Wings for LIFE Magazin - Ausgabe N°14

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Wie die Geschwister Ricarda und Florian einander Kraft und Mut schenken Mein

Aus Forschung wird Hofnung

Ein neuer Wirkstof ermöglicht es Nervenzellen, wieder auszuwachsen

MAKE YOUR DAY A HAPPY DAY

Impressum

Medieninhaber, Eigentümer und Verleger:

Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, 5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU 63611700

www.redbullmediahouse.com

Geschäftsführer:

Dietmar Otti, Christopher Reindl, Marcus Weber

Produktion:

Red Bull Media House GmbH, Am Grünen Prater 3, 1020 Wien, Tel.: +43/1/90 221-0

Redaktion: Christina Herbst, Stefanie Schwarz, Denise Siebke

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Markus Böttinger, Lara Goritschnig, Sonja Kraus, Annelise Kerrison, Verena May, Brandon Peters, Beatrice Sandner

General Manager Red Bull Media House Publishing: Stefan Ebner

Head of Co-Publishing & Projektmanagement:

Jennifer Silberschneider

Art Director: Simone Fischer

Grafik: Andreea Gschwandtner

Fotoredaktion: Pinar DagdevirWinkler

Lithografie: Nenad Isailovic

Lektorat: Hans Fleissner

Producer: Sabine Wessig

Druck: Ofset 5020 Druckerei & Verlag Gesellschaft m.b.H., Bayernstraße 27, 5072 Wals-Siezenheim, Österreich

In Kooperation mit: Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung

Fürstenallee 4, 5020 Salzburg, Österreich

Tel.: +43/662/65 82-4244

E-Mail: ofice@wingsforlife.com

Firmenbuchnummer: FN 251592p

Rechtsform:

Privatstiftung, gemeinnützig

Firmenbuchgericht:

Landesgericht Salzburg

Geschäftsführung: Anita Gerhardter

Liebe Freunde und Unterstützer,

vor über 20 Jahren haben wir mit der Gründung der Wings for Life Stiftung den ersten Dominostein angestoßen – und damit eine Kettenreaktion in der Rückenmarksforschung ausgelöst. Heute spüren wir diese Bewegung stärker denn je: Immer mehr brillante Wissenschaftler aus aller Welt senden uns ihre innovativen Forschungsanträge.

Eine von ihnen ist Dr. Monica Perez. Ihre Arbeit an einem neuen Wirkstof könnte nicht nur einen Durchbruch in der Forschung bedeuten, sondern Betrofenen neue Hofnung schenken (ab Seite 36).

All das wäre ohne Sie, unsere großartigen Unterstützer, nicht möglich. Ab Seite 6 blicken wir zurück auf unsere Fundraising-Highlights – und auf ein ganz besonderes Laufevent, das uns jedes Jahr wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert: den Wings for Life World Run (ab Seite 42).

Gemeinsam werden wir Querschnittslähmung heilbar machen – von Herzen danke, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten.

Viel Freude beim Lesen! Ihr Wings for Life Team

Inhalt

Menschen

12

Mein größter Halt

Wie die Geschwister Ricarda und Florian einander Halt geben.

20 Faces of Hope

Betrofene teilen ihre Hofnungen mit uns –Forscher ihre Visionen.

33 Spitzenspender mit einer Mission

Menno Streefland vertreibt Rückenprotektoren für die gute Sache.

66 Einfach begegnen

Wie verhält man sich gegenüber querschnittsgelähmten Menschen?

Wolfgang Illek gibt Tipps aus der Sicht eines Betrofenen.

Forschung

28 Scientific Meeting

Sechs Highlights unseres wissenschaftlichen Symposiums in Salzburg.

36 Eine Hofnung namens NVG-291

Ein neuer Wirkstof ermöglicht es Nervenzellen, wieder auszuwachsen.

48 Der Vater der Elektrostimulation

Ein letztes Gespräch mit dem Ausnahmeforscher Milan Dimitrijevic (†).

Fotos: Helge Kirchberger, Limex Images/Jörg Mitter, Marv Watson, privat

54 Talente im Fokus Im Gespräch mit Ilaria Palmisano von der Ohio State University.

56 Neues aus der Forschung Wir rücken sieben Projekte und einen bedeutenden Meilenstein ins Rampenlicht.

62 Wissen für alle Karim Fouad und Adam Ferguson über ihre Datenplattform, die die Wissenschaft revolutionieren soll.

Fundraising

6 FundraisingHighlights

Zusammen für eine Heilung: Wir bündeln unsere Kräfte rund um den Globus.

42 Wenn die ganze Welt läuft Ein Startsignal, Millionen Schritte –der Wings for Life World Run macht unendlich viel Hofnung.

STANDARDS

3 Vorwort, Impressum

53 Unsere Forschungsprojekte 2025/26

Coverfoto: Annemarie Jäger

Fotos Rückseite: Helge Kirchberger, Marv Watson

Unsere FundraisingHighlights

2025

Unser großes Ziel ist es, eine Heilung für Querschnittslähmung zu fnden. Mit jeder wertvollen Spende kommen wir dem einen Schritt näher.

1

Österreich

Zwei Helme, eine Rekordsumme. Wir blicken zurück auf eine außergewöhnliche Spendenaktion: ServusTV und die Moderatorinnen Andrea Schlager und Alina Marzi sammelten feißig Unterschriften aller MotoGP- und Formel-1Piloten aus der Saison 2024 – und zwar auf zwei besonderen Helmen.

Diese exklusiven Unikate wurden für eine Verlosung bereitgestellt, an der über 12.000 Unterstützer teilnahmen. Das Ergebnis: eine Rekordsumme von 256.000 Euro zugunsten von Wings for Life.

2017 verletzte sich Ed Jackson bei einem Tauchunfall schwer und blieb inkomplett querschnitts‑ gelähmt.

Großbritannien

Er erhielt die Prognose, nie wieder gehen zu können. Doch Ed (links im Bild) kämpfte sich nach mehreren Operationen und intensiver Physiotherapie zurück – vom ersten Zucken im Zeh bis hin zu eigenständigen Schritten. Er leidet heute unter dem Brown-Séquard-Syndrom, das eine Körperseite schwächt und die andere gefühllos macht. Doch der Brite lässt sich nicht aufhalten: Beim London Marathon lief er gemeinsam mit seinem Freund Ross Stirling einen Dreibeinlauf, bei dem sein „schlechtes Bein“ an Ross’ Bein gebunden war. Geschmückt mit weißen Flügeln, machten die beiden so auf Wings for Life aufmerksam. Nach neuneinhalb Stunden erreichten sie das Ziel –am Ende ihrer Kräfte, aber dafür mit 8.000 Euro an Spenden im Gepäck. „Ich habe große Ehrfurcht vor Ed und so vielen anderen Betrofenen! Ich weiß jetzt, wie viel Anstrengung es kostet, wenn die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist“, so Ross.

Großbritannien & Österreich

The XX: von null auf eine Million. Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums von Wings for Life kamen zwanzig engagierte Unterstützer aus Großbritannien in Salzburg zusammen und sammelten an einem unvergesslichen Tag eine Million Pfund für Wings for Life und die Spitzenforschung. Bei The XX jagte ein Highlight das nächste: rasante Runden im Supersportwagen Aston Martin Valkyrie mit Rennlegende David Coulthard am Steuer, ein Dinner im 2-Sterne-MichelinRestaurant Ikarus im Red Bull Hangar-7 sowie ein Privatfug über die österreichischen Alpen in der historischen DC-6.

Fotos: Peak Motion, Alex Oropel

USA

Auf vier Rollen quer durch die USA. Brooke Johnson hat Geschichte geschrieben: Als erste Frau durchquerte sie die USA auf dem Skateboard. Los ging es an der Westküste in Los Angeles. 120 Tage, 3.000 Meilen, unzählige Schweißperlen und Tränen später erreichte sie die Ostküste und lief jubelnd in die kalten Fluten des Atlantiks. Der besondere Grund für ihre Tour war das Andenken an ihren Stiefvater Roger, der an den Folgen einer Rückenmarksverletzung starb. Brooke sammelte mit ihrem besonderen Abenteuer ganze 55.000 Dollar Spenden für Wings for Life –100 Prozent davon fießen direkt in die Rückenmarksforschung.

„Ich wünsche dir, dass du wieder aufstehen kannst“

Ricarda und Florian sind Geschwister und geben sich gegenseitig den größten Halt. Eine besondere Geschichte über zwei Menschen, ihr Streben nach Glück – und eine unerschütterliche Hofnung.

Meinen kleinen Bruder das erste Mal auf der Intensivstation zu sehen, war fürchterlich für mich. Ich erinnere mich an all die Schläuche, die Infusionen und Wunden am ganzen Körper. Florians Gesicht war aufgeschwemmt.“

Ricarda ist 35 Jahre alt. Bei unserem Trefen spricht sie ruhig und erinnert sich an diese Zeit vor zehn Jahren, die auch ihr Leben komplett verändern sollte. Neben ihr sitzt Florian in seinem Rollstuhl. Er hört Ricarda aufmerksam zu und ergänzt ihre Erinnerung. „Ich

war drei Monate lang im Krankenhaus, dann noch neun Monate auf Reha. Alles wegen diesem einen Augenblick.“

Ungebremst in die Tiefe

2015. Florian ist zwanzig Jahre alt, hat seine Lehre als Elektriker erfolgreich abgeschlossen und eine weitere Lehre als Schlosser begonnen. Seine Leidenschaft ist die freiwillige Feuerwehr. „Anderen durch meinen Einsatz zu helfen, war für mich das Größte“, sagt er. „Aber ich war auch viel in den Bergen. Wie an diesem einen Freitag.“ Florian und

sein Freund brechen um vier Uhr auf – und erreichen um elf Uhr den Gipfel des knapp 3.000 Meter hohen Hütteltalkopfs. „Der Tag hätte eigentlich nicht schöner sein können“, sagt der Salzburger wehmütig. Dann, beim Abstieg, verliert er auf einer vereisten Stelle den Halt und rutscht ab, 270 Meter in die Tiefe. „Als ich da unten zum Liegen gekommen bin, habe ich versucht, mich zu bewegen. Aber es ging nicht.“ Florian vermutet einen Schock, glaubt, dass er nur eine kurze Pause braucht, bis er wieder aufstehen und weitergehen kann.

