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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 1/2013

Die Kraft innerer Bilder

ChrisCare

ChrisCare

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KRISEN ÜBERWINDEN BEWUSSTSEIN THERAPIE WEG IMAGINATION PARAMENTIK SEELSORGE GÜTE EMOTIONEN TRAUER GOTTESBILDER SINNFÜLLE

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ERMUTIGUNG SCHMERZ BELASTUNG ZEIT HABEN FRIEDEN

RATSUCHENDER

ORT DER RUHE

Februar 2013 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381


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S. 3 S. 4 S. 5 S. 14 S. 16 S. 17 S. 18 S. 21 S. 22 S. 24 S. 26 S. 27 S. 28 S. 30 S. 32 S. 34 S. 37 S. 38 S. 39 S. 40 S. 41 S. 42 S. 45 S. 46

INHALTSÜBERSICHT

Editorial Kunst: Skulptur „sinnvoll“ Erfahrungsberichte zu „Kraft der inneren Bilder“ Ich hoffe auf Segen Spuren im Sand Blumen hinter dem Kreuz Fortbildung zu „Begleitern in der Seelsorge“ Geistliches Wort zur Organspende Der Herr wird ihn aufrichten Blickpunkt Ratgeber: Reisen im Rollstuhl Neuer Standort für den Christlichen Gesundheitskongress Interview: „Spiritualität“ im Gesundheitswesen Christen im Gesundheitswesen (CiG) Nachrichten Leserbrief Literaturrezensionen Gottesbilder Impressum Heilung und Heil Vergleichbares von Geburt und T   od Termine: T   agungen, Seminare & Konferenzen ChrisCare Geschenkabo verschenken Glosse: Was ist eigentlich eine GLOSSE?

Inhal t

Herausgeberkreis: Sr. Patricia Baumann (Untermarchtal), Pflegeheimleiterin; Pastor Frank Fornaçon (Ahnatal), Redaktion ChrisCare;

Dr. theol. Astrid Giebel (Berlin), Pastorin und Krankenschwester, Referentin Diakonie Bundesverband; Bettina Gundlach (Aumühle), Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst, Vorstand Christen im Gesundheitswesen (CiG); Günther Gundlach (Aumühle), Geschäftsführer CiG;

Annette Meussling-Sentpali (München), Dipl.-Pflegewirtin, MScN, Referentin Caritasverband (München), Fortbildung Caritas; Dr. med.

Georg Schiffner (Aumühle), Internist, Vorsitzender CiG; Hans-Arved Willberg (Karlsruhe), Theologe und Pastoraltherapeut; Dr. med. Monika Windsor (Berlin), Anästhesistin, palliative care

Fachbeirat: Dr. theol. Peter Bartmann (Berlin), Gesundheitsökonom, Diakonie Bundesverband; Reinhild Bohlmann (Hofgeismar), Bund

freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e.V.; Prof. Dr. med. Andreas Broocks (Schwerin), Ärztl. Direktor Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, HELIOS-Kliniken; Ulrike Döring (Wiesbaden), Vorsitzende Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V.; Paul Donders (Niederlande), Leitung xpand international; Prof. Dr. theol. Ralf Dziewas (Bernau), Theologisches Seminar (Fachhochschule) Elstal; Heribert Elfgen (Aachen), Physiotherapeut, Dipl. Musiktherapeut; Claudia Elwert (Karlsruhe), Physiotherapeutin, Mitarbeiterin Zentrum für Gesundheit-Therapie-Heilung; Sr. Hildegard Faupel (Springe), Theologin, Pädagogin; Dr. med. Martin Grabe (Oberursel), Chefarzt Psychosomatik Klinik Hohe Mark, Vorsitzender Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V.; Dr. med. René Hefti (Langenthal), Chefarzt SGM Klinik Langenthal, Ltg. Forschungsinstitut Spiritualität & Gesundheit; Sr. M. Basina Kloos (Waldbreitbach), Franziskanerin, Generaloberin; Sr. Anna Luisa Kotz (Untermarchtal), Vorstand Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul; Reinhard Köller (Aumühle), Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren; Pfarrer Ulrich Laepple (Berlin), Referent Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste; Dipl.-Kfm. Cord Meyer (Reinbek), Hauptgeschäftsführer Albertinen-Diakoniewerk e.V.; Dr. med. Gabriele Müller (Frankfurt a. M.), Anästhesistin am Schmerz- und Palliativzentrum Rhein-Main; Rolf Nussbaumer (Herisau), Schule für christliche Gesundheits- und Lebensberatung; Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg), Diözese Rottenburg-Stuttgart; Dr. theol. Heinrich-Christian Rust (Braunschweig), Pastor der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig, Friedenskirche; Dr. med. Claudia Schark (Tübingen), Internistin, Geriatrie, Oberärztin Reha-Klinik Böblingen; Oberin Andrea Trenner (Berlin), Oberin Johanniter Schwesternschaft; Dr. phil. Michael Utsch (Berlin), Psychotherapeut, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen


ERFAHRUNGEN

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Sichtweisen

Pfarrer

Dr. Gottfried

Wenzelmann ist

von der Evange-

lisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Dienst der Intensivseelsorge im Reisedienst unter dem Dach der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung Nord freigestellt. Er bietet zusammen mit seiner Frau Inten-

sivseelsorgegruppen, Einzelbegleitung und Wochenendseminare an.

