In Kooperation mit
Fühl dich!
Dein Superkräfte-Heft
Hallo ...
itz
Kr
ge
... kannst du malen, schreiben oder basteln.
C hal len
... wirst du herausgefordert.
Ac
... gibt es Übungen für deinen Kopf und deinen Körper.
us
Kati Szilagyi hat das gesamte Heft für dich illustriert. Dafür hat sie in nur wenigen Tagen fast Hundert Bilder gezeichnet. Zum Glück hat sie einen Hund, der sie immer wieder daran erinnert hat, Arbeitspausen zu machen. Nach dem Gassigehen hatte Kati oft die besten Ideen.
tion, b
ra
Ein besonderes Heft: Diese Ausgabe ist ein Projekt von ZEIT LEO und der Beisheim Stiftung. Mehr über die Zusammenarbeit kannst du auf Seite 74 nachlesen.
itt
e!
und hereinspaziert in dein Superkräfte-Heft! In dieser Sonderausgabe von ZEIT LEO geht es um alles, was dich bewegt: Familie, Freunde, deine Schule, die Welt – und um alle Gefühle, die damit zusammenhängen. Wir haben dieses Heft in fünf Kapitel eingeteilt. Du kannst von vorne nach hinten lesen, wild herumblättern, oder du machst den Test auf der nächsten Seite und findest heraus, wie dir dieses Heft gerade guttun kann. Außerdem kannst du auf vielen Seiten malen, schreiben, ankreuzen und diese Ausgabe so zu deinem ganz persönlichen Begleiter machen. Viel Spaß dabei! Deine ZEIT LEO-Redaktion
el w a s
Wenn du diese Bilder siehst ...
F i n d ’s
... lernst du noch mehr über dich.
3
Weiß ich nicht genau
Folge den Pfeilen, und find heraus, wo du am besten starten kannst!
Ich bin aufgeregt
Na, wie geht’s?
Was ist os gerade l bei dir?
Nicht so gut Etwas kribbelig
Ich zieh mich in mein Zimmer zurück
Eigentlich gut, aber ...
Alles bestens
Na ja, eine Sache wäre da schon ...
Gibt’s nichts, was dich bedrückt?
Nö
In der Schule läuft’s nicht so gut Ich hab Streit mit meiner Freundin
Wofür interessierst du dich?
Die Nachrichten machen mir Angst Meine Geschwister nerven
Ich lenk mich mit Sport ab
Wie gehst du damit um?
Ich würd gern neue Leute kennenlernen
Ich würd gern was über andere Kinder lesen
4
Ich träum mich in ein Buch
Vielleicht Tipps gegen Aufregung
Willst du mal was anderes probieren?
Ja, wenn ich dabei mehr über mich rausfinde Ich bräuchte mal was zur Ablenkung Wenn ich mich dabei auspowern kann
Du und du Ab Seite 6
Du und deine Familie Ab Seite 16
Ja, mein Kopf muss mal zur Ruhe kommen
Ein Streitratgeber wäre cool
Brauchst du Tipps? Keine Ahnung
Ich würd gern einen Freundschaftstest machen
Du und deine Freunde Ab Seite 30
Ja, wie ich meine Angst loswerde
Ja, wie mich die Schule weniger stresst
Du und deine Schule Ab Seite 42
Du und die Welt Ab Seite 54
5
Du und du Jetzt geht es nur um dich: darum, wie du dich fühlst, was du brauchst und wer dir hilft, wenn du mal nicht weiterweißt.
6
Foto: Maria Irl
Kennst du das?
»Ich bin im Moment gleichzeitig wütend, überfordert, glücklich und voller Vorfreude! Wütend, weil ich mir den Arm gebrochen hatte und lange keinen Sport machen darf. Überfordert, weil ich länger zu Hause war, in der Schule einiges verpasst hab und jetzt Prüfungen schreiben muss. Eigentlich bin ich eine gute Schülerin, aber gerade bin ich nachmittags total erschöpft: Alles ist
anstrengend, so kenne ich mich gar nicht! Manchmal motze ich deshalb meine Mutter an, aber die versteht das. Glücklich bin ich, weil ich meine Freunde wieder jeden Tag sehe. Meine Turngruppe hat mir ein Plakat gebastelt – das gibt mir Kraft. Und ich freue mich darauf, hoffentlich bald wieder mittrainieren zu können.« Lara, 11 Jahre
Protokoll: Katja Bosse
7
Die Superkraft deiner Gedanken Hast du sie schon mal gehört: Diese kleine Stimme in dir, die ständig reinquatscht? Gute Idee, mal auf sie zu achten. Denn sie bestimmt, wie du dich fühlst.
»Ich kann das nicht!« – »Heute gelingt mir wirklich gar nichts!« – »Ich war wieder voll peinlich!« Solche Gedanken kennt fast jeder Mensch. Doch wenn wir bestimmte Sätze immer wieder über uns selbst denken, passiert etwas Erstaunliches: Unser Gehirn gewöhnt sich an sie. Irgendwann kann es sogar passieren, dass sich ein Gedanke wahr anfühlt, obwohl er gar nicht stimmt. Dann bist du vielleicht sicher, dass du etwas sowieso nicht kannst – obwohl du es noch nicht mal versucht hast. Zum Glück kann
8
unser Gehirn sich auch an Gutes gewöhnen. Achte einmal darauf, wie du mit dir selbst sprichst. Würdest du zu deiner besten Freundin oder deinem besten Freund sagen: »Du kannst nichts«, oder: »Du machst alles falsch«? Wahrscheinlich nicht. Versuch, mit dir selbst genauso freundlich zu sprechen wie mit einem Menschen, den du magst. Denn die Worte, die du für dich findest, können verändern, wie du dich fühlst – und dafür sorgen, dass du mehr Freude spürst.
Von Nora Burgard-Arp
l ma l . .
e Fre u d .
Fü h
ng
e
Der Steinchen-Trick C ha l le Steck morgens fünf Steinchen in die rechte Hosentasche. Immer wenn deine kleine Stimme freundlich zu dir ist oder du einen fiesen Gedanken in einen netten verwandelst, darf eines in die linke Tasche wandern. Schaffst du es, bis zum Abend alle fünf Steinchen auf die andere Seite zu bringen?
Wie fühlt sich Freude an?
Wenn du dich freust, sprude lst du vor Energie. Du fühlst dich leich t, möchtest hüpfen. Vielleicht musst du auch lachen und willst das Gefühl am liebs ten mit anderen teilen.
Wofür ist sie gut?
Freude zeigt dir, was du mag st. Sie hilft dir, schöne Momente wahrzu nehmen. Und sie verbindet dich mit an deren Menschen – denn gemeinsam lachen und glücklich sein fühlt sich oft noch viel besser an.
us ra
F i n d ’s
Grübler oder Draufgänger?
Jeder Mensch ist einzigartig: Manche stürzen sich in jedes Abenteuer, weil sie voller Tatendrang sind und neue Situationen lieben. Andere fühlen sich besonders wohl, wenn sie wissen, was auf sie zukommt. Und wieder andere bewahren noch im größten C haos einen kühlen Kopf. Das Spannende ist: Menschen können sich im Laufe des Lebens immer wieder verändern. Was für ein Typ bist du gerade? Mach den Test, und find’s heraus!
!
Kreuz an
1
Was würden andere über dich sagen?
2
»Bei dir fühle ich mich wohl.«
Du hast mit viel Mühe einen Kuchen für das Familienfest gebacken. Dann sagt dein Onkel: »Der schmeckt aber komisch.« Wie reagierst du?
Das macht mir nichts, das nächste Mal back ich was anderes. Ich hab schon fünf Rezepte im Kopf!
»Du hast so tolle Einfälle.«
»Du lässt dich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.«
Das ist mir egal. Eine einzige Meinung entscheidet nicht, ob etwas gut oder schlecht ist.
»Auf dein Wort kann ich mich verlassen.«
Einfach nur meckern zählt nicht. Ich will wissen, was ich verbessern kann. Das macht mich traurig. Ich frage meinen Onkel, was er genau meint.
10
Von Anne Dittmann
3
Eine Freundin hat sich deinen liebsten Stift geliehen und gibt ihn dir kaputt zurück. Wie denkst du darüber?
5
Mist! Aber jetzt weiß ich, was die anderen gut gemacht haben. Das merk ich mir fürs nächste Spiel!
Ich möchte wissen, wie er kaputtgehen konnte, fang aber keinen Streit an. Es ist nur ein Stift.
Schon okay, solange der Gewinner keine Siegestänze aufführt ...
Ich ärgere mich schon. Vielleicht kann sie mir den Stift ja wenigstens ersetzen.
Schade, aber ich gratuliere dem Gewinner und versuch, mich für ihn zu freuen. Ich will ja auch, dass man sich für mich freut, wenn ich gewinne!
Das hat sie sicher nicht absichtlich getan. Alles gut! Kein Problem, ich klebe die Hälften einfach wieder zusammen. Irgendwie auch schön, dass mich mein Lieblingsstift nun immer an sie erinnert.
4
Du stellst beim Englisch-Vokabeltest fest, dass du die falschen Wörter gelernt hast! Was nun?
Ups, typisch ich! Aber ich schreib einfach irgendwas hin, vielleicht lande ich ja einen Glückstreffer. Oje. Am besten vertrau ich mich sofort der Lehrerin an. Vielleicht kann sie mich beruhigen. Durchatmen. Es ist nur ein Test, kein Weltuntergang. Ich mach jetzt das Beste draus. Wie konnte das denn passieren? Ich notier doch immer alles! Ich schreib hin, was ich kann. Aber der Test ist versaut.
Du verlierst bei einem Brettspiel ganz knapp. Und jetzt?
Ich hab schon Ideen für die nächste Runde. Vielleicht können wir eine neue Regel ausprobieren, die das Spiel noch spannender macht!
6
Du bist auf einer Hochzeit und entdeckst andere Kinder. Gehst du direkt hin?
Ich beobachte sie kurz. Wenn sie nett wirken, sprech ich sie an. Wird bestimmt lustig! Ich bleib lieber bei meinen Eltern und beobachte sie nur. Kinder? Perfekt! Vielleicht können wir Fangen spielen. Oder Verstecken! Eins nach dem anderen: Erst mal gratuliere ich mit meinen Eltern dem Brautpaar, danach geh ich rüber.
Welches Symbol hast du am häufigsten angekreuzt?
Auflösung Dein Symbol verrät dir deine Superkraft. Du bist ....
... mitfühlend Du bringst Menschen zusammen, sorgst dafür, dass sich alle wohlfühlen, pflegst deine Freundschaften und bist oft sehr großzügig – das sind echte Stärken. Tipp: Vergiss nicht, dass deine eigenen Gefühle und Gedanken genauso viel wert sind wie die der anderen.
... ausgeglichen Du vertraust dir selbst und weißt, was du kannst. Wenn andere in Stress geraten, bleibst du ruhig. Das ist eine tolle Eigenschaft, denn damit kannst du anderen oft helfen: Sie fühlen sich bei dir sicher und können sich an dir orientieren. Tipp: Auch wenn du stark bist, darfst du Angst, Wut oder Traurigkeit fühlen. Und wenn du Hilfe brauchst, ist es okay, danach zu fragen.
12
... kreativ Du entdeckst, erfindest und schaffst ständig etwas, an das vorher niemand gedacht hat. Wenn ein Problem auftaucht, hast du schon zehn Ideen im Kopf, wie man es lösen könnte. Jedes Abenteuer braucht jemanden wie dich! Tipp: Ab und zu tut es auch gut, sich Zeit zu lassen. Manchmal lohnt es sich, eine Sache wirklich zu Ende zu bringen, bevor man zur nächsten springt – auch wenn es etwas Geduld braucht.
... sorgfältig Aufgeben? Das ist nichts für dich! Wenn dir etwas wichtig ist, bringst du es Schritt für Schritt zu Ende. Dabei schaust du genau hin und überlegst, wie Dinge noch besser funktionieren könnten. Stark! Tipp: Nicht alles lässt sich genau planen, und nicht alles muss perfekt werden. Manchmal reicht es schon, wenn etwas gut genug wird.
