Skip to main content

Magazin Einblicke 1/2026, Wirtschaftsschule Thun

Page 1


EINBLICKE

BLICK

4 Zwei neue Konrektoren

5 Dänk!Symposium Vol. II

8 Lernen mit KI

12 Künstlerin auf Erfolgskurs

14 Smartes Lernen

16 Coora: Start-up am Start

20 Schule, Lehre, Spitzenspor t

IMPRESSUM Redaktion Wirtschaftsschule Thun Lilly Toriola Konzept/Kreation brenneisen theiss communications, Basel Fotos

David Schweizer, Lunia Bolli, Mathias Josi, Lilly Toriola Druck

Jost Druck, Hünibach/Thun

VERTRAUEN, HALT UND INSPIRATION

EDITORIAL

«Die Welt ist irre geworden, gebt aufeinander acht.» Der kanadische Musiker Neil Young äusserte diesen Satz bei einem Konzert vergangenen Sommer in Berlin. Er bringt dabei ein Gefühl auf den Punkt, das mich seit einigen Monaten bewegt. Zahlreiche globale Herausforderungen prägen aktuell unseren Alltag. Für junge Menschen bedeutet das: Sie wachsen in einer Zeit auf, in der vieles möglich ist, zugleich aber vieles unsicher erscheint. Wie verändert sich die weltpolitische Lage, wie wird ihr Berufsalltag in zehn Jahren aussehen, welchen Einfluss wird KI auf uns alle haben?

Gerade in solch unsicheren Zeiten kommt der Bildung eine besondere Bedeutung zu. Als Berufsfachschule verstehen wir unseren Auftrag nicht nur darin, Fachwissen zu vermitteln. Wir möchten Lernende befähigen, Entwicklungen zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und mit Zuversicht ihren eigenen Weg zu gehen. Bildung soll Orientierung geben und gleichzeitig Mut machen, Neues zu wagen.

Gute Bildung entsteht nicht hinter verschlossenen Türen, sondern im Zusammenspiel vieler Menschen und Lernorte. Eltern, Lehrbetriebe, Berufsbildner:innen und Lehrpersonen tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass junge Menschen wachsen, lernen und ihren Weg finden können. Wenn diese Partnerschaft gelingt, entsteht ein starkes Umfeld, das Lernen, Persönlichkeitsentwicklung und berufliche Reife fördert – selbst in Zeiten, die von Unsicherheiten geprägt sind. Die WST soll deshalb ein Ort sein, an dem junge Menschen Vertrauen, Halt und Inspiration finden.

Schule soll ein Ort sein, an dem wir aufeinander achtgeben, wo Fragen willkommen sind, Ideen wachsen können und Engagement geschätzt wird. Dabei verfolgen wir bewusst eine Perspektive der Stärken. Wir richten unseren Blick nicht primär auf Defizite, sondern auf Talente. Jeder Mensch bringt Fähigkeiten, Interessen und Potenziale mit. Diese zu erkennen, zu fördern und weiterzuentwickeln ist ein zentraler Bestandteil unseres Bildungsverständnisses.

Wenn es uns gelingt, Lernende auf diesem Weg zu begleiten, leisten wir mehr als Ausbildung. Wir helfen mit, junge Menschen zu Persönlichkeiten zu entwickeln: zu Menschen, die Verantwortung übernehmen, ihre Talente einsetzen und die Zukunft aktiv mitgestalten. Und vielleicht hilft diese Generation so mit, die Welt in Zukunft etwas weniger verrückt erscheinen zu lassen.

Zwei neue Konrektoren ab 1. August 2026

Benno Kälin und Boris Jäger treten im August 2026 die Nachfolge der langjährigen Konrektorin Katinka Zeller an, die im Sommer frühzeitig in Pension geht.

Boris Jäger

Die Schulleitung der Wirtschaftsschule Thun hat ab nächstem Sommer zwei neue Gesichter: Benno Kälin und Boris Jäger, beides langjährige Lehrpersonen an der WST, wurden Ende Februar vom Vorstand der WST als Konrektoren gewählt. Sie treten die Nachfolge von Katinka Zeller an, die die Abteilungen Kaufmännische Berufe und Berufsmaturität während 20 Jahren geleitet hat und im Sommer 2026 frühzeitig in Pension geht. «Mit der neuen Doppelbesetzung verteilen wir die Führungsverantwortung gezielter und stärken beide Abteilungen nachhaltig», sagt WST-Rektor Daniel Gobeli. Boris Jäger steht somit ab 1. August 2026 der Abteilung Kaufleute vor, Benno Kälin der Abteilung Berufsmaturität. Dem Entscheid ging ein sorgfältiger und klar strukturierter Auswahlprozess voraus: Ein Wahlausschuss führte mit sämtlichen Bewerber:innen vertiefte Gespräche und erarbeitete auf dieser Grundlage eine Nomination, die dem Vorstand zur Wahl unterbreitet wurde.

BORIS JÄGER – DESIGNIERTER KONREKTOR

KAUFMÄNNISCHE BERUFE

Boris Jäger (42) wurde im Sommer 2010 in die WST-Familie aufgenommen. Nach einem abgeschlossenen Masterstudium in Englischer und Deutscher Literatur an der Universität Bern

Benno Kälin

und abgeschlossener Ausbildung als Gymnasiallehrer für die Fächer Englisch und Deutsch an der PH Bern startete er mit einem kleinen Pensum an der Wirtschaftsschule. Die WST hatte er schon aus seinem Fachpraktikum Deutsch gekannt. Daraus entwickelte sich in den folgenden Jahren rasch ein 100 Prozent Pensum in den Abteilungen KV, DH und BM1. Die dabei gewonnen Erfahrungen mündeten dann in der Übernahme des Englisch Fachschaftsvorstands sowie der Co-Fachschaftsleitung Deutsch Detailhandel. Beide Positionen wurden mit viel Engagement und Teamwork parallel während fast 10 Jahren ausgeübt. Seit der BiVo-Umsetzung im Detailhandel hat Boris Jäger die Funktion des Stellvertretenden HKB D Teamleiters inne und organi-

siert seit drei Jahren die Cambridge Abschlussprüfungen für alle Abteilungen der WST. Nach nun 15 Jahren schlägt Boris Jäger ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn als Konrektor KV der WST auf. «Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Benno Kälin als neues Konrektoren-Team der Wirtschaftsschule Thun», so Jäger. Diese Funktion wird er zu 50 Prozent ausüben, was bedeutet, dass er auch weiterhin zu 50 Prozent seine Begeisterung für die Sprachfächer Englisch und Deutsch jungen Lernenden als Lehrperson näherbringen kann. Aktuell lebt er mit seiner Familie in Ersigen.

BENNO KÄLIN – DESIGNIERTER KONREKTOR BERUFSMATURITÄT

Benno Kälin (43) lebt mit seiner Familie in Thun-Allmendingen und ist seit dem Sommer 2010 an der Wirtschaftsschule Thun tätig. Nach seinem Bachelorstudium der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Politologie an der Universität Bern wechselte er an die Universität St. Gallen, wo er den Master in Marketing und die Zusatzausbildung in Wirtschaftspädagogik erfolgreich abschloss. Berufliche Erfahrungen sammelte er zunächst in der Unternehmensberatung und als Handelslehrer am Berufs- und Weiterbildungszentrum Uzwil.

An der WST unterrichtet Benno Kälin auf EFZ-Stufe HKB A, B, C Wirtschaft sowie auf Berufsmaturitätsstufe das Fach Wirtschaft und Recht. Zudem betreut er die IDPA. Über die Jahre übernahm er verschiedene zusätzliche Funktionen, darunter die

Co-Leitung der Fachschaft Wirtschaft sowie die Teamleitung HKB A, B und C, welche er gemeinsam mit seinen Fachschaftskolleg:innen mit viel Freude und in enger Zusammenarbeit verantwortete. Darüber hinaus betreute er Studierende der PHBern als Praxislehrperson und wirkte regelmässig an den eidgenössischen Abschlussprüfungen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie an den kantonalen Berufsmaturitätsprüfungen in Wirtschaft und Recht mit.

In den vergangenen eineinhalb Jahren war Benno Kälin bereits Mitglied der erweiterten Schulleitung der WST. In dieser Funktion verantwortete er die Berufsfeldentwicklung. Ab August übernimmt er in einem 50-Prozent-Pensum mit grosser Motivation die Abteilungsleitung der Berufsmaturität. «Ich freue mich darauf, diese neue Aufgabe im Sinne der gesamten Schule mitzugestalten und gemeinsam mit Boris Jäger in diese neue Funktion zu starten», sagt Kälin. Parallel dazu bleibt er mit einem 50-Prozent-Pensum weiterhin als Lehrperson tätig und bringt seine Begeisterung für wirtschaftliche Zusammenhänge und juristische Fragestellungen in den Unterricht ein.

Das gesamte Team der Wirtschaftsschule Thun gratuliert Boris Jäger und Benno Kälin herzlich zu ihrer Wahl!

Stefan Zbinden
Peter Lüthi
Daniel Gobeli
Marc Matti
Eunice Ares
Jürg Dellenbach

Denken, vernetzen, gestalten: Wie das Dänk!Symposium Bildung, KI und KMU zusammenbringt

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2025 geht das Dänk!Symposium kommenden Herbst unter dem Titel «KI & Cyber – befähigen. umsetzen. verantworten» in die nächste Runde. Seien Sie dabei, wenn Zukunft greifbar wird.

Die digitale Transformation ist längst kein fernes Zukunftsszenario mehr – sie ist Alltag in Klassenzimmern, Produktionshallen und Geschäftsleitungen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Bildungsinstitutionen stellt sich die Frage, wie technologische Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz und Cybersecurity sinnvoll, verantwortungsvoll und praxisnah integriert werden können. Genau hier setzt das Dänk!Symposium der Wirtschaftsschule Thun an: als regional verankerte Plattform, die Wirtschaft,

Bildung und Gesellschaft zusammenführt. Am 4. und 5. September 2026 findet das Dänk!Symposium bereits zum zweiten Mal statt, diesmal mit dem Fokus «KI & Cyber – befähigen. umsetzen. verantworten».

THUN HAT ZUKUNFT

Die Schweiz steht vor enormen Herausforderungen: Digitalisierung, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an Datensicherheit. «Als Randregion spüren wir den Fachkräftemangel sogar noch

stärker. Auf der anderen Seite hat unsere Region im Bereich Digitalisierung ein enormes Potenzial: Wir haben diverse namhafte Player im Bereich als Arbeitgeber hier; darunter Nexplore, Payrexx oder Timetool. Zudem entwickelt die RUAG in Thun den C2I-Campus, in dem sich verschiedenste Firmen ansiedeln sollen, die sich mit digitaler Sicherheit und Kommunikation befassen», sagt Ernst Hegg, Projektleiter des Dänk!Symposium. Obwohl Thun also künftig zu einem der wichtigsten Standorte in Sachen Cyber-

security schweizweit werden wird, gebe es in der Region «kaum vergleichbare Austauschformate, die diese Themen systematisch, branchenübergreifend und praxisnah adressieren», so Ernst Hegg: «Hier schliesst das Symposium eine echte Lücke.»

Doch warum organisiert gerade die Wirtschaftsschule Thun einen Anlass wie das Dänk!Symposium? «Wir bewegen uns als Berufsfachschule genau an der Schnittstelle von Mensch, Technik und Wirtschaft. Zudem bilden wir mit der neuen Lehre ‹Entwickler:in digitales Business EFZ› einen Beruf aus, der sich um das Thema Digitalisierung dreht», sagt Daniel Gobeli, Rektor der Wirtschaftsschule Thun. Als Ausbildungsstätte von künftigen Digitalisierungsspezialist:innen sehe sich die WST in der Pflicht, ein Austauschformat für Bildungsinstitute, Firmen, Verwaltung und interessierte Privatpersonen zu schaffen. Dies aber bewusst auf einem praxisnahen Level und mit regionalem Bezug. Für Gobeli soll das Symposium deshalb kein akademisches Schaulaufen sein, sondern ein Umsetzungs- und Lernformat mit klarem Praxisbezug.

PRAXIS STATT ELFENBEINTURM

Für Ernst Hegg und Daniel Gobeli ist es ein zentrales Anliegen, die Themen des Dänk!Symposiums greifbar zu machen. Workshops, Live-Demonstrationen und Erfahrungsberichte zeigen konkrete Anwendungen auf – von KI-gestützter Prozessoptimierung bis zu Sicherheitsstrategien für den KMU-Alltag. Gerade kleinere Betriebe würden oft nicht über grosse Budgets oder eigene Spezialistenteams verfügen. Umso wichtiger sei ein niederschwelliger Zugang zu Wissen, betont Hegg: «KMU stehen unter enormem Druck: Neue Kundenbedürfnisse, Digitalisierung und Sicherheitsfragen laufen parallel. Wer diese Entwicklungen ignoriert, verliert schnell an Wettbewerbsfähigkeit.» Das Symposium wolle deshalb Impulse setzen, die direkt in die betriebliche Praxis übersetzbar sind. Es gehe nicht um Hochglanzvisionen, sondern um realistische, umsetzbare Schritte.

BILDUNG IM ZEITALTER VON KI Im Fokus steht beim Dänk!Symposium aber immer auch die Bildungsdimension: Wie verändert KI das Lernen? Welche Kompetenzen brauchen Schüler:innen, Lernende, aber auch Arbeitnehmende künftig? Für Daniel Gobeli ist klar: «Bildung ist unser höchstes Gut. Wir müssen digitale Mündigkeit fördern und ein Sicherheitsbewusstsein schaffen.» Junge Menschen sollen nicht nur Technologien bedienen, sondern deren Chancen und Risiken kritisch reflektieren können. Das betrifft nicht nur Bildungsinstitute, sondern genau so auch Unternehmen. «Sie müssen verstehen, wie künstliche Intelligenz Arbeitsprozesse verändert – von automatisierten Auswertungen bis hin zu neuen Formen der Zusammenarbeit», betont Hegg. Gleichzeitig entstehen ethische und rechtliche Fragen, etwa beim Umgang mit Daten oder bei KI-generierten Inhalten. Das Symposium bietet Raum, diese Aspekte interdisziplinär zu diskutieren.

