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BETWEEN THE LINES 57 HC EDITION

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Vorwort

57 Siegen & Umland Ein bisschen Stadt, viel Provinz - nicht gerade der Nabel der Welt. Trotzdem ist dieses Fleckchen am Dreiländereck NRW/RLP/Hessen mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Hardcoreszene. Zusammen mit dem Between The Lines Fanzine und dem Bro Code haben wir Infos zu den wichtigsten Bands, Platten & Venues, sowie kunterbunt gemixte Anekdoten & Eindrücke von Musikern, Clubbetreibern und anderen Zaungästen gesammelt.

Viel Spaß! Moe, Paul, Micha & Simon


Venues in 57’ VEB Wo Karl und Rosa auf’s Klo gehen und ihr den Kaffe nicht selber mitbringen müsst. Die dreistöckige Gegen-das-System-Instanz der Stadt, wo schon Punk- und Hardcoreshows gingen, als wir noch Bravo Hits gehört haben. Casa’s Bis vor ein paar Jahren gab sich dort zwischen Dönerspieß, Pizzaofen und Billard-Tisch mangels Alternativen die lokale Szene die Klinke in die Hand. Chamber of Torture berühmt-berüchtigte Der Keller unter der Schule in Eichen, dessen Floor so breit ist, wie Maggo lang ist – er hat nachgemessen! Hier haben u.a. CDC, Hang The Bastard & Pay No Respect zum Tanz geladen. 100% DIY und ohne PA – erst mit privatem Bierausschank, später von der Stadt zur SxE-Zone erklärt.

Vortex (Surfer) Club So etwas wie die heiligen Hallen für 57‘HC und die erste Adresse für die ganz Großen der internationalen Szene. Der schönste Club der Stadt – perfektes Ambiente, perfekter Sound.

Schellack Das inoffizielle Vereinslokal des Bro Code, wenn Moe kein Bier gekauft hat. Die beste Umgebung um Shows zu planen, Labels zu gründen oder einfach nur einen guten Abend mit seinen Freunden zu haben.

Bluebox Der Jugendtreff in der City, in dem jede echte 57er Band mindestens einmal einen Proberaum hatte. Hervorragend als Venue für Shows geeignet – solange der Feueralarm nicht betätigt wird!

Die Kammer Quasi das Wohnzimer von BTK, Mortal Hatred und allen anderen X-Talern. Die monatliche Metal Night verspricht günstigen Whiskey-Cola & Mosh von der Theke bis in die Küche!

Kaserne Burbach Nicht nur ein Beispiel für die gescheiterte Flüchtling spolitik, sondern lange Zeit auch Proberaumlocation. Hier gab es die eine oder and ere DIY-Floorshow zur Un terstützung der Flüchtlinge. Meyer(s) Einer der wenigen Läden, in dem man nach 3 Uhr noch alternativ abzappeln kann. Die prädestinierte Aftershow-Location für 57-Shows, in der bereits Bands wie Hang The Bastard, Countdown oder Alea Jacta Est versackt sind. Shows gab es hier auch schon. (Micha)

David (Reborn To Conquer, Berlin) “Wenn man an Siegen denkt, dann fällt einem ja zuerst immer das Vortex ein. Solange ich Hardcore höre, ist mir auch der Laden ein Begriff und es war großartig, dort selbst spielen zu dürfen. Es war extrem intensiv und hat mir auf der Bühne immer einen extra Energieschub gegeben. Obwohl ich den Verdacht habe, dass mir da jeweils was ins Bier gemacht wurde. Vielleicht gehört das aber auch zu den Siegerländer Lokalsitten. Auf jeden Fall gefällt mir auch, dass dort eine Vielzahl verschiedener Genres eine Bühne bekommt”.


ein paar Fragen mit Maik vom...

Pizzaservice, Bahngleise mit Übergang und Unterführung, ein lstunde Vierte Jede Pub. Irish er ranzig ein ein Restaurant und t zur Sowei i. donnert ein Zug zwei Meter neben dem Haus vorbe rt existie Club) Surfer x Vorte Nachbarschaft. Das Vortex (offiziell Drehist und Siegen in 2005 seit Form n in seiner momentane die maxiund Angelpunkt der alternativen Musikszene. Wenn 0,5 m² Gast jeder darf male Besucherzahl von 250 erreicht ist, Maik hat 2014 sende Jahre Zum en. Fläche für sich beanspruch chtnis Vermä das und bilie Immo die g, Leitun die n nach 9 Jahre als später an Phil übergeben. Aus Siegen wird er sich eher früher zu beantn Frage e unser r vorhe verabschieden. Aber nicht, ohne worten. Hi Maik, wie geht’s? Was muss man über Dich wissen, um Dich einschätzen zu können? Ganz gut eigentlich, so als Rentner im Unruhestand. In Siegen bin ich auf Umwegen gelandet. Erst Jura und Geographie - eher in Teilzeitstudierend, weil meistens im Studio vom Hochschulradio Kölncampus abhängend und dort mehrere Sendungen moderierend und gestaltend, hat mich die fixe Idee einen Club mit Live-Musik aufmachen zu wollen vom ein auf den anderen Tag nach Siegen verschlagen. Und das war’s dann für die nächsten

10 Jahre. Bereut hab’ ich es nie, das Studium „unterbrochen“ zu haben. 12 Jahre Köln haben mich gelehrt: Et kütt halt wie et kütt (s. Kölsches Grundgesetz, dem man eh folgen sollte). Wann hast Du (oder jemand anders?) im Vortex das erste Mal eine Hardcoreshow veranstaltet? Wie ging’s danach weiter? Kann ich schwer sagen. Ich kann mich noch an die Releaseparty von Sordit erinnern. Einige Leute haben mir damals auch von Embraced By Hatred erzählt, und dass ich danach den Laden renovieren

und bei der Show die Ausgabe von Gläsern vermeiden müsste. War natürlich alles halb so wild. Danach hab ich mich dann mehr und mehr mit der HC-Szene beschäftigt und so entwickelte sich langsam die ganze Geschichte. Klar waren mir die großen Namen auch schon bekannt, aber mögen gelernt habe ich die erst in der Vortex-Zeit. Durch die Kooperation mit MAD kamen große Namen wie Walls Of Jericho oder

Agnostic Front im Vortex vorbei. Wie müssen wir uns die Zusammenarbeit mit den Größen des Hardcore vorstellen? Ach, die Jungs kochen doch alle auch nur mit Wasser. Manche entsprechen dem Klischee mehr, manche weniger. Man legt da mit der Zeit eine gewisse Routine an den Tag. Und meistens sind Gerüchte über das Verhalten von Bands oder einzelnen Musikern, wie z.B. bei Ignite, dann doch nicht so zutreffend. Normalerweise ist es so, dass die „größeren“ Bands auch oft professioneller Arbeiten und ein Umgang mit denen einfacher ist, als mit Newcomern. Du hast das Vortex quasi hauptberuflich betrieben. Kann man davon leben? Wie viel Arbeit investiert man da pro Tag? Wie lang hat es gedauert, den Club als „alternative Alternative“ zu etablieren?


