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medianet 22.04.2022

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22. Jahrgang

No. 2294

Freitag, 22. April 2022

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22. Jahrgang

No. 2294

Freitag, 22. April 2022

xpert-Sieger Die Ergebnisse der diesjährigen medianet.xpert.Rankings und die Ausgezeichneten 12

Euro 4,–

Focus-Sieger Das Focus.xpertRanking der Kreativagenturen sowie der Media-Agenturen 46

Auszeichnung medianet xcellence.award für Werbeguru Rudi Kobza 8

© Gregor Kuntschner

MEDIEN

Transformation einer Branche

Resilient, innovativ und kreativ auch in der Krise

© Ballguide/Nicholas Martin

© medianet; Panthermedia.net/Johan Swanepoel / Montage: B. Schmid

WIEN. Markus Mair im Interview mit medianet: Der Medienmanager ist seit 2018 Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und nimmt in diesem Gespräch zu den drängendsten Fragen der Medienbranche Stellung: vom Umgang mit Corona, über den Trend zum Homeoffice bis zu Förderungen und Inseraten. 58

© APA/dpa/Fabian Sommer

© PantherMedia/SimpleFoto

Wer Österreichs härtesten Agenturencheck besteht, darf sich wieder über einen medianet xpert.award freuen. 11

Handel im Schatten der Teuerung Erlöse sind bei Vollsortimentern im LEH gestiegen. 76

Luxus im Lichte der Erholung Manche Segmente sind schon auf Vorkrisenniveau.

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Illustration: Thomas Madreiter/ carolineseidler.com Foto: Filip Antoni Malinowski

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medianet.at

Freitag, 22. April 2022

Die Triebfeder unserer Branche ist die Veränderung. Ich bin nicht erfolgreich,weil ich seit 35 Jahren auf dem Spielfeld stehe, sondern weil wir ein Treiber und Transformator dieser ­Veränderungen sind. Zitat der Woche Rudi Kobza, Träger des medianet xcellence.award

Impressum Medieninhaber: medianet Verlag GmbH 1110 Wien, Brehmstraße 10/4. OG http://www.medianet.at Gründungsherausgeber: Chris Radda Herausgeber: Germanos Athanasiadis, Mag. Oliver Jonke Geschäftsführer: Markus Bauer Verlagsleiter: Bernhard Gily Chefredaktion/Leitung Redaktionsteam: Mag. Sabine Bretschneider (sb – DW 2173; s.bretschneider@medianet.at), Stellvertreter der Chefredakteurin: Dinko Fejzuli (fej – DW 2175; d.fejzuli@medianet.at)

EDITORIAL / INHALT

Gute Zeiten, schlechte Zeiten medianet bietet mit der ranking week der wirtschaftlichen Zuversicht eine Bühne. Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider HÜRDEN. Krieg, Pandemie, hohe Inflation und steigende Zinsen hinterlassen deutliche Spuren in der Weltwirtschaft. Auch der globale Werbemarkt leidet. Der russische Werbemarkt ist laut einer Prognose des US-Marktforschers Insider Intelligence als direkte Folge des Ukrainekriegs um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Auch die Einschätzung für Zentral- und Osteuropa wurde demzufolge revidiert: Erwartete man im letzten Report für das laufende Jahr in dieser Region noch ein Wachstum der Werbespendings von 7,8% auf 18,13 Mrd. USD , rechnet man jetzt mit 22,8% minus (13,8 Mrd. USD). Alle Angaben ohne Gewähr, so die Analysten. Die Fluktuation der politischen Lage lässt noch keine haltbaren Prognosen für 2022 zu. medianet ranking week Themenwechsel: Sie halten heute den aktuellen Branchenreport medianet ranking week 2021/22 in Händen: Kennzahlen und Berichte

Zuschriften an die Redaktion: redaktion@medianet.at Lektorat: Mag. ­Christoph Strolz Grafisches ­Konzept: Verena Govoni Grafik/Pro­duktion: ­Raimund Appl, Peter Farkas Fotoredaktion: ­Jürgen Kretten Fotoredaktion/Litho­grafie: Beate ­Schmid Druck: Herold Druck und Verlag AG, 1030 Wien Vertrieb: Post.at Erscheinungs­weise: wöchentlich (Fr) Erscheinungsort: Wien ­Einzel­preis: 4,– ¤ Abo: 179,– € (Jahr) (inkl. ­Porto & 10% MwSt.) Auslands-Abo: 229,– € (Jahr). Bezugsab­meldung nur zum Ende des vereinbarten Belieferungs­zeitraums bei 6-wöchiger Kündi­gungsfrist; es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen; Ge­richts­stand ist Wien. Gastbeiträge müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. Offenlegung gem. §25 Mediengesetz: https://medianet.at/news/page/offenlegung/

Abo, Zustellungs- und Adressänderungswünsche: abo@medianet.at oder Tel. 01/919 20-2100

aus den Wirtschaftssektoren Werbung & Kommunikation, Medien, Handel, Finanzmarkt und Immobilienwirtschaft, Pharma, Technologie und Industrie, Karriere, Automotive, Tourismus und Luxusbranche, garniert mit Statements und Analysen österreichisches Meinungsmacherinnen und Meinungsmacher. Highlight dieser Ausgabe ist die Vorstellung der diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner der medianet xpert.awards in acht AgenturKategorien: Werbung, PR, Media, Digital, Live-sowie Dialogmarketing, Promotion sowie Branding &Design. Ebenfalls in der heutigen Ausgabe: Das Focus Institut hat erneut und exklusiv für medianet ein Ranking der Kreativ- und Media-Agenturen erstellt, gereiht nach Bruttoumsatzspendings 2021. Auf medianet.tv präsentierten und analysierten am gestrigen Donnerstag medianet-­ Herausgeber Chris Radda und Moderator Gerhard Koller die Ergebnisse. Falls Sie die ­medianet X night TV-Show im Livestream ­verpasst haben, gibt es sie hier zum „Nachschauen“: tv.medianet.at

Inhalt

Kontakt: Tel.: +43-1/919 20-0 office@medianet.at | Fax: +43-1/298 20 2231 Fotoredaktion: fotored@medianet.at Redaktion: Christian Novacek (stv. CR; nov – DW 2161), Paul Hafner (haf – DW 2174), Helga Krémer (hk), Reinhard Krémer (rk), Martin Rümmele (rüm), Jürgen Zacharias (jz)

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COVERSTORY

MEDIEN

AUTOMOTIVE BUSINESS

Krisenresistenz gefragt ........... 6 Teuerung und Lieferengpässe sind die Schreckgespenster

Digitale Transformation ........... 58 Markus Mair, VÖZ, im Talk

Schwieriger Ausblick ............. 114 Absatzrückgänge plagen

Wechselnde Verhältnisse ........ 72 Auf und Ab am Magazinsektor

INDUSTRIAL TECHNOLOGY

MEDIANET XPERT.AWARDS + FOCUS.RANKING

RETAIL Ehre, wem Ehre gebührt .......... 8 Werbe-Urgestein Rudi Kobza mit xcellence.award ausgezeichnet Best of Werbeagenturen .......... 14 Heimat Wien holt sich heuer den Platz ganz oben am Stockerl Wiederholungs-Sieger ............. 22 Mediaplus bleibt euch heuer beste Media-Agentur des Landes

Der LEH im Jahr 2021 .............. 76 Spar baute Marktführerschaft aus, Lidl war stärkster Diskonter Leichter wird’s nicht ................ 84 Sorgen der Lebensmittelindustrie FINANCENET & REAL:ESTATE Solide und robust ..................... 94 Finanz- und Immo-Sektor 2021

Let’s go digital .......................... 28 karftwerk bleibt No. 1

HEALTH ECONOMY

Branchen-Dauerbrenner .......... 54 Ausschreiben, aber richtig

Impfstoffe und Merger ........... 106 Pharmajahr im Zeitraffer

Kreativität & Innovation ......... 122 Österreichs Industrie im ­Überblick DESTINATION Tourismus-Turbulenzen ......... 130 Im Spiegel von Krieg und Inflation CAREERNETWORK Know-how im Fokus .............. 138 Weiterbildung & ­Fachkräftemangel prägen den Arbeitsmarkt LUXURY BRANDS&RETAIL Durchwachsene Bilanz .......... 146 Nicht alle Luxussegmente haben das Vorkrisenniveau erreicht


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COVERSTORY

Freitag, 22. April 2022

medianet.at

Krisenresistenz ist das Thema der Stunde Corona gilt nur mehr als „lästig“, Ukrainekrieg, massive Teuerungen und Lieferengpässe übernehmen die Rolle der Schreckgespenster.

••• Von Britta Biron

W

Viele Aufs und Abs Der neuerliche Lockdown im November/Dezember hatte dann die positive Entwicklung abgeschwächt, aber von diesem Dämpfer werde sich die Wirtschaft, so das Wifo in seiner Ein-

© APA/AFP/Alex Halada

ie ist 2021 gelaufen? Die Antworten fallen, je nachdem, an wen die Frage gerichtet wird, höchst unterschiedlich aus, aber insgesamt fällt die Bilanz ganz erfreulich aus. Ab dem zweiten Quartal erholte sich, wie von vielen Experten prognostiziert, die Wirtschaft auf breiter Basis kräftig, und in den Sektoren Handel, Industrie und Bau konnte Ende September bereits das Vor-Krisenniveau erreicht werden. Dieses Ziel hat der von der Pandemie besonders stark betroffene Tourismus zwar nicht erreicht, er durfte sich aber über ein kleines Sommermärchen freuen.

Nur eine Phase Vom Lockdown Ende 2021 hat sich die Wirtschaft rasch und komplett erholt. Die Hoffnung, dass dieser Trend anhält, wurde durch den Ukraine­ krieg aber schnell wieder gedämpft.

Jahr Mrd. € 2021 403,37 2020 379,32 2019 397,52 2018 385,42 2017 369,36 2016 357,61 2015 344,27 2014 333,15 2013 323,91 2012 318,65 2011 310,13 Quelle: Statista

± zu Vorjahr +6,34% −4,58% +3,14% +3,35% +3,29% +3,87% +3,34% +2,85% +1,65% +2,75%

© APA/Barbara Gindl

BIP-Entwicklung


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Freitag, 22. April 2022

COVERSTORY

BIP-Prognosen Österreich 2022/23

Top-Risiken 2022

Institution OeNB Wifo IHS Acredia Bank Austria EU-Kommission RBI Vereinte Nationen OECD IWF

(sehr) hoch Risikofaktoren Anteil in % Cybercrime 62,3 Fachkräftemangel 62,3 Geopolitische Risiken 50,8 Konjunkturaussichten 50,8 Zunehmende Regulierung 41,0 Schwächere Auslandsnachfrage 39,3 Gesundheitliche Risiken/Corona 35,0 Schwächere Inlandsnachfrage 27,9 Währungsschwankungen 26,3 Folgen des Klimawandels 26,2 Kapitalmangel  6,5

2022 3,50% 3,90% 3,60% 2,60% 3,60% 4,30% 4,50% 4,00% 4,60% 4,50%

2023 2,20% 2,00% 2,20% – 2,60% 2,30% 2,20% 2,00% 2,50% 2,10%

Quelle: Statista

schätzung von Mitte Dezember, rasch und vollständig erholen. Entsprechend positiv fielen dann auch die Prognosen für 2022 aus. „Wie schon in vergangenen Öffnungsphasen werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Aufhebung der Einschränkungen kräftig zunehmen. Auch die Lieferengpässe dürften sich im Jahresverlauf 2022 allmählich auflösen, wodurch Produktionshemmnisse wegfallen und geplante Investitionsvorhaben umgesetzt werden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2022 wird die österreichische Wirtschaft auf einen moderaten Wachstumskurs einschwenken“, war im Dezember-Bericht des Wifo zu lesen. Vor zu viel Euphorie warnten die Autoren allerdings, denn „in der Industrie ist das Aufholpotenzial bereits ausgeschöpft“.

Dienstleister Die Meinung, Österreich sei ein Industrieland, hält sich hartnäckig. Tatsächlich trifft die Bezeichnung Dienstleistungsland besser zu, denn 70,4% der gesamten Bruttowertschöpfung werden in diesem Sektor generiert.

© APA/Barbara Gindl

Neue Herausforderungen Vier Monate später und mit einem Krieg vor der Haustür – ein Szenario, das man ebenso wie eine Pandemie erstmals einpreisen musste – sieht die Zukunft düsterer als erwartet aus. „Die durch den Ukrainekrieg und die darauffolgenden Sanktionen gegen Russland ausgelösten Preisschocks und Lieferengpässe führen zu erheblichen Verwerfungen in der Industrie. Trotz der sehr guten Auftragslage wird die Wertschöpfung in der Herstellung von Waren 2022 lediglich stagnieren, weil Energie und Vorprodukte sehr teuer sind und teilweise nicht geliefert werden können. Somit entfällt das Wirtschaftswachstum 2022 in der Höhe von 3,9 Prozent

70,4%

vollständig auf den Bereich der Dienstleistungen“, so der aktuelle Wifo-Bericht. Deutlich nach unten geschraubt haben auch die Finanzchefs österreichischer Unternehmen ihre Erwartungen an 2022. Laut dem aktuellen CFO Survey der Unternehmensberatung Deloitte schätzt der Großteil der Befragten die finanziellen Erfolgsaussichten pessimistischer als noch vor drei Monaten ein. Getrübte Stimmung „Nur rund ein Drittel rechnet mit einem Umsatzwachstum in den nächsten zwölf Monaten – im Herbst 2021 waren es noch fast doppelt so viele. Die Phase der Zuversicht ist vorbei“, kommentiert Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. Mehr als drei Viertel der Befragten (78%) gab an, dass ihr Unternehmen bereits von Lieferkettenproblemen betroffen ist. Als häufigste Gründe dafür wurden gestiegenen Preise für Rohstoffe und Zwischenerzeugnisse sowie höhere Versandkosten genannt. Die getrübte Stimmung spiegelt sich klarerweise im Investitionsklima und -aufwand wider: Noch im Herbst 2021 plante die Hälfte der Finanzchefs eine

Quelle: Deloitte CFO Survey, April 2022

© Deloitte/Felicitas Matern

Datum März 2022 März 2022 März 2022 März 2022 März 2022 Februar 2022 Jänner 2022 Jänner 2022 Dezember 2021 Oktober 2021

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Erhöhung des Investitionsaufwandes. Jetzt rechnen nur mehr knapp 30% mit einem Anstieg, und fast ein Fünftel erwartet sogar einen Rückgang. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass geopolitische Risiken sie in nächster Zeit begleiten werden, auch die erhöhte Cyber-Gefahr und der Fachkräf-

Die Phase der Zuversicht ist ­vorbei. Dennoch ist es wichtig, wieder Mut zu fassen. Gerhard Marterbauer Deloitte Österreich

temangel beschäftigen die Finanz-Chefs stark, dagegen rückt die Coronapandemie im Ranking der Risikofaktoren nach unten. In dieser Ausgabe Der erste Teil dieser Ausgabe präsentiert wie gewohnt die Sieger der medianet xpert.Rankings sowie die Focus-Rankings und liefert damit profunde Leistungsdaten der österreichischen Kommunikationsbranche. Wie das zweite Corona-Jahr in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen gelaufen ist und wie die Erwartungen und Trends für heuer aussehen, lesen Sie ab Seite 57 dieser Sonderausgabe von medianet.


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MEDIANET XCELLENCE.AWARD

Freitag, 22. April 2022

„Wir stellen uns den Veränderungen“ Der medianet xcellence.award geht in diesem Jahr an Rudi K ­ obza, der die Auszeichnung vor allem als „Rückenwind“ versteht.

••• Von Sascha Harold

© Gregor Kuntschner

Kreatives Duo Marc und Rudi Kobza.

medianet.at


Freitag, 22. April 2022

S

eit fast 35 Jahren ist Rudi Kobza in der Werbebranche aktiv. Nach einem Beginn als Texter hat er sich mit den Jahren kontinuierlich nach oben gearbeitet. In den 90er-Jahren machte er mit Kobza Communications den Schritt in die Selbstständigkeit, der in Folge die FCB Kobza, die Übernahme der Lowe GGK und die Eingliederung der McCann folgte. Zahlreiche Auszeichnungen (wie etwa drei Cannes-Löwen) später wagte Kobza einen kom-

Es müssen nur die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammenkommen, dann entsteht immer Großes. So einfach ist es. Rudi Kobza Kobza Media Group

pletten Neustart, gründete 2017 die eigentümergeführte Kobza Media Group und Kobza and The Hungry Eyes (KTHE) als Kreativagentur und blickt heute auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Doch viel lieber als zurück schaut Kobza nach vorne: „Ich freue mich sehr über diesen Award und verstehe ihn vor allem als Rückenwind für die kommenden Aufgaben“, so Kobza, der, angesprochen auf die wesentlichen Highlights seines bisherigen Weges, meint: „Das Wesentliche, das hängen bleibt,

MEDIANET XCELLENCE.AWARD 9

sind schöne Erinnerungen mit besonderen Menschen. Denn was sich wie ein roter Faden durch alle Veränderungen hindurch zieht, ist eine einfache Tatsache: Es müssen nur die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammenkommen, dann entsteht immer Großes. So einfach ist es.“ Das dürfte auch jetzt der Fall sein. Denn fünf Jahre nach dem Start von Kobza and The Hungry Eyes (KTHE) als Flaggschiff der Kobza Media Group gehe es darum, in die nächste Phase des Ausbaus zu treten. Der Fokus der Kreativagentur lag in den vergangenen fünf Jahren auf vier zentralen Säulen: dem strategischen Bereich, dem Ausbau des kreativen Angebots, den digitalen Offerings mit Fokus auf digitalen Content und dem internationalen Mindset der Agentur. „Wir wollten in jedem dieser Bereiche Referenzen aufbauen und das ist uns in der ersten Phase mehr als gelungen. Von impactstarken Kampagnen wie etwa für den unlängst gewonnenen Kunden Invia/Ab in den Urlaub in sieben europäischen Ländern, den international tätigen Goldhändler philoro in vier Ländern, für die Stadt Wien mit dem international ausgezeichneten ‚Alles gurgelt‘Programm, für Microsoft mit einer speziell auf Österreich zugeschnittenen Kampagne bis zum Digital Content-Bereich, in engem Verbund mit diego5 Studios“, führt Kobza aus. Wachstum in Aussicht Bei Kobza and The Hungry Eyes sind mittlerweile 25 Personen beschäftigt; rechnet man die PRAgentur alpha_z und diego5 für den Bewegtbild-Bereich dazu, dann werken im Creative Space in der Kobza Media Group bereits 80 Menschen. Jetzt sei die Zeit gekommen, einerseits über

© Kobza Media Group

medianet.at

Die „Alles gurgelt“-Kampagne.

das Erreichte der letzten fünf Jahre zu reflektieren, andererseits an der Weiterentwicklung zu arbeiten. Zur Agentur ist deshalb auch Kobzas Sohn Marc Kobza von einer führenden Digitalagentur in Berlin gestoßen und nimmt seit mehr als einem Jahr eine zentrale Rolle der Agentur im Bereich der Strategie ein – ein Signal an die nächste Generation. Komplexität steigt „Das Arbeiten macht uns extrem viel Spaß. Wir konnten in den Bereichen, die uns als Marke und Agentur definieren, unsere Footprints hinterlassen und haben wahnsinnig tolle Referenzen gesammelt. Nun sind wir bereit für die nächsten Aufgaben mit Kunden, die außergewöhnliche Kampagnen wollen. Mittelfristig werden wir die Agentur Zug um Zug aufstocken – langfristig ist auch eine Verdopplung möglich“, wirft Kobza einen Blick in die Zukunft. Diese Zukunft sieht er für die Werbebranche in einfachen Antworten auf eine vor allem von Komplexität geprägte Zeit. Mehr Kanäle, diversere Inhalte und vielschichtige Entscheidungswege stellen die Kommunikation vor Herausforderungen. „Die Hauptaufgabe unseres Jobs ist

es, die Komplexität herauszunehmen und mit Storys, Texten und Bildern in Erzählungen zu verpacken, die für alle einfach und verständlich sind“, fasst der xcellence.award-Preisträger zusammen. Neben dieser steigenden Komplexität seien der Vormarsch der Social Tech-Plattformen, der damit gestiegene Bedarf an tagesaktuellem Content und die großen Meta-Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit bestimmende Faktoren der Zukunft. Auch das Thema Employer Branding werde in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen – für Unternehmen ebenso wie für den Agenturmarkt. „Die Rolle der Agentur ist es daher, Ideen und Innovation auf Kundenseite zu ermöglichen und mit der kreativer Kommunikation zu befeuern“, so Kobza. Die Veränderung bleibt Der Erfolg Kobzas lässt sich unter anderem an der Zahl der Auszeichnungen messen: 47 IAA Effies in Platin, Gold, Silber und Bronze, dazu der Gewinn des wichtigsten Designpreises der Branche, vergeben vom Art Directors Club in New York, für das weltweit beste Packaging für die eigenen Kaffeemarke Bieder & Maier. Auf das Geheimnis angesprochen, verweist Kobza auf ein simples Rezept: „Die Triebfeder unserer Branche ist die Veränderung. Ich bin nicht erfolgreich, weil ich seit 35 Jahren auf dem Spielfeld stehe, sondern weil wir es verstanden haben, immer ein wesentlicher Treiber und Transformator dieser Veränderungen zu sein. Dieser Motor der Veränderung wollen wir auch für unsere Kunden sein und sie für die kommenden Zeiten noch besser rüsten. Denn am Ende zählt nur der Erfolg des Kunden.“


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COVER

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xpert.network & agenturen Dialog Im Dialogmarketing bleibt SMC unangefochten weiter an der Spitze 32

Branding & Design Heimat Wien erobert heuer den ersten Platz im Ranking 38

No. 1 Markus Wieser holt mit Heimat Wien Platz eins bei den Werbeagenturen 14

© Himmelhoch

© Karo Pernegger

Eva Mandl © Philipp Lipiarski

Grund zur Freude Auch bei den diesjährigen medianet xpert.awards at Himmelhoch reüssiert. Gründerin und Geschäftsführerin Eva Mandl kann sich über zwei erste Plätze in den Kategorien PR-Agenturen sowie Promotions sowie einen zweiten Platz im L ­ ivemarketing freuen.

Die bestbewerteten Agenturen des Landes Auch in einem Corona-Jahr zeigen die xpert.Rankings, wer im heimischen Agenturenmarkt ganz vorn dabei ist.

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IS

© Matthias Heschel

IS NO LIMITS Bestätigt Mediaplus schafft es erneut an die Spitze der Media-Agenturen. 22

Welcome to a world, where media production is not bound to any formats anymore. This is PPMNEXT.

FILM

FOTO

HYPE


MEDIANET XPERT.AWARD

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© Bernhard Gily/medianet

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Die neuen xpertRankings sind da

Experten Die Jurysitzun­ gen konnten heuer wieder im Wiener Grand Hotel statt­ finden.

Auch heuer zeichnet medianet die besten Agenturen Österreichs wieder mit den begehrten medianet xpert.awards aus.

••• Von Sascha Harold

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as Prozedere ist mittlerweile bekannt: Jedes Jahr ermittelt medianet in einem transparenten Verfahren die besten Agenturen der Branche. Nachdem die Jurysitzungen letztes Jahr aufgrund der Pandemie noch online statt-

fanden, konnten sie heuer wieder im Wiener Grand Hotel abgehalten werden. Das Auswahlverfahren fand in einem einzigen Durchgang an drei Tagen Anfang März statt; insgesamt 69 Agenturen stellten sich heuer der Leistungsschau. In zehnminütigen Elevator-Pitches konnten sie ihre Fähigkeiten in den Punkten Kreation, Innovation und Con-

sulting in einem transparenten Verfahren zur Schau stellen. Die Ergebnisse fließen dann in den Gesamtscore ein (mehr zur Zusammensetzung der Punkte am Ende des Artikels). Alte Bekannte, neue Gesichter Wie im letzten Jahr wurden die Rankings in acht Kategorien ermittelt. Bei den Werbe-

agenturen konnte sich heuer Heimat Wien vor Tunnel23 und Reichl und Partner auf den ersten Platz schieben. Die Agentur schafft zudem den ersten Platz bei Branding & Design. Bei den PR-Agenturen zeigt sich ein altbekanntes Bild: Himmelhoch schafft erneut den Sieg und holt auch bei Promotion den Spitzenplatz. Mediaplus Austria setzt


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MEDIANET XPERT.AWARD

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wie Zusatzzertifikate, Mitgliedschaft in Branchenverbänden, etc. Basket 2 steht für „Kreation, Innovation & Strategie“: „Wie überzeugend ist die Leistungsfähigkeit der Agentur bezüglich der Kundenbedürfnisse?“ Dazu gehört auch die Punktevergabe, abgeleitet vom deutschen Art Directors Club für Auslandspreise, für Kreativpreise wie CannesLöwen, aber auch für regionale Awards wie den Goldenen Hahn. Zentraler Bestandteil der Bewertung sind die Jurysitzungen. Aus dem Basket 3 kommen die Punkte für Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität. Dazu w ­ erden die Kunden der Agentur nach Kriterien wie etwa Zu­friedenheit in der Zusammenarbeit und Weiterempfehlung befragt.

sich, ebenfalls wie im Vorjahr, bei den Media-Agenturen durch, und Plus Promotion Sales holt nach dem zweiten Rang im Vorjahr den Sieg bei den Livemarketing-Agenturen. Alles beim Alten bleibt dagegen bei den Dialogmarketing-Agenturen: SMC schafft die erneute Titelverteidigung. Auf den nächsten Seiten kommen die jeweiligen Sieger der Kategorien in ausführlichen Interviews zu Wort und lassen das vergangene Jahr Revue passieren. Thematisch stand auch im letzten Jahr nach wie vor die Entwicklung der Covid-Pandemie im Zentrum, auch wenn die Stimmung hier zuletzt spürbar besser wurde. Anfang des Jahres kam schließlich eine weitere Krise hinzu, mit der die wenigstens gerechnet hätten – der russische Angriff auf die Ukraine. Wie sich der Krieg weiterentwickelt und welche Auswirkungen er, abseits

der tragischen humanitären Situation in der Ukraine, auf die Branche haben wird, lässt sich derzeit noch schwer abschätzen. Einige Agenturen bezogen jedenfalls bereits – etwa mit Kampagenen oder Spendenaufrufen – klar Stellung. Unveränderter Ablauf Der bewährte Aufbau der xpert. Rankings bleibt auch heuer

gleich. Um ein möglichst ganzheitliches Bild vom Leistungsspektrum der Agenturen zu bekommen, werden die Punkte jedes Jahr in sogenannten Baskets vergeben. Basket 1 beschreibt „Facts & Figures“ und behandelt Fragen wie „Wer ist wie lange am Markt?“ oder „Wer hat konkrete Umsätze angegeben?“ Des Weiteren werden Fakten abgefragt

Gesamt-Überblick Aus diesen drei Baskets wird der Gesamt-Punktewert von maximal 100 Punkten errechnet. (Anm.: medianet berechnet die Ergebnisse der einzelnen Baskets und das Gesamtergebnis auf mehrere Kommastellen genau; dabei kommen zwei Kalkulationssysteme zum Einsatz, deren Ergebnisse ab der zweiten Stelle hinter dem Komma rundungsbedingt divergieren können; dadurch kommt es jedoch zu keinen Platzierungsverschiebungen.)

Top 3 medianet xpert.Ranking Top 3 Platz 1   Platz 2 Platz 3 Werbeagenturen   Heimat Wien   Tunnel23   Reichl und Partner PR-Agenturen  Himmelhoch  bettertogether  Lifelike PR Media-Agenturen   Mediaplus Austria   Reichl und Partner Media   Dentsu Austria/Merkle Livemarketing-Agenturen   Plus Promotion Sales   Himmelhoch   Kesch Digital-Agenturen  kraftwerk  ghost.company  SMC Dialogmarketing-Agenturen  SMC  Dentsu Austria/Merkle  LDD Communication Branding & Design   Heimat Wien   VMLY&R   Reichl und Partner Promotion Himmelhoch  Ideal Live Marketing  Kesch Quelle: medianet xpert.Ranking


MEDIANET XPERT.AWARD WERBE-AGENTUREN

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© Heimat/Verbund

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Heimat Wien gewinnt das Werbe-Rennen Nachdem die Kreativagentur rund um Geschäftsführer Markus Wieser vergangenes Jahr noch Zweiter wurde, reicht es heuer für Platz 1.


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••• Von Sascha Harold

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nd the xpert.award für die beste Werbeagentur goes to … Heimat Wien! Nach dem zweiten Platz im Vorjahr hat es die Agentur diesmal auf den ersten Platz am Siegertreppchen geschafft. Was den Erfolg ausmacht, wie das letzte Jahr gelaufen ist und warum der heurige erste Platz erst der Anfang sein soll, erklärt Geschäftsführer Markus Wieser im Interview. medianet: Erster Platz in gleich zwei Kategorien (Werbeagenturen/Branding & Design) – was bedeutet Ihnen dieser Erfolg? Markus Wieser: Wir nehmen seit unserer Gründung 2015 am xpert.award teil und konnten uns jedes Jahr steigern – bis zum äußerst knappen zweiten Platz letztes Jahr. Dass es heuer gleich zwei Mal für Platz eins reicht, freut uns riesig. Das Ranking ist aus unserer Sicht Österreichs absoluter Goldstandard der Agenturbewertung, weil durch die drei Baskets ein ebenso realistisches wie umfassendes Bild geliefert wird. medianet: Was haben Sie im letzten Jahr richtig gemacht? Wieser: Unter’m Strich mehr Tore geschossen als bekommen … Scherz beiseite, wir haben uns letztes Jahr neben den vielen Bestands- und Neukundenprojekten ganz besonders intensiv mit uns selbst beschäftigt. Und ganz gezielt bewusste Wachstums- und Entwicklungsschritte gesetzt. Aus unseren Stärken und unserem Kernteam heraus. So sind mit Stefan Schäffer und Simon Pointner zwei ‚Eigengewächse‘ als Managing Director und Executive Creative Director

MEDIANET XPERT.AWARD WERBE-AGENTUREN 15

in die erste Reihe gekommen. Die beiden haben diese Steilvorlage wunderbar angenommen! medianet: Das heurige Jahr war spätestens seit Februar vom Krieg in der Ukraine überschattet. Wie haben Sie die Ereignisse wahrgenommen? Wieser: Dieser Krieg ist vor allem für die Menschen, denen die Ukraine Heimat ist, eine unglaubliche Tragödie. Eine die uns sehr, sehr nahe geht. Als international ausgerichtete und aufgestellte Agentur sind auch Mitarbeiter und ihre Familien direkt betroffen. Ein Wahnsinn! Und dann sind wir mit unserem Agenturnamen, der ja gerade ein sicheres Gefühl von Zuhause für

Ort waren, damit die Hilfe auch wirklich sofort ankommt. medianet: Auf welches Projekt des letzten Jahres blicken Sie besonders zufrieden zurück? Wieser: Bei der Vielzahl an spannenden kreativen Projekten ist das eine knifflige Frage … Am allermeisten freut mich, wie sich Heimat Wien als Projekt entwickelt. Da gibt es ja frei nach Hornbach immer was zu tun. Stefan und Simon machen seit nun fast schon sechs Jahren einen fantastischen Job. Es wachsen aber in ihren Teams auch einige wirklich tolle Talente laufend mit ihren Aufgaben – also in Riesenschritten, da wir flache Hierarchien haben und gerne und früh viel

Verantwortung geben. Im Digitalbereich sind wir zum Beispiel derzeit großartig aufgestellt und in der Kreation haben wir auch ein paar Player, vor denen selbst ich Dauernörgler den Hut ziehe! Das Projektmanagement und die Beratung sind in einer spitz kreativ ausgerichteten Agentur immer besonders beansprucht. Seit Barbara Lung letztes Jahr die Leitung des Teams übernommen hat, sind da auch viele branchenübliche Painpoints gemeinsam minimiert und die Schlagkraft maximiert worden. medianet: Welche Neukunden konnten Sie gewinnen? Wieser: Zu Beginn des letzten Jahres mussten wir in erster Li-

Das Ranking ist aus unserer Sicht Öster­ reichs absoluter Goldstandard der ­Agenturenbewertung. Markus Wieser Geschäftsführer Heimat Wien

Menschen, Ideen und Marken ausdrücken soll, gefühlt doppelt in der Pflicht. So wie damals, als auf einer Querdenker-Demo die Regenbogenflagge zerrissen wurde und wir dagegen Position bezogen haben. Wir haben uns auch diesmal sofort engagiert und schon am 28. Februar auf eigene Kosten einen breit angelegten Spendenaufruf initiiert – bewusst für verschiedene Hilfsorganisationen, die bereits vor

© Karo Pernegger

medianet.at

Heimat Wien-Geschäftsführer Markus Wieser hat Grund zur Zufriedenheit.


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MEDIANET XPERT.AWARD WERBE-AGENTUREN

Freitag, 22. April 2022

medianet.at

„Eigengewächs“ Mit Simon ­Pointner (l.) und Stefan Schäffner sind zwei lang­ jährige Mitarbeiter zum Creative Executive bzw. Managing Director aufgestiegen.

© Martina Berger

ge unbeschadet durch. Tja, dann kam Omikron … Unser gesamter Workflow ist zwar seit eh und je komplett durchdigitalisiert, aber wenn man krank ist, ist man nun mal krank.

nie mal die New Business-Erfolge des Vorjahres auf die Straße bringen. Völlige Neuentwicklungen für Verbund, Metro und Ergo sind ja keine Kleinigkeit! Dann konnten wir – eine relativ neue und schöne Erfahrung für uns – auch die Etats verteidigen, die wir wirklich halten wollten. Andere haben wir bewusst ziehen lassen – untypisch für Dienstleister, aber wir haben halt unseren eigenen Kopf und Anspruch und sind keine typische Agentur. Gegen Ende des Jahres

Es wird w ­ eiterhin darum gehen, mög­ lichst ganzheitliche Markenerlebnisse quer über die Kanäle zu bieten.

Markus Wieser

waren mit Böhringer Ingelheim, der begleitenden Kampagne zur Frauenbefragung der Stadt Wien und einem großen Wettanbieter wieder tolle Erfolge zu feiern. Die Serie hat auch nicht mit dem Jahreswechsel geendet, wir können auch heuer einen wirklich großen Kunden begrüßen. Dazu mehr demnächst … medianet: Welche Trends und Entwicklungen werden die Werbebranche heuer prägen? Wieser: Wir sind keine Hellseher, aber Budgets werden wohl nicht größer, und die Anzahl der Kontaktpunkte nicht kleiner werden. Also wird es weiterhin darum gehen, möglichst ganzheitliche Markenerlebnisse quer über die Kanäle zu bieten. Das kommt uns gelegen, da wir sehr ganzheitlich an Aufgaben herangehen. Andererseits können wir den üblichen Reibungsverlust bei komplexen und fragmentierten Projekten minimal halten, da wir dank unserer Content-Produktions-Unit ‚erna‘ sowohl Konzeption als auch Produktion aus einer Hand anbieten. So kommt sicher jedes einzelne ‚Budget-PS‘ auch wirklich auf die Straße.

medianet: Wie sind Sie bisher ins Jahr 2022 gestartet? Wieser: Ziemlich kurzatmig. Denn zu all den Entwicklungen und Erfolgen auf Bestands- sowie Neukunden-Ebene kommt ja die vermaledeite CoronaThematik. Wir kamen da durch konsequente Maßnahmen lan-

medianet: Zum Schluss der Blick in die Zukunft: Was ist in nächster Zeit geplant? Wieser: Unsere Liste für 2022 sprengt sicher den Rahmen dieses Interviews. Um ein paar Highlights herauszupicken: Wir werden der flügge gewordenen erna dieses Jahr noch mehr Eigenständigkeit geben und planen auch in zwei anderen Bereichen Ausgründungen. Noch im ersten Halbjahr werden wir eine Top-Personalie bekannt geben, die mit uns das Kapitel für die nächsten sieben Jahre aufschlagen wird. Damit wir in sieben Jahren in noch mehr Kategorien ganz oben auf dem Stockerl stehen …

xpert.Ranking Werbeagenturen Rang

Agentur

1 2 3

Heimat Wien Tunnel23 Reichl und Partner

4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

Springer & Jacoby Österreich VMLY&R ghost.company Zum goldenen Hirschen kraftwerk Wien Nord Serviceplan &Us Omnes Kobza and The Hungry Eyes Good Life Crew SPS Marketing Cayenne move121 Kotschever Weiss

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 27,08 39,60 96,68 30,00 26,84 37,60 94,44 30,00 23,20 39,60 92,80 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 27,00 30,00 27,50 28,00 30,00 28,00 25,00 19,00

22,79 23,99 21,57 21,04 21,14 24,17 24,76 18,44 23,58 19,22 19,39 17,24 12,39 14,43

40,00 38,40 39,70 40,00 39,83 36,13 38,13 40,00 36,56 36,95 33,81 36,35 38,00 38,40

92,79 92,39 91,27 91,04 90,97 90,30 89,89 88,44 87,64 84,17 83,20 81,59 75,39 71,83


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Freitag, 22. April 2022

medianet.at

© Himmelhoch

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„Nachhaltigkeit ist nicht mehr wegzudenken“ Eva Mandl leitet die erfolgreiche Wiener PR-Agentur Himmelhoch und konnte, wie schon letztes Jahr, bei den xpert.awards triumphieren.


MEDIANET XPERT.AWARD PR-AGENTUREN

Freitag, 22. April 2022

••• Von Sascha Harold

A

uch heuer hat es die Wiener Agentur Himmelhoch auf den ersten Platz im PRAgenturen-Ranking geschafft. Was das Geheimnis dieses Dauererfolgs ist und warum PR die Zukunftsdisziplin ist, erklärt Gründerin und Geschäftsführerin Eva Mandl im Interview. medianet: Erster Platz in gleich zwei Kategorien heuer, was bedeutet der Erfolg? Eva Mandl: Für mein Team und mich ist das wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Wir sind überglücklich und mega­stolz. Es ist eine überschwängliche Freude für uns, wenn die Anstrengungen eines ganzen Jahres mit einer der wichtigsten Auszeichnungen in Österreich belohnt werden. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich sind das ganze Jahr mit Herzblut und Engagement für unsere Kunden da. Die xpert.awards sind für uns eine Bestätigung dafür, dass die Performance und die Qualität passen. Ganz wichtig ist für uns, dass wir jedes Jahr besser werden und noch mehr Qualität bieten, die dank ISO 9001-Zertifizierung auch regelmäßig aus externer Sicht bestätigt wird. Gleichzeitig glauben wir, dass das xpert-Ranking für potenzielle Auftraggeber auch eine fundierte Entscheidungshilfe bei der Agenturauswahl ist. medianet: In der Kategorie PR ist Himmelhoch Seriensieger – was ist das Geheimnis? Mandl: Ständige Weiterentwicklung, intrinsische Motivation aller Mitarbeiter, kompromissloser Fokus auf Qualität und wir nutzen alle Facetten der PR. Für uns ist PR viel mehr als nur Medienarbeit und Storytelling. Es geht uns darum, Meinungs-

bildner und Zielgruppen aktiv einzubinden und zu beteiligen. Denn PR spürt nicht nur die neuesten Trends auf, sondern definiert sie auch mit. Authentische Konversationen mit Meinungsbildnern und Dialoggruppen zu kreieren, ist das Herzstück

Für uns ist PR viel mehr als nur ­Medienarbeit und Storytelling. Eva Mandl Gründerin und GF Himmelhoch

unseres PR-Verständnisses. Wir wollen uns nicht nur auf den Bereich Earned Media fokussieren, sondern sind überzeugt, dass erfolgreiche PR-Kampagnen integriert arbeiten und daher in einem ausbalancierten Mix an Paid-, Earned-, Shared- und Owned-Media zu konzeptionieren sind. medianet: Einen besonderen Schwerpunkt legt Himmelhoch seit Längerem auf Nachhaltigkeit; was gibt es hier Neues? Mandl: Nachhaltigkeit ist in der PR und für uns nicht mehr wegzudenken. Deshalb haben wir unseren Nachhaltigkeitsschwerpunkt auch 2021 weiter ausgebaut. Unter Nachhaltigkeit in der PR verstehen wir die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele, die bis Ende 2030 umgesetzt werden sollen. Dazu zählen Armut und Hunger bekämpfen, Maßnahmen zum Klimaschutz, Gleichstellung der Geschlechter, sauberes Wasser und Energie, Gesundheitsversorgung und

Bildung. Dafür legen wir für unsere Kunden im Nachhaltigkeitsbereich eine übergeordnete PR-Strategie mit Fokus auf nachhaltige, politische und gesamtgesellschaftlich relevante Themen an und entwickeln zum Unternehmen passende PRMaßnahmen. medianet: Auf welche Projekte blicken sind Sie besonders stolz? Mandl: Was uns besonders stolz macht, ist, dass wir im letzten Jahr trotz der vielen Unsicherheiten und kurzfristigen Änderungen der Rahmenbedingungen viele große Projekte umsetzen konnten. Dazu zählen etwa die Präsentation der neuen Kollektion von Palmers in Zusammenarbeit mit Marina Hörmanseder, das 50 Jahre-Jubiläum von Thermomix oder die Zusammenarbeit von MAM Babyartikel und Pure Encapsulations. Darüber hinaus haben wir gemerkt, dass die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit im letzten Jahr dazu geführt hat, dass viele ihre Etats bei uns ausgebaut haben oder nun auch in anderen Bereichen (Events, Promotion, Social Media) auf eine Zusammenarbeit mit uns setzen. Stellvertretend für viele Projekte setzen wir zum Beispiel bei ‚Oesterreichs Energie‘ auf in-

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tegrierte Kommunikation – von Strategie, über PR und Social Media bis hin zu Events. Sauberer Strom aus Wasser, Wind und Sonne ist die Energieform der Zukunft. Bis 2030 soll die heimische Stromerzeugung daher zu 100 Prozent auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden – eine Jahrhundertaufgabe. Neben Milliarden-Investitionen braucht es dafür die Akzeptanz der Bevölkerung. Ziel der Interessenvertretung der E-Wirtschaft ist es, die Stakeholder zu informieren und öffentliches Verständnis dafür zu schaffen. medianet: Welche Trends und Entwicklungen werden die PRBranche künftig prägen? Mandl: Viele. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Mobilität, Content PR, die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften, Influencer-PR. Pressekonferenzen werden weiterhin auch digital oder hybrid stattfinden. Eine gute Online-Positionierung ist unumgänglich, da die Dialoggruppen im Web nach Antworten suchen, sich organisieren und mit Marken interagieren. PR und Content Marketing wachsen noch enger zusammen. Unternehmen werden immer mehr zu einem Medium und bieten ihren Dialoggruppen Informationen,

© Himmelhoch

medianet.at

Das Himmelhoch-Team hat auch heuer wieder allen Grund zu feiern.


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© Vorwerk

Der Klassiker Vor 50 Jahren brachte die Firma Vorwerk erstmals den „Thermomix“ auf den Markt. Himmelhoch betreute das Jubiläum.

Expertise und Unterhaltung. Dabei geht es weniger darum, sich als Unternehmen zu profilieren, sondern einen Content anzubieten, der die Haltung des Unternehmens transportiert. Kooperation mit relevanten Influencern und Opinion Leadern werden in der PR zum Bestandteil der Kommunikationsstrategie. PR-Seeding wird immer wichtiger; dadurch können Unternehmen ihre Botschaften strategisch verbreiten und über einen organischen Link­aufbau vorantreiben. medianet: Welche Rolle spielt das Employer-Branding dabei? Mandl: Der Arbeitsmarkt hat sich geändert. Qualifizierte und talentierte Mitarbeiter zu finden wird in allen Branchen immer schwieriger. Mitarbeitersuche wie bisher funktioniert nicht mehr. Was funktioniert, ist das Recruiting durch bestehende Mitarbeiter, die das eigene Unternehmen weiterempfehlen. Und genau hier setzen wir als PR-Agentur an. Wir lassen echte Mitarbeiter auf unterschiedlichen Kanälen ehrliche Geschichten aus ihrem Arbeitsalltag erzählen, zeigen transparente

Karrierewege und eine authentische Unternehmenskultur auf. Die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die besten Multiplikatoren und kennen in ihrem Netzwerk genau jene Leute, die zum Unternehmen passen. Und nachdem im letzten Jahr immer mehr Kunden mit Employer Branding-Themen auf uns zugekommen sind, wir erfolgreich Projekte umgesetzt haben, setzen wir heuer einen Schwerpunkt im Bereich Employer Branding. medianet: Wie ist Himmelhoch bisher ins Jahr 2022 gestartet? Mandl: Unser Start ist erfreulicherweise sehr gelungen und man merkt, dass aktuell mehr denn je Bedarf an professioneller, umfassender Kommunikation besteht. Seit Jänner haben wir spannende Neukunden gewinnen können. Etwa Österreichs Energie, TIW, ein Verein, der sich mit benachteiligten Jugendlichen beschäftigt, die Versicherungsmakler der WKW, den E-Mobilitäts-Dienstleister Smatrics, die Marktkette Thomas Philipps, das Zentrum für robotische Neuro-Therapie, tech2people, den Verein ProPel-

lets Austria. Das war natürlich nur möglich, weil wir als Team auch immer bereit waren und sind, die Extrameile für unsere Kunden zu gehen. Jeden Tag, den ich bei Himmelhoch verbringen darf, freue ich mich über alle diese wunderbaren Menschen in unserem Team, ohne die wir heute nicht wären, wo wir sind. medianet: Was möchten Sie mit Himmelhoch in fünf Jahren erreicht haben? Mandl: Wir wollen auch in fünf Jahren himmelhoch jauchzende Kunden betreuen und weiterhin beim medianet-Ranking gut abschneiden. Die Zukunft hat bereits begonnen. Kommunikation wird immer unser Kerngebiet bleiben. Die Kanäle werden sich

nur noch radikaler wandeln. Dafür brauchen wir laufend neue, zielorientierte, kreative und einzigartige Lösungen für die einzelnen Dialoggruppen. Und deshalb haben wir in fünf Jahren noch mehr Spezialistinnen und Spezialisten mit unterschiedlichsten Branchenkenntnissen, Qualifikationen und Fertigkeiten, klassische PR-, Digital- und Event-Expertinnen und -Experten, innovative und kreative Köpfe. Wir sind überzeugt, dass Public Relations die Zukunftsdisziplin ist und das teilweise immer noch vorhandene Stigma des reinen ‚Clipping­ zählens‘ hinter sich lässt. Stattdessen präsentiert sich die PR als selbstbewusste, kreative und integriert arbeitende Disziplin.

xpert.Ranking PR Rang

Agentur

1 2 3

Himmelhoch bettertogether Lifelike PR

4 5 6

Martschin & Partner P8 Marketing Reichl und Partner PR

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

39,00 18,15 39,83 96,98 38,00 11,93 36,89 86,82 37,00 7,38 39,62 84,00 35,00 33,00 31,00

9,00 8,16 8,54

39,24 36,80 35,87

83,24 77,96 75,40


MEDIANET XPERT.AWARD MEDIA-AGENTUREN

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© Matthias Heschel

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medianet.at

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„Sehnsucht nach Momenten der Freude“ Mediaplus schafft beim xpert.Ranking die Titelverteidigung – Ronald Hochmayer und Bernhard Redl wissen genau, woran das liegt.

D

er österreichische Werbemarkt macht, wie die Wirtschaft insgesamt, keine rosigen Zeiten durch. Vieles ist derzeit im Umbruch, das wissen auch Ronald Hochmayer und Bernhard Redl, die beiden Managing Partner von Mediaplus Austria. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte sich die Agentur bei den xpert. awards in der Kategorie Mediaagenturen ganz vorne durchsetzen. Die beiden Geschäftsführer erläutern im Gespräch, wie sie mit den unsicheren Zeiten umgehen und warum Marketing ohne wirtschaftliches Fundament nutzlos ist. medianet: Den Erfolg aus dem Vorjahr bestätigt – wie fühlt sich das an? Ronald Hochmayer: Ich glaube, dass bei uns allen gerade die Sehnsucht nach Momenten der Freude besonders groß ist. Deshalb macht uns der erste Platz beim xpert.award 2022 ganz besonders glücklich und stolz. Und am meisten freuen wir uns für unser Team und unsere vielen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil das ihr Preis und ihre Auszeichnung ist. Dass Kunden unsere Arbeit positiv bewerten, ist eine Leistung, die unser Team vollbracht hat.

Was mich seit Jahren begleitet und begeistert, sind die Widersprüche, die wir alle leben und aushalten müssen. Ronald Hochmayer Managing Partner Mediaplus

medianet: Was hat Mediaplus im letzten Jahr richtig gemacht? Bernhard Redl: Wir haben bei allen Veränderungen immer versucht, das Positive in den Mittelpunkt zu rücken. Den neuen Anforderungen an die Arbeitswelt sind wir mit mehr Flexibilität für die Mitarbeiter begegnet, ohne dass dabei die Bindung zum Unternehmen verloren gegangen ist. Darüber hinaus haben wir neue digitale Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse etabliert – das reicht vom digitalen Morgenkaffee, über das Arbeiten in cloudbasierten Sharepoint Hubs bis zur vollautomatisierten Rechnungslegung. Es war auch ganz wichtig, dass wir unsere Kundenbeziehungen und unser Leistungsportfolio

auf den Prüfstand gestellt und an die neuen Bedürfnisse und Gegebenheiten angepasst haben. Da ist unglaublich viel passiert im letzten Jahr.

tungsleistung stark nachgefragt. Wir haben im letzten Jahr mehr Workshops, Deep Dives und Inspiration Sessions mit unseren Kunden gemacht als je zuvor.

medianet: Wie hat sich der Werbemarkt nach dem covidbedingten Einbruch entwickelt? Redl: Es gab sehr unterschiedliche Signale und Reaktionen unserer Kunden und Medienpartner. Manche sind schneller aus den Startblöcken gekommen und haben versucht, mit Marketingmaßnahmen Marktanteile zu gewinnen, andere waren etwas vorsichtiger. Jede Krise stellt auch bewährte Muster infrage, daher war unsere Bera-

medianet: Hat sich rückblickend durch die Pandemie Grundlegendes geändert? Hochmayer: Man soll mit Superlativen immer vorsichtig umgehen, aber der Umbruch ist in vielen Bereichen wirklich gewaltig. Mobilität, Einkaufsverhalten, Mediennutzungsmuster und auch Werthaltungen haben sich signifikant verschoben. Ich glaube, das beobachtet und spürt auch jeder in seiner eigenen kleinen Welt. Die Erwar-

© Matthias Heschel

••• Von Sascha Harold

Die beiden Mediaplus-GF Bernhard Redl (l.) und Ronald Hochmayer.


