Skip to main content

Programmheft »Il Trovatore«

Page 1

GIUSEPPE VERDI

IL TROVATORE


INHALT

S.

4

DIE HANDLUNG S.

6

ÜBER DIESES PROGRAMMBUCH S.

8

UMWEHT VON DER HITZE DES SÜDENS IM GESPRÄCH MIT DANIELE ABBADO S.

14

MIT LEIDENSCHAFT UND LIEBE IM GESPRÄCH MIT MARCO ARMILIATO S.

18

WAS WÄRE IL TROVATORE OHNE CAMMARANO? WALTER DOBNER S.

24

DAS RACHE-VIRUS UND SEINE ARCHETYPEN ROTRAUD A. PERNER S.

30

EINE WAHRE GESCHICHTE KONRAD PAUL LIESSMANN S.

35

WAS HUGO VON HOFMANNSTHAL ÜBER DEN TROVATORE ZU SAGEN HATTE

S.

36

¡EMOCIONES FUERTES! JULIA ZIRKLER S.

43

»LASSEN WIR DEM TROUBADOUR SEINE STÄRKE …« S.

48

SCHICKSAL & RACHE ANNA KIM S.

52

TROVATORE BETREFFENDES JULIAN SCHUTTING S.

54

TROVATORE MIT & OHNE SCHWERT OLIVER LÁNG S.

60

WAS DER PSYCHOTHERAPEUT SAGT GEORG TITSCHER S.

64

IMPRESSUM


Ché, fra bestemmie oscene, pungendola coi ferri, al rogo la cacciavano gli scellerati sgherri! Allor, con tronco accento: „Mi vendica“ sclamò ... Quel detto un eco eterno in questo cor lasciò. Unflätig fluchend wurde sie von den Schergen mit ihren Schwertern zum Scheiterhaufen gestoßen. Mit stockender Stimme rief sie schließlich: »Räche mich!« Und das Echo dieser Worte hallt seither für immer in meinem Herzen nach. AZUCENA, 2. TEIL


GIUSEPPE VERDI

IL TROVATORE OPER in vier Teilen Text SALVADORE CAMMARANO

ORCHESTERBESETZUNG 1 Flöte / 1 Piccolo 2 Oboen 2 Klarinetten / 2 Fagotte 4 Hörner / 2 Trompeten 3 Posaunen / 1 Cimbasso Schlagwerk Violine I / Violine II Viola / Violoncello / Kontrabass BÜHNENMUSIK 2 Hörner / kleine Trommel Orgel / Harfe / Glocken

URAUFFÜHRUNG Teatro Apollo, Rom WIENER ERSTAUFFÜHRUNG Kärntnertortheater ERSTAUFFÜHRUNG IM HAUS AM RING Wiener Hofoper SPIELDAUER

3H

19. JÄN 1853 11. MAI 1854 21. SEP 1869

INKL. 1 PAUSE


ÜBER DIESES PROGRAMM- BUCH Il trovatore war von Anfang an ein Erfolgskind. Im Gegensatz zu manch anderem Verdi’schen Opus zeigte dieses Mittelstück der oft beschworenen trilogia popolare keinerlei Anlaufschwierigkeiten, die Uraufführung in Rom am 19. Jänner 1853 kam einem Triumph gleich. Über das der Oper zugrundeliegende Schauspiel El trovador von Antonio García Gutiérrez schreibt Julia Zirkler ab Seite 37, Walter Dobner beschäftigt sich mit dem mitunter gescholtenen Librettisten Salvadore Cammarano (ab Seite 19). Die Ideen und Vorstellungen, die Verdi in Bezug auf diese Oper antrieben, finden sich in einem seiner Briefe (ab Seite 43). Der Dirigent der Premiere 2017 beschreibt in einem

KS ANNA NETREBKO als LEONORA

Interview ab Seite 14 unter anderem die Besonderheiten des Werks und weist auf die besondere Rolle des Chores hin, Regisseur Daniele Abbado zeichnet in einem Gespräch ab Seite 8 das Konzept seiner Inszenierung nach. Einen kurzen Abriss über die Wiener Aufführungsgeschichte – das Werk wurde bisher von der Wiener Staatsoper über 650-mal gespielt –, findet sich ab Seite 55. Der Philosoph Konrad Paul Liessmann setzt sich ab Seite 30 mit Funktion und Wahrheitsgehalt tradierter Geschichten auseinander. Die Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner schreibt über das Motiv der Rache (ab Seite 25), literarische Beiträge gibt es von Anna Kim und Julian Schutting (ab Seite 48 / 52).

7


ANDREAS LÁNG IM GESPRÄCH MIT REGISSEUR DANIELE ABBADO

UMWEHT VON DER HITZE DES SÜDENS al

Was viele im Publikum an jeder Neuinszenierung zunächst interessiert, sind zwei Aspekte: Wo spielt die Produktion und wann? da Nun, kurzgefasst lautet die Antwort: In Spanien in einer innerstaatlichen kriegerischen Auseinandersetzung, also gewissermaßen wie in der Partitur vorgegeben. Allerdings haben wir die Geschichte aus dem Kampf um die Thronfolge im 15. Jahrhundert herausgehoben und, wenn auch ohne allzu konkrete historische Bezüge, in die Zeit des großen spanischen Bürgerkrieges, also in das Jahr 1936 verlegt. al Weshalb? da Es ist auf den ersten Blick nicht einfach, in Verdis Trovatore einen roten Handlungsfaden auszumachen. Ein wesentlicher Aspekt, der natürlich sogleich ins Auge springt, ist jedoch das Verhältnis von Luna und Manrico. Dieses

Grundmotiv der Oper – zwei Brüder bekriegen einander – zeigen wir hier im vergrößerten Maßstab eines ganzen Volkes, wobei es in Wahrheit unerheblich ist, dass Manrico und Luna von ihrer Verwandtschaft nichts wissen – immerhin spürt Manrico etwas Diesbezügliches, sonst hätte er Luna im Duell ja nicht begnadigt. Uns geht es also unter anderem darum, den blutigen Konflikt, den abgrundtiefen Hass zweier Parteien zu zeigen, die eigentlich zusammengehören und die sich sinnlos bekämpfen, bis entweder eine der Seiten oder beide untergegangen sind. al Das alles spielt sich in dieser Produktion in einem Einheitsbühnenbild ab… da Mehr oder weniger: Ja. Es handelt sich um ein Ein­heitsbühnenbild, das aber diversen Variationen unterwor-

8


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Programmheft »Il Trovatore« by Wiener Staatsoper GmbH - Issuu