„Quasi hauptberuflich“ ist gut. Einen Laden dieser Größe kann eine Person alleine nicht betreiben. nebenberuflich Eigentlich muss man das sogar mit mehreren Leuten machen, ansonsten hat man kein Privatleben oder Freizeit mehr. Als Vergleich: Im doppelt so großen Underground in Köln arbeiten z.B. über 30 Leute. Im Vortex eher 5-6 auf Aushilfsbasis. Im Prinzip bist du immer mit dem Laden beschäftigt, wenn du nicht schläfst. Am Wochenende allein oft auch 40 Stunden, wenn Parties und Konzerte hintereinander stattfinden. Ich glaube, dass es relativ schnell ging mit der Bekanntheit in Siegen, zumindest in den „alternativen“ Kreisen. Aber überregional hat es etwas gedauert, was natürlich auch damit zu tun hat, dass man erst mal Verbindungen zu den Bands und Agenturen aufbauen muss. Aber nach 3-4 Jahren war es dann auch schon möglich etwas bekanntere Bands nach Siegen zu

holen. Wie groß ist der Einfluss deines persönlichen Musikgeschmackes auf das Programm des Vortex? Ich habe zu Beginn auf jeden

Fall mehr kleinere, unbekannte Bands gebucht, die mir persönlich gefallen haben. Leider kamen zu solchen Konzerten recht wenig Besucher, so dass es mir irgendwann zu peinlich wurde mit 20-30 Leuten vor der Bühne zu stehen. Es macht einfach mehr Spaß Bands zu buchen, die die Leute gerne sehen wollen. Aber zwischendurch habe ich mir natürlich immer mal wieder selbst einen Bandwunsch erfüllt. Im Vortex gibt’s immer nur vegetarisches Catering. Warum darf man da kein Fleisch essen? Es sprechen alle Gründe gegen den Konsum von Fleisch. Damit sollte sich jeder mal dringend objektiv beschäftigen. Ich bin seit mehr als 20 Jahren Vegetarier und seit einigen Monaten versuche ich sämtliche Tierprodukte zu vermeiden. Ich bin irgendwann mal zu dem Punkt gekommen, dass ich das Geld, das ich mit dem Club verdiene, nicht für die Fleischindustrie ausgeben will. Die meisten Bands verstehen das auch und meckern nicht rum. Ganz im Gegenteil. Sie sind eher positiv überrascht, was unsere Köchin Leyla zaubert

und oftmals bekamen wir zu hören, dass es im Vortex das beste Essen auf der Tour gegeben hat (was ich aus eigener langjähriger Tourerfahrung übrigens bestätigen kann).

Nach 9 Jahren hast Du den Entschluss gefasst, das Vortex an Phil weiterzugeben. Gab’s diesen Plan schon länger? Was drängt dich dazu? Ich habe in den letzten 1-2 Jahren das Gefühl gehabt, dass ich etwas Neues anfangen muss. Die lebensfeindlichen Arbeitszeiten, die dazu führen, dass man soziale Kontakte vernachlässigt, sprechen auch nicht gerade dafür, einen solchen Job bis an sein Lebensende auszuüben. Allerdings muss ich zugeben, dass sich über die Jahre auch eine gewisse Frustration aufgebaut hat. Das hat einerseits mit dem Verhalten von Bands zu tun, die die Gastfreundschaft nicht zu würdigen wissen und oftmals verbrannte Erde hinterlassen, als auch mit Partygästen, die in den letzten Jahren auch zum Personal einen immer ruppigeren Ton den Tag gelegt


haben. Natürlich kann man sich nicht über alles aufregen, wenn man Alkohol ausschenkt und ich will auch nicht alle Bands und Besucher über einen Kamm scheren, aber der Umgang miteinander ist rauer geworden. Sieht man Dich noch ab und zu in der Gegend? Am Freak Valley z.B.? Wie geht’s bei Dir weiter? Ich denke, ich werde Siegen und dem Club noch ein wenig erhalten bleiben. Es gibt ja immer was zu tun. Und

beim Freak Valley werde ich natürlich auch dabei sein. Ich werde weiterhin Bandbusse vermieten und verstärkt als Fahrer fungieren. Zwei Touren mit Junius und The Chameleons in der ersten Jahreshälfte stehen noch an. Ich wechsele quasi die Seiten und kann jetzt die Backstageräume zertrümmern Wer säuft mehr? Metalheads oder HC Kids? Das kommt auf die Tagesform und das Lineup an. Wenn

z.B. BBD mit Beardown und anderen lokalen Bands spielen, dann wird’s für die trinkfreudigen Metaller auf jeden Fall eng. Was war die beste Show im Vortex? Puuuh. Die Frage ist nicht zu beantworten. Es gab einige denkwürdige Shows. Aus erlich dem HC-Bereich sich Walls von tt ftri Au te ers der bis en Lad Of Jericho, wo der und r wa üllt gef n zum Berste Show die Sängerin nach der beste der meinte, dass das wäre n ese gew r Gig der Tou auch er Ab n). cke Wa (trotz Mind, kleiner Bands wie Tre a ndr Tou ati, das Fall, Maser immir en hab ius und Jun mer viel Spaß gemacht. Die beste Show wird hoffentlich das finale Abschiedskonzert Ende Juli sein, bei denen die Namensgeber des Clubs sich die Ehre geben: Motorpsycho aus Trondheim! Hardcoremäßiges Tanzen ist nun bekannterweise etwas

ernsspeziell. Ist schon mal angeg ch thaft etwas zu Bru gen? Ruf, HC-Shows haben ja den he Asc dass alles in Schutt und seri abg b Clu gelegt bzw. der r abe das hat her Bis d. sen wir fft. cha noch keine Band ges MitWas allerdings oftmals in d, wir n oge gez ft leidenscha . Gebbst sel er uch Bes die d sin e, rochene Nasen oder Arm Blessuren aller Art sind dann an der Tagesordnung. Aber das gehört wohl dazu. Wir wünschen Dir für die kommende aufregende Zeit alles Gute. Die letzten Worte gehören Dir. Danke. Ich wünsche mir im Prinzip nur, dass das Vortex Siegen noch lange weiterbesteht und was 57’HC angeht, dass der Bro Code weiterhin mit Shows am Ball bleibt und die Szene am Leben hält. Ein paar neue Bands könnte es da auch mal wieder geben. Ansonsten: Think about it – go vegan!!! (Simon)