Du hast bei zwei Symbolen gleich viele Punkte? Das kann gut sein: Jeder Mensch hat mehrere Stärken.
Atmen, rennen, springen: Dein Körper ist jeden Tag für dich im Einsatz. Höchste Zeit, ihm mal zu danken – mit schönen Worten. Stell dich vor einen Spiegel, und schau dich einen Moment genau an: Welche Wörter beschreiben dein Haar, deinen
el w a s
itz
Spieglein, Spieglein
Kr
Bauch und die anderen Körperteile? Kringel die passenden Wörter ein. Wenn dir noch eigene Begriffe einfallen, schreib sie neben die Zeichnung. Und wenn du möchtest, mal die Figur so weiter, dass sie aussieht wie du.
nft · wild · ordentlich · kuschelig · besonders · unverwechsel b
ewellt · kraus · wuschelig · strahlend · geschwungen · gerade · l
ar · groß · klein · kräftig · zart · weich · sommersprossig · lockig · glatt · g
ang · kurz · kantig · rund · hell · dunkel · bunt · einzigartig · fein · fest · sa
13
l was
ze
Kri
t
Dein Team für alle Fälle
Wenn es einem nicht gut geht, hilft es, mit jemandem darüber zu reden. Wer ist immer für dich da?
Name:
Hilft mir, wenn ... Name:
Hilft mir, wenn ...
14
to einkleben Hier kannst du ein Fo n. oder die Person male
Dir fällt nur eine Person ein? Macht nichts! Es geht nicht darum, die Seiten vollzukriegen.
Name:
Hilft mir, wenn ...
Name:
Name:
Hilft mir, wenn ...
Hilft mir, wenn ...
15
Du und deine Familie Die Eltern streiten, die Geschwister nerven: Ja, Familie ist manchmal anstrengend – und trotzdem ein Team.
16
Foto: Alexandra Polina
Kennst du das?
»Wir leben zu fünft in einer kleinen Wohnung. Sich aus dem Weg gehen? Kann man vergessen! Bei uns kracht’s ständig. Vor allem zwischen mir und meinem kleinen Bruder. Meine SauerwerdeKraft hat eine Skala von 0 bis 10. Wenn mein Bruder mir mein Eis klaut, bin ich bei 10 – dann raste ich richtig aus. Ich hab einen Rollstuhl und kann ihm nicht hinterherrennen. Dafür kann ich so laut schreien, dass allen fast die Ohren platzen:
Ich nenn das den ›Superkreischer‹. Erst neulich kam er wieder zum Einsatz. Da hab ich mit Papa Uno gespielt, und mein Bruder hat wie immer alle Karten durcheinandergebracht. Papa stressen unsere Streitereien am meisten. Manchmal wird er dann selbst sauer. Lange dauert der Zoff aber nie. Irgendwann entschuldigt sich jemand. Dann ist meine Sauerwerde-Kraft wieder bei 0.« Paul, 8 Jahre
Protokoll: Josefa Raschendorfer
17
Streiten ohne Schrammen
Ab und zu kracht es – auch mit Menschen, die wir sehr liebhaben. Wichtig ist, dass man trotzdem fair bleibt. Sechs Regeln für guten Zoff.
2
1
Tief durchatmen
Schöner schimpfen Im Streit sagt man echt fiese Wörter. Viele können richtig verletzen. Besser sind Fantasie-Schimpfwörter, die fies klingen, aber niemanden ernsthaft treffen: du Gurkenschnabel, du Flatterfurz, du Käsewurst! Bonus: Vielleicht wird der Streit schnell zum Lachanfall.
18
Manchmal wird die Wut so groß, dass man am liebsten auf den anderen losstürmen würde. Wenn man merkt, dass sich die Wut nur noch schwer kontrollieren lässt, kann man versuchen, aus dem Zimmer zu rennen oder dreimal tief durchzuatmen. Das ist schwer, wenn man wütend ist. Trotzdem sollte man es immer wieder versuchen. Denn so kann man sich etwas beruhigen und überlegen, was man als Nächstes tut.
Von Helena Ott
3 Sagen, was los ist Niemand kann Gedanken lesen. Deshalb hilft es, zu sagen, was in einem los ist. Zum Beispiel: »Ich bin traurig, weil ich das Gefühl habe, dass du kaum noch Zeit mit mir verbringst.« So kann die andere Person besser verstehen, wie es einem geht – und erzählen, wie sie die Situation erlebt hat.
4 Bloß nicht übertreiben »Nie hörst du mir zu!« – »Immer geht es nur um dich!« Solche Sätze zeigen, wie man sich fühlt, sie sind aber oft nicht fair. »Immer« und »nie« gehören deshalb zu den Wörtern, die in einem guten Streit verboten sind.
.
..
al Füh l m
t Wu
5 Nicht erpressen »Wenn du mir das nicht sofort gibst, red ich nie wieder mit dir!«, oder: »Wenn du nicht sofort aufräumst, gibt’s nachher kein Eis!«: Solche Sätze heizen einen Streit mehr an, als ihn zu lösen. Man sollte sie sich also lieber verkneifen.
6 Entschuldigen, bitte Es ist wichtig, sich nach einem Streit zu vertragen. Mit einer Entschuldigung drückt man aus: Das war nicht okay von mir! Zu sagen, dass man einen Fehler gemacht hat, ist gar nicht so leicht – und zeigt deshalb echte Stärke.
Wie fühlt sich Wut an?
Wenn du wütend bist, passiert in dir drin ganz viel: Deine Muskeln spannen sich an, und dein Herz schlägt schneller. Vielleicht möchtest du schreien, stampfen oder etwas wegschieben.
Wofür ist sie gut ?
Deine Wut zeigt dir: Hier ist gerade etwas nicht in Ordnung. Sie gibt dir Kraft, etwas zu verändern. Die Wut muss raus, aber du entscheidest, wie groß du sie werden lässt und wie du sie zeigst.
19
l was tze
Kr
i
Familienvertrag für gutes Streiten Ankreuzen, unterschreiben und für alle sichtbar aufhängen. Zum Beispiel an eurem Kühlschrank. Namen:
Wir versprechen hiermit feierlich: Wir beleidigen uns nicht, schreien uns nicht an und tun uns nicht weh.
Wir erpressen einander nicht und machen uns auch keine Angst.
Wenn wir wütend werden, atmen wir dreimal tief ein und aus.
Wir vermeiden die Wörter »immer« und »nie«, wenn wir sagen, was uns stört.
Wir erklären, wie wir uns fühlen, statt uns gegenseitig Vorwürfe zu machen.
Wir entschuldigen uns, wenn wir merken, dass wir jemandem unrecht getan haben.
20
Datum und Unterschriften
Voll unfair! Warum deine Geschwister manchmal etwas anderes dürfen als du
Dein großer Bruder hat ein eigenes Handy und du nicht? Deine Eltern helfen deiner kleinen Schwester mehr als dir? Und das findest du ziemlich ungerecht? Ist es überhaupt nicht! Denn Gerechtigkeit bedeutet oft nicht, dass alle genau das Gleiche bekommen oder dürfen. Was fair ist, hängt nämlich von verschiedenen Dingen ab. Zum Beispiel ... ... vom Alter: Manches ändert sich, wenn man älter wird. Man darf abends länger aufbleiben. Oder einen unheimlichen Film anschauen. Das hängt damit zusammen, dass sich das Gehirn weiterentwickelt, je älter man wird. Man kommt dann vielleicht mit etwas weniger Schlaf zurecht. Oder gruselt sich nicht mehr so schnell wie früher. ... von der Erfahrung: Manches darf man erst, wenn man es oft genug geübt hat. Die Eltern erlauben dem älteren Bruder, allein zum Bäcker zu radeln, weil sie wissen, dass er sich nicht in Gefahr bringt. Denn er hat es vorher oft genug gemeinsam mit ihnen gemacht und weiß nun, wie er sicher durch den Verkehr kommt.
... von Problemen: Manchmal braucht ein Kind
mehr Hilfe oder Aufmerksamkeit, weil gerade etwas besonders schwierig ist. Vielleicht lernt die kleine Schwester gerade etwas Neues, ist traurig oder hat irgendein Problem, das sie noch nicht allein lösen kann. Dann ist es fair, dass die Eltern sich für sie mehr Zeit nehmen. ... von Interessen: Ein Geschwisterkind braucht vielleicht dringend neue Fußballschuhe, weil es ständig trainiert. Das andere bekommt an diesem Tag keine neuen Schuhe, dafür aber einen neuen Malkasten für sein Kunstprojekt. So kriegt zwar nicht jedes Kind dasselbe, aber das, was es braucht.
Von Nora Burgard-Arp
Fühlst du dich immer noch unfair behandelt? Dann kann es helfen, mit deinen Eltern darüber zu sprechen.
! tte
Ac
tio n, bi
Lieblingsort im Kopf
Manchmal tut es gut, den Trubel um sich herum für einen Moment zu vergessen. Diese Gedanken-Reise führt dich zu einem Ort, an dem du dich entspannt und sicher fühlen kannst.
Such dir einen Partner. Einer legt sich hin und schließt die Augen. Der andere liest vor: Stell dir vor, du öffnest eine geheimnisvolle Tür. Dahinter liegt ein Ort, der dir Kraft gibt. Schau dich um: Was siehst du dort? Vielleicht einen Strand, einen Wald, ein Baumhaus oder einen Platz, den es nur in deiner Fantasie gibt? Welche Farben kannst du entdecken? Welche Geräusche hörst du?
22
Gibt es dort etwas, das dir besonders guttut? Eine Hängematte, ein freundliches Tier oder eine duftende Blume? Genieße diesen Ort noch einen Moment. Wenn du so weit bist, verabschiede dich, und öffne langsam wieder die Augen. Und jetzt: tauschen!
Was hat euch an dem Ort am besten gefallen?
Die Tier-Olympiade Auch durch Bewegung kannst du abschalten und entspannen. Probier’s aus, und mach diese Tiere nach:
Hüpf wie ein Frosch.
Stampf kräftig wie ein Elefant.
Streck deinen Hals lang wie eine Giraffe.
Stell dich ruhig hin wie eine Eule, und schau aufmerksam umher. Schleich leise wie eine Katze.
Schüttel dich wie ein Hund nach dem Baden.
Welches Tier hat dir am meisten Spaß gem acht?
23
Plötzlich alles anders
Wenn sich die Eltern trennen, ist das eine schwierige Zeit. Damit bist du nicht allein: Drei Kinder erzählen von ihrem neuen Leben.
Bei Mama ist mehr los »Jeden Sommer fahren mein Papa und ich zusammen in den Urlaub. Dann verbringe ich eine ganze Woche am Stück mit ihm, das gibt es sonst im ganzen Jahr nicht. Deshalb ist es am Anfang immer etwas komisch und ungewohnt für mich. Schon morgens ist es ganz anders als mit Mama. Sie bleibt gern lange im Bett, wenn sie freihat. Mein Papa und ich sind Frühaufsteher. Sonst bin ich nur jedes zweite Wochenende bei ihm. Dann packe ich freitags eine Tüte mit Büchern, meinem Handy und etwas Spielzeug und bin bis Sonntagabend bei ihm. Ich fühle mich dort immer ein bisschen wie auf Besuch. Ich hab kein eigenes Zimmer und schlafe im Wohnzimmer auf der Couch. Früher habe ich bei
24
Papa im Bett geschlafen. Aber ich schnarche, und das hat ihn gestört. Ich habe auch kaum Freunde bei Papa in der Nähe. Deshalb weiß ich manchmal nicht so richtig, was ich machen soll, wenn ich dort bin. Ich lese viel und beschäftige mich allein. Mein Zuhause ist bei meiner Mama. Da ist auch viel mehr los: Eine meiner Schwestern lebt noch bei uns, außerdem haben wir eine Katze, und meine ganzen Freunde sind hier. Mit denen spiele ich viel draußen.« ● Alexey, 11 Jahre, lebt bei seiner Mama und ist jedes zweite Wochenende bei seinem Papa. Zu Hause wohnt außerdem seine große Schwester, seine anderen Geschwister sind schon erwachsen. Als sich seine Eltern getrennt haben, war er 3 Jahre alt.
