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Freitag, 13. April 2012 – 71

Viele Beschäftigte fühlen sich ausgelaugt und nicht wertgeschätzt  Seite 74

Rein Rechtlich

Die WU Executive Academy startet ihr neues Master of Legal Studies-Programm  Seite 75

Aufsteiger ULF Zehetner, KPMG

© KPMG

Rein Emotional

© WU Exec. Acad./Huger

„Ich habe immer die Welt sehen wollen“ Weltenbummler Der Chef von Emirates in Österreich, Martin Gross, ist Globetrotter mit Leib und Seele.  Alltagssorgen Die HR-Abteilungen leiden unter Effizienzdruck, besagt der HR Klima Index 2012 von Kienbaum. 

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© APA/Helmut Fohringer

© B. Thorn/pixelio.de

careernetwork

Mehr geld

Die heimische Gewerkschaftsjugend fordert eine Fachkräftemilliarde, um die Ausbildungsqualität für Lehrlinge zu steigern.  Seite 73

Seite 73

© Emirates

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von


Career portrait

72 – careernetwork

Freitag, 13. April 2012

Warum er keine 60 Stunden im Büro verbringen will, wie er sich mit dem ­Tourismusvirus infizierte und warum das Golfhandicap nicht alles ist, verrät ­Emirates ÖsterreichChef Martin Gross im Gespräch.

„Die Wichtigkeit des Jobs hat nichts mit der Arbeitszeit zu tun“ 10 Fragen An Martin Gros s

Als Kind wollte ich immer … Lehrer werden. Mein Lebensmotto ist … „Schau immer nach vorne – nicht zurück!“ Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … Reisen. Darüber kann ich lachen … sehr vieles. Vor allem über gutes politisches Kabarett. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Sarah‘s Key“ von Tatiana de Rosnay. In 20 Jahren werde ich … hoffentlich gesund als Rentner in einem Haus an einem kanadischen See den Sommer genießen. Davor habe ich Angst … gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe zu sein.

Wien. Wenn man den Begriff „Internationalität“ an einer Person festmachen müsste, wäre man mit Martin Gross durchaus gut bedient: Der gebürtige Deutsche ist mit einer Französin verheiratet; hat Kinder, die in Deutschland, Kanada und den USA auf die Welt gekommen sind und leitet die österreichische Niederlassung einer arabischen Fluglinie: „Die Luftfahrt und Tourismuswelt hat mich schon immer aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung fasziniert“, verrät der Österreich-Direktor von Emirates im Gespräch, dass er schon während seiner Ausbildung in München ein Faible für die Reisebranche entwickelte. „Ich wollte zwar als Kind Lehrer werden und habe eigentlich Betriebswirtschaft studiert. Mein Traum war aber schon nach den ersten Ferialpraktika, Airliner zu werden“, so Gross. „Ich habe in den Ferien für Reisebüros gearbeitet und auch als Animateur in Griechenland gejobbt. Da habe ich mich wohl mit dem Tourismusvirus infiziert.“ Und diese „Infektion“ sollte ihn seine gesamte bisherige Karriere

nicht mehr loslassen: Nach dem Abschluss des Studiums an der LMU München zog es Gross nach Frankfurt („hier spielt sich im deutschen Flugverkehr einfach alles ab“), wo er sich bei Canadian Airlines bis zum Verkaufsleiter für Zentraleuropa hocharbeitete. 1992 wechselte er zu Northwest Airlines, wo er im Lauf von zwölf Jahren die Stationen Frankfurt, als Direktor Deutschland, Manila, als General Manager für Philippinen und Mikronesien, sowie Toronto, als Regional Director Canada bei Northwest und KLM, abklapperte. 2004 übernahm er dann bei der neu gegründeten Österreich-Niederlassung von Emirates das Ruder.