GEMEINSCHAFT ALS MOTOR

Ein besonderer Mehrwert des Dänk!Symposiums liegt im Community-Gedanken. Das Symposium versteht sich als Begegnungsort, an dem Fachleute, Lehrpersonen und Unternehmensvertreter:innen auf Augenhöhe ins Gespräch kommen – und zwar unabhängig davon, ob sie Fachexpert:innen oder Neulinge im Bereich Digitalisierung und Cybersecurity sind. Am Symposium gibt es bewusst Workshops für Anfänger:innen bis hin zu Nerds. Die Rückmeldungen des letztjährigen Symposiums zeigen, dass dieser Ansatz funktioniert. Teilnehmende berichten von nachhaltigen Kontakten, neuen Ideen und einem gestärkten Bewusstsein für digitale Herausforderungen. Für Gobeli

ist das entscheidend: «Es entsteht ein Netzwerk, das über den Anlass hinaus trägt. Genau das brauchen wir in unserer Region, um gemeinsam zu lernen.»

ZUKUNFT AKTIV GESTALTEN

Künstliche Intelligenz kann Prozesse beschleunigen, Produktivität steigern und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Gleichzeitig wachsen die Risiken im Bereich Cybersecurity und Datenmissbrauch. Das Symposium will keine Angst schüren, sondern Orientierung und Vernetzung in diesen Themen bieten. Ziel ist es, Handlungskompetenz aufzubauen – bei Lernenden, Lehrpersonen und Unternehmen.

«Unsere Aufgabe ist es, Veränderungen sichtbar zu machen und Menschen zu befähigen, damit umzugehen», fasst Hegg zusammen. Das Dänk!Symposium versteht sich als Impulsgeber für eine Bildungsund Wirtschaftswelt, die Innovation nicht nur beobachtet, sondern aktiv gestaltet. Gerade in einer Region wie Thun zeigt sich: Zukunft entsteht dort, wo Austausch, Praxisnähe und Mut zum Denken zusammenkommen.

Dass dieses Format bewusst regional verankert ist, ist kein Zufall. Die Nähe zu Betrieben, Lernenden und Lehrpersonen ermöglicht einen direkten Austausch. Herausforderungen werden nicht abstrakt verhandelt, sondern aus dem konkreten Alltag heraus. Dadurch entsteht eine Dynamik, die über einzelne Institutionen hinauswirkt – ein starkes Zeichen dafür, wie regionale Bildung und Wirtschaft gemeinsam Zukunft nachhaltig gestalten können.

Kommunikationsverantwortliche

Mehr Infos zum Dänk!Symposium 2026 unter www.daenksymposium.ch

Tickets fürs

Dänk!Symposium gibt es auf Eventfrog unter

Zum Video vom Dänk!Symposium 2025

Pilotprojekt an der Wirtschaftsschule Thun: Lernen mit KI-Unterstützung

Die Forschung zeigt, dass Einzelunterricht Lernergebnisse massiv verbessern kann. Das Berner Start-up High Five verbindet das Konzept des Einzelunterrichts mit Künstlicher Intelligenz. Mit High Five erhält jede lernende Person eine persönliche, dialogbasierte Lernbegleitung, die sich individuell an Niveau, Tempo und Sprache anpasst – eingebettet in ein pädagogisch geführtes Lernkonzept. Im Frühling fand in zwei Klassen von Lernenden Entwickler:innen digitales Business EFZ an der WST ein Pilotprojekt mit High Five statt.

Wie lernen junge Erwachsene heute am wirkungsvollsten? Und wie kann Unterricht so gestaltet werden, dass er sowohl individuelle Bedürfnisse berücksichtigt als auch Raum für Austausch und Anwendung lässt? Mit diesen Fragen setzt sich die Wirtschaftsschule Thun (WST) im Rahmen eines Pilotprojekts auseinander. Im Frühling testete sie gemeinsam mit dem Schweizer Tech-Start-up High Five einen neuen Ansatz für das begleitete Selbststudium mit KI-Unterstützung. Ziel ist es, Lernende im Selbststudium individuell zu begleiten und gleichzeitig den Präsenzunterricht gezielter für Austausch und Anwendung zu nutzen.

High Five basiert auf dem Prinzip des sogenannten «Conversational Learning», also einem Lernprozess im Austausch. Lernende arbeiten selbstständig an Lerninhalten, werden dabei jedoch kontinuierlich begleitet – nicht durch klassische Lernkontrollen, sondern durch einen dialogischen Lernprozess. Eine KI-gestützte Lernbegleiterin mit Namen LISA (für «Lifelong Interactive Study Assistant») führt Schritt für Schritt durch den Lernstoff, stellt gezielte Fragen, fordert zum Nachdenken auf und passt sich dem individuellen Lernfortschritt an. «Unser System macht es den Lernenden nicht einfach, sondern fordert sie dazu auf, mitzudenken, Zusammenhänge zu erkennen und Inhalte wirklich zu verstehen», erklärt Bettina Hirsig, Mitgründerin von High Five.

ERSTMALS AN BERUFSFACHSCHULE

High Five wurde vor zwei Jahren in Bern von Bettina Hirsig, ihrem Ehemann Christian Hirsig sowie Konrad Mazanowski gegründet, die in der Schweizer Start-upSzene aufgrund verschiedener spannender Projekte und Firmengründungen wie beispielsweise «Powercoders» bekannt sind. Bislang wurde die KI-Lernbegleitung unter anderem an der Berner Fachhochschule, beim Schweizerischen Roten Kreuz (im Rahmen von Kursen für geflüchtete Menschen) oder der WKS KV Bildung im Bereich Weiterbildung getestet. Dank der Zusammenarbeit mit der WST nun erstmals auch im Berufsschulumfeld. Konkret testeten zwei Klassen von Entwickler:innen digitales Business EFZ im Frühling während sechs Wochen aus, wie das Lernen mit LISA funktioniert. «Wir waren sehr gespannt auf die Resultate, da wir in dieser Altersgruppe bislang noch keine Erfahrungen mit LISA gemacht haben», sagt Bettina Hirsig. Die Berufsbildung sei didaktisch sehr spannend. «Hier geht es nicht nur um Theorie, sondern sehr stark um Anwendung und Praxisbezug.»

MEHR RAUM FÜR INTERAKTION IM UNTERRICHT Für die Wirtschaftsschule Thun ist das Pilotprojekt vor allem aus pädagogischer Sicht interessant. Das begleitete Selbststudium ermöglicht es den Lernenden, Inhalte zeit- und ortsunabhängig zu erarbeiten. Dadurch kann der Präsenzunterricht stärker für Diskussionen, Fragen und praktische Anwendungen genutzt werden.

«High Five ersetzt die Lehrperson nicht», betont Bettina Hirsig. «Im Gegenteil: Die menschliche Interaktion bleibt beim Unterrichten das Wichtigste. Die Technologie schafft jedoch zusätzliche Freiräume, damit Lehrpersonen im Unterricht mehr Zeit für Austausch, Vertiefung und Anwendung haben.» Dieser Ansatz entspricht dem Prinzip des Blended Learning, bei dem digitales Selbststudium und Präsenzunterricht gezielt miteinander kombiniert werden.

GEFÜHRTES LERNEN

Doch was genau bringt ein KI-Tool wie LISA in Zeiten von ChatGPT und Gemini wirklich? «Im Unterschied zu frei nutzbaren KI-Tools bietet High Five klar strukturierte Lernpfade. Die Lernenden erhalten Orientierung darüber, welche Inhalte relevant sind und in welcher Reihenfolge sie bearbeitet werden sollen», erklärt Bettina Hirsig. Die Lerninhalte werden in einem ersten Schritt von High Five oder den Lehrpersonen in LISA eingespeist. Die KI entwickelt daraus dann die Lernpfade. «Man kann sich das so vorstellen, wie eine Karte im Wald», erklärt Hirsig. «Ohne Struktur verirrt man sich schnell; mit einem klaren Lernpfad weiss man, wo man steht und wohin man soll.»

Erfahrungen aus anderen Bildungssettings, etwa an Fachhochschulen oder in der Weiterbildung, zeigen: Studierende schätzen besonders die individuelle Begleitung und die zeitliche Flexibilität. Sie können ohne Hemmungen Fragen stellen und Inhalte in ihrem eigenen Tempo bearbeiten. «Viele Fragen werden im Klassenzimmer nicht gestellt, weil Lernende Angst haben, sich zu blamieren», sagt Hirsig. «In der Lernbegleitung mit High Five existiert dieser Druck nicht. Die Lernenden bewegen sich in einem geschützten Raum und können jederzeit nachfragen.»

INNOVATION BEWUSST ERPROBEN

Mit dem Pilotprojekt unterstreicht die Wirtschaftsschule Thun ihren Anspruch, neue Lernformen offen zu prüfen und praxisnah weiterzuentwickeln. Sandro Bürki, Lehrperson in einer der beiden EDB-Pilotklassen, betont, dass er High Five als spannende Erweiterung der bestehenden Unterrichtsformen erlebt hat: «Mit einer KI als Lernbegleitung eröffnen sich neue und flexiblere Möglichkeiten in der Wissensvermittlung und sie fördert tatsächlich das selbstorganisierte Lernen.» Die Erfahrungen aus seiner Klasse hätten gezeigt, dass die Lernenden keineswegs nur noch auf die KI gesetzt hätten oder «lernfaul» geworden seien. «Teilweise motivierte es sie auch, gewisse Theorieblöcke wieder eigenständig und ganz klassisch zu erarbeiten.» Der Pilotversuch habe ihm gezeigt, dass die Nutzung von KI von individuellen Faktoren abhänge: «Nicht jede:r Lernende arbeitet zu jeder Zeit gerne mit denselben Mitteln.» Im Pilotversuch habe sich denn auch gezeigt, dass KI die bisherigen Unterrichtsformen nicht ersetzen könne, sondern tatsächlich ein ergänzendes Mittel sei.

Inzwischen ist der Pilotversuch abgeschlossen. Für einen Entscheid, ob oder wie High Five in Zukunft eingesetzt werden soll, ist es gemäss WST-Konrektor Peter Lüthi noch zu früh: «Der Pilot lief grundsätzlich positiv, eine Vielzahl der Lernenden ist sehr interessiert und offen gegenüber dem Tool.» Wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Tools konnten bereits erkannt werden. Der Pilotversuch wird nun gemäss Lüthi umfassend evaluiert. Was bereits jetzt klar ist: «Es konnten viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, wie KI-ergänzter Unterricht in Zukunft aussehen könnte.»

LILLY TORIOLA Kommunikationsverantwortliche

Mehr Infos zu High Five unter www.high-five.ai
Die Köpfe von High Five (v.l.n.r.): Bettina Hirsig, Konrad Mazanowski und Christian Hirsig.

WST und bzi –gemeinsam stärker für das Berner Oberland

Die Weiterbildungslandschaft entwickelt sich dynamisch – auch im Berner Oberland. Neue digitale Möglichkeiten, vielfältigere Lernangebote und ein sich wandelnder Arbeitsmarkt eröffnen Bildungsinstitutionen spannende Perspektiven. Vor diesem Hintergrund haben die Wirtschaftsschule Thun (WST) und das Bildungszentrum Interlaken bzi ihre langjährige Zusammenarbeit weiter vertieft. Gemeinsam wollen sie die Weiterbildungsangebote im Oberland stärken und für die Zukunft gezielt ausbauen – zum Vorteil der regionalen Wirtschaft und aller Weiterbildungsinteressierten.

Die Gründe für die engere Kooperation sind vielfältig. «Wir haben festgestellt, dass die Anfragen und Anmeldungen nach Corona zurückgegangen sind», sagt Esther Escher, Abteilungsleiterin Weiterbildung & Beratung des Bildungszentrums Interlaken bzi. Lehrgänge, die früher jährlich durchgeführt wurden, fanden plötzlich nur noch alle zwei Jahre statt, wenn überhaupt. «Das hat uns nachdenklich gestimmt. Als Schule plant man langfristig und möchte Angebote verlässlich aufrechterhalten.» Auch Stefan Zbinden, Leiter Weiterbildung der Wirtschaftsschule Thun, beobachtet eine zunehmende Unsicherheit im Markt: «Während

Corona konnten wir viele Bildungsgänge weiterführen, danach stellten wir vorübergehend eine gewisse Bildungsmüdigkeit fest. Gleichzeitig ist die Vielfalt an Bildungsanbietern riesig geworden. Mit Online-Unterricht ist plötzlich nicht mehr ein Anbieter in Interlaken oder Thun Konkurrenz, sondern die ganze Schweiz.» Zudem seien auch Unternehmen zurückhaltender geworden, wenn es darum gehe, in Weiterbildung zu investieren.

PLANUNGSSICHERHEIT

FÜR TEILNEHMENDE

Bereits per 1.1.2022 haben die WST und WKS KV Bildung AG ihre Weiterbildungsabteilungen zusammengeschlossen. Per Anfang 2025 wurde mit dem bzi ein weiterer Partner in das regionale Weiterbildungsnetzwerk aufgenommen. Durch eine Bündelung der Kräfte soll der Weiterbildungsmarkt im Raum Bern, Berner Oberland und Oberwallis gezielter bearbeitet und die Marktposition gestärkt werden. Den Kund:innen im Berner Oberland wird dank dem Zusammenschluss regional ein breiteres Angebot zur Verfügung gestellt. Im Zentrum der Kooperation steht deshalb die Verlässlichkeit, betont bzi-Weiterbildungsleiterin Esther

Escher. «Durch die Bündelung der Kräfte können an den drei Standorten auch kleinere Klassen geführt werden. Dank der Kooperation können wir in Interlaken Bildungsgänge mit zehn Personen durchführen, die wir allein hätten absagen müssen», so Escher. Das schaffe Sicherheit – für die drei Schulen ebenso wie für die Teilnehmenden.

Das bzi, die WST und WKS KV Bildung AG werden weiterhin unter den bestehenden, lokal verankerten Marken auftreten. Alle drei Schulstandorte bleiben erhalten und sollen durch den organisatorischen Zusammenschluss gestärkt werden. So sind an den jeweiligen Standorten weiterhin eigenständige Weiterbildungsangebote geplant, die den Bedürfnissen des regionalen Marktes Rechnung tragen. Auch die Betreuung der Kursteilnehmer:innen erfolgt weiterhin vor Ort. «Für Kund:innen ist der Zusammenschluss eigentlich kaum spürbar», erklärt Esther Escher. Sichtbar wird die Kooperation höchstens administrativ. «Es ist eine Zusammenarbeit im organisatorischen Hintergrund», präzisiert Stefan Zbinden.

