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zek Hydro - Ausgabe 5 - 2026

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Zuverlässig für >Wasserkraft.

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DAS HYDROLOGISCHE DEFIZIT HINTERLÄSST SPUREN E

Herausgeber | rg@zek.at

ZU ZR U RSAC SAC HH EE

Mag. Roland Gruber

s ist eine ernüchternde Bilanz: Auf den schneearmen Winter folgte der trockenste Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Sommer zeigte ein ähnliches Bild: Österreichweit fiel rund ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel, Ende August lagen die Abflüsse an mehr als 95 Prozent der Pegelmessstellen unter den üblichen Monatswerten. Und der Herbst? Ebenfalls kaum Erleichterung spürbar. Dass dies kein rein österreichisches Phänomen ist, zeigt der Blick über die Grenzen. Auch in der Schweiz war das gesamte hydrologische Jahr 2025/26 deutlich zu trocken. In weiten Teilen der Deutschschweiz wurden lediglich rund 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge erreicht, im Tessin sogar nur gut die Hälfte. Anfang Oktober hält die Trockenheit auf der Alpennordseite und in den Alpen weiterhin an. Angesichts dieser Entwicklungen greift es zu kurz, lediglich von einer Trockenphase zu sprechen. Was wir derzeit erleben, ist vielmehr das Ergebnis eines hydrologischen Defizits, das sich über die Jahreszeiten aufgebaut hat und das in der Wasserkraft nun unmittelbar spürbar ist. Klar ist, dass uns die Frage, wie wir in Zukunft mit stärkeren hydrologischen Schwankungen umgehen, noch intensiver beschäftigen wird. Die einschlägige Forschung hat schon länger darauf reagiert: Im gesamten Alpenraum wird intensiv daran gearbeitet, Niedrigwasser und Dürren früher und präziser vorherzusagen, Wasserressourcen einzugsgebietsübergreifend zu bewirtschaften und unterschiedliche Nutzungsinteressen besser aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig entstehen auch technische Anpassungen in den Entwicklungsabteilungen der Turbinenbauer: Turbinen mit breiteren Betriebsbereichen, drehzahlvariable Maschinensätze, digitale Betriebsoptimierung und immer bessere Zuflusspro­gnosen sollen helfen, Anlagen an volatilere Abflussverhältnisse anzupassen. Mehr Wasser schaffen all diese Entwicklungen freilich nicht. Aber sie können dazu beitragen, die vorhandene Ressource intelligenter, effizienter und vorausschauender zu nutzen. In dieser Ausgabe von zek HYDRO haben wir uns die Technik der Generatoren etwas näher angeschaut und für unser Schwerpunktthema die bekannten Anbieter dazu befragt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass bei Generatoren technologisch längst alles gesagt sei. Wirkungsgrade von 98 bis 99 Prozent lassen wenig Raum für große Technologiesprünge in Sachen Effizienz. Dennoch geht aus den Gesprächen hervor, dass sich rund um diese ausgereifte Technologie einiges tut. Gerade im Alpenraum rückt dabei die Modernisierung des bestehenden Maschinenparks immer stärker in den Vordergrund. Generatoren zählen zu den langlebigsten Komponenten eines Wasserkraftwerks; selbst nach vielen Jahrzehnten kann ihre Grundsubstanz noch hervorragend sein. Moderne Werkstoffe, Isolationssysteme sowie neue Berechnungs- und Simulationsmethoden ermöglichen es heute, solche Maschinen nicht nur für weitere Jahrzehnte fit zu machen, sondern teilweise auch Leistung und Wirkungsgrad zu verbessern. Gleichzeitig verändert sich ihre Aufgabe. Wo Generatoren früher vor allem für kontinuierlichen Betrieb ausgelegt wurden, verlangt das heutige Energiesystem mehr Flexibilität, häufigere Starts und Lastwechsel sowie zusätzliche Netzdienstleistungen. Damit gewinnen Zustandsdiagnostik, Condition Monitoring und eine vorausschauende Modernisierung weiter an Bedeutung. Die elektrische Maschine ist alles andere als neu – doch ihre Aufgaben verändern sich. Und ein beträchtliches Potenzial für die Wasserkraft der Zukunft steckt längst hinter den Mauern unserer bestehenden Kraftwerke. Abschließend möchte ich mich wieder bei allen bedanken, die am Entstehen der vorliegenden Ausgabe mitgeholfen haben. Ich darf Ihnen, liebe(r) Leser(in), eine gute Zeit mit der neuen zek HYDRO wünschen. Ihr Mag. Roland Gruber

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I NI N HA HA LTLT

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03 Editorial 06 Inhalt A KT U E L L

08 Interessantes & Wissenswertes Kurznachrichten

09 Impressum

R EC H T

18 Wasserkraftwerke als große Verlierer im EABG? Kolumne Berthold Lindner

P ROJ E KT E

19 Neues Tiwag-Kraftwerk stärkt den Wasserkraftstandort Osttirol Kraftwerk Tauernbach-Gruben

P ROJ E KT E

26 EWR feiern 125-Jahr-Jubiläum mit rundum erneuertem Kraftwerk Kraftwerk Reutte

VE R A N STA LT U N G

42 Kleinwasserkraft zwischen Praxis

und neuen Perspektiven Anwenderforum Kleinwasserkraft

H I STO R I E

P ROJ E KT E

32 Traditionskraftwerk Ryburg-

43 Neues Wasserkraftwerk am Fuße

Schwörstadt feiert 100 Jahre 100-Jahr-Jubiläum

P ROJ E KT E

33 Engadiner Kraftwerk zum 135-jährigen Jubiläum wieder in Bestform Kraftwerk Silvaplana

38 Solothurner Kleinkraftwerk stößt in

des Großvenedigers Kraftwerk Sulzau

50 Hochwasserschutz: Letzte Flussengstelle in Engelberg beseitigt Fassungswehr Eugenisee

53 Aus Revitalisierung wird Neubau: Kraftwerk verdoppelt Leistung Kraftwerk Bruggeralm

neue Leistungsdimensionen vor Kraftwerk Emmenhof

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I N T E RV I EW

S C H WE R P U N KT

60 Auf dem Weg zum autonomen

70 Erneuerung von drei Generatoren

Wasserkraftwerk Interview Dr. Eduard Doujak

im Innkraftwerk Rosenheim Generator-Modernisierung

73 Unternehmen bringt seit 100 Jahren B RA N C H E

Generatoren wieder in Schuss Interview Gebr. Meier

63 VEGA und akenza bündeln Stärken

76 Generatorlösungen für eine Was-

S C H W E R P U N KT

T EC H N I K

für ganzheitliche IoT-Lösungen Firmenübernahme

64 „Unsere Stärke liegt im Engineering

nach Maß“ Interview Hitzinger

serkraft im Wandel aus Weiz Interview ELIN Motoren

80 Grüne Sanierung für

Wasserkraftschützenantriebe Elektrische Windenlösungen

68 KDL-Verfahren reinigt verschmutzte

Wasserkraftgeneratoren Generator-Reinigung

Amiblu 11 BauCon ZT 24 BHM Ingenieure 13 Bilfinger 72 Bodner Bau 20 Brunner & Leiter/Berger + Brunner 21 Caprez Ing./ENergia Engineering 33 CEDS Duradrive 39 CTR Conceptorise 20 Egger PowAir 69 ELIN Motoren 79 Empl Bau 54 EN-CO/Sora 58 Etertec 30 + 44 ETM Bau 44 Gebrüder Meier 75 GMT-Wintersteller 27 + 45 Gufler Metall 8 Hitzinger 67 Idroweld 22 ILF Consulting Engineers 28 Ingenieurbüro Sprenger 54 IREM 14 Jank Hydropower 41 Kochendörfer 31 + 46 Mitterfelner Schalungsbau 30 Motorex 15 Muhr 29 Nicol. Hartmann / Schena 36 Ossberger 12 Rittmeyer 49 Salzburg AG 48 Sora 37 TRM-Tiroler Rohre 59 Vienna Hydro 10 Watec Hydro 14 Wild Metal 23 + 35 + 52 + 56

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© KI unterstützt, KWO / Gruner Stucky Ltd

KONZESSION FÜR GRIMSELSEEVERGRÖSSERUNG ERTEILT

Das KWO-Projekt Vergrößerung des Grimselsees sieht eine Erhöhung des Stauziels um 23 Meter vor. (Visualisierung)

Der Grosse Rat des Kantons Bern hat Anfang September die Konzession für die Vergrößerung des Grimselsees erteilt. Damit ist ein wichtiger Entscheid für das Wasserkraftausbauvorhaben im Berner Oberland gefallen. Das Projekt sieht eine Erhöhung des Stauziels um 23 Meter vor. Dadurch steigt der Energieinhalt des Sees von rund 270 auf 510 GWh und das Speichervolumen von 94 auf neu 170 Mio. m3. Das Ausbauvorhaben Vergrößerung Grimselsee der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) gehört zu den priorisierten Wasserkraftprojekten des Bundes und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, insbesondere in den Wintermonaten. „Der deutliche Entscheid des Grossen Rates ist ein wichtiger Schritt“, sagt Daniel Fischlin, CEO der KWO. „Die Vergrößerung des Grimselsees stärkt die Speicherfähigkeit unseres Kraftwerkssystems. So können wir Wasser aus den Sommermonaten gezielt für den Winter speichern und die Flexibilität unserer Anlagen nutzen. Für die Versorgungssicherheit der Schweiz bleibt Speicherwasserkraft zentral.“

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© EVN / Daniela Matejschek

A KT U E L L

STARTSCHUSS FÜR KRAFTWERK ROSENBURG

Ökologisch vorbildlich: Die Wassermenge in der Umlaufbergstrecke wird deutlich erhöht, die bestehende Stauhöhe bleibt unverändert und eine ursprünglich vorgesehene Unterwassereintiefung wird nicht umgesetzt.

Nach intensiven Vorbereitungen startete im September die Modernisierung des Wasserkraftwerks Rosenburg der EVN in Niederösterreich. Damit wird die bestehende Anlage fit für die Zukunft gemacht und gleichzeitig die ökologische Situation am Kamp verbessert. Grundlage der Modernisierung ist ein Kompromiss, der unter Federführung des Niederösterreichischen Umweltanwaltes Tom Hansmann mit den Natur- und Umweltschutzgruppen im Kamptal gefunden wurde. Im Zuge der Arbeiten werden das Kraftwerksgebäude samt technischer Ausstattung erneuert und die Staumauer saniert. Durch neue Turbinen und moderne Leittechnik steigt die Leistung des Kraftwerks von derzeit 0,9 auf rund 1,4 Megawatt. Die jährliche Stromerzeugung erhöht sich von etwa 4 auf 5 Gigawattstunden – genug, um rund 1.500 Haushalte mit regionalem Ökostrom zu versorgen. Die Arbeiten in Rosenburg starten in Kürze mit der Erneuerung der bestehenden Furt. Die Bauarbeiten bei der Staumauer und dem Kraftwerksgebäude folgen dann ab Sommer 2027. Die Inbetriebnahme des modernisierten Kraftwerks ist für Herbst 2028 vorgesehen.

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© zek Archiv

© VERBUND / Johannes Wiedl

Wissenschaftler der TU Graz haben sich mit dem Wasserkraftpotenzial in Kärnten beschäftigt: Fazit – ca. 1,67 TWh wären möglich.

Die Betonarbeiten an den Sperrenblöcken an der Limbergsperre am Hochgebirgsstausee Wasserfallboden wurden Ende August abgeschlossen.

KÄRNTEN WEIST NOCH WASSERKRAFTPOTENZIAL AUF

MEILENSTEIN BEI DER ERHÖHUNG DER LIMBERGSPERRE

© zek Archiv

© VERBUND / Johannes Wiedl

Die 120 Meter hohe Limbergsperre in Kaprun wird bis Ende 2027 um 8,70 Meter erhöht, um den Nutzinhalt des Hochgebirgsstausees Wasserfallboden von derzeit 81,2 Millionen um 15,6 % auf 93,9 Millionen Kubikmeter zu steigern. Dieses Wasservolumen von 12,7 Millionen Kubikmetern entspricht beinahe dem jährlichen Trinkwasserbedarf der Stadt Salzburg und erhöht die Speicherkapazität des Wasserfallbodens von rund 160 Gigawattstunden um weitere rund 30 Gigawattstunden, was dem Strombedarf von etwa 500.000 E-Autobatterien oder 3 Millionen Haushalts-PVSpeichern entspricht. Mit dem Abschluss der Sperrenbetonage ist die gesamte Talsperre auf eine Höhe von 1.680,10 Metern erhöht. Darauf wird in den kommenden Monaten noch die 1,10 Meter starke Kronenplatte aufgesetzt und eine 1,35 Meter hohe Brüstungsmauer errichtet. Der Ersteinstau mit dem neuen Stauziel ist für den Spätsommer 2027 vorgesehen. Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist für Ende 2027 geplant.

Ein erheblicher Anteil – knapp weniger als die Hälfte – des verfügbaren Wasserkraftpotenzials entfällt auf Modernisierungsmaßnahmen.

Eine besondere Herausforderung bei den Betonbauarbeiten war die Einhaltung der Frischbetontemperatur zwischen 7 und 12 Grad Celsius.

A KT U E L L

In Kärnten besteht noch erhebliches Potenzial für einen weiteren Ausbau der Wasserkraft. Zu diesem Ergebnis kommt eine seit Frühling dieses Jahres vorliegende Wasserkraft-Potenzial-Analyse der Technischen Universität Graz. Demnach könnten im südlichsten Bundesland zusätzlich rund 1,67 TWh Strom pro Jahr aus Wasserkraft erzeugt werden – rechnerisch genug für den Jahresverbrauch von knapp einer halben Million Haushalten. Etwas mehr als die Hälfte dieses Potenzials ließe sich durch neue Wasserkraftwerke erschließen, der übrige Anteil durch die Modernisierung bestehender Anlagen. Die Studienautoren empfehlen, Förderungen künftig verstärkt auf die Modernisierung von Laufkraftwerken auszurichten. Größere Anlagen seien dabei wirtschaftlicher als eine Vielzahl neuer Kleinkraftwerke. Kärntens Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber kündigte zudem an, durch Änderungen im Naturschutzgesetz die Voraussetzungen für die Nutzung weiterer Wasserkraftpotenziale schaffen zu wollen.

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I M P R E S S U M : Herausgeber: Mag. Roland Gruber | Verlag: Mag. Roland Gruber e.U. zek-Verlag · Brunnenstraße 1 · 5450 Werfen · office@zek.at · M. +43 664 115 05 70 · www.zek.at | Chefredaktion: Mag. Roland Gruber · rg@zek.at · M. +43 664 115 05 70 | Redaktion: Mag. Andreas Pointinger · ap@zek.at | M. +43 664 22 82 323 | Anzeigenleitung & PR-Beratung: Mario Kogler, BA · mk@zek.at · M. +43 664 240 67 74 | Druck: Druckerei Roser · 5300 Hallwang | Verlagspostamt 5450 Werfen · Produziert gemäß Richtlinie Uz24 des Österreichischen Umweltzeichens, P.b.b. „03Z035382 M“ · Grundlegende Richtlinien: zek HYDRO ist eine parteiunabhängige FachzeitDruckerei Roser GmbH, UW-Nr. UZ24-1037 schrift für Wasserkraft | Abopreis Österreich: € 83,00 · Ausland: € 94,00 · inklusive Mehrwertsteuer | zek HYDRO erscheint 6x im Jahr | Auflage: 8.000 Stück · ISSN: 2791-4089 · 24. Jahrgang.

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© Energie AG

© ANDRITZ

Die Kraftwerkskaverne hat eine Länge von ca. 53 Metern, eine Breite von ca. 26 Metern sowie eine Höhe von ca. 41 Metern.

Im Rahmen des Modernisierungsprojekts werden die acht Kaplanturbinen-Generator-Maschinensätze schrittweise erneuert.

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MONTAGE DER ERSTEN GROSSKOMPONENTEN IN EBENSEE

Die Bauarbeiten für das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee der Energie AG laufen auf Hochtouren. Der Kavernenausbruch ist abgeschlossen. Nun stehen die Beton- und Stahlbauarbeiten im künftigen Maschinenhaus im Mittelpunkt. Gleichzeitig laufen Arbeiten am Ein- und Auslaufbauwerk am Traunsee sowie am Oberwasserspeicher. Innerhalb der unterirdischen Kraftwerkskaverne wurde bereits eine Betonbrücke für Transport und Hebearbeiten zwischen dem Zufahrtsstollen und dem Energieableitungsstollen über die gesamte Breite errichtet. Derzeit werden in den untersten Ebenen Stahlbetonwände und Decken hergestellt, eine wichtige Basis für die Arbeiten im Bereich des späteren Maschinenhauses.

ANDRITZ MODERNISIERT KRAFTWERK GABČÍKOVO

Der internationale Technologiekonzern ANDRITZ wurde gemeinsam mit dem slowakischen Engineering-Unternehmen VUJE von VODOHOSPODÁRSKA VÝSTAVBA mit der umfassenden Modernisierung des Wasserkraftwerks Gabčíkovo an der Donau beauftragt. Das KW Gabčíkovo ist die größte Wasserkraftan­ lage der Slowakei, ein zentraler Bestandteil der nationalen Energieinfrastruktur und erzeugt rund 10 % der slowakischen Stromproduktion. Das Projekt umfasst die Erneuerung und Modernisierung der elektromechanischen Ausrüstung des Wasserkraftwerks mit einer aktuellen Gesamtleistung von 720 MW und wird wesentlich zur langfristigen Sicherung einer zuverlässigen und nachhaltigen Stromerzeugung beitragen.

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Blick auf den Lac Noir in den Vogesen: Der Stausee bildete das Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks Lac Blanc / Lac Noir.

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© LEW

Das unlängst veröffentlichte Buch „Rethinking Hydropower: A Holistic Vision for a Sustainable Future“ ist aktuell kostenlos downloadbar.

Wasserkraftwerk Gersthofen 1901: Nach nur drei Jahren Bauzeit war es soweit: Die großen Francis-Turbinen wurden erstmals angedreht.

WISSEN FÜR DIE WASSERKRAFT VON MORGEN

125 JAHRE WASSERKRAFTWERK GERSTHOFEN

Am 2. Oktober 1901 nahm das LEW-Kraftwerk Gersthofen den Betrieb auf und lieferte erstmals Strom. Das Datum markiert einerseits die Geburtsstunde des regionalen Energieunternehmens LEW und andererseits den Beginn der Elektrifizierung im Südwesten Bayerns. Heute zählt die Region zu den Gebieten mit der höchsten Dichte an Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die erzeugte Energie diente zum einen der Versorgung einer nahegelegenen Chemiefabrik sowie zum anderen der Versorgung von Haushalten und kleinen Betrieben mit elektrischem Licht und Kraftstrom. Auch mit der Stadt Augsburg waren bereits Verträge zur Lieferung elektrischer Energie unterschrieben.

A KT U E L L

Im September ist im Springer Verlag das Open-Access-Buch „Rethinking Hydropower: A Holistic Vision for a Sustainable Future“ erschienen. Die Autoren Eduard Doujak, Sebastian Muntean, Daniel Patauner und Elena Vagnoni bündeln darin zentrale Ergebnisse der COST Action PEN@Hydropower (CA21104). Das Buch zeigt auf, wie sich die Wasserkraft nachhaltig weiterentwickeln kann. Im Fokus stehen Wissenstransfer, Capacity Building und Multi-Stakeholder-Ansätze. Eine Erhebung in mehr als 30 Mitgliedstaaten hatte deutliche Defizite bei der Weitergabe von Fachwissen an die jüngere Generation aufgezeigt. Eine wichtige Grundlage bilden daher die im Projekt entwickelten Training Schools. Das Fachbuch steht kostenlos zum Download bereit. (QR-Code im Bild)

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© TIWAG/Droneproject

© VERBUND/Johannes WiedL

Die TIWAG freute sich über das rege Interesse am neuen PSKW Kühtai 2.

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TRAFO-SCHWERGEWICHT ERREICHT KW JOCHENSTEIN

TAG DER OFFENEN BAUSTELLE BEIM PSKW KÜHTAI 2

Kurz vor dem Abschluss der Bauarbeiten öffnete das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 mit dem Speicher Kühtai als Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz seine Tore für die Öffentlichkeit. Über 6.000 Besucherinnen und Besucher nutzten am 5. September die Gelegenheit, eines der größten Wasserkraftprojekte Österreichs aus nächster Nähe zu erleben. Bei einer Erlebnistour über das Baustellengelände erhielten die Interessierten Einblicke in die technischen Dimensionen des Pumpspeicherkraftwerks. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TIWAG standen entlang der Strecke für Fragen und Gespräche zur Verfügung und gaben persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag auf der Baustelle. „Der große Zuspruch zeigt, wie stark das Interesse an der Energiezukunft Tirols ist. Es freut uns sehr, dass wir so vielen Menschen die Möglichkeit geben konnten, dieses Projekt kurz vor seiner Fertigstellung hautnah zu erleben“, so TIWAG-Projektleiter Klaus Feistmantl.

© VERBUND/Johannes WiedL

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Am 6. Oktober hat der erste von fünf neuen Transformatoren das Donaukraftwerk Jochenstein an der deutsch-oberösterreichischen Grenze erreicht. Die Abmessungen des Transportfahrzeugs waren beeindruckende 30 m lang, 3,5 m breit und 4,4 m hoch, das Gesamtgewicht von Tieflader und Transformator betrug rund 122 t. Nach dem Lkw-Schwertransport übernahm ein Schwimmkran die letzte Etappe und brachte den 62 t schweren Transformator sicher quer über die Donau an seinen endgültigen Standort. Der Hub war auch für das erfahrene VERBUND-Betriebsteam etwas Besonderes. Der Schwimmkran stammt aus der Bauzeit des Kraftwerks in den 1950er-Jahren und erfüllt immer noch seine Funktion. Die Anlieferung ist Teil der umfassenden Revitalisierung des Donaukraftwerks. Dabei werden neben fünf neuen Turbinen auch fünf neue Transformatoren eingebaut, die aufgrund einer Sprühnebel-Löschanlage jeweils eine eigene Einhausung benötigen.

© TIWAG/Droneproject

Schwimmkran aus den 1950er-Jahren im Einsatz.

Das VERBUND-Betriebsteam zieht beim Einheben an einem Strang.

Jung und Alt ließen sich die TIWAG-Veranstaltung nicht entgehen.

ERRATUM: OSSBERGER HAT LÖSUNGEN BIS 10 MW PARAT

In der Juni-Ausgabe 2026 von zek HYDRO hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen: Irrtümlicherweise haben wir ein altes Inserat von Ossberger abgedruckt, bei dem die maximale Leistungskapazität von Ossberger-Turbinen mit 5 MW angegeben ist. Das entspricht nicht den Tatsachen, denn die Branchenspezialisten fertigen seit Jahren Maschinen bis zu 10 MW Engpassleistung. Mittlerweile sind mehr als 10.000 Turbinen des weltweit aktiven Traditionsunternehmens rund um den Globus im Einsatz. Das Herzstück des Ossberger-Portfolios bildet nach wie vor die originale Ossberger-Durchströmturbine, die für Fallhöhen von 4 bis 200 m und Leistungen bis zu 10 MW ausgelegt ist. Darüber hinaus liefern die süddeutschen Wasserkraftallrounder auch Kaplan-Turbinen, elektro- und regelungstechnisches Equipment sowie Rechenreinigungsanlagen. OKTOBER | 26

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© Land Salzburg / Neumayr / Laux

Verkehr

Kraftwerke Industrie

Spezialthemen

Öffentliche Auftraggeber Siegfried Jank (JANK Hydropower), Andreas Eder (Referat Landeshochbau Land Salzburg), Landesrat Maximilian Aigner, Walburga Kaiser (Direktorin LFS Kleßheim), Johann Seiwald (Referat Wasserbau Land Salzburg) und Landesschulinspektor Christoph Faistauer (v.l.) beim offiziellen Spatenstich des neuen Kleinwasserkraftwerks.

FACHSCHULE KLESSHEIM BEKOMMT EIGENES KRAFTWERK

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An der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Kleßheim setzt das Land Salzburg ein Zeichen für Nachhaltigkeit und praxisnahe Bildung. Am 6. Oktober 2026 erfolgte der Spatenstich für den Bau eines schuleigenen Kleinwasserkraftwerks am Käferheimer Mühlbach. „Wir zeigen den Schülerinnen und Schülern ganz praktisch, wie erneuerbare Energie funktioniert, und leisten gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Energiewende“, so Landesrat Maximilian Aigner. Dank einer Leistung von 35 kW erzeugt das Kraftwerk jährlich rund 270.000 Kilowattstunden, was dem Verbrauch von etwa 80 Haushalten entspricht. Der Großteil der Energie wird direkt in der Schule genutzt, unterstützt durch einen 200-kW-Batteriespeicher. Die moderne Anlage soll bereits ab Frühjahr 2027 sauberen Strom liefern und wird ca. 1,2 Millionen Euro kosten. Die technische Ausrüstung stammt vom oberösterreichischen Kleinwasserkraftspezialisten Jank Hydropower. Deren Konstruktionsleiter Siegfried Jank hebt hervor, dass bei diesem Kraftwerk die neue, fischschonende Jank-Turbine zum Einsatz kommt. © Wien Energie/Ian Ehm

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Seit 1926 erzeugt das Trinkwasserkraftwerk Gaming sauberen Strom für rund 12.000 Haushalte.

WIEN ENERGIE FEIERT 100-JÄHRIGES KRAFTWERKSJUBILÄUM IN GAMING

Das Trinkwasserkraftwerk von Wien Energie in der niederösterreichischen Gemeinde Gaming feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Die Anlage liegt direkt an der zweiten Wiener Hochquellenleitung, die Trinkwasser aus dem Alpengebiet mehr als 180 km bis nach Wien transportiert. In Gaming nutzt Wien Energie den natürlichen Höhenunterschied entlang der Leitung und wandelt die Energie des fließenden Wassers in Ökostrom um – die hohe Trinkwasserqualität bleibt dabei unverändert. Seit seiner Inbetriebnahme erzeugt die Anlage jährlich rund 42 GWh Strom – genug, um den Bedarf von umgerechnet ca. 12.000 Haushalten zu decken. „Wasserkraft hat in Gaming lange Tradition. Unser 100 Jahre altes Wasserkraftwerk leistet heute wie damals einen Beitrag zur sicheren Versorgung mit heimischer Energie. Ich bin stolz darauf, dass wir hier wahre Energie-Pioniere waren und in unserer Gemeinde weiterhin auf erneuerbaren, lokalen Strom setzen“, so Andreas Fallmann, Bürgermeister von Gaming. OKTOBER | 26

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Im Reallabor H2 Wyhlen erforschen EnBW und naturenergie unter Realbedingungen, wie sich Wasserstoff optimal herstellen lässt.

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WASSERKRAFT VERSORGT WASSERSTOFFPRODUKTION

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und die ­naturenergie hochrhein AG (naturenergie) haben Anfang Oktober im Forschungsprojekt Reallabor H2-Wyhlen eine weitere Anlage zur Herstellung von Wasserstoff eingeweiht. Die Erweiterung hat eine elektrische Leistung von 5 MW und ergänzt die bestehende 1-MW-Anlage. Damit verfügt der Standort über eine der größten Produktionskapazitäten für Wasserstoff in Süddeutschland. Beide Anlagen erzeugen Wasserstoff mit Strom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk und sollen künftig Industrie- und Mobilitätskunden in der Region versorgen. Ende Juli hat der neue Elektrolyseur erstmals Wasserstoff erzeugt. Derzeit werden unter realen Betriebsbedingungen weitere Anlagenteile wie Gasaufbereitung, Verdichter und Speichersysteme schrittweise getestet und hochgefahren.

Der Kongress in der Wiener Hofburg war so gut besucht wie nie zuvor.

OESTERREICHS ENERGIE KONGRESS 2026

Mit mehr als 800 Teilnehmenden verzeichnete Oesterreichs Energie Kongress 2026 Mitte September in der Wiener Hofburg eine Rekordbeteiligung. Zum Auftakt riefen Politik und E-Wirtschaft dazu auf, die Transformation des Energiesystems gemeinsam und konstruktiv voranzutreiben. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Themen und Herausforderungen, die die E-Wirtschaft derzeit bewegen – vom Ausbau der Erneuerbaren über Netze und Speicher und die Möglichkeiten der Digitalisierung bis hin zu Cyber-Security und hybriden Bedrohungen. Aus unterschiedlichen Meinungen gemeinsames Handeln und echte Lösungen entwickeln – mit diesem Appell eröffnete Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der E-Wirtschaft, den Oesterreichs Energie Kongress 2026. Unter dem Motto „Zukunft unter Strom“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Energiewirtschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Herausforderungen bei der Transformation des Energiesystems. Barbara Schmidt brachte es zum Auftakt auf den Punkt: „Wenn ich in den Raum blicke, sehe ich Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Energiebranche, aber eines eint uns: Wir alle wollen eine sichere, saubere und leistbare Energiezukunft.“ Gerade weil die Branche wächst und neue Akteur:innen hinzukommen, sind Austausch, gegenseitiges Verständnis und ein gemeinsames Ziel umso wichtiger. Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen betonte in seiner Grußbotschaft das Thema Unabhängigkeit als das zentrale Thema der Zukunft – und dass es in dem Zusammenhang unabdingbar und notwendig sei, saubere alternative Technologien auszubauen und die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben.

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KRAFTWERK FÜCHTELNER MÜHLE WIEDER IN BETRIEB

Leonhard Schitter bleibt für weitere fünf Jahre CEO der Energie AG.

LEONHARD SCHITTER ALS CEO WIEDERBESTELLT

In der Aufsichtsratssitzung der Energie AG Oberösterreich vom 29. September 2026 wurde Leonhard Schitter als CEO bestätigt und in dieser Funktion für weitere fünf Jahre wiederbestellt. Seit seinem Amtsantritt im Jänner 2023 hat Leonhard Schitter gemeinsam mit den Mitarbeitern der Energie AG eine umfassende strategische Neuausrichtung eingeleitet und umgesetzt. Mit der Strategie LOOP wurde ein klarer Kurs festgelegt: Die Energie AG investiert bis 2035 4 Milliarden Euro in erneuerbare Erzeugung, Netze und Speicher, um die Versorgungssicherheit weiter zu stärken, unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden und langfristig zu stabilen und leistbaren Energiepreisen in Oberösterreich beizutragen. Schitter bedankte sich für das erneut in ihn gesetzte Vertrauen und betonte insbesondere die gemeinsame Leistung der vergangenen Jahre.

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Nach vier Jahren der Sanierung und Modernisierung ist die Wasserkraft- und Stauanlage Füchtelner Mühle in Olfen in Nordrhein-Westfalen offiziell wieder in Betrieb. Im Rahmen des Erneuerungsprojekts wurden die beiden vorhandenen Turbinen generalüberholt und mit neuen, verstellbaren Laufrädern ausgestattet. So können sie auch bei Niedrigwasser noch zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Ziel ist es, die Anlage möglichst ganzjährig zur Erzeugung regenerativen Stroms zu nutzen und diesen in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Die veraltete Schalt- und Steuereinrichtung sowie die in die Jahre gekommenen Wehrtafeln wurden ebenfalls ausgetauscht. Bei der Begutachtung der tragenden Konstruktion der Stauanlage wurden zudem erhebliche Schäden am Mittelpfeiler festgestellt. Dieser musste daher grundlegend saniert werden.

© Energie AG

© Wikimedia/Dietmar Rabich

Die Füchtelner Mühle ist seit September 2026 offiziell wieder in Betrieb.

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DAS ERNEUERBAREN-AUSBAU-BESCHLEUNIGUNGSGESETZ (EABG)

WASSERKRAFTWERKE ALS GROSSE VERLIERER?