Besondere Kindheitserinnerungen: Florian und seine ältere Schwester Ricarda bei einer ihrer vielen Familienwanderungen. Auch heute verbringen die beiden gerne gemeinsam Zeit in der Natur.

„Mein Freund rief mir von oben zu, dass gleich ein Hubschrauber kommen wird – irgendwie schien mir das völlig übertrieben.“

Durch sein Ehrenamt bei der Feuerwehr weiß Florian, was seine Verletzung bedeuten könnte. „Aber das wollte ich einfach nicht wahrhaben.“ Der junge Mann wird geborgen, ins Krankenhaus nach Innsbruck gebracht und operiert. Seine Wirbel sind auf Höhe des 6. und 7. Halswirbels verschoben und das Rückenmark durchtrennt. Schnell wird dem Team im OP klar,

dass der damals Zwanzigjährige hoch querschnittsgelähmt bleiben wird. Ricarda erinnert sich an das Bangen um ihren Bruder. „Der Moment, als mich dann endlich mein Papa mit dieser Diagnose angerufen hat, ist für mich noch immer unbeschreiblich. Da hat es mir komplett den Boden unter den Füßen weggerissen. Schlimmer ging es nicht …“

„Als ich da unten zum Liegen gekommen bin, habe ich versucht, mich zu bewegen. Aber es ging nicht.“
Florian Lechner

„Das hier ist nicht das Ende“ Als Ricarda ihren Bruder dann das erste Mal auf der Intensivstation wiedersieht, erkennt sie ihn kaum wieder. Florian erklärt: „Ich war eine Woche im Tiefschlaf. Als ich langsam zu mir kam und erfahren habe, was mir passiert ist, wollte ich das nicht annehmen. Ich hatte zwar das Gefühl, dass meine Beine nicht mehr da sind, weil ich sie nicht gespürt habe, aber ich dachte auch: Das bleibt nicht so. Das hier ist nicht das Ende.“

Nach Monaten im Krankenhaus kommt Florian auf Reha nach Bad Häring in Tirol und wird an neue Routinen im Rollstuhl gewöhnt. „Ich konnte und kann meinen Körper von den Schlüsselbeinen abwärts nicht mehr bewegen und spüren. Das verändert alles“, erklärt er. Ricarda lächelt ihm zu. „Und trotzdem warst du bald wieder positiv.“

Florian arbeitet als Planer in Salzburg. Bei seinen wöchentlichen Fahrten in die Stadt begleitet ihn seine Schwester.

„Schraubenzieher kann ich keinen mehr in der Hand halten, aber ich strenge gerne meinen Kopf an und habe mittlerweile auch wieder einen Job als Planer.“
Florian Lechner

Ricarda und Florian bei ihrem Besuch in Salzburg. Sie erzählen von ihrer besonderen Verbindung und dass sie sich gegenseitig den größten Halt geben.

Die beiden fangen an, einen Umbau zu planen, denn nichts im Haus ihrer Eltern ist zu diesem Zeitpunkt barrierefrei. Als die Bauarbeiten schließlich beginnen, steht für die Geschwister die Welt noch einmal still. „Leider hat sich unser Papa das Leben genommen. Warum, kann ich nicht erklären, aber es war ihm wohl alles zu viel …“, sagt Florian. Die Familie wird in ihrer Trauer von Hilfe überhäuft. Ein halbes Jahr später ist die barrierefreie Wohnung bezugsfertig. „Heimkommen war schwer für mich. Ich kann meine Finger nicht bewegen. Das ist im täglichen Leben eigentlich das Schlimmste. Zu meiner körperlichen Situation kam auch, dass unser Papa plötzlich nicht mehr da war.“

Ricarda und Florian geben sich gegenseitig Halt und werden einander die größte Stütze. „Unsere

Mama hat meine Pfege übernommen, und Ricarda war immer für mich da und hat viel mit mir unternommen. Langsam bin ich auch wieder öfter draußen, um die Natur zu genießen.“

Florian entscheidet sich, den Elektrotechnikmeister zu machen. „Schraubenzieher kann ich keinen mehr in der Hand halten, aber ich strenge gerne meinen Kopf an und habe mittlerweile auch wieder einen Job als Planer.“ Was Florian nach wie vor bedauert, ist, dass er kein Feuerwehrmann mehr sein kann. „Wenn ich die Sirene höre, weckt das immer noch Erinnerungen. Ich spüre das Adrenalin und will einfach nur helfen. Stattdessen sitze ich daheim und kann einfach nichts tun.“ Ricarda stimmt ihrem Bruder zu. „Ich habe gesehen, wie dir diese Ohnmacht das Herz zerreißt.“

Florian erinnert sich, wie sein schwerer Unfall sein Leben verändert hat.

„Ich denke mir so oft nach dem Aufwachen: Bitte heute mal nicht. Heute mal kein Querschnitt, sondern einen einzigen Tag frei davon haben.“
Florian Lechner

Eine Verbesserung würde die Welt bedeuten

Um Florians Situation in Zukunft zu verbessern, macht er regelmäßig Therapie – und investiert gemeinsam mit Ricarda viel Zeit in die Organisation und Bewerbung ihres eigenen App Run Events im Rahmen des Wings for Life World Run. „Auf Reha habe ich das erste Mal den Wings for Life World Run im Fernsehen mitverfolgt. Ich war gefesselt, es hat mich nicht mehr

losgelassen.“ Die ganze Welt läuft zur selben Zeit für die Rückenmarksforschung. „Das hat mir damals einen solchen Aufwind gegeben. Einige Jahre später haben wir selbst einen Lauf mitorganisiert.“ Ihr App Run Event in Saalfelden wächst mit jedem Jahr. „Das ist für uns ein ganz besonderer und positiver Tag.“

Die Hofnung auf eine Heilung ist für die Geschwister unerschütterlich. „Ich wünsche mir, dass nur ein bisschen Gefühl oder ein paar Fähigkeiten wiederkommen. Schon allein die kleinste Verbesserung würde die Welt ausmachen.“ Ricarda ergänzt: „Ich wünsche dir, dass du aufstehen und gehen kannst. Du bist so groß – fast zwei Meter –, und ich möchte wieder zu dir aufschauen.“

Florian nickt. „Ich möchte mich auch einfach wieder allein und ohne Hilfe bewegen können. Ich denke mir so oft nach dem Aufwachen: Bitte heute mal nicht. Heute mal kein Querschnitt, sondern einen einzigen Tag frei davon haben.“ Ricarda ist sichtlich gerührt: „Daran halten wir fest. Bis dahin sind wir füreinander da.“

Mithelfen und beim Wings for Life World Run dabei sein

Entweder bei einem der Flagship Runs oder weltweit mit der App. 100 Prozent aller Startgebühren und Spenden fließen in die Rückenmarksforschung. Alle Infos unter: wingsforlifeworldrun.com

Fotos:
Annemarie
Jäger, Markus Berger
Florian gemeinsam mit Freunden beim eigens organisierten App Run Event in Saalfelden.

EIN AUSFLUG IN DIE WELT DER – Kunst, Kulinarik UND FLIEGEREI ANDERER kein EIN wie ORT

Seit mehr als 20 Jahren ist der Red Bull Hangar-7 am Salzburg Airport eine Institution in der Stadt Salzburg – Landmark und architektonisches Highlight, spannendes Ausfugsziel und kulinarische Ideenschmiede. Das Konzept? Einen Ort zu schafen, an dem Kunst, Kulinarik und die Liebe zur Fliegerei eine inspirierende Symbiose eingehen. Die einem Flügel nachempfundene Konstruktion aus Glas und Stahl ist zum Landeplatz internationaler Spitzenköche geworden und beherbergt neben der historischen Flotte der Te Flying Bulls auch viele weitere Exponate aus dem Red Bull Universum sowie regelmäßig wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Menschen

Hannes Kinigadner ist seit einem MotocrossUnfall querschnittsgelähmt. Sein Vater Heinz Kinigadner gründete gemeinsam mit Dietrich Mateschitz die Wings for Life Stiftung.

Faces of Hope

Über Herzensträume, große Hofnung und einen gemeinsamen Weg in Richtung einer Heilung.

Fotos: Helge Kirchberger
„Ich würde so gerne wieder allein und ohne Hilfe mit dem Pferd ausreiten.

Am liebsten am Strand.“

sie ihrer großen Leidenschaft, dem Reiten, nachging.

Lisa Bednarik verletzte sich, während

Prof. Jan Schwab ist Neurowissenschaftler und Neurologe an der Ohio State University. Er ist Gründungsmitglied, wissenschaftlicher Direktor bei Wings for Life und Entdecker von Immunfehlfunktionen, die eine neurologische Funktionserholung behindern können.

