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industrial 0104

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Freitag, 1. April 2016

cover 57

Weltkonjunktur Monatliche Analyse der Bank Austria-Expertin 59

Jubiläum Engel Austria feiert 30 erfolgreiche Jahre in Asien 60

Datenschutz Siemens startet Operation Center für Cyber Security 61

Lagermax Neue Expressverbindung zwischen Türkei und Europa 63

© dpa/picture-alliance/ dpa/Patrick Pleul

industrial technology Windparks Wirtschaftlichkeit könnte deutlich gesteigert werden 64

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© Panthermedia.net/Irochka

Staatspreis geht an ams AG

Vorteile von Industrie 4.0 vor allem abseits der Produktion

© Greiner Holding

© Panthermedia.net/Dilvano Audisio

Der entscheidende Hebel, um von der Digitalisierung zu profitieren, liegt in der Kontrolle und Analyse der Daten. 58

WIEN/UNTERPREMSTÄTTEN. Wissenschafts-, Forschungsund Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat am Dienstagabend den Staatspreis Innovation 2016 an die ams AG verliehen. Das steirische Unternehmen konnte sich mit seinen neuartigen Sensoren, die berührungslos 13 verschiedene Gesten in acht Richtungen erkennen und damit die Interaktion zwischen Mensch deutlich verbessert, gegen die große Konkurrenz behaupten – insgesamt hatten sich 524 an dem Bewerb beteiligt. (red)

Digitalisierung Industrie 4.0-Experte Johannes Schilp stellt der Druckbranche ein gutes Zeugnis aus. 60

Interview Alexander Schalko zum Umweltmanagement von Greiner. 64


58 coverstory

Freitag, 1. April 2016

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Big Data ist der springende Punkt Von der Digitalisierung werden vor allem jene Unternehmen profitieren, die in der Lage sind, Daten zu analysieren und sinnvoll zu nutzen.

Datenhoheit entscheidet „Spannend wird vor allem die Frage, wer sich das zusätzliche Wertpotenzial einverleibt. Denn das Phänomen Industrie 4.0 verändert in hohem Maße das Machtgefüge zwischen den an der Wertschöpfung beteiligten Unternehmen“, sagt Kautzsch. Wer betreibt und optimiert in Zukunft die Produktionsanlagen z.B. eines Automobilherstellers? Der Lieferant, der Roboter, der Automobilhersteller selbst oder aber der Zulieferer der Software? Und wem gelingt es, die Betriebsdaten so zu analysieren, damit daraus konkret anwendbare Handlungsempfehlungen und Prozessoptimierungen abgeleitet werden können? „Diese Fragen rund um dieses sogenannte Applikations-Know-how entpuppen sich als wahre Kernthemen von Industrie 4.0“, sagt Tobias Sitte, Co-Autor der Studie und ebenfalls Partner bei Oliver Wyman. Auf weltweit 600 Mrd. USD Margenzuwachs beziffert die Untersuchung dieses Potenzial im Jahr 2030; als zweitstärkster Effekt schlägt die Flexibilisierung der

4.0? Neue Ideen Zwar ist es mittlerweile Common Sense, dass Industrie 4.0 völlig neue Geschäftsmodelle ermöglicht; dass hier derzeit aber noch wenig passiert, liegt nach Meinung der befragten Manager vor allem daran, dass man sich diese heute noch nicht einmal vorstellen kann.

Fertigung samt individualisierter Massenfertigung mit 300 Mrd. USD zu Buche. Dieses Thema bewegt insbesondere Klein- und Miniserienfertiger aus der Luftfahrt- oder der Bahnindustrie. „Und hier liegt eine Riesenchance für Zulieferer, ihre Kontrolle über die Wertschöpfung auszuweiten“, so Sitte weiter. Zur Erklärung nennt er ein Beispiel aus der Möbelindustrie: Dank Digitalisierung kann der Kunde eines Küchenherstellers heute über ein 3D-Modell beim Händler seine Wunschküche zusammenstellen. Die Basis für solche maßgeschneiderte Serienproduktion in Losgröße 1 sind Innovationen bei einem Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen. Diese werden über eigene Software­ lösungen so am Kunden-Front-End vorkonfiguriert, dass sie von der Bestellauslösung bis zur Logistik einen durchgängig individualisierten Fertigungsprozess ermöglichen. Der Vorteil für den Maschinenhersteller: Er befreit sich damit aus seiner bisherigen Nischenposition. Denn indem es ihm gelingt, den gesamten Wertschöpfungsprozess zu integrieren, kann er als Dienstleister für Küchenhersteller branchenweit einen Mehrwert schaffen.

Barrieren zur Potenzialerschließung Problemfelder Nennungen Mangelnde Kreativität hinsichtlich neuer Betriebs- und Geschäftsmodelle 100% Mangelnde interne Software- und Datenkompetenzen 86% Zu wenig Know-how für die Analyse großer und komplexer Datenmengen 84% Risiken ungeklärter rechtlicher Fragen, z.B. Data-Ownership 80% Fehlende Standards (Schnittstellen/Architekturen) 75% Mangelnde Bereitschaft zu datengetriebenen Entscheidungen 66% Mangelnde Kooperationsbereitschaft von Geschäftspartnern (z.B. Kunden, Zulieferer) 64% Risiken durch unzureichende Datensicherheit 59% Mangelnde IT-Infrastruktur 57% Mangelnde Affinität des Managements zum Thema Digitalisierung 36% Quelle: Oliver Wyman, 2016, Werte in Prozent der befragten Personen

Big Data „Die größten digitalen Werthebel liegen gar nicht, wie vielfach unterstellt, in der Technologie oder nur in einer Flexibilisierung der Fertigung, sondern in teilweise produktionsfernen, indirekten Bereichen wie Vertrieb, Preissetzung, Planung, Controlling oder Einkauf“, sagt Thomas Kautzsch.