Eine Frage der Einteilung „Ich bin mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden“, kommentiert Gross in der Retrospektive: „Ich habe immer die Welt sehen wollen – das habe ich geschafft. Und ich wollte nach meinen Überseeengagements auch wieder einmal zu meinen Wurzeln zurückkehren. Das ist mir mit der jetzigen Positi-

on auch gelungen“, sieht er keinen Grund, sich mit „Was-hätte-ichbisher-anders-machen-können“Spielchen auseinanderzusetzen. „In meiner Jugend habe ich natürlich sehr viel Zeit in die Arbeit investiert. Aber man muss Flexibilität und Engagement beweisen, um weiterzukommen“, so die nüchterne Analyse. „Mittlerweile habe ich aber den Schnitt gemacht und arbeite sicher keine 60 Stunden die Woche. Die Wichtigkeit des Jobs hat sicher nichts mit der Arbeitszeit zu tun. Es ist vielmehr eine Frage, wie man sich die Arbeit richtig einteilt“, so Gross. „Eine meiner Stärken ist, dass ich gut delegieren kann. Außerdem kann ich mich sehr gut auf meine vier Abteilungsleiter verlassen und die Verantwortung aufteilen. Ich muss nicht alles selbst machen – auch wenn ich mich manchmal dabei ertappe, immer noch zu oft selbst eingreifen zu wollen“, sieht er sich in erster Linie als Facilitator und Unterstützer eines „äußerst fähigen Teams“. „Ich mag die Menschen in der Luftfahrt. Sie beweisen ein enormes Ausmaß an Flexibilität

und zeigen Spaß an ihrer Aufgabe. Überhaupt ist die Branche viel lockerer als so manch andere.“

Familiensinn Ob er sich eine andere Branche als Broterwerb vorstellen könnte? „Ich glaube, ich würde gern in der freien Natur arbeiten; etwa als Raftingunternehmer ein Floß lenken“, zieht es ihn regelrecht ins Grüne. Privat lebt er diese Leidenschaft bei Urlauben in Kanada – „ich liebe die Weite und die Vielfalt dieses Landes“ – und als passionierter Läufer und Golfer aus. Als überehrgeizig würde er sich nicht bezeichnen: „Ich bin sehr familienorientiert und möchte nicht die kostbare Zeit mit meiner Familie dafür opfern, jeden Sonntag sechs Stunden bei einem Golfturnier bei jedem Wetter an meinem Handicap zu schrauben“, stellt er seine Prioritäten klar. „Hätte ich eine Karriere als Golflehrer angestrebt, wäre meine Familie vermutlich bereits verhungert. Dafür fehlt mir schlichtweg das Talent“, so die zusammenfassende StärkenSchwächen-Analyse.  (jawe)

1955–1981

1982–1999

2000–Heute

1955 in München geboren, wächst Martin Gross in der bayrischen Landeshauptstadt auf und absolviert in Folge auch dort das Betriebswirtschaftsstudium an der LMU München.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums zog Gross nach Frankfurt, wo er in Folge zehn Jahre bei Canadian Airlines im Verkauf tätig war und bis zur Position Verkaufsleiter CEE aufstieg. 1992 wechselte er als Direktor für Deutschland zu Northwest Airlines und 1997 übernahm er als General Manager für die Philippinen und Mikronesien den Standort Manila.

2000 übersiedelte Gross als Regional Director Canada bei Northwest und KLM nach Toronto. 2004 kehrte er dann nach Europa zurück und übernahm den Posten des Direktors für Österreich, Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn bei Emirates, den er bis dato innehat.

