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Freitag, 22. Juni 2012 – 71
Potenzial Mitarbeiter
Das bfi Wien kooperiert mit Merkur und stellt sein neues Kursprogramm vor Seite 73
© Panthermedia/Wodicka
Risiko Krankheit
Wenn es ums Berufsleben geht, sind die Österreicher Vorsorgemuffel Seite 74
Aufsteigerin Renate Auer, A.T. Kearney © A.T. Kearney
„Ich weiß, dass es sich lohnen wird“ Neuland Alex Ott arbeitet fieberhaft am Aufbau der neu gegründeten Philip Morris Austria GmbH. Neueinstellungen Der heimische Arbeits markt präsen tiert sich laut Manpower von seiner stabilen Seite.
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© Sabine Prohaska
© bfi Wien/APA/Pauty
careernetwork
Gastkommentar
Die Trainerin Sabine Prohaska über das Phänomen, dass sich Frauen beruflich auch oft selbst im Weg stehen. Seite 73
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© Philip Morris
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von
Career portrait
Wer die Fixgrößen in seinem Leben sind, warum er nicht bereut, bisher nur einen einzigen Arbeitgeber gehabt zu haben und warum ihm nichts anderes übrig blieb, als zu studieren, verrät Philip Morris Austria-Chef Alex Ott im Gespräch.
Freitag, 22. Juni 2012
© Philip Morris (2)
72 – careernetwork
„Der Einzelne ist wichtig, aber die Mannschaft ist der Star“ 10 Fragen An Alex Ot t
Als Kind wollte ich immer … genauso lang aufbleiben wie mein großer Bruder. Mein Lebensmotto ist … positiv denken und das Beste aus jeder Situation zu machen. Mein letztes Geld würde ich ausgeben für … das wirklich letzte Geld werde ich hoffentlich niemals ausgeben müssen. Darüber kann ich lachen … jeden Tag und über so ziemlich alles. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war … „Good to Great” von Jim Collins. In 20 Jahren werde ich … mit meiner Familie, Freunden und Bekannten meinen 60. Geburtstag feiern. Davor habe ich Angst … vor unerwarteten Schicksalsschlägen.
Wien. Seit Beginn des Jahres arbeitet Alex Ott fieberhaft am Aufbau der Philip Morris Austria GmbH. Die neue Österreich-Niederlassung der Marlboro-Mutter soll dem Vernehmen nach 2013 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen – für den gebürtigen Deutschen Ott die größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere: „Der Aufbau einer eigenen Organisation in Österreich ist unglaublich spannend. Aber ich weiß, dass es sich lohnen wird und ich freue mich schon heute auf meine zukünftige Arbeit in Wien.“ Ott ist trotz seiner knapp 41 Jahre bereits ein wahres Philip Morris-Urgestein: „Ich bin mit dem Unternehmen das erste Mal 1992 in Kontakt gekommen und habe dann auch über Philip Morris mein betriebswirtschaftliches Studium begonnen“, so Ott gegenüber medianet. „Während dieser Zeit hatte ich immer auch einen Bezug zum Unternehmen“, erklärt er heute, warum er nach Abschluss seines Masterstudiums an der Berufsakademie Stuttgart im Jahr 1995 erst gar nicht lange zögerte und seine berufliche Karriere als Trai-
nee beim Tabakmulti in Deutschland begann: „Ich bin einfach von diesem Unternehmen und seinen Produkten fasziniert gewesen.“ Diese Entscheidung sollte sich als die richtige entpuppen und zum Kick-off eines rasanten Karriereaufstiegs werden: Nach unterschiedlichsten Positionen im Bereich Sales übernahm Ott schon 2002 als Manager den Key Account Österreich; diverse Managerpositionen mit Fokus auf den Bereich ‚Vertrieb‘ folgten, bis er im Juli 2010 mit der Rolle des Area Directors Austria bei der Philip Morris GmbH und im Jänner 2012 mit dem Aufbau einer eigenen Österreich-Dependance betraut wurde.
