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Freitag, 17. Juni 2016
cover 25
financenet & real:estate
VERMITTLUNG VERWALTUNG BEWERTUNG BAUMANAGEMENT www.ehl.at
Kein Private Equity-Meister Was in Österreich so heißt, aber de facto nicht so ist 27
Europameister Visionäre Baukunst – ein Überblick über Europas beste Bauten 28
Deal-Meister bareal-Chef Michael Zöchling im medianetExklusivinterview 30
Nachhaltigkeits-Meister Exklusivinterview mit Max Deml, Autor „Grünes Geld 2020“ 32
ATX 8.–15. Juni 2016
ATX (Schluss 15.6.)
2.124,27 -5,39%
5,77% -14,02% Buwog
Uniqa
Top 5 ATX Prime ▲ Buwog 5,77% ▲ Agrana 5,54% ▲ Kapsch Trafficcom 3,59% ▲ Cross Industries 3,38% ▲ Warimpex 2,07%
Flop 5 ATX Prime ▼ Uniqa -14,02% © APA/Helmut Fohringer
▼ Zumtobel -12,59% ▼ AT&S -10,64% ▼ VIG -10,19% ▼ Schoeller-Bleckmann -9,10%
Im Osten geht endlich wieder die Sonne auf
IATX 8.–15. Juni 2016
Im CEE-Raum klettert die Eigenkapitalrendite der Banken auf knapp 10%, freut sich Karl Sevelda, CEO Raiffeisen Bank International. 26
DIE GEMEINSCHAFTSMARKE ” ALU-FENSTER FÖRDERT DEN GEBÄUDELEBENSZYKLUS.”
IATX (Schluss 15.6.)
227,15 -2,14%
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Buwog
Immofinanz
▲ Buwog 5,77% ▲ Warimpex 2,07% ▼ Atrium -0,75% ▼ CA Immo -3,23% ▼ S Immo -3,34% ▼ conwert -3,58% ▼ Immofinanz -6,84%
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Freitag, 17. Juni 2016
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Wo es für die Banken rund läuft Bei der Profitabilität von Banken gibt es deutliche regionale Unterschiede. Am besten läuft das Geschäft in Zentral- und Südosteuropa; diese Region liegt dabei klar vor der Eurozone.
••• Von Reinhard Krémer
Merkbare Fortschritte Doch in all dem Schatten zeigte sich schon letztes Jahr ein Lichtblick: „Obwohl 2015 ein weiteres schwieriges Jahr für die Bankenbranche in Zentral- und Osteuropa (CEE; Anm.) war, gab es doch auch merkbaren Fortschritt in den zentraleuropäischen und südosteuropäischen (CE/SEE; Anm.) Bankenmärkten, wo sich die Profitabilität einer Eigenkapitalrendite von zehn Prozent näherte“, meint Karl Sevelda, CEO der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Zum ersten Mal, so Sevelda, überschritten die Aktiva in den CE/SEE-Bankenmärkten 2015 die 1.000 Mrd. €-Schwelle, was auch das Wachstumspotenzial der Region zeigt. Wachstumsmöglichkeiten bleiben in den CEE-Bankenmärkten bestehen, ist man bei Raiffeisen International überzeugt. Kurzfristig erwartet man solides Wachstum in den CE/SEE-Märkten, mit einem baldigen Aufwärtstrend im Retail. Langfristig ist nominales Kreditwachstum zwischen rund 8 und 10% jährlich möglich. Der Ausblick der Giebelkreuzler für CE/ SEE wird von breiteren Entwicklungen westlicher Banken unterstützt, wo das Deleveraging weitgehend abgeschlossen zu sein scheint. Aktiva werden schlechter Vor allem in Osteuropa zeigte sich eine spürbare Verschlechterung der Aktiva-Qualität. Die Ratio der NPL (Non-Performing-Loans; notleidende Kredite; Anm.) lag in Osteuropa zwischen rund 7 und 9%, in der Ukraine gar zwischen 20 und 40%.
© APA/AFP/Attila Kisbenedek
WIEN. Das Bankgeschäft war in den letzten Jahren in Europa – sagen wir – schwierig; manche Insider würden hier lieber das Wort „schmerzhaft“ wählen. Vor allem im Osten gab es wenig zu lachen: Striktere Kapitalvorschriften, ein hohes Ausmaß an regulatorischer Einflussnahme und das anhaltend ultra-niedrige Zinsumfeld machten die Sache nicht einfach. Dazu kam dann, wie zum Beispiel in Ungarn, die staatlich verordnete Zwangskonvertierung von Fremdwährungskrediten zu für die Banken desaströsen Kursen.