BILDUNG NAHE BEI DEN MENSCHEN

Ein zentrales Anliegen beider Institutionen ist die Präsenz vor Ort. «Ich bin überzeugt, dass wir – gerade als Randregion –mit der Bildung zu den Menschen müssen», sagt Zbinden. Das Berner Oberland sei geografisch weitläufig, die Wege lang, insbesondere im Winter. Ein Abendkurs in Bern zu besuchen, komme für viele potenzielle Weiterbildungsinteressierte aus dem Oberland nicht in Frage. Esther Escher betont zudem die Bedeutung des persönlichen Kontakts: «Das Digitale ist ein gutes Hilfsmittel, aber reine Online-Weiterbildungen sind nicht die Zukunft. Menschen wollen vor Ort sein, Beziehungen aufbauen und Netzwerke schaffen.» Weiterbildung sei mehr als Wissensvermittlung – sie sei auch Begegnung und Erlebnis.

GEMEINSAME SCHWERPUNKTE

ENTWICKELN

Mit der Kooperation eröffnen sich neue Perspektiven. Beide Schulen – WST und bzi – möchten künftig gemeinsame Schwerpunkte setzen und das Angebot für das gesamte Oberland weiterentwickeln. Denkbar sind neue Programme in zukunftsorientierten Bereichen wie Informatik oder Cybersecurity. «Wir wollen eine breite Palette im Berner Oberland anbieten –mit der nötigen Durchführungssicherheit», so Zbinden. Für Escher ist klar: «Alleine könnten wir gewisse Angebote gar nicht aufbauen. Gemeinsam hingegen können wir Themen entwickeln, die für das ganze Oberland relevant sind.» Die Zusammenarbeit ermögliche es, Kompetenzen zu bündeln, voneinander zu lernen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Die Integration des bzi erfolgte per 1. Januar 2025 mit einem Übergangsjahr; seit Anfang 2026 ist die Zusammenarbeit vollständig etabliert.

BLICK NACH VORNE

Für Esther Escher ist die Kooperation auch persönlich ein spannender Schritt. Sie wird künftig, gemeinsam mit Marion Engeler (WST) und Konrad E. Moser (WKS KV Bern) einen Teil der Aufgaben von Stefan Zbinden übernehmen, darunter beispielsweise die Leitung der Payroll-Bildungsgänge und die Vertretung der Weiterbildung Berner Oberland im Leitungsgremium Weiterbildung der WKS KV Bildung. Nach 40 Jahren im Dienst der Bildung steht bei Zbinden im Januar 2027 die Pensionierung an. Mit Zbindens Pensionierung geht eine Ära zu Ende, gleichzeitig markiert sie einen Neubeginn. «Es ist Zeit für neue Gedanken und neue Ideen», so Zbinden. Die Nachfolge ist geregelt, die Verantwortlichkeiten sind klar verteilt –ein weiteres Zeichen für die Stabilität der Partnerschaft.

Marion Engeler übernimmt 2027 die Leitung der Weiterbildungsabteilung in Thun sowie die Bildungsgangsleitung der Handelsschule kv edupool. Als langjährige Mitarbeiterin im Bereich Weiterbildung in Thun war sie in den letzten Jahren erste Anlaufstelle für Referent:innen und Weiterbildungsteilnehmende und hat Prüfungen sowie Abschlussfeiern organisiert. Ursprünglich hat Marion Engeler eine kaufmännische Ausbildung in der Finanzbrache absolviert und anschliessend langjährige Erfahrung im Management Support und der Kundenpflege bei einem grösseren Finanzplanungsinstitut gesammelt. Daneben hat sie sich stets in verschiedenen Vereinen engagiert und besitzt ein grosses Netzwerk im Raum Thun. Letztes Jahr kam die Weiterbildung zur Eventmanagerin mit Sponsoring dazu.

Konrad E. Moser übernimmt ab 2027 die Vertretung der Weiterbildung der WST gegen Aussen. Koni Moser betreut aktuell die Bildungsgänge Expert:in in Rechnungswesen und Controlling, Fachausweis Finanzund Rechnungswesen, Fachausweis Sozialversicherungen sowie Sachbearbeiter:in Sozialversicherung. Er bringt grosse Erfahrung im Führen von Bildungsgängen mit. Als Gemeinderat in Steffisburg ist er sehr gut im Berner Oberland vernetzt, was ideal für die Interessenvertretung der WST in diesem Raum ist.

Seline Reichen Eine Künstlerin mit Pokal

Seline Reichen, Detailhandelslernende EFZ bei der Krebser AG, wurde vergangenen November in Salzburg zum besten Nachwuchsverkaufstalent der Region Schweiz-Österreich-BayernSüdtirol gekürt. Nach ihrem Lehrabschluss im Sommer möchte sich die Frutigerin vermehrt ihrer Leidenschaft Kunst widmen.

Als Seline Reichen an den «Junior Sales Champion International» in Salzburg auf der Bühne stand und realisierte, dass sie gewonnen hatte, fühlte sich der Moment gleichzeitig überwältigend und surreal an. «Ich habe zuerst gar nicht begriffen, was da gerade passiert», erinnert sich die Lernende Detailhandelsfachfrau EFZ. «Ich bin nach Salzburg gegangen mit dem Gedanken, es einfach zu probieren. Dass ich den internationalen Wettbewerb gewinnen würde, hätte ich nie erwartet.» Diese Haltung –mutig, aber ohne Druck – zieht sich wie ein roter Faden durch den bisherigen Weg von Seline Reichen.

Vergangenen November gingen die besten zwölf Verkaufstalente aus Österreich, der Schweiz, Bayern und Südtirol bei der 21. Auflage des «Junior Sales Champion International» ins Rennen. Unter ihnen auch Seline Reichen, die im dritten Lehrjahr zur Detailhandelsfachfrau EFZ bei der Krebser AG ist und an der WST die Berufsfachschule besucht. Die Detailhandelslernenden mussten in Verkaufsgesprächen mit einem Testkunden ihr Fachwissen unter Beweis stellen und mit guten Argumenten ihre Produkte «an den Mann» bringen. Die Jury bewertete zahlreiche Faktoren wie die Begrüssung, die Warepräsentation, den Gesamteindruck sowie etwaige Zusatzverkäufe. Dabei stach Seline Reichen mit ihrer Leistung unter ihren Mitkonkurrent:innen klar heraus: Die 20-Jährige wurde in Salzburg zur Siegerin gekürt und ist damit aktuelle «Junior Sales Champion International».

BERUF UND LEIDENSCHAFT

Mit ein Grund, wieso sie die Jury so von sich überzeugen konnte, ist, dass die Frutigerin auf der Bühne ihre berufliche und private Leidenschaft fürs Zeichnen spürbar vereinte. Als angehende Detailhandelsfachfrau verkauft sie bei der Papeterie Krebser in Thun sehr viel Künstlerbedarf wie beispielsweise Wachskreiden, Kohlestifte oder verschiedene Ölfarben. «Für mich ist es ein absoluter Traum, hier arbeiten zu können», sagt die 20-Jährige. Denn nebst ihrem Beruf ist die Lernende auch als Künstlerin

Seline Reichen und das WSTTeam, das sie nach Salzburg begleitete (v.l.n.r.): Claudia Bösiger, Caroline Dähler, Jürg Dellenbach, Gabriel Buchli und Eunice Ares.

tätig, malt und verkauft Bilder und betreibt den erfolgreichen Instagram-Kanal «art_world_by_seline», wo sie ihre Werke zeigt. Ihre Leidenschaft fürs Zeichnen lebe sie, seit sie einen Stift halten könne. Was für viele ein Hobby ist, ist für Seline Reichen Ausdruck, Ruhepol und Antrieb zugleich. «Zeichnen ist für mich ein zentraler Bestandteil meines Lebens», sagt sie. Genau diese spürbare Leidenschaft für Kunst und die dazu passenden Produkte sollten am «Junior Sales Champion International» entscheidend werden.

Beim Wettbewerb in Salzburg drehte sich das Verkaufsgespräch um Caran d’Ache-Stifte, Faber Castell Farbstifte und Zubehör. Seline Reichens Leidenschaft für Farben, Materialien und kreative Techniken machte die Beratung lebendig. «Ich habe einfach genau so beraten, wie ich es im Alltag auch tue und nicht eine Rolle gespielt.» Sehr viel Vorbereitung habe sie in dem Sinne nicht benötigt. «Ich kenne mich mit den Produkten sehr gut aus, weil ich sie selber nutze. Meine Empfehlung basiert somit auf der eigenen Erfahrung, das spüren auch die Kund:innen.»

NERVÖS, ABER AUTHENTISCH

Genau diese Begeisterungsfähigkeit überzeugte Jury und Publikum. Während andere vielleicht auf Perfektion setzten, punktete Seline Reichen mit natürlicher Präsenz. «Ich war sehr aufgeregt vor so einem grossen Publikum zu stehen – klar», sagt sie. «Aber ich habe mir erlaubt, nervös zu sein. Das gehört dazu.» Rückblickend sieht sie genau darin ihre Stärke: kein künstlicher Druck, sondern Vertrauen in die eigene Leidenschaft. Nichtsdestotrotz sei der Wettbewerb in Salzburg eine Herausforderung gewesen. «Im Berufsalltag spreche ich Schweizerdeutsch, beim Wettbewerb mussten wir natürlich zu Hochdeutsch wechseln. Zudem gab es eine Beratung in Englisch, was nicht

meine Stärke ist.» Doch statt sich von der Angst lähmen zu lassen, blieb sie bei dem, was sie auszeichnet: authentische Begeisterung.

BEGEISTERUNG BEI ALLEN

Ihr Sieg in Salzburg freute nicht nur Seline Reichen. Familie, Freunde, Lehrpersonen und Ausbildner:innen hätten sie im Vorfeld und während des Wettbewerbs in Salzburg stark unterstützt. «So viele Menschen standen hinter mir», sagt sie dankbar. Nach ihrer Rückkehr sei sie im Geschäft und im privaten Umfeld gefeiert worden. Sogar Kund:innen kamen gezielt vorbei, um sich von ihr beraten zu lassen, gratulierten und wollten ihre Kunst kennenlernen, die im Schaufenster und auf der Ladenfläche der Papeterie Krebser ausgestellt ist. «Das war ein sehr schönes Gefühl», erzählt sie. «Man merkt plötzlich, wie sehr andere mitgefiebert haben.»

Trotz der Aufmerksamkeit ist Seline absolut bodenständig geblieben. Für sie ist der Sieg kein isolierter Höhepunkt, sondern eine wertvolle Erfahrung. «Der Wettbewerb hat mir Selbstvertrauen gegeben und gezeigt, dass Leidenschaft und Fachwissen zusammen Grosses ermöglichen können», sagt die Frutigerin. Diese Verbindung präge auch ihren Berufsalltag. Beratung sei für sie keine Pflicht, sondern eine zweite Leidenschaft. «Ich liebe es, mit Menschen in Kontakt zu sein und mit ihnen die passenden Produkte zu finden», erklärt sie.

MALEN BIS SPÄT NACHTS

Neben ihrer Ausbildung investiert die 20-Jährige, die diesen Sommer ihre Lehre abschliesst, jede freie Minute in ihre Kunst. Auftragsarbeiten entstehen oft spätabends: detailreiche Tierporträts, realistische Bleistiftzeichnungen oder farbintensive Illustrationen. Viele Kund:innen finden über soziale Medien zu ihr. «Ich nehme mir bewusst Zeit fürs Zeichnen», sagt Reichen. «Auch wenn es nebst Arbeit, Schule und Lernen streng ist; die Kunst gibt mir viel Energie.»

In wenigen Monaten ist Seline Reichen ausgelernte Detailhandelsfachfrau, darf aber ihrem Lehrbetrieb in einem 80 Prozent Pensum treu blieben. «Das ist für mich die ideale Lösung», so die Frutigerin. Denn mit diesem Pensum habe sie künftig mehr Zeit fürs Zeichnen. «Ich möchte meine berufliche Tätigkeit mit einer künstlerischen Selbstständigkeit verbinden und meine Kunst weiter ausbauen.» Sie könne sich auch gut vorstellen, künftig mehr Ausstellungen zu organisieren oder Workshops zu geben. Im Vordergrund stehe aber nicht ihre Karriere, sondern dass sie genügend Zeit für ihre Leidenschaft – das Zeichnen –habe.

LILLY TORIOLA

Kommunikationsverantwortliche

Mehr zu Seline Reichens Kunst unter

smartlearn – Prüfungs- und Lernplattform, welche praxis- und handlungskompetenzorientiertes Lernen möglich macht

smartlearn ist eine digitale Umgebung, die es erlaubt, mit wenigen Schritten IT-unterstützte Prüfungen und Lernumgebungen mit praxisnahen Szenarien aufzubauen – unabhängig von der technischen Infrastruktur der Teilnehmenden. Im August 2024 startete an der Wirtschaftsschule Thun ein Projekt, um smartlearn als Lernund Prüfungsplattform zu testen, mit dem Fokus auf die Prüfungsumgebung. Seit August 2025 befindet sich smartlearn nun im regulären Betrieb.

An der Wirtschaftsschule Thun spielt smartlearn seit seiner Einführung 2024 eine zunehmend wichtige Rolle. Die Plattform wird sowohl als Prüfungs- wie auch als Lernumgebung eingesetzt und verbindet damit zwei zentrale Bereiche des schulischen Alltags.

Als Prüfungsplattform gewinnt smartlearn insbesondere im kaufmännischen Bereich an Bedeutung. Der Kaufmännische Verband hat smartlearn als offizielle Prüfungsplattform für die kaufmännischen Abschlussprüfungen gewählt. Bereits 2025 wurden die Abschlussprüfungen der

Kaufleute EBA erstmals mit smartlearn durchgeführt. «Ohne Zwischenfälle oder technische Probleme», wie Peter Lüthi, Konrektor & Abteilungsleiter ICT, betont. Ab 2026 wird smartlearn schweizweit die verbindliche Prüfungsumgebung für alle kaufmännischen EFZ- und EBA-Abschlussprüfungen sein. Für die WST ist dies ein Vorteil: Sie arbeitet bereits seit 2025 mit der Plattform und verfügt über Erfahrungen im Umgang mit dem Tool.

Parallel dazu wurde smartlearn im August 2025 auch als Lernplattform für den neuen Beruf Entwickler:in digitales Busi-

ness EFZ eingeführt. Die modularisierte Ausbildung verlangt eine hohe Praxisorientierung und handlungskompetenzorientierte Lernsettings – Anforderungen, die smartlearn vollständig online und effizient abbilden kann.