„Wir haben das Potenzial, die Behandlungsergebnisse für Patienten mit Rückenmarksverletzungen bereits in naher Zukunft deutlich zu verbessern.“
„Ich habe es immer geliebt, zu tanzen. Das vermisse ich auch am meisten: mich zur Musik bewegen und die Energie rauslassen.“

Moritz Brückner stürzte beim Surfen auf eine Sandbank und ist seither querschnittsgelähmt. Heute ist er Rollstuhl-Rugbyspieler.

Dr. Verena May ist Executive Director Research Portfolio bei Wings for Life. Sie ist eine wichtige Schnittstelle zu Forschern aus aller Welt und maßgeblich daran beteiligt, dass Spenden behutsam und efektiv eingesetzt werden.

„Es ist längst keine Frage mehr, ob es eine Heilung geben wird, sondern wann.“
„Wenn es eine Heilung gäbe, dann würde ich zum Meer fahren, barfuß am Strand spazieren gehen und den Sand spüren.“

Christina Obwexer war erst siebzehn, als sie am Beifahrersitz eines Freundes saß und die beiden einen Autounfall hatten. Seitdem ist sie querschnittsgelähmt.

„Wir fördern zahlreiche bedeutende Forschungsprojekte. Jedes einzelne ist ein entscheidendes Puzzlestück auf dem Weg zur Heilung von Rückenmarksverletzungen.“

Dr. Beatrice Sandner ist Neurowissenschaftlerin und Research Portfolio Manager bei Wings for Life. Sie spezialisierte sich auf die Regenerationsfähigkeit neuraler Stammzellen sowie auf zellbasierte Therapieansätze.

Scientifc Meeting 2025

Unser Scientifc Meeting vereint jedes Jahr die führenden Köpfe der Neurowissenschaften.

EINE ZUSAMMENKUNFT IN SECHS HIGHLIGHTS.

Platz für Meister

Heuer trafen sich 112 Forscher, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Querschnittslähmung heilbar machen. Die Red Bull Arena, sonst Schauplatz spannender Fußballspiele, wurde zur Bühne für den wissenschaftlichen Austausch. Wie im Sport zählen auch in der Forschung Teamgeist, Ausdauer und Leidenschaft, um große Ziele zu erreichen. Jeder Beitrag ist wichtig – doch erst im Zusammenspiel entsteht Wissenschaft, die den entscheidenden Trefer landen kann.

Internationale Bühne

Mit Teilnehmern aus fünfzehn Ländern – darunter die USA, Kanada, Uruguay, Japan, Deutschland und Frankreich – wurde Salzburg zum Zentrum der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Forscher von renommierten Instituten wie der Charité Berlin, der University of Massachusetts oder der Yale University sorgten für einen hochkarätigen Austausch.

Unveröfentlichtes Wissen

Das Scientific Meeting ist auch deshalb so besonders, weil hier Forschungsergebnisse präsentiert werden, die außerhalb der Konferenz noch niemand kennt. Von innovativer Grundlagenforschung bis zu klinischen Studien – die Vielfalt der Themen zeigte, wie dynamisch das Forschungsfeld ist. Insgesamt wurden 59 Projekte vorgestellt, davon 23 als LivePräsentationen auf der Bühne und 36 als Posterbeiträge. Auch in den Kafeepausen und beim gemeinsamen Barbecue am Abend stand immer der Dialog über aktuelle Projekte im Mittelpunkt.

Schnell, schneller, Data Blitz

Drei Minuten – so lange haben die Wissenschaftler beim Data Blitz Zeit, ihre Projekte vorzustellen: schnell, prägnant, auf den Punkt. Das kompakte Format gab einen schnellen Überblick über aktuelle Entwicklungen. In den anschließenden PosterSessions konnten die Studien dann im Detail diskutiert werden.

Junge Talente, große Ideen

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs stand im Rampenlicht: Charlotte Decourt, Postdoktorandin am Imperial College London, wurde für ihren Beitrag zur Rolle der Leber bei der Wundheilung mit dem Posterpreis ausgezeichnet.

Fotos: Limex Images/Jörg Mitter, Andreas Schaad
„Ich empfnde große Dankbarkeit für diese Anerkennung.“
Prof. Milan
(†)
Ein Leben für die Forschung

Ein besonders bewegender Moment war die Ehrung von Prof. Milan Dimitrijevic (†) für sein Lebenswerk. Dr. Monica Perez würdigte in ihrer Laudatio seinen Pioniergeist. Als Hannes und Heinz Kinigadner den Preis überreichten, wurde es still im Saal. Nach Hannes’ Unfall war es Prof. Dimitrijevic, der ihm als einer der Ersten wieder Hofnung schenkte. Seine Forschung inspiriert bis heute (mehr dazu auf Seite 48).

Dimitrijevic

Spitzenspender mit einer Mission

Jede Erfolgsgeschichte hat irgendwo ihren Anfang. Die von Menno Streefland beginnt mit einer persönlichen Katastrophe.

Menno beim Skifahren in Österreich – noch bevor der Unfall passierte.

Vor drei Jahren stürzt der gebürtige Holländer beim Skifahren in der Zillertal Arena, kommt von der Piste ab und rutscht zehn Meter in unwegsamem Gelände. Dabei verletzt sich Menno schwer. Nach der Rettungsaktion diagnostizieren die Ärzte im Krankenhaus eine Querschnittslähmung. „Kein Querschnitt ist wie der andere, und ich habe das Privileg, dass mein

Rückenmark nicht komplett verletzt wurde. Mir blieben einige Körperfunktionen erhalten“, erklärt der 30-Jährige bei seinem Besuch in unserer Stiftung in Salzburg.

Menno kann wieder gehen Auch durch intensives Training schaft Menno es heute, kurze Wege zu Fuß zurückzulegen. „Mir fällt es schwer, die Balance zu halten,

Menno hat eine inkomplette Querschnittslähmung –er kann kurze Strecken ohne Rollstuhl und mit Gehhilfe zurücklegen.

„Ich möchte, dass sich meine Situation weiter verbessert. Und dass es auch für die unzähligen anderen Betrofenen bald Heilung gibt.“
Menno Streefland

Menno vertreibt Rückenprotektoren und hilft Menschen so, sich beim Sport besser zu schützen.

deshalb benutze ich für Strecken, die länger als 500 Meter sind, meinen Rollstuhl. Viele Gebäude in den Niederlanden sind leider nicht barrierefrei – und Toiletten sind fast immer irgendwo die Stiege rauf oder runter.“ Trotz der Hürden im Alltag ist Menno stolz auf sich. „Meine Freundschaften und die Beziehungen zu meiner Familie und meiner Freundin haben sich nicht verändert. Mein Körper hat sich verändert – aber ich bin immer noch derselbe wie vor drei Jahren.“

Rückenprotektoren für die gute Sache Jetzt will Menno mehr: „Nach meinem Unfall habe ich Rückenprotektoren auf den Markt gebracht und vertreibe sie mittlerweile

sehr erfolgreich. ‚spines‘ soll Menschen beim Sport schützen, damit sie nicht dasselbe erleben müssen wie ich.“ Und es kommt noch besser. „Mit jedem Verkauf gehen 15 Euro an Wings for Life“, erklärt Menno. So ist es dem jungen Holländer mit seiner großartigen Initiative bereits jetzt gelungen, 150.000 Euro für die Rückenmarksforschung zu sammeln. „Ich möchte, dass sich meine Situation weiter verbessert – und dass es auch für die unzähligen anderen Betrofenen bald Heilung gibt.“

Mennos

Geschichte und weitere Informationen zu seinen Rückenprotektoren gibt es unter spines.nl

Eine Hofnung namens NVG-291

In den USA testen Forscher derzeit einen Wirkstof, der einen Durchbruch bedeuten und Millionen von Menschen neue Hofnung bringen könnte.

„Ich saß am Rücksitz. Wir kamen von der Straße ab und prallten gegen einen Telefonmast.“
Niko Paskos

Rollstühle surren leise über den Boden. Gehhilfen klackern, gedämpfte Stimmen füllen die lichtdurchfuteten Räume. Das Shirley Ryan AbilityLab in Chicago ist ein Ort der Zuversicht. Hier arbeitet Dr. Monica Perez mit ihrem Team an einem Wirkstof, der das Unmögliche möglich machen könnte: Nervenzellen nach einer Querschnittslähmung zur Regeneration zu bringen. Der Name: NVG-291 Seine Wirkung hat das Potenzial, Leben zu verändern: „In unserem Forschungsbereich gab es schon viele klinische Studien. Aber dieser Ansatz, der darauf abzielt, Neuronen zu regenerieren und ihr Wachstum zu fördern, ist wirklich etwas Besonderes“, erklärt die Studienleiterin.

Die Blockade überwinden

Das Rückenmark ist wie ein Datenhighway, auf dem Signale zwischen Gehirn und Körper hin- und hergeschickt werden. Bei einer Verletzung wird dieser Highway blockiert, und die Nerven können die Verbindung nicht wiederherstellen. Narbengewebe, das sich an der Verletzungsstelle bildet, verhindert, dass die Nervenfasern nachwachsen. Einige Ansätze zielen darauf ab, die wachstumshemmenden Stofe in diesem Narbengewebe abzubauen.

Doch Dr. Monica Perez und das Unternehmen NervGen Pharma Corp. gehen einen anderen Weg: Statt die Hemmstofe direkt anzugreifen, blockieren sie deren

Der Wirkstof wird den Patienten direkt unter die Haut injiziert.