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erfahrensbeschleunigung ist ein Dauerbrenner in der Politik. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der Energieknappheit sollte daher durch ein Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) die Energiewende forciert werden. Die Pläne dafür existieren schon lange. Die Hoffnungen in dieses Gesetz waren sehr groß. Endlich sollten die Verfahren in Gang kommen, unionsrechtliche Hürden überwunden und die Mitspracherechte von Parteien im Verfahren beschränkt werden. Die Vorgängerregierung scheiterte aber an diesen ambitionierten Zielen. Das Projekt wurde dennoch fortgeführt. Nach langwierigen und intensiven Verhandlungen ist es im Juni endlich gelungen, das EABG zu beschließen. Der politische Diskussionsprozess hat viele ursprünglich vorgesehene positive Elemente entfernt. Die Wasserkraft wird im EABG in weiten Teilen ausgespart, dessen ungeachtet gibt es ein paar positive Aspekte hervorzuheben.

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Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das EABG nun ein weitgehend konzentriertes Verfahren vorsieht. Künftig soll nur mehr eine Behörde für die Erteilung aller erforderlichen Bewilligungen bei Neuerrichtung und Änderung (Wasser-, Energie-, Naturschutz-, Forstrecht etc.) zuständig sein. Nicht Gegenstand des EABG-Verfahrens sind dagegen reine Wiederverleihungen oder Widerstreitverfahren. Gelten wird das EABG grundsätzlich für alle Energieanlagen, die nicht der Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterliegen. Zuständig für die Führung der Verfahren ist in der Regel der Landeshauptmann, ausnahmsweise kann er das Verfahren an die Bezirksverwaltungsbehörde delegieren. Die Zuständigkeit gilt bis zur Rechtskraft der Genehmigung, dann sind wieder die Materienbehörden zuständig (wie bisher). Im Bereich der Wasserkraft gilt aber anderes: Für Wasserkraftwerke gilt zuerst bloß eine Teilkonzentration (alle Materien außer Wasser-

recht), für das Wasserrechtsverfahren bleiben die Wasserrechtsbehörden zuständig. Als Antragsteller besteht aber die Möglichkeit, ein sogenanntes „Opt in“ zu verlangen. Dadurch wird dann wieder die Vollkonzentration bei der EABG-Behörde geschaffen. In der Regel ist das „Opt in“ die bessere Lösung. Durch die Verfahrenskonzentration bei einer Behörde wird sichergestellt, dass die Probleme der Zuständigkeit unterschiedlicher Behörden (etwa unterschiedliche Restwasservorschreibungen) vermieden werden. Großer Vorteil für die Wasserkraft ist die Festlegung des überragenden öffentlichen Interesses, wie es die RED III vorgibt. Dabei erfolgte für den Neubau von Wasserkraftwerken (Anmerkung: nicht für die Änderung!) aber eine massive Einschränkung: Das überragende öffentliche Interesse gilt nicht für die Neuerrichtung von Wasserkraftanlagen in Gewässerstrecken mit sehr gutem ökologischem Zustand und in Gewässerstrecken, die auf einer durchgehenden Länge von mindestens 1 km einen sehr guten hydromorphologischen Zustand aufweisen. Als kleines „Schlupfloch“ ist jedoch festzuhalten, dass sich tatsächlich Anlagenteile in diesen ausgenommenen Gewässerstrecken befinden müssen. Die Definition in der Energieanlage in § 5 Z 8 legt nämlich fest, dass Auswirkungen der Energieanlage (etwa weniger Wasser in Ausleitungsstrecken) nicht Teil der Anlage der Energieanlage sind und daher die Ausnahme des § 25 Abs 2 in diesen Fällen nicht gilt. Mit anderen Worten: Ist nur in der Ausleitungsstrecke eine Gewässerstrecke von mindestens 1 km in einem sehr guten hydromorphologischen Zustand, liegt die Fassung aber nicht in diesem Bereich, kann das überragende öffentliche Interesse beansprucht werden. Das überragende öffentliche Interesse ermöglicht eine einfachere Ausnahmebewilligung bei der Verschlechterung von Wasserkörpern. Die Interessenabwägung nach § 104 a WRG 1959 wird dadurch erleichtert, wenngleich zu betonen ist, dass die übrigen Voraussetzungen des § 104 a WRG 1959 (Minderungsgebot, Alternativenprüfung) weiter gelten. Weitere positive Effekte für Wasserkraftanlagen sind insbesondere das Einfrieren des Standes der Technik zum Antragszeitpunkt, eine eingeschränkte Parteistellung, die einfachere Beiziehung nichtamtlicher Sachverständiger und vieles mehr. Das EABG wird in der Praxis von vielen Personen kritisch gesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt steht in vielen Bundesländern noch nicht fest, wer das EABG überhaupt vollziehen wird. Unklar ist zudem, ob es zu einer Aufstockung von Beamten kommt, was angesichts des großen Zusatzaufwands wohl geboten wäre.

Dr. Berthold Lindner

Berthold Lindner berät und begleitet Wasserkraftbetreiber:innen bei der Umsetzung von Projekten und im laufenden Betrieb. Als Mitautor des WRG-Kommentars von Oberleitner/Berger ist er als kompetenter Ansprechpartner im Wasserrecht bundesweit tätig.

Der Erfolg der Beschleunigungsmaßnahmen durch das EABG wird im Wesentlichen davon abhängen, wie dieses Gesetz in der Praxis vollzogen wird. Während die Notfall-Verordnung von Behörden teilweise schlicht nicht angewendet wurde, wird das EABG jedenfalls die Zuständigkeiten und Verpflichtungen der Behörden klar regeln. Das Gesetz stellt eine große Chance für den weiteren Ausbau dar. Nicht verständlich ist jedoch der Umstand, warum für Wasserkraftanlagen keine Beschleunigungsgebiete vorgesehen wurden und gerade für die Wasserkraft weitgehende Ausnahmen bestehen, die die Beschleunigungsmaßnahmen für Wasserkraft-

anlagen massiv einschränken.

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P ROJ P ROJ E KT E KT EE Im September wurde das neue Kraftwerk Tauernbach-Gruben in Osttirol eröffnet. Im Bild zu sehen: das eigens angelegte Amphibienlaichgewässer

NEUES TIWAG-KRAFTWERK STÄRKT WASSERKRAFTSTANDORT OSTTIROL

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Nach rund drei Jahren Bauzeit hat die TIWAG am 8. September das neue Kraftwerk Tauernbach-Gruben in Matrei in Osttirol offiziell in Betrieb genommen. Rund 184 Millionen Euro wurden in das Großprojekt investiert, das künftig im Regeljahr etwa 85 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom erzeugen soll. Damit avanciert die neue Anlage zum zweitstärksten Wasserkraftwerk im Bezirk Lienz und kann rechnerisch den Jahresbedarf von rund 20.000 Haushalten decken. Gleichzeitig können durch die regenerative Stromproduktion jährlich etwa 60.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Trotz der anspruchsvollen Dimension des Bauvorhabens konnten sowohl Kostenrahmen als auch Zeitplan eingehalten werden. Mit TauernbachGruben erweitert die TIWAG ihre Erzeugungskapazitäten in Osttirol um ein leistungsstarkes Wasserkraftwerk und setzt zugleich einen weiteren Akzent beim Ausbau der heimischen Stromproduktion.

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ir müssen raus aus Öl und Gas“ – unter diesem Credo stand die feierliche Eröffnung des neuen Kraftwerks Tauernbach-Gruben in Matrei in Osttirol am 8. September. Mit dem klaren Bekenntnis zur Nutzung der heimischen Wasserkraft blickten mehrere Festredner auf die lange Tradition dieser Technologie zurück: Bereits 1908 ging in Osttirol das erste Wasserkraftwerk in Betrieb und leitete damit die Elektrifizierung der Region ein. Seither wurde die Nutzung der heimischen Wasserkraft kontinuierlich ausgebaut. Welche Dimension das neue Kraftwerk in diesem Kontext einnimmt, verdeutlicht ein Vergleich: Dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch Osttirols von rund 345 Mio. kWh – ermittelt über die vergangenen 15 Jahre – steht ein Regelarbeitsvermögen von rund 85 Mio. kWh aus Tauernbach-Gruben gegenüber. Rein rechnerisch kann die neue Anlage damit etwa

ein Viertel des regionalen Strombedarfs abdecken. „Die Unabhängigkeit war und ist die große Stärke Tirols. Dies möchten wir auch mit einer eigenständigen Energieversorgung erreichen und damit den Lebensraum und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken und absichern“, betonte Landeshauptmann Anton Mattle in seiner Festansprache. Steiniger Weg bis zum fertigen Kraftwerk Der Weg bis zur Realisierung des Kraftwerks TauernbachGruben war indes ein langer. Wie TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle bei der Eröffnung in Erinnerung rief, reichen die ersten Planungen bis ins Jahr 2006 zurück. Exakt zwei Jahrzehnte waren von der Projektentwicklung über die politischen Weichenstellungen bis zur Umsetzung erforderlich – eine Phase, in der das Vorhaben auch Rückschläge

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hinnehmen musste und die Projektunterlagen zwischenzeitlich vollständig überarbeitet und neu eingereicht werden mussten. Der eigentliche Startschuss für die Bauarbeiten fiel schließlich unter denkbar schwierigen Rahmenbedingungen in die Zeit der Corona-Pandemie. Dennoch konnte das Projekt im vorgesehenen Kosten- und Zeitrahmen umgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung stellte dabei nicht zuletzt die Ausdehnung der Baustelle dar: Über rund 10 Kilometer erstreckten sich die Arbeiten von der Wasserfassung im Bereich der Schildalmen, über den Triebwasserweg – bestehend aus einem 2,3 km langen Stollen sowie einer 6,3 km langen Druckrohrleitung DN1830 – bis hin zum neuen Krafthaus in Gruben. Die Arbeiten an der Druckrohrleitung erfolgten sowohl in steilem, schwer zugänglichem Gelände als auch entlang der bestehenden Felbertauern-Schnellstraße. Tunnel-, Tief- und Hochbau sowie die elektromaschinelle Ausrüstung mussten dabei eng aufeinander abgestimmt werden. Wie Projektleiter Martin Riedl erläuterte, wurden die vielfältigen Arbeiten im Sommer wie im Winter innerhalb einer intensiven Bauphase von rund zweieinhalb Jahren abgewickelt. Ab Ende 2023 lag die Ausführungsplanung der Druckrohrleitung, des Krafthauses und der Wasserfassung in den Händen des internationalen Netzwerks für Planung und Bauwesen

Einheben der Rohrschüsse mittels Bagger. Nicht nur auf die Schweißqualität, sondern auch auf die Bettung wurde penibel geachtet.

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V.l.: TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle drückt mit TIWAG-Aufsichtsrätin Michaela Hysek-Unterweger und Landeshauptmann Anton Mattle den Startknopf für die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks.

Alpine Topografie hält Herausforderungen bereit Eine der zentralen Herausforderungen des Projekts stellte die Verlegung der Druckrohrleitung dar, für die Brunner & Leiter gemeinsam mit Berger + Brunner, einem Unternehmen der BODNER Gruppe, in einer Arbeitsgemeinschaft verantwortlich zeichnete. Mit der Planung und Ausschreibung der beiden Baulose für die Druckrohrleitung (Rohrlieferung und Rohrbau) wurde von TIWAG das in Innsbruck ansässige und international tätige Ingenieurunternehmen Conceptorise (CTR) beauftragt. Als erfahrener Planer im Bereich Wassertransportleitungen erarbeitete CTR die grundlegende Ausschreibungsstrategie, die Konzeptionierung für den Rohrbau sowie die gesamten technischen Ausschreibungsunterlagen und begleitete auch während der Ausführung der Rohrbauarbeiten das Projekt technisch. „Die Rohre wurden je nach Baustellenabschnitt einzeln mittels Bagger oder Autokran eingehoben und über Stumpfnähte miteinander verschweißt“, erzählt Markus Gruber, Bauleiter der ARGE und verantwortlich für den Rohrbau. Besondere Anforderungen stellte dabei die alpine Topografie: Da die Rohrtrasse möglichst exakt dem natürlichen Geländeverlauf angepasst wurde, musste nahezu jedes Rohr sowohl in seiner Lage als auch in der Höhe individuell ausgerichtet werden. Entsprechend große Bedeutung kam der detaillierten 3D-Rohrbauplanung sowie der präzisen Vorbereitung und Ausführung © Brunner & Leiter

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BauCon. Das Auftragsspektrum umfasste zudem die hydraulische, statische und geotechnische Planung sowie die Erstellung behördlicher Unterlagen und die Planung einer 110-​kV-​ Erdleitung.

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© Brunner & Leiter

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Rohrlager an der Felbertauernstraße: Die Stahlrohre wurden vom Tiroler Rohrspezialisten ALPE Pipe Systems geliefert.

Die Bau-ARGE war auch dahingehend gefordert, die neue Druckrohrleitung an die Topografie anzupassen.

m langen Rohrstollen mobile Rohrsättel mit Gleitlagern zum Einsatz. Die Plombe stellt den Übergang vom Druckstollen zur Druckrohrleitung dar.

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von Aushub und Bettung zu. Auch die Untergrundverhältnisse wechselten entlang der Trasse erheblich – von Fels über bindige Böden, die teilweise einen Bodenaustausch erforderlich machten, bis hin zu Grundwasser in den beiden Tiefpunkten, was grundsätzlich bereits in der Ausschreibung bekannt und in der Umsetzung entsprechend berücksichtigt wurde. Unterhalb exponierter Felsbereiche wurden zudem abschnittsweise Steinschlagschutznetze errichtet und die Rohrgräben bei Bedarf mittels Nagelwänden gesichert. Eine Sonderlösung erforderte schließlich die Verlegung im Rohrstollen: Hier erfolgten Transport, Einhub und Positionierung der Rohre mit einem ferngesteuerten Hebe-, Transport- und Positionierungsgerät. Während die Druckrohrleitung im Bereich der Betonplombe auf fixen Rohrsätteln aufgeständert wurde, kamen im rund 160

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Höchste Qualitätsstandards beim Rohrschweißen Einen entsprechend hohen Stellenwert nahm beim Rohrleitungsbau die Qualitätssicherung ein. Die Schweißarbeiten selbst wurden vom norditalienischen Spezialunternehmen Idroweld ausgeführt, wobei bereits im Vorfeld umfangreiche Prüf- und Freigabeprozesse für Schweißverfahren und Schweißerqualifikationen zu durchlaufen waren. „Auf der Baustelle begann die Kontrolle bei der Anlieferung der Rohre und setzte sich über sämtliche Arbeitsschritte bis zur Verfüllung des Rohrgrabens fort“, erklärt Markus Gruber. Nach Freigabe der Bettung wurden nach dem Einhub unter anderem Ausrichtung, Spaltmaß und Versatz der Rohrschüsse kon­ trolliert und die entsprechenden Heftschweißungen durchgeführt, ehe die endgültigen vollumlaufenden Schweißnähte mittels verschiedener Prüfverfahren – darunter Sicht-, Magnetpulver- und Ultraschallprüfung sowie Härtemessungen – untersucht wurden. Auch die anschließend aufgebrachte © Brunner & Leiter

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Rohrverlegung im Bereich Felbertauernstraße

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Bau des Krafthauses mit Hosenrohr

Bau der Wasserfassung

HDPE-Außenbeschichtung wurde vor dem Verfüllen mittels Isolations- bzw. Holidaytest auf Fehlstellen überprüft. Nach erfolgter Verlegung wurde abschließend eine 13 mm starke Zementmörtelinnenauskleidung als Innenkorrosionsschutz von einem darauf spezialisierten Unternehmen aufgebracht. Die laufende externe Prüfung im Auftrag der TIWAG belegte die hohe Ausführungsqualität – laut Markus Gruber lag die Beanstandungsquote bei den Schweißnähten unter einem Prozent. Komplexe Baustellenlogistik entlang der Rohrtrasse Parallel dazu stellte die Baustellenlogistik hohe Anforderungen: Um trotz verzögertem Vertragsabschluss einen kontinuierlichen Baufortschritt im Zeitplan zu gewährleisten, wurde die rund 6,3 km lange Druckrohrleitung in mehrere geografisch und zeitlich abgestimmte Bauabschnitte gegliedert. Diese Gliederung wurde bereits in der Ausschreibung durch CTR festgelegt. In weiterer Folge entwickelte das Ingenieurbüro auch ein entsprechendes Ablaufkonzept, das sich letztlich nach dem Ankommen der unterschiedlichen Rohrtypen auf der Baustelle richtete. Dadurch konnten Erdbau, Spezialtiefbau, Rohr-, Beton- und abschließende Erdarbeiten möglichst ohne gegenseitige Wartezeiten ineinandergreifen. Zusätzli-

Die offene Unterquerung des Tauernbachs mit der neuen Druckrohrleitung musste mit besonderer Vorsicht und Konzentration erfolgen.

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Unterwasseransicht der neuen Fassung. Wild Metal installierte die 14 m breite Wehrklappe sowie die gesamte stahlwasserbauliche Ausrüstung.

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Fassung besticht mit modernem Stahlwasserbau Ein umfangreiches Leistungspaket übernahm beim Kraftwerk Tauernbach-Gruben der Südtiroler Stahlwasserbauspezialist Wild Metal. Das Unternehmen lieferte die wesentlichen Komponenten für die neue Wasserfassung und deckte damit einen beträchtlichen Teil der wasserbaulichen Ausrüstung aus einer Hand ab. Zu den größten Bauteilen zählt die

14 m breite und 3,5 m hohe Wehrklappe, ergänzt durch ein 3 m breites Spülschütz mit Aufsatzklappe sowie die zugehörigen Dammbalkensysteme. Die 25 Tonnen schwere Wehrklappe garantiert eine zuverlässige Stauzielhaltung und ermöglicht bei Hochwasser eine Wasserabfuhr über den gesamten Bachquerschnitt. Für eine zuverlässige Wasserentnahme sorgen ein 11,3 m breiter Edelstahl-Horizontalrechen und eine Horizontal-Rechenreinigungsmaschine mit einer Arbeitslänge von 13,5 m – mit Edelstahl-Laufschienen und -Rollen sowie einer hochwertigen Plexiglas-Verkleidung. Darüber hinaus umfasste der Lieferumfang drei Einlaufschützen mit Dammtafeln, drei Entnahmeschützen, die Dotieranlage mit Wintereinlauf sowie mehrere Spül- und Entsandungseinrichtungen. Dazu zählen unter anderem drei rund 50 m lange EntsanderAbzugsrohrsysteme DN600 samt Plattenschiebern und drei Spülschieber gleicher Nennweite. Komplettiert wurde das Paket durch die Panzerung der Wasserfassung, Dammbalken, Dammtafeln und zwei Hydraulikaggregate. Bereits Ende

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che Herausforderungen bildeten Rohrbauarbeiten in unmittelbarer Nähe zur Transalpinen Ölleitung (TAL), die teilweise Sprengungen erforderten, die Rohrverlegung entlang der Felbertauernstraße unter weitgehender Aufrechterhaltung des zweispurigen Verkehrs sowie die offene Unterquerung des Tauernbachs während der Wintermonate. Nach rund 13 Monaten reiner Rohrbauzeit erfolgte am 10. Dezember 2025 schließlich der Lückenschluss. Den erfolgreichen Schlusspunkt setzte die Druckprobe in der Nacht vom 17. auf den 18. März 2026: Sie verlief auf Anhieb erfolgreich.

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Bewährte Technik: Der Einlauf wird von einem Horizontalrechenreiniger von Wild Metal frei von Geschwemmsel gehalten.

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Februar waren die Fischbauchklappe und sämtliche anderen Stahlwasserbauteile bereit für den Praxistest – und bewährten sich in der Folge im Rahmen der Inbetriebsetzungsarbeiten sowie danach im folgenden Regelbetrieb.

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Herausforderungen gemeinsam gemeistert Angesichts der Vielzahl an baulichen und logistischen Herausforderungen zieht Projektleiter Martin Riedl ein durchwegs positives Resümee. Nicht alle Arbeiten seien während der rund dreijährigen Bauzeit völlig reibungslos verlaufen. So mussten etwa Verzögerungen bei einigen Lieferungen im weiteren Bauablauf wieder aufgeholt werden, während sich auch die geologischen Verhältnisse nicht überall so darstellten, wie sie im Vorfeld prognostiziert worden waren. Zu den technisch besonders anspruchsvollen Aufgaben zählte Riedl den Stollenvortrieb, für den Swietelsky Tunnelbau verantwortlich zeichnete, mit seinem vergleichsweise kleinen Ausbruchsdurchmesser sowie die Herstellung des Dükers, mit dem die Druckrohrleitung unter dem Tauernbach hindurchgeführt wurde. Hinzu kamen zwei Querungen der TAL sowie die besonderen Rahmenbedingungen im alpinen Gelände. Lawinen, Stein- und Eisschlag sowie mögliche Muren mussten bei Planung und Ausführung ebenso berücksichtigt werden. Das galt natürlich auch für die komplexen Bauarbeiten an der Wasserfassung, für die das Team von BODNER verantwortlich zeichnete. „Wenn man all diese Herausforderungen betrachtet, ist das aus meiner Sicht eine herausragende Leistung“, bilanziert Riedl und richtet seinen Dank ausdrücklich an die beteiligten Unternehmen und deren Mitarbeiter, die mit großem Einsatz dazu beigetragen hätten, zwischenzeitliche Verzögerungen wieder aufzuholen und das Projekt erfolgreich umzusetzen. Mit dem Abschluss der wesentlichen Bauarbeiten verlagerte sich der Schwerpunkt schließlich ins Krafthaus, das mustergültig von FREY Bau errichtet wurde.

Kraftvolle Maschinentechnik von Voith Hydro Mit dem Abschluss der Bauarbeiten rückte im Krafthaus die elektromaschinelle Ausrüstung in den Mittelpunkt. Für das Herzstück der Anlage setzte die TIWAG auf die langjährige Wasserkraftkompetenz von Voith Hydro. Der Technologiekonzern lieferte zwei baugleiche Pelton-Maschinensätze und zeichnete dabei sowohl für die Turbinen als auch für die zugehörigen Drehstromgeneratoren verantwortlich. Jeder Maschinensatz ist auf eine installierte Turbinenleistung von 15 MW beziehungsweise eine mittlere Ausbauleistung von 13,55 MW ausgelegt. Damit zählen die beiden Einheiten zu den stärksten Pelton-Maschinensätzen in diesem Leistungssegment in Österreich. Bei einer Bruttofallhöhe von 381,3 m und einer Drehzahl von 600 U/min sind die Maschinen auf die spezifischen hydraulischen Verhältnisse des Tauernbachs abgestimmt. Gerade bei Maschinensätzen dieser Leistungsklasse kommt der präzisen Abstimmung von Turbine und Generator eine zentrale Rolle für einen effizienten und zuverlässigen Betrieb zu – eine Aufgabe, bei der Voith auf jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung anspruchsvoller Wasserkraftausrüstungen zurückgreifen konnte. Insgesamt verarbeitet das Kraftwerk mit seinen beiden Maschinen eine Ausbauwassermenge von bis zu 9 m³/s und erreicht eine Engpassleistung von rund 27 MW. Neue Lebensräume und wiederhergestellte Durchgängigkeit Neben den technischen und baulichen Anforderungen spielte auch die möglichst naturverträgliche Umsetzung des Kraftwerksprojekts eine wesentliche Rolle. Bereits während der Bauphase wurde darauf geachtet, die Eingriffe und Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus setzte die TIWAG eine Reihe von Renaturie-

T EC H N I S C H E DAT E N • Maschinensätze: 2 (baugleich) • Bauart: vertikale Peltonturbinen • Fabrikat: Voith Hydro • Brutto-Fallhöhe: 381,3 m • Ausbauwassermenge: 9 m³/s • Drehzahl: 600 U/min • Nennleistung: je 15 MW • Engpassleistung: 27 MW • Generator: synchron (Indar) • Stahlwasserbau: Wild Metal • Wehrklappe: 14 m x 3,5 m / 25 Tonnen • Horizontalrechen: 11,3 m (Breite) • Triebwasserweg: 8,6 km (Stollen: 2,3 km / Druckrohrleitung: 6,3 km) • Bauarbeiten Wasserfassung: Ing. Hans Bodner Bauges. • Bauarbeiten: • Rohrbau: ARGE Berger+Brunner & Brunner&Leiter • Schweißarbeiten: Idroweld S.p.A. • Druckrohre: ALPE Pipe Systems • Bauarbeiten Krafthaus: Bauunternehmung Dipl. Ing. Walter Frey GesmbH • Bauarbeiten Stollen: Swietelsky Tunnelbau GmbH & Co KG • Planer: ILF Consulting Engineers Austria GmbH BauCon International Conceptorise GmbH • Jahresproduktion: 85 GWh

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der her. „Einen besonderen Fokus haben wir auch bei diesem Projekt auf die Naturverträglichkeit gelegt: Umfassende Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen wurden umgesetzt“, betont TIWAG-Vorstandsdirektor Speckle.

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rungs- und Ausgleichsmaßnahmen um. Durch gezielte Bepflanzungen und die Anlage von Feuchtbiotopen entstanden neue Lebensräume für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Ein eigenes Amphibienlaichgewässer wurde beispielsweise unmittelbar im Bereich der Krafthauszufahrt geschaffen. Gleichzeitig konnten mehrere Seitengewässer ökologisch aufgewertet und ihre Fischpassierbarkeit verbessert werden. Die größte und technisch anspruchsvollste Einzelmaßnahme wurde im Bereich der sogenannten Winterbrücke am Tauernbach realisiert. Aufgrund des hohen Längsgefälles und einer Reihe ausgeprägter Abstürze war dieser Gewässerabschnitt für Fische zuvor nicht durchgängig. Abhilfe schuf eine eigens errichtete Riegelrampe mit insgesamt 27 Querriegeln. Die dadurch entstehenden kleineren Höhensprünge ermöglichen aquatischen Organismen nun die Passage des betreffenden Abschnitts und stellen die ökologische Durchgängigkeit wie-

Die Wasserfassung wurde mit Bedacht auf die Naturbelassenheit des Felbertauerntals harmonisch in die Landschaft integriert.

Interessierte Ehrengäste: Im Rahmen der Eröffnung wurde auch die Maschinentechnik im Detail erklärt – wie hier einer der beiden Generatoren.

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Die beiden baugleichen Pelton-Maschinensätze aus dem Hause Voith sind auf jeweils 15 MW Nennleistung ausgelegt.

Starkes Signal für Osttirol Mit einem Regelarbeitsvermögen von rund 85 Mio. kWh pro Jahr leisten die beiden Maschinensätze künftig einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Stromerzeugung. Rund 20.000 Haushalte können rechnerisch mit erneuerbarer Energie versorgt und nach Angaben der TIWAG jährlich etwa 60.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Insgesamt investierte das Unternehmen rund 184 Mio. Euro in die Realisierung des Kraftwerks Tauernbach-Gruben, das nach drei Jahren Bauzeit seinen Betrieb aufnehmen konnte. Mit einer Engpassleistung von rund 27 MW ist die neue Anlage nach dem TIWAG-Kraftwerk Amlach zugleich das zweitstärkste Wasserkraftwerk im Bezirk Lienz. Welche Bedeutung der Neubau für die Energieversorgung der Region hat, zeigt auch der Blick auf die gesamte TIWAGErzeugung in Osttirol: Mit Tauernbach-Gruben steigt das jährliche Arbeitsvermögen der dortigen TIWAG-Kraftwerke auf rund 560 Mio. kWh. Damit kann das Unternehmen rechnerisch etwa das 1,6-Fache des langjährigen jährlichen Stromverbrauchs Osttirols aus heimischer Wasserkraft erzeugen. Für Landeshauptmann Anton Mattle steht das Projekt damit zugleich in einer langen Tiroler Wasserkrafttradition, die von Ingenieurkunst, Investitionsbereitschaft und dem Zusammenspiel von Gemeinden, Land, Bevölkerung und Unternehmen geprägt ist. Gerade mit Blick auf Energiewende und Energieautonomie komme einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Einbindung der betroffenen Regionen besondere Bedeutung zu. Neben all diesen energiewirtschaftlichen Kennzahlen hob TIWAG-Vorstandsdirektor DI Speckle zum Abschluss noch einen anderen Aspekt hervor: Trotz der komplexen Bauarbeiten, der anspruchsvollen Topografie und der zahlreichen technischen Herausforderungen konnte das gesamte Projekt während der dreijährigen Bauzeit ohne einen einzigen schweren Unfall realisiert werden. Eine Bilanz, die für Speckle bei einem Projekt dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich ist – und die den erfolgreichen Abschluss eines der bedeutendsten jüngeren Wasserkraftprojekte Osttirols zusätzlich unterstreicht.

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P ROJ E KT E Bei dem großangelegten Modernisierungsprojekt der EWR ersetzt eine leistungsstarke Einzelanlage die alten Kraftwerke Reutte I und II. 26

ELEKTRIZITÄTSWERKE REUTTE FEIERN 125-JÄHRIGES JUBILÄUM MIT RUNDUM ERNEUERTEM KRAFTWERK

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ie Nutzung des Lechs in der Region Reuttener „Tränke“ im Tiroler Außerfern hat eine jahrhundertelange Tradition. Historische Aufzeichnungen belegen, dass dort bereits um das Jahr 1750 ein Holzfang für den Transport von Baumstämmen auf dem Wasserweg genutzt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein Ausleitungskanal errichtet, damit konnten die mechanischen Transmissionen einer Textilfabrik und die lokalen Sägen, Mühlen und Schmieden mit der Kraft des Wassers angetrieben werden. Die ersten Turbinen für die Produktion von elektrischem Strom sollten ab 1895 zum Einsatz kommen. Zwischen 1952 und 1956 wurden von den Textilwerken Reutte die Kraftwerke Reutte I und Reutte II errichtet, 1988 erfolgte die Übernahme der beiden Anlagen durch die EWR. Kraftwerke zusammengelegt Die in den 1950er Jahren erbaute Kraftwerksanlage befand sich teilweise in einem ökologisch und technisch moderni-

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Mit einer großen Eröffnungsfeier hat die Elektrizitätswerke Reutte AG (EWR) im September die Inbetriebnahme des modernisierten Kraftwerks Reutte und ihr 125-jähriges Jubiläum zelebriert. Bei dem großangelegten Erneuerungsprojekt im Tiroler Außerfern wurden die beiden Kraftwerke Reutte I und Reutte II zu einer gemeinsamen Anlage zusammengeführt. Das Maschinengebäude der Anlage Reutte II wurde technisch vollständig erneuert und mit zwei leistungsstarken Kaplan-Turbinen ausgestattet. Auch das elektro- und regelungstechnische Equipment sowie der Stahlwasserbau wurden umfassend modernisiert. Der zuvor offene Oberwasserkanal wurde zurückgebaut, das Triebwasser strömt nun durch zwei unterirdische Druckrohrleitungen ins Krafthaus. Im Zuge der grundlegenden Erneuerung haben die EWR nicht nur eine erhebliche Steigerung der Leistungs- und Erzeugungskapazität erzielt, sondern auch eine Vielzahl von ökologischen Maßnahmen umgesetzt.

Der zuvor offen geführte Oberwasserkanal wurde durch eine Drucksektion, die aus GFK-Rohren DN2800 und DN2600 besteht, ersetzt.

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Der Lech wird an der Wehranlage durch zwei massive Schützen mit aufgesetzten Klappen aufgestaut.

Die erneuerte Wehranlage Ehenbichl wurde von GMT Wintersteller mit zuverlässigen Stahlwasserbaulösungen ausgestattet, die Schutzrechen und der neue Rechenreiniger stammen von der Muhr GmbH.

