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Freitag, 10. Februar 2012 – 31

© Ferring

Nachhaltig

Ferring investiert nicht nur in Gesundheit, sondern auch in Umweltprojekte  Seite 34

© Johannes Hloch

healtheconomy jubiläum

Das Gesundheitsministerium feierte den 40. Geburtstag und viele Ex-Minister Seite 36

Wechsel GSK-Managerin geht zu PeRI © Welldone

Industrie will mehr Geld für echte Innovationen

© David Sailer

short

© F. Hoffmann-La Roche

Rechts-Serie Für eine optimale medizinische Versorgung ist medizinische Forschung eine unverzichtbare Grundlage. Doch diese braucht auch entsprechende Rahmenbedingungen. „Im Forschungsorganisationsgesetz gibt es Bestimmungen über die Grundsätze und Ziele der Förderung der Forschung“, erklärt Monika Ploier (Bild), Spezialistin für Medizinrecht bei der Anwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz. Konkrete Anhaltspunkte für die Finanzierung der Forschung ergeben sich aus diesem Gesetz jedoch nicht. Seite 33

© Foto Wilke; EPA/Martin Ruetschi; Montage: B. Schmid

Kooperation Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat den Start einer strategischen Kooperation mit Technoclone bekannt gegeben – ein in Wien ansässiges Unternehmen, das auf die Herstellung von Reagenzien für die kardiovaskuläre und Gerinnungsdiagnostik spezialisiert ist. Die enge Kooperation untermauert die Strategie von Roche zur Neuausrichtung im Gerinnungsbereich. Technoclone besitzt mehr als zehn internationale Patente im Bereich Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen und arbeitet eng mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen.  Seite 34

Ausblick Evelyn Schödl, GSK-Managerin und Präsidentin der Forschenden Industrie, will Einsparungen im Arzneimittelbereich nutzen, um Innovationen zu finanzieren. Das Erstattungssystem der Kassen müsse adaptiert werden. Seite 32 eHealth IT-Spezialist und Systema-Mutter wuchsen kräftig

inhalt

Gutes Jahr für CompuGroup

Healthcare > Gesundheitsreform nimmt nun langsam Gestalt an  32 > Auch an Meduni Innsbruck werden Posten gestrichen 33

Medizintechnik und eHealth > Servicefirma Mides wächst mit Reparaturen  35 > Ärzte warnen vor Elektrosmog durch Stromzähler  35

© CompuGroup

Pharmareport und Lifescience > Pfizer-Preis für jungen Forscher aus Österreich  34 > Durchwachsene Aussichten bei Pharmafirmen  34 > Verdacht auf Insiderhandel bei Intercell  34

CompuGroup-Vorstand Frank Gotthardt ist zufrieden mit allen Tochterfirmen.

Steyr/Koblenz. Der eHealth-Spezialist CompuGroup Medical hat den vorläufigen Finanzbericht für das vierte Quartal 2011 vorgelegt. Mit einem Umsatz von 114,6 Mio. € steigert das Unternehmen, einer der weltweit führenden Anbieter von eHealth-Lösungen, seinen Umsatz um 26% zum Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) konnte von 20,7 Mio. € auf 25,4 Mio. € im vierten Quartal 2011 gesteigert werden. Zu dem Konzern gehören auch die in Österreich sitzende Systema sowie die Zentral- und Osteuropatochter der Gruppe. Seite 35

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c ov e r

32 – healtheconomy

Freitag, 10. Februar 2012

Ausblick 2012 Verband FOPI fordert Einsparungen aus Patentabläufen; im Pharmabereich in Innovationen investieren

Kommentar

Reform des ­ edizinstudiums M

Forschende Industrie pocht auf Innovationen

D

ie Medizinerausbildung soll reformiert werden. Das sagt die EU, das fordern aber auch Experten im Inland seit Jahren. Es braucht mehr Praxis, mehr Förderung der Jungmediziner, eine bessere Betreuung und mehr Anreiz, auch in die niedergelassene Praxis zu gehen. In den nächsten Jahren gehen nämlich 37 Prozent der niedergelassenen Fachärzte und Allgemeinmediziner in Pension – doch Nachwuchs ist nicht in Sicht. Das Problem dabei: Die Kassen wollen nicht mehr Ärzte, weil mehr Ärzte Geld kosten und die Ärztekammer will nicht mehr Ärzte, weil mehr Ärzte mehr Konkurrenz bedeuten. Also wird seit Jahrzehnten gebremst. Gleichzeitig geht den Unis zunehmend das Geld aus. Die scheinbar logische Lösung: Das Medizinstudium wird verkürzt. Doch in kaum einer anderen Wissenschaft wächst das Wissen so rasant wie in der Medizin, kritisieren die Ärzte. Die Verkürzung hat aber auch einen Vorteil: Der verhasste Turnus fällt weg. Stattdessen soll ein einheitliches praktisches Jahr kommen, das die Basis für die Facharztausbildung bietet. Das könnte also am Ende mehr Jungmediziner bringen, die dennoch besser ausgebildet sind – vorausgesetzt, Krankenkassen und Ärzte stehen nicht auf der Bremse.

GRAFIK DER WOCHE KREBSERKRANKUNGEN UND KREBSSTERBLICHKEIT

Jeweils auf 100.000 Personen 2009

1999

Neuerkrankungen: 262,1 286,6

Gesamt 73,5 86,0

Prostata Brust

36,9 39,9

Lunge

29,7 30,4

Darm

29,4 36,3

Todesfälle: 119,9 136,4

Gesamt Prostata

15,0 22,4

Brust

9,8 11,8

Lunge

23,8 25,4

Darm

12,2 17,8

Quelle: APA/STAT; Grafik: Raimund Appl

Niedriges Preisniveau

FOPI-Präsidentin Evelyn Schödl: „Das Erstattungssystem hat sich bewährt, aber jetzt sind Adaptionen notwendig.“

Das niedrige Preisniveau für Arzneimittel in Österreich mit rund 17% unter dem EU-Durchschnitt und die in nächster Zeit erwarteten Patentabläufe sollten ebenfalls zur Kassen-Konsolidierung beitragen, wobei es aber wesentlich sei, dass die frei werdenden Ressourcen zumindest teilweise in innovative Medikamente reinvestiert werden. In flexiblen Zugangssystemen, Risikoteilung (Shared Risk) und nutzenorientierter Preisbildung (Value Based Pricing) sieht Schödl weitere Möglichkeiten, um die Planungssicherheit für Zahlerorganisationen zu erhöhen. „Die Herausforderungen liegen in den veränderten Umweltbedingungen, die den Kostendruck im Gesundheitswesen verstärken.

