BAROC- CHISSIMO
INHALT
S.
8
GRUSSWORT KS CECILIA BARTOLI S.
10
GIULIO CESARE DIE HANDLUNG S.
14
GIULIO CESARE SYNOPSIS S.
18
THEIR MASTER’S VOICE DIE HANDLUNG S.
21
THEIR MASTER’S VOICE SYNOPSIS S.
22
MUSIK, DIE BERÜHRT GESPRÄCH MIT KS CECILIA BARTOLI S.
32
DER SHAKESPEARE DER MUSIK INTERVIEW MIT DEM DIRIGENTEN GIANLUCA CAPUANO S.
40
EINE BAROCKE STILKUNDE IN VIER SZENEN ANDREAS GAMERITH
S.
48
ÜBER GEORG FRIEDRICH HÄNDEL OLIVER LÁNG S.
52
WIE HÄNDELS GIULIO CESARE IN EGITTO ENTSTAND OLIVER LÁNG S.
56
AVE CAESAR ADRIAN MOURBY S.
64
WARUM SAMMELT MAN AUTOGRAMME? ELISABETH THERESIA HILSCHER S.
72
FÜNF FRAGEN AN JOHN MALKOVICH S.
74
MÄNNER ALS AMMEN – FRAUEN ALS LIEBHABER KORDULA KNAUS S.
82
VIRTUOSE GESANGSKUNST IN DER OPER DES 18. JAHRHUNDERTS ARNOLD JACOBSHAGEN S.
88
IMPRESSUM
BAROCKE OPER MUSS JA EIN SPEKTAKEL SEIN! KS CECILIA BARTOLI
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
GIULIO CESARE IN EGITTO DRAMMA PER MUSICA in drei Akten Text NICOLA FRANCESCO HAYM nach GIACOMO FRANCESCO BUSSANI Musikalische Leitung GIANLUCA CAPUANO Inszenierung DAVIDE LIVERMORE Bühne GIÒ FORMA Kostüme MARIANNA FRACASSO Licht ANTONIO CASTRO Video DWOK Giulio Cesare Cleopatra Tolomeo Cornelia Sesto Achilla Nireno Curio
CARLO VISTOLI CECILIA BARTOLI MAX EMANUEL CENČIĆ SARA MINGARDO KANGMIN JUSTIN KIM PÉTER KÁLMÁN FEDERICA SPATOLA LUCA VIANELLO
ORCHESTERBESETZUNG 2 Flöten / 2 Blockflöten / 2 Oboen / 2 Fagotte / 4 Hörner / 1 Trompete / 2 Cembali / 1 Orgel 1 Harfe / Schlagwerk / 1 Viola da gamba / 2 Theorben / Violine I / Violine II / Viola Violoncello / Kontrabass LES MUSICIENS DU PRINCE – MONACO CHŒUR DE L’OPÉRA DE MONTE-CARLO Koproduktion mit dem OPERNHAUS ZÜRICH
URAUFFÜHRUNG 20. FEBRUAR 1724 King’s Theatre, London ERSTAUFFÜHRUNG IM HAUS AM RING 3. MAI 1928 Wiener Staatsoper SPIELDAUER
3H 40MIN
INKL. 1 PAUSE
4
THEIR MASTER’S VOICE Ein GENDER-DUELL zwischen JOHN MALKOVICH und CECILIA BARTOLI Text MICHAEL STURMINGER
Musikalische Leitung GIANLUCA CAPUANO Buch & Inszenierung MICHAEL STURMINGER Bühne & Kostüme RENATE MARTIN & ANDREAS DONHAUSER Mit CECILIA BARTOLI JOHN MALKOVICH EMILY COX PHILIPP MATHMANN ORCHESTERBESETZUNG 1 Flöte / 1 Oboe / 1 Fagott / 1 Trompete / 2 Cembali / 1 Orgel / Schlagwerk / 2 Theorben Violine I / Violine II / Viola / Violoncello / Kontrabass LES MUSICIENS DU PRINCE – MONACO CHŒUR DE L’OPÉRA DE MONTE-CARLO
URAUFFÜHRUNG 7. April 2024, Monte-Carlo ERSTAUFFÜHRUNG IM HAUS AM RING 10. JULI 2024 Wiener Staatsoper SPIELDAUER
1H 50M
KEINE PAUSE
Auf den Monitoren der Untertitelanlage wird während der Vorstellung der englische Text komplett wiedergegeben, in der deutschen Übersetzung sehen Sie eine inhaltlich komprimierte Fassung.