Das Maschinengebäude des Kraftwerks Reutte II sollte für den Einbau von zwei modernen Kaplan-Maschinensätzen baulich adaptiert werden. Sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung setzten die EWR auf bewährte Unternehmen aus dem Bau- und Techniksektor. Mit der Generalplanung des Projekts wurde die renommierte ILF Consulting Engineers Austria GmbH, die in Tirol ihren Hauptsitz hat, beauftragt. Das rund um den Globus aktive Unternehmen mit insgesamt 45 Niederlassungen war von der Erstellung der ersten Variantenstudien bis hin zu den finalen Ausführungsplanungen federführend an der Kraftwerkserneuerung beteiligt. Neuer Stahlwasserbau und Rechenreiniger An der Wehranlage am Lech, die sich im Ortsteil Ehenbichl befindet, wurde der komplette Stahlwasserbau erneuert, außerdem erfolgten diverse Abdichtungsmaßnahmen und statische Ausbesserungsarbeiten. Der Auftrag für die Lieferung des modernen Stahlwasserbauequipments wurde an die im Wasserkraftbereich vielfach bewährte GMT Wintersteller GmbH aus Salzburg vergeben. Zu den größten Bauteilen im GMTLieferumfang zählten zwei massive Wehrschützen mit aufgesetzten Klappen, die bei einer lichten Weite von je 8 m jeweils 16,5 t auf die Waage bringen. Ebenfalls von GMT stammen die

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sierungsbedürftigen Zustand. Daher beabsichtigte die EWR bereits vor Ende der Konsensdauer, eine nachhaltige Lösung umzusetzen, also die gesamte Anlage in technischer und ökologischer Hinsicht zu modernisieren. Dabei wurde durch das Projekt ein Teil des Triebwasserweges verschlossen und ein Naherholungsraum direkt am Siedlungsgebiet geschaffen. Im Rahmen einer Variantenstudie wurden insgesamt acht Erneuerungsoptionen untersucht. Die Projektvorschläge behandelten eine ganze Reihe von unterschiedlichen Varianten, wobei verschiedene Ausbaudurchflüsse, die Anzahl der Kraftwerke und die Art der Sanierung bzw. die Erneuerung des Triebwasserwegs zur Debatte standen. Zudem wurden die Auswirkungen auf das geschützte Natura-2000-Gebiet T ­ iroler Lech bewertet und die Kosten und Wirtschaftlichkeit der unterschiedlichen Varianten erhoben. Letztendlich wurde die Zusammenlegung der Kraftwerke Reutte I und Reutte II zu einer einzelnen Anlage als wirtschaftlich beste und gleichzeitig ökologisch nachhaltigste Lösung beschlossen. Die wesentlichen Maßnahmen der Anlagenerneuerung beinhalteten die Erhöhung der Ausbauwassermenge von 24 m³/s auf 28 m³/s, die Beibehaltung und Sanierung des ersten Abschnitts des Oberwasserkanals sowie den Ersatz des zuvor offen ausgeführten Triebwasserwegs durch eine erdverlegte Drucksektion mit ca. 1.000 m Länge.

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Spiralkammerdeckenschalung bei der passgenauen Fertigung in der Werkstätte von Mitterfelner Schalungsbau

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insgesamt vier neuen Einlaufschützen mit jeweils 4,6 m Breite und 2,65 m Höhe. Direkt vor den Einlaufschützen befinden sich vier Grobrechenfelder, die großes Treibgut vom Eintritt in den Triebwasserweg fernhalten. Geliefert wurden die Grobrechen mit 250 mm Stababstand und der dazugehörige Rechenreiniger vom bayerischen Traditionsunternehmen Muhr GmbH. Beim Rechenreiniger handelt es sich um eine multifunktionale Maschine vom Typ Hydronic M 2000-K, die für die Reinigung des Einlaufbereichs sorgt. Der Rechenreiniger mit Pegelregelung bewegt sich vollautomatisch auf Schienen zwischen den Wehrfeldern und entfernt mit seiner Greiferharke jegliches Geschwemmsel von den Rechenflächen. Alternativ kann die mit modernen Hydraulik- und Steuerungssystemen ausgestattete Maschine auch manuell mittels Funkfernbedienung vor Ort bedient werden. Nach der Wehranlage strömt das Wasser zunächst durch ein großzügiges Absitzbecken, das bereits von den Altkraftwerken genutzt wurde. Dort wird die Fließgeschwindigkeit des Triebwassers bewusst reduziert, um ein langsames Absetzen der mitausgeleiteten Sedimente zu ermöglichen. Das Dammbauwerk des Absitzbeckens wurde während der Umbauarbeiten ebenfalls saniert bzw. verstärkt. Drucksektion statt offener Ausleitung Im Anschluss an das Absitzbecken folgt ein ca. 400 m langer Oberwasserkanal, dessen Dämme im Zuge der Sanierung erdbebensicher adaptiert wurden. Die Innenseite des Kanals wurde durch das Auftragen einer Asphaltschicht neu abgedichtet. Am Ende des Kanals wurde am Standort des ehemaligen

Saugrohr einer Kaplan-Turbine beim Einbau im Krafthaus

Kraftwerks Reutte I das neue Einlaufbauwerk zur Drucksektion der Anlage errichtet. Neu gebaut wurde dort auch ein Steuerhaus, das zur Überwachung und Regelung der Anlage dient. Komplettiert wurde das Einlaufbauwerk durch eine Schwall­ entlastungsanlage, die über eine Überlaufkante und eine anschließende Rohrleitung bis zu 6,5 m³/s in den Lech abführen kann. Das gesamte Stahlwasserbauequipment am Einlaufbauwerk inklusive Schutzrechen, Rechenreinigungsmaschine und Dammbalken wurde von der Muhr GmbH geliefert. Der Feinrechen mit 30 mm Stababstand wird von einem Rechenreiniger des Typs Hydronic M-2500 gereinigt. Dieser ebenso auf Schienen fahrbare Rechenreiniger ist nicht nur für die Entfernung von Geschwemmsel und Treibgut zuständig, sondern kann auch zum Setzen von Dammbalken verwendet werden. Die neue Drucksektion des Kraftwerks Reutte bilden zwei parallel verlaufende Rohrleitungen aus glasfaserverstärkten Kunststoffrohren (GFK), die das Triebwasser vom Einlaufwerk zur Turbinierung ins Krafthaus führen. „Die Drucksektion hat eine Länge von knapp 1.000 m und wurde in den Dimensionen DN2800 und DN2600 ausgeführt. Mit dieser Variante konnte beim Transport jeweils ein kleineres Rohr in das größere Rohr geschoben werden, was in weiterer Folge für eine deutliche Verringerung der Transportkosten sorgte. Außerdem ist diese Logistikmethode auch in ökologischer Hinsicht absolut sinnvoll“, betont EWR-Projektleiter Maschinenbau Dominik Schlux. Geliefert wurden die GFK-Rohre vom niederösterreichischen Unternehmen ETERTEC/JSW Handelsvertretung, das seinem Ruf als Vertriebsspezialist ein weiteres Mal gerecht werden

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konnte. Die verbauten GFK-Rohre, die ihre konstruktionsbedingten Vorzüge im Wasserkraftbereich voll ausspielen können, stammen vom Hersteller SUBOR. Dank der äußerst glatten Innenfläche der Rohre werden die unweigerlichen hydraulischen Reibungsverluste des Wassers auf ein Minimum reduziert. Zusätzlich überzeugt das Rohrmaterial durch sein

anwenderfreundliches Muffensystem und die Beständigkeit gegen äußere Einflüsse. Herausforderung Altbestand Unmittelbar vor dem Krafthaus befindet sich das neu errichtete Diffusorbauwerk. Der Diffusor sorgt für einen möglichst verlust-

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Am Standort des aufgelassenen Kraftwerks Reutte 1 befindet sich nun das Einlaufbauwerk der Drucksektion. Die multifunktionalen Rechenreiniger, welche die Grob- bzw. Feinrechen an der Wehranlage und am Einlaufbauwerk von Treibgut und Geschwemmsel befreien, stammen von der Muhr GmbH. Hinter der Rechenreinigungsmaschine befindet sich das Lager für die Dammbalken, die ebenfalls vom Rechenreiniger gesetzt werden.

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Mit vereinten Kräften wurde die Anlage symbolisch in Betrieb genommen.

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armen Übergang des Triebwassers vom runden Querschnitt der Druckrohrleitungen auf den rechteckigen Eintrittsquerschnitt der Kaplan-Turbinen. Im Diffusorbauwerk befinden sich zudem zwei von GMT gefertigte Turbinen-Einlaufschützen, die im Fall einer Störung ohne zusätzliche Hilfsenergie durch ihr Eigengewicht den Triebwasserweg absperren. Die beiden jeweils 14 t schweren Absperrorgane bewahren die Maschinensätze vor schädlichen Überdrehzahlen, gleichzeitig ermöglichen sie ein sicheres Arbeiten bei Wartungseinsätzen in den betonierten Turbinenspiralen. Die aus Holz gefertigten Schalungskonstruktionen für die Einlaufspiralkammern der KaplanMaschinen stammen von der niederbayerischen Mitterfelner Schalungsbau GmbH. Der Lieferumfang der Branchenexperten umfasste jeweils in zweifacher Ausführung die gerundeten Wandschalungen, die Konusschalungen und die abfallenden Spiralkammerdeckenschalungen in vorgefertigten Elementen. Auch die Diffusorschalungen für die Querschnittserweiterung im Turbinenauslauf wurden millimetergenau von Mitterfelner gefertigt. Das Krafthaus musste für den Einbau der modernen Technik umfassend adaptiert werden. Dabei zählten die bautechnischen Anpassungen in dem mittlerweile über 80 Jahre alten Gebäude zu den wesentlichen Projektherausforderungen, erklärt Dominik Schlux: „Wie es bei älteren Anlagen oft der Fall ist, waren auch beim Kraftwerk Reutte nur unvollständige Pläne und Aufzeichnungen vom Maschinengebäude vorhanden. Es war eine Vielzahl von Probebohrungen notwendig, um festzustellen, wie stark die vorhandenen Bewehrungen in

• Ausbauwassermenge: 28 m³/s • Nettofallhöhe: 9,8 m • Bauzeit: 2024 - 2026 • Druckrohrleitung GFK: DN2800 & DN2600 • Fabrikat: SUBOR • Länge Drucksektion: ca. 950 m • Lieferant Druckrohre: ETERTEC/JSW Handelsvertretung • Hersteller Stahlwasserbau: GMT Wintersteller GmbH • Hersteller Rechenreiniger: Muhr GmbH • E-Technik & Steuerung: Siemens Energy Austria GmbH • Turbinenschalungen: Mitterfelner Schalungsbau • Turbinen: Doppelregulierte Kaplan-Turbinen • Turbinenachsen: Vertikal • Drehzahl: 272,7 U/min • Engpassleistung: 2 x 1.248 kW • Hersteller: Kochendörfer Wasserkraftanlagen • Generatoren: Synchron • Spannung: 6.300 V • Nennscheinleistung: 1.663 kVA • Kühlsysteme: Wasser • Hersteller: Elin Motoren GmbH • Regelarbeitsvermögen: ca. 15 GWh

der Bausubstanz sind. Schwierig waren zudem die statischen Berechnungen im Projektvorfeld. Damit die Statik des Maschinengebäudes den Belastungen des neuen Hallenkrans mit 32 t Lastkapazität standhält, mussten die großen Fensteröffnungen komplett zubetoniert werden.“ „Judith“ und „Irina“ erzeugen Ökostrom Die Herzstücke des Kraftwerks Reutte bilden die vertikalachsigen Kaplan-Turbinen vom süddeutschen Wasserkraftspezialisten Kochendörfer. Bei vollem Wasserdargebot erreichen die auf jeweils 14 m³/s Ausbauwassermenge und 9,8 m Nettofallhöhe ausgelegten Turbinen je 1.248 kW Engpassleistung. Ihre konstruktionsbedingten Stärken spielen die „Judith“ und „Irina“ getauften Turbinen vor allem bei verringertem Wasserdargebot aus. Durch die doppelte Regulierfähigkeit mittels verstellbarer Leit- und Laufradschaufeln können die Maschinen über ein breites Betriebsband hinweg mit höchster Effizienz Strom produzieren. Die vier Flügel der Laufräder, die bei der Fertigung profilgenau aus Schmiederohlingen gefräst werden, bestehen aus hochfesten Chrom-Nickelstahl-Legierungen. Die Kochendörfer-Ingenieure zeigen sich stolz, dass

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Doppelter Grund zum Feiern Gebührend gefeiert wurde die Fertigstellung des erneuerten Traditionskraftwerks im Tiroler Außerfern am 18. September 2026. Im Rahmen des Festakts, bei dem die EWR auch ihr

Die von Kochendörfer Wasserkraftanlagen gelieferten Kaplan-Maschinensätze werden im Regeljahr rund 15 GWh Ökostrom produzieren.

125-jähriges Bestehen feierten, wurde die Anlage durch das symbolische gemeinsame Umlegen eines Schalters durch die EWR-Eigentümervertreter sowie den EWR-Aufsichtsratsvorsitzenden und den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle offiziell in Betrieb genommen. Die hochrangigen Vertreter aus Politik und Wirtschaft betonten in ihren Reden den hohen Stellenwert der Wasserkraft für die Stadt Reutte und die Tiroler Energiezukunft. In Summe wurden rund 40 Millionen Euro in das mustergültig umgesetzte Ökostromprojekt investiert. Ausgezahlt hat sich die Kraftwerksmodernisierung in vielerlei Hinsicht. Durch die Erneuerung wurden sowohl die Leistungs- als auch die Erzeugungskapazität erheblich gesteigert. Im Regeljahr kann das Kraftwerk Reutte rund 15 GWh Strom erzeugen, das entspricht umgerechnet dem Jahresstrombedarf von ca. 4.200 Durchschnittshaushalten. In ökologischer Hinsicht wurde eine ganze Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die gleichermaßen der Natur und der Bevölkerung zugutekommen. Durch den Rückbau des offenen Ausleitungskanals ist ein Natur- und Naherholungsraum in der Größe von sechs Fußballfeldern entstanden. Die umgebenden Auwälder wurden durchforstet und ökologisch aufgewertet, spezielle „Himmelsteiche“ wurden als Rückzugs- und Lebensräume sowie als Laichplätze für Amphibien angelegt. Zudem sind entlang der Anlage neue Flachwasserzonen entstanden, die nicht nur von Gewässerlebewesen genutzt werden, sondern auch als Hochwasserschutz dienen.

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ihre Kaplan-Turbinen aufgrund der ausgereiften Designs und Geometrien anerkannte Spitzenwirkungsgrade von bis zu 95 Prozent erreichen. Vervollständigt werden die Maschinensätze durch zwei Synchron-Generatoren vom steirischen Traditionshersteller Elin Motoren GmbH. Die direkt mit den Laufrädern gekoppelten Generatoren, die auf jeweils 1.663 kVA Nennscheinleistung ausgelegt sind, werden von den Turbinen mit exakt 272,7 U/min angetrieben. Damit die Generatoren unabhängig von der Umgebungstemperatur jederzeit ihr volles Leistungspotential abrufen können, wurden diese mit Wasserkühlungen ausgestattet. Die Wärmetauscher der Kühlsysteme befinden sich im Oberwasserbereich der Anlage und werden vom ankommenden Triebwasser gekühlt. Das komplette elektro- und regelungstechnische Equipment, das für den sicheren und vollautomatischen Kraftwerksbetrieb sorgt, stammt von der Siemens Energy Austria GmbH. Die in Salzburg ansässigen Wasserkraftexperten sind schon seit mehreren Jahren für die EWR aktiv. Seit 2020 war Siemens Energy Austria GmbH gemeinsam mit Kochendörfer für die erfolgreichen Modernisierungen der EWR-Kraftwerke Kniepass, Mühl, Heiterwang, Plansee, Hüttenmühle, Seesperre und Weißhaus zuständig.

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Die Inbetriebnahmefeier stieß auf reges Interesse aus der Bevölkerung.

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100 JAHRE KRAFTWERK RYBURG-SCHWÖRSTADT

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© Wiki_ Brown Boveri Werkfoto, Archiv ABB

Jahrhundert-Jubiläum am Hochrhein Mit einem Festakt feierte das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt im September sein 100-jähriges Bestehen. Die 1926 errichtete Anlage galt seinerzeit als eines der modernsten Wasserkraftwerke Europas und ist mit 120 MW heute das leistungsstärkste Kraftwerk am Hochrhein. Bei der Jubiläumsfeier würdigten Vertreter aus Politik und Energiewirtschaft vor allem die kontinuierliche Modernisierung sowie die über Jahrzehnte gewachsene grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Schweiz. Zugleich richtete sich der Blick nach vorne: Niedrige Rheinabflüsse im Sommer 2026 verdeutlichten die zunehmenden Herausforderungen durch veränderte hydrologische Bedingungen. Mit einer umfassenden Revision soll die Produktion bis 2029 um rund neun Prozent gesteigert werden. Unter dem Motto „Energie für die Region – Gestern. Heute. Morgen“ öffnete die von Naturenergie betriebene Anlage zum Jubiläum auch ihre Tore für die Öffentlichkeit. Im historischen Bild zu sehen: Polrad eines Generators des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt. Mit einer Leistung von rund 30 Megawatt gehörten die vier Generatoren des Kraftwerks lange zu den leistungsfähigsten Europas.

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© alle Bilder Repower/Andrea Furger

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Die Wasserfassung am Ova dal Vallun wurde im Rahmen der Anlagenmodernisierung von Grund auf neu gebaut.

ENGADINER KRAFTWERK SILVAPLANA ZUM 135-JÄHRIGEN JUBILÄUM WIEDER IN BESTFORM Rechtzeitig zum Beginn der Schneeschmelze im Frühjahr 2026 hat die Bündner Energieversorgerin Repower AG das von Grund auf modernisierte Wasserkraftwerk Silvaplana wieder in Betrieb genommen. Im Rahmen der Generalerneuerung der Traditionsanlage im Oberengadin, die rund ein Drittel des jährlichen Strombedarfs der Gemeinde Silvaplana liefert, wurden die Wasserfassung und weite Teile des Triebwasserwegs komplett neu ausgeführt. In der Kraftwerkszentrale wurde die ausgediente Francis-Turbine durch eine 6-düsige Pelton-Maschine mit ca. 1,5 MW Engpassleistung ersetzt, die in einem breiten Betriebsspektrum effizient Strom erzeugen kann. Dank der umfassenden Modernisierung, in die rund 10 Millionen Franken investiert wurden, ist die Ökostromanlage bestens für die Zukunft gerüstet.

I

n der auf 1.815 m ü. M. gelegenen Gemeinde Silvaplana im Oberengadin hat die Energiegewinnung aus der natürlichen Kraft des Wassers eine mittlerweile 135 Jahre währende Tradition. 1891 wurde mit dem Kraftwerk Silvaplana, das zur Stromproduktion das hydroelektrische Potenzial des Gewässers Ova dal Vallun nutzt, erstmals Strom erzeugt. Rund 50 Jahre nach der Erstinbetriebnahme wurde für die Anlage im Weiler Fratta ein zusätzliches Reservoir angelegt. Mit dem auf ca. 3.400 m³ Fassungsvermögen ausgelegten Speicher konnte die Flexibilität der Anlage erheblich gesteigert werden. 1972 wurden die zwei alten Pelton-Turbinen im Maschinengebäude durch eine einzelne Francis-Turbine ersetzt, 1998 erfolgte die Modernisierung der Steuerungstechnik und die Francis-Maschine wurde einer gründlichen Revision unterzogen. Im Frühjahr 2025 startete die Bündner Energieversorgerin Repower AG schließlich

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Die gesamte Stahlwasserbauausrüstung an der Wasserfassung stammt von der Wild Metal GmbH.

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mit der Kompletterneuerung des in die Jahre gekommenen Traditionskraftwerks. Grundlegende Modernisierung „Nach jahrzehntelangem Betrieb bestand bei verschiedenen Anlageteilen erheblicher Erneuerungsbedarf. Betroffen waren insbesondere die elektromechanische Ausrüstung des Kraftwerks sowie der Triebwasserweg. Auch die Wasserfassung musste aufgrund ihres baulichen Zustands vollständig erneuert werden. Das Ziel der Gesamterneuerung war es, einen sicheren und zuverlässigen Weiterbetrieb des Kraftwerks langfristig zu gewährleisten“, erklärt Bernd Joos, Leiter der Abteilung Planung Maschinentechnik bei Repower. Im Anschluss an die 2020 gestartete Zustandsermittlung der baulichen und technischen Infrastruktur und den darauffolgenden Variantenstudien und Behördenverfahren wurde Ende 2023 der Bauentscheid gefällt. Das Ausschreibungsverfahren und die ersten Vorarbeiten wurden bereits 2024 durchgeführt, die eigentlichen Bauarbeiten an der Wasserfassung und der Zentrale starteten im Frühjahr 2025. Sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung setzte Repower auf die eigenen Fachleute und die Kompetenz namhafter Unternehmen aus dem In- und Ausland. Für die örtliche Bauleitung und Montageleitung wurden die in der Nähe

Grundablassschütz neben der Wehrschwelle

ansässigen Ingenieurbüros ENergia Engineering SA und die Caprez Ingenieure AG beauftragt. Diese waren für sämtliche Anlagenteile von der Fassung bis zur Zentrale mit den Fachbereichen Mechanik, Stahlwasserbau und Bau während der Erstellung, dem Umbau und den Abnahmen zuständig. Eine besondere Projektherausforderung stellte laut ENergia Engineering-Geschäftsführer Curdin Barblan die Befüllung der Druckleitung zu Abnahmezwecken dar: „Da in der betreffenden Periode keine Wasserversorgung über die Fassung und die Überleitung möglich war, musste eine alternative Lösung gefunden werden. Gemeinsam mit den örtlichen Stellen konnte eine pragmatische Vorgehensweise umgesetzt werden: Die Druckleitung wurde mithilfe des Löschwassernetzes von Silvaplana sowie einer leistungsstarken Pumpe vom nahegelegenen Beschneiungs-Spezialisten befüllt. Voraussetzung hierfür war das gezielte Abwarten der Entleerung der Reservoirs im Rahmen einer anstehenden Reinigung, um das Trinkwasser nicht zu verschwenden.“ Neben der Bauleitung durfte die ­ENergia Engineering SA die Repower AG während des Projekts bei der Planung der neuen Fassung und der zusätzlichen Stützmauer in einem gefährdeten Abschnitt der Überleitung unterstützen. Die Leistungen umfassten insbesondere die Erstellung von statischen Nachweisen sowie von Ausführungs- und Detailplänen. Mit der Umsetzung der Hochund Tiefbauarbeiten und der Rohrverlegung wurden bewährte Bauunternehmen aus der Region beauftragt. Für die Durchführung der Baumeisterarbeiten sorgte die Arbeitsgemeinschaft Nicol. Hartmann & Cie. AG und Schena AG Casaccia.

Wasserfassung mit „Grizzly Power“ Die Wasserfassung am Ova dal Vallun, der die Ostseite des bekannten Julierpasses entwässert, wurde vollständig erneuert und mit modernen, automatisierten Systemen ausgerüstet. Installiert wurden neues Stahlwasserbauequipment, moDurch das von Wild Metal entwickelte Coanda-System „Grizzly Power Optimus“ an der Wasser- derne elektromechanische Einrichtunfassung strömen bis zu 1.000 l/s Ausbauwassermenge. gen sowie neue Schalt-, Steuerungs- und OKTOBER | 26

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Stahlrohrleitung DN600 mit Rohrbrücke

Überwachungsanlagen. Geliefert und fachgerecht installiert wurde die komplette Stahlwasserbauausrüstung vom Südtiroler Branchenspezialisten Wild Metal GmbH, der bereits mehrere Repower-Anlagen mit seinen bewährten Lösungen ausgestattet hat. Zum Aufstau des Gewässers dient eine fixe Wehrschwelle, die Triebwasserentnahme erfolgt durch einen Seiteneinlauf auf der orographisch rechten Bachseite. Nach der Ausleitung strömt das Triebwasser zunächst in ein Entsanderbecken, danach fließt das Wasser über das von Wild Metal entwickelte Coanda-System „Grizzly Power­Optimus“. Beim Südtiroler „Grizzly“ handelt es sich um ein zum Großteil selbstreinigendes Schutzsieb für Wasserkraft- und Trinkwasseranlagen. Die zentralen Merkmale des Coanda-Systems sind seine charakteristisch geschwungene Form sowie dessen Feinsieb mit äußerst geringer Spaltweite. Beim Kraftwerk Silvaplana beträgt der Stababstand des Feinsiebs lediglich 0,6 mm. Dank des namensgebenden Coanda-Effekts und der daraus resultierenden anliegenden Strömung wird dafür gesorgt, dass Geschwemmsel und feiner Sand automatisch von der Rechenfläche gespült werden. Damit gewährleistet das ­Coanda-System einen Triebwassereinzug mit äußerst geringem Sedimentanteil.

Moderne Technik für Reservoir Nach der Wasserfassung beginnt der erste Abschnitt des Triebwasserwegs, der auf einer Länge von ca. 600 m zum unterirdischen Reservoir Fratta führt. Da die aus genieteten Stahlrohren hergestellte Leitung keinen guten Zustand mehr aufwies, musste sie zur Gänze ersetzt werden. Die neue, im Freispiegel betriebene Rohrleitung wurde vollständig mit glasfaserverstärkten Kunststoffrohren in der Dimension DN700 ausgeführt. Während am Bauwerk des über 80 Jahre alten Reservoirs lediglich kleinere bauliche Eingriffe erforderlich waren, wurden die zentralen hydraulischen und elektromechanischen Komponenten zur Gänze erneuert. Wie an der Wasserfassung wurde auch beim Reservoir Fratta das gesamte Stahlwasserbauequipment von Wild Metal geliefert. Dazu zählten etwa die Rohrbruchklappe am Einlauf der Druckleitung, die Schutzrechen, das Entleerungsschütz sowie die Entleerungsleitung des Speichers. Zudem sollten auch die Steuerungs- und Überwachungsanlagen vollständig neu ausgeführt werden. Vom Reservoir wird das Triebwasser über eine insgesamt 685 m lange Druckrohrleitung zur Turbinierung in die Kraftwerkszentrale geleitet. Dabei überwindet der aus Stahlrohren bestehende Kraftabstieg, der in den Dimensionen DN900 und DN600 ausgeführt wur-

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Der oberirdische Abschnitt der Druckrohrleitung vor dem Übergang in die Zentrale musste zur Gänze erneuert werden.

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hin­aus ein hervorragender Ruf als kompetenter Partner vorauseilt. Die maßgeschneiderte Turbine wurde gemäß den Repower-Anforderungen mit ölhydraulischen Düsensteuerungen und Strahlablenkern ausgeführt. Dank der sechs Pelton-Düsen ist das Kraftpaket in der Lage, über ein breites Betriebsspektrum hinweg effizient Strom zu erzeugen. Bei vollem Wasserdargebot schafft die auf 192 m Bruttofallhöhe und 1.000 l/s Ausbauwassermenge ausgelegte Turbine 1.530 kW Engpassleistung. Ein weiterer Pluspunkt der Turbine sind ihre kompakten Abmessungen, die durch das Maschinendesign ohne außenliegende Ringleitung möglich werden. Beim Design der Pelton-Turbine kam die sogenannte „Box in Box“-Bauweise zur Anwendung. Damit wird eine hohe Festigkeit der Maschine gewährDie 6-düsige Pelton-Turbine in vertikalachsiger Ausführung von der Südtiroler sora GmbH gewähr- leistet, durch die damit einhergehende leistet eine maximal effektive Stromproduktion über ein breites Betriebsband hinweg. Minimierung von Vibrationen werden die akustischen Emissionen im Betrieb deutde, annähernd 200 m Höhenunterschied. Bei der Befundung lich verringert. Die kompakte Ausführung der Turbine spart der Kraftwerksinfrastruktur vor dem Erneuerungsprojekt war nicht nur Platz in der Zentrale, sondern sollte sich laut Bernd natürlich auch die Druckrohrleitung einer Inspektion unterzoJoos auch als sehr praktikabel bei der Einbringung in das gen worden. Dabei stellte man fest, dass der erdverlegte Teil Maschinengebäude erweisen. Eine weitere Besonderheit der der Leitung einen guten Zustand aufweist. Anders sah es beim Turbine stellt die Platzierung des Wärmetauschers dar, der oberirdisch ausgeführten Leitungsabschnitt vor dem Maschifür die Kühlung des Generators zuständig ist. Üblicherweise nenhaus aus, dort hatten Wind und Wetter ihre Spuren hinterwerden Wärmetauscher im Unterwasserbereich positioniert lassen. Aus diesem Grund war es notwendig, das ca. 120 m lanund dort vom abgearbeiteten Triebwasser gekühlt. Bei der ge Teilstück mit neuen Stahlrohren komplett zu ersetzen. sora-Maschine hingegen ist der Wärmetauscher direkt im Turbinengehäuse untergebracht, wodurch in weiterer Folge Südtiroler Pelton-Technik ersetzt Francis-Turbine keine separaten Verrohrungen in den Unterwasserbereich Das Maschinengebäude wurde im Rahmen der Modernisienotwendig sind. Neben dem Maschinensatz wurden auch rung entkernt und an die neuen elektromaschinellen Gegesämtliche Hilfssysteme, der Leistungstransformator sowie die benheiten angepasst. „Die Kraftwerkszentrale befindet sich Schalt-, Steuerungs-, Schutz- und Überwachungsanlagen erdirekt im Ortsgebiet von Silvaplana. Damit durch die Ausneuert. Damit verfügt das Kraftwerk über modernes elektrobreitung von Körperschall keine negativen Beeinträchtigunmechanisches Equipment und ist somit bestens für die Zukunft gen entstehen, wurde die neue Turbine durch bautechnische gerüstet. Maßnahmen vollständig vom Gebäude entkoppelt“, betont Bernd Joos. Anstelle der alten Francis-Turbine kommt beim Flüsterleiser Generator aus Österreich Kraftwerk Silvaplana nun eine moderne Pelton-Turbine in Komplettiert wird der neue Maschinensatz durch einen divertikalachsiger Ausführung zum Einsatz. Gefertigt wurde die rekt mit dem Pelton-Laufrad gekoppelten Generator von der 6-düsige Maschine vom Südtiroler Kleinwasserkraftexperösterreichischen Hitzinger Power Solutions GmbH. Das Traditen sora GmbH, dem weit über die italienische Landesgrenze tionsunternehmen, das im September 2026 sein 80-jähriges

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• Ausbauwassermenge: 1.000 l/s • Bruttofallhöhe: 192 m • Turbine: Pelton-Turbine • Turbinenachse: Vertikal • Drehzahl: 750 U/min • Engpassleistung: 1.530 kW • Hersteller: sora GmbH • Generator: Synchron • Spannung: 900 V • Nennscheinleistung: 1.700 kVA • Hersteller: Hitzinger Power Solutions GmbH • Regelarbeitsvermögen: ca. 5 GWh

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Dank der grundlegenden Erneuerung mit moderner Kraftwerkstechnik ist die Engadiner Ökostromanlage bestens für die Zukunft gerüstet.

Firmenjubiläum gefeiert hat, gilt als international renommierter Spezialist für hochwertige Lösungen, die über Jahrzehnte hinweg mit höchsten Wirkungsgraden Strom erzeugen. Für das Kraftwerk Silvaplana fertigte Hitzinger einen auf 900 V Spannung und 1.700 kVA Nennscheinleistung ausgelegten Synchron-Generator, der von der Turbine mit exakt 750 U/ min angetrieben wird. Damit der Generator jederzeit sein volles Leistungspotenzial abrufen kann, wurde dieser mit einer Wassermantelkühlung ausgestattet. Das direkt aus dem Turbinengehäuse zugeführte Kühlwasser gewährleistet eine äußerst effiziente Wärmeabfuhr, die Maschine ist somit völlig unabhängig von der Umgebungstemperatur in der Zentrale. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Wasserkühlung ist die Minimierung von Schallemissionen. Der Generator benötigt keine externe Kühlungseinrichtung, die für laute Luftströmungen sorgt. Aufgrund der Situierung der Kraftwerkszentrale im Ortsgebiet war die Minimierung von Schallemissionen ein wichtiger Faktor bei der Ausschreibung. „Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Körper- und Akustikschall haben sich definitiv bezahlt gemacht, der Maschinensatz arbeitet flüsterleise. Man kann direkt danebenstehen und eine Unterhaltung in Zimmerlautstärke führen“, so Bernd Joos.