Protokolle: Angelika Dietrich und Anna-Elisa Jakob
Eine Woche hier, eine Woche dort »Ich weiß noch genau, wie Mama und Papa meinem Zwillingsbruder und mir gesagt haben, dass sie sich trennen. Wir sollten uns aufs Sofa setzen, und sie haben ganz ernst geschaut. Richtig verstanden habe ich es damals nicht. Als der Umzugswagen kam, dachte ich, wir ziehen alle zusammen um. Aber dann wurden nur Mamas Sachen eingeladen. Damals hab ich angefangen, viel Fußball zu spielen. Das hat mich abgelenkt. Für meinen Bruder war die erste Zeit schwerer. Er war so traurig, dass er manchmal nicht zur Schule wollte. Ich hab ihn dann mitgenommen. Heute geht es ihm wieder gut. Wichtig finde ich, dass Eltern erklären, was los ist, und ehrlich sind.
Fotos: privat
Manchmal nervig, meistens schön »Als Mama mir vor sechs Jahren erzählte, dass sie mit meinem Stiefvater ein Baby bekommt, habe ich mich erst gefreut. Bis dahin war ich Einzelkind. Ich dachte, ich würde mich um das Baby kümmern und viel mit ihm spielen. Als meine Schwester dann da war, war es aber anders. Mama musste sich ständig kümmern und war oft zu erschöpft für mich. Heute weiß ich, dass Babys viel Aufmerksamkeit brauchen. Damals fand ich es trotzdem doof und war traurig. Inzwischen ist meine Halbschwester 5 Jahre alt. Manchmal streiten wir, aber wir spielen auch viel zusammen. Klar nervt sie manchmal, wenn ich meine Ruhe will. Aber eigentlich finde ich sie sehr
Mama und Papa verstehen sich und besprechen alles, was meinen Bruder und mich betrifft. Wir sind eine Woche bei Mama und eine Woche bei Papa. Bei beiden haben wir ein Zimmer. Zwischendurch können wir zum anderen rüberlaufen. Als Mama und Papa neue Partner hatten, war das erst komisch. Ich habe mir lange gewünscht, dass sie wieder zusammenkommen. Ich bin nicht froh darüber, dass meine Eltern getrennt sind. Aber ich hab gemerkt, dass ich auch so glücklich bin. Und man kommt besser damit klar, wenn man ehrlich sagt, wie es einem geht.« ● Bene und sein Zwillingsbruder waren 5 Jahre alt, als sich ihre Eltern getrennt haben. Heute sind sie 12 Jahre alt und wechseln jede Woche zwischen Mama und Papa. Beide Eltern haben neue Partner.
süß und lustig. Und sie findet es ziemlich cool, eine große Schwester zu haben. Mit meinem Stiefvater verstehe ich mich meistens gut. Manchmal streiten wir aber, zum Beispiel, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Schwester mehr darf. Außerdem stört es mich, wenn er so tut, als wäre er mein Papa. Denn ich habe ja einen Papa. Dass meine Eltern getrennt sind, fand ich nie schlimm. Sie verstehen sich gut und machen auch zusammen etwas mit mir. Und Trennungskind zu sein, hat auch gute Seiten: Ich fahre öfter in den Urlaub und bekomme mehr Geschenke.« ● Lotta ist 14 Jahre alt. Seit sie 6 Jahre alt ist, lebt sie abwechselnd bei Mama und Papa. Bei ihrer Mama leben auch ihr Stiefvater und ihre kleine Halbschwester.
25
Wenn das Geld nicht reicht
Wusstest du, dass ...
26
... in Deutschland etwa jedes siebte Kind in einer Familie mit wenig Geld lebt?
Von Nora Burgard-Arp und Becks Vogels
... mehr als jedes zweite dieser Kinder nicht verreisen kann? Schon eine Woche Urlaub ist für manche Familie zu teuer.
Manche Familien müssen auf jeden Euro achten. Warum sich dafür niemand schämen sollte – und was helfen kann, wenn die Eltern große Sorgen haben. Armut sieht man Menschen nicht immer an.
Viele Kinder, die in Deutschland in einer Familie mit wenig Geld leben, haben ein Zuhause, gehen zur Schule und treffen Freundinnen und Freunde. Trotzdem müssen ihre Familien oft genau rechnen. Wohnung, Essen und Kleidung kosten viel Geld. Deshalb reicht es manchmal nicht für Hobbys, Ausflüge, Kinobesuche oder das Erfüllen kleiner Wünsche. Auch Geburtstagsgeschenke, Klassenfahrten oder neue Sportschuhe können dann zu einer Herausforderung werden. Das klingt unfair, und das ist es oft auch: Meistens liegt es nicht daran, dass sich jemand nicht genug anstrengt. Manche arbeiten viel und verdienen trotzdem nur wenig Geld. Andere können wegen einer Krankheit nicht arbeiten oder kümmern sich zu Hause um einen Menschen, der Hilfe braucht, zum Beispiel um Oma oder Opa. Niemand hat es sich ausgesucht, arm zu sein. Und wie viel Geld jemand hat, sagt nichts darüber aus, wie klug oder liebenswert ein Mensch ist. Arm zu sein, bedeutet auch nicht, dass man ständig traurig ist. Geldsorgen können den Alltag aber schwieriger machen. Manchmal verzichten Kinder auf
... manche Kinder zu Hause wenig Platz haben? Dann fehlt ein ruhiger Ort zum Lernen oder um sich zurückzuziehen.
Ausflüge oder Geburtstagsfeiern, weil sie wissen, dass das Geld knapp ist. Das bedeutet nicht, dass sie keine Lust hätten, mitzukommen. Vielleicht kennst du ein Kind, dessen Familie wenig Geld hat, und fragst dich, wie du es unterstützen kannst. Manchmal hilft schon eine kleine Geste: jemanden zum Mitspielen einzuladen, Verständnis zu zeigen – und auch nicht nachzufragen, wenn jemand nicht über seine Sorgen sprechen möchte. Oft ist es das Schönste, einfach so behandelt zu werden wie alle anderen auch. Egal welche Kleidung man trägt oder welche Spielsachen man hat. Wenn deine Familie selbst Geldsorgen hat, fühlt es sich vielleicht leichter an, nichts davon zu erzählen. Das ist völlig okay. Aber es kann auch guttun, mit jemandem darüber zu reden. Vielleicht wünschst du dir auch Dinge, die andere Kinder haben. Es ist normal, manchmal neidisch zu sein. Du musst dich dafür nicht schämen. Wenn deine Eltern gestresst sind, kannst du im Alltag mithelfen, etwa den Tisch decken. Es ist aber nicht deine Aufgabe, die Probleme der Erwachsenen zu lösen: Du darfst lachen, spielen und schöne Momente erleben, genau wie alle anderen auch.
... manche Kinder nicht einfach ein Hobby wählen können? Kurse, Sportverein oder Musikunterricht kosten oft zu viel Geld.
... manche Kinder auf gemeinsame Erlebnisse verzichten müssen? Kino, Zoo oder Essengehen sind nicht für jede Familie möglich.
27
Das alles ist Familie Kein Zuhause gleicht einem anderen. Schau dich um: Wer lebt mit wem zusammen?
28
el w a s
Komm dazu! Mal hier ein Bild von deiner eigenen Familie. Du kannst auch ein Foto einkleben.
i
tz
Kr
Du und deine Freunde Freunde sind das Beste auf der Welt. Aber manchmal auch ziemlich kompliziert. Übers Dazugehören und Zusammenhalten.
30
Foto: Alexandra Polina
Kennst du das?
»Als ich in die fünfte Klasse gekommen bin, gab es an der Schule ein Fest. Morgens habe ich einige Kinder gesehen, die ich aus der Grundschule kannte. Ich wollte mich zu ihnen stellen, aber sie haben mich kaum beachtet und sind kurz darauf weggegangen. Das hat mich verletzt. Ich habe mich nicht zugehörig gefühlt. Zum Glück kam später eine Freundin zu mir nach Hause, die ich schon seit der Kita kenne.
Wir haben Kuchen gegessen und gespielt. Danach ging es mir gleich viel besser. Mit ihr kann ich einfach ich selbst sein. Vielleicht, weil sie wie ich eher ruhig ist und nicht so den Clown raushängen lässt. Inzwischen weiß ich: Nur weil manche Kinder einen ausgrenzen oder fertigmachen, heißt das nicht, dass man schwach ist. Ich hab gelernt, an mich selbst zu glauben.« Valerio, 12 Jahre
Protokoll: Katja Bosse
31
au
s
Was brauchst du in einer Freundschaft?
F i n d ’s r
Manche wünschen sich eine allerbeste Freundin, der sie alles anvertrauen können. Andere haben lieber viele verschiedene Freunde. Und wie ist das bei dir? Mach den Test, und find’s raus! n
uz a
Kre
1
Während des Unterrichts riecht es plötzlich komisch. Dann entdeckst du Hundekacke an deinem Schuh! Du flüsterst es deinem Freund zu. Welche Reaktion wünschst du dir?
2
Er ruft: »Wir müssen kurz raus!«, und zieht mich mit. Zusammen machen wir den Schuh sauber. Er macht einen Witz vor der Klasse: »Gut, dass mal einer den Schweißgeruch hier drin übertrumpft!« Alle lachen. Er merkt, dass es mir peinlich ist, und lächelt mir kurz aufmunternd zu. Er grinst über meinen Kacke-Schuh – aber verrät mich nicht.
32
Von Anne Dittmann
Du willst mit deiner Freundin zur Probestunde in einen Sportverein. Kurz vorher sagt sie ab. Wie reagierst du? Schade, aber ich geh trotzdem. Dann lern ich eben ohne sie neue Leute kennen. Uncool! Wir hatten das doch ausgemacht, und ein Versprechen sollte man halten! Ich frag, was los ist. Vielleicht finden wir zusammen ein anderes Hobby. Was? Wir hatten uns doch so darauf gefreut! Ich ruf sie an und überrede sie, doch noch mitzukommen.
3
Jeder macht Fehler. Aber was könntest du einem Freund nur schwer verzeihen?
5
Deine beste Freundin steht auf der Kippe, die Klasse wiederholen zu müssen. Was geht dir durch den Kopf? O nein, das darf auf keinen Fall passieren! Wie soll ich den Unterricht ohne sie durchstehen?
Langweilig zu sein – denn dann spiel ich lieber mit jemand anderem. Wenn er nur an sich denkt. Freundschaft bedeutet Geben und Nehmen.
Wie konnte es so weit kommen? Hätten wir ihr als Klasse bloß früher geholfen ...
Wenn er meine Geheimnisse ausplaudert. Ich frag, wie ich ihr helfen kann. Egal wie es weitergeht – ich bin für sie da.
Keine Ahnung, da fällt mir wirklich nichts ein ...
Ätzend, aber kein Weltuntergang. Wir können uns ja in den Pausen treffen.
4
Deine beste Freundin unternimmt plötzlich viel mit einem anderen Kind und hat nur noch wenig Zeit für dich. Was denkst du darüber? Ich wünsche mir wieder mehr Zeit mit ihr. Hoffentlich mag sie mich noch. Das macht mich traurig! Ich dachte, wir wären unzertrennlich ... Kein Problem! Wir können doch etwas zu dritt machen. Je mehr, desto besser! Schon okay. Aber irgendwann spreche ich das Problem an.
6
Am allerwichtigsten ist mir in einer Freundschaft, dass … … wir zusammen lachen und Spaß haben. … wir viel Zeit miteinander verbringen. … wir uns immer aufeinander verlassen können. … wir fair miteinander umgehen und keiner den anderen ausnutzt.
Welches Symbol hast du am häufigsten angekreuzt?
Auflösung Dein Symbol verrät dir, was dir gerade wichtig ist. Du brauchst ...
... einen BFF Eine enge Freundschaft ist für dich wie ein Schatz: Mit deinem BFF (best friend forever) teilst du Gedanken, Geheimnisse und deine ehrliche Meinung. Tipp: Gib auch anderen Kindern eine Chance. Vielleicht entsteht daraus eine neue Freundschaft.