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Kraft der Bilder in der seelsorglichen Begleitung Innere Heilung durch Imagination

www.gge-nord.de/seelsorge

Seelsorgliche Begleitung vollzieht sich wesentlich im Gespräch. Aber sie erschöpft sich darin nicht. Denn es geht im seelsorglichen Gespräch nicht nur um die Veränderung von Gedanken, sondern um einen Prozess der Wandlung, der die psychische und leibliche Realität des Ratsuchenden prägen soll. In diesem Zusammenhang ist es fruchtbar, die Macht der Bilder in die seelsorgliche Begleitung einzubeziehen. Das führt in den Bereich dessen, was in der Psychologie als „Imagination“ bezeichnet wird.1 Im Folgenden will ich auf dem Hintergrund meines Dienstes der Inneren Heilung drei Kontexte bedenken, in denen im seelsorglichen Gespräch die Imagination als die „Kraft der Bilder“ zum Einsatz kommt: 1. Als erster Kontext sei die Begegnung der Ratsuchenden mit ihren Verletzungen genannt. Wenn Menschen sich auf die Aufarbeitung ihrer Verletzungen einlassen, ist immer wieder festzustellen, dass der mit

ihnen verbundene Schmerz im Unterbewussten mehr oder weniger tief eingeschlossen ist. Ratsuchende haben dann die diffuse Erwartung, dass Folgeprobleme von Verletzungen „irgendwie weggemacht“ werden sollen. So verständlich dieses Verlangen ist, so unrealistisch ist es häufig. Zwar muss nicht jede Verletzung bis in alle emotionale Tiefen hinein noch einmal erlebt werden – das würde traumatisierte Ratsuchende unnötig überfordern oder retraumatisieren. Aber dieses Verlangen nach schneller Beseitigung des mit Verletzungen verbundenen Schmerzes kann Ausdruck einer Verdrängung sein. Hier unterstützt die Anregung, prägende Ereignisse aus der Kindheit oder aus dem Lebensabschnitt des Erwachsenenalters zu imaginieren, einen ehrlichen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu bekommen. Auf diesen Zusammenhang geht David Seamands ein; er bezieht sich in seiner Äußerung auf den Rahmen eines Gebets, in dem die Emotionen vor Gott einen ehrlichen Raum bekommen

sollen: „Dabei liegt die Betonung auf bildlicher Vergegenwärtigung, auf der Vorstellungskraft und auf einem zielgerichteten Sichzurückversetzen in eine spezifische Situation, die die schmerzliche Erinnerung hervorgerufen hat.“2 So erinnerte sich z.B. ein Ratsuchender an eine Autopanne, die er als Zehnjähriger erlebt hat: Er war mit seiner Mutter als Fahrerin und seinem Bruder auf einer Autobahn unterwegs. Plötzlich fängt das alte Auto mitten auf der Fahrt zu qualmen an. Das Auto kommt auf dem Seitenstreifen zu stehen. Die unsichere Mutter ist so hilflos, dass sie ihre beiden Kinder bittet, den vorbeifahrenden Wagen zuzuwinken, um Hilfe durch andere Verkehrsteilnehmer zu erhalten. Die vor Erschrecken zitternden Kinder beginnen also, den vorbeirasenden Autos zuzuwinken. Der Ratsuchende musste miterleben, wie die Fahrer der vorbeirasenden Autos ihnen als Kindern zurück gewunken haben, weil sie die Notlage nicht verstanden. Diese Situation hat die Panik der Kinder noch erhöht. In der Imagination erlebt der


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ERFAHRUNGEN

Ausschnitt aus Rembrandts „Heimkehr des verlorenen Sohnes“, State Hermitage Museum, St. Petersburg

