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MAGAZIN

NR. 25, 2. QUARTAL 2018 ∙ 12 EURO

Bitcoin & Co

AUFSTAND DER HOCHFINANZ

R A N K I N G

DIE FÜNFZIG BESTEN IR-MANAGER

SEITE 48

Geschäfte in China DIE KULTURELLEN SPIELREGELN Buwog-Prozess DIE LEHREN FÜR MANAGER

Banker

VON GÖTTERN ZU DÄMONEN SEITE 74

BÖRSIANER BLOG: DERBOERSIANER.COM

SMARTER BÖRSENNERD CHRISTOPH BOSCHAN LÖGER KRYPTO-ASSETS REGULIEREN

BAADER DIE USA HÄNGT UNS AB

KWAUKA DIE MÄR VOM BUDGETÜBERSCHUSS


BUSINESS TICKET Eintritt von 19. bis 20. September in die Hofburg Wien Fast-Lane-Registrierung ab 8.30 Uhr Zutritt in die Business- und Speakers-Lounge VIP-Verpflegung durch Motto Catering Exklusiver Breakfast Club mit Promi-Speakern Messebesuch von „Marktplatz“ und „Hub“ Teilnahme an allen Panels im „Talk“ (Round Tables, Investment-Talks, Roadshow, Trend-Kongresse) Reservierte Plätze (ganz vorn) im „Talk“ Zugang zu Finanzseminaren im „Campus“

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EDITORIAL BÖRSIANER NR. 25

ER, AUSG SIAN

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NR. 25,

RTAL 2. QUA

18

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2. QUA

2018

∙ 12

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BLOG: M SIANER NER.CO BÖR RSIA DERBOE

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DOMINIK HOJAS Chefredakteur Börsianer

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EREN

Liebe Börsianer!

C

hristoph Boschan, Vorstandschef der Wiener Börse AG, hat mir erzählt, er hätte die Wiener Börse vor Amtsantritt im Herbst 2016 gegoogelt. Das Rechercheergebnis schien we-

FOLGEN SIE UNS LIVE: DERBOERSIANER.COM (BLOG)

nig verlockend. Von einem ausgebluteten und toten Markt war da-

FACEBOOK.COM/DERBOERSIANER

mals die Rede. Der Blick auf die Bilanzen offenbarte indes das Bild

TWITTER.COM/DERBOERSIANER

eines hochprofitablen Unternehmens. Die Eingewöhnungsphase ist vorbei, seine Berliner Schnauze ist am heimischen Kapitalmarkt inzwischen hinlänglich bekannt. Der Börsennerd (Seite 10) hat eine neue Strategie erarbeitet, die Infrastruktur völlig neu aufgestellt und gehört zu den kommunikativsten Börsenchefs der vergangenen Jahrzehnte. Darum ist er unser Börsianer des ersten Quartals 2018 und ziert das Cover der aktuellen Ausgabe. Schmerzen bereiten dem Börsenchef die zahlreichen Börsenabgänge. Nächstens dürfte die Zeit für die börsennotierte Wolford AG abgelaufen sein. Der chinesische Finanzinvestor Fosun hat das Bieterrennen um den Wäschehersteller gewonnen. Chinas Aufstieg zur globalen Wirtschaftsnation Nummer eins geht voran. Davon profitieren auch österreichische Konzerne, solange sie sich an die kulturellen Spielregeln halten und mentalitätsbedingte Unterschiede akzeptieren. Stichwort Zeit: Wer chinesischen Geschäftsfreunden eine Freude machen will, sollte ihnen keinesfalls einen Zeitmesser zum Geschenk machen. Warum, hat Robert Winter im Gespräch (Seite 16) mit vor Ort tätigen Topmanagern herausgefunden. Apropos Manager: Der Buwog-Prozess wegen Bestechung lässt einige ehedem angesehene Manager nicht gut aussehen. Der Börsianer hat Rechtsexperten gefragt, welche Lehren Führungskräfte aus den bisherigen Erkenntnissen ziehen können (Seite 80), um nicht einmal selbst auf der Anklagebank zu landen. Verstehen sollte man auch Bitcoin, Blockchain und Co. Begriffe, die eine technologische Revolution in Gang gesetzt haben. Wie mächtig der unbekannte Gegner für das Establishment ist, weiß niemand, selbst Experten sind über-

Börsianer Roadshow. Spaß hatten die Vorstandschefs der FACC AG, Robert Machtlinger, und der Amag Austria Metall AG, Helmut Wieser, mit der Börsianer-Chefredaktion bei der Führung durch die ­Voestalpine AG. FACC-Chef Machtlinger war bei der Veranstaltung ein gefragter ­Gesprächspartner.

4


Cover-Interview. Christoph ­Boschan liebt Veränderung. Sie geht ihm in Österreich nur nicht schnell ­genug, sagt der Vorstandsvorsitzende der Wiener Börse AG beim Cover­ shooting für die 25. Ausgabe des Börsianer. Kryptomanie. Einen intensiven, aber witzigen Schlagabtausch am Podium brachte das Thema „Bitcoin und Co“ beim Börsianer Salon im März. Am Ende hatten sich alle wieder lieb.

fordert. Schuld daran ist die Schnelllebigkeit einer Branche, die sich stündlich neu erfindet.

Die

Klimalösungen, die Erträge generieren.

Hochfinanz

probt bereits den Aufstand (Seite 48), weil sie nicht für mögliche Verluste einer solchen „unseriösen“ Veranlagung verantwortlich gemacht werden möchte. Die Rufe nach Regulierung werden daher lauter und auch gehört. So möchte Finanzminister Hartwig Löger Bitcoin ähnlich wie Gold regulieren und einen Fintech-Regulierungsrat einrichten. Um gleich bei Löger zu bleiben, nach 65 Jahren des Schuldenmachens will der neue Finanzminister mit seinem ersten Doppelbudget ab 2019 mehr einnehmen als ausgeben. Ein sehr lobenswertes Vorhaben, das gefällt. Auch mir. Aber in Wirklichkeit sieht die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der Republik ein

Investitionen in Ressourceneffizienz sind ein wichtiger Bestandteil des Wechsels hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Unternehmen, die ihr Talent und ihre Innovationskraft benutzen, um einen positiven Unterschied zu machen, können attraktive Erträge generieren. Seien Sie Teil der Lösung.

Defizit von 2,272 Milliarden Euro vor. Das Minus ist sogar höher als im Jahr 2017, wie Börsianer-Chefkommentator Martin Kwauka analysiert (Seite 08). Trotz nahezu perfekter Rahmenbedingungen wie einer guten Konjunktur, eines weiterhin stark sinkenden Zinsaufwands für die Staatsschulden und sprudelnder Einnahmen durch die kalte Progression lebt der Bund also weiter von der

Nordea Investment Funds S.A. Dr. Johannes Rogy Head of Fund Distribution Region Central & Eastern Europe Tel. 01/512 87 17 – 20 johannes.rogy@nordea.com

Substanz. Anders gesagt, kein Unternehmer würde es als Erfolg verbuchen, im Cashflow die Nasenspitze knapp aus dem Wasser zu bekommen, wenn die GuV in tiefroten Zahlen bleibt. Dieses Spezifikum gehört Finanzminister Hartwig Löger ganz allein. Des Arbeitstitels der Budgetpräsentation, „Wir starten in eine neue Zukunft“, bediene ich mich mit dem Hinweis auf das „Redesign“ der neuen Börsianer-Ausgabe jedoch gern.

Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

5

Nordea 1 – Global Climate and Environment Fund LU0348926287, BP-EUR LU0994683356, AP-EUR nordeafunds@nordea.lu Die genannten Teilfonds sind Teil von Nordea 1, SICAV, einer offenen Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, welcher der EG-Richtlinie 2009/65/EG vom 13 Juli 2009 entspricht. Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um Werbematerial, es enthält daher nicht alle relevanten Informationen zu den erwähnten Teilfonds. Jede Entscheidung, in den Teilfonds anzulegen, sollte auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) sowie des aktuellen Jahres- und Halbjahresberichts getroffen werden. Die genannten Dokumente sind in elektronischer Form auf Englisch und in der jeweiligen Sprache der zum Vertrieb zugelassenen Länder auf Anfrage unentgeltlich bei Nordea Investment Funds S.A., 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg oder bei der Zahlstelle und dem Repräsentant der Nordea 1, SICAV in Österreich, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien erhältlich. Angaben zu weiteren Risiken in Verbindung mit den genannten Teilfonds entnehmen Sie bitte den Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), die wie oben beschrieben erhältlich sind. Herausgegeben von Nordea Investment Funds S.A. 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg, einer von der Commission de Surveillance du Secteur Financier in Luxemburg genehmigten Verwaltungsgesellschaft.