Markus (Still Ill, Aachen) „Meine Erfahrungen mit der Siegener Hardcoreszene sind durchweg positiv. Es gibt wenige Städte, wo der Zusammenhalt und die Freundschaft untereinander so präsent ist wie dort. Auf jeder Show tummeln sich etliche bekannte Gesichter und der Support für kleinere, lokale Shows und Bands ist gigantisch. Letztendlich habe ich Siegen immer so erlebt, wie ich mir meine eigene Stadt wünschen würde: ein unglaublich motivierter Haufen im Bereich Booking/Organisation, Clubs, die das ganze ermöglichen und sogar noch fördern und ein sehr treues, dankbares und freundliches Publikum. Siegen war im Jahr 2014 definitiv mein Favorit und ich freue mich auf 2015.“


Embraced

By Hatre d phie und S

Steel ci ty Bound - Diskog ra

Flashback. Irgendwann 2003. Camo-Pants & Silberketten sind cool, MySpace entwickelt sich zur einschlägigen Plattform für Halbstarke mit Profilneurose und der Terminus Beatdown ist noch nicht überstrapaziert und peinlich. Ich bin noch ziemlich jung, grün hinter den Ohren, kauf mir die obligatorische Flexfitcap und stoße auf eine Band namens Embraced By Hatred. EBH entwickeln sich in den Folgejahren nicht nur zum Flagschiff der 57er Szene, sondern auch zu einer der wichtigsten Bands in Deutschland und Europa. Und zur Verblüffung der meisten Kids sind diese Jungs eben nicht aus dem Pott – sondern aus der beschaulichen Krönchenstadt, die im Windschatten des Hardcore Revivals gerade erst dabei ist den (Wieder)Aufbau der heimischen Szene voranzutreiben. Im Jahr 2005 erscheint das Debüt „Down To Concrete“ (Filled With Hate Records). Andy bezeichnet den EBH-Erstling mittlerweile als „kaputt produziert“. Zugegeben, klangtechnisch lässt sich

die Scheibe nur schwierig einordnen. Aber das stört nur bedingt. Insbesondere in Sachen Songwriting bewegen sich EBH mindestens ein Level über dem Gros der Genrekollegen. Musikalisch haben eindeutig Bands wie Drift, Merauder und die Kreuzberger Kapelle Dev-

il Inside Pate gestanden. Metallisch, irgendwie prollig (damals sagte man ganz gerne „Bollo“), garniert mit einer Prise Straßenromantik und jede Menge HipHop-Charme, der sich in einigen Rap-Parts (Highlight: Der Chorus von „T.T.W.“), dem Bonustrack und dem erstklassigen Artwork widerspiegelt. Die zweisprachigen Texte und einige coole Gitarrenharmonien sorgen zusätzlich für die nötige Abwechslung und abgesehen von der eher aufgesetzten Gesangshook im Opener „False Martyr“ verzichten EBH durchweg auf unnötige Experimente. Ab und an wird sich dann auch gerne mal

tory

selbst zitiert, aber das hilft dem Schiff dann eben auch auf Kurs zu bleiben. Neben dem deutschprachigem Song „Familie“ sticht insbesondere der Titeltrack heraus, der mit seinen Singalong Parts und den harten Breaks zum Hit der Band avanciert. EBH schaffen es mit diesem Debüt den urbanen, von amerikanischen Bands wie Biohazard geprägten Straßensound der 90s um eine deutliche Kante Hardcore made in Germany zu erweitern und das sehr eigenständige Soundkonstrukt in ein zeitgemäßes Gewand zu packen. Das Ganze hat Schönheitsfehler, einige Füller und sicherlich nicht die Qualität späterer Releases, schlägt aber zu recht ein wie eine Bombe. Schon zwei Jahre später hauen EBH mit „Real Recognize Real“ (Filled With Hate Records) den Nachfolger hinterher. Aufgenommen in den legendären Sonic Sounds Studios in Viersen (in denen u.a. Drift’s „Stalkin’


Like Killers“ eingezimmert wurde), stimmt hier vor allem schon mal eins: der Sound. Druckvoll & brachial werden hier alle Schwächen des Vorgängers ausgemerzt. Auch musikalisch wirkt alles noch mehr wie aus einem Guss. Gitarrenharmonien & HipHop-Elemente weichen einem fokusierterem Gesamtbild und EBH schrauben dafür gehörig an der Dynamik der Songs. Vor allem Sänger Sascha – dieses Mal allein für den Gesang zuständig – hat spürbar an seiner Stimme gearbeitet und drückt dem zweiten Output seinen Stempel auf. Geboten wird teils metallischer, teils beatdownlastiger Hardcore ohne Spirenzchen. Zwar sind weniger Höhen und Tiefen und stilistische Ausreißer auszumachen, als beim Vorgänger, aber das unterstreicht eben auch, wie solide hier daran gearbeitet wurde einen roten Faden zu spinnen. Insbesondere der Gassenhauer „Lion’s Den“ und das kompromisslose

„Claiming It Back“ mit Marcel (Drift, The Platoon) sind bärenstark. Trotz einiger Feinjustierungen am Sound und einem härteren Gesamtbild hat die Band aber keineswegs die Trademarks der Down To Concrete Ära ad acta gelegt hat. So zeigt z.B. das stimmungsvolle Interlude „The Night“, dass Andy auch seine Producerfähigkeiten spürbar verfeinert hat. Insgesamt steigern EBH sich im Vergleich zu „Down To Concrete“ vor allem musikalisch enorm. Der einzige Kritikpunk meinerseits ist, dass bei all der angestrebten Perfektion ein wenig der Charme des Debüts verloren geht und dem ein oder anderen Song im bewusst relativ eng gestricktem Soundkorsett etwas die Luft zum atmen fehlt. Whatever, die Platte ist beängstigend hart und sollte in keiner Sammlung fehlen. Nach 3 Jahren Abstinenz gehen EBH dann mit „Vigilante Justice“ (DIY) back to the basics und zimmern in Eigenregie im heimischen Prober-

aum die 5-Tracks-starke „Vigilante Justice“ Demo ein. Kontrastprogramm zur stark produzierten „Real Recog-

nize Real“ quasi. Der Sound ist aber durchaus ansprechend, und so kann die Demo locker mit einigen High Class Produktionen mithalten. Nach einem schicken HipHop Intro mit 80s/90s Flair legen EBH mit dem Instrumental „Things Expected“ und dem furiosen „Vultures Feed“ los. Vor allem das Tempo wird im Vergleich zur letzten Platte deutlich angezogen. EBH gehen hier und da außerdem wesentlich metallischer zu Gänge und haben zusätzlich an der Gitarrenarbeit gewerkelt. Sicherlich zeigt sich hier auch der Einfluss von