Ratsuchende, der sich (nicht nur in dieser Situation) immer wieder von seiner Mutter im Stich gelassen und ungeschützt fühlte, seine lange verdrängten Gefühle noch einmal. Diese Szene war in seinem Inneren noch sehr lebendig; die Imagination half ihm, die Gefühle der Angst und der Wut seiner Mutter gegenüber im geschützten Raum noch einmal zuzulassen und auf diese Weise abfließen zu lassen und zu verabschieden. Ein Gespräch auf rein gedanklicher Ebene hätte ihm nicht genügend weitergeholfen. Die bildhafte Begegnung reichte hier in größere Tiefen und konnte so den Weg zu einer tieferen Verarbeitung öffnen. 2. Die Kraft der Bilder ist im seelsorglichen Gespräch zum Zweiten in ihrem Bezug zum Glauben an Jesus Christus zu sehen. Dabei kann die Fantasie der Ratsuchenden zu einem Gefäß werden, das vom Geist Gottes erfüllt und so in Dienst genommen wird. Aussagen von Evangelientexten über Jesus Christus werden aufgegriffen

und imaginativ entfaltet. So erlebt sich der Ratsuchende zusammen mit Jesus in einer biblischen Szene. Matthew und Dennis Linn geben ein Beispiel dieses bildhaften Umgangs mit biblischen Texten auf dem Hintergrund der Emmausgeschichte (Lukas 24,13ff): „Oft geschieht die Heilung auf einer noch tieferen Ebene, wenn ich Jesus nicht nur den Körper, sondern auch die Fantasie überlasse. Was ich in der Fantasie durchlebe, beeinflusst mich ebenso stark, als hätte ich es wirklich erlebt. Um meine Fantasie zu aktivieren, schließe ich die Augen und überlasse mich den Sinnen. Ich sehe Christus auf dem staubigen Weg nach Emmaus: Er gleicht seinen Schritt dem meinen an und hört aufmerksam zu, wie ich ihm meine Verletzung mitteile. Ich rieche den Staub, den Schweiß, die Frühlingsluft und die Lilien auf dem Felde. Ich spüre das warme Sonnenlicht, die spitzen Steine unter meinen Füßen, fühle Arme und Hände zusammenstoßen, weil wir uns näher kommen, um einen Karren vorbeizulassen... Bin

ich ganz aufgegangen in dieser Szene, dann schaue ich Jesus an, sehe ihn den Staub aus den Augen wischen, so dass er mich liebend als seinen besten Freund ansehen kann. Ich schaue ihm ins Gesicht, betrachte sein sanftes Lächeln, besonders seine Augen – bis ich weiß, was er sagen möchte. Es ist leicht zu erraten, weil nur Christus, der die Liebe selbst ist, das liebste Wort für mich hat. Finde ich Zugang zu dem, was zu hören mir am nötigsten ist, dann höre ich wirklich Christus...“3 Die Brüder Linn greifen als Jesuiten mit einer solchen Annäherung an einen biblischen Text eine von Ignatius von Loyola in den Exerzitien angeregte Praxis auf. Auf diese bildhafte Weise wird Jesus gleichsam mit allen Sinnen aufgenommen. Er wird für den biblischen Betrachter fassbar, zugänglich. 3. Damit hängt der dritte Kontext der Macht der Bilder zusammen: Der verletzte Mensch kann sich mit seinen Verletzungen der heilenden Gegenwart Jesu öffnen. Das oben von den


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Brüdern Linn wiedergegebene Zitat hat folgende Fortsetzung: „Während er (sc. Jesus) die Wunde in meinem Herzen betrachtet, scheint er mir zu sagen: ‚Sieh, wie ich auch in harten Zeiten immer mit Dir gewesen bin. Ich war in allen verborgen gegenwärtig, die das Brot mit Dir brachen, die Dir beigestanden und Dich segneten, wenn Dein Herz schwer war. Mich hungert danach, bei der Eucharistie in Dich einzugehen und alles mit Dir zu betrachten, selbst wenn es scheint, als wäre ich nicht mehr da. Fürchte Dich nicht, wenn Du mit mir Gustavs Kritik ansiehst. Betrachte, was ich durchstehen musste... Lass mich Dir in Erinnerung rufen, wie Du an harten Zeiten gewachsen bist, damit wir zusammen dem Vater danken können. Ich möchte Dir den Arm um die Schulter legen, Dich mit Kraft erfüllen…‘“4 Dieser bildhafte Umgang mit biblischen Texten wird in der seelsorglichen Begleitung immer wieder zur heilenden Begegnung mit Jesus. Der Heilige Geist lässt – wann und wo Gott will – auf diesem Weg die heilende Gegenwart Jesu fassbar und erfahrbar werden.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, einen Seitenblick auf die neuere Hirnforschung zu werfen. In dem bereits erwähnten Buch von Luise Reddemann heißt es: „Inzwischen gibt es auch von Seiten der Hirnforschung Bestätigung dafür, dass Vorstellungen das Gehirn fast genauso beeinflussen und formen können wie echte Erfahrungen… Hüther spricht als Hirnforscher von ‚der Macht inneren [sic!] Bilder“.“5 Wenn ein Mensch mit seinen Verletzungen sich Gottes Gegenwart öffnet, kann er vom christlichen Glauben her damit rechnen, dass im imaginativ-meditativen Umschreiten eines

biblischen Heilungstextes der lebendige Gott durch seinen Heiligen Geist heilend und verwandelnd in die Verletzungen hineinwirkt. Als der Schöpfer des Menschen hat Gottes Geist allemal die Macht, von Verletzungen geprägte neuronale Bahnungen im Gehirn neu zu gestalten. Magisch würde eine solche Sicht erst dann, wenn man die Unverfügbarkeit des Wirkens Gottes in einem solchen Umgang mit biblischen Texten in Verbindung mit Verletzungen außer Acht ließe.