Die aktuelle ökonomische Situation in Europa wirkt erschwerend. Unser Erstattungssystem hat sich in der Vergangenheit bewährt, wir sind nun jedoch an einem Punkt angelangt, wo den Veränderungen Rechnung getragen werden muss und Adaptionen notwendig sind.“ Ziel müsse sein, dass auch in der Zukunft Patienten in Österreich den vollen medizinischen Nutzen innovativer Medikamente „so rasch und umfassend wie möglich in Anspruch nehmen können“. Neben vielen anderen Punkten wäre vor allem eine gesamtheitliche Betrachtung (Krankenhaus und niedergelassener Bereich) wünschenswert und keine Isolierung der einzelnen Budgettöpfe, betont die FOPI-Präsidentin.

Die Organisation will auch heuer Europa-Themen im Bereich Gesundheit im lokalen Umfeld diskutieren. Aktuelles Thema ist etwa die EU Transparenz-Richtlinie. Diese unterstützt den Zugang zu innovativen Medikamenten und verfolgt laut Schödl zwei Ziele: die Reduzierung von Wettbewerbsverzerrung im innereuropäischen Handel aufgrund der unterschiedlichen lokalen Preisfestsetzung und Erstattungsmodalitäten und die Förderung der weiteren Entwicklung von Innovation in der forschungsorientierten Pharmaindustrie. Österreich und Europa treffen sich auch beim European Health Forum Gastein (EFGH) Anfang Oktober, der größten gesundheitspolitischen Konferenz in Europa.

Das FOPI tritt bei dieser Veranstaltung seit 2011 als Sponsor des European Health Award auf. Der mit 10.000 € dotierte European Health Award wurde 2007 ins Leben gerufen, um europäische gesundheitspolitische Initiativen zu fördern. Etwas früher, Ende August, wird das FOPI traditionellerweise im Rahmen der „Perspektiven 2012“ in Alpbach vertreten sein, unter anderem mit einer Special Lecture. Das Generalthema der Alpbacher Sommergespräche ist „The future of the Young“. Das FOPI will sich aufgrund der steigenden Lebenserwartung und dem in Österreich nachhinkenden Anstieg der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre mit dem Thema „Länger jünger – Gesünder älter“ beschäftigen.(rüm)

Sparpaket Länder, Kassen und Bund sind sich weitgehend einig über gemeinsame Steuerung im System

Gesundheitsreform nimmt Gestalt an Wien. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat eine „große Annäherung“ in den Verhandlungen für eine Gesundheits- und Spitalsreform bestätigt. Er betonte, dass man sich auf das Grundprinzip einer gemeinsamen Steuerung und Planung von Spitalsbereich und niedergelassenen Ärzten auf Landesebene verständigt habe. Damit werden auch „Kostendämpfungen“ erreicht, kündigte der Minister an, ohne allerdings konkrete Zahlen dafür zu nennen. Für Stöger sind das „die ersten Früchte“ des vor einem Jahr gestarteten Verhandlungsprozesses. Für das Sparpaket, das noch im Februar vorgelegt werden soll, ist damit „noch nicht alles, aber ein wesentlicher Punkt“ erreicht. Stöger freut sich über die Anerkennung des Grundprinzips, dass es ein „Zielsteuerungsmodell“ geben soll, in dem Bund, Länder und Sozialversicherungen partnerschaftlich zusammenarbeiten sollen. Damit soll die Planung der Gesundheitsversorgung von Spitälern und niedergelassenen Ärzten gemeinsam auf Landesebene erfol-

gen, bestätigte der Minister. Anerkannt sei damit auch von allen Verhandlungspartnern, dass das Hin- und Herschieben von Patienten zwischen niedergelassenen Ärzten, Ambulanzen und Spitälern und damit auch der Kosten ein Ende haben soll. In welchem Gremium die gemeinsame Steuerung künftig geschehen soll, ist aber noch offen. Berichte, wonach dies in der Bundesgesundheitskommis-

sion erfolgen könnte, bestätigte Stöger nicht. Auch die Darstellung, dass die Finanzierung auf Landesebene über einen gemeinsamen Topf erfolgen soll, bestätigte der Minister nicht. Die Frage der Finanzierung aus einem Topf werde von den Partnern weiterhin „unterschiedlich gesehen“. Bund und Sozialversicherung sind damit weiter gegen den Plan der Länder,

die Finanzierung über die neun Landesplattformen abzuwickeln. Stöger betonte aber, dass die gemeinsame Verantwortung für Planung, Steuerung und Versorgung der Patienten bedeute, dass der Leistung auch die Geldflüsse folgen müssten. Grundsätzlich verständigt hat man sich auch darauf, dass das durchschnittliche Kostenwachstum im Spitalsbereich an das allgemeine Wirtschaftswachstum gekoppelt werden soll. Das werde nicht von einem Jahr auf das andere gehen, dämpfte Stöger Hoffnungen auf schnelles Geld.

Kassen noch zurückhaltend

© APA/Helmut Fohringer

Martin Rümmele

Wien. Das Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie (FOPI), ein Verband von 24 forschungsorientierten internationalen Unternehmen der Pharmabranche in Österreich, fordert, dass trotz Reformen ein rascher Zugang zu innovativen Arzneimitteln erhalten bleibt bzw. überhaupt ermöglicht wird. Innovation ist und bleibt damit auch im Jahr 2012 das Hauptthema des FOPI. Pharmaindustrie und -großhandel hätten den bestehenden Rahmen-Pharmavertrag mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger bis Ende 2015 verlängert, um die Leistungsfähigkeit der Gebietskrankenkassen mit 82 Mio. € zu unterstützen, wobei erstmals 6,75 Mio. € für Maßnahmen zur Kindergesundheit und Prävention zweckgebunden wurden, bilanziert FOPI-Präsidentin und GSK-Österreich-Managerin Evelyn Schödl.