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Zukunftspläne In diesem Jahr wollen Bernhard Redl und Ronald Hochmayer die digitale Exzellenz und Datenkompetenz bei Mediaplus weiter ausbauen.

Mir ist es ein echtes Anliegen, das Thema ‚Nachhaltige Media‘ im österreichischen Markt zu etablieren. Bernhard Redl Managing Partner Mediaplus

tungshaltung an Unternehmen und Marken hat sich verändert. Marken werden noch stärker von dem Kundenerlebnis auf ­allen Kontaktpunkten geprägt als von klassischer Kommunikation. medianet: Welche Neukunden konnten Sie 2021 gewinnen? Hochmayer: Wir haben mit BMW, Eckes-Granini, Vapiano, Egger Bier, Prefa, Forstinger, Neuroth, Burgenland Tourismus, Delidip, reformstark Martin und vielen weiteren mittelständischen Unternehmen neue starke, strahlende Marken gewonnen. medianet: Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?

Redl: Mir ist es ein echtes Anliegen das Thema ‚Nachhaltige Media‘ im österreichischen Markt zu etablieren. Uns ist es im letzten Jahr gelungen, gemeinsam mit vielen Marktteilnehmern die Initiative ‚Green GRP‘ ins Leben zu rufen. Erstmals haben Werbetreibende die Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck ihrer Kommunikationsaktivitäten zu überprüfen und gegebenenfalls zu kompensieren. Es freut mich, dass viele Medienpartner die Initiative unterstützen und der Weg zum klimaneutralen Mediaplan jetzt für alle Werbetreibenden möglich ist. Schön war auch, dass wir im letzten Jahr bei vielen Awards Grund zum Feiern hatten. Das macht gute Stimmung und ist ein Beweis dafür, dass unsere Investitionen in unsere Innovationskraft Früchte tragen. medianet: Welche Trends und Entwicklungen werden Media darüber hinaus heuer prägen? Hochmayer:Was mich persönlich seit Jahren begleitet und begeistert, sind die Widersprüche, die wir alle leben und aushalten müssen. BMW-Fahrer, die grün wählen oder IT-Nerds, die den Falter lesen – den prototypischen Lebensstil gibt es nicht mehr. Ich glaube, dass

diese Spannungsfelder in der Post-Corona-Zeit noch größer werden. Für die Mediaplanung wird es wichtiger werden, Zielgruppen und Audiences nach ihren Werten und ihrem messbaren Verhalten zu differenzieren als nach soziodemo- oder psychografischen Variablen. Wir haben mit unserem ‚Value Planning-Ansatz‘ auch die richtige Antwort dafür. medianet: Pandemie, Krieg in der Ukraine – Krisen, wohin man blickt … Was bedeutet das für Ihre Arbeit? Hochmayer: Die Brutto-Umsätze der gesamten österreichischen Werbebranche waren im letzten Jahr geringer als der Gewinn der OMV. Vielleicht sollten wir uns manchmal nicht so wichtig nehmen. Und vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse stellt sich diese Frage dann wahrscheinlich noch öfter. Marketing kann viel bewirken,

aber ohne wirtschaftliches Fundament ist es bedeutungslos. medianet: Welche Dinge stehen heuer noch auf dem Plan? Redl: Wir wollen unsere digitale Exzellenz und Datenkompetenz weiter ausbauen. Mit MP Realtime etablieren wir eine programmatische Marketinglösung, die datenbasierte Mediaausspielung, Business Intelligence und Kreationsleistung verbindet und in Echtzeit ausspielt. Auch soll unser Produkt- und Servicekatalog noch größer werden. An vielen Schnittstellen können wir unseren Kunden wertvolle Hilfestellungen geben, die wir aktuell zu wenig ins Rampenlicht stellen. Die größte und wichtigste Aufgabenstellung ist aber, die Arbeitsfreude und Innovationskraft unserer Mitarbeiter weiter zu fördern und den Zusammenhalt auf dem hohen Niveau zu halten. Dann gewinnen wir vielleicht nächstes Jahr wieder!

xpert.Ranking Media Rang

1 2 3

Agentur

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

Mediaplus 30,00 25,12 39,40 94,52 Reichl u. Partner Media 30,00 21,30 40,00 91,30 Dentsu Austria 30,00 22,45 34,78 87,24


danke THERESIA

danke ANDI

danke KARIM

danke BETTIna

danke MANFRED

danke BENEDICT

danke SABINE

danke ANGIE

danke DORIS

danke KARIN

danke NEDAD

danke ORLY

danke ANNA

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danke Maja danke CLAUDIA

danke GERLINDE danke EVI

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danke ALEX

danke CHRISTIAN danke KATHA

danke AN ALLE

danke ALEX

danke LISA

DANKE

…für euren Einsatz,

eure Kreativität, euren Tatendrang himmelhoch.at @himmelhoch Himmelhoch PR

und den Zusammenhalt!

danke THOMAS

danke LISA

danke PIA

dank DORIS e

danke ANNIKA


MEDIANET XPERT.AWARD LIVEMARKETING-AGENTUREN

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medianet.at

© Plus Promotion Sales

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„Livemarketing hat sich stark verändert“ Auch im Livemarketing ist der Zug in Richtung online und hybrid zu bemerken – Face-to-Face bleibt aber wichtig.

••• Von Sascha Harold

T

rotz schwieriger Umstände zeigten die Livemarketing-Agenturen auch im letzten Jahr herausragende Leistungen. Im xpert-Ranking setzte sich heuer in einem knappen Rennen Plus Promotion Sales vor Himmelhoch und Kesch durch. Zwar war auch das letzte Jahr noch von der Covidpandemie

und notwendigen Einschränkungen geprägt, Aktivitäten im Livemarketing konnten aber dennoch wieder verstärkt gesetzt werden. Mit Plus Promotion Sales-COO Alfons Hargasser hat medianet über die spannendsten Projekte des letzten Jahres, neue Kunden und die kommenden Trends im Livemarketing gesprochen. medianet: Nach dem zweiten Platz im Vorjahr heuer Num-

mer eins – was haben Sie richtig gemacht? Alfons Hargasser: Wir sind natürlich sehr stolz darauf, dass wir, wie auch schon im Jahr 2020, Gold in der Kategorie Livemarketing gewonnen haben. Es zeigt, dass wir mit unseren Projekten und Kunden sogar in diesen schwierigen Zeiten höchste Qualität umsetzen können. Und: Es geht nicht um ein einzelnes Projekt, sondern um die Bewertung der Plus Promotion Sales

in ihrer Gesamtheit – das macht uns sehr stolz. medianet: Die Situation im Livemarketing war covidbedingt zuletzt nicht einfach; wie ist die Situation jetzt? Hargasser: Livemarketing war und ist natürlich sehr betroffen durch die Corona-Einschränkungen – wir sehen aber positive Signale und hoffen auf weitere Entspannung. Wir sind während der letzten beiden Jahre


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sehr proaktiv auf unsere Kunden zugegangen und haben im Rahmen der Möglichkeiten neue Ideen entwickelt, was von unseren Kunden sehr positiv aufgenommen wurde. Daher blicken wir auf erfolgreiche Jahre zurück. medianet: Haben sich durch die Pandemie grundlegende Dinge geändert? Hargasser: Unserer Erfahrung nach wird leider immer als Erstes beim Marketingbudget gespart … Antizyklisch zu werben,

Livemarketing war und ist natürlich sehr betroffen durch die Einschränkungen – wir sehen aber positive Signale und hoffen auf weitere Entspannung.

beherzigen nur wenige. Bei einigen unserer Kunden gab es auch stringente internationale Vorgaben. Der Online-Bereich hat bekanntermaßen sehr profitiert, aber Livemarketing gewinnt nun wieder stark an Boden. Die Menschen haben eindeutig genug von den rein digitalen Erleb­ nissen. medianet: Kommen wir zum New Business – welche Kunden konnten Sie 2021 gewinnen?

MEDIANET XPERT.AWARD LIVEMARKETING-AGENTUREN

Hargasser: Wir konnten vor allem im Bereich der Pharmaindustrie und Medizintechnik neue Kunden gewinnen und mit ihnen spannende Projekte erfolgreich umsetzen. Für Western Union sind wir in Österreich und Deutschland aktiv, für Almdudler konnten wir ebenfalls 2021 in beiden Ländern eine umfassende Sales-Aktivierung am POS inszenieren. medianet: Auf welche Projekte blicken Sie dabei besonders stolz zurück? Hargasser: Da gibt es viele, aber um nur einige zu nennen: Unsere Graffiti-Inszenierung für Dräger, der Syoss-Haarpflegetest mit der XXL-Flasche, die Velo Xtreme Roadshow mit Virtual Reality 5D-Aktivierung, unsere Schneekugel-Inszenierung beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel, Radeln mit Manner … medianet: Die Arbeit am POS ist in den letzten Jahren in den Fokus gerückt; welche Aktivitäten setzt Plus Promotion Sales hier? Hargasser: Als Agentur haben wir neben Livemarketing und Promotions eine zweite, sehr stabile Säule mit Merchandising für den Lebensmittelhandel und Sales Support für eine Reihe anderer Kunden. Dieser Bereich hat auch während des Shutdowns gut funktioniert und zeigt, wie wichtig es für eine Agentur ist, möglichst breit aufgestellt zu sein. Unsere Kunden profitieren außerdem von unserem großen Handels-Know-how. medianet: Welche Trends und Entwicklungen werden das Livemarketing in den kommenden Jahren prägen? Hargasser: Livemarketing hat sich in den letzten beiden Jah-

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wichtig diese Form des Marketings ist: Die Menschen sehnen sich nach Live-Erlebnissen, nach persönlichem Austausch.

© Plus Promotion Sales

medianet.at

Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass das ­Vertrauen der Kunden in ­unsere Arbeit sehr groß ist und das erfüllt uns mit Stolz und Freude. Alfons Hargasser COO Plus Promotion Sales

ren stark verändert und es wurde zunehmend virtueller oder hybrider. Damit sind gewohnte Formate auf den Prüfstand, aber ein echtes Livemarketing-Erlebnis, Face-to-Face-Kontakte, ein aufregender Event lassen sich niemals gänzlich digitalisieren. Gerade aufgrund der Pandemie hat man wieder gemerkt, wie

medianet: Pandemie, Krieg in der Ukraine – es geht derzeit von einer Krise in die nächste, was bedeutet das für Ihre Arbeit? Hargasser: Dieser ‚Krisenmodus‘ schafft natürlich kein positives Klima für MarketingInvestitionen. Auf der anderen Seite haben uns die letzten beiden Jahre gezeigt, dass das Vertrauen der Kunden in unsere Arbeit sehr groß ist und das erfüllt uns mit Stolz und Freude. medianet: Worauf wollen Sie mit Plus Promotion Sales in den nächsten Jahren den Schwerpunkt legen? Hargasser: Unsere Schwerpunkte ‚Sales Services‘ und ‚Marketing Services‘ sind beide gleich wichtig und befruchten sich gegenseitig. In beiden Bereichen kommt dem Thema Human Resources immer größere Bedeutung zu. Die ständige Verbesserung unseres hohen Qualitätsanspruchs, unserer Online-Tools und die weitere Internationalisierung unserer Aktivitäten werden im Vordergrund stehen.

xpert.Ranking Live Rang

Agentur

1 2 3

Plus Promotion Sales Himmelhoch Kesch

4 5 6 7

Ideal Live Marketing SPS Marketing Erlebnismarketing Überall scene development

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 24,68 40,00 94,68 30,00 24,60 39,77 94,37 30,00 23,26 39,80 93,06 30,00 30,00 30,00 25,00

22,90 20,35 18,40 19,95

40,00 37,92 39,00 38,93

92,90 88,27 87,40 83,88


MEDIANET XPERT.AWARD DIGITAL-AGENTUREN

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© medianet/Katharina Schiffl

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„Digital ist nicht egal“ ••• Von Sascha Harold

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ie Konkurrenz unter den Digitalagenturen ist groß. Bei den heurigen xpert.awards haben sich 19 Agenturen dem Vergleich gestellt, der Sieger ist derselbe: kraftwerk setzt sich im Kopf-an-Kopf-Rennen durch und verteidigt den Spitzenplatz aus dem Vorjahr. Über die prägenden Projekte des letzten Jahre, den Hype um das „Metaverse“ und das Thema Employer Branding hat medianet mit kraftwerk-CEO Heimo Hammer gesprochen.

Die Pandemie hat den Letzten am Markt überzeugt, dass digital nicht egal ist. Heimo Hammer CEO kraftwerk

medianet: Seriensieger bei den Digitalagenturen – was macht kraftwerk anders als die anderen? Heimo Hammer: Das müssen unsere Kunden beantworten,

kraftwerk bietet ein international eingespieltes Team in den Bereichen Strategieberatung, crossmediale Kreation, State-ofthe-Art Web Technology inhouse und datadriven Marketing aus einer Hand. In unserem kraftwerk Ecosystem haben wir internationale Partner, die nationale und internationale Kunden seit Jahren erfolgreich unterstützen. Wir haben uns von einer eigentümergeführten Agentur zu einer eigentümergeführten Plattform mit 108 Mitarbeiterinnen und und Mitarbeitern sowie EcoSystempartnern entwickelt. medianet: Die Covid-Pandemie hat dem Digitalen weiter Auftrieb gegeben; hat sie auch Dinge verändert? Hammer: So schlimm die Pandemie auch war und wird, die Folgen kennen wir alle noch nicht, jedenfalls kann man sagen, dass digitale Dienstleistungen in den letzten zwei Jahren massiv nachgefragt wurden. Die Pandemie hat den Letzten am Markt überzeugt, dass digital nicht egal ist. Es geht aber nicht um digital allein, sondern es geht darum, kreativ und kommunikativ ‚Human2Human‘Beziehungen zu ermöglichen oder zu vertiefen. medianet: Welche besonderen Projekte haben Sie im Vorjahr umgesetzt? Hammer: In der Strategieberatung waren die Branchen Ban-

© kraftwerk

Im xpert.Ranking der Digitalagenturen gibt es keine Überraschung: kraftwerk sichert sich in einem Fotofinish erneut den ersten Platz.

„wildentschlossen“, eine digitale Full Service-Kampagne für mehr Artenvielfalt.

ken und Versicherungen, Retail und Gesundheit sehr aufstrebende Bereiche; was kreative Kampagnen und Umsetzungen anbelangt, haben wir für die Österreichische Nationalbank, Bundesministerium für Klimaschutz, Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Stadt Wien, elektrabregenz, Stihl und Drinks at Home interessante und kreative Projekte umgesetzt. Im Bereich Technology haben wir für Asfinag und Interwetten intelligente Lösungen gebaut und für einige Kunden wie z.B. philoro und Remedia viel Geld verdient. Beim datadriven Marketing haben wir uns entschieden, mit der Next One am Markt anzugreifen. Creativity and Data sind bei kraftwerk eine perfekte Symbiose und kein Widerspruch.

medianet: Und welche Neukunden konnten Sie gewinnen? Hammer: Das Bundesministerium für Klimaschutz, Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Denzel Bank, Gastro.News, Palfinger, Trustbit, Beko, Kuratorium für Verkehrssicherheit, tenfold, Kommunalkredit und Profem. medianet: Kommen wir zu aktuellen Themen. Um das Metaverse ist zuletzt ein Hype ausgebrochen – aus Ihrer Sicht zu Recht? Hammer: Das Metaverse ist schon eine coole Sache. kraftwerk war vor 20 Jahren dabei, als wir mit der VRML-Language 3D-Welten gebaut haben. Die Gamer sind aus der Schule draußen und bilden eine stark wachsenden Kundengruppe. Der


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© Natascha Unkart

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kraftwerk-Headquarter Jürgen Oberguggenberger, Angelika Hammer und Heimo Hammer (v.l.) bilden die kraftwerk-Geschäftsführung.

Hype baut auf gelernte Welten und perfekte Consumer Insights auf. Man darf gespannt sein. Das Netz bietet exponentiell wach-

sende Möglichkeiten für Shopping, Entertainment, Gamification, Liveevents, Collaboration, etc. und hatte noch nie so eine

xpert.Ranking Digital Rang

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19

Agentur

kraftwerk ghost.company SMC – Social Media Communications Emakina CEE Tunnel23 elements.at ML Marketing VMLY&R Reichl und Partner eMarketing Cope Content Performance Gr. &Us Dentsu Austria/Merkle LDD Communication dreifive Wunderman Thompson RDB Werbeagentur SlopeLift SPS Marketing adverserve

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 26,15 39,82 95,98 30,00 25,44 40,00 95,44 30,00 24,33 40,00 94,33 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 29,50 27,00 30,00 30,00 30,00 30,00 24,50 29,00 28,00 21,00

23,20 26,48 23,84 21,79 25,44 25,67 23,37 22,42 21,34 18,36 17,11 14,10 16,90 15,18 16,38 14,80

40,00 36,55 38,67 39,56 35,78 34,50 35,76 38,93 35,41 35,85 36,45 37,76 39,12 32,44 32,10 36,34

93,20 93,03 92,51 91,35 91,22 90,17 88,63 88,35 86,75 84,21 83,55 81,86 80,52 76,61 76,48 72,14

Reichweite und Akzeptanz wie heute. medianet: Das Thema Personal wird immer wichtiger; wie gelingt es kraftwerk, die richtigen Leute zu finden? Hammer: Das ist ein sehr guter Punkt. kraftwerk ist als Employer Brand sehr attraktiv und hat viele sehr gute Mitarbeiter, aber das wissen auch die Headhunter und der Mitbewerb. Wir sagen immer, dass sehr gute Mitarbeiter nicht zu finden sind. Agenturen, Start-ups und IT-Companies sind dann erfolgreich, wenn junge, talentierte und kreative Brains sich für eine Company entschieden haben. Konzepte wie Homeoffice, New Work, Remote Jobs, internationale Kooperationen, etc. sind heute kein ‚entweder oder‘, sondern ein ‚sowohl als auch‘. Agenturen unter 50 Mitarbeitern im digitalen Bereich können gar nicht kompetitiv sein, außer sie spezialisieren sich. Die digitale Welt transformiert sich laufend und rasend schnell, da muss man Companies bilden, die auf Veränderung

Das Metaverse ist schon eine coole Sache. kraftwerk war vor 20 Jahren ­dabei, als wir mit der VRMLLanguage 3D-Welten gebaut haben.

Heimo Hammer

aufgebaut sind und nicht ‚alte‘ Strukturen digitalisieren. medianet: Worauf wollen Sie in den nächsten Jahren den Schwerpunkt legen? Hammer: Der Schwerpunkt von kraftwerk liegt im permanenten Anpassen an neue Anforderungen. Im digitalen Biz gibt es kein gestern und heute, es gibt nur morgen und das fast forward.


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MEDIANET XPERT.AWARD DIALOGMARKETING-AGENTUREN

Freitag, 22. April 2022

medianet.at

„Blicken über den Tellerrand hinaus“ Wie bereits im letzten Jahr setzt sich SMC Social Media Communications bei den xpert.awards durch.

© SMC Social Media Communications

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MEDIANET XPERT.AWARD DIALOGMARKETING-AGENTUREN

Freitag, 22. April 2022

••• Von Sascha Harold

D

igitale Medien haben das Dialogmarketing in den letzten Jahrzehnten revolutioniert. Nie war es so einfach, direkt mit Kunden und Konsumenten in Kontakt zu treten; gleichzeitig ist dadurch auch das dafür notwendige Fachwissen rapide angestiegen. Das Dialogmarketing hat auch bei den medianet xpert.awards einen Fixplatz. Jedes Jahr werden jene Agenturen ausgezeichnet, die sich besonders von der Masse abheben. In dieser Kategorie gab es in den letzten Jahren einen Anbieter, der den Platz an der Spitze der Tabelle schon fast reserviert hat: SMC Social Media Communications. Auch heuer steht die Linzer Agentur wieder ganz oben; im Gespräch verrät das Führungsduo Markus Huber und Petra Huber-Ackerl das Erfolgsgeheimnis. medianet: Seriensieger im Dia­ logmarketing – was zeichnet SMC aus? Markus Huber: Ich glaube das liegt daran, dass wir uns als Sparringpartner unserer Kunden sehen und bei allen Projekten über den Tellerrand hinausblicken. Für uns ist wichtig, Strategien und Kampagnen mit messbaren Erfolgen zu entwickeln; dabei arbeiten wir ganz eng mit unseren Kunden an der Definition von KPIs zusammen. Dabei schauen wir uns mit den Kunden nicht nur Kampagnen an, sondern setzen uns auch mal gerne mit deren Infrastruktur auseinander. Das heißt, wir sehen uns an, wie die Prozesse funktionieren, nachdem beispielsweise Leads generiert wurden.

medianet: Wie blicken Sie auf das letzte Jahr zurück, was wa­ ren die Highlights? Petra Huber-Ackerl: Wir haben auch Ende letzten Jahres bereits erste spannende Metaverse- und NFT-Projekte umgesetzt. Oder auch die Weiterentwicklung unseres AI-gestützten LinkedInVertriebs-Bots. Diesen können wir mittlerweile auch für automatisierte Recruiting-Kampagnen einsetzen. Insgesamt war 2021 ein gutes Jahr für die SMC, und auch 2022

Raum vorstellen, in dem sich Nutzer bewegen und dementsprechend mit Marken- und Verkaufsbotschaften angesprochen werden können. Sozusagen ein neuer Channel im Marketingmix, in dem bekannte Formate neu gedacht werden können oder auch komplett neue Formen auftauchen werden. Das kann das virtuelle Plakat oder auch ein Influencer sein, dem man im Metaverse begegnet. Dem Storytelling eröffnen sich dadurch ganz neue und erlebbare Möglichkei-

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Bisher war jede Krise eher ein Push für digitale Kommunikation – allen voran Social Media. Petra Huber-Ackerl SMC Social Media Communications

sen; spüren Sie bleibende Verän­ derungen in der Branche? Huber-Ackerl: Covid hat in den letzten Jahren die Digitalisierung aller Bereiche in einem nie ­gewesenen Maß beeinflusst und beschleunigt. Wir konnten unseren Kunden viele neue Ideen präsentieren und umsetzen. Vor allem für unsere Kunden aus den Bereichen Industrie und B2B konnten wir neue, innovative ­digitale Vertriebswege umsetzen.

© SMC Social Media Communications

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Petra Huber-Ackerl resümiert ein erfolgreiches letztes Geschäftsjahr.

ist bereits sehr erfolgreich angelaufen. medianet: Um das Metaverse ist ja zuletzt ein Hype entstanden; wie bewerten Sie das? Huber: Aktuell ist das Metaverse für viele noch schwer greifbar. Im Bereich der Werbung kann man sich das Metaverse eher als fortbestehenden virtuellen

ten. Wie auch in der Vergangenheit gilt es, im Hype nicht die Grundsätze guten Marketings aus den Augen zu verlieren: Es geht darum, ein OmnichannelMarkenerlebnis aufzubauen, und um Botschaften, die auch in den Markenkern einzahlen. medianet: Die Covid-Pandemie hat auch 2021 Spuren hinterlas­

medianet: Auf welche Projekte blicken Sie besonders stolz zu­ rück? Huber: Ich glaube, man kann hier gar nicht sagen, welches Projekt am spannendsten war. Für mich ist jedes Projekt spannend. Ein Projekt ist für uns dann erfolgreich, wenn unsere Kunden damit auch einen echten Nutzen erzielen können. medianet: Pandemie, Krieg in der Ukraine – es geht derzeit von einer Krise in die nächste … Was bedeutet das für Ihre Arbeit? Huber-Ackerl: Bisher war jede Krise eher ein Push für digita-


MEDIANET XPERT.AWARD DIALOGMARKETING-AGENTUREN

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© SMC Social Media Communications

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Hier könnte man sogar sagen: Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist der erste TikTokKrieg der Geschichte …

Wir beschäftigen uns seit ­jeher mit der Verschmelzung von ­analogem und digitalem ­Dialogmarketing. Markus Huber SMC Social Media Communications

le Kommunikation, allem voran Social Media. Generell kann man aber sagen, dass Social Media ein wichtiges Instrument im Krieg in der Ukraine ist. So wurde zu Beginn des Krieges TikTok von Kreml-Influencern zu Propagandazwecken logeschickt. Dadurch steht TikTok international stark unter Kritik, da diverse Falschinformationen ein Millionenpublikum erreicht haben.

medianet: Welche Trends wer­ den das Dialogmarketing im kommenden Jahr prägen? Huber-Ackerl: Das Dialogmarketing unterliegt in den letzten Jahren einem ständigen Wandel und einem immer intensiveren Zusammenspiel von analog und digital. Vor allem das Web 3.0 wird hierbei noch eine spannende Geschichte werden. Wir

Trends im Blick Markus Huber rät bei aller Relevanz von Trends, wie dem Web 3.0 oder dem Metaverse, dazu, das OmnichannelMarkenerlebnis im Blick zu behalten.

xpert.Ranking Dialog Rang

Agentur

2 3

SMC – Social Media Communications Dentsu Austria/Merkle LDD Communication

4

Österreichische Post

1

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 23,97 40,00 93,97 30,00 25,18 37,13 92,31 30,00 20,90 34,84 85,74 30,00

16,54

33,14

79,68

haben hier bereits integrierte Kampagnen für Kunden durchgeführt und erste Erfolge einfahren können. Zusätzlich merken wir die letzten Jahre bereits eine zunehmende ganzheitliche Marketingautomatisierung. CRM-Anbieter haben sich hier die letzten Jahre verstärkt in Richtung Marketing-Automatisierungs-Tool-Anbieter gewandelt. medianet: Worauf wollen Sie mit SMC in den nächsten Jah­ ren den Schwerpunkt legen? Huber: Wir beschäftigen uns seit jeher mit der Verschmelzung von analogem und digitalem Dialogmarketing. Gemeinsam mit unseren Schwesterunternehmen, der Reichl und Partner Gruppe, ist es unser Ziel, unseren Kunden hier eine ganzheitliche Lösung zu bieten. Aufgrund des Backgrounds unserer Agenturgruppe haben wir eine ziemlich einzigartige Stellung am Markt.


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MEDIANET XPERT.AWARD PROMOTION-AGENTUREN

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Himmelhoch sichert sich Platz eins und ein „Triple“ Im Promotion-Geschäft ging es im vergangenen Jahr wieder bergauf, und beim xpert.ranking Promotion gibt es ein bekanntes Bild.

••• Von Sascha Harold

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as Promotion-Geschäft war sicher einer der Bereiche, die am eindrücklichsten von der Covid19-Pandemie betroffen waren. Schon bei den xpert.awards im letzten Jahr wurden jene Unternehmen belohnt, die auf Kreativität gesetzt und sich den Herausforderungen gestellt haben.

Die Ranking-Tabelle sah damals ähnlich aus wieder heuer: Wieder kann sich Himmelhoch an der Spitze behaupten – bereits zum dritten Mal in Folge. Dahinter liegen Ideal Live Marketing und Kesch Event & Promotion, die sich beide jeweils um einen Platz verbessern konnten. Besonders eindrucksvoll: Im dritten Basket, der für Kundenzufriedenheit und -loyalität steht, konnten alle drei die Höchstpunktezahl erreichen.

Eva Mandl, Geschäftsführerin von Himmelhoch, meint zur erneuten Titelverteidigung: „Dieser Erfolg ist eine Freude für uns alle hier bei Himmelhoch. Gerade im Bereich Promotion war es im letzten Jahr enorm wichtig, innovative, nachhaltige und kreative Lösungen zu finden. Wichtig ist uns dabei immer, die Geschichten hinter den Produkten unserer Kunden herauszudes­ tillieren und klar zu vermitteln.

Schließlich geht es bei Marken heutzutage auch entscheidend um die Haltung und die Story dahinter. Das ist uns offensichtlich ganz gut gelungen.“ Promotion im Aufwind Die Bedeutung von Promotions sollte im Kommunikationsmix nicht unterschätzt werden: „Durch Promotions ist es und möglich, dass Geschichten und Produkte greifbar und Inter-


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MEDIANET XPERT.AWARD PROMOTION-AGENTUREN

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Es geht wieder aufwärts Dass sich das Promotionsgeschäft im Aufwind befindet, ist quer durch die Branche spürbar. Zwar ist die Unsicherheit in Bezug auf die Pandemie noch nicht ganz weg, eine gewisse Planbarkeit ist aber wieder gegeben. Dem kann auch der Drittplatzierten im heurigen xpert. Ranking beipflichten: „Wir merken wieder einen starken Aufschwung im Promotionsbereich. Die letzte Zeit war zwar nicht einfach, aber wir sind nie stehen geblieben, haben uns stets wei-

essierte zu überzeugten Fans werden“, führt Mandl aus. Die Bedeutung von Promotions zeigt sich auch in der Flexibilität und Kreativität, mit der versucht wurde, auch in den letzten beiden Jahren möglichst viele Aktivitäten zu setzen. Auch bei Ideal Live Marketing war diese Flexibilität ein zentraler Faktor im letzten Jahr. „Natürlich war Covid das beherrschende Thema, das uns aber auch zu Neuerungen gebracht hat. So haben wir unser großes Lindt Goldhasenfest erstmals nicht im Schlosspark Schönbrunn, sondern im Web und so quasi in den Gärten und Wohnzimmern der Österreicher realisiert – und damit reüssiert: 22 Mio. Bruttokontakte, ein PRWert von ½ Mio. Euro haben unseren Kunden veranlasst, die heurige Suche analog, aber wiederum auch digital zu beauftragen“, erläutert Geschäftsführer Marcus Wild. Auch für andere Dinge war bei Ideal wegen Co-

Wir merken ­wieder einen starken Aufschwung im ­Promotionsbereich. René Nemeth COO Kesch

terentwickelt und weitergebildet und freuen uns, jetzt all dies mit unseren Kunden umsetzen zu dürfen“, erzählt Kesch-COO Réne Nemeth. Online als Ergänzung Die Pandemie hat dem gesamten Online-Bereich in den letzten Jahren zusätzlichen Auftrieb gegeben. Auch Promotions waren davon betroffen, wenngleich sich nicht alle Konzepte eins zu

© MCÖ/Vamp

vid mehr Zeit. „Wir konnten uns endlich um unsere Website – die es davor ja nie gab – kümmern und uns für die Zeit danach gut aufstellen. Jetzt freuen wir uns über attraktive Neukunden und Jobs, etwa für Münze Österreich, OPEC Fund oder das Beiersdorf Europavorstandsmeeting.“

Marcus Wild holt mit Ideal Live Marketing den zweiten Platz im xpert-Ranking.

dividuellen Zusammenspiel auf unterschiedlichen Ebenen kommunizieren und zielgruppengerecht inszenieren.“ Der Agentur sei es deshalb ein Anliegen, so die Himmelhoch-Geschäftsführerin weiter, die Bereiche kommunikationsübergreifend zu sehen und immer wieder neue unkonventionelle, innovative Wege zu gehen. Wie es im Promotions-Bereich weitergehen wird, hängt auch stark mit dem weiteren Verlauf der Pandemie zusammen. Die Ausgezeichneten der heurigen xpert.awards zeigen jedenfalls, dass es auch in schwierigen Zeiten Wege gibt, um erfolgreich zu arbeiten – auch wenn sich natürlich alle mehr Planbarkeit wünschen.

eins ins Digitale übertragen lassen. „Auch wenn das Thema Online in den letzten beiden Jahren sehr gehyped wurde, so ist die klassische offline Promotion und Sampling natürlich weiterhin ein altbewährtes Tool, um sein Produkt/Marke der jeweiligen Zielgruppe perfekt präsentieren zu können“, erläutert Nemeth. Deshalb, führt er weiter aus, sei es jetzt umso wichtiger, on- und offline Promotions noch stärker zu verknüpfen. Kombi: PR & Social Media Dem pflichtet auch Mandl bei: „Vor allem die Unterstützung der Promotion-Aktionen durch Social Media und PR funktioniert sehr gut. Wir können so im in-

xpert.Ranking Promotion Rang

Agentur

1 2 3

Himmelhoch Ideal Live Marketing Kesch

4 5 6 7 8

Spürsinn Plus Promotion Sales Werbehelden Freudebringer 360 Perspektiven

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 27,68 40,00 97,68 30,00 24,05 40,00 94,05 30,00 23,63 40,00 93,63 30,00 30,00 30,00 27,50 22,50

21,93 20,77 20,87 19,34 16,47

40,00 40,00 37,11 37,47 36,61

91,93 90,77 87,98 84,31 75,58


MEDIANET XPERT.AWARD BRANDING & DESIGN-AGENTUREN

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Auffallend Um auf die wichtige gesellschaft­ liche Funktion der VinziRast aufmerksam zu machen, hat Heimat Wien die Kampagne „VinziRast hilft auf“ gestartet.

© Heimat Wien

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MEDIANET XPERT.AWARD BRANDING & DESIGN-AGENTUREN

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„Die Welt schöner und einfacher zu machen“ Seit drei Jahren gibt es die Kategorie Branding & Design bei den medianet xpert.awards. Durchgesetzt hat sich heuer Heimat Wien.

••• Von Sascha Harold

Ausgezeichnete Kampagnen „Eigentlich ist es immer das Gleiche: Qualität setzt sich durch. Man muss nur dran glau­ ben – und mindestens genauso hartnäckig dranbleiben. Unser Anspruch ist eben nicht nur ‚die beste Kampagne‘, sondern der insgesamt bestmögliche Mar­ kenauftritt“, so Markus Wieser, Managing Partner von Heimat Wien. Die Agentur setzte etwa mit dem Launch des Jö Bonus­ club eine Marke von Grund auf neu auf, die Zahl der Design­ projekte habe seitdem kontinu­ ierlich zugenommen, so Wieser. Auch Sebastian Bayer, CEO bei VMLY&R, sieht in den xpert. awards eine Bestätigung der

© Heimat Wien

D

ie medianet xpert. awards wurden heu­ er zum dritten Mal in der Kategorien Branding & Design vergeben. Die Entscheidung an der Spitze war denkbar knapp: Nur 0,02 Punkte trennen Heimat Wien auf Platz 1 vom Zweitplat­ zierten VMLY&R. Reichl und Partner komplettiert das „Sto­ ckerl“ auf dem dritten Rang. Gemessen an den Gesamtpunk­ ten, waren die Agenturen dabei heuer gut wie nie. Welche Rolle spielt der xpert.award für die Ausgezeichneten mittlerweile?

From scratch Für den Jö Bonusclub setzte die Agentur Heimat Wien eine Marke von Grund auf neu auf.

Arbeit: „Wir freuen uns immer sehr über Auszeichnungen, die die Qualität unserer Arbeit do­ kumentieren, und natürlich auch über diese Auszeichnung, die unsere Expertise im Feld der Markenentwicklung und -füh­ rung belegt.“ Kampagnen im Bereich Bran­ ding & Design konnte VMLY&R im letzten Jahr mehrere um­ setzen. „Herausgeragt haben sicherlich die Umsetzungen der umfassenden Marken-, Produktund Vertriebskampagnen für Mazda Europa, aber auch eine

Reihe sehr erfolgreicher Positio­ nierungsprozesse und daraus re­ sultierender Brand ExperienceStrategie und Umsetzungen für unsere Kunden“, führt Bayer aus. Reichl und Partner ist heuer neu im Branding & Design-Ran­ king vertreten und kann auf An­ hieb mit einer Top-Platzierung überzeugen. Geschäftsführer Michael Piber über den Stellen­ wert des Awards: „Die Auszeich­ nung freut uns sehr, da beim xpert.award sowohl das Feed­ back unserer Kunden einfließt, als auch unsere Leistungsfä­

higkeit in Bezug auf Kreativität, Innovationskraft und Strategie von Experten beurteilt wird. Hier zu den besten Agenturen in Österreich zu zählen, ist schon eine tolle Anerkennung der tägli­ chen Arbeit unseres Teams.“ Nachhaltigkeit im Fokus Bei Reichl und Partner setzte man unter anderem die Marken­ kampagne von Constantia Fle­ xibles oder die Bewerbung für KNV Wärmepumpen um, im Ver­ packungsbereich war man unter anderem für die neue nachhal­


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© Heimat Wien

Unterstützung Der russische Angriffskrieg in der Ukraine beschäftigt auch die Werbebranche. Heimat Wien startete schon im Februar einen breit angelegten Spendenaufruf.

Design zentraler Bestandteil Die Entscheidung, den media­ net xpert.award 2019 um die Kategorie Branding & Design zu erweitern, trägt auch dem Um­ stand Rechnung, dass es sich dabei längst um eine Disziplin handelt, die nicht mehr bloßes „Beiwagerl“ einer Kampagne ist. Der allgegenwärtige Fokus auf die „Brand Experience“ rückt Branding & Design naturgemäß ins Zentrum jeder Kampagne. Wieser fasst das so zusammen: „Für uns bedeutet Design, ver­ einfacht gesagt, die Welt schö­

Wir freuen uns ­immer sehr über Auszeichnungen, die die Qualität unserer Arbeit ­dokumentieren.

Michael Piber Geschäftsführer Reichl und Partner

ner und einfacher zu machen. Was für Werbung gilt, nämlich dass sie sich die Aufmerksam­ keit der Zuseher im Werbeblock verdienen muss, gilt für Marken im Alltag in ähnlicher Art.“ Dabei geht es nicht bloß um die äußeren Werte: „Es geht um Auffallen und Gefallen. Wobei Letzteres sich keinesfalls auf die

Ästhetik beschränkt. Gerade für Marken mit vielen Kontaktpunk­ ten sollte gutes Branding und Design sich nicht aufdrängen, nicht als Selbstzweck im Weg stehen. Sondern vertraut wirken, subtil Orientierung geben – und helfen, eine langfristige Bezie­ hung aufzubauen“, fasst Wieser zusammen.

xpert.Ranking Branding & Design Rang

© Yannik Steer

Sebastian Bayer CEO VMLY&R

Hier zu den besten Agenturen in Öster­ reich zu zählen, ist schon eine tolle ­Anerkennung der täglichen Arbeit ­unseres Teams.

© Reichl und Partner

anfrage drei Bäume. Mehr als 1.000 Bäume durften so bisher schon Wurzeln schlagen, und es werden noch viele dazukom­ men …“

tige Marke „green nature“ von Alufix verantwortlich. Auch für heuer steht bei der Agentur be­ reits einiges auf dem Plan: „Da wären etwa der Verpackungsre­ launch von Österreichs belieb­ tester Ölmarke Bona oder eine breit streuende Markenkampa­ gne für Steinbach ‚we are pool‘, die seit Anfang April läuft und den bekannten Partyhit ‚Hey das geht ab‘ neu interpretiert und so zum Badespaß im eigenen Pool einlädt. Aktuell ist die Jubilä­ umskampagne für Bauhaus on Air“, so Piber. Besonders wichtig sei der Agentur zudem, so Piber weiter, das Thema Nachhaltig­ keit. „So leisten wir beispielswei­ se einen Beitrag unter dem Mot­ to ‚das Gute wächst weiter‘ und pflanzen für jede neue Kontakt­

Agentur

1 2 3

Heimat Wien VMLY&R Reichl und Partner

4 5

gosh! Audio Agentur Zum goldenen Hirschen

GesamtBasket 1 Basket 2 Basket 3 punkte

30,00 26,58 39,63 96,20 30,00 26,18 40,00 96,18 30,00 24,14 40,00 94,14 28,00 30,00

20,52 19,89

39,64 35,69

88,16 85,58


Shutterstock.com

1. LEBENSAUFFASSUNG, DIE ALLES VON DER BESTEN SEITE BETRACHTET; HEITERE, ZUVERSICHTLICHE, LEBENSBEJAHENDE GRUNDHALTUNG „SICH SEINEN OPTIMISMUS BEWAHREN“ 2. ZUVERSICHTLICHE, DURCH POSITIVE ERWARTUNG BESTIMMTE HALTUNG ANGESICHTS EINER SACHE, HINSICHTLICH DER ZUKUNFT „ÜBERTRIEBENER, VERHALTENER, GEDÄMPFTER OPTIMISMUS“

Dem Zustand der Welt etwas Positives abzugewinnen erfordert derzeit große Anstrengung. Unter diesen Rahmenbedingungen optimistisch zu sein könnte bisweilen auch als Naivität ausgelegt werden. Dabei ist aber gerade jetzt Optimismus ausschlaggebend, wir brauchen ihn, um die Zuversicht nicht zu verlieren. Die Vorzeichen dafür sind ganz gut: Die Natur steht auf Neubeginn, längere und warme Tage liegen vor uns. Das stärkt den Optimismus und wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Diese Aufbruchstimmung müssen wir jetzt für unsere Zukunft nutzen, als Impuls für Aufschwung und neue Perspektiven. Auch wenn wir die vielen Krisen, die wir gerade erleben, nicht alle direkt beeinflussen oder gar lösen können: Verbessern können wir immer etwas, wir müssen nur wollen und aktiv werden!

RA (D) Ralf-Wolfgang Lothert, MBA Head of Corporate Affairs & Communication Mitglied der Geschäftsleitung

238 Jahre Unternehmensgeschichte von JTI Austria sind das Ergebnis von Mut und Optimismus, der Zuversicht und der Überzeugung, dass es weitergeht – weitergehen muss! Lassen Sie uns diese Überzeugung gemeinsam ausstrahlen und verbreiten.

Sollten Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen brauchen, stehen wir jederzeit unter CCAllgemein@jti.com zur Verfügung. jti.com/Austria


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MEDIANET XPERT.AWARD JURY-VOTING

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Kreation, Innovation, Strategie Werbeagenturen Rang

Agentur

1 2 3

Heimat Wien Tunnel23 &Us

4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

Wien Nord Serviceplan VMLY&R Kobza and The Hungry Eyes Reichl und Partner Springer & Jacoby Österreich ghost.company kraftwerk Zum goldenen Hirschen SPS Marketing Good Life Crew Omnes Cayenne Kotschever Weiss move121

Media-Agenturen Basket 2

Basket 1

Basket 3

Rang

27,08 26,84 24,76

30,00 30,00 27,00

39,60 37,60 38,13

1 3

24,17 23,99 23,58 23,20 22,79 21,57 21,14 21,04 19,39 19,22 18,44 17,24 14,43 12,39

30,00 30,00 27,50 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 28,00 30,00 28,00 19,00 25,00

36,13 38,40 36,56 39,60 40,00 39,70 39,83 40,00 33,81 36,95 40,00 36,35 38,40 38,00

PR-Agenturen Rang

Agentur

1 2 3

Himmelhoch bettertogether Martschin & Partner

4 5 6

Reichl und Partner PR P8 Marketing Lifelike PR

2

Agentur

Mediaplus Dentsu Austria Reichl und Partner Media

Basket 2

Basket 1

Basket 3

25,12 22,45

30,00 30,00

39,40 34,78

21,30

30,00

40,00

Basket 2

Basket 1

Basket 3

24,68 24,60 23,26

30,00 30,00 30,00

40,00 39,77 39,80

22,90 20,35 19,95 18,40

30,00 30,00 25,00 30,00

40,00 37,92 38,93 39,00

Basket 2

Basket 1

Basket 3

26,48 26,15

30,00 30,00

36,55 39,82

25,67

30,00

34,50

25,44 25,44 24,33 23,84 23,37 23,20 22,42 21,79 21,34 18,36 17,11 16,90 16,38 15,18 14,80 14,10

30,00 30,00 30,00 30,00 29,50 30,00 27,00 30,00 30,00 30,00 30,00 24,50 28,00 29,00 21,00 30,00

40,00 35,78 40,00 38,67 35,76 40,00 38,93 39,56 35,41 35,85 36,45 39,12 32,10 32,44 36,34 37,76

Livemarketing-Agenturen Rang

Agentur

1 2 3

Plus Promotion Sales Himmelhoch Kesch

4 5 6 7

Ideal Live Marketing SPS Marketing Überall scene development Erlebnismarketing

Digital-Agenturen Basket 2

Basket 1

Basket 3

Rang

18,15 11,93 9,00

39,00 38,00 35,00

39,83 36,89 39,24

1 2

8,54 8,16 7,38

31,00 33,00 37,00

35,87 36,80 39,62

Jurybewertung und Awards Wie fähig ist eine Agentur in Bezug auf die kreative ­Leistung, innovative ­Zugänge und strategische Stärke – dies wurde einerseits in einer Jurybewertung pro Agentur erhoben und andererseits mit einer Punktezahl für erreichte Awards ergänzt; maximal waren hierbei 30 Punkte (PR 20 Punkte) zu erreichen.

3 4 4 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19

Agentur

Tunnel23 kraftwerk Reichl und Partner eMarketing ghost.company VMLY&R SMC – Social Media Com. elements.at Cope Content Performance Gr. Emakina CEE &Us ML Marketing Dentsu Austria/Merkle LDD Communication dreifive RDB Werbeagentur SPS Marketing SlopeLift adverserve Wunderman Thompson


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MEDIANET XPERT.AWARD JURY-VOTING

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© PantherMedia/Tzido

Kreation, Innovation, Strategie

Dialogmarketing-Agenturen Rang

1

Agentur

3

Dentsu Austria/Merkle SMC – Social Media Communications LDD Communication

4

Österreichische Post

2

Promotion-Agenturen

Basket 2

Basket 1

Basket 3

Rang

25,18

30,00

37,13

23,97

30,00

40,00

20,90

30,00

34,84

1 2 3

Himmelhoch Ideal Live Marketing Kesch

16,54

30,00

33,14

4 5 6 7 8

Spürsinn Werbehelden Plus Promotion Sales Freudebringer 360 Perspektiven

Basket 2

Basket 1

Basket 3

26,58 26,18 24,14

30,00 30,00 30,00

39,63 40,00 40,00

20,52 19,89

28,00 30,00

39,64 35,69

Branding- & Design-Agenturen Rang

Agentur

1 2 3

Heimat Wien VMLY&R Reichl und Partner

4 5

gosh! Audio Agentur Zum goldenen Hirschen

Agentur

Basket 2

Basket 1

Basket 3

27,68 24,05 23,63

30,00 30,00 30,00

40,00 40,00 40,00

21,93 20,87 20,77 19,34 16,47

30,00 30,00 30,00 27,50 22,50

40,00 37,11 40,00 37,47 36,61

Jurybewertung und Awards Wie fähig ist eine Agentur in Bezug auf die kreative ­Leistung, innovative ­Zugänge und strategische Stärke – dies wurde einerseits in einer Jurybewertung pro Agentur erhoben und andererseits mit einer Punktezahl für erreichte Awards ergänzt; maximal waren hierbei 30 Punkte (PR 20 Punkte) zu erreichen.


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Die besten Agenturen aus Kundensicht Werbeagenturen Rang Agentur

1 1

Springer & Jacoby ­Österreich Zum goldenen Hirschen Omnes

4 5 6 6 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

kraftwerk ghost.company Heimat Wien Reichl und Partner VMLY&R Kotschever Weiss &Us move121 Tunnel23 Good Life Crew Kobza and The Hungry Eyes Cayenne Wien Nord Serviceplan SPS Marketing

1

Media-Agenturen Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00

30,00

22,79

1

40,00 40,00

30,00 30,00

21,04 18,44

2 3

39,83 39,70 39,60 39,60 38,40 38,40 38,13 38,00 37,60 36,95 36,56 36,35 36,13 33,81

30,00 30,00 30,00 30,00 30,00 19,00 27,00 25,00 30,00 28,00 27,50 28,00 30,00 30,00

21,14 21,57 27,08 23,20 23,99 14,43 24,76 12,39 26,84 19,22 23,58 17,24 24,17 19,39

PR-Agenturen Rang Agentur

1 2 3

Himmelhoch Lifelike PR Martschin & Partner

4 5 6

bettertogether P8 Marketing Reichl und Partner PR

Rang Agentur

Reichl und Partner Media Mediaplus Dentsu Austria

Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00

30,00

21,30

39,40 34,78

30,00 30,00

25,12 22,45

Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00 40,00 39,80

30,00 30,00 30,00

24,68 22,90 23,26

39,77 39,00 38,93 37,92

30,00 30,00 25,00 30,00

24,60 18,40 19,95 20,35

Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00

30,00

25,44

40,00

30,00

24,33

40,00

30,00

23,20

39,82 39,56 39,12 38,93 38,67 37,76 36,55 36,45 36,34 35,85 35,78 35,76 35,41 34,50 32,44 32,10

30,00 30,00 24,50 27,00 30,00 30,00 30,00 30,00 21,00 30,00 30,00 29,50 30,00 30,00 29,00 28,00

26,15 21,79 16,90 22,42 23,84 14,10 26,48 17,11 14,80 18,36 25,44 23,37 21,34 25,67 15,18 16,38

Livemarketing-Agenturen Rang Agentur

1 1 3

Plus Promotion Sales Ideal Live Marketing Kesch

4 5 6 7

Himmelhoch Erlebnismarketing Überall scene development SPS Marketing

Digital-Agenturen Basket 3

Basket 1

Basket 2

39,83 39,62 39,24

39,00 37,00 35,00

18,15 7,38 9,00

36,89 36,80 35,87

38,00 33,00 31,00

11,93 8,16 8,54

Befragung zu Agenturen Der Faktor der Zufriedenheit des Kunden einer Agentur ist wohl eines der wichtigsten Kriterien zur Beurteilung einer Agentur; hierfür wurden ­Auftraggeber von medianet über die jeweilige Agentur befragt. Zu erreichen gab es maximal 40 Punkte.

