umgang mit Regenwasser und Abwasser – Starkregen und Trockenheit“ widmet sich am 30. September in Wien und am 1. Oktober in Graz aktuellen Lösungen für die Siedlungswasserwirtschaft. Im Zentrum steht die Siedlungswasserwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Flächennutzung, natürlichem Wasserhaushalt und Überflutungsschutz. Verkehrs- und Siedlungsflächen sollen heute so geplant werden, dass Abflussverhalten und stoffliche Zusammensetzung möglichst dem unbebauten Zustand der Flächen entsprechen. Gleichzeitig müssen Gemeinden Lösungen finden, um Überflutungen bei Starkregen zu vermeiden und bestehende Entwässerungssysteme zu entlasten. Die Fachtagung richtet sich an Planer, Entscheider und Genehmigungsbehörden und vermittelt Neues zum Stand der Technik sowie zur praktischen Anwendung. Behandelt werden unter aderem das Schwammstadt-Konzept, Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung, Nutzung, Versickerung, Retention, Behandlung und Verdunstung von Niederschlagswasser sowie die wassersensible blau-grüne Infrastruktur. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Einflüsse von Starkregen auf die Entwässerung, Schadstoffe im Niederschlagswasser und geeignete Behandlungsverfahren, effiziente Pumpstationen und Hebeanlagen, intelligente Regelungen von Pumpensystemen sowie gedrosselte Ableitung und Speicherung von Niederschlagswasser im Misch- und Trennsystem. Auch die Zuflussbegrenzung für hydraulisch limitierte Komponenten und die Behandlung von Regenabflüssen stark verschmutzter Flächen stehen auf der Themenliste. Das Programm umfasst Fachvorträge zu blau-grüner Infrastruktur, technischen Lösungen für Regenwasserbehandlungsanlagen gemäß ÖWAV-Regelblatt 45, intelligenter Pumpenregelung, fremdenergiefreier Regelung von Regenwasser sowie Wasserwirtschaft 4.0 und Smart Sensoring. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Besichtigung der Fachausstellung. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter: www.fachtagung-regenwasser.at

Im Mittelpunkt der Neugestaltung des Pappas-Standorts Wien Nord steht der Van-Bereich von Mercedes-Benz.

PAPPAS WIEN-NORD ERÖFFNET NEU GESTALTETEN SCHAURAUM

Der Pappas-Standort Wien-Nord im 21. Wiener Gemeindebezirk wurde umfassend erneuert. Der über die Jahre stark gewachsene Betrieb hat bereits mehrere Adaptierungen erlebt und wurde nun in Werkstatt, Servicebereich, Schauraum und Kundenkomfort weiterentwickelt. Im Mittelpunkt der Neugestaltung stehen die Mercedes-Benz Vans, die diese Niederlassung seit vielen Jahren prägen. Der Standort wurde 1985 gegründet und damit zehn Jahre vor der Markteinführung des ersten Sprinter eröffnet. Nach einem umfassenden Umbau und einer Erweiterung im Jahr 2005 folgte nun ein weiterer Modernisierungsschritt. Hintergrund ist unter anderem die stärkere Ausrichtung von Mercedes-Benz auf Premium-Mobilität im Van-Segment und die zunehmende Nähe zwischen Pkw und Vans. Diese Entwicklung zeigt sich auch beim neuen VLE, der hausintern dem Van-Bereich zugeordnet wird. Die Neueröffnung des Schauraums wurde mit der Präsentation der vollelektrischen Grand Limousine VLE von Mercedes-Benz verbunden. Kunden und Partner des Hauses Pappas erhielten dabei Einblicke in die neu gestalteten Räumlichkeiten und das neue Modell. Geschäftsführer Rudolf Radlherr und VanVerkaufsleiter Robert Haberkorn führten gemeinsam mit VLEExperten von Mercedes-Benz durch die Präsentation. Der VLE ist zum Start ausschließlich vollelektrisch erhältlich und soll schrittweise die elektrische V-Klasse EQV ablösen.

IMPRESSUM: Herausgeber: Mag. Roland Gruber | Verlag: Mag. Roland Gruber e.U. · zek-VERLAG · Brunnenstraße 1 · 5450 Werfen · office@zek.at · M +43 664 115 05 70 · www.zek.at | Chefredaktion: Patricia Pfister · pp@zek.at · M +43 664 214 06 14 | Anzeigenleitung & PR-Beratung: Mario Kogler, BA · mk@zek.at · M +43 664 240 67 74 | Gestaltung: Mag. Roland Gruber e.U. · zek-VERLAG · Brunnenstraße 1 · A-5450 Werfen · M +43 664 115 05 70 · office@zek.at · www.zek.at | Druck: Druckerei Roser · A-5300 Hallwang | Verlagspostamt: A-5450 Werfen | Grundlegende Richtlinien: zek KOMMUNAL ist eine parteiunabhängige Fachzeitschrift für erneuerbare Energien und zukunftsorientierte Technologien sowie Management im kommunalen Bereich | Abopreis Österreich € 83,00 · Ausland € 94,00 inklusive Mehrwertsteuer | zek KOMMUNAL erscheint viermal im Jahr · Auflage 8.000 Stück · ISSN 2791-4100 · 24. Jahrgang.

Umweltzeichens, Druckerei Roser GmbH, UW-Nr. UZ24-1037
© Gabi
Eder / pixelio.de
Pappas Wr. Neudorf Transporter Verkaufsleiter Robert Haberkron (l.) und MBÖ Van-GF David Nogossek präsentierten den neuen VLE.
©
Pappas

Einsatzprofis aus ganz Kärnten nutzten den Auftakt der Lintrac 160-Roadshow in Ossiach, um sich persönlich ein Bild von der Farm Machine 2026 zu machen.

Die Salzburg AG testet ein Exoskelett, das Mitarbeiter bei Überkopfarbeiten in der Obuswerkstätte entlasten soll. Nach einer ersten Testphase folgt nun eine Langzeiterprobung im Werkstattalltag.

und Innovation im öffentlichen Einkauf.

Innovationspreis Salzburg: (v.l.): Lorenz Maschke (Juror), Christian Lanner (UNTHA), Stefan Scheiflinger-Ehrenwert (UNTHA) und Marianne Kusejko (Wirtschaftskammer Salzburg)

NEUER LINTRAC 160 LDRIVE AUF ROADSHOW

Die Lintrac 160-Roadshow von Lindner startete Mitte Mai in Ossiach in Kärnten. Einsatzprofis aus der Region nutzten den Auftakt, um sich ein Bild vom neuen Lintrac 160 LDrive zu machen, der als „Farm Machine 2026“ ausgezeichnet wurde. Der Lintrac 160 LDrive ist das bislang stärkste Traktormodell von Lindner. Angetrieben wird er von einem FPT-Motor mit 4,5 l Hubraum, 129 kW bzw. 175 PS Leistung und einem Drehmoment von 700 Nm. Zum Einsatz kommt das ZF-Stufenlosgetriebe TMT-14. Zu den wesentlichen Merkmalen zählt die 4-Rad-Lenkung. Sie sorgt für hohe Wendigkeit, reduziert Wendemanöver und unterstützt spurtreues Arbeiten. Der Spurkreisdurchmesser liegt mit mitlenkender Hinterachse bei 8,5 m. Bis in den Sommer tourt der Lintrac 160 LDrive durch Österreich und Deutschland. Neben dem neuen Topmodell zeigt Lindner dabei weitere stufenlose LDrive-Modelle.

SALZBURG AG TESTET EXOSKELETT IN DER OBUSWERKSTÄTTE

Die Salzburg AG erprobt in ihrer Obuswerkstätte den Einsatz eines Exoskeletts, das Mitarbeiter bei Überkopfarbeiten unterstützen soll. Nach einer ersten Testphase startet nun eine praktische Langzeiterprobung von bis zu zwei Monaten, um die Anwendbarkeit im Werkstattalltag zu prüfen. In der Werkstätte wird täglich geschraubt, montiert und repariert, häufig auch über Kopf. Das Exoskelett wird wie eine Weste angelegt und unterstützt gezielt die Arme bei Tätigkeiten über Schulterhöhe. Dadurch sollen Bewegungen erleichtert, Belastungen reduziert und wiederkehrende Handgriffe ergonomischer gestaltet werden. Die Erkenntnisse aus dem Langzeittest sollen in mögliche weitere Einsatzbereiche innerhalb der Salzburg AG einfließen. Das Projekt wurde im Rahmen der konzernweiten Innovation Challenge 2025 entwickelt.

FORUM ÖFFENTLICHE BESCHAFFUNG 2026 IN WIEN Am 17. September findet in Wien das Forum Öffentliche Beschaffung statt. Die Veranstaltung richtet den Blick auf die Frage, wie sich der öffentliche Einkauf bis 2040 entwickeln könnte. Im Mittelpunkt stehen Trends sowie strategische, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen, die die Beschaffung der öffentlichen Hand prägen. Das Programm umfasst vier Foren: Trendforum, Impulsforum, ECOVATION und Lösungsforum. Behandelt werden unter anderem Zukunftsszenarien für die öffentliche Beschaffung, langfristige Veränderungen in Branchen und Märkten, nachhaltige und innovative Beschaffung sowie konkrete Praxislösungen für öffentliche Auftraggeber. Die ECOVATION, das Veranstaltungsformat der IÖB-Servicestelle und der naBe-Plattform, ist 2026 Teil des Forums. Sie widmet sich neuen Technologien, klimafreundlichen Lösungen, Kreislaufwirtschaft und praxistauglichen Instrumenten für eine zukunftsfähige Beschaffung.

UNTHA ERHÄLT INNOVATIONSPREIS SALZBURG 2026

UNTHA aus Kuchl wurde mit dem Innovationspreis Salzburg 2026 ausgezeichnet. Der Preis wurde heuer erstmals vom Land Salzburg, der Wirtschaftskammer Salzburg und Innovation Salzburg vergeben und ist mit einer Nominierung für den österreichischen Staatspreis Innovation verbunden. Ausgezeichnet wurde UNTHA für den Hochleistungs-Schredder SR3000. Die Maschine ermöglicht die Aufbereitung nicht recycelbarer Abfallstoffe zu hochwertigen Sekundär- bzw. Ersatzbrennstoffen. Diese können unter anderem in energieintensiven Industrien wie der Zementproduktion eingesetzt werden und dort fossile Brennstoffe wie Erdöl, Gas oder Braunkohle ersetzen. Damit soll der SR3000 einen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen leisten und Anwendungen wie klimafreundlichere Zementproduktion unterstützen.

© Lindner
© Salzburg AG
Das Forum Öffentliche Beschaffung 2026 behandelt Digitalisierung, Nachhaltigkeit

TEAM MAUCH

ZUVERLÄSSIG. VIELSEITIG. KOMMUNAL.

BBG VERTRAGSPARTNER MIT DEN MARKEN: WEIDEMANN, MERLO, FENDT,

© Energie

V.l.n.r.: Oliver Bucher (Geschäftsführer Geothermie Braunau-Simbach), Alexander Kirchner (CTO Energie AG Oberösterreich), Jürgen Kirsch (Geschäftsführer Geothermie Braunau-Simbach) vor der Geothermie-Bohrung in Simbach.

Das ICEB der FH Kärnten befasst sich mit der Erfassung von Biodiversität und Ökosystemleistungen. Ein Beispiel ist die Modellierung des Wellenschlags am Wörthersee, die Daten für Planung und Schutzmaßnahmen liefern kann.

Bei den Zukunftsgesprächen Ronthal arbeiten die Teilnehmer:innen bewusst abseits klassischer Konferenzformate an konkreten Ansätzen für regeneratives Wirtschaften.

Eine Analyse des Hausabfalls im Kanton Waadt zeigt weiterhin großes Potenzial bei Abfalltrennung und Recycling. Besonders Bioabfälle und Kunststoffe machen einen hohen Anteil am untersuchten Hauskehricht aus.

25 JAHRE GEOTHERMIE BRAUNAU-SIMBACH

Die Geothermie Braunau-Simbach besteht seit 25 Jahren und versorgt die Städte Braunau am Inn und Simbach am Inn mit erneuerbarer Fernwärme. Das grenzüberschreitende Projekt gilt als größtes Fernwärmenetz dieser Art in Mitteleuropa und wurde am 24. April 2026 im Rahmen eines Festakts gewürdigt. Die Anlage nutzt natürliche Wärme aus dem Erdinneren. Das geförderte Heißwasser gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab und wird anschließend wieder vollständig in die Tiefe zurückgeführt. Genutzt wird die Wärme vor allem für Raumheizung und Warmwasserbereitung. Das Fernwärmenetz umfasst derzeit rund 45 km und liefert jährlich etwa 60 GWh Wärme. Rund 950 Kundenanschlüsse in Österreich und Deutschland werden versorgt. Für die weitere Entwicklung werden nun mehrere Optionen geprüft.

FH KÄRNTEN STELLT BIODIVERSITÄTSFORSCHUNGSZENTRUM VOR

Die FH Kärnten hat die Arbeit ihres Forschungszentrums ICEB vorgestellt. Das interdisziplinäre Zentrum für Biodiversität und Ökosystemleistungen entwickelt neue Technologien zur Erfassung von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen. Am ICEB arbeiten 50 Mitarbeiter aus Natur-, Technik- und Sozialwissenschaften zusammen. Die Forschungsschwerpunkte reichen von städtischer Biodiversität und Agrarlandschaften über Flussökosysteme bis zu Lichtverschmutzung, Moorrenaturierung und nachhaltigem Bauen. Zu den Projekten zählen Biodiversitätsmonitoring in Agrarlandschaften, Untersuchungen zu Lichtverschmutzung, die Analyse von Wasserproben auf Biodiversität und Schadstoffe sowie die Modellierung des Wellenschlags am Wörthersee. Mit seinem ersten Jahresbericht gibt das ICEB einen Überblick über seine Forschungsaktivitäten und die Nutzung von Biodiversitätsdaten für Planung und Schutzmaßnahmen.