Das ist meine größte Stärke … Spontanität und Offenheit. Das ist meine größte Schwäche … unangenehme Dinge aufzuschieben. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … mit einem Stationsarzt im Krankenhaus. Es ist unglaublich, was da alles abläuft.


p e rso n a l m a n a g e m en t

Freitag, 13. April 2012

careernetwork – 73

HR Klima Index 2012 Arbeitgeberattraktivität und das Rekrutieren der richtigen Mitarbeiter sind die Themen in der HR-Welt

Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck

HR unter Effizienzdruck

Der Faktor Personal gewinnt bei den Unternehmen an Bedeutung – mit Ressourcen wird aber geknausert. Wien. Wie Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver werden und wie sie die richtigen Mitarbeiter für sich gewinnen können – das sind in diesem Jahr die Topthemen in den Personalabteilungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wenn es nach dem HR Klima Index 2012 der Beratergruppe Kienbaum geht. Ebenso ganz oben auf der Prioritätenliste sehen die Personaler die Steigerung der Führungs- und Managementqualität sowie das Thema Rekrutierung. „Die Agenden von Österreichs Personalern werden damit immer stärker von den zukünftig zu erwartenden Engpässen am Arbeitsmarkt geprägt“, sagt Cornelia Zinn-Zinnenburg, Geschäftsführerin von Kienbaum in Wien.

Vor allem im Bereich Produktion überwiegt aufgrund der positiven Erwartungen zur Geschäftsentwicklung der Optimismus: Immerhin 62% der Unternehmen gehen von einem Beschäftigungszuwachs aus. Das konträre Bild zeichnet sich in der Finanzwelt ab. Hier rechnen 37% der Unternehmen, dass sich die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduziert: „Während die Banken noch deutlich die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hat die Industrie bereits zu ihrer alten Stärke zurückgefunden und blickt weitgehend optimistisch nach vorn“, kommentiert Zinn-Zinnenburg die Ergebnisse der Befragung.

Wachsende Relevanz

Cornelia Zinn-Zinnenburg, Kienbaum: „Die Agenden von Österreichs Personalern werden immer stärker von den zu erwartenden Engpässen am Arbeitsmarkt geprägt.“

Optimistische Signale

Deutlich werde laut der Kienbaum-Geschäftsführerin auch die wachsende Relevanz von HRThemen in den Unternehmen: Die Firmen seien sich mittlerweile bewusst, dass die demografische Entwicklung und der zunehmende Fachkräftemangel die Personalbereiche vor die herausfordernde Aufgabe stellen, die notwendigen personellen Ressourcen zu be-

schaffen, zu entwickeln und zu halten. So erwarten 42%, dass die Relevanz von HR-Themen steigt. Obwohl viele Unternehmen aber erkennen, dass der Faktor Personal in Zeiten enger und fordernder Arbeitsmärkte immer wichtiger wird, setzen sie diese Prioritäten nicht um, kritisiert man seitens Kienbaum. So hinke man seit Jahren hinterher, wenn es um die Aus-

stattung der HR-Bereiche mit Personal- und Finanzressourcen gehe: „Es lastet ein großer Effizienzdruck auf den HR-Abteilungen. Operative Themen bestimmen das Geschäft und eine optimale Vorbereitung auf die langfristigen Herausforderungen im Personalbereich ist mit den momentanen Mitteln oft schwer umzusetzen“, erklärt ZinnZinnenburg abschließend.  (red)

Lehrlinge Ausbildungsqualität müsse gesteigert werden

Statistik Industrie

Bewerbung Aussehen

Wien. Die große Zahl an Jugendlichen, die bei der Lehrabschlussprüfung durchfallen, lässt bei der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) die Alarmglocken schrillen und die Forderung nach einer „Fachkräftemilliarde“ laut werden. Wie ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr letzte Woche erklärte, gelte es, die Ausbildungsqualität bei Lehrberufen zu steigern. Und das Geld dafür soll von den heimischen Unternehmen kommen: „Wenn ein Glaser-Lehrling bei der Lehrabschlussprüfung das erste Mal eine Fräsmaschine sieht“, läuft für Michlmayr etwas falsch.