Gottseibeiuns Die verpflichtende Konvertierung von Fremdwährungskrediten, wie sie auch Ungarns Premier Viktor Orbán betrieben hat, verhagelte die Performance der Banken.
maß aus Belarus stammen werden. Das führte zwangsläufig zu einem Profitabilitätsrückgang und einer Eigenkapitalrendite (RoE; Anm.) von minus 0,1%. In Zentral- und Osteuropa (CEE; Anm.) lag diese bei rund 5%, in der Eurozone bei 6%. Interessanterweise zeigt sich Leben am russischen Markt: „Führende westliche Banken wie etwa SocGen, UniCredit, RBI und Citi, haben ihr Engagement im Russlandgeschäft bekräftigt und 2015 sogar den Markt übertroffen“, sagt Elena Romanova von RBI/Raiffeisen Research. In einem günstigen Szenario hält sie sogar eine Eigenkapitalrendite von rund 12 bis 13%
CEE bleibt eine Wachstumsregion für Banken, NPL-Ratio besser und das Engagement zahlt Bessere Aktiva niedriger, nämlich In CE setzte sich bei 6,4% (2014: sich nach wie vor aus. der breite Trend 6,8%). Es gab Karl Sevelda Raiffeisen International
Für 2016 erwarten die Analysten von Raiffeisen Research weitere, moderate Verschlechterungen der NPL Ratio in den EE-Bankenmärkten, die hauptsächlich aus Russland und zu einem geringeren Aus-
der Verbesserung der Aktiva-Qualität 2015 fort; die NPL Ratio ging auf 7,3% (2014: 8,5%) zurück. Würde man Ungarn mit einer NPL Ratio von nach wie vor knapp 10% herausrechnen, so läge die NPL Ratio in CE noch
2015 eine Verbesserung der AktivaQualität und einen Rückgang der NPL-Ratio von 19 auf 15% auf den SEE-Märkten. Rumänien wies die stärkste Verbesserung auf und senkte seine NPL Ratio von 20 auf 13%.
Tiefstand. Derzeit liegt das L/DVerhältnis in CE und SEE bei 92 bzw. bei 86% – diese Niveaus waren seit 2005/06 nicht mehr erreicht worden.
am russischen Markt noch immer möglich. Eigenkapitalrendite wird besser Insgesamt, so die Spezialisten von Raiffeisen international, lag die CEE-Eigenkapitalrendite unter 5%; 2014 waren es noch 6,9% gewesen. Zum Vergleich: In der Eurozone lag die Eigenkapitalrendite bei rund 6%. Es kam vor allem in den EE-Bankenmärkten, inklusive Russland, zu einem substanziellen und breiten Rückgang der Profitabilität. 2015 lag die EE-Eigenkapitalrendite bei minus 0,1%. Die gute Nachricht: Gleichzeitig gab es aber einen beachtlichen Fortschritt in CE/SEE mit einer Eigenkapitalrendite von 9,7%. Im Gegensatz zum Jahr 2014, als noch drei CE/SEE-Bankenmärkte negativ waren – nämlich Ungarn, Slowenien und Rumänien – schrieb 2015 nur Kroatien Verluste. Außerdem verzeichneten 2015 fast alle CEE-Bankenmärkte solide Einlagen – in den meisten Fällen wurde dabei das Kreditwachstum sogar substanziell übertroffen. In der Folge verbesserte sich das Verhältnis von Krediten zu Einlagen (loan-to-deposit ratio, L/D-Verhältnis; Anm.) im gesamten CEEBankengeschäft weiterhin deutlich und erreichte einen mehrjährigen
Aktiva Zum ersten Mal überschritten die Aktiva in den CE/ SEE-Bankenmärkten 2015 die 1.000-Mrd.€-Schwelle – das zeigt das Wachstumspotenzial der Region.
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Zu viel Liquidität in Russland Ein interessantes Detail bildet die Entwicklung des Kreditgeschäfts in Russland; dort wiesen beide Kernsegmente, nämlich die Kreditvergaben in lokaler Währung und in Fremdwährung, ein L/D-Verhältnis von unter 100% aus, was die aktuelle Überliquidität und den Mangel an qualifizierter Kreditnachfrage widerspiegelt. Die Konklusio der Raiffeisen-Experten: Für große UniversalbankModelle sollte es derzeit in allen CEE-Bankenmärkten möglich sein, ein L/D-Verhältnis von weit unter 100% zu erzielen.
Einlagen & Kredite Solide Dem Trend der letzten Jahre folgend, verzeichneten 2015 fast alle Zentral- und osteuropäischenBankenmärkte solide Einlagen, melden die Experten von Raiffei-
sen Research. Das Verhältnis von Krediten zu Einlagen, die sogenannte loan-to-deposit ratio oder einfach L/D-Verhältnis, verbesserte sich 2015 im gesamten CEE-
Bankengeschäft deutlich. Wenn man das L/DVerhältnis in Osteuropa von 88% miteinberechnet, liegt das L/D-Verhältnis der CEE-Region insgesamt leicht unter 90%.
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Freitag, 17. Juni 2016
FINANCE:MARKETS 27
Wo Unternehmer Geld bekommen Firmenchefs brauchen Finanzierungen, das ist kein Geheimnis. Besonders für Expansionspläne greift man auch auf private Geldgeber zurück – in Österreich kaum möglich.