Wieder am Netz seit dem Frühjahr 2026 Die umfassende Erneuerung des Bündner Traditionskraftwerks wurde wie geplant im vorgesehenen Zeitraum abgeschlossen. Rechtzeitig zum Einsetzen der Schneeschmelze nach den Wintermonaten hat der neue Maschinensatz im Mai 2026 erstmals Strom produziert. Bernd Joos spricht in seinem Resümee von einem mustergültig umgesetzten Projekt, bei dem sehr fähige Unternehmen und Repower-Mitarbeiter am Werk waren: „Durch eine gute Bestandsaufnahme und sorgfältiges Engineering, gepaart mit der sehr guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde, den Behörden und den Lieferanten, konnten wir dieses Projekt erfolgreich und ohne Verzögerungen umsetzen. Besonders hervorheben möchten wir die Qualität und Liefertreue der beteiligten Fachfirmen sowie den Einsatz unserer eigenen Fachleute. Nur dank dieser guten Zusammenarbeit konnten wir das Projekt erfolgreich realisieren und damit unseren gesellschaftlichen Beitrag in der Region leisten.“ Im Regeljahr kann das rundum modernisierte Kleinwasserkraftwerk ca. 5 GWh Ökostrom erzeugen. Dies entspricht in etwa einem Drittel des jährlichen Strombedarfs der Gemeinde Silvaplana, umgerechnet erzeugt die Anlage ausreichend Strom für ca. 1.100 Schweizer Durchschnittshaushalte.

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TRADITIONSKRAFTWERK EMMENHOF ERREICHT NACH JANKMODERNISIERUNG NEUE ERZEUGUNGSDIMENSIONEN © alle Bilder Jank

In der Solothurner Gemeinde Derendingen wurde im Sommer 2026 ein mustergültig realisiertes Wasserkraftprojekt erfolgreich abgeschlossen. Auf dem ehemaligen Industriegebiet Emmenhof-Areal, wo bis 2030 neue Wohn-, Gewerbe- und Freizeiteinrichtungen entstehen, wurde das über 160 Jahre alte Kraftwerk Emmenhof mit einer zweiten Turbine ausgerüstet. Der hocheffiziente Maschinensatz, bestehend aus einer doppeltregulierten Kaplan-Turbine mit 180 kW Engpassleistung und einem direkt gekoppelten Permanentmagnet-Generator, stammt vom renommierten Kleinwasserkraftallrounder Jank GmbH. Die österreichischen Branchenexperten lieferten zudem das gesamte elektro- und leittechnische Equipment der grundlegend erneuerten Wasserkraftanlage, die mit dem Umbau in neue Erzeugungsdimensionen vorgestoßen ist.

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ie Gemeinde Derendingen, ein rund 7.200 Einwohnerinnen und Einwohner zählender Vorort der Kantonshauptstadt Solothurn, erlebte ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung einen wirtschaftlichen Aufschwung. Entlang des Emmekanals entstanden auf dem heutigen EmmenhofAreal mehrere Industriebetriebe, wobei der Schwerpunkt in der Textilproduktion lag. Mit den Textilbetrieben wurde auch eine ganze Reihe von hydromechanischen Wasserkraftwerken errichtet, die im Laufe der Zeit für die Produktion von elektrischem Strom umgerüstet wurden. Heute sind an dem rund 5,2 km langen Kanal noch vier Kleinwasserkraftwerke im Einsatz. Emmenhof-Areal setzt auf Ökostrom 2019 startete auf Basis eines gemeinsam mit der Gemeinde Derendingen entwickelten Gestaltungsplans die Entstehung eines neuen Quartiers auf dem Gelände des ehemaligen Industrieareals. Das ca. 50.000 m² große Emmenhof-Areal im Ortszentrum wird seither schrittweise verdichtet, um ein vielfältiges urbanes Gefüge zu erschaffen. Bis 2030 soll die Umgestaltung zu einem lebendigen Quartier mit zahlreichen Wohnanlagen, Freizeiteinrichtungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie einem Gastronomiekonzept abgeschlossen sein. Am südlichen Teil des geschichtsträchtigen Areals hat eine traditionsreiche Wasserkraftanlage vor kurzem ein umfassendes Upgrade erhalten. Dabei wurde das Kleinwasserkraftwerk der Emmenhof Energie AG am Emmekanal mit einer zusätzlichen Turbine ausgestattet und das elektro- und regelungstechnische Equipment auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Bestandsturbine erhält Zuwachs Federführend an der Kraftwerksmodernisierung beteiligt war der Schweizer Maschinenbauingenieur und Wasserkraftexperte Peter von Rotz: „Ich habe vor meiner Pensionierung selber sieben Wasserkraftwerke betrieben, unter anderem auch eine Anlage am Emmekanal. Vor ca. 15 Jahren bin ich mit dem Geschäftsführer der Emmenhof Energie AG in Kontakt gekommen, dessen Turbine im Kraftwerk Emmenhof mit einigen Problemen zu kämpfen hatte. Durch mein ehemaliges Unternehmen wurde der Maschinensatz im Jahr 2014 bei einer Generalüberholung wieder auf Vordermann gebracht. Vor gut zwei Jahren ist der Kraftwerksbetreiber wieder an mich heran-

Mit der hocheffektiven Kaplan-Turbine vom österreichischen Wasserkraftallrounder Jank GmbH kann das Kleinwasserkraftwerk am Emmenhof-Areal sein Erzeugungspotenzial zur Gänze ausschöpfen.

getreten. Dieses Mal ging es um die Erweiterung seines Kraftwerks um eine zusätzliche Turbine.“ Das Kraftwerk Emmenhof ging im Jahr 1863 erstmals in Betrieb, damals war die Anlage noch mit einer Jonval-Turbine ausgerüstet. Im Laufe der Zeit wurde das Kraftwerk mehrfach umgebaut und mit verschie-

Am Kraftwerkseinlauf waren keine Umbaumaßnahmen notwendig.

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denen Turbinentypen betrieben. Die durch Peter von Rotz generalüberholte Kaplan-Turbine stammt aus dem Jahr 1941. In den 1940er-Jahren war im Maschinenhaus zudem ein zweites Saugrohr für eine zusätzliche Turbine, die allerdings nicht realisiert wurde, eingebaut worden. „Die sanierte Turbine war mit einem Durchfluss von 11 m³/s damals sehr großzügig ausgelegt worden. Zwar war die Maschine seit 2014 wieder in einem guten Zustand, sie war konstruktionsbedingt aber nicht in der Lage, bei geringem Wasserdargebot gute Wirkungsgrade zu erzielen. Dieses Manko sollte durch den Einbau einer kleiner dimensionierten Turbine, die auch bei wenig Wasser effizient produzieren kann, gelöst werden. Die neue Turbine sollte dort platziert werden, wo bereits 1941 das Saugrohr gesetzt worden war“, erklärt Peter von Rotz. Branchenspezialist Jank erhält Zuschlag Als Generalauftragnehmer für die Modernisierung der über 160 Jahren alten Kraftwerksanlage wurde der österreichische Kleinwasserkraftallrounder Jank GmbH engagiert. Die renommierten Experten für Niederdruckanlagen schnürten in enger Abstimmung mit Peter von Rotz ein leistungsstar-

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kes Komplettpaket, dessen Herzstück eine doppeltregulierte ­ aplan-Turbine in vertikalachsiger Bauform bildete. Laut Klaus K Jank, Geschäftsführer der Jank GmbH, lag die größte Projektherausforderung darin, die neue Turbine in das sehr alte Maschinengebäude zu integrieren: „Es waren im Prinzip keine verwertbaren Pläne oder bautechnischen Aufzeichnungen vorhanden. Das machte es schwierig, eine strömungstechnisch optimierte Kontur für das neue Saugrohr zu finden. Zudem sollte das alte Saugrohr ohne zu großen Bauaufwand durch das neue Saugrohr ersetzt werden. Dank der guten Abstimmung mit den Bau- und Vermessungsfirmen und Peter von Rotz haben wir eine gute Lösung gefunden.“ Peter von Rotz lässt nicht unerwähnt, dass die Schall- und Körperschallthematik ebenfalls eine große Rolle bei dem Erneuerungsprojekt spielte: „Das Kraftwerk Emmenhof liegt direkt in einem Wohngebiet. Damit die Bewohner nicht durch Lärm oder Vibrationen gestört werden, war es dem Anlagenbetreiber sehr wichtig, dass der neue Maschinensatz so leise wie möglich läuft. Die nach der Inbetriebnahme durchgeführten Schall- und Vibrationsmessungen im Umfeld der Anlage haben gezeigt, dass die neue Turbine die behördlichen Auflagen mit Bravour erfüllt.“

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Der Kaplan-Maschinensatz aus dem Jahr 1941 in der Zentrale des modernisierten Kleinwasserkraftwerks hat einen leistungsstarken Partner erhalten.

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Die doppeltregulierte Kaplan-Turbine von der Jank GmbH und der direkt mit dem Laufrad gekoppelte Permanentmagnet-Synchrongenerator vom deutschen Branchenexperten CEDS DURADRIVE GmbH bilden ein äußerst effektives Maschinengespann mit höchsten Wirkungsgraden. Das Bild zeigt den Maschinensatz vor den finalen Betonarbeiten in der Kraftwerkszentrale.

Maschinensatz überzeugt auf voller Länge Die komplett in der Jank-Zentrale im oberösterreichischen Innviertel gefertigte Kaplan-Turbine wurde auf 5,5 m³/s Ausbauwassermenge und 3,75 m Bruttofallhöhe ausgelegt. Bei vollem Wasserdargebot schafft das hocheffiziente Kraftpaket 180 kW Engpassleistung. Dank der modernen Geometrien, die beim Maschinendesign zur Anwendung kommen, erreicht die Jank-Turbine einen weitaus höheren maximalen Wirkungsgrad als die alte Maschine mit 323 kW Engpassleistung. Ihre besonderen Stärken stellt die für den Standort am Emmekanal optimierte Turbine bei geringem Wasserdargebot unter Beweis. Durch die doppelte Regulierfähigkeit mittels verstellbarer Leit- und Laufradschaufeln ist die Maschine in der Lage, über ein breites Betriebsband hinweg mit höchster Effizienz Strom zu erzeugen. Vervollständigt wird der Maschinensatz durch einen

maßgeschneiderten Permanentmagnet-Synchrongenerator vom deutschen Hersteller CEDS DURADRIVE, der vom 4-flügeligen Kaplan-Laufrad mit 273 U/min angetrieben wird. Die Permanentmagnet-Technologie, die ursprünglich vorwiegend im Windkraftsektor eingesetzt wurde, kommt zunehmend auch im Wasserkraftbereich zum Einsatz. Mit ihren hervorragenden Wirkungsgraden sind Permanentmagnet-Generatoren von CEDS DURADRIVE in der Lage, ein Höchstmaß an Effizienz bei der Stromproduktion zu gewährleisten. Da PermanentmagnetGeneratoren funktionsbedingt keine Erregermaschinen benötigen, können diese zudem mit geringeren Abmessungen als Synchron-Generatoren gefertigt werden. Für optimale Temperaturen bei der Stromproduktion sorgt ein rund um den Generatormantel installiertes Wasserkühlsystem. Der Wärmetauscher, der den Kühlkreislauf versorgt, befindet sich im unteren

T EC H N I S C H E DAT E N Maschinengruppe 1941

Maschinengruppe 2026

• Generalsaniert im Jahr 2014 • Ausbauwassermenge: 11 m³/s • Bruttofallhöhe: 3,75 m • Turbine: doppeltregulierte Kaplan-Turbine • Turbinenachse: vertikal • Drehzahl: 214 U/min • Engpassleistung: 323 kW • Hersteller: Ateliers de Sécheron • Generator: Dreiphasen-Synchrongenerator • Spannung: 420 V • Leistung: 350 kW • Kühlung: Luft

• Ausbauwassermenge: 5,5 m³/s • Bruttofallhöhe: 3,75 m • Turbine: doppeltregulierte Kaplan-Turbine • Turbinenachse: vertikal • Drehzahl: 273 U/min • Engpassleistung: 180 kW • Hersteller: Jank Hydropower • Generator: Permanentmagnet-Synchrongenerator • Spannung: 420 V • Leistung: 190 kW • Kühlung: Wasser • Hersteller: CEDS DURADRIVE GmbH

Regelarbeitsvermögen: ca. 2,5 GWh

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Die übersichtliche Visualisierung der Jank-Kraftwerkssteuerung JaPPOS zeigt Anwendern in Sekundenschnelle die wichtigsten Parameter der Anlage.

Modernes Areal mit eigener Stromversorgung Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten ging der neue Maschinensatz Ende Juni 2026 erstmals in Betrieb. Peter von Rotz zeigt sich überaus zufrieden mit dem Ergebnis der Anlagen-

erneuerung: „Das Kraftwerk Emmenhof erfüllt nun sämtliche Anforderungen einer modernen Wasserkraftanlage. Man darf zu Recht behaupten, dass die Firma Jank eine sehr gute Arbeit ­abgeliefert hat. Dank der neuen Turbine kann die Anlage nun auch bei wenig Wasser mit hohen Wirkungsgraden Strom erzeugen. Vor dem Umbau lag die Jahresproduktion des Kraftwerks bei ca. 1,7 GWh. Ich gehe davon aus, dass mit der neuen Maschine zukünftig bis zu 2,5 GWh möglich sind.“ Durch die Onlineverbindung der Steuerung können Betreiber und Wartungspersonal das Kraftwerk rund um die Uhr überwachen und regeln. Der erzeugte Strom des Traditionskraftwerks wird direkt an die Arealbewohner geliefert, bei einem Energieüberschuss erfolgt die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz. In Kombination mit den Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Wohneinheiten und Gewerbebetriebe kann das Emmenhof-Areal zukünftig zur Gänze mit nachhaltigem Strom versorgt werden.

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Teil des Turbinengehäuses und wird somit direkt vom Triebwasser gekühlt. Das komplette elektro- und regelungstechnische Equipment, das für den automatischen Anlagenbetrieb und das optimale Zusammenspiel zwischen alter und neuer Turbine zuständig ist, stammt ebenfalls von den österreichischen Branchenexperten. Als Kraftwerkssteuerung kommt die von Jank selbst entwickelte Leittechnik JaPPOS (Jank ­Power Plant Operating System) zum Einsatz. JaPPOS steuert und optimiert den Betrieb der gesamten Anlage und bietet durch die intuitive Visualisierung in Sekundenschnelle einen Überblick über die wichtigsten Kraftwerkskomponenten.

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High-End-Design Turbinenbau in Perfektion www.jank.net OKTOBER | 26

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© alle Bilder: zek

KLEINWASSERKRAFT ZWISCHEN PRAXIS UND NEUEN PERSPEKTIVEN VE VE RA RA NN STA STA LTLT UN UN GG

Das 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft ging im Südtiroler Brixen über die Bühne – und fand einmal mehr großen Anklang bei den Teilnehmern.

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Ende September wurde Brixen zum Treffpunkt der Kleinwasserkraftbranche: Beim 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft standen aktuelle Herausforderungen ebenso im Fokus wie innovative technische Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis. Das thematische Spektrum reichte von ökologischer Durchgängigkeit und moderner Maschinentechnik über Repowering und Anlagenoptimierung bis hin zu Speicherlösungen und Aquathermie. Fachausstellung, Networking und der intensive Austausch innerhalb der Branche ergänzten das zweitägige Vortragsprogramm. Zwei Exkursionsangebote zu Südtiroler Wasserkraftanlagen rundeten die Veranstaltung mit Einblicken in die praktische Umsetzung ab.

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eim 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft in Brixen standen Ende September aktuelle Entwicklungen und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt. An zwei Veranstaltungstagen bot das Fachprogramm einen breit gefächerten Überblick über aktuelle technische Entwicklungen, praktische Erfahrungen und neue Lösungsansätze für Betreiber und Planer. Einen ersten Schwerpunkt bildete die ökologische Durchgängigkeit von Wasserkraftanlagen. Dabei reichte das Themenspektrum von ökohydraulischen Herausforderungen bei Fischaufstiegsanlagen über Videomonitoring zur Funktionskontrolle bis zu konkreten Erfahrungen aus dem Anlagenbau. Technisch standen unter anderem neue Entwicklungen in der Maschinentechnik sowie die Modernisierung bestehender Kleinwasserkraftwerke im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden etwa neue Turbinen- und Antriebskonzepte, der Einsatz künstlicher Intelligenz sowie konkrete Beispiele für Repowering und Anlagenoptimierung. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Frage, wie Kleinwasserkraft künftig zusätzliche Flexibili-

tät bereitstellen kann. Diskutiert wurden dazu verschiedene Speichertechnologien, die Kombination von Wasserkraft und Batteriespeichern sowie deren wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten. Auch die Aquathermie und damit die zusätzliche energetische Nutzung von Gewässern für die Wärmeversorgung erhielt einen eigenen Themenblock.

Im Rahmen der Fachausstellung wurde natürlich Networking gepflegt.

Wie üblich ließ man Raum für fachliche Diskussionen mit dem Podium.

Exkursionen: Wasserkraft in der Praxis Abgerundet wurde das Anwenderforum durch eine Fachausstellung und zwei Exkursionsangebote. Einmal ging es zum Trinkwasserkraftwerk Nockbach-Gruberwiesen, in dem die Quellwässer der Trinkwasserversorgung von Brixen und Vahrn genutzt werden. Das zweite Exkursionsziel führte zur Kraftwerkskette am Schlandraunbach: Dort verbinden sieben Kleinwasserkraftwerke mit einer Jahreserzeugung von rund 20 Mio. kWh die Stromproduktion mit Trinkwasserversorgung und landwirtschaftlicher Beregnung – ein anschauliches Beispiel für eine ganzheitliche Nutzung der Ressource Wasser.

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© Josip Bosnjak

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Das neue Krafthaus des KW Sulzau wurde mustergültig in die Landschaft des Salzburger Oberpinzgaus eingebunden. Die Ökostromanlage, die gemeinsam von Salzburg AG und der Lichtgenossenschaft Neukirchen umgesetzt wurde, erzeugt im Regeljahr Strom für etwa 5.000 Haushalte.

SALZBURGER PROJEKTPARTNER REALISIEREN NEUES WASSERKRAFTWERK AM FUSSE DES GROSSVENEDIGERS Mit dem neuen Kraftwerk Sulzau haben die Salzburg AG und die Lichtgenossenschaft Neukirchen ein Wasserkraftprojekt realisiert, das von Konzept und Umsetzung her Standards im Kleinwasserkraftsektor setzt. Die 6-MW-Anlage nutzt auf umweltfreundliche Weise das Wasser des Obersulzbachs, der aus der hochalpinen Region des Großvenedigers durch den Nationalpark Hohe Tauern ins Salzachtal fließt. Nach dem Baustart im Februar 2023 wurde das Gemeinschaftsprojekt nun am 18. September dieses Jahres offiziell eröffnet. Rund 23,5 Mio. Euro investierten die beiden Projektpartner in die neue Anlage, die im Regeljahr etwa 18,1 GWh sauberen Strom erzeugen soll – genug für umgerechnet rund 5.000 Haushalte. Im Zuge der Umsetzung konnten zudem Synergien mit dem Hochwasserschutz und der Trinkwasserversorgung genutzt werden.

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ie Zusammenarbeit, aus der das neue Kraftwerk Sulzau hervorgegangen ist, reicht weit zurück. Schon 1959 wurde die Lichtgenossenschaft Neukirchen, die seit mittlerweile fast 100 Jahren für die lokale Stromversorgung im Oberpinzgau steht und bis heute als eigenständiger Netzbetreiber fungiert, erstmals physisch mit dem Netz der damaligen SAFE verbunden. Ein entsprechender Vertrag stellte sicher, dass die Genossenschaft bei Bedarf Strom vom Landesenergieversorger beziehen konnte. Aus dieser über Jahrzehnte gewachsenen Verbindung entwickelte sich schließlich eine Partnerschaft, die mit dem gemeinsam umgesetzten Kraftwerk Sulzau nun einen weiteren Meilenstein erreicht hat. „Wir konnten die Stär-

ken beider Partner bündeln. Durch die enge Zusammenarbeit ist ein modernes Wasserkraftwerk entstanden, das einen Beitrag zur regionalen Stromversorgung leistet“, sagte Christian Brugger, Obmann der Lichtgenossenschaft Neukirchen im Rahmen der Einweihungsfeier. Wildbachsperre dient dem Triebwassereinzug Die Überlegungen, die Wasserkraft des Obersulzbachs intensiver energetisch zu nutzen, sind allerdings beinahe ebenso alt. Bereits in den 1970er- und in den 1980er-Jahren existierten Pläne, ein Kraftwerksprojekt mit einem großen Speicher und dem Hochwasserschutz zu verbinden. In den

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Die neu errichtete Talsperre fungiert nun auch als Einlaufbauwerk für das neue Kraftwerk. Um allfälliges Geschwemmsel vom Einlauf fernzuhalten, wurde eine moderne horizontale Rechenreinigungsmaschine installiert, die vom Salzburger Branchenspezialisten GMT geliefert wurde.

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folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder unterschiedliche Varianten untersucht und verworfen. Den entscheidenden planerischen Schritt setzte man 2019: Zugunsten einer aus gewässerökologischer Sicht besser vertretbaren Variante nahm man bewusst eine geringere Fallhöhe in Kauf und konzipierte die Wasserfassung in eines der beiden bestehenden Querbauwerke. „Die über Jahrzehnte mehrfach aufgestockte ‚alte Blauseesperre‘ entsprach konstruktiv nicht mehr den heutigen Anforderungen und hätte mittelfristig erneuert werden müssen. Im Zuge des Projekts wurde daher eine neue Sperre errichtet, deren Bauhöhen und Abflussverhältnisse gegenüber dem Bestand unverändert blieben, die nun jedoch gleichzeitig als Einlaufbauwerk für das Kraftwerk dient“, erläutert Thomas Friedrich, Projektleiter der Salzburg AG, das Planungskonzept für die neue Wasserfassung. Auf diese Weise ließ sich ein ohnehin absehbarer Sanierungsbedarf sinnvoll mit dem Kraftwerksbau verbinden. Die bestehende zweite Sperre blieb damit unangetastet. Rohrleitung mit 2 Metern Durchmesser im Untergrund verlegt Mit dem Baubeginn im Februar 2023 startete die Umsetzung des Kraftwerks Sulzau, wobei sämtliche Baumeisterarbeiten von ETM-Bau aus Fusch an der Großglocknerstraße aus-

geführt wurden. Einen wesentlichen Teil des Bauprogramms bildete die Verlegung der rund 2 km langen Druckrohrleitung. Zum Einsatz kamen vom österreichischen Rohrspezialisten Etertec gelieferte GFK-Rohre mit dem beachtlichen Durchmesser DN2000 und einer Druckstufe von 10 bar. Das vergleichsweise geringe spezifische Gewicht des glasfaserverstärkten Kunststoffs erleichterte dabei Handling und Verlegung der groß dimensionierten Rohrsegmente. Gleichzeitig zeichnet sich das Material durch hohe Widerstandsfähigkeit und eine sehr glatte Innenoberfläche aus, wodurch die hydraulischen Reibungsverluste in der Triebwasserführung entsprechend gering gehalten werden können. Auch beim Leitungsbau setzte man auf eine möglichst effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Das bei den erforderlichen Spreng- und Aushubarbeiten anfallende Gesteinsmaterial wurde direkt auf der Baustelle mit einem eigenen Brecher aufbereitet und anschließend als Bettungs- und Verfüllmaterial für die Rohrleitung wiederverwendet. Fremdmaterial musste dafür nicht zugeführt werden. Eine ausreichende Überschüttung der GFK-Rohre war dabei unerlässlich, um die Leitung zuverlässig gegen Auftrieb zu sichern. „Bei einer derart langen Rohrleitung galt unsere besondere Aufmerksamkeit natürlich den mehr als 400 Muffenverbindungen. Wie sich

www.etmbau.at

ETM Bau GmbH Standort Salzburg: 5672 Fusch an der Großglocknerstraße, Achenstr. 1 Niederlassung Kärnten: 9821 Obervellach 129 Tel. +43(0)6546/22608 · Fax +43(0)6546/22608-20 E-Mail: office@etmbau.at · www.etmbau.at

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© Salzburg AG

Einlauf auch bei erhöhtem Geschwemmselanfall zuverlässig freigehalten wird. Das Salzburger Unternehmen kann bei derartigen Lösungen auf jahrzehntelange Erfahrung im Stahlwasserbau und in der Rechenreinigung zurückgreifen. Robuste mechanische Konstruktionen in Verbindung mit moderner SPS-Steuerung ermöglichen einen weitgehend autonomen und zugleich geräuscharmen Betrieb. Mehr als 100 realisierte Anlagen im In- und Ausland unterstreichen mittlerweile die Erfahrung von GMT auf diesem Gebiet.

Die DIVE-Restwasserturbine ist bereits seit November 2024 in Betrieb. Sie liefert im Regeljahr rund 1 GWh grünen Strom.

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Horizontalrechen hält den Einlauf frei Für einen zuverlässigen Betrieb der Wasserfassung sorgen beim Kraftwerk Sulzau der Rechen und die zugehörige vollautomatische Rechenreinigungsmaschine, die von der in der Branche bestens bekannten GMT Wintersteller GmbH aus Kuchl realisiert wurde. Gerade bei alpinen Gewässern können Laub, Äste, Totholz oder mitgeführte Sedimente den freien Durchfluss am Rechen beeinträchtigen und damit letztlich auch die Energieproduktion schmälern. Die von GMT realisierte Horizontal-Rechenreinigungsmaschine, die für einen vollautomatischen Betrieb ausgelegt ist, sorgt dafür, dass der

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herausstellen sollte, wurden diese vom Verlegeteam perfekt aneinander gekoppelt – und daher verlief auch die Druckprobe erfolgreich“, erklärt Projektleiter Thomas Friedrich. Parallel zur Kraftwerksleitung wurde im selben Trassenbereich zudem eine Wasserleitung, die Trinkwasser aus den Quellen des Blausees liefert, mitverlegt – und damit eine weitere Synergie des Projekts genutzt.

Restwasser wird zur zusätzlichen Energieressource Eine technisch besonders interessante Zusatzlösung wurde im Bereich der sogenannten „alten Blauseesperre“ realisiert, die heute als Einlaufbauwerk für das neue Kraftwerk dient. An dieser Stelle weist der Obersulzbach eine Gefällestufe von rund 21 m auf. Da hier zugleich das vorgeschriebene Dotationswasser wieder in das Gewässer abgegeben wird, lag es für die Planer nahe, auch dieses energetische Potenzial zu nutzen. Die passende Lösung fand man in einer DIVE-­COAXTurbine. Bei diesem Maschinentyp handelt es sich um eine vertikal durchströmte, drehzahlgeregelte Propellerturbine, deren Laufrad über die Turbinenwelle direkt mit dem überspülten Generator verbunden ist. Damit kommt das kompakte Maschinenkonzept ohne Getriebe aus und lässt sich mit vergleichsweise geringem baulichem Aufwand in die Anlage integrieren. Eine wesentliche Anforderung am Standort war die große Bandbreite der abzugebenden Restwassermengen. „Abhängig vom jeweiligen Zufluss kann die DIVE-Turbine ein Wasserdargebot von 200 bis 2.200 l/s verarbeiten“, erklärt Salzburg-AG-Projektleiter Thomas Friedrich. Auf diese Weise lässt sich die Dotationswasserabgabe flexibel an die tatsächlichen Abflussverhältnisse anpassen und gleichzeitig zur regenerativen Stromerzeugung nutzen. Rund 1 GWh zusätzliche Jahresarbeit steuert die Restwasserturbine im Schnitt zur Gesamtproduktion bei. Da sie über weite Teile des Jahres in Betrieb ist, kommt ihr eine durchaus relevante Rolle im Gesamtkonzept zu. In Betrieb genommen wurde die Maschine bereits im November 2024 – und hat sich seither nach Angaben der Betreiber mit praktisch durchgehend störungsfreiem Betrieb bewährt.

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Von der 6-düsigen Peltonturbine sind nur das Zulaufrohr und der vertikale Generator erkennbar. Sie ist die kleinere der beiden Maschinen.

Die Francisturbine ist auf ein Schluckvermögen von 6,3 m3/s ausgelegt und kommt auf eine Ausbauleistung von 4.191 kW.

Zwei Turbinentypen für einen breiten Betriebsbereich Das technische Herzstück des Kraftwerks bilden zwei Maschinensätze unterschiedlicher Bauart und Größe, die ­ vom traditionsreichen bayerischen Wasserkraftspezialisten ­Kochendörfer aus Pleystein geliefert wurden. Das maschinelle Konzept sieht vor, dass die von ihrem Schluckvermögen her größere Francisturbine die Verarbeitung der hohen Wassermengen übernimmt, während die kleinere Peltonturbine flexibel dazu betrieben wird. „Das Schluckvermögen der Francisturbine liegt bei 6.300 l/s. Sie ist von ihrer Bauart für den Betrieb im hohen Lastbereich ausgelegt und erreicht dabei sehr hohe Wirkungsgrade. Gerade während der Schneeschmelze oder nach länger anhaltenden Niederschlägen wird sie in Betrieb sein. Ergänzt wird sie durch die 6-düsige Peltonturbine, die mit ihrem ausgesprochen breiten Regelbereich für hohe Flexibilität sorgt. Sie kann Wassermengen von 2.700 l/s bis hinunter auf lediglich 150 l/s effizient verarbeiten. Damit lässt sich das stark schwankende Wasserdargebot des alpinen Einzugsgebiets optimal nutzen: Bei größeren Zuflüssen arbeiten beide Maschinen im Zusammenspiel, während bei sinkendem Wasserangebot die Pelton zunehmend übernimmt. Im Winter kann sie den Kraftwerksbetrieb schließlich alleine aufrechterhalten, wodurch zugleich Wartungsarbeiten an der Francisturbine möglich werden“, erläutert Thomas Friedrich das Betriebsregime der beiden Maschinensätze. Mit der Kombination zweier unterschiedlicher Turbinentypen können die Planer somit einen außergewöhnlich großen Betriebsbereich abdecken – von winterlichen Minimalzuflüssen

bis hin zu einem Gesamtausbau von rund 9.000 l/s. Gemeinsam erreicht das Maschinenduo bei einer Fallhöhe von rund 77 m eine Engpassleistung von rund 5,6 MW. Zum Lieferumfang von Kochendörfer zählten neben den beiden Turbinen auch die zugehörigen Synchrongeneratoren sowie das Hosenrohr zur Aufteilung des Triebwassers auf die beiden Maschinen. Gerade dieses Bauteil wurde im Vorfeld numerisch strömungsoptimiert, um möglichst günstige hy­ draulische Verhältnisse sicherzustellen. Für die komplette Automatisierungs-, Steuerungs- und Leittechnik des Kraftwerks zeichnete die österreichische Niederlassung der Rittmeyer AG verantwortlich. Nach den spezifischen Vorgaben der Salzburg AG konzipierte und realisierte das Unternehmen die Kraftwerksautomatisierung für Maschinenhaus und Wasserfassung einschließlich Maschinenautomatik sowie Kraftwerks- und Turbinenregelung. Zum Lieferumfang gehörte darüber hinaus die Durchflussmessung mittels RISONIC Compact, einem Produkt von Rittmeyer, sowohl im Kraftwerk als auch an der Wasserfassung. Sämtliche Engineering-, Dokumentations- und Inbetriebsetzungsleistungen wurden ebenfalls von Rittmeyer übernommen. Mehrwert über die Stromproduktion hinaus In Sachen Mehrwert punktet das neue Kraftwerk in Neukirchen in vielfältiger Hinsicht. Das beginnt bereits bei der landschaftlichen Einbindung des neuen Krafthauses: Ein begrüntes Flachdach, Bäume und eine umfassende Bepflanzung sorgen dafür, dass sich das Gebäude möglichst unauffällig und har-

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Projektleiter Thomas Friedrich von der Salzburg AG gelang es, sämtliche Interessen der Beteiligten im Projektverlauf unter einen Hut zu bringen.

© Josip Bosnjak

Blick ins idyllische Obersulzbachtal. Links unten: die neue Wasserfassung des Kraftwerks Sulzau.