INHALT BÖRSIANER NR. 25

RECHT

Die Lehren der Buwog-Affäre

80 WIRTSCHAFT

China: Die rote Chance

FINANZPLATZ SMARTER BÖRSENNERD 10 Christoph Boschan hat im Herbst 2016 den Posten des Vorstandschefs der Wiener Börse AG übernommen. Seine Berliner Schnauze ist am ­heimischem Kapitalmarkt inzwischen gut bekannt. Der Börsenprofi hat die Infrastruktur völlig neu aufgestellt und kom-

16

muniziert das neue Bild der Wiener Börse nachdrücklich nach außen. Dabei geht im vieles nicht schnell gut.

WIRTSCHAFT Die rote Chance

16

BITCOIN & CO Aufstand der Hochfinanz

48

BANKEN Von Göttern zu Dämonen

COVER

74

RECHT

Christoph Boschan: Smarter Börsennerd­

Die Lehren der

80

Buwog-Affäre

VERSICHERUNGEN Garantiert anders

10 6

84


RANKING

Die besten IR-Manager

48

RENDITE WIENER BÖRSE Chartvergleich der Aktienmärkte

24

3. Teil: Interview 

Darüber spricht man in den

MARTIN KWAUKA Die Mär vom Budgetüberschuss

08

WOLFGANG MATEJKA Österreichischer Markt bleibt berechenbar

24

WILHELM CELEDA Zukunft des türkisen Kapitalmarkts

54

HEINZ BEDNAR Wohlstand für alle!

58

BETTINA SCHRAGL Revolution oder Evolution?

60

BANKEN54 VERSICHERUNGEN56 FONDS58 AKTIEN60 IMMOBILIEN62 BERATER64 RECHT66

28 30 32 34

BÖRSENWETTER36 Entwicklung der Weltbörsen und Analystenstimmen INVESTMENTSTORY Flughafen Wien:  Bodenständige Geschäfte

MEINUNGEN

Trends und Events

PORTFOLIO26 Die Asset-Allocation der Schoellerbank AG

BRANCHEN Branchen: Köpfe, Deals, News,

MARKTAUSBLICK25 Börsenausblick der Österreich-Fondsmanager

M&A Die Übernahmewelle rollt 1. Teil: Marktumfeld 2. Teil: Veranlagung

69

38

KURSE42 Topperformer: Aktien, Fonds, Anleihen und Rohstoffe STATISTIK46 Börsen- und Wirtschaftsdaten

KOMMUNIKATION68

Ad-hoc der Redaktion NEUES LAYOUT Wir haben das BörsianerMagazin­einem schwung­ vollen, modernen Face-Lifting unterzogen und freuen uns auf das Feedback unserer Leser. POLITIK Die Besetzung von dutzenden neuen Positionen raubt der neuen Regierung anscheinend enorm viel Zeit. Unsere Anfrage zur Rubrik

SEITENBLICKE RANKING69 Die 50 besten IR-Manager SO DENKT DIE POLITIK 88 Öbib-Umbau: Postenschacherei oder notwendige Reform? BÖRSENTALK92 Wo sich die Finanzbranche trifft MARKTGEZWITSCHER95 Das wurde im Netz getwittert FIRMENINDEX/IMPRESSUM97 Auszüge von Unternehmen in dieser Ausgabe

„So denkt die Politik“ (Seite 88) zum geplanten Umbau der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen, kurz Öbib, gestaltete

PETER BARTOS 64 Nagelprobe „Gold-Plating“ ALBERT BIRKNER Mietzinsbremse

66

sich deshalb erneut schwierig. Ausgerechnet der ÖVP, die den Anstoß zum Umbau gegeben hatte, gelang es nicht, die Fragen fristgerecht zu beantworten. Die FPÖ schaffte es trotz verpflich-

PETER FELSBACH 68 Geiseln von Facebook und Co?

tender Abstimmung mit dem

LUKAS SUSTALA Ein Falke für Frankfurt?

REDAKTIONSTEAM

96

Bundeskanzleramt gerade noch rechtzeitig.

Der Börsianer begrüßte­ Anfang­Februar 2018 mit dem Oberösterreicher Paul Trautendorfer einen neuen Junior-Finanzjournalisten in seiner Mitte.

PORTRÄT: 10 FRAGEN AN … 98 Birgit Noggler, Aufsichts­rätin Raiffeisen Bank ­International AG

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem   GELBEN BALKEN

markiert.

7


MEINUNGEN MARKTGEFLÜSTER

DIE MÄR VOM BUDGETÜBERSCHUSS

  VITA MARTIN KWAUKA FINANZJOURNALIST Der leidenschaftliche Weinbauer (59) ist seit 23 Jahren Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Zu den wichtigsten Stationen des gebürtigen Deutschen zählen die langjährige Chefredaktion des Magazins „Format“ und das seit 2015 von ihm organisierte Finanzjournalisten­ forum. Sein Steckenpferd ist die Altersvorsorge. Sich selbst beschreibt der studierte ­Agrarökonom als chronisch neugierig.

2019 will der Bund zum ersten Mal seit 65 Jahren einen Budgetüberschuss erzielen. Schön wär’s. Denn das Minus ist sogar höher als im Jahr 2017.

Die Zahlen für den Bundeshaushalt 2018

Außer­dem gilt: Wenn der Staat bei Neu-

und 2019 zeigen auf den ersten Blick eine

„Trotz einer prächtigen Wirt-

investitionen spart, fällt in der GuV im-

spektakulär positive Entwicklung. Der

schaftslage macht der Bund

mer noch die Abnutzung des Altbestands

Nettofinanzierungs­saldo vulgo Budgetdefizit dreht auf Plus. In Zahlen: Gab

2019 mehr Verlust als 2017.“

der Bund im Vorjahr noch 6,9 Milliar-

MARTIN KWAUKA

den Euro mehr aus als ein, sinkt der ge-

ins Gewicht. Wenn der Staat besser beim Cashflow als in der GuV abschneidet, ist das ein Indikator für ein Leben von der Substanz.

plante Fehlbetrag heuer auf 2,2 Milli-

Das ehrlichere Bild, wie gut der Staat

arden Euro. Im Jahr 2019 soll dann ein

wirtschaftet, ist also das Nettoergebnis.

Überschuss von exakt 541,2 Millionen

saldo“ 2019 handelt es sich um eine

Immerhin stellt das österreichische Fi-

Euro erzielt werden. Das wäre der erste

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, also

nanzministerium neben der traditionel-

Überschuss seit dem Jahr 1954. Chapeau!

eine reine Zahlungsstromanalyse, das

len

Chapeau? Leider nein!

Pendant im Unternehmensbereich heißt

seit 2013 eine GuV auf und berechnet das

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

In Wirklichkeit bleibt die Firma Ös-

Cashflow. Das weiterhin negative „Net-

Nettoergebnis. Das ist keine Selbstver-

terreich weiterhin in den roten Zah-

toergebnis“ des Staates entspricht hin-

ständlichkeit. In Deutschland berech-

len. Der offizielle Budgetvoranschlag

gegen der Gewinn- und Verlustrech-

nen zwar schon ein Großteil der Städte

zeigt sogar eine massive Verschlechte-

nung (GuV). Kein Unternehmer würde

das Budget auf Basis einer GuV, der Bun-

rung gegenüber dem Vorjahr: Im Jahr

es als Erfolg verbuchen, im Cashflow die

desfinanzminister aber nicht. Angeblich

2017 erzielte die Firma Österreich un-

Nasenspitze knapp aus dem Wasser zu

sind die Kosten dafür zu hoch. Von je-

ter dem Titel „Nettoergebnis“ ein Mi-

bekommen, wenn die GuV tiefrot bleibt.