Rang Agentur

1 1

ghost.company SMC – Social Media Communications Emakina CEE

4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19

kraftwerk ML Marketing RDB Werbeagentur &Us elements.at Wunderman Thompson Tunnel23 dreifive adverserve LDD Communication VMLY&R Cope Content Performance Gr. Dentsu Austria/Merkle Reichl und Partner eMarketing SlopeLift SPS Marketing

1


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MEDIANET XPERT.AWARD KUNDEN-VOTING

Freitag, 22. April 2022

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© PantherMedia/Yuri Arcurs

Die besten Agenturen aus Kundensicht

Dialogmarketing-Agenturen Rang Agentur

2 3

SMC – Social Media Communications Dentsu Austria/Merkle LDD Communication

4

Österreichische Post

1

Basket 3

Promotion-Agenturen Basket 1

Basket 2

40,00

30,00

23,97

37,13 34,84

30,00 30,00

25,18 20,90

33,14

30,00

16,54

Branding- & Design-Agenturen Rang Agentur

1 1 3

VMLY&R Reichl und Partner gosh! Audio Agentur

4 5

Heimat Wien Zum goldenen Hirschen

Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00 40,00 39,64

30,00 30,00 28,00

26,18 24,14 20,52

39,63 35,69

30,00 30,00

26,58 19,89

Rang Agentur

1 1 1 1 1

Himmelhoch Ideal Live Marketing Kesch Spürsinn Plus Promotion Sales

6 7 8

Freudebringer Werbehelden 360 Perspektiven

Basket 3

Basket 1

Basket 2

40,00 40,00 40,00 40,00 40,00

30,00 30,00 30,00 30,00 30,00

27,68 24,05 23,63 21,93 20,77

37,47 37,11 36,61

27,50 30,00 22,50

19,34 20,87 16,47

Befragung zu Agenturen Der Faktor der Zufriedenheit des Kunden einer Agentur ist wohl eines der wichtigsten Kriterien zur Beurteilung einer Agentur; hierfür wurden ­Auftraggeber von medianet über die jeweilige Agentur befragt. Zu erreichen gab es maximal 40 Punkte.


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FOCUS.XPERT-RANKING KREATIV-AGENTUREN

Zum zweiten Mal auf dem ersten Platz

© Paul Ballot

DMB. Demner, Merlicek & Bergmann holt sich erneut den Sieg im Focus. xpert-Ranking der Kreativagenturen.

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medianet.at


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FOCUS.XPERT-RANKING KREATIV-AGENTUREN 47

Sattes Plus Im Vergleich zu 2020 steigerte DMB. seine Bruttowerbespendings um 32%, deutlich über dem Branchenplus von zehn Prozent.

MJD: Unter anderem Gold, Silber und Bronze bei den Effies, 37 Nominierungen und 14 Veneres beim CCA, Adgar Award, The One Show, Epica, WebAd und ADCE.

••• Von Britta Biron

D

© DMB.

ie Führungsrolle konnte das Team rund um DMB.-Gründer und Geschäftsführer Mariusz Jan Demner mehr als souverän halten. Lag man 2020 bei den Bruttowerbespendings um knapp 17% über dem Zweitplatzierten, vergrößerte sich der Vorsprung im Vorjahr auf fast 32% und das, obwohl auch der Verfolger kräftig zugelegt hatte. nen, man kann sich nur (positiv) überraschen lassen.

Krisenzeiten sind Chancen für jene, die nicht zicken sondern zacken: Große Kunden sind unserer Empfehlung gefolgt, auch während der Lockdowns ihre Spendings aufrechtzuerhalten. Mariusz Jan ­Demner Gründer und Geschäftsführer DMB.

medianet hat den Grandseigneur der heimischen Kreativszene sowie die beiden DMB.-Geschäftsführer Marcello Demner und Moana Merzel zum Gespräch über die Gründe des Erfolgs und die aktuellen Herausforderungen gebeten. medianet: Haben Sie mit einem neuerlichen Sieg gerechnet? Mariusz Jan Demner (MJD): Mit so etwas kann man nie rech-

medianet: Wie wichtig sind Preise generell? MJD: Sie sind Bestätigung und Ansporn zugleich. Aber so schön es auch ist, für seine ­ Arbeit

ausgezeichnet zu werden, der Kern unseres Tuns muss immer der Erfolg des Kunden sein. medianet: Preise gab’s auch für Kampagnen Ihrer Kunden. Welche zum Beispiel?

medianet: Wie im Vorjahr konnte DMB. die Bruttospendings steigern. Haben die bestehenden Kunden mehr geworben? MJD: Krisenzeiten wie Corona sind Chancen für jene, die nicht zicken, sondern zacken: Große DMB.-Kunden sind unserer Empfehlung gefolgt, auch während der Lockdowns ihre Spendings aufrechtzuerhalten. Während sich andere tot gestellt haben, waren sie bei ihren Kunden zu Hause und konnten von enorm gestiegenen Medienreichweiten und wenig Konkurrenz profitieren. Ergebnis: Umsatzplus sogar gegenüber 2019.

Kreativagenturen – Bruttoumsatzspendings Rang Rang 2021 2020 Unternehmen 1 1 Demner, Merlicek & Bergmann Werbegesellschaft mbH 2 2 Wirz Werbeagentur GmbH 3 3 BBDO Group Kreativagentur GmbH 4 4 Wien Nord Serviceplan GmbH & Co. KG 5 5 GGK MullenLowe 6 13 Zum goldenen Hirschen Campaigning GmbH 7 7 Reichl & Partner Werbeagentur GmbH 8 9 kraftwerk | Agentur für neue Kommunikation GmbH 9 8 VMLY&R Vienna GmbH 10 11 UniqueFessler Werbeagentur GmbH 11 10 Kobza and The Hungry Eyes (KTHE) 12 – Aandrs 13 15 Isobar Werbeagentur GmbH 14 18 move121 15 17 Springer & Jacoby Österreich GmbH 16 20 Cayenne Marketingagentur GmbH 17 21 vorauerfriends communications gmbh 18 25 stoff Werbeagentur GmbH 19 24 MMS + Habesohn, Doucha 20 22 Blink Werbeagentur GmbH & Co KG 21 27 Himmer, Buchheim & Partner GmbH 22 – Uppercut Group GmbH Quelle: Media Focus Research; Angaben in €. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.

Gesamtsumme 2021 334.083.745 253.217.899 221.984.018 158.337.455 149.423.406 131.829.987 112.569.050 92.916.496 80.075.113 62.990.482 51.763.614 40.389.595 35.458.988 31.801.727 29.370.062 25.198.258 24.024.676 12.002.778 11.437.371 4.989.487    924.866    18.093

Gesamtsumme 2020 252.189.246 216.016.085 184.974.213 144.767.628 136.752.126 41.209.885 80.085.084 69.894.609 70.717.225 61.638.041 63.010.110 – 32.220.551 21.466.077 21.901.900 20.918.916 15.549.996 8.715.099 9.391.548 12.898.142    558.112 –


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medianet: Und wie ist das Neukundengeschäft gelaufen? Marcello Demner (MD): Ich freue mich, dass es uns vielfach gelungen ist, bei Pitches bereits in Chemiegesprächen bzw. durch das Einbringen von strategischen Überlegungen zu punkten. Das hat mehrere Kunden bewogen, von Pitches dann überhaupt abzusehen. Die Teams von DMB., Fly & Media1 haben jede für sich und alle zusammen super zugelegt. Hinzugekommen sind unter anderem neue Etats, darunter international wie XXXLutz Schweiz, Liechtenstein, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Slowakei, mömax Deutschland hat in den Spendings zugelegt, Pago, mjam, Hartl Haus und einige andere runden ein erfolgreiches Jahr 2021 ab. medianet: Wodurch hat sich Ihrer Einschätzung nach das zweite vom ersten Coronajahr unterschieden? MD: Es haben sich weder die Rahmenbedingungen noch sonst etwas verbessert. Aber unsere Fähigkeit, Schwierigkeiten mit Kreativität zu meistern – da haben wir offensichtlich noch zugelegt. medianet: Was sind die Ziele, die Sie für heuer gesetzt haben? MD: Abgesehen von vielen personellen Veränderungen wollen wir unsere Positionierung als kreatives Powerhouse, das wir dank der unglaublichen Köpfe der gesamten DMB.-Gruppe sind, vertiefen. Wir werden unser digitales Portfolio weiterentwickeln und unser Designstudio ausbauen; immerhin haben wir da Kapital in Form herausragen-

der Arbeiten, die wir im Laufe der Jahre u.a. für Kunden wie Vöslauer, Darbo, Hausbrandt, BioBloom, Neoh im Bereich Verpackungs- und Corporate Design geschaffen haben. Und wir werden unseren Accelerator weiter auf- und ausbauen – Wachstum mit Start-ups wie Neoh und BioBloom beflügeln und bestärken uns darin. Vor allem aber freuen wir uns darauf, trotz der schwierigen Marktsituation, die vor uns liegt, mit unseren Kunden zu wachsen.

2021 haben sich die Rahmenbedingungen nicht gebessert. Aber unsere ­Fähigkeit, Schwierigkeiten mit Kreativität zu ­meistern – da haben wir noch zugelegt. Marcello Demner Geschäftsführer DMB.

medianet: Viele Unternehmen haben in ihrer Kommunikation auf den Ukrainekrieg reagiert. Was halten Sie davon? MJD: Der Krieg greift uns alle mehr als genug an, das muss man nicht auch noch in der Werbung aufgreifen. Wenn wir uns aber dagegen engagieren können, tun wir das. So haben wir nach der erneuten Machtüber-

Große Bandbreite an Themen Werbung wider Gewalt: DMB.-Su­ jet für Amnesty International zum Schutz afghanischer Frauen (l.); der Lieferdienst mjam ist einer der zahlreichen Neukunden, die DMB. 2021 gewinnen konnte.

MD: Wir stellen jährlich rund 20 Fachpraktikantinnen und Fachpraktikanten ein, viele kommen auf den Geschmack und werden zu talentierten und ambitionierten jungen Mitarbeitern. Das

nahme der Taliban international beachtete Sujets zum Schutz der afghanischen Frauen entwickelt. medianet: Russische Teilnehmer wurden heuer von den Cannes Lions ausgeschlossen. Welche Meinung haben Sie dazu? MJD: Wenn die Cannes Lions russische Teilnehmer ausschließen ist das so, als ob in China ein Sack Reis umfällt. Solch selbstgefällige Demonstrationen führen sich auch dadurch ad absurdum, dass die russischen Kollegen aufgrund der Sanktionen nicht einmal einen Cent bzw. Rubel an Einreichgebühren überweisen könnten.

Im Recruiting hilft es immer ,the h ­ ottest shit in town‘ zu ­machen: Es ist nach wie vor das Parfum, das ambitionierte junge Leute anzieht.

medianet: Der Fachkräftemangel macht sich mittlerweile auch in der Werbebranche bemerkbar. Wie leicht oder schwer fällt es DMB. generell, offene Stellen zu besetzen, und welche Faktoren spielen im Recruiting die Hauptrolle? Moana Merzel: Viele Menschen haben seit Ausbruch der Pandemie ihr Leben hinterfragt und neu geordnet: Bildungskarenzen, Auslandsaufenthalte und verstärkte Selbstständigkeit haben so manches Talent zumindest kurzfristig aus dem Pool genommen. Es hilft immer ‚the hottest shit in town‘ zu machen: Es ist nach wie vor das Parfum das ambitionierte junge Leute anzieht.

hilft uns dann, wenn Kollegen aggressiv buchstäblich herausgekauft werden, was weder deren Entwicklung guttut, noch den Finanzen. Es gibt noch immer Leute, die sich gerne aktiv bei der Agentur bewerben, aber derzeit ist die Gewichtung eine andere: Die Agenturen müssen sich eher bei interessanten Talenten bewerben.

Moana Merzel Geschäftsführerin DMB.

medianet: Dafür muss man sich möglichst gut in Szene setzen – Stichwort Employer Branding. Ist Werbung in eigener Sache schwieriger als jene für Kunden? MJD: Ja, man muss mehr Disziplin aufbringen, sie auch tatsächlich zu machen.


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MEDIANET FOCUS.XPERT-RANKING MEDIA-AGENTUREN

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Same procedure as last year Im Focus.xpert-Ranking der Media-Agenturen gibt es im Vergleich zum Vorjahr kaum Veränderungen.

••• Von Britta Biron

D

ie Reihenfolge im Focus.xpert-Ranking der Media-Agenturen ist exakt die selbe wie 2020. Geändert haben sich die Summen der Bruttoumsatzspendings – die sind durch die Bank gestiegen. Insgesamt war das zweite Coronajahr für die Media-Agenturen also gut. Über die Details und Erfolgsfaktoren sowie die aktuellen und künftigen Herausforderungen und Trends hat medianet mit Dentsu Austria-Geschäftsführer Jakob Schönherr gesprochen.

Mit einer Auszeichnung gewinnt man zwar keine Pitches oder Mitarbeiter, aber sie kann in entscheidenden Situationen den ausschlaggebenden Unterschied ausmachen. Jakob Schönherr Geschäftsführer Dentsu Austria

© Cemera-Photography.com

medianet: Zuerst einmal: Gratulation. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? Jakob Schönherr: Sehr viel, weil sie erneut die hervorragende Arbeit des Teams und den dazugehörigen Spirit des letzten Jahres unterstreicht. Das andere sind


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MEDIANET FOCUS.XPERT-RANKING MEDIA-AGENTUREN

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natürlich unsere tollen Kunden, die auf unsere Expertise vertrauen, und davon haben wir, wie diese Auszeichnung zeigt, eine Menge.

demie, einen Aufholeffekt bei den Bestandskunden verzeichnen, und andererseits ist auch das Pitchjahr gut für uns verlaufen.

medianet: Wie wichtig sind Preise, sowohl für das Image als auch in wirtschaftlicher Hinsicht? Schönherr: Sie unterstreichen die Merkmale einer Agentur, sowohl nach intern, als nach extern – damit gewinnen wir zwar keine Pitches oder Mitarbeiter, aber sie können in entscheidenden Situationen den ausschlaggebenden Unterschied ausmachen.

medianet: Wie im Speziellen? Schönherr: Als großen Namen dürfen wir besonders Ferrero als neuen Kunden begrüßen, ebenso haben wir die Reed Messe, PSA und die Kering Group überzeugen können. Sehr wichtig war natürlich auch die Verteidigung unserer großen Bestandskunden, wie z.B. die Österreichischen Lotterien, Verbund oder das Bundesministerium für Landesverteidigung.

medianet: Woraus resultiert das Plus bei den Spendings? Aus höheren Werbeaktivitäten bestehender Kunden oder dem Neukundengeschäft? Schönherr: Beides zu gleichen Teilen. Wir konnten einerseits, trotz des zweiten Jahrs der Pan-

medianet: Gab es bei der Aufteilung der Spendings nach Kanälen besondere Verschiebungen, und mit welcher Entwicklung rechnen Sie für heuer? Schönherr: Vor allem TV, Radio und das digitale Business haben sich positiv entwickelt

© Dentsu Austria

Erfolgreich Das Dentsu Austria-Team konnte im Vorjahr wichtige Bestandskunden halten und konnte auch mit dem Neu­ geschäft sehr zufrieden sein.

– bei Radio gab es sogar zweistellige Prozentzuwächse. Im selben Maße bestätigt sich auch der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend für Print. Für heuer erwarte ich im Grunde die Fortsetzung der Tendenzen der letzten Jahre. Spannend wird der TV-Markt sein; hier sind zuletzt die CPPs aufgrund einiger Preisanpassungen und ReichweitenSchwankungen in eine für die Kunden negative Richtung gegangen. Noch reagiert der Markt darauf kaum, aber ich würde nicht unterschreiben, dass sich das das Jahr über durchzieht.

Media-Agenturen – Bruttoumsatzspendings inkl. Onlinewerbung Rang Rang 2021 2020 Unternehmen 1 1 Dentsu Aegis Network Austria GmbH 2 2 MediaCom – die Kommunikationsagentur GmbH 3 3 Mindshare GmbH & Co KG 4 4 IPG Mediabrands 5 6 Media1 Mediaplanung und -einkauf GmbH 6 5 Wavemaker (Austria) 7 7 Publicis Media Austria 8 8 Havas Media Austria 9 9 OMD Group 10 10 Mediaplus Austria GmbH & Co KG 11 11 Reichl und Partner Werbeagentur Gesellschaft m.b.H. 12 12 PHD Austria GmbH

Gesamtsumme 2021 629.212.592 588.859.338 478.609.011 322.816.317 255.540.747 227.824.233 188.738.948 169.841.283 142.535.279 132.074.390 109.347.865 40.733.958

Gesamtsumme 2020 601.738.475 530.016.846 430.141.257 311.576.314 208.507.701 227.599.867 160.657.790 131.018.642 128.426.665 114.416.896 83.156.197 29.345.124

Quelle: Media Focus Research; Angaben in €. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht. Zu beachten: Dentsu Austria und IPG Mediabrands treten in diesem Ranking als Gruppe mehrerer am Markt unabhängig agierender Media-Agenturen auf. Die Agenturen der Group M Austria, bestehend aus MediaCom als größte heimische Media-Agentur, Mindshare und Wavemaker, nehmen jeweils einzeln am Ranking teil. Group M würde bei einer gemeinsamen Darstellung ihrer Operativagenturen rund 40% Marktanteil erreichen und den klaren ersten Rang im Ranking belegen.

medianet: Wodurch hat sich Ihrer Einschätzung nach das zweite vom ersten Coronajahr unterschieden? Schönherr: 2020 war ein Schock und geprägt von hoher Volatilität in den Marketingbudgets, was speziell für Media-Agenturen viel Aufwand bedeutet. 2021 ist eine gewisse Normalität in unnormale Zeiten eingekehrt, und gerade das Digitalgeschäft hat gute Zuwächse verzeichnet – weniger in den Spendings auf unserer Seite, sondern mehr in unseren Beratungsleistungen. Dieses Feld zählt gerade durch unserer Tochter Merkle zu unseren Paradedisziplinen. medianet: Welche Trends werden in der Werbebranche 2022 und in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen? Schönherr: Nachdem die Medienlandschaft weiterhin mit Reichweitenverlusten und Inflation kämpft, sehen wir einen starken Trend zur Weiterentwicklung des Mediamixes. Der Fokus auf Aufmerksamkeit statt Reichweite lässt neue Gewichtungen und neue Kanäle an Relevanz gewinnen. Gaming ist etwa ein neu entstehendes Spielfeld, das wir mitgestalten möchten. Aber auch die Customer Journey befindet sich gerade in ei-


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© Dentsu Austria

Nachwuchs Bei Dentsu Austria wird den Youngsters die Möglichkeit geboten, mit einem erfahrenen Team an den ganz großen Projekten und Kunden zu arbeiten.

nem spannenden Wandel in der breiten Masse: Beschleunigt durch die Pandemie, erobern E-Commerce und das D2C-Business jetzt auch bisher noch stark offline-getriebene Branchen. Das digitale Kauferlebnis stellt Kommunikation dabei vor neue Aufgabenstellungen, wie etwa den kontinuierlichen Beziehungsausbau statt des Kaufimpulses vor dem Regal. medianet: Welches Thema spielt beim E-Commerce noch eine wichtige Rolle? Schönherr: Mit dem Shift ins Digitale drängt sich natürlich auch Cookieless Future auf. Die kommenden Jahre werden stark entscheiden, wie wir in Zukunft mit Daten und den Menschen hinter den Datenpunkten umgehen. Ich sehe es als die Gelegenheit, das Vertrauen zwischen Marken und Verbraucherinnen und Verbrauchern rund um Daten und ihren Mehrwert in beide Richtungen wieder aufzubauen. medianet: Was ist für heuer Dentsu Austrias größtes Ziel? Schönherr: Die Integration unserer drei Teilbereiche (Media, Creative und CXM). Dass Media nicht alleine Marketing macht, ist klar, doch wir schreiben eben die Zwanziger, und da ist es auch

mit guter Kreation nicht getan. Kunden brauchen heute möglichst nahe 1:1 Zielgruppenkommunikation, bestmöglich personalisiert über Daten. Das war lange Wunschdenken, doch wir können das als einziger Player in Österreich jetzt wirklich ganzheitlich anbieten. medianet: Hat sich Ihre Einschätzung des heurigen Geschäftsverlaufs seit dem Beginn des Ukrainekriegs geändert bzw. rechnen Sie mit negativen Auswirkungen? Schönherr: Bisher haben sich unsere Ziele nicht geändert – Österreich ist langsam, und wir sind durch Corona sicherlich auch etwas ‚krisenabgestumpft‘. Einen direkten Impact erwarte ich nicht, die offene Frage ist, wie sich der Krieg ­ bzw. die Sanktionen auf die Welt und speziell auf Europa auswirken wird. Hier kann alles passieren, und ich würde mir derzeit keine Prognose abzugeben trauen. medianet: Viele Unternehmen haben in ihrer Kommunikation auf den Ukrainekrieg reagiert, nicht immer erfolgreich. Ist ein Krieg überhaupt ein Thema, das man in der Werbung aufgreifen sollte?

Schönherr: Marken haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung zu tragen. Tagespolitik spielt da natürlich keine Rolle, aber ein Krieg, der unser westeuropäisches Sicherheitsverständnis in Mark und Bein erschüttert hat, muss sich in der Kommunikation widerspiegeln. Wenn Werbung als bunte Bilder verstanden wird, dann passt das schwer zusammen. Wenn Werbung als Kommunikation begriffen wird, dann muss es Facetten geben, die das Thema aufgreifen und zeigen, wo das Unternehmen steht.

Im zweiten Jahr ist eine gewisse Normalität in ­unnormale Zeiten eingekehrt, und gerade das ­Digitalgeschäft hat gute Zuwächse ­verzeichnet.

Jakob Schönherr

medianet: Kommen wir abschließend zu einem anderen ‚Krieg‘, nämlich dem War for Talents. Längst sind nicht mehr nur IT-Spezialisten knapp, sondern Fachkräfte in vielen anderen Bereichen, auch in der Werbe- und Kommunikationsbranche. Wie leicht oder schwer

fällt es Dentsu Austria generell, offene Stellen zu besetzen bzw. mit welchen Strategien und Konzepten sorgen Sie dafür, dass das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird? Schönherr: Es dreht sich wie in jeder Beziehung (und auch ein Arbeitsverhältnis ist eine solche) um Respekt. Das Problem betrifft nicht nur die Werbebranche, aber eben auch, weil es jahrzehntelang Usus war, die Leute auszubeuten und sie als Ausgleich an einer Scheinwelt teilhaben zu lassen. Respekt in der Arbeit heißt für mich Kommunikation auf Augenhöhe, Probleme ernst nehmen und vor allem ein Angebot schaffen, das Feuer entfacht. Bei den Youngsters ist das unser Traineeprogramm, welches wir jetzt in Kooperation mit der FH St. Pölten neu launchen werden und von Beginn an die Möglichkeit bieten, mit einem erfahrenen Team an den ganz großen Projekten und Kunden zu arbeiten. Im Seniorbereich ist es noch stärker die visionsgetriebene Aufgabe an sich, die die Menschen zu uns bringt – wir denken bei Dentsu Kommunikation anders und das spricht sich herum. Wenn ich Kandidaten treffe, dann nicht wegen einer Position, sondern wegen der Person, also sie oder ihn als ‚Typen‘. Denkt man in die gleiche Richtung? Will man an dem Projekt ‚Dentsu‘ mitarbeiten und es mitgestalten? Und, ganz wichtig: Bringt die Person eine neue Facette in das Team? Diversität zahlt sich nämlich definitiv aus. Damit bekommt man ein gutes Team und ein solches haben wir.


2018 kraftwerk 2019 ist 2020 die 2021 Nummer 2022 Eins Zum 5. Mal in Folge freuen wir uns über die Auszeichnung „Beste Digitalagentur Österreichs“

kraftwerk.co.at


MARKETING & MEDIA

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© APA/fotokerschi.at/Kerschbaummayr

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Werbetrommel für Vater Staat Aufträge der öffentlichen Hand gelten als lukrativ, der Weg dort hin als steinig. Dabei gäbe es Gegenmittel.

••• Von Britta Biron

V

ater Staat und seine Verwandten auf Landes- und Gemeindeebene sowie Sozialversicherung und Kammern sind für viele Unternehmen wichtige Wirtschaftspartner – natürlich auch in der Werbe- und Kommunikationsbranche. 2021 hat die öffentliche Hand allein für Inserate und Medienkooperationen knapp 225

Mio. € ausgegeben, um knapp ein Prozent mehr als der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2020. In diesem Betrag nicht inkludiert sind Schaltkosten unterhalb der Meldepflicht von 5.000 € pro Auftrag sowie sämtliche Agenturund Beraterleistungen rund um Werbung und Kommunikation. Von wo und nach welchen Kriterien diese zugekauft werden, sorgt mit schöner Regelmäßigkeit für Diskussionsstoff. Alexander Oswald, Präsident der

Österreichischern MarketingGesellschaft (ÖMG) und Inhaber der Agentur Futura, zu deren Schwerpunkten die Pitch-Beratung zählt, kann das durchaus verstehen. Denn die Transparenz, die Ausschreibungen gegenüber freihändiger Vergaben bringen sollen, sieht er derzeit noch nicht. „Das beginnt damit, dass bei vielen Ausschreibungen kein konkretes Ziel und keine klaren Vergabekriterien definiert sind.“

Impf-Werbung 2021 waren von der Bundes­ regierung für die Kommunikati­ onskampagnen rund um die Corona-Schutz­ maßnahmen insgesamt 21,7 Mio. € ­budgetiert.

Häufig hört er auch Klagen über zu aufwendige Verfahren; vor allem vermissen die Agenturen ein klares Feedback zu ihrer Performance. „Man möchte wissen, wie man bewertet wurde und warum es zu dieser Bewertung kam“, erklärt Oswald. Ein Vergabeverfahren ist ein guter Zeitpunkt für eine Selbstreflexion – sowohl für Auftraggeber als auch Agenturen. Es brauche heute mehr denn je klare Regeln für die Vergabe,


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MARKETING & MEDIA

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Inseratenschaltungen der öffentlichen Hand Q2 60,04 58,89 49,31 46,63 46,46 47,54 55,64

Q3 46,48 51,05 34,08 35,38 39,06 34,95 40,21

Q4 79,60 71,44 59,07 59,96 57,2 61,70 51,42

gesamt 224,30 222,24 178,03 171,50 178,35 179,19 187,88

Quelle: Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR); Werte in Mio. €

„denn seit Corona gibt es ein paar Punkte, die intensiver betrachtet werden sollten“. Zum Beispiel die Unterstützung regionaler Anbieter. Ein fairer Wettbewerb im Bieterprozess stehe ja nicht im Widerspruch zur Notwendigkeit, die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich zu stärken und die heimischen Betriebe zu unterstützen. Mehr Transparenz Dass Aufträge ab einem gewissen Volumen EU-weit ausgeschrieben werden müssen, stehe dem nicht im Wege, ebenso wenig die Präferenz für bestimmte Auftragnehmer, ist der auf öffentliche Ausschreibungen mit dem Schwerpunkt Berater- und Kommunikationsleistungen spezialisierte Rechtsanwalt Martin Schiefer überzeugt: „Als Auftraggeber darf ich mit Menschen zusammenarbeiten, denen ich vertraue, und das muss sich in einem Vergabeverfahren abbilden.“ Schließlich sei bei Kreativprojekten – anders als zum Beispiel bei Bauvorhaben – das Miteinander von Auftraggeber und Auftragnehmer ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zudem müsse man auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen: „Es geht (auch) um Reaktionszeiten und Verfügbarkeit. Es ist unrealistisch, zu glauben, dass für einen Etat von fünfzig- oder hunderttausend Euro eine Hamburger Agentur nach Wien fährt.“ Die fehlende Transparenz in den Vergabeverfahren bemängelt auch er. Dass es anders geht, zeigt etwa der ArchitektenWettbewerb: „Man sieht, welche Arbeiten eingereicht wurden, sowie wie und nach welchen Kri-

terien die Jury entschieden hat. Man kann die Ausschreibung durchaus öffentlich diskutieren. Dem Auftraggeber sagen, was er hätte besser machen können. Kein Mensch ist fehlerfrei, und es ist nicht schlecht, wenn man seine Ergebnisse einer kritischen Betrachtung unterzieht.“ Wirtschaftliche Aspekte Oft vermitteln die kolportierten Volumina vor allem bei Rahmenvereinbarungen nur einen Teil der Wahrheit, denn die Obergrenze sagt ja nichts darüber aus, wie viele Leistungen dann schließlich abgerufen werden und was für die Agentur unter dem Strich übrig bleibt. „Diese Feigenblatt-Vergaben sollte man kritisch überlegen. Wenn man sich die Impfkampagnen ansieht, hat man einen Rahmen von 30 Mio. Euro. Jeder Profi sagt, man muss in der Krise kommunizieren, aber es wird nicht kommuniziert und der Frust ist auf beiden Seiten präsent: Der Auftraggeber bekommt

keine Kommunikation und die Agenturen keinen Auftrag“, erläutert Schiefer die Problematik. Das Argument, dass es für die öffentliche Hand zu aufwendig wäre, Kampagnen einzeln auszuschreiben, lässt Oswald nicht gelten: „Konzerne wie Rewe, Spar oder XXXLutz haben sicher Besseres zu tun, entscheiden sich aber trotzdem, zumindest ihren Etat in kreative Leistungen, etwa für Social Media oder Media, aufzusplitten.“

© Helmreich

Q1 38,18 40,86 35,57 29,53 35,63 35,00 40,61

Bessere Vorbereitung Zudem ließe sich sowohl Zeit als auch Geld sparen. „Meine Aufgabe als Pitch-Berater ist es, das Projekt zu überblicken, dem Auftraggeber kritisch-analytische Fragen zu stellen und zu erkennen, ob alles durchdacht ist und auf soliden Beinen steht. Wenn das nicht klar ist, sollte eine Ausschreibung nie das Licht der Welt erblicken“, erklärt Oswald. „Im Extremfall kann man sagen: Was wir dem Auftraggeber ersparen, ist, dass er eine Agentur hat, mit der er sich ein Jahr lang durch einen Vertrag quält, nur um anschließend zu sagen, es funktioniert nicht.“ Das sieht Schiefer ähnlich; er ortet bei der öffentlichen Hand

Seit Corona gibt es ein paar Punkte, die intensiver betrachtet werden sollten. Zum Beispiel die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Alexander Oswald Inhaber der Agentur Futura und ÖMG-Präsident

Eine Rahmenvereinbarung ist eine Vereinbarung ohne Abnahmeverpflichtung. Man sollte den Agenturen aber ­wirtschaftliche ­Sicherheit geben. Martin Schiefer Inhaber der RAKanzlei Schiefer

© Nik Pichler

Jahr 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015

aber noch Zurückhaltung: „Man hat Angst, dass der Rechnungshof kommt und sagt, der Prozess war zu teuer im Vergleich zur tatsächlichen Wirkung. Wir sind stark kontrollgetrieben, was in einem Kreativprozess schwierig ist. Wenn man den Weg aber richtig dokumentiert, kann der Rechnungshof kommen, wann er möchte.“ Sparen sollten Auftraggeber – ob öffentliche oder private – seiner Meinung auch an anderer Stelle nicht: „Es gibt einen Grundsatz: Du sparst dir keine Zeit, wenn du dich beim Vergabeprozess schlecht vorbereitest. Je weniger durchdacht der Vergabeprozess, desto mehr Aufwand gibt es danach in der Leistungsabwicklung. Für jede Stunde, die man sich vorbereitet, spart man hinten drei ein.“


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Foto: Andriy Dubchak / APA.HR

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25.02.22 11:19


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COVER

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medien Tagesbegleiter Radio erfreut sich am Plus und liefert schnelle Infos 62

Learning Vermarkter wissen, dass in Krisen geworben werden soll 64

Erweitern Wochenzeitungen sind nah an den Menschen – digital wird wichtiger 70

© Styria/Marija Kanizaj

© Panthermedia.net/Oneinchpunch

© Panthermedia.net/Mihajlo Maricic

Markus Mair

Herausforderungen für Medien bleiben bestehen

VÖZ-Präsident Die Redaktionen können und sollen mit Seriosität punkten, meint VÖZ-Präsident Markus Mair im Interview zur aktuellen Lage der Medien. Digitalisierung, Förderung, Inserate und Co. sind auch Teil seiner Über­ legungen zum Status quo. 58

© APA/AFP/Ina Fassbender

© Panthermedia.net/Andriy Popov

Nach der Coronakrise und einem Digitalisierungsschub kamen Preissteigerungen – und der Krieg. 58

Vertrauen TV zeigt sich gestärkt, StreamingAnbieter bleiben aber harte Konkurrenz. 60

Spagat Steigende Preise und Fake News erschweren Tageszeitungen das Leben. 66


MEDIEN

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© Ballguide/Nicholas Martin

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„Verstärkt in die digitale Welt transformieren“ VÖZ-Präsident Markus Mair nimmt zu den drängendsten Fragen der Branche Stellung: Corona-Nachwirkungen, Förderungen und Co.

••• Von Georg Sander

M

arkus Mair wirft im Interview mit medianet einen Blick auf die letz­ ten zwei Jahre. Der Medienmanager ist seit 2018 Präsident des Verbands Öster­ reichischer Zeitungen (VÖZ) und spricht über Themen, die die

ganze Branche betreffen, wie den Umgang mit Corona, Home­ office, Förderungen, Inserate und Co. medianet: Herr Mair, wie geht es der Branche aus Ihrer Sicht, wie ist man durch die Pande­ miejahre gekommen? Markus Mair: Natürlich sind die vergangenen beiden Jahre nicht

spurlos am österreichischen Medienmarkt vorübergegangen. Insbesondere das Jahr 2020 war auch für die Medienunter­ nehmen verlegerischer Herkunft eine wirtschaftliche Zäsur: Vor allem während des ersten Lock­ downs, als die Wirtschaft zum Teil beinahe zum Erliegen kam, ging das Werbeaufkommen zu­ rück, was den Verlagsunterneh­

men zu schaffen machte. Hinzu kam das Ausfallen von Groß­ abonnenten wie Hotellerie und Gastronomie. medianet: Es gab aber auch positive Entwicklungen, oder? Mair: Es gab einen Lichtblick, denn angesichts aller Schwie­ rigkeiten stellten sich die Medi­ en verlegerischer Herkunft allen


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Werbebilanz Bruttowerbewert in 1.000 € Above-the-line

Unkenrufen zum Trotz als viel robuster heraus, als so mancher vorhergesagt hatte. Das ist zu einem großen Teil wohl darauf zurückzuführen, dass mit der Pandemie in der Bevölkerung die Nachfrage nach seriösen Nach­ richten und kritischer Bericht­ erstattung gestiegen ist. Hier konnte der traditionelle Printbe­ reich seine Stärken ausspielen. medianet: Sehen Sie in den ak­ tuellen Krisen, Stichwort Fake News, Medien als gestärkt an? Mair: Unabhängig und objektiv zu informieren, ist eine Kernauf­ gabe von Medien verlegerischer Herkunft. Dass die Bevölke­ rung diesen Anspruch auch zu schätzen weiß und den starken Medienmarken vertraut, zeigen aktuelle Studien wie die Leser­ analyse Entscheidungsträger (LAE) oder die Fachmedienent­ scheiderstudie, aber auch die aktuellen Zahlen der ÖAK. Dieses Vertrauen lässt sich wohl am besten damit erklären, dass die Menschen angesichts unzähliger Fake News in den Sozialen Medien während der Pandemie nach unabhängigen und objektiven Nachrichten su­ chen und es schätzen, wenn die­ se durch seriöse Journalistinnen und Journalisten, professionelle Redaktionen, überprüft und ein­ geordnet werden. Ich behaupte, dass diese Nachfrage künftig noch steigen wird und starke Medienmarken auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. medianet: Was wird bleiben? Ich denke an Arbeitsabläufe, neue Formate oder Homeoffice. Mair: Ich denke, dass die Pan­ demie uns in vielen Bereichen flexibler gemacht hat: Die Re­ daktionen mussten sich im Homeoffice zurechtfinden, wir sind auf Onlinemeetings und virtuelle Pressetermine umge­ stiegen. Die Pandemie hat also der digitalen Transformation einen enormen Schub gebracht.

Jänner–Dez. 2021 4.610.282

Jänner–Dez. 2020

Veränderung in %

4.200.370  +9,8

Kino    5.264    3.443

+52,9

Online   773.210   690.312

+12,0

Klassisch   306.388   276.946

+10,6

Mobile

75.102

72.194   +4,0

SEA   181.460   160.863

+12,8

Social   106.202

90.094

+17,9

Video   104.058

90.215

+15,3

Außenwerbung   289.866   265.526  +9,2 Billboard   156.605   150.447  +4,1 Street Furniture

55.251

46.670

+18,4

Transport

13.426

11.148

+20,4

Ambient Media    2.150    2.292   −6,2 Digital-out-of-Home (DOOH)   62.433

54.969

+13,6

Hörfunk total   291.411   276.426   +5,4 Hörfunk ORF   158.623   148.274   +7,0 Hörfunk Private   132.788   128.152   +3,6 TV total

1.159.749

+18,8

TV ORF   445.850   375.909

1.377.353

+18,6

TV Private   931.502   783.840

+18,8

Presse total

1.873.180

1.804.914   +3,8

Tageszeitungen

1.132.356

1.085.488  +4,3

Reg. Wochenzeitungen   417.486   409.674   +1,9 Illustrierte/Magazine   247.380   233.346  +6,0 Fachzeitschriften   Below-the-line

75.957

1.896.505

76.406   −0,6

1.647.678

+15,1

Direct Marketing Total   595.382   605.961   −1,7 Direct Marketing monatsber.   596.355   603.581   −1,2 Sponsoring Total

1.301.123

1.041.717

+24,9

Quelle: Focus

medianet: Medien müssen finanziert werden, zum Teil durch Förderungen. Die Par­ teienförderung steigt, die Pres­ seförderung bleibt gleich – was muss passieren? Mair: Eine Reform und Aufsto­ ckung der Presseförderung ist mittlerweile überfällig. Der VÖZ hat in den vergangenen Jahren bereits unzählige Vorschläge gemacht. Dabei würde schon ein kurzer Blick ins europäische Ausland zeigen, dass es auch an­ ders geht: In Skandinavien etwa wird mithilfe einer soliden Pres­ seförderung die Medien- und Titelvielfalt im Interesse eines demokratischen Diskurses gesi­ chert. Nicht unerwähnt möchte ich in diesem Zusammenhang je­ doch lassen, dass eine besonders wichtige Maßnahme für die ge­ samte Medienbranche im März endlich im Nationalrat beschlos­ sen wurde: Mit der Novellierung des KommAustria-Gesetzes

kommt auch die Digitalförde­ rung. Das ist für uns Medien ver­ legerischer Herkunft eine we­ sentliche Weichenstellung und eine wichtige Unterstützung für die digitale Transformation. medianet: Apropos Nationalrat: Wie soll mit Regierungsinsera­ ten umgegangen werden? Mair: Wenn wir seriös über eine Neuorganisation der Medien­ förderung diskutieren, gehört dieses Thema ebenfalls gere­ gelt. Eine Sache müssen wir al­ lerdings vermeiden: Wir dürfen Inseratenvergaben der öffentli­ chen Hand nicht als Ergänzung oder gar Ersatz für eine gesetzli­ che Presseförderung betrachten! Eine Vermischung der beiden In­ strumente liegt weder im Inter­ esse der Auftrag- bzw. Förderge­ ber noch der Medien. medianet: Ebenfalls zur Dis­ kussion steht ein neues ORF-

Gesetz. Wie könnte dieses aus­ sehen? Mair: Aus der Sicht der heimi­ schen Verleger ist das erklärte Ziel eines neuen ORF-Gesetzes der Erhalt der Medienvielfalt in Österreich sowie das Sicher­ stellen fairer Spielregeln für alle Player auf dem Markt. Dafür braucht es einen ausgewogenen Maßnahmenmix, der den erheb­ lichen Wettbewerbsvorteil des ORF berücksichtigt. Denn wenn einem Marktteilnehmer vom Start weg rund 700. Mio. Euro an Programmentgelt zur Verfügung stehen, ist das eine offenkundige Schieflage: Mehr Gebührenein­ nahmen bedeuten mehr inhalt­ liche Möglichkeiten. Das alles muss bedacht werden, wenn wir über ein neues ORF-Gesetz sprechen. Das darf keinesfalls zulasten anderer Medien gehen. medianet: Auch die Medien selbst müssen etwas beitragen, unabhängig von dem gerade Besprochenen. Ein Teil kann das ePaper sein – ist das die Zu­ kunft? Mair: Der Trend zu ePapers, die mittlerweile von den meisten Medienunternehmen angeboten werden, zeigt sowohl bei Tages­ zeitungen als auch bei Wochen­ zeitungen und Magazinen stetig nach oben, wie auch aktuelle Zahlen der Auflagenkontrolle be­ legen. Das ist zweifellos erfreu­ lich, aber wir Verleger dürfen uns nicht nur auf das ePaper beschränken. Viel wichtiger ist, dass wir den Ausbau unserer digitalen Abomodelle konse­ quent vorantreiben und unser Geschäftsmodell verstärkt in die digitale Welt transformieren. Denn uns allen muss klar sein, dass Reichweitenmodelle nur mit Werbeeinnahmen angesichts der Übermacht von marktbe­ herrschenden Onlineriesen wie Google, Facebook und Co. nicht bestehen können. Vor diesem Hintergrund wird die Digitalför­ derung wichtige Impulse setzen.


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medianet.at

Fernsehen mag man eben In unsicheren Zeiten helfen verlässliche TV-Sender. Doch trotz eines satten Plus gibt es mit Streaming ordentlich Konkurrenz.

••• Von Georg Sander

D

er TV-Markt entwickelt sich positiv, nach einem Minus im Vorjahr wächst man nun um 18,8%. Das ist für die TV-Sender gut, allerdings ist das ebenfalls beliebte Streaming eine gewisse Konkurrenz. medianet hat die Branche nach den wichtigsten Entwicklungen im vergangenen Jahr befragt, und es zeigt sich: Es wird viel ferngesehen, aber auf diesem Erfolg dürfen und wollen sich die TV-Sender keinesfalls ausruhen. Großes Vertrauen Der ORF hat mit Roland Weißmann einen neuen Generaldirektor, der mit positiven Neuigkeiten starten darf. Auf Anfrage lässt er wissen: „Der ORF ist Marktführer im Fernsehen und wir sind für das große Publikumsvertrauen sehr dankbar. Gerade in Krisenzeiten sehen wir, wie wichtig ein starkes öffentlich-rechtliches Medium ist. Neun von zehn Österreichern nutzen täglich zumindest ein ORF-Medium in

Fernsehen, Radio oder Online.“ ProSiebenSat.1 Puls 4-CEO Markus Breitenecker unterstreicht

© Martina Berger

Wenn wir das Feld nicht den Netz­ giganten ­überlassen, müssen wir den Medien­standort ­stärken. Roland Weißmann Generaldirektor ORF

ebenfalls die Bedeutung von TV: „Fernsehen ist nach wie vor das Massenmedium schlechthin in Österreich und genießt größtes Vertrauen als verlässliche Informations- und Unterhaltungsquelle in allen Zielgruppen.“ Noch immer sehe ein überwiegender Großteil der Österreicher täglich Inhalte von TV-Sendern, egal ob live, zeitversetzt oder online. W24-Geschäftsführer Marcin Kotlowski bringt es ergänzend auf den Punkt: „In der Krise wurde das Fernsehen zum Leitmedium. Die Nutzungsdauer von TV ist durch die Pandemie deutlich gestiegen.“ Im Fernsehen steht aber nicht nur Information im Mittelpunkt, wie Ferdinand Wegscheider, Intendant von ServusTV, erklärt: „Gerade der Vorabend entwi-

ckelt sich mit der Mischung aus Information und Unterhaltung mit unseren beiden Quizsendungen stark. Auch mit unserem exklusiven Premium-Sportangebot wie der Formel 1 und der UEFAChampions-League begeistern wir Millionen Zuschauer.“ Claudia Ostermann-Schabata, Leitung Marketing & Innovation bei IP Österreich, meint: „Die letzten zwei Jahre haben die Stärken von TV sowohl im Werbemarkt, aber auch bei den Zusehern wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt.“ Corinna Drumm vom Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) führt noch eine weitere Stärke des Fernsehens ergänzend ins Treffen: „TV-Werbung kann Menschen besonders gut emotionalisieren.“


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darauf an, für welchen Bereich man die coronabedingten Veränderungen betrachtet. Im Fall der IP Österreich haben wir dadurch das flexible Arbeiten nun fix in unserem Unternehmen etabliert.“ Dazu kommen etwa verstärktes Employer Branding und neu strukturierte Units. Anders sieht es beim Regionalsender aus. Kotlowski meint: „Wir freuen uns insgesamt über eine stärkere Rolle des regio-

Claudia Ostermann-Schabata IP Österreich

werden, mit österreichischen Filmen, Serien und Dokumentationen; Kultursommer oder Fußball-WM kommen noch dazu. ServusTV will sich vor allem von den Mitbewerbern unterscheiden: „Es ist wichtig, sich vom Mitbewerb klar zu unterscheiden, sei es durch eigenproduzierte Fiction, exklusive Sport­rechte oder durch einzigartige Sendermarken wie zum Beispiel ‚Heimatleuchten‘ und ‚Bergwelten‘, die typisch für ServusTV sind.“ Ostermann-Schabata bezieht sich hierbei nicht nur auf den Inhalt: „Das kommt vermutlich

Fernsehen ist nach wie vor das Massen­ medium schlechthin in Österreich, es genießt Vertrauen.

© IP Österreich/Christoph Meissner

Die letzten zwei ­Jahre haben die ­Stärken von TV ­wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt.

nalen Stadtfernsehens und unserer gestiegenen Reichweite. Unser Programmversprechen, ‚So nah wie möglich an den Wiener Grätzln zu sein‘, kommt offenbar sehr gut an.“ Breitenecker setzt einerseits auf guten Journalismus, andererseits auf die App: „Unsere Plattform wird gerade auch weiterentwickelt, und bald werden neue interaktive Features hinzukommen, sodass wir sowohl linear, als auch im Livestream und in einer Mediathek für unsere Zielgruppen Public Value in breiter Form zur Verfügung stellen können.“

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Markus Breitenecker Pro7Sat.1 Puls 4

Zukunft Streaming? Streaming ist ein gutes Stichwort, setzen doch internationale Anbieter die TV-Sender durchaus unter Druck. „Konsumenten haben heutzutage unüberschaubare Möglichkeiten, Medien zu konsumieren – entscheidend, welche Plattformen bzw. Medien sie vorwiegend nutzen, wird letztendlich der Content sowie die Auffindbarkeit und Usability sein“, sagt Ostermann-Schabata. ServusTV reagierte mit „ServusTV On“, einer Plattform, die etwa gut 40 Premium-Sportprodukte bietet. Wegscheider weiß: „Entscheidend ist unverwechselbarer Content, egal über welchen Ausspielkanal.“ Breitenecker rückt lokalen Content in den Fokus und meint: „Wir als Bewegtbildproduzenten müssen uns natürlich auch transformieren. Auf diesem Weg

befinden wir uns gerade – vom privaten Broadcaster in ein digitales Medienhaus.“ Ein Weg, der auch für den ORF entscheidend ist. „Wenn wir das Feld nicht den Netzgiganten überlassen wollen, müssen wir den Medienstandort Österreich insgesamt durch mehr Kooperation stärken“, so Weißmann, der abschließend noch die Sieben-Tages-Frist kritisiert: „Eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Online-Bereich ist von zentraler Bedeutung.“ Mit all dem soll TV in Zukunft durchstarten, um dem Anspruch des Massenmediums gerecht werden zu können. Oder wie es der W24-Geschäftsführer auf den Punkt bringt: „Das Wich­ tigste aus unserer Sicht ist es, relevant für das Publikum zu sein.“

Entscheidend ist ­unverwechselbarer Content, egal über welchen Ausspiel­ kanal. Ferdinand Wegscheider Intendant ServusTV

© ServusTV/Marco Riebler

Corona-Nachhaltigkeit Was allen bewusst sein muss: Natürlich haben die zwei Jahre Coronapandemie dazu geführt, dass Medien, also auch TV, stärker konsumiert wurden. Wie kann man dieses Niveau halten? Der ORF setzt laut Weißmann „im Rahmen unserer Young-Audience-Strategie einen Schwerpunkt beim jungen Publikum“. Darüber hinaus soll etwa der ORF1-Vorabend gestärkt

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© Bernhard Eder

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Punktgenau: Radio ist „Medium der Stunde“ In den vergangenen Jahren entwickelte sich Radio gut. Gerade in den aktuellen turbulenten Zeiten weiß das Medium zu überzeugen.

••• Von Georg Sander

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as Medium Radio besticht durch vielerlei Vorteile. Einer davon ist: Es kann eigentlich bei jeder nur denkbaren Aktivität gehört werden. In Zeiten des Smartphones und flächendeckenden Internets kann zwar auch immer und überall ferngesehen werden – allerdings gibt es sowohl beruflich als auch in der Freizeit Einschränkungen. Nicht immer kann auf den Screen geschaut werden. Hinhören kann man aber eigentlich (fast) immer, auch wenn ansonsten nichts mehr geht. Focus sieht Radio im Plus Nachdem es letztes Jahr mit über neun Prozent ein sattes Plus gegeben hatte, konnte diese Entwicklung mit 5,4 Prozent

© Martina Berger

Es ist eine groß­ artige Sache, dass Radio verschiedene Ausspielwege nutzen kann, um Informa­ tion auch in schwie­ rigen Situationen anbieten zu können. Ingrid Thurnher Radiodirektorin ORF

plus 2021 gewissermaßen bestätigt werden. Einen kleinen Vorteil hat dabei der ORF mit seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag: Die Hörfunkprogramme des ORF konnten um sieben Prozent zulegen, die Privatradios insgesamt um „nur“ 3,6 Prozent. Grund zur Freude gibt es indes überall. ORF nimmt den Auftrag wahr „Radio ist erstens ein schnelles Medium und kann in Echtzeit Informationen übermitteln“, hält Ingrid Thurnher, ORF-Radiodirektorin, gegenüber medianet fest. Weiters ermöglichen die diversen Radioformate, mit „unterschiedlichen Wissenstiefen eine Sachlage auszuleuchten“. Gerade in krisenhaften Zeiten, so die Direktorin, ermögliche

Radio deswegen schnelle, umfassende und erklärende Information. Es bietet Orientierung in schwierigen Zeiten. Krisen, wie der Angriffskrieg auf die Ukraine, zeigen, wie wichtig die klassische Ultrakurzwelle sei. „Es ist eine großartige Sache, dass Radio verschiedene Ausspielwege nutzen kann, um die Information, die Menschen benötigen, auch in schwierigen Situationen anbieten zu können“, erklärt Thurnher. In der Pandemie schließlich habe sich gezeigt, dass „für uns der öffentlich-rechtliche Auftrag an erster Stelle steht und dazu gehört umfassende Information, ­Unterhaltung im besten Sinne des Wortes und natürlich Service“.