Freilich muss hierzu ergänzt werden, dass die heilende Wirksamkeit des Heiligen Geistes in Verletzungen hinein nicht auf einen imaginativen Umgang mit biblischen Texten begrenzt ist. Zwei weitere Möglichkeiten möchte ich hier exemplarisch erwähnen: • Darstellungen aus der christlichen Kunst können beim meditierenden Betrachten tief greifende heilende Auswirkungen haben. Wie vielen Menschen ist z.B. das Bild von Rembrandt zur Heimkehr des verlorenen Sohnes zu einer heilsamen Begegnung mit Jesus geworden.6 • Ich selber rege bei Ratsuchenden während des segnenden Gebetes immer wieder an, in der Vorstellung Jesus bei der Hand zu nehmen und mit ihm zusammen zum verletzten Inneren Kind zu gehen.7 Es ist sehr erstaunlich, welche heilenden inneren Bilder Menschen in ihre Verletzungen hinein erhalten. Die Zuwendung der Liebe Gottes wird unter dem segnenden Auflegen der Hände gerade in den Bildern, die in der empfangenden Haltung des hörenden Betens wahrgenommenen werden, immer wieder sehr konkret. Solche Erfahrun-

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gen übersteigen die rein zwischenmenschliche dialogische Zuwendung in oft beeindruckender Weise. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entdeckung der Macht der Bilder für eine seelsorgliche Begleitung, die den Heilungsauftrags Jesu ernst nimmt, sehr wichtig und hilfreich ist. Dies gilt einerseits im Hinblick auf die Aufdeckung von verdrängten Emotionen in der imaginierenden Rekapitulation von verletzenden Situationen. Andererseits gilt dies auch im Hinblick auf die heilende Begegnung mit Jesus in der Imagination von biblischen Texten oder von inneren Bildern beim hörenden und segnenden Gebet. Bilder erreichen Menschen in einer tieferen Schicht als Gedanken – so wichtig letztere für ein seelsorgliches Gespräch sind. Der christliche Glaube darf damit rechnen, dass der lebendige Gott durch seinen Heiligen Geist die Macht der Bilder in der Imagination in seinen Dienst der Heilung des Menschen nimmt.

Vgl. dazu z.B. Luise Reddemann, Psychodynamisch imaginative Traumatherapie PITT – Das Manual, Stuttgart 2004, S. 60ff 2 Heilung der Erinnerungen, Marburg an der Lahn 1987, S. 24f 3 Beschädigtes Leben heilen. Was Gebet und Gemeinschaft helfen können, Graz, Wien, Köln 1981, S. 110f 4 Ebd. S. 111 5 A.a.O. S. 61 unter Hinweis auf das Buch von Gerald Hüther, Die Macht der inneren Bilder, Göttingen 2004 6 Vgl. dazu die tiefe Interpretation dieses Bildes von Henri J. M. Nouwen, Nimm sein Bild in Dein Herz. Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt. Freiburg, Basel, Wien 1991 7 Zur Vorstellung des so genannten "Inneren Kindes" vgl. z.B. Erika J. Chopich, Margaret Paul, Aussöhnung mit dem inneren Kind, Freiburg i. B. 200825 1


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ERFAHRUNGEN

Zweites Bild, farbig Ein Haus voller Menschen, sie reden miteinander, sind einander zugetan, die Stimmung ist heiter, gelassen, erwartungsvoll, freudig. Die Menschen sind festlich gekleidet, schön geschmückt. Mitten unter ihnen ein Mann, der Ehrengast, sitzt auf den Stufen einer Treppe, vertieft in ein Gespräch mit der Frau an seiner Seite. Er ist ihr zugewandt, zugeneigt, inmitten all der Menschen ganz bei ihr, freundlich, fast liebevoll sein Blick, voller Wertschätzung und Achtung. Das Gesicht der Frau glänzt, strahlt seine Zugewandtheit voller Freude wider. Ein Bild voller Wärme, Gemeinschaft, Freude und heiterer Gelassenheit.