••• Von Reinhard Krémer WIEN. Kein Unternehmenschef, der nicht schon einmal Geld gebraucht hat. Nicht zur Finanzierung, sondern für spezielle Einsätze wie die Erschließung neuer Märkte oder die Lancierung eines neuen Produkts muss vorfinanziert werden. Börsenotierte Firmen haben´s da meist leichter; ihnen steht eine breitere Palette von Finanzierungsinstrumenten zur Verfügung. Und wer noch nicht an der Börse und groß genug ist, kann ein sogenanntes IPO, also den Börsegang, ja wagen. Dieser Schritt ist besonders in Österreich den meisten Unternehmen verwehrt: Die Struktur hierzulande ist kleinteilig. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der Unternehmenslandschaft; 99,6% der Unternehmen, die 67% aller Arbeitnehmer beschäftigen, zählen hierzulande dazu. Um diese zu finanzieren, gibt es in anderen Ländern die Möglichkeit, sogenanntes Private Equity, also außerbörsliches Eigenkapital, einzusetzen.
passen müssen. Bei besonders riskanten Projekten wird auch von „Venture Capital“ gesprochen. Doch in Österreich ist die Entwicklung bemerkenswert: Knapp 77% des Geldes, das in Österreich unter dem Titel „Private Equity“ investiert wird, kommt in Wirk-
lichkeit vom Staat, wie die Grafik zeigt. Es handelt sich also um „Public Equity“, meldet der Thinktank Agenda Austria. In restlichen Europa, wo Pensionsfonds zu den wichtigsten Unternehmens-Financiers zählen, liegt der öffentliche Anteil übrigens bei rund fünf Prozent.
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Wo das Geld herkommt Die Kapitalgeber können private oder institutionelle Anleger sein; häufig sind es auf diese Beteiligungsform spezialisierte Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Sie beteiligen sich am Unternehmen und steigen meist bei Erreichen des Zieles wieder aus. Wie bei Aktien handelt es sich also um Eigenkapital. Meistens sind es kleine, innovative und oft auch riskante Firmen, die für die Börse zu klein sind und an denen Banken kein Interesse haben, oder aufgrund der strengen Regulierung
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PRAG. Das ständig wachsende Volumen der an die Tschechische Nationalbank (CNB) zu übertragenden Berichte und die sukzessive Umstellung des Berichtwesens im Zuge von Solvency II (das EUProjekt zur grundlegenden Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa – medianet berichtete mehrfach ausführlich; Anm.), erforderte für den Versicherer Uniqa im Bankensektor eine Anwendung, die diese komplexen Anforderungen des Reportings erfüllt. Mit GenStat bot Editel genau jene spezifische Lösung, die der anspruchsvollen Berichterstattung der CNB entspricht. Sie ermöglicht generell die Erstellung und Versendung der statistischen Berichte von Finanzinstituten an die Tschechische Nationalbank und bietet die passende Struktur.
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28 EUROPA-LEISTUNGSSCHAU
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Freitag, 17. Juni 2016
Z
um mittlerweile vierten Mal wird die Ausstellung „Europas beste Bauten. Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur“ in den Räumlichkeiten des Architekturzentrum Wien gezeigt – und zwar noch bis Ende August. Der mit insgesamt 60.000 € dotierte Preis brachte seit seiner Entstehung 1988 berühmte Preisträger wie David Chipperfield, Zaha Hadid, Peter Zumthor oder Rem Koolhaas hervor. Um junge Talente und Architekten am Beginn ihrer Karriere zu fördern, wurde der Preis „Emerging Architect Special Mention“ für ambitionierte und aufstrebende Architektur ins Leben gerufen. Das Design der Ausstellung präsentiert sich erstmals seit Bestehen des Mies van der Rohe Award in einem neuen Erscheinungsbild und wird durch viele Features wie Modelle, Videos, Originalzeichnungen sowie 1:1 Konstruktionselemente erweitert. Die 40 Projekte der Shortlist geben somit einen informativen Überblick über den Stand der europäischen Architektur und werden durch 23 Nominierungen mit österreichischer Beteiligung ergänzt. Preisträger und Finalisten Aus den 420 nominierten Projekten an 279 Orten Europas wurden fünf Finalisten ausgewählt – die hochkarätige internationale Jury unter dem Vorsitz von Cino Zucchi überzeugen konnte schließlich die Philharmonie in Stettin der Architekten Fabrizio Barozzi (IT) und Alberto Veiga (ES). Das neue Gebäude der Philharmonie beherbergt einen für 1.000
Das sind Europas beste Bauten Alle zwei Jahre steht im Rahmen des „Mies van der Rohe Award“ herausragende visionäre Baukunst aus Europa im Mittelpunkt.
••• Von Paul Christian Jezek
Besucher ausgelegten Saal für sinfonische Musik, einen Kammermusiksaal für 200 Personen, einen multifunktionalen Raum für Ausstellungen und Konferenzen
sowie ein weitläufiges Foyer. Die von innen erleuchtete Glasfassade erlaubt unterschiedlichste Eindrücke und lässt das Bauwerk als Lichtelement erstrahlen. Die Strenge des äußeren Erscheinungsbilds und die Schlichtheit im Inneren kontrastieren mit der Expressivität der großen Halle und dem mit Blattgold geschmückten Konzertsaal. Der Grundriss wird durch einen umlaufenden Ring von Serviceeinrichtungen bestimmt. Während im Inneren alles auf den großen Saal und den Kammermusiksaal ausgerichtet ist, dient der Ring als Bindeglied zwischen dem Gebäude und seiner Umgebung. Dem Nachwuchs eine Chance! Der begehrte Nachwuchs-Preis Emerging Architect Special Mention
1.