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Radiowerbung kann Personen hervor­ ragend aktivieren. Sie ist außerdem sehr flexibel und kosten­ effizient, was viele gerade in schwie­ rigen Situationen schätzen. Corinna Drumm VÖP

Wichtige Informationsrolle Die Privatradios hätten auch hinsichtlich Information eine enorm wichtige Rolle, wie sein Kollege Philipp König festhält: „Gerade in Krisensituationen, sei es durch Krieg oder Naturkatastrophen, spielt objektive Information durch private, unabhängige Rundfunkunternehmen eine wichtige Rolle.“ Internetbasierte Informationsquellen wären einerseits anfällig für Falschinformation und durch gezielte Eingriffe einfach zu unterbinden. Im Gegensatz dazu sind Informationen über UKW leichter zu transportieren und auch in absoluten Krisen aufrechtzuerhalten. In ein ähnliches Horn stoßen Joachim Feher, CEO von RMS Austria, und Corinna Drumm,

© Sabine Hauswirth

Freude auch bei Privaten Das öffentlich-rechtliche Radio ist die eine Sache, das private die andere. Nach dem großen Zuwachs im letzten Jahr stellt sich nun die Frage, wie es punkto Radio dort aussieht. „Radio hat die Umsätze in den letzten beiden Jahren sehr stabil auf hohem Niveau gehalten bzw. gesteigert, auch jetzt ist die Nachfrage ungebrochen hoch“, meint dazu Mario Frühauf, Geschäftsführer von Kronehit, auf Anfrage. „Radio ist als Tagesbegleiter immer und überall mit dabei“, bestätigt er die eingangs erwähnte Annahme. Zudem würde Radio auch „die Menschen herausholen aus den vielen negativen Nachrichten in eine Wohlfühlumgebung“. Radiowerbung sei sehr kosteneffizient und erreiche täglich rund 75% der Bevölkerung.

Joachim Feher RMS Austria

Geschäftsführerin des Verbands österreichischer Privatsender (VÖP). Privatradios müssen aber klarerweise auch finanziert werden. „Radiowerbung kann Personen hervorragend aktivieren. Sie ist außerdem sehr flexibel und kosteneffizient, was viele Werbetreibende gerade in schwierigen Situationen mit geringer Visibilität besonders schätzen“, erklärt etwa die Geschäftsführerin. Werbung ist punktgenau Feher meint: „Alle Merkmale von Radiowerbung treffen punktgenau die aktuellen Marketinganforderungen. In einer

Zeit, in der Kurzfristigkeit und Flexibilität unabdingbar sind, punktet Radio mit Schnelligkeit in der Produktion, extrem kurzen Buchungszyklen, schneller Durchdringung der Zielgruppen, der höchsten Effizienz aller Mediengattungen, genau steuerbaren Einsatzpunkten und einer immensen Aktivierungskraft.“ Das führe dazu, dass die Konsumenten die Kaufimpulse in Handlungen übersetzen. Feher meint abschließend mit Stolz: „Radio ist aus vielerlei Gründen das Medium der Stunde.“ Service, Information, Werbung – Radio ist ein gutes Umfeld.

Radio hat die Um­ sätze in den letzten beiden Jahren sehr stabil auf hohem Niveau gehalten bzw. gesteigert; auch jetzt ist die Nachfrage ­ungebrochen hoch.

Mario Frühauf Kronehit

© Kronehit

© VÖP/gruberpictures

In einer Zeit, in der Kurzfristigkeit und Flexibilität unabdingbar sind, ­treffen alle Merkmale von Radiowerbung punktgenau die aktu­ ellen Anforderungen.


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Mehr Bewegtbild Die Vermarkter freuten sich 2021 über ein gutes Jahr und konnten den Kunden ein gutes Umfeld bieten. 2022 läuft ebenfalls gut an.

••• Von Georg Sander

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Die Pandemie hat uns gefordert – uns aber auch für künftig unerwartet Auftretendes gezeigt, dass das Team unter ungekannten Bedingungen erfolgreich ist. Walter Zinggl Geschäftsführer IP Österreich

von abhängen, „wie schnell die Vernunft wieder Oberhand gewinnt“. IP Österreich selbst gehe den Weg der „Innovation und Cross-Medialität“ weiter und

versuche, sich bestmöglich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen: „Die Pandemie hat uns gefordert – uns aber auch für künftig unerwartet Auftretendes gezeigt, dass ein hervorragendes Team auch unter ungekannten Bedingungen erfolgreich ist.“

© IP Österreich/Christoph Meissner

Zinggl: „Bestes Jahr“ Besonders viel Grund zur Freude hat IP Österreich. „2021 war in allen Belangen das beste Jahr in der Geschichte der IP Österreich“, sagt Geschäftsführer Walter Zinggl. Und so gehe es – mit Einschränkungen – auch weiter. Denn die Jahresgespräche sind laut Zinggl sehr gut gelaufen. Wie sich der Krieg in der Ukraine auf die unterschiedlichen Auftraggeber-Segmente auswirkt, werde wohl auch da-

© PantherMedia/Benis Arapovic

er weniger vor die Tür kann, verbringt mehr Zeit zu Hause und sieht auch seltener die Werbung außer Haus – auch 2021 startete mit einem längeren Lockdown und somit wurde wieder vermehrt Bewegtbild geschaut. Die verschiedenen TV-Vermarkter verbuchten bereits 2020 gute Zahlen, 2021 setzte da und dort noch eines drauf. Das ergibt ein medianetRundruf in der Szene.

Freude auch bei Goldbach Auch Josef Almer, Geschäftsführer bei Goldbach, bilanziert positiv und hebt Neuerungen hervor: „Wir haben intensiv an Produkten und Partnerschaften gearbeitet und konnten dadurch neue, spannende Werbemöglichkeiten für die Kundinnen und Kunden schaffen.“ Etwa durch die Partnerschaft mit Dazn oder mit heute.at: „Dank der hervorragenden Arbeit des heute-Teams konnte heute.at die Marke von 4 Mio. Unique Usern knacken und damit zur Nummer eins der privaten Nachrichtenportale werden.“

Onestream – die Verknüpfung von Instream, Outstream und Connected TV-Spots zu einem Videoprodukt – ist erwähnenswert, ebenso A1now mit Canal+. Und nun? „Der Trend zur Kurzfristigkeit hat sich fortgesetzt und ist mittlerweile bei allen Mediengattungen spürbar“, so Almer. „ Dazu sieht man eine klare Tendenz der Kunden zu elektronischen und digitalen Medien. Im Online-Bereich merken wir, dass einerseits Bewegtbild wieder stärker nachgefragt wird und hierbei immer mehr Kunden und Kundinnen die Vorzüge von Advanced TV als Werbemedium erkennen.“ Kleine Schritte, große Sprünge Die ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe sah 2021 Schritte hin zur Normalität, aber verbuchte auch große Sprünge, wie Chief Commercial Officer Michael Stix ver-


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mals deutlich angestiegen.“ Das sehe man bei den Reichweiten in Fernsehen, Radio und Digital, und dementsprechend war die ORF-Enterprise in der Vermarktung überaus erfolgreich. Bedeutet das auch gleich mehr Geld, vor allem hinsichtlich der TKP? „Der ORF ist nach wie vor in all seinen Medien beim TKP empfindlich teurer als die Pri-

Unsere HighlightFormate sind weiterhin Garant für hohe Reichweiten, unsere Digital-Angebote entwickeln sich sehr gut.

erzielen wir nach wie vor den Großteil der Umsätze über Big Screen-Nutzung. Die großen TVKunden haben im ersten Quartal ihre Budgets noch einmal deutlich intensiviert. Wir waren auch erstmalig im Jänner komplett ausverkauft.“ ORF: Medienkonsum gestiegen Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen freut sich über vermehrten TV-Konsum. Oliver Böhm, Geschäftsführer der ORFEnterprise, meint: „Der Nutzung des ORF als die verlässliche und glaubwürdige Informationsquelle der Österreicher ist während der Pandemie noch-

© Florence Stoiber

vaten – sowohl brutto als auch nach allen Rabatten im NettoTKP.“ Wie sehen die vermehrte Reichweite nun die Privaten? „Ein steigender Konsum bzw. eine steigende Nutzung führt nur dann zu einem höheren TKP, wenn gleichzeitig die Preise überproportional erhöht werden“, erklärt dazu etwa Almer. Zinggl meint: „Steigender Medienkonsum wirkt sich nicht nota bene in einem steigendem TKP aus – das durch steigende Nutzung größere Inventory zum identen TKP verkauft, bedeutet ebenso mehr Umsatz beim Vermarkter.“ Stix wiederum sieht es so: „Die höhere Fragmentierung

Michael Stix CCO ProSiebenSat.1 Puls 4

der Mediennutzung erhöht die Nachfrage für qualitative Premium-Umfelder, diese wirkt sich auf die TKPs aus.“ Die Gruppe wolle demzufolge die bestmögliche Lösung erreichen. Zinggl ergänzt: „Wir haben sehr partnerschaftlich und verantwortungsbewusst auf die enorme Nachfrage reagiert und dies nicht zu TKP-Rekorden genützt.“

Der Trend zur Kurzfristigkeit hat sich fortgesetzt und ist bei allen Medien­ gattungen spürbar. Im Onlinebereich wird Bewegtbild ­wieder nachgefragt. Josef Almer Geschäftsführer Goldbach

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Vermehrter Medienkonsum? Wie schätzen die Vermarkter nun die Zukunft ein? Böhm meint zurückblickend: „Wir haben 2021 stark über Finanzplan abgeschlossen und sind stolz darauf, sogar wieder deutlich über ‚ante corona‘ 2019 zu performen.“ Stix registriert eine Normalisierung, aber auch: „Unsere Highlight-Formate sind weiter-

Die Nutzung des ORF als verlässliche und glaubwürdige ­Informationsquelle ist während der Pandemie nochmals ­deutlich angestiegen. Oliver Böhm CEO ORF-Enterprise

hin Garant für hohe Reichweiten, unsere Digital-Angebote entwickeln sich sehr gut, und Österreichs führende StreamingApp Zappn wächst stark. Mit den Umsätzen sind wir zufrieden.“ Und IP sowie Goldbach? „Als Screen-Vermarkterin lagen wir mit unserem Angebot, alle Bildschirme abzudecken, auch in der Pandemiezeit goldrichtig“, erzählt Almer. „Getreu dem Motto ‚Advertising follows the customer‘ liegt es in der Natur der Sache, dass Kunden verstärkt auf Kanäle setzen, die stärker von den für sie relevanten Zielgruppen genutzt werden.“ Zinggl zieht Parallelen: „Vielleicht wurde das Learning aus der Finanzkrise gezogen: Marken, die in der Krise werben, gewinnen gegenüber Marken, die das nicht tun.“

© ORF/Thomas Ramstorfer

rät. So habe die Zappn-App die zwei-Mio.-Downloads-Schwelle geknackt, womit man Kunden Lösungen noch besser anbieten kann. „Unser Ziel ist die Bündelung unserer starken TV- und Digital-Reichweiten zu einer ‚OneReach‘ und die Schaffung echter inkrementeller Reichweite“, so Stix. „Neben den sehr gut steigenden Digitalerlösen

MEDIEN

© Bernhard Eder

medianet.at


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Freitag, 22. April 2022

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„Digitalisierung verbessert per se noch kein Produkt“ Die Tageszeitungen verbuchen ein Plus, allerdings gibt es wegen der Papierpreise neue Herausforderungen – die Digitalisierung sollte indes weitergehen.

••• Von Georg Sander

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as Tagszeitungsgeschäft ist mit Sicherheit kein einfaches – tagtäglich erwarten sich Lesende aktuellste Informationen, und das in Zeiten, in denen sich die Ereignisse regelmäßig überschlagen. Die Branche möchte dem eigenen Anspruch dennoch gerecht werden und setzt auf „echten“ Journalismus, denn mit zahlreichen Medien, die vor allem im Internet Fake News verbreiten, gibt es weitere Kontrahenten. Journalismus bedeutet, Informationen zu bewerten und zu checken – und nicht irgendetwas ungeprüft zu publizieren. medianet hat sich in der Branche umgehört.

© Kronen Zeitung/Reinhard Holl

Externe Kostentreiber Was den Tageszeitungen derzeit an anderer Stelle die Arbeit erschwert, sind die steigenden Preise. „Das ist ein externer Kos-

Die Zeitungsverlage sind hier einem Anbieter-Oligopol ausgeliefert; es gibt geringen Spielraum.

Gerhard Valeskini Kronen Zeitung

tentreiber, den wir nicht beeinflussen können. Durch diverse interne Maßnahmen versuchen wir uns bestmöglich darauf einzustellen“, erklärt etwa Herwig Langanger, Vorsitzender der Presse-Geschäftsführung. Thomas Kralinger, Geschäftsführer des Kurier, nennt dazu Zahlen: „Wir rechnen mit einem Anstieg der Preise im Q2/22 von 30 bis 40 Prozent gegenüber vor der Krise. Begegnet wird dieser Situation mit Innovationen und Vertikalisierung wie auch mit Effizienzprogrammen.“ Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding und somit für die Tiroler Tages-

zeitung verantwortlich, bringt es auf den Punkt: „Hier gibt es derzeit für alle Marktteilnehmer die gleichen Probleme. Die Papiermenge ist knapp, und die Preise sind so hoch wie noch nie.“ Die Papierpreissteigerung, so Thomas Spann, Geschäftsführer der Kleinen Zeitung, sei aber absehbar gewesen, es „kommt nun der Faktor der Energiepreissteigerung dazu“. Maximilian Dasch, Geschäftsleitung der Salzburger Nachrichten, illustriert das Dilemma: „Die aktuellen Preissteigerungen können wir aufgrund der schieren Höhe weder unseren Lesern, noch unseren Werbepartnern


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Stärkt ePaper Print? Abgesehen von den Printprodukten setzt man im Tageszeitungsgeschäft auf ePaper, das sich großer Beliebtheit erfreut. Valeskini hat hierbei eine differenzierte Sicht, über das ePaper hinausgehend: „Die Informa-

© Helmut Graf

Just in dieser Situation werden wir nun mit den dramatisch steigenden Papierpreisen konfrontiert.

Wolfgang Jansky Heute

wachsenden Situation werden wir nun mit den dramatisch steigenden Papierpreisen konfrontiert. Und ein Ende ist nicht absehbar.“ Harte Kritik am System kommt an diesem Punkt von der Kronen Zeitung in Person von Geschäftsführer Gerhard Valeskini: „Grundsätzlich ist anzumerken, dass die (nahezu) Verdreifachung der Papierpreise innerhalb eines Jahres auch die Grenzen der marktregulatorischen Mechanismen aufzeigt. Die Zeitungsverlage sind hier einem Anbieter-Oligopol ausgeliefert, auf der Einkaufsseite gibt es geringen Spielraum.

tionsfunktion der gedruckten Ausgabe ist längst in den Hintergrund gerückt. Weit wichtiger ist es, im Zusammenspiel der digitalen Plattformen und der gedruckten Ausgabe Informationen zu vermitteln und komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten.“ In ein ähnliches Horn stößt man bei Heute. Die Tageszeitung genieße insgesamt eine hohe Glaubwürdigkeit – egal ob gedruckt oder nicht. „Das legen aktuelle Studien nahe“, so Jansky, „Deshalb werden wir das Heute ePaper weiter optimieren – sowohl für unsere Leser, was den Lesegenuss betrifft, und an-

Maximilian Dasch Salzburger Nachrichten

dererseits erweiterten wir auch die Werbemöglichkeiten für unsere Werbekunden.“ Für die Leser, die mit einer gedruckten Zeitung „aufgewachsen“ sind, biete das ePaper-Format „einen barrierefreien und den einzig logischen Einstieg in die digitale Welt.“ Digital Natives hingegen würden meist wenig Gefallen an einer ePaper-Ausgabe finden. Auch die Presse und der Kurier sehen den Ausspielkanal insgesamt als nicht so wichtig an. Langanger bezeichnet das Blatt als „kanal­agnostisch“. Kralinger wiederum sieht die Plus-Inhalte als notwendig an, denn „der Rückgang der Print-Abos war ähnlich zum Vorjahr und konnte weitgehend durch den Anstieg der online Abos ausgeglichen werden“. Die Coronapandemie habe zudem auch bei den Salzburger

Nachrichten zu einer deutlichen Nachfragesteigerung digitaler Angebote geführt. Dasch meint: „Die Entwicklung bestärkt uns vollumfänglich in unserer langjährigen Strategie, qualitätsvollem und unabhängigem Journalismus auch in der elektronischen Welt einen monetären Wert gegenüberzustellen.“ Das ePaper sehe man als wichtigen Bestandteil des Gesamtangebots und natürlich auch als wertvolle, digitale Verlängerung und Ergänzung des einmaligen Produktkonzepts einer gedruckten Zeitung. Diese Mischnutzung sieht man auch bei der TT: „Aus unserer Sicht geht es nicht nur um ePaper, sondern auch um paid content. Wir erleben, dass sich ein Paid Content-Abo als idealer Einstieg in eine Abrechnungsbeziehung anbietet.“

Wir erleben, dass sich ein Paid Content-Abo als idealer Einstieg in eine Abrechnungsbeziehung anbietet.

Hermann Petz Tiroler Tageszeitung

© Franz Oss

entsprechend weiterreichen.“ Wolfgang Jansky, Geschäftsführer von Heute, bezeichnet die Situation als „angespannt“ und stellt einerseits eine Steigerung der Auflage aufgrund der Informationssehnsucht fest. Andererseits: „Just in dieser wieder

© Richard Schnabler

Die aktuellen Preissteigerungen können wir aufgrund der schieren Höhe nicht weiterreichen.


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Das Bedürfnis der Menschen nach verlässlichen und objektiven Informationen sei in Österreich in den letzten Jahren gestiegen, wie eine unabhängige Studie vor Kurzem bestätigt hat, erklärt Kralinger unter Verweis auf eine vom Marktforscher Marketagent durchgeführte Studie.

Thomas Spann Kleine Zeitung

Verlässliche Informationen sind immer wichtig. ‚Die Presse‘ bleibt ihrem hohen Anspruch treu.

Herwig Langanger Die Presse

Imagekampagnen geleistet. Unter anderem haben wir die Schulführungen ins Leben gerufen, um die Medienbildung voranzutreiben und aufzuzeigen, wie wichtig Qualitätsjournalismus ist. Außerdem muss dabei aufgezeigt werden, wie man seriöse Quellen von Fake News unterscheidet.“ Professionalität gegen Fake Zeitungen bzw. Qualitätsmedien könnten sich heute nur durch journalistische Professionalität von der – oft inhaltlich falschen – Informationsschwemme im Netz abheben, illustriert Petz. Oder, wie man es bei der Presse sieht: „Verlässliche Informationen waren und sind immer wichtig. Die Presse bleibt ihrem hohen Qualitätsanspruch, den sie an ihre journalistische Arbeit stellt, treu. “

Es ist schwierig, richtig und falsch auseinanderzuhalten, wenn sich jeder seine eigene Wahrheit sucht.

Thomas Kralinger Kurier

© Die Presse/Stefan Gergely

Qualität im Fokus Ein Faktor, der all diese Arbeit auf allen Kanälen hingegen erschwert, ist die Zunahme von Fake News – nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie, aber hier wurde es klar ersichtlich. Wesentliche Qualitätsmerkmale journalistischen Handwerks sind die Prüfung und Gegenprüfung von Fakten, so Dasch: „Die klare Kennzeichnung von Informationsquellen, eine klare Unterscheidbarkeit von Meinung und Bericht sowie von Werbung und redaktioneller Beiträge.“ Unverzichtbar in Zeiten von Fake News, führt Spann aus, sei die gründliche Recherche – Check, Re-Check und DoubleCheck – sowie die akribische Prüfung von Quellen: „Wir haben einiges an Aufklärungsarbeit mit Informations- und

Die Presse sieht sich durch die Pandemie in der strategischen Ausrichtung bestätigt. Dennoch: „Die Digitalisierung verbessert noch per se kein Produkt. N ­ otwendig dafür sind Investitionen in Digitalisierungsprozesse, wie beispielsweise in eine moderne technologische Infrastruktur.“

© Kurier/Jeff Mangione

© Helmuth Weichselbraun

Wir haben einiges an Aufklärungsarbeit mit Informationsund Imagekampagnen geleistet.

Nah am Menschen sein Wie kann es nun weitergehen? „Es wird schwierig, richtig und falsch auseinanderzuhalten, wenn sich in den Sozialen Medien jeder seine eigene Wahrheit sucht“, stellt Kralinger klar. „Umso wichtiger ist unabhängiger, fundierter, seriöser und verständlicher Journalismus für alle und jederzeit.“ Valeskini ergänzt: „Gehaltvolle Geschichten, mehr regionale Informationen und dichter medialer Diskurs auf allen Plattformen lässt uns nah bei den Menschen sein und mit ihnen durch schwierige Zeiten gehen.“

Die Digitalisierung, so Spann, helfe: „Sie ermöglicht es, die Reaktionen, Wirkungen und Inanspruchnahme der Leser sichtbar zu machen.“ Nach einer Phase, in der weite Teile sich auf den Traffic konzentriert hätten, könne man so das Scoring einarbeiten: „Wir können das Verhalten zu Inhalten heranziehen und durch diese Interaktion besser auf Produkt und Kundenbedürfnisse eingehen.“ Mahnende Worte kommen von den Salzburger Nachrichten: „Die Geschwindigkeit sollte am Ende nur nicht zulasten der Qualität gehen – eine Gratwanderung.“


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Wochenzeitungen stellen sich Herausforderungen Einfach sind die Zeiten nicht für Wochenzeitungen – auch wenn sich das ­Umfeld mittlerweile wieder etwas erholt. Man will mit Verlässlichkeit punkten. WIEN. Im Jahr 2020 stand für die regionalen Wochenzeitungen ein Minus von 6,6 Prozent da, nun erholt sich der Bruttowerbewert wieder, und die Branche kann um 1,9 Prozent zulegen. Das offenkundige Abklingen der Coronakrise trifft inzwischen auf einen Krieg in Europa – die herausfordernden Zeiten halten an. Aber der Reihe nach. Flexibilität hilft „Durch die Pandemie hat sich bereichsübergreifendes Arbeiten sowie unsere Flexibilität enorm beschleunigt. Hybriden Arbeitsmethoden gehört bei uns definitiv die Zukunft, es gilt, das Beste aus Homeoffice und Zusammenarbeit im Büro zu vereinen“, erklärt etwa TipsGeschäftsführer Josef Gruber gegenüber medianet.

Hybriden Arbeitsmethoden gehört bei uns definitiv die Zukunft; es gilt, das Beste aus Homeoffice und ­Zusammenarbeit im Büro zu vereinen. Josef Gruber Geschäftsführer Tips

Die Bezirksrundschau-Geschäftsführung, Thomas Reiter und Martina Holl, meint: „In Zeiten wie diesen sind viele Dinge schwer planbar oder bes-

ser gesagt unvorhersehbar. Das Wichtigste ist, rasch darauf zu reagieren und sich anzupassen.“ Auch während der Lockdowns erschienen die Zeitungen wie gewohnt, Homeoffice wird Bestandteil der Arbeit bleiben – auch bei den RegionalMedien Austria, wie Vorstand Gerhard Fontan zu Protokoll gibt: „Wir haben unser Arbeiten wie auch unser Zusammenarbeiten innerhalb der Unternehmensgruppe enorm weiterentwickelt, weiter an Flexibilität und digitalem Know-how gewonnen.“ Es wird teurer Doch die Welt kommt nicht zur Ruhe. Die gestiegenen Papierpreise – ein kleiner Aspekt des

Krieges – wirken sich auf die Szene aus. Die RMA versucht, mit „Analyse, Kalkulation und entsprechenden internen Maßnahmen“ verlässlich die gewohnte Qualität zu liefern. Keine leichte Aufgabe, wie man bei Tips weiß: „Wir haben mit einer verbreiteten, wöchentlichen Auflage von 703.377 Exemplaren im Durchschnitt des zweiten Halbjahrs 2021 die höchste Printauflage in Oberösterreich. Als auflagenstärkste Zeitung in OÖ trifft uns daher der steigende Papierpreis enorm.“ Die Bezirksrundschau wiederum will „sowohl mit unseren digitalen, aber vor allem auch mit unseren gedruckten Produkten eine verlässliche Informati-

onsquelle für die Leser in den Regionen sein.“ Holl und Reiter verantworten schon lange den digitalen Ableger meinbezirk.at und sagen: „Die Erweiterung unseres Produktportfolios um den Bereich Video als zusätzlichen Service trifft beispielsweise auch einen Trend der Zeit.“ Die internationalen Nachrichten, so Josef Gruber, bekommen die Menschen ohnehin, „Informationen über den eigenen Heimatort lassen sich dagegen meist nur schwer finden“. Man setzt auf „total.regional“ und „Regional Versorgt“. Denn, so Fontan abschließend, und das gilt für alle: „Wir nehmen die Rolle als Gestalter in den Regionen Österreichs wahr.“


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ÖZV-ANALYSE

Entscheider setzen auf Fachmedien

Mehr digitale Nutzung Auffallend im Vergleich zur letzten Ausgabe der Studie (2018) ist die Steigerung der Nutzung von digitalen Angeboten der Fachmedien – von 69% (2018) auf 89% (2021). „Besonders spannend“, so medianet-Chefredakteurin Sabine Bretschneider, „ist, dass Fachmedien von der Kernzielgruppe sehr intensiv genutzt werden. Fast drei Viertel der Entscheider verbringen laut Studie wöchentlich zwei Stunden und mehr mit der Nutzung von Fachmedieninhalten in gedruckter oder digitaler Form.“ (red)

Fachzeitschriften Entwicklung Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

2021 1.458 5.092 6.941 7.205 6.909 8.171 4.955 3.747 8.437 8.637 7.661 6.744

2020 2.862 8.541 6.706 6.373 6.066 6.420 4.153 2.750 9.562 8.171 7.299 7.418

Quelle: FocusMR, Bruttowerbeweert in 1.000 €

Gute Vorarbeit Auch der Magazinmarkt kämpft mit den steigenden Papierpreisen, sieht sich aber gut vorbereitet.

© APA/dpa-Zentralbild/Jens Kaläne

WIEN. Die Fachzeitschriften-Entscheiderstudie 2021 des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbands (ÖZV) belegte erneut die hohe Relevanz von Fachmedien als Informationsquelle. Für die Studie wurden 500 Führungskräfte telefonisch befragt. Die Ergebnisse: Fachzeitschriften in gedruckter oder digitaler Form erreichen 94% der Entscheider der heimischen Wirtschaft.

Das Auf und Ab am Magazinsektor Mit einem Plus von sechs Prozent entwickelt sich der Magazinmarkt nicht schlecht – aus mehreren Gründen. ••• Von Georg Sander WIEN. Wie bei allen Printprodukten stehen auch bei Magazinen die gestiegenen Kosten im Fokus. Christian Lengauer, Geschäftsführer von Weekend, fasst die Lage so zusammen: „Aufgrund von mangelnder Alternativen müssen wir die Preise so akzeptieren. Es ist überhaupt schon eine Challenge, genug Papier am Markt kaufen zu ‚dürfen‘.“ Blick auf die Communitys Bei den „Bundesländerinnen“ baut man auf die letzten Jahre, wie Geschäftsführer Andreas Eisendle erzählt: „Wir haben durch ein gutes Wirtschaften der letzten Jahre entsprechende Ressourcen aufgebaut, um diese steigenden Kosten abzufedern.“ So wie auch die VGN-Gruppe. „Zunächst hilft uns als VGN das vorausschauende Hochfahren der Lagerbestände im letz-

ten Jahr. Auf der anderen Seite macht sich das Schärfen der Linse im Blick auf die Communitys auch in diesem Fall bezahlt“, sagt Geschäftsführer Michael Pirsch. Mehr als „more of the same“ Dabei hätten Magazine durchaus Vorteile, so Pirsch. Alle tagesaktuellen Medien würden aus denselben Quellen schöpfen, nämlich APA & Co., mit dem Ergebnis, dass sie im Kern „more of the same“ anbieten: „Durch das längere Zeitfenster entsteht für Magazinmarken Kraft durch Konzentration auf die Hintergründe.“ Eine Frage der Regionalität Die Besonderheit der „Bundesländerinnen“ liege in der Regionalität: „Produkte, die austauschbar sind, bei denen das Geschäftsmodell auf Masse basiert und bei denen schon vor der Pandemie die Perspek-

tive eng war, werden es noch schwerer haben.“ Weekend wiederum hat sich neu ausgerichtet, setzt nicht mehr nur auf „Entertainment und Entspannung“, sondern online auf „tagesaktuellen, kritischen Journalismus“.

Illustrierte/Magazine Entwicklung 2021 2020 Jänner  8.615 11.362 Februar 14.907 16.133 März 21.442 21.877 April 22.569 16.536 Mai 20.864 16.393 Juni 24.311 18.657 Juli 19.080 20.317 August  7.993  7.024 September 27.397 25.794 Oktober 27.158 27.196 November 27.478 25.497 Dezember 25.566 26.549 Quelle: FocusMR, Bruttowerbewert in 1.000 €


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COVER

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retail Trends 2022 Drosselt die Inflation das Tempo im Nachhaltigkeitsexpress? 80

Bittersüß Die Hersteller von Süßwaren steuern innovativ gegen die Krise 88

Berglandmilch Chef Josef Braunshofer über aktuelle Herausforderungen 90

© Die Abbilderei

© Berglandmilch

© APA/Barbara Gindl

Martin Eicher

Über Wachstum im Schatten der Teuerung Die Erlöse sind bei den Vollsortimentern im LEH gestiegen, bei Spar klar, bei der Rewe Group moderat. 76

Ottakringer Martin Eicher ist neuer Leiter Marketing & Innovation bei der Ottakringer Brauerei. Sein Verantwortungsbereich umfasst Marketing, Innovation, Event sowie das Ottakringer BrauWerk. Der 37-Jährige ist nicht neu in der Ottakringer Gruppe: Er hat zuletzt den Bereich New Business Development der Ottakringer Getränke AG geleitet. Zuvor war er in führenden Positionen bei Vöslauer, Rewe Group und Egger.

© Nöm

GÄSTE BEGEISTERN IST CHEFSACHE!

Umfrage Wie Alfred Berger von der Nöm AG und seine Kollegen die Krise sehen. 84


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RETAIL

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Stetiges Rappeln im bunten Einkaufswagen

© APA/dpa/Fabian Sommer

Wiewohl es derzeit holpert: In 2021 konnten die Zuwächse im Erlös des üppigen Coronastartjahres 2020 weitgehend gehalten werden.

••• Von Christian Novacek

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as Jahr 2021 gestaltete sich für die Lebensmittelhändler schwierig, die Vorlage aus 2020 war steil. Einer der positiven Ausreißer war die Performance der Spar, wo man mit einem Umsatzplus von

3,9% auf 8,63 Mrd. € klar über dem diesmal rückläufigen Branchenschnitt von laut Nielsen –0,3% agierte. Vorstandssprecher Fritz Poppmeier: „Darauf, dass wir die Marktführerschaft im Lebensmittelhandel in Österreich nicht nur halten, sondern sogar weiter ausbauen konnten, sind wir natürlich besonders

stolz.“ Der Marktanteil katapultierte sich von 34,6 auf voraussichtlich 36%. Dahinter gibt sich die Rewe Group unverdrossen; angesichts eines Marktanteils von rd. 33,9% konstatiert Boss Marcel Haraszti: „Wir konnten nach dem Corona-Ausnahmejahr 2020 nicht nur weiter zulegen, sondern

haben sogar unsere Ziele übertroffen.“ Mit Billa, Penny und Adeg hat man gesamt ein Plus von 1,25% eingefahren, wobei Billa um 1,58% über dem Vorjahr agierte und Penny einen Rückgang um 2,69% einkassierte. Penny liegt damit im Einklang mit einem mutmaßlichen Nachlassen der Attraktivität


RETAIL

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der Diskonter allgemein: Laut Branchenschätzungen ist der Umsatzanteil der Diskonter am österreichischen Gesamtmarkt von 24,9 auf 23,1% gesunken. Dabei hat es Hofer mit einem Erlösminus von 4,3% stärker erwischt als Penny. Hofer-Chef Horst Leitner verweist indes auf einen über Jahre stabilen Marktanteil: „Hofer ist nicht nur der größte Diskonter, sondern einer der größten Lebensmittelhändler in Österreich mit einem stabilen Marktanteil von rund zwanzig Prozent.“ Der Erfolg des Unternehmens beruhe auf einer DNA aus traditionellen Werten: Schlanke Strukturen, höchste Effizienz und der daraus resultierende Kostenvorteil. „Hofer kalkuliert transparent und fair – sowohl für Lieferanten als auch Kundinnen und Kunden“, so Leitner.

© Lidl Österreich

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Lidl erfolgreichster Diskonter in 2021 Diskonter unter Druck? Zu Beginn der Coronapandemie wurden Hofer & Co als die einfache Lösung gepriesen, die der Konsument nun brauche. Das hat sich gedreht: Mittlerweile vertrauen die Kunden offenbar bevorzugt auf die Kompetenz des vollsortierten Supermarkts. Während nun Hofer (–4,3%) und Penny (–2,69%) im Erlös Abschläge hinnehmen mussten, hat sich Lidl gut geschlagen – mit einem Plus von zwei Prozent auf 1,47 Mrd. € sei das das Ergebnis „ordentlicher Anstrengung“.

gleichbleibenden Anzahl unserer Standorte und längeren Schließzeiten durch Umbauarbeiten.“

Es lohnt sich, für seine Kunden persönlich da zu sein. Nach dem guten Jahr 2020 haben wir noch einmal kräftig zulegen können. Hannes Wuchterl Nah&Frisch

Im Vergleich nahezu herausragend ist die Performance von Lidl mit zwei Prozent Umsatzzuwachs. Entsprechend erfreut äußert sich Lidl-Chef Alessandro Wolf: „Die Pandemie hat die Wettbewerbssituation in Österreich weiter verschärft. Wir mussten uns ordentlich anstrengen. Am Ende haben wir den Umsatz leicht gesteigert und auch den Marktanteil leicht ausgebaut – und das bei einer nahezu

Nahversorger im Trend Hinter den Top 4 im LEH war das Handelsjahr 2021 gleichfalls bewegt, bei Nah&Frisch im positiv vorwärts gerichteten Sinn. Geschäftsführer Hannes Wuchterl im Rückblick auf das Corona-Jahr 2021: „Es lohnt sich, für seine Kunden persönlich da zu sein: Im Schnitt haben unsere Kaufleute nach dem guten Jahr 2020 noch einmal kräftig zulegen können.“

Beim nahen Verwandten von Nah&Frisch, Unimarkt, war das kleine Minus zwar nicht unbedingt willkommen, aber de facto nicht unerwartet, versichert jedenfalls Unimarkt-Chef Andreas Haider: „Wir liegen mit den Zahlen zwar etwas unter dem Vorjahresniveau, haben aber überplanmäßig abgeschlossen, in allen Bereichen eine gute Performance bewiesen und sind mit den Zahlen zufrieden. Im neuen Geschäftsjahr investieren wir ca. 15 Mio. Euro in die Standortentwicklung sowie in die stetige Weiterentwicklung in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.“ Regionalpower made in Tyrol Ein genauerer Blick auf das Geschäftsjahr 2021 lohnt sich bei MPreis. Dessen Umsatzplus von gut einem Prozent ist nämlich insofern nicht ohne, als die Abhängigkeit vom Tourismus in Tirol, wo MPreis seinen Stammsitz wie auch die stärkste Präsenz hat, stark ist. Adäquat äußert sich Neo-Geschäftsführerin Kerstin Neumayer: „Ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man die Einschränkungen und Auflagen bedenkt, mit denen sich die Wirtschaft und das Alltagsleben laufend konfrontiert sahen.“ Auf eine Ende von Einschränkungen und Auflagen hofft in 2022 indes der gesamte Lebensmittelhandel.

Lebensmitteleinzelhandel Rang 1 2 3 4 5 6 7

Unternehmen Spar Österreich Rewe Group Österreich Hofer Lidl MPreis Nah&Frisch Unimarkt

Umsatz 2021 8.630 8.340 4.400 1.500 990 321 320

77

Umsatz 2020 8.293 8.162 4.600 1.470 980 309 325

Veränderung in Prozent +3,9 +2,14 −4,3 +2 +1,01 +4 −1,6

Filialen 1.519 2.000* >530 255 300* 430 132

Umsatzzahlen in Mio. ¤. Alle Angaben sind Unternehmensangaben; bei Spar Österreich ist es der Umsatz Spar, Interspar, Maximarkt inkl. Endumsätze der Kaufleute und exkl. Hervis. Bei Rewe International sind es die Umsätze von Billa, Bipa, Adeg. Nennungen mit Stern * sind Schätzungen von medianet, basierend auf Internetrecherche und Fachartikeln, den Vorjahresdaten, Interviews mit Unternehmen und Marktteilnehmern und Vergleichen der Zu-/Abgänge von Kunden. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.


RETAIL

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© Spar/Eva trifft

© Patrick Saringer

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Kerstin Neumayer MPreis

„Wir blicken grundsätzlich zuversichtlich in die Zukunft, auch wenn 2022 derzeit von den Nachwirkungen der Coronapandemie und den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine beeinflusst ist. Beides hat Folgen für den Lebensmittelhandel: Zum einen sind wir mit massi­ ven Preissteigerungen quer durch das ganze Sortiment konfrontiert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unsere Aufgabe ist es, den Forde­ rungen seitens der Hersteller genau nachzugehen und die Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten so niedrig wie möglich zu halten. Zum anderen ist die Bevölkerung derzeit auch mit Preisstei­ gerungen in anderen Segmenten des täglichen Lebens konfrontiert, etwa bei Mobilität und Energie. Es ist daher wichtig, dass den Men­ schen mehr im Börserl bleibt. Für eine Senkung der Lohnneben­ kosten wäre jetzt der richtige Zeitpunkt! 2022 wird also wieder ein Jahr der Herausforderungen, ich bin aber davon überzeugt, dass wir sie als Spar und als Gesellschaft gut meistern werden.“

„Das Tiroler Familienunternehmen MPreis blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Gesamtumsatz erreichte im vergangenen Jahr 990 Millionen Euro, das bedeutet ein Wachstum von 1,01 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man die Einschränkungen und Auflagen bedenkt, mit denen sich die Wirtschaft und das Alltagsleben laufend konfrontiert sahen. Über­ dies war das Unternehmen gerade mit seinen Baguette Café Bistros durch die für die Gastronomie geltenden Einschränkungen betroffen. ­Schließlich wird ein Teil der Umsätze direkt oder indirekt aus dem Tourismus erwirtschaftet.“

© Lea Fabienne

© medianet/Katharina Schiffl

Fritz Poppmeier Spar AG

Rainer Trefelik WKO

Rainer Will Handelsverband

„Die Coronakrise führte im Einzelhandel zu massiven Verschiebungen von Non-Food zu Food, von Mode zu ‚Vier Wände‘ und von Offline zu Online. Aber auch im Lebensmittelhandel gibt es Bereiche, in denen es noch Jahre dauern wird, bis das Vorkrisenniveau erreicht ist. So konnte der Gastrogroßhandel das Umsatzniveau, das 2020 um fast 28 Prozent gefallen war, im Jahr 2021 kaum steigern. Zur Coronakrise kommen jetzt die Auswirkungen des Ukrainekriegs hinzu: Explosion der Energiekosten, steigende Inflation und Rohstoffknappheit. Der Handel geht mit diesen Kostenfaktoren behutsam um. So sieht es etwa der LEH als seine Aufgabe, sicherzustellen, dass Lebensmittel für alle leistbar bleiben. Der Einzelhandel hat in Österreich immer schon inflationsdämpfend gewirkt, die Preissteigerungen lagen 2021 wieder unter dem Verbraucherpreisindex. Dass aber die Preise im Handel heuer anziehen werden, bleibt grosso modo unvermeidlich.“

„Die Auswirkungen von Ukrainekrieg und hoher Inflation auf die Konsum­ ausgaben sind gravierend: 53 Prozent der Österreicher haben ihre Aus­ gaben in den letzten Wochen eingeschränkt, 14 Prozent müssen sich aus finanziellen Gründen auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschrän­ ken. Daher ist klar, dass viele Geschäfte des nicht-lebensnotwendigen Handels auch im Sommer 2022 einen Überlebenskampf führen werden, selbst wenn sich die Corona-Fallzahlen deutlich reduzieren. Der Flächen­ schwund im Non-Food-Handel von zuletzt 500.000 Quadratmetern wird sich inflationsbedingt heuer fortsetzen. Daher braucht es jetzt struktu­ relle Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung. Das zwei Milliarden Euro schwere Energiepaket der Bundesregierung war ein erster wichtiger Schritt – weitere müssen folgen, insbesondere die Abschaffung der kalten Progression, eine substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine temporäre Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel.“


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© APA/Barbara Gindl

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Das Trendbarometer 2022 hängt windschief Der Onlineboom ist nachhaltig, und auch die Nachhaltigkeit bei den Produkten kennt keine Grenzen – außer jener des Preisauftriebs.

••• Von Christian Novacek

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war wäre es, so sagt Handelsobmann Rainer Trefelik von der WKÖ, „an der Zeit, den Fokus endlich weg von Corona zu lenken und zu einem weitgehend normalen Leben zurückzukehren“. Allerdings hat Corona an einigen Grundpfeilern des täglichen Einkaufs

dermaßen heftig gerüttelt, dass von Corona einiges übrig bleiben wird – auch wenn Corona wieder weg ist. Vorneweg: Es sind nicht alle Auswirkungen der Krise schlecht. Laut einer aktuellen Studie des VOEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe; Umfrage von Marketagent mit 500 Befragten im Februar und März 2022) achten nunmehr 72% der

Österreicher auf einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Auch beim Einkaufen schauen sie auf regionale und saisonale Herkunft, greifen zu kleineren Mengen und versuchen, Verpackungen zu vermeiden. Auffällig: die unterschiedlichen Einstellungen und Verhaltensweisen zwischen Alt und Jung. Während 70% der über 60-Jährigen auf die richtige La-

gerung von Lebensmitteln achten und ihren Biomüll trennen, stimmen dem nur 41% der unter 30-Jährigen zu. Weiters sind Lebensmittel aus entfernten Ländern wie Avocados aus Mexiko oder Kiwis aus Neuseeland für 44% der Älteren ein No-Go, hingegen nur für zwölf Prozent der Jüngeren. Das erstaunt in Anbetracht von vorwiegend jugendlich ge-


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triebenen Bewegungen wie „Friday for Future“ – zumal die Älteren genau genommen auch jene sind, die in den 80ern schlichtweg alles auf die örtliche Mülledeponie schipperten, die übrigens vielerorts rund um die Uhr frei zugänglich (sozusagen: „wild“) war.

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Lebensmittelberg

Jedenfalls gilt, so Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Für die Umwelt ist es am besten, Bio in Kombination mit regional und saisonal einzukaufen.“ Und bekanntlich sind die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität jene, die bereits vor der Krise starken Aufwind strategischer Natur erhalten hatten, der mit der Krise nur noch stärker wurde.

Unser sorgloser Umgang mit Nahrungsmitteln Jährlich werden 157.000 t an noch brauchbarem oder original verpacktem Essen weggeworfen; das entspricht pro Haushalt in nur einem Jahr Nahrung im Wert von 300 bis 400 € (Quelle: Stadt Wien).

E-Commerce im Sauseschritt? Der zweite coronabeschleunigte Trend lautet auf einen Boom des E-Commerce. Der findet in Sachen Lebensmittel zwar auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau statt, bleibt aber signifi-

kant – etwa verweist Spar-Vorstandsprecher Fritz Poppmeier auf ein Umsatzplus von zehn Prozent in Österreich mit den Lebensmittel-Online-Shops weinwelt.at und interspar.at im Jahr 2021. Im Ranking der

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Top Online Shops in Österreich scheint Billa als bester Lebensmittelhändler auf Platz 24 auf (Quelle: EHI), allerdings stammen die letzten Zahlen hier aus dem Jahr 2020. Über die Dynamik des Wachstums in Sachen

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RETAIL

Bestellungen aus dem Ausland und hier vor allem von g ­ roßen Online-Marktplätzen, wie ­Amazon, stiegen in den letzten zwei Jahren um 64 Prozent an.

Wachstumskurs und gewinnt stetig an Bedeutung. Neben Elektrogeräten, Bekleidung und Büchern konnten Drogeriewaren einen Zuwachs von 36 Prozent verzeichnen.“ Eher Verlierer im Onlinehandel ist der Techniksektor. Harald Gutschi, Geschäftsführer der Unito Gruppe mit den Versandhändlern Universal und Otto, berichtet: „Der überwiegende Teil unseres aktuellen Umsatzrückgangs stammt aus dem Technik-Bereich. Wenn aufgrund des Chipmangels viele Technik-Artikel nicht lieferbar

© Benjamin Pazdernik

Hannah Moser boomerank

Lieferkettenproblem Nachteil der globalen Vernetztheit Die Pandemie hat gezeigt, wie fragil die globalen Lieferketten sind. Jeder Strompreisanstieg und jede Treibstoffkostensteigerung führen unweigerlich zu einer Erhöhung der Betriebskosten. Das betrifft alle Wirtschaftsbereiche: Industrie, Landwirtschaft, Handel und Tourismus.

medianet.at

mit Potenzial. Deren wichtigste: Es braucht eine Stärkung der Kaufkraft. Und die muss auch steuerlich passieren. Fritz Poppmeier ist überzeugt: „Für eine Senkung der Lohnnebenkosten wäre jetzt der richtige Zeitpunkt!“ Für den Handelsverband ist laut Will gar „eine temporäre Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel“ angebracht.

sind, können wir sie schließlich auch nicht verkaufen.“ Für Gutschi klar feststellbar ist übrigens das Überschwappen der Nachhaltigkeit ins Onlinebusiness: „Im Dreijahresvergleich wächst die Unito in Österreich bei nachhaltigen Artikeln um 164 Prozent.“ Gravierende Teuerungswelle Der negative Trend dieser Tage ist die Teuerungswelle, verstärkt durch den Ukrainekrieg. Die Inflation ist im März mit 6,8% auf den höchsten Wert seit 1984 geklettert, die Preise im Großhandel sind mit 25,6% explodiert. Die Auswirkungen auf die Konsumausgaben sind entsprechend: „53 Prozent der Österreicher haben ihre Ausgaben in den letzten Wochen eingeschränkt, 14 Prozent müssen sich aus finanziellen Gründen auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken“, berichtet Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Er befürchtet: „Daher ist klar, dass viele Geschäfte des nicht-lebensnotwendigen Handels auch im Sommer 2022 einen Überlebenskampf führen werden, selbst wenn sich die Corona-Fallzahlen deutlich reduzieren. Der Flächenschwund im Non-Food-Handel von zuletzt 500.000 Quadratmetern – umgerechnet rund 80 Fußballfelder – wird sich inflationsbedingt auch heuer fortsetzen.“ Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht – allerdings gibt es Stellschrauben

Vision versenkt Der Einkauf der Zukunft im Store ohne Personal hat hierzulande zwei nicht leicht zu nehmende Hürden: Spar und Billa.

Unaufhaltbare Trends? Auch wenn man nun sämtliche Krisenparameter außen vor lässt, gibt es Entwicklungen, die den Handel der Zukunft prägen sollen: Laut dem deutschen Handelsinstitut EHI harren vor allem Techniktrends auf ihren Rollout. Speziell der automatisierte Laden, am augenfälligsten in Szene gesetzt durch Amazon Go, dünkt unausweichlich. Allerdings: In Österreich halten die

Es braucht jetzt strukturelle Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung, ­insbesondere die Abschaffung der kalten Progression. Rainer Will Handelsverband

© medianet/Katharina Schiffl

E-Commerce gesamt kann derzeit nur gemutmaßt werden – beispielsweise berichtet Hannah Moser, Marketing Communications Managerin bei boomerank, einem Software-Unternehmen mit Fokus auf die Automatisierung des Online-Marketings von Onlineshops: „Der Onlinehandel in Österreich befindet sich mit einem Plus von 17 Prozent seit Anfang 2020 weiterhin auf

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beiden Marktführer Spar und Billa die Zügel der Trends fest in der Hand. Die Billa-Box wurde eingestellt, Spar hat Ähnliches nicht mal ernsthaft erwogen. Und auch für den Digital Retail gilt: Warum sollten Spar und Billa mit einem übermäßig engagierten Onlinehandel ihre zahlreichen Outlets konkurrenzieren? Die Antwort: „Weil es sonst andere tun!“ steckt hierzulande nicht in Siebenmeilenstiefeln.


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Freitag, 22. April 2022

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Weiter kein Ende der Preisanstiege in Sicht 2021 war für die Lebensmittelindustrie ein sehr erfolgreiches Exportjahr, heuer kämpft sie mit einer „historischen Kostenwelle“.

••• Von Paul Hafner

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ie Exporte der heimischen Lebensmittelindustrie legten 2021 laut vorläufigen Zahlen mit fast 8,6 Mrd. € um 9,4% zu und machten mit über 60% den Löwenanteil an den Gesamtagrarexporten aus. Mit dem deutlichen Plus einher geht auch ein Ausbau der traditionell positiven Außenhan-

delsbilanz auf nunmehr +2,166 Mrd. € (+252 Mio. €). „Das ist erfreulich. Damit schaffte die österreichische Lebensmittelindustrie auch im vergangenen Jahr wiederum Wertschöpfung in Österreich und sicherte Arbeitsplätze – ein ganz wesentlicher Faktor im bereits zweiten Coronajahr“, resümiert Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie.