ZUKUNFTSGESPRÄCHE RONTHAL GEHEN IN DIE 2. RUNDE Am 26. und 27. August 2026 finden am Zukunfts Campus Ronthal in Niederösterreich die zweiten Zukunftsgespräche Ronthal statt. 40 Vertreter aus Energiewirtschaft, Bauwesen, Landwirtschaft, Gastronomie, Finanzwirtschaft, Industrie und Politik arbeiten dabei 24 Stunden lang an konkreten Maßnahmen und Prototypen für regenerative Geschäftsmodelle. Im Mittelpunkt stehen sechs Zukunftsfelder: nachhaltiges Bauen, dezentrale erneuerbare Energie, regenerative Ernährung, Kreislaufwirtschaft, demokratische Mobilisierung sowie Verhaltenspsychologie bei Klimaentscheidungen. Die Teilnehmer arbeiten in interdisziplinären Gruppen, aus denen konkrete Maßnahmen für den eigenen Wirkungsbereich und erste Prototypen hervorgehen sollen. Das Format finanziert sich vollständig über die Teilnehmer und kommt ohne Wirtschaftssponsor aus.

ERSTE ANALYSE DES ABFALLS AUS DEM KANTON WAADT

Der Schweizer Kanton Waadt präsentiert die Ergebnisse der ersten Analyse der Zusammensetzung des Hausabfalls. Die Studie wurde Ende 2024 in 23 Gemeinden durchgeführt, wobei mehr als 2.300 Hauskehrichtsäcke geöffnet wurden. Die Studie zeigt einen hohen Anteil an Bioabfällen (28,8 % des Gesamtgewichts eines Sacks) und Kunststoffen (19,5 %), die oft recycelt statt verbrannt werden könnten. Auf der Grundlage dieser bisher einzigartigen Untersuchung betont der Ständerat die Bedeutung einer verstärkten Abfalltrennung und eines verstärkten Recyclings. Dieses Thema wird zu den Schwerpunkten der nächsten Revision des Abfallgesetzes gehören. Insbesondere wird die Entwicklung geeigneter Sammelsysteme sowie die Entwicklung bestehender wiederverwendbarer oder recycelbarer Produkte gefördert.

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MEHR BEWEGLICHKEIT AM STRASSENRAND: NEUES FBXAUSLEGERSYSTEM VON MULAG

Mit dem neuen FBX-Auslegersystem präsentiert MULAG eine Frontkombination für den Straßenbetriebsdienst. Der Prototyp kombiniert über acht Meter Reichweite, große Überfahrhöhe und flexible Arbeitspositionen, um Hindernisse am Straßenrand leichter über- oder umfahren zu können und Mäh- sowie Pflegeeinsätze effizienter auszuführen.

Mit dem neuen Auslegersystem FBX stellt MULAG eine Frontkombination für den Straßenbetriebsdienst vor, die Anwender bei täglichen Arbeiten am Straßenrand unterstützt. Die Produktneuheit wurde im Rahmen der IFAT 2026 in München erstmals als Prototyp präsentiert und gibt einen Ausblick auf ein neues Auslegerkonzept, das bis zur Serienreife weiter in der Praxis erprobt und optimiert wird. Ziel der Neuentwicklung ist es, Arbeitsprozesse weiter zu vereinfachen, die Flexibilität im Einsatz zu erhöhen und Anwender nachhaltig zu entlasten. Mit dem FBX erweitert MULAG sein Portfolio im Geschäftsbereich Anbaugeräte um eine weitere leistungsfähige Lösung für professionelle Anwender.

Hohe Beweglichkeit am Straßenrand

Das FBX-Auslegersystem verfügt über ein hochbewegliches, dreiteiliges Auslegersystem, große Überfahrhöhe, breite Portalgeometrie und eine Reichweite von über 8 m. Für jede Mähkopfposition stehen Auslegerstellungen zur Verfügung, um Hindernisse zu überfahren oder zu umfahren. Große Schwenkwinkel und alternative Auslegerfiguren ermöglichen eine flexible Positionierung des Arbeitswerkzeuges und eine effiziente Anpassung an unterschiedliche Arbeitspositionen. Die große Reichweite unterstützt präzise Arbeiten beim Mähen und in der Gehölzpflege.

Mehr Freiraum durch Portalgeometrie

Ein wesentliches Merkmal des FBX-Konzepts ist die große und

besonders breite Portalhöhe ohne innenliegende Hydraulikzylinder. Sie erlaubt das problemlose Überfahren von Hindernissen, dabei wird die Hydraulik gut gegen versehentlichen Kontakt geschützt. Die integrierte Querverschiebung unterstützt zusätzlich die flexible Positionierung des Arbeitswerkzeuges sowie das Um- und Überfahren von Hindernissen im Bankett.

Technische Basis des FBX-Systems

Der FBX kann kompakt transportiert werden, entweder frontseitig zusammengeklappt oder über dem Dach des Trägerfahrzeuges geparkt. Beide Transportpositionen ermöglichen den Einsatz unterschiedlicher Arbeitsgeräte und eine flexible Anpassung an verschiedene Trägerfahrzeuge. Die große Überfahrhöhe und Portalbreite resultiert aus der obenliegenden Anordnung der Knickzylinder, die zugleich vor Beschädigungen durch Hindernisse schützt. In der technischen Ausführung ist der FBX auf den Frontanbau ausgelegt. Die Transportbreite beträgt 2.500 mm, die Reichweite liegt bei über 8,0 m und die maximale Überfahrhöhe bei 3,2 m. Durch optimierte Gleitführungen mit nachstellbaren Kunststoffgleitsegmenten arbeitet die serienmäßige Querverschiebung des Auslegersystems ruckelfrei und präzise. Der einteilige Grundrahmen bildet die Basis für die Anbindung des Verschiebeschlittens sowie des Randstreifenmähgerätes. Ein separater Hydrauliktank ist darin geschützt integriert, ebenso weitere Komponenten wie Öl-Luft-Kühlanlage, Hydraulikventile und elektronische Steuerungskomponenten. Angeschraubte Klau-

en und integrierte Schwenkschrauben stellen die feste Verbindung zur Frontanbauplatte des Trägerfahrzeuges sicher.

Hydraulik für vielfältige Anforderungen

Die Hydraulikanlage des FBX ist modular aufgebaut und kann an die unterschiedlichen Voraussetzungen des Trägerfahrzeuges angepasst werden. Beim Antrieb über die Frontzapfwelle wird ein geschraubter Hydrauliktank mit neuartiger Rücklauffiltration und verbesserter Ölentgasung eingesetzt. Dies erhöht die Sicherheit vor Kavitation, reduziert die erforderliche Ölmenge und senkt den Wartungsaufwand. Mehrere Hydraulikkreise werden sicher versorgt und durch ein abgestimmtes Kühlkonzept dauerhaft zuverlässig betrieben.

Elektronische Steuerung und Assistenzsysteme

Die elektronische Steuerung mlcontrol 5.0 ermöglicht in Verbindung mit der Auslegerentlastungsregelung mltronic eine präzise Bedienung in schwierigem Gelände. Die konsequente Nutzung der CAN-Bus-Technologie in der Steuerung sowie die Sensorüberwachung aller Steuerbewegungen ermöglichen optimierte Assistenzsysteme. Zur Ausstattung zählen Parkassistenz, Auslegerentlastungsassistenz und Tastautomatik. Das Kommunikationsprotokoll basiert auf CAN-BUS, die Steuerung erfolgt über eine elektro-hydraulische Proportionalsteuerung.

Rechts- und Linksarbeit möglich

Der Ausleger ermöglicht Arbeiten auf der rechten und linken Seite und bietet hohe Flexibilität im Einsatz. Die beidseitige Einsatzfähigkeit erlaubt eine effiziente Anpassung an unterschiedliche Arbeitssituationen, ohne das Fahrzeug neu positio-

Die Detailaufnahme zeigt die Gelenkgeometrie des FBX-Auslegersystems. Große Schwenkwinkel und obenliegende Zylinder schaffen die Grundlage für variable Auslegerstellungen und schützen die Hydraulik vor versehentlichem Kontakt.

nieren zu müssen. Arbeiten in Rechts- und Linksrichtung erleichtern insbesondere Einsätze entlang von Straßen, Wegen und schwer zugänglichen Bereichen. Optimierte Arbeitsabläufe reduzieren den Zeitaufwand und erweitern die Einsatzmöglichkeiten.

„Insgesamt lassen die innovativen Eigenschaften des FBXAuslegersystems sehr flexible Einsatzmöglichkeiten zu. Bei der Neuentwicklung standen von Anfang an die Anforderungen der Anwender im Mittelpunkt“, erklärt Geschäftsführer Holger Wössner. „Mit unserem neuen FBX wird der Straßenbetriebsdienst deutlich effizienter und wirtschaftlicher.“

Der FBX-Prototyp von MULAG bringt große Beweglichkeit in den Straßenbetriebsdienst: Das Auslegersystem ist auf flexible Mäh- und Pflegearbeiten entlang von Wegen, Böschungen und Banketten ausgelegt.

WENN SCHNEEWÄNDE WEICHEN –KAHLBACHER RÄUMT ALPENPÄSSE FREI

Wenn die Wintersperre auf hochalpinen Passstraßen endet, liegen oft Wochen intensiver Räumarbeit hinter den Einsatzmannschaften. Meterhohe Schneewände, wechselnde Wetterlagen, Lawinengefahr und harte Eisformationen verlangen Erfahrung, verlässliche Gerätetechnik und hohe Räumleistung. Kahlbacher-Schneefrässchleudern haben sich dabei auf zahlreichen Alpenpässen bewährt – vom bekannten Großglockner bis zu weiteren anspruchsvollen Routen im alpinen Raum.

Der jährliche Durchstich am Großglockner zählt zu den eindrucksvollsten Momenten der alpinen Schneeräumung in Österreich. Unter zwei bis 20 m Schnee begraben, müssen im Zuge der jährlichen Räumarbeiten etliche 100.000 m³ Schnee von der 48 km langen Großglockner Hochalpenstraße geschafft werden. Kahlbacher-Schneefrässchleudern ergänzen dort den Maschineneinsatz und tragen gemeinsam mit den historischen Räumfahrzeugen dazu bei, dass die Strecke nach der Wintersperre wieder freigegeben werden kann. Doch der Großglockner ist nur eines von vielen Beispielen: Auf zahlreichen Alpenpässen, Zufahrtsstraßen und exponierten Gebirgsstrecken entscheidet im Frühjahr leistungsfähige Winterdiensttechnik darüber, wann Straßen wieder sicher befahrbar sind.

Schneeräumung unter extremen Bedingungen

Die Bedingungen unterscheiden sich von Strecke zu Strecke, die Grundanforderungen bleiben jedoch ähnlich. Verdichteter Altschnee, vereiste Schichten, Verwehungen und Lawinenkegel müssen Schicht für Schicht abgetragen werden. Häufig arbeiten die Räummannschaften in engen Kehren, auf schmalen Fahrbahnen, entlang steiler Berghänge oder in Abschnitten, in denen nur wenig Platz für seitlich abgelagerten Schnee bleibt. Hinzu kommen wechselnde Sichtverhältnisse, Neuschnee während der Räumarbeiten und Schneedecken, die durch Wind, Frost und lange Liegezeit hart und kompakt geworden sind. Gerade im hochalpinen Gelände ist deshalb nicht nur die reine Motorleistung entscheidend. Gefragt ist ein Zusammenspiel aus Ortskenntnis, Erfahrung, sicherer Arbeitsweise und Gerätetechnik, die mit unterschiedlichen Schneearten zurechtkommt. Bei hohen Schneewänden, ge-

frorenem Altschnee oder engen Platzverhältnissen kommt es darauf an, den Schnee kontrolliert aufzunehmen, zu zerkleinern und gezielt aus dem Räumbereich zu werfen.

Frästechnik für alpine Passstraßen Kahlbacher entwickelt und fertigt Schneefrässchleudern für genau diese anspruchsvollen Einsatzprofile. Die Geräte des Tiroler Herstellers sind auf hohe Räumleistung, robuste Bauweise und zuverlässigen Betrieb unter schwierigen Bedingungen ausgelegt. Je nach Modell und Trägerfahrzeug kommen unterschiedliche Baugrößen und Ausführungen zum Einsatz – von leistungsstarken Frontanbaugeräten für schwere Fahrzeuge bis zu Lösungen für Radlader und kommunale Geräteträger. Im alpinen Räumdienst spielt vor allem der kontrollierte Schneeauswurf eine zentrale Rolle. Entscheidend ist, dass auch große, verdichtete Schneemengen zuverlässig aufgenommen und gezielt von der Straße befördert werden. Große Spiralen- und Wurfraddurchmesser unterstützen die Aufnahme und Verarbeitung von karstigem, verdichtetem oder gefrorenem Schnee. Durch die Abstimmung von Frässpiral- und Wurfraddrehzahl lassen sich hohe Räumleistungen und große Wurfweiten erzielen. Unterschiedliche Auswurfkamine ermöglichen eine Anpassung an Fahrbahnverlauf, Schneehöhe und örtliche Gegebenheiten.

Vom Schneematsch bis zum gefrorenen Altschnee Ein wesentlicher Vorteil leistungsfähiger Schneefrässchleudern liegt in ihrer Fähigkeit, sehr unterschiedliche Schneearten zu verarbeiten. Auf Passstraßen treffen die Einsatzkräfte selten auf gleichmäßige Bedingungen. In sonnigen Abschnitten kann

Im hochalpinen Räumdienst greifen Erfahrung der Mannschaften und leistungsfähige Frästechnik ineinander: Kahlbacher-Schneefrässchleudern sorgen für kontrollierten Schneeauswurf und schaffen Schritt für Schritt freie Strecke.
© Kahlbacher

Meterhohe Schneewände, enge Fahrbahn, anspruchsvolle Bedingungen: Kahlbacher-Schneefrässchleudern unterstützen die Räumteams bei der Öffnung hochalpiner Passstraßen wie hier am Timmelsjoch.

der Schnee bereits schwer und nass sein, während in schattigen Lagen gefrorene Schichten oder kompakte Altschneepakete warten. Dazu kommen Verwehungen, Lawinenreste und Schneemassen, die über Monate durch Witterung und Druck verdichtet wurden. Kahlbacher setzt bei seinen Frässchleudern auf robuste Räumsysteme, die für diesen Wechsel ausgelegt sind. Die offene Bauweise unterstützt die Verarbeitung verschiedener Schneearten – von nassem Schneematsch bis zu hartem, gefrorenem Schnee. Für den Winterdienst bedeutet das höhere Einsatzsicherheit: Die Geräte müssen mit wechselnden Bedingungen zurechtkommen und auch unter hoher Belastung zuverlässig arbeiten. Gerade bei der Öffnung von Passstraßen zählt jeder Arbeitstag: Wetterfenster müssen genutzt, Gefahrenbereiche beurteilt und bereits geräumte Abschnitte bei Neuschnee oft erneut bearbeitet werden.