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monisch in seine Umgebung einfügt. Eine mattschwarze Photovoltaikanlage deckt einen Teil des Eigenbedarfs, während Überschüsse ins Netz abgegeben werden können. Gleichzeitig sollte die sehenswerte Wasserkrafttechnik bewusst nicht hinter verschlossenen Mauern verschwinden. Zwei große Fenster ermöglichen Passanten Einblick in das Innere des Krafthauses. „Wir wollen die Technik zu den Menschen bringen und nicht als Blackbox wahrgenommen werden“, bringt Projektleiter Thomas Friedrich den Ansatz auf den Punkt. Weitere Synergien ergaben sich durch die Beteiligung am lokalen Hochwasserschutz, umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen sowie infrastrukturelle Verbesserungen – wie etwa die Mitverlegung einer Wasserleitung und die Errichtung eines neuen Unterbrecherschachts. Gerade diese Vielzahl an Berührungspunkten machte das Projekt allerdings auch organisatorisch und planerisch anspruchsvoll. „Die größere Herausforderung war, das gesamte

Bewährte Lösungen für Steuerungs- und Automationstechnik wurden vom Team der Rittmeyer Ges.m.b.H Wien umgesetzt.

Regionale Wasserkraft mit langfristiger Wirkung Nach Abschluss der wesentlichen Bauarbeiten ging das Kraftwerk Sulzau schrittweise in Betrieb: Im September 2025

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Projekt mit all seinen weitreichenden Implikationen unter einen Hut zu bringen“, resümiert Friedrich. Schließlich galt es, die Interessen von Bevölkerung und Tourismus ebenso zu berücksichtigen wie jene der Wassergenossenschaft, des Projektpartners und weiterer Beteiligter. Entscheidend dafür sei vor allem eines gewesen: miteinander zu reden. „Auf der Baustelle muss die Chemie stimmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn bei einem solchen Projekt Disharmonie herrscht.“ Dass die komplexe Umsetzung letztlich erfolgreich abgewickelt werden konnte, führt Friedrich daher nicht allein auf die technische Planung zurück, sondern ebenso auf die enge Abstimmung und das konstruktive Zusammenspiel aller Beteiligten.

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T EC H N I S C H E DAT E N • Brutto-Fallhöhe: 77 m • Ausbauwassermenge: 9 m³/s • Maschinensätze: 2 • Turbinen: Fabrikat: Kochendörfer • Vertikale Peltonturbine 6-düsig Schluckvermögen: 2,7 m³/s Drehzahl: 300 Upm Nennleistung: 1.732 kW • Horizontale Francisturbine Schluckvermögen: 6,3 m³/s Drehzahl: 600 Upm Nennleistung: 4.191 kW • Engpassleistung: 5,6 MW • Generator: synchron • Restwasserturbine: DIVE Fallhöhe: 21,05 m Schluckvermögen: 2.200 l/s Nennleistung: 360 kW • Stahlwasserbau: GMT Wintersteller GmbH • Horizontalrechen: 11,3 m (Breite) • Triebwasserweg: 2,0 km • Druckrohre: GFK • Lieferant: Etertec / JSW Handelsvertretung • Automatisierung & Leittechnik: Rittmeyer • Bauarbeiten: ETM-Bau • Jahresproduktion: 18,1 GWh

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wurde zunächst der kleinere Maschinensatz angefahren, im November folgte die erstmalige Inbetriebnahme der großen Francisturbine. Seither steht in Neukirchen am Großvenediger ein neues Wasserkraftwerk zur Verfügung, das im Regeljahr rund 18,1 GWh sauberen Strom erzeugt – rechnerisch genug für etwa 5.000 Haushalte. Rund 23,5 Millionen Euro investierten die Salzburg AG und die Lichtgenossenschaft Neukirchen gemeinsam in das Projekt und damit zugleich in regionale Energieerzeugung, Versorgungssicherheit und Wertschöpfung. Für Michael Baminger, CEO der Salzburg AG, steht Sulzau dabei exemplarisch für die Aufgaben der kommenden Jahre: „Die Energietransformation ist die große Aufgabe unserer und auch der nächsten Generationen. Jedes Kraftwerk ist ein wichtiges Element in Richtung unserer Ambition Dekarbonisierung und zeigt, wie ernst wir unsere Verantwortung Salzburg gegenüber nehmen. Zukunft entsteht dort, wo gemeinsam Verantwortung übernommen und an Lösungen gearbeitet wird.“ Auch der technische Vorstand Herwig Struber unterstreicht die langfristige Bedeutung der heimischen Ressource: „Die Wasserkraft ist und

Siegfried Müllegger (Salzburg AG), Christian Brugger (Obmann Lichtgenossenschaft Neukirchen), Bgm. Neukirchen Andreas Schweinberger, Herwig Struber (Vorstand Salzburg AG), Wilfried ­Haslauer (LH a.D.), Klubobfrau Martina Berthold, LA Hannes Schernthaner und Vorstand Michael Baminger (Vorstand Salzburg AG) (v.l.n.r.)

bleibt die Säule der erneuerbaren Energieerzeugung. Wichtig ist, einen ausgewogenen Mix zu haben.“ Gerade Sulzau zeige dabei, welchen Mehrwert die Verbindung aus heimischer Erzeugung und regionaler Partnerschaft schaffen könne: „Mit dem Kraftwerk Sulzau ist mit unserem regionalen Partner ein Projekt

entstanden, das Stromerzeugung, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit miteinander verbindet.“ Damit schließt sich letztlich auch der Kreis zu einer Partnerschaft, deren Anfänge bis ins Jahr 1959 zurückreichen – und die mit dem gemeinsamen Kraftwerk Sulzau ein neues Kapitel aufgeschlagen hat.

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P ROJ E KT E Nach der Erneuerung des Fassungswehrs am Eugenisee ist die Engelberger Bevölkerung zuverlässig vor Hochwasserereignissen geschützt. 50

NEUES FASSUNGSWEHR AM EUGENISEE BESEITIGT LETZTE FLUSSENGSTELLE AN ENGELBERGER AA Im Herbst 2026 wurde in der Gemeinde Engelberg im Kanton Obwalden mit der Erneuerung des Fassungswehrs am Eugenisee ein großangelegtes Hochwasserschutzprojekt offiziell abgeschlossen. Die Vergrößerung der Wasserfassung war die letzte Etappe einer ganzen Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen, die nach der verheerenden Überflutung im Jahr 2005 umgesetzt wurden. Nach der Modernisierung, die innerhalb von 2,5 Jahren durchgeführt wurde, kann die Anlage nun ein 300-jährliches Hochwasserereignis bewältigen. Neben dem Hochwasserschutz profitiert auch die Gewässerökologie von der Erneuerung. Zudem sorgen die Modernisierungen für zahlreiche Verbesserungen bei der Überwachung und Betriebsführung der Anlage.

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m August 2005 wurden der europäische Zentralraum und die Balkanregion von einem verheerenden Hochwasserereignis heimgesucht, in dessen Folge Milliardenschäden und tragischerweise auch mehr als 30 Todesopfer zu beklagen waren. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) reformierte nach dem Jahrhundert-Hochwasser seine grundlegende Strategie im Umgang mit Naturgefahren. Eine direkte Folge der Katastrophe war der massive Ausbau und die Optimierung des landesweiten Hochwasserschutzes. In der Gemeinde Engelberg im Kanton Obwalden wurde im Herbst 2026 ein in mehreren Etappen realisiertes Hochwasserschutzprojekt an der Engelberger Aa offiziell abgeschlossen. Nach der umfassenden Erneuerung des Fassungswehrs am Eugenisee ist dieses in der Lage, ein 300-jährliches Hochwasser sicher abzuführen. Letzte Engstelle beseitigt Beim Eugenisee handelt es sich um einen rund 170.000 m³ fassenden Tagesspeicher, der zur Versorgung des im Jahr 1905 fertiggestellten Kraftwerks Obermatt errichtet wurde. Mit sei-

nen vier Maschinengruppen erzeugt das über 120 Jahre alte Traditionskraftwerk im Regeljahr ca. 140 GWh Ökostrom. Seit 2022 ist das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) im Auftrag der Obermatt Kraftwerke AG (OKW) für die Betriebsführung der Anlagen im Engelberger Tal zuständig. Auch die Erneuerung

EWO-Projektleiter Adrian Omlin hat die grundlegende Erneuerung des Fassungswehrs von Beginn an federführend koordiniert und begleitet.

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Das Projekt erforderte aufwändige Wasserhaltungsmaßnahmen.

des Fassungswehrs am Eugenisee wurde vom EWO im Auftrag der OKW durchgeführt. „Das Fassungswehr war die letzte Engstelle des Hochwasserschutzprojekts an der Engelberger Aa. Dank der vergrößerten Abflusskapazität der Anlage sind die Bevölkerung und die Infrastruktur entlang des Gewässers nun langfristig vor Überflutungen geschützt“, betont EWO-Projektleiter Adrian Omlin. Für den Projektleiter war die Koordination dieser außergewöhnlich anspruchsvollen Gewässerbaustelle eine wohl einmalige Herausforderung in seiner beruflichen Laufbahn. Das sowohl baulich als auch technisch anspruchsvolle Projekt erforderte eine komplexe Baustellenlogistik. Damit die Arbeiten durchgeführt werden konnten, waren aufwändige Wasserhaltungsmaßnahmen notwendig. Dazu zählte etwa die Montage von Spundwänden mit insgesamt 175 m Länge und 11 m Tiefe. Zudem wurden mehr als 150 Bohrpfähle mit 1 m Durchmesser in den Boden getrieben. Für das Ausgießen der Bohrpfähle wurden 1.660 m³ Beton benötigt. Die Spundwände machten es möglich, den Verlauf des Gebirgsflusses auf der Baustelle in die richtigen Bahnen zu lenken. Je nach Bauphase wurde das Gewässer so umgeleitet, dass auf der trockenen Seite die Beton- und Spezialtiefbauarbeiten durchgeführt werden konnten.

des Kraftwerks Obermatt vor allem in den kalten Monaten eine wichtige Rolle. Während die Engelberger Aa im Winter komplett trockenfallen kann, sorgt der vom Grundwasser und von Quellen gespeiste Erlenbach auch in der kalten Jahreszeit für konstanten Zufluss.

Bauarbeiten im Winter Die Hauptbauphase des Erneuerungsprojekts wurde bewusst auf die Winterzeit gelegt, die primären Arbeiten mussten zwischen Oktober 2024 und April 2025 erfolgen. Während in der Sommerzeit mit starken Gewittern und damit einhergehenden schnellen Wasseranstiegen zu rechnen ist, ermöglichten die wasserarmen Wintermonate ein sicheres Arbeiten sowie verlässliche Planungen. Die kalten Wintermonate sollten diverse Herausforderungen und naturgegebene Schwierigkeiten wie Schnee, Frost und Kälte mit sich bringen, so Adrian Omlin: ­„Engelberg liegt auf knapp über 1.000 m ü. M., dort ist das Arbeiten im Winter nicht ganz einfach, teilweise herrschten Temperaturen von bis zu 10 Grad unter dem Gefrierpunkt. Wegen der frostigen Bedingungen musste bei den Betonierarbeiten in die Trickkiste gegriffen werden. Dabei wurden die Baugrube bzw. die Bewehrungen mit Thermoplanen abgedeckt und durch den Einsatz von mobilen Heizgeräten auf die notwendigen Temperaturen für das Betonieren gebracht.“ Zusätzlich zur Hauptfassung wurde auch die zweite, kleinere Wasserfassung am Erlenbach modernisiert und mit neuer Technik ausgestattet. Laut Adrian Omlin spielt die Nebenfassung für den Betrieb

Stahlwasserbau von Südtiroler Profis Sowohl bei der Planung als auch bei der baulich-technischen Projektrealisierung setzte das EWO auf die Kompetenz bewährter Unternehmen. Zudem waren auch die eigenen Fachkräfte des EWO tatkräftig im Einsatz, etwa bei den elektro- und regelungstechnischen Planungen und der Installation der neuen e-technischen Komponenten. Der überwiegende Teil der neuen Stahlwasserbauausrüstung für das neue Fassungsbauwerk stammt von der Südtiroler Wild Metal GmbH. Die renommierten Branchenexperten, deren Lösungen als Nonplusultra im hydromechanischen Wasserkraftsektor gelten, konnten ihrem hervorragenden Ruf als zuverlässige Spezialisten einmal mehr gerecht werden. Das größte bzw. schwerste Bauteil

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Eindruck von der Winterbaustelle auf über 1.000 m ü. M.

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Die beiden Kammern des Entsanderbeckens wurden von den Profis der Wild Metal GmbH mit Sediment-Abzügen des Systems Bieri ausgestattet.

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Inbetriebnahme der neuen Wehrklappe mit 14 m Breite im Frühjahr 2025

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von Wild Metal bildete die 14 m breite Wehrklappe mit einseitigem hydraulischem Antrieb, die zum Aufstauen des Gewässers dient. Zum Lieferumfang von Wild Metal gehörten auch die großformatigen Ein- und Auslaufschützen für die Entsander­ kammern, der Entsander-Beruhigungsrechen, die Kiesspülschützen und das Hydraulikaggregat zur Steuerung der neuen Absperr- und Regulierorgane. Die Ausleitung des Triebwassers aus dem Gebirgsfluss erfolgt auf der orographisch rechten Gewässerseite. Dort wurde der Einlaufbereich durch ein österreichisches Unternehmen mit zwei neuen Schutzrechen in vertikaler Ausführung und den dazugehörigen Rechenreinigungsmaschinen bestückt. Das von den Schutzrechen entfernte Geschwemmsel wird von den Putzharken der Rechenreiniger auf ein Förderband abgegeben und von diesem in den Unterwasserbereich abgeführt. Entsander mit bewährtem System Nachdem das ausgeleitete Triebwasser die Schutzrechen passiert hat, fließt es auf direktem Weg in den mit zwei getrennten Kammern ausgeführten Entsander. Die beiden offen ausgeführten Kammern, die für die Abscheidung von Sand und Sedimenten aus dem Triebwasser sorgen, wurden mit BieriEntsandern ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein im Wasserkraftbereich vielfach bewährtes System, bei dem die Spül-

rinne und der Absetzraum durch zwei übereinanderliegende Stahlblechlamellen getrennt sind. Durch das Verschieben der oberen Bleche werden die zahlreichen Spülöffnungen entlang der Lamellen aufgemacht und die Ablagerungen werden aus dem Absetzraum in den Spülkanal geschwemmt. „Der Bieri-Entsander hat schon vor dem Umbau gut funktioniert, deswegen haben wir uns auch bei der Erneuerung wieder für dieses System entschieden. Der Verschiebemechanismus wurde von der Firma Wild Metal neu konstruiert und mit den dazugehörigen Antrieben ausgestattet. Das Wehrhaus an der Fassung wurde ebenfalls komplett erneuert. Dort sind die Schaltschränke mit den elektrotechnischen Komponenten und die Hydraulikaggregate untergebracht. Wir nutzen an der neuen Fassung nun eine ganze Reihe moderner Messeinrichtungen wie Pegel- und Trübungssonden. Diese liefern uns genaue Informationen über verschiedene Parameter wie die aktuelle Abflusssituation oder die Sedimentmenge im Entsander“, erklärt der Projektleiter. Modernisierung macht sich bezahlt Trotz der umfassenden Erneuerung des Fassungswehrs am Eugenisee konnte die Stromproduktion des Kraftwerks Obermatt ohne größere Unterbrechungen weiterlaufen. Möglich wurde dies durch den provisorischen Betrieb der neuen Hauptfassung und die kontinuierlichen Zuflüsse durch den Erlenbach. Adrian Omlin zeigt sich sehr zufrieden über das Resultat des großangelegten Umbaus: „Es war eine komplexe und herausfordernde Baustelle, die eine große Menge an Koordinierungsaufwand erforderte. Das Endergebnis macht deutlich, dass sich der Aufwand in vielerlei Hinsicht ausgezahlt hat.“ Neben dem massiv verbesserten Hochwasserschutz in Engelberg sorgt das neue Fassungswehr auch für eine optimierte Überwachung und Betriebsführung der Anlage. Früher mussten die EWO-Mitarbeiter die Schutzrechen bei widrigen Witterungsbedingungen manuell von Treibgut befreien, heute wird diese Arbeit automatisch von den pegelgeregelten bzw. ferngesteuerten Rechenreinigern erledigt. Das Projekt bewirkte aber auch Verbesserungen für die Gewässerökologie. Dank der komplett umlegbaren Wehrklappe können Kies, Schotter und Sedimente nun direkt im Flussverlauf weitergespült werden. Dadurch bleibt die natürliche Dynamik der Engelberger Aa erhalten und die Gewässerlebensräume erfahren eine Aufwertung.

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Anfang Juni dieses Jahres nahm das nahezu vollständig erneuerte Kraftwerk Bruggeralm mit mehr als doppelter Leistung wieder den Betrieb auf.

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AUS REVITALISIERUNG WIRD NEUBAU: KRAFTWERK BRUGGERALM VERDOPPELT LEISTUNG Was ursprünglich als Revitalisierung des mehr als 60 Jahre alten Bestandskraftwerks geplant war, entwickelte sich für die Lichtgenossenschaft St. Jakob in Defereggen letztlich zu einem nahezu vollständigen Neubau. Mit dem neuen Kraftwerk Bruggeralm wurde die installierte Leistung von bislang 800 kW auf 1.675 kW mehr als verdoppelt, gleichzeitig konnte die Jahresproduktion um 40 bis 50 Prozent auf nunmehr 6,8 GWh gesteigert werden. Vorausgegangen war dem 5,6 MillionenProjekt eine lange Planungs- und Genehmigungsphase, deren erste Überlegungen bis ins Jahr 2016 zurückreichen. Nach sehr anspruchsvollen Bauarbeiten ging das neue Kraftwerk Anfang Juni in Betrieb. Seine offizielle Einweihung am 21. August verband die Lichtgenossenschaft mit einem besonderen Jubiläum: ihrem 100-jährigen Bestehen.

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ie besondere geografische Lage des Defereggentals war seit jeher ein prägender Faktor für die Energieversorgung in St. Jakob. Das langgestreckte Osttiroler Seitental war über Jahrzehnte nicht an die überregionale Stromversorgung angebunden und ist aufgrund seiner alpinen Topografie bis heute anfälliger gegenüber Unterbrechungen durch extreme Wetter- und Naturereignisse als vergleichbare Täler der Alpen. Entsprechend früh setzte man hier auf das Prinzip Eigenversorgung: Bereits 1925 gründeten 18 Mitglieder die Lichtgenossenschaft St. Jakob mit dem erklärten Ziel, den Ort selbst mit elektrischer Energie zu versorgen. Noch im selben Jahr nahm am Trojeralmbach das erste kleine Wasserkraftwerk seinen Betrieb auf – das Fundament für die Elektrifizierung des Defereggentals war gelegt. Das Netz der TIWAG erreichte erst Ende der 1960er Jahre St. Jakob. Ihr eigenes Verteilnetz und die Versorgungsrechte übergab die Lichtgenossen-

schaft schließlich 1972 an den Landesenergieversorger, um sich fortan auf die Stromerzeugung zu konzentrieren. Dabei spielte das 1962 errichtete Kraftwerk am Bruggeralmbach, das über sechs Jahrzehnte zuverlässig erneuerbare Energie lieferte, eine zentrale Rolle. Doch die Anlage war zuletzt in die Jahre gekommen – und angesichts der auslaufenden Wasserrechtskonzession stand die Lichtgenossenschaft vor der Frage, wie es damit weitergehen sollte. Mit mehr Fallhöhe und mehr Wasser in neue Ära „Die Anlage entsprach mit ihrer technischen Ausrüstung nicht mehr heutigen Anforderungen. Auf dieser Basis wäre ein Wiedererlangen des Wasserrechts kaum möglich gewesen“, erklärt der Obmann der Lichtgenossenschaft Ing. René Ladstätter. „2016 begannen die ersten Gespräche dazu und Konzepte wurden entwickelt, wobei zu Beginn vor allem eine

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In Summe wurden 1,4 km Druckrohre aus Guss vom Tiroler Rohrspezialisten TRM in den Dimensionen DN500 bzw. DN600 verlegt.

umfassende Revitalisierung des Kraftwerks im Raum stand.“ Doch davon sollte man peu à peu abrücken. Das Kraftwerk Bruggeralm sollte letztlich ein nahezu vollständiger Neubau werden. Dass zwischen den ersten Überlegungen zur Erneuerung und der tatsächlichen Umsetzung einige Jahre vergingen, war dabei weniger auf besondere naturschutz- oder wasserrechtliche Hürden zurückzuführen. Vielmehr sorgten wiederholte personelle Wechsel auf Behördenseite dafür, dass sich das Verfahren in die Länge zog. Die Zusammenarbeit selbst, so betonen die Verantwortlichen der Lichtgenossenschaft, sei stets konstruktiv und professionell verlaufen. Am grundsätzlichen Anlagenkonzept, das vom Planungsbüro Sprenger aus Aldrans bei Innsbruck entwickelt wurde, änderte sich gegenüber dem Bestand nicht allzu viel: Der Standort des Krafthauses sowie die Trasse der Druckrohrleitung wurden im Wesentlichen beibehalten, die neue Wasserfassung am Bruggeralmbach hingegen um rund 26 Meter bachaufwärts verlegt. Neben dem damit erzielten Fallhöhengewinn konnte für das neue Kraftwerk zudem ein deutlich größeres Wasserdargebot erschlossen werden. Technisch kam der Neubau einer nahezu vollständigen Erneuerung gleich: Die Maschinenhalle wurde komplett neu errichtet und praktisch sämtliche Kraftwerkskomponenten ersetzt. Lediglich ein rund 200 Meter langer Abschnitt der bestehenden Druckrohrleitung blieb vom Altbestand erhalten. Eine Kamerabefahrung

hatte den ausreichend dimensionierten Gussrohren einen weiterhin guten Zustand attestiert. „Außerdem verläuft gerade dieser Abschnitt durch eine geologisch instabile Zone, in die man mit den Bauarbeiten bewusst möglichst wenig eingreifen wollte“, erklärt René Ladstätter. Verlegung der Rohre in anspruchsvollem Terrain Dennoch sollten sich die Bauarbeiten als ausgesprochen anspruchsvoll herausstellen. Mit der Umsetzung sämtlicher Baumeisterarbeiten wurde die im Salzburger Pinzgau ansässige Baufirma Empl beauftragt, die über langjährige Erfahrung im Kleinwasserkraftwerksbau verfügt. Für das Unternehmen schloss sich mit diesem Auftrag gewissermaßen ein Kreis: Die Erneuerung des ersten Kraftwerks der Lichtgenossenschaft St. Jakob, des KW Trojeralmbach, im Jahr 2004 war seinerzeit die erste Kraftwerksbaustelle von Empl gewesen. Beim Neubau Bruggeralm umfasste der Auftrag alle drei Baulose – Krafthaus, Druckrohrleitung und Wasserfassung. Für die neue Druckrohrleitung kamen Gussrohre von TRM in den Dimensionen DN500 und DN600 zum Einsatz. Im Vergleich dazu wies die alte Leitung großteils DN400 auf. Anspruchsvoll gestaltete sich vor allem die Verlegung im steilen Gelände, wie René Ladstätter betont: „In den steileren Passagen arbeitete die Mannschaft mit einem Schreitbagger, weiter oben konnte schließlich auf einen Raupenbagger gewechselt werden. Da-

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Das Team von Empl Bau war bei der Verlegung der Druckrohrleitung voll gefordert – zumal der Bruggeralmbach im Mai 2025 viel Wasser führte.

Danke für das Vertrauen. Wir wünschen viel Erfolg!

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Rohrknie – erstellt mit speziellen Rohrbögen im Bereich der alten Wasserfassung, wo die Rohrtrasse auf die andere Bachseite hinüberquert.

VRS-Tiroflex®-Verbindung von TRM. Das schub- und zuggesicherte System zeichnet sich durch hohe Scheiteldruckfestigkeit und zugleich große Flexibilität aus und kann dadurch auch Bodenbewegungen infolge von Hangrutschungen oder Muren aufnehmen. Auf betonierte Fixpunkte konnte damit verzichtet werden. TRM lieferte darüber hinaus die erforderlichen Flanschkomponenten, um den erhalten gebliebenen Abschnitt der Altleitung sicher mit dem neuen Rohrstrang zu verbinden. „Außerdem weist unser Triebwasserweg auch zwei Sonderlösungen auf“, ergänzt Ladstätter: „Im oberen Abschnitt wurde ein Feuerwehrschacht eingerichtet, über den im Fall eines Waldbrandes Löschwasser entnommen werden kann. Eine weitere Ausleitung kurz oberhalb des Krafthauses dient der Wasserversorgung eines Schneedepots des Tourismusverbands.“ Beide Entnahmestellen wurden mittels T-Stücken in das Rohrsystem integriert und mit entsprechender Überwachungstechnik ausgestattet.

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Langfristige Sicherheit für das Triebwassersystem Bei der Wahl des Rohrsystems setzte die Lichtgenossenschaft St. Jakob auf ein Materialsystem, mit dem sie bereits beste Erfahrungen gemacht hatte: Gussrohre von Tiroler Rohre TRM. Konkret kamen Rohre vom Typ PUR Longlife mit Zementmörtelumhüllung zum Einsatz. Diese bietet der Druckrohrleitung einen robusten mechanischen Schutz und schützt zugleich langfristig vor möglichen Korrosionseinflüssen. Einen weiteren Vorteil spielte das System bereits bei der Verlegung aus, erklärt der Obmann der Lichtgenossenschaft: „Eine konventionelle Sandbettung war nicht erforderlich, stattdessen konnte der vor Ort aufbereitete und gesiebte Aushub für die Bettung verwendet werden.“ Angesichts der hohen Anforderungen an die dauerhafte Sicherheit der Druckrohrleitung setzten die Osttiroler Betreiber auf die bewährte längskraftschlüssige

In die schwer zugänglichen Bereiche der Rohrtrasse wurden die zementummantelten Gussrohre auf dem Luftweg per Helikopter geliefert.

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bei ist es dem erfahrenen Team von Empl Bau gelungen, eine entsprechend saubere und sichere Leitungstrasse herzustellen.“ Eine besondere Synergie ergab sich bei der Querung des Bruggeralmbachs auf Höhe der alten Wasserfassung. Hier konnte ein Teil des mehr als 60 Jahre alten Querbauwerks erhalten und zur Sicherung der neuen Druckrohrleitung genutzt werden. Auch die alte Rohrleitung erhielt eine neue Funktion: Sie dient in diesem Abschnitt heute als Leerrohr für Energieund Lichtwellenleiterkabel. Trotz der anspruchsvollen Topografie ging der Leitungsbau zügig voran. Nach dem Baustart am 12. Mai letzten Jahres war die gesamte Rohrleitung innerhalb von rund fünf Monaten bis Ende Oktober verlegt.

In den steileren Abschnitten der Rohrtrasse setzte Empl Bau einen Schreitbagger für eine sichere Verlegung ein.

Blick in die Baugrube für die neue Wasserfassung: Hier waren umfangreiche Hangsicherungs- und Wasserhaltemaßnahmen erforderlich.

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Einbau der „Grizzly-Module“ an der neuen Wasserfassung. Das patentierte Coanda-System von Wild Metal wurde speziell für anspruchsvolle Bedingungen im Gebirge entwickelt.

Im Inneren des neuen Fassungsbauwerks befindet sich auch die Rohrbruchklappe.

Nagelprobe – Bau der Wasserfassung Als baulich anspruchsvollstes der drei Baulose erwies sich die neue Wasserfassung auf 1.740 m Seehöhe. Bereits im Vorfeld musste der ursprünglich vorgesehene Standort aufgegeben werden, nachdem sich der dortige Hang als instabil beziehungsweise in Bewegung befindlich erwiesen hatte. Die Planer vom Ingenieurbüro Sprenger wichen daher auf die gegenüberliegende Bachseite aus und entschieden sich aus Sicherheitsgründen dafür, das eigentliche Entnahmebauwerk weitgehend unterirdisch auszuführen und über einen Zugangsturm zu erschließen. Damit waren allerdings Dimensionen verbunden, die sich erst im Zuge der Arbeiten in vollem Umfang zeigten: „Es musste

tet. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnte die Baugrube während der gesamten Arbeiten im Wesentlichen trockengehalten werden. Zwar kosteten die unerwarteten Verhältnisse zunächst drei bis vier Wochen gegenüber dem Zeitplan, doch das Team von Empl Bau holte diesen Rückstand wieder auf. So konnten auch die Arbeiten an der Wasserfassung innerhalb des äußerst knappen Baufensters bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

eine außergewöhnlich tiefe Baugrube hergestellt werden – noch dazu an einem extrem wasserreichen Hang. Entsprechend aufwendig gestaltete sich die Baugrubensicherung mit Spritzbeton und zahlreichen Entwässerungen“, erinnert sich René Ladstätter. Bei Empl Bau sprach man rückblickend von einer der wasserreichsten Baugruben, mit denen das Unternehmen bislang konfrontiert gewesen sei. Zusätzlich fiel der Baustart im Mai genau in jene Phase, in der der Bruggeralmbach besonders viel Wasser führt. Für die Bauwasserhaltung wurde deshalb der gesamte Bach in ein Rohr mit 1,20 m Durchmesser umgeleitet, auf einer Länge von rund 100 Metern abseits des Bachbetts geführt und anschließend wieder zurückgelei-

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Effektiver Schutz dank modernem Coanda-System Für die stahlwasserbauliche Ausrüstung der neuen Wasserfassung setzte die Lichtgenossenschaft St. Jakob auf bewährte Technik des Südtiroler Spezialis-

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Das Entnahmebauwerk wurde größtenteils unterirdisch angelegt, es wurde über einen Zugangsturm erschlossen.

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Die neue Wasserfassung im Frühsommer dieses Jahres aus der Drohnenperspektive. Der Bach bezieht sein Wasser von den Bruggeralmen.

Technologie- und Leistungssprung im Krafthaus Einen deutlichen Technologiesprung gegenüber der Altanlage brachte auch die komplette Erneuerung der elektromaschinellen Ausrüstung. Den Zuschlag dafür erhielten die beiden Partnerunternehmen Sora und en-co, die gemeinsam ein perfekt abgestimmtes elektromechanisches Gesamtsystem realisierten. Sora lieferte eine moderne 4-düsige Peltonturbine mit vertikaler Welle, ausgelegt auf eine Bruttofallhöhe von 344,5 m und eine Ausbauwassermenge von 600 l/s. Bei einer Nenndrehzahl von 1.000 U/min erreicht die Maschine eine Leistung von 1.675 kW. Gegenüber der alten 2-düsigen Turbine punktet die Neuanlage nicht nur mit einem höheren Wirkungsgrad und elektrisch gesteuerten Düsen, sondern auch mit ihrer äußerst kompakten Bauweise. Gerade bei einem Neubau wirkt sich der geringe Platzbedarf unmittelbar auf die Dimensionierung des Krafthauses und damit auf die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts aus. Gekoppelt ist die Turbine mit einem ebenfalls vertikal angeordneten, wassergekühlten Synchrongenerator von Hitzinger mit 2 MVA Nennleistung, der sich durch seine kompakte und geräuscharme Ausführung auszeichnet. Mit der Montage der elektromaschinellen Komponenten wurde im April begonnen, bereits im Juni konnte die Anlage in Betrieb genommen werden. Komplettiert wurde das Waterto-Wire-Paket durch en-co, das für die gesamte elektro- und leittechnische Ausrüstung einschließlich Steuerung und Automatisierung verantwortlich zeichnete. Gerade diesem Teil der Anlage kommt beim Kraftwerk Bruggeralm eine besondere Bedeutung zu: Die moderne Steuerung bildet schließlich auch die technische Grundlage für jene Betriebsweisen, die angesichts der besonderen Stromversorgungssituation im Defereggental entscheidend sind.

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ten Wild Metal. Zum Einsatz kam das von dem Unternehmen entwickelte und patentierte Coanda-System „Grizzly Protec Vibro“, das sich speziell für Wasserfassungen im alpinen Raum eignet. Herzstück der Konstruktion ist ein Feinsieb, das beim Kraftwerk Bruggeralm mit einer besonders geringen Spaltweite von lediglich 0,4 mm ausgeführt wurde. Durch das Coanda-Prinzip und den konstruktionsbedingten AbscherEffekt wird das Triebwasser selbsttätig durch die Feinrechenfläche eingezogen, während Geschwemmsel und gröbere Sedimente mit dem Wasserstrom weitertransportiert werden. Ein darüber angeordnetes robustes Schutzgitter – die sogenannten „Vibro Bars“ – hält größere Steine, Äste oder Wurzelstöcke vom empfindlicheren Feinsieb fern. Damit arbeitet das System weitgehend selbstreinigend und ohne zusätzlichen Rechenreiniger. Gleichzeitig wird der Eintrag abrasiver Sedimente in das Triebwasser deutlich reduziert. Bei der Bruggeralm konnte dadurch gegenüber der früheren Lösung sogar auf einen klassischen Sandfang verzichtet werden – ein Vorteil, der die Wasserfassung konstruktiv vereinfacht und den Wartungsaufwand reduziert. Einen ersten Härtetest hat die Anlage bereits hinter sich: Ein außergewöhnlich heftiges Starkregenereignis vor wenigen Wochen führte zu massiven Sedimentablagerungen im Vorbecken und lieferte damit

erstmals unter realen Extrembedingungen wertvolle Erkenntnisse darüber, wie wirkungsvoll das Coanda-System den Sandeintrag begrenzt.