Stephan (ex-Gunned Down), der Maik an der Gitarre abgelöst hat. Was bleibt, ist die eine Konstante: kompromisslose Härte verpackt in ansprechende Arrangements. „Harder They Fall“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. EBH erfinden sich nicht gänzlich neu, sondern transformieren den eigenen Sound geschickt in ein etwas anderes, von den alten Helden geprägtes Gewand. So stößt man den ein oder anderen Anhänger der BumBumFraktion sicherlich vor den Kopf, da der musikalische Wandel im Vergleich zur Feinjustierung nach dem Debüt doch eine ganze Ecke krasser ist. Im Kern ist das aber eben 100% EBH. Vor allem das abschließende, grandios neu-interpretierte „Method Of Groove“ von Life Of Agony markiert den Höhepunkt und zeigt nochmal deutlich die musikalische Klasse der Band.

Tja, und diesen April schlagen EBH nach langer Abstinenz dann endlich ein neues Kapitel auf. Wir freuen uns auf die knietief in den 90ern verwurzelte neue Platte namens „Time waits“ (Gangstyle Records), deren Vorboten – das Video zu „On The Grind“, so wie das limitierte Tape auf Injustice Records – zeigen, dass die Band anno 2015 wahrscheinlich besser ist, als je zuvor. Die Releaseshow findet am 25.4 im schönsten Club der Region statt – Pflichtprogramm! (Moe)


Interview mit Micha von...

mst, Hallo Micha. Du kom aus ht nic lls nfa ebe , ich wie t bis e Wi der Siegener Szene. den mit l Ma ten du zum ers geLeuten hier in Kontakt kommen? mein Hi! Also ich bin 2009 für ogen gez gen Sie h nac m Studiu Woten und an meinem ers ällig zuf ich e chenende hab h noc ls ma (da ck ella mal im Sch Beim ut. cha ges bei vor ch) 7in Typen Pinkeln dann mit dem äch spr Ge ins t hir im BBD-S in Kev als sich der n, me gekom BTK er Üb . von BTK vorstellte gener habe ich dann die Sie Szene kennengelernt, die erste Bro Code Show im Vortex gesehen und bin schwer beeindruckt gewesen. Wie kam der Entschluss zustande, Beardown zu gründen? Beardown ist aus der Vorgängerband Sordit aus Burbach entstanden. Da ist der Sänger 2011 ausgestiegen und die Jungs waren auf der Suche

ermöglichen. Aktuelle und nach Ersatz. Zu der Zeit habe solide Releases dürfen dabei ich noch in einer anderen Band Bass gespielt und dort aber auch nicht zu kurz komSimon kennengelernt, als men, um als Band interessant er bei einer Probe an dem zu bleiben. Drums aushalf. Dann ein Paar Mal gemeinsam gejammt und wir entschieden uns 2012 Da du ja auch aktiver Booker dazu, Beardown zu gründen. bist, träumen wir mal. Was wäre dein perfektes Lineup ? Schwer zu sagen. Ich würde Gerade als junge Band ist es mir eher wünschen, dass die schwierig den Fuß in die Tür Lineups, die wir buchen weitzu setzen und auch mal aus er so perfekt bleiben. Perfekt der Heimat herauszukom- in dem Sinne, dass die Bands men. Fällt euch dieser Schritt wissen, worum es uns geht, auch schwer und wie ver- eine gute Zeit haben und die sucht ihr, ihn zu gehen? Leute, die auf die Shows geGerade als junge Band fällt hen, die Bands auch weiterdas heute wirklich schwer, hin supporten. Aber einmal aber die Gründe dafür im Leben eine Show mit Merwürden den Rahmen hier auder, den Cro Mags oder sprengen. Wir versuchen so LOA zu machen, das wär’s oft wie möglich auf andere wohl. Shows zu gehen, neue Leute kennenzulernen und auch im Gegenzug selber mit unseren Wenn ich mir euer neues Shows im Bro Code etwas Material anhöre, seid ihr um zurückzugeben und so Freeiniges härter geworden undschaften zu festigen, die was kann man von der Bearuns auch außerhalb Shows down/SOP Split erwarten?


Iron Anthems Ausblick

Das mit dem härter werden war wohl unser Ziel für die Split, aber wir wollten dadurch auf keinen Fall beliebig werden und unseren straighten Sound opfern. Durch unseren zweiten Gitarristen ist alles etwas Metal-lastiger geworden, aber ich denke die Songs werden als Hardcore-Songs erkennbar bleiben. Auch wenn wir ein paar Überraschungen drauf gepackt haben. Was liegt dir besonders am Herzen, den Lesern zu vermitteln? Ihr seid keine Kunden! Wenn euch irgendetwas an der Szene nicht passt, dann versucht das zu ändern oder wenn ihr es momentan geil findet, dann lasst die Szene nicht sterben. Das hier ist unser Ding, jeder kann ein Teil davon werden und das kann uns keiner nehmen. (Paul)

TBCC001: SOP!