Wien. Die Sicherstellung des Fachkräftebedarfs – insbesondere in technisch-handwerklichen bzw. technisch-naturwissenschaftlichen Berufen – sei eine der wesentlichen Herausforderungen in der Zukunft, heißt es seitens der heimischen Industriellen Vereinigung. Umso mehr freue man sich, dass die Zahl der Lehranfänger zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte – heuer um exakt 10,8%.

Jerusalem. Gut aussehende Frauen, die ein attraktives Foto auf ihren Lebenslauf pappen, werden seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als Frauen, die gar kein Bild oder ein mittelmäßiges einsenden. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Ben-Gurion- und der Ariel-Universität. Als Grund nennen die Forscher, dass Neid und Angst vor Rivalinnen die Personalchefs vor der Einstellung abschrecke.

Bezüglich der Beschäftigungsentwicklung ortet man seitens Kienbaum aber auch 2012 halbwegs optimistische Signale. So gehen 53% der befragten Unternehmen in Österreich von einer stagnierenden Anzahl der Beschäftigten aus und gut ein Drittel plant, ihre Belegschaft aufzustocken.

Reality-Check „Karriere“ © mediendienst.com/Foto Wilke

ÖGJ fordert Fachkräftemilliarde

Mehr Lehrlinge

in einen Topf einzahlen, aus dem dann die Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, gefördert werden sollen. Derzeit bilden laut Gewerkschaft 20% der Firmen aus. Durch den Vorschlag würde die gesamte Wirtschaft solidarisch zur Fachkräfte-Ausbildung beitragen. Mit dem Geld sollen auch die überbetrieblichen Lehrwerkstätten finanziert werden. Der Bund bzw. das AMS würde sich mit dem Modell pro Jahr 150 Mio. € sparen.  (APA)

börse

Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.

© APA/Helmut Fohringer

Heidi Hauer

Heidi Hauer (30) übernahm mit 2. April die Leitung der Unternehmenskommunikation für Kraft Foods Öster- reich. Sie folgt auf Barbara Blohberger (40), die zur Leiterin Unternehmenskommunikation  D-A-CH bestellt wurde.

R. Kefaloudi-Walli Grünspar

© Grünspar

Kraft Foods © Kraft Foods

Ulf Zehetner (39) ist seit 1. April als neuer Tax Partner Mitglied der Geschäftsleitung von KPMG. Zu seinen Branchenschwerpunkten zählen v.a. Versicherungen, Pensionskassen, Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

Promotion

Ulf Zehetner

Zu schön für die Arbeitswelt: Hübsche Bewerberinnen haben es schwer.

Roland Kefaloudi-Walli (39) ist seit  1. März Country Manager Österreich der in Deutschland und Österreich agierenden Grünspar GmbH. Zuletzt war er fünf Jahre für den Handwerker-Marktplatz MyHammer in Öster-

Joachim Trickl Colt

© Colt

© sxc/Zielnet

Einige Kfz-Lehrlinge lernen gerade mal den Reifenwechsel, kritisiert der ÖGJ.

Über alle Wirtschaftssparten hinweg beträgt die Gesamtzahl der Lehrlinge laut Lehrlingsstatistik der WKO (Stichtag 31.12.2011) 128.078 – das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 1,3%. Zurück gegangen ist auch die Gesamtzahl der Lehranfänger um etwa 0,7%. Ausnahme von dieser Entwicklung ist die Sparte Industrie mit einem Zuwachs von 10,8%, gefolgt von Handel (+3,6%) und Gewerbe (+1,1%). Den größten Rückgang bei den Lehranfängern verzeichneten die Überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen (ÜBA) mit fast 18%.