Andockstelle – den sogenannten Sigma-Rezeptor, eine Art Kontrollzentrum im Narbengewebe. Hier kommt NVG-291 ins Spiel. Dieser neuartige Wirkstoff wird unter die Haut injiziert. Er soll das Narbengewebe durchlässig machen und geschädigte Nerven dazu anregen, sich zu regenerieren und neue Verbindungen zu bilden. Das Besondere: NVG-291 setzt an der Ursache der Schädigung an –nicht nur an den Symptomen.

Die Forschung zu diesem Ansatz begann bereits in den 1990erJahren im Labor des US-amerikanischen Neurowissenschaftlers Prof. Jerry Silver. Er beschrieb erstmals, wie Narbengewebe über der

Der sogenannte GRASSP-Test kommt zum Einsatz, um die Greifbewegung der Hände und Finger zu testen.

Die klinische Studie wird im Shirley Ryan AbilityLab in Chicago, USA, durchgeführt.

Verletzungsstelle das Nachwachsen von Nerven verhindert – eine Erkenntnis, die das Verständnis von Rückenmarksverletzungen nachhaltig veränderte. Dr. Monica Perez hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus dieser bahnbrechenden Entdeckung eine wirksame Behandlung für Betrofene zu entwickeln. „Was mich antreibt, sind unsere Patienten. Es gibt noch keine Heilung und keine zugelassene Behandlung. Mit unserer NervGen­ Studie wollen wir genau diese Lücke schließen“, sagt die gebürtige Chilenin, die seit über zwanzig Jahren in der Rückenmarksforschung tätig ist.

Zurück ins Leben

Doch was bedeutet diese Forschung für Menschen, deren Leben aufgrund einer Rückenmarksverletzung auf den Kopf gestellt wurde? Einer von ihnen ist Niko Paskos, ein Teilnehmer der NervGen ­ Studie. Für ihn könn ­

te der Erfolg des Wirkstofs alles verändern. Der zwanzigjährige Amerikaner war gerade von einem Austauschsemester in Hawaii zurückgekehrt, als sein Leben eine dramatische Wendung nahm. „Ich weiß noch, dass ich das Gefühl hatte, alles sei möglich. Ich wollte die Welt erobern, war jeden Tag surfen oder laufen und habe es geliebt, aktiv zu sein“, erzählt Niko. Doch dann kam der Unfall.

Es war ein regnerischer Abend, als er mit Freunden unterwegs war: „Ich saß am Rücksitz. Wir kamen von der Straße ab und prallten gegen einen Telefonmast.“ Vier Tage später wachte Niko im Krankenhaus auf. Die Diagnose: eine schwere Gehirnerschütterung, zahlreiche Knochenbrüche und eine inkomplette Rückenmarksverletzung auf Höhe C7, im unteren Bereich der Halswirbelsäule. „Ich war an ein Beatmungsgerät angeschlossen und konnte nicht sprechen. Ich lag einfach nur da,

„Was mich antreibt, sind unsere Patienten. Es gibt noch keine Heilung und keine zugelassene Behandlung. Mit unserer Studie wollen wir genau diese Lücke schließen.“

Dr. Monica Perez

während die Ärzte mir alles erklärten. Es gibt kein Handbuch, das einem sagt, wie man mit so einer Nachricht umgehen soll.“

Niko wusste nicht, wie es weitergehen würde. Die Ärzte meinten, er würde womöglich nie wieder gehen können. „In den ersten Wochen nach meiner Verletzung war es besonders hart“, so der Texaner. Niko brauchte bei allem Hilfe. Um aus dem Bett zu kommen. Um sich zu duschen oder die Toilette benutzen zu können. Er machte viel Rehabilitation, in der Hofnung, dass einige Körperfunktionen zurückkommen würden.

„Bei einer Verletzungshöhe wie meiner sind vor allem die Hände und Finger betroffen.“ Kleinigkeiten wie einen Reißverschluss zu schließen, einen Türknauf zu benutzen oder die Geldbörse aus der Hose zu ziehen, sind für Niko dadurch unglaublich schwer. Genau für Menschen wie Niko ist

NVG-291 gedacht: „Wir testen Personen mit einer Verletzung des zervikalen Rückenmarks. Das bedeutet, dass sowohl Arme als auch Beine betrofen sind. Diese Personen haben Probleme, nach Dingen zu greifen – aber auch die Beine und damit ihre Fortbewegung sind betrofen“, erklärt Dr. Perez.

Trotz der Herausforderungen ist Niko optimistisch: „Ich fnde es unglaublich, dass ich Teil dieser bahnbrechenden Forschung bin, und kann es kaum erwarten, zu sehen, wohin das führt – weil ich im Herzen wirklich glaube, dass dieses Medikament das Leben von Millionen von Menschen verändern wird.“

Aus Forschung wird Hofnung Von der ersten Laborforschung bis hin zur klinischen Studie und dem Einschluss des ersten Patienten 2023 war es ein langer Weg.

Auch wenn die Ergebnisse vorläufg sind und es weiterer Tests bedarf, gibt es erste beeindruckende Hinweise auf eine verbesserte Handfunktion. Die Fortschritte wurden selbst bei Patienten erzielt, deren Verletzung schon Jahre zurückliegt. Das beweist, dass funktionelle Verbesserungen auch lange nach einer Verletzung möglich sind.

In einem weiteren Teil der NervGen­ Studie wird derzeit untersucht, welchen Efekt die Behandlung in der akuten Phase, also wenige Tage nach der Verletzung, auf die Regeneration hat. Es ist denkbar, dass diese Behandlung in Zukunft auch die Beinfunktion verbessern könnte.

Für viele Betrofene bedeutet das nicht nur einen medizinischen Durchbruch, sondern einen echten Hofnungsschimmer auf ein neues Leben ohne Einschränkungen.

Auch für Niko Paskos, der sagt: „Wenn diese Studie erfolgreich ist, dann laufe ich als Erstes zum Flughafen und steige in ein Flugzeug nach Hawaii. Das ist mein Plan. Ich brauche dann kein Auto mehr – ich laufe zum Strand, über den Strand … und höre wahrscheinlich nie wieder auf zu laufen.“

Wie wir unterstützen:

Wings for Life hat die NervGenStudie aktiv unterstützt und über das „Accelerated Translational Program“ mit 3,3 Millionen Euro co-gefördert.

Vielen Dank, dass Sie mit Ihren Spenden Projekte wie dieses ermöglichen und dazu beitragen, eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden.

Niko ist optimistisch, dass NVG-291 das Leben vieler Menschen verändern wird.
Foto:
Marv Watson

LAUFEN FÜR DIE, DIE ES

Wenn die ganze Welt läuft

Ein Startsignal, Millionen Schritte – ein Tag, der unendlich viel Hofnung macht.

DAS IST DER WINGS FOR LIFE WORLD RUN.

Global Race Control, München. 12.30 Uhr. Monitore fackern, die Headsets klicken, der Countdown läuft. Hier tummeln sich über zweihundert Menschen in identischen Shirts –und Tausende mehr arbeiten rund um den Globus. Es sind nur noch wenige Momente bis zum Start des Wings for Life World Run – des größten Laufevents der Welt. Alex Höller reibt sich die Stirn. Die Anspannung steigt. Man könnte glauben, nach so vielen Jahren wäre er als Projektleiter nicht mehr nervös. Aber an diesem Tag spürt er die Aufregung. „Es gibt so viele Dinge, die schiefgehen können. Man weiß nie, was passiert“, erzählt Höller.

Die rollende Ziellinie

Alles hat 2014 mit einer Idee begonnen: „Ich habe mich immer geärgert, dass die Läufer, die als Letzte ins Ziel kommen, nicht mehr beachtet werden. Es musste doch etwas geben, wo die Letzten die Ersten sind“, so Hello Haas, der als Erfnder dieses Eventfor-

mats gilt. Er traf sich damals mit Anita Gerhardter, CEO von Wings for Life, um ihr seine Idee vorzustellen. Es war die Geburtsstunde des Wings for Life World Run: „Der World Run ist im Grunde genommen ein Wahnsinn. Technisch, logistisch, organisatorisch. Wenn ich die Komplexität dieser Veranstaltung geahnt hätte, dann hätte ich mich wahrscheinlich nicht drübergetraut“, schmunzelt Anita Gerhardter. Und doch war sie von der Idee begeistert.

Es war das erste Event seiner Art, bei dem weltweit gleichzeitig gestartet wird – ohne klassische Ziellinie. „Die Idee der rollenden Ziellinie ist genial“, sagt Gerhardter. Statt auf ein Band zuzulaufen, laufen alle vor dem Catcher Car davon. Dreißig Minuten nach dem Start setzt es sich in Bewegung und holt die Teilnehmer von hinten ein. Beim Flagship Run als physisches Auto, bei Teilnahme über die App virtuell. Wer überholt wird, ist im Ziel – und hat seine persönliche Bestleistung.

Druck, Tempo, Leistungslevel? Nebensache! Ob im Rollstuhl, als Spaziergänger oder Läufer: Beim Wings

Der schönste Tag im Jahr: 2025 nahmen 310.719 Menschen beim Wings for Life World Run teil und sammelten gemeinsam unglaubliche 8,6 Millionen Euro.

„ Die Idee der rollenden Ziellinie ist genial.“
Anita Gerhardter

for Life World Run geht es nicht darum, ein Rennen zu gewinnen, sondern darum, für diejenigen zu laufen, die es nicht können.