Beardown

&

Das allererste Release, das über den Bro Code läuft. Aber warum bitteschön ein Tape? Weil’s geil aussieht! Zack! Und die Songs waren dann doch zu lang für ne Floppy Disc. Geboten werden insgesamt 7 Songs Hardcore. Heavy, straight, direkt auffe Kauleiste. Der Sound knarzt und knattert im positiven Sinne, die Songs sind kurz und auf den Punkt

gebracht. SOP sind nen Zacken punkiger und erinnern hier & da an Bands wie H20 (besonders beim Gassenhauer “Final Call”), Beardown hingegen klingen wesentlich brachialer als früher und walzen überwiegend im Midtempo-Bereich alles platt. Insgesamt ist das ein rundes Ding. Sympathisch, authentisch, DIY. 100% Bro Code. Für schlappe 5 Euro und auf 300 Tapes limitiert! Zuschlagen! (Moe)


Tobias erzählt

Siegen, 01.11.2014. Irgendwie fühle ich mich den ganzen Tag schon scheiße, probiere aber mir nichts anmerken zu lassen. Nachmittags nochmal schnell mit Paul und Dehne zur Kirmes bevor es in Richtung Vortex geht. “...Helden der Nacht, BBD ich vergesse nicht!” Passender hätte die letzte Phrase nicht sein können. Bei mir brechen direkt alle Dämme, weil eine der schönsten Ären meines Lebens zu Ende geht. Hier finden fast 4 Jahre Blood By Days ihr Ende für Dehne und mich. Dieses Ende bereitet mir nach wie vor Unbehagen, aber manchmal muss ein Mann tun

was ein Mann tun muss. Erstkontakt mit der 57 Szene hatte ich allerdings nicht erst mit meinem Engagement bei BBD. Seit 2008 tingel ich relativ häufig in die Krönchenstadt. Schon zu Zeiten von WMAG habe ich mich immer als aktiver Teil dieser Szene gefühlt. Hier habe ich viele Freunde fürs Leben gefunden, wilde Abende/Shows gehabt und generell einfach nur einen Arsch voll toller Erinnerungen gesammelt. Sei es die erste Show die ich im Vortex spielen durfte (mit Schnapsfütterung des Publikums), damals noch mit WMAG, oder die Show in Eichen, die ich niemals vergessen werde, weil ich dachte, dass Marco entweder gelähmt oder tot ist. Ich erinnere mich noch an zahllose Proben mit BTK aus denen leider nie eine Show entstanden ist, meine Verblüffung darüber, dass man in der Nähe von Moe’s alter Wohnung nach 20 Uhr nichts

mehr kaufen konnte und generell daran, dass ich jedes einzelne Mal gerne hierhin gekommen bin, weil es hier einfach läuft. Hier muss ich mich nicht verstellen, es wird nicht darauf geachtet was ich für eine Frisur habe, was für eine Marke meine Turnschuhe haben oder mit wem ich cool bin. Hier geht es allen um dasselbe, die Musik! Das was eigentlich überall so sein sollte, habe ich in dieser Form nur in Siegen gefunden und dessen solltet Ihr euch bewusst sein und stolz darauf sein! Ich werde auch in Zukunft weiterhin zum Vortex pilgern, auch wenn es sich bei BBD Shows so anfühlen wird als wenn gerade jemand mit meiner Ex Freundin rummacht. Supportet weiterhin eines der fleissigsten independent Booking Teams mit dem BRO CODE, MO LUX IMAGO mit seinen sehr sehr coolen Bildern, jede Band aus dem 57 & 58 Umfeld und bleibt wie ihr seid. (Tobias #ex-bbd/wmag #ärztefan #mariacron-cola)


Interview mit Moe von... Hallo Moritz. 2003 gegrünWenn wir einmal in Erindet blicken Blood By Days nerungen schweben. Wie mittlerweile auf eine über sah dein erster Kontakt zu 10 jährige Bandgeschichte der Hardcoreszene aus? Und zurück. Kannst du dich noch was hat dich daran so bedaran erinnern, wie kam es geistert, dass du mittlerweizur Gründung von BBD? le im fortgeschrittenen Alter Hallo Paul. Ich hab damals – imm er noch so aktiv bist? – Jahre 2000er der so Anfang Ich bin damals von Punkmit meinen besten Kumpels Rock & Metal über ungefähr Julian & Marcel viel bei mir alles gestolpert, was hart abgehangen und super-rewar. Aber ich konnte mich nie bellische Musik gehört. Panso richtig mit diesem Mettera, Bad Religion und so. al-Ding und auch nicht 100% Mein Dad hatte ein Schlagmit der Punkszene identifizeug im Keller stehen und als zieren. Kurz vor der Veröffengenug Geld für beschissene tlichung der „Perseverance“ Verstärker und Instrumente bin ich auf ein Interview mit zusammengespart war, haben wir da zusammen auf Hatebreed in der Rock Hard gefühlten 4,5 m² versucht gestoßen, das irgendwie Punk-Rock zu spielen. Wir mein Interesse geweckt hat. waren halt auch richtig su- Ich habe mir dann in stundenlanger Download-Arbeit per-kacke. Punk war dann irgendwann nicht mehr hart via Kazaa völlig legal ein paar & cool genug, wir haben Songs gesaugt – ich glaube „Last Breath“ war meine noch ein paar Söldner rekrutiert und der Hardcore-Feuertaufe. Und Rest ist dann einfach so passiert. In deinen Texten thematisierst du auch öfters negative Aspekte der Szene. Findest du diese sind noch aktuell? Was läuft deiner Meinung nach zur Zeit gut und was regt dich immer noch auf? Ich muss dazu sagen, dass das oft überbewertet wird.

das hat mich von den Socken gehauen. Das war irgendwie so rotzig und straight wie Punk, aber so hart wie Metal. Die Typen sahen außerdem cooler aus als King Diamond oder Wattie. Von da an hab ich mir alles, was irgendwie im Kontext Hardcore stand reingezogen. Der Zugang war damals, als die Social Media Geschichte noch am Anfang stand relativ schwierig. Ich kannte halt auch Niemanden, der Hardcore hört. Wir waren halt nur drei Jungs, die das für sich entdeckt hatten, während meine anderen Kumpels eher auf DMX oder 50 Cent standen. Wir sind damals öfters mit dem Zug nach Köln in den Underdog Record Store gefahren nur um da stundenlang CD’s zu durchforsten und neue Musik zu bekommen. 2002 oder