Import/Export Mehr Exporte als Importe Die österreichische Lebensmittelindustrie konnte ihre traditionell positive Außenhandelsbilanz mit +2,166 Mrd. € gegenüber 2020 weiter ausbauen, nämlich um 252 Mio. €. EU ist zentraler Exportmarkt 69% der heimischen Lebensmittelexporte gingen 2021 in die EU (5,9 Mrd. €; +13,4% gegenüber 2020), 31% in Drittstaaten (2,6 Mrd. €; +1,4%).

Freilich ist die Freude über die starke Performance im Außenhandel bei den Unternehmen alles andere als ungetrübt: War schon das Vorjahr von einer zunehmenden Rohstoffknappheit geprägt, hat sich diese längst zur Krise entwickelt – welche sich im Zuge des Ukrainekriegs noch einmal verschärft hat. Es gebe keinen Grund für Hamsterkäufe, beruhigt Koßdorff: „Wir haben definitiv kein Versorgungspro-


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Verhaltene Zuversicht „Aktuell beschäftigen die heimische Wirtschaft in Österreich drei zentrale Themen“, holt Philipp Bodzenta, Public Affairs Director von Coca-Cola Österreich, aus. „Erstens gilt es, als Reaktion auf die Klimaentwicklung nachhaltige Maßnahmen zu forcieren und in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Zweitens ist die Pandemie immer noch präsent, und es gilt, das Gastgewerbe wiederzubeleben und weiter zu stärken. Und drittens hat der Krieg in der Ukraine natürlich

Alfred Berger NÖM „Die Preisralley bei den Rohstoffen und die allgemeinen Verteuerungen, die uns Ende letzten Jahres und vor allem dieses Jahr getroffen haben, sind gewaltig und haben noch immer kein Ende. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnten wir 2021 jedoch ohne große Einschränkungen alle Produktionsherausforderungen einigermaßen gut meistern.“

Harald Mayer Ottakringer „Die gesamte Branche war auch 2021 von Corona beeinflusst; in der Gastro gab es noch mehr Schließtage als in 2020, und zusätzlich haben ausgefallene Events und der Tourismus-Wegfall zu Einbußen geführt. Die Wiener haben zwar zu Hause mehr Bier getrunken, der Handel konnte das Minus aus dem Gastro- und Veranstaltungsbereich aber nicht ausgleichen.“ komplexe Auswirkungen auf das Geschäft: Beginnend von Ausfällen entlang der gesamten Lieferkette, über die aktuell steigende Inflation bis zur Unterstützung der Menschen, die nach Österreich flüchten.“ Während Bodzenta für CocaCola mit Blick auf das Jahr 2021 eine „generelle Erholung“ sieht und „auf eine weitere positive Entwicklung in den kommenden Monaten“ hofft, übt sich Branchenkollege Tobias Frank, Co-Geschäftsführer Ottakringer, in „vorsichtigem Optimismus“ und ohne Erwartung einer signifikanten Erholung. „Nach Corona mit allen Schwierigkeiten inklusive Lieferkettenproblematik belasten uns aktuell die Rohstoff- und Materialknappheit, verbunden mit Preissteigerungen, und in der Produktion natürlich auch die stark gestiegenen Energiepreise.“ Geteiltes Leid Im Hinblick auf die Herausforderungen unterscheiden sich die einzelnen Industriezweige wenig, wie ein Rundruf klar macht. Manner-CEO Andreas Kutil spricht in Bezug auf die „Rohstoff-, Verpackungs-, Energie- und Transportpreise“ von einer „dramatischen Verschärfung gegenüber dem Vorjahr“,

die entsprechend die „aktuell größte Herausforderung für die gesamte Lebensmittelbranche“ darstelle, iglo Österreich-Chef Markus Fahrnberger-Schweizer sieht „in der Niveauverschiebung nicht nur einen kurzfristiger Effekt, sondern etwas, was uns die nächsten Monate – wohl bis Ende 2022 und darüber hinaus – stark beschäftigen wird“. Kein Blatt vor den Mund nimmt Nöm-Vorstand Alfred Berger, der die „instabile wirtschaftliche Lage und die durch die Decke gehenden Energiepreise“ eine direkte Folge des „Verbrechens in der Ukraine“ nennt. „Wir reden beim Gas vom Zehnfachen oder mehr – also von Dimensionen, die in keinem Plan eingepreist sind und zu harten Maßnahmen und damit in letzter Konsequenz zu Veränderungen im Sortiment führen können. Wir sind im Processing sehr Gas-lastig, d.h. sollte es hier zu Ausfällen kommen, steht der Betrieb still, inklusive der

© Martin Steiger

blem“, weder die Ukraine noch Russland würden eine wichtige Rolle für Lebensmittel- und Industrieimporte (gemeinsam rd. 100 Mio. €) spielen. Auch ein Einbruch bei den Exporten (334 Mio. €) sei für die Industrie verschmerzbar. Kritisch dagegen ist die mit der Verknappung einhergehende „historische Kostenwelle“, deren weitere Auswirkungen auf die Preise im Lebensmittelhandel für Koßdorff „außer Frage“ stehen.

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Freitag, 22. April 2022

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Norbert Marcher Marcher Fleischwerke „Auch die Fleischbranche hatte im vergangenen Jahr besondere Herausforderungen zu meistern – neben der Verhinderung von Clustern in den Betrieben und einer damit verbundenen, höchst komplexen Test-, Hygiene- und Logistikstrategie stehen wir zurzeit vor der in dieser Dynamik stärksten Rohstoff- und Energiepreis-Erhöhung der letzten Jahrzehnte.“

Markus FahrnbergerSchweizer iglo Österreich „Unser Fokus bleibt unverändert auf höchsten Qualitätsansprüchen und bestmöglicher Warenverfügbarkeit für unsere Kunden. Wir müssen hier aber realistisch bleiben, was konkret heißt, dass weder wir noch der Handel die weiter steigenden Preise einfach so ausgleichen werden können. Aus meiner Sicht sind weitere Preisanpassungen daher unausweichlich.“ Abholung der Rohmilch bei allen Bauern. Wir arbeiten daher intensiv an Ersatzlösungen und kurzfristigen Umstellungen auf ‚Heizöl Leicht‘ als Ersatz oder Kombinationsmöglichkeit.“ Nachsatz: „Das Jahr 2022 wird noch spannender als die letzten beiden Jahre, das ist schon mal fix!“ Zusammenhalt beschworen Von Katerstimmung und ins Korn geworfenen Flinten kann indes keine Rede sein. „Die jahrelange partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern – von Kunden, über Lieferanten bis hin zu Mitarbeitern – trägt wesentlich dazu bei, trotz aller Widrigkeiten qualitativ hochwertigste Artikel zu einem angemessenen Preis zu erzeugen“, betont Norbert Marcher, Geschäftsführer der Marcher Fleischwerke. Ins gleiche Horn stößt SpitzGeschäftsführer Walter Scherb: „Mehr denn je braucht es nun strategische Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ehrliche und transparente Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten, um einerseits die Versorgung sicherzustellen und andererseits einen gemeinsamen Umgang mit den sich abbildenden Preisveränderungen zu finden.“


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Freitag, 22. April 2022

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Vorzeichen für den Sommer? Die Ukraine zählt zu den größten Himbeerexporteuren der Welt; mit Kriegsbeginn sind die Kosten für die Produktion von Lebensmitteln mit Himbeerfruchtzubereitungen in die Höhe geschnellt.

Der Beerenmarkt ist kein Bärenmarkt Immerhin: Von einer Versorgungsproblematik kann bei den meisten Obst- und Gemüsesorten keine Rede sein. WIEN. „Uns fordern die Steigerungen von Rohstoff- und Energiepreisen besonders heraus“, erklärt Josef Peck, Vorstand der LGV Sonnengemüse, und spricht damit gleichermaßen für seine Gärtnergenossenschaft wie für die gesamte Lebensmittelindustrie. Auch seine Bezifferung der Preissteigerungen, die an den Handel weitergegeben werden müssten, gleicht jener der Milchwirtschaft: Bis zu 30% könnten es schon werden. Dabei sei freilich von Produkt zu Produkt zu differenzieren: Schwerer als im Freilandanbau wiegen die Kostensteigerungen naturgemäß im geschützten Kulturraum, wo „neben den Betriebsmitteln Dünger und vor allem Energie“ Mehrkosten verursachen. Wehret den Hamsterkäufen „Aus 2020 gelernt“ haben, als es infolge von Hamsterkäufen zu leeren Regalen kam, will Klaus Hraby, Geschäftsführer von efko

Frischfrucht & Delikatessen – und begann bereits im März mit dem Aussetzen sämtlicher Aktionen und einer Kontingentierung von Waren; Lebensmittelhändler dürfen somit nur mehr bis zu 30% mehr als die üblich georderte Menge ordern. Dazu drohen Engpässe bei Leerglas, auf die man „nötigenfalls“ mit einer Prioritätensetzung im Sortiment reagieren wolle. Eines ist jedenfalls klar: Die große Herausforderung des Jahres 2022 ist neuerlich, die große Nachfrage zu bedienen – nicht der Absatz ist das Problem, sondern dem volatilen Bedarf nachzukommen. Versorgung ist sichergestellt Peck entwarnt allerdings: Bei den „allermeisten und wichtigsten Gemüsesorten“ sei die Versorgungssicherheit weiterhin gegeben, der Ukrainekrieg wirke sich auch auf das Feingemüse nicht aus.

Nicht nur beim Gemüse, auch beim Obst droht aktuell allenfalls bei Konserven (Pfirsiche, Ananas) ein Engpass, nicht aber bei frischer, heimischer Ware. Was Konsumenten dagegen bald bzw. bereits jetzt zu spüren bekommen, sind steigende Preise bei verarbeiteten Lebensmitteln mit Beerenanteil. Das kommt nicht von ungefähr: Bei den Himbeeren zählt die Ukraine etwa mit über 20.000 t exportierten gefrorenen Himbeeren jährlich zu den größten Expor-

Die Weitergabe von Preissteigerungen ist unausweichlich, die Versorgungssicherheit bei den allermeisten und wichtigsten Gemüsesorten aber gegeben. Josef Peck Vorstand LGV Sonnengemüse

teuren der Welt. Wie sich das im Sommer auf die Preise frischer heimischer Himbeeren auswirken wird, bleibt abzuwarten; bei verarbeiteten Lebensmitteln zeigen sich jedenfalls schon jetzt erste Teuerungen und Verknappungen im Sortiment. (haf)

Obst & Gemüse: Die Top 5 der Industrie Rang 1 2 3 4 5

Unternehmen Frutura Efko Frischfrucht & Delikatessen SanLucar LGV Sonnengemüse Greenyard Fresh Austria

Umsatz 2021 496,3 156,8 150* 106 90*

Umsatz 2020 335 155,4 126,1 100 85,3

Zahlen in Mio. €; Umsatzzahlen ohne Stern * sind Unternehmensangaben, Nennungen mit Stern * sind Schätzungen von media­net, basierend auf dem aktuellen Firmenbucheintrag, der Firmenhistorie, den Vorjahresdaten, Interviews mit ­Unternehmen und Marktteilnehmern. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.


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RETAIL

Freitag, 22. April 2022

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Der Innovationsgeist gedeiht auch in der Krise Die Süßwarenbranche stellt zunehmend auf Fairtrade-Kakao um und setzt bei der Krisenbekämpfung auf Zusammenhalt entlang der Wertschöpfungskette.

Eine bedeutende Plattform für den Austausch und eine wesentliche, positive Veränderung zum letzten Jahr sind die wieder stattfindenden Fachmessen. Walter Scherb Geschäftsführer Spitz

Auf Konsumebene macht er „Heißhunger auf Vielfalt“ aus: Der „anhaltende Top-Trend“ sei nach wie vor die Nachhaltigkeit, welche etwa in einer verstärkten Nachfrage nach fair produzierten Produkten zum Vorschein kommt. „Daneben sind sogenannte Wellbeing-Süßigkeiten gefragt; darunter fallen zum einen Plant-Based-Produkte, die

© Mondelez

© Spitz

© Manner/Noll

WIEN. Im Umgang mit den aktuellen, „noch nie dagewesenen Herausforderungen“ sind für Spitz-Geschäftsführer Walter Scherb „strategische Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ essenziell. „Eine bedeutende Plattform für die Kommunikation, den Austausch und eine wesentliche, positive Veränderung zum letzten Jahr sind die wieder stattfindenden Fachmessen. Neben wertvollen Kontakten geben sie auch einen guten Überblick der aktuellen Produkttrends“, so Scherb.

Optimismus Spitz-Geschäftsführer Walter Scherb, Manner-CEO Andreas Kutil und Mondelez Österreich-Chefin Elisabeth Hülsmann (v.l.) eint die Zuversicht, dass 2022 trotz diverser Herausforderungen auch für süße Momente sorgen wird.

seit Jahren im Trend und nicht mehr wegzudenken sind, und zum anderen Süßwaren, die sich dem neuen Lifestyle und den damit verbundenen veränderten Essens-Anlässen – zu Hause, On-the-go, Snacks für Büro und Homeoffice – angepasst haben. Außerdem sind sie hungrig nach neuen, innovativen Produktkombinationen.“ Im Hause Spitz will man dieses Innovationsverlangen u.a. mit einer mit Koffein angereicherten „Wake up“-Waffelkombination bedienen. Waffelmarkt stabil Auch für Manner-CEO Andreas Kutil ist die Fairness beim Naschen prioritär: „2021 war für uns in puncto Nachhaltigkeit ein wichtiges Jahr, da wir alle unsere Waffel- und Schnittenprodukte auf Fairtrade-zertifizierten Kakao umgestellt haben.“ Der Waffelmarkt sei im Vorjahr

„generell stabil geblieben“, und auch für 2022 bleibe man – trotz einer „nochmals dramatischen Verschärfung der Rohstoff-, Verpackungs-, Energie- und Transportpreise“ – zuversichtlich, mit verschiedenen Produktinnovationen (wie der für einen Launch im Mai anvisierten Sommer Glück-Range) zu wachsen. Elisabeth Hülsmann, Geschäftsführerin Mondelez Österreich, nennt neben den ange-

sprochenen Kostensteigerungen Lieferengpässe als zentrale Herausforderung, denen man „gemeinsam mit unserer globalen Einkaufsabteilung“ entgegenzuwirken versuche. „Wir sind als Unternehmen recht effizient aufgestellt und können einen Teil dieser Kosten absorbieren, indem wir unsere Produktivität steigern. Aber ein bestimmter Teil muss leider auch weitergegeben werden.“ (red)

Snacks & Süßwaren: Die Top 5 der Industrie Rang 1 2 3 4 5

Unternehmen Mars Spitz Manner Kelly Mondelez

Umsatz 2021 400 250 230* 225* 150*

Umsatz 2020 344,8 208 217,2 215,2 133,8

Zahlen in Mio. €; Umsatzzahlen ohne Stern* sind Unternehmensangaben, Nennungen mit Stern* sind Schätzungen von ­medianet, basierend auf dem aktuellen Firmenbucheintrag, der Firmenhistorie, den Vorjahresdaten, Interviews mit ­Unternehmen und Marktteilnehmern. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.


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Freitag, 22. April 2022

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Milchwirtschaft in Zeiten der Damoklesschwerter Der Ukrainekrieg verschärft den Kostendruck und nährt Sorgen vor Gas-Knappheit.

Der Ukrainekrieg trifft die Branche hart: Neben Mehrkosten bei Vorleistungen und drastischen Teuerungen bei Futtermitteln ist auch die sichere Versorgung mit Gas – das zu 80% aus Russland kommt – in Gefahr. Während Petschar nüchtern festhält: „Wenn der Gashahn abgedreht werden würde, hätten wir ein Problem mit der Versorgung“, veranschaulicht Berger: „Sollte es hier zu Ausfällen kommen, steht der Betrieb still, inklusive der Abholung der Rohmilch bei allen Bauern.“ Die Suche nach Ersatzlösungen und kurzfristigen Umstellungen (etwa auf Heizöl Leicht als Ersatz oder Kombinationsmöglichkeit) läuft auf Hochtouren.

WIEN. Dass die heimische Milch­industrie das Umsatzplus des ersten Corona-Jahres 2020 (+3,2%) noch einmal toppen konnte (+3,3%), verdankt sich zum Großteil den Zuwächsen bei den Lieferungen an den Lebensmittelhandel im In- und Ausland. 2021 weiter gesunken ist indes die Ertragslage der Molkereien: Die bei den Milchprodukten erzielten Preissteigerungen „konnten die massiv gestiegenen Kosten in den Molkereien und bei den Landwirten nicht abdecken“, wie VÖM-Präsident Helmut Petschar bei der BilanzPK der Milchwirtschaft erklärte.

© APA/Barbara Gindl

••• Von Paul Hafner

Die Abgeltung der massiv gestiegenen Kosten für ­Vorleistungen ist Voraussetzung für die ­künftige, sichere Versorgung mit hochwertigen Milchprodukten. Helmut Petschar VÖM-Präsident und Geschäftsführer Kärntnermilch

Konkret beläuft sich das auf den Umsatz bezogene EBIT der österreichischen Milchverarbeiter für 2021 auf spärliche 0,8% und ist damit nach einem Vorjahreswert von 1,5% neuerlich stark rückläufig. Auch die Zahl der Milchbauern ist weiter be-

ständig rückläufig (–3,2% auf 23.868). Lichtblicke sind ein neuerlicher Höchstwert im Export von 1,36 Mrd. € (+3,6%), der in Kombination mit einem geringen Zuwachs bei den Importen auf 842 Mio. € (+0,7%) für ein saftiges Plus im Außenhandelssaldo von 8,8% auf 517,3 Mio. € sorgt. Sorge vor Ausfällen „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und den allgemeinen Verteuerungen konnten wir die Herausforderungen bei der Produktion einigermaßen gut meistern“, fasst Nöm-Vorstand Alfred Berger das Jahr 2021 mit versöhnlichen Anklängen zusammen; er dürfte damit für das Gros der Branche sprechen, welchem das vergangene Jahr in Anbetracht der aktuellen Schwierigkeiten noch vergleichsweise harmlos vorkommen muss.

+3,3 Prozent

Gewachsen Die Umsätze der Milchverarbeiter kletterten 2021 um 3,3% auf 3,05 Mrd. €.

Abzugeltende Mehrkosten „Einmalig“ sei auch „die Härte, mit der die Lieferanten ihre Forderungen umsetzen. Ein bis zwei Wochen oder Lieferstopp ist das neue Verhandlungsniveau“, beklagt Berger. Entsprechend sei „die Situation mit den Handelspartnern, die längere Vorläufe gewohnt waren, im Moment sehr angespannt“, so Berger unverblümt. Wenig zur Entspannung beitragen dürften freilich die aktuellen, harten Verhandlungen punkto Abgeltung der Kostensteigerungen – Petschar pocht auf „die richtige Weichenstellung“ und will eine Erhöhung von 25 bis 30% durchsetzen.

Die Top 5 der Milchwirtschaft Rang 1 2 3 4 5

Unternehmen Berglandmilch Nöm SalzburgMilch Rupp Gmundner Molkerei

Umsatz 2021 983 420 245 235 207

Umsatz 2020 970 400 229 210 206

Zahlen in Mio. €; Umsatzzahlen ohne Stern * sind Unternehmensangaben, Nennungen mit Stern * sind Schätzungen von media­net, basierend auf dem aktuellen Firmenbucheintrag, den Vorjahresdaten, Interviews mit Unternehmen und Marktteilnehmern. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.


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Freitag, 22. April 2022

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„Das habe ich in 19 Jahren nicht erlebt“ Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer blickt sorgenvoll auf die Auswirkungen des Angriffskriegs auf die Ukraine.

••• Von Georg Sander

© Berglandmilch

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er unerwartete und grausame Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verursacht vor Ort viel menschliches Leid. Die Ukraine ist aber auch ein großer Rohstoffproduzent, und somit hat Putins Krieg auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. „Das habe ich in meinen 19 Jahren bei Berglandmilch so noch nicht erlebt“, erklärt Geschäftsführer Josef Braunshofer im Gespräch mit medianet. Das betrifft nicht nur die Rohstoffe, sondern etwa auch Verpackungsmaterial und mehr: „Dieses Explodieren der Preise, speziell in unserem Bereich der Commodities, gab es noch nie.“ Er vermutet, dass auch Folgen der Coronakrise noch nachwirken, der Anstieg aber auch viel mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat.

Wir sind stark auf Markenartikel fokus­ siert, die Preissprün­ ge sind enorm und fordern uns massiv. Josef Braunshofer Geschäftsführer Berglandmilch

„Wir sind sehr stark auf Markenartikel fokussiert, diese Preissprünge sind enorm und fordern uns massiv“, so Braunshofer. Die Rohstoffkosten, von der Milch beginnend, sind um mehr als 30% gestiegen, und Verpackungen um 45 bis 50% teurer geworden; aber auch die Energiepreise haben im Vergleich ganz stark zugenommen: Das Gas ist um den Faktor neun teurer als noch vor einem Jahr,

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© röm.-kath. Pfarramt Aschbach

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der Strom drei- bis viermal so teuer. Braunshofer: „Das ist so noch nicht dagewesen.“ Liefersicherheit ist prioritär Das wirkt sich natürlich aus. Die eigenen Produkte müssen teurer werden, international gehen die Preise schon rauf. Ein großer Anbieter im LEH würde schon auf breiter Front die Preise anheben. Nicht weil sie wollen, sondern „weil es gar nicht anders geht. Unsere internationalen Retailkunden sagen auch, dass Liefersicherheit die höchste Priorität hat.“ Üblicherweise sei das nachrangig, der Preis stand zuvor für viele im Fokus. Jetzt heiße es: „,Bitte liefern Sie zuverlässig.‘ Für uns selbst ist aber sehr wichtig, dass wir wettbewerbsfähig bleiben und marktkonform anbieten.“ Man muss es tun Die Preissteigerungen müssten – leider – weitergegeben werden: „Wenn wir das nicht machen, bekommen wir als Unternehmen Probleme“, stellt Braunshofer klar, „Wenn ein Unternehmen Kostensteigerungen dieser Dimension nicht weitergibt, gibt es dieses irgendwann nicht mehr.“ Würden die Bauern keinen marktkonformen Milchpreis bezahlt bekommen, würden sie einen anderen Abnehmer suchen, es gebe in weiterer Folge keine Rohstoffe mehr für Berglandmilch – und damit auch keine Produkte.

Wenn ein Unter­ nehmen Kosten­ steigerungen dieser Dimension nicht ­weitergibt, gibt es dieses ­irgendwann nicht mehr.

Man wirbt in Gesprächen für Verständnis für diese Preisanpassung, hinweisend, dass die Spielräume „gegen Null gehen“. Aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, sich über die Situation den Kopf zu zerbrechen, es sei eben so, und nun gehe es darum, „wie wir bestmöglich für alle reagieren“. Produkte sind verfügbar Die Kunden in Österreich bekommen ihre Produkte verlässlich, in der gewohnten Qualität, betont Braunshofer. Da werde man keine Abstriche machen und etwa Futtermittel aus Kostengründen aus Übersee kaufen: „Es ist mehr denn je wichtig, sich auf das Heimische zu konzentrieren. Das macht uns richtig krisenfest.“

Natürlich könnte man hier noch anführen, dass es coronabedingt große Einbrüche im C+C-Bereich gab. Aber im Lichte der Vorgänge seit dem 24. Februar sei das nachrangig: „Wenn man das menschliche Leid sieht, dann relativiert das sowieso jedes andere Thema.“ Der Krieg, der freilich nie hätte beginnen sollen, wird noch über ein mögliches Ende hinaus nachwirken – in allen Bereichen, so auch für Berglandmilch, wie Josef Braunshofer abschließend erklärt: „Wenn die Kampfhandlungen eher heute als morgen aufhören, wird es noch dauern, bis alles wieder erholt ist. Wir werden aber auf jeden Fall unseren heimischen Konsumentinnen und Konsumenten Versorgungssicherheit auch in Zukunft garantieren können.“

+50% Satte Steigerung Der Rohstoffanteil liegt bei Berglandmilch bei 60%, anteilig steigt der Preis um 35%. Die um fast die Hälfte gestiegenen Verpackungspreise kommen auf einen Anteil von knapp 20%. Inklusive der Energieteuerung sind die Produkte um 50% teurer geworden.


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financenet & real:estate Assekuranzen Mit starkem Hebel auf zu neuen Herausforderungen 97

Börse Wiener Marktplatz ist nicht nur beim Thema Aktien interessant 98

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Wir leben Immobilien. Vermittlung | Beratung Bewertung | Verwaltung Baumanagement

Immos Mitglieder des IATX rangieren zwischen „Buy“ und „Reduce“ 102

ehl.at EIGENTUMSWOHNUNGEN

Verkäufe zogen weiter an

© Montage PantherMedia/EpicStockMedia/iLexx

AMSTETTEN/WIEN. Von 2017 bis 2020 pendelten die verkauften Wohnungsmengen zwischen 49.584 und 50.386 Einheiten. 2021 kam der große Sprung: 56.119 Verbücherungen, also +11,4% gegenüber 2020. Der Gesamtwert liegt mit 14,9 Mrd. € um +2,8 Mrd. € über 2020. Der Gesamtverkaufswert der 2021 gehandelten Wohnungen stieg – wie bei einem derartigen Mengenboom nicht anders zu erwarten – den Berechnungen der Re/Max-Experten zufolge überproportional an: 14,92 Mrd. € bedeuten +2,77 Mrd. € gegenüber 2020 oder +22,8%. (red)

Finanzsektor sicher durch schwere See 94

© PantherMedia/dibrova

© Vienna Sightseeing Tours

Allen Widrigkeiten zum Trotz sind die heimischen Finanzunternehmen solide und robust aufgestellt.

Banken Die Gewinne sprudeln weiter – teilweise sogar auf Vorkrisenniveau.

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Wachstum Das Immobilienjahr zeigte sich von seiner schönsten Seite. 100


FINANCENET

Freitag, 22. April 2022

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Stark auch in den Jahren der Krise Corona, Inflation und dann auch noch Krieg in Europa – trotz aller Unbill sind die heimischen Finanzunternehmen robust aufgestellt.

© APA/dpa/Christophe Gateau

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Freitag, 22. April 2022

••• Von Reinhard Krémer

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er zum Jahreswechsel hoffte, dass 2022 nach den schier endlosen Coronaturbulenzen mit Lockdowns und der breiten Masse großteils unverständlichen Maske-aufMaske-runter-Maßnahmen nun eine ruhigere Phase beginnen würde, der hat sich, wie der Autor dieser Zeilen auch, ordentlich verkalkuliert: Erst hob das längst totgeglaubte Gespenst der Inflation sein abstoßendes Haupt, dann explodierten erst die Coronazahlen – und dann die Bomben in der Ukraine, als der russische Präsident glaubte, der Welt zeigen zu müssen, wo der Vladi den Most holt. Die Rückkehr der Inflation Corona wird vielleicht noch heuer, wenn wir alle Glück haben, nichts anderes mehr sein als ein mexikanisches Bier – doch die Inflation scheint gekommen, um – vorerst – zu bleiben. Angetrieben von den Energiepreisen, belastet sie zunehmend die österreichischen Haushalte. Im März lag sie bei 6,8% – die höchste Steigerungsrate seit 1981. Beim deutschen Nachbarn ging’s sogar noch etwas höher: 7,3% wurden dort erreicht. Druck auf Notenbanken Markus Dürnberger vom Salzburger Bankhaus Spängler meint zur konjunkturellen Entwicklung: „Steigende Energiepreise belasten sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen und drücken auf das Wirtschaftswachstum – vor allem in Europa. Somit besteht das Risiko, dass die im vierten Quartal des Vorjahres begonnene Wachstumsverlangsamung noch weiter zunimmt und sich vor allem in Europa die Rezes-

FINANCENET

sionsgefahr erhöht.“ Dürnberger geht davon aus, dass der pandemiebedingte Anstieg der Inflation uns noch weiter beschäftigen und die Notenbanken verstärkt unter Druck bringen wird: „Die Erwartungen steigender Notenbankzinsen haben aber zuletzt wieder nachgelassen. Die Notenbanken könnten mit Zinserhöhungen die Wirtschaft weiter belasten und die Stagflationsrisiken erhöhen.“ Doch trotz des Inflations- und Kriegsgetöses steuern heimische Finanzunternehmen weiter

Ganz vorne Mit mehr als 1.800 neuen Notierungen ist der Vienna MTF der Wiener Börse im ersten Quartal 2022 die Nummer 1 in Europa.

ruhig durch die raue See – und erfreuen ihre Eigentümer mit besten Zahlen. Mit deutlich über den Erwartungen liegenden Kennzahlen für 2021 zeigte zum Beispiel die Vienna Insurance Group im zweiten Jahr der Pandemie erneut operativ starke Resilienz. Die VIG zeigt auf Die Dividende steigt deutlich auf 1,25 € pro Aktie. „Das entspricht einem Plus von 66,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler. „Die führende Marktpo-

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Was man nicht geglaubt hätte

sition in CEE, die relativ geringe Ergebnisvolatilität und die regelmäßigen Dividendenzahlungen mit einer attraktiven Rendite von fünf bis sechs Prozent machen das Unternehmen unserer Meinung nach zu einem interessanten Anlageobjekt“, sagen die Analysten von Raiffeisen Research zum Erfolg der VIG. Doch auch Raiffeisen selbst braucht sich nicht zu verstecken: Die Raiffeisen Bank International (RBI) konnte ihren Gewinn 2021 deutlich steigern. Unterm Strich blieben 1,37 Mrd.

Reinhard Krémer Chefredakteur medianet financenet

© Wiener Börse/APA-Fotoservice

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Als gelernter Österreicher ist man einiges gewohnt: Murrend nimmt man zur Kenntnis, dass zum Beispiel hierzulande Lebensmittel um rund 30 Prozent teurer sind als beim germanischen Nachbarn. Was einen dann aber doch von den Socken haut, ist, dass eine gewesene Ministerin für zwei Wochen in die „Pension Adler“ zur U-Haft einziehen muss. Und was im Zuge dessen alles ans Tageslicht gekommen ist. (Die Unschuldsvermutung gilt natürlich.) Dann wundert es einen um so mehr, dass es österreichische Unternehmen immer noch schaffen, sogar bei italienischen Regierungsverhältnissen und sauteuren Lohnkosten auch international zu reüssieren – von Andritz bis Zumtobel, von Albanien bis zur Zentralafrikanischen Republik. Chapeau!

€, das waren sogar mehr als vor der Coronakrise. 2019 hatte die Bank ein Konzernergebnis von 1,23 Mrd. € erzielt. Die Dividende läge bei 1,15 € je Aktie.

6,8%

Puffer aufgebaut Trotz dieses Erfolgs bleibt der Konzern vorsichtig: „Wir sind zwar gut kapitalisiert, haben aber dennoch beschlossen, einen zusätzlichen Puffer aufzubauen und den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bank International, Johann Strobl.

Inflation auf Rekordhoch Der Ukrainekrieg befeuert die Inflation weiter: In Deutschland lag sie im März bei 7,3%, in Österreich bei 6,8% – ein Rekordwert seit 1981.


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Dominant Die Bilanzsummen der Erste Group und der Raiffeisenbank International sind kumuliert so hoch wie jene der restlichen acht Banken in der heimischen Top Ten-Liste.

Wo die Gewinne wieder sprudeln

Unterm Strich blieben 1,37 Mrd. €, das waren mehr als vor der Coronakrise. 2019 hatte die Bank ein Konzernergebnis von 1,23 Mrd. € erzielt.

Die österreichische Bankenszene kann sich auf die Schulter klopfen – alle Krisen wurden gemeistert. ••• Von Reinhard Krémer WIEN. Ob Corona, Inflation, Niedrigzinsen oder sogar Krieg – die heimischen Banken trotzen wie aus Titan und mit Teflon überzogen allen Herausforderungen. Die Gewinne sprudeln ordentlich. So hat die Erste Group ihren Gewinn im zweiten Coronajahr 2021 mehr als verdoppelt. Das Nettoergebnis kam bei 1,92 Mrd. € zum Liegen, nach 783,1 Mio. € im Jahr 2020. Schönes Wachstum Das starke Ergebnis spiegelt einen gestiegenen Zinsüberschuss aufgrund von Zinserhöhungen in Tschechien und Ungarn, ein solides Wachstum des Kreditvolumens sowie einen deutlich höheren Provisionsüberschuss wider. Das günstige Risikoumfeld im vergangenen Jahr ermöglichte eine Reduzierung der Risikokos-

ten von 1,3 Mrd. € im Jahr 2020 auf 159 Mio. € im Jahr 2021. Der Ukrainekrieg stellt keine Bedrohung für das Unternehmen dar: „Die Erste Group hat keine Tochterbanken in Russland oder der Ukraine und unser direktes Obligo in diesen Ländern ist gering. Doch die geografische Nähe und tiefe Verbundenheit zur gesam-

ten Region bringen eine humanitäre Verantwortung mit sich. Als Bank im Herzen Europas werden wir den Menschen in der Region mit Unterstützung und Hilfe zur Seite stehen“, sagt Bernd Spalt, CEO der Erste Group. Auch die Raiffeisen Bank International (RBI) konnte ihren Gewinn 2021 deutlich steigern:

Mutter der Porzellankiste Aufgrund des Ukrainekrieges war aus Vorsichtsgründen der ursprünglich vorgesehene Dividendenvorschlag in Höhe von 1,15 € je Aktie revidiert und stattdessen ein Vortrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorgeschlagen worden. „Wir sind zwar gut kapitalisiert, haben aber dennoch beschlossen, einen zusätzlichen Puffer aufzubauen und den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Außerdem sind alle unsere Tochterbanken gut kapitalisiert und eigenständig finanziert“, sagt RBI-CEO Johann Strobl.

Die zehn größten Banken Österreichs Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Unternehmen Erste Group Bank AG Raiffeisen Bank International AG – RBI UniCredit Bank Austria AG Bawag Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG* Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG* Oberbank AG Steiermärkische Sparkasse* Raiffeisenlandesbank Steiermark* Hypo NOE

Bilanzsumme Bilanzsumme Return on CET1-Quote 2021 2020 Equity in % in % 307.428 277.394 12,71 14,5 192.101 165.959 10,6 13,1 118.404 118.510 k.A. 16,8 56.325 53.128 16,11 15,0 50.615 47.896 k.A. 14,9 28.788 29.110 14,9 19,3 27.540 24.432 7,42 18,4 18.922 17.806 11,0 18,2 18.366 17.030 13,8 18,3 16.763 16.417 5,72 19,3

Zahlen in Mio. ¤; Quelle: eigene Recherche. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht. * Bilanzsumme zum 30.6.2021 Halbjahres-Geschäftsbericht, 1 RoTE – Eigenkapitalverzinsung, um immaterielle Vermögenswerte bereinigt, 2 nach Steuern


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Freitag, 22. April 2022

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Auf stabilem Kurs Österreichs Versicherungen haben die Krisen gut gemeistert. Alle Sparten konnten bei den Prämien zulegen. ••• Von Reinhard Krémer

derzeit vier Prozent ist im Forderungspapier des Verbandes ebenso enthalten wie steuerliche Entlastungen bei nachhaltigen Fondspolizzen.

WIEN. Die Versicherungswirtschaft hat auch im zweiten Jahr der Coronakrise ein Prämienwachstum verzeichnet. Für die Zukunft stellen die ökologische Transformation der Wirtschaft sowie die Stärkung privater Vorsorge die größten Herausforderungen dar, meldet der Versicherungsverband Österreich (VVO). Über 50 Mio. Verträge, Leistungen an Kundinnen und Kunden um 2,9% auf 16 Mrd. € gesteigert und Prämien auf 18,7 Mrd. € erhöht – die österreichische Versicherungsbranche ist mit der Entwicklung im Vorjahr zufrieden.

Transformation vorangetrieben werden, zusätzlich könnten mehr Mittel für nachhaltige Infrastrukturprojekte zur Verfügung gestellt werden, und auch Finanzierungen bei Sanierungen und Dämmung im Wohnungsbereich sind denkbar. Private Vorsorge im Fokus Der privaten Vorsorge kommt aufgrund der demografischen Entwicklung und der angespannten Budgetsituation künftig eine wichtige Rolle zu. Um sie weiter zu stärken, hat der VVO einen 4-Punkte-Plan vorgelegt, der auch staatliche Förderungen umfasst. „Wenn Finanzminister Brunner die private Vorsorge unterstützen möchte, dann begrüßen wir das sehr. Dabei sollte es vor allem steuerliche Vorteile für jene geben, die mit einer Lebensversicherung vorsorgen wollen, denn sie ist nach wie vor das beliebteste Vorsorgeinstrument“, sagt Robert Lasshofer. Eine Senkung der Versicherungssteuer von

Hebel nutzen Robert Lasshofer, Präsident des VVO, will den Hebel der Versicherer für die grüne Transformation und die Stärkung der privaten Vorsorge aktiv nutzen.

© Ian Ehm

Aktive Rolle der Versicherer Bei beiden wird Österreichs Versicherungswirtschaft eine aktive Rolle einnehmen, so der Präsident: „Wir verfügen mit 110 Milliarden Euro über einen großen Hebel, um die heimische Wirtschaft bei der Umsetzung der Klimaziele zu unterstützen.“ Im Bereich Energieversorgung könnte beispielsweise durch verstärkte Investitionen in Wind- oder Solarparks die

Solide Louis NormanAudenhove, Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, ortet Wachstum in allen Sparten. © VVO/APA-Fotoservice/Hautzinger

Robust und langfristig „Das erfreuliche Ergebnis basiert auf einem sehr robusten und langfristig orientierten Geschäftsmodell. Auf der einen Seite sind Versicherungen ein Hort der Stabilität. Auf der anderen Seite suchen Kunden gerade in Krisenzeiten Sicherheit und Halt und achten auf ihre individuellen Risiken“, sagt Robert Lasshofer, Präsident des VVO. Für die kommenden Jahre sieht Lasshofer vor allem zwei Entwicklungen, die die Branche prägen werden: Das ist zum einen die grüne Transformation der Wirtschaft und zum anderen die Stärkung der privaten Vorsorge.

Solides Wachstum querbeet „Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2021 sowohl in der Schaden-Unfallversicherung als auch in der Krankenversicherung ein solides Prämienwachstum, in der Lebensversicherung gab es ein leichtes Wachstum. Insgesamt verzeichnete die österreichische Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr ein Wachstum der Prämieneinnahmen von 3,4 Prozent auf rund 18,7 Milliarden Euro“, so Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. So wuchs das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) 2021 auf 10,7 Mrd. € und zeigt somit eine Steigerung von 4,7%. Die Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung liegen mit rund 7,5 Mrd. € auch im Jahr 2021 auf hohem Niveau; im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie um 18,5%. Die private Krankenversicherung legte bei den Prämien um 3,7% auf 2,5 Mrd. € zu; bei der Lebensversicherung waren es plus 0,6% auf rund 5,4 Mrd. €.


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Der ATX hält sich tapfer Doch der Wiener Marktplatz ist nicht nur beim Thema Aktien interessant. ••• Von Reinhard Krémer WIEN. Vergangenes Jahr warnte Wiener Börse-CEO Christoph Boschan davor, sich von der Wiener Börse abzuwenden – wie sich nun zeigt, völlig zu Recht: Im Vorjahr beendete der österreichische Aktienmarkt das 250. Jubiläumsjahr der Wiener Börse mit + 44% als globaler Spitzenreiter.

© Wiener Börse/Akos Stiller

Anleger-Interesse geweckt Der ATX Total Return schloss am 30.12.2021 mit 7.848,78 Punkten (ATX: 3.861,06 Punkte). Die weltweit boomenden Aktienmärkte weckten das Interesse an Aktien auch im konservativ veranlagenden Österreich merklich. Erfreulich: Seit Start der Berechnung wies der ATX inkl. Dividenden eine jährliche Durchschnittsrendite von rund sieben Prozent auf. Das Ende des ersten Quartals 2022 an den Börsen weltweit war geprägt von Turbulenzen

Challenge Dringender als je zuvor werden große Mengen an Kapital für Investitionen benötigt, um die Umsetzung der Energiewende zu beschleunigen, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG.

durch den militärischen Konflikt Russlands mit der Ukraine – und die geopolitische Lage schlägt Wellen bis nach Wien. Im Lich-

te dessen schwankten auch die Preise österreichischer Aktien bei hohen Handelsvolumina. Im ersten Quartal verzeichnet die

ATX-Unternehmen Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Unternehmen AT & S Austria Technologie & Systemtechnik AG Verbund Frequentis Immofinanz EVN Schoeller-Bleckmann Pierer Mobility Uniqa Strabag Erste Group UBM Development AMAG Do & Co Telekom Austria Vienna Insurance Group S Immo Andritz OMV Bawag Group Kapsch TrafficCom

Kursveränd. 52-Wochen- 52-Wochen- Marktkapita1 Jahr in %* Hoch Tief lisierung** +58,37 54,00 27,95 1.917,2 +56,25 108,00 60,40 16.648,9 +32,74 32,80 21,40 389,1 +27,94 23,26 17,17 3.180,5 +25,80 28,00 18,02 4.209,2 +25,48 52,30 28,15 780,8 +18,71 93,00 68,30 2.697,0 +12,98 8,48 6,05 2.212,4 +11,77 43,80 30,00 3.637,2 +10,55 45,57 23,90 13.194,9 +10,21 45,90 36,00 316,1 +5,72 43,30 31,70 1.220,1 +4,82 95,50 62,80 708,4 +3,88 8,20 6,64 4.571,8 +3,75 27,10 20,00 2.988,8 +2,78 23,25 18,90 1.623,1 +2,43 50,95 33,84 4.147,5 −0,97 58,68 37,30 13.968,0 −3,24 58,05 39,84 3.783,2 −5,73 17,04 10,20 182,3

Quelle: wienerboerse.at; * Veränderung in %, Kurse: 1 Jahr per 6.4.2022; ** Zahlen in Mio. Euro, von medianet ohne Gewähr veröffentlicht.

Wiener Börse einen Aktienumsatz in der Höhe von 24,52 Mrd. €, ein Fünftel mehr als im ebenfalls starken Vorjahr (Q1 2021: 20,49 Mrd. €). Neue Börsennotiz in Wien Sogar heuer gab es einen erfolgreichen Börsegang in Wien: Seit 1. März ist Pierer Mobility AG neben der Schweiz und Frankfurt auch im Top-Segment der Wiener Börse, dem prime market, handelbar. Das österreichische Unternehmen mit Sitz in Wels ist Europas führender „Powered Two-Wheeler (PTW)“Hersteller. Im Einstiegssegment „direct market plus“ als einfacher Kapitalmarkteinstieg für Klein- und Mittelbetriebe sowie expandierende Jungunternehmen an der Wiener Börse gab es im Jänner ebenfalls einen Neuzugang – das Unternehmen Lekta Therapy Ltd. Und mit mehr als 1.800 neuen Notierungen ist der Vienna MTF der Wiener Börse im ersten Quartal 2022 auch die Nummer 1 unter den europäischen Anleihenlistingplätzen.


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Ein historisches Hoch Das Immobilienjahr zeigte sich mit den Wachstumsraten von der schönsten Seite. ••• Von Helga Krémer

Blick ins Grundbuch Datenquelle ist das öffentlich zugängliche amtliche Grundbuch; es erfasst alle Kaufverträge lückenlos und bietet daher die verlässlichsten Daten am Markt. Die Experten für Immobiliendaten, Immounited, haben sie ausgelesen, Re/Max Austria Research analysierte. „Wir erheben Transaktionsdaten aus dem österreichischen Grundbuch und ergänzen diese z.B. um historisch erfasste Nutzwertgutachten, Flächenwidmungs- und Gebäudeinformationen aus dem Grund-

© Vienna Sightseeing Tours

WIEN. Die Wachstumskurve bei den Immobilienverkäufen zeigt wieder stärker nach Norden. Nach einem Plus von 7,4% (2019/18) und 5,1% (2020/19) steigt sie im Jahresvergleich 2021 zu 2020 sogar zweistellig: um plus zwölf Prozent. Laut Re/Max-ImmoSpiegel 2021 wurden 2021 in Österreich in Summe 163.266 Liegenschaften verbüchert, um 17.486 mehr als 2020. Zum Vergleich: Der Zuwachs von 2019 auf 2020 lag bei 7.090 Einheiten. Im Fünfjahresvergleich sind das um ein gutes Drittel mehr Verbücherungen (+34,4%), im Zehnjahresvergleich sogar ein Anstieg um 79,8%.

Mit 7.769 Verbücherungen (+19,7%) war 2021 für Wachstumskaiser Burgenland ein ungewöhnlich dynamisches Jahr.

stücksverzeichnis sowie Daten aus Immobilieninseraten. So entstehen vollständige Transaktionsdatensätze, die für einen transparenten Immobilienmarkt sorgen und für unsere Partnerunternehmen eine wertvolle

Aus dem Amtlichen Grundbuch 2021 – Kaufakte Bundes­ Rang land 1 NÖ

Verbüche­ rungen 32.705

Veränd. zu 2020 in %* +13,3

Wert verb. Objekte* 6.790

Veränd. zu 2020 in %* +31,7 +32,9

2

Wien

27.752

+14,6

12.680

3

Steiermark

25.497

+8,6

4.660

+3,5

4

OÖ

23.349

+8,5

5.009

+13,3

5

Tirol

14.088

+7,2

4.930

+22,7

6

Kärnten

12.279

+18,6

2.270

+35,4

7

Salzburg

11.120

+8,6

3.320

+14,3

8

Vorarlberg

8.707

+17,0

2.660

+17,6

9

Burgenland

7.769

+19,7

857

+28,5

Österreich

163.266

+12,0

43.167

+22,8

Quelle: Re/Max-Immospiegel, Immounited GmbH; * Wert der verbücherten Objekte in Mio. €

Entscheidungsgrundlage darstellen“, sagt Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der Immounited GmbH. Verkaufswertsteigerung Einen Anstieg gab es 2021 auch beim Immobilienverbücherungswert, er stieg von 35,15 Mrd. € im Jahr 2020 um 22,8% auf 43,18 Mrd. €. Die Wertsteigerungen der Immobiliengesamtverkaufssumme waren in den letzten zehn Jahren viermal knapp unter 4 Mrd. € gewachsen, sonst immer geringer, einmal sogar geschrumpft. Von 2019 auf 2020 war die Gesamttransaktionssumme nur um 0,80 Mrd. € gestiegen. Von 2020 auf 2021 hat sie jedoch um 8,03 Mrd. €, also um das Zehnfache der Vorjahressteigerung, zugelegt. Ob 2021 damit nur ein Ausreißer war oder vielleicht doch

eine Trendumkehr einläutet, lässt sich aber noch nicht sagen. Für Anton Nenning, Head of Research & Communication bei Re/Max Austria, könne dieser immense und außergewöhnliche Wachstumsschub als Nachholeffekt samt weiterer kräftiger Umsatzsteigerung interpretiert werden: „Sofern er sich wirklich als einmalig erweist und sich nicht in den nächsten Jahren wiederholt“, meint Nenning. Verbücherungen 20% aller Immobilien wurden in Niederösterreich gehandelt, 17% in Wien und nur 4,8% im Burgenland. Bei der Verkaufszahlendynamik ist Tirol mit einem Plus von 7,2% das Schlusslicht, das Burgenland mit plus 19,7% beim relativen Zuwachs die Nummer eins. Auch bei den Mengensteigerungsraten liegt das Burgen-


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Immobilientransaktionen 2021 Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24

land mit plus 19,7% vorne und verweist Kärnten (+18,6%) und Vorarlberg (+17%) auf die Plätze. Norden & Osten Von den 43,18 Mrd. € Immobilienverbücherungswert kommen 12,68 Mrd. € aus Wien. Damit ist der Wertanteil der Bundeshauptstadt am Österreich-Topf, nach dem Durchhänger 2020, wieder auf 29,4% gestiegen. Der Zuwachs der Bundeshauptstadt liegt den Re/Max-Experten zufolge bei +3,14 Mrd. € oder +32,9%. Nur mehr halb so groß wie das Wiener Stück vom Bundesimmobilienumsatz ist jenes von Niederösterreich: 6,79 Mrd. € sind 15,7% der Bundessumme, um 1,64 Mrd. € mehr als 2020 oder +31,7%. Aber: Mit 32.705 verbücherten Immobilien überschreitet Niederösterreich im Jahr 2021 als erstes Bundesland die Marke von 30.000; 17 der 21 Auswertungsbezirke feiern neue Höchststände. Auch das Burgenland liegt, bezogen auf die Veränderung zu 2020 beim Wert der verbücherten Objekte, mit seinen +28,5% im Spitzenquartett. 857 Mio. € Gesamttransaktionswert sind um 190 Mio. € mehr als 2020. Oberösterreich schafft es 2021 beim Immobilienwert auf das Podest: 5 Mrd. € bedeuten wie bei allen anderen Bundesländern eine neue Höchstmarke, in Oberösterreich um +587 Mio. € über dem Vorjahr (+13,3%).

Wohnungen sonst. Gebäude1 Grundstücke Einfamilienhäuser Dachgeschoßwohnungen Mehrfamilienhäuser Zinshäuser Reihenhauseinheiten Doppelhaushälften Bürogebäude Hausanteile Landwirtschaften Pkw-Abstellplätze Geschäftslokale Zinshausanteile Hotel/Pensionen Büros (Büroflächen) Waldstücke Kleingärten Gebäude am See Sonderfälle2 Seegrundstücke Weingärten Almen

2021 Anzahl 56.199 12.444 32.203 10.772 3.423 1.084 393 3.101 2.006 124 2.799 967 27.126 1.328 217 175 525 4.145 630 189 285 118 599    65

2021 Wert* 14.920,0 7.200,0 5.180,0 4.110,0 1.610,0 1.570,0 1.480,0 1.180,0 860,0 685,9 669,6 467,2 464,5 453,2 342,7 273,1 222,4 135,4 126,9 117,2 33,3 29,3 28,9 10,3

2020 Anzahl 50.386 12.597 27.800 10.773 2.893 1.750 327 2.650 2.020 117 2.232 1.025 k.A. 1.225 198 230 512 3.877 1.565 101 480    69 587    77

2020 Wert* 12.150,0 6.740,0 4.030,0 3.480,0 1.200,0 1.499,0 1.147,0 927,7 540,0 500,7 414,4 349,2 359,4 358,7 229,1 278,4 221,5 158,2 k.A. 102,0 135,2    12,0    22,3    17,6

Quelle: Re/Max-Immospiegel, Immounited GmbH; * in Mio. Euro, von medianet ohne Gewähr veröffentlicht; 1 insbes. gemischt genutzte Stadthäuser mit Wohnungen, Ladenlokalen u. Büros, die in keine andere Kategorie fallen; 2 Immobilientransaktionen, die keiner der angeführten Kategorien sinnvollerweise zugeordnet werden können.