Rika Stückrath, Sozialpädagogin und Gesundheitsberaterin, Lüneburg

Innere Bilder waren mir von Anfang an wichtig für mein Glaubensleben. Schon als Kind fühlte ich mich geborgen, wenn ich mir vorstellte auf Gottes Schoß zu sitzen und mich an seine Schulter anzulehnen. Als ich älter wurde, hatte ich oft das Bild im Inneren, dass ich Gott entgegen renne und mich in seine Arme werfe. Später in Krisen, gerade wegen meiner chronischen Erkrankung, machte mir ein guter Freund deutlich, dass

So stelle ich mir die Situation vor, als Jesus bei Martha und Maria zu Gast war. Und ich wurde auf Exerzitien von einer Schwester eingeladen, mich hinein zu begeben in dieses Bild, Teil der Gesellschaft zu werden, die dort so fröhlich zusammen war. Ich wurde ermutigt, mich von Jesus einladen zu lassen. Es dauerte eine Weile. Schüchtern versteckte ich mich erst hinter einer Säule, hinter anderen Menschen, wollte weder anmaßend noch unverschämt sein, bis ich mich nach einiger Zeit erst an seine Seite zu setzen wagte. Und das Wunderbare geschah: Ich fand heraus, dass mein Platz in DIESEM Bild genau dort war. Die Worte, die

wir in jedem Gottesdienst hören, die wir uns so oft gegenseitig zusprechen, sind wahr: Mein Platz ist an der Seite Jesu. Er selbst lädt mich ein. Wann immer ich seither dieses Bild vor meinem inneren Auge betrachte, breiten sich Ruhe, Gelassenheit und ein Gefühl von Heimat aus in mir. Das Bild vom Anfang gehört zu meinem Leben, aber heute kann ich es betrachten, mit Wehmut, manchmal Trauer. Die tiefe Verlassenheit aber ist fort, und wenn sich die Einsamkeit einschleichen will, dann hole ich jenes andere Bild hervor, bei dessen Betrachtung meine Seele zur Ruhe kommt.

Ermutigt Krisen überwinden lernen

Gott will, dass ich ihm vertraue und in seine Arme springe. Er malte mir das Bild vor Augen, wie ich oben auf einem Baum sitze und Gott steht unten und wartet, dass ich springe, und er wird mich auf jeden Fall auffangen. Dieses Bild hat mir in Krisen sehr geholfen. Es machte mir deutlich, dass Gott mein Vater ist und immer das Beste für mich will. Es lohnte sich, ihm zu vertrauen und zu springen, auch wenn ich ihn nicht immer verstanden

habe. Der gute Freund schenkte mir ein Poster, wo ein Kind auf dem Baum sitzt und im Begriff ist, loszulassen und herunterzuspringen, mit dem Bibelvers: „Ich bleibe derselbe, so alt ihr auch werdet, bis ihr grau werdet, will ich euch tragen“ (Jesaja 46,4). Ich bin nun schon öfters umgezogen und dieses Poster hänge ich immer über meinem Bett auf. So habe ich es nicht nur im Inneren, sondern kann es sehen. Es macht mir Mut für die Zukunft:


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Ich brauche keine Angst zu haben, Gott wird mich immer tragen.

Auch ein prophetisches Bild ist mir sehr wichtig geworden, gerade um in die Berufung hineinzukommen, die Gott für mich vorgesehen hat. Ich habe eine christliche Freizeit mitgemacht, bei der es um das Thema Berufung ging. Wir sollten uns mit unserer Berufung auseinandersetzen und ein Bild und einen Bibelvers dazu finden. Ich habe mich im Gebet leiten lassen und habe das Bild von Gott bekommen, dass er meine Fesseln, die ich durch die Krankheit spürte, löst und dass ich eines Tages anderen chronisch Kranken helfen kann und sie begleiten würde. Gott würde dies durch mich tun, wenn ich mich gebrauchen ließe. Dazu bekam ich den Bibelvers: „Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen“ (Jesaja 61,1). Jahre später bekam ich in einer Seelsorgeschulung im hörenden Gebet von einer Mitbeterin ein ähnliches Bild und denselben Bibelvers. Das machte mir Mut und animierte mich, konkrete Schritte in meine Berufung hinein zu gehen. Und auch noch heute ermutigt mich dieses Bild immer wieder, in dieser Berufung weiterzugehen und zu glauben, dass Gott mit meiner ganzen Lebensgeschichte und auch den Krisen etwas vor hat und diese gebrauchen will, auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie.

Man kann sich freier bewegen, wenn man weiß, dass da wer ist, der einen auffängt.

Auch bekomme ich selber innere bzw. prophetische Bilder, indem ich zu Gott bete für eine Person, vielleicht auch mit einem besonderen Anliegen. Ich bin dann still und höre auf Gott. Manchmal gibt mir Gott ein Bild für diese Person oder einen Bibelvers oder beides. Auch Lobpreis hilft mir, von Gott Bilder zu empfangen. Ich habe dann oft erlebt, dass es die betreffende Person, für die das Bild ist, sehr

anspricht und sie ermutigt wird. Von daher kann ich nur Mut machen, sich auszustrecken nach Gottes Reden, was sich in Bildern wie auch in Worten ausdrücken kann. So können innere Bilder für mich selbst wichtig sein, aber auch für andere Personen, für die ich bete. Innere Bilder können ermutigen in der aktuellen Situation und animieren, weitere Schritte zu gehen.