unklar. Julian heiratet, Björn 2003 war ich dann auf mein- (neu)aufzubauen. Egal woist Papa. Man wird halt doch er ersten Hardcore Show im hin ich fahre, ich hab überall älter und muss das zeitlich zum Kultkaff bei EBH & Deadsoil. Freunde und ne Couch unter einen Hut kriegen. Diese Energie, das abhängen, crashen. Ich will nicht sagen, das hat mich alles fasziniert. dass es das im Metal, Punk Ich hab natürlich sofort nen oder meinetwegen in der Wenn man die „As Thick As Tritt in die Fresse bekommen indoamerikanischen Gypsy Thieves“ Platte mit euren und durfte mir zwei Tage Swingszene nicht auch gibt. Veröffentlichungen alten später beim Zahnarzt zwei Aber Hardcore ist halt irht vergleic fällt auf das ihr Zähne überkronen lassen. gendwie mein Ding. Ich kann euch sehr vom Beatdown Nach der Show kam auch der dir das nicht anders sagen, wegbewegt habt und viel Kontakt zu EBH zustande. Ich auch wenn das jetzt wieder melodischer geworden seid. Commit durfte dank meiner Moshpit so nach KlischeeWird dieser Trend mit dem Injuries auf die nächste Show ment-Kram klingt. neuen Material fortgesetzt? sogar umsonst rein – und zack Härter, melodischer, epischer, war man irgendwie down. So Letztes Jahr ist es doch eher straighter. Am liebsten alles ging das alles los. In all den ruhig um BBD geworden auf einmal. Früher haben wir Jahren hat sich irgendwie und es ist bandintern viel uns mehr ‘nen Kopf darüber neben all dem Bullshit, den passiert. Kannst du uns ver- gemacht gewisse Erwartungman so erlebt doch alles um raten wie es mit euch weit- shaltungen zu erfüllen. Das Musik, um die Shows, um das ergeht? haben wir mit der letzten abhängen gedreht. Ich konnte Platte abgeworfen und das nicht nur endlos viele coole Dehne & Tobi haben aufge- tut gut. Unterm Strich gilt: Shows sehen, sondern auch hört, dafür ist Marco (For wenn es cool klingt, dann ist Heads Down) es cool für uns. Deswegen spielen. Davon hab ich als am Bass mit dabei. Wir kann ich zum Endprodukt 14jähriger geträumt (nur mit machen erstmal zu fünft noch nicht so viel sagen. Was mehr Frauen, mehr Geld und weiter und wollen ein neues ich aber schon mal verraten weniger Staus auf der AutoAlbum schreiben. Ob es abge- kann, ist dass wir verstärkt bahn). Es ist immer noch versehen von Maik Vortex‘ rein deutschsprachige Songs rückt für mich, dass ich quer Abschiedsshow noch weitere schreiben werden. durch Deutschland, nach BelShows in 2015 gibt, ist noch gien oder weiß der Geier wohin fahre, mich auf die Bühne stelle und die Leute Texte mitbrüllen, die ich als 20jähriger geschrieben habe. Ich bin echt dankbar dafür. Gerade deswegen versuche ich auch was den Bro Code angeht weiter aktiv zu sein, den Kids hier was zu bieten und coolen Bands eine Plattform zu geben. Das alles ist immer noch irgendwie ein Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben. Ich hab viele coole Menschen kennengelernt und durfte ein Teil davon sein die Szene hier


Ich hab damals angefangen so ein bisschen von dieser Rapattitüde mit in die Songs reinzupacken und textlich hier und da mal ein bisschen rumzustänkern. So zwischen Stumpfmoshkapellen in Baggypants & dem damals hippen Bollotum war das einfach auch ein bisschen vom Zeitgeist geprägt. Ich würde vieles sicher nicht noch mal so schreiben. Aber ich hab mich immer bemüht das mit ‘nem Augenzwinkern zu transportieren. Mittlerweile sehe ich das sehr gelassen. Wir leben einfach in einer schnelllebigen Zeit. Subkulturen sind zum Teil so

richtig im Mainstream angekommen und werden inszeniert bzw. instrumentiert. Das kann einen fürchterlich aufregen. Aber wenn von 10 Kids nur 1-2 dabei bleiben und bemerken, dass es um mehr geht, dann ist das cool. Ich war genauso bescheuert und hab viel gemacht nur weil ich irgendwas Bestimmtes darstellen wollte. Ich bin mir sicher, dass es heute nicht einfacher ist aufzuwachsen und sein Ding zu machen. Und das vergessen viele Leute leider schnell. Ich freu’ mich über jeden, der auf Shows geht. Es gibt immer noch ‘nen arschvoll

geile, neue Bands und gut besuchte Shows. Ich glaub alles ist ganz gut so, wie es ist. Was würdest du gerade jüngeren Lesern oder Bands empfehlen zu tun um ihre Szene zu bereichern? Geht auf Shows, hängt ab, zieht den Stock aus’m Arsch & habt Spaß! (Paul)

Adam (Roughneck Media, Darmstadt) „Durch Bands wie Blood by Days oder Embraced by Hatred habe ich recht früh mitbekommen dass es irgendwo in Deutschland eine Stadt Namens “Siegen” gibt, die zwar nicht allzu groß zu sein scheint, aber dafür eine umso bessere Musikszene beheimatet… Nachdem ich dann über die Jahre hinweg diverse großartige Geschichten über Shows in Siegen erzählt bekommen habe, war ich im November 2012 (leider viel zu spät) das erste Mal selbst zu Gast im schönen Vortex. Mein erster Gedanke als wir ankamen war: „Wow, ganz schön grau und trist hier…“ Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen auch nur einen gut gelaunten Menschen dort zu treffen. Aber als einen die ersten Leute mit einem riesigen Lächeln und offenen Armen begrüßten habe ich mich sofort wie zuhause gefühlt. Seit diesem Tag bin ich jedes Mal wieder gerne in Siegen zu Gast und wurde noch kein einziges Mal enttäuscht. Die Szene in 57 ist für mich der Inbegriff von „mach mal eben das Beste aus dieser beschissenen Welt“. Mal für ein paar Stunden aus der Welt fliehen, sich mit Gleichgesinnten zum Affen machen, sich prügeln und trotdem aufeinander aufpassen, trinken, rauchen, abhängen, lachen, weinen und alles was um diesen Mikrokosmos herum passiert einfach mal links liegen lassen. Wenn die 57 Hardcore Szene etwas kann, dann ist es das. Danke Siegen!“


ys y da the eaFarml ilia EP Review Da ist es. Mit nur 9 Jahren Verspätung (und damit irgendwie BBD-typisch) das weltweit erste Review zum Blood By Days Erstling „Familia“. Also los! 2006 kam das Ding raus, sogar im Jewelcase. 9 Tracks und gefühlt mindestens genauso viele (Gast)Sänger sind drauf. Mir selbst muss die CD irgendwann 2007 in die Hände gefallen sein. Ich kannte sowas nicht. Hatebreed und Agnostic Front hatte ich vielleicht schon mal gehört, aber das hier war anders. Das waren keine tätowierten Rockstars aus den Staaten, sondern Typen aus dem nächsten Dorf. Trotzdem stand ich denen zuerst sehr ehrfürchtig gegenüber. Mittlerweile sind auch einige von ihnen tätowiert, andere weigern sich beharrlich. Die EP ist sehr rudimentär produziert und wurde natürlich DIY aufgenommen. Mit “Two Minutes Vendetta” gehts direkt los. Ins. Gesicht. Hier direkt der erste Verweis aufs Artwork, dort treten Connor und Murphy MacManus in der Eröffnungsszene von Boondock Saints aus der Kirche. Supercool. Die Mucke ballert aus den Boxen, die Aufnahmequalität ist objektiv betrachtet unterirdisch.