Platz Sieger (Bild oben, u.l./r.) Philharmonie Stettin (Polen), Architekten: Fabrizio Barozzi (IT) und Alberto Veiga (ES).
wurde an das Büro Arquitectura-G für das Haus Luz in Cilleros, Spanien, verliehen (Architekten: Jonathan Arnabat, Jordi Ayala-Bril, Aitor Fuentes, Igor Urdampilleta). Die Auftraggeberin des Hauses Luz wollte ein Haus mit viel natürlichem Licht und einem starken Bezug zu Außenraum und Hof. Die Lösung basiert auf der Fertigkeit lokalen Wissens und auf dem Einsatz natürlicher Materialien, die dem budgetären und geografischen Kontext angepasst wurden. Jedes der auf verschiedenen Ebenen um den Hof angeordneten Stockwerke hat eine bestimmte Funktion. Der Hof wird von einer Birke beherrscht, sodass Wohnzimmer und Küche zwischen grünem Inneren und Garten liegen.
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EUROPA-LEISTUNGSSCHAU 29
Freitag, 17. Juni 2016
Stararchitekten 3XN jetzt in Wien Daniel Jelitzka, JP Immobilien Für das größte Neubauprojekt in der Wiener Innenstadt seit dem Haas Haus hat der Bauträger JP Immobilien führende internatio nale Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. Mit einem extravaganten Entwurf konnten die dänischen Stararchitekten 3XN diesen Wettbewerb für sich entschei den. Die Namensgebung des Wohnprojekts N° 10 ist inspiriert von der exquisiten Adresse des Gebäudes im Herzen der Innenstadt: Renngasse 10, 1010 Wien. Mit N° 10 entstehen 69 Luxus eigentumswohnungen zwischen 50 und 100 m2 und 4 Dach wohnungen zwischen 200 und 240 m2. Zusätzliche Vorteile des Hauses wie der Salon, das Gym, die Tiefgarage und der Doorman-Service machen N° 10 zum smarten, innerstädtischen Luxusdomizil. Mit N° 10 ist es uns gelungen, etwas ganz Einzigartiges auf den Wiener Immobilienmarkt zu bringen – ein Stück internatio nale Architektur mit einem für Wien ganz neuen Wohnkonzept. Die Bauarbeiten zur Umsetzung von N° 10 beginnen im Sommer 2016 und sollen im Herbst 2018 abgeschlossen sein.
© ZOOMVP/JPI
© José Hevia (3)
Junge Talente Der „Emerging Architect Special Mention“ ging an Arquitectura-G mit Jonathan Arnabat, Jordi Ayala-Bril, Aitor Fuentes und Igor Uradmpilleta (ES) für das „Haus Luz“.
Finalist Dänisches See fahrtsmuseum, Helsingør DK, Arch.: BIG – Bjarke Ingels Group (r.).
Finalist Kunstmuseum Ravensburg, DE, Arch.: Lederer Ragnarsdóttir Oei (u.).
© Rasmus Hjortshoj
© Pietro Savorelli
Finalist Saw Swee Hock Studenten zentrum, London, Arch.: O’Donnell + Tuomey (u.r.). Finalist Weinkellerei Antinori, Bargino IT, Arch.: Archea Associati.
© Dennis Gilbert
Die weiteren vier Finalisten • Weinkellerei Antinori, Bargino, IT; Arch.: Archea Associati • D änisches Seefahrtsmuseum, Helsingør, DK; Arch.: BIG – Bjarke Ingels Group • Kunstmuseum Ravensburg, DE; Arch.: Arno Lederer, Katja Pütter, Marc Oei, Jórunn Ragnarsdóttir • Saw Swee Hock Studentenzentrum, London: Arch.: O’Donnell + Tuomey
© Roland Halbe
Die zwischen Hof und Hauptfassade angeordneten Schlafräume müssen dank der Treppe im Wohnzimmer und in der Küche nicht als Durchgang verwendet werden; die intensiv rote Keramik und das starke Grün der Birke prägen den Ort, und das Licht verleiht den Materialien im Laufe des Tages unterschiedliche Farbtöne.
30 INVESTMENTMARKT
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© EHL
Freitag, 17. Juni 2016
SHOPPInG CENTER
BRATISLAVA. EHL Immobilien wurde mit dem Management des Polus City Center beauftragt. Das multifunktionale Zentrum besteht aus einem Einkaufszentrum mit 168 Geschäftslokalen und 24.200 m² Einkaufsfläche sowie zwei Bürotürmen mit zusammen 41.500 m² Nutzfläche. Das im Jahr 2000 errichtete und 2009 renovierte Polus gehört der börsenotierten Immofinanz AG und befindet sich in verkehrsgünstiger Lage im Stadtteil Nove Mesto mit umfangreichen Freizeitund Sportangeboten in der unmittelbaren Umgebung. Auch die große Zahl von Parkplätzen (1.683 Stellplätze) ist ein wichtiger Vorzug des Objekts. „Wir verantworten das gesamte Center Mana gement für das Einkaufszentrum und das Property Management für die Büroflächen“, sagt EHL-Chef Michael Ehlmaier. „Die mehreren Tausend Beschäftigten in den beiden Bürotürmen sorgen für eine ausgezeichnete Grundauslastung des Centers, in dem auch zahlreiche Banken und Dienstleister angesiedelt sind.“ Dazu kommen ein breites Gastronomieangebot und ein Freizeit zentrum, unter anderem mit einem Kino und einem Fitnesscenter. Grund zum Feiern hatte EHL vor Kurzem auch in eigener Sache: anlässlich des 25-jährigen Jubi läums kamen rund 800 Gäste aus Wirtschaft und Kultur zum EHL-Sommerfest in die elegante Orangerie von Schloss Schönbrunn (Bild). (pj)
© Ekazent/AnnA BlaU
Sehr aktiv in der Slowakei
Die Nordamerikaner kommen: Bei „Wien Mitte“ war Morgan Stanley für die größte Transaktion verantwortlich, die in Wien jemals stattgefunden hat.