Erfahrung und Technik im Zusammenspiel So spektakulär die Bilder meterhoher Schneewände wirken, entscheidend ist die präzise und oft langwierige Arbeit der Räumteams. Sie müssen wissen, wo die Fahrbahn unter der Schneedecke verläuft, wie sich Schneemassen am Hang verhalten und welche Abschnitte besondere Vorsicht verlangen. Schneestangen und GPS-Unterstützung helfen bei der Orientierung, ersetzen aber nicht die Erfahrung der Mannschaften und deren langjährige Streckenkenntnis. Entscheidend ist daher Technik, die sich präzise führen lässt und die Räumteams im schwierigen Gelände entlastet. Für den Einsatz im Hochgebirge zählen deshalb auch Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit und Verlässlichkeit. Die Geräte müssen dem Fahrer über viele Stunden ein konzentriertes und sicheres Arbeiten ermöglichen. Genau darauf sind Kahlbacher-Schneefrässchleudern für anspruchsvolle alpine Räumarbeiten ausgelegt.

Sicher zurück in die Sommersaison

Die Öffnung alpiner Straßen ist weit mehr als ein symbolischer Start in die warme Jahreszeit. Für Regionen, Tourismusbetriebe, Einsatzorganisationen und den lokalen Verkehr bedeutet sie die Wiederanbindung wichtiger Routen. Gleichzeitig zeigt sie jedes Jahr aufs Neue, welche Anforderungen der Winterdienst im Hochgebirge stellt. Dort, wo Schneewände mehrere Meter hoch stehen, wo Eis und Altschnee die Arbeit erschweren und wo enge Trassen kaum Spielraum lassen, braucht es robuste Technik und eingespielte Mannschaften – Kahlbacher-Schneefrässchleudern leisten dazu einen wesentlichen Beitrag.

Mit hoher Wurfleistung räumen Kahlbacher-Schneefrässchleudern auch verdichtete Schneemassen aus engen Passstraßen.

© Kahlbacher

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DIE WEITER DENKT: KÄRCHER HIGHLIGHTS AUF DER

SUISSE PUBLIC 2026

Kärcher präsentierte auf der Suisse Public 2026 zwei Lösungen für emissionsarme kommunale Einsätze: den CityZAS 120 zur elektrischen Wildkrautbekämpfung in Kombination mit dem Holder C 65 sowie die vollelektrische MC 250 e!ectric, die mit neuer DC-Schnellladetechnik und bis zu 70 kW Peakleistung mehr Flexibilität im Arbeitsalltag bietet.

Elektrische Wildkrautbekämpfung und vollelektrisches Kehren standen bei Kärcher auf der Suisse Public in Bern im Mittelpunkt. Gezeigt wurden vom 16. bis 19. Juni dabei Lösungen, die hohe Effizienz mit konsequenter Umweltverträglichkeit verbinden und damit den Weg für eine grünere Zukunft von Städten und Gemeinden unterstützen.

Elektrische Wildkrautbekämpfung

mit CityZAS 120 und Holder C 65

Ein besonderes Augenmerk galt dem Anbaugerät CityZAS 120, das in Kombination mit dem bewährten Holder C 65 als wegweisendes System für die moderne Grünflächenpflege vorgestellt wurde. Da chemiefreie Alternativen in der Wildkrautbekämpfung heute unverzichtbar sind, setzt Kärcher auf das Prinzip des Electric Weeding. Im Gegensatz zu thermischen oder mechanischen Verfahren, die oft nur oberflächlich wir-

ken, arbeitet der CityZAS 120 systemisch. Durch einen geschlossenen Stromkreis wird die Zellstruktur der Pflanzen bis tief in das Wurzelwerk zerstört, was eine dauerhafte Beseitigung ermöglicht. Mit einer Applikationsbreite von 120 cm und einer Flächenleistung von bis zu 20.000 m² pro Tag stellt das System eine hocheffiziente Lösung für urbane Räume wie Gehwege, Parkflächen oder Friedhöfe dar. Um maximale Sicherheit für Anwender und Passanten zu gewährleisten, ist das Gerät mit moderner Sensorik ausgestattet. Das integrierte Backeye360-Kamerasystem ermöglicht eine lückenlose Überwachung des Umfelds, während eine intelligente Automatik das System bei Stillstand oder vor Hindernissen sofort abschaltet.

Performance ohne Emissionen:

Die MC 250 e!ectric mit neuer Schnellladetechnik

Parallel dazu wurde die MC 250 e!ectric als weiteres Highlight

Die MC 250 e!ectric verbindet lokal emissionsfreien Betrieb mit hoher Einsatzflexibilität im kommunalen Alltag. Neu ist die optionale DC-Schnellladetechnik, mit der die vollelektrische Kehrmaschine mit bis zu 70 kW Peakleistung geladen werden kann.

präsentiert. Die vollelektrische Kehrmaschine der 2-m³-Klasse kombiniert Reinigungsleistung mit einem leisen und lokal CO2freien Betrieb. Das entscheidende Update für das Jahr 2026 betrifft die Einsatzbereitschaft: Die Maschine kann nun optional mit einem DC-Schnelllademodul ausgestattet werden, wodurch die Peakleistung beim Laden auf 70 kW steigt. Diese Neuerung verkürzt die Ladezeiten signifikant und stellt sicher, dass die leistungsstarke 78-kWh-Lithium-Ionen-Batterie auch in intensiven Arbeitsschichten maximale Flexibilität bietet. Zusätzlich schont das bewährte Wasserrecyclingsystem wertvolle Ressourcen und erhöht die Reichweite pro Tankfüllung spürbar.

Effizient arbeiten in der 2-m³-Klasse

Die MC 250 e!ectric setzt auf eine Lithium-Ionen-Batterie auf Basis der NMC-Technologie und ist für eine reguläre Arbeitsschicht ohne Nachladen ausgelegt. Das Gesamtsystem wurde technisch auf Energieeffizienz getrimmt, angefangen bei Antrieb und Turbine über das Hydrauliksystem bis hin zur Klimatisierung. Für effizientes Arbeiten bietet die Kompaktkehrmaschine einen Kehrgutbehälter mit einem Volumen von 2,5 m³ sowie eine Transportgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h. Beim Kehren werden dank des optimierten Luftstroms feine Staubpartikel oder Sandkörner ebenso aufgenommen wie grobe Verschmutzungen. Das Besensystem gestattet eine individuelle Einzelsteuerung, sodass sich zwei bzw. drei Besen sowie Unkrautbesen nach Bedarf einsetzen lassen.

Komfort im Arbeitsalltag

Auch beim Fahrkomfort setzt die MC 250 e!ectric Maßstäbe: Mit einem voll gefederten Fahrwerk, das mit dem AGR-Gütesiegel für besonders rückenschonendes Arbeiten ausgezeichnet wurde, bietet sie einen ergonomischen Arbeitsplatz. Zusätzlich zum großzügigen Platzangebot profitieren Fahrer und Beifahrer von der Klimaautomatik und einem niedrigen Geräuschpegel. Für angenehmes Arbeiten sorgen LED-Beleuchtung, USB-Lademöglichkeit und viel Stauraum. Das bewährte Bedienkonzept via Zentraldisplay und ergonomisch gestaltetem Bedienpanel erleichtert die Steuerung der Maschine.

Der CityZAS 120 in Kombination mit dem Holder C 65 zählt zu den KärcherHighlights für die kommunale Grünflächenpflege. Das System bekämpft Wildkraut chemiefrei mit elektrischem Strom und eignet sich unter anderem für Gehwege, Parkflächen und Friedhöfe.

ZAUGG ENTWICKELT BEWÄHRTES

KONSEQUENT WEITER: NEXT GENERATION SCHNEEPFLÜGE

UND CONCEPT BLOWER

Bewährte Technik erhalten, gezielt verbessern und flexibler nutzbar machen: Mit den Next Generation Schneepflügen zeigt Zaugg, wie sich etablierte Lösungen für den kommunalen Winterdienst weiterentwickeln lassen. Die neue Linie kombiniert das bekannte Elementabfederungssystem mit einer modularen Produktstruktur, die Anwendern, Händlern und Servicepartnern mehr Spielraum bieten soll. Der Concept Blower ergänzt den Auftritt als Ausblick auf künftige Schneefrässchleudern.

Mit den Next Generation Schneepflügen zeigt die Schweizer Zaugg AG, wie bewährte Technik gezielt weiterentwickelt wird. Unter dem Leitgedanken „Gutes wurde noch besser gemacht“ präsentiert das Unternehmen neue Schneepflüge für den kommunalen Winterdienst, die auf bekannten Stärken aufbauen und diese durch neue Ansätze erweitern. Ergänzend dazu präsentierte das Unternehmen an der Weltleitmesse IFAT 2026 in München

einen Concept Blower, der als technologischer und strategischer Ausblick auf zukünftige Schneefrässchleudern dient.

Next Generation Schneepflüge: Bewährte Stärken kombiniert mit neuer Flexibilität

Die Next Generation Schneepflüge der Zaugg AG stehen für Kontinuität und Weiterentwicklung zugleich. Bewährte Kernfunktionen bleiben erhalten und werden gezielt optimiert. Ein

© Zaugg

zentraler Vorteil für Anwender ist das Zaugg-Elementabfederungssystem, das sich im kommunalen Einsatz seit Jahren bewährt. Es sorgt für einen sicheren und materialschonenden Räumvorgang, schützt Fahrzeug, Anbaugerät und Infrastruktur und unterstützt einen gleichmäßigen Schneeräumprozess auch unter schwierigen Bedingungen. Darauf aufbauend erweitert die Zaugg AG die neuen Schneepflüge um eine konsequent umgesetzte Modularität. Die Produkte sind so ausgelegt, dass sie flexibel an unterschiedliche Einsätze, Fahrzeugkonzepte und kommunale Anforderungen angepasst werden können. Für Städte und Gemeinden bedeutet dies eine höhere Investitionssicherheit, da Systeme einfacher erweitert oder angepasst werden können. Für den täglichen Betrieb ergeben sich klare Vorteile: Die Kombination aus bewährter Technik und modularer Produktstruktur erhöht die Einsatzverfügbarkeit, vereinfacht Wartung und Instandhaltung und reduziert Stillstandszeiten. Gleichzeitig ermöglicht die modulare Ausrichtung eine wirtschaftlichere Fuhrparkplanung und unterstützt einen langfristigen und nachhaltigen Einsatz der Geräte. Auch Händler und Servicepartner profitieren von der modularen Produktarchitektur, da sie Beratung, Konfiguration und Ersatzteilmanagement erleichtert. Die Next Generation Schneepflüge positionieren sich damit als praxisnahe Lösung für professionelle Winterdiensteinsätze im kommunalen Umfeld.

Der Schneepflug L3 von Zaugg steht beispielhaft für die Weiterentwicklung bewährter Räumtechnik. Die neue Generation setzt auf robuste Konstruktion, flexible Anpassbarkeit und zuverlässigen Einsatz im kommunalen Winterdienst.

Concept Blower: Konzeptstudie mit Blick auf zukünftige Anforderungen

Mit dem Concept Blower, der an der IFAT 2026 erstmals vorgestellt wurde, gibt die Zaugg AG einen gezielten Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Bereich leistungsfähiger Schneefrässchleudern. Der Concept Blower ist als Studie ausgelegt und dient der Einordnung kommender Anforderungen im kommunalen Winterdienst. Im Fokus stehen Effizienz, Leistungsfähigkeit und eine zukunftsgerichtete Auslegung für anspruchsvolle Einsatzbedingungen. Erste konzeptionelle Überlegungen zeigen, dass die Zaugg AG bestehende Lösungen weiterdenkt und den Einsatz von Schneefrässchleudern im kommunalen Umfeld langfristig optimieren möchte. Technische Details und konkrete Produktspezifikationen werden bewusst nicht kommuniziert. Vielmehr nutzt die Zaugg AG den Concept Blower, um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen und frühzeitig aufzuzeigen, in welche Richtung sich moderne Schneefrässchleudern entwickeln können.

Der Concept Blower von Zaugg wurde auf der IFAT als Konzeptstudie für zukünftige Schneefrässchleudern präsentiert. Das Exponat knüpft an die bewährte Schneefrästechnik des Herstellers an (Bild linke Seite) und gibt einen Ausblick darauf, wie leistungsfähige Lösungen für anspruchsvolle Winterdiensteinsätze weiterentwickelt werden könnten.

Bewährte Technik und neue Konzepte im Winterdienst Mit der Weiterentwicklung der Schneepflüge nach dem Prinzip „Gutes wurde noch besser gemacht“ und dem Concept Blower zeigt die Zaugg AG, wie bewährte Technik und neue Konzepte im kommunalen Winterdienst zusammengedacht werden können. Das Unternehmen richtet seine Entwicklungen an den Anforderungen von Kommunen, Händlern und Partnern aus, mit dem Ziel, Winterdiensteinsätze sicher, wirtschaftlich und zukunftsfähig zu gestalten.

© Zaugg

UNIMOG NACH MASS FÜR DEN

ASFINAG-STRECKENDIENST

Was nicht passt, wird passend gemacht: Bei der Asfinag in Lebring wurde gemeinsam mit Pappas ein Unimog U527 so ausgestattet, dass er Grünpflege und Reinigungsarbeiten entlang der Strecke miteinander verbindet. Die Kombination aus MulagFrontausleger und Eco Multiwash SWA 4000 von ecotech erweitert den Einsatzbereich deutlich.