... Zusammenhalt Um dich wohlzufühlen, brauchst du viel Nähe zu anderen. Deshalb sind dir Freundschaften besonders wichtig. Du stellst dich schnell auf andere ein und merkst, was sie mögen. Das macht dich zu einem aufmerksamen Freund. Tipp: Achte auch auf dich selbst: Was ist dir wichtig? Vergiss nicht, das deinen Freunden zu sagen!
34
... viel Spaß Mit deinen Freunden hast du immer Spaß: Mal bist du mit dem einen Kind unterwegs, mal mit dem anderen – denn du lernst leicht neue Leute kennen. Für dich soll sich Freundschaft leicht anfühlen, und du willst viel lachen. Tipp: Wenn jemand traurig ist und Hilfe braucht, kannst du zeigen, dass du für ihn oder sie da bist.
... eine treue Seele Du kannst vieles verzeihen, und das wünschst du dir auch von anderen. Dir ist wichtig, dass deine Freunde und Freundinnen treu sind und du dich absolut auf sie verlassen kannst. Tipp: Nicht immer läuft in einer Freundschaft alles perfekt. Manchmal werden Pläne geändert, oder jemand ist enttäuscht. Trotzdem kann man ein Team bleiben.
Hast du bei zwei Symbolen gleich viele Punkte? Dann sind dir in einer Freundschaft unterschiedliche Dinge wichtig.
Eine Bank gegen Einsamkeit
Sammie le bt in den USA
Als sie acht Jahre alt war, hat Sammie die »Buddy Bench« erfunden – eine Bank, um Freunde zu finden. Hier erzählt sie, wie die Idee funktioniert und wie alles angefangen hat.
Foto: Heidi Vance
ZEIT LEO: »Buddy Bench« ist Englisch und
bedeutet Kumpel-Bank. Sammie, was ist das? Sammie: Das ist eine besondere Bank auf dem Schulhof oder Spielplatz. Wenn ein Kind sich einsam fühlt, setzt es sich darauf. Denn manchmal ist es schwer, andere Kinder anzusprechen. Dann hilft die Bank als Zeichen: Die anderen Kinder wissen, dass sie hingehen und fragen können, ob das Kind mitspielen will. Oder können sich dazusetzen.
LEO: Du hast in deiner Schule so eine Bank aufgestellt. Wie bist du auf die Idee gekommen? Sammie: Als ich acht Jahre alt war, habe ich so was Ähnliches in einem Sommercamp gesehen. Und weil ich auf dem Schulhof meiner Grundschule oft Kinder beobachtet habe, die niemanden zum Spielen hatten, wollte ich so was nachbauen. LEO: Wie wurde aus der Idee eine echte Bank? Sammie: Ich habe erst meiner Mutter davon erzählt. Sie fand eine Firma, die aus alten Plastikdeckeln Bänke baut. Das fand ich cool, weil man so Plastikmüll in etwas Sinnvolles verwandelt. Dann habe ich einen Comic von der Idee gemalt, ihn meinem Schuldirektor gezeigt – und ihn überzeugt. Gemeinsam haben wir Plastikdeckel für die Bank gesammelt. Am Ende hatten wir so viele, dass wir sogar drei Bänke bauen lassen konnten. LEO: Inzwischen bist du 16 Jahre alt, und deine Bänke gibt es auf der ganzen Welt. Macht dir das Projekt immer noch Spaß? Sammie: Ja! Besonders schön sind die Briefe, die ich von Kindern bekomme. Manche schreiben mir sogar, dass sie ihren besten Freund oder ihre beste Freundin auf einer Buddy Bench gefunden haben.
Interview: Susan Barth
chmachen? Willst du das na er Schule vor! Schlag es in dein
35
Starke Warum es gut ist, dass
Stell dir vor, eine Gruppe Kinder will gemeinsam ein Rätsel lösen. Vor ihnen liegen viele Hinweise, aber keiner versteht sofort, was sie bedeuten. Ein Kind findet schnell versteckte Zeichen. Ein anderes hat ungewöhnliche Ideen. Und das dritte schaut ganz genau hin und erkennt kleine Details, die von den anderen übersehen wurden. Erst als alle ihre Beobachtungen zusammenführen, kommen sie auf die Lösung. Dieses Beispiel zeigt: Unterschiede machen eine Gruppe stark. Denn kein Mensch kann alles, und niemand hat auf alles eine Antwort. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
36
haben herausgefunden, dass Gruppen oft bessere Lösungen finden, wenn ganz unterschiedliche Menschen mitdenken und ihre Ideen einbringen. Damit das klappt, ist es wichtig, dass sich in einer Gruppe alle Personen sicher und willkommen fühlen – egal, wie sie aussehen, welche Religion, welche Hobbys oder Besonderheiten sie haben. Wie ist das bei dir: Welche Stärken bewunderst
du an anderen Kindern, die du noch nicht so gut kennst? Vielleicht kann jemand etwas, das du selbst total schwierig findest? Und welche Stärke bringst du selbst in eine Gruppe ein?
Von Nora Burgard-Arp
Gruppe
Du musst nicht mit jedem gleich gut befreundet sein.
wir verschieden sind
Es gibt sicher viele Dinge, die du an anderen Kindern bewunderst. Aber hast du ihnen das auch schon mal gesagt? Schneid die Komplimente aus, und verteil sie.
Du kannst gut Streit schlichten!
Du kannst gut teilen!
Du hilfst gern!
Du hast immer gute Ideen!
Du behältst immer die Ruhe.
Du
Du
s
au
F i n d ’s r
Verraten oder nicht?
Geheimnisse können toll und aufregend sein. Manche sorgen aber auch für Bauchweh oder Angst. Wann solltest du etwas lieber weitersagen? Folge den Pfeilen! Start: Hat dein Freund oder deine Freundin dir das Geheimnis selbst anvertraut?
nein
Könntest du dich mit dem geheimen Wissen bei jemandem einschleimen?
ja
Pssst!
ja
nein
nein Bist du die einzige Person, die es weiß?
nein
Ließe sich drüber lästern?
n
nei
Reicht es, es in dein Tagebuch zu schreiben? ja
nein
38
ja
nein
ja
Ist das Geheimnis kriminell?
ja
Willst du jemanden erpressen?
ja
Würde jemand Ärger kriegen, wenn es rauskommt?
ja
Von Katja Bosse
nein
Behalt es für dich!
Sag es ruhig!
nein Bedrückt es dich, schweigen zu müssen?
nein Stehst du gern im Mittelpunkt?
ja
ja
ja
Fällt es dir schwer, das Geheimnis allein auszuhalten?
Würde es morgen die ganze Schule wissen?
Nicht verraten!
n
nei
nein
ja
Raus damit! 39
Superhelden tanken auf! WERBUNG
Jede Superkraft braucht Energie. Auch deine!
Kennst d
Kopf ist voll
u das?
Alles ist zu la
ut
Superkräfte wie weg
Keine Sorge In der Mentalen Tankstelle kannst du deine Superkräfte wieder aufladen!
Mentale Tankstelle Ein Angebot der
Beisheim Stiftung
Dieses Angebot wird präsentiert von der Beisheim Stiftung
So lädt Mio seine Superkräfte auf: 01
Atmen-Kraft
02
Dein Atem ist deine Superkraft: Atme tief in den Bauch ein ... ... und langsam wieder aus.
Gedanken-Ordner
Sortier deine Gedanken: Was ist jetzt wichtig?
04 Pause-Knopf
03 Mut-Schild
Gute Gedanken machen dich stark. Sag dir: Ich schaffe das!
Das ist eine echte Superkraft: Drück Pause!
1 Minute Heldenstille
Heute habe ich ... tief geatmet Pause gemacht
Wie voll ist dein Krafttank heute? Tipp: Schneid die Batterie aus, oder mal sie einfach nach. Nutz sie jeden Tag für deinen persönlichen Superhelden-Energie-Check.
mir Mut zugesprochen Setz dich ruhig hin, und atme.
0
2
4
6
8
10
Du und deine Schule Mitschüler, Noten, Referate: Unterricht kann ganz schön stressen. Ideen für entspanntere Schultage.
42
Foto: Alexandra Polina
Kennst du das?
»Als ich in der ersten Klasse war, ist ein Junge sitzen geblieben. Ich fand es schlimm, dass er die Klasse verlassen musste, und hatte lange Angst, dass mir das auch passieren könnte. Inzwischen bin ich in der Fünften, und die Angst ist kleiner geworden. Vor Prüfungen bin ich aber trotzdem oft richtig aufgeregt. Vor allem bei Mathearbeiten oder Vokabeltests schlägt mein Herz ganz
schnell, und meine Füße kribbeln. Einmal konnte ich mich vor Aufregung kaum konzentrieren. Mir hilft es dann, ein paarmal ganz tief ein- und auszuatmen. Und ich denke immer daran, was Mama mir vor Prüfungen sagt: Das Wichtigste ist nicht, die beste Note zu bekommen. Wichtig ist, dass du dein Bestes gibst.« Esra, 10 Jahre
Protokoll: Josefa Raschendorfer
43
Ganz schön viel auf einmal
Manchmal wird aus Aufregung Angst. Vier Tipps, wie du bei Referaten und Tests ruhig bleibst. 44
Von Nora Burgard-Arp, Mitarbeit: Johannes Tiessen, Schulpsychologe
1. Mach den Berg kleiner
2. Vergleichen? Ja, aber richtig!
Ein Referat steht an. Und plötzlich sind da Gedanken wie: »Was, wenn ich alles falsch mache?« – »Hoffentlich lacht mich keiner aus.« Ein bisschen Aufregung gehört dazu. Aber manchmal wird die Sorge zur Angst – und diese Angst kann einen lähmen. Dann geht gar nichts mehr in den Kopf rein. Die Aufgabe fühlt sich wie ein riesiger Berg an, der vor dir liegt – und es wird tatsächlich schwierig mit dem Referat. Frag dich: Wovor fürchte ich mich eigentlich genau? Wenn du deine Angst besser kennst, kannst du auch besser überlegen, was dir helfen könnte. Dann erklimm den Berg Stück für Stück: Vielleicht übst du das Referat erst vor einer einzigen Person, der du vertraust. Danach vor deiner Familie. Mit jedem kleinen Schritt merkst du: Ich schaffe das! Und irgendwann bist du ganz oben auf dem Berg angekommen.
Vielleicht kennst du auch Gedanken wie: »Die anderen können das viel besser als ich.« Viele Menschen vergleichen sich mit anderen. Das hilft einem, einzuschätzen, was man schon kann und was noch nicht. Zum Problem wird es erst, wenn du immer darauf schaust, was andere besser können. Dann entsteht schnell das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Versuch mal, dich nicht nur mit anderen, sondern vor allem mit dir selbst zu vergleichen: Was kannst du heute besser als noch vor ein paar Wochen, einem Monat oder vor einem Jahr? Was hast du dazugelernt? Vielleicht machst du weniger Rechtschreibfehler, meldest dich öfter oder hast eine Aufgabe geschafft, die dir früher schwergefallen ist. Darauf kannst du stolz sein! Denn nicht nur die Note zählt: Auch Mühe, Mut und die kleinen Fortschritte sind wichtig.
t s An g
Fühl ma l...
t an? Wie fühlt sich Angs per Alarm: Dann Kör Bei Angst schlägt dein t flacher, und du es m at du z, er H in de rast icht kribbelt auch spannst dich an. Vielle itzt plötzlich, dein dein Bauch, du schw er deine Gedanken od n, ke oc tr d ir w d Mun überschlagen sich. Wofür ist sie gut? dich schützen und Deine Angst möchte kennen und schnell er zu n re ah ef G r, di t hilf al meldet sie sich zu reagieren. Manchm r keine echte Gefahr aber auch, obwohl ga die Angst größer ch si t hl fü n an D t. eh best in müsste. an, als sie eigentlich se
45
3. Ein bisschen super reicht
4. Du bist mehr als deine Noten
Niemand kann alles gleich gut. Vielleicht fällt dir Mathe oder Biologie schwer, aber du hast tolle Ideen beim Schreiben und bist besonders gut in Sport. Vielleicht brauchst du beim Lesen mehr Zeit, kannst dafür aber anderen besonders gut etwas erklären. Jeder Mensch lernt anders und hat ganz eigene Stärken und Schwächen. Das bedeutet nicht, dass du Dinge, die dir nicht so leichtfallen, gar nicht mehr versuchen solltest. Schule ist schließlich genau dafür da: Neues zu lernen, zu üben und dabei auch Fehler zu machen. Aber: Niemand muss alles sofort können. Und jeder darf sich Hilfe holen, wenn er sie braucht.