Österreich entdeckt! Immer mehr Investoren aus Übersee beschäftigen sich intensiv mit dem heimischen Immobilienmarkt – und zahlen anständige Preise.
EIGENTÜMER-INFOS
Grundbuch zum Flat-Tarif WIEN. Mit dem neuen Produkt von IMMOunited finden Anwender alle relevanten Informationen aus dem Grundstücksverzeichnis des Grundbuchs zum Flat-Tarif. IMMOunited-Eigentümer Roland Schmid (Bild) über IMMOfarming: „Immobilien experten haben ab jetzt die Möglichkeit, neben Markt- und Angebotspreisen auch die Gebäudeund Eigentümerstrukturen der zu bearbeitenden Region online zu analysieren.“ Mit IMMOfarming können Eigentümerstrukturen erhoben, Kundenpotenziale in Altersgruppen kategorisiert und Suchen nach Gebäudearten und/ oder -flächen eingeschränkt werden. Liegenschaften werden auf der übersichtlichen Karte einfach markiert und zur Weiterverarbeitung in Excel importiert. Der unkomplizierte Wechsel zwischen Karten-, Detail- und Listenansicht ermöglicht zudem einen raschen Überblick über gewünschte Grundstücke: In der Kartenansicht erhalten Anwender sofort Einblick in die grundstücksbezogenen Daten des Objekts. Für Zusatzinformationen kann die Detailansicht genutzt werden, in der z.B. Nutzungseinheiten des Grundstücks und Eigentümer laut Einlagezahl mit B-Anteilen angezeigt werden. Die ebenfalls verfügbare Listenansicht zeigt die Inhalte zu einer bestimmten Einlagezahl gebündelt und auf einen Blick. (pj)
„Allein der Anteil nordamerikanischer Gruppen am Gesamtvolumen beträgt bereits rund ein Viertel“, weiß Zöchling. „Seitdem Morgan Stanley mit dem Erwerb des Millennium Towers das Eis gebrochen hat, sind US-Investoren hierzulande präsent wie nie zuvor!“
WIEN. Am Anfang steht das Manko. „Bei den Büros mangelt‘s derzeit bereits zu mindestens 30 Prozent an Flächen“, sagt Michael Z öchling, Geschäftsführer der zur Bank Austria gehörenden BAR bareal Immobilientreuhand, im Exklusivinterview mit medianet. „Mittlerweile sehen das die Unternehmen auch – und diese Verknappung hat inzwischen zu deutlich kürzeren Entscheidungswegen geführt.“ Denn die Firmen erkennen rasch, dass dieser Tage nur noch wenige Büroflächen zu haben sind. Salopp formuliert: Wer keine (oder kaum eine) Wahl hat, hat auch keine Qual – und muss deshalb rasch „zuschlagen“, will die Firma nicht demnächst „unter der Brücke“ logieren. Die Preise steigen weiter Die angenehme Folge für Michael Zöchling und „seine“ Branche ist ein eindeutiger Verkäufermarkt im Bürogeschäft. Denn neue Flächen sind zumindest heuer ein äußerst knappes Gut. „Die nächsten neuen Objekte kommen Mitte nächsten Jahres auf den Markt.“ Kein Wunder also, dass über diese bereits in diesen ersten Sommertagen 2016 heftig verhandelt wird. Konkret geht es dabei laut Zöchling um neuen Raum im Euro Plaza ebenso wie im Viertel Zwei, um das Raiffeisen-Projekt Muthgasse/ Mooslackengasse in Döbling und um Flächen im Quartier Belvedere – darüber hinaus hat die sprichwörtliche Fahnenstange jedoch bereits wieder ihr Ende erreicht. Zöchling: „In Summe ist das aber viel zu wenig.“ Fünf Sechstel aller Deals in Österreich finden in der Bundeshauptstadt statt, wobei immer mehr Ausländer die ehemalige „Insel der Seligen“ entdeckt haben.
Österreich als sicherer Markt Dazu kommen Interessenten aus Australien, aus China, aus aller Herren Länder. Zöchling: „Es ist unfassbar, wie viele Investoren sich derzeit für Wien interessieren!“ Früher waren „nur“ London und Paris interessant, dann Deutschland „und jetzt ist Österreich defi-
Entwicklung Die BAR bareal Immobilientreuhand GmbH zählt zu den Marktführern am österreichischen Immobiliensektor und hat im Vorjahr rund 850 Mio. € umgesetzt.