BYOD UND SMARTLEARN

Ein zentraler Grund für die wachsende Bedeutung von smartlearn liegt im veränderten schulischen Setting. Durch «Bring your own device» (BYOD) arbeiten die Lernenden der WST seit rund sechs Jahren auf ihren eigenen Geräten. Klassische Informatikräume mit fix installierten PCs und ohne Internetzugang stehen nur noch eingeschränkt zur Verfügung. «Mit smartlearn können Lernende auf ihren eigenen Laptops Prüfungen durchführen, ohne dass sie beispielsweise auf KI-Tools zugreifen können», erklärt Lüthi. Möglich wird dies durch sogenannte «virtuelle Maschinen», in denen Lehrpersonen genau definieren können, welche Programme zur Verfügung stehen und ob Internetzugang erlaubt ist – beispielsweise nur für ein Online-Wörterbuch. In Kombination mit dem Safe Exam Browser wird verhindert, dass während der Prüfung andere Programme genutzt werden.

EINSATZ

IM

UNTERRICHT UND

BEI LEISTUNGSNACHWEISEN Nebst den Abschlussprüfungen wird smartlearn seit 2025 auch für schulinterne Leistungsnachweise in den kaufmännischen Berufen genutzt, dies insbesondere im Handlungskompetenzbereich E «Technologie», wo der gezielte Einsatz der Geräte im Vordergrund steht. Während des Unterrichts arbeiten die Lernenden am eigenen Gerät mit OneNote und digitalen Lernmedien; am Prüfungstag steigen sie über den Browser in smartlearn ein und bearbeiten die Aufgaben in der vorgegebenen virtuellen Umgebung.

Dass smartlearn bereits während der Lehre als Prüfungstool eingesetzt wird, ist keine Vorgabe des Kaufmännischen Verbandes. Für die WST ist dies jedoch naheliegend: «Wenn die Abschlussprüfungen aller Kaufleute künftig über smartlearn laufen, macht es Sinn, dass die Lernenden bereits während der Ausbildung systematisch mit der Plattform vertraut gemacht werden», betont Peter Lüthi. Dadurch stellt die technische Umgebung an der Abschlussprüfung keine zusätzliche Hürde dar.

Im Berufsmaturitätsunterricht erfolgt der Einsatz aktuell punktuell und auf Initiative einzelner Fachverantwortlicher, wie beispielsweise im Deutschunterricht, wo smartlearn als Prüfungsplattform für die Berufsmaturitätsprüfung zum Einsatz kommt.

LERNPLATTFORM

BEIM EDB

Bei den Entwickler:innen digitales Business EFZ (EDB) ist smartlearn seit 2025 fester Bestandteil der Ausbildung. Anders als im kaufmännischen Bereich stand hier zunächst nicht die Prüfungsumgebung im Vordergrund, sondern der Aufbau einer praxisorientierten Lernumgebung. Die modularisierte Ausbildung verlangt, dass Lernende in nahezu jedem Modul in realitätsnahen Szenarien arbeiten und das Gelernte praktisch anwenden. «Genau diese Art von Lern- und Prüfungsszenarien

kann smartlearn vollständig online und sehr effizient abbilden», sagt Lüthi. Für die EDB-Lernenden ist smartlearn daher aktuell in erster Linie eine Lernplattform.

SCHRITTWEISE EINFÜHRUNG

Die Einführung von smartlearn erfolgte seit Sommer 2024 bewusst schrittweise. Nach Pilotversuchen wurde die Plattform für das gesamte Schulhaus geöffnet und die Lehrpersonen an der Sommerklausur geschult. Dieses Vorgehen ermöglichte es, Erfahrungen zu sammeln und die Anwendung weiterzuentwickeln. smartlearn ist ein Produkt der Berner whatwedo GmbH und wurde in enger Zusammenarbeit mit der gibb Berufsschule Bern entwickelt. Auch die WST konnte in den letzten anderthalb Jahren wertvolle Beiträge zur Weiterentwicklung leisten.

Für Konrektor Peter Lüthi steht fest: «smartlearn ist eine Lern- und Prüfungsumgebung, die noch lange nicht ausgeschöpft ist.» An der Wirtschaftsschule Thun ist smartlearn damit weit mehr als ein technisches Werkzeug – es ist ein zentraler Baustein der digitalen Weiterentwicklung von Unterricht und Prüfung, mit dem Anspruch, Sicherheit, Praxisnähe und Mitgestaltung zu verbinden.

«Ich setze smartlearn regelmässig im Unterricht ein, und zwar in allen Fächern respektive Handlungskompetenzbereichen. Die Plattform nutze ich sowohl für Prüfungen als auch für Wissens-Checks nach einer Unterrichtssequenz. Durch die praktische Möglichkeit, Autokorrekturaufgaben zu erstellen, erfolgt die Auswertung sehr schnell und erlaubt eine unmittelbare Analyse im Plenum oder im Einzelgespräch. Weiter führe ich zurzeit alle Textarbeiten mit smartlearn durch, sei es als Übung oder in einer Prüfung. Als Sprachlehrperson schätze ich diese Möglichkeit! Arbeiten können so digital korrigiert und auf der Plattform zurückgegeben werden. Es gibt keine Diskussionen mehr bezüglich Leserlichkeit von Handschriften, der Textumfang ist schnell ermittelt und die Aufbewahrung der erarbeiteten resp. korrigierten Dokumente praktisch geregelt.

Die Rückmeldungen der Lernenden sind gespalten: Die einen arbeiten gerne mit der Plattform und begrüssen, dass BYOD an der WST noch konsequenter umgesetzt wird, andere wiederum finden, sie sei optisch nicht modern gestaltet und wenig intuitiv im Gebrauch. Ich selbst brauchte relativ lange, bis ich es verstanden hatte, effizient mit der Plattform zu arbeiten. Mittlerweile funktioniert der Einsatz ohne grosse Probleme, solange die Lernenden auch mit Geräten arbeiten, die die technischen Mindestvoraussetzungen der WST erfüllen.»

Michael Sommer

Lehrperson für DE/FR/SP und ABU

Mehr zu smartlearn unter www.smartlearn.one

Coora – wenn Lernende die Vereinskommunikation neu denken

Was mit einem persönlichen Frust über chaotische Vereinskommunikation begann, ist heute ein ambitioniertes Start-up: Coora. Hinter der Idee stehen vier Lernende der Wirtschaftsschule Thun mit dem Anspruch, die Kommunikation und Organisation in Sportvereinen grundlegend zu verändern.

«Irgendwann habe ich festgestellt: Eigentlich haben wir in unserem Fussballverein ein riesiges Kommunikationsproblem», sagt Loan Delessert, der selbst Fussball spielt und als Trainer tätig ist. Der 18-Jährige ist im dritten Lehrjahr als Entwickler digitales Business EFZ bei iSolutions und besucht die Wirtschaftsschule Thun. Trainings- und Match-Termine im WhatsApp-Chat, Resultate auf externen Plattformen, Trainingsinfos verstreut über verschiedene Kanäle. «Ich wusste teilweise gar nicht mehr, wann ich Match habe, wann ich wo sein musste. Irgendwann ging der Überblick verloren, weil nicht alle Infos an einem Ort waren», sagt Delessert. Aus diesem Problem heraus entwickelte der angehende Entwickler digitales Business ab Sommer 2024 im Rahmen eines betrieblichen Langzeitprojekts die Vision einer All-in-One-Plattform für Sportvereine. Sein Ziel: Die Kommunikation und Organisation an einem Ort bündeln – strukturiert, rollenbasiert und auf die Bedürfnisse von Sportvereinen zugeschnitten.

VON DER PROJEKTARBEIT ZUM START-UP

Für die Entwicklung konnte Loan Delessert in der Anfangsphase auf Programmierer von iSolutions zurückgreifen. «Wir haben intern ein grosses Netzwerk von Spezialist:innen, die mich immer wieder unterstützen, was für mich ein absoluter Glücksfall ist», sagt Delessert. Was zunächst als betriebliches Praxisprojekt gedacht war, nahm aber rasch grössere Dimensionen an. «Irgendwann hat die Entwicklung der Plattform ein Mass angenommen, das den beruflichen Rahmen sprengte», sagt der Lernende. Er habe mehr und mehr Zeit privat investiert. Parallel gewann das Projekt – mittlerweile mit dem Namen Coora –mehr und mehr Aufmerksamkeit, gleichzeitig wuchs der Funktionsumfang. «Ich habe mit KI-Tools auf Basis von TypeScript am Ganzen weiterprogrammiert, kam aber immer wieder in technische Sackgassen, aus denen ich selbst nicht rausfand», erzählt Delessert. Vor rund einem Jahr wurde klar: Allein lässt

sich ein solches Vorhaben nicht stemmen. «Mein Lehrbetrieb hat mich von Anfang an sehr stark unterstützt. Irgendwann kam der Punkt, als der CEO von iSolutions mir geraten hat: Wenn du Coora weiter vorantreiben willst, kannst du das nicht allein machen.» Die Konsequenz: Ein Team musste her.

ERGÄNZENDE KOMPETENZEN

Mit Bruno Illi holte Delessert deshalb vergangenen Sommer einen ersten Klassenkollegen mit ins Boot. Dieser hatte ihn bereits zuvor bei Social-Media-Beiträgen zu seinem Start-up unterstützt. Wenig später stiess mit Olivia Onwumelu eine weitere Klassenkollegin dazu, die bei ihrem Lehrbetrieb BMC ein AppRedesign und einen Release mitverantwortet hatte und wertvolle Erfahrungen aus diesem Bereich einbringen konnte. Heute arbeiten die vier Gründer:innen in klar definierten Rollen. Delessert verantwortet primär die technische Entwicklung und die Gesamtkoordination, Onwumelu und Illi kümmern sich um Branding, Design und Marketing. Jeremy Allenbach, das vierte Teammitglied, fokussiert sich auf die Ansprache von Vereinen und potenziellen Partner:innen. «Wir ergänzen uns alle in unseren Fähigkeiten sehr gut», sagt Olivia Onwumelu. «Und uns macht die Arbeit an Coora sehr viel Spass. Es ist cool, wenn man an einem solchen Projekt mit guten Leuten arbeiten kann.»

Auch Gründungsvater Delessert ist froh um die Erweiterung des Teams: «Es ist enorm wichtig, dass man Ideen austauschen und Dinge gemeinsam weiterentwickeln kann.»

Gearbeitet wird – parallel zur Ausbildung im Lehrbetrieb und an der Berufsfachschule – in der Freizeit. Das jedoch höchst strukturiert: wöchentliche Online-Meetings, separate Marketing-Sitzungen und zusätzliche Arbeitstreffen vor Ort. «Wir investieren sehr viel Herzblut und Zeit in unser Start-up», sagt die 18-jährige Onwumelu. Das sei nebst der Berufslehre nicht immer ganz einfach zu stemmen, klappe aber meistens ganz gut. «Dank dessen, dass wir alle in derselben Klasse sind, ist es kein Problem, wenn wir in stressigen Phasen das Lernen für eine Prüfung priorisieren müssen.»

COMMUNICATION & ORGANISATION

Coora steht für eine Kombination von «Communication» und «Organisation». «Communication is key», lautet gemäss Onwumelu der Leitsatz des Coora-Teams. Coora versteht sich als Kommunikations- und Organisationsplattform für Sportvereine – nicht nur für einzelne Teams, sondern für ganze Vereinsstrukturen. Das Besondere: Jede Rolle im Verein erhält spezifische Funktionen. «Wir nennen es die Pyramid of Perfection», erklärt Olivia Onwumelu. Spieler:innen, Trainer:innen und Vereinsver-

antwortliche sehen unterschiedliche Inhalte und verfügen über angepasste Berechtigungen.

Für Spieler:innen sind unter anderem persönliche Statistiken und Gamification-Elemente vorgesehen, etwa Badges oder Auszeichnungen, die die Nutzung attraktiver machen. Trainer sollen Zugriff auf eine Trainingsbibliothek und eine eigene Trainingsdatenbank erhalten. Für Vereinsverantwortliche stehen Organisations- und Kommunikationsfunktionen im Zentrum. Dabei bleibt das Grundprinzip klar: Informationen gehören an einen zentralen Ort; strukturiert statt im Chatverlauf versteckt. Langfristig ist das Konzept nicht auf Fussball beschränkt, sondern sei auch für andere Sportarten denkbar. «Das Grundgerüst bleibt dasselbe», sagt Delessert.

ENTWICKLUNG

IN PHASEN

Aktuell befindet sich Coora gemäss Loan Delessert in der dritten Entwicklungsphase: «Wir haben in einem ersten Schritt das User Interface erarbeitet, danach die funktionalen Elemente implementiert. Nun geht es um die Datenbankstrukturen im Hintergrund, insbesondere um Rollen- und Berechtigungssysteme.» «Das ist ein Schritt, der sehr viel Zeit braucht», ergänzt Onwumelu.

Der Launch der Web-App ist für kommenden Sommer geplant, die mobilen Apps für iOS und Android sollen kurz darauf folgen. Aktuell suchen die Start-up-Gründer:innen einen Pilotverein, um sämtliche Funktionen im realen Umfeld durchtesten zu können. «Erste Kontakte bestehen aber bereits», sagt Loan Delessert. In Sachen Finanzen sind die vier Gründer:innen nicht unter Druck. «Der finanzielle Aufwand ist momentan noch überschaubar. Die Entwicklung erfolgt grösstenteils eigenständig, Fixkosten werden vor allem mit wachsender Nutzung entstehen», so Delessert. Nichtsdestotrotz planen die vier eine Crowdfunding-Kampagne auf kickstarter.com. Diese solle jedoch weniger der Existenzsicherung dienen als vielmehr der

Sichtbarkeit. «Ich finde Kickstarter und Investoren sehr wichtig – vor allem auch aus dem Aspekt des Netzwerks und der Credibility», sagt Delessert.

LERNEN DURCH GRÜNDEN

Für die vier Gründer:innen ist Coora mehr als ein Nebenprojekt, sondern «fast wie eine Lehre neben der eigentlichen Lehre», sagt Loan Delessert: «Wir können im Rahmen unserer Gründung tatsächlich alle Module anwenden, die wir in unserer Ausbildung zum Entwickler digitales Business durchgehen. Wenn man sich die Module anschaut – Projektmanagement, Coding, Datenbanken, Marketing, Präsentationstechnik – dann sind das eigentlich alles perfekte Bausteine für eine Start-up-Gründung», sagt Delessert. Die Lehre liefere das Fundament, die Umsetzung mit Coora die Praxis.