Einzelne Noten können zeigen, wie gut du eine bestimmte Aufgabe an einem bestimmten Tag gelöst hast. Aber sie verraten nicht, ob du ein guter Freund bist, ob du anderen zuhörst, kreative Ideen hast – oder ob du merkst, wenn jemand Hilfe braucht, und dann für die Person da bist. Auch freundlich sein oder anderen Mut machen sind wichtige Superkräfte. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass sich die anderen Kinder in der Klasse wohlfühlen und gern zur Schule kommen. Natürlich darfst du dich über gute Noten freuen. Aber es gibt noch viele andere Dinge, auf die du stolz sein kannst.
46
el w a s
itz
Dein SuperkraftZeugnis
Kr
Es gibt Stärken, für die man keine Noten bekommt. Welche sind das bei dir? Gib diese Seite deiner Lehrerin oder deinem Lehrer, und lass dich überraschen.
Liebe/r
,
in diesem Schuljahr ist mir positiv aufgefallen, dass du …
Diese Stärke(n) sehe ich in dir: Mut Hilfsbereitschaft Kreativität Geduld
Etwas, das du richtig gut kannst, ist …
Neugier Durchhaltevermögen Freundlichkeit
Ein Moment, in dem du mich beeindruckt hast, war …
Das möchte ich dir noch sagen:
Deine Lehrerin / Dein Lehrer:
47 47
! tte
Ac
tio n, bi
Schätze im Gedankenwald Komm mit auf eine Fantasiereise, und entdeck, welche Stärken in dir stecken.
Such dir einen Partner. Einer von euch legt sich bequem hin und schließt die Augen. Der andere liest vor: Stell dir vor, du stehst am Eingang eines Waldes. Ein schmaler Weg führt zwischen Bäumen hindurch. Geh den Weg in Gedanken entlang. Du findest einen Schatz – eine deiner Stärken: Vielleicht ist es Mut oder Gelassenheit.
Heb den Schatz in deiner Fantasie auf, und steck ihn in deinen Rucksack. Schau, ob du noch weitere Schätze findest. Geh mit deinem Schatz-Rucksack zurück zum Waldrand. Warte noch einen Moment. Dann öffne die Augen. Und jetzt: tauschen!
Welche Sc hätze habt ihr gefunden?
48
Und posen, bitte! Willst du dich mal ganz stark fühlen? Dann stell dir vor, du bist ein Superheld und mach diese Bewegungen nach.
Balancier zehn Schritte auf einer gedachten Linie.
Dreh dich ganz schnell im Kreis.
Nimm Anlauf, und spring über ein großes Kissen.
e Mal deine eigen Heldenpose:
Streck die Arme, so hoch du kannst.
Stell dich in deine stärkste Superhelden-Pose.
Mach drei Schritte – so groß wie du kannst.
u dich, Und wie fühlst d hst? wenn du sie mac
49
Jemande n beim Um ziehen oder auf d er Toilette stören nft, en, Herku h e s s u A r Übe enig Geld w r e d o ie Famil lästern
Jemanden beleidigen oder fertigmachen
Bedro he oder u n nter Druck setzen
Dinge wegnehmen, verstecken oder kaputt machen
Voll daneben! Es wäre zu schön, wenn sich alle in einer Schulklasse immer gut verstehen würden?
Stimmt! Das wird aber wohl leider nie so sein. Manchmal ist man genervt, hat eine andere Meinung oder sagt etwas, das man später bereut. Das passiert. Allerdings gibt es auch Situationen, die über einen normalen Streit hinausgehen: wenn jemand absichtlich verletzt, bloßgestellt, ausgelacht,
50
bedroht oder immer wieder schlecht behandelt wird. Jedes Kind und jeder Erwachsene hat das Recht, sich in der Schule sicher zu fühlen. Selbst wenn etwas als Spaß gemeint ist, zählt, wie es beim Gegenüber ankommt. Ein Foto kann für die eine Person lustig sein und für eine andere sehr peinlich. Ein Spruch kann als Witz gemeint sein und trotzdem verletzen.
Von Nora Burgard-Arp
Unter der Klotür durchfotografieren
Gerüchte verbreiten
Jemanden absichtlich ausschließen
Wenn du mitkriegst, dass ein Kind schlecht behandelt wird: Hol ruhig einen Erwachsenen dazu. Das ist kein Petzen, sondern mutig.
Auslachen
Jemanden zu etwas zwingen Gemeine Nachrichten oder Bilder verschicken
n, n anfasse Jemande s Person da ie d l h o w ob nicht will
Deshalb: Achte immer auf die Grenzen der anderen. Und auf deine eigenen. Dein Körper,
deine Sachen und deine Gefühle gehören dir. Und genauso gehören die Körper, Sachen und Gefühle der anderen ihnen. Wenn du merkst, dass jemand die Grenze einer anderen Person überschreitet, sie beleidigt, beklaut oder verletzt: Schau nicht einfach weg. Oft reicht
Schlagen, schubsen oder absichtlich wehtun
ein Satz wie »Hör auf damit!«. Manchmal fühlt man sich sicherer, wenn man jemanden dazuholt. Und wenn dir selbst etwas Gemeines passiert? Du darfst andere Menschen um Hilfe bitten, immer! Wenn sich alle daran halten, seid ihr eine starke Gemeinschaft. Sammelt doch mal Voll-danebenRegeln, und hängt sie gut sichtbar im Klassen zimmer auf.
51
Netter chatten Ein Gruppenchat ist wie ein digitales Klassenzimmer, aber ohne Lehrerin. Gute Idee, ein paar Regeln aufz ustellen!
1
4
Ein Chat für alle
Einigt euch auf einen gemeinsamen Klassenchat, in dem alle mitmachen können, die wollen. Wenn jemand einen »Geheim-Chat« vorschlägt, der einzelne Kinder ausschließt, sag klar: Nein!
Kommentare über Aussehen, Kleidung oder den Körper von Mitschülern? Lass es!
2
5
Nachdenken
Spam nervt
Bevor du in den Chat schreibst, überleg: Würde ich das auch laut vor der Klasse sagen?
Keine Bewertung
Poste nicht zu viel Quatsch, sonst wird der Chat schnell unübersichtlich. Wichtige Nachrichten können dann leicht untergehen. Leite auch keine Kettenbriefe weiter, darin stehen oft Drohungen, die anderen Angst machen können.
3
6
Fotos? Fragen!
Beim Fotografieren von Kindern oder Lehrerinnen und Lehrern gilt: um Erlaubnis fragen! Und wenn man die Bilder später im Chat posten will: noch mal fragen! Bearbeite Bilder nicht, das kann echt fies sein. Und Fake-Fotos von anderen erstellen ist eine ganz schlechte Idee.
52
Pssst!
Pfuschen bleibt pfuschen, auch in einem Chat. Poste deshalb niemals Mathe-Lösungen oder deine fertigen Englisch-Hausaufgaben.
Von Helena Ott
7
9
Skeptisch bleiben
Mobbing melden
Nicht alles, was im Internet steht, stimmt. Schau deshalb genau hin, bevor du etwas im Chat teilst. Frag dich vorher: Wer sagt das eigentlich? Woher kommt die Information? Und kommt dir etwas komisch vor?
Wenn ein Kind von anderen im Chat gemobbt wird, ist das ein Grund, laut zu werden: Sag klar, dass das nicht in Ordnung ist. Wenn du selbst betroffen bist: Sag deinen Eltern Bescheid oder einer Lehrerin oder einem Lehrer.
8 Gewalt? Stopp!
10
Teil niemals Bilder, Videos oder Nachrichten, die anderen Angst machen können. Dazu gehören Gewalt oder Gemeinheiten gegenüber bestimmten Menschen oder Gruppen. Wenn du so etwas geschickt bekommst: Leite es nicht weiter, und sag es einem Erwachsenen.
Fü h l m
m Sc h a
a l .. .
Ruhe bitte!
Damit die Handys nicht noch spätabends bei allen plingen: Verabredet »Öffnungszeiten« für den Klassenchat, zum Beispiel von 8 bis 18 Uhr.
am an? Wie fühlt sich Sch leicht am liebsten
viel Du möchtest dich ht wird heiß, dein ic es G n ei D . en ck verste misch an, oder du Bauch fühlt sich ko t das niemand!« k er m h ic tl en ff o denkst: »H
Wofür ist sie gut? s Menschen gut am ist dazu da, das
Sch er nnen. Wenn du od zusammenleben kö t, Unpassendes mach as w et es er d an d an jem kommen. Sie hilft, n ei ch rs o V m zu e kann si achzudenken, n n te al h er V e n ge über das ei en oder es beim nächst en ig ld u ch ts en zu sich hen. Mal anders zu mac
53
Du und die Welt Das Internet holt die ganze Welt aufs Handy – da kann einem ganz schön der Kopf schwirren. Übers Swipen, Sorgenmachen und Abschalten.
54
Foto: Silas Bahr
Kennst du das?
»Ich konnte eine Zeit lang schlecht einschlafen und musste abends viel grübeln. Um mich abzulenken, hab ich heimlich im Bett YouTube-Videos geguckt und mich von einem Clip zum nächsten geklickt, bis mir die Augen zugefallen sind. Am nächsten Morgen war ich oft total müde, und meine Augen haben gebrannt. Meiner Mama hab ich nichts erzählt, aber eigentlich wusste ich, dass mir
das lange Scrollen nicht guttut. Irgendwann hab ich beschlossen, die App zu löschen. Stattdessen hab ich Hörspiele angemacht. Die ruhigen Geschichten haben mich viel besser runtergebracht. Inzwischen weiß meine Mama davon. Sie ist stolz, dass ich selbst gemerkt habe, was mir guttut und was nicht.« Annika, 11 Jahre
Protokoll: Katja Bosse
55 55
Tolles Netz! Ein Klick, und schon öffnet sich eine riesige digitale Welt.
Erwachsene reden oft darüber, was im Internet alles gefährlich ist. Und ja: Ein paar Dinge sollte
man wirklich wissen. Aber zuerst die guten Seiten, denn das Internet ist auch ein ziemlich toller Ort. Es holt dir die ganze Welt in dein Kinderzimmer – in Videos, Texten und Bildern. Noch nie in der Ge schichte der Menschen war es so leicht, Wissen zu sammeln und aus zutauschen. Egal welche Frage man stellt: Das Internet spuckt eine Ant wort aus. Noch etwas Geniales schafft das Netz: Familien und Freunde können Kontakt halten, obwohl sie weit von einander entfernt wohnen. Und jeder kann rund um die Welt Menschen finden, die die gleichen Interessen
56
haben. Manchmal entsteht im In ternet auch etwas richtig Großes: Menschen machen auf Probleme auf merksam oder starten eigene Projekte und erreichen Millionen andere, die sie dabei unterstützen. Dann kann man sogar die Welt ein bisschen ver ändern.
Hinter dem, was du auf dem Bildschirm siehst, stecken Mil
lionen Menschen mit Geschichten, Wissen und Ideen. Mit dem Smart phone, Tablet oder Computer kannst du unzählige Dinge entdecken: Fuß balltricks, Spiele, Nachrichten, Tiere, Musik oder lustige Videos. Es ist wie ein riesiges Netz: An jedem Faden hängen neue G eschichten. Je nach dem, welchem Faden du folgst, ent deckst du etwas anderes.