© bareal Immobilientreuhand
© Roland Schmid Group/Foto Wilke
••• Von Paul Christian Jezek
2016 schaffen wir mehr als eine Milliarde € Transaktionsvolumen und damit einen neuen Rekord. Michael Zöchling GF BAR bareal Immobilientreuhand
nitiv als Investitionsland entdeckt worden“. Von knapp eineinhalb Mrd. € Büroimmo-Deals entfielen im Vorjahr 97% aller Veräußerungen auf Wien. „Die Investoren werden auch durch den schwachen Euro und die hohe Sicherheit am österreichischen Markt sehr motiviert“, rechnet Zöchling mit einem „moderaten“ Preisanstieg von bis zu 10%. Die bareal Immobilientreuhand wird davon jedenfalls profitieren. „Wir sind mit einigen großen Interessenten schon sehr weit – hier gehe ich davon aus, dass wir schon demnächst zu einigen tollen Abschlüssen kommen werden!“ Immoblase in Sicht? Die Entwicklung bei den Büros trifft in Wien auf einen Wohnungsmarkt, der weiter stark nachgefragt ist – auch in Lagen, die früher etwa „zu laut erschienen sind“. Zöchling: „Dadurch sind die Grundstückspreise natürlich enorm gestiegen – und steigen weiter.“ Mittlerweile sei es „fast schon bedenklich, wie stark der Kapitaldruck in Richtung Immobilienindustrie geht“, sieht Zöchling erste Anzeichen einer Blasenbildung: „Da sollte man schon ein wenig aufpassen!“ Dabei habe die Branche insgesamt deutlich an Professionalität dazugewonnen – und auch dieser Trend hat positive Auswirkungen auf die Umsätze der bareal, weil das Beratungsgeschäft deutlich zugenommen hat. „Ein Großteil unserer Kunden kommt über internationale Netzwerke – und das Interesse immer breiterer Anlegerschichten aus der ganzen Welt steigt weiter.“ Die Zeiten, als die Immobilienwirtschaft in Österreich „hemdsärmelig“ betrieben wurde, seien jedenfalls vorbei. „Auch die Ausbildungsangebote und -möglichkeiten in der Branche haben sich deutlich verbessert!“
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FACILITY MANAGEMENT 31
Freitag, 17. Juni 2016
Dramaturgie bei Shoppingcentern ••• Von Paul Christian Jezek WIEN. Man müsse Kunden mit gezielten Maßnahmen einladen, im Shoppingcenter zu verweilen: Das war die einhellige Meinung der Diskutanten des dritten FM-Clubs der Wisag Service Holding Austria zum Thema „Innovatives Flächenmanagement“. Auf dem Podium waren Horst Reiner von ATP Wien Planungs GmbH, Alexander Strohmayer von Workyourway Holding GmbH und Jean-Erich Treu von Leoben City Shopping Errichtungs- und Betriebs GmbH.
dem Bereich des Centers, ein gutes Leitsystem sowie Sauberkeit sind entscheidende Maßnahmen, um die Verweildauer der Kunden zu erhöhen.“ Treu betonte, dass bei Umrüstungsmaßnahmen das oberste Ziel sei, Betriebskosten zu senken, denn „hier sind bis zu 20% einsparbar“.
Sowohl Einkaufszentren „auf der grünen Wiese“ als auch solche in Innenstadtlage hätten ihre Berechtigung; das Donau Zentrum zeige, dass ein Shoppingcenter durch Stadtwachstum auch von der „grünen Wiese in die Stadt wandern“ könne, meinte Treu.
© Michael Hetzmannseder
Shoppingcenter dienen heutzutage als Begegnungsräume, in denen der Eventcharakter und die Gastronomie ebenso bedeutend sind wie das Shoppingerlebnis.
FM-Experten: Alexander Strohmayer, Horst Reiner, Jean-Erich Treu, Michael Wisser (v.l.).
Sicherheit & ein gutes Leitsystem Reiner betonte, man müsse die Kunden gleichmäßig verteilen und die Aufenthaltsqualität erhalten: „Die Aufgabe eines ShoppingcenterEigentümers ist es, bei der Konzeption alles zu unternehmen, um Frequenz zu schaffen. Das ist eine sehr präzise Arbeit.“ Man brauche Dramaturgie und Storytelling: „Das schafft man bereits in der Planung und Konzeption ohne Shops, denn ein Shoppingcenter ist in erster Linie eine Erlebnis- und Wohlfühlwelt zum Verweilen.“ Gebäudetechnik müsse innovativ und optimal genutzt werden, um Kunden in die Gebäudetechnologie zu integrieren, meinte Alexander Strohmayer. Nur so könne man eine effiziente Bewirtschaftung ermöglichen, „nämlich mit einem Verwaltungsaufwand nahe null“. Leerstände will er vor allem mit innovativen Konzepten wie Pop-upStores beleben. Jean-Erich Treu warnte jedoch, nicht die Pächter zu verunsichern und deren Vertrauen zu verlieren. „Sicherheit und Bewachung in je-
NACHBARSCHAFTLICH
Grenzenloses FM soll bald kommen WIEN/WUPPERTAL. Die drei Branchenverbände CAFM RING e.V., Facility Management Austria und IFMA Austria haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um künftig auch Ländergrenzen übergreifend mehr Aufklärung, Transparenz und Orientierung in das an Komplexität weiter zunehmende Facility Management zu bringen. Schwerpunkte sind dabei u.a. das Einwirken auf künftige Standards im Building Information Modeling (BIM) aus Sicht der Verantwortlichen für das FM, die Förderung des Nachwuchses und eine spürbare Unterstützung der fachöffentlichen Berichterstattung. Bis zum (zweiten) österreichischen Facility ManagementDay am 28.9. in Wien sollen konkrete Vorschläge zum Thema „Dimensionen schaffen. Generationserfolge sichern“ vorliegen. (pj)
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In Wien werden die Mieterinnen und Mieter bei der Planung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen mit einbezogen. Der wohnfonds_wien begleitet im Auftrag der Stadt Wien diese sanfte Art der Stadterneuerung, die für modernes Leben in bestehenden Vierteln sorgt. Das bedeutet einen Gewinn an Lebensqualität – für langjährige Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für neue.