© oliverwymande/Marc Dietenmeier

MÜNCHEN. Welches wirtschaftliche Potenzial bietet Industrie 4.0? Die Unternehmensberatung Oliver Wyman hat 60 international tätigen Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Nordamerika analysiert und kommt zu folgendem Schluss: „Bis zu 1,4 Billionen US-Dollar an zusätzlicher, jährlicher Marge sind dank der ‚Digitalen Industrie‘ weltweit im Jahr 2030 zu heben“, sagt Thomas ­Kautzsch, Partner bei Oliver Wyman und Leiter des globalen Beratungsbereichs Automotive und Manufacturing Industries. Insgesamt neun unterschiedliche Werthebel wurden in der Studie identifiziert – von der Steigerung der F&E-Effizienz bis zur Optimierung des Produktionsnetzwerks. „Die größten digitalen Werthebel liegen allerdings gar nicht, wie vielfach unterstellt, in der Technologie oder nur in einer Flexibilisierung der Fertigung, sondern in teilweise produktionsfernen, indirekten Bereichen wie Vertrieb, Preissetzung, Planung, Controlling oder Einkauf.“ Ein entscheidender Einfluss darauf, ob und wie sehr ein Unternehmen von der Digitalisierung profitieren wird, liegt im Bereich Big Data. Von allen untersuchten Branchen spielt dieser Faktor im Automobilsektor die größte Rolle.

© panthermedia.net/BeeBrigh

••• Von Britta Biron

Noch viele Hindernisse Für diesen Kampf um die Datenhoheit sehen die Manager aus dem Maschinen- und Anlagenbau ihre Unternehmen bisher aber erst unzureichend gerüstet, wie die Studie ebenfalls zeigt (siehe Grafik). Befragt nach den größten Hindernissen der Digitalisierung, gaben ausnahmslos alle Entscheider an: Es fehlt an „Kreativität, um über bestehende Betriebs- und Geschäftsmodelle hinauszudenken“. 86% vermissen in ihren Unternehmen zudem „interne Softwareund Datenkompetenzen“, und 84% meinen, es fehle an „Know-how bei der Analyse großer Datenmengen“ sowie der Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen. Rasches Handeln in nötig Sitte unterstreicht den Handlungsbedarf, die digitale Transformation aktiv anzugehen. Und das betrifft nicht allein die Maschinen- und Anlagenbauer: „Alle Fertigungs­ unternehmen sind gut beraten, jetzt ihre Aktivitäten zu orchestrieren und den vielen Einzelprojekten einen Rahmen und eine Richtung zu geben.“

Denn klar ist auch: Industrie 4.0 wird neue Spieler auf den Plan rufen und den Wettbewerbsdruck noch weiter erhöhen. Bedeutet das den Siegeszug der Onlinegiganten auch im Industrieumfeld? Thomas Kautzsch hält ein solches Szenario für unwahrscheinlich: „Ähnlich wie es Microsoft in den 2000er-Jahren nicht gelang, sich beim Thema ‚Offene Automatisierung‘ zu positionieren, werden es Google oder Amazon in der nächsten Dekade nicht schaffen, die ‚Digitale Industrie‘ im B2B-Umfeld zu erobern“, ist er überzeugt. Den etablierten Industrieprofis kommt vor allem zugute, dass ihre Anwendungen meist sehr speziell sind. Ein Massenmarkt, auf den es die endkundenbezogenen OnlineKonzerne in der Regel abgesehen haben, ist in den vorgelagerten Feldern noch nicht zu finden.


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Freitag, 1. April 2016

konjunkturbarometer 59

Motor stottert, aber er läuft!

österreich spezial

Unsicherheiten ­belasten Konjunktur

Europa ▲ Nach vorläufigen Schätzungen sollte die Eurozone im 1. Quartal um 0,3% gewachsen sein. Das wäre etwas unter der ursprünglichen Prognose von 0,4%. USA ▲ Die US-Konjunktur legte im 4. Quartal um 1,4% zu. Damit sollten die Befürchtungen, die USA könnten in eine Rezession kippen, verstummen. Der private Konsum zeigt sich robust, und auch der Arbeitsmarkt sollte sich weiter erholen. Japan Der private Konsum gab in Japan zuletzt ein kräftiges Lebenszeichen. Die privaten Ausgaben sind in den letzten zwölf Monaten um 1,2% gestiegen, das war der erste Anstieg seit einem halben Jahr.

steht vor Herausforderungen, wie z.B. das schwache Wachstum der anderen Länder. Lateinamerika Brasilien steuert auf eine der größten Rezessionen zu, die das Land je gesehen hat. Die Konjunktur soll

heuer um knapp 4% schrumpfen, die Arbeitslosigkeit liegt aktuell bei 9,5% und soll noch weiter steigen; jeder 5. junge Brasilianer ist arbeitslos. Monika Rosen ist Chefanalystin im Bank Austria Private Banking.

Kleine Delle sollte Aussichten weder am Bau noch in anderen Bereichen trüben.

Rahofer.

••• Von Monika Rosen

© APA/dpa/Roland Holschneider

Gefahr der Rezession in den USA scheint gebannt, Europa und Österreich hinter den Erwartungen, Japan, ­China und Indien auf gutem Kurs.

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China Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass das chinesische Wachstum im 1. Quartal bei 6,7% liegen wird, nach 6,8% im 4. Quartal 2015. Im zweiten Quartal sollen dann wieder 6,8% erreicht werden. Indien ▲ Für Indien wird heuer ein Wachstum von 7,2% erwartet, was weltweit gesehen ausgezeichnet ist. Aber auch die indische Wirtschaft

unter der lupe

US-Notenbank: Fuß vom Gas Mit dem Ergebnis ihrer März-Sitzung sorgte die US-Notenbank für eine erhebliche Überraschung. Nicht so sehr mit der Tatsache, dass sie die Leitzinsen unverändert ließ – das war weitgehend erwartet worden. Einigermaßen überraschend kam aber die neue Prognose der Fed, wonach heuer wahrscheinlich noch zwei, statt bisher vier, Zinsanhebungen erfolgen werden. Etwas pointiert könnte man sagen, die Fed hat die Zinsen gesenkt, ohne die Zinsen zu senken. Sie hat jedenfalls einen Schritt in Richtung expansiverer Geldpolitik getan. Nun gehen die Meinungen auseinander, warum die US-Notenbank einen derart expansiven Kurs eingeschlagen hat. Einerseits hat sich der US-Arbeitsmarkt deutlich erholt, andererseits hat auch die Inflation zuletzt ein Lebenszeichen gegeben. Einige Ökonomen stellen also schon die Frage, worauf die Fed noch wartet, um eine weitere Zinsanhebung durchzuführen. Einen zentralen Platz in der Argumentation der Notenbank nimmt die globale Konjunktur ein. Janet Yellen, Präsidentin des Federal Reserve Board, verwies bei der Pressekonferenz ausdrücklich auf China und Japan, aber auch auf die Eurozone. In all diesen Wirtschaftsräumen sind die Leitzinsen zuletzt gesenkt worden, teilweise erstmals in den negativen Bereich. Jedenfalls könnte man auch anmerken, dass es der Fed möglicherweise darum geht, den Dollar etwas zu schwächen – was in der unmittelbaren Reaktion auf die Entscheidung auch gelang.