KPMG

© KPMG

job

Schlechte Karten

Industrie vor Handel

Schwarz und weiß Das Problem sei, dass Lehrlinge in manchen Betrieben Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben müssten, anstatt fachliche Kompetenz aufzubauen. Andererseits werden österreichische Lehrlinge auch Berufsweltmeister, relativierte Michlmayr. Mit der Fachkräftemilliarde will die Gewerkschaftsjugend mehr Geld für die Ausbildung. Alle österreichischen Unternehmen sollen ein Prozent der Bruttolöhne

„Wer jung ist, dem stehen alle Wege offen.“ Ein Satz, den man als Jugendlicher oft hört – gerade von wohlmeinenden, älteren Ratgebern. Oft verbunden mit dem Rat, die Ausbildung ernst zu nehmen und nach Möglichkeit alle Chancen zu nützen. Gott sei Dank stimmt es grundsätzlich auch, dass man hierzulande vieles werden kann, vorausgesetzt die privaten, finanziellen und persönlichen Voraussetzungen sind gegeben. Wie denken aber Studenten über ihre eigenen Karriereaussichten? Die deutsche Student Survey 2012, „Karriere, Familie & Co“, ist diesem Thema gewidmet und fördert interessante Ergebnisse zutage – zeigt aber auch große Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. So glauben beispielweise drei von vier männlichen befragten Studierenden, in ihrem kommenden Berufsleben einmal eine Führungsposition einzunehmen – eine Perspektive, die nur zwei Drittel aller Frauen für realistisch halten. Jede zweite befragte Studentin ist darüber hinaus davon überzeugt, trotz gleicher Qualifikation schlechtere Berufschancen zu haben wie männliche Kollegen. Drei von vier Männern (77 Prozent) glauben hingegen, dass sich Beruf und Familie einmal leicht vereinbaren lassen. Welche Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen ziehen? Wahrscheinlich jene: Studierende sind insgesamt zum größten Teil optimistisch, was ihre noch kommenden Karrieren betrifft. Leider zeigt sich aber auch, dass gerade junge Frauen gesellschaftliche Realitäten wie mangelhafte Kinderbetreuungseinrichtungen für sich relevanter einschätzen als junge Männer.

Joachim Trickl (52) ist neuer Director Sales Central Region bei Colt. In dieser Funktion verantwortet Trickl künftig den Vertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zuletzt war er als Chief Operating Officer bei der QSC AG tätig.


M i ta r b e i t e r g e s u n dh e i t

74 – careernetwork

Freitag, 13. April 2012

Ermüdung Viele Beschäftigte fühlen sich zunehmend ausgelaugt und nicht wertgeschätzt, die Qualität der Arbeit sinkt dadurch

Arbeitnehmer wollen mehr Lob

© Benjamin Thorn/pixelio.de

Studie: Leistungs- und Zeitdruck führt bei vielen Arbeitskräften zu Erschöpfung und Überforderung.

Erschöpfung am Arbeitsplatz: Manche sind mit Leistungsdruck überfordert.

Chemnitz/Frankfurt. Dass sich steigende Arbeitsbelastung negativ auf die Gesundheit auswirkt, ist keine neue Erkenntnis. In welchem Ausmaß Überforderung und Erschöpfung aber auch die Arbeitsqualität und Professionalität verschlechtern und was Unternehmen dagegen tun können, das haben Soziologen der TU Chemnitz und des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt jetzt herausgefunden. Die Befragung der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Supervision ergab, dass dauerhafter Zeitund Leistungsdruck, regelmäßige Überstunden, geringe Entscheidungsspielräume bei gleichzeitig

fehlender Anerkennung und Unterstützung durch Führungskräfte Arbeitnehmer zunehmend belastet und nicht selten auch überfordert. Das resultiert nicht nur in Krankheiten, sondern wirkt sich in hohem Maß auf die Qualität der Arbeit aus: Arbeitnehmer machen nur mehr „Dienst nach Vorschrift“, die Professionalität sinkt.