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T EC H N I S C H E DAT E N • Brutto-Fallhöhe: 344,5 m • Ausbauwassermenge: 600 l/s • Turbine: Peltonturbine 4-düsig • Fabrikat: Sora • Drehzahl: 1.000 Upm • Nennleistung: 1.675 kW • Generator: synchron • Fabrikat: Hitzinger • Nennscheinleistung: 2 MVA • Stahlwasserbau: Wild Metal • Coanda-System: Grizzly Protec Vibro • Spaltweite: 0,4 mm • Triebwasserweg: 1,7 km • Druckrohre: Tiroler Rohre TRM • Rohrsystem: Gussrohre DN500 & DN600 • Druckstufen: PFA 25 / 32 /40 bar • Elektro-, Steuerungs- und Leittechnik: en-co • Bauarbeiten: Empl Bau • Planer: Ingenieurbüro Sprenger • Jahresproduktion: 6,8 GWh

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Für die Steuerungs- und Leittechnik zeichnete der Südtiroler Branchenspezialist en-co verantwortlich. Allergrößten Wert wurde dabei auf eine zuverlässige Inselbetriebslösung gelegt.

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Die 4-düsige Peltonturbine aus dem Hause Sora ist auf eine Ausbauleistung von 1.675 kW ausgelegt. Die Düsen werden elektrisch gesteuert.

Inselbetrieb als unabdingbares Asset Dazu zählen insbesondere der Inselbetrieb und die Schwarzstartfähigkeit – zwei Funktionen, denen im hinteren Defereggental aufgrund der besonderen Versorgungssituation zentrale Bedeutung zukommt. Das Kraftwerk Bruggeralm wurde so konzipiert, dass es auf Mittelspannungsebene über ein eigenes Energiekabel mit dem bestehenden Kraftwerk Trojeralmbach zusammengeschaltet werden kann – auch das örtliche Fernheizwerk ist in dieses Versorgungskonzept eingebunden. Dank der Schwarzstartfähigkeit kann die Bruggeralm-Anlage nach einem Netzausfall ohne externe Stromversorgung selbstständig hochfahren und in weiterer Folge auch das zweite Kraftwerk beim Wiederanlauf unterstützen. Damit

verfügt die Lichtgenossenschaft über ein weitgehend vom öffentlichen Netz unabhängiges System zur Aufrechterhaltung der lokalen Strom- und Wärmeversorgung. Wie wichtig diese Fähigkeit sein kann, weiß Obmann René Ladstätter aus eigener Erfahrung. Im außergewöhnlich schneereichen Winter 2019/20 sei das Tal während der Corona-Zeit mehr als eine Woche von der regulären Stromversorgung abgeschnitten gewesen – eine Situation, wie man sie zuvor eigentlich nur noch aus Erzählungen aus den 1960er-Jahren gekannt habe. Seither habe der Netzbetreiber die zuvor oberirdisch geführten Leitungen weitgehend unter die Erde verlegt, wodurch sich die Versorgungssicherheit erheblich verbessert habe. Dennoch komme es bis heute im Winter immer wieder zu Unterbrechungen. Gerade für einen der kältesten Orte Österreichs wiegt dies besonders schwer: „Ausgerechnet während der kalten Jahreszeit läuft mit Skibetrieb, Hotellerie und Tourismus die wirtschaftliche Hochsaison, gleichzeitig muss die Wärmeversorgung zuverlässig funktionieren. Da gibt es eigentlich keinen Plan B“, bringt Ladstätter die Anforderungen auf den Punkt. Die von en-co entwickelte und integrierte

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Maschinenbauingenieur René Ladstätter zeigt sich hoch zufrieden mit der Umsetzung des Kraftwerksprojekts in St. Jakob.

Kosten- und Terminrahmen geblieben, es ist ohne Arbeitsunfall umgesetzt worden und von einer ausgesprochen partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten geprägt gewesen.“ Damit steht das KW Bruggeralm nicht nur für ein Bekenntnis zur Wasserkraft im Defereggental, sondern auch für jenen Gedanken, der bereits vor 100 Jahren zur Gründung der Lichtgenossenschaft geführt hatte: die Energieversorgung des Tales möglichst in eigene Hände zu nehmen.

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Energieversorgung bleibt in der eigenen Hand Rund 5,6 Mio. Euro hatte die Lichtgenossenschaft St. Jakob für das Projekt veranschlagt – ein Kostenrahmen, der letztlich auch eingehalten werden konnte. Vor allem die deutlich gesteigerte Energieausbeute spricht für die Investition: Lieferte die Altanlage im langjährigen Mittel rund 4,5 GWh Strom pro Jahr, sollen es mit dem neuen Kraftwerk Bruggeralm künftig etwa 6,8 GWh sein – eine Steigerung um rund 50 Prozent. Offiziell eingeweiht wurde die Anlage am 21. August im Beisein von Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft, den beteiligten Unternehmen, Grundeigentümern, Mitgliedern, Kunden und zahlreichen Gästen aus der Bevölkerung. Gleichzeitig bot die Einweihung den passenden Rahmen für ein besonderes Jubiläum: „Wir haben auch 100 Jahre Lichtgenossenschaft St. Jakob mitgefeiert. Sie ist einst von Pionieren aus dem Tal aus der Notwendigkeit heraus gegründet worden, den Ortskern erstmals mit elektrischer Energie zu versorgen. Heute verstehen wir uns als moderner Infrastrukturpartner der Gemeinde“, sagt René Ladstätter. Dass dabei Eigeninitiative Tradition hat, zeigte sich nicht zuletzt bereits vor rund 30 Jahren, als die Genossenschaft frühzeitig den Ausbau des Breitbandnetzes im Tal vorantrieb. Mit dem neuen Kraftwerk Bruggeralm führt sie diesen Anspruch nun im Energiesektor fort. Umso zufriedener fällt Ladstätters Bilanz aus: „Das Projekt ist im vorgesehenen

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Leittechnik trägt diesem Anspruch Rechnung und schafft die Voraussetzungen dafür, die beiden Wasserkraftwerke und das Fernheizwerk im Störungsfall zu einem eigenständigen lokalen Versorgungssystem zusammenzuführen.

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Die Hinweise verdichten sich, dass Wasserkraftwerke in nicht allzu ferner Zukunft von künstlicher Intelligenz gesteuert werden.

„AUF DEM WEG ZUM AUTONOMEN WASSERKRAFTWERK“ Die Potenziale der Wasserkraft sind längst nicht ausgeschöpft – und sie liegen keineswegs nur im klassischen Kraftwerksbau. Im Gespräch mit zek HYDRO erläutert Eduard Doujak von der TU Wien, welche Möglichkeiten noch in „Hidden Hydropower“ stecken – von bestehenden Querbauwerken über Trinkwassersysteme bis hin zur Versorgung kleinster Sensoren. Noch größeres Potenzial sieht der Wissenschaftler im Einsatz künstlicher Intelligenz: Sie könnte künftig Verschleißmuster erkennen, die Maschinensteuerung optimieren und den wirtschaftlich sinnvollsten Einsatz von Maschinensätzen vorgeben. Der Weg führt damit in Richtung eines zunehmend autonomen Kraftwerksbetriebs, bei dem Effizienz, Lebensdauer, Sedimente und ökologische Anforderungen gemeinsam berücksichtigt werden. Im Interview richtet Doujak seinen Blick auch weit nach vorne: Wer die Wasserkraft auf die klimatischen Bedingungen von 2050 oder 2080 vorbereiten will, muss bereits heute die dafür notwendigen Daten sammeln. zek: Sie haben sich im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts wissenschaftlich mit dem Thema „Hidden Hydro“ – also „versteckte Wasserkraft“ – befasst. Gibt es denn noch ungenutzte Potenziale zu heben? Doujak: Hidden Hydro ist natürlich als weitgefasster Begriff zu sehen. Da fallen sehr viele Möglichkeiten hinein: Zum Beispiel die sogenannten Non-Powered Dams, also die nicht hydroelektrisch genutzten Dammbauten – das sind immerhin rund 90 Prozent der Querbauwerke weltweit. Da gibt es durchaus technische Möglichkeiten, diese zu nutzen. Und: Das Potenzial ist erheblich. Andere alternative Nutzungsmöglichkeiten wären Kläranlagen oder auch Beregnungsanlagen. Wobei in diesen Fällen sehr häufig nur eine geringe Energieausbeute möglich ist. Wir reden da nicht von Megawatt, sondern zumeist von Kilowatt oder Watt. Bei diesen Varianten spielt in erster Linie für die Deckung des Eigenbe-

darfs eine zentrale Rolle – und wir reden dabei nicht zuletzt von Leistungen für integrierte Sensoren. zek: Aber gerade im Alpenraum gibt es doch auch in Sachen Trinkwasserkraftwerke noch interessantes Potenzial, oder? Doujak: Durchaus! Und da passiert auch einiges. Immer wieder werden neue Trinkwasserkraftanlagen in den Alpen in Betrieb genommen. Das sind sinnvolle und zum Teil auch hoch wirtschaftliche Anlagen, sobald die Druckrohrleitung vorhanden ist. Denn dann ist der Eingriff in die Natur minimal und damit auch der formaljuristische Aufwand bei Behördenverfahren. Daher macht es für Gemeinden und Trinkwassergenossenschaften absolut Sinn, diese Potenziale zu heben. zek: Wenn wir im Trinkwasserbereich von den typischen Kleinkraftwerken absehen, gibt es Ihren Forschungen zufolge auch Möglichkeiten, die Energie des Wassers direkt im Verteilnetz zu nutzen: Können Sie das näher erläutern?

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Doujak: Tatsächlich ist es gelungen, die turbulente kinetische Energie in Trinkwasserversorgungssystemen durch eine von uns an der TU Wien entwickelte technische Innovation zurückzugewinnen. Wir haben zu diesem Zweck schwingende Platten entwickelt, die aus der Energie des Trinkwassers elektrische Energie produzieren können. Aber – und das ist wichtig – nur im Zehntel-Watt-Bereich. zek: Das heißt: Da geht es jetzt nicht um Energieproduktion im großen Stil, oder? Doujak: Richtig. Die erzeugte Energie ist aber ausreichend, um zum Beispiel einen Sensor zu versorgen. Sensoren im Trinkwassersystem werden ja immer wichtiger – gerade, um etwaige Leckagen in der Leitung zu detektieren. Trinkwasser ist kostbar und Leckagen bedeuten veritable Kostenaufwände, die man minimieren kann, wenn das Trinkwassernetz über ein Netz von Sensoren daraufhin überwacht wird. Wir haben das durchgerechnet: Jeder Tag, an dem eine Leckage nicht entdeckt wird, bedeutet Kosten im vierstelligen Euro-Bereich. zek: Was würden Sie als Experte für die aktuell spannendsten Entwicklungen in der Wasserkraft halten? Künstliche Intelligenz? Doujak: Ja, das Thema KI gehört sicher zu den spannendsten dieser Tage. Reale und relevante Anwendungen sind zum Teil schon auf dem Markt, an manchen wird noch gearbeitet – und da ist sicher noch mehr zu erwarten. zek: Wie schaut es mit den universitären Forschungen auf diesem Feld aktuell aus? Doujak: Wir haben zum Beispiel Langzeitaufnahmen im laufenden Kraftwerksbetrieb vorgenommen und daraus ein entsprechendes Kennfeld ermittelt. Als Betreiber weiß man zumeist ja, wann und wie lange die Maschine im Teillastbereich oder unter Volllast gelaufen ist und einige Parameter dazu. Aber was dabei im Dunklen bleibt: Was macht diese Art von Betrieb mit der Turbine oder dem Generator oder dem Lager genau? Treten dabei Schädigungen auf oder nicht? Erst im

Rahmen dieser engmaschigen Langzeitaufnahmen stehen mir Möglichkeiten offen, darin Korrelationsmuster zu erkennen. Und gerade im Hinblick auf Datenkorrelation bietet die KI interessante Möglichkeiten. zek: Das heißt, man könnte dadurch auf den Betrieb optimierend einwirken, oder? Doujak: Ja, wir haben etwa ein Multilayermodell entwickelt, bei dem parallel zum Betriebskennfeld verschiedene Schädigungskennfelder hinterlegt werden – etwa für Turbinen- und Generatorlager, Turbinendeckel oder Laufrad. Damit lässt sich nicht nur der Wirkungsgrad betrachten, sondern auch, wie sich unterschiedliche Betriebszustände auf einzelne Komponenten auswirken. KI kann diese multidimensionale Optimierung unterstützen und daraus ableiten, welcher Betrieb unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimal ist. zek: Gibt es da noch weitere konkrete Ansätze? Doujak: Ein weiterer Anwendungsfall ist die Maschinensteuerung selbst. In einem Projekt wurde beispielsweise ein KIAgent eingesetzt, um die Startsequenz einer Pumpturbine zu optimieren. Dabei hat das System selbstständig ermittelt, wie die einzelnen Schritte – etwa das Öffnen von Kugelschieber und Leitapparat – zeitlich optimal aufeinander abgestimmt werden. Damit ließ sich der Pumpenstart deutlich beschleunigen. Noch interessanter wird es, wenn man beide Ansätze kombiniert. Fordert der Lastverteiler beispielsweise 30 MW an, könnte ein KI-Agent entscheiden, mit welcher Maschine oder sogar mit welchem Kraftwerk diese Leistung am sinnvollsten bereitgestellt wird. Dabei können neben dem Wirkungsgrad auch aktuelle Zustandsdaten und der Verschleiß einzelner Komponenten berücksichtigt werden. Steigen beispielsweise die Schwingungen an einem Lager, verändert sich dessen Schädigungsmodell dynamisch und die KI kann eine andere Maschine bevorzugen. Letztlich lässt sich sogar abschätzen, welche zusätzlichen Verschleiß- und Instand-

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Dem Forschungsteam um Eduard Doujak ist es gelungen, auch die relativ geringe Energie im Trinkwasserverteilnetz nutzbar zu machen.

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haltungskosten mit einem bestimmten Betriebspunkt verbunden sind und welcher Strompreis dafür erforderlich wäre. Bei dieser Vielzahl an Daten und Wechselwirkungen stoßen rein menschliche Entscheidungen schnell an Grenzen. Hier liegen große Potenziale für automatisierte Systeme, Mustererkennung und KI. zek: Bedeutet das, dass wir auf dem Weg zum autonom optimierten Wasserkraftwerk sind? Doujak: Im Grunde ja. Aber so einfach ist es auch nicht, weil es noch komplexere Themen dazu gibt wie etwa Verschleiß und Kavitation. Das heißt, es eröffnet sich ein weiteres großes Anwendungsfeld beim Sedimentmanagement. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Sedimente eine Turbine passieren, sondern auch deren Zusammensetzung, Korngrößen und Härte. Quarzhaltige Sedimente können beispielsweise erheblichen Verschleiß verursachen. Gleichzeitig hängt die Erosion stark von den Strömungsgeschwindigkeiten in der Maschine ab. Solche Zusammenhänge könnte man künftig bereits bei der Auslegung der Turbinen und später bei der Betriebsführung wesentlich stärker berücksichtigen. Und auch hier wird schon weiter gedacht: Grundsätzlich geht es um einen gesamtheitlichen Ansatz: Was benötigt der Fluss aus ökologischer Sicht, welche Sedimentmengen müssen für einen möglichst natürlichen Gewässerhaushalt weitergegeben werden und was kann gleichzeitig durch die Turbine geführt werden, ohne unverhältnismäßig hohen Verschleiß zu verursachen? Hier müssen Wasserkraftnutzung, Biodiversität, Sedimentdurchgängigkeit und Instandhaltungsaufwand gegeneinander abgewogen werden. KI kann helfen, diese Vielzahl an Einflussgrößen zusammenzuführen und daraus geeignete Betriebsstrategien abzuleiten. zek: Von welchem Zeithorizont sprechen wir? Doujak: Mittelfristig, also in den kommenden zehn bis 15 Jahren, erwarte ich große Fortschritte in Richtung einer zunehmend autonomen Betriebsführung. Gleichzeitig müssen wir aber bereits heute weiter in die Zukunft schauen. Wenn wir wissen wollen, wie Wasserkraftanlagen unter den klimatischen Bedingungen von 2050 oder 2080 betrieben werden können, müssen wir jetzt beginnen, die dafür notwendigen Daten systematisch zu erfassen. Dazu gehören langfristige Wetter- und Abflussdaten ebenso wie Informationen über Sedimente und den tatsächlichen Maschinenbetrieb. Genau

„Rethinking Hydropower: A Holistic Vision for a Sustainable Future“ – Das neue Buch von Eduard Doujak et al. ist kürzlich als Open-Access-Buch im Springer Verlag erschienen. Mehr dazu im Bereich Kurzmeldungen mit Link zum Downloaden.

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Schon heute können Pumpturbinen durch KI-Agenten in ihrer Startsequenz optimiert werden. Symbolbild: die Speicherpumpe Oschenik 1 – Teil des Pumpspeicherkraftwerks Innerfragant der Kelag.

in diese Richtung gehen aktuelle Forschungsprojekte: Lokale Wettermodelle werden mit Maschinen- und Sedimentdaten verknüpft, um beispielsweise vorherzusagen, wie sich Starkregenereignisse auf die Sedimentfracht auswirken, wie lange eine Maschine noch sicher betrieben werden kann und wann eine Abschaltung sinnvoll ist. Je länger solche Datenreihen werden, desto besser lassen sich daraus künftig belastbare Zusammenhänge ableiten. zek: Entfernt sich die Wasserkraftforschung damit ein Stück weit von den klassischen Themen – wie etwa Wirkungsgradoptimierung? Doujak: Ja, damit verschiebt sich der Fokus bei der Optimierung von Wasserkraftanlagen. Es wird künftig weniger darum gehen, noch das letzte Zehntelprozent Wirkungsgrad herauszuholen. Wichtiger werden robuste und langlebige Maschinen, die über einen breiten Betriebsbereich flexibel eingesetzt werden können. KI kann dabei helfen, Effizienz, Verschleiß, Ökologie und klimatische Veränderungen gemeinsam zu berücksichtigen. zek: Danke für das Gespräch!

Dr. Eduard Doujak Dr. Eduard Doujak ist Assistenzprofessor an der Technischen Universität Wien und Vorsitzender des europäischen Netzwerks PEN@Hydropower. Er zählt zu den führenden österreichischen Experten für Wasserkraft, Pumpspeicherung und die Digitalisierung von Wasserkraftanlagen und engagiert sich auf europäischer Ebene für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Wasserkraft im Rahmen der Energiewende.

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VEGA UND AKENZA BÜNDELN IHRE STÄRKEN FÜR GANZHEITLICHE IOT-LÖSUNGEN Der Messtechnikhersteller VEGA aus Schiltach übernimmt die Schweizer Akenza AG mit Sitz in Zürich. Mit diesem strategischen Schritt verbindet VEGA die mehr als 60-jährige Erfahrung in der industriellen Prozessautomation mit der ausgewiesenen IoTExpertise von akenza. Ziel ist es, Kunden künftig durchgängige und skalierbare IoT-Lösungen aus einer Hand anzubieten.

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ie VEGA Grieshaber KG, einer der weltweit führenden Hersteller industrieller Messtechnik, übernimmt die Akenza AG, einen Schweizer Anbieter von IoT-Plattformen für Unternehmen. VEGA ist ein familiengeführtes Unternehmen mit mehr als 2.800 Mitarbeitern weltweit und einer Marktpräsenz in über 80 Ländern. Die Sensoren zur Messung von Füllstand, Grenzstand und Druck sowie die dazugehörige Hard- und Software kommen unter anderem in der Chemie-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Pharmaindustrie, der Wasserund Abwasserwirtschaft sowie im Bergbau zum Einsatz. Akenza ist auf IoT-Lösungen spezialisiert und unterstützt Unternehmen weltweit bei der Umsetzung von Projekten in den Bereichen Smart Industry und Smart Corporate Real Estate. Die offene Plattform ermöglicht eine nahtlose Vernetzung unterschiedlicher Geräte und Systeme und hat sich in zahlreichen Anwendungsbereichen etabliert. Durch die Zusammenführung ihrer Kompetenzen schaffen VEGA und akenza die Grundlage für innovative, skalierbare und ganzheitliche IoT-Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vom Sensor bis zur intelligenten Entscheidung Für VEGA bedeutet die Übernahme eine Erweiterung des digitalen Portfolios und einen weiteren Schritt beim Ausbau des Geschäftsfelds Industrial IoT. Für akenza eröffnet dieses neue Kapitel die Möglichkeit, die globale Präsenz und das Fachwissen von VEGA in den Bereichen Fertigung und Industrie zu nutzen sowie die eigenen IoT-Lösungen weiter zu skalieren. „Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg

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Jonas Schmid, Co-CEO von akenza, Markus Kniesel, Geschäftsführer von VEGA, Isabel Grieshaber, geschäftsführende Gesellschafterin von VEGA, und Simon Rieser, Co-CEO von akenza, freuen sich darauf, künftig ihre Stärken zu bündeln.

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zur Umsetzung unserer langfristigen strategischen Ziele. Die Sensortechnologie von VEGA und die technologieoffene, horizontale IoT-Plattform von akenza ergänzen sich hervorragend. Gemeinsam schließen wir die Lücke zwischen der Erfassung von Daten und ihrer Nutzung für fundierte Entscheidungen. Wir freuen uns sehr darauf, das Team von akenza bei VEGA willkommen zu heißen und den nächsten Schritt gemeinsam zu gehen. Für unsere Kunden eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, ihre Prozesse noch effizienter und transparenter zu gestalten“, sagt Isabel Grieshaber, geschäftsführende Gesellschafterin der VEGA Grieshaber KG. Ausbau der Anwendungen im Bereich Smart Industry „VEGA bietet uns die globale Reichweite und die Grundlage, um akenza auf ein neues internationales Niveau zu heben. Gemeinsam überwinden wir die Komplexität des IoT und ermöglichen es Unternehmenskunden, Hardware nahtlos mit Maßnahmen zu verknüpfen. Wir werden Anwendungsfälle im Bereich Smart Industry weiter ausbauen und unseren Geschäftsbereich Smart Building mit der Agilität weiterentwickeln, die unsere Kunden schätzen“, sagt Jonas Schmid, Co-CEO der Akenza AG. Künftig führen beide Partner ihr Know-how zusammen und binden die akenza-Plattform schrittweise in das erweiterte Lösungsangebot von VEGA ein. Dabei wird akenza weiterhin eigenständig am Markt auftreten und bestehende Kundenbeziehungen fortführen. Beide Unternehmen sehen darin den Beginn einer langfristigen, werteorientierten Partnerschaft.

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Gemeinsam mit Kunden und Partnern aus dem Bereich Wasserkraft feierte Hitzinger Power Solutions das 80-jährige Bestehen des Unternehmens. Im Bild (v. l.): Radovan Ivetic, Andreas Zwerger und Daniel Huber.

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80 JAHRE ERFAHRUNG ALS STARKES FUNDAMENT FÜR DIE ZUKUNFT Acht Jahrzehnte Entwicklung, technisches Know-how und Wandel: Der Linzer Traditionshersteller Hitzinger, der heute Teil der TECHCO-Gruppe ist, feierte am 10. September sein 80-jähriges Bestehen gemeinsam mit Kunden und Partnern aus der Wasserkraftbranche. Neben dem Blick zurück stand dabei vor allem die Zukunft im Mittelpunkt – mit Einblicken in die Fertigung, aktuellen Technologiethemen und viel Raum für den fachlichen Austausch.

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m 10. September feierte Hitzinger sein 80-jähriges Bestehen gemeinsam mit ca. 50 Kunden, Partnern und Planern sowie Vertretern der Kleinwasserkraftbranche. Seit der Gründung 1946 in Linz hat sich das Unternehmen vom Reparaturbetrieb für Elektromotoren zum international tätigen Spezialisten für elektrische Energiesysteme und Generatoren entwickelt. Bei einer Werksführung erhielten die Gäste Einblicke in Produktion, Montage und Prüfstände – und konnten dabei unmittelbar verfolgen, wie die weitgehend kundenspezifisch gefertigten Generatoren entstehen.

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Generatoren für die Wasserkraft seit 45 Jahren Besonderes Augenmerk galt natürlich der Wasserkraft, für die Hitzinger seit rund 45 Jahren Generatoren entwickelt und fer-

tigt. Fachvorträge spannten den Bogen von aktuellen elektrischen und mechanischen Herausforderungen über Grid-Code-Anforderungen bis hin zu Batteriespeichern, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz in Betrieb und Wartung. Zugleich bot das Jubiläum viel Raum für den Erfahrungsaustausch mit Kunden und Partnern – eine Zusammenarbeit, die bei Hitzinger seit Jahrzehnten auch in die technische Weiterentwicklung einfließt. Ganz im Sinne des Jubiläums betonte im Gespräch auch Geschäftsführer Daniel Huber die Firmenphilosophie: „Die Erfahrung aus 80 Jahren bildet das Fundament für die Zukunft. Gleichzeitig verändern sich Technologien und Anforderungen laufend. Deshalb geht es darum, unser bestehendes Knowhow mit neuen Technologien zu verbinden und die Marke und das Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Fachvorträge aller Art standen auf dem Programm der Jubiläumsfeier, die den rund 50 Teilnehmern ein unterhaltsames Come-Together bot.

Gelebte Partnerschaft mit Respekt: Turbinenbauer EFG (GF Werner Goldberger 4.v.r.) gratuliert dem Jubilar (GF Daniel Huber 2.v.l.).

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„UNSERE STÄRKE LIEGT IM ENGINEERING NACH MASS“

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Mit dem 80-jährigen Firmenjubiläum blickt Hitzinger 2026 auf eine bewegte Unternehmensgeschichte zurück – und richtet den Fokus zugleich klar auf die Zukunft. Nach der Neuaufstellung und der Einbettung in die TECHCO-Gruppe sieht Geschäftsführer Dr. Daniel Huber den traditionsreichen Linzer Elektromaschinenbauer heute wieder auf einem stabilen Fundament. Im Zentrum der Unternehmensstrategie stehen kundenspezifisches Engineering, eine hohe Fertigungstiefe und die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion am Standort Linz. Gerade in einem Markt, in dem Lebenszykluskosten, Revitalisierung und individuelle Anlagenkonzepte zunehmend an Bedeutung gewinnen, sieht Huber darin wesentliche Stärken des Unternehmens. Der Hitzinger-Geschäftsführer spricht mit zek HYDRO über die Neuausrichtung der vergangenen Jahre, die Chancen innerhalb der TECHCO-Gruppe und darüber, wo das Unternehmen bei seinem 90-jährigen Jubiläum stehen soll. zek: Herr Dr. Huber, Hitzinger feiert heuer sein 80-jähriges Bestehen. Wo sehen Sie das Unternehmen heute technologisch und wirtschaftlich positioniert? Huber: Technologisch sind wir hoch spezialisiert auf Anwendungen rund um die elektrische Maschine. Unser Ansatz ist dabei nicht, Standardware aus einem Produktkatalog anzubieten. Ausgangspunkt ist vielmehr die konkrete Anforderung des Kunden: Welche Aufgabenstellung gibt es, wo liegen die Herausforderungen und welche Lösung können wir dafür entwickeln? Darauf sind sowohl unsere Mitarbeiter als auch unsere Fertigungstiefe ausgerichtet. Wirtschaftlich sehe ich Hitzinger nach der Übernahme 2024 wieder sehr solide und stabil aufgestellt. Wir haben eine erfreuliche Auftragslage, die sich auch im Forecast für die kommenden Jahre widerspiegelt. Gerade im Energiebereich profitieren wir derzeit von einer starken Nachfrage. Der Energiebedarf kommt heute aus vielen verschiedenen Richtungen.

zek: Sie haben 2024 die Geschäftsführung in einer Phase des Umbruchs übernommen. Wo lagen seither Ihre wichtigsten Prioritäten? Huber: Ein wesentlicher erster Schritt war die Bereinigung unseres Produktportfolios. Hitzinger war in sehr unterschiedlichen Anwendungen tätig und dabei technisch zwar erfolgreich, wirtschaftlich aber nicht in allen Bereichen. Deshalb war es notwendig, sich von bestimmten Geschäftsfeldern zu trennen und den Fokus wieder stärker auf unsere Kernkompetenzen zu richten. Heute konzentrieren wir uns insbesondere auf Generatoren und kundenspezifische Einzelanwendungen für unterschiedliche Märkte – neben der Wasserkraft etwa Bahn und Marine. Gleichzeitig ging es darum, das Unternehmen nach innen und außen zu stabilisieren: gegenüber der Mannschaft ebenso wie gegenüber Kunden, Lieferanten und Partnern. Damit verbunden war auch eine Anpassung unseres Standorts an die neue Unternehmensgröße mit rund 120 Mitarbeitern.

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Betrachtet man die Lebenszykluskosten eines Generators, zeigen sich die wirtschaftlichen Vorzüge einer Maschine von Hitzinger.

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Aus dieser stabilisierten Situation heraus wollen wir nun wieder vorsichtig wachsen – organisch und aus eigener Kraft, vor allem in jenen Bereichen, in denen unsere Kompetenzen liegen. Entscheidend ist dabei immer die Frage: Was braucht der Markt, und welche neuen Anforderungen entstehen? zek: Hitzinger gilt traditionell als Anbieter kundenspezifischer Lösungen. Ist dieses Engineering nach Maß heute noch ein wesentliches Differenzierungsmerkmal gegenüber stärker standardisierten Anbietern? Huber: Ganz eindeutig. Wer zu Hitzinger kommt, weiß in der Regel, dass er keine reine Standardlösung aus dem Katalog bekommt. Wir können sehr tief in die technischen Anforderungen eines Projekts einsteigen und entwickeln daraus bei Bedarf auch Lösungen, die es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hat. Das zeigt sich auch an unserer Kundenstruktur: Neben großen Turbinenherstellern kommen Energieversorger, Bahngesellschaften und andere Betreiber direkt mit ihren Anforderungen zu uns. Natürlich gibt es einen starken Wettbewerb durch standardisierte Lösungen. Gleichzeitig sehen wir bei Ausschreibungen immer wieder den Trend, dass zu sehr auf die Anschaffungskosten fokussiert wird. Aus unserer Sicht greift das zu kurz. Entscheidend sind letztlich die Lebenszy­ kluskosten und die Frage, wie eine Anlage tatsächlich betrieben wird: In welchen Arbeitspunkten läuft sie, welche Wirkungsgrade werden dort erreicht und welche Anforderungen muss sie über Jahrzehnte erfüllen? Sobald ein Kunde das Gesamtsystem und nicht ausschließlich den Anschaffungspreis betrachtet, bedeutet kundenspezifisches Engineering einen klaren Mehrwert. zek: Gerade bei langlebigen Anlagen können sich Entscheidungen, die ausschließlich auf den Anschaffungspreis abzielen, also erst Jahre später bemerkbar machen?