Von Nora Burgard-Arp
ge
le n
C ha
Das digitale Abendbrot Weißt du eigentlich, was deine Familie so alles am Handy macht? Es kann richtig spannend sein, sich gegenseitig Schönes aus dem Netz zu zeigen. Vielleicht lacht dein Papa über lustige Videos, deine Mama bekommt Fotos von ihrer Freundin geschickt, und deine Oma freut sich über ein neues Rezept. Und du hast ein spannendes Experiment entdeckt, eine knifflige Quizfrage gefunden oder etwas gelernt, das dich überrascht hat. Hier kommt eine Challenge: Trefft euch einmal in der Woche zum digitalen Abendbrot! 1. Handys weg! Beim Essen kommen die Geräte vom Tisch. So können sich alle auf ihre Käsebrote oder ihr Rührei konzentrieren. Und dabei zuhören, wie der Tag der anderen gelaufen ist. 2. Handys raus! Wenn alle aufgefuttert haben, sind die Handys oder Tablets dran: Jede Person hat fünf Minuten Zeit und zeigt den anderen etwas Schönes, Lustiges oder Spannendes aus ihrer digitalen Welt.
3. Fair bleiben Niemand lacht einen anderen aus oder sagt: »Voll langweilig!« Und niemand zeigt etwas, was einer anderen Person Angst machen könnte. 4. Nachfragen Was genau macht dir an dem Spiel so Spaß? Warum interessiert dich dieses Nachrichtenthema gerade so sehr? Fragt nach, was ihr wissen wollt.
Unser Tag fürs digitale Abendbrot:
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
57
l
Wisch, wisch, wisch, wisch, wisch... Manchmal schaffen wir es einfach nicht, das Handy aus der Hand zu legen. Warum ist Aufhören so schwer?
Wer schon ein Smartphone hat, kennt das vielleicht: Man möchte nur ganz kurz ein Video
anschauen. Danach wischt man weiter. Noch einmal. Und noch einmal. Und schwups sind zehn Minuten um. Wischen und Scrollen macht Spaß, und dass man damit so schwer aufhören kann, liegt an unserem Gehirn: Es mag Überraschungen – vor allem wenn vielleicht eine Belohnung wartet. Das hat vor vielen Jahren der amerikanische Wissenschaftler Burrhus Frederic Skinner mit Tauben erforscht. Er setzte die Tiere in Boxen, in denen es einen kleinen Hebel gab. Wenn eine Taube dagegenpickte, bekam sie zur Belohnung ein paar Getreidekörner. Skinner fand etwas Spannendes heraus: Die Tauben pickten besonders oft, wenn sie nicht jedes Mal eine Belohnung ergatterten, sondern nur manchmal. Also nicht: Einmal picken bedeutet einmal Futter. Sondern: Vielleicht gibt es diesmal etwas. Vielleicht beim nächsten Mal. Vielleicht erst später. Genau diese Überraschung machte den Hebel für die Tauben so interessant.
58
Von Nora Burgard-Arp
Spätere Forschungen haben gezeigt, dass Menschen oft ähnlich reagieren. Wenn sie
nicht wissen, wann etwas Spannendes oder Schönes passiert, fällt es vielen Menschen schwer, aufzuhören. Auch viele Apps funktionieren so. Weil die Erfinder dieser Programme gar nicht wollen, dass man aufhört, sie zu nutzen. Wer durch TikTok, Instagram-Reels oder YouTube-Shorts scrollt, weiß nie genau, welches Video als nächstes erscheint. Vielleicht ist es langweilig. Vielleicht ist es aber auch das lustigste der Welt. Gerade diese Überraschung kann dazu führen, dass man immer das nächste Video sehen möchte. Das Gehirn denkt: Nur noch einmal wischen, vielleicht kommt jetzt etwas richtig Geniales! Und schon wieder sind zehn Minuten um.
59
Pause für den Kopf Warum handyfreie Zeiten so wichtig sind Das Gehirn kann ziemlich viel: denken, lernen, träumen und jeden Tag unzählige Eindrücke verarbeiten. Auch im Internet passiert viel gleichzeitig. Es gibt Videos, Nachrichten, Spiele. Ständig flimmert und plingt etwas. Das macht Spaß – aber irgendwann wird es zu viel: Die Augen werden müde. Vielleicht ist man auch schneller genervt oder hat richtig schlechte Laune. Das liegt daran, dass der Kopf dann so viele Informationen aufgenommen hat, dass er »voll« ist. Er braucht eine Pause, in der die Gedanken einfach herumwandern können. In dieser Zeit kann
60
das Gehirn die Informationen verarbeiten und sich erholen. Und auch der Körper braucht Abwechslung: Beim Daddeln sitzt man oft lange still und vergisst, sich zu bewegen. Dabei sind Rennen, Springen und Draußensein wichtig: Das Herz pumpt mehr Blut durch den Körper, die Muskeln werden aktiv, die Augen können sich entspannen, und Stress wird oft weniger. Deshalb ist es so wichtig, Geräte immer mal auszuschalten und wegzulegen. Nach einer Pause fühlt sich der Körper wieder frisch an, und in deinem Kopf ist wieder Platz für Neues.
Von Nora Burgard-Arp
s
au
Wie fühlst du dich?
F i n d ’s r
Wenn du das nächste Mal länger am Handy, Tablet oder Computer warst, halte kurz inne. Bevor du etwas Neues machst, frag dich: Wie fühlen sich mein Kopf und mein Körper gerade an?
Mein Kopf …
Was würde dir jetzt guttun?
☐ ist entspannt
☐ Rausgehen
☐ will weiterschauen oder -zocken
☐ Bewegen
☐ hat viele neue Ideen
☐ Etwas trinken
☐ ist gut gelaunt
☐ Ausruhen
☐ ist müde
☐ Mit jemandem reden
☐ ist unruhig
☐ Etwas anderes:
☐ fühlt sich überladen ☐ ist genervt
Mein Körper …
☐ ist voller Energie ☐ ist ruhig ☐ ist müde ☐ fühlt sich kribbelig an ☐ ist angespannt ☐ möchte sich bewegen
61
! tte
Ac
tio n, bi
Kribbelbauch und Schwitzefüße Wenn die Gedanken rasen, dann hilft es, in den Körper zu spüren.
Leg dich gemütlich hin, am besten auf den Rücken, und schließ die Augen. Fühl deinen Körper. Starte bei deinen Füßen: Sind sie heiß oder kalt? Schwer oder leicht?
62
Wander langsam weiter zu deinen Beinen, deinem Bauch, deinen Schultern und deinem Gesicht. Sind manche Stellen angespannt? Fühlt sich etwas besonders angenehm an?
Du musst nichts verändern. Hör deinem Körper einfach einen Moment zu.
Was hast du bemerkt? Brauchst du Ruhe oder eher Bewegung?
Zappel-Zeit Manchmal braucht der Körper Bewegung, damit die Gedanken wieder ruhiger werden können. Stell die Stoppuhr, und lass die Energie raus!
Renn 30 Sekunden auf der Stelle – so schnell du kannst.
Box 30 Sekunden in ein Kissen oder in die Luft.
Stampf 30 Sekunden kräftig auf den Boden.
Schüttel 30 Sekunden deine Arme und Beine aus.
ägt Wie schnell schl fühlt dein Herz? Wie g an? sich deine Atmun per? Und wie dein Kör
63
el w a s
itz
Kr
Schwere Gedanken?
Manchmal sieht man Dinge im Ne tz, die einen erschrecken. Oder erfährt in den Nachrichten von Ereignissen, die einen traurig machen. Dann kann es helfen, seine Geda nken dazu aufzuschreiben: Gibt es etwas, das dich gerade
besorgt?
Wie fühlt es sich an, wenn du da
64
ran denkst?
Macht dich in den Nachrichten
Fü h l ma l . . .
u r i gk e it a r T
gerade etwas traurig?
Wie fühlt sich Traurigkeit
an?
Dein Körper fühlt sich schwer oder müde an. Vielleicht hast du Bauchs chmerzen. Manchmal kommen dir die Tr änen, du hast keine Lust zu reden oder möchtest lieber eine Weile allein sein.
Wofür ist sie gut?
Traurigkeit zeigt, was dir wich tig ist. Du bist zum Beispiel traurig, wenn dich andere enttäuschen oder du etwas ve rlierst. Oft tut es gut, die Traurigkeit mit jem andem zu teilen, der dir zuhört oder dich in den Arm nimmt.
65
Losgelegt Große Veränderungen beginnen oft mit einer kleinen Idee – und die kann auch ein Kind haben. Diese Jungen und Mädchen haben richtig was verändert.
● Malala Yousafzai aus Pakistan Malala Yousafzai liebte es, zu lernen. Doch in ihrer Heimat Pakistan waren mächtige Männer der Meinung, dass nur Jungen zur Schule gehen sollten. Mädchen verboten sie es. Malala fand das ungerecht. Sie erzählte der Welt, wie wichtig Schule für
66
alle Kinder ist – für Jungen und Mädchen. Ihren Gegnern gefiel das gar nicht. Sie griffen Malala sogar an und verletzten sie schwer. Sie musste mit ihrer Familie nach Großbritannien fliehen – und kämpfte dort weiter für die Rechte von Mädchen. 2014 erhielt sie mit 17 Jahren für ihren Einsatz einen der wichtigsten Preise der Welt: den Friedensnobelpreis.
Von Susan Barth
● Ryan Hreljac aus Kanada Als Ryan Hreljac 6 Jahre alt war, hörte er, dass in Afrika viele Kinder kein sauberes Wasser haben. Er beschloss, einen Brunnen in Uganda bauen zu lassen. Doch dafür brauchte er erst mal Geld. Er erledigte kleine Arbeiten für seine Eltern, um ein bisschen was zu verdienen. Noch mehr kam dazu, als er anderen von seiner Idee erzählte: Viele Menschen spendeten etwas – und Ryan konnte den Brunnen bezahlen. Heute hat er eine eigene Organisation, die weltweit Brunnen baut.
● Greta Thunberg aus Schweden 2018 setzte sich Greta Thunberg mit einem Schild vor das schwedische Parlament in Stockholm. »Schulstreik fürs Klima« stand auf dem Plakat. Die damals 15-Jährige fand, dass Erwachsene zu wenig für den Klimaschutz tun. Zuerst saß Greta dort allein, dann kamen immer mehr Kinder und Jugendliche dazu, und bald machten Menschen auf der ganzen Welt mit. Sie gingen freitags demonstrieren statt zur Schule. So entstand die Bewegung »Fridays for Future«.
67
● Louis Braille aus Frankreich Vor mehr als 200 Jahren kam Louis B raille zur Welt. Als kleiner Junge wurde er blind. Doch er wollte unbedingt lesen lernen. Mit 10 Jahren kam er auf eine Schule für blinde Kinder. Dort lernte er Schriften zum Fühlen kennen, aber die waren schwer zu verstehen. Deshalb entwickelte er eine einfachere: Mit 15 Jahren erfand er die Brailleschrift. Sechs Punkte, die unterschiedlich angeordnet sind, stehen für die verschiedene Buchstaben und Zahlen. Sogar Musiknoten kann man in Brailleschrift übertragen. Heute nutzen sie blinde Menschen auf der ganzen Welt.
● William Kamkwamba aus Malawi William Kamkwamba wuchs in einem kleinen Dorf auf. 2001, als er ein Jugendlicher war, gab es dort eine große Dürre. Seine Familie hatte keinen Strom. William wollte helfen. Er fand ein Buch darüber, wie man Energie erzeugt, und hatte eine Idee: Er wollte ein Windrad bauen. Er sammelte Holz und Schrott – und schaffte es! Zuerst brachte das Windrad Strom ins Haus seiner Familie. Später baute er weitere. So versorgte er auch andere Menschen in seinem Dorf mit Strom, und William wurde weltweit bekannt.
● Marley Dias aus den USA Marley Dias, 11 Jahre, liebte Bücher. Aber ihr fiel etwas auf: In all den Geschichten fand sie kaum Mädchen, die aussahen wie sie. Das wollte sie ändern. 2015 startete sie die Aktion #1000BlackGirlBooks – auf Deutsch: 1.000 Bücher mit schwarzen Mädchen als Heldin. Marley rief Menschen dazu auf, solche Bücher zu suchen und zu spenden. Am Ende kamen mehr als 12.000 zusammen. Viele davon wurden an Schulen und Bibliotheken verteilt. Marleys Idee verbreitete sich auf der ganzen Welt.