Vielfältigste Möglichkeiten Dass er bisher nur einen einzigen Arbeitgeber in seiner Vita vorweisen kann, sieht Ott keineswegs als Nachteil oder gar Hemmschuh: „Ich arbeite sehr gern für Philip Morris. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern vielfältigste Möglichkeiten, sich beruflich und persönlich zu entwickeln. Alle mei-
ne bisherigen Aufgaben waren immer auch große Herausforderungen und genau das reizt mich.“ Ob er sich eine Berufskarriere wie die seine bereits als Kind vorstellen konnte? „Über Berufswünsche habe ich mir als Kind nicht sonderlich viele Gedanken gemacht. Ich bin unglaublich gern in die Schule gegangen, aber nach dem Abitur hatte man für mich dort leider keine Verwendung mehr. So blieb mir nichts anderes übrig als zu studieren“, verrät Ott. Bei der Frage, was aus seiner Sicht als alternative Form des Broterwerbs infrage käme, hat er schon konkretere Vorstellungen: „Wenn ich nicht bei Philip Morris wäre, würde ich gern meinen Lebensunterhalt als Fußballer verdienen“, so Ott. „Ich liebe diesen Sport und es gelten dieselben Regeln wie bei uns: Der Einzelne ist wichtig, aber die Mannschaft ist der Star.“ Teamgeist spiegle sich dementsprechend auch in seinem Führungsstil wider: „Ich bin selbstkritisch genug, um zu wissen, dass Selbst- und Fremdbild oftmals voneinander abweichen. Aber ich
wünsche mir, dass meine Mitarbeiter und Kollegen mich hoffentlich als offen, direkt und motivierend bezeichnen würden.“ Privat gibt es im Leben des laut Eigendefinition „echten Genussrauchers“ („Ich rauche aber nicht sonderlich viel“) jedenfalls zwei Fixgrößen: „Meine zwei großen Hobbies sind Familie und Fußball. Hier schöpfe ich Kraft und tanke Energie.“ Der Beruf lasse zwar oftmals nicht viel Zeit – „umso intensiver gilt es, die Momente mit meiner Familie zu genießen und sie ganz bewusst zu erleben“, betont Ott. „Meine Familie bedeutet mir sehr viel. Meine Frau und meine Kinder sind mein großes Glück. Sie zeigen mir jeden Tag aufs Neue, was im Leben wirklich wichtig ist“, so der Vater dreier Kinder. Wenig überraschend, würde Ott daher auch nicht viel an seinem bisherigen Werdegang ändern wollen: „Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden und dankbar für alles, was bisher passiert ist. Eventuell hätte ich aber die eine oder andere Aktie früher verkaufen sollen“, so Ott mit einem Augenzwinkern. (jawe)
1971–1995
1995–2002
2002–heute
Am 30. Juni 1971 in Seeheim-Jugenheim in Deutschland geboren, studiert Alex Ott nach dem Abitur Betriebs wirtschaftslehre an der Berufsakademie Stuttgart.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums beginnt er seine Karriere als Trainee bei der Philip Morris GmbH in Deutschland. Verschiedene Positionen im Bereich Sales folgen, bevor Ott im Jahr 2002 Manager für den Key Account Österreich beim Tabakkonzern wird.
2005 steigt er zum Area Sales Manager auf, bevor er nach einer Zwischenstation als Manager Sales Strategy im Jahr 2009 Manager Sales & Marketing (Austria) wird. Im Juli 2010 übernimmt er die Position des Area Director (Austria) und seit Februar 2012 hat er die Geschäftsführung der neu gegründeten Philip Morris Austria GmbH inne – das Unternehmen nimmt seine Geschäftstätigkeit im Jänner 2013 auf. Alex Ott ist verheiratet und hat drei Kinder.