+12% Zuwächse Die Immobilienverkaufe sind 2021 um 12% gestiegen, deren Wert sogar um 22,8%.

© Schwarz-König/Re/Max Austria

Süden & Westen Tirol hat nach 2013 und 2016 gegenüber der Steiermark wieder die Nase vorne: 4,93 Mrd. € sind im Bundesländerranking 2021 Platz vier und um 914 Mio. € mehr als 2020 (+22,7 %). Die Steiermark nimmt die Position des Medians ein, Rang fünf, genau in der Mitte, mit 4,66 Mrd. € Immobilienverkaufswert. Die relativ geringe Steigerung von +156 Mio. € (+3,5%) hat den

Immobilientyp

Tirolern in die Hände gespielt. Grund für diese geringe Steigerung waren massive Eigentumsübertragungen der öffentlichen Hand in der Steiermark, genauer in der Landeshauptstadt Graz im Jahr 2020, die 2021 im Umsatz fehlen. Salzburg kommt 2021 auf 3,32 Mrd. € Verbücherungswert, nach +415 Mio. € (+14,3%). Vorarlberg hält Kärnten auf Distanz und belegt Rang sieben; die Basis dafür bilden die 2,66

Herausragend Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Re/Max Austria: „2021 war, trotz aller Herausforderungen rund um Covid-19, ein herausragendes Immobilienjahr.“

Mrd. € Immobilienverkaufswert, um 17,6% oder 398 Mio. € mehr als 2020. Kärnten mit 2,27 Mrd. € legt 2021 um 595 Mio. € zu und gewinnt mit 35,4% das Rennen um die höchste Wertsteigerungsquote vor Wien. Auch im Zehnjahresvergleich ist Kärnten mit einem Plus von 212,3% absolute Spitze. Signifikantes Wachstum „Der Immobilienmarkt bewegte sich 2021 in neuen Sphären. Sowohl die Anzahl der Verbücherungen als auch der Verkaufswert haben signifikant zugelegt“, blickt Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Re/Max Austria, auf das letzte Jahr zurück. Und wie geht’s weiter? „Die steigende Inflation, die fehlenden attraktiven alternativen Geldanlagemöglichkeiten und das weiterhin historisch niedrige Zinsniveau sorgen dafür, dass sich Immobilien – nicht nur bei Eigennutzern – weiterhin großer Beliebtheit erfreuen“, resümiert Reikersdorfer.


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Chancen mit Immo-Aktien

© woow

© Warimpex

Mitglieder des IATX rangieren zwischen „Buy“ und „Reduce“, eins ist in Bewertung.

Top-Lagen UBM Development eröffnet ein Luxushotel in Prager Palais, die Warimpex entwickelt im deutschen Darmstadt den Bürokomplex „West Yard 29“.

WIEN. Bei 388,16 schloss der IATX am 8. April 2022 – höher als im Vorjahr, aber von seinem All-time-high im Februar 2020 (481,06) ist er noch ein gutes Stück entfernt. Er hätte also noch durchaus Luft nach oben, meinen Analysten. CA Immo: Buy/Accumulate Erste Research sieht die CA Immo-Aktie bei 34 € und empfiehlt zu akkumulieren. Die Analysten der Deutschen Bank greifen mit einem Kursziel von 40 € etwas höher und geben, wie Raiffeisen Research (Kursziel: 34,50 €), eine Kaufempfehlung ab. Grundsätzlich verfüge die CA Immo mit ihrem Büro-Fokus in vorwiegend großen, modernen Gebäuden in Top-Lagen und erstklassigem Mietermix über ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell. Immofinanz: Hold/Reduce Mit Auslaufen der Nachfrist des Übernahmeangebots am 28. Mai rechnen Analysten mit einem Kursrückgang. Die tschechische CPI Property Group habe bereits

die Mehrheit an der Immofinanz, eine Nachbesserung des Angebots (23 €/Aktie Cum Dividende), bleibe somit unwahrscheinlich. Erste Research stufte ihr Kursziel daher von 26 auf 22,8 €/Aktie und ihre Empfehlung von Buy auf Reduce hinunter. 23 € und Hold gibt es von Kepler Cheuvreux. S Immo: Buy/Accumulate „Da die S Immo ihre Immofinanz-Beteiligung länger in den Büchern hielt als ursprünglich angenommen, beginnt auch der Reinvestitionsprozess in rentierende Assets später, sodass wir

unsere Schätzungen für die kommenden Jahre deutlich zurücknehmen mussten“, so Christoph Schultes, Chief Equity Analyst Österreich der Erste Group Research in seiner letzten Analyse. Er rät überzugewichten, bei einem Kursziel von 24 €. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser gab zuletzt eine Kaufempfehlung ab mit 27 €/Aktie Kursziel. UBM Development: Buy SRC Research, Hauck & Aufhäuser, Warburg Research und Erste Research geben alle eine Kaufempfehlung ab mit Kurszielen zwischen 53,80 und 55 €. Gründe

IATX-Unternehmen Unter­ Kursveränd. 52-Wochen- 52-Wochen- MarktkapitaRang nehmen 1 Jahr in %* Hoch Tief lisierung** 1 Immofinanz +27,94 23,26 17,17 3.180,5 2

UBM

3

S Immo

+10,21

45,90

36,00

316,1

+2,78

23,25

18,90

1.623,1

39,55

26,50

2.987,2

0,64

46,4

4

CA Immo

−20,91

5

Warimpex

−24,11

1,365

Quelle: wienerboerse.at; * Veränderung in %, Kurse: 1 Jahr per 8.4.2021; ** Zahlen in Mio. Euro, von medianet ohne Gewähr veröffentlicht.

dafür sind die durchwegs solide 2021er-Bilanz, das bewährte Liquiditätsmanagement, die 2,2 Mrd. € „schwere“ Projektpipeline und die erfolgreiche Ausrichtung auf Nachhaltigkeitskriterien. Warimpex mit Fragezeichen Die Aktie wurde aufgrund ihres Russland Exposures – rund 40% des Immobilienvermögens der Warimpex – extrem abgestraft und hat rund die Hälfte ihres Kurses eingebüßt. „Empfehlung und Kursziel in Überarbeitung“, heißt es durchwegs. „Die Geschäfte der autonom geführten Warimpex-Töchter in Russland sind von den Sanktionen nicht betroffen, direkte Geschäftsbeziehungen zwischen Österreich und Russland gibt es nicht. Die Finanzierung der russischen Gesellschaften erfolgt in Rubel, die Geschäfte (Mieteinnahmen und Schuldentilgung) sind von der Abwertung der Währung daher weitestgehend unberührt“, meint Schultes zur Warimpex. (hk)


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Dynamik im Office Für den Wiener Büroimmobilienmarkt lautet das Motto des heurigen Jahres ganz eindeutig Qualität statt Quantität.

Kundenwünsche kommen an Diese Entwicklung verstärkt den anhaltenden Trend zur „Qualität statt Quantität“ auf dem Wiener Büromarkt und bringt damit neue Dynamik und Impulse. Zwar werde sich die Flächenproduktion gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln (2021: 66.700 m², 2022: 126.100 m²), doch würden bei den Fertigstellungen hochwertige Refurbishments eine immer größere Rolle spielen, heißt es bei EHL. Deren Anteil an der Neuflächenproduktion erreiche heuer einen Rekordwert von 82%. Beispiele für moderne Refurbishments sind das Quartier Lassalle (ca. 78.000 m²) in der Leopoldstadtt und das Doppio Due (ca. 6.000 m²) am Alsergrund. Die beiden Objekte werden nachhaltig und ESG-konform refurbished und 2022 fertiggestellt. Neubauten, die das Flächenangebot am Wiener Büromarkt

gen, sondern aufgrund der geringen Neuflächenproduktion und des hohen Anteils an Refurbishments sogar gesunken. Kaum leere Flächen „Wir starten mit einer extrem niedrigen Leerstandsrate von nur 4,3 Prozent ins neue Jahr“, erklärt Stefan Wernhart, Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien GmbH, „und der außergewöhnlich hohe Vorvermietungsgrad von bereits jetzt fast 80 Prozent der Neuflächen lässt erwarten, dass sich daran auch wenig ändern wird.“ Auch die Spitzenmieten würden mit 26 €/m² stabil bleiben, diese würden insbesondere in der Wiener Innenstadt erzielt, wo derzeit ein deutlicher Nachfrageüberhang bestehe. Das Interesse von Core-Investoren an langfristig vermieteten Büroobjekten in Toplagen sei ungebrochen, so Wernhart. Getrieben werde die Nachfrage maßgeblich von deutschen und österreichischen institutionellen Investoren, wobei das Angebot nach wie vor stark unter der eingeschränkten Produktpipeline leide. (hk)

© Panthermedia.net/Londondeposit

Expertensicht Die Leerstandsrate von 4,3% hält der Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien GmbH, Stefan Wernhart, auch international betrachtet für extrem niedrig.

auch tatsächlich erhöhen, werden heuer lediglich zwei fertiggestellt, nämlich der Vienna TwentyTwo und der Innovation Hub/TwentyOne – die Namen lassen es erahnen, in der Donaustadt resp. in Floridsdorf. Die Leerstandsrate ist seit Pandemiebeginn nicht gestie-

Wien im europäischen Vergleich – 2. Quartal 2022 Rang

© EHL

WIEN. Nachdem der Wiener Büromarkt im Vorjahr mit einer soliden Vermietungsleistung von ca. 170.000 m² in einem schwierigen Marktumfeld seine bekannte Stabilität erneut unter Beweis gestellt habe, sei laut Immobiliendienstleister EHL für 2022 wieder mit mehr Dynamik zu rechnen. Ausgelöst durch die weitgehende Etablierung von Homeoffice und hybriden Arbeitsformen sowie dem tiefgreifenden Fortschritt der Digitalisierung setzen sich viele Unternehmen intensiv mit ihrer Bürosituation auseinander und evaluieren den Markt. Zum Teil ließen sich die geänderten Ansprüche in den Bestandsobjekten realisieren, zum Teil sehen sich Unternehmen aber auch nach neuen Standorten um, bei denen flexiblere und innovativere Arbeitsplatzkonzepte besser umsetzbar sind.

Location

Leerstandsrate Spitzenmieten Spitzenrenditen in % €/m² in %

1

Paris (Central Business District)

3,1

77,50

2,7

2

Berlin

3,4

43,00

2,4

3

München

4,3

43,00

2,5

4

Wien

4,3

26,00

3,0

5

London (West End)

5,4

120,60

3,25

6

Amsterdam

6,0

39,20

3,1

7

Prag

7,8

24,00

4,25

8

Frankfurt

8,5

47,00

2,65 5,25

9

Budapest

9,2

26,00

10

Madrid

9,8

36,00

3,1

11

Mailand

10,6

50,80

3,1

12

Bukarest

12,7

19,00

6,8

13

Warschau

12,7

24,00

4,7

Quelle: EHL Market Research/BNP Paribas Real Estate


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COVER

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health economy Kranke Zeit Die Pandemie lässt die Lebenserwartung sinken 109

Reformen Minister Rauch hat im Hinblick auf die Kassen einiges zu tun 111

© APA/AFP/Sakis Mitrolidis

© APA/Tobias Steinmaurer

© APA/AFP/Thomas Lohnes

Preise für Kampf gegen Covid-19 Albert Bourla Nach der Würdigung mit dem „Jüdischen Nobelpreis“ Anfang dieses Jahres wurde der PfizerVorstandsvorsitzende Albert Bourla jetzt von Griechenland für seinen Beitrag zum Kampf gegen Covid-19 und zur Rettung von Leben ausgezeichnet. Er wurde für „seine Bemühungen bei der Entwicklung eines lebensrettenden-Impfstoffs gegen Covid-19“ mit dem höchsten zivilen Preis Griechenlands geehrt.

Impfstoffe und Merger treiben Pharmasektor 106

© APA/Hans Punz

© UNIQA/Keinrath

Mehr als 13 Mrd. Corona-Impfdosen hat die Industrie weltweit produziert. Über die Verteilung wird gestritten.

Private Krankenversicherer Platz 1 für Uniqa – Veränderung auf Platz 2. 108

Soziale Krankenversicherung Verluste werden bis 2026 auf 1,6 Mrd. € wachsen.

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HEALTH ECONOMY

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Healthcare wächst Weltweit investierten Buy-out-Fonds 2021 weit mehr als doppelt so viel in Healthcare-Firmen wie im Vorjahr. ••• Von Martin Rümmele

Pharma im Fokus Mit 151 Mrd. USD haben Buyout-Fonds 2021 rund 130% mehr als im Corona-Jahr 2020 und nahezu 100% mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019 investiert. Den Wettbewerb um interessante Übernahmekandidaten heizen strategische Käufer an. Diese haben im vergangenen Jahr für 3.205 Transaktionen rund 438 Mrd. USD aufgewendet, nur 2019 wurde mehr investiert. Aus Sicht von Franz-Robert Klingan, BainPartner und Co-Autor der Studie, wird das Niveau bei M&AAktivitäten in den kommenden Jahren hoch bleiben: „Für viele Healthcare-Anbieter sind Zu-

Arzneimittelstatistik Österreich 2020 2019 Gesamt 13.270 13.342 Zulassungen   9.287   9.307 Biologika   389   384 Homöopathika   535   591 Medizin. Gase    36    37 Phytopharmaka   183   190 Radiopharmazeutika    47    48 Chem. Arzneimittel   8.083   8.043 Quelle: Apothekerkammer; aktuellste verfügbare Daten.

trächtige Geschäftsmodelle zu identifizieren, zu finanzieren und an deren Wachstum zu partizipieren.“

© APA/Wolfgang Spitzbart

WIEN/MÜNCHEN. Mehr Deals, höhere Transaktionsvolumina und Kapitalzuflüsse auf Rekordniveau: Nach temporärer Zurückhaltung zu Beginn der Coronapandemie hat sich das Private-Equity-Geschäft im Gesundheitssektor zuletzt rasant erholt. Im „Global Healthcare Private Equity and M&A Report 2022“ der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company werden die jüngsten Entwicklungen in diesem Sektor aufgezeigt sowie die entscheidenden Treiber analysiert.

Impfstoffe Die Debatte über Patentfreigaben für Corona-Impfstoffe beschäftigt die Pharmaindustrie seit Monaten.

Arzneimittelverordnungen Therapeutische Untergruppen 2020 2019 Herz-Kreislaufmittel 12,6 12,4 Psychoanaleptika  8,4  8,3 Mittel, die Lipidstoffwechel beeinflussen   7,8   7,8 Antidiabetika  5,1  4,9 Antithrombotische Mittel   5,0   4,8 Analgetika  4,7  4,8 Psycholeptika  4,6  4,7 Beta-Adrenorezeptor-Antagonisten  4,2  4,7 Obstruktive Atemwegserkrankungen   4,2   4,3 Säurebedingte Erkrankungen  4,1  4,3 Zahlen für Österreich, in Mio. €; Quelle: Dachverband der SV; aktuellste verfügbare Daten.

käufe mittlerweile ein integraler Bestandteil ihrer Strategie, um ihr Wachstum zu beschleunigen und Umsatzsynergien zu heben.“ Pandemie als Herausforderung Die Coronapandemie hat sowohl strategische Käufer als auch PE-Gesellschaften vor zusätzliche Herausforderungen gestellt. Kurzfristig bestehen diese vor allem in den gestörten Lieferketten sowie in der außergewöhnlichen Belastung der Beschäftigten gerade in Kliniken. Längerfristig werden sich die Märkte dadurch verändern, dass alle Beteiligten im Gesundheitswesen offener für den Einsatz von innovativen Technologien werden. Dies reicht von neuen Formen der Kommunikation zwischen Ärzte- und Patientenschaft, über die Nutzung digitaler Hilfsmittel in der Pflege bis hin zu anderen Abläufen bei klinischen Studien. „Viele Healthcare-Märkte befinden sich im Umbruch“, erklärt Klingan. „Das bietet Private-Equity-Investoren die Chance, frühzeitig zukunfts-

+130 Prozent

Investitionen Buy-out-Fonds haben 2021 deutlich mehr in Unternehmen aus dem Gesundheitssektor investiert als im Jahr zuvor. Auch strategische Käufer stehen vermehrt in den Startlöchern.

Impfstoffe boomen Motor für Entwicklungen sind auch die neuen mRNA-Impfstoffe. Weltweit stehen nach Angaben des Pharmaverbandes IFPMA heute mehr CoronaImpfdosen zur Verfügung als verabreicht werden können. „Das Impfstoff-Angebot übersteigt zurzeit die Nachfrage“, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni. Es seien seit Beginn der Produktion gegen Ende 2020 rund 13,7 Mrd. Impfdosen hergestellt und rund 11 Mrd. verabreicht worden. Insgesamt könnten in diesem Jahr knapp acht Mrd. Impfdosen hergestellt werden, sagte Cueni. Dennoch würden nicht alle Menschen, die es brauchten, geimpft. Das liege nicht – wie noch bis Spätsommer 2021 – am Impfdosenmangel, sondern daran, dass die Impfprogramme in manchen Ländern nicht in vollem Umfang angelaufen seien. Cueni und die Chefs der Pharmafirmen Pfizer, Albert Bourla, Roche Pharmaceuticals, Bill Anderson, und Eli Lilly, David A. Ricks, kritisierten anhaltende Forderungen, Patente auf Covid19-Impfstoffe oder -Medikamente auszusetzen.


© APA/AFP/Thomas Lohnes

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HEALTH ECONOMY

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Verschiebungen bei Privatversicherern Platz 2 ist bei den privaten Krankenversicherungen hart umkämpft. Klare Nummer 1 bleibt die Uniqa – mit Verlusten.

WIEN/GRAZ. Es gibt eine neue Nummer 2 bei den heimischen Privatkrankenversicherungen: Die Merkur Versicherung hat die Wiener Städtische Versicherung knapp überholt. Die Zahlen beziehen sich aber noch auf das Jahr 2020, da die neuen Ergebnisse erst im Mai präsentiert werden. Insgesamt haben die Versicherungen in Österreich ihre Einnahmen im zweiten Coronajahr 2021 etwas kräftiger gesteigert als im ersten. Insgesamt legten die Prämeineinnahmen nach vorläufigen Daten um 3,4% auf 18,7 Mrd. € zu, in der Privatkrankenversicherung um 3,7% auf 2,5 Mrd. €. In der privaten Krankenversicherungen wurden 1,4 Mrd. € an Leistungen ausbezahlt, um ein Prozent mehr. Top 4 mit mehr als 90% Nummer 1 ist weiterhin die Uniqa. In der Krankenversicherung stiegen die verrechneten Prämien im Berichtszeitraum um 5,0% auf 1.226,5 Mio. € (2020: 1.167,6 Mio. €), teilte Andreas Brandstetter, CEO der Uniqa Insurance Group AG, mit. Der Marktanteil des Versicherungsriesen liegt

© Uniqa/Keinrath

••• Von Martin Rümmele

Nummer 1 Peter Eichler, Vorstand Personenversicherung. Uniqa dominiert den Markt der privaten Krankenversicherungen.

aktuell bei 44,5%. Insgesamt schaffen die größten vier Unternehmen in der privaten Krankenversicherung mehr als 90% Marktanteil. Die Wiener Städtische Versicherung ist voriges Jahr durch Mehreinnahmen in Schaden/ Unfall und der Krankensparte gewachsen, während man in der Lebensversicherung leicht

Private Krankenversicherungen Rang 1 2 3 4 5 6 7 8

Unternehmen Uniqa Merkur Versicherung Wiener Städtische Generali Versicherung Allianz Elementar Versicherung Donau Versicherung Muki Versicherungsverein Wüstenrot Versicherung

* in %; Quelle: Versicherungsverband Österreich; aktuellste verfügbare Daten.

Marktanteil 2020* 44,53 18,17 18,06 13,79 3,84 0,74 0,63 0,23

Marktanteil 2019* 44,92 18,02 18,07 13,72 3,69 0,68 0,67 0,24

schrumpfte. Schaden/Unfall stellte gut 47% der Prämienanteile und die Krankenversicherung 14% von 3,2 Mrd. € an Gesamtprämien. Gut möglich also, dass sich 2021 die Wiener Städtische Platz 2 wieder zurückgeholt hat. Die Merkur Versicherung hat ihre Zahlen für 2021 noch nicht bekannt gegeben. Debatte über Wahlärzte Aktuell wird vor allem das Thema der Wahlärzte im Gesundheitswesen viel diskutiert. Zuletzt hat der Rechnungshof kritisiert, dass deren Zahl deutlich stärker wächst als die Zahl der Kassenärzte. Andreas Huss, Arbeitnehmer-Vertreter und aktuell Vizeobmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), rüttelt deshalb am System der Wahlärzte. Er plädiert dafür, auf das deutsche System umzustellen, wo es entweder

Ärzte im Kassensystem oder reine Privatärzte gebe. Patienten, die in Deutschland einen Privatarzt besuchen, bekommen laut Huss keinerlei Kostenersatz von der Sozialversicherung. Bei Wahlärzten in Österreich erstatten die gesetzlichen Krankenkassen den Patienten 80% des jeweiligen Kassentarifs. Huss will mit Änderungen den wachsenden Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung offener Kassenstellen gegensteuern. Eingeführt worden seien Wahlärzte zu einer Zeit, als es mehr Mediziner als offene Stellen gab. „Wir haben jetzt aber zu wenige Mediziner im öffentlichen Gesundheitssystem“, so der Vizeobmann der ÖGK. Die Ärztekammer lehnt den Vorstoß ab. Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres fordert die ÖGK zum Dialog auf, anstatt „ein funktionierendes System an die Wand zu fahren“.


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© PantherMedia/Knyazmyshkin-1

Bilanz Im ersten Pandemiejahr 2020 ist die Lebenserwartung in der gesamten EU zum ersten Mal seit den 1960er-Jahren gesunken.

Corona drückt die Lebenserwartung Im Vorjahr gab es rund 9 Prozent mehr Sterbefälle als vor der Pandemie. Lebenserwartung sank um ein halbes Jahr. ••• Von Katrin Grabner WIEN. Die Coronapandemie hat weiterhin einen signifikanten Einfluss auf die Lebenserwartung sowie die Übersterblichkeit in Österreich. Im ersten Pandemiejahr 2020 ist die Lebenserwartung in der gesamten EU zum ersten Mal seit den 1960erJahren gesunken und auch 2021 blieb sie unter dem Niveau von vor Corona. In Zahlen heißt das,

Todesursachen Erkrankung 2021 2020 Krebserkrankung 20.659 20.959 Herz/Kreislauf 31.304 32.663 Atemwegserkrankung   3.998   4.849 Verdauungsorgane   3.157   3.201 Verletzungen/ 5.042  4.887 Vergiftungen Sonst. Krankheiten 26.274 23.958 Zahlen für Österreich; Quelle: Statistik Austria

dass im Vorjahr Männer im Schnitt bis zu 78,8 Jahre und Frauen bis zu 83,8 Jahre alt wurden. Was auffällt, ist, dass sie bei beiden Geschlechtern weiterhin merklich unter dem Niveau vor Beginn der CoronaPandemie liegt. Bei Männern ist die Lebenserwartung um 0,7, bei Frauen um 0,4 Jahre gesunken im Vergleich zu 2019. Übersterblichkeit durch Covid Wie schon im Jahr 2020 kam es auch 2021 zu einer pandemiebedingten Übersterblichkeit. Laut Statistik Austria starben im Vorjahr insgesamt 90.434 Menschen in Österreich. Dies waren um 9,1% bzw. 7.559 Personen mehr als in den fünf Jahren vor der Pandemie. Von 2015 bis 2019 starben in Österreich im Durchschnitt 82.875 Menschen pro Jahr. Von den 90.434 Toten im Vorjahr starben 7.857 Personen an

Covid-19 – das sind 8,7% der Sterbefälle. Mit 4.257 zu 3.600 starben Männer häufiger an der Viruserkrankung als Frauen. 1.192 Personen starben mit Covid-19 als Begleiterkrankung. „Die Coronapandemie hat auch im Jahr 2021 zu einer höheren Sterblichkeit geführt. Die Coronawellen von Sterbefällen waren 2021 zwar weniger stark ausgeprägt als noch 2020, dennoch verstarben zum Höhepunkt im letzten Herbst mehr Menschen aufgrund von Covid-19 als aufgrund von Krebs“, sagt StatistikAustria-Generaldirektor Tobias Thomas bei einem Jahresrückblick. Vor der Pandemie prognostizierte die Statistik Austria für das Vorjahr 85.217 Sterbefälle. Dass die Anzahl der Sterbefälle von Jahr zu Jahr steigt, ist grundsätzlich nicht unerwartet – einerseits aufgrund einer gestiegenen Bevölkerungszahl und

andererseits aufgrund von Veränderungen in der Altersstruktur. Im Endeffekt übertraf die Anzahl der Verstorbenen 2021 aufgrund der Pandemie die Prognosen aber um mehr als 5.000 Sterbefälle. Weniger Grippetote Die häufigsten Todesursachen waren auch 2021 Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Bei beiden ist die Sterblichkeit im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie leicht gesunken. Den deutlichsten Rückgang im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie gab es bei der durch Grippe und Lungenentzündungen verursachten Sterblichkeit; hier sank die Zahl der Verstorbenen 2021 um –52% im Vergleich zum Durchschnitt der fünf Jahre 2015 bis 2019. Hauptursache war das erneute Ausbleiben einer Grippewelle aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie.

Bevölkerung in Zahlen Übersicht Einwohner in Mio. Anteil 0–19 in % Anteil 20–64 in % Anteil ab 65 in % Lebenserwartung bei der Geburt

2021 8,979 19,3 61,3 19,5

2020 8,838 19,3 61,7 18,9

78,9

79,54

Zahlen für Österreich; Quelle: Statistik Austria


HEALTH ECONOMY

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Krankenversicherung steht unter Druck Die Prognosen der sozialen Krankenversicherung sind nicht gerade rosig. Die Kassen sehen sich dennoch auf einem „stabilen Kurs“.

••• Von Martin Rümmele

Johannes Rauch Der Gesundheitsminister wird sich auch um die Sanierung der Krankenkassen kümmern müssen.

© APA/Dietmar Stiplovsek

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D

ie sozialen Krankenversicherungen erwarten für heuer ein Defizit von 321,4 Mio. €. Damit fällt die aktuelle Prognose des Dachverbandes für die drei Träger schlechter aus als vor drei Monaten, als man noch von einem Minus von 238,3 Mio. € ausgegangen war. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil sie die Prognosen für gewöhnlich von Quartal zu Quartal verbessern. Dafür hat sich das Ergebnis für das vergangene Jahr verbessert: Im November hatte man für 2021 noch mit 217,4 Mio. Defizit gerechnet, jetzt ergibt die vorläufige Erfolgsrechnung ein Minus von 140,6 Mio. €. Wirtschaftswachstum hilft Im Vorjahr hat die SVS der Selbstständigen und Bauern nach den vorläufigen Zahlen noch ein Plus von 85,4 Mio. € geschrieben. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) als bei Weitem größter Träger mit minus 99,8 Mio. und die BVAEB der Beamten, Eisenbahner und Bergleute mit minus 126,2 Mio. € verbuchten hingegen ein Defizit. Für heuer erwarten alle drei Träger ein Minus: die ÖGK 121,3 Mio., die BVAEB 157,4 Mio. und die SVS 42,7 Mio. €. Dachverbands-Chef Peter Lehner sah die Sozialver-

HEALTH ECONOMY

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sicherung Mitte März deshalb „auf einem stabilen, soliden und sicheren Kurs unterwegs. Die aktuelle Situation spiegelt die erfreuliche und kräftige Erholung der Wirtschaft wider. Die Entwicklungen der Gebarung zeigen unterschiedliche Pandemieeffekte auf“, kommentierte der Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger die Zahlen. Verluste steigen massiv Allerdings erwarten die Krankenversicherungsträger auch für die nächsten Jahre weitere Verluste. Diese dürften zwar tendenziell leicht rückläufig ausfallen, laut aktueller Prognose aber doch etwas höher sein als noch im November vorhergesagt. Das Defizit soll von 140,6 Mio. im Vorjahr (November-Prognose 217,4 Mio.) auf 321,4 Mio. heuer (238,3 Mio.) und auf 363,2 Mio. im kommenden Jahr (293,9 Mio.) anwachsen. Dann soll es im Jahr 2024 auf 298,4 Mio. € sinken (235,3 Mio.), im Jahr 2025 auf 281,8 Mio. (238 Mio.) und im Jahr 2026 auf 246,3 Mio. €. Rechnet man das zusammen, droht der Krankenversicherung bis 2026 ein Verlust von 1,652 Mrd. €. Die Entwicklungen bei den Arztkosten und Arzneimitteln zeigen in den Zahlen von 2021

Krankenversicherung/Ausgaben insgesamt in Mio. € 2020 2019 Ärztliche Hilfe 4.989 4.996 Heilmittel 3.914 3.727 Heilbehelfe, Hilfsmittel   308   314 Zahnbehandlung 1.084 1.120 Anstaltspflege 5.937 5.714 Krankengeld   872   844 Mutterschaftsleistungen   765   732 Prävention   239   268 Verwaltung   555   525

±% −0,1 +5,0 −2,2 −3,2 +3,9 +3,3 +4,6 −6,5 +5,7

Vorläufige Gebarungsübersicht; Quelle: Dachverband der Sozialversicherungsträger; aktuellste verfügbare Daten.

© APA/Hans Punz

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Daten zur Vorsorge Analyse Anlässlich des Weltgesundheitstags präsentierte die Österreichische ­Gesundheitskasse (ÖGK) ihr neues Gesundheitsbarometer. Um der Frage „Wie gesund ist Österreich?“ datenbasiert auf den Grund zu gehen, sieht sich die ÖGK die 1,3 Mio. Vorsorgeuntersuchungen 2021 genauer an. Über 888.000 ÖGK-Versicherte waren 2021 beim „Gesundheits-Check“. Das sind deutlich mehr als in den Jahren davor. Die Österreichische Gesundheitskasse freut sich über diesen Positivtrend. So wie man sein Auto einmal jährlich zum TÜV bringt oder sein Fahrrad regelmäßig überprüfen lässt, sollte auch der menschliche Körper regelmäßig überprüft werden, empfiehlt ÖGK-General­ direktor Bernhard Wurzer den Versicherten.

und 2022 die prognostizierten Nachholeffekte. Im ersten Pandemiejahr wurden Arztbesuche vielfach reduziert; 2021 sind diese und damit die Ausgaben für Ärztliche Hilfe indes um über zehn Prozent angestiegen. Damit haben sich ebenso die Kosten für Arzneimittel um 6,7% erhöht, erläuterte Lehner. Dies kann seiner Einschätzung nach auch mit dem pandemiebedingten Entfallen der Chefarztpflicht erklärt werden. Auf den neuen Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) wartet also auch abseits der Pandemibekämpfung viel Arbeit. An einer Sanierung der Krankenversicherungen wird er nicht vorbeikommen.

Die aktuelle Situation spiegelt die Erholung der Wirtschaft wider. Die Krankenversicherung ist auf stabilem, solidem und sicherem Kurs. Peter Lehner Dachverband der SV


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automotive business VW verliert an Terrain Die Wolfsburger dominieren den Markt trotzdem weiter 115

Wechsel an der Spitze Fiat 500 war 2021 hierzulande das meistverkaufte Auto 117 © Fiat

STATISTIK

Deutscher Markt geht weiter zurück

© APA/AFP/Yuri Kadobnov

MÜNCHEN. Während die Neuzulassungen hierzulande im März beinahe auf Vorkrisenniveau lagen und im ersten Quartal über den Vorjahreswerten liegen, verlor Deutschlands Automarkt von Jänner bis März weiter an Boden. Die Neuzulassungen sanken im ersten Quartal um 6,4 Prozent auf 656.452 Autos, wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. In der Statistik stand für fast alle Automarken ein kräftiger Rückgang zu Buche. Zu den wenigen Ausnahmen, die deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, gehörten smart und Tesla. (APA)

Der Ausblick auf 2022 verheißt wenig Gutes 114

© Porsche Holding

© APA/AFP/Christof Stache

Nach Absatzrückgängen von 24,5% und 3,6% in den ­letzten beiden Jahren droht heuer ein erneutes Minus.

Kompakter Rückblick Die wichtigsten Z ­ ahlen, 116 Daten und Fakten zum Autojahr 2021.

Branchen-Ranking Porsche Holding vor Benteler und Magna Steyr auf Platz 1. 118


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AUTOMOTIVE BUSINESS

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Und dann ging es noch weiter bergab © Panthermedia.net/Fahroni

Corona hat dem heimischen Autohandel 2020 ein Minus von 24,5% beschert und auch 2021 für einen Rückgang gesorgt.

••• Von Jürgen Zacharias

W

o würde der heimische Autohandel heute stehen, wenn uns Corona nicht seit mittlerweile zwei Jahren so massiv beschäftigen würde? Eine hypothetische Frage, denn Fakt ist, dass das Virus mit seiner globalen Verbreitung nicht nur internationale Handelsströme durcheinanderbrachte und für Kaufirritationen von den USA bis Fernost sorgte, sondern auch den heimischen Kfz-Markt ordentlich in Schieflage brachte. Am Ende des Jahres 2020 stand ein sattes Neuzulassungsminus von 24,5%, und im Vorjahr ging es mit den Zahlen nicht wie erhofft wieder nach oben, sondern noch einmal um 3,6% nach unten. Die von der

Statistik Austria ausgewiesenen 239.803 Pkw-Neuzulassungen bedeuten den tiefsten Wert seit dem Jahr 1984 (215.640). Alternativen legten zu Eine positive Entwicklung gab es 2021 nur bei den Pkw mit „alternativen Antrieben“: Entgegen dem rückläufigen allgemeinen Trend haben Elektro- und Hybridfahrzeuge um 80% zugelegt. Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge am Gesamtmarkt lag mit 33.366 Stromern bei 13,9%. Allerdings: 84% davon wurden von Firmen zugelassen, der Trend zum Elektro ist im Privatbereich also noch nicht wirklich angekommen. Die Gründe liegen für Günther Kerle, Sprecher der österreichi-

schen Automobilimporteure, und Klaus Edelsbrunner, Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels, auf der Hand: Es fehle an Lademöglichkeiten; zudem sei der „Tarifdschungel“ an öffentlichen Ladestationen für Privatpersonen nicht zu durchschauen, so die Experten vor einigen Wochen bei der Präsentation der Zulassungszahlen. Das hindere Privatpersonen noch daran, auf ein Elektroauto umzusteigen. „Der private Markt für Elektromobilität will nicht so richtig in die Gänge kommen“, so Kerle, der eher pessimistisch auf das neue Autojahr blickt. Verhaltene Erwartungen „Wir gehen davon aus, dass auch 2022 ein sehr schwieriges

Jahr wird.“ Das Ergebnis dürfte ähnlich schwach ausfallen wie 2021. Denn die Covidpandemie sei noch nicht vorbei, und auch die Halbleiterengpässe dürften das ganze Jahr dauern. Auch Edelsbrunner erwartet eine Stagnation des Markts auf dem aktuell niedrigen Niveau und rund 240.000 Neuzulassungen für 2022. Es werde wohl noch Jahre dauern, bis das frühere Niveau wieder erreicht wird. „Dennoch blicken wir positiv in die Zukunft“ so Kerle. Geht es nach den ersten drei Monaten des neuen Jahres, dann werden 2022 die erwarteten 240.000 Neuzulassungen aber bei Weitem nicht erreicht. Brachte der Jänner noch ein Zulassungsplus von 10,5%, ging es


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AUTOMOTIVE BUSINESS

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Pkw-Neuzulassungen 2021

–3,6% Weiteres Minus Im Autojahr 2021 ging die Zahl der Neuzulassungen neuerlich um 3,6% zurück – der Markt lag damit um 27,2% unter dem Vorkrisenjahr 2019.

Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Marke Volkswagen Skoda BMW Seat Mercedes Audi Ford Hyundai Renault Fiat Opel Kia Peugeot Mazda Dacia Toyota Suzuki Citroen Tesla Volvo

Zulassungen 2021 35.966 21.808 15.630 15.138 12.563 12.424 12.109 11.936 11.239 9.831 8.398 8.266 7.667 7.176 6.654 6.294 5.671 5.038 4.700 3.061

Zulassungen 2020 38.272 23.602 15.812 15.893 13.003 10.985 14.019 13.057 13.510 8.919 9.627 6.935 8.964 6.876 6.843 5.728 5.323 5.939 3.229 3.361

Veränderung in % −6,00 −7,60 −1,20 −4,80 −3,40 +13,10 −13,60 −8,60 −16,80 +10,20 −12,80 +19,20 −14,50 +4,40 −2,80 +9,90 +6,50 −15,20 +45,60 −8,90

Anteil am ­Gesamtmarkt 15,0% 9,1% 6,5% 6,3% 5,2% 5,2% 5,0% 5,0% 4,7% 4,1% 3,5% 3,4% 3,2% 3,0% 2,8% 2,6% 2,4% 2,1% 2,0% 1,3%

Quelle: Statistik Austria, von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht

Tochter konnte ihre Zulassungen sogar um 187,4% steigern. Tesla gibt weiter Strom Auch 2021 gab es bei den Herstellern (siehe Tabelle oben) nur

wenige Gewinner und mit dem VW-Konzern einen großen Verlierer: Während es zumindest bei der VW-Tochter Audi (+ 13,1%) nach oben ging, musste VW bei seiner Stammmarke einen Rück-

gang von 6,0% hinnehmen. Bei Skoda ging es um 7,6% nach unten und bei Seat um 4,8%. Gewinner des Jahres war Tesla mit einem satten Zulassungsplus von 45,6%.

Wenige Hersteller mit Plus Ein Blick auf die Zulassungszahlen der Marken zeigt, dass praktisch alle Hersteller in der aktuellen Negativspirale gefangen sind. Bei Volkswagen (– 31,7%), Seat (– 49,9%), Suzuki (–35,4%) und Opel (–43,4%) sowie Fiat (–56,4%) fallen die Rückgänge von Jänner bis März besonders deutlich aus. Ein Zulassungsplus gab es im ersten Quartal 2022 nur bei Audi (+ 15,3%), Toyota (+ 45,0%), Kia (+ 20,5%), Dacia (+ 4,1%) und Cupra; die Seat-

© APA/AFP/Josh Edelson

dann im Februar mit 18,9% und im März sogar mit 30,1% nach unten. Unter dem Strich steht von Jänner bis März ein Neuzulassungsrückgang von 11.147 Fahrzeugen oder 17,5%.

Auf Rang 19 Tesla schiebt sich im Neuzulassungsranking – nach Platz 20 im Jahr 2020 – einen weiteren Platz nach vorne.


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AUTOMOTIVE BUSINESS

Freitag, 22. April 2022

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Rückblick auf das Autojahr 2021 Nach dem „Corona-Jahr“ 2020 glaubte die Branche an wieder steigende Zulassungszahlen, letztlich wurde im Pkw-Bereich aber alles noch schlimmer. Ein Plus gab es bei den Lkw.

–3,6% Minus bei Neu-Pkw Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 239.803 Pkw neu zum Verkehr zugelassen. Das ist der geringste Wert seit dem Jahr 1984.

Lkw stark nachgefragt Mit 62.561 Lkw-Neu­ zulassungen wurden um 56,2% mehr Fahrzeuge als 2020 und um ins­ gesamt 14.519 mehr als 2019 zugelassen.

2021 wurden in Österreich

371.252

Kfz neu zum Verkehr zu­ gelassen, um 5,1% ­weniger als 2020 und sogar um 14,9%weniger als im Vor­ krisenjahr 2019.

66,5%

Firmenwagen beliebt Der Anteil von durch juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften durchgeführten Pkw-Neuzulassungen lag 2021 bei rund zwei Drittel, nur 33,5% entfielen auf private Fahrzeughalter.

Quelle: Statistik Austria

+3,6%

Zuwächse bei Gebrauchtwagen Während es bei den Neuzulassungen 2021 weiter nach unten ging, waren Gebrauchtwagen stärker nachgefragt als im Jahr davor. Die Pkw-Gebrauchtzulassungen legten um 3,6% auf 871.065 zu, das Plus bei den gebrauchten Kfz insgesamt lag mit 4,5% (auf 1,096 Mio. Fahrzeuge) sogar noch höher.

Nach dem WLTP-Test­ verfahren ergaben sich 2021 bei den hierzulande neu zugelassenen Pkw durchschnittliche CO2Emissionen von 135 g/km.


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Freitag, 22. April 2022

AUTOMOTIVE BUSINESS

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Beliebter Fiat 500 WIEN. Blickt man zurück auf die Zulassungsstatistik des Jahres 2013, dann sind in der Rubrik Elektroautos ganze 654 StromFahrzeuge vermerkt. Nicht einmal ein Jahrzehnt später weisen die rot-weiß-roten Oberstatistiker ganze 33.366 neu zum Verkehr zugelassene Elektroautos aus – darunter alleine 3.534 Exemplare des Tesla Model 3, der damit nicht nur das am zehntmeisten verkaufte Modell hierzulande überhaupt ist, sondern auch das aktuell beliebteste Elektroauto der Österreicher. Zum Vergleich: 2013 konnte der Elektroautopionier Tesla hierzulande gerade einmal zehn Fahrzeuge losschlagen. Alternative voll im Trend Neben dem Tesla Model 3 scheint in der Zulassungsstatistik der 20 meisterverkauften Modelle des Landes (siehe Tabelle unten) mit dem VW ID.3 auch noch ein weite-

© Fiat/Olaf Pignataro

Der Fiat-Konzern stellte 2021 das meistverkaufte Auto des Landes. Heuer könnte erstmals ein Stromer an der Spitze stehen.

res Elektrofahrzeug auf. Der VW ID.4 (mit 2.487 verkauften Einheiten), der Skoda Enyaq (2.319) und der Renault Zoe (2.002) verpassten den Sprung in die Top 20 nur knapp, und auch vom Audi e-Tron (1.234), dem Hyundai

500er ist spitze Der Fiat-Kleinwagen klassierte sich im Ranking knapp vor dem Skoda Octavia.

Die beliebtesten Pkw-Modelle Österreichs 2021 Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Marke Fiat 500 Skoda Octavia VW Golf VW T-Roc VW Bus Skoda Fabia VW Polo Seat Ibiza Dacia Sandero Tesla Model 3 VW T-Cross Hyundai Tucson Seat Arona Seat Leon Skoda Karoq VW ID.3 VW Tiguan BMW X3 BMW X1 Mini Cooper

Zulassungen 2021 6.477 6.233 4.816 4.349 4.281 3.917 3.890 3.667 3.649 3.534 3.426 3.408 3.087 3.005 2.906 2.901 2.859 2.765 2.755 2.574

Zulassungen 2020 5.157 7.967 6.971 4.198 3.710 5.356 5.148 2.990 2.591 2.892 4.001 3.143 2.736 2.952 3.164 1.669 3.597 2.295 2.989 2.569

Quelle: Statistik Austria, von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht

Veränderung in % +25,6 −21,8 −30,9 +3,6 +15,4 −26,9 −24,4 +22,6 +40,8 +22,2 −14,4 +8,4 +12,8 +1,8 −8,2 +73,8 −20,5 +20,5 −7,8 +0,2

Anteil am ­Gesamtmarkt 2,7% 2,6% 2,0% 1,8% 1,8% 1,6% 1,6% 1,5% 1,5% 1,5% 1,4% 1,4% 1,3% 1,3% 1,2% 1,2% 1,2% 1,2% 1,1% 1,1%

Ioniq und dem Tesla Model Y (jeweils 1.147) werden mittlerweile nennenswerte Stückzahlen verkauft. Und auch vom Fiat 500, der im Vorjahr das meistverkaufte Modell hierzulande war, wird fast jedes vierte Fahrzeug (1.455) mit einem Elektroantrieb verkauft. VW-Konzern dominiert weiter Zurück zur Zulassungsstatistik des vergangenen Jahres, die zwar einen neuen Spitzenreiter aufweist, ansonsten aber ganz im Zeichen des VW-Konzerns steht. Mit dem Dacia Sandero und dem Tesla Model 3 kann die Konkurrenz neben dem Fiat 500 nur mit zwei weiteren Modellen in die Top 10 der meistzulassenen Fahrzeuge eindringen – insgesamt 13 Fahrzeuge der Top-20 kommen aus dem Hause VW. Ein Blick auf die Zahlen der ersten drei Monate im neuen Jahr zeigt, dass sich an der VWDominanz auch 2022 nichts ändern wird. Einen Wechsel könnte es aber an der Spitze geben: Tesla schlug von seinem Model Y nämlich bereits 1.034 Fahrzeuge los, davor im Ranking liegt nur der VW Polo mit 1.042 verkauften Exemplaren. (red)

+109 Prozent

Elektro boomt Im Vorjahr wurden österreichweit 33.366 Elektrofahrzeuge neu zum Verkehr zugelassen – mehr als doppelt so viele (+109%) wie 2020 (15.972). In den ersten drei Monaten des Jahres liegt das Plus bei immerhin 8,2%.


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Freitag, 22. April 2022

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Branche kommt wieder auf Touren Nach teils eklatanten Umsatzrückgängen der heimischen Kfz-Betriebe im Jahr 2020 stiegen die Erlöse 2021 wieder an.

••• Von Jürgen Zacharias

© Porsche Holding

D

ie Autoindustrie steckt nicht erst seit Corona in einer Krise. Digitalisierung, Vernetzung und der schrittweise Abschied von der klassischen Verbrennertechnik sorgten schon davor bei vielen Unternehmen für Unsicherheiten und machten hohe Investitionen in neue Konzepte, Dienstleistungen und Produktionsstrukturen notwendig. Die durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise eingetretene Kaufzurückhaltung verschärfte dann die Probleme aber noch und diese schlugen von den Herstellern unmittelbar auch auf Importeure, Händler, Zulieferer und die Zubehörbranche durch. Seh- und messbar ist das auch bei den heimischen Kfz-Unternehmen und -Betrieben, die 2020 teils massive Umsatzrückgänge hinnehmen mussten. Im

© KTM/Heiko Mandl

Vergleich dazu stellt sich 2021 schon wieder viel erfolgreicher dar, für viele Unternehmen ging es wieder zurück zu alter Stärke.

Deutliche Zuwächse Die Porsche Holding Salzburg (o.) konnte ihre Erlöse 2021 um mehr als zwölf Prozent steigern, bei der Pierer-Mobility Gruppe (l.) fiel der Anstieg mit plus 33,5% sogar noch stärker aus.

Neues Rekordniveau erreicht Die Porsche Holding Salzburg beispielsweise bilanzierte 2020 mit einem moderaten Minus von 2,8%, mit Erlösen von 24,2 Mrd. € ging es im Vorjahr aber gleich um 12,5% nach oben. „Wir sind auch im zweiten Ausnahmejahr in Folge auf Kurs geblieben und konnten unseren Transformationsund Wachstumskurs nachhaltig fortsetzen“, freute sich Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung. „Wir haben frühzeitig die strategischen Wei-


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AUTOMOTIVE BUSINESS

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Österreichische Kfz-Unternehmen und -Zulieferer Rang 1 Porsche Holding

Unternehmen

Umsatz 2021 24.200

Umsatz 2020 21.540

Veränderung in Prozent Mitarbeiter +12,5 34.000

2

Benteler International

7.285

6.358

+14,6

25.000

3

Magna Steyr Graz

5.640

5.000

+12,8

8.300

4

BMW Motoren GmbH

3.355

2.981

+12,5

4.400

5

Pierer-Mobility Gruppe

2.042

1.540

+33,5

5.250

6

BMW Vertriebs GmbH

1.899

1.610

+18,0

300

7

AVL List*

1.750

1.700

+2,9

11.500

8

Pappas Holding GmbH*

1.500

1.465

+2,4

3.000

9

Bosch Gruppe Österreich*

1.225

1.225

±0,0

2.940

10

ZKW Gruppe*

1.100

1.033

+6,5

10.000

11

Rosenbauer*

1.044

1.044

±0,0

3.800

12

Frauenthal Holding

1.024

874

+17,2

3.300

13

Miba Gruppe*

1.000

891

+12,2

7.500

14

Kromberg & Schubert Austria GmbH & Co KG*

943

942

±0,0

250

15

Steyr Automotive (früher MAN Truck & Bus)*

921

921

±0,0

2.100

16

BMW Austria GmbH

855

810

+5,6

400

17

CNH Industrial Österreich GmbH

759

759

±0,0

500

18

BRP Rotax GmbH & Co KG*

716

716

±0,0

1.500

19

Denzel AG*

705

705

±0,0

1.300

20

Mercedes-Benz Österreich GmbH*

637

637

±0,0

200

*

Zahlen in Mio. ¤. Firmennamen ohne Stern* sind Unternehmenseigenangaben, Nennungen mit Stern* sind Schätzungen von medianet, basierend auf dem aktuellsten Firmenbuch­eintrag, der Firmenhistorie, den Vorjahresdaten, Interviews mit Unternehmen und Marktteilnehmern und Vergleichen der Zu-/Abgänge von Kunden. Von medianet ohne Bearbeitung und Gewähr veröffentlicht.

Made in ­Austria Im vergangenen Jahr verzeichnete die Motorenproduktion im BMW Group Werk Steyr ein deutliches Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

© Porsche Holding

Verhaltener Ausblick „Wir gehen davon aus, dass der weitere Jahresverlauf und die Marktbedingungen herausfordernd und volatil bleiben, was sich auch auf das operative Geschäft auswirken wird“, so Schützinger. „Wie stark, das können wir aktuell noch nicht sagen. Vieles hängt in erster Linie na-

Millionen-Marke geknackt Ebenfalls über ein erfolgreiches Jahr 2021 darf sich die BMW Gruppe freuen. Das Unternehmen konnte seinen Gesamtumsatz in Österreich um mehr als zwölf Prozent auf rund 6,6

Wir sind auch im zweiten ­Ausnahmejahr in Folge auf Kurs geblieben und konnten unseren Transformations- und Wachstumskurs nachhaltig fortsetzen. Hans Peter S ­ chützinger Sprecher Porsche Holding Salzburg

© BMW Group Werk Steyr

chen gestellt, was sich jetzt in der Wertschöpfungskraft und dem besten Umsatzergebnis in unserer Geschichte widerspiegelt“, so Schützinger, der 2022 als weiteres schwieriges Jahr beschreibt.