WEITERBILDUNGEN UND COORA

Kommenden Sommer ist der Launch der App geplant, ein Jahr später folgt der Lehrabschluss der vier Gründer:innen. Da drängt sich die Frage auf, ob die angehenden Entwickler:innen digitales Business nach dem Abschluss ganz auf Coora setzen wollen. «Ob unser Start-up nach der Lehre im Zentrum stehen wird, ist noch offen», sagt Delessert. Bei allen vier Lernenden sind Weiterbildungen – etwa in Betriebsökonomie, die Berufsmaturität oder Projektmanagement – geplant. «Aber wir würden lügen, wenn es für uns nicht eine Option wäre, künftig ganz auf unser Start-up zu setzen», so der Gründer.

LILLY TORIOLA Kommunikationsverantwortliche

Mehr Infos zu Coora gibt es auf Linkedin unter

Das Team um Coora (v.l.n.r.): Olivia Onwumelu, Jeremy Allenbach, Loan Delessert und Bruno Illi.

YEEP – Unternehmergeist, der verbindet

Jedes Jahr reisen Studierende der HFWBern.ch im Rahmen des «Young Entrepreneur Exchange Project» (YEEP) jeweils für eine Woche nach Äthiopien und unterstützen Studierende einer technischen Universität bei der Umsetzung ihrer Businessideen. YEEP ist jedoch mehr als eine klassische Studienreise. Es geht um Unternehmergeist, Perspektivenwechsel – und um echte Begegnungen.

YEEP steht für «Young Entrepreneur Exchange Project». Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative verschiedener äthiopischer und Schweizer Partner, die 2013 während eines Besuchs von Professoren und Studierenden der Berner Fachhochschule (BFH) an der Hawassa University in Äthiopien ins Leben gerufen wurde. Unter den Mitgründern war auch WST-Rektor Daniel Gobeli, der damals hauptberuflich an der BFH tätig war. Obwohl ursprünglich als Fachhochschulprojekt gestartet, ist YEEP mittlerweile zu einem festen Bestandteil der HFWbern.ch geworden. Die HFWBern.ch ist ein Bil-

dungsangebot der WKS KV Bildung in Kooperation mit der WST und der BFB in Biel. «Mit den Jahren sind immer mehr unserer Studierenden mitgereist. Bei der letzten Durchführung waren es sogar ausschliesslich Studierende der HFW», sagt Christian Messerli, Co-Geschäftsleiter der HFWBern.ch. Was als Initiative einzelner Engagierter begann, ist inzwischen fest im Angebot der HFWBern.ch verankert. An der letzten Reise nach Hawassa im November 2025 nahmen acht Studierende der HFW teil – begleitet von Christian Messerli und Samuel Allenbach von YEEP.

UNTERNEHMERTUM ALS BRÜCKE

Ziel von YEEP ist es, Studierende der technischen Universität dabei zu unterstützen, ihre Geschäftsideen weiterzuentwickeln. Herzstück der Zusammenarbeit ist die Business Week, die jedes Jahr im November in Hawassa, im Süden Äthiopiens stattfindet. Äthiopische Studierende bewerben sich mit ihren Ideen beim «Incubation Center» – einer Art Start-up-Institut auf dem Campus der Hawassa University. Aus rund 200 Bewerbungen werden etwa 40 Studierende, sprich zehn Gruppen, ausgewählt, an deren Start-up Ideen in der Business Week gefeilt wird. Gemeinsam mit Schweizer Betriebswirtschaftsstudierenden der HFWBern.ch arbeiten die äthiopischen Studierenden schliesslich während einer ganzen Woche an Geschäftsmodellen, Kundennutzen, Prototypen und Marktzugang. Die Schweizer Betriebswirtschaftsstudierenden im zweiten oder dritten Studienjahr fungieren dabei vor allem als Coaches und können ihr Wissen aus Studium und Praxis direkt einbringen. «Wir bringen den äthiopischen Studierenden vor allem bei, vom Markt her zu denken», erklärt Christian Messerli, der auch als BM-Lehrperson an der WST tätig ist. «Viele tüfteln und programmieren während des Studiums an spannenden Ideen, beachten aber dabei die konkreten Kundenbedürfnisse oft zu wenig. Genau da setzen wir an.» Gearbeitet wird mit einfachen Mitteln: Flipcharts, Post-its, Diskussionen. Themen wie Golden Circle, Business Model Canvas oder PersonaEntwicklung bilden das Fundament. «Es sind Basics des Unternehmertums, die wir mit ihnen zusammen anschauen und vertiefen, aber sie wirken», so Messerli.

EINDRÜCKLICHES ENGAGEMENT

Die letzte Reise im November 2025 war gemäss Messerli eine besonders intensive Woche, geprägt von Workshops, CoachingSessions und unzähligen Gesprächen

Der Unicampus von Hawassa in Äthiopien.

auf dem Campus. «Wir waren die ganze Woche im Incubation Center unterwegs», erzählt Messerli. «Am Morgen jeweils mit Inputs unserer Studierenden, am Nachmittag fand die direkte Anwendung statt, und dazwischen immer wieder Diskussionen mit den Teams.» Besonders eindrücklich sei bei der letzten Ausgabe die Dynamik und die Haltung der äthiopischen Studierenden gewesen: «Die Studierenden vor Ort sind unglaublich motiviert. Sie bleiben am Abend länger, stellen Fragen, wollen Feedback. Diese Aufbruchsstimmung und Energie steckt an.» Man spüre bei allen Teilnehmenden, wie viel das Projekt bedeutet. «Es macht einfach Sinn, etwas beizutragen – gegenseitig und auf Augenhöhe», so Messerli.

Neben der inhaltlichen Arbeit blieb aber auch Raum für kulturelle Begegnungen; eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie, Gespräche mit Dozierenden und dem Dekan sowie gemeinsame Essen stärkten die Verbindung zwischen den Gruppen. Am Ende der Woche präsentierten mehrere Teams ihre weiterentwickelten Geschäftsmodelle. Vier von ihnen pitchten vor einer Jury um das Preisgeld. «In diesen besonderen Momenten spürt man Stolz auf beiden Seiten», sagt Messerli. «Unsere Studierenden sehen, dass ihre Inputs Wirkung zeigen. Und die äthiopischen Teams merken: Ihre Ideen werden ernst genommen.»

Für die Studierenden der HFWBern.ch ist YEEP mehr als ein Projekt: Es ist ein Perspektivenwechsel. «Ich stelle fest, dass unsere Studierenden nach dieser Woche mit enormem Selbstvertrauen zurückkehren», so Messerli. «Sie merken: Ich kann etwas bewirken.» Gleichzeitig fordere sie die Reise aber auch in vielen Bereichen. Auch wenn Hawassa keine sehr verarmte Region ist, sind die Unterschiede zur Schweiz dennoch gross. Der Alltag folgt einem anderen Rhythmus, gegessen wird beispielsweise mit der Hand. «Die Schweizer Teilnehmenden müssen sich vor Ort auf eine ganz andere Kultur einlassen und sich bewusst sein, dass sie Gäste sind», sagt Messerli. Den HFW-Studierenden sei dies aber bestens gelungen. «Sicher auch, weil nur Personen teilnehmen, die wirklich Teil dieses Projekts sein wollen und sich für andere Kulturen interessieren.»

MEHRWERT FÜR DIE HFW

Die Studienreise nach Hawassa ist ein freiwilliges Angebot. Eines, dass die HFWBern.ch gemäss Christian Messerli jedoch von anderen Weiterbildungsanbietern auf dem Markt abhebt: «In Beratungsgesprächen ist die Studienreise ein starkes Argument.» YEEP passe zudem zur pädagogischen Haltung der HFW. «Wir glauben, dass Lernen vor allem durch Erlebnisse stattfindet. Solche praxisorientierten Sequenzen sind Gold wert.» Hinzu komme die Vernetzung: Ehemalige Teilnehmende engagieren sich weiter, es gibt Alumni-Treffen und einen stetigen Austausch mit dem Team in Hawassa. Mit jedem Jahr werden die Beziehungen enger. «Je öfter man hinreist, desto mehr fühlt es sich wie Heimkommen an», sagt Messerli, der in diesem Jahr bereits zum dritten Mal nach Äthiopien reisen wird.

WIRKUNG, DIE BLEIBT

YEEP endet jedoch nicht einfach nach dieser einen Woche, in der die Schweizer HFW-Studierenden vor Ort weilen. Die Teams werden vom Incubation Center weiter begleitet, es finden Online-Coachings statt, und im darauffolgenden Jahr präsentieren ausgewählte Gruppen ihre Fortschritte. Dank Sponsorings –unter anderem durch die KPMG – werden Preisgelder vergeben. Für Schweizer Verhältnisse klein, vor Ort jedoch mit grosser Wirkung. «Die beste Gruppe erhält 80 000 Birr – das sind umgerechnet rund 400 Franken», erzählt Messerli. «Für Schweizer Verhältnisse ist das kein grosser Betrag, in Äthiopien kann er entscheidend sein.» Ein Beispiel: Eine Studentin entwickelte eine leichte Oberschenkelprothese aus Bambus – kostengünstig und lokal produzierbar. Spitäler aus der Region zeigen bereits grosses Interesse am Produkt. «Solche Ideen entstehen dort, wo echte Bedürfnisse bestehen», sagt Messerli.

UNVERGESSLICHES ERLEBNIS

YEEP ist kein Ferienprogramm. Die Woche fordert Einsatz, Flexibilität und interkulturelle Sensibilität. Doch wer sich darauf einlässt, gewinnt mehr als nur Einblicke in ein anderes Land. «Für mich ist es ein Eintauchen», sagt Messerli. «Man bricht im November aus dem grauen Arbeitsalltag aus, arbeitet intensiv – und ausnahmslos alle Beteiligten kommen verändert zurück.» Vielleicht ist es genau das, was Bildung im besten Sinne ausmacht: nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Horizonte zu erweitern – in Thun wie in Hawassa.

Mehr Infos zu Yeep unter www.yeeproject.org

Jann Wetter – zwischen Fussballplatz, Schulbank und Berufsalltag

Mit 18 Jahren führt Jann Wetter ein Leben, das viele an ihre Grenzen bringen würde. Als Goalie bei der U19-Mannschaft des FC Thun steht er fünf- bis sechsmal pro Woche auf dem Platz, reist an Wochenenden durch die ganze Schweiz – und absolviert parallel dazu eine Leistungssportlehre als Entwickler digitales Business EFZ bei der Post. Lehre, Arbeit, Spitzensport: Für Jann Wetter ist das kein Stress, sondern pure Leidenschaft.

Aufgewachsen ist Jann Wetter in der Region Bern. Schon früh war klar, dass Fussball mehr als ein Hobby für ihn ist. «Leistungssport betreibe ich, seit ich zehn bin», sagt er. Während andere ihre Freizeit mit Videogames oder vor dem Handy verbringen, steht er auf dem Trainingsplatz. Für ihn fühlt sich das nicht nach Verzicht an. «Wenn ich auf den Platz gehe, ist das kein Muss. Es ist Leidenschaft pur.»

Sein Weg führte den 18-Jährigen über die Berner Nachwuchsstrukturen schliesslich zum FC Thun. Heute spielt er in der U19, trainiert regelmässig und spürt den Konkurrenzkampf hautnah. Gerade als Goalie ist der Druck besonders gross: Auf jeder Position können mehrere Spieler eingesetzt werden – im Tor hingegen gibt es meist nur eine Nummer eins. «Im Match zählt nur, wer performt.» Diese Realität hat ihn geprägt. Jann Wetter weiss, wie viel im Sport von Details abhängt: vom richtigen Moment, vom Vertrauen des Trainers, von Faktoren, die man als Sportler nicht immer beeinflussen kann.

Trotzdem formuliert er sein Ziel klar: Profi werden. Sein grosser Traum? Einmal für den FC Bayern München aufzulaufen. Gleichzeitig bleibt er realistisch. «Ich bin kein Ausnahmetalent, meine Stärke sind mein Fleiss und meine kontinuierliche Arbeit an mir selbst», sagt der 18-Jährige.

EIN

UNBEKANNTER BERUF

Genau diese Haltung zieht sich durch sein ganzes Leben. Nach der obligatorischen Schulzeit stand Jann Wetter vor der Berufswahlentscheidung. Ursprünglich wollte er die Wirtschaftsmittelschule besuchen. Doch an den Swiss Skills wurde er auf den damals brandneuen Beruf «Entwickler:in digitales Business EFZ» aufmerksam. Viel Informationen gab es zum Beruf damals noch nicht. «Im Internet standen höchstens ein paar Zeilen», so Wetter. Trotzdem bewarb er sich – erst im Jannuar, und damit relativ kurzfristig – bei der Post. Das Assessment bestand er erfolgreich, erhielt die Lehrstelle und entschied sich als einer der ersten Lernenden in diesem Beruf bewusst für diesen noch wenig bekannten Weg.

Heute ist Jann Wetter im dritten Lehrjahr. Die Post unterstützt ihn stark im Sport. Der Lernende arbeitet reduziert – zuerst 90, inzwischen 80 Prozent – und beginnt oft früh am Morgen mit der Arbeit, um nachmittags rechtzeitig ins Training zu kommen. Schule, Betrieb und Trainingszeiten greifen wie Zahnräder ineinander. «Ohne Flexibilität auf allen Seiten wäre das nicht möglich», sagt der begeisterte Fussballer.

Was nach perfekter Organisation klingt, ist vor allem Disziplin. Jann Wetter verlässt das Haus frühmorgens und kommt oft erst gegen neun Uhr abends zurück. Dazu kommen lange Zugfahrten, die er – so gut es geht – zum Lernen nutzt. Denn eines weiss er: Im Unterricht muss er konzentriert sein. «Ich habe nicht die Zeit, zuhause alles aufzuarbeiten.» Der Sonntag ist sein Lern- und Regenerationstag, sofern kein Spiel ansteht. Rund 20 Stunden pro Woche investiert er zusätzlich ins Training: Teamtrainings, Athletik, Goalietrainings, Individualcoaching, Mentaltraining, Visionstraining, Regeneration

Gerade der mentale Bereich ist ihm wichtig: «Wie reagiert man auf Fehler? Wie bleibt man nach einem Tor fokussiert? Im Mentaltraining lerne ich extrem viel: über mich selbst, über Rollen im Team, über Verantwortung», betont Jann Wetter. Diese Erfahrungen würden ihm nicht nur auf dem Platz helfen, sondern auch im Berufsalltag. Präsentieren, vor Menschen sprechen, in Projekten Verantwortung übernehmen – vieles davon falle ihm leicht, weil er es im Sport verinnerlicht habe, so Wetter.