Das ist meine größte Stärke … meine positive Einstellung. Das ist meine größte Schwäche … ich kann nur schwer abschalten. Mit dieser Person würde ich gerne für 24 Stunden die Rollen tauschen … mit meinen Kindern an einem Samstagmorgen in der früh um 6 Uhr, um zu verstehen, warum die nicht genauso müde sind wie ich!
p e r s o n a l m a n a g e m en t
Freitag, 22. Juni 2012
careernetwork – 73
bfi Wien „Profis fallen leider nicht vom Himmel“, ist bfi Wien-Geschäftsführer Franz-Josef Lackinger überzeugt
Karriere-Inside mit: Christoph Weissenböck
Schlummerndes Potenzial Vielmehr gelte es, Fachkräfte selbst auszubilden und höherzuqualifizieren, so sein Credo. Wien. „Erste Firmen aus dem Innviertel werben bereits in Spanien um zukünftige Mitarbeiter.“ Schlagzeilen wie diese will FranzJosef Lackinger, Geschäftsführer des bfi Wien, nicht mehr lesen: „Früher sind es die Inder in der IT gewesen, jetzt sollen die jungen Spanier einspringen. Das ist aber nicht die Lösung unseres Fachkräfteproblems in Österreich“, erklärte er im Rahmen der Präsentation des neuen Kursprogramms des Wiener Berufsförderungsinstituts. „Es gilt viel mehr, die Fachkräfte selbst auszubilden und die bestehenden Mitarbeiter höherzuqualifizieren. Profis fallen einfach nicht vom Himmel“, so Lackinger. Allein in Wien hätten 25% der arbeitenden Bevölkerung lediglich einen Pflichtschulabschluss. „Das ist ein ungeheures Potenzial, das hier schlummert.“
such der Technisch-Gewerblichen Abendschule, der einzigen durchgängigen Werkmeisterqualifikation für Facharbeiter, möglich“, präsentiert Lackinger das Portfolio des Bildungsinstituts. „Wie man sehen kann, sind wir der Fachkräfteausund -weiterbildner.“
Urlaub ist kein Schönwetterthema
Merkur springt auf
Breites Portfolio Wecken will man dieses Potenzial beim bfi Wien mittels mehrgleisiger Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. So führe man im Auftrag des AMS Wien derzeit 620 (bereits volljährige) Teilnehmer in einer knapp eineinhalbjährigen „Facharbeiter-Intensivausbildung“ in den Bereichen Metall, Elektro und EDV/IT zum nachträglichen Lehrabschluss. Weitere 760 Jugendliche absolvieren im Rahmen der „Wiener Ausbildungsgarantie“ eine überbetriebliche Lehre in einem von 19 Berufen am bfi Wien „und im Anschluss ist der Be-
Urlaub, die schönste Zeit im Jahr. Bevor Sie sich dem tageoder wochenlangen Müßiggang aber so richtig hingeben können, hebt die bevorstehende sommerliche Auszeit bei vielen Arbeitnehmern allerdings noch einmal den Stresspegel. Bekomme ich den Wunschurlaub? Bin ich heuer bald genug dran? Wann muss ich jemanden vertreten? karriere.at ging mit einer Online-Umfrage dem Thema nach. Ergebnis: Insgesamt jeder vierte Arbeitnehmer (28 Prozent) musste in seinen Planungen Abstriche machen – nämlich 15 Prozent, weil sie sich nach Kollegen mit Kindern richten mussten, weitere 13 Prozent arbeiten in Betrieben mit fix vorgegebenen Urlaubszeiten. Für den Großteil der befragten Arbeitnehmer läuft die Urlaubseinteilung allerdings relativ glatt: 44 Prozent gaben an, keine Probleme gehabt zu haben, 28 Prozent freuen sich, im Rennen um den Wunschurlaub schnell genug gewesen zu sein. Die Befragung der Arbeitgeberseite bestätigt, dass jedes zweite Unternehmen bei der Urlaubsplanung auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter setzt – wohl auch deshalb, weil es sich bewährt hat, wenn sich Abteilungen koordinieren und selbst Lösungen für allfällige Vertretungen ausarbeiten. Denn „auf’s Auge“ gedrückte Urlaubstermine machen letztlich niemanden glücklich, weder die frustrierten Betroffenen, noch die Kollegen, die deren Ärger ausbaden müssen. Und am allerwenigsten die Führungskraft, die neben ihren eigentlichen Aufgaben auch noch mit einem schlechteren Arbeitsklima in der Belegschaft zu kämpfen hat.