GA L A KONZERT
FARINELLI & FRIENDS Musikalische Leitung GIANLUCA CAPUANO
Mit CECILIA BARTOLI VARDUHI ABRAHAMYAN JULIE FUCHS ANN HALLENBERG SARA MINGARDO REGULA MÜHLEMANN ANNE SOFIE VON OTTER MAX EMANUEL CENČIĆ BRUNO DE SÁ PÉTER KÁLMÁN KANGMIN JUSTIN KIM MAXIM MIRONOV ROLANDO VILLAZÓN CARLO VISTOLI LES MUSICIENS DU PRINCE – MONACO
PROGRAMM
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL »Augelletti che cantate« aus Rinaldo
CECILIA BARTOLI
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL »Scherzano sul tuo volto« aus Rinaldo
CECILIA BARTOLI CARLO VISTOLI
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL »O lord whose mercies numberless« aus Saul
SARA MINGARDO
AN TONIO VIVALDI »S’egli è ver che la sua rota« aus La fida ninfa REGULA MÜHLEMANN ANN HALLENBERG MAXIM MIRONOV JOHANN ADOLPH HASSE »Vede orgogliosa l’onda« aus L’innocenza giustificata MAXIM MIRONOV NICCOLÒ PICCINNI »Furie di donna irata« aus La buona figliola GEORG FRIEDRICH HÄNDEL »Furibondo spira il vento« aus Partenope
BRUNO DE SÁ
CARLO VISTOLI
6
CHARLES BURNEY,1785
»HÄNDELS GEWÖHNLICHE MIENE WAR ETWAS FINSTER UND SAUERSEHEND; WENN ER ABER EINMAL LÄCHELTE, SO WAR ES WIE DIE SONNE, DIE AUS EINER SCHWARZEN WOLKE HERVORBRICHT.«
OLIVER LÁNG
EIN VIEL- SCHICHTIGERCHARAKTER GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Im Grunde gehören nur drei Anekdoten zum allgemeinen Legendenbestand in Sachen Georg Friedrich Händel. Erstens: Der junge Händel übt in der Dachkammer gegen den Willen seines Vaters am Clavichord und bringt sich so selbst das Musizieren bei. Zweitens: Der raffinierte Händel überrascht den englischen König Georg I. auf der Themse mit seiner berühmten Wassermusik. Drittens: Der resolute Händel packt eine widerspenstige Sängerin, hängt sie aus dem Fenster und wird so Herr ihrer Kaprizen. Soweit das populäre Allgemeingut. Und doch liegt Georg Friedrich Händel vielen als Person vom Emotionellen her ferner als manch anderer seiner Komponistenkollegen. Obgleich seine Werke, dank der beständigen Oratorienpflege, niemals aufgehört wurden gespielt zu werden, kam es im romantischen Zeitalter, aber auch in der Neuzeit, weniger zur Verklärung dieses Genies. Dort, wo Mozart zwischen Wunderkind, Rüpel und einem Leben in Armut inszeniert wird, wo Beethoven der sture Außenseiter ist, Schubert als Biedermeier-Liedsänger sein Dasein im Liebespech fristet, bleibt Händel ein resoluter Barockmeister mit mächtiger Perücke, der beständig und erfolgreich
gegen Sopranistinnen ficht. Eine populäre, leicht fassbare und eingängige Figur, aber dann doch nicht vollkommen persönlichkeitsdeckend. Dieses Bild liegt, zuallererst, an Händel selbst. Vom Taufbuch über seine Immatrikulation, von Abrechungen und Zeitungsankündigungen, von Gemälden und Stellungnahmen über ihn bis hin zu einer sehr frühen Biografie – man spricht mitunter sogar davon, dass dies die allererste echte Musikerbiografie an sich ist – existiert