Ein Lauf als Wendepunkt

Sandile Mkhize ist einer dieser Menschen. Nach einem Motorradunfall verbrachte er zwei Jahre im Krankenhaus. Er hatte mehr als dreißig Operationen und ist nun querschnittsgelähmt. Der Südafrikaner hatte sich damals zu Hause völlig isoliert, traf weder seine Freunde noch seine Familie: „Ich war an einem Punkt in meinem Leben, wo ich nicht mehr hier sein wollte. Ich wollte aufgeben“, so Sandile.

Eine Therapeutin erzählte ihm eines Tages von einem ganz besonderen Lauf. Einem Lauf, bei dem die ganze Welt für eine Heilung von Querschnittslähmung an den Start geht. Sandile traf eine Entscheidung. Er wollte kämpfen. Die Teilnahme am Lauf war für ihn der Wiedereinstieg ins Leben: „Ich bin dankbar für alle, die mitmachen. Ich glaube, dass wir eine Heilung

Ein Mann und seine Idee: Ohne Hello Haas gäbe es den Wings for Life World Run  in seiner jetzigen Form nicht.

Anita Gerhardter, CEO der Wings for Life Stiftung, beim Flagship Run in Zadar, Kroatien.
Anita Gerhardter beim allerersten Startschuss des Wings for Life World Run im Jahr 2014

Der Wings for Life World Run hat Sandile Mkhize neue

Hofnung geschenkt.
„Ich bin dankbar für alle, die mitmachen. Ich glaube, dass wir eine Heilung fnden werden – wenn wir genug dafür tun. Mitmachen ist also eine Möglichkeit, die Welt ein Stück besser zu machen.“
Sandile Mkhize

fnden werden – wenn wir genug dafür tun. Mitmachen ist also eine Möglichkeit, die Welt ein Stück besser zu machen.“

Es kann jeden trefen Schätzungen der WHO zufolge erleiden jedes Jahr rund 250.000 Menschen eine Rückenmarksverletzung, etwa die Hälfte infolge von Verkehrsunfällen. Hier setzt die Wings for Life Stiftung an. Alle Startgelder und Spenden, die durch den Wings for Life World Run gesammelt werden, ießen direkt in die Forschung. Das ist möglich, weil Red Bull für sämtliche Kosten der Veranstaltung au ommt: „Wir investieren jeden erlaufenen Euro in vielversprechende Forschungsprojekte und unterstützen damit brillante Forscher“, erklärt Anita Gerhardter. Mehr als dreihundert Projekte wurden seit Gründung der Stiftung gefördert. Immer mehr davon schaffen den Sprung in die klinische Anwendung: „Es gibt zum Beispiel klinische Studien, wo Menschen lernen, die Muskeln in ihren Beinen wieder anzusteuern. Das macht wirklich Hofnung.“

Der Domino-Efekt

Bei der ersten Ausgabe im Jahr 2014 wurden viele Wissenschaftler auf den Wings for Life World Run aufmerksam. Querschnittslähmung wurde präsenter – und die Anzahl der Forschungsanträge, die bei der Wings for Life Stiftung eingingen, stieg enorm: „Wir haben diesen einen Dominostein zu Fall

Die Global Race Control ist das Herz des Wings for Life World Run. Hier laufen alle Fäden zusammen. gebracht, und jetzt hat eine Kettenreaktion eingesetzt. Jeder einzelne Teilnehmer ist wichtig. Die Einnahmen daraus wirken wie ein Turbo für die Rückenmarksforschung –gemeinsam werden wir in der Lage sein, das scheinbar Unmögliche zu schafen.“

Ein Tag der Hofnung

Zurück in der Global Race Control, ein Sonntag im Mai. Alle versammeln sich in einem großen Raum. Alex Höller eröfnet den Tag und hält eine Ansprache an das Wings for Life World Run Team. „Der Grund, wieso wir alle hier sind, ist Hello Haas. Er hatte die verrückte Idee, vor einem Auto wegzulaufen.“

Ein Lachen geht durch den Raum, man spürt die Energie und Vorfreude. Alle machen sich bereit, erneut den größten Lauf der Welt abzuhalten. Ein Event, das so viel mehr ist als eine Laufveranstaltung.

Für Betrofene wie Florian Lechner ist es ein Tag echter Hofnung. Seit einem Unfall beim Bergsteigen ist er querschnittsgelähmt und organisiert gemeinsam mit seiner Schwester selbst ein App Run Event: „Man bekommt so viel Rückhalt. Alle laufen für eine gute Sache, für Menschen wie mich. Es fühlt sich an wie Geburtstag und Weihnachten zusammen.“

„Es gibt so viele Dinge, die schiefgehen können. Man weiß nie, was passiert.“
Alex Höller

Alex Höller überwacht den Start der Catcher Cars – welt weit und zur gleichen Zeit.

Mitmachen 2026

Der nächste Wings for Life World Run findet am 10. Mai 2026 statt. Mitlaufen geht überall: bei einem der großen Flagship Runs oder mit der Wings for Life World Run App. Direkt von der eigenen Haustür aus oder gemeinsam bei  einem regional organisierten App Run Event.

Alle Infos zur Anmeldung unter: wingsforlifeworldrun.com

Die Doku „Wenn die ganze Welt läuft“ hier bei ServusTV On streamen:

Der Vater der Elektrostimulation

Die Rückenmarksforschung trauert um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten: Milan Dimitrijevic galt als Pionier der modernen Elektrostimulation. Wir hatten die Ehre, den Ausnahmeforscher zu einem letzten Gespräch zu trefen.

Milan Dimitrijevic (†) war Neurologe, Neurophysiologe und eine wahre Koryphäe in der Welt der Rückenmarksforschung.

Ein bewegender Moment beim alljährlichen Scientific Meeting: Milan Dimitrijevic wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Dr. Monica Perez würdigt in ihrer Laudatio seinen Pioniergeist.

Prof. Milan Dimitrijevic, seit einem halben Jahrhundert prägen Sie die Neurologie – was hat Sie damals dazu inspiriert? Ich war schon in jungen Jahren fasziniert vom Nervensystem. Es steuert Bewegungen und beeinflusst den gesamten Körper. Besonders hat mich interessiert, welche Auswirkungen neurologische Verletzungen haben. Diese Neugier führte mich zur Medizin. Mein Ziel war immer, Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu helfen und ihr Leben sowie ihre Bewegungsfähigkeit zu verbessern.

Was waren die größten Hürden auf diesem Weg?

Das langsame Tempo, mit dem wissenschaftliche Entdeckungen in praktische Behandlungen umgesetzt werden. Die Neurologie ist ein unglaublich komplexes Gebiet, und es dauert Jahre, manchmal Jahrzehnte, bis neue Thera pien gründlich erforscht und getestet werden. Zudem ist es schwierig, Erkenntnisse aus dem Labor in die klinische Anwendung zu bringen, besonders bei so komplexen Krankheitsbildern wie Rückenmarksverletzungen.

Was hat sich trotzdem im Laufe Ihrer Karriere verändert? Wir haben immer besser verstanden, wie sich das Nervensystem

nach einer Verletzung anpassen und erholen kann und wie man diese Veränderungen, etwa durch zelluläre Therapien, für die Heilung nutzen kann. Wir wissen heute besser, wie man die Genesung nach einer Rückenmarksverletzung gezielt stimulieren kann.

Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse in der Erforschung von Rückenmarksverletzungen? Im Jahr 1968 entdeckte ich, dass durch Elektrostimulation gelähmte Gliedmaßen elektronisch gesteuert werden können.

Was ist der entscheidende Erfolgsfaktor dieser Therapien? Entscheidend sind die verbliebenen Funktionen eines Patienten und wie diese neu geleitet und

verarbeitet werden. Besonders wichtig ist ein möglichst früher Behandlungsbeginn.

Welche Rolle spielen Stiftungen wie Wings for Life in der Rückenmarksforschung?

Sie sind entscheidend, um Forschung zu ermöglichen und ihre Anwendung in der Praxis voranzutreiben. Sie fördern Zusammenarbeit, fnanzieren wichtige Forschungsprojekte, stärken das öfentliche Bewusstsein und helfen, Innovationen in die klinische Anwendung zu bringen. Zusammengefasst: Sie beschleunigen die Entwicklung bahnbrechender Therapien für neurologische Erkrankungen.

Beim diesjährigen Wings for Life Scientific Meeting wurde Ihr Lebenswerk geehrt. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich?

Ich empfnde große Dankbarkeit für diese Anerkennung. Gleichzeitig denke ich an die vielen Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Es dauert Jahre, einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Trotz aller Widrigkeiten ist es wichtig, weiterzumachen und andere zu ermutigen.

Wir geben die am häufigsten gestellte – und schwierigste –Frage an Sie weiter: Gibt es Hofnung für Menschen mit Querschnittslähmung?

Ja, es gibt Hofnung. Fortschritt braucht Zeit, aber wir haben bereits bedeutende Entwicklungen erzielt. Schon heute werden The rapien eingesetzt, um Spastik zu kon­

„Er hat mir damals viel Hofnung gegeben.“

Hannes Kinigadner

Hannes Kinigadner und sein Vater Heinz wissen aus eigener Erfahrung, wie viel Unterstützung Prof. Dimitrijevic Betrofenen im Laufe seiner Karriere geschenkt hat. Nach Hannes’ Unfall und der Rückkehr aus der Reha im Jahr 2004 begegneten sie ihm zum ersten Mal persönlich – ein Moment, der ihnen neuen Mut gab. Heinz Kinigadner erinnert sich besonders an das beeindruckende Engagement von Prof. Dimitrijevic: „Er war weltweit unterwegs, um sein Wissen über Elektrostimulation unermüdlich weiterzugeben.“

Für Hannes Kinigadner war er nach dem Unfall eine wichtige Stütze: „Er hat mir viel Hofnung gegeben und war in dieser schwierigen Zeit an meiner Seite.“ Beide sind überzeugt: Ohne Dimitrijevics Pionierarbeit wäre die Elektrostimulation heute nicht so weit entwickelt.