© bfi Wien/APA-Fotoservice/Pauty
Auch Unternehmen will das bfi Wien bei der spezifischen Höherqualifizierung ihrer Mitarbeiter zur Seite stehen, wie die kaufmännische Geschäftsführerin Valerie Höllinger betont: „Die Stärkung des Firmenvertriebs mit innovativen Produkten und starken Partnern ist Teil der Neupositionierung des bfi Wien.“ Jüngster Kooperationspartner ist dabei die Rewe-Tochter Merkur: „Unser Business Service hat speziell für den Handel den Diplomlehrgang ‚Geprüfter Handelsfachwirt mit Hochschulreife‘ entwickelt. Diese Höherqualifizierung öffnet durch die Berufsreifeprüfung potenziell die Pforten zu weiterführenden akademischen Vertiefungen“, konkretisiert Höllinger den Nutzen für die Teilnehmer. Und seitens Merkur nimmt man dieses Angebot dankend an: „Der ‚Handelsfachwirt‘ ist eine Qualifikation, die in vielen Ländern etabliert ist und auch in Österreich schon bald einen Top-Abschluss einer Handelsausbildung darstellen wird“, so Klaus Pollhammer, Vorstand der Merkur Warenhandels AG. Ab kommenden September stellt der Handelsriese 20
Präsentierten das Kursprogramm und die Kooperation zwischen bfi Wien und Merkur: Markus Wachter (Merkur), Valerie Höllinger und Franz-Josef Lackinger (bfi Wien.)
seiner Mitarbeiter im Großraum Wien fünf Semester lang zwei Mal die Woche frei und übernimmt die Kosten der Ausbildung von je ca. 8.000 €. „Die Plätze gehen weg wie die warmen Semmeln. Sowohl Marktleiter als auch junge Hoffnungsträger haben schon ihr Interesse bekundet“, ergänzt Markus Wachter, Leiter der Personalentwicklung bei Merkur. „Das bfi Wien zeichnet sich durch ein ‚Rundum-Service‘ aus“, ist Höllinger überzeugt. Das zeige sich in den vielen Standbeinen, die sich von Schule/Matura über Lehr/
Berufsabschlüsse und Hochschule bis hin zum Lebenslangen Lernen drehen und eine „Durchlässigkeit vom Hauptschulabschluss bis zum Führungskräfte-Training gewährleisten“. Dementsprechend bunt und breit gefächert präsentiere sich auch das am 26. Juni erscheinende Kursprogramm, dessen Cover die Arbeit „Szintillation“ der Wienerin Maria Stimm ziert: „Zu Altbewährtem kommen etwa Neuheiten wie AppEntwicklung für Android, Social Web in der Erwachsenenbildung oder Praktisches Arbeiten an E-Bikes hinzu“, so Höllinger. (red)
Gastkommentar Trainerin Sabine Prohaska über das Phänomen, dass sich Frauen auch oft selbst im Weg stehen
börse
Die Auf- und Umsteiger der Woche im Kurzporträt.
sie lobt, nicht fast automatisch erwidern: „Das war doch nicht so schwer.“ Denn wer tiefstapelt, positioniert sich beruflich meist selbst in der zweiten Reihe. Bei allen genannten Punkten geht es darum, dass Frau ein paar Verhaltensweisen ein bisschen „männlicher“ gestaltet. Das bedeutet nicht, sich komplett wie ein Mann zu benehmen oder gar zu kleiden. Sich selbst treu bleiben und Fraubleiben, lautet die Maxime – selbst wenn dies zuweilen Mut erfordert.
Mehr Eigen-PR betreiben Frauen müssen ein stärkeres „Selbst-Wert“-Gefühl entwickeln und mehr Eigen-PR betreiben. Also zum Beispiel, wenn der Chef
Sabine Prohaska ist Inhaberin des Trainings- und Beratungsunternehmens Seminar Consult Prohaska, Wien, das unter anderem Trainer und Coachs ausbildet. www.seminarconsult.at
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Clemens Nachbauer
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Christof Danz (37) verstärkt seit 18. Juni das PR-Team der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Zuletzt war der studierte Diplom-Volkswirt für die Frankfurter PR-Agentur NewMark Finanzkommunikation tätig.