Globale Unsicherheiten belasten die Konjunkturstimmung in Österreich, die rund um den Jahreswechsel noch leicht nach oben gezeigt hatte. Wir gehen jedoch davon aus, dass etwaige realwirtschaftliche Folgen der Verunsicherungen für die österreichische Wirtschaft durch die zusätzlichen Impulse für den Konsum aufgrund der Steuerreform ausgeglichen werden können. Das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2016 wird daher unverändert mit 1,5 Prozent prognostiziert und ist damit etwas stärker als im Vorjahr. Die Europäische Zentralbank hat angesichts der niedrigen Inflationsaussichten und der schwachen Kreditnachfrage weitere unkonventionelle geldpolitische Lockerungsmaßnahmen angekündigt. Nach unserer Einschätzung hat die EZB im März ein überraschend aggressives Gesamtpaket geschnürt und dabei den Fokus auf das ausgerichtet, was wirklich zählt: günstige Finanzierungen für die reale Wirtschaft verfügbar zu machen.

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60  innovation & unternehmen

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© Engel Austria

Freitag, 1. April 2016

engel austria

FH Oberösterreich

Erstes duales Studium WELS. Vor Kurzem unterzeichneten die Geschäftsführer von Robert Bosch, BRP Powertrain, CNH Industrial, KTM und Cross Industries, Magna Powertrain, Miba, Alois Pöttinger Maschinenfabrik, Rosenbauer International und Wacker Neuson (Bild) die Kooperationsvereinbarung für das erste duale FH OÖ-Masterstudium „Automotive Mechatronics and Management“ in Wels. „Mit diesem Studiengang ist es gelungen, eine spezifische akademische Ausbildung für die für Oberösterreich so wichtige Fahrzeugindustrie anzubieten. Damit wird die Hochschulausbildung effizient und effektiv mit der betrieblichen Praxis verzahnt“, so Landeshauptmann-Stv. Thomas ­Stelzer. „Im Wesentlichen besteht für Studierende die Möglichkeit, bei einem Partnerunternehmen für die Dauer von 18 Monaten ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen und in diesem Rahmen die Projekte Company Project, R&D-Project sowie Master Thesis, basierend auf unternehmensrelevanten Aufgabenstellungen, durchzuführen“, erläutert Studiengangsleiter Kurt Gaubinger (Bild 2.v.l.). (red)

Hoher Druck: Nach Ansicht des Industrie 4.0-Experten Johannes Schilp hat die Druckbranche in Sachen Digitalisierung bisher gute Arbeit geleistet, bis zum durchgän

Print goes 4.0 Auf der diesjährigen drupa wird ein exemplarischer Aufbau einer ­digital vernetzten Druckerei präsentiert.

HANNOVER. Johannes Schilp, Leiter des Lehrstuhls für Produktionsinformatik an der Universität Augsburg, erforscht seit den 1990er-Jahren Konzepte für digitale Fabriken. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Projektgruppe RMV konzipiert er für den VDMA-Fachverband Druck- und Papiertechnik eine Print-4.0-Prozesskette, die auf der diesjährigen drupa zu sehen sein wird. Im Gespräch mit medianet erklärt er, wo er die Druck- und Papiertechnik in Sachen Industrie 4.0 sieht, warum enger gefasste Standards der Branche guttun würden – und dass er in dem aktuellen Projekt nur den Auftakt für systematische Forschung sieht, um Industrie-4.0-Ideen auf eine PrintProzesswelt 4.0 zu übertragen. medianet: Als Experte für Indus­ trie 4.0 haben Sie viele Sektoren im Blick. Wo steht der Druckerei­ maschinenbau? Johannes Schilp: Die Branche hat die Digitalisierungswelle und die darin ruhenden Potenziale frühzeitig erkannt. Die Hersteller haben das letzte Jahrzehnt genutzt, um den evolutionären Prozess der Digitalisierung einzuleiten. Damit haben sie gegenüber manch anderer Branche einen Vorsprung. Ich bin überzeugt, dass Industrie 4.0 zwar im Rückblick als eine industrielle Revolution erscheinen wird, dass aber die konkrete Umsetzung in den Unternehmen nur ein evolutionärer Prozess sein kann. Da hat der Druckereimaschinenbau bisher vieles richtig gemacht. Digitale Produktionsplanung und -steuerung für die flexible Auftragsabwicklung, Condition Monitoring und das Erheben qualitätsrelevanter Daten im Prozess müssen noch optimiert werden. Bis zur durchgängig digitalen Prozesskette, in

natürlich wird eine durchgängige Digitalisierung zu mehr Prozess­ sicherheit und Effizienz führen – etwa, wenn Dateneingaben nur noch einmal oder gleich automa-

die sich auch Maschinen und Anlagen für Peripherieprozesse per Plug&Play einbinden lassen, ist aber noch viel zu tun. medianet: Fehlen Standards oder werden die vorhandenen unzurei­ chend beachtet? Schilp: Der JDF-Standard ist eine gute und weit reichende Basis. Die Druckindustrie ist aber sehr heterogen: globale Industriekonzerne auf der einen Seite, Handwerksbetriebe mit einer Handvoll Mitarbeitern auf der anderen. Die Herausforderung ist es, Standards so zu fassen, dass sich alle Akteure darin wiederfinden. Die Aufgabe wird es sein, den Standard so weiterzuentwickeln, dass er herstellerübergreifend zu kompatiblen Lösungen führt. Viele Branchen haben mit der Problematik zu kämpfen. Doch es gibt auch positive Beispiele, etwa die Landtechnik, die mit dem ISOBUS Kompatibilität der Traktoren und Anbaugeräte fast aller Hersteller erreicht hat und damit auch in kommerzieller Hinsicht sehr gut fährt. medianet: Wem nützen standardi­ sierte Schnittstellen und Kommu­ nikationsprotokolle? Schilp: Den Kunden aus der Druckindustrie und den Herstellern der Maschinen, von der Vorstufe über den Druck bis Weiterverarbeitung, gleichermaßen. Wenn ein universeller Standard sicherstellt, dass Informationen unabhängig vom jeweiligen Fabrikat immer einheitlich und damit flexibel austauschbar sind, dann können Lösungen individueller und letztlich passender auf Kunden zugeschnitten werden. Davon kann hohe Marktdynamik ausgehen, und auch Innovationsprozesse können durch den fixen Rahmen sehr beschleunigt und vereinfacht werden. Und