Verantwortlich für das gesamte hochrangige Straßennetz Österreichs, setzt die Asfinag seit der ersten Stunde auf die Unimog-Kompetenz aus dem Hause Pappas. Das Betätigungsfeld des Universalmotorgeräts reicht hier von der Grünraumund Böschungspflege über den klassischen Winterdienst mit Pflug und Streuer bis hin zu Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten. Schon bisher reinigt die Asfinag, unterstützt durch den Unimog, Tunnelwände, Leitplanken, Lärmschutzwände

und Verkehrszeichen. Bei der Asfinag im steirischen Lebring ist man nun noch einen Schritt weiter gegangen. Schon früher hat das dortige Team bewiesen, eigene Werkzeuge zu entwickeln, wenn passende Lösungen am Markt fehlen. So hat die dortige Mannschaft ein eigenes Anbaugerät für das Freischneiden von Straßen entwickelt und setzt dieses auch erfolgreich ein.

Kombination für Grünpflege und Reinigung

Jetzt ist man daran gegangen, den neu übernommenen Unimog U527 einerseits mit einem klassischen MulagFrontausleger auszustatten, wie er für die Grünpflege – unter anderem zum Mulchen und Mähen – Standard ist, und ihm andererseits einen 4.000-Liter-Tank auf die Ladefläche zu montieren. Dabei handelt es sich um den Eco Multiwash SWA 4000, der von ecotech in der Steiermark entwickelt wurde und dort auch gebaut wird. Durch diese bisher einmalige Kombination ist das Team der Asfinag rasch in der Lage, Verunreinigungen oder auch Ver

Neben dem Mulag-Frontausleger ist der Unimog U527 mit dem Eco Multiwash SWA 4000 von ecotech ausgestattet. Über den Hochdruckschlauch lassen sich Reinigungsarbeiten entlang der Strecke direkt vom Fahrzeug aus durchführen.

schiedene Reinigungsdüsen, wie eine Kanalreinigungs-, eine Stocher- und eine Rinnenreinigungsdüse. Für etwaige Repara

Pappas_ZeK_186x125_Kommunal_DRUCK.pdf 1 07.07.25 09:51

Ihr besserer Partner 21x

für Kommunal- und Sonderfahrzeuge.

365 Tage im Einsatz – mit Kommunal- und Sonderfahrzeugen von Pappas. Für Städte, Gemeinden, Einsatzorganisationen sowie Industrie- und Energieversorger.

Mit dem Mulag-Frontausleger ist der Unimog U527 der Asfinag in Lebring für Arbeiten in der Grünpflege gerüstet.

sicheren Halt findet. In der kalten Jahreszeit wird der Tank auf einer eigenen Stützenkonstruktion stabil abgestellt und der Streuer stattdessen aufgesetzt.

Mehr Komfort im täglichen Einsatz

Für den erfolgreichen Betrieb des neuen Unimog sind die beiden Asfinag-Mitarbeiter Daniel Trummer und Mario Krainz verantwortlich. Stets gemeinsam unterwegs, freuen sie sich über das gegenüber dem Vorgänger deutlich verbesserte Raumangebot und die auf einem neuen Level angekommene Fahrerhausklimatisierung. Auch der Wechsel hin zum neuen UNI-TOUCH-Bediensystem, in dem alle wiederkehrenden Aufgaben hinterlegt wurden, wird von beiden positiv aufgenommen, während die unzähligen Assistenten, die die GSR mit sich bringt, die Konzentration leider öfter stören, als sie die Sicherheit heben. Eine Kritik, die Daimler Trucks von vielen Seiten bekommt und die ausschließlich den gesetzlichen Vorgaben und nicht den verbauten Systemen geschuldet ist. Wie wichtig es Daniel Trummer und Mario Krainz ist, den Überblick unter allen Bedingungen sicherzustellen, zeigt der letzte Punkt der Aufpreisliste des ausgelieferten Modells. Von vier Alaska-LED-Scheinwerfern mit beheizter Linse, montiert auf dem Original-Dachbügel, ist da zu lesen – zusätzlich zur Maximalbeleuchtung, die der Unimog in dieser Version bereits serienmäßig bereithält. In Lebring zeigt sich damit, wie viel zusätzliche Einsatzbreite entsteht, wenn ein ohnehin vielseitiges Trägerfahrzeug konsequent auf die täglichen Anforderungen der Strecke zugeschnitten wird.

Die gemeinsam mit Pappas realisierte Fahrzeuglösung erforderte auch Detailarbeit am Aufbau: Für die Kombination aus Mulag-Frontausleger und 4.000-Liter-Tank adaptierte ecotech den originalen Mulag-Bügel als Aufliegepunkt des Auslegers. So bleibt der nötige Abstand zwischen Anbaugerät und Tank auch im Einsatz gewährleistet.

Daniel Trummer und Mario Krainz vor dem neuen Unimog U527 der Asfinag in Lebring, der sich im täglichen Einsatz bewährt.

HYDRAULIKÖL FÜR HOHE ANFORDERUNGEN

Mit ECOSYNT HEES 46 hat Motorex ein biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl neu nach Bosch Rexroth RDE 90245 listen lassen. Für moderne Bau-, Kommunal-, Forst- und Spezialmaschinen ist das ein relevanter Nachweis: Denn steigende Maschinenleistungen, höhere Belastungen und längere Wartungsintervalle verlangen Hydrauliköle, die nicht nur umweltverträglich sind, sondern auch über lange Einsatzzeiten stabil und zuverlässig bleiben.

In modernen Kommunal-, Bau-, Forst- und Spezialmaschinen übernehmen Hydrauliksysteme längst mehr als einfache Kraftübertragung. Höhere Maschinenleistungen, kompaktere Bauweisen und längere Einsatzzeiten stellen auch an das Hydrauliköl deutlich höhere Anforderungen. Es muss bei steigenden Temperaturen und Druckbelastungen zuverlässig arbeiten, hohe Umwälzraten verkraften und zugleich längere Wartungsintervalle ermöglichen. Für Anwender im kommunalen Umfeld ist das kein Nebenthema, sondern eine Frage der Betriebssicherheit: Wenn Geräteträger, Arbeitsmaschinen oder Spezialfahrzeuge im Einsatz stehen, entscheidet die Hydraulik wesentlich über Verfügbarkeit und Lebensdauer. Mit ECOSYNT HEES 46 verweist Motorex auf ein biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl, das bereits seit 2007 am Markt ist und nun neu nach Bosch Rexroth RDE 90245 gelistet wurde. Die Listung bestätigt die Einsatzmöglichkeit in modernen Hochleistungs-Hydraulikanlagen und Hydrostaten, wie sie unter anderem in Bau-, Forst-, Land-, Kommunal- und Spezialmaschinen eingesetzt werden. Damit rückt ein Produkt in den Fokus, das technische Leistungsfähigkeit mit Anforderungen an Umweltverträglichkeit verbinden soll.

Lange Standzeit als Nachhaltigkeitsfaktor

ECOSYNT HEES 46 wurde für Anwendungen entwickelt, bei denen neben der technischen Belastbarkeit auch der Einsatz in sensiblen Bereichen eine Rolle spielt. Die zinkfreie und hydrolytisch stabile Formulierung eignet sich laut Mo-

torex besonders für sensible Umweltzonen sowie für Anwendungen im Wasserbau. Das Hydrauliköl ist biologisch schnell abbaubar nach OECD 301 B, erfüllt die DIN ISO 15380:2024 sowie den Swedish Standard SS 15 54 34 und enthält mehr als 25 Prozent nachwachsende Rohstoffe. Zugleich ist es nach GHS kennzeichnungsfrei. Nachhaltigkeit bedeutet im hydraulischen Einsatz jedoch nicht nur Umweltverträglichkeit, sondern auch eine möglichst lange Verwendungsdauer. Denn in der Praxis muss ein Hydrauliköl über lange Einsatzzeiten seine Eigenschaften behalten, Bauteile schützen und im System verlässlich funktionieren. Motorex nennt dafür eine hohe Oxidationsstabilität, starken Verschleißschutz, sehr gute Filtrierbarkeit sowie eine ausgeprägte Elastomer-, Dichtungs- und Schlauchverträglichkeit. Dr. Markus Kurzwart, Leiter Forschung und Entwicklung bei Motorex, fasst den technischen Anspruch so zusammen: „ECOSYNT HEES 46 erfüllt die Anforderungen moderner Hydraulikanlagen. Es bleibt auch unter Dauerbelastung viskositätsstabil und schützt vor Verschleiß und Ablagerungen. Zudem zeigt es eine hohe Materialverträglichkeit – für einen langlebigen und störungsfreien Betrieb.“

Nachweis für anspruchsvolle Hydraulikanlagen

Die Listung nach Bosch Rexroth RDE 90245 gilt im Bereich der Hydrauliköle als anspruchsvoller technischer Nachweis. Für Maschinenhersteller, Servicebetriebe und Anwender ist sie deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl und Frei-

gabe geeigneter Hydrauliköle. Viele Hersteller schreiben den Einsatz freigegebener Hydrauliköle ausdrücklich vor. Eine entsprechende Listung schafft daher Orientierung bei der Auswahl, erleichtert die Einbindung in Wartungskonzepte und unterstützt klare Vorgaben im After Sales. Gerade im kommunalen Bereich, wo Maschinen über viele Jahre hinweg in sehr unterschiedlichen Aufgaben eingesetzt werden, zählt diese Verlässlichkeit. Hydraulikanlagen in Mähtechnik, Geräteträgern, Forst- und Bauanwendungen oder Spezialmaschinen müssen häufig unter wechselnden Bedingungen funktionieren. Sandro Gissi, Product Manager bei Motorex, sieht in ECOSYNT HEES 46 daher einen Beleg dafür, „dass sich strenge Regulierungen und höchste Performance nicht ausschließen.“ Damit wird deutlich, dass Umweltverträglichkeit nicht als Einschränkung verstanden werden muss, sondern Teil eines technisch belastbaren Gesamtkonzepts sein kann.

Sicherheit für Hersteller und Anwender Für Motorex ist die neue Listung zugleich ein Schritt in Richtung Maschinenhersteller. Diese können ECOSYNT HEES 46 in Betriebshandbücher, Freigabelisten und Wartungskonzepte aufnehmen. Das schafft nicht nur technische Sicherheit, sondern vereinfacht auch Serviceprozesse, weil klare Vorgaben für Betrieb und Instandhaltung bestehen. Für Anwender bedeutet das mehr Planbarkeit im laufenden Einsatz und eine bessere Grundlage für lange Serviceintervalle. Dass die Weiterentwicklung des Produkts nicht isoliert betrachtet wird, sondern aus den Anforderungen moderner Maschinen und ihrer Betreiber entsteht, betont Dr. William Wright, Senior Chemiker bei Motorex: „Der Schlüssel unseres Erfolgs liegt im Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kundschaft und in der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen. Dieses Prinzip bleibt unser Anspruch.“ Damit positioniert Motorex ECOSYNT HEES 46 nicht nur als biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl, sondern als technische Lösung für HochleistungsHydraulikanlagen, in denen Betriebssicherheit, Materialverträglichkeit und Umweltanforderungen gemeinsam erfüllt werden müssen.

Ob im innerstädtischen Tiefbau (oben) oder auf hochalpinen Baustellen (links): Hydrauliksysteme in Bau-, Kommunal- und Spezialmaschinen müssen auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktionieren. ECOSYNT HEES 46 von Motorex wurde für moderne HochleistungsHydraulikanlagen entwickelt und verbindet technische Belastbarkeit mit biologisch schneller Abbaubarkeit.

Vortragsprogramm in Zusammenarbeit

MAUCH PUNKTET MIT KOMPETENZ UND VERLÄSSLICHKEIT IM

KOMMUNALBEREICH

Zwei Praxisbeispiele aus Taufkirchen an der Trattnach und St. Andrä im Lungau zeigen, wie Mauch als Spezialist für Landund Kommunaltechnik Gemeinden bei der Auswahl passender Maschinen unterstützt. Im Mittelpunkt stehen ein Valtra N155 Versu und ein Weidemann 2080T, die im Bauhofalltag mit Vielseitigkeit, Komfort und zuverlässiger Einsatzbereitschaft überzeugen. Die Beschaffung über die BBG erleichtert Kommunen zusätzlich die rechtssichere und effiziente Umsetzung solcher Investitionen.

Gemeinden und Bauhöfe stehen täglich vor vielfältigen Herausforderungen. Ob Winterdienst, Straßenpflege, Grünraumbewirtschaftung oder Transportarbeiten – moderne Kommunaltechnik muss zuverlässig, vielseitig und wirtschaftlich sein. Genau hier hat sich die Firma Mauch über viele Jahre hinweg als starker Partner etabliert. Mit umfassendem Know-how, persönlicher Beratung und einem breiten Maschinenportfolio begleitet das Unternehmen Kommunen in ganz Österreich. Besonders die Partnerschaft mit der BBG ermöglicht dabei eine einfache und rechtlich abgesicherte Beschaffungslösung für Gemeinden.

Valtra N155 überzeugt in Taufkirchen

Die Marktgemeinde Taufkirchen an der Trattnach setzt seit Kurzem auf einen neuen Valtra N155 Versu mit Frontlader. Der vierzylinder Kommunaltraktor hat 155 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. In der Gemeinde übernimmt er zahlreiche Aufgaben – von Räum- und Streuarbeiten im Winter bis hin zu Instandhaltungs- und Transportarbeiten im gesamten Gemeindegebiet. Besonders

wichtig war dabei, dass bestehende Anbaugeräte weiterhin genutzt werden können. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren die hohen Achslasten, der Wenderadius von ca. 4,5 m sowie der hohe Fahrkomfort des Fahrzeugs. „Man findet sich sofort zurecht – vom ersten Einstieg an passt einfach alles“, beschreibt das Bauhof-Team die ersten Erfahrungen mit dem neuen Traktor. Auch nach rund 400 Betriebsstunden zeigt sich die Gemeinde äußerst zufrieden: „Der Valtra passt perfekt zu unseren Anforderungen im täglichen Gemeindeeinsatz.“ Neben der Technik überzeugte auch die Zusammenarbeit mit dem Team von Mauch. Die schnelle Unterstützung, gute Erreichbarkeit und kompetente Beratung wurden von der Gemeinde besonders positiv hervorgehoben.