© FOPI

Diskussionsforen über künftige Entwicklungen auf europäischer Ebene in Gastein und Alpbach.

Gesundheitsminister Alois Stöger ortet Reform in der Zielgeraden.

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat auf die Grundsatzeinigung zurückhaltend reagiert. Hauptverbandchef Hans Jörg Schelling sieht zwar eine Annäherung, von einem Durchbruch könne man aber nicht reden. Es gebe auf Expertenebene eine Annäherung, „aber keinerlei politische Einigung“, sagte Schelling in einem Radiointerview. (APA/iks)


H E A LT H : C A R E

Freitag, 10. Februar 2012

healtheconomy – 33

Serie Medizinrecht – Teil 4 Sicherheit und finanzielle MÜglichkeiten fehlen in Pädiatrie, Demenz und der Behandlung von Notfallpatienten

Forschung fehlen finanzielle Mittel Christian Freisleben-Teutscher

Wien. FĂźr eine optimale medizinische Versorgung ist medizinische Forschung eine unverzichtbare Grundlage. Doch diese braucht auch entsprechende Rahmenbedingungen. „Im Forschungsorganisationsgesetz gibt es Bestimmungen Ăźber die Grundsätze und Ziele der FĂśrderung der Forschung“, erklärt Monika Ploier, Spezialistin fĂźr Medizinrecht bei der Anwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz. Konkrete Anhaltspunkte fĂźr die Finanzierung der Forschung ergeben sich aus diesem Gesetz jedoch nicht. Medizinische Universitäten sind gesetzlich dazu berufen, „der Forschung zu dienen“. Finanziert werden sie vom Bund. „Daraus lässt sich schlieĂ&#x;en, dass grundsätzlich auch der Bund die Forschung zu finanzieren hat. Im Rahmen des Abschlusses einer Leistungsvereinbarung sind entsprechende budgetäre

Detailregelungen zu treffen.“ Allerdings werden den Universitäten nur fixe Budgets vom Bund zur VerfĂźgung gestellt. Aus einem arbeitsgerichtlichen Urteil ergibt sich, dass Universitäten als Dienstgeber nicht verpflichtet sind, „alle Forschungsvorhaben und -wĂźnsche ihrer Bediensteten mit den erforderlichen Betriebsmittel zu unterstĂźtzen“, analysiert Ploier. Medizinische Forschungsvorhaben kĂśnnen aber auch Ăźber nationale und internationale ForschungsfĂśrderungsprogramme finanziert werden – etwa Ăźber den Wissenschaftsfonds oder den „Jubiläumsfonds“ der National-

rechtlichen Institutionen angesiedelt sind – „auch wenn sich so eine MindestfĂśrderung der Forschung ergibt, kĂśnnen diese aber nur einen Bruchteil der mĂśglichen Forschung finanzieren“. Einen erhĂśhten Forschungsbedarf nimmt Ploier in den Bereichen der Pädiatrie, der Demenzerkrankungen und der Behandlung von Notfallpatienten wahr. Tipp: Am 1. März findet an der Medizinischen Universität Wien eine Expertentagung des Forschungsinstituts fĂźr Recht in der Medizin „SOS Wissenschaft und Forschung?“ statt. Neben anderen Beiträgen wird Ploier, die auch FIRM-Obfrau ist, referieren.

Rechtsexpertin Monika Ploier sieht Mängel in der ForschungsfÜrderung.

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Streit Med-Uni Innsbruck

Ein Finanzloch

Innsbruck. Nicht nur das Wiener AKH kämpft um Geld. Der Tiroler Medizin Uni fehlen fĂźr das laufende Jahr 5,4 Mio. â‚Ź. Das Finanzloch sorgt nun fĂźr heiĂ&#x;e Debatten zwischen Wien und Innsbruck. Es sei zunehmend unerträglich, dass die Medizin-Uni glaube, dass der Bund jedes Loch stopfe, das durch „mangelnde Planungsfähigkeit“ entstehe, wird Wissenschaftsminister Karlheinz TĂśchterle zitiert. Reichten die Steuereinnahmen dafĂźr nicht aus, sei das Ăźber den Finanzausgleich zu regeln und nicht auf Kosten des Ministeriums.

bank. Einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung leisten diverse private Unternehmen vor allem aus der Pharmaindustrie. Zu den Stärken des Üsterreichischen Forschungsrechts zählt fßr die Medizinrechtsexpertin die Einfßhrung der Ethikkommissionen, die alle Spitalsträger betreiben mßssen, um einen Mindeststandard in der Forschung und so eine Qualitätssicherung fßr die Patienten zu garantieren. Dazu kommen gesetzlich fixierte hohe Anforderungen an die Aufklärung und Einwilligung. Positiv sieht Ploier auch die zahlreichen mÜglichen Subventionsgeber, die in diversen Üffentlich-

Š David Sailer

Medizinrechtsspezialistin Ploier: „Es gibt keinen Anspruch auf Ăśffentliche Finanzierung.“

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Druck auf den Bund

crevo.net

Š Medizinische Universität Innsbruck

FĂźr den Med-Uni-Rektor Herbert Lochs ist der klinische Mehraufwand das Problem. Wegen der ausstehenden Finanzzusage vonseiten des Bundes hatte er die Einstellung der fachärztlichen Nacht- und Wochenenddienste von Bundesärzten ab 1. April angekĂźndigt. Von den MaĂ&#x;nahmen wären laut Lochs bis zu 240 Mediziner betroffen. Die Ă„rzte der Med-Uni wĂźrden seit Jahren statt der gesetzlich vorgesehenen 79% ganze 85% der Arbeitszeit in der Krankenversorgung leisten. Lochs kritisierte auĂ&#x;erdem, dass der Bund etwa in Graz 50% der Ă„rzteschaft finanziere, in Innsbruck nur 46%. Dass die Med-Uni die Versorgung der BevĂślkerung als Druckmittel verwendet, wird von TĂśchterle und von SPĂ–-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling und der TILAK stark kritisiert.