Werden Anlagen modernisiert, profitieren Betreiber von einer auf die gegebenen Anforderungen maßgeschneiderten Maschine. (KW Möll)

Huber: Genau. Nach fünf oder zehn Jahren kann sich beispielsweise zeigen, dass die Erträge nicht den ursprünglichen Erwartungen entsprechen, weil bei der Auslegung nur ein bestimmter Arbeitspunkt betrachtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt ist die Investition natürlich längst getätigt. Betreiber, die solche Erfahrungen gemacht haben oder sehr nahe am Betrieb ihrer Anlagen sind, betrachten diese Fragen entsprechend differenzierter. Besonders deutlich wird das bei Revitalisierungsprojekten. Im DACH-Raum ist bereits sehr viel Wasserkraft ausgebaut, während die Zahl neuer Projekte gerade im Kleinwasserkraftbereich begrenzt ist. Damit gewinnt die Modernisierung bestehender Anlagen an Bedeutung. Dort muss man gemeinsam mit dem Engineering des Kunden sehr genau prüfen, wie eine neue Maschine in die vorhandenen Gegebenheiten integriert werden kann – etwa hinsichtlich bestehender Fundamente, Schnittstellen oder anderer Anlagenteile. Genau hier spielt kundenspezifisches Engineering seine Stärken aus. zek: Seit 2024 ist Hitzinger Teil der TECHCO-Gruppe. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich daraus? Huber: Die Einbettung in die TECHCO-Gruppe ist für Hitzinger eine große Chance. Wir sind nun Teil einer größeren Unternehmensgruppe und können gleichzeitig als Marke eigenständig bleiben. Innerhalb der Gruppe gibt es Unternehmen, die unter anderem SPS-Lösungen, Schrankbau, mechanische Komponenten sowie Fertigungs- und Automatisierungslösungen anbieten. Daraus ergeben sich Synergien für unsere Produkte, aber auch Möglichkeiten, unsere eigene Fertigung weiterzuentwickeln. Wir haben in den ersten beiden Jahren begonnen, diese Möglichkeiten zu nutzen, und sehen hier noch erhebliches Potenzial. Gleichzeitig bleiben die sechs Unternehmen der Gruppe eigenständige Marken mit ihren jeweiligen Produkten und Märkten. Das Ziel ist nicht, diese Individualität aufzugeben, sondern sich gegenseitig zu stärken. zek: Hitzinger blickt auf eine 80-jährige Geschichte in Linz zurück. Welche Bedeutung hat der traditionelle Standort heute für das Unternehmen? Huber: Man muss offen sagen, dass die Kostenstruktur für einen Industriebetrieb in Österreich heute eine Herausforderung darstellt. Für Hitzinger ist die enge Zusammenarbeit zwischen Engineering und Fertigung allerdings ein zentra-

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können wiederum Lösungen und Erfahrungen entstehen, die sich auf Wasserkraftanwendungen übertragen lassen – etwa bei Speicherlösungen oder bei Anforderungen aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur. zek: Danke für das Gespräch!

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zek: Dafür muss man vermutlich sehr genau verfolgen, wie sich die Anforderungen der Kunden und der Energiemärkte verändern. Ist diese Nähe zum Markt eine besondere Stärke von Hitzinger? Huber: Wir pflegen einen sehr intensiven Kundenkontakt und sind viel bei unseren Kunden und im Markt präsent. Das ergibt sich schon aus unserem Geschäftsmodell: Wenn man keine Standardlösung verkaufen, sondern verstehen möchte, was ein Kunde tatsächlich benötigt, entsteht automatisch ein intensiver Austausch. Dabei geht es nicht nur um das aktuelle Projekt, sondern auch um die Frage, welche Herausforderungen in fünf oder zehn Jahren relevant sein werden. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen durch eine zunehmend dezentrale Energieversorgung oder neue regulatorische Anforderungen. Gleichzeitig profitieren wir davon, dass Hitzinger traditionell in unterschiedlichen Bereichen der Energieversorgung tätig ist. Auch bei Stromversorgungssystemen, die früher stark durch Verbrennungsmotoren geprägt waren, beschäftigen wir uns heute mit erneuerbaren Alternativen, Batteriespeichern oder Wasserstoff. Daraus

Dr. Daniel Huber Geschäftsführer Hitzinger Power Solutions GmbH

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ler Erfolgsfaktor – gerade in unserem kundenspezifischen Projektgeschäft. Deshalb steht die Fertigungsstätte in Linz für uns nicht infrage. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns in der Fertigung nicht weiterentwickeln müssen. Gerade durch die Unternehmen innerhalb unserer Gruppe haben wir viel Kompetenz im Bereich Automatisierung um uns. Wir beschäftigen uns daher intensiv damit, welche neuen Fertigungsmethoden und Automatisierungslösungen sich auch auf den Elektromaschinenbau übertragen lassen. An der engen Verzahnung von Engineering und Fertigung wollen wir aber unbedingt festhalten. zek: Wenn Sie zehn Jahre vorausblicken: Wo möchten Sie Hitzinger beim 90-jährigen Jubiläum sehen? Huber: Ich möchte Hitzinger dann als technologisches Vorreiterunternehmen sehen, das mit seinen Produkten und Dienstleistungen für elektrische Systeme einen Beitrag zur Lösung aktueller gesellschaftlicher und energietechnischer Herausforderungen leistet. Dazu gehört für mich auch, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und entsprechende Lösungen auf den Markt zu bringen.

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POWER. ANYTIME. ANYWHERE.

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INNOVATIVES KDL-VERFAHREN BRINGT NEUES LEBEN IN VERSCHMUTZTE WASSERKRAFTGENERATOREN Das oberösterreichische Unternehmen Egger PowAir Cleaning hat mit dem Cold PowAir KDL-Verfahren ein System entwickelt, dessen Vorzüge bei der Reinigung von sensiblen Maschinen wie Wasserkraftgeneratoren voll zur Geltung kommen. Das KDLVerfahren (kurz für Kalte Druckluft) basiert, wie der Name schon sagt, auf kalter, trockener und vollständig aufbereiteter Druckluft. Dabei gilt das Credo: reinigen, ohne zu zerstören und wirken, ohne Rückstände zu hinterlassen. Elektrische Isolierungen, Wickelköpfe, Kühlkanäle, Anschlüsse oder schwer zugängliche Zwischenräume von Generatoren werden beim KDL-Verfahren ganz ohne Wasser oder chemische Zusätze professionell gereinigt. Damit schafft das patentierte Verfahren auch bei sehr alten Maschinen die Voraussetzungen für eine stabile, sichere und effiziente Stromproduktion. Im Oktober 2024 hat Egger PowAir seine Kompetenz bei der Grundreinigung von fünf knapp 100 Jahre alten Generatoren beim steirischen Traditionskraftwerk Murinsel einmal mehr voll unter Beweis gestellt.

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ie Reinigungsspezialisten von Egger PowAir Cleaning, deren Europazentrale sich im oberösterreichischen Mondsee befindet, haben das KDL-Verfahren im Jahr 2009 konzipiert, seither wird es konsequent weiterentwickelt. Mit über 4.000 erfolgreich absolvierten Projekten verfügen die Oberösterreicher über ein äußerst breites Erfahrungsfundament. Neben dem Wasserkraft- und Energiesektor sind die Branchenspezialisten auch für eine Vielzahl renommierter Kunden in den Bereichen Industrie, Mobilität, Pharma und Elektronik aktiv. Die große Bandbreite der unterschiedlichen Einsatzbereiche beweist, dass das innovative Verfahren überall dort gefragt ist, wo sensible Technik, hohe Anlagenverfügbarkeit und sichere Prozesse oberste Priorität haben. Als hochmobiler Dienstleister ist Egger PowAir stets direkt bei den Kundenanlagen aktiv – und das 24/7 in ganz Europa. Gute Gründe für KDL-Verfahren Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum das KDL-Verfahren besonders gut für die Reinigung und Instandhaltung von Wasserkraftgeneratoren geeignet ist. Das elektrische Innenleben von Generatoren reagiert naturgemäß äußerst empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Da das KDL-Verfahren ausschließlich mit kalter, trockener Druckluft funktioniert, besteht keinerlei Risiko von Kurzschlüssen oder Korrosion. Generatorkomponenten wie Wicklungen und Rotorpole sind bekannt-

lich hochsensible Bauteile. Das KDL-Verfahren reinigt absolut zerstörungsfrei und ohne mechanische Kontakte, wodurch Isolierschichten und Elektronikbauteile nicht der Gefahr von Beschädigungen ausgesetzt sind. Im Gegensatz zu klassischen Reinigungsmethoden werden keine Lösungsmittel oder Chemikalien eingesetzt. Somit müssen nach dem Reinigungsprozess auch keine Fremdstoffe oder Granulat-Rückstände mit großem Aufwand aus schwer zugänglichen Zwischenräu© zek Archiv

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Beim Traditionskraftwerk Murinsel in der Steiermark waren die Reinigungsspezialisten von Egger PowAir im Oktober 2024 im Einsatz.

Die bald 100 Jahre alten Generatoren vor dem KDL-Verfahren.

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Die Rotorwicklungen glänzen nach dem KDL-Verfahren wie neu.

men oder Luftschlitzen entfernt werden. Die Druckstufen, die beim KDL-Verfahren zur Anwendung kommen, reichen von 0,1 bar bis hin zu 24 bar. Damit kann das bestens geschulte Fachpersonal von ­Egger PowAir sowohl hochempfindliche Elektronikkomponenten als auch widerstandsfähige Bauteile wie Gussformen optimal reinigen. Bei der Anwendung des KDLVerfahrens dringt die eiskalte Luft mit über 1.000 km/h durch Mikro-Risse in die Verunreinigungen ein. Beim Kontakt mit der Oberfläche dehnt sich die Luft um das 760-Fache aus. Somit werden Verschmutzungen rückstandsfrei vom Untergrund abgelöst – ganz ohne Abrasion oder Beschädigungen. Zudem erfüllt das Verfahren sämtliche Anforderungen der europäischen ATEX-Richtlinie und ist somit auch für den Einsatz in explosionsgeschützten Kraftwerksbereichen qualifiziert.

Referenzen und die Hochvolt-Ausbildung unserer Mitarbeiter waren überzeugende Gründe, den Auftrag an Egger PowAir zu vergeben“, betont KDL-Spezialist Alphonse Brandstätter. Nach der Evaluierung des Arbeitsaufwands vor Ort und der gründlichen Planung sollte das Projekt innerhalb einer Woche im Oktober 2024 durchgeführt werden.

Projekt in steirischem Kraftwerks-Oldie Vor zwei Jahren hat Egger PowAir seine Kompetenz in der Maschinenhalle des geschichtsträchtigen Wasserkraftwerks Murinsel im steirischen Bruck an der Mur unter Beweis gestellt. Im Auftrag der Stadtwerke Bruck an der Mur wurden die Branchenspezialisten für die Grundreinigung von fünf knapp 100 Jahre alten Drehstrom-Synchrongeneratoren engagiert. „Nicht jedes Unternehmen ist in der Lage, ein anspruchsvolles Projekt wie dieses umzusetzen. Wir haben schon vor dem Einsatz beim Kraftwerk Murinsel sehr viele alte Wasserkraftgeneratoren mit dem KDL-Verfahren wieder auf Vordermann gebracht. Diese

Maschinen wieder top in Schuss Damit die entfernten Verunreinigungen wie Fett- und Ölrückstände, Abrieb und Staub nicht die elektromechanischen Einrichtungen im Krafthaus verschmutzen, wurden die einzelnen Generatoren mit je 7 m langen, 5 m breiten und 2 m hohen Einhausungen versehen. Mit dem kombinierten Einsatz von zwei leistungsstarken Absauganlagen wurde der entfernte Schmutz individuell von den gereinigten Bauteilen abgesaugt. Das KDL-Verfahren kam von den Erregermaschinen über die Wicklungen bis hin zu den Statoren über die komplette Generatorperipherie hinweg zum Einsatz. Dank der professionellen Spezialreinigung herrschen wieder optimale Bedingungen, damit die Maschinen trotz ihres fortgeschrittenen Alters mit maximaler Effizienz Ökostrom produzieren können. „Die Kraftwerksbetreiber waren mit unseren durchgeführten Leistungen und dem Endergebnis sehr zufrieden. Der erfolgreiche Projektabschluss beweist einmal mehr, wie das KDL-Verfahren auch sehr alte Generatoren wieder top in Schuss bringt“, so Alphonse Brandstätter.

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Von Grund auf gereinigter Generator und Erregermaschine

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©©alle alleBilder: Bilder:Gepper Bilfingert

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Der rund 60 Tonnen schwere Stator wird aus der Montagehalle gehoben.

BILFINGER ERNEUERT AM INNKRAFTWERK ROSENHEIM DREI GENERATOREN FÜR VERBUND HYDRO POWER Direkt am Inn, in der oberbayerischen Gemeinde Rohrdorf, liegt das Innkraftwerk Rosenheim der VERBUND Hydro Power GmbH. Die zwischen 1957 und 1960 errichtete Anlage verfügt über drei vertikale Maschinensätze und eine Gesamtleistung von 35,1 MW. Im Regeljahr erzeugt das Kraftwerk rund 179,6 GWh Strom aus Wasserkraft. Seit 2023 modernisiert Bilfinger die Generatoren der Anlage schrittweise. Der Leistungsumfang umfasst die vollständige Erneuerung der Statoren einschließlich Blechpaket und Wicklung, die Überarbeitung der Polräder mit jeweils 68 neu gefertigten Polen, den Umbau auf bürstenlose Erregung sowie die Erneuerung des Bremssystems. Die Dimensionen der Hauptkomponenten geben einen Eindruck von den Anforderungen: Der Stator misst rund zehn Meter im Durchmesser und wiegt etwa 60 Tonnen, das Polrad rund 90 Tonnen.

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ie Stahlteile des Stators wurden zunächst angeliefert und in einer Montagehalle am Kraftwerk zusammengefügt. Dort erfolgten die erforderlichen Bearbeitungen und die Montage der elektrischen Wicklung. Der Stator entstand damit weitgehend vor Ort in unmittelbarer Nähe zu seinem späteren Einbauort. Nach Abschluss der Montage- und Wicklungsarbeiten wurde der rund 60 Tonnen schwere Stator aus der Montagehalle auf das Kraftwerksgelände gehoben. Hierfür kamen die vorhandenen Portalkräne des Kunden und zwei schwere Autokräne zum Einsatz. Eine speziell gefertigte Schwerlasttraverse unterstützte dabei die sichere Handhabung der großen und zugleich empfindlichen Komponente. Sie wurde auf das Gewicht und die Geometrie des Stators sowie die Bedingungen vor Ort abgestimmt. Bei einer Komponente dieser Größe spielt auch das Wetter eine Rolle. Für den Hub mussten geeignete Windverhältnisse und ein entsprechendes Zeitfenster

zusammenkommen. Anschließend wurde der Stator auf einer freien Fläche des Kraftwerksgeländes abgesetzt, witterungsgeschützt verpackt und zwischengelagert. Sanierung des Polrades Nach Abschluss der Arbeiten am Stator begann die Sanierung des Polrades. Das rund 90 Tonnen schwere Bauteil basiert auf einer Stahlbaukonstruktion aus den 1960er-Jahren. Ziel war es, die bestehende Konstruktion technisch zu ertüchtigen und ihre Lebensdauer für die kommenden Betriebsjahrzehnte zu sichern. Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme war die vollständige Erneuerung der 68 Pole. Darüber hinaus wurde die Stahlkonstruktion umfassend untersucht. Mithilfe von Finite-Elemente-Analysen (FEM) ermittelte das Projektteam die Bereiche mit den höchsten Belastungen und Spannungskonzentrationen. Auf dieser Grundlage konnten die nachfolgenden Prüfungen

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waren. Bestehende Schweißverbindungen wurden bewertet, überarbeitet und teilweise nach heutigen technischen Standards nachgeschweißt. So konnte die Konstruktion gezielt verstärkt werden, ohne ihre grundlegende Struktur zu verändern. Nach Abschluss der Prüf- und Instandsetzungsarbeiten erhielt der Polradstern einen vollständig neuen Korrosionsschutz. Damit ist die Stahlkonstruktion langfristig gegen Umwelteinflüsse geschützt und für die kommenden Betriebsjahre gerüstet. Auch die Tragbrücke sowie weitere konstruktive Bauteile wurden überprüft und bei Bedarf instandgesetzt. Verkleidungs- und Stahlbauelemente erhielten zudem einen neuen Korrosionsschutz.

gezielt auf besonders beanspruchte und sicherheitsrelevante Zonen konzentriert werden. Für die Untersuchung der Schweißverbindungen wurde der bestehende Korrosionsschutz an den relevanten Stellen zunächst mittels Laser-Entlackung entfernt. Die freigelegten Schweißnähte konnten anschließend zerstörungsfrei auf Risse, Materialermüdung und weitere Unregelmäßigkeiten geprüft werden. Die Ergebnisse zeigten, wo Anpassungen an der historischen Stahlkonstruktion erforderlich

Interdisziplinäre Stärke als Erfolgsfaktor Die Modernisierung vereint unterschiedlichste Fachdisziplinen, von Engineering und FEM-Berechnung über zerstörungsfreie Prüfung und Laservermessung bis hin zu Schwerlastlogistik und Montage. Insbesondere die Kombination aus neu gefertigten Komponenten und Bestandsbauteilen stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Das Projekt zeigt, welches Potenzial in der Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen steckt. Durch Berechnung, Prüfung und gezielte Instand-

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Auf dem Kraftwerksgelände wird der fertig montierte Stator durch die zwei Autokräne zur Zwischenlagerung transportiert.

Passgenauigkeit zwischen Alt und Neu Eine besondere Herausforderung lag im Zusammenspiel von neu gefertigten Komponenten mit den bestehenden Bauteilen aus den 1960er-Jahren. Beim Wiedereinbau mussten Maßhaltigkeit und Passgenauigkeit stimmen: Mehrere tausend Schraubverbindungen wurden erneut montiert, und die Bohrungsbilder von Alt- und Neuteilen mussten exakt übereinstimmen. Dafür wurde der Bestand vermessen und die Montage entsprechend vorbereitet. Besonders deutlich wurde die erforderliche Genauigkeit bei der Ausrichtung von Stator und Polrad. Zwischen dem feststehenden Stator und dem rotierenden Polrad musste ein gleichmäßiger Luftspalt eingehalten werden. Das Bilfinger-Team kontrollierte ihn mit langen Fühlerlehren und stellte die Position des Polrads innerhalb des Stators schrittweise ein. Die zulässigen Abweichungen lagen dabei im Zehntelmillimeterbereich.

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Das rund 90 Tonnen schwere Polrad wird nach der Sanierung in den Maschinensatz eingebracht.

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Präzisionsarbeit im Inneren des Generators: Stator und Polrad werden im Zehntelmillimeterbereich zueinander ausgerichtet.

setzung können bewährte Konstruktionen weiter genutzt und zugleich an heutige Anforderungen angepasst werden. Für Projektleiter Tobias Döring liegt genau darin der besondere Reiz des Projekts: „Eine Teilerneuerung bringt unglaublich vielfältige technische Herausforderungen mit sich, was ein Projekt

dieser Art für mich besonders spannend macht. Dass wir dabei so eng mit dem Projektteam der VERBUND Hydro Power GmbH und dem Betriebsteam vor Ort zusammenarbeiten, trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Gemeinsam können wir die Herausforderungen effizient meistern.“

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Wenn sich Betreiber von Wasserkraftwerken auf die Suche nach einem kompetenten und zuverlässigen Partner für die Revision von Generatoren begeben, dann sind sie bei der Gebrüder Meier AG­definitiv an der richtigen Adresse. Die im Kanton Zürich ansässigen Branchenspezialisten sind ein Garant für maßgeschneiderte Modernisierungskonzepte, die auch Maschinen mit vielen Betriebsstunden wieder neues Leben einhauchen. Seit der Unternehmensgründung vor bald 110 Jahren zählen Diagnose, Revision, Reparaturen und Neuwicklungen von Generatoren jeder Art und aller Hersteller zum Kerngeschäft des Unternehmens. Im zek HYDRO-Interview erläutern Techniker der Gebrüder Meier AG, worauf es ankommt, um ältere oder defekte Generatoren wieder in einen Top-Zustand zu versetzen.

Innenansicht einer demontierten Erregermaschine in der Werkstätte der Gebrüder Meier AG in Regensdorf im Kanton Zürich.

stellen, sondern den Wirkungsgrad oder die Nennleistung des Generators signifikant zu steigern? Gebrüder Meier: Durch Anpassungen bei den Stator- oder Rotorwick­lungen können deutliche Verbesserungen sowohl in thermischer als auch in elektrischer Hinsicht erreicht werden. Je nachdem, welche Bauteile abgeändert werden, ist die Verbesserung der Nennleistung bzw. des Wirkungsgrads deutlich zu erkennen. Die Auswahl höherwertiger Materialien kann die Effekte weiter verbessern. Allerdings ist ein Verständnis des Gesamtsystems einer Maschine notwendig, um zielgerichtet die richtigen Maßnahmen zu treffen. zek: Neben der Wicklung altert auch der Blechpaketschnitt. Unter welchen Kriterien entscheiden Sie sich für eine Teil- oder Kompletterneuerung des Stator- oder Läuferblechpakets? Gebrüder Meier: Bei der Wiederverwendung sollte man grundsätzlich in zwei unterschiedlichen Dimensionen denken: ein nach Prüfung und Kontrolle für gut bewertetes Blechpaket ist naturgemäß die kosten- und zeitgünstigste Variante. Al-

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zek: Welche Diagnose- und Messverfahren setzen die Gebrüder Meier ein, um den Revitalisierungsbedarf eines alternden Generators zu bestimmen? Gebrüder Meier: Wir setzen hier verschiedene Verfahren ein, um die unterschiedlichen Arten von Alterungen bewerten zu können. Dabei kommen mehrheitlich elektrische Messungen zum Einsatz. Dazu gehören einfache Tests wie der Isolationswiderstand und Wicklungswiderstände, aber auch komplexere Methoden wie Stoßspannungsprüfung, Fehlerstrom-, Verlustfaktor- und Teilentladungsmessung. Aus diesen werden dann die charakteristischen Kennzahlen ermittelt und eine zeitbasierte Auswertung erstellt. Ergänzt werden die elektrischen durch mechanische Messungen. Dazu gehören Vibrations- und Stoßimpulsmessungen, Lageranalysen und Wellenschwingungen, je nach Maschinentyp. zek: Die Isolationsklasse von Wicklungen hat sich über die Jahrzehnte stark verbessert. Wie nutzen Sie moderne Isolationsmaterialien (z. B. Epoxidharz-Glimmer-Systeme), um die thermische und elektrische Lebensdauer der alten Maschinen bei einer Neuwicklung zu maximieren? Gebrüder Meier: Die Auslegung des modernen Isolationssystems kann gegenüber den älteren Isolationssystemen konservativ erfolgen. Das gilt sowohl im Hinblick auf die elektrische als auch auf die thermische Belastung. Eine Berücksichtigung der Aufstellung der Maschine wird ebenso betrachtet. Gerade bei Maschinen, die für eine Betriebsperiode von 40 bis 60 Jahren ausgelegt sind, ist der Isolationsaufbau maßgebend für die Erreichung verantwortlich und wird bei korrekter Ausführung mit neuen Isolationssystemen sogar übertroffen. zek: Oft existieren für jahrzehntealte Generatoren keine Originalpläne mehr. Wie läuft bei Ihnen der Prozess des Reverse Engineerings ab, um passgenaue Komponenten neu zu fertigen? Gebrüder Meier: Zuallererst gilt es, die „Echtmasse“ aufzunehmen und die Funktionen der einzelnen Baugruppen zu verstehen. Basierend auf der funktionsbasierten Analyse werden dann neue Bauteile konstruiert und dem heutigen Stand der Technik und Fertigungsmöglichkeiten angepasst. Schließlich erfolgt deren Fertigung und Qualitätskontrolle nach aktuellen Normen und Richtlinien. zek: Inwieweit gelingt es Gebrüder Meier in der Regel, durch eine Revitalisierung nicht nur den Ist-Zustand wiederherzu-

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GEBRÜDER MEIER AG BRINGT ÄLTERE GENERATOREN SEIT ÜBER 100 JAHREN WIEDER TOP IN SCHUSS

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Revidierter und neugewickelter Stator

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Generator-Schleifring nach einem Wasserschaden

lerdings ist dann die Nutform gegeben und kann nicht weiter optimiert werden. Inwiefern ein komplett neues Blechpaket mit optimiertem Nutschnitt für den zukünftigen Betrieb technische und finanzielle Vorteile bringt, ist nur in enger Abstimmung mit dem Kunden zu bewerten. Auch ist stets zu bedenken, dass sich die Blechfertigung und die Qualität von Elektroblechen kontinuierlich weiterentwickelt hat. zek: Eine Revitalisierung betrifft meist auch die Peripherie. Wie integrieren Sie moderne Erregereinrichtungen, digitale Regler und Online-Zustandsüberwachungssysteme (Condition Monitoring) in bestehende, ältere Anlagenstrukturen? Gebrüder Meier: Auch hier ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und uns enorm wichtig. Jeder Betreiber hat seine bevorzugten Hersteller und möchte diese im Rahmen des Tauschs der Peripherien berücksichtigen. Auf der technischen Seite bauen wir aktuell viele Generatoren von bestehenden DC-Erregermaschinen auf bürstenlose AC-Erregermaschinen um. In dieser Umbauphase wird mehrheitlich auch auf einen digitalen Spannungsregler gewechselt. Beide Maßnahmen stellen eine deutlich erhöhte Betriebssicherheit für die Maschinen in den folgenden Betriebsperioden dar. Da moderne Systeme

Revision eines Gleitlagers in der Werkstatt

meist weniger Platzbedarf haben, sind die baulichen Maßnahmen von untergeordneter Rolle und werden oftmals durch den Kunden selbst durchgeführt. zek: Ab welcher Baugröße bzw. unter welchen Bedingungen führen Sie die komplette Revitalisierung direkt beim Kunden im Kraftwerk durch, statt den Generator in Ihre Werkstatt zu transportieren? Gebrüder Meier: Die Revitalisierungsmaßnahmen können sowohl beim Kunden als auch in der Werkstatt durchgeführt werden. Die Entscheidung wird mit dem Projektumfang und unter Berücksichtigung aller Randparameter definiert. Wenn beispielsweise der Anlagenstandort für andere Arbeiten (z. B. Korrosionsschutzmaßnahmen) leer sein sollte, dann werden die Arbeiten im Werk bevorzugt. Im Weiteren sind die Transportmaße und Gewichte entscheidend. Als Faustformel gilt: Alles, was kein Schwer- oder Großraumtransport ist, geht ins Werk. zek: Ausfallzeiten sind für Kraftwerksbetreiber extrem kostspielig. Mit welchen Methoden sorgen die Gebrüder Meier für eine möglichst kurze Ausfallszeit während des Umbaus? Gebrüder Meier: Eine genaue Untersuchung bzw. Diagnose der Maschine und deren Komponenten ist Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Ablauf. Basierend auf den Ergebnissen werden vorhandene Ersatzteile bewertet und falls notwendig aufgefrischt bzw. rechtzeitig und in ausreichender Stückzahl vorgefertigt. Im Zusammenspiel mit erfahrenen Monteuren ist dies die Grundlage für möglichst kurze Betriebsunterbrechungen. Und sollte dennoch mal was schiefgehen, so haben wir ein großes Netzwerk an Zulieferern und Partnern, die uns in solchen Fällen zusätzlich zur Verfügung stehen. zek: Bei der Demontage historischer Maschinen treten oft unerwartete Schäden zutage. Wie flexibel ist Ihre Werkstatt-In­ frastruktur, um spontane mechanische Nacharbeiten (z. B. Wellen-Einschrumpfen, Lagermodifikationen) ohne Verzögerung aufzufangen? Gebrüder Meier: Auf Grund der Fertigungstiefe und des großen Netzwerkes an geeigneten Partnern ist die Durchführung von Zusatzarbeiten im Revisionsfall grundsätzlich realisierbar. zek: Ab wann ist ein Retrofit eines Generators wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll? Gebrüder Meier: Hier können wir dem Kunden lediglich beratend zur Seite stehen, denn zu viele Parameter spielen in diese kaufmännische Betrachtung mit rein. Sobald die Kosten für ein Retrofit die Kosten eines neu produzierten Generators erreichen, ist eine Gesamtbetrachtung anzuraten. Sollten kritische Bauteile (z. B. Generatorwelle) bereits Alterungsschäden aufweisen, muss der Aufwand im Detail angeschaut werden. Zusätzlich spielen die Lieferzeit oder auch zukünftige Anforderungen eine große Rolle. zek: Welche abschließenden Qualitätstests und Probeläufe durchläuft ein revitalisierter Generator in Ihrem hauseigenen Prüffeld, bevor er wieder ans Netz geht? Gebrüder Meier: Je nach Maschinengröße werden alle Prüfungen, die innerhalb der Normen gefordert sind, im Werk durchgeführt. Meist erfolgen weitere Prüfungen auf der Anlage selbst, da erst dort die volle Peripherie für den Nachweis der Leistungsfähigkeit zur Verfügung steht. zek: Welche Gewährleistungen geben Sie auf Ersatzkomponenten und mit welcher zusätzlichen Betriebsdauer (in Jahren oder Betriebsstunden) kann ein Betreiber nach einem Gebrüder-Meier-Upgrade kalkulieren? Gebrüder Meier: Die gesetzliche Gewährleistung beträgt in der Regel 12 Monate auf die erneuerten Komponenten. Darü-

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Generator-Rotor nach der Revision

ber hinausgehende Garantiefristen werden in den einzelnen Projekten gesondert betrachtet und gehen bis zu 3 Jahren. Aus unserer Erfahrung heraus sind die Maschinen nach der Revitalisierung für die nächste Betriebsperiode (je nach Maschinentyp zwischen 10 und 20 Jahren) bereit. zek: Das Wissen über alte elektrische Maschinen ist hochspezialisiert. Wie sichern Sie den Wissenstransfer von erfahrenen Wicklern und Ingenieuren auf die nächste Generation in Ihrem Unternehmen? Gebrüder Meier: Wissenstransfer ist ein entscheidender Faktor in der heutigen Zeit. Neben der klaren Dokumentation des Wissens ist es notwendig, auch das richtige Personal auszubilden, zu rekrutieren und zu entwickeln. Deshalb bilden wir Lehrlinge aus, bilden sie später fachlich weiter und versuchen, diese in den betrieblichen Ablauf zu integrieren, damit wir das vorhandene Wissen teilen können.

zek: Angesichts der Energiewende und des Ausbaus von Pumpspeicherkraftwerken: Welche veränderten technologischen Anforderungen (z. B. häufigere Start-Stopp-Zyklen, Phasenschieberbetrieb) kommen bei der Revitalisierung heute auf Sie zu? Gebrüder Meier: Die Betriebsarbeiten der Maschinen haben sich stellenweise komplett geändert. Gerade die Start-StoppZyklen spielen dabei eine (negative) Rolle. Sie lassen die Isolationen, die Lagerung der Maschinen und auch andere Komponenten beschleunigt altern – oder sie sind einem gesteigerten Verschleiß unterworfen. Aus diesem Grund versuchen wir bei der Neuauslegung auf solche Umstände einzugehen und Alterungen bzw. dem Verschleiß durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Interessant ist auch zu beobachten, dass sich der Bedarf an Blindleistung von induktiver Last auf kapazitive Last verschieben kann.

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Generator-Rotor vor der Revision

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Der steirische Traditionshersteller ELIN Motoren hat in den letzten Jahren das Leistungsportfolio der Generatoren bis auf 50 MW erweitert.