Weidemann 2080T im Einsatz in St. Andrä im Lungau

Auch der Bauhof St. Andrä im Lungau entschied sich für eine Maschinenlösung von Mauch. Dort unterstützt nun ein Weidemann 2080T die tägliche Arbeit im Gemeindegebiet. Der Teleradlader kommt unter anderem im Winterdienst, beim Gehsteigräumen, im Streusilobetrieb sowie bei allgemeinen

Der neue Valtra N155 Versu der Marktgemeinde Taufkirchen an der Trattnach ist vielseitig im Einsatz – vom Winterdienst mit Räum- und Streutechnik bis zu Transport- und Instandhaltungsarbeiten im Gemeindegebiet. Auch Mäharbeiten zählen zum Aufgabenspektrum, wie der Einsatz mit Auslegemäher auf der linken Seite zeigt.

Bauhofarbeiten zum Einsatz. Besonders überzeugt haben die hohe Hubhöhe von 4,20 m, die geräumige Kabine und die Wendigkeit der Maschine (Innenradius 1,73 m). „Die Kabine ist groß, der Sitz bequem, die Maschine wendig und leise – genau so soll’s sein“, erklärt Bauhofleiter Karl Brandstätter. Vor der Anschaffung konnten verschiedene Modelle direkt am Mauch-Standort in Burgkirchen getestet werden. „Wir konnten die Maschinen ausführlich ausprobieren. Das hat uns sehr zugesagt – und die Beratung war ebenfalls top“, berichtet Brandstätter weiter.

Rechtssichere Beschaffung über die BBG

Ein wesentlicher Vorteil für Gemeinden ist die Partnerschaft von Mauch mit der Bundesbeschaffung GmbH (BBG). Dadurch können Kommunen Maschinen und Geräte rechtlich abgesichert und ohne aufwendige Ausschreibungsverfahren beschaffen. Gerade im öffentlichen Bereich erleichtert dies viele Investitionsentscheidungen erheblich. „Die einfache, schnelle und rechtssichere Abwicklung über die BBG ist für viele Gemeinden ein entscheidender Vorteil“, erklärt das Kommunalteam von Mauch. Durch die Kombination aus moderner Tech-

bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste kommunale Anforderungen.

Passende Technik für vielfältige kommunale Anforderungen Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigen, wie wichtig eine sorgfältige Auswahl der passenden Kommunaltechnik für die täglichen Anforderungen in Gemeinden und Bauhöfen ist. Ebenso entscheidend sind kompetente Ansprechpartner, die den gesamten Beschaffungsprozess begleiten und die individuellen Anforderungen der Kommunen verstehen. Gerade die Beschaffung über die Bundesbeschaffung GmbH bietet dabei zahlreiche Vorteile – von der rechtlichen Sicherheit bis zur einfachen und effizienten Abwicklung. Gemeinden, die vor Investitionsentscheidungen stehen, sollten daher die Möglichkeiten der BBG nutzen und sich frühzeitig beraten lassen, um die für ihren Einsatzbereich optimale Lösung zu finden. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Kommunalbereich, einem breiten Maschinenportfolio und spezialisierten Ansprechpartnern zählt Mauch dabei zu den Unternehmen, die Gemeinden bei der Auswahl und Umsetzung passender Lösungen professionell begleiten.

Der Weidemann 2080T unterstützt den Bauhof St. Andrä im Lungau bei vielfältigen Arbeiten im Gemeindegebiet. Neben dem Einsatz bei allgemeinen Bauhofaufgaben überzeugt der Teleradlader auch bei der Pflege öffentlicher Flächen und beim Materialhandling.

ERFOLGREICHE JUBILÄUMSAUSGABE DER WELTLEITMESSE IFAT

In ihrem 60. Jubiläumsjahr – seit 1966 ist die IFAT Munich der globale Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche – verzeichnet die Weltleitmesse neue Spitzenwerte: Rund 3.400 Aussteller und etwa 142.000 Besucher besuchten die Messe vom 4. bis 7. Mai 2026. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen präsentierten auf 300.000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity – und damit Antworten auf einige der drängendsten globalen Herausforderungen.

Seit 60 Jahren begleitet die IFAT Munich die Entwicklung der Umwelttechnologien. Deren Bedeutung hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: Angesichts fragiler Lieferketten, knapper Ressourcen und geopolitischer Spannungen gelten sie zunehmend als wichtiger Baustein für mehr Resilienz und Versorgungssicherheit. Stefan Rummel, CEO der Messe München, bilanziert: „Die Rekordbeteiligung auf der IFAT Munich 2026 zeigt deutlich: Die Kreislauf- und Wasserwirtschaft hat Systemrelevanz und entwickelt sich zur nächsten globalen Schlüsselindustrie. Die IFAT Munich als Plattform ermöglicht den entscheidenden Wissenstransfer und verschafft der Branche die nötige Sichtbarkeit, um gemeinsam mit der Politik in den Dialog zu kommen und die richtigen Weichen zu stellen.“

Wasser-, Gas- und Trinkwasserinfrastrukturen zählten zu den vielen Themenfeldern der IFAT. Die Messe zeigte, wie stark Umwelttechnik heute mit Versorgungssicherheit und resilienter Infrastruktur verknüpft ist.

Plattform für Austausch zwischen Industrie und Politik Neben deutschen Staatsministern und internationalen Ministerdelegationen machte sich 2026 die EU-Kommissarin für Umwelt, Resiliente Wasserversorgung und Wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, ein Bild von den zukunftsweisenden Lösungen für Wasser, Recycling und Zirkularität. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte auf der Messe, dass Umwelttechnologien Kernvoraussetzungen für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand seien.

Österreich stark vertreten

Auch Österreich war auf der IFAT Munich 2026 stark vertreten. Mit über 110 ausstellenden Unternehmen zählt Österreich wie-

Bundesminister Norbert Totschnig (2. v. r.) zu Besuch am KahlbacherStand: Österreichische Umwelt- und Kommunaltechnik war auf der IFAT Munich 2026 stark vertreten.

Messe München
© Kahlbacher

der zu den führenden internationalen Ausstellernationen und unterstreicht damit seine starke Position auf den globalen Umwelttechnikmärkten. Österreichs Umweltminister Norbert Totschnig eröffnete den österreichischen Gruppenstand und verwies dabei auf die Stärke der heimischen Umwelttechnik- und Kreislaufwirtschaft auf den internationalen Märkten. „Die hohe Forschungs- und Entwicklungsintensität sowie die konsequente Umsetzung praxisnaher Lösungen machen unsere heimische Umwelttechnik-Branche zu einem zentralen Motor der grünen Transformation“, so Totschnig. Mehr als 100 Innovationen „Made in Austria“ wurden im Rahmen der Messe vorgestellt.

Resiliente Wasserinfrastrukturen bekommen Priorität

Auch die Resilienz von Leitungen und Wassersystemen gehört zu den großen Herausforderungen der Zeit. Zum einen braucht es effektiven Schutz vor gezielten Eingriffen in die In-

frastruktur, etwa durch physische Sabotage oder Cyberangriffe, aber auch resiliente Lösungen mit Blick auf Starkregen, Überschwemmungen, extreme Hitze und Wassermangel.

Geschlossene Stoffkreisläufe für mehr Ressourcensicherheit Eine auf der IFAT Munich vorgestellte Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des BDI zeigt das große wirtschaftliche Potenzial der Circular Economy: Die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland könnte bis 2045 von derzeit 60 auf bis zu 125 Milliarden Euro steigen, während sich die zusätzliche Wertschöpfung kumuliert auf bis zu 880 Milliarden Euro summieren könnte. Zudem könnten Recycling und Wiederverwendung bis zu 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzen. Vor diesem Hintergrund standen auf der IFAT Munich 2026 Ressourceneffizienz, geschlossene Stoffkreisläufe und mehr Versorgungssicherheit im Mittelpunkt.

Auf dem Freigelände waren mehr als 110 Maschinen und Fahrzeuge im Einsatz.
Die IFAT punktet bei den Messebesuchern vor allem durch die Paxisnähe und die umfassende Beratung vor Ort.
© Messe München
© Messe München
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zek
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GALABAU 2026 – MESSE ALS

IMPULSGEBER FÜR GRÜNE BRANCHE

Mit starken Impulsen für Nachwuchs, Nachhaltigkeit und Innovation setzt die GaLaBau 2026 vom 15. bis 18. September in Nürnberg klare Zukunftszeichen für die grüne Branche. Wettbewerbe, Themenpfade und Live-Demonstrationen machen aktuelle Entwicklungen im Garten- und Landschaftsbau praxisnah erlebbar. Als Internationale Leitmesse für Urbanes Grün und Freiräume bietet die GaLaBau Orientierung, Austausch und konkrete Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

Mit einem vielseitigen und praxisnahen Rahmenprogramm rückt die internationale Fachmesse GaLaBau vom 15. bis 18. September 2026 erneut zentrale Zukunftsthemen der grünen Branche in den Mittelpunkt. Formate wie der Landschaftsgärtner Cup, der grün blaue Pfad und die E-Mobility Area adressieren gezielt die Themen Nachwuchsförderung, Nachhaltigkeit und technologische Innovationen und machen diese für Fachbesucher erlebbar. Damit unterstreicht die „Internationale Leitmesse für Urbanes Grün und Freiräume“ ihren Anspruch, der Branche Orientierung zu geben und Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen zu präsentieren. Erwartet werden rund 1.100 Aussteller in 14 Messehallen und auf den Aktionsflächen im Freien.

Landschaftsgärtner Cup: Nachwuchstalente kämpfen um den Deutschen Meistertitel Ein besonderer Publikumsmagnet im Rahmenprogramm der GaLaBau ist der Landschaftsgärtner Cup. Der deutschlandweite Wettbewerb gilt als eines der prestigeträchtigsten Formate des Garten- und Landschaftsbaus und stellt den beruflichen Nachwuchs der Branche in den Fokus. Alle Landesverbände entsenden die Sieger ihrer jeweiligen Landesentscheide nach Nürnberg, wo sie auf der GaLaBau gegeneinander antreten, um den Titel des Deutschen Meisters im Garten- und Landschaftsbau zu erringen. Über zwei Wettbewerbstage hinweg bearbeiten die Nachwuchslandschaftsgärtnerinnen und -gärtner eine anspruchsvolle praktische Aufgabe, die sowohl handwerkliches Können als auch Teamfähigkeit und fachliche Exzellenz verlangt. Den feierlichen Abschluss bildet die Preisverleihung im Messepark, bei der die

besten Nachwuchs-Teams ausgezeichnet werden. Mit dem Landschaftsgärtner Cup macht die GaLaBau einmal mehr die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte sichtbar und setzt zugleich damit ein deutliches Signal für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche.

Grün blauer Pfad: Nachhaltige Lösungen für Klima und Stadtentwicklung Ein weiterer zentraler Bestandteil des Rahmenprogramms ist der grün blaue Pfad. Er zeigt anschaulich, was die grüne Branche aktiv zum Klimaschutz, zur Klimaanpassung und zu nachhaltigen urbanen Lebensräumen beitragen kann. Entlang des Pfades präsentieren ausgewählte Aussteller ihre Produkte, Konzepte und Lösungen, die beispielsweise den Umgang mit Wasser, die Begrünung von Städten oder ressourcenschonende Bauweisen in den Fokus rücken. Die Teilnahme am grün blauen Pfad ist limitiert und setzt ein Bewerbungsverfahren voraus, bei dem die Unternehmen sich einer Jurybewertung stellen. Dadurch wird die hohe fachliche Qualität des Formats sichergestellt. Aus Sicht der Messe gewinnt das Thema Nachhaltigkeit kontinuierlich an Relevanz – entsprechend zählt der grün blaue Pfad zu den inhaltlichen Leuchtturmformaten der GaLaBau. Isabel Grundner, die Veranstaltungsleiterin der GaLaBau, betont: „Mit dem grün blauen Pfad machen wir nachhaltige Innovationen im Garten- und Landschaftsbau sichtbar – von Ressourcenschonung über Klimaanpassung bis hin zur Förderung der Biodiversität. Darüber hinaus bieten wir als besonderen Service für Besucher geführte Touren an, bei denen sie sich über die Innovationen und Lösungen der Aussteller informieren können.“

Auf den beliebten Aktionsflächen der GaLaBau können Bagger & Co. ihre Arbeitsleistung unter Beweis stellen.

E-Mobility Area: Elektromobilität live im Einsatz erleben

Wie innovative Antriebstechnologien konkret im Arbeitsalltag eingesetzt werden können, zeigt die E-Mobility Area im Außenbereich der GaLaBau. Hier präsentieren Aussteller neu entwickelte Bau und Pflegemaschinen sowie Kommunalfahrzeuge mit Elektroantrieb. Im Herzen der Aktionsflächen können Fachbesucher die Leistungsfähigkeit, Effizienz und Einsatzmöglichkeiten der E-Mobilität im Garten und Landschaftsbau aus nächster Nähe erleben und testen. Bereits in der vergangenen Messeausgabe stieß das Format auf reges Interesse: Als Teil des grün blauen Pfads rückte die E-Mobility Area emissionsarme Technologien und zukunftsweisende Maschinenlösungen in den Fokus der Besucher. An allen Messetagen demonstrieren Aussteller ihre Produktneuheiten und machen deutlich, welches Potenzial elektrische Antriebe für die Branche bieten.

Branche zeigt Stabilität in herausfordernden Zeiten

Das starke Rahmenprogramm der GaLaBau spiegelt zugleich die aktuelle Marktlage des Garten und Landschaftsbaus wider. Trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedin-

gungen behauptet die Branche weiterhin ihren Wachstumskurs. So verzeichnete der Garten und Landschaftsbau im Jahr 2025 einen nominalen Umsatzanstieg von 4,3 Prozent auf insgesamt 11,11 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Betriebe bundesweit auf rund 19.900 Unternehmen sowie die Zahl der Beschäftigten auf über 131.700 Personen. Auch in der Ausbildung zeigt sich die Stärke der Branche: 2025 kletterte die Zahl der Auszubildenden erneut leicht und erreichte rund 8.100 junge Fachkräfte. Die aktuelle Branchenstatistik 2025 des Bundesverbandes Garten , Landschafts und Sportplatzbau e. V. (BGL) bestätigt damit die wirtschaftliche Stabilität des Sektors und unterstreicht dessen wachsende Bedeutung für Klimaanpassung, Lebensqualität und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Entsprechend präsentiert der BGL als ideeller Träger der GaLaBau mit der „Zukunft grüner Lebensräume“ einen lebendigen, grünen Messestand, der atmet und kühlt: mit Fachvorträgen bekannter Branchenfachleute auf dem GaLaBau Experten-Forum, das auch als Plattform für Wettbewerbe und öffentliche Auszeichnungen dient und Innovationen, Best Practice sowie neue, nachhaltige BranchenLösungen zeigt.