© VDMA

© FH OÖ

SCHWERTBERG/SHANGHAI. Als erster europäischer Spritzgießmaschinenbauer gründete Engel Austria 1986 in Hongkong eine eigene Vertriebsniederlassung und ist bis heute der einzige, der vor Ort in Asien in mehreren Werken Maschinen produziert. „Asien ist mit seinen sehr großen und sich vielfach sehr dynamisch entwickelnden Märkten eine starke Säule unseres weltweiten Erfolgs und trägt nicht zuletzt auch zum Wachstum unserer österreichischen Standorte bei“, betont Christoph Steger, Vertriebsgeschäftsführer von Engel. „Unser frühes Engagement in Asien sicherte uns den Zugang zu den namhaften Elektronikkonzernen, die von Asien aus international gewachsen sind. “ Neben den großen, multinationalen Konzernen zählen immer mehr lokale Kunststoffverarbeiter zum Kundenstamm in Asien. „Wir beobachten, dass sich die kleinen Produzenten und Zulieferer immer stärker spezialisieren“, sagt Robert Bodingbauer, Geschäftsführer von Enel Machinery Korea. „Der Trend geht zu mehr Qualität und diese muss sich schnell und kostengünstig produzieren lassen. Damit rücken die Gesamteffizienz, die Lebenszykluskosten und schließlich auch die neuesten Technologien in den Fokus.“ (red)

© Panthermedia.net/Dilvano Audisio

30 Jahre in China

Die Druckbranche hat bei der Digitalisierung bisher vieles richtig gemacht. Johannes Schilp Universität Augsburg


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Freitag, 1. April 2016

innovation & unternehmen  61

Höherer Schutz für Industrieanlagen Siemens hat Operation Center für Industrial Security in Europa und den USA eröffnet, von wo aus Cyber-­ Bedrohungen überwacht werden.

••• Von Britta Biron

medianet: Sie arbeiten in einem Projekt für den Fachverband Druck- und Papiertechnik an ei­ ner digital vernetzten Prozesskette. Wie ist der aktuelle Stand? Schilp: Im Austausch mit einigen Mitgliedsunternehmen aus dem Fachverband haben wir eine Anforderungsanalyse erstellt und dafür den Stand ihrer Prozesse und Prozessketten analysiert. Auf dieser Basis entwickeln wir einen digitalen Demonstrator, der exemplarisch eine mehrstufige Prozesskette entlang der Wertschöpfung in Druckereien abbilden und für Besucher der drupa visualisieren wird. Die Zeit ist knapp. Wenn wir es schaffen, wollen wir auch Prozesssimulationen einbinden – und möglichst auch eine Schneidemaschine, die ohnehin am VDMA-Stand präsentiert wird. Wir wollen zeigen, wie eine digitale Druckfabrik funktioniert, wie es gelingen kann, Informations- und Maschinenprozesse darin zu synchronisieren und wie sich eine Datenänderung in der ersten Prozessstufe automatisch auf alle weiteren Stufen überträgt. medianet: Bleibt Print 4.0 darüber hinaus ein wichtiges Thema der Forschung? Schilp: Ja. Wir wollen unser Knowhow rund um Automatisierung und digitale Fabrik mit dem Druckmaschinebau und der Druckbranche nachhaltig weiterentwickeln. Wir werden uns auf jeden Fall um öffentliche Mittel für weitergehende Forschungsprojekte bemühen. In der Drucktechnik gibt es eine gute Basis für die Industrie 4.0. Wir möchten mit unserem Wissen dazu beitragen, dass auf dieser Basis die weitere Evolution zu einer voll vernetzten Print-4.0-Prozesswelt gelingt.

Daten-Task Force Stellen die Siemens-Experten ein erhöhtes Risiko fest, warnen sie Kunden frühzeitig, geben Empfehlungen für proaktive Gegenmaßnahmen und koordinieren deren Umsetzung. Diese richten sich danach, wie kritisch der Vorfall ist und welche voraussichtlichen Auswirkungen er auf das Geschäft des Kunden haben könnte. Zu den Schutzmaßnahmen gehören unter anderem das Anpassen von Firewall-Regeln oder das Bereitstellen von Updates zur Schließung von Sicherheitslücken. Darüber hinaus liefert Siemens forensische Analysen von Sicherheitsvorfällen. Unternehmen können so Berichte erstellen, die internationalen Normen wie ISO 27002 oder IEC 62443 und gesetzlichen Vorhaben wie dem IT-Sicherheitsgesetz in Deutschland entsprechen. Darüber hinaus erhalten Unternehmen Transparenz über den Sicherheitsstatus ihrer Anlagen.

Die neuen Operation Center bieten Schutzmaßnahmen für vernetzte Unternehmen.

Risiko und Bewusstsein steigen Dass Angebote im Bereich der Datensicherheit immer gefragter werden, zeigt unter anderem die aktuelle Risk:Value-Studie von NTT Com Security, für die 1.000 Führungskräfte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, der Schweiz und den USA befragt wurden. 54% der Befragten stufen das Thema als essenziell ein, und nahezu ein Fünftel (18%) ist der Meinung, dass mangelhafte Daten­ sicherheit die größte Gefahr für ihr Unternehmen darstellt; genannt wurden insbesondere Verlust des Kundenvertrauens (69%), Beeinträchtigung der Reputation (60%) und finanzielle Schäden (54%).

Ein Drittel der Entscheider geht außerdem davon aus, dass sie oder Kollegen aus dem Führungsgremium im Fall einer Sicherheitsverletzung ihr Amt niederlegen müssten. 65% der Umfrageteilnehmer rechnen damit, künftig Opfer einer Sicherheitsverletzung zu werden. Der Aufwand für die Behebung des Schadens wird im Schnitt mit neun Wochen Arbeit und Kosten in der Höhe von 800.000 € (ohne den Image- und Umsatzverlust) beziffert. Entsprechend ist die daher die Bereitschaft, in die Datensicherheit zu investieren, gestiegen. Lagen die Angaben bei der Befragung im Vorjahr bei zehn Prozent der IT-Budgets, so sind es jetzt 13%.

Roboter vom Balkan Die Balkanländer sollen künftig stärker in die Hightech-Strategie der EU eingebunden werden.