„IN BESTEHENDEN WASSERKRAFTWERKEN STECKT ERHEBLICHES POTENZIAL“ Generatoren für Wasserkraftwerke zählen zu den langlebigsten elektrischen Maschinen überhaupt. Doch veränderte Netzanforderungen, flexiblere Betriebsweisen und die zunehmende Digitalisierung stellen heute neue Anforderungen an ihre Auslegung und ihren Betrieb. Für ELIN Motoren gewinnt damit neben dem Neumaschinengeschäft vor allem die Modernisierung und Revitalisierung bestehender Anlagen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig hat das Unternehmen sein Wasserkraftportfolio in den vergangenen Jahren technologisch ausgebaut – von Permanentmagnetgeneratoren für kleinere Leistungen bis hin zu Synchronmaschinen im Leistungsbereich von 50 MW. Im Gespräch mit zek HYDRO erläutert Christian Fauland, Director Business Division Power Plants bei ELIN Motoren, wo die größten Potenziale im Anlagenbestand liegen, wann sich eine Revitalisierung gegenüber einem neuen Generator rechnet und welche Rolle moderne Simulation, Condition Monitoring und neue Materialien dabei spielen. Außerdem spricht er darüber, wie die Zugehörigkeit zum Voith-Konzern die technologischen und internationalen Möglichkeiten von ELIN erweitert hat. zek: Herr Fauland, wo sehen Sie ELIN Motoren heute? Fauland: ELIN hat über 130 Jahre Erfahrung, wir werden nächstes Jahr das 135. Jubiläum begehen. Wir beschäftigen uns seit damals mit dem Bau von elektrischen Maschinen und sind nach unserer Einschätzung auch als etablierter Anbieter von Generatoren für Wasserkraftanlagen sehr bekannt. Daneben bauen wir elektrische Maschinen für ganz viele andere Industriebereiche. Wir haben über 200 Wasserkraftgeneratoren im Feld, vorwiegend in Europa, und decken damit ein sehr breites Spektrum ab: von Neubauten auf der grünen Wiese bis hin zur Modernisierung bzw. Revitalisierung. zek: Wo sehen Sie dabei Ihre spezifischen Stärken? Fauland: Unsere Stärke sehen wir ganz klar im Bereich kundenspezifischer Lösungen – dort, wo Engineering gefragt ist und Maschinen auf Basis konkreter Spezifikationen auszulegen sind. Was es bei ELIN nicht gibt, ist klassische Katalogware ohne Spezifikation. Gerade bei Service, Upgrades und Revitalisierungen spielt das eine große Rolle, weil die Maschine an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden muss.

zek: Was bedeutet der steigende Stellenwert der Wasserkraft für ELIN konkret? Fauland: Wir haben uns speziell in den letzten vier bis fünf Jahren technologisch weiterentwickelt. Wir haben etwa stark in das Thema Permanentmagnetmaschinen investiert und diese in unser Technologieportfolio aufgenommen. Im Hinblick auf die Wasserkraft betrifft das im Speziellen Compact Hydro. Auf der anderen Seite des Leistungsspektrums haben wir unser Generatorportfolio bis zu einer Maschinenleistung von 50 MW ausgebaut. Insofern wird schon deutlich, dass die Wasserkraft für ELIN ein strategisch wichtiger Marktbereich ist. zek: Was hat sich für ELIN verändert, seit man Teil der VoithGruppe geworden ist? Welche Synergieeffekte haben sich damit eröffnet? Fauland: Wir sind heute Teil von Voith Turbo und gehören somit zum Voith-Konzern. Rechtlich gesehen sind wir weiterhin eine eigenständige Gesellschaft, und die Marke ELIN Motoren wird eigenständig am Markt geführt. Im Geschäftsbereich Turbo ist ELIN das Kompetenzzentrum für elektrische Maschinen. Die Verantwortung für Entwicklung und Konstruktion der

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Wasserkraftgeneratoren zählen zu den langlebigsten elektrischen Maschinen überhaupt. Generatoren von ELIN stehen dafür exemplarisch.

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Als Teil von Voith Turbo kann ELIN heute interessante Synergiemöglichkeiten nutzen, tritt aber weiterhin eigenständig am Markt auf.

zek: Worauf kommt es an, damit Wasserkraftgeneratoren über Jahrzehnte zuverlässig betrieben werden können? Fauland: Entscheidend ist eine solide, robuste Grundkon­ struktion mit ausreichenden thermischen und mechanischen Reserven. Eine Maschine, die im Nennbetrieb permanent an ihrer thermischen Belastungsgrenze arbeitet, wird tendenziell schneller altern. Das betrifft insbesondere die Wicklung und ihr Isolationssystem. Ob eine Wicklung beispielsweise dauerhaft mit 130 oder mit 100 Grad betrieben wird, macht über Jahrzehnte einen erheblichen Unterschied. Auch ausreichende Sicherheitsfaktoren und geringe Schwingungsbelastungen wirken sich unmittelbar auf die Lebensdauer aus. Wasserkraftgeneratoren zählen schließlich zu den langlebigsten elektrischen Maschinen überhaupt. Im Service sehen wir Anlagen, die nach 80 oder sogar 100 Jahren noch immer über eine intakte Grundkonstruktion verfügen. Voraussetzung dafür sind eine robuste ursprüngliche Auslegung und regelmäßige Wartung. zek: Sanieren, modernisieren oder komplett erneuern: Wann ist der Austausch eines Generators sinnvoller als eine Revitalisierung? Fauland: Das lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern muss für jede Maschine individuell bewertet werden. Entscheidend ist zunächst der Zustand der Grundsubstanz. Die Wicklung ist einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen und wird bei einer größeren Modernisierung häufig erneuert. Sind Blechpaket, Rotor, Welle und mechanische Grundstruktur dagegen noch in gutem Zustand, lässt sich mit einer Neuwicklung und der Modernisierung einzelner Komponenten oft eine technisch und wirtschaftlich attraktive Lösung erzielen – zudem meist deutlich schneller als mit einem kompletten Austausch. Ein neuer Generator wird vor allem dann interessant, wenn auch die Grundstruktur Alterungserscheinungen oder Schäden aufweist. Darüber hinaus sollte man immer das Gesamtsystem betrachten: Muss beispielsweise auch die Turbine aufgrund eines veränderten Wasserdargebots modernisiert werden oder besteht Potenzial für mehr Leistung und einen höheren Wirkungsgrad, kann eine umfassendere Erneuerung sinnvoll sein. Viele Wasserkraftwerke verfügen über eine sehr gute Bausubstanz, bestehende Wasserrechte und Netzanschlüsse. Zusätzliche Erzeugung durch Modernisierung und Revitalisierung zu erschließen, ist daher häufig einfacher und wirtschaftlicher als ein Kraftwerksneubau. zek: Wie schätzen Sie den Markt für Revitalisierungen ein – und wie ist ELIN speziell dafür aufgestellt?

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Generatoren ist unverändert bei uns im Haus in Weiz. Voith Hydro ist für uns eine Schwesterdivision und zugleich Partner für gemeinsame Projekte. Daneben arbeiten wir weiterhin mit allen anderen Turbinenbauern und Endkunden zusammen. Durch die Nähe zu Voith Hydro ergeben sich aber interessante Synergien. Waren wir früher stark auf Europa konzentriert, eröffnet sich für uns dadurch ein Zugang zum globalen Markt. Gleichzeitig können wir auf Know-how und den ExpertisenPool unserer Schwesterdivision zurückgreifen. Gerade bei unseren jüngsten Entwicklungen und dem Technologiesprung auf 50 MW haben wir davon profitiert. zek: Welche Bedeutung nehmen dabei die Permanentmagnetgeneratoren ein? Fauland: Permanentmagnetgeneratoren – kurz PMGs – sind grundsätzlich eher für den unteren Leistungsbereich von wenigen 100 Kilowatt bis etwa 1 bis 2 Megawatt geeignet. Die Technologie bietet sich dort an, wo es um hohe Polzahlen und niedrige Drehzahlen geht. Dafür kann die Permanentmagnetmaschine eine sehr gute und kompakte Lösung bieten. Sie braucht keine externe elektrische Erregermaschine und erreicht einen sehr guten Wirkungsgrad. Wir beschäftigen uns bereits seit einigen Jahren intensiv mit dieser Technologie. Erste Permanentmagnetmaschinen haben wir für Mining-Anwendungen und eine kleinere Windgenerator-Serie entwickelt. Später kamen der StreamDiver sowie gemeinsam mit Voith Anwendungen für Schiffsantriebe hinzu. In der Wasserkraft ist der StreamDiver vor allem für niedrige Fallhöhen und Standorte interessant, an denen konventionelle Kraftwerkskonzepte wirtschaftlich an ihre Grenzen stoßen. Ein typischer Einsatzbereich sind beispielsweise Schleusen, wie man sie häufig in Nordamerika vorfindet. Der große Vorteil liegt darin, dass sich der bauliche Aufwand und damit die Gesamtkosten reduzieren lassen. zek: Welche Parameter sind bei der Auslegung eines Wasserkraftgenerators entscheidend? Fauland: Am Anfang stehen natürlich die drei Grundparameter Leistung, Spannung und Drehzahl. Sie allein definieren eine Maschine aber noch lange nicht. Gerade in Mitteleuropa spielen heute die jeweiligen Netzanschlussbedingungen und Grid Codes eine zentrale Rolle. Zwei Maschinen mit identischen Nennwerten können daher je nach Netzanforderungen unterschiedlich ausgelegt sein. Hinzu kommen das Betriebsprofil – insbesondere im Hinblick auf einen zunehmend flexiblen Betrieb – sowie die Kühlbedingungen. Bei Vertikalmaschinen sind außerdem die mechanischen Belastungen und speziell die Axialkräfte entscheidend. All diese Faktoren müssen in die Auslegung einfließen.

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Die Stärke von ELIN Motoren liegt in kundenspezifischen Lösungen. Das Wasserkraftportfolio reicht von Asynchrongeneratoren bis zu PMGs und Synchrongeneratoren. Im Bild: Asynchronmotoren von ELIN für die Pumpfunktion im PSKW Dießbach in Salzburg.

© illwerke vkw

Fauland: Gerade im DACH-Raum ist die Wasserkraft stark ausgebaut, entsprechend viele Anlagen haben bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht. Gleichzeitig sind Neubauprojekte in Mitteleuropa aufgrund langer Planungs- und Genehmigungsverfahren zunehmend schwierig umzusetzen. Damit gewinnen Refurbishment, Revitalisierung und Upgrades weiter an Bedeutung – nicht nur, um Anlagen fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen, sondern auch, um Leistung und Effizienz zu steigern und sie an veränderte Betriebsbedingungen anzupassen. ELIN verfügt dafür sowohl im Service als auch im Gesamtmaschinengeschäft über eigene Spezialisten. Am Anfang steht üblicherweise eine Inspektion mit Zustandsbewertung. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam mit dem Kunden ein technisch und wirtschaftlich sinnvolles Modernisierungskonzept und begleiten anschließend dessen Umsetzung. zek: Wenn man es rein auf das Technische herunterbricht: Wo sehen Sie die größten Optimierungspotenziale bei bestehenden Anlagen? Fauland: Grundsätzlich muss man zwischen zwei Bereichen unterscheiden. Zum einen gibt es Maßnahmen, die vor allem Verfügbarkeit und Lebensdauer erhöhen. Dazu zählen neue Isolationssysteme, die Modernisierung der Erregung sowie moderne Schutz- und Leittechnik. Zum anderen ermöglichen heutige Materialien und Berechnungsmethoden weitergehende Optimierungen. Mit modernen Simulationsverfahren können wir elektrische und mechanische Auslegung ebenso wie Kühlung und Belüftung wesentlich präziser berechnen als noch vor 30 oder 40 Jahren. Dadurch lassen sich aus demselben Bauraum mitunter mehr Leistung und höhere Wirkungsgrade erzielen. Ein signifikantes Up-Rating erfordert allerdings einen umfassenderen Blick auf die Gesamtanlage. Es reicht nicht, nur den Generator zu optimieren: Turbine, Wasserdargebot und Netzanbindung müssen die zusätzliche Leistung ebenfalls ermöglichen. Grenzen setzen häufig die bestehende bauliche Struktur und insbesondere der verfügbare Generator-Pit. Eine Neuwicklung allein dient daher primär der Verfügbarkeit und Lebensdauer – eine echte Leistungssteigerung muss wesentlich umfassender gedacht werden. zek: Eine spezielle Herausforderung bei Sanierungen sind oft fehlende Dokumente aus der Originalzeit. Wie gehen Sie damit um? Fauland: Hier ist eine umfassende Zustandsbewertung entscheidend. Zunächst erfassen wir die vorhandenen technischen und elektrischen Parameter und führen entsprechende Messungen durch. Fehlen konstruktive Unterlagen, müssen wir ganz klassisch Geometrien vermessen oder beispielsweise den Wellenwerkstoff bestimmen. Wenn keinerlei verwertbare

Beim Revitalisierungsprojekt im denkmalgeschützten Kraftwerk Andelsbuch in Vorarlberg musste auf Einbauraum, Schnittstellen und Montagebedingungen Bedacht genommen werden. ELIN lieferte einen komplett neuen Generator, dessen Konstruktion bis hin zur Einbringung auf die engen baulichen Gegebenheiten abgestimmt wurde.

Dokumentation vorhanden ist, gehen wir letztlich ins Reverse Engineering: Aus Mess- und Betriebsdaten sowie Werkstoffanalysen rekonstruieren wir die notwendigen Grundlagen für die weitere Auslegung. zek: Haben sich die Anforderungen an Generatoren im Netzbetrieb in den letzten Jahren geändert? Kann man ältere Maschinen dahingehend anpassen? Fauland: Ja, deutlich. Klassische Laufwasserkraftwerke wurden primär für den Dauerbetrieb ausgelegt. Heute gewinnen Netzstabilisierung und Netzdienstleistungen durch den steigenden Anteil volatiler Wind- und Solarenergie an Bedeutung. Damit nehmen Starts, Lastwechsel und generell die Anforderungen an einen flexiblen Betrieb zu. Bei neuen Maschinen wird diese höhere zyklische Belastung bereits in der mechanischen Auslegung berücksichtigt. Neben der erwarteten Lebensdauer und den Betriebsstunden wird zunehmend auch die Zahl der Start-Stopp-Zyklen definiert. Diese Belastungen müssen vor allem bei hoch beanspruchten rotierenden Komponenten wie Welle, Polen und Polabstützungen berücksichtigt werden. Viele ältere Generatoren verfügen aufgrund ihrer robusten Auslegung über vergleichsweise große Reserven. Dennoch lässt sich im Nachhinein nur schwer beurteilen, ob eine jahrzehntealte Maschine beispielsweise für ein Vielfaches der ursprünglich vorgesehenen Lastwechsel geeignet ist. Bei deutlich höheren zyklischen Belastungen müssen daher besonders beanspruchte Komponenten bewertet und gegebenenfalls gezielt erneuert werden. zek: Moderne Maschinen liefern über zahlreiche Sensoren eine enorme Menge an Daten. Inwieweit lässt sich das bei älteren Maschinen nachrüsten – und ist das sinnvoll? Fauland: Entscheidend ist nicht, möglichst viele Daten zu sammeln, sondern daraus die richtigen Schlüsse abzuleiten. Auch ältere Maschinen lassen sich mit entsprechender Sensorik überwachen. Neben der klassischen Temperatur- und Schwingungsüberwachung können beispielsweise Teilentladungsmessungen periodisch durchgeführt oder als permanentes Online-Monitoring installiert werden. Zusammen liefern diese Parameter ein sehr gutes Bild vom Zustand und Alterungsverhalten einer Maschine. Wichtig ist dabei vor al-

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Genehmigungsverfahren anspruchsvoll bleibt. Bestehende Anlagen zu modernisieren, ihre Leistung zu erhöhen und vorhandenes Potenzial besser auszuschöpfen, ist vielfach schneller und wirtschaftlicher als ein Neubau. Deshalb wird Repowering aus unserer Sicht weiter an Bedeutung gewinnen. zek: Danke für das Gespräch! © ELIN Motoren

mechanischen Untersuchungen sind solche Kooperationen ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklungsarbeit. zek: Wenn Sie fünf bis zehn Jahre nach vorne blicken: Welche Entwicklungen erwarten Sie bei Wasserkraftgeneratoren und bei der Modernisierung bestehender Anlagen? Fauland: Die ganz großen Technologiesprünge erwarten wir nicht. Die Synchronmaschine ist mit Wirkungsgraden von 98 bis 99 Prozent bereits sehr weit ausgereizt und wird das Fundament der Wasserkrafterzeugung bleiben. Entwicklungspotenzial sehen wir vor allem bei Digitalisierung und Zustandsüberwachung. Condition-Monitoringund Online-Systeme werden weiter zunehmen, ebenso die Vernetzung der Daten mit Herstellern und anderen Anlagenkomponenten. Auch das Zusammenspiel von Generator, Turbine und Anlagenregelung sowie die Einbindung von Batteriespeichern und anderen erneuerbaren Erzeugern wird wichtiger werden. Gleichzeitig rechnen wir auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit einer hohen Nachfrage bei Modernisierung und Repowering. Der Strombedarf steigt, während der Ausbau neuer Wasserkraftwerke aufgrund komplexer

Dipl.-Ing. (FH) Christian Fauland, MBA

Director Business Division Power Plants bei ELIN Motoren christian.fauland@elinmotoren.at

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lem die Trendbeobachtung. Werden Temperatur, Schwingungen und Teilentladungen über längere Zeit unter vergleichbaren Bedingungen verfolgt, lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und daraus gezielt Wartungs- oder Modernisierungsmaßnahmen ableiten. zek: Wo liegen derzeit die Schwerpunkte in Forschung und Entwicklung – und welche Rolle spielt dabei die Materialtechnik? Fauland: Entwicklungspotenzial besteht vor allem bei Werkstoffen, Berechnungs- und Simulationsmethoden sowie Fertigungstechnologien. Ein aktuelles Beispiel ist die Qualifikation eines neuen Isolationssystems. Bislang bauen wir Maschinen bis 15 kV, derzeit entwickeln und qualifizieren wir ein System für 16,5 kV. Dafür greifen wir auf bestehende Materialien zurück, fertigen eigene Prüfkörper und unterziehen diese definierten Alterungs- und elektrischen Testprogrammen. Wo wir Prüfungen nicht selbst abbilden können, arbeiten wir eng mit universitären Einrichtungen zusammen. Dazu zählen insbesondere die Montanuniversität Leoben und die TU Graz, aber auch die Universität Hannover. Gerade bei Materialfragen und

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© alle Bilder: EMCÉ

GRÜNE SANIERUNG VON WASSERKRAFTSCHÜTZENANTRIEBEN Beim Wasserkraftwerk Bergvik ersetzt eine elektrische Windenlösung von EMCÉ die bisherige Hydraulik für die Einlaufschütze. Ziel ist es, das Risiko von Ölleckagen zu reduzieren und zugleich eine zuverlässige, kontrollierte und auch im Störfall sichere Betätigung der Schütze zu gewährleisten. Ein Beitrag von Arno van Zaanen, EMCÉ

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as Unternehmen EMCÉ hat seinen Sitz in Voorhout, das in der niederländischen Tulpenregion liegt. Arno van Zaanen von EMCÉ erläutert den sauberen und umweltfreundlichen Ansatz des Unternehmens bei der Sanierung von Wasserkraftwerken. Dabei werden die schweren hydraulischen Ölzylinder ausgebaut und durch elektrische Seilwinden zum Heben und Senken der Einlaufschütze ersetzt – ohne weitere Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur. Dieser Ansatz brachte Per-Åke Nilsson, CEO des schwedischen Geschäftspartners Interlift, einen Nachhaltigkeitspreis ein.

Fortum setzt auf elektrische Alternative Fortum ist ein schwedischer Energieversorger mit Aktivitäten in den Bereichen Wind, Wasserkraft, Kernkraft und KraftWärme-Kopplung. Fortum entwickelte umfassende Pläne zur Sanierung seiner langjährigen Wasserkraftinfrastruktur. Traditionelle Hydrauliksysteme haben sich über Jahre bewährt, bringen jedoch auch bestimmte ökologische und betriebliche Herausforderungen mit sich. Im Servomotor, der für das Heben und Senken der Einlaufschütze zuständig ist, befindet sich eine erhebliche Menge an Hydraulikflüssigkeit. Dies führte zu Bedenken hinsichtlich möglicher Ölleckagen. Ölleckagen – selbst geringfügige – können in Wasserkraftumgebungen schädlich sein und kostspielige Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen. Lecks oder Verschüttungen von Hydrauliköl – auch in kleinen Mengen – können zu teuren Reinigungsarbeiten führen und schwerwiegende Umweltfolgen haben, insbesondere in und um Gewässer. Zudem müssen Hydraulikflüssigkeiten regelmäßig ausgetauscht werden, was die Wartungsintervalle und die Gesamtbetriebskosten erhöht. Diese Faktoren waren ausschlaggebend für den Wechsel zu elektrischen Alternativen in Anwendungen, in denen Zuverlässigkeit, Steuerbarkeit und Nachhaltigkeit Die Konstruktionsdarstellung Hand in Hand gehen. Eines von zeigt die für Bergvik ausgelegte Fortums 124 WasserkraftwerWindenlösung zur Betätigung des Einlaufschützes. ken ist der Standort Bergvik,

Die elektrische Windenlösung ersetzt am Kraftwerk Bergvik den bisherigen hydraulischen Schützenantrieb.

der jährlich 107 GWh liefert und 1961 in Betrieb genommen wurde. Der Standort Bergvik wurde als Pilotstandort ausgewählt, um die umweltfreundliche Alternative von EMCÉ zu demonstrieren. Diese Lösung wurde über den schwedischen Geschäftspartner Interlift angeboten. Das Installationsmanagement übernahm Imus. Als sichtbares Ergebnis verlieh die Gemeinde Sjöbo ihren Nachhaltigkeitspreis an Per-Åke Nilsson, CEO von Interlift, für die Entfernung von 22 Kubikmetern Öl aus Wasserkraftanlagen im Rahmen mehrerer Projekte. Elektrische Winde statt Hydraulik EMCÉ entwickelt und liefert seit Jahrzehnten Seilwinden für unterschiedliche Einsatzbereiche. Dazu gehören neben industriellen Anwendungen auch Lösungen für die Bühnentechnik, die von einigen der größten Bühnenkünstler der Welt genutzt wird, wie etwa Beyoncé. Zudem entwickelte das Unternehmen ein Notfall-Aufzugssystem, das im Brandfall große Menschenmengen schnell aus Hochhäusern evakuieren kann. Diese erfinderische Denkweise führte schließlich dazu, dass EMCÉ sich der ökologischen Herausforderung annahm, vor der die Wasserkraftindustrie derzeit steht. EMCÉ entwickelte ein Windensystem für das kontrollierte Heben und Senken von Einlaufschützen. Die Funktion der Einlaufschütze besteht darin, die Wasserzufuhr zur Turbine bei

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Sicherheit auch bei Stromausfall EMCÉ musste seine maßgeschneiderte Lösung ausführlich erläutern, da viele Techniker in der Wasserkraftbranche mit der Hydraulik aufgewachsen sind und ihre gesamte berufliche Laufbahn damit verbracht haben. Deshalb fühlte sich der Wechsel zu elektrischen Systemen zunächst fremd an – und wie es so schön heißt: Was unbekannt ist, wird selten gleich geliebt. Was passiert, wenn das Stromnetz ausfällt? Und wie lässt sich das Risiko einer nicht funktionierenden USV-Anlage absichern? Kann das Schütz von Hand abgesenkt werden? Im spannungslosen Zustand ist die Bremse standardmäßig eingerückt. Eine Feder drückt eine Reibscheibe gegen eine feststehende Fläche und blockiert dadurch die Motorwelle. Die Kraft wird durch das hochübersetzte Getriebe verstärkt, das die 50-Hz-Drehfrequenz des Motors auf die typische Windengeschwindigkeit im Bereich von 1 bis 10 Hz reduziert. Wird die Bremse mit Strom versorgt, zieht ein Magnetfeld die Reibscheibe zurück, und der Windenmotor wird freigegeben. Die Last dreht dann die Winde, wodurch der Motor wie ein Generator zu arbeiten beginnt. Die Bremse kann per Fernsteuerung, vor Ort oder sogar von Hand gelüftet werden. Hydraulik-Betreiber und -Ingenieure sind an das Ablassventil für die Notabsenkung gewöhnt. Auch diese Möglichkeit besteht bei einem Windenantrieb – es gibt hier keinerlei Unterschied. Selbst wenn die Batterie leer oder unzugänglich ist. Selbst wenn die USV versagt. Selbst bei einem Computerhack oder einer anderen Störung oder Fehlfunktion kann die Winde weiterhin manuell für eine Notabsenkung bedient werden, indem die Bremse von Hand gelüftet wird. Die elektrische Winde könnte hier sogar im Vorteil sein: Angenommen, es bricht ein Feuer aus – möchte man sich dann in die Nähe von Hunderten Litern brennbaren Hydrauliköls begeben, nur um ein Ventil zu öffnen? Nachdem all diese Fragen und Bedenken geklärt und das Pilotprojekt abgeschlossen worden waren, bewertete das beteiligte Personal insbesondere die gleichmäßige Bewegung des Schützes positiv. So funktioniert der elektrische Antrieb Der am Standort vorhandene Netzanschluss musste nicht verändert werden. Es wurden zwei Windenmotoren mit Permanentmagnet auf dem Rotor eingesetzt. Für die Erregung der Statorwicklungen durch den VFD standen 400 VAC zur Verfügung. Im Inneren eines VFD wird Wechselstrom zunächst in Gleichstrom umgewandelt, der anschließend wieder in Wechselstrom mit steuerbarer Frequenz umgewandelt wird. Beim Heben und Senken bestimmt die Windenfrequenz die Geschwindigkeit des Schützes. Der VFD ermöglicht eine

exakte Steuerung von Phase, Spannung und Frequenz. Bei der normalen Absenkung eines Schützes äußert sich die vom Windenmotor an den VFD gelieferte Energie als Spannungsanstieg auf dem internen Gleichspannungs-Zwischenkreis (DC-Bus). Da diese Energie nicht ins Netz zurückgespeist wird, muss sie abgeführt werden. Dies geschieht, indem der DCBus mit einem Bremswiderstand verbunden wird, in diesem Fall mit einem Wert von 4 Ω. Bei einer Spannung von 680 VDC fließt somit ein Strom von 170 A durch den Widerstand, der sich in einem der Schaltschränke befindet. Eine Komponente des VFD, der sogenannte Bremschopper, ist dafür zuständig, die überschüssige Gleichspannung intermittierend über den Bremswiderstand abzubauen. Aufgrund der begrenzten Dauer der Absenkbewegung kann die dabei entstehende Bremsenergie auf natürliche Weise an die Umgebung abgegeben werden. Die Position des Schützes wird über einen Encoder an der Winde überwacht. Beim Erreichen des Schützsitzes reduziert der VFD die Geschwindigkeit, indem er das Drehmoment erhöht. Für die Erregung des Stators wird Strom aus dem Netz entnommen. Fällt die normale Stromversorgung aus, wird die USV aktiviert und liefert Strom aus einer Batteriequelle. Dies ermöglicht es, dass der VFD die Absenkgeschwindigkeit weiterhin aktiv steuert. Ein Heben des Schützes ist in diesem Fall nicht erforderlich. Fällt auch die

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Wartungsarbeiten oder Betriebsunterbrechungen abzusperren. Daher bestand die zentrale Anforderung darin, das Einlaufschütz unter allen Umständen schließen zu können. Im Design von EMCÉ sind drei Schaltschränke mit Elektronik installiert: einer für die Steuerungselektronik und zwei für das Bremssystem, das für ein kontrolliertes Absenken des schweren Schützes notwendig ist. Im Inneren des Steuerschranks ist ein Frequenzumrichter (VFD) installiert, der die Drehzahl des Windenmotors zwischen 0 und 50 Hertz steuert. Der VFD liefert auch bei einer Drehzahl von null das maximale Drehmoment. Ein Sensor erkennt, wenn sich das Schütz dem unteren Anschlag nähert. Der letzte Teil der Absenkbewegung wird dann verlangsamt, um Beschädigungen zu vermeiden.

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Die Einbausituation im Kraftwerk Bergvik zeigt, wie die neue Antriebstechnik in die bestehende Infrastruktur integriert wurde.

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zes. Sollten wirklich alle Systeme gleichzeitig ausfallen, kann das Absenken des Schützes manuell erfolgen, indem die Windenbremse gelöst und die Geschwindigkeit von Hand gesteuert wird, bis das Schütz geschlossen ist.

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Sanierung ohne große Eingriffe Ein wichtiger Diskussionspunkt war die Frage, wo die Winde platziert werden sollte. In den allermeisten Fällen verläuft die Kraftlinie bei einer Winde genauso wie bei einem Hydraulikkolben. Die Winde wiegt weniger, und die dynamischen Kräfte übersteigen nicht diejenigen, die bei hydraulischem Betrieb auftreten. Sofern bauingenieurtechnische Berechnungen bestätigen, dass die Tragfähigkeit des bestehenden Fundaments ausreicht, ist die Wahl des Aufstellungsortes unkompliziert. Zunächst war das Projektteam etwas besorgt hinsichtlich des Ausbaus der großen Komponenten und der Montage der neuen Teile. Auch die Demontage und Montage erwiesen sich als unkompliziert. Es war kein Presslufthammer erforderlich. Tatsächlich gehört es zu den selbst auferlegten Kernanforderungen von EMCÉ, der Einfachheit halber die vorhandene Aufstellfläche bestehender Einrichtungen zu nutzen. Jedes Bauteil konnte problemlos durch bestehende Dachöffnungen des Gebäudes gehoben werden. Diese Einfachheit ist ein wichtiges Argument für Betreibergesellschaften, da die technische Aufsichtskapazität während Revisionsstillständen begrenzt und Ausfallzeit äußerst kostspielig ist. Ein besonderer Fall innerhalb des dreistufigen Projekts betraf ein Schütz, das über einen mechanischen Antriebsstrang aus ineinandergreifenden Stahlstangen von jeweils zwei Metern Länge betätigt wurde. Jede Anpassung der Stangenkonstruktion – sei es durch Verlängerung oder Verkürzung – erforderte ein Entkuppeln des Schützes. Durch die Einführung eines windenbetriebenen Antriebssystems entfiel die Notwendigkeit dieser arbeits- und zeitaufwendigen Eingriffe.

Bei der Sanierung konnte die vorhandene bauliche Struktur weitgehend weitergenutzt werden; größere Eingriffe waren nicht erforderlich.

USV aus, sorgt ein spezieller elektrischer Anschluss dafür, dass das Schütz dennoch abgesenkt werden kann. Eine kleine Reservebatterie im Schaltschrank ermöglicht es, den VFD vollständig vom Netz zu trennen. Die Statorwicklungen werden dabei auf einen AC/DC-Wandler umgeschaltet, und dieser Wandler wird über Relais mit dem 4-Ω-Widerstand verbunden. Das absinkende Schütz wird nun direkt durch den Bremswiderstand abgebremst. Zwar wird die Geschwindigkeit dabei nicht exakt geregelt, doch der Widerstand ist so dimensioniert, dass eine ausreichende Bremswirkung gewährleistet ist und die Absenkgeschwindigkeit innerhalb akzeptabler Grenzen bleibt. Sobald der Winden-Encoder zudem die Annäherung an den Schützsitz erkennt, wird der Widerstand teilweise kurzgeschlossen, wodurch sich sein Wert verringert und die Bremsleistung erhöht. Das Ergebnis ist die gewünschte niedrige Endgeschwindigkeit des Schüt-

Bewährte Technik neu eingesetzt Klappenschütze, Segmentschütze, Raupenschütze, Bärenfallenschütze usw. – es gibt viele verschiedene Schütztypen. Und ihre Funktion kann variieren: vom hauptsächlich regelnden Schütz über das primär sicherheitsrelevante Schütz bis hin zum Überlaufschütz. Nicht jedes Schütz lässt sich über eine Winde betätigen. Dennoch setzt sich EMCÉ dafür ein, alle denkbaren Möglichkeiten zu prüfen. Der Begriff „innovativ“ kann mitunter abschreckend wirken – insbesondere auf ein Publikum, das auf bewährte Technik setzt. In diesem Fall liegt die eigentliche Innovation nicht in der Technik selbst, sondern in der Art und Weise, wie lange etablierte Systeme in neuen Zusammenhängen angewendet werden. Deshalb positioniert sich EMCÉ lieber als Anbieter alternativer Lösungen für technische Herausforderungen. Ein schönes und ansprechendes Beispiel für dieses Prinzip ist die Winde, die für den intelligenten Flugdrachen Laddermill des niederländischen Astronauten und Physikprofessors Wubbo Ockels geliefert wurde. James May stellte dieses Konzept in seiner BBC-Serie Big Ideas vor. EMCÉ ist stolz darauf, sich neben den größeren Projekten auch um kleinere Aufgaben und Ad-hoc-Wartungsbedarf zu kümmern, wie etwa das Reverse Engineering von Altteilen sowie die Mitwirkung an technisch fundierten, kostengünstigen und zeitsparenden Zahnstangen-Ritzel-Lösungen für kleinere Projekte.

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