Die GaLaBau bietet eine gute Marktübersicht, Interessenten können die unterschiedlichen Maschinen direkt vergleichen.

ZWEITES HEIZWERK STÄRKT

REGIONALEN KREISLAUF IN EUGENDORF

In Eugendorf ist aus der Nutzung von Waldrestholz ein Nahwärmesystem entstanden, das 2025 um ein zweites Heizwerk ergänzt wurde. Die Erweiterung verbindet effiziente Wärmerückgewinnung mit regionaler Biomasse und einem Kreislaufgedanken, der vom Waldrestholz bis zur aufbereiteten Asche als Dünger reicht.

Was am Anfang aus einer sehr praktischen Frage heraus entstand, ist in Eugendorf bei Salzburg zu einem

Im neuen Heizwerk der Nahwärme Eugendorf greifen Biomassekessel, Rauchgaskondensation, Absorptionswärmepumpe, Elektrofilter und zentrale Steuerung zu einem effizienten Gesamtsystem ineinander.

regionalen Nahwärmesystem gewachsen: Wohin mit jenem Holz, das in der klassischen Verwertung oft schwer unterzubringen ist? Am eigenen landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Neuhofer wurde bereits mit Hackschnitzeln geheizt. Zugleich zeigte sich, dass viele andere Landwirte und Waldbesitzer für Waldrestholz, Äste und schwer vermarktbares Material eine sinnvolle Nutzung suchten. Josef Neuhofer entwickelte daraus die Idee, regionale Biomasse nicht nur am eigenen Hof, sondern für eine breitere Wärmeversorgung einzusetzen: Aus diesem Ansatz entstand die Nahwärme Eugendorf, 2009 ging das Biomasseheizwerk in Betrieb. Dem vorausgegangen war viel Überzeugungsarbeit – denn in Eugendorf nutzten viele größere Abnehmer günstiges Erdgas. Dass sich öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und private Haushalte dennoch für Nahwärme entschieden, war entsprechend wichtig für den Aufbau des Netzes. Gleichzeitig bot der Standort günstige Voraussetzungen: Das Heizwerk liegt nahe an den Gewerbebetrieben, verkehrsgünstig hinter der Autobahn und ohne unmittelbare Wohnnachbarschaft. Anlieferung und Betrieb lassen sich dadurch logistisch gut abwickeln, ohne Anwohner direkt zu belasten.

Geschäftsführer Martin Neuhofer im neuen Heizwerk der Nahwärme Eugendorf: Die Erweiterung verbindet zusätzliche Leistung mit effizienter Wärmerückgewinnung.

Aus Waldrestholz wird Nahwärme

In den folgenden Jahren wurde das Netz kontinuierlich erweitert und verdichtet. 2025 folgte der nächste Entwicklungsschritt: ein zweites Heizwerk, mit dem die verfügbare Leistung am Standort verdoppelt wurde und die künftige Versorgung abgesichert werden soll. „Wir waren in den letzten Jahren von der Auslastung her wirklich schon bei nahezu 100 Prozent“, sagt Martin Neuhofer, Sohn des Initiators sowie Geschäftsführer und Miteigentümer der Nahwärme Eugendorf. Laufend seien neue Anschlüsse hinzugekommen. „Irgendwann sind wir trotz effizienterer Gebäude und trotz wärmerer Winter an den Punkt gekommen, an dem klar war: Jetzt braucht es den nächsten Investitionsschritt.“

Nächster Schritt für das Nahwärmenetz

Die Umsetzung erfolgte in einem engen Zeitfenster: Nach den Planungen und Beauftragungen wurde Anfang Juni 2025 mit dem Bau begonnen, Mitte November ging das neue Werk in Probebetrieb. „Die Erweiterung ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen“, sagt Martin Neuhofer. Heute versorgt das Nahwärmenetz über 750 Haushalte, Betriebe und öffentliche Gebäude der Marktgemeinde Eugendorf. Das rund 15 km lange Netz verteilt jährlich bis zu 21 Mio. kWh Wärmeenergie. Mit beiden Werken seien künftig rund 30 Mio. kWh Produktion möglich. Beim neuen Heizwerk ging es nicht nur darum, zusätzliche

Auch die Asche wird in Eugendorf als Teil des regionalen Kreislaufs betrachtet: Grobe Bestandteile werden ausgesiebt, die feine Asche wird aufbereitet und kann als Dünger genutzt werden.

Leistung bereitzustellen. Entscheidend war, die eingesetzte Biomasse noch effizienter zu nutzen und die einzelnen Erzeuger technisch sinnvoll in das Gesamtsystem einzubinden. Der neue Biomassekessel von AGRO Forst- und Energietechnik bildet dafür die Basis. Ergänzt wird er durch eine Rauchgaskondensation von Heger Edelstahl, eine Absorptionswärmepumpe von StepsAhead und einen Elektrofilter von Ionitec. Die übergeordnete Steuerung und Visualisierung erfolgt über Schneid. Geplant wurde das neue Heizwerk von Ewald Jaunegg, dessen Arbeitsschwerpunkt in der Anlagenoptimierung von Biomasseheizwerken liegt. Sein Planungsansatz folgt dem Ziel, aus jedem Schüttraummeter Hackschnitzel möglichst viel nutzbare Wärme zu gewinnen. In Eugendorf lag der Fokus entsprechend darauf, die zusätzlichen Erzeugungsund Rückgewinnungskomponenten effizient in das bestehende Wärmesystem einzubinden.

Wärme zurückholen, statt sie über den Kamin zu verlieren Besonders wichtig ist die Kombination aus Rauchgaskondensation und Absorptionswärmepumpe. Bereits die Rauchgaskondensation dient dazu, Energie aus dem Abgasstrom zurückzugewinnen, die andernfalls ungenutzt über den Kamin verloren ginge. Im neuen Eugendorfer Heizwerk wird diese Rückgewinnung durch die Absorptionswärmepumpe nochmals deutlich gesteigert. „In Kombination mit der Absorptions-

Die Dachflächen der Nahwärme Eugendorf werden für Solarthermie genutzt: Beim neuen Heizwerk kamen 566 m² thermische Solarfläche hinzu, die vor allem in den wärmeren Monaten zur Entlastung der Biomassekessel beitragen kann.

wärmepumpe können wir die Wärmerückgewinnung von rund zehn bis zwölf Prozent auf etwa 30 Prozent erhöhen“, erklärt Martin Neuhofer. Für den Betrieb sei das ein wesentlicher Effizienzsprung, gerade weil Biomassepreise in den vergangenen Jahren ebenfalls gestiegen seien. „Wenn der Rohstoff teurer wird, ist man froh, wenn man ein sehr effizientes Heizwerk hat.“ Die Absorptionswärmepumpe ist in das thermische System eingebunden und nutzt die Rauchgaskondensationen beider Biomasseanlagen als Wärmequelle. Daraus erschließt sie eine Quellleistung von 1.100 kW und macht zusätzliche Energie aus dem Abgasstrom für das Gesamtsystem nutzbar. Ein weiterer Effizienzbaustein ist der Heißwasserkessel im neuen Werk. Der Biomassekessel verfügt über 3.000 kW Leistung und wird im internen Kesselkreis mit rund 150 °C betrieben. Dieses höhere Temperaturniveau schafft gute Voraussetzungen für die Einbindung der Absorptionswärmepumpe und der Wärmerückgewinnung in das Gesamtsystem. Zur technischen Ausstattung des neuen Heizwerks gehört außerdem ein Elektrofilter. Er reduziert die Staub- und Partikelemissionen aus der Biomasseverbrennung und ist damit ein wichtiger Bestandteil, um die Anlage nicht nur leistungsfähig, sondern auch emissionsarm zu betreiben. Martin Neuhofer macht deutlich, dass es beim neuen Heizwerk nicht nur um mehr Leistung ging: „Wir wollen die eingebrachte Energie so vollstän-

dig wie möglich nutzen.“ Auch Solarthermie ist Teil des Systems: Bereits das erste Heizwerk wurde mit einer großen thermischen Solaranlage errichtet, beim neuen Werk kamen weitere 566 m² Solarfläche hinzu. Vor allem in den wärmeren Monaten kann Solarthermie dazu beitragen, Biomassekessel zu entlasten.

Zwei Heizwerke, ein System Gesteuert und visualisiert werden die Anlagen über eine

Mit der Erweiterung ist auch die Anlagenführung komplexer geworden: Über die zentrale Steuerung von Schneid werden die Erzeuger beider Heizwerke gemeinsam überwacht und abgestimmt.

Lösung von Schneid. Damit lassen sich die beiden Heizwerke nicht als getrennte Einzelanlagen, sondern als verbundenes Gesamtsystem führen. Die zentrale Steuerung koordiniert das Zusammenspiel von Biomassekesseln, Rauchgaskondensation, Absorptionswärmepumpe, Solarthermie und Puffern. Für den laufenden Betrieb ist das entscheidend, weil mit der Erweiterung nicht nur mehr Leistung, sondern auch deutlich mehr Komplexität hinzugekommen ist.

Asche als Teil des Kreislaufs

Der Kreislauf endet in Eugendorf nicht beim Kessel. Auch die Asche wird nicht einfach als Abfall betrachtet. In beiden Anlagen gibt es eine Aschensiebung, dabei werden grobe Bestandteile wie Steine, Erdanteile oder Verschlackungen ausgeschieden. Die feine Asche wird aufbereitet, angefeuchtet und kann als Düngerasche genutzt werden. „Asche ist ein hochwertiger Dünger. Das Problem war in der Praxis oft, dass sie staubt, Fremdstoffe enthält oder nicht gut auszubringen ist“, erklärt Martin Neuhofer. Deshalb wird die Asche vor der Abholung so vorbereitet, dass sie ähnlich wie Feuchtkalk ausgebracht werden kann. Sie wird vor allem an Landwirte bzw. Holzlieferanten abgegeben, die zuvor Hackschnitzel, Rundholz und Äste aus der Region geliefert haben. „Vorne kommt Biomasse aus dem Wald in den Ofen, hinten bleibt ein wertvoller Dünger übrig. Uns war wichtig, dass wir das wieder sinnvoll zurückbringen“, sagt Martin Neuhofer. Was also einst aus der Frage entstand, wohin mit regionalem Waldrestholz, führt heute zu einem Nahwärmesystem, das Energieversorgung, lokale Wertschöpfung und Kreislaufgedanke konsequent miteinander verbindet.

Die Nahwärme Eugendorf wurde 2025 um ein zweites Heizwerk erweitert und pünktlich zur letzten Heizperiode in Betrieb genommen.

Die Absorptionswärmepumpe nutzt Wärme aus den Rauchgaskondensationen beider Biomasseanlagen und macht zusätzliche Energie für das Gesamtsystem verfügbar.

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In Nickelsdorf werden Windkraft, AgriPhotovoltaik und Österreichs größter Batteriespeicher zu einem Super-Hybrid-Park verbunden. PÜSPÖK setzt damit auf ein integriertes Energiesystem, das erneuerbare Energie flexibler verfügbar machen und bestehende Netzanschlüsse effizienter nutzen soll.

Im burgenländischen Nickelsdorf realisiert der Stromproduzent PÜSPÖK mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB) das aktuell zweitgrößte Super-Hybrid-Energieprojekt Europas. Das Vorhaben kombiniert Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher über eine gemeinsame Infrastruktur und stärkt die stabile Einspeisung erneuerbarer Energie ins Stromsystem. Durch das Zusammenspiel der drei Technologien werden bestehende Netzanschlüsse effizienter genutzt und zusätzliche Flexibilität geschaffen. „Mit dem Super-Hybrid-Park in Nickelsdorf zeigen wir, wie die Energieversorgung der Zukunft funktioniert – erneuerbar, flexibel und unabhängig von fossilen Energieträgern“, sagt PÜSPÖK-Geschäftsführer Lukas Püspök.

Doppelte Flächennutzung mit Agri-Photovoltaik

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Agri-Photovoltaik. Dabei werden Photovoltaikanlagen über landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet, sodass Stromerzeugung und Landwirtschaft gleichzeitig möglich sind. AgriPhotovoltaik und Windkraft versorgen bereits heute mehr als 338.000 Haushalte mit sauberem Strom. Mit Österreichs größtem Batteriespeicher in Nickelsdorf kommen zusätzliche Speicher- und Flexibilitätskapazitäten hinzu. Über alle geplanten Projekte hinweg entstehen 336,4 Megawatt-Peak (MWp) Agri-Photovol-

PÜSPÖK REALISIERT

SUPER-HYBRID-PARK IN NICKELSDORF

taik sowie 246 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität. Die Zuschaltung des Speichers ist für Juni 2026, die Inbetriebnahme für Juli 2026 vorgesehen.

Finanzierung für integrierte Energiesysteme

Bei einem Besuch in Nickelsdorf informierten sich EIB-Vizepräsident Karl Nehammer, Erste-Bank-Chefin Gerda Holzinger-Burgstaller, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Landesrat Heinrich Dorner über den Projektfortschritt. „Der Ausbau erneuerbarer Energien und moderner Speichertechnologien ist entscheidend für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und Klimaziele“, sagte Nehammer. Die Kombination aus Windkraft, Photovoltaik und Speicherlösungen verbessere die Integration erneuerbarer Energie und stärke Europas Energieunabhängigkeit. Die Erste Bank begleitet das Vorhaben als Finanzierungspartner. „Dieses Projekt stärkt Österreichs Energieunabhängigkeit und zeigt, wie die Energiewende konkret umgesetzt werden kann“, betonte Holzinger-Burgstaller.

In Nickelsdorf entsteht Österreichs größter Batteriespeicher als Teil des Super-Hybrid-Parks von PÜSPÖK. Die Speichertechnik ergänzt Windkraft und Agri-Photovoltaik und soll die flexible Einspeisung erneuerbarer Energie unterstützen.