68
ge
le n
Liebe Bundesregierung
C ha
l
Was sollten Politikerinnen und Politiker dringend verändern? Vielleicht hast du eine Idee für deine Schule, deine Stadt, die Umwelt? Oder du sorgst dich um Frieden, Gerechtigkeit oder etwas ganz anderes? Schreib einen Brief an die deutsche Bundesregierung. Schick ihn uns an leo-post@zeit.de. Betreff: »Politik«. Wir sammeln alle Nachrichten und geben sie weiter – versprochen!
Liebe Leute in der Bundesregierung,
ich finde wichtig, dass:
Dafür sollte sich in Deutschland ändern:
Und das könnte so gelingen:
Viele Grüße
Hier is t Platz Na m e , für Dat u m und de ine Un t e r s chrift
69
Reicht jetzt mal! Jeder kann anpacken und etwas verändern – und jeder darf auch einfach mal nichts tun.
Müll sammeln, Tiere retten, zur Demo gehen:
Etwas gegen die vielen Probleme auf der Welt zu unternehmen, kann sich ziemlich gut anfühlen. Solange es dir Kraft gibt und du das Gefühl hast, dass es dir dadurch besser geht: Super! Mach weiter! Manchmal können einen all die Probleme aber auch bedrücken, und man könnte an der Welt verzweifeln. Dann fühlt man sich als einzelner Mensch klein und machtlos. In solchen Momenten kann es guttun, sich abzulenken und sich mit etwas ganz anderem zu beschäftigen.
70
Du darfst dir auch ruhig öfter sagen: Das sollen jetzt mal die Erwachsenen lösen! Es ist nämlich ihr Job – nicht deiner! Große Krisen wie Klimawandel, Umweltzerstörung, Kriege oder Ungerechtigkeit müssen von vielen Menschen gemeinsam angegangen werden. Wichtig ist: Dein Kopf und dein Herz brauchen Pausen. Kinder sollen spielen, lachen, Quatsch machen, träumen und an schöne Dinge denken. Denn wenn man sich um die Welt kümmern will, muss man auch gut auf sich selbst aufpassen.
el w a s
itz
Papa redet beim Familienausflug wieder nur über die Klimakrise? Deine Patentante regt sich über die Wirtschaft auf, während du Geburtstagskuchen essen willst? Dann ist es gut, ein Stoppschild parat zu haben. Halt es hoch, wenn du eine Krisen-Pause brauchst!
Kr
s, au es pe. eid Pap e hn sc abil t n, da es hil ein Sc auf as s ld be Ma kle d un
tion ak
Ma
l
Und, wie geht’s? Die große Malaktion Damit die Erwachsenen mitkriegen, wie es Kindern geht, brauchen wir deine Hilfe: Fühlst du dich glücklich, mutig oder stark? Bereitet dir etwas große Freude oder macht dir Angst? Was auch immer dir dazu einfällt – verwandle es in ein Bild! Und wir sorgen dafür, dass die Welt es zu sehen bekommt.
1
2
3
Schnapp dir Papier, Stifte, Farben, Pinsel, und leg los. Du kannst zeichnen, malen, Collagen kleben, tupfen – worauf du Lust hast!
Füll den Zettel auf der rechten Seite aus. Schreib bitte so deutlich wie möglich. Dann schneid ihn an der gestrichelten Linie ab.
Schick Bild und Zettel bis zum 1. Dezember 2026 an: Zeitverlag, ZEIT LEO, »SuperkräfteMalwettbewerb«, 20079 Hamburg
72
Und dann? Mit etwas Glück wird dein Bild in der Wochenzeitung DIE ZEIT abgedruckt. Außerdem planen wir eine große Ausstellung. Wo? Das geben wir Ende des Jahres auf www.zeitleo.de bekannt. Name:
Alter:
Adresse: E-Mail-Adresse deiner Eltern: Titel meines Bildes und was ich mir dazu gedacht habe:
Starke Schule Es gibt nicht nur dieses Superkräfte- Heft, sondern bald auch einen Superkräfte-Tag an Schulen in ganz Deutschland. Für den 10. November können sich Gruppen der Klassen 3 bis 6 anmelden. Gemeinsam mit euren Lehrerinnen und Lehrern könnt ihr große Plakate
Aktion s 10. Nov tag ember 2026
basteln, über Gefühle sprechen und Superkräfte-Übungen machen. Das klingt spannend? Dann erzähl gleich deinen Lehrern davon. Alle Infos zum Aktionstag und zur Anmeldung finden sie auf www.zeitfuerdieschule.de/ fühlen-wachsen-wirken/
73
Zu diesem Magazin: Das Superkräfte-Heft ist ein Projekt von ZEIT LEO und der Beisheim Stiftung. Eine Stiftung setzt oft Geld für gute Zwecke ein. Die Beisheim Stiftung unterstützt dieses Heft, weil sie Kindern helfen möchte, innerlich stark zu werden und gut auf sich und ihre Gefühle zu achten. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass niemand ausgeschlossen wird, nur weil es ihm oder ihr einmal nicht gut geht. Dank der Stiftung ist dieses Heft kostenlos. Die Texte und die Gestaltung stammen aus der ZEIT LEO-Redaktion. Wir haben das Heft unabhängig erarbeitet und allein über die Inhalte entschieden.
Bei der Entwicklung haben uns der ZEIT LEOKinderrat und ein Erwachsenen-Beirat unterstützt. Vielen Dank an Annika, Juri, Lara, Sarah und Valerio vom Kinderrat. Sowie an Michael Deuschle, Oliver Dierssen, Arist von Hehn, Wouter de Jong, Ulf Matysiak, Joahir Osman und Anne Rolvering. Das Heft kann hier kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden: www.zeitleo.de/superkraefte Wie hat dir das Superkräfte-Heft gefallen? Schick uns eine Nachricht mit Vorname, Alter und Wohnort an leo-post@zeit.de
Pass gut auf dich auf! Wenn dich etwas bedrückt und du nicht weiterweißt, kannst du hier kostenfrei mit einer Expertin oder einem Experten sprechen, ohne deinen Namen sagen zu müssen:
Nummer gegen Kummer Montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.
116 111
Impressum An diesem Heft haben mitgearbeitet: Herausgeberin Katrin Hörnlein Redaktionsleiterin Josefa Raschendorfer Artdirektorin Kai Schmitzer Redaktion Katja Bosse, Sarah Schaschek
74
Bildredaktion Esther-Judith Ander Assistenz Ramona Loppnow Beratung und Entwicklung (extern) Susan Schädlich (fr.) Redaktion Superkräfte-Heft Nora Burgard-Arp (Redaktionsleiterin, fr.)
Du kannst auch mit jemandem aus dem Team chatten: montags bis donnerstags von 14 bis 20 Uhr. www.nummergegenkummer.de
Artdirektion Superkräfte-Heft Nils Küppers (fr.), Dorothee Holthöfer
Kontaktadresse nach EU-Produkts icherheits verordnung produktsicherheit@zeit.de
Weitere Mitarbeitende Superkräfte-Heft Silas Bahr, Susan Barth, Anne Dittmann, Saskia Hödl, Maria Irl, Helena Ott, Alexandra Polina, Kati Szilágyi, Rebecca Vogels
ZEIT LEO Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Buceriusstraße, Eingang Speerso rt 1, 20095 Hamburg Telefon: 040/32 80-0 Fax: 040/32 71 11 E-Mail: zeitleo.magazin@zeit.de
Korrektorat Thomas Worthmann (Ltg.), Oliver Voß (Stv.)
CPO Magazines & New Business Sandra Kreft Director Magazines Malte Winter Marketing Elke Deleker
Anzeigen ZEIT Advise; Lars Niemann (CSO) www.advise.zeit.de Herstellung Torsten Bastian (Ltg.), Oliver Nagel (Stv.)
Vertrieb Sarah Reinbacher
Repro Mohn Media Mohndruck GmbH
Unternehmenskommunikation & Veranstaltungen Silvie Rundel
Druck Frank Druck GmbH & Co. KG, Preetz
WERBUNG
Fühl dich gut!
Dieses Angebot wird präsentiert von der Beisheim Stiftung
Entdecken Sie mit Ihrem Kind, welche Maßnahmen im Alltag guttun können.
Wenn du dich das nächste Mal nicht gut fühlst, probier doch mal das hier:
Mutmacher und Sparks „Sparks“ ist das englische Wort für „Funken“. Gemeint sind kleine Impulse, die Kinder ermutigen sollen. Auf unserer digitalen Plattform finden Sie starke Mutmacher für jeden Tag, zum Ausdrucken und Ausschneiden. Die Karte kommt in die Tasche – als kleiner Reminder für unterwegs.
Diese und weitere Sparks findest du hier:
digital-sparks.org
– wir stärken Mentale Gesundheit in der Schule!
Ein Heft über Gefühle und Freundschaft, große und kleine Sorgen – und die Frage, was dich stark macht
EXTRA FÜR DEINE ELTERN In Kooperation mit
RATGEBER MENTALE GESUNDHEIT
Fühlt euch!
Gemeinsam stark und gesund
Liebe Eltern, unsere seelische Gesundheit ist genauso wichtig wie die körperliche. Doch im turbulenten Familienalltag ist es nicht immer leicht, Belastungen früh zu erkennen. Auf den folgenden Seiten finden Sie deshalb Informationen und praktische Tipps, wie Sie sich selbst und Ihre Kinder stärken. Schon kleine Gesten, offene Gespräche und verlässliche Routinen können viel bewirken. Wir hoffen, dass Ihnen dieses Heft Impulse gibt und Sie dabei unterstützt, gut aufeinander zu achten. Ihre ZEIT LEO-Redaktion
Dieses Heft ist ein Projekt von ZEIT LEO und der Beisheim Stiftung. Mehr Informationen zur Arbeit der Stiftung finden Sie auf www.beisheim-stiftung.com
Impressum Herausgeberin: Katrin Hörnlein Redaktionsleiterin Josefa Raschendorfer Artdirektorin Kai Schmitzer Redaktion Katja Bosse, Sarah Schaschek Bildredaktion Esther-Judith Ander
2
Assistenz Ramona Loppnow Redaktion Eltern-Extra: Nora Burgard-Arp (Redaktionsleiterin, fr.) Dorothee Holthöfer (Artdirektorin), Nils Küppers (Artdirektor, fr.) Weitere Mitarbeitende Eltern-Extra: Saskia Hödl, Helena Ott, Kati Szilágyi, Rebecca Vogels
Weitere Tipps und Infos zur mentalen Gesundheit finden Sie auf www.zeit.de/familie. Mit dem QR-Code erhalten Sie acht Wochen kostenlosen Zugang.
ZEIT LEO Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Buceriusstraße, Eingang Speerso rt 1, 20095 Hamburg Telefon: 040/32 80-0 Fax: 040/32 71 11 E-Mail: zeitleo.magazin@zeit.de
CPO Magazines & New Business Sandra Kreft Director Magazines Malte Winter Repro Mohn Media Mohndruck GmbH Druck Frank Druck GmbH & Co. KG, Preetz
Dieses Extra ist eine Beilage zum ZEIT LEO SuperkräfteHeft (vollständiges Impressum dort)
Titel: Olga Pankova/Getty Images; Illustrationen: Kati Szilágy Infografik: Becks Vogels *Quellen: Deutsches Schulbarometer (Robert Bosch Stiftung); KiGGS-Studie (Robert Koch-Institut); COPSY-Studie (UKE); DAK-Präventionsradar
Wie geht’s den Kindern?
Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeigen psychische Auffälligkeiten.
Depressionen, ADHS, Lernschwierigkeiten sowie Sucht- oder Essstörungen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen.
Kinder und Jugendliche aus armen Familien sind zwei- bis dreimal häufiger von psychischen Problemen betroffen als andere.
Kriege, Terrorismus, Klimakrise oder die Spaltung der Gesellschaft: Viele Kinder und Jugendliche haben Zukunftsängste.
Etwa jedes sechste Kind ist traurig oder zeigt andere depressive Symptome. Mädchen sind fast viermal häufiger betroffen als Jungen.