Die Med-Uni Innsbruck will ab April wegen Geldnot Nachtdienste einsparen. $:6%2%B$Q]HLJHB[BYB*)LQGG




P h a r m a r epo r t: L i f e s c i e n c e

34 – healtheconomy

Freitag, 10. Februar 2012

Diagnostik Schweizer Pharmakonzern kooperiert künftig eng mit Gerinnungsspezialisten Technoclone

short

Wiener Partner für Roche

Kursanstieg bei Intercell verdächtig

Technoclone besitzt über zehn internationale Patente für Diagnose und Therapie von Gefäßerkrankungen.

Finanzmarktaufsicht prüft Intercell wegen Verdacht auf Insiderhandel.

Wien. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) prüft einen verdächtigen Kursanstieg beim börsenotierten Pharmaunternehmen Intercell – ausgerechnet in den Tagen, bevor Intercell bekannt gab, dass zwei Studien über einen neuen Impfstoff positive Ergebnisse geliefert haben. An den fünf besagten Tagen wurden durchschnittlich 450.000 Aktien gehandelt, statt der üblichen 148.000. Die Aktie gewann 20% an Wert. Firmenchef Thomas Lingelbach vermutete, dass „die positiven Ergebnisse eben vom Markt erwartet wurden“ und weist jede Nähe zu einem Insiderhandel von sich. Die FMA untersucht nun, ob es eine schlüssige Erklärung für den Kursanstieg gibt oder nicht. Dies werde Monate in Anspruch nehmen.

rung im Gerinnungsmarkt und die Nähe zur Wissenschaft trägt Technoclone entscheidend zu unserem Ziel bei, durch unsere Tests medizinischen Mehrwert für Patienten zu schaffen“, sagt Colin Brown, Leiter Roche Professional Diagnotics.

Wachstum durch Baxter Technoclone, gegründet 1987, bietet ein vollständiges Portfolio für Gerinnungsdiagnostik und darüber hinaus Tests zur Protein- und Fettstoffwechsel-Diagnostik. Mit der Akquisition der ehemaligen Immundiagnostik-Division von Baxter 1998 expandierte Technoclone zu einem internationalen Anbieter mit globalen Logistikstrukturen. Technoclone besitzt mehr als zehn internationale Patente im Bereich Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen und arbeitet eng mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen. (iks)

Pfizer-Preis für österreichischen Forscher Wien/Zürich. Bereits zum 21. Mal zeichnet die Schweizer Stiftung „Pfizer Forschungspreis“ junge Wissenschaftler für ihre medizinischen Forschungsleistungen aus. Der mit rund 125.000 € dotierte Preis geht heuer an drei Forscherinnen und sieben Forscher. Unter den Preisträgern ist dieses Jahr auch der junge österreichische Wissenschaftler Benedikt Weber, der nach seinem Medizinstudium in Innsbruck und mehreren Auslandsforschungsaufenthalten nun in Zürich forscht. Die von Weber und seinem Kollegen vom Universitätsspital Zürich, Maximilian Emmert, entdeckte Methode ist ebenso elegant wie bestechend: Anstatt Brustkorb und Herz aufzuschneiden, injizieren Weber

© Pfizer/Christina Häusler

Stadas Generikazukauf in der Schweiz

Roche und die Wiener Firma Technoclone wollen künftig gemeinsam forschen.

Wissenschaft Junger Arzt entwickelt in der Schweiz Methode für Herzoperation ohne Brustkorböffnung

Kritik an hohem Gehalt für Novartis-Boss Zürich. Die einflussreiche Aktionärsgruppe Ethos kritisiert das hohe Gehalt von Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella, der pro Monat eine Mio. CHF verdiene – während der Aktienkurs sinke. EthosDirektor Dominique Biedermann: „Wenn die Resultate nicht da sind, gibt es keinen Grund für einen variablen Lohn.“

© F. Hoffmann-La Roche

© Intercell

Wien. Roche hat den Start einer strategischen Kooperation mit Technoclone bekannt gegeben – ein in Wien ansässiges Unternehmen, das auf die Herstellung von Reagenzien für die kardiovaskuläre und Gerinnungsdiagnostik spezialisiert ist. Die enge Kooperation untermauert die Strategie von Roche zur Neuausrichtung im Gerinnungsbereich. Nach Beendigung des Vertriebsabkommens mit STAGO1 und der Akquisition von Verum Diagnostica2 im Dezember 2011 wird Roche ab diesem Jahr ein neues, innovatives GerinnungsPortfolio mit zwei neu entwickelten Systemen, einem umfangreichen Parametermenü und einem Plättchenfunktions-Analyzer anbieten. „Durch die strategische Kooperation mit Technoclone wird Roche sein Reagenzportfolio erweitern und stärkt dadurch weiter den Bereich der Gerinnungsdiagnostik. Aufgrund der langjährigen Erfah-

Pfizer Österreich-Geschäftsführer Robin Rumler freut sich für Jungforscher.

und Emmert eine neue Klappe ins Herz. Sie ist mit körpereigenen Zellen bestückt, die kurz vor der Operation aus dem Knochenmark entnommen werden. Deshalb wird sie vom Körper problemlos akzeptiert; dies konnten die Forscher im Tiermodell zeigen. Über die Jahre wurden insgesamt 228 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Pfizer Forschungspreis geehrt und mit einem Preisgeld von rund 5,1 Mio. CHF gefördert. Damit zählt der Pfizer Forschungspreis für Medizin zu den bedeutendsten Medizin Forschungspreisen in unserem Nachbarland. Robin Rumler, Geschäftsführer von Pfizer Österreich: „Die Forschung bildet den Kern unseres Unternehmens. Tau-

sende Forscher arbeiten bei Pfizer Tag für Tag an der Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten von heute und morgen. Die Förderung begabter junger Wissenschaftler und deren Forschergeistes ist eine wertvolle Investition.“ Die Stiftung wurde 1991 als Ausdruck des Engagements der Firma Pfizer in der pharmazeutischen Forschung gegründet. Sie vergibt auf Antrag von unabhängigen wissenschaftlichen Kommissionen vier Forschungspreise. Sie gehen an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die herausragende und zukunftsweisende Beiträge im Bereich Grundlagenforschung oder klinische Forschung erbracht haben. (iks)

Sponsoring und Forschung Ferring Pharmaceuticals sponsert ökologische Wissenschaftsprojekte

56 rezeptpflichtige und 15 rezeptfreie Präparate hat Stada erworben.