Phase der kontinuierlichen Verbesserung überzugehen“, so Benteler-CEO Ralf Göttel.

türlich davon ab, wie es in der Ukrainekrise weitergeht.“ Ganz ähnlich das Bild bei der in deutschem Familienbesitz befindlichen Benteler-Gruppe mit Sitz in Salzburg. Musste der Zulieferer 2020 noch einen Rückgang von 17,6% verkraften, ging es 2021 mit einem Plus von 14,6% wieder deutlich nach oben. „Wir haben 2021 gezeigt, dass wir uns schnell und flexibel auf ein disruptives Marktumfeld einstellen können. Durch die konsequente Transformation der vergangenen Jahre können wir uns nun darauf konzentrieren, in eine

Mrd. € steigern; etwas mehr als die Hälfte davon entfiel auf das BMW Motorenwerk in Steyr (3,36 Mrd. €), wo 2021 mehr als eine Mio. Triebwerke vom Band liefen. „Nach dem schweren CoronaJahr 2020 konnten wir trotz anhaltender Pandemie im Vorjahr die wichtige Millionen-Marke in unserer Motorenproduktion wieder knacken“, so Alexander Susanek, der Geschäftsführer des Werks. Susanek abschließend: „Und wir haben weiter kräftig in den Standort investiert: 322 Millionen Euro.“


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COVER

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industrial technology IT & telecom Stabil Güterverkehr auf der Donau 2021 mit plus 0,3% nahezu gleichbleibend

Sinkend 5G verbraucht im Vergleich zu den alten Systemen weniger Strom 126

Steigend Der heimische Außenhandel erzielte 2021 deutliche Zuwächse 127

© Fraunhofer Austria/interfoto.at

© Statistik Austria/Ranger–Marton

© Borealis

Sebastian Schlund

Kreativität, gepaart mit ­Innovationsfähigkeit

© A1

© APA/Hans Klaus Techt

Weltweit wird wieder mehr erfunden. Österreich bleibt solide auf Platz 14 – und Borealis ist die „Patenteprima“. 122

Fraunhofer Austria Research Die Österreichische Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik hat mit Sebastian Schlund einen neuen Präsidenten. Schlund ist Geschäftsbereichsleiter bei Fraunhofer Austria Research sowie Universitätsprofessor an der TU Wien (Leiter der BMK-Stiftungsprofessur für Industrie 4.0 und des Instituts für Managementwissenschaften). Die Schwerpunkte seiner Amtsperiode werden Nachwuchsförderung und Nachhaltigkeit sein.

Simultan Österreichs Industrie ist 2021 schön gewachsen und wieder unter Druck. 124

Similär Chip-Netztest sieht M ­ obilfunker ­Magenta auf Platz 1 vor A1 und Drei. 126


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INDUSTRIAL TECHNOLOGY IT & TELECOM

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Erwachter Erfindergeist

© PantherMedia/everythingposs

Frühindikator für die Investitionen von Unternehmen in F&E: Anzahl an Patentanmeldungen steigt in Europa auf erfreuliches Rekordhoch.

••• Von Helga Krémer

B

eim Europäischen Patentamt (EPA) wurden 2021 188.600 Patentanmeldungen eingereicht. Dies entspricht einem Wachstum von 4,5% im Vorjahresvergleich und bedeutet zugleich einen neuen Rekordwert. Der vom EPA veröffentlichte Patent Index 2021 zeigt bei der Anzahl der Patentanmeldungen nach dem leichten Rückgang 2020 (–0,6%) eine kräftige Erholung. Die Zahl der Patentanmeldungen – ein Frühindikator für die

Investitionen von Unternehmen in Forschung und Entwicklung – stieg in neun der zehn anmeldestärksten Technologiefeldern, wobei Digitale Kommunikation und Computertechnik das stärkste Wachstum verzeichneten. „Die starke Nachfrage nach Patenten im vergangenen Jahr zeugt weiter von robuster Innovationsfähigkeit“, sagte EPAPräsident António Campinos. „Dies unterstreicht die Kreativität und Widerstandsfähigkeit von Erfindern in Europa und weltweit. Sie haben mehr Patent­ anmeldungen eingereicht, und

das starke Wachstum in Digitaltechnologien zeigt eindrücklich, dass sich die digitale Transformation branchenübergreifend und über verschiedene Sektoren hinweg vollzieht.“ Boomende Kategorien Der Sektor digitale Kommunikation (+9,4% im Vergleich zu 2020) hat die Medizintechnik (+0,8%) als größtes Technologiefeld im vergangenen Jahr abgelöst. Computertechnik war das drittstärkste Gebiet und verzeichnete das größte Wachstum (+9,7%) unter den zehn führenden Technologiefeldern. Die ver-

wandten Bereiche audiovisuelle Technologie (+24%) und Halbleiter (+21%) vollzogen einen ungewöhnlich starken Anstieg, wenn auch von einem geringeren Level aus. Der starke Zuwachs bei Patentanmeldungen in digitalen Technologien zeigt die fortschreitende digitale Transformation. Arzneimittel (+6,9%) und Biotechnologie (+6,6%) wiesen ebenfalls erneut sehr starke Patentaktivitäten auf, was die rege Erfindungstätigkeit bei Impfstoffen und anderen Bereichen des Gesundheitswesens verdeutlicht.


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Österreichs Top-Patentkategorien 2021 Rang 1 2 3

Blick auf einzelne Länder Wachstumstreiber der Patent­ anmeldungen beim EPA im Jahr 2021 waren vor allem Anmeldungen aus China (+24% im Vergleich zu 2020) und den USA (+5,2%). Insbesondere die Patent­ anmeldungen chinesischer Unternehmen verzeichneten einen weiterhin steilen Anstieg und haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht. Anmeldungen aus Südkorea stiegen 2021 ebenfalls (+3,4%), während Japan einen leichten Rückgang (–1,2%) bei den Anmeldungen hatte.

2020

Veränd. zu 2020 in %

325

249

+30,5

176

162

+8,6

162

145

+11,7

143 138 101 94 82 80 73 69 68 65 64 63

138 135 85 107 115 105 79 101 60 64 84 58

+3,6 +2,2 +18,8 −12,1 −28,7 −23,8 −7,6 −31,7 +13,3 +1,6 −23,8 +8,6

Bevölkerung* 8,715 10,160 5,813 17,173 5,548 83,900 9,043 11,632 8,790 4,983

Anträge pro Mio. EW 968,6 487,6 454,5 383,2 380,5 309,5 256,2 213,6 195,3 191,9

Quelle: Europäisches Patentamt, von medianet ohne Gewähr veröffentlicht.

Europäische Patentanmeldungen Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Anträge 2021 8.442 4.954 2.642 6.581 2.111 25.969 2.317 2.485 1.717 956

Land Schweiz Schweden Dänemark Niederlande Finnland Deutschland Österreich Belgien Israel Irland

Ranking nach Anzahl der Anträge pro Mio. Einwohner; * in Mio. Einwohnern, Quelle der Bevölkerungszahlen: Vereinte Nationen, Hauptabteilung wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, Abteilung Bevölkerung

Österreich im Vergleich zum Rest der Welt Land Österreich EPO-Länder* weltweit

2021 2.317 83.775 188.600

2020 2.306 81.531 180.417

Veränd. zu 2020 in % +0,5 +2,8 +4,5

globaler Anteil in % 1,2 44 100

* alle 38 Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation, zu der auch die 27 Staaten der EU gehören

Top 10 heimische Patentbewerber Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

2021

Unternehmen Borealis ZKW Group Tridonic Julius Blum Fronius International voestalpine Zumtobel Lenzing Andritz AT&S

Quelle: Europäisches Patentamt, von medianet ohne Gewähr veröffentlicht.

2021 210 74 67 59 49 39 39 30 29 26

Die Zahl der Patentanmeldungen aus den 38 Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation erhöhte sich auch im vergangenen Jahr (+2,8%), allerdings ging ihr Anteil am gesamten Anmeldeaufkommen beim EPA relativ gesehen weiter zurück und fiel von 50% im Jahr 2013 auf nunmehr 44% im Berichtsjahr. Was jedoch nicht bedeutet, dass in Europa weniger Patente angemeldet werden; der Rückgang ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass immer mehr

Akteure außerhalb Europas, insbesondere aus Asien, den Schutz ihrer Erfindungen auf dem europäischen Markt anstreben. Trends in Europa Die führenden europäischen Anmeldeländer Deutschland (+0,3%) und Frankreich (–0,7%) blieben im Wesentlichen stabil, genauso Österreich mit einem Plus von 0,5%. Anmeldungen aus Großbritannien gingen weiter leicht zurück (–1,2%). Die meisten europäischen Länder kehrten 2021 zu Wachstum zurück, wobei Patentanmeldungen aus Schweden (+12%), Finnland (+11,2%), Dänemark (+9,2%), Spanien (+8,9%), Italien (+6,5%), der Schweiz (+3,9%), Belgien (+3,3%) und den Niederlanden (+3,1%) deutlich stiegen. Auch Länder mit niedrigerem Patentvolumen (unter 1 000 Anmeldungen) wie die Türkei (+21%), Portugal (+13,9%) und Polen (+12,8%) verzeichneten ein markantes Wachstum. Bei den Patentanmeldungen pro Kopf führen erneut die Schweiz – diese mit respektablen Abstand–, Schweden, Dänemark, die Niederlande und Finnland das Länderranking an. Österreich rangiert am 7. Platz, vor Belgien, Israel und Irland.

© EPO/Johan Van Weverberg

Die fünf aktivsten Ursprungsländer von Patentenmeldungen waren 2021 erneut die USA mit rund 25% aller Anmeldungen, gefolgt von Deutschland (14%), Japan (11%), China (9%) und Frankreich (6%). Insgesamt ist die Anmeldetätigkeit stark auf einige wenige Länder konzentriert, wobei 64% der europäischen Patentanmeldungen 2021 aus fünf Ländern stammten und die 20 anmeldestärksten Länder 95% des Gesamtaufkommens auf sich vereinten. Global betrachtet, liegt Österreich mit seinen 2.317 Patentanmeldungen (+0,5%) an 14. Stelle.

4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Technologiefelder Elektrische Maschinen, Geräte, Energie Bauingenieurwesen Makromolekulare Chemie, Polymere Weitere Sondermaschinen Transport Handhabung Werkzeugmaschinen Messung Medizintechnik Werkstoffe, Metallurgie Möbel, Spiele Biotechnologie Halbleiter Pharmaka Mechanische Elemente

EPA-Präsident António Campinos präsentierte die Zahlen.


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Freitag, 22. April 2022

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Wieder unter Druck Österreichs Industrie ist 2021 eigentlich schön gewachsen. ­Feierlaune will sich – siehe Gaspreis – aber keine einstellen. ••• Von Helga Krémer

Viel Ungewisses „Die Industrie kämpft mit vielen Unsicherheiten, auch wenn die Auftragsbücher noch voll sind. Wir wissen aber nicht, wie lange noch“, sagt der Obmann der Industrie-Bundessparte der WKÖ, Siegfried Menz. In erster Linie kämpfe die gesamte Branche mit den Energiepreisen und mit der durch ebendiese gestiegenen Inflation. Weitere Schwierigkeiten bzw. Unsicherheiten, mit denen die Industrie kämpft, sind der strukturelle Fachkräftemangel und auch die jüngsten CoronaLockdowns in China. Auch wie sich der private Konsum weiterentwickelt, sei offen, so Menz. Offen sei auch, wann die Pandemie endet bzw. ob überhaupt. Nicht zu vergessen die andauernden Schwierigkeiten in den Lieferketten. Aktuell sind in der österreichischen Industrie rund 454.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon 427.600 als Eigenpersonal.

Industrieproduktion ’21 Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9

© APA/Hans Klaus Techt

WIEN. Die österreichische Industrie hat 2021 einen vorläufigen Produktionswert von 202,2 Mrd. € erwirtschaftet. Damit wurde zwar wertmäßig das VorCorona-Jahr 2019 überschritten, allerdings stecken darin die massiven Preissteigerungen, vor allem bei Energiekosten und Vorleistungen. „Zieht man die Energie-Branchen Gas/Wärme und Mineralöl ab, so bleibt für die indus­ trielle Sachgütererzeugung ein Zuwachs von 7,5 Prozent. Aber auch in dieser Dynamik spiegeln sich Preiseffekte wider. Die Margen- und Preissituation ist unter gewaltigem Druck“, bedauert Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der WKÖ.

Schwere Zeit Besonders die energiehungrige Industrie hat angesichts der damit einhergehenden Kosten aktuell nichts zu lachen.

BL* Wien Ktn. NÖ Vbg. OÖ Stmk. Sbg. Tirol Bgld.

2021** 47,47 10,87 31,97 9,52 43,61 29,17 6,36 11,74 3,05

Veränd. zu 2020 in % +94,95 +40,44 +22,77 +17,11 +17,11 +17,10 +14,80 +14,76 +8,93

Quelle: Statistik Austria, WKÖ; * ** s.u.

Industrieproduktion 2021 nach Branchen Rang Branchen* 1 Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen 2 Mineralölindustrie 3 NE-Metallindustrie 4 Bergwerke & Stahl 5 Holzindustrie 6 Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie 7 Papierindustrie 8 Chemische Industrie 9 Stein- und keramische Industrie 10 Bauindustrie 11 Elektro- und Elektronikindustrie 12 Glasindustrie 13 Fahrzeugindustrie 14 Propak – Produkte aus Papier & Karton 15 Textil-, Bekleidungs-, Schuh- & Lederindustrie 16 Lebensmittelindustrie Bundessparte Industrie gesamt

2021** 37,91 8,82 5,74 9,19 10,43 43,77 3,75 17,12 3,72 8,44 19,71 1,12 16,60 2,72 2,58 10,59 202,21

2020** 16,25 6,15 4,15 6,69 8,10 36,33 3,19 14,67 3,30 7,51 17,79 1,03 15,28 2,54 2,42 10,08 155,49

Veränd. zu 2020 in % +133,29 +43,41 +38,31 +37,37 +28,77 +20,48 +17,55 +16,70 +12,73 +12,38 +10,79 +8,74 +8,64 +7,09 +6,61 +5,06 +30,05

Anteil in % 18,7 4,4 2,8 4,5 5,2 21,6 1,9 8,5 1,8 4,2 9,7 0,6 8,2 1,3 1,3 5,5 100,0

Quelle: Statistik Austria, WKÖ; * Ergebnisse der 1995 eingeführten europäischen „Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich“; die Konjunkturstatistik beruht auf einer Konzentrationsstichprobe mit Abschneidegrenzen, die mindestens 90% der Produktion einer NACE-Abteilung erfasst; dadurch fehlen zahlreiche kleine Unternehmen; sämtliche Ergebnisse der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich werden nicht hochgerechnet; weiters ergeben sich durch die Transformation von ÖNACE in die Kammersystematik Verschiebungen in der Abgrenzung von Fachverbänden, weshalb die Daten für die Industrie mit der früheren Industriestatistik nur sehr eingeschränkt vergleichbar sind; ** abgesetzte Produktion in Mrd. €; von medianet ohne Gewähr veröffentlicht.


E-Mobilität: NÖM stellt mit VERBUND Weichen Die Molkerei NÖM installiert gemeinsam mit VERBUND eine E-Ladeinfrastruktur in Baden und stellt die E-Mobilität in den Fokus. BADEN. Der niederösterreichische Leitbetrieb NÖM stellt mit der VERBUND Business-Charging Lösung die Weichen für Elektromobilität und setzt damit den Weg der CO2-freien Erzeugung konsequent fort. Ende 2021 wurden mit dem Partner VERBUND die ersten zwölf Ladesäulen auf zwei Parkplätzen am Produktionsstandort in Baden bei Wien erfolgreich in Betrieb genommen.

Energie, Verpackung und Recycling zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und viel erreicht. Mit Business-Charging von VERBUND haben wir uns für eine Contracting-Lösung entschieden, die uns völlig risikofrei und ohne bürokratischen Aufwand den Einstieg in die klimaneutrale Mobilität ermöglicht“, sagt Josef

Simon, NÖM Vorstand Produktion & Technik. Fußabdruck klein halten „Eines unserer zentralen Anliegen ist es, unseren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Deshalb setzen wir jetzt den nächsten Meilenstein und stellen unseren Fuhrpark sukzessive auf Elektromobilität um und bieten das Service auch unseren Besucher:innen und Mitarbeiter:innen an. Mit VERBUND haben wir einen starken Partner gefunden, der uns mit Innovation und Offenheit beim Erreichen der Klimaziele begleitet“, betont Alfred Berger, NÖM Vorstand Verkauf und Marketing. Martin Wagner, Geschäftsführer VERBUND Energy4Business GmbH: „Wir freuen uns ganz besonders, NÖM mit unserer maßgeschneiderten E-Mobility Lösung zu unterstützen und die Elektrifizierung am Standort Baden zu begleiten. Als Vorreiter beim Thema Grünstrom machen wir Elektromobilität so sauber wie möglich und treiben Elektro-

mobilität schon seit vielen Jahren aktiv voran. Gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen SMATRICS, Österreichs führendem E-Mobility-Provider, haben wir den Aufbau der österreichischen HochleistungsLadeinfrastruktur vorangetrieben und fokussieren jetzt darauf, Unternehmen den Umstieg in die E-Mobilität zu erleichtern.“ Das bietet die E-Lösung VERBUND-Business-Charging umfasst Ladestationen mit intelligentem Lademanagement, 24-Stunden-Hotline, Betrieb, Monitoring, Abrechnung und Reporting. An den neuen Ladestationen können sowohl Lenker:innen der NÖM Flottenfahrzeuge, aber auch Kund:innen, Besucher:innen und Mitarbeiter:innen einfach und bequem laden. Flottenfahrer:innen laden mit der VERBUND-Ladekarte entweder am Standort in Baden oder österreichweit im SMATRICS EnBW-Netz und falls notwendig auch über Österreichs Grenzen hinaus.

PROMOTION

© Verbund (3)

Klimaneutrale Molkerei Als erste klimaneutrale Molkerei Österreichs und Nahversorger der Großstadt Wien nützt NÖM jede Möglichkeit, um ihrer Rolle als Vorbild hinsichtlich Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden. Schon seit 2015 setzt NÖM auf Ökostrom aus 100 Prozent österreichischer Wasserkraft. Jetzt stellt das umweltbewusste Unternehmen auch die Unternehmensflotte auf emissionsfreie Mobilität um und setzt dabei auf Business-Charging, die E-Ladekomplettlösung von VERBUND. „Als ökologischer Vorreiter haben wir in den vergangenen Jahren in den Bereichen Wasser,

Martin Wagner, Geschäftsführer VERBUND Energy4Business GmbH; Josef Simon, Vorstand Produktion & Technik der NÖM AG; Alfred Berger, Vorstand Marketing & Verkauf der NÖM AG.


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Auf hohem Niveau

MOBILFUNK

Strom sparen ­mittels 5G-Netz WIEN. 5G sei ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Unabhängigkeit von externen Energielieferanten, rechnet das Forum Mobilkommunikation (FMK) vor: Alte Mobilfunksysteme würden im Mix von 2G, 3G und 4G gut 180 kWh Strom pro übertragenem Terabyte verbrauchen, 5G-Systeme hingegen nur 50 kWh pro übertragenem TB. Selbst mit der Einrechnung von Verlusten, die bei der kabelgebundenen Stromübertragung vorkommen, betrage das Einsparungspotenzial von 5G gegenüber alten Systemen damit mehr als 70%.

Chip sieht in seinem jährlich durchgeführten Netztest ­Magenta an erster Stelle, dicht gefolgt von A1 und Drei.

© A1

Signifikantes Potenzial „Die österreichischen Mobilfunknetze stellen mit einem Stromverbrauch von gesamt etwa 600 GWh eine der besten IKT-Infrastrukturen Europas sicher. Gemessen am Gesamtbedarf in Österreich von rund 70.300 GWh, Quelle: e-control, sind das 0,85 Prozent. Das mögliche Einsparungspotenzial von 5G-Systemen ist daher signifikant“, meint das FMK.

Verstärktes Augenmerk wurde von Chip auf 5G-Netze gelegt. Fazit: A1 liegt bei der Verfügbarkeit von 5G an der Spitze.

© Panthermedia.net/celt.sarmat.gmail.com

Netzfrage Streaming verbraucht zum ­Empfänger im 5G-Netz weniger Strom als im LTE- bzw. 4G-Netz.

Freitag, 22. April 2022

WIEN. Alle Jahre wieder nimmt das Verbraucherportal Chip mit seinem Messpartner NET Check Österreichs Mobilfunknetze unter die Lupe. Einziger Unterschied zum letzten Test: Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der 5G-Netze wurden mit wesentlich größerem Aufwand ermittelt und flossen mit mehr Gewicht in die Wertung ein. Eines gleich vorweg: Das heimische Mobilfunknetz kommt, die Einzelbewertungen zusammengefasst, auf eine Note von 1,4 und ist damit „sehr gut“. Alle können überzeugen Seit Jahren konkurrieren A1 und die Deutsche-Telekom-Tochter Magenta um den Platz an der Spitze, heuer schubst Magenta mit der Gesamtnote 1,2 den Vorjahressieger A1 mit der minimalen Differenz von 0,1 vom Thron. Drei holt hinter den beiden stückweise auf und kommt auf die Gesamtnote 1,8. Die Konkurrenzsituation gilt verstärkt für die neue 5G-Technik, die mehr und mehr an Fahrt

aufnimmt. Im Vergleich zum letzten Test habe sich die Verfügbarkeit von Drei entlang der Messstrecke um knapp 16% gesteigert, A1 komme auf fast neun Prozent und Magenta sei noch einmal um mehr als acht Prozent besser geworden, meldet Chip. Die Steigerungsraten, auf das komplette Netz bezogen, wären im Vergleich zu 5G bescheiden ausgefallen: Drei +4%, Magenta +3% und A1 +2%. Was bei einem sehr gut ausgebauten Mobilfunknetz auch kein Wunder ist. Up- & Downloadraten Den schnellsten Download­ schnitt haben die Tester im A1Netz gemessen, 140 MBit/s. Es

folgt Magenta mit 102 MBit/s, und Drei erreicht einen Schnitt von 95 MBit/s. Diese Reihung ändert sich auch beim Upload nicht: A1 (120 MBit/s) vor Magenta (93 MBit/s) und Drei (76 MBit/s). Bei der Verfügbarkeit von „echtem“ 5G auf 3,6 GHz (also ohne DSS) ist A1 mit 81,6% abermals vorne, gefolgt von Magenta (78,9%) und Drei (71,4%). Beim Tempo ändert sich das Bild: Mit einem Schnitt von 417 MBit/s liegt Magenta vor A1 mit 416 MBit/s und Drei mit 351 MBit/s. Magenta hat ebenfalls den schnellsten Upload im 5G-Netz: 109 MBit/s vor Drei mit 91 und A1 mit 77 MBit/s. (hk)

Österreichs Mobilfunker im Chip-Test Zusammensetzung Internet (Anteil 47,5%) Telefonie (Anteil 35%) 5G (Anteil 17,5%) Gesamt

Magenta 1,2 1,2 1,3 1,2

A1 1,2 1,3 1,3 1,3

Quelle: Chip; Bewertung im Schulnotensystem: sehr gut (1 bis 1,5), gut (1,6 bis 2,5), befriedigend (2,6 bis 3,5), ausreichend (3,6 bis 4,5), mangelhaft ab 4,6

Drei 1,3 1,5 1,5 1,8


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Freitag, 22. April 2022

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Balance der Märkte

Ein- und Ausfuhren in die EU Aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Jahr 2021 Waren im Wert von 118,58 Mrd. € (+20,1%). Der Wert der in diese Länder exportierten Waren verzeichnete mit +16,9% ebenfalls eine Zunahme gegenüber 2020 und betrug 112,64 Mrd. €. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 5,94 Mrd. €, nach 2,38 Mrd. € im Jahr 2020. Rund 70% des österreichischen Außenhandels (Intra-EU-Importe: 66,6%, Intra-EU-Exporte: 68,1%) wurden mit den EU-Mitgliedsstaaten abgewickelt.

Anstiege „Österreichs Außenhandel boomt“, zeigt sich Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria, mit den heimischen Außenhandelszahlen überaus zufrieden. © Statistik Austria/Ranger–Marton

WIEN. Im Jahr 2021 lag der Gesamtwert der Importe von Waren laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria nominell mit 177,98 Mrd. € um 23,2% über dem Vorjahreswert, die Exporte von Waren stiegen um 16,1% auf 165,48 Mrd. €. Das Defizit der Handelsbilanz belief sich auf 12,50 Mrd. €, nach 1,85 Mrd. € im Jahr 2020. Arbeitstägig bereinigt, stiegen die Einfuhren um 23,4% und die Ausfuhren um 16,2%. „Österreichs Außenhandel boomt. Im Jahr 2021 nahmen die Exporte um 16,1 Prozent gegenüber dem von Corona geprägten Jahr 2020 zu. Damit lagen die Ausfuhren um 7,8 Prozent auch bereits ein gutes Stück über dem Vorkrisenjahr 2019. Vor allem Straßenfahrzeuge, medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Metallwaren trugen zum Export bei. Wichtigste Exportpartner 2021 waren Deutschland mit 30,1 Prozent, Italien mit 6,8 und die Vereinigten Staaten mit 6,7 Prozent; die Russische Föderation lag mit einem Exportanteil von 1,2 Prozent auf dem 17. Rang“, erklärt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

© APA/Georg Hochmuth

Heimischer Außenhandel erzielt bei Im- und Exporten ein Plus. Stärkste Produktgruppe: Maschinen und Fahrzeuge.

Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zu 2020 eine starke Zunahme sowohl bei den Importen (+30,1% auf 59,39 Mrd. €) als auch bei den Exporten (+14,4% auf 52,83 Mrd. €). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzdefizit mit Drittstaaten von 6,56 Mrd. € (Handelsbilanzaktivum 2020: 0,52 Mrd. €). Über 30% des österreichischen Außenhandels (Extra-EU-Importe: 33,4%, Extra-EU-Exporte: 31,9%) wurde mit Partnerländern abgewickelt, die keine EUMitgliedsstaaten sind.

+20% Regionen Im Vergleich der Ursprungsländergruppen wurde mit 20,3% der höchste Zuwachs an Exporten auf dem amerikanischen Kontinent erreicht.

Stärkste Zuwächse Maschinen und Fahrzeuge waren mit einem Einfuhranteil von 33,1% und einem Ausfuhranteil von 37% auch 2021 wieder die bedeutendste Produktgruppe im österreichischen Außenhandel, hier stiegen die Importe um 16,7% auf 58,89 Mrd. € und die Exporte um 12,6% auf 61,28 Mrd. €. Die weiteren wertmäßig stärksten Export-Produktgruppen waren bearbeitete Waren (35,29 Mrd. €, +22,8%), chemische Erzeugnisse (25,19 Mrd. €, +13,6%) und sonstige Fertigwaren (17,72 Mrd. €, +10,6%). 84,3% der österreichischen Ausfuhren konzentrierten sich 2021 auf diese vier Produktgruppen. Die Importe von Brennstoffen/Energie stiegen ebenfalls stark an (+68,2% auf 13,89 Mrd. €). Die geringsten prozentuellen Zuwächse im Import verzeichnete Ernährung mit einem Plus von 5,2% im Import (auf 10,69 Mrd. €) und einem Plus von 8,6% (auf 9,59 Mrd. €) im Export. Woher und wohin Österreichs wichtigster Handelspartner bleibt Deutschland mit einem Anteil von 33,1% bei den Importen und 30,1% bei den Exporten. Hier folgen mit deutlichem Abstand Italien (6,8%), USA (6,7%), Schweiz (4,9%). Bei den Importen liegen China (7,4%), Italien (6,5%) und die Schweiz (5,5%) auch wieder sehr deutlich hinter Deutschland. (hk)

Österreichs Import-Export 2021 Ursprungsländergruppen Europa Afrika Amerika Asien Australien/Ozeanien Gesamt

Einfuhren Einfuhren 2021 2020 141,55 115,42 2,22 1,48 7,71 6,72 26,32 20,62 0,17 0,16 177,98 144,42

Veränd. in % +22,6 +50,5 +14,7 +27,7 +5,1 +23,2

Ausfuhren Ausfuhren 2021 2020 132,29 114,36 1,86 1,71 15,41 12,82 14,55 12,51 1,31 1,15 165,48 142,57

Quelle: Statistik Austria; in Mrd. € gerundet; prozentuale Veränderung gerechnet aus den exakten Werten

Veränd. in % +15,7 +8,6 +20,3 +16,3 +16,3 +16,1


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COVER

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destination On the Beach Badeurlaub am Meer bleibt beliebteste Urlaubsart 132

City-Trip Wien neuerlich unter die weltweiten Top-Reiseziele gereiht 133

Gute Nacht Zahl der Hotelbetten in Österreich ist 2021 leicht gesunken 134

© PantherMedia/pandionhiatus3

LEUCHTTURMPROJEKT

D101 – © Julia Budiman/Pixabay

Zielgruppe Mitarbeiter

Die Reiselust ist hoch, aber es bleibt schwierig 130

© Camping Grubhof

© Tirol Werbung/Jens Schwarz

Statt Corona machen jetzt die hohe Inflation und politische Krisen dem Tourismus das Leben schwer.

WIEN. Tourismusbetriebe brauchen neue Konzepte, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Mit einer neuen Leuchtturmmaßnahme wollen die Österreichische Hotel- und Tourismusbank und des Bundesministeriums für Tourismus soll innovative Ideen fördern. Für das Projekt stehen insgesamt 2 Mio. € zur Verfügung. Alle Details und Termine zur Teilnahme gibt es unter www.oeht.at/produkte/ innovation/ – die Auswahl der Siegerprojekte erfolgt durch eine Fachjury. (red)

Camping-Boom Urlaub im Mobil-Home gewinnt immer mehr Anhänger. 132

Coworkation Mix aus Arbeit und Ferien ­bietet viel Potenzial für die Alpenregion. 135


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DESTINATION

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Tourismus bleibt im Krisenmodus

© PantherMedia/kwiktor

2021 hat noch Corona für Probleme gesorgt, heuer hemmen Ukrainekrieg und hohe Inflation die wachsende Reiselust.

••• Von Britta Biron

M

it 22,15 Mio. Ankünften und 79,6 Mio. Nächtigungen – das entspricht einem Minus von 52,1% bzw. 47,9% gegenüber dem Prä-Corona-Jahr 2019 – fiel 2021 für den heimischen Tourismus erwartungsgemäß schwach aus. Dennoch ist man bei der Österreich Werbung für das Urlaubsjahr 2022 derzeit noch optimistisch. Immerhin hat sich die Lage nach dem LockdownEnde Mitte Dezember und den Lockerungen im Februar trotz der Omikron-Welle rasch gebessert. Für die ersten beiden Monate 2022 liegen Ankünfte und

Nächtigungen „nur“ noch 29,5% bzw. 27,9% unter jenen des Vergleichszeitraums 2019. Auch die Buchungslage für März war, so die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV), gut. Die Annahme, dass die Gäste (wieder) kommen, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen, hat sich also wieder bestätigt. Viel Lust auf Urlaub … „Nach zwei Jahren Pandemie ist das Bedürfnis nach Reisen hoch“, sagt Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, und verweist auf eine aktuelle Umfrage in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Tschechien, den vier größten Ausländsmärkten.

Demnach planen drei Viertel der Befragten, im heurigen Sommer zu verreisen. Im Vorjahr lag die Quote mit 60% deutlich niedriger, und dennoch verzeichnete der heimische Tourismus eine den Umständen entsprechend sehr gute Sommersaison. Badeurlaub am Meer ist heuer zwar am beliebtesten (40%), aber auch Erholungsurlaub (31%), Natururlaub (25%), Städtereisen (22%) und Badeurlaub am See (21%) stehen hoch im Kurs. Zudem ist Bewegung in der Natur – und da besonders das Radfahren – ein großer Trend. Diese Präferenzen kommen dem Ferienland Österreich sehr zugute und stehen dementsprechend im Zentrum der kürzlich

Seit Jahreswechsel haben wir kontinuierlich zugelegt und waren bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine in den letzten Februartagen schon deutlich über dem Vorjahr. Helga Freund Geschäftsführerin Ruefa


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DESTINATION

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Sommersaison 2021 © John Ross Group

Ankünfte in 1.000 Inländische Urlauber  7.945,8 Ausländische Urlauber 10.897,8 Gesamt 18.843,6

± in % Nächtigungen ± in % zu 2020 in 1.000 zu 2020 +11,3 24.047,3  +8,3 +44,3 42.321,7 +33,9 +28,3 66.369,0 +23,3

Quelle: IMM/Tourismusforschung und Dataanalytics

Tourismusjahr 2021

Die Preisentwicklung ist heuer der relevanteste Faktor in der Urlaubsplanung. Nicht unbedingt dahingehend, ob Urlaub gemacht wird, sondern im Hinblick auf das Reiseziel und den Reisezeitpunkt. Lisa Weddig Geschäftsführerin Österreich Werbung

den 1.500 Befragten wollen 84% heuer sicher verreisen, drei Viertel planen einen Badeurlaub in Südeuropa, ebenso groß ist die Gruppe jener, die Ferien in Österreich machen will, wobei Ziele in der Steiermark, in Kärnten und Salzburg am beliebtesten sind. Aber auch Wien rückt heuer stärker in den Fokus.

gestarteten Sommerkampagne in den Auslandsmärkten. … in Österreich, aber auch … Auch die Österreicher wollen heuer mehr reisen, vor allem innerhalb von Europa. Gleichzeitig ist die Affinität zum Urlaub im eigenen Land weiterhin stark ausgeprägt. Laut Umfrage der Europäischen Reiseversicherung vom Herbst vorigen Jahres liegt die Alpenrepublik vor den klassischen Strand-Destinationen in Italien, Kroatien und Griechenland im Ranking der beliebtesten Urlaubsziele für den Sommerurlaub 2022 in Führung. Ähnlich sieht das Ergebnis des kürzlich vorgestellten Ruefa-Reisekompass aus. Von

… neue Problemfelder „Insgesamt stimmt uns die Entwicklung der Buchungen positiv. Seit dem Jahreswechsel haben wir kontinuierlich zugelegt und waren – bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine in den letzten Februartagen – schon deutlich über dem Vorjahr. Wie sich die Lage nun weiterentwickelt, müssen wir abwarten“, sagt RuefaGeschäftsführerin Helga Freund. Zumindest Corona spielt bei der Urlaubsplanung der inund ausländischen Gäste heuer kaum mehr eine Rolle, dafür machen die hohe Inflation und natürlich der Ukrainekrieg zunehmend Sorgen. Bei der ÖW geht man zwar nicht davon aus, dass deshalb auf Urlaubsreisen generell ver-

Ankünfte ± in % Nächtigungen ± in % in 1.000 zu 2020 in 1.000 zu 2020 Inländische Urlauber  9.417,2  −5,3 29.599,7  −6,3 Ausländische Urlauber 12.728,2 −15,6 49.969,5 −24,6 Gesamt 22.145,4 −11,5 79.569,2 −18,7 Quelle: IMM/Tourismusforschung und Dataanalytics

Top 10 Auslandsmärkte 2021 Ankünfte ± in % Nächtigungen ± in % Land in 1.000 zu 2020 in 1.000 zu 2020 Deutschland 7.813,9  −8,6 32.103,5 −16,6 Niederlande   934,9 −31,3  4.345,9 −41,1 Schweiz u. Liechtenstein   573,2 −28,8   1.992,1 −36,6 Tschechische Republik   441,5 −22,9   1.426,4 −32,6 Belgien   258,1 −22,5  1.211,5 −30,3 Polen   275,9 −11,4  1.083,3 −25,9 Italien   335,4  +1,3 1.010,8  +1,5 Ungarn   219,8 −29,0   827,6 −33,1 Frankreich + Monaco   183,8 −11,9   586,4 −25,9 Slowakei   109,5 −18,4   471,3 −18,3 Quelle: IMM/Tourismusforschung und Dataanalytics

Statistik 2021 nach Bundesländern Ankünfte ± in % Nächtigungen ± in % Bundesland in 1.000 zu 2020 in 1.000 zu 2020 Burgenland   797,9  +8,2  2.507,3  +9,7 Kärnten 2.235,7  −4,9 10.216,3  −7,8 Niederösterreich 1.763,8  +7,1  4.998,7  +9,4 Oberösterreich 1.769,2  +3,7  5.715,7  +5,2 Salzburg 3.641,1 −22,7 13.970,8 −31,1 Steiermark 2.732,2  −6,6  8.962,1 −10,6 Tirol 5.798,9 −20,5 23.606,4 −28,9 Vorarlberg 1.265,0 −20,7   4.595,2 −28,3 Wien 2.076,7  +3,5  4.996,7  +8,9 Quelle: IMM/Tourismusforschung und Dataanalytics

zichtet wird, sondern dass diese beiden Faktoren eher Reiseziel und -zeitpunkt beeinflussen. Weniger und kürzere Reisen, billigere Unterkünfte und Veränderungen in der Wahl von Des­ tinationen und Transportmitteln sehen die Wifo-Experten als mögliche Auswirkungen der neuen Krisen. Zudem lasse die Beeinträchtigung des internationalen Flugverkehrs und die Wahrneh-

mung Europas als „Kriegsschauplatz“ eine geringere Nachfrage aus den Fernmärkten erwarten. Andererseits könnten innerhalb Europas nahe Reiseziele auf Kosten von Fernreisen profitieren, woraus sich für Österreich ein nicht unbeachtliches (zusätzliches) Gästepotenzial aus den Nachbarländern ergeben kann. Fazit: Die Lage bleibt auch heuer herausfordernd.


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DESTINATION

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Große Freiheit

WORLD TRAVEL MONITOR

Positive Perspektiven MÜNCHEN. Trotz Lockdown und erschwerten Reisebedingungen ist laut dem aktuellen World Travel Monitor von IPK International die Zahl der weltweiten Auslandsreisen 2021 gestiegen. Bei Urlaubsreisen betrug das Plus vier Prozent, bei sonstigen Privatreisen sogar neun Prozent. Nur Geschäftsreisen verzeichneten einen weiteren Rückgang (–14%).

Auslandsreisen ’22 Urlaubsart Präferenz Bade- u. Strandurlaub 64% Städtereisen 46% Rundreisen 32% Natururlaub 26% Kreuzfahrt 15% Wellness-Urlaub 10% Quelle: World Travel Monitor 2022, IPK International

Österreichische Campingplätze verzeichneten wieder mehr Gäste aus dem In- und Ausland.

© Camping Grubhof

Hohe Reiselust Trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Pandemie sowie dem Krieg in der Ukraine zeigen aktuelle Befragungsergebnisse eine große Nachfrage nach Urlaub & Reisen für die nächsten Monate. Vor allem Bade- und Strandurlaub stehen heuer bei den Touristen hoch im Kurs. IPK International sieht daher gute Chancen, dass das globale Auslandsreisevolumen in diesem Jahr 50 bis 60% des Vor-Corona-Niveaus erreichen kann. (red)

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Camping Award 2022: Camping Grubhof holte sich den Sieg in der Österreichwertung und Platz 2 im Europa-Ranking.

WIEN/BERLIN. Nach einem pandemiebedingt schwachen Jahr 2020 konnten die heimischen Campingplatzbetreiber 2021 wieder einen stärkeren Zulauf von erholungssuchenden Gästen verbuchen. Insgesamt weist die Statistik Austria rund 6,38 Mio. Nächtigungen auf, um sechs Prozent mehr als 2020 und nur noch zehn Prozent unter dem Rekordjahr 2019. Ziele in Kärnten (+ 9%), Tirol (+ 3,8%) und Salzburg (+ 4,8%) wurden von den Campern aus dem In- und Ausland besonders gerne angesteuert. Bestnoten im … „Frei, flexibel, naturnah – so beschreiben die meisten die Vorzüge dieser Reisevariante und darauf wollten viele auch 2021 nicht verzichten“, erklärt Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Camping Clubs (ÖCC), und ist zuversichtlich, dass trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen der Trend heuer anhält.

Wie beliebt die Campingplätze zwischen Neusiedler- und Bodensee im internationalen Vergleich sind, zeigt auch das sehr gute Abschneiden beim diesjährigen Campingplatz-Award. … europaweiten Vergleich Die Auszeichnung wird seit elf Jahren von camping.info, dem größten Online-Campingführer und Buchungsportal im

deutschsprachigen Raum, an die 100 besten Campingplätze in Europa vergeben und basiert ausschließlich auf Gästebewertungen. In Summe haben sich über 150.000 Camper am Voting beteiligt und 228.000 Bewertungen abgegeben. Insgesamt 22 österreichische Campingplätz haben es heuer in das Ranking geschafft, drei sogar in die Top 10. (red)

Top 10 Campingplätze in Europa 2022 Name Region/Land Bewertungen Campingpark Kühlungsborn   Mecklenburg-Vorp./D. 2.706 Camping Grubhof   Salzburg/A 2.619 Rosenfelder Strand Ostsee Camping   Schleswig-Holstein/D 1.790 Camping Hüttenberg   Eschenz/CH 1.345 Camp MondSeeLand   Oberösterreich/A 1.470 Campingplatz Ecktannen   Mecklenburg-Vorp./D 1.126 Camping Murinsel   Steiermark/A   685 Ostseecamping Familie Heide   Schleswig Holstein/D   668 Campingpark Kalletal   Nordrhein-Westfalen/D 1.268 Naturisten FamilienSport- und Niedersachsen /D   363 NaturCamp Sonnensee   Quelle: camping.info Awards 2022


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Freitag, 22. April 2022

DESTINATION

Vienna calling

Top 10 Auslandsmärkte Nächtig. ± zu Land 2021 2020 Deutschland 1.194.235   +19% Italien   172.436   −8% Israel   159.158 +193% USA   158.815   +29% Rumänien   141.986   +55% Frankreich   134.831   +6% Polen   134.060   +23% Spanien   132.443   +11% Schweiz   126.518   +9% Niederlande   110.294  +32%

märkte Wiens; gemessen nach Hotel­umsätzen, lagen sie, da USGäste bevorzugt in den 5 SternHotels absteigen, sogar wie vor der Pandemie auf Platz 3. Hohe Attraktivität 4.997.000 Nächtigungen verzeichnete die Bundeshauptstadt 2021, rund 72% weniger als im bisherigen Rekordjahr 2019. Alle Lockdowns zusammengezählt, waren Wiens Beherbergungsbetriebe 2021 etwa ein halbes Jahr für Freizeitgäste geschlossen, dennoch konnte ein Plus von neun Prozent zu 2020 erreicht werden, wo die Zuwächse im Jänner und Februar noch im teils zweistelligen Bereich lagen.

© APA/Roland Schlager

Positive Signale für Erholung des krisengeplagten Tourismus in Wien. WIEN. Nach dem US-Nachrichtenportal Bloomberg und der britischen Tageszeitung The Independent kürte kürzlich auch Travel + Leisure, eines der größten Reisemagazine in den USA, Wien zu einem Top-Reiseziel für 2022. „Das bedeutet Rückenwind für die Aktivierung des amerikanischen Reisepublikums. Nach Deutschland verzeichnen wir aktuell die stärkste Nachfrage aus den USA – etwa ein Zehntel der derzeitigen Buchungen stammt zurzeit von dort“, erklärt Tourismusdirektor Norbert Kettner. 2021 hielten sich die USA mit Platz vier in den Top-10 der nächtigungsstärksten Auslands-

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Quelle: WienTourismus

Auch der Kongresstourismus nimmt Fahrt auf: Kürzlich wurde bekannt, dass nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause der Weltkongress der Chirurgie heuer in Wien tagen wird. „Vor der Pandemie machten humanmedizinische Kongresse mit über 40 Prozent den Löwenanteil der Fachkongresse aus. Aktuell stehen für heuer rund

40 Großtagungen mit über 1.000 Teilnehmern auf dem Plan. Unser Vienna Convention Bureau arbeitet trotz schwieriger Rahmenbedingungen und geopolitischer Herausforderungen weiter am Comeback und präsentiert die Meetingdestination Wien auf dem globalen Parkett“, blickt Wiens Tourismusdirektor zuversichtlich in die Zukunft. (red)

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DESTINATION

HOTEL-STATISTIK

Weniger Betten und Hotels WIEN. Laut Statistik Austria standen Gästen in Österreich im Vorjahr 1,14 Mio. Betten in rund 67.000 Beherbergungsbetrieben (Hotels, Campingplätze und Privatquartiere) zur Verfügung – im Vergleich zu 2020 um 0,4 bzw. 1,3% weniger. Allerdings war die Entwicklung in den Bundesländern unterschiedlich: Während in Wien drastische Rückgänge von elf bzw. 29,4% verzeichnet wurden, betrug das Minus in NÖ nur 0,7 bzw. 1,3%. In allen anderen Bundesländern gab es leichte Zuwächse. Privatquartiere verlieren Drei Viertel des gesamten Bettenangebots entfallen auf den gewerblichen Sektor, der zahlenmäßig stabil geblieben ist, während die Zahl der Betten in Privatquartieren leicht gesunken ist. Mehr als die Hälfte der Gästebetten befindet sich in den beiden Tourismushochburgen Tirol und Salzburg. Obwohl die Zahl der Campingplätze um 7,5% auf 647 gestiegen ist, hat sich das Bettenangebot in diesem Sektor nur um 0,6% vergrößert. (red)

Gästebetten 2021 Menge ± zu Kategorie in 1.000 2020 4- & 5-Stern 291,4 −0,8% 3-Stern 212,5 −1,5% 2- & 1-Stern   97,7 −1,7% Gew. Ferienh. 137,6 +6,4% u. -wohnungen Sonstige Unterk. 101,5 −1,2% ohne Camping Privatquartiere 298,8 −1,6% Quelle: Statistik Austria

Freitag, 22. April 2022

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Eine Trendwende Seit Beginn der Pandemie buchen Gäste wieder vermehrt direkt und seltener über Onlineplattformen. ••• Von Britta Biron WIEN. „Dass der Spruch ‚Besser direkt‘ bei Hotelbuchungen keine leere Floskel ist, hat sich erneut während der Pandemie bewiesen“, fasst Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), die Ergebnisse einer aktuellen Vertriebsstudie zusammen. Fast 69% der Buchungen erfolgten 2021 über direkte Kanäle wie Website, E-Mail oder Telefon – ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber 2019. Online-Schiene wächst „Gerade in heiklen Zeiten ist der Informationsbedarf der Gäste höher. Der direkte Ansprechpartner im Hotel ist da absolut ein Grund, sich für die Direktbuchung zu entscheiden“, erklärt der Schweizer Wirtschafts- und Tourismusforscher Roland Schegg von der HES-SO ValaisWallis, der die Studie erstellt hat. Zudem hat sich in der Pandemie die Gästestruktur verändert: Es gab weniger ausländische Gäste und kaum welche aus Fernmärkten, die traditionell eher über Online-Buchungsplattformen (Online Travel Agencies, OTAs) buchen. „Die Website wird neben Telefon und E-Mail zum wichtigsten Direktbuchungs-Tool“, führt Schegg weiter aus. Zu den treuesten Direktbuchern zählen Stammgäste. 30% buchen ausschließlich direkt, drei Viertel wählen bei 80 bis 100% der Buchungen den direkten Weg. „Viele buchen gleich beim Auschecken den Urlaub fürs nächste Jahr. Das ist keine Seltenheit und unterstreicht, wie wichtig gutes Stammkundenmanagement ist“, weiß Gratzer. OTAs weiter stark Über Reisebüros und Tourismusverbände kommen knapp acht Prozent der Hotelbuchun-

© PantherMedia/Andres Rodriguez

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Stammgäste buchen ihren Hotelaufenthalt fast immer über direkte Kanäle.

gen, mehr als ein Drittel aller Buchungen wird über OnlineKanäle wie OTAs, Booking Engine oder Social Media generiert. Den größten Anteil machen mit 18,9% nach wie vor die Plattformen Booking Holdings, Expedia und HRS aus. „Diese Position wissen die Online-Multis aus-

zunützen“, streicht Gratzer das Problem hervor, dass sich mittlerweile jedes zweite Hotel von den OTAs unter Druck gesetzt sieht. „Da geht es um Stornobedingungen und Sonderrabatte, die den Hoteliers aufgezwungen werden und die man freiwillig nicht anbieten würde.“


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Freitag, 22. April 2022

DESTINATION

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90% Arbeitsmotivation wurden als wesentliche Pluspunkte genannt. Aufseiten der alpinen Ferienregionen liegen die Vorteile in der Aufwertung der Nebensaisonen bzw. besseren Möglichkeiten attraktive Ganzjahresangebote zu konzipieren. „Coworkation ist prinzipiell ein 365-Tage-Ding – somit ergibt sich das Marktpotenzial allein schon mathematisch“, sagt Georg Gasteiger, Inhaber des Mesnerhof-C in Steinberg in Tirol und Pionier in Sachen Coworkation.

© Tirol Werbung/Jens Schwarz

Alpen-Office 90% der Arbeitnehmer und fast ebenso viele Unternehmensvertreter würden sich bei der Verbindung von Arbeit und Ferien eine Destination im Alpenraum wünschen.

Hotel statt Homeoffice: Berufstätige sowie auch deren Arbeitgeber können sich das gut vorstellen.

„Coworkation“

Viel Informationsbedarf Auch für den MICE-Sektor eröffnet Coworkation viel Potenzial. Mehr als 80% der Arbeitgeber und rund ebenso viele Arbeitnehmer können sich die Verknüpfung von Seminaren und Workshops mit Ferien vorstellen. „Zudem bietet“, so Veronika Engel, Vorsitzende des Vereins CoworkationAlps, „das Konzept den Gemeinden neue Möglichkeiten zur Nutzung leerstehender Gebäude“. Allerdings zeige die Studie auch, dass rund um Coworkation sowohl auf Anbieter- als auch Kundenseite noch viel Informationsbedarf bestehe, vor allem hinsichtlich (arbeits)rechlicher Fragen.