dem mittelgroßen Privatunternehmen

nus von 1,6 Milliarden Euro. 2018 wird

Schließlich kann man den Zahlungssal-

wird aber selbstverständlich eine GuV

sich der Negativwert auf 4,4 Milliarden

do leicht aufpolieren, indem man Zah-

verlangt, da spielt der Aufwand plötzlich

Euro mehr als verdoppeln. Im Jahr 2019

lungen auf kommende Jahre aufschiebt.

keine Rolle mehr. Das heißt auch: In wel-

sieht der Plan des Finanzministers tat-

Dazu ein Beispiel: Der Staat bestellt

cher Höhe der deutsche Finanzminister

sächlich wieder eine Verbesserung vor.

heuer 1.000 Autos à 20.000 Euro mit so-

wirklich schwarze Zahlen schreibt, weiß

Von schwarzen Zahlen kann aber keine

fortiger Lieferung, vereinbart aber eine

er im Gegensatz zum österreichischen

Rede sein: Der Verlust des Zentralstaates

Zahlung erst im Jahr 2020. In der rei-

Kollegen nicht einmal selbst.

soll laut den BMF-Zahlen 2.271,6 Milli-

nen

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Fazit: Trotz nahezu perfekter Rah-

arden Euro betragen. Mit anderen Wor-

wäre der Budgetansatz des Staates für

menbedingungen wie der guten Kon-

ten: Trotz einer außerordentlich präch-

heuer und 2019 null Euro. Bei Barzah-

junktur, eines nach wie vor stark sin-

tigen Wirtschaftslage macht der Bund

lung würde dagegen schon das Budget

kenden Zinsaufwands für Staatsschul-

2019 sogar mehr Verlust als 2017.

2018 mit 20 Millionen Euro voll belas-

den und sprudelnder Einnahmen durch

Wie erklärt sich der Unterschied zwi-

tet. In der GuV spielen solche Zahlungs-

die kalte Progression lebt der Bund wei-

schen strahlender Pressemeldung und

verlagerungen zwischen den Jahren mit

ter von der Substanz. Wie schlecht wer-

düsterer Realität? Beim hinausposaun-

Recht keine Rolle. Es werden stattdes-

den die Zahlen erst ausschauen, wenn

ten

sen laufende Abschreibungen verbucht.

der Rückenwind künftig nachlässt? n

positiven

„Nettofinanzierungs­

8


Bereit für die Zukunft. Wenn wir mit dem intensiven Veränderungsprozess, den die Digitalisierung vorgibt, mithalten wollen, müssen auch wir uns ständig weiterentwickeln. Gleichzeitig gilt es, sich noch intensiver auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen und dabei Effizienz und Qualität hochzuhalten. Der Schlüssel unseres Erfolgs ist, Trends und Entwicklungen ganz genau im Blick zu haben und weiter Pionierarbeit bei digitalen Innovationen zu leisten.

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich www.rlbooe.at

Stand Ende 2017

Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ


FINANZPLATZ COVER

SMARTER BÖRSENNERD Seit Herbst 2016 ist Christoph Boschan Vorstandschef der Wiener Börse AG. Seine Berliner Schnauze ist am heimischen Kapitalmarkt inzwischen gut bekannt. Der Börsenprofi hat die Wiener Börse als Infrastrukturanbieter völlig neu aufgestellt. Dabei geht ihm vieles nicht schnell genug. TEXT DOMINIK HOJAS, RAJA KORINEK FOTOS DIETER BRASCH

Selbstbewusst. ­Christoph Boschan probiert gern etwas Neues aus, von Anlaufschwierigkeiten lässt er sich nicht beirren.

10


#BOSCHAN

  VITA

CHRISTOPH BOSCHAN VORSTANDSVORSITZENDER WIENER BÖRSE AG Inzwischen hat der gebürtige ­ erliner (40) einen weiten Weg B zurückgelegt. Seit September 2016 leitet der ehemalige Chef der Börse Stuttgart nun die Geschicke der heimischen Börse. In diese Aufgabe investiert der promovierte Jurist auch viel Zeit und Einsatz. Nebenbei ziert Boschan unter anderem auch die Funktion als Vizepräsident des Aktienforums und ist Beirat im Z ­ ertifikate Forum Austria. Ausgleich findet der Börsenboss bei diversen Sportaktivitäten wie etwa Laufen.

E

in wenig grenzt es schon an ein

munizieren. Das freilich in einer Zeit,

ner Börse. Wobei die Aussage eine Re-

Wunder, dass Christoph Boschan

in der steigende Aktienkurse zusätzlich

aktion auf eine Medienanfrage war, was

den Posten des Vorstandsvorsit-

für Rückenwind sorgen. Inzwischen gibt

ich denn als neuer Börsenchef tun wer-

zenden der Wiener Börse AG vor ein-

es ein ETF-Segment und einen eigenen

de, damit der ATX steigt. Das ist nun die

einhalb Jahren angenommen hat. Das

Markt für ausländische Aktien. Neben-

fünfte Börse, für die ich arbeite, aber das

Umfeld schien wenig verlockend. Von

bei wurde das neue Handelssystem T7

erste Mal, dass ich mit so einer Frage

einem ausgebluteten und toten Markt

eingeführt und die Webseite der Wiener

konfrontiert wurde. Offensichtlich gibt

war da in zahlreichen Schlagzeilen die

Börse umgestaltet. Trotzdem sei aller

es hierzulande die Wahrnehmung, dass

Rede. Der Blick auf die Bilanzen offen-

Anfang schwer, räumt Boschan im Ge-

der Börsenchef die Kursentwicklung in

barte indes das Bild eines hochprofita-

spräch mit dem Börsianer ein. Zu schaf-

der Hand habe. Darüber entscheiden

blen Unternehmens, erinnert sich der

fen macht ihm der knallharte Wettbe-

aber die Marktteilnehmer.

Börsianer des ersten Quartals 2018 in

werb im Handelsgeschäft und das feh-

den geschichtsträchtigen Räumlichkei-

lende Tempo.

Eine österreichische Denkweise also? - Die

ten der Wiener Börse AG. Umso verlo-

Börse muss man in die Pflicht nehmen,

ckender schien die Herausforderung,

Herr Boschan, gleich von Beginn an stellten

dass sie für den Kapitalmarkt einsteht,

den heimischen Kapitalmarkt als Inf-

Sie klar, die Wiener Börse sei ein Anbieter

Vorschläge macht und Impulse setzt.

rastrukturbetreiber kräftig auszubau-

von Infrastruktur. Weshalb diese enge Ein-

Das sind berechtigte Ansprüche an ei-

en - und die Erfolge deutlich zu kom-

grenzung? - Genau das ist die Rolle ei-

nen Infrastrukturanbieter. Die Börse ist

11


FINANZPLATZ COVER

Motivation. „Mich hat die Rolle als CEO gereizt, und das an einer Nationalbörse.“

Was fiel bei den Suchergebnissen im Internet am negativsten auf? - Unter den ersten Sucheinträgen gab es praktisch nur Katastrophenmeldungen, etwa dass die Wiener Börse ausblute, ein Schattendasein führe und international nicht konkurrenzfähig sei. Das hinterließ ein verheerendes Bild. Ist es nicht Teil der österreichischen Seele, entweder das extrem Negative zu betonen oder Jubelmeldungen über leicht verdiente Millionen zu bringen? - Das ist kein österreichisches Spezifikum. Die Annäherung über Google war enttäuschend. Doch wenn man die Fakten betrachtet, findet schließlich zentraler Knotenpunkt zwi-

Woran denken Sie dabei? - Beispielsweise

man ein ertragsstarkes Unternehmen -

schen Emittenten, Anlegern und der Po-

an den ETF-Handel. Das ist ein weltwei-

das CEESEG-Konzern­ergebnis lag allein

litik. Da das für viel Öffentlichkeit sorgt,

ter Megatrend, der deshalb nicht weg-

2016 bei 33,9 Millionen Euro, die Marge

kann es aber zu der Fehlannahme füh-

geht, nur weil Österreich diese Entwick-

bei über 50 Prozent - mit einer hervor-

ren, der Börsenchef sei für die Kursent-

lung bislang weitgehend ignoriert hat.

ragenden Marktpositionierung und ei-

wicklung oder die Anzahl der Börsen-

Wir haben ein ETF-Segment eröffnet,

ner interessanten Struktur mit der Ver-

gänge verantwortlich.

das muss sich aber noch entwickeln.

flechtung mit Prag vor.