Speicher als nächste Phase der Energiewende PÜSPÖK zählt zu den führenden privaten Produzenten erneuerbarer Energie in Österreich. Mit 114 Windkraftanlagen und mehreren großen PhotovoltaikParks erzeugt das Unternehmen jährlich mehr als eine Terawattstunde Strom und deckt damit rund zwei Prozent des österreichischen Strombedarfs. „Mit dem Start unseres ersten Batteriespeicherprojekts schließen wir den Kreis unserer SuperHybrid-Strategie und schaffen ein echtes Zukunftskraftwerk“, sagt Lukas Püspök. Weitere Kombinationskraftwerke in Gattendorf, Mönchhof und St. Andrä befinden sich bereits in Umsetzung. Das Projekt wird im Rahmen von REPowerEU unterstützt, dem EU-Programm zur Verringerung der Abhängigkeit von Öl und Gas sowie zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien. „Es geht nicht mehr nur darum, mehr erneuerbare Energie zu erzeugen, sondern sie auch intelligent in unser Stromsystem zu integrieren. Speicher spielen dabei eine Schlüsselrolle“, so Staatssekretärin Zehetner.

Photovoltaikflächen, Speichercontainer und Windkraftanlagen prägen den Super-Hybrid-Park in Nickelsdorf. PÜSPÖK bündelt hier mehrere erneuerbare Technologien in einem integrierten Energiesystem.

DAS WASSERMANAGEMENT DER ZUKUNFT

Vielerorts im Siedlungsraum werden Niederschläge möglichst rasch über die Kanalisation oder Gewässer abgeführt. Welche Probleme das verursacht und welche Lösungen die Idee einer „Schwammstadt“ bietet.

Autor: Robert Glabutschnig, Verkaufsleiter Mall GmbH Austria

Dass der Klimawandel zu heißeren Sommern und milderen Wintern führt, ist nicht nur allgemein bekannt, sondern lässt sich etwa anhand von Hitzeperioden und Schneemangel auch gut nachvollziehen. Doch die Erwärmung der Erdatmosphäre hat auch Auswirkungen, die uns im Alltag – zumindest bisher – weniger stark auffallen. So zeigen die aktuellen Klimaszenarien der „Geosphere Austria“, dass im Großraum Wien künftig mit mehr Hitzetagen und heftigeren Starkregenereignissen zu rechnen ist. Generell gilt: Das Niederschlagsklima wird zunehmend variabler, die Ausreißer nach oben und unten werden größer. Das bringt im Siedlungsraum zwei Herausforderungen mit sich: Wie können Grünräume während einer längeren Trockenperiode mit ausreichend Wasser versorgt werden? Und wie lassen sich Menschen, Gebäude und Infrastrukturen während starken Niederschlägen vor unkontrolliertem Oberflächenabfluss oder gar Überflutungen schützen?

Infrastrukturausbau ist teuer

Diese Probleme gibt es nicht nur wegen der Folgen des Klimawandels, sondern auch aufgrund der Art und Weise, wie unsere Städte und Dörfer gebaut sind. Die meisten Oberflächen im Siedlungsraum sind versiegelt, sodass sich Regenwasser

bei starkem Niederschlag ansammelt, weil es nicht versickern kann. Damit dies nicht zu Überflutungen führt, wird das Wasser über die Kanalisation und Oberflächengewässer möglichst rasch aus dem Siedlungsgebiet abgeführt. Doch weil der Regen so kaum versickern kann, fehlen in trockenen Zeiten die Wasserreserven im Untergrund und die Neubildung von Grundwasser ist erschwert. Und: Sehr starke Niederschläge in kurzer Zeit können Kanalisation und Fließgewässer überlasten und zu Überschwemmungen führen. Zwar lassen sich die Infrastrukturen zur Siedlungsentwässerung ausbauen, doch das ist teuer. Zudem ist es schwierig, genau zu bestimmen, wo mehr Abflusskapazität geschaffen werden muss.

Natürlicher Kreislauf

Vielversprechender ist daher ein Vorgehen, das nicht auf zentrale Infrastrukturen und das Abführen von Regenwasser setzt, sondern auf dezentrale Lösungen und das Zurückhalten des Wassers. Das erlaubt es, dass sich die Böden nach Niederschlägen vollsaugen und das Wasser speichern – in etwa wie ein Schwamm. Das nach dieser Metapher benannte Konzept der „Schwammstadt“ orientiert sich am Wasserkreislauf in der Natur. Dort staut sich das Regenwasser in

Pfützen und Bodenvertiefungen sowie im Boden selbst, ein starker Abfluss an der Oberfläche entsteht selten. So verbleiben größere Wassermengen am Ort des Niederschlags, wo sie nach und nach versickern und verdunsten. Um dies im Siedlungsgebiet zu erreichen, braucht es gezielte Maßnahmen, um Regenwasser lokal zurückzuhalten (Retention).

Vom Einzelgebäude zur Stadt

Wie kann man es ermöglichen, dass Niederschlagswasser im Siedlungsraum wieder ins Erdreich abfließt statt in die Kanalisation? Dafür kommen Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen infrage:

• Gebäude: Auf dieser Ebene lassen sich neben Häusern und bei Parkplätzen Versickerungsmulden, bepflanzte Rigolensysteme (unterirdische Regenwasserspeicher) oder auch Dach- und Fassadenbegrünungen realisieren, um Regenwasser zurückzuhalten. Im Außenraum tragen Bereiche mit unversiegeltem Boden dazu bei, dass der Regen in den Boden gelangt.

• Quartier: Auf Ebene Stadtviertel oder in größeren Arealen müssen gezielt Grünflächen und Gewässerräume geplant werden, um das Wasser von einem raschen Abfluss in die Kanalisation abzuhalten. Denkbar sind ferner größere Retentionsbecken wie etwa ein tiefergelegter Spielplatz, wo sich das Wasser bei starken Niederschlägen sammeln kann.

• Stadt: Auf übergeordneter Ebene braucht es passende Planungsinstrumente. Dazu gehören beispielsweise Verordnungen, welche die Versiegelung regulieren, einen bestimmten Grünflächenanteil vorschreiben oder die Überbauung gewisser Gebiete einschränken.

Reinigen, speichern, versickern Zu beachten ist, dass Regenwasser im Siedlungsraum meist nicht dort auf den Boden trifft, wo es versickern kann. Vielmehr

Einbau unterirdischer Regenwassertechnik beim Projekt Greenity Gate: Der Lamellenklärer ViaTub wird per Kran versetzt und ergänzt den bereits montierten Gewässerschutzfilter ViaGard. Die Anlagen dienen der Vorbehandlung belasteter Niederschlagswässer von befestigten Flächen.

prasseln Niederschläge auch auf asphaltierte Straßen, Trottoirs, Plätze und andere versiegelte Flächen. Dabei nimmt das Regenwasser verschiedene Verunreinigungen auf, beispielsweise Schwermetalle und andere Schadstoffe. Um zu verhindern, dass diese in den Boden und ins Grundwasser gelangen, sind je nach Belastung technische Anlagen nötig, die das Regenwasser reinigen, ehe es versickert oder weiterverwendet wird. Eine relevante Grundlage dazu ist das kürzlich überarbeitete, im Dezember 2025 publizierte Regelblatt 45 des Öster-

Bei der Modernisierung des Logistikareals Greenity Gate südlich von Wien wurde nicht nur das Gebäude nach ökologischen Standards generalsaniert. Auch der Außenraum wurde auf ein dezentrales Regenwassermanagement ausgelegt: Niederschlagswasser soll möglichst auf dem Grundstück zurückgehalten, gereinigt, gespeichert und vor Ort versickert werden. Zum Einsatz kommen dafür unterirdische Anlagen von Mall.

Die Infografik zeigt beispielhaft, wie dezentrales Regenwassermanagement im Sinne der Schwammstadt funktionieren kann: Niederschlagswasser wird über verschiedene Anlagen gesammelt, gereinigt, gespeichert und kontrolliert versickert oder weiterverwendet. Damit lassen sich Kanalisation und Gewässer entlasten und zugleich Wasserreserven im Siedlungsraum sichern.

reichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV). Es regelt unter anderem den Umgang mit unterschiedlich belastetem Regenwasser. Des Weiteren wurde die nationale ÖNORM B2506 mit den Teilen 1-3 erarbeitet, um die Anforderungen an geeignete Regenwasser-Sickeranlagen für Abläufe von Dachflächen und befestigte Flächen zu definieren. Weil im dicht bebauten Siedlungsgebiet an der Oberfläche nicht immer genug Platz vorhanden ist für eine Sickermulde oder eine ähnliche Retentionsmaßnahme, sind teils auch unterirdische Infrastrukturen nötig. Nebst Reinigungsanlagen handelt es sich dabei etwa um Regenwasserspeicher und Sickertunnel. Sie sorgen dafür, dass Regenwasser zurückgehalten, schadstofffrei versickert und die Grundwasser-Neubildung angekurbelt werden kann. Zudem entlasten solche Infrastrukturen die Gewässer und die Kanalisation, weil weniger Niederschläge abgeführt werden.

Wasserhaushalt im Fokus

Wie sich Maßnahmen im Sinne einer Schwammstadt in der Praxis umsetzen lassen, zeigt sich rund 30 Autominuten von Wien entfernt im Industriezentrum Niederösterreich Süd, dem größten seiner Art in der Republik. Das Gewerbeobjekt „Greenity Gate“ bietet auf einer Gesamtfläche von 35.000 m² eine teilbare Hallenfläche von rund 11.400 m² sowie knapp 950 m² Bürofläche. Es wurde unter Berücksichtigung modernster ökologischer Standards generalsaniert, wie das DGNB-Zertifikat in Platin belegt, das den derzeit höchsten NachhaltigkeitsStandard darstellt. So wird das Areal beispielsweise umweltschonend mit Geothermie beheizt und gekühlt, während großflächige Photovoltaikanlagen auf den Dächern erneuerbare Energie erzeugen. Doch nicht nur die Gebäude selbst sollten möglichst nachhaltig sein, sondern auch der Außenraum. Die Eigentümerschaft legt Wert darauf, dass möglichst viel Nieder-

schlagswasser auf dem Grundstück zurückgehalten und später versickert werden kann. Dies entlastet nicht nur die Kanalisation, sondern trägt auch zur Neubildung von Grundwasser bei. Weil es aufgrund der dichten Bebauung an der Oberfläche keinen Platz für eine Rückhaltung von Niederschlagswasser gibt, waren unterirdische Infrastrukturen erforderlich. Sie ermöglichen es, dass das Regenwasser trotz der versiegelten Oberflächen – über Umwege – vor Ort versickern kann.

Regenwasser reinigen

Damit das Niederschlagswasser von den verschiedenen Dachflächen sowie von Park- und Verkehrsflächen aber überhaupt ins Erdreich geleitet werden darf, muss es erst gereinigt werden. Die Dachwässer leitet man daher über einen Sedimentationsschacht mit integriertem Feinfilter, ehe sie in einem Sickerschacht versickert werden. Die Wässer von den Park- und Verkehrsflächen führt man zunächst in einen Sedimentationsschacht, danach in einen technischen Filter und schließlich ebenfalls in einen unterirdischen Sickerblock. Ein Teil des gereinigten Regenwassers wird in Zisternen umgeleitet, wo es für die Bewässerung der Grünflächen auf dem Areal zur Verfügung steht. Die Firma Mall Austria GmbH hat verschiedene Reinigungsanlagen für das Projekt geliefert. Dazu gehörten sechs Filterschächte, die den Zisternen vorgeschaltet montiert wurden. Die darin verbauten Filter halten alle Schmutzpartikel zurück, die größer sind als 0,6 mm. Ebenfalls verwendet werden bei Greenity Gate insgesamt acht Substratfilter des Typs „ViaGard“. Sie befreien das Niederschlagswasser von Schwermetallen und weiteren Schadstoffen. Schließlich sind auf dem Areal auch vier „ViaTub“ verbaut. Dabei handelt es sich um Lamellenklärer, in denen sich feine Schmutzpartikel im Niederschlagswasser absetzen können.

NEUE TIEFBRUNNEN SICHERN RASTATTS TRINKWASSERVERSORGUNG

Im baden-württembergischen Rastatt wurde die Trinkwasserversorgung mit drei neuen Tiefbrunnen langfristig gestärkt. Das Projekt zeigt, wie aufwendig kommunale Wasserwirtschaft wird, wenn PFAS-Belastungen, Schutzgebietsauflagen und hohe Anforderungen an die Versorgungssicherheit zusammentreffen.

Wenn Grundwasser belastet ist, wird Versorgungssicherheit zur langfristigen Aufgabe. In Mittelbaden ist die Belastung durch PFAS – auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt – von Böden und Grundwasser seit 2012 bekannt und gilt inzwischen als einer der flächenmäßig größten Umweltskandale Deutschlands. Auch in Rastatt hatte die Belastung direkte Folgen für die Trinkwasserversorgung: Bereits 2013 mussten

Mit den neuen Brunnen im Rastatter Ried werden zusätzliche Gewinnungsmöglichkeiten außerhalb der bisher bekannten PFAS-Belastung des Grundwasserleiters erschlossen. Im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden sind 1.105 ha von insgesamt 10.162 ha Ackerland betroffen. Nach einer Schätzung des Technologiezentrums Wasser sind rund 490 Mio. m³ Grundwasser belastet.

zwei von drei Wasserwerken geschlossen werden, bis 2018 erfolgte die Versorgung ausschließlich über das Wasserwerk Ottersdorf, ergänzt durch eine Notwasserverbindung zu einer Nachbargemeinde. Um die Trinkwasserqualität dauerhaft abzusichern, haben die Stadtwerke Rastatt ein mehrstufiges Infrastrukturprojekt umgesetzt. Dazu gehören die Erweiterung der Aufbereitungstechnik im Wasserwerk Ottersdorf um eine Aktivkohlefilteranlage, der Bau einer neuen Zubringerleitung und drei neue Tiefbrunnen im Naturschutzgebiet Rastatter Ried. Sie sollen zusätzliche Gewinnungsmöglichkeiten außerhalb der bisher bekannten PFAS-Belastung des Grundwasserleiters erschließen und künftig zur zuverlässigen Versorgung von mehr als 50.000 Menschen beitragen. Das Projekt wurde bereits 2022 auf den Weg gebracht und im Juli 2025 mit Baukosten von etwas mehr als 6,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Anspruchsvoller Brunnenbau im Schutzgebiet

Die Brunnenbohrarbeiten wurden von der ABT Wasser- und Umwelttechnik GmbH aus Mindelheim ausgeführt. Die federführende Generalplanung samt Bauüberwachung lag bei der Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH Baden-Baden, die Planung der Brunnenbohrungen beim Ingenieurbüro Dinkelmeyer + Herrmann GmbH. Entstanden sind drei neue Großbrunnen: zwei mit rund 60 m Tiefe und einem Endbohrdurchmesser von 1,8 m sowie ein weiterer Brunnen mit etwa 34 m Tiefe. Über eine neue Zubringerleitung sind die Brunnen an

das Wasserwerk Ottersdorf angeschlossen. Besonders anspruchsvoll war das Projekt nicht allein wegen der Dimensionen der Bohrungen. Das Rastatter Ried ist Teil eines sensiblen Wasser- und Naturschutzraums, wodurch Planung und Ausführung besonders sorgfältig abgestimmt werden mussten. Hinzu kamen die geologischen Bedingungen der Rheinebene mit wechselnden Schichten aus Kiesen, Sanden sowie tonigen und organischen Lagen. Für die Bauausführung bedeutete das: Die Bohrtechnik musste stabil genug für große Tiefen und Durchmesser sein, zugleich aber ein kontrolliertes Arbeiten im sensiblen Gewinnungsgebiet ermöglichen.