Clemens Nachbauer (34) ist neuer ProgrammManager des Österreichischen Controller-Instituts und verantwortet zukünftig die Lehrgänge und Seminare in den Bereichen Controlling sowie Nonprofit und Public Management.
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Renate Auer A.T. Kearney
Renate Auer (29) verstärkt als Senior Business Analyst das Wiener Büro der Management Beratung A.T. Kearney. Die gebürtige Italienerin ist promovierte Chemikerin, spricht sechs Sprachen und ist Expertin für Statistiksoftware.
Katja Brunner Vier Pfoten
© Vier Pfoten
Christof Danz
Promotion
„Irgendwie werde ich das Kind schon schaukeln.“ Viele Frauen neigen zur Bescheidenheit. Diese ist zwar eine Tugend, doch im beruflichen Kontext kommt man mit zu viel Bescheidenheit nicht weit. In Bewerbungsund Verkaufsgesprächen, aber auch vielen (Projekt-)Meetings, kommt es darauf an, sich gut zu präsentieren. Zeigen Frauen in solchen Situation zu viel Bescheidenheit, verkaufen sie sich und ihre Leistung unter Wert.
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job
© RBI
S. Prohaska: „Wer tiefstapelt, positioniert sich meist selbst in der zweiten Reihe.“
Wien. Bei der schulischen Bildung haben Frauen die Männer eingeholt – teils sogar schon überholt. In diesem Bereich ist es Common Sense: Mädchen sind mindestens so fit wie Jungs. Noch nicht durchgesetzt hat sich dieser Gedanke im Berufsalltag. Sehr deutlich zeigt sich dieses Bild auch, wenn Frauen in ihrem Job zum Beispiel von ihrem Vorgesetzten oder einem Kunden ein Kompliment bekommen wie: „Sie sind so kompetent wie Ihre männlichen Kollegen.“ Das zeigt, wie tief der Zweifel an der Kompetenz von Frauen noch in den Köpfen sitzt – auch in denen von Frauen. Sie fragen sich bei schwierigen Aufgaben oft selbst: „Bin ich ihr gewachsen?“ Und Männer? Sie denken zumeist eher:
© ÖCI
© Sabine Prohaska
Dringend gesucht: selbstbewusste Frauen
Katja Brunner (32) erweitert das Team von Vier Pfoten ab sofort als Director of Communications. Brunner war zuvor u.a. in der Kommunikationsagentur currycom und der faireagmbh, einer Tochterorganisation des Ökosozialen Forums, tätig.
A r b e i t s Ma r k t
74 – careernetwork
Freitag, 22. Juni 2012
Risiko Krankheit Wenn es um das Berufsleben geht, sind die Österreicher Vorsorgemuffel, erklärt Manfred Baumgartl von der Allianz Gruppe
„Aber das Auto versichert jeder“
Nur 15% der Österreicher sind gegen Berufsunfähigkeit privat versichert.
Wien. Ein folgenschwerer Unfall, eine psychische Krankheit und nichts ist mehr, wie es einmal war. Wie geht es weiter, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann? Darüber machen sich in Österreich derzeit wohl nur wenige Gedanken; eine repräsentative Umfrage der Allianz Gruppe Österreich hat das gezeigt. Das Risiko der Berufsunfähigkeit wird in Österreich eher gering eingeschätzt. Die Bereitschaft, eine zusätzliche Vorsorge abzuschließen, ist dem entsprechend: Nur 15% der Befragten gaben an, sich gegen Berufsunfähigkeit privat versichert zu haben.