Haben Sie sich mit Ihrer Aussage nicht auch

Als Sie 2016 die Stelle antraten, was waren

Was war der ausschlaggebendste Grund,

eines Gestaltungsspielraums beraubt? -

Ihre Gedanken bezüglich der neuen Posi­

den Job anzunehmen? - Wien lockt

Das denke ich nicht. Wir haben einige

tion? - Jedenfalls durfte man damals

grundsätzlich als Standort. Zudem hat

neue Formate in den vergangenen ein-

nicht nach der Wiener Börse googeln.

mich die Rolle als CEO gereizt, und das

einhalb Jahren ins Leben gerufen. Die

Ich gebe jedenfalls offen zu, dass ich da-

an einer Nationalbörse.

Wiener Börse war an der Entwicklung

nach kein gutes Bild hatte, als ich mich

des Kapitalmarkts noch nie so intensiv

über den Marktplatz informierte.

ckelt. Was möchten Sie mit der Wiener Börse

am politischen Geschehen intensiv beteiligt, und wir sind laufend im Dialog

Inzwischen haben Sie die Defizite vermutlich analysiert und neue Strategien entwi-

beteiligt wie heute. Auch haben wir uns POSITIONEN

erreichen? - Dazu muss man zuerst festhalten, dass Strategieentwicklung nur

mit Anlegern, Emittenten, Familienbetrieben, und seit kurzem auch intensiv

DAS FORDERT DIE WIENER BÖRSE

im Team funktioniert. Wir sind mit mei-

mit Emissionsabteilungen internatio-

Um den heimischen Kapitalmarkt zu beleben, brauchte es dringend Reformen und Neuerungen, betont der Wiener-Börse-Chef Christoph Boschan. In seinem Positionspapier stellt Boschan deshalb mehrere Forderungen, etwa die KESt-Befreiung für geringe Einkommensbezieher oder die Wiedereinführung des KESt-Entfalls für langfristige Investments. Und weil Bildung der beste Anlegerschutz sei, müsse in den Lehrplänen der Schulen ein verstärkter Fokus auf Wirtschafts- und Finanzthemen gelegt werden. Auch sollte die Bildung von Mitarbeiterstiftungen vom Gesetzgeber unterstützt werden. Durch die Mitarbeiterbeteiligung über Stiftungen könne laut Boschan ein starker österreichischer Kernaktionär sichergestellt werden.

nem Antritt im September 2016 in den

naler Finanzhäuser. Schließlich wollen wir neue Börsengänge lukrieren. Wie wird Ihrer Meinung nach Ihr Erfolg in der Öffentlichkeit gemessen, abseits des ATX-Indexstands? - Man erwartet zu Recht von der Wiener Börse, dass sie Anschluss an das internationale Niveau, an Handelssysteme schafft und für Informationsausstattung sorgt. Ich sagte von Beginn an, dass eine Nationalbörse in der Lage sein muss, alle Handels-

Strategieprozess eingetreten, der alle Bereiche, etwa Business-Development, Sales, Marketing und Kommunikation bis hin zu IT, erfasste. Und der sich über drei Monate erstreckte, bevor wir mit der Umsetzung begonnen haben. Und wie lautet Ihre Vision? – Wir haben grundsätzlich drei Dimensionen abgesteckt. Das ist die Entwicklung des bestehenden Geschäfts sowie die Entwicklung neuer Geschäftsideen. Zudem

interessen abzudecken. Internationale

setzen wir ein wenig auf anorganisches

Trends darf man nicht negieren.

Wachstum, etwa mittels Kooperatio-

12


FINANZPLATZ COVER

nen. Die erste Komponente, das beste-

Das Handelsgeschäft ist stark an die

hende Geschäft (siehe Tabelle Seite 14,

Kursentwicklungen auf der Börse geknüpft.

Anm.), steht dabei in der Wiener Börse AG auf vier sehr stabilen Säulen, mit Einkünften aus dem Handel, dem Datengeschäft, den IT-Services sowie dem Geschäft mit der Indexlizenzierung. Auf

„Eine National­börse braucht auch ein ­KMU-Segment.“

Säule hinzu.

große Abhängigkeit von einer Ertragsquelle, die man am wenigsten beeinflussen kann. Deshalb setzen wir auf die Diversifizierung bei den Ertragsquellen,

Gruppenebene kommt mit der Wertpapierverwahrung eine fünfte wichtige

Davon kann man sich vermutlich kaum abkoppeln? - Das ist richtig. Man hat eine

auf Geschäftsfelder also, die etwas ver-

CHRISTOPH BOSCHAN

lässlicher sind.

Und welche dieser vier Säulen ist am

In welchem der vier erwähnten Segmen-

Kann man als kleine Börse auf so vielen

stärksten verankert? - Die Hälfte des Er-

te erkennen Sie das größte Wachstums­

Hochzeiten tanzen, oder sollte man sich auf

trags der Wiener Börse AG kommt aus

potenzial? - Für die Entwicklung des

wenige Segmente spezialisieren? - Tat-

dem Handel. Auch das Datengeschäft ist

bestehenden Geschäfts haben wir sehr

sächlich haben vor allem die großen

eine große Ertragsposition. Dabei geht

klare Visionen, nämlich Wachstum und

Börsen eine hohe Diversifikation der

es vor allem um den Vertrieb von Han-

eine Diversifikation bei unseren Er-

Ertragsquellen erreicht. Die Erträge aus

delsdaten. Das Indexgeschäft ist noch

tragsquellen. Nach wir vor haben wir

dem Wertpapierhandel machen an der

sehr klein, das wollen wir mit der neu-

eine sehr große Abhängigkeit von Um-

Deutschen Börse weniger als sieben Pro-

en Kooperation mit dem Indexanbieter

sätzen im Aktienhandel, sprich im Han-

zent des Gesamtergebnisses aus. An der

Lime­yard ankurbeln.

delsgeschäft.

Wiener Börse sind es knapp 50 Prozent.

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Dies ist eine Werbemitteilung. Die vollständigen Informationen zum jeweiligen Finanzprodukt [Basisprospekt, Endgültige Bedingungen, allfällige Nachträge, ggf. Basisinformationsblatt („BIB“)] liegen am Sitz der Emittentin Erste Group Bank AG, Am Belvedere 1, 1100 Wien während der üblichen Geschäftszeiten kostenlos auf bzw. sind auf der Website www.erstegroup.com/emissionen abrufbar. Stand: März 2018


FINANZPLATZ COVER

NYSE. Wir sind auf jeden Fall in der Lage, allein zu bestehen. Doch das muss ohnedies der Eigentümer entscheiden. Wie viel Gestaltungsspielraum haben Sie mit einer Eigentümerstruktur, bei der 55 Banken und Emittenten an Ihrer Muttergesellschaft, der CEESEG AG, beteiligt sind? - Es müssen Tonangeber. Die ­ igentümerstruktur der E ­Wiener Börse AG findet Börsenchef Boschan nicht ungewöhnlich.

grundsätzlich zwei Anforderungen erfüllt werden: das wirtschaftliche Wohl des Unternehmens und das Erfüllen der Infrastrukturrolle. Was den diskretionären Spielraum angeht, haben wir einen großen Freiheitsgrad. Die Eigentümerstruktur ist nichts Ungewöhnliches, die gibt es auch bei anderen Börsen.

Womit verdienen dann andere Börsen ihr

ZAHLEN

Geld? - In anderen Bereichen, etwa im Geschäft der Daten oder der Indexlizenzierung. Bei der Deutschen Börse kommt auch der Terminmarkt sowie Clearing und die Wertpapierverwahrung als große Ertragsquelle hinzu. Zudem haben große Börsen wie etwa die Euronext in Paris oder die LSE in London höhere Margen als wir. Das heißt, die großen Börsen profitieren von den Skaleneffekten? - Ihnen kommt ihre

Stehen Sie mit den Banken in Konkurrenz?