Der gebürtige Serbe widmete sein gesamtes Leben der Rückenmarksforschung.

trollieren und die Ausdauer beim Stehen und Gehen zu verbessern. Weitere Lösungen zur Erzeugung funktioneller Bewegungen sind in Entwicklung. Eine vollständige Wiederherstellung der Rückenmarksfunktion ist derzeit noch nicht möglich, aber es gibt defnitiv Fortschritte – und wir können mit weiteren Verbesserungen rechnen.

Welche Lebensphilosophie prägt Ihre Sichtweise?

Was wünscht sich der private Milan Dimitrijevic von der Zukunft?

1931–2025

Prof. Milan R. Dimitrijevic

Ein Leben für die Neurologie

Prof. Milan R. Dimitrijevic wurde 1931 in Niš, Jugoslawien, geboren. Er zählte zu den Pionieren der restaurativen Neurologie – jenes Fachgebiets, das sich der Wiederherstellung von Nervenfunktionen widmet. Nach dem Medizinstudium in Ljubljana promovierte er in humaner Neurowissenschaft. Forschungsaufenthalte an renommierten Instituten wie dem KarolinskaInstitut in Stockholm und dem University College London prägten seine wissenschaftliche Laufbahn.

Ich sehe Hilfe als eine gleichberechtigte Beziehung. Beeinträchtigungen bringen oft verborgene Fähigkeiten hervor, die uns helfen, das Potenzial betroffener Menschen besser zu erkennen. Es ist wichtig, Menschen mit Beeinträchtigungen zu stärken, sodass jeder einen aktiven und positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten kann. Eine Beeinträchtigung hemmt nicht das Wachstum, sie eröfnet neue Wege.

Ende der 50er­Jahre als angehender Forscher

Dass die Forschung weiterhin effektive und zugängliche Therapien für Rückenmarksverletzungen hervorbringt. Besonders gespannt bin ich auf die nächste Generation von Medizinern und darauf, wie Menschen mit Rückenmarksverletzungen künftig so viel wie möglich von ihrem Leben vor der Verletzung zurückgewinnen können.

Professor Dimitrijevic leitete von 1987 bis 1997 die Abteilung für menschliche Neurobiologie und restaurative Neurologie am Baylor College of Medicine und setzte Maßstäbe für die Entwicklung der epiduralen Rückenmarksstimulation. Diese Methode, die Funktionen des Rückenmarks aktiviert, legte das Fundament für wegweisende Forschungen anderer renommierter Forschungsgruppen, darunter Susan Harkema, Grégoire Courtine und andere.

Lebenswerk eines Visionärs Bereits um 2000 entwickelte Prof. Dimitrijevic gezielte Stimulationsmethoden für Muskeln und lumbale Rückenmarksstrukturen, die für die Bewegungsfähigkeit von Beinen und Becken entscheidend sind –ein Durchbruch für die Behandlung motorischer Störungen. Er gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet und veröfentlichte 224 Forschungsberichte, 190 Artikel in Fachzeitschriften, 56 Kapitel in Büchern zur Neurorehabilitation sowie fünf Bücher zur restaurativen Neurologie.

Prof. Dimitrijevic in seinem Labor Gemeinsam mit Monica Perez in Salzburg

Unsere Forschungsprojekte

1

Querschnittslähmung heilen

15 Länder

Australien

Belgien

Deutschland

Frankreich

72 aktuell laufende Forschungsprojekte

Großbritannien

Japan

Kanada

Neuseeland

Grundlagen Überprüfung von grundlegenden wissenschaftlichen Themen

Präklinik Untersuchung der gewonnenen Erkenntnisse im lebenden Organismus

Klinik Erprobung von Therapien und Medikamenten am Menschen

Österreich

Portugal Schweden

Schweiz

3

Spanien

Uruguay USA

3 Forschungsbereiche

1

Bioinformatik Rehabilitation

Plastizität Regeneration Neuroprotektion Rekonstruktion 6

7

3

3

Talente im Fokus

Dr. Ilaria Palmisano ist Neurowissenschaftlerin und Assistenzprofessorin an der Ohio State University.

Dr. Palmisano, was hat Sie dazu inspiriert, Forscherin zu werden?

Tiefe Neugier und der Nervenkitzel, etwas zu entdecken. Ich liebe es, Neues zu enthüllen, bestehende Überzeugungen herauszufordern und so neue Innovationen zu ermöglichen.

Was fasziniert Sie am meisten an der Neurowissenschaft?

Am meisten fasziniert mich die Komplexität des Nervensystems und die Tatsache, dass wir noch nicht alle seine Geheimnisse entschlüsselt haben.

Wie würden Sie Ihr aktuelles Projekt beschreiben?

Rückenmarksverletzungen haben zur Folge, dass Betroffene sich nicht mehr bewegen und nichts

mehr spüren können, da sich beschädigte Nerven im zentralen Nervensystem von Erwachsenen nicht regenerieren können. Ein Grund dafür ist, dass sie Schwierigkeiten haben, die nötigen Gene für das Wachstum zu aktivieren. Wir haben herausgefunden, dass die Art und Weise, wie sich DNA in Zellen faltet, entscheidend ist, um diese Gene wieder einzuschalten. In meinem Labor erforschen wir, wie wir diese 3D-Struktur der DNA verändern können, um das Nachwachsen von Axonen zu fördern.

Was motiviert Sie an herausfordernden Tagen?

Fortschritt. Ich sehe Herausforderungen als natürlichen Teil davon. Je weiter wir kommen, desto komplexer werden die Fragen – und damit auch die Herausforderungen. Aber die Freude, diese Hindernisse zu überwinden und etwas Neues zu entdecken, treibt mich an.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Rückenmarksforschung?

Dass wir eines Tages keine Forschung mehr für Rückenmarksverletzungen brauchen – weil wir eine Heilung gefunden haben.

Gab es ein Vorbild, das Ihren Weg beeinflusst hat?

Alle meine Lehrer und Betreuer haben mich geprägt, zuerst während meiner Ausbildung und später in meiner Entwicklung als Wissenschaftlerin. Aber derjenige, der meinen Weg am meisten geprägt hat, war Simone Di Giovanni. Ich habe zehn Jahre mit ihm gearbeitet, und er war das inspirierendste Vorbild. Er hat mir beigebracht, keine Angst vor unkonventionellen Ideen zu haben.

Gibt es Meilensteine, auf die Sie besonders stolz sind?

Ja, von wichtigen Entdeckungen in meiner Forschung bis zur Gründung meines eigenen Labors – jede davon war eine bedeutende Errungenschaft.

Wie entspannen Sie sich nach einem langen Arbeitstag?

Ich lese gerne Romane und trainiere Kung­Fu. Ich habe auch kürzlich mit klassischem Ballett angefangen!

Haben Sie ein persönliches Mantra oder eine Philosophie?

Liebe das, was du tust. Tue das, was du liebst.

„Mich fasziniert die Komplexität des Nervensystems und die Tatsache, dass wir noch nicht alle seine Geheimnisse entschlüsselt haben.“

Ilaria Palmisano erforscht Mechanismen der axonalen Regeneration, also, wie Nervenfasern nach Verletzungen repariert werden können. Sie möchte diese therapeutisch nutzbar machen –eine Schlüsselstrategie, um eine Heilung zu ermöglichen.

Mehr dazu unter: wingsforlife.com/forschung

imProjekteRampenlicht 7

Forscher aus aller Welt arbeiten unermüdlich daran, eine Heilung für Querschnittslähmung zu fnden. Wir haben uns sieben Forschungsprojekte genauer angesehen – und präsentieren einen bedeutenden Meilenstein.

Sarah Brüningk ist Assistenzprofessorin und forscht an der ETH Zürich sowie an der Universität Bern in der Schweiz.

Hofnung durch smarte Datenanalyse

Sarah Brüningk, ETH Zürich, Schweiz

Für klinische Studien mit Querschnittsverletzten ist es entscheidend, den Heilungsverlauf richtig einzuschätzen und vorherzusagen. Dabei müssen sowohl der Gesundheitszustand der Betrofenen als auch die individuellen Merkmale der Verletzung berücksichtigt werden. Um das zu verbessern, wollen Schweizer Forscher neue Wege gehen. Sie werten die Daten von Tausenden Patienten mit modernster Datenanalyse aus. Mithilfe von künstlicher Intelligenz könnten so künftig personalisierte Behandlungspläne entstehen, die den Erfolg klinischer Studien maßgeblich steigern.

Mithilfe von künstlicher Intelligenz könnten künftig personalisierte Behandlungspläne entstehen, die den Erfolg klinischer Studien maßgeblich steigern.

Regeneration dank Recycling

Alejandro ArrieroCabañero, National Hospital of Paraplegics, Toledo, Spanien

Fresszellen sind die Müllabfuhr des Körpers. Sie beseitigen zum Beispiel Zelltrümmer nach einer Verletzung. Bei einer Rückenmarksverletzung wird ihre Aktivität jedoch durch chronische Entzündungen gehemmt. Schädlicher Zellabfall wie zerstörte

Alejandro Arriero-Cabañero, Doktorand am Hospital Nacional de Parapléjicos in Toledo.