GASTKOMMENTAR

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Geistliches Wort zur Organspende Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder, voraussichtlich werden Sie in den nächsten Monaten ein Schreiben Ihrer Krankenkasse zum Thema Organund Gewebespende erhalten. Dies geht auf eine gesetzliche Neuregelung zurück, nach der jede versicherte Person ab 16 Jahren über die Organspende informiert und dazu aufgefordert wird, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden. Dahinter steht die Tatsache, dass in Deutschland viel mehr Spenderorgane gebraucht als gespendet werden. Es ist sehr verständlich, wenn Sie dieses sehr persönliche Thema an der Grenze zwischen Leben und Tod verunsichert und Sie sich zum Beispiel fragen: Ist die Definition des Hirntodes tragfähig? Fühlt ein hirntoter Mensch noch Schmerzen? Wie wird ein Mensch nach der Entnahme seiner Organe behandelt? Bleibt genügend Zeit und Raum, in Ruhe und Würde von einem Menschen vor der Organentnahme Abschied zu nehmen? Wie verhalten sich Patientenverfügungen und Organspende zueinander? Diese schwierigen Fragen lassen sich nicht kurz und völlig

Vielleicht kann es Ihnen helfen, folgende Gesichtspunkte zu bedenken: Nach christlichem Verständnis sind das Leben und damit der Körper des Menschen ein Geschenk Gottes. Diesen kann und darf er aus Liebe zum Nächsten und aus Solidarität mit Kranken einsetzen. Eine Entnahme von Organen verletzt nicht die Würde des Menschen und stört nicht die Ruhe der Toten. Unsere Hoffnung auf die Auferstehung bleibt davon unberührt. Es gibt keine christliche Verpflichtung zur Organspende. Christinnen und Christen können der Organspende zustimmen; sie können aber auch ablehnen. Sie müssen sich auch gar nicht entscheiden, sondern können die Frage unbeantwortet lassen, wenn sie sich gegenwärtig nicht in der Lage zu einer Entscheidung sehen. Alle diese Optionen sind christlich verantwortbar und ethisch zu respektieren. Allerdings sollten Sie berücksichtigen: Wenn Sie sich zu Lebzeiten nicht für oder gegen eine Organoder Gewebespende entscheiden, verpflichtet das Gesetz Ihre Angehörigen, so zu entscheiden, wie Sie es vermutlich gewollte hätten. Diesen dürfte aber eine Entscheidung noch schwerer fallen als Ihnen selbst. Insofern entlasten Sie Ihre Angehörigen in der schwierigen Situation des Abschiednehmens, wenn sie um Ihre Entscheidung wissen.

„Das Leben und damit der Körper des Menschen sind ein Geschenk Gottes.“ eindeutig beantworten. Daher hat der Rat der EKD dazu eine gründliche Ausarbeitung in Auftrag gegeben. Die evangelische Kirche möchte Ihnen Mut machen, sich diesen Fragen ohne das Gefühl einer Bedrängung zu stellen und in aller Ruhe zu überlegen, ob Sie zu einer Organspende bereit sein wollen oder nicht. Sie können in Ihrer Umgebung sicherlich auch seelsorgerliche Beratung in Anspruch nehmen. Es ist gesetzlich festgeschrieben, dass jede und jeder Einzelne sich frei für oder gegen eine Organspende entscheiden oder aber diese Entscheidung einer Vertrauensperson überlassen kann.

Die Freiheit des Gewissens darf nicht bedrängt und die Hilfe für den Nächsten nicht durch Besorgnisse eingeschränkt werden. Deswegen erinnern wir an die Verheißung Gottes, die angesichts des Todes eines Menschen verkündigt wird: „Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da“(Psalm 139,8).

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland


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INTERVIEW

„Spiritualität“ im Gesundheitswesen Spiritualitätsbegriff und der Einsatz von Spiritualität im Gesundheitswesen Herr Dr. Schiffner, seit einigen Jahren beschäftigt sich Christen im Gesundheitswesen e.V. mit Christlicher Heilkunde. Warum ist Ihnen das Adjektiv „christlich“ so wichtig? Dr. Schiffner: Seit den Anfängen der Kirche haben Christen sich in besonderer Weise kranken und armen Menschen zugewandt. Sie sind dabei dem Vorbild und Auftrag Jesu Christi gefolgt und haben in ihrem Heilungsdienst die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen praktisch umgesetzt. Das lateinische Wort „Medizin“ weist in der deutschen Übersetzung „Heilkunde“ auf diesen zentralen Zusammenhang hin: Die „Kunde vom Heil“, der Liebe Gottes zu uns Menschen, wie sie im Wirken Jesu deutlich wurde, war in der Pflege und Behandlung kranker Menschen wesentlicher Bestandteil. In der Neuzeit ist diese Verbindung vielerorts im Bewusstssein zurückgetreten – und damit die besonderen Chancen der Erweiterung von Pflege, Therapie und Medizin um die seelsorgerlich-geistliche Dimension. Mit der Neubenennung und zeitgemäßen Formulierung einer Christlichen Heilkunde möchten wir nun Impulse geben, an dem Reichtum christlichheilender Dienste anzuknüpfen und das Zusammenwirken von modernen Gesundheitsberufen mit pastoralseelsorgerlichen und gemeindlichheilenden Diensten zu fördern.