KEIN NERD

In seiner Lehre sieht sich der angehende Entwickler digitales Business weniger als klassischer «Techie». «Mich faszinieren Programmieren oder komplexe Datenbanken weniger als die Schnittstelle zwischen IT und Business. Ich bin eher der kommunikative Typ», sagt der 18-Jährige lachend. Genau darin erkennt er seine Stärke: vermitteln, Projekte leiten, Menschen zusammenbringen. Sein Beruf erlaube ihm, wirtschaftliches Denken mit technischem

Verständnis zu verbinden – eine Kombination, die ihm entspreche.

Doch Jann Wetter denkt auch im beruflichen Bereich bereits weiter. Nach der Lehre plant er die Berufsmaturität. «Diese öffnet so viele Türen, für mich ist klar, dass dies der nächste Schritt sein wird», sagt er. Ein klassischer 9-to-5-Bürojob am Computer sei dagegen schwer vorstellbar. Er wolle Verantwortung übernehmen, etwas bewegen, kreativ sein. Vielleicht ein Studium im Sportbereich, vielleicht Wirtschaft, vielleicht etwas ganz anderes. Er lasse sich momentan bewusst offen, wohin der Weg führt.

Was Jann Wetter antreibt, sind Ziele. Nicht als starrer Fixpunkt, sondern als Orientierung. «Man darf das Ziel nie aus den Augen verlieren, aber man darf nicht vergessen den Weg zu geniessen.» Diese Haltung ist das Resultat jahrelanger Erfahrung im Leistungssport, bei denen auch schlechte Phasen «Part of the game» sind. «Manchmal spielt man monatelang nicht, kämpft sich zurück, beginnt wieder von vorne. Aufgeben ist für mich als Leistungssportler keine Option», betont er.

Wie es sportlich weitergeht, ob er den Sprung in die erste Mannschaft des FC Thun schafft, ist aktuell offen. Jann Wetter weiss, dass der Profifussball von vielen Komponenten abhängt – Talent, Timing, Beziehungen, Glück. «Ich mache alles, was in meiner Kraft liegt. Wenn es reicht, ist das toll. Wenn nicht, dann soll’s nicht sein.» Diese Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit wirkt bemerkenswert reif für einen 18-Jährigen.

Sein Alltag ist dicht getaktet, seine Freizeit oft ebenfalls vom Sport bestimmt. Und doch wirkt er nicht getrieben, sondern fokussiert. Vielleicht ist genau das sein grösster Vorteil: Jann Wetter hat nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan B – und die Bereitschaft, für beides alles zu geben.

Zukunftstag 2025 – grosse Nachfrage und ein voller Erfolg

Neugier, Lachen, konzentriertes Arbeiten und viele Aha-Momente: Der Zukunftstag 2025 an der Wirtschaftsschule Thun war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und ganz besonders für unsere Lernenden Lunia Bolli, Anouk Keller und Melina Schöni. Mit viel Engagement, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein hatten sie diesen besonderen Tag vorbereitet und umgesetzt. Von der Planung über die Präsentation bis hin zum abschliessenden Kahoot stimmte einfach alles.

Das Ziel war von Anfang an klar: Die Oberstufenschüler:innen aus der Region Thun und Umgebung sollten nicht einfach nur zuhören, sondern einen Tag erleben, der inspiriert, überrascht und in Erinnerung bleibt. Mit viel Kreativität und Organisationstalent entwickelten unsere drei Lernenden Lunia Bolli (4. Lehrjahr Mediamatiker:in EFZ), Anouk Keller (2. Lehrjahr Kauffrau EFZ) und Melina Schöni (1. Lehrjahr Kauffrau EFZ) dafür ein abwechslungsreiches Postenkonzept. Sie gestalteten Flyer, übernahmen den Briefversand, planten einen OL-Lauf quer durch das Hauptgebäude und entwarfen ein SpeedDating der besonderen Art. Begleitet und betreut wurden die Schüler:innen am Zukunftstag von mir, Vanessa Jost, sowie Lilly Toriola, Verantwortliche Kommunikation.

Beim Speed-Dating kam richtig Bewegung ins Spiel: In kurzen, knackigen Zwei-Minuten-Slots stellten sich die verschiedenen Abteilungen der Schule vor, von der IT über Kommunikation und Schulleitung bis hin zur Hauswirtschaft, dem Sekretariat und der Mediathek. Doch passives Zuhören war keine Option. Jede Abteilung hatte einen geheimen Begriff im Gepäck, der geschickt und möglichst unauffällig in die Präsentation eingebaut werden musste. Die Teilnehmenden waren gefordert, aufmerksam zuzuhören, mitzudenken und die entdeckten Begriffe auf ihrem Quizblatt festzuhalten. Wer genau hinschaute und -hörte, wurde belohnt: Aus allen richtigen Antworten setzte sich am Ende das Lösungswort zusammen: Z u k u n f t s t a g.

Die grosse Nachfrage nach Plätzen am Zukunftstag der WST überraschte uns selbst: Bereits bei zwölf Teilnehmenden mussten wir die Anmeldung schliessen, obwohl sich deutlich mehr Jugendliche für den Anlass interessiert hätten. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich die Zahl der Anmeldungen damit beinahe verdoppelt.

DER TAG AUS SICHT

DER SCHÜLER:INNEN

Am Morgen des Zukunftstags herrschte eine spürbar aufgeregte Stimmung. Alle angemeldeten Schüler:innen erschienen

pünktlich, einige wurden sogar von ihren Eltern begleitet. WST-Rektor Daniel Gobeli eröffnete den Tag mit einer lockeren Begrüssung und stellte den Jugendlichen Fragen zu ihren Zukunftsvorstellungen: Mediamatikerin, klassische Banklehre oder doch noch ganz offen? Die Antworten waren so vielfältig wie die Teilnehmenden selbst.

Anschliessend ging es gemeinsam in den Computerraum. Dort wartete gleich die erste kleine Herausforderung: Die Computer liessen sich zunächst nicht einschalten, der Einschaltknopf war kaum sichtbar. Zum Glück konnte Stefan Mühlheim aus der IT schnell helfen. Nach diesem kurzen Moment der Verlegenheit lief alles reibungslos. Die Schüler:innen gestalteten ihre eigenen Flyer und arbeiteten an kreativen Aufgaben. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich ihre Vorkenntnisse waren: von sehr sicher im Umgang mit dem Computer bis hin zu kaum vorhandenen Kenntnissen. Gleichzeitig zeigte sich,

wie wissbegierig und motiviert sie waren. Besonders gut kam eine Planungsaufgabe an, bei der sie mit einem fiktiven Budget von 5000 Franken eine Geburtstagsparty organisieren durften. Ob luxuriös in Dubai oder gemütlich in einem Skigebiet: Die Ideen waren kreativ, durchdacht und voller Begeisterung.

Zum Abschluss sorgte ein Kahoot Quiz für gute Stimmung und viele lachende Gesichter. Für mich war es ein lehrreicher und bereichernder Morgen. Der Zukunftstag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen die Vielseitigkeit unserer Schule näherzubringen und wie schön es ist zu sehen, wenn alle Beteiligten engagiert zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können. Ein weiteres Highlight für die Schüler:innen war übrigens das Znüni im Lehrerzimmer, ein kleines Detail mit grosser Wirkung.

Der Zukunftstag 2026 bleibt uns als lebendiger, inspirierender und rundum gelungener Tag in Erinnerung.

VANESSA JOST

Sekretariat Berufsfachschule & Berufsmaturität

Nationaler Zukunftstag

2026 an der

WST

Am nationalen Zukunftstag erhalten Kinder und Jugendliche praxisnahe Einblicke in Berufe. Ziel des nationalen Zukunftstags ist die Förderung der offenen Berufs- und Lebensplanung von Schüler:innen. Daher öffnen am Zukunftstag Hunderte von Betrieben, Organisationen und Bildungsinstitutionen in der ganzen Schweiz ihre Türen – auch die Wirtschaftsschule Thun. Die Jugendlichen erhalten am 12. November 2026 praxisnahe Einblicke in den KV-Beruf und in die Abläufe einer Berufsfachschule. Haben auch Sie eine Tochter oder einen Sohn in der 5., 6. oder 7. Klasse? Dann nutzen Sie die Chance! Melden Sie Ihre Tochter/ Ihren Sohn für den nationalen Zukunftstag 2026 an der WST an. (lt)

Auf einer einsamen Insel mit …

Fabienne Tomantschger

Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet, zweifache Mama und lebe dort, wo andere Ferien machen – direkt am Fusse des wunderschönen Brienzersees.

Mein beruflicher Weg gleicht einer abwechslungsreichen Bergund Talfahrt: gestartet mit einer kaufmännischen Ausbildung, dann weiter ins Gastgewerbe, hoch hinaus in die Seilbahnbranche – und seit sechs Jahren gehöre ich zur WST-Familie. Bei der WST findet man mich im Sekretariat Grundbildung – meist hinter dem Schalter oder am PC, stets mit einem offenen Ohr und einem kühlen Kopf. Meine Stärke bei der WST: auch dann ruhig zu bleiben, wenn es rundherum hektisch wird.

In meiner Freizeit bin ich am liebsten mit meiner Familie unterwegs – in den Bergen, am See oder auf dem Velo – Hauptsache draussen und gemeinsam.

Wenn es etwas ruhiger sein darf, finde ich Ausgleich im Garten, wo ich gerne werkle und entspanne. Geselligkeit darf natürlich auch nicht fehlen: Für gute Gespräche, gutes Essen und ein Glas Wein unter Freunden bin ich immer zu haben. Kurz gesagt: Ich schätze die abwechslungsreiche Arbeit an der WST und finde mein Glück zwischen Bergen, Büro und Zeit für mich.

5 Songtitel, die mich in meinem Leben begleiten: – «Girl on Fire» von Alicia Keys

«Füür u Flamme» von Aextra

«Girls Just Want to Have Fun» von Cyndi Lauper

«Remember When» von Alan Jackson

«Honey, Honey» von ABBA

Dieses Buch würde ich auf eine einsame Insel mitnehmen: Ich bin kein Bücherwurm, sondern eher ein Seiten-Hüpfer. Dicke Wälzer schrecken mich ab, dafür stehen Romane und besonders die lustigen Taschenbücher ganz oben auf meiner Leseliste. Ein kurzer Abstecher nach Entenhausen – und schon hat der Alltag Pause.

Auf eine einsame Insel würde ich ein grosses und bequemes Liegekissen als Luxusgegenstand mitnehmen.

Teams der WST begeistern an der Youngpreneurs Award Night 2026

Mit der Idee, ungenutzte Parkplätze über ihre selbst entwickelte App der Öffentlichkeit anzubieten, gewinnt das WST-Team ParkU die diesjährige Youngpreneurs Thun Award Night in der Westhalle Thun. Auch das zweitplatzierte Team besteht aus Lernenden der WST.

Elf Start-up’s aus dem Berner Oberland präsentierten Ende März vor 300 Personen und der sechsköpfigen Jury in der Westhalle Thun. Die Award Night ist der Höhepunkt und markiert den Abschluss des achtmonatigen Start-up-Programms «Youngpreneurs», welches bereits zum siebten Mal mit der Unterstützung durch grossartige Partner im Berner Oberland angeboten wurde. Ein Abend gefüllt mit Innovation, Zukunftsgedanken und Emotionen.

Christine Häsler, Regierungsrätin des Kantons Bern und Vorsteherin der Bildungsund Kulturdirektion, eröffnete die diesjährige Award Night in Thun mit begeisternden Worten. Die hochkarätige Jury unter der Leitung des Thuner Stadtpräsi-

denten Raphael Lanz hatte eine schwierige Aufgabe, unter den elf Teams die vielversprechendsten Geschäftsideen zu sichten. DieJury setzte sich zusammen aus Raphael Lanz (Thuner Stadtpräsident und JuryPräsident), Birgit Meier-Hobmeier (Migros Aare), Daniela Zaugg (AEK Bank und Stiftung Wirtschaftsschule Thun), Ivan Schmid (Payrexx AG), Mudest Arpagaus (AVAG Umwelt AG) und Nicole Wenger (Wenger Fenster AG).

ParkU AUF SIEGESPODEST

In der Stadt einen freien Parkplatz zu finden ist oft eine anspruchsvolle Angelegenheit. Private und Unternehmen haben je nach Tageszeit freie Parkplätze, die genutzt werden könnten. Dies bringt ParkU mit der selbst entwickelten App zu-

sammen. Das Team von ParkU arbeitet mit Hochdruck daran, zuerst in Thun und dann in weiteren Städten ihr Angebot für Parkplatzbesitzer:innen und Parkplatznutzer:innen auszubauen. Das sechsköpfige, hoch motivierte Team besteht aus Anamaria Miskovic, Melvin Steffen, Flavia Wenger, Lea Kronig, Irina Wenger und Mina Jungen, alles Lernende der Wirtschaftsschule Thun. ParkU gewinnt CHF 1 000 in bar und weiteres Coaching durch beAdvanced.

2. PLATZ

Selbständige und KMUs kennen das Problem mit den Quittungen. Sie gehen verloren oder benötigen wertvolle Arbeitsstunden, bis sie korrekt in der Buchhaltung verbucht werden. Stash

verspricht, diesen Prozess radikal zu vereinfachen und geht mit der aktuellen Entwicklung der POSSysteme, welche oft keine Quittungsdrucker mehr integriert haben, einen Schritt weiter als aktuelle Konkurrenzprodukte. Das dreiköpfige Team mit Danilo Cipolla, Sven Bünzli und Tim Baer, alles Lernende der Wirtschaftsschule Thun, will in den nächsten Monaten weitere Partnerschaften mit KMUs eingehen und skalieren.

3. PLATZ

Der von Quader Engineering entwickelte, intelligente Pomodoro-Würfel für effizientes Zeitmanagement ermöglicht einfaches, ablenkungsfreies Zeittracking. Die Youngpreneurs-Jury hat das hoch engagierte Team mit seinem weit entwickelten Prototypen überzeugt. Das fünfköpfige Team mit Sahid Fakiry, Adrian Schäfer, Nicol Stucki, Ambros Ellenberger und Kevin Schmid besteht aus Lernenden des Berufsbildungszentrums IDM. In der Roadmap stehen nach der erfolgreichen Lancierung auf dem Markt auch die Anbindung und Integrierung der erfassten Zeitdaten an gängige ERP-Systeme an.