Tendenz steigend Gaben 2008 noch 80% der Befragten an, dass Beschäftigte unter dauerhaftem Leistungsdruck stehen, waren es 2011 bereits 90%. Fast 70% der Experten sehen die

wachsenden Konflikte zwischen Management und Mitarbeitern als problematischen Aspekt. Günter Voß, Leiter der Studie, erklärt die Problematik folgendermaßen: „Das Ziel professionellen Handelns liegt aus Sicht der Organisationen insbesondere darin, den eigenen ökonomischen Erfolg zu sichern. Für die Beschäftigten ist professionelles Arbeiten hingegen vor allem mit Sinnhaftigkeit, klar erkennbarer Wirksamkeit und fachlicher Qualität verbunden.“ Den Sinn der geleisteten Arbeit zu erkennen, falle den Beschäftigten immer schwerer: „Das kann zu einer erheblichen Entfremdung

von der eigenen Tätigkeit führen, die ein bisher wenig beachteter Grund für die derzeit weithin beobachtete Zunahme psychischer Belastungen sein könnte“, erklärt Voß.

„Probleme ansprechen“ 65% der Befragten gaben an, dass ihre Supervisanden Angst hätten, Konflikte und Belastung vor ihrem Chef zur Sprache zu bringen. Arbeitgeber können laut Studie aber etwas gegen die Erschöpfung ihrer Mitarbeiter tun: „Ein hoher Arbeitseinsatz sollte deutlich wertgeschätzt werden. Außerdem braucht es ein Klima, in dem Vorgesetzte die Mitarbeiter vor Überlastungen und nicht zuletzt vor Selbstausbeutung schützen sowie dazu beitragen, dass Probleme angesprochen werden und sich Kollegen solidarisch verhalten“, empfiehlt Voß.  (lw)

Studie Berufseinsteiger

Weiterbildung

Berlin. Wie wichtig berufliche Weiterbildung vor allem für junge Arbeitnehmer ist, das zeigt eine Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). 60% aller Erwerbstätigen zwischen 25 und 35 Jahren sehen Weiterbildungsmöglichkeiten sogar als ausschlaggebend für die Jobwahl. „Unternehmen müssen ihre Personalentwicklungs-Strategien auf attraktive Weiterbildungsangebote überprüfen, wenn sie Nachwuchskräfte gewinnen, motivieren und langfristig binden wollen“, erklärt Ada Pellert, Präsidentin der DUW. Die Studie brachte außerdem zutage, dass Weiterbildung mit zunehmendem Alter an Bedeutung verliert: Nur 30% der Arbeitnehmer über 35 Jahren halten sie für „sehr wichtig“.

Messe Vereinbarkeit

Beruf und Baby

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Wien. Eltern können sich am 19. und 20. April bei der Messe „Beruf Baby Bildung“ der Arbeiterkammer Wien Tipps zum beruflichen Wiedereinstieg holen. Arbeits- und sozialrechtliche Fragen werden geklärt und Kinderbetreuungsmöglichkeiten vorgestellt. Die Wiener Volkshochschulen informieren über spezielle Angebote für Eltern in Karenz. Bei Workshops können Interessierte etwa Zeitmanagement, Networking oder Bewerbungsstrategien lernen.

Universitätslehrgang Werbung & Verkauf Unsere absolventinnen sind aufsteigerinnen Heidi Nather-Eggeling von C&A Mode ist erfolgreiche Absolventin unseres Universitätslehrganges. Nach Stationen in den Werbeagenturen Young & rubicam und JWt wechselte sie als Werbeleiterin und Mode Pr-Sprecherin zu C&a Mode Österreich. Zu Beginn für Österreich und tschechien verantwortlich, begleitete sie die starke expansion des Modehauses. heute liegt die Werbeleitung für acht Cee-länder in ihrem Verantwortungsbereich. aufbauend auf den Universitätslehrgang Werbung & Verkauf absolvierte sie parallel zu ihrer beruflichen Karriere den Professional MBA Marketing & Sales an der WU executive academy.