Frankfurt. Das deutsche Pharmaunternehmen Stada hat kürzlich ein Medikamenten-Paket der Pharmafirma Spirig erworben. Der Konzern ließ sich das Genrika-Geschäft umgerechnet 78 Mio. € kosten. Die zugekauften Arzneien kommen laut Stada auf einen Jahresumsatz von 34 Mio. €.

Gewinneinbußen durch auslaufende Patente New York. Der US-Pharmakonzern Merck hat im vierten Quartal 2011 seinen Umsatz um 2% auf 9,33 Mrd. € gesteigert. Wegen des Ablaufs von Patenten ist Merck vorsichtig für das neue Geschäftsjahr und erwartet keine Umsatzsteigerung. Beim Asthmamedikament Singulair droht spätestens ab August ein Umsatzeinbruch.

Wien. Pharma-Unternehmen setzen zunehmend auf Nachhaltigkeit. Eines davon ist Ferring Pharmaceuticals, das seit einiger Zeit auf Umweltverantwortung baut. Das internationale Unternehmen mit schwedischen Wurzeln setzt auf verschiedenen Ebenen an: Kleine Maßnahmen wie die Reduzierung des Papierverbrauchs im Büro sollen ebenso etwas bewirken wie groß angelegtes Management und Investitionen in Projekte. Der Wasser- und Energie-Verbrauch in den Betriebsanlagen konnte effizienter gestaltet werden. Der Arzneimittelhersteller erfüllt mittlerweile die Kriterien für die internationale Norm ISO 14001 und ist damit in Umweltmanagement zertifiziert. 10.000 m� Wasser und 1.000 Megawattstunden Energie konnten schon eingespart werden. Ferring sponsert zudem Forschungs-Initiativen, die sich den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit widmen: Ein Team rund um den Klima-Experten Bruno Tremblay von der angesehenen McGill-Universität im kanadischen Montreal analysiert die

Eisdicke in der Arktis – ein entscheidender Indikator für den Grad der globalen Erwärmung. Durch Untersuchungen vor Ort soll ein Modell entwickelt werden, das die Rückbildung der Eisschichten voraussagen kann. Ferrings bisher größte Investition in die Wissenschaft außerhalb des Gesundheitsbereichs ist das Projekt „Elemo“ in der Schweiz. In zwei russischen „Mir“-U-Booten

erkunden Forscher die Naturwelt des Genfersees. Im voraussichtlich fünf Jahre dauernden Programm sollen wichtige Erkenntnisse zum Ökosystem gewonnen und so der See, der über einer halben Million Menschen als Trinkwasser-Reservoir dient, präserviert werden. Durch die hochmodernen russischen U-Boote können die über 15 Forscherteams, bestehend aus internationalen Wissenschaftern,

© Ferring/MediaPhoto

© Stada

Ferring: Pharmakonzern goes green

Bachna: „Erfüllen Anspruch auf Verantwortung auch außerhalb unseres Metiers.“

in über 300 m Tiefe die Geologie und die physische Beschaffenheit des Genfersees besser kennenlernen. Sie wollen etwa herausfinden, wo sich Schadstoffe ablagern und wie sie sich im Wasser bewegen. Zudem beschäftigen sich die Wissenschafter mit Mikroorganismen und Bakterien. Der Pharmakonzern, der 2010 eine Mrd. Umsatz machte und weltweit über 4.500 Menschen beschäftigt, hat selbst seinen Sitz in Saint-Prex am Schweizer Ufer des Genfersees. „Wir glauben an die Forschung sowie an Werte wie Partnerschaft und Wissensaustausch“, betont Michel Pettigrew, Vorstandsvorsitzender von Ferring Pharmaceuticals. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Präparate in den Bereichen Urologie, Onkologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Reproduktionsmedizin und Geburtshilfe. Am Standort Österreich beschäftigt der Konzern etwa 24 Mitarbeiter und setzt über zehnMio. € jährlich um, sagt Business-Unit-Leiter (Onko/Uro/Gastro) Bernhard Bachna. (rs)


Freitag, 10. Februar 2012

M e d i z i n t e c h n i k : E- H e a lt h

healtheconomy – 35

Ärzte Dorner tritt zurück

eHealth Software-Spezialist für Lösungen im Gesundheitswesen steigerte 2011 den Umsatz um 26% auf 114,6 Mio. €

CompuGroup wuchs stark

Elga als Thema im Wahlkampf

© CompuGroup

Wien/Steyr/Koblenz. Der eHealth-Spezialist CompuGroup Medical hat den vorläufigen Finanzbericht für das vierte Quartal 2011 vorgelegt. Mit einem Umsatz von 114,6 Mio. € steigert das Unternehmen, einer der weltweit führenden Anbieter von eHealth-Lösungen, seinen Umsatz um 26% zum Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) konnte von 20,7 Mio. € auf 25,4 Mio. € im vierten Quartal 2011 gesteigert werden. Mit diesem Ergebnis kann CompuGroup Medical im Geschäftsjahr 2011 die Erwartungen für das vierte Quartal übertreffen. Der Geschäftsbereich Ambulatory Information Systems (AIS) verzeichnete ein Umsatzwachstum von 26% zum Vorjahr. Das organische Wachstum beträgt 9%. Diese starke Entwicklung resultiert zum einen aus dem im vierten Quartal üblichen Saisoneffekt und zum anderen aus

CompuGroup-CEO Frank Gotthardt ist mit den Leistungen im Konzern zufrieden.