Einer der wichtigsten Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit von Kindern sind verlässliche Beziehungen.*
3
»Wir sollten öfter sehen, was Kinder gut machen«
Die Stimmungen von Kindern können stark schwanken. Wie erkennt man, welche im Rahmen sind und wann man professionelle Hilfe braucht? Und wie kann man die mentale Gesundheit im Alltag stärken? Antworten von einer Psychologin. 4
Interview: Saskia Hödl
Illustration: Kati Szilágy; Foto: Rolf Schulten/DPP
ZEIT LEO: Frau Schneider, was brauchen Kinder, damit es ihnen seelisch gut geht? Silvia Schneider: Sie brauchen Eltern und Lehrkräfte, die eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen. Erwachsene, die sie wertschätzen, anleiten und ihnen das Gefühl geben, gesehen und ernst genommen zu werden. LEO: Wie kann das gelingen? Schneider: Eltern und Lehrkräfte sind sehr gut darin, auf Fehler von Kindern zu achten. Sie sollten aber auch öfter sehen, was Kinder gut machen, und sie dafür loben. Entscheidend für die seelische Gesundheit ist eine Balance aus Korrektur und Bestätigung. LEO: Warum ist Loben für viele so schwer? Schneider: Störendes Verhalten fällt auf, während positives Verhalten meist unbemerkt bleibt. Häufig wird es als selbstverständlich angesehen und deshalb weniger beachtet. LEO: Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen? Schneider: Angenommen, einem Kind fällt es schwer, die Mutter nicht zu unterbrechen. Während sie ihre Einkaufsliste schreibt, schafft das Kind es diesmal jedoch, zu warten. Hätte es sie gestört, wäre es vermutlich dafür kritisiert worden. Doch dafür, dass es sich erwünscht verhält, bekommt es keine positive Aufmerksamkeit. Aber dieses Verhalten verdient Anerkennung. LEO: Die Stimmung von Kindern kann stark schwanken. Woran erkennt man, dass man sich Sorgen machen muss? Schneider: Wenn Kinder mal ein paar Tage schlecht drauf sind oder unruhig schlafen, sind das oft altersgerechte Entwicklungen. Sorgen sollte man sich machen, wenn ein auffälliges Verhalten für das Alter des Kindes ungewöhnlich ist. Nehmen wir Angst: Wenn sich ein Kleinkind bei einer fremden Person hinter seiner Mama versteckt, ist das durchaus normal. Wenn Kinder das im Grundschulalter tun, ist das nicht mehr entwicklungsgemäß. Auch Trennungsängste äußern sich je nach Alter unterschiedlich: Ein Kleinkind schreit oder wirft sich auf den Boden. Ein frühpubertäres Kind hingegen weigert sich, das Zimmer zu verlassen. Aufhorchen sollten Erwachsene auch immer dann, wenn ein auffälliges Verhalten mehrere Wochen relativ beständig andauert. LEO: Was kann man dann tun? Schneider: Wenn Eltern zum Beispiel merken, dass ihr Kind erschöpft ist, sollten sie sich fragen: Ist mein Kind gerade zu stark gefordert? Dann sollten sie gegensteuern und prüfen, wie sie den Stress reduzieren können. Sehr wichtig ist, dass sich Kinder ausreichend bewegen und reizarme Ruhezeiten haben, also ohne Bildschirm und Social Media. Und es kann helfen, die Schlafroutine zu verbessern – durch feste Abläufe vor dem Einschlafen. Auch Jugendliche brauchen Abendrituale, die zu ihrem Alter passen, nicht nur Babys und Kleinkinder! LEO: Und wann sollten Eltern professionelle Hilfe holen? Schneider: Wenn sich das Kind immer weiter zurückzieht und es aus seinen belastenden Gefühlen allein nicht mehr herauskommt. Gelingt es Eltern nicht, das Kind zu aktivieren – dazu, sich zu bewegen, Freunde zu treffen oder etwas zu unternehmen –, dann sollten sie sich beraten lassen. Die erste Anlaufstelle ist die Kinderärztin oder auch eine Erziehungsberatungsstelle. LEO: Wie kriegen Erwachsene mit, was ihren Kindern Sorgen bereitet?
Schneider: Wenn man von Kindern oder Jugendlichen etwas erfahren will, braucht das Zeit. Oft kommen Sorgen beiläufig zur Sprache, etwa beim Spielen oder Spazierengehen. Da sollte man aufmerksam sein! Und wenn das Kind so etwas andeutet, sollte man nicht gleich ungefragt Hilfe anbieten, sonst könnte es sich unter Druck gesetzt fühlen. Besser ist es, erst mal behutsam nachzufragen, worum es eigentlich geht. LEO: Und wenn den Eltern bereits ein konkretes Problem aufgefallen ist? Schneider: Dann sollten sie dem Kind ein Gespräch anbieten: »Ich sehe, das hat dich beschäftigt, magst du mit mir darüber reden?« Wenn das Kind nicht möchte, kann man sagen, dass das Angebot weiterhin besteht. Aber Druck zu machen, bringt oft gar nichts – im Gegenteil. LEO: Wie lernen Kinder, mit Schwierigkeiten umzugehen? Schneider: Im Leben gibt es belastende Ereignisse wie eine Trennung, einen Umzug oder das Ende einer Freundschaft. Kinder müssen diese Erfahrungen machen dürfen. Dabei sollten Erwachsene sie einfühlsam begleiten. Indem sie anerkennen: »Ich sehe, dass das gerade schwierig für dich ist.« Danach kann man gemeinsam überlegen: »Was könnte dir helfen?« Solche Bewältigungsstrategien zu üben, ist wichtig. Erwachsene sollten vermitteln: Auch wenn etwas traurig oder schmerzhaft ist, können wir darüber sprechen und gemeinsam einen Weg finden, damit umzugehen. LEO: Eltern stehen oft selbst unter Druck. Überträgt sich ihre mentale Verfassung auf die Kinder? Schneider: Ja, wie es den Eltern geht, wirkt sich auf das Kind aus. Wir wissen aus Studien mit Müttern und Babys, dass sich die emotionale Befindlichkeit der Mutter schon früh auf das Kind überträgt – auch ganz ohne Worte. Am besten untersucht ist das bei Ängsten und Depressionen. Inzwischen beschäftigt sich die Forschung aber auch stärker mit positiven Gefühlen: Wenn eine Mutter im Alltag freudig mit ihrem Baby spricht, kann sich diese Stimmung ebenfalls übertragen. Wichtig ist: Daraus sollten auf keinen Fall Schuldgefühle entstehen. Wenn Eltern mental belastet sind, hat das nicht automatisch zur Folge, dass es den Kindern auch schlecht geht. Und wenn sie eine psychische Erkrankung haben, muss das nicht bedeuten, dass die Kinder sie ebenfalls haben. LEO: Eltern sollten sich also auch gut um ihre eigene psychische Gesundheit kümmern. Schneider: Ja, das ist total wichtig. Kinder beobachten genau, was ihre Eltern tun: Wie gehen sie mit Ängsten um? Wie mit Freunden und Familie? Wie handhaben sie Konflikte? Es hilft also, vorzuleben, was man sich von seinen Kindern wünscht. Dazu gehört auch, auf sich selbst zu achten. Eltern brauchen Pausen und haben auch ein Recht darauf.
Silvia Schneider ist Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie. Sie forscht und lehrt an der Ruhr-Universität Bochum.
5
Noch mal, noch mal! Füße hoch!
Kleinkinder laden ihren Akku beim Mittagsschlaf auf. Aber was ist mit den übrigen Familienmitgliedern? Die könnten das oft auch gebrauchen – und samstags ist das vielleicht sogar realistisch: Das Auto ist geputzt, der Wocheneinkauf erledigt, der Sportkurs geschafft? Dann stellen Sie den Timer auf 30 Minuten – und machen Sie es sich zusammen auf dem Sofa gemütlich. Dösen, Lesen, Kaffeeschlürfen: Alles ist drin, Hauptsache, die Füße sind oben. Danach sind alle wieder fit und können den Dachboden ausmisten, Kindergeburtstag feiern oder den Rasen mähen. Oder auch einfach auf dem Sofa bleiben.
Beschwingter Morgen
6
Illustrationen: Kati Szilágy
Anziehen, Frühstück machen, Taschen packen, Zähne putzen, und alles im Wettlauf gegen die Uhr: Der Morgen in Familien kann ganz schön stressig sein. Leider kann man nicht einfach die Pause-Taste drücken, aber die Play-Taste kann für gute Stimmung sorgen. Beim Frühstück darf deshalb jeden Morgen jemand den Tagessong auswählen. Ob Gute-LauneGedudel, Oldie oder schräger Ohrwurm: der Musikchef des Tages bestimmt, was läuft. Gut möglich, dass danach alle beim gemeinsamen Zähneputzen noch ein bisschen weiterwippen.
Von Helena Ott
Es braucht nicht immer spektakuläre Ausflüge, um als Familie enger zusammenzurücken: Man kann auch im Alltag Momente für mehr Nähe schaffen. Vier Routinen zum Ausprobieren
Alle an den Tisch!
Einmal in der Woche ist Familiengipfel, bei dem alle zu Wort kommen. Zugegeben, es ist noch ein Termin mehr, der in den oft überquellenden Familienkalender gequetscht werden muss. Aber einer, der sich lohnt! Bei jedem Treffen übernimmt einer die Moderation. Er oder sie bringt ein Thema mit, über das alle Familienmitglieder abstimmen: Vielleicht gibt es eine neue Regel fürs morgendliche Chaos, einen Ausflug, den alle machen wollen, oder eine Lösung für den ewigen Streit um die Bildschirmzeit. Am Ende entscheiden alle gemeinsam, was ausprobiert wird. Wenn Sie mögen, halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest – mit Unterschrift. Und kritzeln Sie auf ein Stimmungsposter: War das Treffen sonnig, bewölkt, oder tobte ein Unwetter?
Schöner schlafen
Der Pyjama sitzt, die Decke ist aufgeschüttelt, das Licht gedimmt. Guter Zeitpunkt für einen Tagesrückblick: Was lief heute richtig gut? Was war so mittel? Gibt es etwas, das noch im Kopf herumspukt? Jeder kann etwas erzählen! Und um mit etwas Schönem in die Nacht zu gehen, überlegt sich jeder eine Sache, über die er oder sie sich heute richtig gefreut hat: der Kakao nach dem Kindergarten, ein schönes Lied im Radio, die Umarmung der besten Freundin, ein Witz, über den alle lachen mussten. Und dann: Augen zu.
7
Dieses Angebot wird präsentiert von der Beisheim Stiftung
WERBUNG
Wenn Gefühle groß werden, hilft Orientierung.
TRA U
kt
verzweife lt
lich
FRÖ H
RIG
H LIC
bed rüc
st ol z
am
glü ck
ht
usc
ns
unglücklich
tä ent
t tz rle ve
ei
hoffnungs voll
Das BUNTER BALL-Gefühlsrad unterstützt Kinder, ihre Gefühle in Worte zu fassen und sie besser zu verstehen.
T iv
D
ÄN
GS
verärgert
trie
rt
rt
er
so rg t
zt
fru s
be
ich
et
pö
uns
t
ck cho ges
nervös
em
hilflos
ts en
s es
gr
ag
EN
TLI
WÜ
nig r o z
begeistert
CH
t gekränk
gt ü n rg e v en ied r f zu
So funktioniert das Gefühlsrad 1. Gemeinsam anschauen Welches Gefühl passt gerade am besten? Ihr Kind kann auf das Gefühl zeigen, das es gerade in sich spürt.
2. Genauer werden Aus „fröhlich“, „traurig“, „ängstlich“ oder „wütend“ wird eine genauere Beschreibung.
3. Ins Gespräch kommen Nehmen Sie sich Zeit, gemeinsam darüber zu sprechen: „Was hat dieses Gefühl ausgelöst?“ „Was könnte dir jetzt helfen?“
Wichtig: Es gibt keine falschen Gefühle. Das Rad hilft, sie zu erkennen – und Worte dafür zu finden.
Mehr Spiele und Übungen rund ums Gefühleentdecken finden Eltern und Lehrkräfte hier
Was ist BUNTER BALL? BUNTER BALL ist ein Programm von In safe hands e. V. Es verbindet Bewegung mit sozial-emotionalem Lernen und stärkt Kinder dabei, Gefühle zu erkennen, mit ihnen umzugehen und Konflikte selbstständig zu lösen. Das Programm richtet sich an Kinder im Grundschulalter.