MACHER:INNEN DER ZUKUNFT

55 Lernende aus Youngpreneurs Thun brennen für Unternehmertum. Sie haben in den vergangenen acht Monaten neben ihrer fordernden Ausbildung in ihrer Freizeit das Youngpreneurs-Programm durchlaufen. Dabei haben sie in elf interdisziplinären Teams ihre eigenen Geschäftsideen entwickelt und umgesetzt. Was die Jugendlichen – parallel zu Lehre und Berufsmatura –geleistet haben, verdient grössten Respekt. Sie haben Unternehmertum von der Pike auf erlernt. Dabei ihre Komfortzone verlassen, Teamfähigkeit, Selbstvertrauen und Resilienz gestärkt. Davon werden sie im Leben generell viel profitieren können.

EMANUEL ROTH

Co-Leiter Youngpreneurs Thun Mehr Infos unter youngpreneurs.org

Grittibänz für alle

In der ersten Dezemberwoche verteilte die Schulleitung wiederum an alle Lernenden, Weiterbildungsteilnehmenden und Mitarbeitenden Grittibänze – welch schöner Einstieg in die Adventszeit!

Spass im Schnee

In den Schnee anstatt ins Klassenzimmer! Ende Januar durften unsere Zweitlehrjahrslernenden an den traditionellen Schneesporttag! Und egal ob Ski, Snowboard, Schlitteln oder Winterwandern – es hatte für jede:n etwas dabei! Das Fazit: Es het so richtig gfägt!

YEN-

Wir sind fünf junge motivierte Schülerinnen, welche hinter dem diesjährigen YEN-Projekt stehen. YEN steht für «Young Economic Night» und ist die Diplomfeier aller Berufsmaturand:innen der Wirtschaftsschule Thun. In der BM 2 gibt es nebst der klassischen Diplomarbeit und dem Freifach Youngpreneurs für jeweils eine Gruppe die Möglichkeit, die Diplomfeier der BM-Klassen zu organisieren. Somit sind wir für die Planung und die Durchführung des diesjährigen Anlasses verantwortlich. Wir stellen uns dieser Herausforderung mit grosser Freude. Wir freuen uns darauf, am Donnerstag, 25. Juni 2026 im KK Thun den Absolvent:innen das wohlverdiente Diplom zu übergeben und die beste Maturaarbeit zu präsentieren. Der Abend wird durch Musik und feierliche Stimmung begleitet. Im folgenden Beitrag stellen wir uns gerne vor.

«Ich heisse Lajesha Steiner und bin 19 Jahre alt. Nachdem ich im Jahr 2024 meine Lehre als Buchhändlerin abgeschlossen hatte, wusste ich bereits, dass ich mich gerne in Richtung Lehrerin weiterbilden möchte. Nach einem Jahr Arbeit an einer Schule als Klassenhilfe begann ich mit der Berufsmaturität im Bereich Wirtschaft und Dienstleistungen (WST). Da ich als zukünftige Lehrperson häufig mit organisatorischen Aufgaben konfrontiert sein werde, ist mein Interesse, bereits früh entsprechende Erfahrungen zu sammeln, sehr gross. Die Planung der Diplomfeier empfinde ich als ein besonders spannendes Projekt. Auch die Zusammenarbeit im Team bereitet mir grosse Freude. In meiner Freizeit bin ich viel und gerne mit meinen Freunden unterwegs. Zudem widme ich mich kreativen Tätigkeiten wie dem Nähen und Zeichnen, die mir grosse Freude bereiten. Zusätzlich singe und tanze ich gerne, da dies für mich einen wertvollen Ausgleich zum schulischen Alltag darstellt.»

«Mein Name ist Janine Ess. Ich bin 20 Jahre alt und absolviere momentan die Berufsmaturität im Bereich Dienstleistung an der Wirtschaftsschule Thun. Im Sommer 2024 habe ich die dreijährige Lehre als Kauffrau in einem Spital abgeschlossen. Anschliessend durfte ich in diesem Bereich noch ein Jahr Erfahrung sammeln und mich als persönliche Assistentin eines Professors weiterentwickeln. Mir wurde in dieser Zeit bewusst, dass Planung und strukturiertes Arbeiten mich interessieren. Als ich erfahren habe, dass es eine Gruppe geben wird, die die Abschlussfeier organisieren darf, war für mich schnell klar, dass das etwas für mich ist. In meiner Freizeit spiele ich aktiv im Leistungssport Volleyball und habe so einen grossartigen Ausgleich neben der Berufsmaturität und dem Lernen. Was ich nach der Berufsmatura machen werde, ist noch offen. Doch die Eventplanung ist sicherlich ein Bereich, der mich anspricht.»

«Mein Name ist Alina Beetschen. Ich bin 19 Jahre alt und bin in meiner Freizeit gerne in den Bergen unterwegs. Egal ob Skifahren, Wandern oder Biken – Hauptsache ich bin draussen in der Natur. Letzten Sommer habe ich meine Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ Sportartikel erfolgreich abgeschlossen. Aktuell besuche ich die Berufsmaturität Typ Dienstleistungen an der Wirtschaftsschule Thun. Nach meiner Berufsmaturität möchte ich gerne im Bankwesen tätig sein. Ich durfte während meiner Lehre neue Fähigkeiten im Bereich Organisieren, Beraten und Planen sammeln. Da merkte ich, dass ich die Option, als Abschlussarbeit die Diplomfeier zu planen, gut fand. Ich bin zusammen mit Rahel im Sponsoring & Finanzen Team. Der Sponsoring-Bereich und die Budgetplanung interessieren mich schon länger. Daher freue ich mich sehr, darf ich in diesem Bereich mitwirken. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Abschlussfeier ein Erfolg wird.»

«Mein Name ist Rahel Jakob, ich bin 19 Jahre alt und absolviere derzeit die Berufsmaturität im Bereich Dienstleistung an der Wirtschaftsschule Thun. Im Sommer 2024 habe ich meine dreijährige Lehre als Detailhandelsfachfrau bei Livique erfolgreich abgeschlossen. Bereits während meiner Lehre habe ich gemerkt, dass ich über ein ausgeprägtes Organisationstalent verfüge und besonders Freude daran habe, offizielle Anlässe zu planen, zu organisieren und zu leiten. Die Möglichkeit, im Rahmen der Abschlussarbeit an der Organisation der Diplomfeier mitzuwirken, hat mich sofort angesprochen. Die Organisation der Diplomfeier gibt mir eine wertvolle Gelegenheit, praktische Erfahrungen in einem verantwortungsvollen Projekt zu sammeln. Innerhalb des Organisationsteams bin ich hauptsächlich für die Bereiche Sponsoring und Finanzen zuständig. Dabei übernehme ich Verantwortung für die Budgetplanung, die Koordination von Sponsor:innen sowie die finanzielle Übersicht des Anlasses. Die Arbeit an der Organisation der Diplomfeier hat mein Interesse an Finanzen, Zahlen und strukturierten Abläufen weiter verstärkt und mir mögliche Perspektiven für meinen Weg nach der Berufsmatura aufgezeigt.»

Team

«Ich heisse Vanessa Beutler und bin 20 Jahre alt. Nach der Volksschule habe ich ein Jahr in der Westschweiz verbracht, um Französisch zu lernen. Anschliessend absolvierte ich die Ausbildung als Restaurantfachfrau EFZ und schloss diese letzten Sommer erfolgreich ab. Für meine berufliche Zukunft wollte ich mir gerne alle Türen offenlassen, damit ich verschiedene Richtungen habe, in welche ich mich weiterentwickeln kann. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die Berufsmaturität im Bereich Dienstleistung zu besuchen. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie oder meinem Freund. Ich liebe es mit meinem Mountainbike in der Natur unterwegs zu sein und im Sommer im See zu baden. Zudem bin ich gerne kreativ, zum Beispiel beim Malen oder Fotografieren. Nach der Berufsmaturität werde ich in der Gastronomie weiterarbeiten und möchte mich vielleicht im spannenden Bereich Eventmanagement weiterbilden. Dies war auch der Grund, warum ich mich für das Organisieren der Diplomfeier interessiert habe. Beim Planen der Young Economic Night habe ich die Chance, hinter die Kulissen eines grossen Anlasses zu schauen. Ich bin froh, dass wir uns im Team gut verstehen und einander unterstützen können. Ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderung meistern und eine unvergessliche Abschlussfeier organisieren werden.»

Mehr zu YEN auf Instagram

Mehr Infos unter www.wst-yen.ch

Commerce+: Nach Irland folgt nun Frankreich

Liliana Cinkotsky, Anja Grossen, Michelle Wampfler und Lea Berchten haben ein halbes Jahr Berufspraktikum in Irland hinter sich. Seit Mitte Februar leben die vier KV-Lernenden nun in Frankreich für den zweiten Teil ihres Auslandaufenthaltes mit Commerce+. Wir haben die vier Frauen während ihres Urlaubs im Januar in der Schweiz zum Gespräch getroffen.

Vergangenen Sommer starteten die ersten vier WST-Lernen mit «Commerce+», dem innovativen Mobilitätsangebot der Wirtschaftsschule Thun in Zusammenarbeit mit der Kaufmännischen Berufsfachschule Freiburg. Liliana Cinkotsky, Anja Grossen, Lea Berchten und Michelle Wampfler unterbrechen ihre KV-Lehre für ein zwölfmonatiges Berufspraktikum in Irland und Frankreich. Im Januar sind die vier jungen Frauen von ihrem ersten Aufenthalt in Dublin in die Schweiz zurückgekehrt. Mitte Februar ging es für sie weiter nach Toulouse. Wir haben mit den jungen Frauen über ihre Erfahrungen und Highlights aus dem ersten Halbjahr gesprochen.

Liliana Cinkotsky: «Es ist gar nicht so einfach, ein einziges Highlight aus den letzten sechs Monaten herauszupicken, es gibt so viele Dinge, die toll waren. Für mich persönlich war aber sicher etwas

vom Schönsten, dass ich sehr gute Freundschaften schliessen konnte. Und generell die Erfahrungen, die ich in Dublin sammeln konnte während der Arbeit, aber auch in der Freizeit. Das einjährige Berufspraktikum mit Commerce+ lohnt sich wirklich, da man so viele Erfahrungen in kürzester Zeit sammelt. Wenn ich zurückblicke, kann ich kaum glauben, was ich in einem halben Jahr alles erleben durfte. Und wenn ich an das letzte halbe Jahr zurückdenke, möchte ich am liebsten wieder zurück nach Dublin! Vor der Abreise nach Irland war ich schon etwas nervös, ob ich dort Freunde finden oder ob ich oft einsam sein würde. Ich fragte mich im Vorfeld auch oft, wie die Gastfamilie sein würde. Aber man kommt so schnell im neuen Leben an, das hat mir auch die Nervosität für den zweiten Teil unseres Sprachaufenthaltes in Toulouse genommen.»

Anja Grossen: «Ich hatte in Dublin sehr tolle Arbeitskolleg:innen, mit denen ich es wirklich gut hatte. Wir hatten bei meinem Arbeitgeber regelmässig Mitarbeiterevents, die mir sehr viel Spass gemacht haben und bei denen ich immer wieder neue Leute kennenlernen durfte. Für mich war somit eigentlich das Zwischenmenschliche mein persönliches Highlight von Dublin. Ich hatte auch nie Heimweh. Einerseits weil ich jeden Tag so viel Neues erlebt und so viele verschiedene Menschen kennengelernt habe –man hat gar keine Zeit die Schweiz zu vermissen. Gleichzeitig ist man auch rasch im neuen Alltag zuhause, weil man durch die Arbeit sehr schnell integriert ist. In Dublin habe ich gelernt, dass Offenheit etwas vom Wichtigsten ist, wenn man einen Sprachaufenthalt macht, also dass man auf Menschen zugeht. Dadurch ist man sehr schnell integriert und findet rasch ein neues Umfeld.»

Michelle Wampfler: «Für mich waren die Menschen in Dublin, also beispielsweise meine Gastfamilie, die Arbeitskolleg:innen und das Hockeyteam, in dem ich gespielt habe, das Highlight meines Sprachaufenthaltes. Aber auch das Entdecken eines neuen Landes, neuer Kulturen und anderer Lebensweisen habe ich sehr genos-

Beeindruckende Ausstellung der Lernenden zu Megatrends

sen. Dublin und die Landschaften und Plätze ringsherum während Ausflügen bereisen zu können, hat mir ebenfalls enorm gefallen. Ich finde, durch das Erlebte in diesem halben Jahr entwickelt man sich in seiner Persönlichkeit enorm weiter. Man erlebt sehr viel Neues und Spannendes. Mir hilft die Erfahrung aus Dublin für den Start in Toulouse, ich habe mehr Gelassenheit gewonnen. Dank meiner Zeit in Dublin kenne ich bereits den Ablauf des Programmes, dies gibt Sicherheit. Ich freue mich auf Toulouse und hoffe, dass es ebenso positiv weitergeht.»

Lea Berchten: «Am besten gefallen an meinem Aufenthalt in Dublin hat mir, dass die Stadt sehr lebhaft ist, alle Menschen sind sehr offen und kommen auf einen zu. Es leben viele verschiedene Nationalitäten in Dublin, man kommt ständig mit den unterschiedlichsten Kulturen in Kontakt, was eine sehr gute Erfahrung war. Mein persönliches Highlight waren auf jeden Fall die Ferien mit meiner Familie an der irischen Westküste, wie auch der Besuch im Titanic Museum in Belfast und ein Wochenendtrip in London. Ich kann Commerce+ nur empfehlen, weil man im Auslandsjahr unglaublich viel lernt. Einerseits die Sprache: dadurch, dass man ständig in Kontakt mit der Sprache ist, lernt man diese sehr schnell. Zusätzlich lernt man, wie es ist, auf sich selbst gestellt zu sein, selbst Entscheidungen zu treffen und den Alltag bewältigen. Man lernt sich selbst unglaublich gut kennen und verbringt eine unvergessliche Zeit im Ausland. Ein Auslandsjahr ist wie eine Lehre fürs Leben.»