In Deutschland sind über 1/3 aller Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft. Das ist ja eine paradiesi-

sche Ausgangslage, um christliche Heilkunde zu praktizieren! Dr. Schiffner: Ohne Zweifel haben wir in den vielen kirchlichen Einrichtungen im Gesundheitswesen besondere Chancen! „Das christliche Menschenbild ist Grundlage und Maßstab unserer Arbeit“, heißt es in deren ausformulierten Leitbildern. Heilkunde ist hier also grundsätzlich „christlich fundiert“. Aber dies will mit Leben erfüllt sein! Neben der meist stärkeren Präsenz von Seelsorgern braucht es hierfür engagierte Christen in allen Berufsgruppen.

International sind Sie, Herr Dr. Hefti einer der gut vernetzten Wissenschaftler im Grenzbereich von Spiritualität und Gesundheit. Nicht nur in den USA, auch in Großbritanien, Australien und seit kurzem auch in Saudi-Arabien wächst das Interesse an diesem Thema. Wenn sich auch Muslime für die gesundheitsfördernde Dimension der Spiritualtität interessieren. Spielen dann die Inhalte eigentlich keine Rolle? Dr. Hefti: Wenn wir von Spiritualität sprechen, dann müssen wir anerkennen, dass der Begriff, der ursprünglich aus der christlichen Glaubenstradition kommt („Spiritualitas“), heute auch in anderen religiösen Kontexten gebraucht wird. So spricht man von christlicher, jüdischer, muslimischer, hinduistischer und buddhistischer Spiritualität. Im humanwissenschaftlichen Umfeld, z.B. in der Psychologie, geht die Entwicklung noch einen Schritt

weiter. Es etabliert sich zunehmend ein nicht-transzendenter, teilweise esoterischer Spiritualitätsbegriff. Diese Öffnung und Wandlung des Spiritualitätsbegriffs hat meines Erachtens zwei Seiten: Im positiven Sinne trägt sie dazu bei, die Bedeutung von Spiritualität in der Medizin wieder zu thematisieren und wissenschaftliche Wirkmodelle zu formulieren, wie ich sie in meinem Beitrag zur „Heilkraft des Glaubens“ (ChrisCare 1/2010) dargelegt habe. Im negativen Sinne „verwässert“ sie das christliche Spiritualitätsverständnis, das wesentlich auf die Wirkung und Innewohnung des Heiligen Geistes zurückgreift. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass auch andere religiöse Orientierungen, wie z.B. der muslimische Glaube, Haltungen verändert und so salutogen sein kann. Auch Lebensstilfaktoren können dabei eine Rolle spielen. Ähnliches gilt für „mentale Techniken“, wie die Meditation oder die MindfulnessBased-Stress-Reduction (MBSR).

Herr Dr. Schiffner, freuen Sie sich, wenn Sie in der Bahnhofsbuchhandlung immer mehr Zeitschriften finden, auf denen Spiritualität drauf steht? Innen ist dann meist sehr Esoterisches zu finden. Dr. Schiffner: Ich freue mich über die Aufmerksamkeit, die außerhalb und innerhalb des Gesundheitswesens die spirituelle Dimension unseres Menschseins erfährt. Auch sogenannte „Esoteriker“ sind auf der Suche nach Lebenserfüllung, Sinn und Transzendenzerfahrung. Christliche Spiritualität


INTERVIEW

führt weiter – in die Erfahrung einer personalen Gottesbegegnung, wie sie im Neuen Testament uns angeboten wird: „Gott kennt mich und liebt mich. Er will mein Leben heilen und führen. Ihm kann ich mich anvertrauen.“

Wenn in manchen Untersuchungen die Wirkung eines Gebets unabhängig vom Glauben des Beters ist, kann man dann künftig Spiritualität als neutralen Wirkstoff einsetzen? Dr. Schiffner: Spiritualität umfasst viel mehr als in einer wissenschaftlichen Studie messbare Parameter in Zusammenhang mit Gebet. Das Wirken des Heiligen Geistes, des „sanctus spiritus“, ist grundlegend für das christliche Spiritualitätsverständnis. Und dieses lässt sich nicht „als neutraler Wirkstoff einsetzen“ – gleich wie Liebe eine unglaublich starke heilende Kraft entfalten kann und doch viel mehr bedeutet als ein biochemisch oder psychologisch definierbares Geschehen. Dr. Hefti: Wenn man vom Gebet spricht, muss man klären, was man meint. Das persönliche Gebet, die Zwiesprache mit Gott, hat auf den Betenden immer eine Wirkung – sie kann entlasten, ermutigen, Emotionen „glätten“ und damit Stress reduzieren. Das Gebet ist in diesem Sinne ein wirkungsvolles Coping. Dabei spielt die geistliche Komponente eine untergeordnete Rolle. Nicht so beim Fürbittegebet. Dieses wird ohne das Eingreifen Gottes wenig bewirken.