Wahrscheinlich in irgendeinem Keller aufgenommen (Anm. d. Red: tatsächlich sogar zum größten Teil in den Kinderzimmern der Mitglieder und in einem Partyhüttchen der Oma eines Kumpels). Aber wer sollte sich an so was stören? Der zweite Song schließt nahtlos dort an, wo der erste aufgehört hat, hier wird allerdings zwischendurch auch schon mal ein Breakdown und ein Rappart eingewoben. Neben Moe brüllen Edu (BTK) und Tobi (Face Away / DIP) ein paar Zeilen durch den Äther. Auch in “True To Myself” bieten BBD dem geschätzten Hörer Gelegenheit zum Kopfnicken oder abtanzen. Diese Eingängigkeit der Songs ist bestimmt mit einer der Gründe, warum BBD sich eine solide Fanbase erspielt haben, und auch schon damals auf den Shows immer gut was los war. Manchmal auch weniger. In Luxemburg zum Beispiel. Aber das ist ja glücklicherweise nicht so weit weg. Es folgt “Fight Music” mit einleitendem Skit aus... Überraschung: Fight Club. Der Song war irgendwie immer einer meiner Lieblinge, wenn

auch selten live gespielt. Die Rapparts fliegen mit sehr schönem Flow über die Gitarrenläufe, das passt alles gut zusammen. Da will man einfach abgehen. “No More Regrets” könnte vielleicht als kleiner Titelsong der Platte und Hymne auf die Band selbst durchgehen. Die Lyrics sind Hardcore-typisch: “never give up” und so weiter. Zwischendurch sieht man bei Björn an der Gitarre schon ein wenig das Potential

durchscheinen, aus dem sich später Stücke wie “Nachtfalter” entwickeln sollten. Kommen wir auf die These vom Anfang zurück: viele Sänger auf dieser Platte. Auf “Throughout The Years”, dem oldschooligen Circle-PitTrack der CD gibt sich Basser Marzl auch am Gesang die Ehre. Der letzte Track “All We Have” fasst nochmal alle stilbildenden Elemente der Platte zusammen und packt sie in fast fünf Minuten. Nach ein paar harten Riffs fahren BBD den Drive direkt wieder runter, es folgen Rapparts von Moe und Gast-Rapper Sard über Percussion und akustische Gitarre. Was ist das jetzt? Hardcore? Beatrap? Rapdown?!


Ich halt mich fest an den guten Zeiten, an den Leuten und Zielen, die die Route zeigen, halte klar im Blick, was mal war und ist, ich weiß auf jede dunkle Nacht folgt auch Tageslicht, ich zeige meinen Narben heute und hier, wenn mich keiner versteht halten meine Leute zu mir

Schön jedenfalls irgendwie. Ein bisschen verklärt vielleicht, aber irgendwie geht‘s doch darum. Danach allerdings weiter mit Breakdowns - also doch irgendwie Hardcore? Dann wieder Rap, diesmal über verzerrte Gitarren. Das Kind haben sie später dann “Beatdown & Flow” genannt, das klingt nicht nur so, sondern passt auch sehr gut. Die musikalische Ref-

erenz zu E-Town zu ziehen liegt nahe, so richtig das Rad neu erfunden haben BBD damit also nicht. Trotzdem hat dieser Stilmix damals ganz gut eingeschlagen. An der gesamten Platte sind insgesamt sieben Rapper und Sänger beteiligt. Ich möchte die Platte gar nicht bewerten oder mit anderen vergleichen, denn für mich hat sie

das Alleinstellungsmerkmal, mich damals hardcoremäßig abgeholt zu haben. Dafür bin ich dankbar und freue mich, jetzt Teil dieses großen Ganzen zu sein. (Simon)

Tito (Surge Of Fury, B) “Well, here’s what I keep in mind of the Steel City Fest in Siegen. We were about to cancel that show at the very last minute. Our guitar player had to go to the emergency for toothache. He appeared at our rehearsal room 5 minutes before it was too late. So we arrived and Coldburn was playing their last song, so just on time... I would have been mad to miss that show, because from the first till the last minute everybody went crazy...it was intense...hope SOF can play Siegen again in the future...good scene and good people over there.”


ment The Bro Code Comthme it story so far

nem Mini-JUZ namens Paletti aufgezogen hat. Trotz seiner gefühlten 15 m² Größe hat der Laden mir auf Anhieb gefallen. Und da wir beide gemerkt haben, dass alleine Shows machen kacke ist, gingen wir von da an gemeinsame Wege. Er hatte die Connections zum Paletti, ich zum Vortex - perfekt. Kästen schleppen und Backline hin und her fahren war zu zweit halt auch deutlich angenehmer. Dem Kind wurde relativ spontan ein Name gegeben – der Bro Code „Paletti“ was nicht passt, dann tu was war geboren. Auch re, also rdco i-Ha sem g klan dagegen. Und wenn keiner Shows machen will, dann wurde der Laden in Chammach selbst eine. Gesagt, ber Of Torture umgetauft. getan. Die ersten zwei Shows Und dann ging alles schnell. habe ich mit gefährlichem Über Kontakte zu Rico oder Halbwissen alleine aufgezoToni (BDHW) konnten wir gen. Zu essen gab es Salat & grandiose Tourpackages im Toast, getrunken wurde ÖtVortex unterbringen – z.B. tinger – geil! Aber mein Gelddie Europapremieren von beutel hat’s überlebt und im damals noch unbekannten Anschluss durfte ich sogar Bands wie Xibalba, Lifeless mir Rico (17 Stitches / HHF) oder Twitching Tongues. Wir eine Show für die Strength konnten außerdem wirklich For A Reason & Cheap Thrills was für die Szene tun, in dem Euro Tour aufziehen. Und wir mit spontanen Shows da waren statt 40-60 dann in der Chamber Of Torture plötzlich 120 Leute da. Das kleineren Bands unter die war ein Motivationsschub. Arme griffen, um Lücken in Weniger motivierend war es den Tourschedules zu füllen. alleine zu arbeiten. Dasselbe Und irgendwie haben dann muss sich Simon gedacht auf verrückten Umwegen haben, der kurz darauf auf auch Bands wie CDC, Hang eigene Faust eine Show mit The Bastard oder Pay No Wohnzimmerfeeling in ei- Respect ihren Weg in den kleinen Schuppen gefunAngefangen hat alles ca. 2008/2009. Die Szene vor Ort war klein, aber durchaus cool. Dennoch zeichnete sich irgendwie auch Stagnation ab. Bands traten zumindest lokal kürzer oder verabschiedeten sich ganz, etablierte Booker strichen die Segel und der Pott erlebte seinen zweiten Frühling und war damit was Shows angeht meistens die bessere Alternative. Zum Glück lernte man damals als HC-Kid noch die goldene Regel: Wenn dir