LILLY TORIOLA

Kommunikationsverantwortliche

Folgen Sie den vier Commerce+-Teilnehmerinnen auf Instagram

Vor Weihnachten haben die Kaufleute EFZ des dritten Lehrjahres eine grosse Ausstellung zu den Megatrends Globalisierung, Mobilität und Migration organisiert. Zusammengekommen sind 29 spannende und beeindruckende Arbeiten.

Ende Dezember haben die KV EFZLernenden im letzten Lehrjahr im Rahmen des Handlungskompetenzbereichs A «Handeln in agilen Arbeitsund Organisationsformen» erstmals eine grosse Ausstellung zu den Megatrends Globalisierung, Mobilität und Migration organisiert. Sechs Abschlussklassen haben die Ausstellung mitgestaltet. So sind insgesamt über 29 Messestände zusammengekommen, die während einer Woche an der WST präsentiert wurden. Die Lernenden hatten sich im Vorfeld während drei Monaten in Vierergruppen mit einem der Megatrends vertieft auseinandergesetzt. Sie erhielten den Auftrag einen Megatrend mit dem Thema «Klimaveränderung» oder dem Thema «Soziales & Markt» unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung sowie einem regionalen oder persönlichen Bezug zu verknüpfen. In welcher Form sie ihre Werke präsentierten stand den Ler-

nenden frei. Der Stand konnte aus Fotos, Zeichnungen, einer Collage oder konkreten Produkten bestehen. Die Lernenden mussten zudem ein digitales Element in Form vom Film, Podcast, App oder einer Website erstellen. Zusammengekommen sind spannende Arbeiten wie beispielsweise zum Thema «Fast Fashion», «Flucht ins Ungewisse», «Migration –Geschichten von Migrant:innen im Berner Oberland», «Verkehrsbelastung in Thun – Herausforderungen und Lösungsansätze», «Migration und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt» oder «Verkehr und Klimawandel im Berner Oberland.» (lt)

Weitere Bilder der Ausstellung unter

Amaya Gloor Vom

Klassenzimmer auf die Bühnen der Welt

Wenn Amaya Gloor heute auf der Bühne steht, wirkt vieles selbstverständlich: die starke Stimme, die Ruhe, mit der sie vor tausenden Menschen singt, ihre Präsenz im Rampenlicht. Doch den Weg dorthin hat die aufstrebende Schweizer Sängerin nie so geplant. Ihren ersten Auftritt vor Publikum hatte die gelernte Kauffrau an der Schlussfeier ihres Jahrgangs 2021 an der Wirtschaftsschule Thun.

Aufgewachsen in Sundlauenen, war Musik zwar immer Teil ihres Lebens, aber nicht unbedingt der Mittelpunkt. Als Kind verbrachte Amaya Gloor viel Zeit mit Sport, betrieb intensiv Leichtathletik und spielte viel Tennis. «Die Musik war zwar präsent, weil mein Vater Musik liebt, aber trotzdem blieb sie lange eher im Hintergrund», erinnert sich die 24-Jährige. In der Musikschule nahm Amaya Gloor zunächst Klavierunterricht. Erst als sie begann, ihr eigenes Klavierspiel mit Gesang zu begleiten, wurde klar, welches Potenzial in ihr schlummerte.

«Ich spürte rasch, dass ich eigentlich lieber singe, als Klavier zu spielen», erinnert sie sich. Trotzdem habe sie sich lange nicht getraut, mehr aus ihrem Gesangstalent zu machen. «Und ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich das einmal beruflich machen würde», sagt die lachend. «Als Kind und in meinen Jugendjahren war ich eher schüchtern.»

INSPIRATION VON ARETHA

Heute wird ihre Stimme von Schweizer Musikexpert:innen als aussergewöhnlich beschrieben. Die Berner Zeitung charak-

terisierte sie einmal als «tiefes Timbre mit viel Soul, kraftvoll und zugleich zart». Bemerkenswert daran: Gesangsunterricht hatte Amaya Gloor nie. Vieles hat sie sich selbst beigebracht – vor allem durchs Zuhören. Ein prägender Einfluss war die Soul-Legende Aretha Franklin. «Mein Vater hat sehr viel Aretha gehört, und ich habe immer versucht mitzusingen», erinnert sie sich. So entwickelte sich ihre Stimme Schritt für Schritt, mit viel Intuition, Leidenschaft und Neugier.

DER ERSTE AUFTRITT

Auch während ihrer Ausbildung zur Kauffrau an der Wirtschaftsschule Thun blieb die Musik nur ein persönliches Hobby. Ihren allerersten Auftritt vor Publikum hatte Amaya Gloor erst an den Schlussfeiern ihres Jahrganges im KK Thun. Die WST gibt jedes Jahr musikalisch talentierten Lernenden im Abschlussjahr die Möglichkeit, auf der Bühne aufzutreten, so auch 2021, als Amaya Gloor ihren KV-Abschluss feierte. «Ich erinnere mich, dass ich vor meinem Auftritt extrem nervös war», so Amaya Gloor. Gleichzeitig erfüllte sie damals auch ein Gefühl von Stolz: «Ich war so gerührt, dass mir eine eigene Künstlergarderobe zur Verfügung gestellt wurde.» Von der Nervosität war beim Auftritt schliesslich nichts mehr zu spüren – im Gegenteil: Die stimmgewaltige KV-Absolventin liess das Publikum damals sprachlos zurück.

Doch trotz ihres erfolgreichen Debuts im KK Thun sang Amaya Gloor danach zunächst vor allem für sich, stellte aber gelegentlich kurze Videos von ihrem Gesang ins Internet. Was danach geschah, hört sich in der Retrospektive fast wie ein Märchen an: Eines der Videos wurde von Universal Music Switzerland entdeckt. Universal Music gehört zur Universal Music Group (UMG), die das weltweit grösste der drei Major-Labels neben Sony Music und der Warner Music Group ist. Universal Music Switzerland nahm Amaya direkt unter Vertrag. Und so nahm – ein halbes Jahr nach ihrem KVAbschluss und allerersten Auftritt – alles plötzlich Fahrt auf. Aus kurzen Clips wurden Studioaufnahmen, aus ersten Auftritten grössere Bühnen …

Heute verdient Amaya Gloor ihren Lebensunterhalt zu 100 Prozent als Musikerin – ein Weg, den sie sich früher nicht zu erträumen wagte. «Jetzt, wo ich älter bin, bin ich froh, dass ich nicht schon in ganz jungen Jahren entdeckt wurde. Wahrscheinlich wäre ich damals noch nicht für das Rampenlicht bereit gewesen und hätte nicht die nötige Disziplin für ein Leben als Selbständigerwerbende gehabt.»

STRUKTUR UND FREIHEIT

Das Musikbusiness bringe immer wieder Herausforderungen mit sich. «Es ist in der Schweiz schwierig, von der Musik zu leben», sagt die 24-Jährige offen. Gerade am Anfang ihrer Karriere sei vieles unsicher gewesen. Sie arbeitete parallel im Büro, während sie ihre ersten Songs veröffentlichte. Heute stehe sie auf stabilem Fundament, auch weil Universal Music den Vertrag mit ihr erneuert hat. Konzerte, Proben, Reisen, Studioarbeit und Social Media bestimmen nun den Alltag. «Wenn der Alltag keine feste Struktur aufgrund eines normalen Jobs hat, ist es wichtig, dass man sich diese selbst gibt», sagt Amaya Gloor. Gleichzeitig sei genau diese Freiheit das, was sie an ihrem Beruf besonders schätze.

OBERLAND UND KARIBIK

Amaya Gloor ist im Berner Oberland aufgewachsen, hat aber auch internationale Wurzeln. Ihre Familie hat Verbindungen nach Costa Rica und Jamaika. Diese Mischung prägt ihre Persönlichkeit ebenso wie ihre Musik. Die Natur und Bodenständigkeit des Oberlands gehöre genauso zu ihr wie die Lebensfreude und Offenheit der Tropen. «Der Rhythmus des Lebens kommt vielleicht ein bisschen von meiner mütterlichen Seite», sagt sie über ihre karibischen Einflüsse.

Viele ihrer Songs entstehen spontan. Manchmal sei es eine Melodie, die sie inspiriere, manchmal ein Gefühl, die eine Idee auslöst. «Oft halte ich Ideen für Melodien kurz mit einer Tonaufnahme fest, bevor sie wieder verschwinden», beschreibt sie ihren kreativen Prozess. Daraus entstehen später Songs. Inspiration finde sie überall – in Begegnungen, in Geschichten oder einfach in Momenten des Alltags.

Die Musik von Amaya Gloor erzählt häufig von Selbstvertrauen, Identität und davon, den eigenen Weg zu gehen. Diese Themen haben auch mit ihren persönlichen Erfahrungen zu tun. Als Kind und Jugendliche musste sie sich mit Vorurteilen und Kommentaren über ihr Aussehen und ihre Herkunft auseinandersetzen. Heute gehe sie selbstbewusst damit um. «I don’t care», sagt die 24-Jährige lachend – und

man spürt, dass sie das nicht nur sagt, sondern auch wirklich meint. Schwierige Erfahrungen hätten sie stärker gemacht, eine Stärke, die sich auch in ihrer Musik widerspiegelt.

STABILES FUNDAMENT

Trotz ihrer märchenhaften Karriere im Musikbusiness blickt Amaya Gloor voller Dankbarkeit und Demut auf ihre Ausbildungszeit zurück. «Ich habe die Zeit an der Wirtschaftsschule Thun so positiv in Erinnerung: es war für mich wirklich ein Ort, an dem ich aufgeblüht bin.» Und – ganz bodenständig – betont Amaya Gloor, wie wichtig ihr ihr Lehrabschluss ist: «Die Grundlagen aus meiner KV-Lehre helfen mir heute im Berufsalltag. Mein Know-How aus dem Fach Wirtschaft hat mir gerade bei Verträgen enorm geholfen», sagt sie. Als Musikerin müsse man sich mit Organisation, Verhandlungen und Selbstmanagement auseinandersetzen. «Das KV ist eine der besten Grundlagen dafür.» Aber auch sprachliche Fähigkeiten, die sie während der Lehre erworben habe, seien wichtig – etwa beim Schreiben von Songs oder im Austausch mit Veranstalter:innen. Für junge Menschen, die von einer kreativen Laufbahn träumen, hat Amaya Gloor deshalb einen klaren Rat: «Eine solide Ausbildung ist ein wertvolles Fundament.»

BLICK NACH VORNE

Heute steht Amaya Gloor an einem spannenden Punkt ihrer Karriere. Die ersten grossen Bühnen hat sie bereits erlebt: Vergangenen Sommer folgte –ebenfalls in Thun – der grösste Auftritt ihrer Karriere, als sie am Energy Air vor über 20 000 Menschen sang. Weitere Projekte sind in Planung. Festivals, neue Songs und weitere Auftritte stehen auf ihrer Agenda.

Die Planung eines Musikerjahres sei dabei oft schwierig. «Manchmal weiss man Termine fast ein Jahr vorher», sagt sie. «Manchmal aber auch erst kurz vorher.»

Trotz dieser Unsicherheit hat sie ihren Weg gefunden – einen Weg, der Mut, Kreativität und Ausdauer verlangt.

LILLY TORIOLA

Kommunikationsverantwortliche

Termine

APRIL

2026

27.4. Teamevent

Detailhandelsfachleute EFZ 1. Lehrjahr Thun und Gstaad

JUNI 2026

1.6.–12.6. Unterrichtseinstellung während der Abschlussprüfungen Gstaad

11.6. Sporttag

Detailhandelsfachleute EFZ 1. Lehrjahr Thun und Gstaad

Detailhandelsassistent:innen EBA 1. Lehrjahr Thun

Büroassistent:innen EBA 1. Lehrjahr Thun

Detailhandelsfachleute EFZ 2. Lehrjahr Gstaad

Kaufleute EFZ 1. und 2. Lehrjahr Gstaad

Entwickler:in digitales Business 1. Lehrjahr Thun

Entwickler:in digitales Business BM 1 1. Lehrjahr Thun

12.6. Sporttag

Detailhandelsfachleute EFZ 2. Lehrjahr Thun

Kaufleute EFZ und Kaufleute EFZ BM 1 2. Lehrjahr Thun

15.6. Orientierung

Detailhandelsfachleute EFZ Thun inkl. Einstufungstests

Detailhandelsassistent:innen EBA Thun

Entwickler:in digitales Business EFZ

16.6. Orientierung

Kaufleute EFZ Gstaad, Detailhandelsfachleute EFZ Gstaad

Kaufleute EFZ Thun, Kaufleute EFZ BM 1 Thun, Kaufleute EBA Thun

24.6. Schlussfeier

Kaufleute EFZ Thun, Büroassistent:innen EBA Thun

Detailhandelsfachleute EFZ Thun, Detailhandelsassistent:innen EBA Thun

25.6. Schlussfeier

Kaufleute EFZ Gstaad, Detailhandelsfachleute EFZ Gstaad

Kaufleute EFZ BM 1 Thun, Absolvent:innen BM 2 Thun

AUGUST 2026

10.8. Begrüssungstag alle Berufe 1. Lehrjahr Thun

SEPTEMBER

2026

7.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen, Kaufleute EFZ 1. Lehrjahr Thun

8.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen, Kaufleute EFZ BM 1 1. Lehrjahr Thun

14.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen, Kaufleute EBA 1. Lehrjahr Thun

15.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen

Detailhandelsassistent:innen EBA 1. Lehrjahr Thun

15.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen Entwickler:innen digitales Business EFZ (inkl. BM 1) 1. Lehrjahr Thun

16.9. Elternabend und Infotreff

Kaufleute EFZ Gstaad, Detailhandelsfachleute EFZ Gstaad

16.9. Informationsabend für Eltern und Berufsbildner:innen

Detailhandelsfachleute EFZ 1. Lehrjahr Thun

Ferienplan

Schuljahr 2026/2027

Frühlingsferien

29.3.2026–19.4.2026

Sommerferien

28.6.2026–9.8.2026

Herbstferien

20.9.2026–11.10.2026

Winterferien

20.12.2026–10.1.2027

Wirtschaftsschule Thun

Mönchstrasse 30 A | 3600 Thun Ebnit | 3780 Gstaad T 033 225 26 27 wst@wst.ch | wst.ch linkedin.com/company/wirtschaftsschulethun instagram.com/wirtschaftsschulethun tiktok.com/@wirtschaftsschulethun facebook.com/WirtschaftsschuleThun

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Magazin Einblicke 1/2026, Wirtschaftsschule Thun by Wirtschaftsschule Thun - Issuu