UMSÄTZE DER WIENER BÖRSE AG in Millionen Euro

2016

2015

Transaktionserlöse

22,24

21,90

Datenverkauf

14,79

13,97

IT-Dienstleistungen

6,19

5,25

Kassamarkt-Gebühren

1,92

2,19

Indexlizenzverkauf

1,87

2,15

Strukturierte Produkte, ETFs

0,56

0,65

48,73

49,28

Umsatzerlöse gesamt*

QUELLE: WIENER BÖRSE; *INKLUSIVE SONSTIGER ERLÖSE

Schließlich wollen diese auch an der Geldvergabe verdienen. - Sie bieten aber selbst Dienstleistungen an der Börse wie Market Making oder das Geschäft mit den Börsengängen an. Dazu zählt beispielsweise die Beratung sowie die Primärplatzierung der Wertpapiere bei Anlegern. Dennoch gibt es in Wien zu wenige Börsengänge, um damit nachhaltig zu wirtschaften. Trocknet die nationale Infrastruktur

Größe auf jeden Fall zugute. Wie sehr das

damit ein gutes Stück aus? - Es gibt eine

ins Gewicht fallen kann, sieht man auch hier. In den vergangenen zehn Jahren gab

allem Investoren aus den USA und Groß-

Reihe an Anbietern, und zwar sowohl

es Tage mit einem Handelsvolumen von

britannien erreichen. Von dort kommen

aus dem In- als auch dem Ausland. Das

100 Millionen Euro und andere Handels-

bereits die größten Handelsteilnehmer.

betrachte ich aus einer internationalen

tage, an denen der Umsatz auf rund eine

Sichtweise.

Milliarde Euro kletterte. Die dafür not-

Einigen ausländischen Investoren ist die

wendige

bleibt

Marktkapitalisierung an der Wiener Bör-

Welche internationalen Handelsplätze sind

stets dieselbe, ohne dass sich die Kosten-

se zu klein. Können Sie das nachvollziehen?

die größten Konkurrenten der Wiener Bör-

basis ändert.

- Eigentlich nicht. Der Bawag-Börsen-

se? - Im Indexgeschäft, der kleinsten Er-

gang im vergangenen Oktober war mit

tragsquelle mit einem Ergebnisbeitrag

Insgesamt machen internationale Investo-

einem Volumen von 1,93 Milliarden Euro

von 1,9 Millionen Euro, sind es die großen

ren mit 80 Prozent einen großen Anteil an

der drittgrößte in Europa und weltweit der

Anbieter, die Schweizer ­ Stoxx, die Teil

der Wiener Börse aus. Werden Sie den heimi-

achtgrößte. Die Marktkapitalisierung lag

der Deutschen-Börse-Gruppe ist, sowie

schen Markt verstärkt im Ausland bewerben?

bei fünf Milliarden Euro.

MSCI aus den USA. Wir haben allerdings

IT-Serviceausstattung

- Das ist eine absolut strategische Stoß-

die klare Marktführerschaft mit unseren

richtung. In einem ersten Schritt setzen

Inzwischen gibt es einige Fusionen zwischen

CEE-Produkten. In Zukunft werden wir

wir auf Digitalmarketing. Dafür haben

einzelnen Börsen. Wie wichtig ist Eigenstän-

den Indexfokus mit der Schweizer Lime­

wir nun erhebliche Budgets, und wir in-

digkeit für die Wiener Börse? - Sie ist sehr

yard erweitern.

vestieren kräftig in Onlinewerbung. Auch

wichtig. Dabei gibt es letztendlich zwei

mit gezielter, strategischer Vertriebspla-

Trends: Einerseits die Fusionen, ande-

Auf neue Nischen? - Es werden alle Märk-

nung und unseren Eventformaten wie

rerseits kommt es wieder zu Trennun-

te und Produkte in Betracht gezogen.

dem Roadshow-Programm wollen wir vor

gen, etwa zwischen der Euronext und der

Zudem wird es einen Fokus auf maßge-

14


FINANZPLATZ COVER

schneiderte Indizes geben. Bei der dritt-

100 Prozent haben und somit kräftig von

größten Ertragsquelle, dem IT-Geschäft,

Kurszuwächsen

sind alle großen Börsen mit ihren Syste-

Hingegen haben untere Einkommens-

men unsere unmittelbaren Konkurrenten. Lediglich beim Datengeschäft gibt es wenig Konkurrenz, da wir unsere Daten selbst zur Verfügung stellen. Und wie sieht es im Handelsgeschäft aus? - Die Wiener Börse hat mit Abstand den

„Die Eigentümer­ struktur ist nichts ­Ungewöhnliches.“

profitieren

konnten.

schichten null Prozent Aktien. Sie ­können eben die Risiken nicht tragen. Deshalb muss man ihnen steuerliche Freiheiten einräumen und ordentlich ausbilden. An der öffentlichen Wahrnehmung der Wie-

CHRISTOPH BOSCHAN

ner Börse hapert es noch ein wenig, obwohl

günstigsten Preis beim Wertpapierhan-

und geht bis hin zu Privatisierungen. Hier

sie hochprofitabel ist. Weshalb? - Wir setzen

del. Grundsätzlich stehen wir hier aber

braucht es mehr Anschluss an internati-

auf aktive Kommunikation und sind dabei

mit allen anderen Börsen wie zum Bei-

onale Niveaus. Das könnte der Börse ei-

exakt im Mittelfeld zwischen den hoch-

spiel Chi-X, MTFs und außerbörslichen

nen Riesenschub verpassen. Auch muss

profitablen Megabörsen und den sehr

Handelssystemen in Konkurrenz. His-

man die Altersvorsorge begünstigen. Ich

margenschwachen

torisch hat sich aber schon immer ein

verstehe nicht, weshalb auf versteuertes

Unsere Ebitmarge liegt bei etwas über 50

Großteil des weltweiten Wertpapierhan-

Einkommen nochmals die KESt auf reali-

Prozent bei einem Konzernergebnis der

dels außerbörslich abgespielt.

sierte Kursgewinne bezahlt werden muss.

CEESEG von 33,9 Millionen Euro im Jahr

Da kann ich mir einen jährlichen Freibe-

2016. Auch 2017 wird die Marge ähnlich

Welche Risiken gibt es außer einer schwa-

trag vorstellen. Zudem braucht eine Na-

hoch ausfallen, trotz höherer regulatori-

chen Kursentwicklung noch? Etwa neue

tionalbörse auch ein KMU-Segment.

scher und technischer Kosten.

chain ist eine Technologie, die wir uns

Viele KMUs sagen, eine Börsennotiz sei ih-

Sie sprechen aber kaum über Ihren wirt-

sehr genau ansehen, auch wenn es der-

nen zu teuer. - Jene Leute, die das erzäh-

schaftlichen Erfolg. Kann man nicht etwa

zeit nicht relevant ist. Wir haben gerade

len, sehen die Marktrealität nicht. Die

Geschäftsberichte auf der eigenen Home-

erst im Vorjahr das Handelssystem von

Politik muss den dritten Markt für hei-

page veröffentlichen? - Wir setzen auf

Xetra auf T7 umgestellt. Aber man darf

mische Unternehmen wieder öffnen.

volle Transparenz. Das Bild der Wiener

neue Trends nicht verschlafen.

Dort haben wir bereits zehn Zugänge aus

Börse hat sich dramatisch verbessert.

dem Ausland gehabt. Zudem haben ei-

Ich denke auch, dass Anleger ihren Fo-

Sie haben im Vorjahr den Global Market

nige heimische Emittenten ihr Interesse

kus nicht nur auf die Ertragsstärke einer

eingeführt. Darauf können ausländische

schriftlich deponiert. Sie würden bei ei-

Börse legen. Sie interessieren sich pri-

Aktien in Wien gehandelt werden. Wie er-

ner Marktöffnung sofort gelistet werden.

mär für unseren Service.

folgreich ist das Segment angelaufen? - Die

Österreich hat es geschafft, sich vier Jah-

Tagesumsätze schwanken zwischen vier

re lang den Nachwuchs abzuschneiden,

Den Gedanken teile ich nicht ganz. Mit er-

und acht Millionen Euro. An einem gu-

seit der dritte Markt aufgrund gesetzli-

folgreichen Unternehmen umgibt sich je-

ten Tag sind es gut vier Prozent des ge-

cher Änderungen nicht mehr zugänglich

der gern. Man muss es als Stakeholder aber

samten Handels. Wir werden demnächst

für heimische Unternehmen ist.

wissen. Es gäbe vielleicht weniger negative

kleineren

Börsen.