reichhaltiges Material, das sein Leben, sein Schaffen und seine unterschiedlichen Tätigkeiten belegt. Ein zum Teil tatsächlich lückenlos dokumentiertes Leben also, das nur wenige unscharfe Zeitspannen in seiner Karriere übrig lässt. Händel war, das steht fest, der populärste Komponist seiner Zeit, er war geliebt und gehasst, er wurde von Regenten geschätzt, sein Ruf erstreckte sich über ganz Europa, seine Werke wurden überall gespielt. Und er war, auch das im Gegensatz zu so manchem anderen Tonsetzer, durchaus wohlhabend, wie sein finanzieller Nachlass es beweist. Doch: Von Händel über Händel, oder wenigstens: von Händel über die Welt, über seine Umwelt, existiert praktisch nichts. Trotz aller Forschung ist es
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OLIVER LÁNG STELLT...
FUNF FRAGEN AN JOHN MALKOVICH ol
Their Masterʼs Voice dockt an der Barockzeit an. Was interessiert den Schauspieler Malkovich an dieser Epoche? Die Opulenz? Die Musik? Das Theaterspektakel? jm Barockmusik ist so stark und rein, dass man besser nicht gegen sie anspielt. Und das Barocktheater wirkt in einem überlebensgroßen Rahmen, präsentiert Könige und Königinnen, Götter und Göttinnen und versucht mithilfe dieser magischen Welt, die Menschen und ihre verwirrten Herzen zu verstehen. ol Was fasziniert Sie an Michael Sturmingers Stück? jm Wir suchen gemeinsam nach den Momenten, in denen etwas Unerwartetes passieren kann. Wir versuchen, Situationen zu erschaffen, in denen die Figuren Farbe bekennen müssen. Üblicherweise entsteht eine echte Zusammenarbeit zwischen Sängerinnen und Sängern, Schauspielern, Musiker innen und dem Leading Team, sodass wir alle unsere Komfortzone verlassen und etwas Unerwartetes kreieren. ol Wie viel von John Malkovich steckt in der Figur, die Sie darstellen?
jm Bei jeder Figur, die man spielt, muss man seinen Körper, seine Stimme, sein Temperament, sein Bauchgefühl, seinen Intellekt, seine Erinnerungen und sein Herz einsetzen. Aber als Michael Sturminger und ich anfingen, über Jeff Himmelhoch zu reden, sind wir auf eine Menge Farbfacetten gekommen, die ich normalerweise nicht so oft verwende. Das führte uns mehr in Richtung Komödie und Ironie, und im Grunde lachten wir über uns selbst, weil wir über unsere eigene lächerliche Eitelkeit, über unsere eigene unglaubliche Naivität und unsere eigene Dummheit lachten. ol In aller Kürze: Was ist Oper? jm Oper ist etwas, das entstehen kann, wenn Musiker, Geschichtenerzählerinnen, bildende Künstler, Bühnenbildnerinnen, Sänger und Schauspielerinnen zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Werk zu schaffen. Das klappt selten auf allen Ebenen, aber wenn es gelingt, ist es unglaublich stark. Wenn jedoch der Sinn für gegenseitigen Respekt und Zusammenarbeit unterdrückt wird, lahmt das Ganze schnell und funktioniert nur noch für Spezialisten, während es anderen seltsam altmodisch vorkommt. 72
WIENER- STAATSOPER.AT