zusätzlich in 2011 realisierten Absatzmöglichkeiten. Nach einem erfreulichen Jahresendgeschäft mit Pharmakunden legte der Umsatz im Segment Communication & Data durch rein organisches Wachstum ebenfalls um 8% zu. „Wir dürfen mit dem Ergebnis unter dem Strich zufrieden sein. Es ist gelungen, die ermutigenden Ergebnisse im dritten Quartal mit einem soliden vierten Quartal weiter auszubauen. Unser Fokus liegt auch im neuen Jahr weiterhin auf Ertragskraft und ausgewogenem Wachstum, und ich freue mich, die Entwicklung der CGM gemeinsam mit meinen weltweit 3.600 Kollegen weiter voranzutreiben“, sagt Frank Gotthardt, Vorstandsvorsitzender der CompuGroup Medical AG. Zu dem Konzern gehören auch die in Österreich sitzende Systema Human Information Systems sowie die Zentral- und Osteuropatochter der Gruppe. (iks)

Medizintechnik Steirisches Unternehmen ist euopaweit führend beim Service von medizinischen Sonden

Graz. Das steirische Unternehmen Mides, eines der führenden europäischen Serviceunternehmen fürmedizinische Ultraschallsysteme, hat sich durch die europaweit einzigartige Einrichtung eines eigenen Hightech-Forschungslabors als Spezialist für die Reparatur von Ultraschallsonden, von Standard und TEE (Transösophageal-Echocardiographie)-Sonden, etabliert. Herstellerunabhängig beschäftigen sich die Experten mit der Erkennung und Behebung von elektronischen, mechanischen und sonstigen Defekten bei Ultraschallsonden, wie etwa Schichtablösungen, Kabelschäden oder Kurzschlüssen. Um die Kompetenz weiter zu steigern und die Effizienz zu erhöhen, werden im Labor laufend neue

auf. So bedeutet die Sonden-Reparatur eine Kostenersparnis für den Kunden von bis zu 60% gegenüber einem Neukauf. Neben der SondenReparatur bietet Mides ein komplettes Rundum-Service. Durch ein umfangreiches Leihsondenlager besteht bei jeder Reparatur für den Kunden die Möglichkeit, eine Überbrückungssonde in Anspruch zu nehmen, um Leerläufe im Tagesablauf zu vermeiden.

Lösungen im Bereich der SondenReparatur entwickelt. Seit vier Jahren bietet Mides etwa die Reparatur von Ultraschallsonden an. Im vergangenen Jahr konnten bis zu 70% der beschädigten Sonden wieder instand gesetzt werden. „Mittlerweile können in unserem Haus etwa 85 Prozent aller defekten Sonden, die wir erhalten, wieder aufbereitet werden. Zurückzuführen ist diese erfreuliche Steigerung auf die Kompetenz unserer Experten, die in unserem eigenen Hightech-Forschungslabor an der Entwicklung neuer Lösungen für die Sonden-Reparatur arbeiten“, sagt Mides-Geschäftsführer Norbert Minarik. Die Reparatur von defekten Sonden weist eine Reihe von Vorteilen

10,2 Mio. € Umsatz Das 1995 gegründete Unternehmen setzte im Geschäftsjahr 2010/2011 rund 10,2 Mio. € um. Derzeit hat die steirische Firma 65 Beschäftigte in den Bereichen Handel und Dienstleistungen. (iks)

Werbung Diabetes-Produkt von Boehringer und Eli Lilly

© www.bigshot.at/Christian Jungwirth

Servicefirma Mides wächst mit Reparaturen

Mides-Geschäftsführer Norbert Minarik will Reparaturquote weiter erhöhen.

© APA/Herbert Neubauer

Systema-Mutterkonzern will auch heuer „ausgewogen wachsen“ und Ertragskraft erhöhen.

Ärztepräsident Dorner tritt zurück: Elgadebatte war nicht der Grund, sagt er.

Wien. Die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ist innerhalb der Ärztekammer weiterhin das beherrschende Thema. Grund sind einerseits Datenschutzbedenken, die Sorge vor Kontrolle durch die Kassen und nicht zuletzt der laufende Wahlkampf für die Kammerwahl im März. Die kritische Haltung der Wiener Ärztekammer gegenüber der ELGA hat sich nun im Rahmen einer Mitgliederbefragung bestätigt. Von den mehr als 3.500 Ärzten (das entspricht einer Teilnahme von 34%), die ihre Stimmen abgegeben haben, sind 95% gegen die Gesetzespläne von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). 88% der Wiener Ärztekammer-Mitglieder sind für eine freiwillige Teilnahme statt der geplanten ärztlichen ELGA-Pflicht Ärztekammer-Präsident Walter Dorner fordert deshalb eine grundlegende Überarbeitung von Stögers Gesetzesentwurf. Dorner gab am Donnerstag parallel dazu seinen Rücktritt bekannt - er werde nicht mehr als Präsident kandidieren. Nachfolger soll sein Vize Johannes Steinhart - ein bekannter Elga-Gegner werden. „Keine Rolle“ hätten die Auseinandersetzungen innerhalb der Ärztekammer gespielt, die ihm im Vorjahr Rücktrittsaufforderungen der niederösterreichischen Kammer und des Hausärzteverbandes wegen seiner grundsätzlichen Zustimmung zum Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) in der Bundesgesundheitskommission eingetragen haben, sagte Dorner.

Gesundheit Warnung vor geplanter flächendeckender Einführung von Smart Metern

Launch von Silberball Elektrosmog durch Stromzähler Wien. Boehringer Ingelheim und Eli Lilly haben ein neues DiabetesProdukt auf den Markt gebracht. Die Werbeagentur Silberball mit Standorten in Bregenz, Salzburg, Warschau und Wien soll die komplexen medizinischen Details „stimmig auf den Punkt bringen“. Mit einem Webervogel – dessen fein konstruiertes Nest für Schutz stehen soll – als Keyvisual hat Silberball Wien den Etat für

Wien. Bis 2018 sollen mehr als 95% aller österreichischen Haushalte mit neuen sogenannten intelligenten Stromzählern ausgestattet werden; dies kündigte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner Ende vegangenen Jahres an. Mit der sogenannten SmartMeter-Technologie könne der Stromverbrauch sowohl in Haushalten, im Gewerbe, in der Industrie und Landwirtschaft um rund

den Österreich-Launch gewonnen. Das Motto in der Prelaunch-Phase lautet „ein neuer Wirkstoff im Anflug“. „Es klingt paradox, aber unser Vorteil dabei ist es, dass wir keine klassische Pharmaagentur sind“, erklärt Rupert Mühlfellner, Geschäftsführer bei der Wiener Silberball-Agentur. Kreativgeschäftsführer Georg Lippitsch: „Neben Pharmakunden arbeiten wir für die unterschiedlichsten Branchen. Das erweitert den Horizont und öffnet den Blick für neue Herangehensweisen.“ Im 2. Quartal 2012 soll der eigentliche Launch starten.