© sxc

werbung.verkauf@wu.ac.at, +43-1-31336-4612, www.werbelehrgang.at Berufsbegleitende Universitätslehrgänge der WU executive academy. Familie und Beruf unter einen Hut bringen – Tipps dazu gibts von der AK. 216x288 WU-Sujet Nather eggeliNg 11-025_UL-WV_Medianet-216x288_Nather_KW43.indd

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Aus - u n d W e i t erbi l d u n g

Freitag, 13. April 2012

careernetwork – 75

WU Executive Academy Ab Herbst startet mit dem Master of Legal Studies das bereits dritte Rechtsprogramm

short

Rein rechtlich betrachtet

FH Technikum: Master Day und Karriere Talk

Zielgruppe des neuen Masterlehrgangs sind explizit Nicht-Juristen, betont die WU Exec. Academy. Arbeitsrecht, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Zivilrecht, sowie Öffentliches Wirtschaftsrechts und Europarecht legt. Kodek: „Im Vordergrund steht jedoch nicht ausschließlich die Vermittlung dieser rechtlichen Fachgebiete, sondern auch die Schulung des juristischen Denkens und der juristischen Arbeitsmethodik, um sich rasch in Rechtsgebiete und Rechtsfragen einzuarbeiten und diese kritisch zu behandeln und zu hinterfragen.“

„Fundierte Rechtskenntnisse sind heute für Führungskräfte nicht mehr eine Zusatzqualifikation, sondern oft die notwendige Basis, um komplexe Aufgabenstellungen erfolgreich lösen zu können“, ist Michael Müller, Mitglied des Vorstands der paysafecard group, überzeugt. „Vor allem Kleinund Mittelunternehmen ohne eigene Rechtsabteilung profitieren von Mitarbeitern, die über ihre vorrangige Qualifikation hinaus juristische Kenntnisse mitbringen können“, bricht er eine Lanze für den neuen Lehrgang, der die juristische Schwerpunktausbildung in den Bereichen Steuerrecht,

Am 18.4. stellt sich die FH Technikum Wien der breiten Öffentlichkeit vor.

16 Lehreinheiten Als Zielgruppe des auf 16 – jeweils von Freitag bis Sonntag laufenden – Lehreinheiten angesetzten und im Herbst startenden Lehrgangs definiert Kodek „aktive oder zukünftige Führungskräfte in Führungspositionen, die häufig mit Rechtsfragen konfrontiert sind“. Weitere Infos:  www.executiveacademy.at

Georg E. Kodek, ist der akademische Leiter des Master of Legal Studies.

Bildungsinvestitionen Sechs Prozent mehr Einkommen

Suchmaschine Überblick in der Welt von MBA, MSc ...

Wien. Jedes Jahr, das eine Österreicherin länger in der Schule, im Studium oder in der Berufsausbildung bleibt, bringt ihr später fast sechs Prozent mehr Einkommen. Damit profitiert sie etwas mehr von Bildung als ein männlicher Kollege, bei dem die sogenannte Bildungsrendite – der finanzielle Ertrag von Investitionen in Bildung – bei fünf Prozent liegt. Das ergibt die Berechnung des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Österreich steht mit diesem

Ergebnis nicht alleine da: Laut IAB lohnt sich die Investition in Bildung in neun von zwölf untersuchten europäischen Ländern für Frauen finanziell mehr als für Männer. Nur in Schweden, Deutschland und den Niederlanden ist die Bildungsrendite von Frauen niedriger.

Salzburg. Die „Orientierung im Master- und MBA-Dschungel“, das will künftig MBA.de – laut Eigendefinition das „Zielgruppenportal für Deutschland, Österreich und die Schweiz zum Thema MBA- und Masterausbildungen“ – liefern.