Trockenbohrverfahren für sensible Bedingungen Zum Einsatz kam ein Trockenbohrverfahren in Form einer Greiferbohrung. Dabei werden Bohrrohre abschnittsweise in den Boden eingebracht, während das Erdreich mit einem mechanischen Greifer gelöst und entfernt wird. Da das Verfahren ohne Spülmittel und ohne wasserbasierte Stützung auskommt, eignet es sich besonders für Arbeiten in sensiblen Wasserschutzgebieten. Zugleich erlaubt es eine präzise Steuerung der Bohrung und eine flexible Anpassung an die wechselnden geologischen Schichten. Für die Großbohrungen wurden verschiedene Werkzeuge und Geräte kombiniert. Ein 60-t-Seilbagger brachte in Verbindung mit einer hydraulisch angetriebenen Verrohrungsmaschine die großformatigen Stahlrohre abschnittsweise in den Untergrund ein. Die Bohrung erfolgte mit drei Rohrtouren in abgestuften Durchmessern von 2.200 mm, 2.000 mm und 1.800 mm bis zur Endtiefe. Dieses teleskopierte Vorgehen ermöglichte es, die Ausführung an die jeweiligen geologischen Schichten anzupassen und die Bohrung auch unter schwierigen Bedingungen stabil zu halten.

Umweltschutz als Teil der Ausführung

Neben dem eigentlichen Brunnenbau übernahm ABT auch die Fertigung, Lieferung und Montage der Brunnenabschlussbauwerke in Fertigteilbauweise. Zudem koordinierte das Unternehmen die temporäre Wasseraufbereitung des geförderten Wassers, die für Brunnenentwicklung, Klarspülung und Pumpversuche erforderlich war. Vor der Einleitung in den Mühlwerlgraben wurde das Wasser aufbereitet, um Eisen und Mangan zu entfernen und das Ökosystem des Gewässers nicht zu beeinträchtigen. Auch auf der Baustelle selbst war der Schutz des

© Stadtwerke

Bis zu 615 m³ genehmigter Wasserentnahme pro Stunde sichern zukünftig die Trinkwasserversorgung für rund 50.000 Menschen.

Das Rastatter Ried als Natur- und Wasserschutzgebiet stellte hohe Anforderungen an Planung sowie Ausführung und machte sorgfältiges Arbeiten notwendig. Die Bohrtätigkeit erfolgte in drei Rohrtouren mit abgestuften Durchmessern: Ø 2.200 mm, Ø 2.000 mm und Ø 1.800 mm.

Umfelds ein wesentlicher Bestandteil der Ausführung. Eingesetzt wurden biologisch abbaubare Hydrauliköle sowie spezielle Dichtungssysteme. Temporär genutzte Flächen wurden nach Abschluss der Arbeiten zurückgebaut und wiederhergestellt. Gerade in einem Natur- und Wasserschutzgebiet zeigt sich daran, dass Brunnenbau nicht nur aus Bohrtechnik besteht, sondern ebenso aus Baustellenlogistik, Gewässerschutz und enger Abstimmung zwischen Planung, Ausführung und Behörden.

Neue Reserven für die Trinkwasserversorgung

Nach Abschluss der Arbeiten bestätigten umfangreiche Pumpversuche die hohe Leistungsfähigkeit der neuen Brunnen. Die geförderten Mengen der drei Brunnen lagen laut Projektangaben mit bis zu 983 m³ pro Stunde deutlich über den Planwerten. Genehmigt ist eine Entnahmemenge von bis zu 615 m³ pro Stunde. Damit schaffen die neuen Brunnen zusätzliche Reserven für die Trinkwasserversorgung und stärken die Versorgungssicherheit auch mit Blick auf Trockenperioden und steigende Anforderungen. Für die Stadtwerke Rastatt ist das Projekt ein wichtiger Baustein, um die Wasserversorgung langfristig auf eine stabile Grundlage zu stellen. Zugleich macht das Beispiel deutlich, welchen Aufwand kommunale Versorger betreiben müssen, wenn belastete Grundwasservorkommen, Vorgaben der Trinkwasserqualität und sensible Schutzgebietsauflagen zusammentreffen. Der Neubau der drei Tiefbrunnen im Rastatter Ried steht damit nicht nur für ein technisch anspruchsvolles Brunnenbauprojekt, sondern auch für vorausschauende kommunale Daseinsvorsorge.

TRINKWASSER
Rastatt, Oliver Hurst
© Wald + Corbe, Daniel Lorenz

ROHSTOFF STATT RESTSTOFF: GRAZ SETZT BEI NEUER TRANSPORTLEITUNG AUF GUSSROHRE

Bei der Erneuerung der Transportleitung Feldkirchen setzt die Holding Graz auf duktile Gussrohre von TRM. Das Projekt stärkt einen wesentlichen Baustein der Grazer Trinkwasserversorgung und zeigt zugleich, welchen Wert bestehende Infrastruktur auch am Ende ihrer Nutzungsdauer noch besitzt: Rund 250 Tonnen Gussmaterial aus der alten Graugussleitung werden bei TRM wieder dem Produktionskreislauf zugeführt.

Die bestehende Graugussleitung vom Wasserwerk Feldkirchen in das Grazer Stadtgebiet zählt zu jenen Infrastrukturen, deren Wert sich nicht allein an ihrer jahrzehntelangen Nutzungsdauer bemisst. Denn wenn die historische Leitung aus dem Jahr 1950 nun im Zuge der Erneuerung abschnittsweise rückgebaut wird, endet ihre Geschichte nicht mit dem Ausbau. Rund 250 Tonnen Gussmaterial bleiben dabei als Wertstoff erhalten.

Bestand wird zur Rohstoffquelle

Mit der Erneuerung der rund sieben Kilometer langen Transportleitung setzt die Holding Graz seit 2025 ein zentrales Infrastrukturprojekt zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung um. Die Leitung ist ein wesentlicher Baustein im Grazer Wassernetz: Im Normalbetrieb deckt sie rund 15

Prozent des täglichen Wasserbedarfs der Stadt, bei Spitzenlasten oder Störfällen kann ihr Anteil auf bis zu 50 Prozent steigen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Betriebssicherheit, Langlebigkeit und eine verlässliche Umsetzung. Das Projekt steht dabei nicht nur für die technische Erneuerung einer in die Jahre gekommenen Transportleitung, sondern auch für gelebte Kreislaufwirtschaft im kommunalen Infrastrukturbereich: Die bestehende Graugussleitung wird rückgebaut, zum Standort des Rohrherstellers Tiroler Rohre (TRM) nach Hall in Tirol gebracht und dort als wertvoller Sekundärrohstoff wiederverwertet.

Zentrale Leitung für die Grazer Versorgung

Die Bauarbeiten an der Transportleitung starteten im Mai 2025 und sind bis Oktober 2026 vorgesehen. Schon der Lie-

ferumfang verdeutlicht die Größenordnung des Projekts: 7.090 Meter Rohre, rund 600 Formstücke und eine Gesamtmasse von etwa 1.450 Tonnen werden für die Erneuerung benötigt. Die Hauptleitung wird in den Dimensionen DN700, DN600 und DN500 ausgeführt. Bei den Rohrverbindungen setzt TRM auf ein schub- und zugsicheres System, das auch bei hohen Drücken und anspruchsvollen Trassenführungen für Betriebssicherheit sorgt. Weil dadurch häufig auf Betonwiderlager verzichtet werden kann, reduzieren sich Bauzeit, Materialeinsatz und Eingriffe in den Untergrund.

250 Tonnen Guss bleiben im Kreislauf Besonders deutlich wird der Nachhaltigkeitsgedanke beim Rückbau der alten Graugussleitung, die nicht als Abbruchmaterial endet, sondern wieder zum Rohstoff wird. Im Zuge der Erneuerung werden rund 1.000 Meter der historischen DN700-Transportleitung rückgebaut. Dabei fallen etwa 250 Tonnen Gussmaterial an. Dieses Material wird gezielt in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt. TRM erwirbt das Altmaterial von der Holding Graz und integriert das zurückgewonnene Eisen in den eigenen Recyclingprozess. „Für uns ist die alte Graugussleitung kein Abfallprodukt, sondern ein hochwertiger Rohstoff. Genau darin zeigt sich Kreislaufwirtschaft in der Praxis: Was über Jahrzehnte Teil der Grazer Wasserversorgung war, wird wieder zur Grundlage für neue langlebige Rohrsysteme“, sagt Rudi Stelzl, Vertriebsmanager bei TRM. Welche Größenordnung hinter diesen 250 Tonnen steht, zeigt der Vergleich: Das Altmaterial entspricht rund einem Viertel der neu errichteten DN700-Transportleitung. Es deckt außerdem etwa den durchschnittlichen Jahresbedarf der Holding Graz an Gussrohren oder, umgerechnet auf kleinere Dimensionen, rund 12,5 Kilometer Wasserleitungen DN100. Bestehende Infrastruktur wird damit zur Rohstoffquelle für kommende Generationen. Für TRM ist das Grazer Projekt ein anschauliches Beispiel für jene Produktionslogik, auf der die Gussrohrherstellung am Standort Hall grundsätzlich aufbaut. Für die Produktion der Rohr- und Pfahlsysteme aus duktilem Gusseisen kommt zu 100 Prozent Recyclingmaterial zum Ein-

Vom Schmelzofen bis zum neuen Rohrsystem: TRM verarbeitet Altmetall zu duktilem Gusseisen, das unter anderem für langlebige Wasserleitungen eingesetzt wird.

Alt trifft Neu: Die rückgebauten Graugussrohre werden recycelt, die neuen Gussrohre sichern künftig die Grazer Trinkwasserversorgung.

satz. Rund 40.000 bis 45.000 Tonnen Alteisen werden dafür jährlich im Schmelzofen verarbeitet. Alte Rohre aus Grauguss oder Sphäroguss können dabei ebenso eingeschmolzen werden wie andere geeignete Schrotte. Daraus entsteht wieder hochwertiges Gusseisen für neue Rohrsysteme.

Kreislauf mit kurzen Wegen

Auch die neuen Rohre für Graz bestehen vollständig aus Recyclingmaterial. Für das in der Gussrohrherstellung benötigte Flüssigeisen wird wiederverwerteter Stahlschrott eingesetzt, darunter sortierte Schrotte und Blechpakete aus der regionalen Industrie. Damit werden Transportwege reduziert und Primärrohstoffe geschont. Gerade im kommunalen Tiefbau ist dieser Aspekt wesentlich: Jede Leitung, die heute ein-

Historische Aufnahme vom Bau der Transportleitung Feldkirchen–Graz: Die Graugussleitung aus dem Jahr 1950 bildete über Jahrzehnte einen wichtigen Baustein der Grazer Trinkwasserversorgung.

Vertreter von Holding Graz und TRM vor alten und neuen Gussrohren: Die Erneuerung der Transportleitung verbindet Versorgungssicherheit mit Kreislaufwirtschaft. Max Kloger (Geschäftsführer TRM), Holding Graz-CEO Gert Heigl, Holding Graz-Vorstandsdirektorin Alice Loidl und Beteiligungsstadtrat Manfred Eber (v.l.n.r.). Rechts wird der Kreislauf sichtbar: rückgebautes Altrohr neben neuen Gussrohren.

gebaut wird, bindet große Mengen Material für Jahrzehnte. Nachhaltigkeit entscheidet sich daher nicht nur an der Herkunft des Materials, sondern auch an der Nutzungsdauer des Rohrsystems und an der Frage, ob der Werkstoff am Ende wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann.

Langlebigkeit als Teil der Nachhaltigkeit

TRM verweist bei duktilen Gussrohrsystemen auf eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr. Diese Langlebigkeit ist für Wasserversorger ein wesentlicher Faktor, weil sie technische Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung miteinander verbindet. Eine langlebige Leitung reduziert über ihren Lebenszyklus nicht nur den Materialbedarf, sondern auch die

mit Erneuerungen verbundenen Bauarbeiten, Verkehrsbeeinträchtigungen und Wiederherstellungsmaßnahmen. Die alte Graugussleitung aus dem Jahr 1950 zeigt, welche Nutzungsdauer Gussrohrsysteme in der Praxis erreichen können. Max Kloger, Geschäftsführer der Tiroler Rohre GmbH: „Als gebürtiger Steirer aus dem Hochschwabgebiet ist es mir eine Freude, dass wir dieses nachhaltige Projekt begleiten dürfen. Kreislaufwirtschaft mit der Wiederverwertung von Alteisen betreibt die TRM seit rund 80 Jahren.“ Mit der neuen Transportleitung wird nun erneut eine langfristig belastbare Grundlage für die Grazer Trinkwasserversorgung geschaffen – und zugleich ein Kreislauf fortgeführt, der weit über den einzelnen Leitungsabschnitt hinausweist.

© Holding Graz/Foto Fischer

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zek Kommunal - Ausgabe 2 - 2026 by zek Magazin - Issuu