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32 GREEN:INVESTING/INSURANCE:WATCH/BANKING
Führungspositionen
Kaum Frauen in Finanzbranche WIEN/ZÜRICH. Frauen in Führungspositionen sind in der Finanzbranche noch ein rares Gut: In den Geschäftsleitungen sind durchschnittlich 16% der Chefs weiblich, in Verwaltungsbeziehungsweise Aufsichtsräten beträgt der Frauenanteil 20%. Bei den größten österreichischen Finanzunternehmen sind gar nur 13% der leitenden Positionen mit einer Frau besetzt. Damit liegt Österreich nur auf Platz 20 unter 32 weltweit analysierten Ländern, zeigt die Studie „Women in Financial Services“ der Unternehmensberatung Oliver Wyman. FMVÖ-Recommender
Zehn Jahre im Rückspiegel WIEN. Im Jahr 2007 wurde der FMVÖ-Recommender des Finanz-Marketing Verband Österreich als Gradmesser für die Kundenorientierung österreichischer Banken, Versicherungen und Bausparkassen ins Leben gerufen. Als Bewertungsgrundlage dient der Net Promoter Score (NPS), die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden, die alljährlich vom Marktforschungsinstitut Telemark Marketing erhoben wird. Die Banken starteten 2007 mit einem durchschnittlichen Branchen-NPS von 13%, erlitten aber durch die Finanzkrise im Jahr 2009 einen starken Einbruch auf 2%, meldet der FMVÖ. Ab dem Jahr 2012 konnten sich die Bankinstitute über dem Vorkrisenniveau konsolidieren und rangieren bei der diesjährigen Umfrage bei 19%. Versicherungen lagen in den ersten drei Jahren im Minusbereich bei –3% und verzeichnen seit 2010 ein positives Ergebnis. Nach einem Top-Ergebnis von 14% im Jahr 2014 ging der Branchen-NPS der Versicherungen leicht zurück und liegt im Jahr 2016 mit 9% unter dem Niveau der Bankinstitute. Der beste, jemals gemessene Bank-NPS beträgt 62% (2014), der schlechteste –23% (gemessen 2009). Versicherungen: bestes NPS-Ergebnis 38% (2013, 2015 und 2016) , das schlechteste Ergebnis beträgt –23% (2016).
Die Neuauflage des Standardwerks „Handbuch Grünes Geld 2020“ ist jetzt im medianet Verlag erschienen; Autor und Experte Max Deml sagt, wo Anleger gut dran sind. © medianet
WIEN. Great Place to Work kürte jetzt die „Besten Arbeitgeber Niederösterreich – Wien 2016“. Die 20 ausgezeichneten Arbeitgeber setzen sich aus unterschiedlichen Größen und Branchen zusammen – was sie eint, ist Vertrauenskultur, so Great Place to Work. Und diese wirkt: 90% der Mitarbeitenden dieser ausgezeichneten Betriebe sprechen davon, dass sie mit ihrem Arbeitsplatz rundum zufrieden sind. Unter den prämierten sind auch die INGDiBa Direktbank Austria und die VBV – Vorsorgekasse AG.
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Nachhaltig Geld verdienen medianet: Welche grünen Investments sind crowdfinanziert? Deml: Allein im deutschsprachigen Bereich gibt es inzwischen rund 100 Crowd-Plattformen – und einige Unternehmen gehen auch ohne Plattform an den Markt –, sodass es in den letzten Jahren schon mehrere Hundert verschiedenste Angebote gab, von ökologisch interessanten wie der Sunnybag GmbH aus Graz bis zu Rapid Wien, deren Fans innerhalb weniger Wochen einige Mio. Euro zur Verfügung gestellt haben. Es gab aber auch hier schon die ersten Pleiten, denn oft handelt es sich um Start-up-Unternehmen, die wenig Eigenkapital haben und dann die Zinsen für die nachrangigen ‚Crowd‘-Darlehen nicht zahlen können, geschweige denn Geld für die Rückzahlung aufbringen.