LJUBLJANA. Ende März trafen sich rund 700 europäische Robotikexperten in der slowenischen Hauptstadt, um aktuelle Themen ihrer Branche zu besprechen, vor allem, wie man den aktuell hohen Marktanteil auch in Zukunft halten kann. Dazu gehöre etwa, die Länder des Westbalkans stärker in die Robotik-Strategie der Union zu integrieren. „Mit sorgfältiger Planung und einem offenen Dialog mit lokalen und regionalen Regierungen, Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen ermöglicht die Robotik, die bestehenden regionalen Ungleichheiten zu beseitigen und Wachstum zu generieren“, meint Maarkku Markkula, Vorsitzender des Ausschusses der Regionen der Europäischen Union.

LINZ. Mit der neuen AllenBradley Compact GuardLogix 5370-Steuerung von Rockwell Automation sind für Sicherheits- und Achssteuerung in Anwendungen mit bis zu 16 Achsen keine separaten Netzwerke und Steuerungen mehr notwendig. Dadurch können die Sicherheitsfunktionen in zahlreichen Standard- und kundenspezifischen Maschinen besser geplant und zudem die Systemarchitektur vereinfacht werden. „Sie bietet alle Leistungsmerkmale unserer beliebten Allen-Bradley CompactLogix 5370-Steuerung. Darüber hinaus stellt sie integrierte Sicherheits- und Achssteuerung auf Basis eines einzigen EtherNet/ IP-Netzwerks bereit“, so Peter Schoch, Teamlead Commercial Engineering bei Rockwell ­Automation. (red)

Augezeichnete Innovation

Und die Voraussetzungen dafür sind durchaus gegeben, wie die in einem Workshop vorgestellten Projekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gezeigt haben. So arbeitet das Laboratory for Underwater Systems and Technologies (LABUST) der Universität von Zagreb derzeit an insgesamt 14 Robotik-Projekten im marinen Sektor. An der Universität von Sarajewo beschäftigen sich vier Abteilungen und 32 Professoren vor allem mit den Themen Mensch-Maschine-Kooperation und Medizin-Robotern. Slowenien verfügt über eine gut entwickelte Robotikbranche, und der Automatisierungsgrad der slowenische Automobilindstrie ist mit 636 Robotern pro 10.000 Arbeitern bereits sehr hoch. (red)

© Committee of the Regions/Tim De Backer

tisiert erfolgen und die Information so redundant und sicher gespeichert wird, dass sie in jedem Prozessschritt in der benötigten Qualität verfügbar ist. Auch das heu­tige Nebeneinander und die Vielfalt unterschiedlichster Druckmarken lässt beim Anwender und Zulieferer natürlich Wünsche offen … Ich denke, dass wir das ganze Potenzial von Print 4.0 noch gar nicht überblicken, weil sich daraus in Zukunft ganz neue Geschäfts­ modelle ergeben können.

Integrierte Sicherheit

Erfolg für AVL List

© Siemens

ngigen smarten Druck bleibt aber noch viel zu tun.

MÜNCHEN. Die zunehmende Vernetzung industrieller Infrastrukturen erfordert adäquate Schutzmaßnahmen. Die neuen Cyber Security Operation Center (CSOC)in München, Lissabon und Milford (Ohio) sind Teil der umfassenden Plant Security Services von Siemens; diese reichen von Analysen der Sicherheitslage (Security Assessment) über die Einrichtung von Schutzmaßnahmen wie Firewalls oder Virenschutzprogrammen ­(Security Implementation) bis hin zur – ab sofort von den CSOCs durchgeführten – kontinuierlichen Überwachung von Anlagen mit den Managed Security Services.

rockwell automation

Maarkku Markkula, Vors. des Aus­ schusses der Europäischen Regionen.

GRAZ. AVL List GmbH hat zum zweiten Mal in Folge eine zehnprozentige Umsatzsteigerung erzielt: Der Umsatz stieg 2015 von 1,15 auf 1,27 Mrd. €. Besonders die Plattform von mobilen Messsystemen, mit denen Emissionswerte im tatsächlichen Fahrbetrieb auf der Straße und nicht nur Testzyklen ermittelt werden, habe sich als wichtiges Potenzial für zusätzliches Geschäftsvolumen erwiesen. Das heuer eröffnete Testund Engineering-Center bei Stuttgart ist gut angelaufen, mit Jahresende gehe ein weiteres im Großraum Tokio in Betrieb Mit den Tech Centers sei man nahe am Kunden, wenngleich die wichtigsten Forschungsaktivitäten in Graz konzentriert blieben. (red) Buchtipp

Big Data zum Nachlesen LINZ. Eigentlich wollte der Industrie 4.0-Experte Herbert Jodlbauer ein Fachbuch über Intelligente Produktion schreiben. Als das Konzept und die Struktur feststanden, wurde ihm jedoch klar, dass er im Vorfeld erst noch ein Buch zum Thema Daten schreiben muss. „Die Datenexplosion hat unmittelbaren Einfluss auf unser tägliches Leben – beruflich sowie privat –, und deshalb ist es so wichtig, sich damit kritisch auseinanderzusetzen“, erläutert Jodlbauer seine Gründe. „Die Datenspinne – im Netz von Google, Facebook, Alibabab und Co!“ ist ab sofort im Leykam Verlag (www.leykamverlag.at – ISBN 978-3-70118006-6) und im Buchhandel erhältlich. (red)


62  transport & logistik

Freitag, 1. April 2016

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kapsch trafficom

DB Schenker & GLS

Kooperation wird ausgebaut ESSEN/AMSTERDAM. GLS stellt in Deutschland nun nationale Pakete für die Logistiktochter der Deutschen Bahn zu und übernimmt internationale Sendungen. Im Gegenzug transportiert DB Schenker für GLS-Kunden zukünftig auch Stückgut und Paletten. Mit der Erweiterung arbeiten die beiden Unternehmen im Paketsegment jetzt in vier Ländern zusammen – in Dänemark, Schweden und Österreich gibt es bereits eine Kooperation. Die Ausweitung der Zusammenarbeit auf weitere Länder wird bereits vorbereitet. (red) cargo-bay gestartet

Neue Plattform für Logistik BIELEFELD. Cargo-Bay ermöglicht es, europaweit Frachten und Transporte aller Art sowohl anzubieten als auch zu suchen. Außerdem kann der Auftrag nicht nur online vergeben, sondern komplett über das System abgewickelt werden. „Wir bieten Verladern und Transportunternehmern die Möglichkeit, ohne Umwege oder Zwischenhändler miteinander zu kommunizieren“, erläutert Cargo-Bay-Gründer und Geschäftsführer Max Dering die Idee hinter dem Logistik-Start-up. Damit reduziert die Plattform nicht nur den Aufwand für die Vergabe eines Auftrags, sie trägt zudem wesentlich dazu bei, die Markttransparenz zu erhöhen. Neben den für alle Mitglieder offenen Bereichen bietet Cargo-Bay auch geschlossene Gruppen an; hier können sich Verlader mit all ihren Logistikdienstleistern direkt vernetzen und so ihren eigenen Transporteur-Pool bequem verwalten und Aufträge vergeben und verfolgen. (red)

Der im Forschungsprojekt entwickelte neue Schiffstyp hat sich in den Laborversuchen bereits bewährt.