Lohnunterschied nimmt ab

Hintergrundinformationen

Politische Rahmenbedingungen – wie Steuersysteme oder familienpolitische Maßnahmen – spielen dabei ebenso eine Rolle wie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Einkommen und der Erwerbsbeteiligung. Hochqualifizierte Frauen würden im Durchschnitt zwar weniger verdienen als hochqualifizierte Männer – mit steigendem Bildungsniveau nehme der geschlechtsspezifische Lohnunterschied aber zumindest ab. Wer aus den Ergebnissen den Schluss zieht, möglichst viele Jahre in seiner Ausbildung anzusammeln, irrt jedoch: „Bummelstudenten verdienen nicht mehr als die anderen Studierenden“, betonen die Studienautoren, Sitzenbleiber nicht mehr als Muster­schüler.  (APA)

Vor allem Hintergrundinformationen zu Teilzeit, Vollzeit und Executive MBA- und Master-

Frauen haben bei der Rentabilität von Bildungsinvestitionen die Nase vorn.

Survival-Guide für Berufseinsteiger

programmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen künftig auf der Website abrufbar sein: „Die Motivation lag darin, eine Informationsplattform für den deutschsprachigen Großraum zu schaffen, die in einem einheitlichen Standard Informationen und harte vergleichbare Daten der jeweiligen MBA-und Master-Programme vermittelt“, begründet man seitens der Verantwortlichen den Relaunch des bereits 2005 gestarteten Projekts. Thilo Baum/Martin Laschkolnig: Die Bildungslücke. 304 Seiten, Verlag Börsenmedien AG, ISBN: 9783942888967

© mba.or.at

© S. Hofschläger/pixelio.de

Höhere Bildungsrendite für Frauen Durch den Master-Dschungel

Wien. Um Jobs und Karrierechancen mit einem technischen Masterstudium geht es beim ersten „Master Day“ mit Karriere Talk, am 18. April an der FH Technikum Wien. Ab 16 Uhr diskutieren Absolventen der FH mit HR-Verantwortlichen von Beko und der Frequentis AG sowie dem Vizerektor der FH Technikum Wien, Christian Kollmitzer. Im Anschluss präsentieren sich die Master-Studiengänge der FH Technikum Wien in vier parallelen Sessions. www.technikum-wien.at/masterday.

© www.boersenmedien.de

„Notwendige Basis“

© Irene Schanda

sind“, im Vordergrund: „Darüber hinaus werden umfangreiche analytische Fähigkeiten sowie Sozialkompetenzen vermittelt“, so Kodek.

© WU Executive Academy/Stephan Huger

Wien. „Die stets zunehmende Normenflut auf nationaler und internationaler Ebene bringt mit sich, dass auch Nicht-Juristen immer häufiger mit rechtlichen Fragestellungen konfrontiert sind.“ Das sei laut Georg E. Kodek, Richter am Obersten Gerichtshof und Lehrgangsleiter an der WU Executive Academy, einer der Gründe, warum man mit dem Master of Legal Studies neben dem LL.M. (International Tax Law) und dem Master of Business Law (MBL) nun ein weiteres LawProgramm in den Kanon der Masterprogramme der WU Executive Academy aufgenommen habe. In dem auf 15 Monate ausgelegten Universitätslehrgang stehe vor allem die Vermittlung aller erforderlichen juristischen Kenntnisse, „die für eine erfolgreiche Führungskraft sowohl in der Privatwirtschaft als auch in der öffentlichen Wirtschaft und bei NonProfit-Organisationen notwendig

Teilzeit, Vollzeit und Executive: Masterprogramme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden auf MBA.de gelistet und nach diversen Kriterien bewertet.

Berlin. „Vergessen Sie alles, was Sie in der Schule gelernt haben“ hören Jobeinsteiger häufig. Für die Autoren von „Die Bildungslücke“ liegt der Grund auf der Hand: Zwischen dem, was das Bildungssystem liefert und dem, was im Leben zählt, klafft eine riesige Lücke. Und diese versuchen 20 Experten in dem Buch nun zu füllen, indem sie „das Wissen nachliefern, das man braucht, um im Berufsleben zu bestehen“.



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