GIUSEPPE VERDI
DON CARLO
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RENÉ LEIBOWITZ
DON CARLOS ODER DIE TRUGBILDER DES »CLAIR- OBSCUR« Die Musik zu Don Carlos, so teilt uns Theophile Gautier mit, habe das Publikum erstaunt. Ihm zufolge rührte diese Überraschung daher, dass die Partitur eine »kraftvolle Schlichtheit« und neue Elemente enthalte, an die das Publikum nicht gewöhnt war. Gautier geht weiter und vermittelt uns Genaueres, wenn er von einer »außergewöhnlichen Entwicklung der harmonischen Mittel, von ausgesuchten Klangfarben und von neuen melodischen Formen« spricht. Wie weit trifft dies zu und was heißt das genau? Es wäre nicht gerecht, die Intelligenz oder die Intuition, oder gar die Kenntnisse einer der eher seltenen scharfsinnigen Kommentare über die Uraufführung von Don Carlos in Frage zu stellen. Aber ich sehe mich genötigt, ein wenig die Grundgedanken des Problems richtigzustellen. In der Tat sind diese sehr komplex und mehr-
deutig, denn wenn es keinen Zweifel darüber geben kann, dass Don Carlos wirklich gewisse neue klangliche Ausdrucksmittel einführt, so finden sich diese auf vollkommen logische und »normale« Art vorgeformt oder zumindest vorbereitet, d.h. ganz einfach, der Entwicklung Verdis angemessen und eingeschrieben. Konsequenterweise ist es ebenso absurd, sich über die Neuheiten der Partitur überrascht zu zeigen wie eben nicht überrascht zu sein. Es ist klar, dass die Überraschung nur aus einer gewissen Verkennung der tieferen Qualität der dem Don Carlos vorausgehenden Werken herrühren kann. Zur Zeit der Uraufführung ist eine solche Verkennung vielleicht erklärlich – und ließe sich sogar rechtfertigen. Unglücklicherweise aber hat sich die Fehleinschätzung bis in unsere Tage hinein erhalten, und wenn sie Theophile Gautier auch zu verzeihen
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LARA STEINHÄUSSER CRITICAL CONSUMPTION
DAS T-SHIRT Das T-Shirt hat sich ab ca. 1950 zu einem global verbreiteten, geschlechtsneutralen Basic entwickelt. Es wurde mit Aufdrucken im Brustbereich zum Erkennungsmerkmal in der Fan-Kultur, zur Werbefläche für Marken und Politiker, zum Träger positiver Sprüche und Bilder sowie komplexer, oft politischer Botschaften. Die US-amerikanische Künstlerin Jenny Holzer nutzte diese Funktion von T-Shirts ab den späten 1970er Jahren für ihre sogenannten Truisms (»wahre Aussagen«) wie Everyone’s Work Is Equally Important oder The Abuse of Power Comes as No Surprise. Auch die britische Designerin Katharine Hamnett begann etwa zeitgleich, bedruckte Kreationen aktivistisch einzusetzen. Bekannt ist v. a. ihr Kleid gegen Pershing-Raketen, das sie 1984 zu einem Treffen mit Margaret Thatcher hervorblitzen ließ. Ihre Shirts mit Slogans wie No More Fashion Victims sind bis heute beliebt. In dieser Tradition steht auch Vivienne Westwoods T-Shirt mit dem Aufdruck Buy Less Choose Well. Jutebeutel bzw. »Shopper« fungieren ebenso gerne als Informationsträger und sind auch Beispiel dafür, dass unsere Kleidung häufig eine wichtige Rolle spielt, unsere Meinung sichtbar nach außen zu tragen.
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KOSTÜME DER FÜNF HISTORISCHEN CHARAKTERE
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DER WEG EINES DURCHSCHNITTLICHEN T-SHIRTS Bis unsere Kleidung bei uns im Geschäft ankommt, legt sie oft einen sehr weiten Weg zurück, nicht selten über 30.000 km, da der Großteil der weltweiten Textilverarbeitung in Asien oder auch Afrika stattfindet.
EXISTENZ Unter zwei Prozent der weltweit in der Bekleidungsherstellung Beschäftigten verdienen einen existenzsichernden Lohn.
USA: ANBAU DER BAUMWOLLE
TÜRKEI: BAUMWOLLE WIRD ZU GARN VERARBEITET RECYCLING Recycling findet de facto kaum statt. (Gemäß EU-Studien wird erst rund ein Prozent aller Textilien recycelt.)
© MAK, Grafik: Fuhrer, Wien.
TRENNUNG Ab 2025 müssen Textilien in der EU getrennt gesammelt werden.
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FRIEDRICH SCHILLER / AUS DEM SECHSTEN BRIEF ÜBER DON CARLOS
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WIENER- STAATSOPER.AT