Mehr Güterverkehr auf den Flüssen Vor allem die Donau bietet viel Potenzial, vorausgesetzt, in den Anrainerstaaten werden die bestehenden Vorgaben ­konsequent umgesetzt, was derzeit noch nicht der Fall ist.

gistics system), geleitet von der TU Wien, wurde das jetzt das Potenzial europäischer Flüsse und speziell der Donau für den Transport sowie die Gründe für die mangelnde Akzeptanz und fehlende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Schiene und Straße analysiert und ein an die Anforderungen des modernen Gütertransports angepasstes neues Schiffsmodell entwickelt. „NEWS Mark II“ ist im Gegensatz zu den heute verwendeten, oft bereits jahrzehntealten Lastkähnen sowohl auf die Beförderung von Containern als auch Autos, Schüttgütern und Sonderladung ausgerichtet.

••• Von Britta Biron WIEN. Der Gütertransport auf Schiffen ist sicher, kostengünstig und meist umweltfreundlicher als mit anderen Transportmitteln, und seit Jahren gibt es Pläne – sowohl auf EU-Ebene als auch in einzelnen Mitgliedsstaaten wie z.B. Deutschland und Österreich –, die Güterbeförderung auf den Flüssen zu forcieren. Ein Erfolg hat sich bisher allerdings nicht eingestellt – ganz im ­G egenteil, ist doch etwa in Deutschland bei gestiegener Gesamtgütermenge der Anteil der Binnenschifffahrt sogar gesunken (von 9,3% im Jahr 2013 auf derzeit 9,1%).

Vielseitig und umweltfreundlich Durch einen Ballasttank kann sein Tiefgang um bis zu 80 cm angepasst werden, damit das Schiff mit wechselnden Wasserständen und niedrigen Brücken zurechtkommt.

Binnenschiff der Zukunft Im internationalen Forschungsprojekt NEWS (Next generation European Inland Waterway Ship and lo-

Damit wäre es auf einem Großteil der europäischen Wasserwege einsetzbar. Auch in Sachen Nachhaltigkeit bietet das neue Frachtschiff große Vorteile. Denn anstatt mit Diesel oder Schweröl erfolgt der Antrieb elektrisch oder mit Flüssig­erdgas, wodurch deutlich weniger umweltbelastende Emissionen anfallen. Politischer Wille fehlt Insgesamt zeigt die Analyse, dass der Schiffsverkehr absolut konkurrenzfähig sein kann – allerdings unter der Voraussetzung, dass sich die europäischen Staaten an bereits bestehende Abmachungen halten und dafür sorgen, dass ihre Wasserwege die vereinbarten Vorgaben – etwa in Bezug auf die Wassertiefe, die Höhe von Brücken oder die technischen Eigenschaften von Schleusen – erfüllen. Und das ist bisher nicht der Fall.

Supply Chain-Management BME-Umfrage zeigt, dass Unternehmen die Vorteile erkannt haben, es bei der Umsetzung aber noch etliche offene Fragen gibt.

FRANKFURT. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (47%) gab an, dank Supply Chain Management (SCM) neben einer Optimierung der Bestandshöhe auch eine Reduzierung ihrer Supply-Chain-Kosten erreicht zu haben. Weiterhin konnten die eigene, aber auch die Lieferzuverlässigkeit der Lieferanten verbessert (jeweils 40%) und die Lieferzeiten verkürzt werden (33%). Daher ist es erstaunlich, dass nur 32% der Studienteilnehmer eine eigene SCM-Organisations­ einheit eingeführt haben. Unterschiedliche Strukturen In 16% der Firmen ist sie Teil der Unternehmensleitung, in 47% der Betriebe ist das SCM auf der zweiten und in 31% auf der dritten Hierarchieebene verankert.

© BME

WIEN. Das australische Tochterunternehmen der Kapsch TrafficCom AG hat den 10 Mio.€-Auftrag erhalten, das Mautsystem der Sydney ­Harbour Bridge und des Sydney Harbour Tunnels zu erneuern. „Wir sind stolz darauf, dass wir neben weltweit bekannten Brücken wie der Golden Gate Bridge oder der Öresundbrücke nun auch die Sydney Harbour Bridge zu unseren Referenzen zählen können“, erklärt André F. Laux, COO der Kapsch TrafficCom AG. „Besonders interessant an derartigen Projekten ist, dass unsere Technologie sowohl einen praktischen als auch einen ästhetischen Zweck erfüllt. Sie trägt entscheidend zu einer besseren Nutzung der Infrastruktur und einer Reduktion baulicher Störfaktoren bei.“ (red)

© Ziviltechnikerkanzlei Anzböck; TU Wien

Auftrag aus Australien

Gunnar Gburek, Leiter der Sektion Logistik im Bundesverband.

15% arbeiten mit einer integrierten Supply-Chain-Organisation beziehungsweise mit der Steuerung über Prozesse, am häufigsten

wird allerdings die teilweise integrierte Form gewählt, bei der der SCM-Organisationseinheit weitere – allerdings nicht alle – mit SCM-

„Manchmal können die Vorgaben aus Naturschutzgründen nicht eingehalten werden“ räumt Stein ein, die eigentlichen Probleme der Binnenschifffahrt liegen aber darin begründet, dass er spe-

Das beste Schiff, kombiniert mit dem ­besten logistischen ­System, bringt nichts, wenn die Rahmen­ bedingungen nicht ­stimmen.“ Sandra Stein Institut für Management­ wissenschaften der TU Wien

ziell in den osteuropäischen Donau-Anrainerstaaten keine starke Lobby habe und zudem das Geld fehle. Die Zukunft der Donau als Verkehrsader für den Gütertransport hänge also stark vom politischen Willen ab.