Die Kombination aus Arbeit und Urlaub eröffnet dem Tourismus in der Alpenregion neue Perspektiven. ••• Von Britta Biron INNSBRUCK. Bei Remote Work denkt man in erster Linie an Homeoffice, bei Coworking an Gemeinschaftsbüros in Städten. Doch grundsätzlich eignet sich dazu jeder Ort mit einer passenden Infrastruktur und stabiler Internetverbindung. Warum also nicht den Arbeitsplatz – für eine gewisse Zeit – in

eine attraktive Ferienregion verlegen? Laut einer Ende 2021 von der Tourismusmarketingagentur Saint Elmo’s und dem Europäischen Tourismus Institut (ETI) durchgeführten Befragung von 2.728 Berufstätigen und 676 Unternehmen in der D-A-CHRegion und Norditalien hält die Mehrheit (60%) einen solchen Tapenwechel für durchaus attraktiv. 90% der Arbeitnehmer und

86% der Unternehmen würden sich dabei für eine Destination im Alpenraum entscheiden. Hohes Interesse Zudem zeigt die Umfrage, dass die bisherigen Erfahrungen mit Coworkation durchwegs positiv gewertet werden. Die Auszeit vom Alltag, Austausch mit anderen, neue Inspirationen und Steigerung der

Wie sieht die Zukunft der Berghotels aus? WIEN. Solange der internationale Flugverkehr nicht reibungslos läuft, Kongresse und Messen auf wackeligen Füßen stehen und internationale Gäste die geografische Nähe Österreichs zur Ukraine als zu gering einstufen, haben die Stadt- und Kongresshotels keine sichere Perspektive. Dafür kann die Ferienhotellerie heuer auf einen wiederum starken Nahbereichstourismus hof-

fen, spürt aber gleichzeitig auch die Auswirkungen von steigenden Preisen und hoher Inflation. Spannende Themen Welche Herausforderungen und Chancen sich aus dieser Gemengelage ergeben, beleuchten hochkarätige Fachleute und Speaker aus verschiedenen Branchen beim Prodinger Summit am 19. Mai in Kitzbühel.

Das Themenspektrum reicht von Finanzierungsmodellen, über neue Beherbergungsformen wie Tiny Houses, Glamping, Wohnen auf Zeit in Best AgerResidenzen oder Workation bis zum Aus- und Umbau bestehender Strukturen. Die Anmeldung zur Veranstaltung ist online unter www. prodinger-tourismusberatung. at möglich. (red)

© Roman Zach-Kiesling

Prodinger Summit am 19. Mai in Kitzbühel liefert mögliche Antworten darauf.


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#oett22

Österreichische Tourismustage Unter dem Motto „ReDesign Tourism | now“ finden vom 16. bis 19. Mai 2022 die Österreichischen Tourismustage (ÖTT) im Austria Center Vienna statt. Die ÖTT vereinen die Tourismusfachmesse ATB mit einem Wissenscampus. Zum Programm gehören u. a. das Diskussionspanel „Städte im Fokus“ mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, eine Innovationsplattform zur „Zukunft des Reisens“ sowie Einblicke in zukunftsweisende Lösungen bei der Travel Tec von Mondial. Ein Schwerpunkt ist auch der ConventionBereich mit Verkaufsgesprächen auf der ATB und einer Branchenveranstaltung zu aktuellen Themen des Tagungssektors. Die ÖTT 2022 finden hybrid statt – mit Livestreams zum Wissens-, Innovations- und Convention-Campus sowie zum Diskussionspanel. Die Österreichischen Tourismustage werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT), der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Österreich Werbung (ÖW) veranstaltet. Jetzt anmelden: www.tourismustage.at

austriatourism.com


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Freitag, 22. April 2022

COVER

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careernetwork Gender-Gap Väter drücken sich weiterhin vor einer längeren Karenzzeit 140

Uni-Ranking Heimische Hochschulen erzielen gute Bewertungen 142

MentorMe Plattform bietet jetzt modernste MatchingAlgorithmen 143 © MentorMe

CAREER-MONITOR

Was bei ­Recruitern gut ankommt

© Panthermedia.net/Vitalik Radko

WIEN. Mit Lösungs- und Zielorientierung können Bewerber heuer am stärksten punkten, die Bedeutung sozialer Kompetenzen ist gegenüber 2021 stark gestiegen. (red)

Top 10-Kompetenzen

Mehr Zeit und Geld für berufliches Know-how

Quelle: career Monitor 2022

© Werksalon Co-Making Space

© PantherMedia/Wavebreakmedia ltd.

Nach dem Corona-Knick 2020 wird seit dem Vorjahr wieder mehr in Weiterbildung investiert. 138

Kompetenz Quote Lösungs/Zielorientierung 94% Vernetztes Denken 84& Leistungsbereitschaft 81% Teamfähigkeit 71% Soziale Kompetenz 71% Lernfähigkeit 68% Flexibilität 61% Selbstreflexion 58% Belastbarkeit 45% Kommunikationstalent 39%

EY-Studie Fachkräftemangel ist heuer wieder das Hauptproblem der Betriebe.

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Wissenslücke Studenten sind schlecht über Gehaltsperspektiven informiert. 143


CAREERNETWORK

Freitag, 22. April 2022

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© PantherMedia/nd3000

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Weiterbildung ist ein absolutes Muss Nach dem coronabedingten Rückgang 2020 ist 2021 das Interesse an Qualifizierungsmaßnahmen wieder gestiegen.

••• Von Britta Biron

W

as Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr – das hat sich längst als Fake News erwiesen. Ganz im Gegenteil gilt heute als erwiesen, dass die Fähigkeit zur Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mit Erreichen des Erwachsenenalters verschwindet. Zum Glück, denn laufende Weiterbildung ist in

der modernen Wirtschaft essenziell und hat rund um Digitalisierung, technologische Transformation, New Work sowie im Zuge der Coronakrise noch weiter an Bedeutung gewonnen. Bei einer Podiumsdiskussion Anfang April sagte Arbeitsminister Martin Kocher, dass Weiterbildung und Umschulung „ein entscheidender Faktor für eine zukunftsorientierte und widerstandsfähige Wirtschaft in Österreich ist“ und er daher das Ziel habe, dass bis 2030

62% der Arbeitnehmenden jährlich an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Win-Win-Situation Laut einer im Herbst 2021 durchgeführten OECD-Metastudie, für die 100 Unternehmensfallstudien in Österreich, Estland, Frankreich, Irland und Italien analysiert wurden, sind hierzulande Betriebe die wichtigsten Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen. Zentrale Motive für dieses Engagement sind „der Erhalt

der Wettbewerbsfähigkeit“, „die Notwendigkeit, am neuesten Stand der Technik zu bleiben“, sowie „die Motivation der Mitarbeiter“. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen gesetzliche Vorschriften bei Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen. Vom Sprachkurs, über die Buchhaltungsschulung bis zum Maschinentraining – die Palette der betrieblichen Weiterbildung ist umfangreich. Daneben gibt es noch weitere Lernmöglichkeiten, wie den regelmäßigen


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Freitag, 22. April 2022

62% Ambitioniert Das Ziel von Arbeitsminister Martin Kocher ist, dass sich bis 2030 pro Jahr 62% der Erwerbstätigen beruflich weiterbilden.

Austausch mit Kollegen oder Learning by doing; Experten schätzen, dass mehr als 70% der gesamten Lernzeit in Unternehmen auf diesen informellen Sektor entfallen. Erfolgsfaktor Der Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen hängt den befragten Unternehmen zufolge in erster Linie von Position und Aufgabengebiet ab. Beschäftigte in den Bereichen Vertrieb, Personalwesen, Administration oder Management nehmen tendenziell häufiger an Weiterbildung teil als ihre Kollegen in der Produktion. Begründet wird das damit, dass in den erstgenannten Positionen generell mehr Fortbildung benötigt werde und diese eine größere Wirkung habe – etwa in Hinblick auf die Rentabilität des Unternehmens. Die Studie zeigt aber auch, dass Unternehmen oft keine langfristige Weiterbildungsstrategie verfolgen, sondern die Maßnahmen meist anlassbezogen setzen.

Nachfrage nach Kursen … In der Coronakrise sind die Ausbildungsaktivitäten von Unternehmen zurückgegangen. Laut der Europäischen Arbeitskräfteerhebung nahmen 2020 9,5% der Erwerbstätigen in der EU-27 an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil gegenüber 11,4% im Jahr 2019. Schuld an dem Rückgang waren der pandemiebedingte Ausfall vieler PräsenzKurse sowie Kürzungen von Weiterbildungsbudgets aufgrund geringerer Umsätze. In systemrelevanten Branchen fehlte wegen der hohen Arbeitsbelastung meist schlicht die Zeit. Gleichzeitig hatten Kurzarbeit, der Wegfall von Pendelzeiten durch Homeoffice und ein wachsendes Angebot an Online-Schulungen in einigen anderen Branchen für mehr Weiterbildung gesorgt. … nimmt zu „Viele Betriebe sahen durch die Pandemie auch einen dringlicheren Bedarf, wettbewerbsfähig zu bleiben, und haben darum verstärkt auf Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt“, erklärt Karin Petzlberger von der KMU Forschung Austria, die die Durchführung der österreichischen Fallstudien geleitet hat. Eine vom Wifi Mitte vorigen Jahres durchgeführte Befragung von 300 Geschäftsführern, Wei-

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terbildungsbeauftragten und Personalverantwortlichen von Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten bestätigt das wieder steigende Interesse an fachspezifischen Seminaren, Workshops und Kursen. Während 2020 47% die Fortbildung ihrer Mitarbeiter als sehr wichtig bezeichneten, waren es 2021 schon 51%. Deutlich zugenommen hat auch der Anteil der Firmen, die aktiv Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, und zwar von 74 auf 86%. Seit 2015 befragt der Seminar- und Konferenzanbieter imh alljährlich Vertreter heimischer Unternehmen aller Branchen zum Stellenwert der Weiterbildung, der Zahl der geplanten Kurse und Seminare sowie den dafür vorgesehenen Budgets

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und errechnet daraus den Weiterbildungsindex. Für heuer liegt diese Kennzahl bei 58,3 (von 120 möglichen Punkten) und deutlich über denen von 2020 und 2021 (45,2 bzw. 53) und nur knapp unter dem Höchststand von 59 im Jahr 2015. 54,5% der Umfrageteilnehmer planen heuer drei oder mehr Weiterbildungen gegenüber 44,4% im Vorjahr. Wie in der OECD-Studie zeigt sich auch hier, dass die Intensität mit der innerbetrieblichen Hierarchie zunimmt. Mit knapp 70% ist der Anteil unter dem Top-Management deutlich höher als auf Mitarbeiterebene (46,4%). Höhere Budgets Bei den Kurs-Formaten zeigt sich – kein Wunder nach der langen Social Distancing-Phase – eine generell starke Präferenz der Befragten zu Präsenzveranstaltungen (54,5% vs. 44,4% im Jahr 2021). Aber auch die Beliebtheit von Online-Weiterbildungen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, von 30,1 auf 32,6%. Neben mehr Zeit wird heuer auch mehr Geld in die Fortbildung investiert. 13,4% der Befragten rechnen mit steigenden Budgets (plus 4,4 Punkte vs. 2021), 69% erwarten ein gleichbleibendes Niveau, Sparmaßnahmen planen nur 7,5 gegenüber zwölf Prozent im Vorjahr.


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CAREERNETWORK

Freitag, 22. April 2022

Mangelwirtschaft

KARRIEREBREMSE KIND

Karenz ist weiter Frauensache LINZ. Der kürzlich präsentierte Wiedereinstiegs-Monitor der Arbeiterkammer OÖ zeigt, dass Väterkarenz ein Nischenthema bleibt. Während sich die Auszeit der Mütter im Durchschnitt um 160 auf 757 Tage verkürzt hat, hat sich die der Väter nur um fünf auf 61 Tage verlängert. Nur 13,7% unterbrechen den Job länger als drei Monate.

Einstellungsbereitschaft der Unternehmen steigt, aber gleichzeitig fehlen immer mehr Fachkräfte.

83% Kritische Lage 83% der öster­ reichischen Betriebe – um sieben Prozent­ punkte mehr als 2021 – haben (erhebliche) Schwierigkei­ ten, geeignete Mitarbeiter zu finden.

© APA/AFP/Loic Venance

Mehr Gerechtigkeit Unternehmen müssen daher familienfreundliche Arbeitszeiten für beide Elternteile anbieten und bessere Rahmenbedingungen schaffen. Zusätzlich fordert die AK, dass der Papamonat als eigenständige Leistung in Anspruch genommen werden kann und nicht wie bisher vom Kinderbetreuungsgeld abgezogen wird. „In Zukunft sollte die Geldleistung nur dann gewährt werden, wenn tatsächlich Karenz beansprucht bzw. die Erwerbs­ tätigkeit unterbrochen wird“, so AK OÖ-Präsident Andreas Stangl. (red)

Unbesetzte Arbeitsplätze sorgen bereits in 39 Prozent der österreichischen Unternehmen für Umsatzverluste.

••• Von Britta Biron

© PantherMedia/shalamov

Wiedereinstiegs-Monitor 180.000 Karenzzeiten zwischen 2006 und 2018 wurden von der Arbeiterkammer untersucht.

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WIEN. War im Vorjahr die Pandemie und mögliche daraus resultierende Einschränkungen die größte Sorge der österreichischen Unternehmen, ist es heuer – so das aktuelle Mittelstandsbarometer der Unternehmensberatung von EY, für das über 600 Verantwortliche von Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern befragt wurden – wieder der Fachkräftemangel. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Fachkräftemangel hat sich durch die Coronakrise und den Wirtschaftsabschwung im letzten Jahr weiter verschärft. Es gibt keine Branche und kein Bundesland, das davon verschont bleibt. Das bremst – gemeinsam mit dem Rohstoffmangel – den Wiederaufschwung“, so Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich, und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. 26% der Betriebe möchten in den kommenden sechs Monaten

zusätzliche Mitarbeite einstellen – Anfang 2021 lag die Quote bei 20%. Nur fünf Prozent planen Stellenstreichungen, so wenige wie seit vier Jahren nicht mehr. Knapp vier von zehn Firmen verzeichnen durch die Personalknappheit bereits Umsatzeinbußen, zehn Prozent bewerten diese sogar als erheblich. Und rasche Besserung ist nicht in Sicht. Trotz diverser Qualifizierungsmaßnahmen

Auch in Pandemie­ zeiten hat sich die Lage am ­Arbeitsmarkt kaum ­entspannt. Erich Lehner EY Österreich

verfügen noch immer 44% der arbeitslos Gemeldeten nur über einen Pflichtschulabschluss. Ende 2021 wurde die Liste der Mangelberufe zwar verlängert, und Arbeitsminister Martin Kocher will bis Jahresmitte die Rot-Weiß-Rot-Card reformieren, aber das Recruiting im Ausland gestaltet sich, da in vielen Ländern ebenfalls Personalknappheit herrscht, auch immer schwieriger. Keine Entspannung Erschwert wird die Lage der heimischen Betriebe bei der Personalsuche dadurch, das – so der aktuelle Arbeitsklima-Index – die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Job sinkt. Waren es im Jahr 2015 noch durchschnittlich 16% und kurz vor der Coronapandemie 20%, die angaben, in eine andere Firma oder überhaupt einen ganz anderen Beruf wechseln wollen, liegt die Quote jener, die über Kündigung nachdenken, mittlerweile bereits bei 26%.


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LINKEDIN TOP 25

Ranking erstmals für Österreich MÜNCHEN. Die KarrierePlattform LinkedIn hat heuer erstmals auch für Österreich die Liste der 25 Top Companies erstellt. Für das Ranking werden exklusive LinkedIn-Daten, beispielsweise im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten, das Kompetenzwachstum der Mitarbeiter oder die Unternehmensstabilität, ausgewertet. Insgesamt schneiden österreichische Unternehmen dabei sehr gut ab – sie machen mehr als die Hälfte der Liste aus. (red)

Top 25 Arbeitgeber Unternehmen Raiffeisen Siemens UniCredit Bosch Novartis Red Bull OMV Takeda AVL Knapp Lufthansa ÖBB Wiener Städtische Rewe Group voestalpine Boehringer Ingelheim Mondi Group EY Frequentis RHI Magnesita Fronius International BMW Group A1 Telekom Austria Atos Deloitte Quelle: LinkedIn

Land A D IT D CH A A JP A A D A A D A D A GB A A A D A F GB

Freitag, 22. April 2022

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Etliche Top-Noten Im QS World University Rankings by Subject 2022 schneiden heimische Universitäten wieder gut ab. ••• Von Britta Biron LONDON. Kürzlich ist die zwölfte Ausgabe der QS World University Rankings by Subject erschienen, für die 15.200 Studiengänge an 1.543 Universitäten weltweit in 51 akademischen Disziplinen bewertet wurden. Auf den meisten Spitzenplätzen finden sich auch diesmal wieder vor allem Hochschulen in den USA und Großbritannien, aber in einigen Fachgebieten konnten auch österreichische Universitäten wieder überzeugen. Von den insgesamt 116 Studiengängen schnitten im Vergleich zum Vorjahr 35 besser ab, 44 konnten das Niveau halten, und nur 30 haben schlechtere Wertungen erzielt. 35 Studiengänge schafften es in die Top 100, 15 sogar in die Top 50. Erfreuliche Bilanz Die Universität Wien ist mit 16 Fachgebieten am häufigsten unter den Top 100 weltweit vertreten, unter anderem in Kommunikations- und Medienwissenschaften (Rang 19) sowie Klassische Philologie, Theologie und Alte Geschichte (jeweils Rang 30) oder Archäologie (Rang 35). Die Medizinische Universität Wien festigte ihr hohes internationales Renommee deutlich und konnte sich mit ihrem Medizinprogramm um zehn Positionen auf Rang 66 nach vorne schieben. Die Boku rangiert jetzt in der Fachrichtung Land- und Forstwirtschaft auf Platz 23 (2021 Platz 30). Im Bereich Politik und Internationale Studien rückte die Central European University CEU auf Platz 24 vor, in Philosophie auf Platz 33. Auch in Soziologie, Geschichte, Sozialpolitik und Verwaltung gehört die Privatuni zu den Top 100. „Unsere Rankings verbessern sich kontinuierlich. Besonders

© Gerard Spee

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freut mich persönlich, dass wir nun auch in der Sozialanthropologie gereiht sind. Das Ergebnis unterstreicht das Engagement der Professorinnen, deren exzellenten Forschungsleistungen die CEU zu einer der besten Universitäten der Welt machen“, so

CEU-Rektorin Shalini Randeria. Die international besten Bewertungen gab es für die Fachrichtung Darstellende Künste: Rang 2 für die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; das Mozarteum Salzburg kam auf Platz 11.

Top 50-Platzierungen österreichischer Unis Universität Fachrichtung Universität fur Musik und Darstellende Künste darstellende Kunst Wien Mozarteum Salzburg Darstellende Künste Universität Wien Kommunikation & Medienw. Boku Land- und Forstwirtschaft VetMed Uni Wien Veterinärmedizin Universität Wien Theologie Universität Wien Klassiker & Alte Geschichte Universität Wien Linguistik Universität Wien Archäologie WU Wien Business & Management WU Wien Kunst und Geisteswissenschaften Universität für Musik und Kunst & Design darstellende Kunst Wien Universität Wien Anthropologie Universität Wien Geschichte Quelle: QS Quacquarelli Symonds, QS World University Rankings by Subject, 2022

Rang 2022 2 11 19 23 26 30 30 35 35 36 43 44 46 49


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Nachhilfe ist nötig Angehende Akademiker haben recht wenig Ahnung von ihren späteren Gehaltsmöglichkeiten. Erklären lässt sich die Ahnungslosigkeit möglicherweise damit, aus welchen Quellen die Studierenden ihre Informationen beziehen. Sieben von zehn geben an, Fragen rund um das Gehalt mit Freunden und Bekannten zu besprechen, die Hälfte wendet sich an Studienkollegen, die – wie die Umfrage zeigt – meist nicht viel mehr wissen. Karriereplattformen spielen mit 38,5% eine deutlich geringere Rolle.

© PantherMedia/Wavebreakmedia ltd.

WIEN/GRAZ. Ein abgeschlossenes Studium ist zwar kein Garant für späteren beruflichen Erfolg, verbessert die Chancen aber doch erheblich. Kein Wunder also, dass dieser pragmatische Grund bei der Entscheidung für ein Studium bei vielen jungen Menschen eine Rolle spielt. Trotzdem ist das Wissen des akademischen Nachwuchses darüber, welche Verdienstmöglichkeiten sich nach dem Studienabschluss bieten, recht mangelhaft, wie eine aktuelle Umfrage der Jobvermittlungsund Info-Plattform Talents of Tomorrow (Talto) zeigt.

Hoher Info-Bedarf 95% der Befragten gaben an, mehr über Einstiegsgehälter, Gehaltschancen, rechtliche Aspekte oder Möglichkeiten zur Gehaltssteigerung wissen zu wollen. Stark nachgefragt sind auch Tipps für Gehaltsverhandlungen. Für zwei Drittel sind diese Themen sogar „sehr interessant“. Die Umfrage zeigt aber auch, dass der finanzielle Aspekt bei den künftigen High P ­ otentials gar nicht oberste Priorität hat. Eine angenehme Arbeits­ atmosphäre, ein abwechslungsreicher Tätigkeitsbereich, gute Weiterbildungsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten sind ihnen wichtiger als ein möglichst hohes Gehalt.

Rund ums Gehalt herrscht bei Studenten in Österreich viel Unwissen.

Viele Defizite Von den knapp 2.000 Studentinnen und Studenten österreichischer Hochschulen gab nur etwas mehr als die Hälfte (56%) an, gut oder sogar sehr gut über das allgemeine Gehaltsniveau für ihren angestrebten Studienabschluss informiert zu sein. Über die konkrete Höhe des Gehalts, mit dem sie beim Einstieg in den Job rechnen können, glauben nur 44% fundierte Informationen zu haben, gut jeder zehnte Umfrageteilnehmer (elf Prozent) hält seinen Wissensstand dazu für mangelhaft.

MentorMe setzt auf Matching-Algorithmen WIEN. 2021 verzeichnete das aktuell größte Mentoring-Programm für Frauen im deutschsprachigen Raum eine Zunahme der Anfragen um 30%. Mit dem Digital Engineering-Experten Nagarro wurde daher ein Infrastruktur-Relaunch der MentorMe-Plattform durchgeführt, der sich modernster Matching-Algorithmen bedient. Damit konnte der manuelle Aufwand für die

User um 80% gesenkt und der Matching-Prozess verbessert werden. So erhält jeder Mentee jetzt drei Mentoren-Vorschläge anhand der vom Algorithmus identifizierten Kriterien, und Mentoren können mehrere Personen betreuen. Nutzen für Betriebe MentorMe-Geschäftsführerin und Gründerin Karin Heinzl

will im nächsten Schritt die Matching-Plattform auch als Platform-as-a-Service für Unternehmenskunden anbieten: „Mentoring ist für viele Unternehmen und Organisationen ein großartiges Tool, um den angestellten Personen die Möglichkeit zu geben, sich untereinander gezielt zu vernetzen und beruflich sowie persönlich zu wachsen.“ (red)

© MentorMe

Bedarf an beruflicher Förderung und Orientierung ist im Vorjahr gestiegen.


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luxury brands & retail Rekord 2021 hat Lucara 39 Rohdiamanten mit je mehr als 100 Carat gefunden 149

Bergidylle Die Käufer von Luxusimmobilien zieht es in die Alpenregion 149

Duftstars 22 Voting für beliebteste Parfüms startet Anfang Mai 151 © Carolina Herrera

INTERBRAND-RANKING

Die Top-Stars der Luxusmarken NEW YORK. In der von Interbrand erstellten Liste der wertvollsten Marken der Welt haben es 2021 zehn Luxusmarken unter die Top100 geschafft. (red)

© PantherMedia/SimpleFoto

Top 10 Nobelbrands

Durchwachsene Bilanz für zweites Coronajahr

Quelle: Interbrand; Wert in Mrd. USD

© Zenith

© PantherMedia/ArturVerkhovetskiy

Manche Luxussegmente haben das Vorkrisenniveau im Jahr 2021 wieder erreicht, andere hinken hinterher. 146

Rang Marke Wert ges. Louis Vuitton 36,8 13 Chanel 22,1 22 Hermès 21,6 23 Gucci 16,7 33 Cartier   8,2 72 Dior   7,0 77 Tiffany & Co   5,5 92 Prada   5,4 94 Burberry   5,2 97 Sephora   4,6 100

Feiner Tick Weltweite Nachfrage nach teuren Uhren ist stark gestiegen. 148

Santé! Champagnerfreunde haben 2021 häufiger zur Flasche gegriffen. 150


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LUXURY BRANDS&RETAIL

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Mit Luxus läuft’s (fast) wieder wie geschmiert Die Corona-Verluste konnten 2021 in einigen Sektoren wettgemacht werden, dafür muss sich die Branche neuen Herausforderungen stellen.

••• Von Britta Biron

teurere Ware konsumiert wurde, geht aus dem Report – 1,3% mehr Umsatz als 2019 – aber nicht hervor. Die größte Steigerung (+18,4% vs. 2020 und + 7,1% vs. 2019) verzeichneten Möbel, Home-Deko und Haushaltsausstattung. Nach wie vor unter den 2019er-Werten blieben wegen der Corona-Beschränkungen Luxushotellerie und -gastronomie sowie der Kreuzfahrtsektor. Unterschiede zeigen sich auch in geografischer Hinsicht: In China, dem einzigen Land, in dem die Umsätze mit persönlichen Luxusartikeln 2020 gestiegen waren (+45% auf 44 Mrd. €), gab es auch im Vorjahr einen weiteren kräftigen Anstieg auf 60 Mrd. €. Kleinere, aber deutliche Zuwächse wurden auch in den USA, nach wie vor der größte Markt, und im Mittleren Osten verbucht. Dagegen hat sich das Geschäft in Europa, wo immer noch die kaufkräftigen Shoppingtouristen aus China und den USA fehlen, Japan sowie dem restlichen asiatischen Raum erst zum Teil erholt.

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Über Vorkrisenniveau In einigen Segmenten war die Erholung vom Corona-Schock sogar noch stärker. So haben Autos, der größte Brocken im Luxusbusiness, mit 551 Mrd.€

© Chopard

is 2023 auf jeden Fall werde es brauchen, damit die Luxusbranche die herben Umsatzeinbußen von 2020 verdauen und wieder auf den gewohnten Wachstumskurs zurückfinden wird. Das war noch Anfang 2021 die weit verbreitete Meinung – die sich als falsch erwiesen hat. Für 2021 weist die Luxury Goods Worldwide Market Study, ein alljährlich von der Unternehmensberatung Bain & Company und dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma erstellter Report, einen Gesamtumsatz von 1.140 Mrd. € aus. Das Minus gegenüber 2019 hat sich damit von rund 22% im Jahr 2020 auf nur noch elf Prozent halbiert.

Globaler Luxusmarkt nach Sektoren Umsatz Umsatz ± zu Name 2021 2020 2020 Autos   551   503   +9,5% Personal Luxury Goods   283   281   +0,7% Luxushotels   79   208   −62% Wein & Spirituosen   77   76   +1,3% Gastronomie   49   53  −7,5% Einrichtung, Home-Deko 45   42  +7,1% & Haushalt Kunst   34   34 – Privatjets & Yachten   22   24   −8,3% Luxuskreuzfahrten    0    2 −100% Gesamt 1.140 1.288 −11,5% Quelle: Luxury Goods Worldwide Market Study 2021; Werte in Mrd. €

den Vorkrisenwert leicht übertroffen (+0,2%). Der Personal Luxury-Bereich, zu dem Designerkleidung und -accessoires, Nobelkosmetik, edle Uhren oder kostbarer Schmuck gehören, erwirtschaftete 283 Mrd. €, was einem Zuwachs gegenüber 2019 von 0,7% entspricht. Zudem haben die Luxuskonsumenten offensichtlich ebenso wie ihre weniger gut betuchten Mitmenschen versucht, sich das zweite Corona-Jahr mit Champagner, Wein, Cognac & Co schönzutrinken. Ob mehr oder

Online-Trend Nach einem Plus von 50% im Jahr 2020 stiegen die Online-Umsätze mit persönlichen Luxusartikeln auch 2021 kräftig, und zwar um 27% auf 62 Mrd. €. 40% davon wurden über die e-Boutiquen der Luxusmarken generiert.

Gute Zukunftsperspektiven Mittelfristig rechnen die Experten von Bain und Altagamma, dass sich der positive Trend des Vorjahres fortsetzt und der Umsatz im Personal LuxurySegment im Jahr 2025 380 Mrd. € erreichen wird. Deutliche Indizien dafür, dass die Lust auf Luxus auch heuer hoch ist, zeigen die ersten Berichte für das erste Quartal 2022. So meldete Branchenprimus LVMH einen Umsatz von 18 Mrd. € (+29% zu 2021), im selben Zeitraum wurden Hermès-Produkte im Wert von 2,77 Mrd. € (+33%) verkauft.


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Flott unterwegs Nobelkarossen sind weiterhin der größte Sektor im globalen Luxusbusiness und sind 2021 auf die Straße des Erfolgs zurückgekehrt.

© Mercedes-Benz

Wegfall der russischen Kunden, die ohnehin nur einen kleinen Teil zum Business beisteuern, lässt sich verschmerzen; zumindest das Beispiel von Chanel beweist das. Das französische Nobelhaus legt die EU-Sanktionen besonders streng aus und verkauft seine Edelware an rus-

Als recht verlässliche Indikatoren eignen sich auch die großen Uhren- und Schmuckmessen – Vincenza Oro, Watches & Wanders und Inhorgenta, die nach der pandemiebedingten Pause bzw. Verlagerung ins Internet heuer wieder im Real Life stattgefunden haben. Veranstalter, Aussteller und die Fachbesucher waren durchwegs guter Stimmung und zuversichtlich für die Zukunft.

Marie-Therese Marek Bain & Company

sische Kunden nur noch dann, wenn diese im Ausland leben und bestätigen, die Ware nicht nach Russland einzuführen.

© Louis Vuitton

Top 10 Luxus-Konzerne Umsatz Umsatz ± zu ± zu Name 2021 2020 zu 2020 2019 LVMH 64,22 44,65 +43,8% +19,7% Kering 17,65 13,10 +34,7% +11,2% Estée Lauder 16,23 14,30 +13,5% +20,4% L’Oréal Luxe 12,35 10,18 +21,3% +10,3% Richemont* 14,57  9,66 +50,8%  +4,2% Hermès  8,98  6,39 +40,6% +30,6% PHV  8,20  6,39 +28,3%  −9,6% Coty**  2,95  2,28 +15,8% −10,5% Swatch Group  7,08  5,42 +30,6%  −8,7% Tapestry  5,15  4,45 +15,7%  −9,8% Quelle: Unternehmensangaben, Quartals- und Jahresberichte; Werte in Mrd. €; * Q1–3 ** 1. Hj.

Exklusivität, müssen die Hersteller von Nobelwaren heute ihren Fokus verstärkt auch auf Nachhaltigkeit, Diversität und soziale Verantwortung richten.“ Kleine Problemfelder Von steigenden Energie- und Transportpreisen sind die Luxusmarken zwar auch betroffen, allerdings in der komfortablen Lage, dass sie diese mit Preiserhöhungen kompensieren können, ohne den Ärger der Kunden fürchten zu müssen. Auch der

© Guerlain

Nachhaltig & fair „Die Luxusgüterindustrie erfährt gerade eine wahre Renaissance“, erklärt Marie-Therese Marek, Associate Partner bei Bain und Retail-Expertin. „Allerdings ändert sich die öffentliche Wahrnehmung der Top-Marken derzeit deutlich. Ging es bislang vor allem um Status, Logos und

Die Luxusgüterindustrie erfährt eine wahre Renaissance. Allerdings ändert sich die öffentliche Wahrnehmung der Top-Marken derzeit deutlich.


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Schluss mit Krise Edle Zeitmesser, ob neu oder gebraucht, verkauften sich 2021 wieder wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. ••• Von Britta Biron

für Einbringer wie Käufer – mit sehr hohem Potenzial“, sagt Astrid Fialka-Herics, Leiterin ­ der Uhren- und Juwelensparte des Dorotheum. Bei Christie’s schossen die Umsätze der Uhrensparte gegenüber 2020 um 157% auf 205,1 Mio. USD nach oben, auch die Mitbewerber Sotheby’s und Philipps konnten satte Steigerungen verzeichnen.

Große Zuwächse auf … Mehr als die Hälfte (52%) der feinen Schweizer Ware ging nach Asien, 29% ins europäische Ausland und 17% auf den amerikanischen Doppelkontinent. Die USA liegen im Länderranking vor China noch knapp in Führung und verzeichneten mit fast 55% im Vorjahr das mit Abstand höchste Umsatzplus aller Top10Märkte. Insgesamt war die Entwicklung in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich; ausschlaggebend waren dabei verschiedene Faktoren, wie Infektions- und Wirtschaftslage, die Reise- und Handelsbeschränkungen oder die Abhängigkeit von ausländischen Shoppingtouristen. So hat die Hälfte der Top 30 Exportländer das Vorkrisenniveau entweder erreicht oder schon übertroffen, fünf – darunter auch Österreich – haben dieses Ziel trotz respektabler Zuwächse – um weniger als zehn Prozent verpasst. … fast allen Märkten Von der weltweit steigenden Nachfrage nach feinen Zeitmessern profitierten auch die deutschen Marken. So meldete die Uhrenfabrik Junghans einen Gewinn und Umsatzsteige-

© Christie’s

BIEL. Die Exporte von Schweizer Armbanduhren, die den weltweiten Uhrenmarkt klar dominieren, stiegen auf 21,2 Mrd. CHF (rd. 20,4 Mrd. €). Das entspricht einem Plus gegenüber 2020 von 31% bzw. 3,5% im Vergleich zu 2019 und stellt auch ein neues Rekordergebnis dar. Dabei zeigt die Statistik weiterhin einen klaren Trend zum Premium- und Luxussegment, denn der höhere Umsatz wurde mit einer geringeren Stückzahl (–3,45% gegenüber 2019) erzielt.

Facts Stars in China Diese Marken waren laut Hurun Report bei den Uhrenfans in China 2021 am beliebtesten: 1. Patek Philippe 2. Rolex 3. Vacheron Constantin 4. JaegerLeCoultre 5. Cartier 6. Bulgari 7. Audemars Piguet 8. Van Cleef & Arpels 9. Piaget 10. Omega

… sind hoch im Kurs Neben Start-ups wie chrono24, Watchmaster oder Chronext widmen sich auch immer mehr Hersteller und Juweliere dem boomenden Segment. „Uhren aus Vorbesitz sind für immer mehr Menschen eine interessante Option als Einstieg in die Welt der mechanischen Uhren und auch eine Alternative zum Kauf eines neuen Zeitmessers. Dies nicht zuletzt auch aufgrund der sofortigen Verfügbarkeit von sehr gefragten Modellen, die neu kaum noch zu erhalten sind“, sagt Odilo Lamprecht, Global Head der CPOSparte von Bucherer. Der Genfer Nobeljuwelier bietet in mehr als 50 seiner Geschäfte in den USA und Europa sowie im eigenen Webshop ein sehr großes Sortiment feiner Secondhand-Ware der bekanntesten und begehrtesten Marken.

rungen auf Vorkrisenniveau in einigen wichtigen Märkten, wie etwa den USA und Großbritannien. Die Hamburger Nobelmarke Wempe konnte den Umsatzrückgan von 2020 ebenfalls wettmachen und positiv bilanzieren. Laut Bundesverband der deutschen Uhren- und Schmuckindustrie stieg der Exportumsatz der gesamten Branche gegenüber 2020 um 15,5% auf 1,52 Mrd. €.

Klein, aber fein Österreich importierte 2021 Schweizer Uhren im Wert von ca. 168 Mio. CHF (163,5 Mio. €), fast ein Viertel mehr als 2020 (Platz 23 im Länderranking).

Vintagemodelle & Secondhand Auch zertifizierte SecondhandZeitmesser (CPO-Watches) stehen – wie generell Resale-Luxusware – hoch im Kurs. Anfang Dezember verbuchte das Dorotheum, das seit Langem im Handel mit edlen alten Uhren aktiv ist, seine bisher erfolgreichste Auktion: Über 1 Mio. € brachte allein der Verkauf einer österreichischen Privatsammlung. „CPO-Uhren sind ein aktueller und höchst interessanter, stetig wachsender Markt

Top 10 Länder für Schweizer Uhren Land USA China Hongkong Japan Großbritannien Singapur Deutschland VAE Frankreich Italien

Umsatz 2021 3,079 2,967 2,133 1,417 1,334 1,276 1,061 0,996 0,954 0,860

± zu ± zu 2020 2019 +54,9% +27,8% +23,9% +48,8% +25,7% −20,7% +19,1% −11,9% +29,3%  −2,4% +36,5%   +0,6% +19,6%  −5,9% +31,2%   +6,4% +42,8% −11,2% +32,3% −11,5%

Quelle: Verband der Schweizer Uhrenindustrie FH; in Mrd. CHF


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Home, sweet home Im Jahr 2021 ist die Nachfrage nach Ferienhäusern in den Alpen stark gestiegen, die Preise ebenfalls.

HAMBURG. Für Durchschnittsverdiener rückt der Traum vom Ferienhaus im Grünen in immer weitere Ferne, aber – und das mag zumindest ein schwacher Trost sein – das gilt für so manche Wohlhabende ebenso. Denn auch in der Oberklasse hat Corona die Immobilienpreise kräftig nach oben getrieben, etwa für ganzjährig nutzbare Objekte in attraktiven Alpenregionen im D-A-CH-Raum. Wer „nur“ ein paar Millionen am Konto hat, kann zum Beispiel den Zweitwohnsitz im Schweizer Nobelbergdorf St. Moritz von seiner Wunschliste streichen. Für Chalets in Toplage sind, so

© Engel & Völkers Kitzbühel

••• Von Britta Biron

Gipfelsturm Wohnen mit Blick auf malerische Bergpanoramen wird immer teurer.

Top-Preise für Domizile in der Alpenregion Region Land St. Moritz Schweiz Gstaad Schweiz Kitzbühel Österreich Garmisch Partenkirchen Deutschland Oberstdorf Deutschland Saas-Fee Schweiz Zell am See Österreich Seefeld Österreich

Chalet in Top-Lage 57–72 Mio. € 14–36 Mio. € 5–24 Mio. € 2,5–6 Mio. € 2–4 Mio. € 1,7–4,5 Mio. € 1,5–2 Mio. € 1,4–1,8 Mio. €.

Appartment m²-Preis 38–48.000 € 29–62.000 € 18–23.000 € 6–8.000 € 8–13.000 € 11–15.700 € 6–9.000 € 6–7.000 €

Quelle: Engel & Völkers

die Daten des Luxusmaklers Engel & Völkers, dort bereits 57 bis 72 Mio.€ fällig, um zehn bis 15% mehr als 2020, und die Quadratmeterpreise für Appartments in Bestlage sind in einem ähnlichen Ausmaß auf 38.000 bis 48.000 € gestiegen. Noch kräftiger fiel die Preissteigerung für Häuser in Kitzbühel mit 20 bis 25% aus. Teures Pflaster Unter einem Budget von 5 Mio. € kann man sich die Suche nach einer chicen Villa in der Tiroler Alpenmetropole sparen. Vergleichsweise erschwinglich sind die Immobilien noch in weniger mondänen Orten der D-A-CH-

Region wie Saas Fee, GarmischPartenkirchen oder Seefeld in Tirol. „Die deutlich vermehrte Flexibilität durch Remote Working hat den Wunsch nach mehr Platz sowie Privatsphäre und damit die Attraktivität einer Immobilie in den Bergen deutlich verstärkt“, rechnet Jan Christmann, Lizenzpartner von Engel & Völker in der Schweiz, mit einer weiterhin hohen Nachfrage. Und da das Angebot knapp ist und in vielen Regionen keine neuen Objekte mehr gebaut werden können, müsse man – Stichwort freie Marktwirtschaft – mit weiter steigenden Preisen rechnen.

Ein hochkarätiges Jahresergebnis

© Lucara

Diamantenminen konnten Fördermenge um 4,5 Prozent steigern.

Der Minenbetreiber Lucara fand 2021 wieder die meisten „großen Brocken“.

ANTWERPEN. Mehr als die Hälfte (55%) der Jahres-Fördermenge von 116 Mio. ct entfiel auf den britischen Minenkonzern De Beers und seinen russischen Gegenspieler Alrosa. Was die Funde besonders großer und hochwertiger Steine betrifft, die für spektakuläre High Jewellery-Kreationen der großen Schmuckhäuser unerlässlich sind, hat aber der klei-

ne kanadische Minenbetreiber Lucara die Nase vorne. Unter den insgesamt 369.390 ct, die aus der Karowe-Mine in Botswana geholt wurden, waren 841 Steine mit mehr als 10,8 ct, 39 Exemplare bringen sogar über 100 ct auf die Waage. Zudem durfte man sich noch über ein weiteres besonders Fundstück freuen, einen Fancy Pink mit beeindruckenden 62 ct.(red)

Top 5 Rohdiamanten Mine/Land Jwaneng/Botswana Karowe/Botswana Karowe/Botswana Letšeng/Lesotho Karowe/Botswana Quelle: Unternehmensangaben

Betreiber Carat De Beers 1.098 Lucara   470 Lucara   378 Gem   370 Diamonds Lucara   341


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WEINSELIG

Magere Ernte Schätzungen zufolge sind den Wetterkapriolen im Vorjahr bis zu 60% der Trauben in der Champagne zum Opfer gefallen. Knapp wird der edle Schaumwein deshalb vorerst aber nicht.

Feine Weine in vieler Munde

–60%

© PantherMedia/ArturVerkhovetskiy

WIEN/PARIS. Seit Jahren steigt die weltweite Nachfrage nach hochwertigen Weinen, und Corona hat daran nichts geändert. So setzte iDealwine, eine der führenden Online-Plattformen für Weinliebhaber, 2021 knapp 400.000 Flaschen im Wert von 41 Mio. € (+24%) ab. Vom Hang zur feinen Weinseligkeit profitiert auch das Dorotheum. Die gemeinsam mit Falstaff organisierten Auktionen mit önologischen Raritäten waren allesamt äußerst erfolgreich.

2021 verkauften die Champagnerhäuser 322 Mio. Flaschen, um 32% mehr als im ersten Corona-Jahr.

Großes Prickeln

Preisregen Große Erfolge verbucht auch das Weinland Österreich – kürzlich erst wieder beim Concours Mondial du Sauvignon, bei dem 1.120 Weine aus 23 Ländern zur Blindverkostung antraten. Im Länderranking liegt Österreich hinter Frankreich auf Platz 2; die Steiermark holt sich mit 72 Medaillen den höchsten Prozentanteil an Auszeichnungen pro eingereichten Weinen. (red)

Der weltweite Absatz von Champagner ist 2021 kräftig gestiegen, die Ernte fiel dagegen recht mager aus. ••• Von Britta Biron EPERNAY. Die Gastronomie in vielen Ländern im Lockdown, zahlreiche festliche Events wegen Social Distancing-Vorschriften abgesagt und insgesamt wenige Gründe, sich freudig zuzuprosten – trotz dieser insgesamt schlechten Rahmenbedingungen war 2021 kein schlechtes Jahr. Ganz im Gegenteil.

© Fotokuchl

Großer Erfolg Sauvignon Blancs aus der ­Steiermark zählen zu den besten der Welt.

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Freitag, 22. April 2022

Champagnerlaune Laut Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne fiel das Ergebnis sogar überraschend positiv aus. Ab April sprang die Nachfrage wieder an und nahm im Jahresverlauf weiter zu. Der weltweite Absatz kletterte gegenüber 2020 um 32% auf 322 Mio. Flaschen, und der Umsatz erreichte nach ersten Schätzungen einen Rekordwert von rund 5,5 Mrd. €. 142 Mio. Flaschen (+25%) wurden in Frankreich verkauft, womit die Grande Nation klare Nummer 1 am Champagner-

markt bleibt. Von den knapp 180 Mio. Flaschen (+37%), die exportiert wurden, ging fast ein Fünftel in die USA, wo die Champagnerlaune besonders stark ausgeprägt war (+64%) und deutlich (+36%) über dem Vor-Krisenniveau lag. Deutlich höhere Mengen als 2019 wurden – bis auf Deutschland und Japan – auch auf den anderen Hauptmärkten abgesetzt. Zuwächse konnten

Top 10 Exportmärkte Land USA Großbritannien Japan Deutschland Belgien Australien Italien Schweiz Spanien Niederlande

Mio. Fl. 2021 34,1 29,9 13,3 11,2 10,3 9,9 9,2 6,1 4,4 3,9

± zu 2020 +64% +40% +23% +11% +16% +16% +33% +24% +47% +34%

Quelle: Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne

auch auf den kleinen Märkten verzeichnet werden, etwa in ­Österreich (1,5 Mio. Flaschen, +25%). Wetterkapriolen Abgesehen vom wirtschaftlichen Erfolg hatten die Champagnerproduzenten aber wenig Grund zum Lachen. Probleme bereiteten niedrigen Kapazitäten und steigende Preise im Transportsektor. Dazu kamen noch starker Frost im Frühling, der rund 30% der Trauben vernichtete, gefolgt von wochenlangem Regen, der Mehltau-Befall und andere Schädlinge begünstigte. Insgesamt schätzt man, dass den Folgen der Wetterkapriolen rund 60% der Trauben zum Opfer gefallen sind. In der Erntezeit hatte man dann noch mit Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Mit der Qualität der Trauben sind die Winzer der Champagne aber zufrieden, und trotz der geringen Menge droht zum Glück für alle Champagner-Fans kein Versorgungsengpass.


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Kunstvolles Comeback Nach dem Annus horribilis 2020 konnte der globale Kunsthandel und da besonders der Auktionssektor im Vorjahr kräftig zulegen.

BASEL. Laut dem aktuellen Report von Art Basel und der Schweizer UBS Bank stieg der globale Gesamtumsatz mit Kunstwerken und Antiquitäten um 29% auf 65,1 Mrd. USD. Im Händlersektor reichte das 18%ige Plus auf 34,7 Mrd. USD zwar noch nicht ganz aus, um die Corona-Verluste von 2020 zu kompensieren, den Auktionshäusern gelang das dagegen schon: Sie erzielten einen Umsatz von 30,4 Mrd. USA, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2019. Sammler waren in … Etliche Auktionshäuser performten sogar noch besser: Christie’s +22%, Sotheby’s +26% oder Philipps +32%. Das Dorotheum in Wien gibt zwar keine Geschäftszahlen bekannt, lässt aber ausrichten, dass 2021 das bisher beste Jahr seiner Geschichte war und etliche Weltrekordgebote erzielt werden konnten. Besonders erfolgreich

© APA/AFP/Yuki Iwamura

••• Von Britta Biron

On- & offline Zwar schätzen die Kunstkäufer mittlerweile die Möglichkeit des OnlineShoppings, das schmälerte 2021 aber nicht das große Interesse an klassischen ­Auktionen.

Top 3 Auktionshäuser Name Sotheby’s Christie’s Philipps

Umsatz Umsatz ± zu ± zu 2021 2020 2020 2019 7,3 5,0 +43,8% +22% 7,1 4,4 +34,7% +26% 1,2 0,76 +57,9% +32%

Quelle: Unternehmensangaben, Quartals- und Jahresberichte; Werte in Mrd. €

war die Moderne Kunst. Diese Präferenz des kunstsinnigen Auktionspublikums bestätigt auch der Art Basel-Report. Das höchste Gebot des Jahres – 103,4 Mio. USD – erzielte allerdings ein Vertreter der Moderne, nämlich Picassos „Sitzende Frau am Fenster“ im Mai bei Christie’s in New York. Der Überflieger waren aber NFTs: Über Plattformen wie Ethereum wurden Krypto-Art und digitale Sammelobjekte um 11,1 Mrd. USD verkauft; 2019 belief sich dieses Segment, für das sich vor allem Hightech-affine junge Sammler und Käufer aus China begeistern, auf lediglich 4,6 Mio. USD. Mit der neuen Kunstform beschäftigen sich erst wenige Auktionshäuser und Kunsthändler,

+10%

und die Umsätze, die die Pioniere damit machen, sind vergleichsweise klein. Bei Christie’s waren es im Vorjahr 150 Mio. USD (69,3 Mio. USD allein mit Beeple’s Werk „Everydays: The First 5000 Days“) , bei Sotheby’s 80 Mio. USD. Im Vergleich dazu lagen die Gesamtumsätze der beiden Branchen-Primi bei 7,1 bzw. 7,3 Mrd. USD.

Erfolgreich Der Auktionssektor erzielte mit Kunst und Antiquitäten 2021 einen Umsatz von 30,4 Mrd. USD, um 10% mehr als vor der CoronaKrise.

… großer Kauflaune Wichtiger ist die digitale Technik aber in anderer Hinsicht. Den gesamten Onlineumsatz mit Kunst und Antiquitäten beziffert Art Basel für 2021 auf 13,3 Mrd. USD, was rund einem Fünftel des Gesamtmarkts entspricht – vor der Pandemie wurde nicht einmal ein Zehntel des Geschäfts online gemacht.

FRAGRANCE FOUNDATION AUSTRIA

Duftstars 2022 Welche Düfte haben aktuell am Markt die Nase vorne? Diese Frage beantworten alljährlich die Rankings der Fragrance Foundation.

Die LobbyOrganisation der Parfümbranche in den USA hat kürzlich bereits die Finalisten des heurigen Bewerbs bekannt gegeben, der österreichische Schwes-

terverband wird das in Kürze erledigen. In den meisten Kategorien trifft eine Fachjury die Wahl, beim Publikumspreis, traditionell einer, über den sich Hersteller be-

sonders freuen, zählt einzig der Geschmack der Endkunden. Das Voting – online auf duftstars.at und analog im Fachhandel – läuft von 2. bis 28. Mai. (red)

© Dior; Carolina Herrera; Paco Rabanne; Chanel

Wer sind die Stars im Parfümregal?


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