••• Von Reinhard Krémer WIEN. Max Deml hat gemeinsam mit Holger Bliss die 8. Auflage des „Handbuch Grünes Geld 2020“ verfasst. medianet fragte Autor Deml nach „Dos & Don´ts“ für Anleger. medianet: Welche ‚grünen‘ Investmentarten sehen Sie am ertragreichsten? Max Deml: Nach wie vor sind dies Aktien. Allerdings sind höhere Erträge meist nur mit höheren Risiken zu erzielen: Wer zum Beispiel 2013 wie ein Wiener Öko-Investmentklub in Aktien des dänischen Windturbinenbauers Vestas investiert hat, kann sich über rund 1.000% Kursgewinn in drei Jahren freuen, aber es gab im selben Zeitraum auch eine Reihe anderer ÖkoTitel, deren Kurse sich weniger spektakulär entwickelt haben oder auch gesunken sind. medianet: Wo sollten Anleger besonders vorsichtig sein? Deml: Überall dort, wo es einen ‚aggressiven‘ Vertrieb wie z.B. mit unerlaubten ‚cold-call‘-Telefonanrufen gibt und/oder überdurchschnittlich hohe, fallweise sogar zweistellige Renditen versprochen werden. Weil das z.B. bei vielen ‚Plantagen-/Baum‘-Anbietern der Fall ist, haben wir dieses Buchkapitel von zuletzt 17 auf über 50 Seiten erweitert. Die Recherchen zu den rund 50 Anbietern im D-ACH-Raum waren die intensivsten, inklusive langen Skpye-Gesprächen bis nach Panama – nicht wegen der dortigen Briefkastenfirmen, sondern weil es in Mittelamerika viele Edelholz-Plantagen gibt. In diesem Sektor sind Pleiten häufig, von der börsenotierten Linzer Teak Holz
© Michael Rausch-Schott
VBV und INGDiBa mit dabei
Ethik-Invest Pionier Max Deml ist seit 1990 Autor bei allen bisherigen acht Auflagen des Handbuchs „Grünes Geld“.
International AG bis hin zu Betrugsfällen wie bei der Frankfurter Green Planet AG, vor der wir in der 7. Buchauflage gewarnt haben. Anfang 2016 wurde der Vorstand zu mehr als sechs Jahren Gefängnis verurteilt, Hunderte Anleger werden den Großteil ihrer eingezahlten 22 Mio. Euro wohl nie wieder sehen. Ein eigenes Anlegerschutzkapitel enthält neben Hinweisen und Kontaktdaten auch eine ‚graugrüne Liste‘ von Unternehmen, die sich weigerten, bestimmte Fragen zu beantworten.
Handbuch Grünes Geld 2020: Die „Bibel“ für nachhaltige Geldanlagen – knapp 400 Seiten geballtes Knowhow für 24,90 €.
400 Seiten
Was die Nachbarn denken Der Kreditversicherer Prisma fühlt den südlichen Nachbarländern zum Thema „Wirtschaftsstandort Österreich“ auf den Zahn.
••• Von Reinhard Krémer WIEN. Auch wenn die heimische Wirtschaft aktuell ein wenig schwächelt – unsere südlichen Nachbarn haben eine hohe Meinung vom Standort Österreich. Das zeigte eine aktuelle Studie von Prisma Die Kreditversicherung und GfK Austria, die die südlichen Nachbarländer nach ihren Assoziationen zum Wirtschaftsstandort Österreich befragt hat. Serben (15%) und Bosnier (25%) sehen Österreich als Vorbild, Slowenien assoziiert zu 37% eine erfolgreiche Wirtschaft, die Kroaten sind beeindruckt von Stärke und Stabilität (39%) – und offensichtlich auch als Urlaubsland (13%). „Die Assoziationen unserer südlichen Nachbarländer waren ausschließ-
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Freitag, 17. Juni 2016
Ludwig Mertes, Vorstand von Prisma Die Kreditversicherung.
lich positiv und wertschätzend formuliert. Österreich hat als größter Direktinvestor und langjähriger Handelspartner am Balkan einen
sehr guten Ruf“, sagt Ludwig Mertes, Vorstand von Prisma. Umgekehrt wird Bosnien Herzegowina von den Österreichern
medianet: Investor-Scheuklappen? Deml: Es gibt in vielen Köpfen noch immer das Vorurteil, dass die Renditen nachhaltiger Investments niedriger seien als die ‚konventioneller‘ Investments. In der Regel sind die Renditen nicht schlechter, und es gibt zahlreiche Beispiele wie die Umweltbank-Aktie mit weit überdurchschnittlichen Renditen: Während z.B. die Aktien der Deutschen Bank in den letzten fünf Jahren von 40 auf unter 14 Euro gesunken sind, ist der Kurs der Umweltbank von rund 25 auf rund 80 Euro gestiegen. Der internationale Natur-Aktien-Index nx-25 ist in den letzten 13 Jahren – mit +572 Prozent – rund 470 Prozentpunkte besser gelaufen ist als der ‚konventionelle‘ Weltaktien-Index MSCI World mit +101 Prozent. Bezugsquelle: oeko-invest@teleweb.at
in erster Linie als herausfordernd und instabil wahrgenommen, gleichzeitig traut man dem Land aber auch Wachstum zu. Kroatien wiederum hat für heimische Wirtschaftstreibende die größte Wachstumsperspektive, wird aber als herausfordernd betrachtet. Serbien ist in der Wahrnehmung der österreichischen Betriebe herausfordernd und instabil; zwar wird das Land etwas besser als Bosnien Herzegowina, aber trotzdem eindeutig negativ beurteilt. Serben sind Optimisten Umso mehr verwundert es, dass die Serben laut dem Prisma Südosteuropa-Wirtschaftsindex so positiv gestimmt sind wie kein anderes Land – auch positiver als Österreich. Der Index vergleicht das Wirtschaftsklima; hier haben die Serben in allen Kategorien die Nase weit vorn. Slowenien wird aus rot-weiß-rote Perspektive am meisten zugetraut; man hält den Wirtschaftsstandort für entwickelt und sieht Wachstumspotenzial. Allerdings meinen 4% der Befragten, der Markt wäre zu klein, um dort aktiv zu werden.