3,5% pro Jahr gesenkt werden. Nun warnt jedoch das Referat für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer vor gesundheitlichen Folgen. Die zur Verfügung stehenden Übertragungsmöglichkeiten wie Funk oder die Übertragung über das Stromnetz selbst (Powerline Communication, kurz PLC) führen laut Arbeiterkammer zu gesundheitsschädlichem Elektrosmog

Silberball-Chef Rupert Mühlfellner holte sich Diabetes-Kampagne.

Weltweit leiden etwa 285 Mio. Erwachsene an Diabetes, Tendenz stark steigend. Der Markt für Diabetes-Produkte wird weltweit auf rund 26 Mrd. € eingeschätzt. Boehriger Ingelheim und Eli Lilly stehen mit ihren Marktanteilen an dritter Stelle. Durch die neuen Produkte rechnet man mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. (um)

© Wikimedia

© Klaus Andorfer

Hart umkämpfter Markt

Die Strom sparende Smart-Meter-Technologie ist möglichweise kresberregend.

über die vorhandenen elektrischen Leitungen und die daran angeschlossenen Geräte. Die Ärztekammer weist darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO sowohl niederfrequente Magnetfelder als auch hochfrequente elektromagnetische Felder als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft hat.

Kritik an Ministerium Die Ärzte appellierten in diesem Zusammenhang nun an das zuständige Wirtschaftsministerium, die Gesundheitsrelevanz der neuen Technik im vorliegenden Gesetzesentwurf zu berücksichtigen, anstatt in „vorauseilendem Gehorsam“ eine an sich unverbindliche EU-Verordnung umzusetzen. Das wirtschaftlich realisierbare Einsparpotenzial für den Gesamtverbrauch wird von Experten auf mindestens 20 bis 30% eingestuft. Auf zahlreichen Informationsplattformen kann sich der interessierte Verbraucher erkundigen, wie man Strom ohne Komfortverlust einsparen kann. (um)


M E N S C H E N & KA R R I E R E N

36 – healtheconomy

Freitag, 10. Februar 2012

Jubiläum Ehemalige Gesundheitsminister betonten die traditionelle Schwierigkeit bei Durchsetzung von Reformen

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40 Jahre Ministerium

„Gemeinsam essen“: Teilnehmer geehrt

Wien. Mit einem Aufmarsch ehemaliger Minister ist vergangene Woche in Wien das 40. Gründungsjubiläum des Gesundheitsministeriums gefeiert worden. Als oberster Gratulant stellte sich Bundespräsident Heinz Fischer ein, der in seiner Festrede die Errungenschaften des „schwierigen Ressorts“ hervorhob und dem aktuellen Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) und seinen 15 Vorgängern für die erduldeten blauen Flecken in der politischen Auseinandersetzung dankte. Die einhellige Meinung der erschienenen Ex-Minister: Reformen in diesem Bereich waren immer schon schwierig, und ohne klare Kompetenzen geht nichts. Michael Außerwinkler beispielsweise, Gesundheitsminister der SPÖ von 1992 bis 1994, der mit seinem Nichtraucherschutz gescheitert war, meinte: Bei der jetzigen

Humanomed feiert ein Jahr Klinik Maria Hilf

Mehr Transparenz gefordert Maria Rauch-Kallat (ÖVP) wiederum, Ministerin von 2003 bis 2007, sagt, es brauche mehr Transparenz und Kostenwahrheit, um etwas weiterzubringen. Die Länder und Gemeinden seien „im Boot“, aber sie würden „nicht alle Geheimnisse verraten“. So würden manche Länder die wahren Ausgaben für das Gesundheitswesen nicht dem Bund mitteilen; damit gebe es aber auch keine Kostenwahrheit.

Ernährung Vortrag über mangelhaftes Essverhalten

Auszeichnung Pharmafirma schafft Chancengleichheit

Wien. Ein Burger mit 450 kcal, ein vermeintlich gesünderer Wrap sogar mit 525 kcal – so beschrieb Uwe Gröber, Buchautor und führender

Wien. Das 2008 initiierte Fair-Play Projekt von Pfizer Austria wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend mit dem Vollzertifikat „beruf und familie“ ausgezeichnet. Die interne Arbeitsgruppe, das Fair-Play-Network, die sich mit der Umsetzung des Projekts beschäftigt, hat es sich zum Ziel gesetzt, Bedingungen zu schaffen, welche gleichzeitig die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ermöglichen und allen qualifizierten Mitarbeitern gleiche Chancen gewähren, sich innerhalb von Pfizer weiterzuentwickeln. Patricia Tschabitscher, Vorsitzende der Arbeitsgruppe, resümiert zufrieden: „Seit April 2008 arbeiten wir daran, geschlechtsspezifische, firmeninterne Barrieren zu

© Humanomed

Steinzeitmensch trifft Fastfood

© Apomedica

Das Neuro-Team der Humanomed hat Leistungsangebot ausgebaut.

Klagenfurt. Die Humanomed blickt auf das erste erfolgreiche Jahr der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt zurück. Seit der Neueröffnung betreute ein Team von rund 250 Mitarbeitern über 5.330 Patienten, davon mehr als die Hälfte operativ. „Wir freuen uns, dass unser Haus von Anfang an von den Patienten so gut angenommen wurde“, sagte Georg Lajtai, ärztlicher Leiter der Humanomed Privatklinik Maria Hilf.

Ernährungsexperte Uwe Gröber beim gut besuchten Vortrag in Wien.

Günther Wawrowsky/Jörg Pruckner/ Gert Wiegele: Arzt der Zukunft. Verlagshaus der Ärzte, 2012, 200 Seiten. ISBN-13: 978-3990520215, 19,90 €

eliminieren, um geschlechtsneutrale Karrierechancen zu schaffen. Frauen sollen ein Umfeld vorfinden, das sie fördert.“ (fei)

Patricia Tschabitscher, Pfizer: „Bauen geschlechtsspezifische Barrieren ab“.