Technologien wie Blockchain? - Block-

Google-Einträge und eine viel positivere öf-

aber eine Preisoffensive im Global Market starten und die Spanne zwischen

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit unter

fentliche Wahrnehmung. Den Kunden, also

dem An- und Verkaufskurs verringern.

der neuen Regierung? - Da bin ich sehr zu-

auch den Anlegern, würde es mehr Sicherheit

Das macht schließlich einen wesentli-

versichtlich. Die Wahl- und Regierungs-

geben. – Der Hinweis ist angekommen.

chen Kostenblock aus.

programme sind vielversprechend. Jetzt geht es um die Umsetzung.

Wie wichtig ist die Politik für die Umsetzung

Worauf sind Sie seit dem Amtsantritt am meisten stolz? - Mir hat das Team beim

der neuen Strategien der Wiener Börse? Ihr

Welche Rolle spielt die Sozialpartnerschaft?

Einfluss ist ja diesbezüglich begrenzt. - Das

Letztlich geht es auch um Umverteilung von

hätte einen gigantischen Effekt, wenn

Vermögen. - Es ist auf jeden Fall eine Um-

Und was frustriert am meisten? - Das Tem-

die Politik den von uns vorgeschlagenen

verteilungsfrage, mit der es sich dringend

po. Manchmal dauern manche Dinge zu

Kapitalmarktplan entwickeln würde. Der

zu beschäftigen gilt. Man muss eine Ant-

lang. Dem eigenen Team, den Marktteil-

ist wie ein Blumenstrauß an Maßnah-

wort darauf finden, weshalb hohe Ein-

nehmern und Emittenten ist es jedenfalls

men und fängt bei der Finanzbildung an

kommensschichten Aktienquoten von

nicht geschuldet. So viel sei gesagt. n

15

Strategieprozess große Freude gemacht.


© ZHAO XIAO MING / AP / PICTUREDESK

FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

16


#CHINA

DIE ROTE CHANCE Chinas Aufstieg zur globalen Wirtschaftsnation Nummer eins geht voran. Davon profitieren auch österreichische Konzerne, solange sie sich an die kulturellen Spiel­regeln halten und mentalitätsbedingte Unterschiede akzeptieren. TEXT ROBERT WINTER

Taktik. Wer mit China Geschäfte ­machen möchte, muss neben ­kulturellem Know-how auch Geduld mitbringen.


FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

auf China. Christoph Kaml, bis Ende Au-

„Kontaktauf­nahme gelingt nur über ­valide Netzwerke.“

gust des Vorjahres Finanzvorstand von Palfinger AG und seither Finanzvorstand der Wittur-Gruppe, einem weltweit führenden Komponentenlieferanten für die

„China hat eine ganz andere G­eschwindigkeit.“

Aufzugsindustrie, sagt: „In China sind CHRISTOPH KAML

Gesellschaft und Unternehmen hierar-

S

chisch strukturiert. In Konzernen gibt

THOMAS OBENDRAUF

eit der Regentschaft der Shang-

der Chairman klar die Marschrichtung

Machtlinger, Vorstandsvorsitzender des

Dynastie vor rund 3.500 Jahren es-

vor. Die Umsetzung von Projekten oder

Luftfahrtspezialisten FACC AG, der seit

sen die Chinesen mit Stäbchen. Sie

Kooperationen ist nur möglich, wenn

der Übernahme durch Xi’an Aircraft In-

verbrauchen davon rund 50 Milliarden im

das voll dem Wunsch der obersten Ebe-

dustry und Advanced Treasure Limited

Jahr. Messer wurden erst gar nicht einge-

ne entspricht.“

im Jahr 2009 unter chinesischer Flagge

führt, weil der Philosoph Konfuzius de-

segelt, erklärt: „Neben wirtschaftlichen

ren Verwendung bei Tisch angeblich als

Hierarchie entscheidend

Hintergründen spielt der Aufbau eines

unsittlich einstufte. Aber die Stäbchen­

In der Praxis ist es jedoch so, dass häu-

persönlichen, respektvollen Umgangs

tradition hat ihren Preis. Wer einen Busi-

fig Umwege zu gehen sind, bis man an die

auf Augenhöhe eine wichtige Rolle. Har-

ness-Lunch mit chinesischen Geschäfts-

richtige Stelle kommt. Martin Zehnder,

monie ist unglaublich wichtig, Vertrauen

partnern vereinbart, sollte schon einmal

Mitglied des Executive Board des Salz-

muss langfristig aufgebaut werden. Chi-

den Umgang mit den länglichen Esswerk-

burger Kranherstellers Palfinger AG, der

na hat eine jahrtausendealte Kultur, da

zeugen üben, weil eine ganze ­Liste an Re-

seit 2012 mit zwei Joint Ventures mit dem

bringt man Geduld mit.“

geln einzuhalten ist. Wer ­diese bricht, gilt

chinesischen

Baumaschinenhersteller

Ist jedoch die solide Basis für eine Zu-

als unkultiviert und macht geschäftlich

Sany Heavy Industry in China aktiv ist:

sammenarbeit einmal gelegt, sind posi-

wahrscheinlich keinen Stich mehr.

„Entscheidungen werden konsequent

tive Entwicklungen möglich. FACC-Chef

Aber worauf muss man sich ernsthaft

nach oben delegiert. Selbst in Sitzun-

Machtlinger: „In unserem Unternehmen

im Umgang mit chinesischen Konzernen

gen mit Teilnehmern, die in der Hierar-

gab es keine Kulturveränderung. Wir ha-

einstellen? Auf welche kulturellen Un-

chie oben angesiedelt sind, darf nicht mit

ben durch die strategische Beteiligung

terschiede ist auf persönlicher und ge-

­einem Beschluss gerechnet werden. Oft

unseres Haupteigentümers mit Zugang

schäftlicher Ebene zu achten? Wie geht

wird erst im Verlauf von Meetings klar,

zum weltgrößten Wachstumsmarkt der

es mit den seit Jahren häufiger geworde-

dass gar kein Entscheider anwesend ist.“

Aerospace-Industrie stark profitiert. Wir

nen Unternehmenskäufen und –beteili-

Die

strenge

Hackordnung

bringt

haben unseren globalen Footprint sig-

gungen chinesischer Investoren in Eu-

auch mit sich, dass Anbahnung und Ab-

nifikant ausgebaut, über 400 Millionen

ropa und Österreich weiter? In China ti-

schluss von Geschäften auf Augenhöhe

Euro am Standort investiert, 2.000 Ar-

cken die Uhren nicht anders als im Rest

zu erfolgen haben. „Chinesische Top-

beitsplätze geschaffen und die Unter-

der Welt. Davon ist Thomas Obendrauf,

manager verhandeln nur mit gleichwer-

nehmensgröße verdreifacht. Die Kultur

Finanzvorstand des Faserkonzerns Len-

tigen Partnern. Die Nummer eins spricht

unserer Zusammenarbeit ist von gegen-

zing AG, überzeugt: „Westliche Unter-

nur mit der Nummer eins der Gegensei-

seitigem Respekt geprägt.“

nehmen wollen Gewinne machen, chi-

te. Bei Verhandlungen ist es ganz ent-

nesische wollen das auch. Auf dem Weg

scheidend, der Nummer eins zuerst die

Am besten mit Joint Ventures

dorthin gibt es aber Unterschiede. Ein

Hand zu reichen“, sagt Kaml. Aber bis

Durch den Aufschwung des gelben Rie-

stringenter Zeitplan ist in China nicht

es so weit kommt, sind Recherchen vor

sen, samt den Avancen eine zentra-

hilfreich. Geduld ist gefragt. Wer in

Ort nötig. Kaml: „Die Kontaktaufnahme

le Rolle im Weltgeschehen einzuneh-

China aktiv sein will, muss Beziehun-

mit Personen aus dem Führungskreis

men, wurden die kulturellen Barrieren

gen aufbauen.“ Und deren Stellenwert

gelingt nur über valide Netzwerke, über

geringer. „Die kulturellen Unterschiede

ist hoch. Die Lenzing AG beschäftigt

vertraute Kanäle. Bei deren Aufbau spie-

werden immer kleiner. Man hat gelernt,

780 Mitarbeiter in China, betreibt einen

len vertrauenswürdige Mitarbeiter, die

miteinander umzugehen. Viele österrei-

Produktionsstandort in Nanjing und hat

vor Ort tätig sind, eine zentrale Rolle.“

chische Unternehmen sind schon lan-

ein Vertriebs- und Marketingbüro in

In diesem Punkt sind sich die vom

ge vor Ort tätig. Sinologie ist keine Ge-

Schanghai und Hongkong. 70 Prozent

Börsianer befragten Manager und Ex-

heimwissenschaft mehr“, sagt Martin

der Umsätze des Faserherstellers entfal-

perten einig; auch darüber, dass Geduld

Glatz, Wirtschaftsdelegierter in China

len auf Asien, mehr als die Hälfte davon

im Reich der Mitte gefragt ist. Robert

der Wirtschaftskammer Österreich.