den. Für mich bleiben das unvergessliche Zeiten. Die Bands kampierten teilweise tagelang in meiner viel zu kleinen ersten Bude, Simon und ich mussten immer wieder für Backline, Bierverkauf, Essen und Besänftigung der JUZ-Verantwortlichen und Nachbarn sorgen. Heizkörper gingen zu Bruch, im JUZ-Büro wurde gekifft, Marco hat sich selbst ausgeknockt und ins Krankenhaus befördert - jede Menge Stress, Arbeit und Herzblut. Und das für Shows, bei denen für die Bands manchmal nur 20-30 zahlende Gäste & ein FuffiA Sprit rumkamen. Aber auch, wenn wir oft gefrustet und kurz davor waren, das Handtuch zu werfen, haben wir von einigen Leuten & Freunden immer Rückendeckung und Unterstützung bekommen, die Bands waren immer dankbar und zufrieden und die ein oder andere Anekdote von Kneipenverweisen & öffentlichem urinieren (manchmal aus fahrenden Autos heraus, manchmal auf Wohnzimmertische) ist auch hängengeblieben. Trotzdem standen Aufwand & „Ertrag“ irgendwann in keinem Verhältnis mehr, da wir immerhin auch jede Menge Kohle in das Projekt steckten. Wir standen jedenfalls ein bisschen vorm Booking-Burn Out. Irgendwas musste anders werden. Und da klopften nach einer


eher mies besuchten Show in der Bluebox beim 17ten Bier im Shamrock die Jungs von Beardown an und wollten ein Teil des Bro Codes werden. Tobi DIP ist damals ebenfalls mit engagiert worden, mittlerweile hat Paul seinen Posten übernommen. Alles lief organisierter und auf mehr Köpfe verteilt, das finanzielle Risiko war quasi nicht mehr existent. Seitdem gingen die wohl bestbesuchten Shows der Bro Code Ära. Das Steel City Fest, Beardown Release, Nasty, die

BBD Tobi/Dehne-Farewell Show… und nebenbei haben wir an Sachen wie dem Steel City Fest Sampler oder der Heavy Hearts Party gewerkelt. Jetzt gibt es sogar mit der Beardown / SOP Split das erste offizielle Release über den Bro Code. Und das Beste an all dem ist, dass es so gut aufgenommen wird. Die Leute haben Bock ein Teil von etwas zu sein. Es ist immer noch jede Menge Arbeit, klar. Aber das ist es wert. Die Szene hier wächst und gedeiht und ist nicht mehr mit der vor 5 oder 7 Jahren vergleichbar. Es ist ein ziem-

mer inlich gutes Gefühl im n und sei volviert gewesen zu traige be zu da wirklich etwas es ht ge rum Da n. be gen zu ha nie rd wi doch letztlich. Die 57 r Szene der Mittelpunkt de angeht, ch mi s wa sein, aber wir mit en nn kö ich e nk so de st beBru stolzgeschwellter auch ore rdc Ha ss haupten, da uns r wi d un ist e us ha hier zu en en eig f vor allen Dingen au en en eig m de t Wegen und mi che Nis e ser un nt me Engage on & Co abseits von Imperic n. geschaffen habe (Moe)

Countdown, Chamber of Tortu re

Fabian (Countdown, B) “Siegen is always one of those places you are very excited to be playing again, because regardless what lineup or which bands are playing, it will be a damn good show with the best atmosphere you can think of at a hardcore show. 57’ brought us some great memories & good friends who are always helping us out in any way they possibly can!”


Nicht nur einer der talentiertesten HipHop-Künstler der Region, sondern auch zu geschätzten 57% HC-Kid und seit Jahren Teil der lokalen Szene. Jeffrey ist nicht nur an der Theke und im Pit immer mal wieder aktiv sondern hat auch des Öfteren die Bühne vor rap-untypischem Publikum betreten, z.B. bei diversen BBD Weekendern, der „As Thick As Thieves“ Releaseshow oder beim Gastspiel der Kiosk Kingz von Sucka Punch in der Chamber Of Torture. Auch wenn Jeffrey immer viel zu erzählen hat, darf er dieses Mal zur Abwechslung wortkarg und spontan ein paar Schlagwörter kommentieren. Ein komplettes Interview erartet euch im nächsten Between The Lines Fanzine.

Warum Hardcore!? Warum Rap? Vortex!? Faschos!? Revolverheld!? Pils oder Kölsch? 57’HC Lieblingslied? Straight Edge? Violent Dancing? Beste HC Show? DIY? Rosenkohl? Bisschen Eigenwerbung?! Danke!

Jephza

in a nutshell

Weil Rap auf die Dauer sau nervt. Weil ich Hardcore nicht immer ertragen kann Erotischster Ort der Welt Einfach NEIN! Peng! ERZQUELL PILS KLEINER ALS DREI BBD – Tiger-Day Ist mir ein Rätsel, das durchzuziehen, aber stark! Solang‘s meine Rentnerbrust nicht trifft, fuck yeah ;) Gefühlt immer die letzte im Vortex Beste! Bitte nicht. Ich mache eine CD. Bitte!


next shows 25. April Embraced By Hatred + Ablaze + City To City

13. Juni Steel City Fest w/ No Turning Back (NL), Optimist, Demonwomb (AUT) & more

03. Juli Hammerfist (USA) + Whatever It Takes (BE) + Intense + No Way Out

31. Juli Risk It! + Questions (BRA) + World Negation + Kids

19. September Heavy Hearts Vol. II


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BETWEEN THE LINES 57 HC EDITION by BTL FANZINE - Issuu