Hüllschichten von Nervenzellen wird dann nicht mehr entsorgt. Wissenschaftler in Katalonien versuchen diesen Recyclingprozess jetzt biochemisch anzukurbeln. Dafür setzen sie sogenannte synthetische Retinsäure­Rezeptor(RAR­)Agonisten ein. Ihr Ziel: ein Medikament, das die Abfallprodukte beseitigt und die Grundlage dafür schaft, dass Nervenzellen wieder nachwachsen und neue Hüllschichten bilden können.

Elektrisierende Bewegung

Meist sind nach einer Rückenmarksverletzung noch einige Nervenverbindungen intakt – aber zu wenige, um Körperfunktionen zu erhalten. Genau hier setzen Schweizer Forscher an: Sie wollen die verbliebenen Nervenbahnen mithilfe von elektrischer Stimulation reaktivieren. In ihrer Studie werden operativ Elektroden im Mittelhirn des Patienten eingesetzt, um zentrale Schaltstellen für das Gehen gezielt zu stimulieren. Durch diese Technik könnten Betrofene auf eine deutlich bessere Erholung hofen und ihre Bewegungsfähigkeit verbessern.

Nervenschalter umlegen

Rosa Laura Depau, King’s College London, Großbritannien

Es gibt zwei Hauptfaktoren, die das Nervenwachstum nach einer Verletzung behindern: die eingeschränkte Fähigkeit der Nervenfasern, erneut auszuwachsen, und komplexe, wachstumshemmende Prozesse innerhalb des Rückenmarks. Britische Neurowissenschaftler untersuchen derzeit Moleküle, die diese Blockaden überwinden könnten. Eines davon ist Protrudin – ein Molekül, das gezielt die Regeneration von geschädigten Nervenfasern fördern soll. Im Modellversuch lässt es sich per Gentherapie ins Rückenmark einbringen. Die Forscher hofen, dass Protrudin dort gezielt den Schalter für das Nervenwachstum umlegen kann.

Lennart Stieglitz ist stellvertretender Klinikdirektor an der Neurochirurgie des Universitätsspitals Zürich.

Die Doktorandin Rosa Laura Depau forscht am King’s College in London, Großbritannien.

Benjamin M. Segal ist Leiter der Abteilung für Neurologie an der Ohio State University.

Körpereigene Zelltherapie

Benjamin M. Segal, The Ohio State University, USA

Nach einer Verletzung kann eine Entzündung nützlich oder schädlich sein: Sie unterstützt entweder die Heilung oder schädigt umliegendes Gewebe. US-amerikanische Wissenschaftler wollen jetzt besser verstehen, wie verschiedene Zelltypen auf Verletzungen wirken. Im Fokus stehen sogenannte „unreife Neutrophile“, eine besondere Art von Immunzellen. Aus Stammzellen gewonnen, könnten sie sterbende Nervenzellen schützen und das Nachwachsen durchtrennter Nervenfasern fördern. Langfristig könnte daraus eine Therapie entstehen – mit Immunzellen aus dem eigenen Knochenmark.

Gesucht: das richtige Signal

Will Caferty, Yale University, New Haven, USA

Warum können verletzte Nervenfasern nur schwer wieder neu aussprossen? Die genauen biologischen Abläufe sind bislang kaum erforscht. US-amerikanische Wissenschaftler untersuchen jetzt die Signalwege, die diesen Prozess steuern. Sie wollen herausfnden, wie intensive Rehabilitation bestimmte Gene aktiviert, die das Wachstum von Nerven fördern –und welche Therapien dabei helfen könnten. Mit diesem Wissen könnten Reha-Programme künftig durch ergänzende Therapien verbessert werden.

Will Caferty ist Professor für Neurologie und Neurowissenschaften an der Yale University.

Eine wirksame Allianz

Jarred Grifin, The University of Auckland, Neuseeland, und Frank Bradke, DZNE, Bonn, Deutschland

Neurowissenschaftler aus Auckland und Bonn tüfteln an einer Kombinationstherapie aus gezieltem Rehabilitationsprogramm und der Einnahme von Medikamenten, um die Erholung nach einer Rückenmarksverletzung deutlich zu verbessern. Die einzelnen Wirkstofe haben im Labor bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt. „Pregabalin“ wird unter anderem eingesetzt, um Nervenzellen zu schützen, „Epothilon B“ soll die Narbenbildung verringern, und „Anti-Nogo-A-Antikörper“ sollen das Wachstum von Nervenfasern fördern. Sind die Forscher erfolgreich, könnte daraus schon bald eine klinische Studie entstehen – und damit ein neuer Behandlungsansatz für Betrofene.

Post-Doktorand Jarred Grifin (re.) arbeitet in Kollaboration mit dem Deutschen Frank Bradke, Forschungsgruppenleiter am DZNE in Bonn.

Bedeutender Meilenstein

Michael Kilgard, University of Texas, USA

Darüber freuen wir uns besonders: Die klinische Studie von Prof. Michael Kilgard aus den USA liefert beeindruckende Ergebnisse. Studienteilnehmer mit chronisch-inkompletter Halsmarkschädigung konnten ihre Arm- und Handfunktion deutlich verbessern. Zum Einsatz kam eine Kombination aus intensivem RehaTraining und gezielter elektrischer Stimulation des Vagusnervs, der seitlich am Hals verläuft. Bei der hochmodernen Closed-Loop Vagus Nerve Stimulation (CLV) wird ein winziger Chip am Hals eingesetzt. Die Stimulation erfolgt kabellos über ein Gerät, das wie ein Bügel um den Hals getragen wird und so per App auch bequem zu Hause nutzbar ist. Diese innovative Therapie könnte schon in wenigen Jahren verfügbar sein – und vielen Menschen mehr Selbständigkeit und Lebensqualität ermöglichen. Eine größere Zulassungsstudie ist aktuell in Vorbereitung. Wings for Life hat das Vorläuferprojekt und die aktuelle Studie von Beginn an mit insgesamt 1,1 Millionen Euro unterstützt. Ihre Spende macht den Unterschied – und hilft, wertvolle Forschung zu ermöglichen. Gemeinsam werden wir Querschnittslähmung heilbar machen.

Alle Projekte im Detail unter wingsforlife.com/forschung

Wissen für alle

Was wäre, wenn kein Datensatz mehr verloren ginge? Diese beiden Wissenschaftler machen Forschungsergebnisse aufndbar und nutzbar – für alle.

Die Labore der Welt generieren jedes Jahr unzählige Daten – doch ein Großteil dieser wertvollen Forschungsergebnisse bleibt ungenutzt und verschwindet in der Schublade. Was wäre, wenn all diese Daten frei zugänglich wären und Wissenschaftler gemeinsam daran arbeiten könnten? Genau dieser Vision folgen die Forscher Adam Ferguson und Karim Fouad mit ihrer Plattform „Open Data Commons“. Im Gespräch berichten die beiden Pioniere von ihrem Projekt, das die Wissenschaft revolutionieren soll.

Was war der Anstoß für die Idee einer ofenen Datenplattform?

Karim Fouad: Mir ist im Laufe meiner Arbeit immer wieder aufgefallen, dass mangelnde Transparenz die Forschung ausbremsen kann. Das hat bei mir gelegentlich Zweifel daran geweckt, wie aussagekräftig unsere Modelle wirklich sind. Der Wendepunkt kam aber, als ich Adam bei der Wings for Life Summer School 2014 traf: Er zeigte dort, wie groß angelegte Datenanalysen neue Erkenntnisse ermöglichen können. Mir wurde klar, dass dieser Ansatz das gesamte Forschungsfeld voran brin gen könnte.

Adam Ferguson: Das Problem in der Biomedizin ist, dass wir uns immer noch stark auf wissenschaftliche Publikationen ver­

lassen, obwohl die moderne Welt längst von Daten bestimmt wird. Wir haben es bisher kaum geschaft, diese Daten systematisch zu verwalten und zu teilen. Deshalb haben wir – unter anderem mit Unterstützung von Wings for Life – die Plattform Open Data Commons entwickelt. Damit bündeln wir Daten, fördern den ofenen Austausch und beschleunigen so die Forschung.

Warum ist es in der Wissenschaft noch nicht Standard, dass Daten geteilt werden?

Adam Ferguson: Forschende werden an Universitäten nicht für das Teilen von Daten belohnt, sondern für Publikationen. Wer nur Daten pfegt und nicht veröfentlicht,

Karim Fouad und Adam Ferguson (re.) gemeinsam beim Scientific Meeting von Wings for Life.

riskiert sogar seine Karriere. Das Überleben in der Wissenschaft hängt immer noch vom Publizieren ab.

Karim Fouad: Das Teilen von Daten ist zeitintensiv und ressourcenintensiv und erfordert einen kulturellen Wandel. Viele Forscher sind vorsichtig, weil sie befürchten, dass andere ihre Daten nutzen oder ihre Schlussfolgerungen infrage gestellt werden könnten. Häufg fehlt es allerdings auch an effektivem Datenmanagement. Wenn diese Strukturen verbessert werden und die wissenschaftliche Kultur offener wird, könnte das Teilen von Daten ein natürlicher Teil des Forschungsprozesses werden.

Warum ist der ofene Austausch von Daten so wichtig?