Mehr als die Hälfte der Österreicher schätzt die Wahrscheinlichkeit, von Berufsunfähigkeit betroffen zu sein, auf nur 20% ein. Trotz dieser optimistischen Grundhaltung befürchten die Befragten, dass ihre Situation im Falle der Berufsunfähigkeit nicht gerade rosig ist: 40% rechnen im Worst Case mit erheblichen finanziellen Einbußen. Ähnliches prognostiziert auch Manfred Baumgartl, Vorstandsmitglied der Allianz Gruppe Österreich. Naturgemäß hält er es für keine gute Idee, sich auf die staatlichen Pensionsversicherungsträger zu verlassen: „Das Sparpaket hat
weitere Einschnitte hinsichtlich der Berufsunfähigkeits- und Invalidenpension gebracht“, so Baumgartl. Derzeit bringt die staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung im Durchschnitt knappe 950 € – „zu wenig, um den gewohnten Lebensstandard zu halten“, vermutet Baumgartl.
sionisten ist die Hälfte der NeoRentner unter 55 Jahre alt. Vor dem Gesetz gilt als berufsunfähig oder invalide, wer seinen Job nur mehr zu 50% oder weniger ausführen kann. Die Anreize, sich gegen derartige Situationen zu rüsten, scheinen aber in Österreich trotz allem noch nicht sehr groß zu sein. „Paradox“ findet das der AllianzExperte: „Für sein Auto schließt jeder zweite Österreicher eine Kaskoversicherung ab; die Vorsorge für die eigene Existenz wird aber hinten angereiht“, so Baumgartl. Die Gründe für ein abruptes Ende des Arbeitslebens sind vielfältig, tatsächlich sind psychische Erkrankungen aber der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit; an zweiter Stelle stehen Erkrankungen des Skelett-Muskel-Systems. Die Befragten schätzten die Situation anders ein: Rund ein Drittel vermutet Unfälle als häufigste Ursache. (lw)
Junge Pensionisten Fakt ist: Die Zahl der Betroffenen steigt. Mehr als jeder fünfte Rentner ist mittlerweile aufgrund von Berufsunfähigkeit in Pension. Und die Neuzugänge werden immer jünger: Von den rund 2,2 Mio. Pen-
Mangelberufe Fachkräfte
Liste steht fest
Wien. Nach einer Begutachtungsphase hat sich das Sozialministerium nun auf die sogenannte Mangelberufsliste festgelegt. Die 26 Berufe bezeichnen jene Bereiche, in denen in Österreich Fachkräftemangel herrscht. Dies ist besonders im Hinblick auf die „Rot-weiß-rotCard“ für Fachkräfte aus dem Ausland relevant. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung begrüßen die Liste. Dazu gehören etwa: Fräser, Dreher, Dachdecker, Schweißer, Bautischler, Landmaschinenbauer, Schlosser und diplomierte Krankenschwestern. Um für einen Job hierzulande zugelassen zu werden, brauchen ausländische Fachkräfte eine Berufsausbildung, die mindestens mit einem Lehrabschluss vergleichbar ist.
Weiterbildung Brunch
Anti-Aging
Wien. Die alternde Gesellschaft und das steigende Pensionsantrittsalter stellen auch den Arbeitsmarkt vor neue Herausforderungen. Beim Bildungsbrunch von „die Berater“ diskutierten Experten unter anderem, unter welchen Faktoren Arbeit auch ein probates „AntiAging-Mittel“ sein kann. Vorbeugen müsse man vor allem dem „Mental Retirement“, das bereits Jahre vor der eigentlichen Pensionierung einsetze, so Sozialforscher Bernd Marin.
© Fotodienst/Martina Draper
© Panthermedia.net/Erwin Wodicka
Herr und Frau Österreicher unterschätzen das Risiko der Berufsunfähigkeit, zeigt eine Studie.
„Arbeit im Alter benötigt unbedingt Brain-Training“, weiß Bernd Marin.
J o bwatc h
Freitag, 22. Juni 2012
careernetwork – 75
Arbeitsmarkt Innerhalb der Eurozone verzeichnet Österreich mit einem Plus von 0,6 Prozent den dritthÜchsten Anstieg von Erwerbstätigen
Der Arbeitsmarkt bleibt stabil Wien/BrĂźssel. Ă–sterreich verzeichnet innerhalb der Eurozone den drittstärksten Anstieg von Erwerbstätigen: Nach ersten Schätzungen von Eurostat erreicht man mit einem Plus von 0,6% den drittbesten Wert hinter Estland (1,3%) und Malta (0,9%) und verweist Deutschland (+0,5%), GroĂ&#x;britannien (+0,4%), Niederlande und die Slowakei (je +0,2%) auf die weiteren Ränge.