Teilbereichen betraute Abteilungen fachlich und disziplinarisch unterstellt sind. „Es lohnt sich offenbar, in eine eigene SCM-Organisationseinheit zu investieren. Diese Unternehmen gaben häufiger an, ihren Gewinn, Umsatz und Marktanteil gegenüber ihrem wichtigsten Mitbewerber gesteigert zu haben, als Firmen ohne eine solche Einheit“, so Gunnar Gburek, Leiter der BME-Sektion Logistik. Aber insbesondere die kleineren und oftmals von großen Konzernen abhängigen Firmen tun sich mit diesem Thema noch schwer.“ Mehr Kooperation nötig Weiters zeige die Befragung auch an, dass die Zusammenarbeit der SCM-Einheit mit anderen internen Funktionsbereichen und vor allem externen Kunden verbessert werden könne. Erst durch die Wahl einer geeigneten Organisationsstruktur sei SCM in der Lage, sein volles Potenzial beim Management der Wertschöpfung vom Rohstofflieferanten bis zum Endkunden zu entfalten“, so Gburek. (red)


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transport & logistik  63

Neue TürkeiVerbindung

© Lagermax

Swiftmax by Lagermax ist der neue Service für eilige Sendungen zwischen der Türkei und Westeuropa.

Auf der Expressroute wird eine Flotte von Kleintransportern eingesetzt.

SALZBURG. Die Lagermax Internationale Spedition bietet mit „Swiftmax by Lagermax“ nun auch Expressverkehre zwischen der Türkei und Westeuropa, an. Damit werden besonders eilige Sendungen – zugestellt wird auch an Samstagen – binnen kürzester Zeit in alle wichtigen Wirtschaftsregionen in Österreich, Deutschland und den Benelux-Staaten transportiert. Die garantierten Laufzeiten von und nach Istanbul betragen 36 bis max. 48 Stunden. Eingesetzt werden Kleintransporter mit einer Ladefläche von 3,55 x 1,80 x 2 Metern und einer Ladekapazität von 1,4 Tonnen. Individuelle Termine „Wir beobachten eine verstärkte Nachfrage für rasche und professionelle Transportmöglichkeiten von und in die Türkei. Diese Transportvariante richtet sich an Kunden im B2B- als auch B2C-Bereich für Ver-

sender, die kurzfristige individuelle Liefertermine haben und eine flexible Lösung suchen“, erklärt Herbert Weber, Geschäftsführer der Lagermax Internationale Spedition, die Gründe für den neuen Service. Umfassendes Zoll-Know-how Drehscheibe von Swiftmax by Lagermax ist der eigene Logistikterminal in Istanbul, an dem Sendungen aus dem Großraum Istanbul für den Transport nach Westeuropa zusammengestellt werden. Für die reibungslose Abwicklung aller notwendigen Formalitäten sorgen die Lagermax-Zollabteilungen in den Hauptzollämtern Halkali bzw. Erenkoy die Lagermax- Zollspezialisten. „Unsere qualifizierte Mitarbeiter wissen über alle Besonderheiten der gesetzlichen Vorschriften sowohl beim Export als auch beim Import genau Bescheid“, sagt ­Weber. (red)

Die ganze Welt des Materialhandlings Ein Linde-Kundenevent widmet sich den Top-Themen Digitalisierung und Vernetzung.

OFFENBACH. Ab 9. Mai zeigt Linde im Rahmen des Kunden­ events „World of Material Handling (WoMH)“ auf einer Fläche von 12.000 m2 in der IndustriebauHalle Fredenhagen aktuelle Produkte und Technologien, Dienstleistungen und Softwarelösungen als auch eine umfangreiche Palette an neuen Produkten, die in Kürze auf den Markt kommen – etwa der Elektro-Gegengewichtstapler ­„Linde Roadster“. Blick in die Zukunft Zudem wird auch ein Ausblick in die Zukunft des Materialhandlings mit Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge gezeigt. Eine Visi-

on davon, wie ein Flurförderzeug von morgen aussehen könnte und über welche Eigenschaften es dann möglicherweise verfügt, zeichnet Linde mit einer virtuellen 3D-Studie. „Wir konzentrieren uns in diesem Jahr auf die großen Kompetenz­ felder, die für unsere Kunden in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung sein werden“, erläutert Manfred Höhn, Head of Marketing Communication and Branding. „Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, und wir wollen ihnen zeigen, dass wir sie auf diesem Weg begleiten und die passenden Lösungen anbieten.“ (red)


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Freitag, 1. April 2016

medianet.at

Schmack Biogas

fraunhofer-Innovation

Stromerzeugung aus Abwärme DRESDEN. Gegenwärtig wird weniger als die Hälfte der eingesetzten Energie in Industrieprozessen, Verkehr oder Haushalten tatsächlich genutzt. Der Großteil der Primärenergie entweicht trotz zahlreicher Energiesparmaßnahmen immer als Abwärme in die Umwelt. Thermoelektrische Generatoren (TEG) könnten diese in Elektrizität umwandeln, allerdings konnten bisher nur keramische TEGs für begrenzte Aufgaben und mit niedriger Energiewandlungseffizienz ­realisiert werden. Dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS ist dazu nun eine wichtige Neuentwicklung gelungen: Die keramischen TEGs halten Temperaturen bis 1.000 °C stand, sind robust, langlebig und wartungsfrei. Wie mit ihnen Wärme in Strom umgewandelt wird, wird anhand eines Demonstrators auf der Hannover Messe (Halle 6, Stand B16) gezeigt. (red) voith GmbH

Großauftrag aus China SHANGHAI. Nach Projekten wie der Drei-SchluchtenTalsperre oder Xiluodu konnte die Voith GmbH einen weiteren Großauftrag aus China an Land ziehen: Für das Wasserkraft Wudongde liefert Voith sechs Generator-TurbinenEinheiten und Nebenanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 5.100 Megawatt. Das Auftragsvolumen beträgt 365 Mio. €. Wudongde wird eine installierte Gesamtleistung von 10.200 Megawatt haben – fast die Hälfte des Drei-SchluchtenKraftwerks. Neben der Stromerzeugung wird das Kraftwerk auch dem Hochwasserschutz dienen. (red)

Alexander Schalko: „Seit 2005 haben wir insgesamt gut 50 Projekte im betrieblichen Umweltschutz umgesetzt.“

„Umweltschutz rechnet sich“ Alexander Schalko, Leiter des ­Umweltmanagements von Greiner Packaging, erläutert die positiven ­Auswirkungen ökologischen Engagements.

die Pakt-Partner ihren CO2-Ausstoß um 242.600 t reduziert, insgesamt konnte der CO2-Ausstoß sogar um 700.000 t gesenkt werden. Mit Alexander Schalko, Leiter des Umweltmanagements bei Greiner Packaging, haben wir über die Vorteile der Mitgliedschaft gesprochen sowie generell über die Bedeutung von Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Recycling.