Adam Ferguson: Wissenschaftliche Publikationen sind nur Interpretationen von Daten – die Rohdaten hingegen enthalten die Wahrheit. Kombiniert mit anderen Datensätzen und modernen Analysetools können sie völlig neue Erkenntnisse ermöglichen und Entdeckungen beschleunigen.

Karim Fouad: Oftmals werden nur positive Ergebnisse veröfentlicht. Wenn beispielsweise fünf Forschergruppen dieselbe Behandlung testen, aber nur zwei positive Ergebnisse veröfentlichen, dann gehen wichtige Informationen verloren. Das Teilen aller Daten – auch negativer Ergeb nisse

„Das Teilen von Daten fördert die Transparenz und wird in Zukunft wesentlich schnellere Fortschritte ermöglichen.“
Prof. Dr. Karim Fouad

– verhindert Zeit- und Ressourcenverschwendung und eröfnet neue Möglichkeiten. Gerade in der Rückenmarksforschung ist ein ofener Datenaustausch längst überfällig.

Werden in Zukunft auch Daten aus klinischen Studien implementiert?

Adam Ferguson: Wir haben bereits viele klinische Daten sätze auf der Plattform. Jeder, der möchte, kann Daten hoch laden. Die Plattform entwickelt sich zunehmend zu einem Tool für datenaffine Talente weltweit. Unsere Hoffnung ist, dass immer mehr Fachleute auf die Daten zugreifen und innovative Lösungen entwickeln.

Karim Fouad: Genau, unser Ziel ist es, die Plattform zur zentralen Ressource bei Rückenmarks-

verletzungen zu machen – zu einem Ort für Zusammenarbeit und Austausch. Wir integrieren bereits präklinische und klinische Daten und möchten diesen Ansatz weiter ausbauen. Langfristig wollen wir angrenzende Forschungsbereiche einbeziehen, um die Entwicklung neuer Therapien zu beschleunigen.

„Mithilfe moderner
Analysetools können die Datensätze völlig neue Erkenntnisse ermöglichen.“
Prof. Dr. Adam Ferguson

Die beiden Forscher aus Kanada und den USA verbindet eine langjährige Zusammenarbeit.

Was sind die größten Hürden?

Karim Fouad: Der Druck auf Forscher, ständig neue und spektakuläre Ergebnisse zu liefern, ist enorm. Das entmutigt nicht nur Replikationsstudien, sondern erschwert auch das Teilen kompletter Datensätze, vor allem bei negativen Ergebnissen. Wir versuchen, diese akademische Kultur zu ändern. Dafür könnten auch neue Finanzierungsmodelle notwendig sein, die ofene Wissenschaft gezielt unterstützen.

Adam Ferguson: Auch gewinnorientierte Privatunternehmen stoßen an Grenzen, weil sie nicht zwanzig Jahre auf Ergebnisse warten wollen. Mit offenen Datenbanken können wir diese Hürden überwinden. Wenn wir Daten teilen, können wir in Zukunft deutlich schnellere Fortschritte erzielen.

Wie funktioniert eure „Fernbeziehung“ über die Ländergrenzen der USA und Kanada hinaus?

Karim Fouad: Natürlich wäre es manchmal effizienter, im selben Raum zu sitzen. Überraschenderweise hat uns die Distanz jedoch Vorteile gebracht. Unsere virtuellen Meetings – zweimal pro Woche – sind leichter zu organisieren als persönliche Trefen. Die Arbeit in verschiedenen Ländern hat unsere Perspektive erweitert und das Netzwerk vergrößert. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, wie das ganze Team gemeinsam an einem Live­Dokument gearbeitet hat – das fühlte sich fast an wie Zauberei. Es war efzient, kollaborativ und hat Spaß gemacht.

Welche Entwicklung wünscht ihr euch für die Rückenmarksforschung?

Adam Ferguson: Rückenmarksverletzungen sind komplex, viele Aspekte spielen eine Rolle. Ich würde gerne sehen, dass Daten vollständig und transparent geteilt werden. Damit könnten wir individuelle Therapien entwickeln und Betrofene gezielter behandeln. Aktuell fehlen uns dafür noch die nötigen Daten und Werkzeuge.

Karim Fouad: Ich wünsche mir, dass die Forschung weiterhin nach höchsten wissenschaftlichen Standards abläuft – mit rigo ro ser Planung, Transparenz und einem starken Bewusstsein für die Bedeutung präklinischer Arbeit. Aber das Feld sollte noch kollaborativer werden, mit Fokus auf Wissensgewinn zum Wohle aller.

Prof. Dr. Adam Ferguson hat sich an der University of California, San Francisco (UCSF), USA, auf Neurotraumatologie, insbesondere Rückenmarksverletzungen, spezialisiert. Er ist Co-Direktor des Brain and Spinal Injury Center (BASIC) am UCSF Weill Institute for Neurosciences und forscht an der Schnittstelle von Neurowissenschaften und Datenwissenschaften.

Prof. Dr. Karim Fouad forscht auf dem Gebiet der Neurorehabilitation und der Regeneration des Nervensystems. Seine Expertise umfasst funktionelle Outcome-Messungen, Elektrophysiologie, Anatomie, Neuroplastizität und Regeneration. Er hält einen Canada Research Chair (Tier 1), eine prestigeträchtige Professur für herausragende Forscher.

iWAS IST OPEN DATA COMMONS (ODC-SCI)?

Das ist eine digitale Plattform von Forschern für Forscher. Sie ermöglicht es, präklinische und klinische Daten hochzuladen, zu teilen und kostenlos zu nutzen. Ziel ist es, Wissen ofen zugänglich und Forschungsergebnisse weltweit nutzbar zu machen. Die Datenbank ist bereits in Betrieb und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Sie wird unter anderem von Wings for Life gefördert.

Die beiden sind sich einig: Wissen muss in Zukunft viel zugänglicher sein.

Einfach begegnen

Manche Menschen sind im Umgang mit querschnittsgelähmten Personen unsicher –obwohl das gar nicht sein muss.

Es braucht weder medizinisches Fachwissen noch besondere Rhetorik, sondern vor allem Ofenheit, Empathie und Respekt. Wolfgang Illek gibt fünf Tipps aus der Sicht eines Betrofenen.

Auf Augenhöhe sein

Wer miteinander spricht, schaut sich gern in die Augen – am besten auf gleicher Höhe. Wer mag, setzt sich also für längere Gespräche einfach nieder. Und: Betrofene bitte immer persönlich ansprechen, nicht über sie hinweg.

Normalität leben

Über den Rollstuhl oder medizinische Themen kann man sich unterhalten – wenn Betrofene es selbst ansprechen. Oft sind gemeinsame Gesprächsthemen wie die neueste Lieblingsserie oder der beste Kaffee in der Stadt aber verbindender. Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht seine Diagnose.

Hilfe? Bitte erst fragen! Hilfsbereitschaft ist eine schöne Geste, aber nicht immer gewollt. Ein schnelles „Darf ich helfen?“ gibt dem Gegenüber die Mög ­

„Ich fühle mich nicht an den Rollstuhl gefesselt – er schenkt mir Mobilität und damit einen gewissen Grad an Selbständigkeit.“
Wolfgang Illek, Head of Fundraising bei Wings for Life

lichkeit, selbst zu entscheiden. Rollstühle und Gehhilfen sind persönliche Gegenstände, so wie eine Handtasche oder ein Rucksack. Sie sollten nicht einfach

Wolfgang Illek ist seit einem Radunfall vom Hals abwärts gelähmt.

ungefragt angefasst werden. Ein falscher Handgrif oder die falsche Bedienung des Rollstuhls kann für Betroffene im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden.

Barrieren gemeinsam meistern Treppen, schmale Türen oder fehlende Rampen verkomplizieren den Alltag für Menschen im Rollstuhl. Wer mögliche Barrieren erkennt, kann gern darauf hinweisen. Das genügt oft schon, damit alle entspannt an ihr Ziel kommen.

Keine Schubladen, kein Mitleid Übertriebene Bewunderung und gut gemeinte Sätze wie „Trotzdem machen Sie das großartig“ können Verlegenheit verursachen. Und mal ehrlich: Wer will schon ständig auf ein Podest gehoben werden? Ebenso wenig ist jeder Mensch im Rollstuhl unglücklich oder wünscht sich Mitleid. Für viele Betrofene bedeutet der Rollstuhl nicht Einschränkung, sondern Mobilität und Selbstbestimmung.

Foto: Helge Kirchberger

SPENDENKONTEN

Empfänger: Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung, Fürstenallee 4, A-5020 Salzburg

DEUTSCHLAND DKB BANK , IBAN: DE98 1203 0000 1307 2642 65, BIC: BYLADEM1001

Empfänger: Wings for Life Spinal Cord Research e. V., Görlitzer Straße 21, D-83395 Freilassing SCHWEIZ PostFinance, IBAN: CH12 0900 0000 8520 6015 2, BIC: POFICHBEXXX

Empfänger: Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung, Fürstenallee 4, A-5020 Salzburg

LIECHTENSTEIN LGT Bank AG, IBAN: LI64 0881 0000 0720 5703 0, BIC: BLFLLI2X

ÖSTERREICH Bankhaus Carl Spängler & Co., Salzburg, IBAN: AT27 1953 0001 0001 1911, BIC: SPAEAT2S

Unsere Mission: F L I E SST DIREKTIN DIE FORSCHUNG JEDER EURO 100 GARANTIE%

Empfänger: Stiftung für Rückenmarksforschung – Wings for Life, Herrengasse 21, 9490 Vaduz

Auch Sie können helfen.

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