LEOŠ JANÁČEK
VĚC MAKROPULOS
INHALT
S.
4
DIE HANDLUNG S.
6
WICHTIGE PERSONEN DER OPER S.
8
ÜBER DEN HEUTIGEN ABEND
S.
43
ÜBER JANÁČEKS VĚC MAKROPULOS PAUL STEFAN S.
46
10
OHNE HOFFNUNG AUF WAHRE LIEBE? MEINHARD RÜDENAUER
EMPORTAUCHEN WIE AUS EINEM SEELENBAD PREMIERENDIRIGENT JAKUB HRŮŠA IM GESPRÄCH
VĚC MAKROPULOS IN WIEN ANDREAS LÁNG
S.
S.
14
MITUNTER GIBT ES NICHTS SCHÖNERES ALS DEN TOD PETER STEIN IM GESPRÄCH S.
20
KAREL ČAPEK S.
23
ÜBER ČAPEKS VĚC MAKROPULOS EGON FRIEDELL S.
27
DIE ENTSTEHUNG VON VĚC MAKROPULOS WALTER DOBNER S.
33
BRIEFE ZU VĚC MAKROPULOS S.
38
DIE MUSIK DER ZEIT GAVIN PLUMLEY
S.
S.
50
55
JANÁČEK TURNT ROBERT QUITTA S.
60
DAS GEHEIMNIS DES LICHTS LOTTE INGRISCH S.
71
PHILOSOPHIEREN HEISST STERBEN LERNEN MICHEL DE MONTAIGNE S.
76
DIE SACHE MIT DEM STERBEN S.
82
RUDOLF II. - DER ERSTE TRANSHUMANIST? SVEN HARTBERGER S.
92
GESPRÄCH ÜBER DEN TOD GREGOR HENCKEL DONNERSMARCK, KONRAD PAUL LIESSMANN & KARIN BÖCK IM GESPRÄCH S.
98
IMPRESSUM
»LEBEN LERNEN UND STERBEN KÖNNEN IST DASSELBE.« KARL JASPERS
LEOŠ JANÁČEK
VĚC MAKROPULOS (DIE SACHE MAKROPULOS) OPER in drei Akten Text LEOŠ JANÁČEK nach KAREL ČAPEK
ORCHESTERBESETZUNG 4 Flöten (3. und 4. auch Piccoloflöte), 2 Oboen, Englischhorn, 4 Klarinetten, 3 Fagotte (3. auch Kontrafagott), 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Schlagwerk, Celesta, Harfe, Violine I, Violine II, Viola, Viola d’amore, Violoncelli, Kontrabässe BÜHNENMUSIK
2 Hörner, 2 Trompeten, Pauken
AUTOGRAPH JANÁČEK-SAMMLUNG Mährisches Landesmuseum Brünn URAUFFÜHRUNG 18. DEZEMBER 1926 Nationaltheater Brünn WIENER ERSTAUFFÜHRUNG 5. FEBRUAR 1938 Theater an der Wien ERSTAUFFÜHRUNG AN DER WIENER STAATSOPER
SPIELDAUER
2 H 15 MIN
13. DEZEMBER 2015
INKL. 1 PAUSE
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26
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G AV I N P L U M L E Y
DIE MUSIK DER ZEIT »Gegenwart und Vergangenheit«, schrieb T.S. Eliot in seinen Vier Quartetten, »sind vielleicht in der Zukunft enthalten«. In gleicher Weise handelt Leoš Janáčeks vorletzte Oper, Věc Makropulos, von der komplexen Beziehung der Menschheit zur Zeit. Im Mittelpunkt der Oper, die auf einem Drama des tschechischen Autors Karel Čapek basiert, steht die geheimnisvolle, 337 Jahre alte Sängerin Emilia Marty. Janáčeks Bearbeitung des Stücks stellte eine deutliche Abkehr von seinen bisherigen Kompositionen dar, wenngleich der mährische Rebell sich bei der Auswahl seines Materials nur selten als berechenbar erwies. Aus Čapeks recht weitschweifiger Gesellschaftskomödie mit ihren Rechtsstreitigkeiten, Telefongesprächen und Akten voll verstaubter Dokumente, gestaltete Janáček ein Werk, das sich mit grundlegenden Fragen über unsere Existenz beschäftigt, von geheimnisvoller Vergangenheit und nervenaufreibender Gegenwart hin zu einer ungewissen Zukunft, wie dies in der Schlussszene seiner Oper aus dem Jahr 1926 dargestellt wird. Zum ersten Mal sah Janáček Čapeks Stück in Prag, am 10. Dezember 1922, nicht lange nach der ersten Aufführung seiner eigenen grüblerisch-romantischen Oper Kátja Kabanová in der tschechischen Hauptstadt. Trotz
dem auffallenden Stimmungswandel zwischen dieser Oper und dem Werk Čapeks, ganz zu schweigen von Das schlaue Füchslein, dessen Entwurf Janáček im Oktober fertiggestellt hatte, fand der Komponist, dass Věc Makropulos eine großartige Oper ergeben würde. Janáček arbeitete schnell, doch der Reifungsprozess der Oper Věc Makropulos zog sich relativ lange hin. Das schlaue Füchslein hatte er in nur neun Monaten verfasst, während das Nachfolgewerk etwa 15 Monate sporadischer Arbeit erforderte, wobei Janáček die erste Partitur Mitte Februar 1925 fertigstellte. Das ganze Jahr kam es immer wieder zu Überarbeitungen, und Anfang 1926 wurden die Verhandlungen mit seinen Verlegern abgeschlossen. Die Proben für die erste Produktion in Brünn begannen im folgenden Herbst; die Partitur stellte allerdings enorme Anforderungen an das Orchester und die Sänger am Nationaltheater der Stadt, obwohl diese mit der Musik und den Arbeitsmethoden des Komponisten bestens vertraut waren. Janáček, nunmehr der renommierteste einheimische Musiker in der mährischen Hauptstadt, musste dennoch ihre Bedenken wegen der komplizierten Partitur und diverse Änderungswünsche hinnehmen, aber auch Befürchtungen wegen einer möglichen Verschiebung oder Absage der ersten Vorstellung.
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HORAZ
»ALLE STEUERN WIR DEM GLEICHEN ZIELE ZU; FÜR JEDEN WIRD SEIN LOS IN DER URNE GESCHÜTTELT, BIS ES FRÜHER ODER SPÄTER HERAUS SPRINGT UND WIR MIT DEM KAHN IN DIE EWIGE VERBANNUNG FAHREN MÜSSEN.«
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DIE SACHE MIT DEM STERBEN ANLÄSSLICH DER WIEDERAUFNAHME VON VĚC MAKROPULOS KONFRONTIERTE DIE WIENER STAATSOPER KÜNSTLERINNEN, WISSENSCHAFTLER, PHILOSOPHEN & ANDERE MIT FOLGENDER FRAGE:
»WÜNSCHEN SIE SICH EIN ENDLOSES DIESSEITIGES LEBEN?«
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WIENER- STAATSOPER.AT