Menschen, über die man spricht

© Welldone Werbeagentur/APA-Fotoservice/Hautzinger

Reneé Gallo-Daniel neue Chefin bei PERI Human Relations

© gespag

Zukunftsvisionen Kommt es zu Engpässen in der medizinischen Nahversorgung? In den kommenden zehn Jahren gehen ca. 37% der Allgemeinmediziner und Fachärzte in Pension. Viele Kassenarztstellen in ländlichen Gebieten können nicht nachbesetzt werden. Werden daher Patienten in Zukunft noch mehr in Spitalsambulanzen sitzen und bricht die Versorgung am Land zusammen? Was kann bzw. muss die Politik dagegen tun? Experten aus dem In- und Ausland diskutieren in diesem Sammelband hochrangiger Ärztekammervertreter die Zukunft der niedergelassenen Medizin aus völlig unterschiedlichen Positionen. So kommen neben Ärzten und Juristen auch Pensionistenvertreter, Zukunfts- und Wirtschaftsforscher sowie Patienten selbst zu Wort.  (iks)

Pfizer ist ein fairer Arbeitgeber

Mikronährstoffexperte im deutschsprachigen Raum, anlässlich eines Fortbildungsabends der Apothekerkammer Wien in Kooperation mit Apomedica die aktuelle Ernährungssituation vieler Österreicher. Dabei ist der menschliche Organismus genetisch gesehen nicht auf Fastfood, sondern auf eine Ernährung ausgelegt, wie sie in der Steinzeit vorgeherrscht hat: Unsere Vorfahren nahmen viel weniger Fett und Zucker, dafür deutlich mehr Ballaststoffe, Vitamine und Spurenelemente zu sich. Eine Umstellung der Nahrungszusammensetzung sei dringend erforderlich, um Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und viele andere Zivilisationskrankheiten in die Schranken zu weisen, forderte Autor und Apotheker Uwe Gröber. (fei)

buch-tipp

© Verlagshaus der Ärzte

Alois Stöger (3.v.li.) mit seiner Amtsvorgängern beim Jubiläum des Ministeriums.

© Thule G. Juk m.b.H.

Graz. „Gemeinsam essen“ lautet ein Projekt der Gesundheitsplattform Steiermark, mit dem alle Einrichtungen, die täglich viele Menschen mit Essen versorgen, ihre Qualität verbessern können. Nun wurden 16 Einrichtungen ausgezeichnet, die das Projekt abgeschlossen haben: „Menschen gesundes und schmackhaftes Essen anzubieten, ist ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Gesundheitsziele“, sagte Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder.

Wien. Nach mehr als 20 Jahren in der pharmazeutischen Industrie widmet sich Renée Gallo-Daniel künftig neuen Aufgaben als Geschäftsführerin von PERI Human Relations GmbH, einem Unternehmen der PERI-Gruppe. Die Klinische- und Gesundheitspsychologin zu ihrem neuen Tätigkeitsfeld: „Als Teil der PERI-Gruppe erwartet mich ein gut eingespieltes Team an Experten aus verschiedenen Fachbereichen. Dem Kunden wird dadurch ein breites und tiefgehendes Produktportfolio angeboten, gepaart mit individueller sowie persönlicher Beratung und maßgeschneiderten Lösungen, wozu ich einen entscheidenden Beitrag leisten werde.“ Gallo-Daniel war zuvor seit 1988 in verschiedenen Positionen beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline Pharma GmbH tätig. (fei)

W o l f gan g Fe l l ner , P rimariu s in Gm un d en

Die Übersiedelung der Geburtshilfestation vom LKH Gmunden ins LKH Vöcklabruck wird voraussichtlich nicht vor 2014 vollzogen, doch personell werden die Weichen schon jetzt gestellt: Ab April übernimmt Wolfgang Fellner, Primar der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Vöcklabruck, auch die Leitung der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Gmunden. Er löst Primar Michael Sommerhuber ab, der eine leitende Stellung an der Uniklinik Salzburg übernimmt.

Ku rt T oifl , reg ieru ng srat in wien

Gerhar d Stark , doppe lche f in gra z

Michael Häupl überreichte Oberamtsrat Kurt Toifl, Verwaltungsdirektor des Sozialmedizinischen Zentrums Sophienspital und des Orthopädischen Krankenhauses Gersthof, das Dekret über den vom Bundespräsidenten verliehenen Berufstitel „Regierungsrat“. Wiens Bürgermeister würdigte Toifl für dessen „fachliche, organisatorische und soziale Kompetenz vor allem auch im Umgang mit komplexen Situationen.“ Toifl, Jahrgang 1952, ist seit 1975 im Wiener Gesundheits- und Spitalswesen tätig.

Zwei steirische Ordensspitäler – das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz und das Marienkrankenhaus im oststeirischen Vorau – werden ab sofort unter einer gemeinsamen ärztlichen Leitung geführt. Neuer Doppel-Chef ist Kardiologe Gerhard Stark, der seit Herbst des Vorjahres als ärztlicher Direktor des Elisabethinenkrankenhauses in Graz fungiert. Stark, Jahrgang 1961, ist u.a. Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie und Ärztekammerfunktionär.

© Archiv

Gesundheitslandesrätin Edlinger- Ploder (re.) übergab Urkunden.

Reform des Gesundheitssystems sei es wichtig, die Finanzierungsfrage zu lösen. „Man muss die Finanzierungsverantwortung dem geben, der fordert. Wenn eine Gemeinde ein Riesen-Gemeindespital fordert, aber dafür nichts hergeben muss und die Finanzierung von wo anders kommt, dann wird niemand bereit sein, an echten Lösungen zu arbeiten“, sagte Außerwinkler.

© Johannes Hloch

Andreas feiertag

© Alex Halada/PID

© Gesundheitsfonds Steiermark

Ehemalige Ressortchefs forderten mehr Transparenz bei Länderleistungen und Finanzierungsmut.

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healtheconomy - die wöchentliche Berichterstattung über die Gesundheitswirtschaft - jeden Freitag in der Wirtschaftsfachtageszeitung mediane...

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