WIEN/KREMSMÜNSTER. Der klimaaktiv pakt2020 wurde 2011 vom Lebensministerium gestartet und umfasst heute die Großbetriebe Bank Austria, Buwog Group, Canon Austria, Caritas Salzburg, Danone, Greiner Packaging Austria, hali büromöbel, Hoval, McDonald´s Österreich, Rewe Group, Vöslauer, die in verschiedenen Branchen als Vorbilder dafür fungieren, wie Ökologie und Ökonomie unter einen Hut gebracht werden können. Wie gut das funktioniert, zeigt die Zwischenbilanz mit den Ergebnissen bis 2014. Im Bereich der betrieblichen Energieeffizien haben

medianet: Wie passen Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg zusammen? Alexander Schalko: Wir verstehen Maßnahmen des betrieblichen Um-

weltschutzes als Potenziale ökonomischer Nachhaltigkeit. Somit ergibt sich eine klassische Win-WinSituation. Denn eine effizientere Nutzung von Energie und Materialien bringt auf Unternehmensseite eine Kostenreduktion, die Umwelt profitiert wiederum von den geringeren CO2-Emissionen. Und in Zeiten unsicherer Rohstoffpreisentwicklungen wird es immer wichtiger, sowohl die Materialeffizienz zu erhöhen als auch die Wiederverwertung der Materialien zu forcieren. medianet: Gerade im KunststoffSektor ist Recycling ein sehr wich-

Ungenutztes Potenzial Roland Berger-Studie zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit deutscher Onshore-Windkraftwerke noch deutlich verbessert werden kann.

MÜNCHEN. „Die Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Windkraft haben sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit verfünfzigfacht“, sagt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger. „Und speziell die Windstromerzeugung an Land ist mittlerweile in vielen europäischen Märkten wettbewerbsfähig geworden.“ So sind die Kosten zwischen 2010 und 2014 um ein Drittel gesunken, und Strom aus Onshore-Wind ist an guten Standorten selbst ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken.

© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

SCHWANDORF. Rund 200 Mio. t Gülle werden in der deutschen Landwirtschaft produziert, davon wird bisher allerdings weniger als ein Viertel energetisch genutzt. Grund dafür ist, dass Biogasanlagen mit einer Leistung von weniger als 150 kW elektrischer Energie als unrentabel gelten. Dies möchte die zur Viessmann Group gehörende Schmack Biogas mit einer neuen Art von Kleinanlagen nun widerlegen. Die Coccus Farm 75 kW besteht aus der Fermentereinheit (Rundfermenter aus Stahlbeton mit einem Fassungsvermögen von 1.200 m³) und einem Systemcontainer mit 75 kW Blockheizkraftwerk. Die Biogasentschwefelung über Aktivkohle sowie eine aktive Gaskühlung sind bereits im Standardumfang enthalten. (red)

© Greiner Holding

Neues Konzept für Kleinanlagen

Betreiber von Windkraftanlagen könnten effizienter wirtschaften.

300 Millionen Euro jährlich Angesichts des aktuell niedrigen Ölpreises, der sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit Alternativer Energien auswirkt, sowie sinken-

der Förderungen und Einspeistarife sollten die Kraftwerksbetreiber gerade jetzt mehr Wert auf die Wirtschaftlichkeit legen.

Und hier liegt, wie eine Benchmark-Studie von Roland Berger zeigt, noch viel ungenutztes Potenzial.

tiges Thema. Welche Maßnahmen wurden hier gesetzt? Schalko: Am Standort Kremsmünster wird zur Wiederaufbereitung der Produktionsabfälle eine eigene Recycling-Abteilung betrieben. Um noch mehr Produktionsabfälle verwerten zu können, wurde in den letzten beiden Jahren an einem neuen Mühlenkonzept gearbeitet und die Direktvermahlung der Produktionsabfälle mit automatischer Materialrückführung in den Produktionsprozess stark forciert. Zusätzlich werden auch laufende Investitionen in modernere Produktionsanlagen getätigt. Durch den Ausbau dieser In-House-Vermahlung konnten wir unter anderem die Zahl der Lkw-Fahrten und den damit verbundenen CO2-Ausstoß bedeutend reduzieren. medianet: Wie sieht es abseits des Recyclings aus? Schalko: Der Bereich Abfallwirtschaft hat natürlich ein sehr breites Spektrum und betrifft neben den Produktionsabfällen auch weitere Fraktionen wie Restmüll oder Kartonagen. Mit unserem externen Abfallentsorger haben wir 2013 etwa ein neues Abfallkonzept ausgearbeitet und im gesamten Unternehmen eingeführt. Damit konnten wir seither die Restmüllmenge um 50 Prozent reduzieren, was zu jährlichen Einsparungen im fünfstelligen Bereich führt. In Summe haben wir bei Greiner Packaging seit 2005 über 50 Projekte in verschiedenen Bereichen umgesetzt. Im Vorjahr wurde die Wärmerückgewinnung optimiert, die Hallenbeleuchtung teilweise auf LED umgerüstet sowie die Hallenlüftung adaptiert, was zu einer Einsparung von mehreren Hunderttausend kWh Energie geführt hat. medianet: Wo sehen Sie die wesentlichen Vorteile der Mitgliedschaft im klimaaktiv pakt2020? Schalko: Vor allem darin, dass sie uns die Möglichkeit bietet, unser Know-how durch zahlreiche Veranstaltungen, Workshops stetig weiter zu verbessern.

Denn bisher verzichtet man auf jährliche Gewinne in der Höhe von immerhin 300 Mio. €. Bei den Betriebskosten beträgt das Einsparpotenzial in Schnitt 45%. Wartung geht auch günstiger Wartungskosten sind mit einem Anteil von 17,2% an den Einspeis­ erlösen der mit Abstand größte Einzelposten und in dessen Optimierung steckt entsprechend hohes Potenzial, nämlich rund 36%. Gerade bei neueren Anlagen oder solchen in Planung lassen sich ­Garantieleistungen und Wartungsverträge mit den Herstellern häufig verhandeln. Zudem können auch herstellerunabhängige Dienstleister eine interessante Alternative darstellen. Kostensenkungsmöglichkeiten orten die Roland Berger-Experten bei der Pacht und raten dazu, nach Möglichkeit windabhängige Zahlungen zu vereinbaren bzw. den Kauf der Fläche zu überlegen. Weitere Hebel betreffen die Bereiche Versicherungen, Projektmanagement, Refinanzierung und Reparaturen. (red)


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