Herr Dr. Schiffner, Sie haben einmal von der „Ressource Spiritualität“ gesprochen, die auch unabhängig

von der Gläubigkeit der Mitarbeiter einer Einrichtung wirksam werden könne. Wie ist das möglich? Dr. Schiffner: Die „Ressource Spiritualität“ ist im Sinne einer anthropologischen Dimension allen Menschen zu eigen – Patienten und Mitarbeitern. Es bedarf einer Atmosphäre der persönlichen Zuwendung und Wertschätzung, um Menschen den Zugang zu ihrer eigenen Spiritualität zu erleichtern und stützende Anregungen zu geben. Professionelle Gesundheitsförderung bezieht dies mit ein. Menschen, die selber Spiritualität als gesundheits- und lebensfördernd erfahren, haben hier in der Regel mehr Sensibilität und Authentizität, ihren Patienten diese Ressource zugänglich zu machen.

Die meisten Forschungen über die Wirksamkeit von Spiritualität werden im Bereich Palliativmedizin und in der Psychiatrie angestellt. Sehen Sie auch für andere Bereiche von Medizin und Pflege Chancen? Dr. Schiffner: Hier gibt es sowohl über die Fragen der Medizinethik wie auch über die vielen Verzahnungen der Fachbereiche Chancen. Die Geriatrie – neben der Palliativmedizin mein täglicher Erfahrungsbereich – ist ein gutes Beispiel. Im Rahmen der Multimorbidität und des häufig nicht mehr weit entfernten Lebensendes stellen sich täglich ethische und palliative Fragen. Darüber hinaus gibt es auch bemerkenswerte Forschungen zur Bedeutung von Spiritualität in der Geriatrie.

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siver beschäftige, ist der Einfluss der Spiritualität auf Herzkreislauferkrankungen. Das Herzkreislaufsystem reagiert sensibel auf psychosoziale Einflüsse und damit auch auf spirituelle Veränderungen. Das gilt für den Bluthochdruck genauso wie für den Herzinfarkt. Auch die Bewältigung von Herzeingriffen erfordert den Einsatz aller Ressourcen, auch der religiösen. Das Spiritual-CareModell findet damit auch in der Kardiologie und anderen Kerngebieten der Medizin zunehmende Beachtung. Der praxisorientierte Leitfaden „Spiritualität in den Gesundheitsberufen“, der auf empirische Untersuchungen und klinische Erfahrung abstützt, kann dabei eine Hilfe sein (Koenig/Hefti 2012, Kohlhammer Verlag). Der Spiritualitätsbegriff wurde in diesem Buch bewusst offen gehalten, um so ein breiteres Fachpublikum anzusprechen und für die Thematik zu sensibilisieren.

Vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Frank Fornaçon.

Dr. med. René Hefti ist Chefarzt der SGM Klinik Langenthal und Leiter Forschungsinstitut für Spiritualität und Gesundheit.

Dr. med. Georg Schiffner ist Chefarzt im Geriatriezentrum und Palliativbereich des katholischen Krankenhauses Groß-Sand

Dr. Hefti: Ein weiterer Forschungs- und Arbeitsbereich, mit dem ich mich inten-

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in Hamburg und Vorsitzender von Christen im Gesundheitswesen.


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18 381 9944 // ZKZ

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381

eitswesen 3/2012

„ChrisCare ermutigt Christen, ihre Berufung in den unterschiedlichen Berufen des Gesundheitswesens zu entdecken und zu entfalten. Die Zeitschrift trägt dazu bei, die Bedeutung des Glaubens für die Medizin, die Pflege und andere therapeutische Angebote zu erkennen und in die fachliche Diskussion einzubringen. Dabei erwartet sie Anregungen aus allen Konfessionen.“

LEISTUNGSDRUCK BEISTAND ANSPANNUNG STRESS GEFAHR GRENZSITUATIONEN PRIORITÄTEN ENTSCHEIDUNGEN BUND DER LIEBE

ARBEITSBEDINGUNGEN

HILFE WELTSORGEN ChrisCare NOT ARBEITSPLATZ

BERUFUNG MITGEFÜHL

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

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August 2012 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) SFr 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

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ChrisCare-Magazin-1-2013  

ChrisCare ermutigt Mitarbeiter im Gesundheitswesen, ihre Berufung neu zu entdecken und zu entfalten. ChrisCare trägt dazu bei, die Bedeutung...