Nettoplus von neun Prozent Wenn es nach dem Beschäftigungsausblick von Manpower geht, kÜnnte Österreich sogar noch an Terrain gewinnen: Laut aktueller Prognose fßr das dritte Quartal wollen zwÜlf Prozent der befragten Personalleiter den Mitarbeiterstand erhÜhen, 84% gleich lassen und nur drei Prozent reduzieren. „Das ergibt einen positiven NettoBeschäftigungsausblick von plus neun Prozent fßr das kommende
Quartal“, erklärt Erich Pichorner, GeschäftsfĂźhrer ManpowerGroup Ă–sterreich. „Der aktuelle Beschäftigungsausblick zeigt deutlich, dass der Ăśsterreichische Arbeitsmarkt stabil ist, sowohl im Vorquartalsals auch im Vorjahresvergleich.“
Gute Chancen in Wien Der anhaltende Aufwärtstrend bei Neueinstellungen in Wien, der mittlerweile seit einigen Quartalen anhält, sei „sehr vielversprechend“, beschreibt Pichorner. Die Bundeshauptstadt weise einen Beschäftigungsausblick von +15% vor. Sehr gut schaue es demnach auch
in Vorarlberg (+14%), Tirol (+11%) und NiederĂśsterreich (+10%) aus, schlecht hingegen in Kärnten (-1%). Trotz der positiven Tendenzen am Jobmarkt ist laut Manpower nicht alles eitel Wonne: Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote zu anderen europäischen Ländern hätten es Unternehmen noch schwerer, passende Talente fĂźr gewisse Positionen zu finden. So ginge aus der hauseigenen „Talent Shortage Studie“ hervor, dass 40% der befragten Unternehmen Schwierigkeiten haben, Stellen zu besetzen, „vergangenes Jahr waren es noch 27 Prozent“, so Pichorner abschlieĂ&#x;end. (red)
Š Panthermedia.net/Olaf Karwisch
Auch der Manpower-Beschäftigungsausblick geht von einem Plus aus.
Im Finanz- und Dienstleistungssektor sind die Jobchancen laut Manpower besonders gut; hier verzeichnet der Beschäftigungsausblick einen Wert von +24 Prozent.
Kienbaum Plus von 4,2%
HĂśhere Gehälter Wien. Ă–sterreichs Manager kĂśnnen sich 2012 Ăźber eine stabile ErhĂśhung ihrer Gehälter freuen: Mit 4,2% liegen die Grundgehaltssteigerungen von FĂźhrungskräften knapp Ăźber dem Vorjahreswert von 4,1%. Die Unterschiede zwischen den Wirtschaftszweigen sind beträchtlich: Während in den Bereichen Handel und Dienstleistungen die BezĂźge um 3,6 bzw. 3,5% angehoben wurden, gab es im Bereich der Produktion mit 4,5% die grĂśĂ&#x;ten GehaltserhĂśhungen. Das ergab der VergĂźtungsreport 2012 „FĂźhrungskräfte in Ă–sterreich“ der Managementberatung Kienbaum. Auch die variablen BezĂźge steigen wieder. Die jahresbezogene variable VergĂźtung liegt Ăźber alle Positionen hinweg mit 26.000 ₏ deutlich Ăźber dem Vorjahreswert von 21.000 ₏.
Kampagne SOS Mitmensch
Druck auf Politik
Wien. „Druck auf die Politik“ versuchen SOS Mitmensch, das Integrationshaus und M-Media mit der Kampagne „Machen wir uns stark“ auszuĂźben. Das Ziel: Endlich zu erreichen, dass Asylwerber arbeiten und jugendliche Asylwerber eine Lehre machen dĂźrfen. Breiten Zuspruch gebe es aus der Wirtschaft – und ein „Problembewusstsein“ im Sozial- und Innenministerium; aber „leider kein Bekenntnis, dass Asylsuchende arbeiten kĂśnnen“, so Alexander Pollak von SOS Mitmensch.
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Ex-EU-Kommissar Franz Fischler ist einer der UnterstĂźtzer der Kampagne.
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