18


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© PALFINGER AG

FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

Standort. Kranhersteller Palfinger AG ist seit 2012 über zwei Joint Ventures mit Sany Heavy Industry in China aktiv.

57,6 MILLIARDEN EURO

Nichtsdestotrotz ist es nach wie vor nicht möglich, in China frei nach Belieben aktiv zu werden. Palfinger-Experte

Europaweit ging die Anzahl der Übernahmen chinesischer Konzerne 2017 auf 247 zurück. Das Transaktionsvolumen sank um ein Drittel auf 57,6 Milliarden Euro.

Zehnder: „China hat zehn strategische Industrien geschützt. In diesen Industrien dienen Joint Ventures als Schlüssel zum Markteintritt. Wie bei einem Joint Venture üblich, reden mehrere Beteiligte mit. Dabei tauchen naturgemäß unterschiedliche Meinungen auf. Das erhöht den Diskussionsbedarf, macht das Geschäftsleben schwieriger.“ Wer erwägt, ein Joint Venture einzugehen,

stehen, dass das so ist“, sagt Zehnder.

Nun ist der Schutz von Know-how auch

sollte laut Zehnder jedenfalls auf die Be-

Mit Plagiaten musste sich auch Aufzugs-

in deren eigenem Interesse.“

sitzverhältnisse achten: „Es ist zu klä-

spezialist Wittur herumschlagen. „An-

ren, wie staatsnah der mögliche Partner

dere Länder sind in Hinsicht auf Plagia-

Geduldsspiele

ist. Staatsnähe ist wichtig.“

te aber sogar noch gefährlicher als Chi-

Wer mit chinesischen Unternehmen

Über Jahre hinweg haben chinesi-

na. Seit geraumer Zeit geht die Anzahl

handelseins geworden ist, darf nicht da-

sche Ingenieure einen zweifelhaften Ruf

an Fälschungen in China zurück, wäh-

rauf bauen, dass die Sache mit der Ver-

als Meisterfälscher erworben. Und das

rend immer mehr chinesische Paten-

tragsunterschrift erledigt ist, sagt Pal-

ist kurioserweise auch einem Selbstver-

te im Ausland angemeldet werden. Chi-

finger-Vorstand Zehnder. „In China

ständnis geschuldet, das in westlichen

nas Konzerne streben Innovations- und

handelt es sich bei Verträgen um Ab-

Breiten ungewöhnlich ist. „Auch Pal-

Technologieführerschaft an. Diese Ent-

sichtserklärungen. Es wird immer nach-

finger war von Produkt- und Prospekt-

wicklung darf nicht unterschätzt werden.

verhandelt. Und die jeweils nächsthöhe-

kopien betroffen. Es gab unter den Fäl-

Die Chinesen werden uns davonlaufen“,

re Ebene kann anders entscheiden. Ver-

schern aber keine Einsicht, dass das nicht

meint Kaml.

träge verlangen nach mehr Zeit, mehr

in Ordnung ist. Ganz im Gegenteil. Chi-

Ähnliche Argumente findet Lenzing-

Nerven. Wenn man sich letztlich geei-

nesen sind sehr stolz, wenn ihnen eine

AG-CFO Obendrauf: „Chinesische Player

nigt hat, reicht zum Abschluss ein Hand-

gute Kopie gelingt. Sie fühlen sich nicht

sind bei Patentanmeldungen ganz vorn.

schlag.“ Ins gleiche Horn stößt Oben-

schlecht dabei. Man muss lernen zu ver-

Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht.

drauf: „In China sind Absichtserklärun-

20


FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

gen üblich, die unter bestimmten Rah-

„Es wird immer nachverhandelt, Verträge verlangen nach Nerven.“

menbedingungen gelten. Wir in Europa sind sehr geprägt von Verträgen. China hat eine ganz andere Geschwindigkeit als der Westen. Rahmenbedingungen ändern sich rascher. In Europa verläuft die Entwicklung linear. In China verlief

MARTIN ZEHNDER

Machtfülle erreicht hat wie vor ihm nur Mao Tse-tung. Und beim anvisierten Aufstieg zur weltweiten Wirtschaftsnation Nummer eins überlassen die Zentralregierung in Peking und chinesische Konzerne nichts dem Zufall. Sie treiben das Projekt der neuen Seidenstraße, das mit der Bezeichnung „One Belt, One

sie in den vergangenen drei Jahrzehnten exponentiell.“ Daraus ergeben sich Un-

dung. Westliche Manager stufen das als

Road“ versehen ist, mit Volldampf vor-

terschiede in der Rechtssicherheit. Auf-

gut oder schlecht ein. Verständnis und

an. Ziel des Vorhabens ist, Europa wie-

fassungsunterschiede zeigen sich auch

gemeinsames Lernen ist gefragt.“ Trotz

der stärker an Asien anzubinden und den

bei der Interpretation von Regeln zur

solcher kleinen, aber feinen Unterschie-

Handel mit Afrika zu stärken. „Das Pro-

Rechnungslegung, meint Wittur-Mana-

de darf nicht übersehen werden, dass

jekt der neuen Seidenstraße reflektiert

ger Kaml: „Wenn in Europa über einen

China seit Jahren hart daran arbeitet,

das neue Denken. Die Steuerung kommt

gewissen Zeitraum eine Zahlung offen

seine weltpolitische sowie wirtschaft­

von ganz oben. Auf unteren Ebenen wird

ist, ist eine Rückstellung zu bilden. Chi-

liche Position weiter zu stärken.

sehr pragmatisch agiert. China hat sich

nesen machen das einfach nicht.“ Pal-

das Motto ,Can do‘ verordnet“, sagt

finger-Vorstand Zehnder bestätigt die-

Zurück zur Weltmacht

WKO-Handelsdelegierter Glatz: Das hat

se Erfahrung: „Beim Abwertungsbedarf

Davon zeugt der kürzlich abgehaltene

auch damit zu tun, dass man mit großem

von Forderungen kommt in China eine

Nationale Volkskongress, im Zuge des-

Selbstvertrauen zur Sache geht. Palfin-

andere Bewertungslogik zur Anwen-

sen Chinas Staatschef Xi Jinping eine

ger-Vorstand Zehnder: „Wer sich die

EMERGING MARKETS

SCHWELLENMÄRKTE: SCHON SO GROß! UND SIE WERDEN WEITER WACHSEN. In den Schwellenländern wächst eine konsumstarke Mittelschicht heran. Das Interesse an Artikeln, die mit dem Wohlstand von Industrieländern assoziiert werden, steigt. Das eröffnet enorme Anlagechancen. Erfahren Sie mehr auf www.franklintempleton.at/emerging-markets

Vor Abschluss einer Investition empfiehlt sich eine professionelle Anlageberatung. Fondsanlagen sind mit Risiken verbunden. Diversifizierung garantiert nicht einen Gewinn oder Schutz vor Verlust. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen. Anleger können ggf. nicht den investierten Betrag zurückerhalten. Informieren Sie sich jetzt über die mit einer Anlage in unsere Fonds verbundenen Chancen und Risiken: www.franklintempleton.de. Verkaufsprospekte und weitere Unterlagen erhalten Sie kostenlos bei Franklin Templeton Investment Services GmbH, Postfach 11 18 03, 60053 Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 16, 60325 Frankfurt a. M., Tel. 08 00/0 73 80 01, Fax +49(0)69/2 72 23-120. © 2018 Franklin Templeton Investments. Alle Rechte vorbehalten.


FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

Geschichte der letzten 2.000 Jahre an-

„Chinesen ­suchen in Österreich nach führenden ­Technologien.“

sieht, wird erkennen, dass China bereits drei Mal eine Weltmacht war. Dass das in den vergangenen hundert Jahren nur bedingt der Fall, wird zwar akzeptiert. Aber nun will das Reich der Mitte wieder ganz vorn mitmischen.“ Dass man es mit die-

Angesichts der Kauflaune der fernöstlichen Investoren wird auch klar, dass Chinas Unternehmen längst nicht mehr Erfüllungsgehilfen westlicher Konzerne sind. WKO-Experte Glatz: „Größere Unternehmen treten selbstbewusst im Ausland auf. Früher waren sie die Werk-

EVA-MARIA BERCHTOLD

sem Ansinnen ernst meint, lässt sich

bank der Welt. Große chinesische Akqui-

am deutlichen Anstieg des Engagements

Spezialisten gesucht

sitionen sind auch politisch motiviert. Es

und der Investments chinesischer Kon-

Aber das Interesse an europäischen

gibt jedoch Restriktionen für Unterneh-

zerne rund um den Globus und speziell

Übernahmezielen bleibt laut EY-Exper-

men, die zu viel investiert haben. Es ist

in Europa ermessen. Laut der EY-Analy-

tin Berchtold groß: „Nach wie vor zieht

mehr im Spiel, als man sieht.“ Viel auf

se „Chinesische Unternehmenskäufe in

es chinesische Investoren vor allem nach

dem Spiel steht auch für österreichische

Europa“ zeichneten chinesische Unter-

Deutschland. Dort gab es im letzten Jahr

Konzerne, die erst in China aktiv wer-

nehmen auf dem alten Kontinent im Jahr

54 Transaktionen. In Großbritannien wa-

den wollen oder die an die Ausweitung

2006 für insgesamt 40 Unternehmens-

ren es 44 und in Italien 24. Wir erwarten

ihrer Geschäftstätigkeit denken. Glatz:

käufe oder -beteiligungen verantwort-

2018 wieder einen Anstieg im Vergleich

„In den nächsten fünf Jahren wird Chi-

lich. 2016 waren es bereits 309 Trans-

zu 2017.“

na Segmente öffnen, die nicht mehr ge-

aktionen. Eva-Maria Berchtold, Leader

laut

schützt werden müssen. Unternehmen

Transaction Advisory Services von EY Ös-

Berchtold nur am Rande des Radars chi-

sollten auch erwägen, mit chinesischen

terreich und Koautorin der Studie: „Über

nesischer Investoren. „Aber die einzel-

Partnern in Drittmärkte zu gehen. Dafür

Jahre hinweg sind sowohl Volumen als

nen M&A-Aktivitäten chinesischer In-

auch Anzahl der Transaktionen konti-

vestoren verdeutlichen, dass diese auch

bleibt noch ein Zeitfenster von INFOfünf bis sieben Jahren.“

nuierlich gestiegen. Aufgrund strengerer

in Österreich gezielt nach Topbetrieben

Stichwort Zeit: Wer chinesischen

Kontrollen gab es 2017 nach dem Rekord-

mit starker Spezialisierung und führen-

Geschäftsfreunden eine Freude berei-

jahr 2016 eine leichte Delle. Die Zahl der

den Technologien Ausschau halten“,

ten will, sollte keinesfalls einen Zeit-

Übernahmen ging im Vorjahr europaweit

so Berchtold. Jüngstes Beispiel ist die

messer zum Geschenk machen. Gel-

um 20 Prozent auf 247 zurück, der Ge-

Übernahme der Mehrheitsbeteiligung

ten doch Armbanduhren im Reich der

samtwert der Transaktionen sank um ein

an der Wolford AG durch das chinesische

Mitte als Symbol für das Ablaufen der

Drittel auf 57,6 Milliarden Euro.“

Konglomerat Fosun.

Lebenszeit.n

Österreich

befindet

sich

#WOLFORD

DIE AUSTROCHINESEN

© BÖRSIANER

Österreichische Unternehmen, die in China aktiv sind, und Konzerne aus dem Reich der Mitte, die bei heimischen Unternehmen eingestiegen sind.

Angebot. Das chinesische Konglomerat Fosun will den Vorarlberger Strumpf­ hersteller übernehmen.

22


FINANZPLATZ WIRTSCHAFT

A

uch vor österreichischen Unter-

Seit 2002 ist der steirische High-

Luftfahrtkonzern Xi’an Aircraft Indust-

nehmen macht die Kauflust nicht

tech-Konzern AT&S Austria AG mit ei-

ry mit Sitz im chinesischen Xian und Fi-

halt. So wurde kürzlich der Vorarlberger

genen Produktionsstandorten in China

nanzinvestor Advanced Treasure Limi-

Textilhersteller Wolford AG von Fosun,

aktiv. Dass eine solche Strategie zwi-

ted aus Hongkong zum Zug. Ein weiteres

dem größten chinesischen Privatkon-

schenzeitlich auch ins Geld gehen kann,

Kapitel in der Geschichte österreichi-

zern, übernommen. Man wartet noch

zeigte der sogenannte Chongqing-Ef-

scher Unternehmen wurde im Oktober

auf die Freigabe des Deals durch die

fekt. Zur Erklärung: Das AT&S-Werk

2011 geschlossen. Damals ging A-Tec

Wettbewerbsbehörde. Seit dem Vorjahr

in Chongqing brachte vor geraumer

Industries AG in Konkurs, und das zum

ist der viertgrößte chinesische Misch-

Zeit finanzielle Einbußen. Nun klingeln

Konzern gehörende Unternehmen ATB,

konzern HNA Group am Asset-Manager

laut AT&S-Aussendung von Ende Jän-

ein Hersteller elektrischer Antriebssys-

C-Quadrat beteiligt. Die Entwicklung

ner aber auch in China wieder die Kas-

teme für Industrie- und Geräteanwen-

der HNA Group ist auch ein gutes Bei-

sen, von „neuen Umsätzen aus chinesi-

dungen, wurde an die chinesische Wo-

spiel dafür, dass die Chinesen ganz nach

schen Werken“ ist ebenso die Rede wie

long-Gruppe veräußert.

oben wollen.

von „einer guten Umsatzentwicklung

Im Juli 2015 tauchte HNA zum ersten

Andere Austrokonzerne haben wiederum daran gearbeitet, in China recht-

im chinesischen Markt.“

zeitig den Fuß in der Tür zu haben. Das

Mal unter den Fortune Global 500 auf. Bis zum Vorjahr gelang der Gruppe der

Spezialisten gesucht

ist etwa dem Salzburger Kranhersteller

Aufstieg auf Rang 170 der 500 weltgröß-

Anfang Dezember 2009 kam der Luft-

Palfinger AG bereits ab 2012 über zwei

ten Konzerne. Nun haben die HNA-Ma-

fahrtspezialist FACC AG unter eine chi-

Joint Ventures mit dem chinesischen

nager den Sprung unter die Top 100 im

nesische Haube. Als erfolgreiche Wer-

Baumaschinenhersteller

Visier.

ber kamen der international tätige

Industry gelungen.

„Warum

empfehlen mir alle ein Studium im MINT-Bereich?“

Sany

Heavy

Eine Initiative der Industriellenvereinigung

Weil es da eine besonders hohe Personalnachfrage gibt. Und was ist Ihre Frage?

iv.at/dialog

MEINE ARBEIT. UNSERE INDUSTRIE.


RENDITE WIENER BÖRSE

MARKTENTWICKLUNG

ENTWICKLUNG (2018) DER INTERNATIONALEN AKTIENMÄRKTE IM VERGLEICH ZUR WIENER BÖRSE

7,00%

6,00%

5,00%

4,00%

3,00%

2,00%

1,00%

0,00%

-1,00%

-2,00%

-3,00%

-4,00%

ATX (ÖSTERREICH) STOXX EASTERN EU TM (EUR)

-5,00%

STOXX EUROPE TM (EUR) STOXX US TM (EUR) STOXX EM TM (EUR)

-6,00%

02.1.

01.2.

01.3.

Marktkorrektur. Österreichische und osteuropäische Aktien konnten sich Anfang 2018 noch deutlich gegenüber anderen Märkten durchsetzen. In der zweiten März­hälfte gab es aber an den Weltmärkten Korrekturen. Am meisten mussten US-Aktien abgeben.

KOLUMNE

WOLFGANG MATEJKA Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

ÖSTERREICHISCHER MARKT BLEIBT BERECHENBAR Die exogenen politischen Faktoren spielten nach wie vor an den Börsen eine kurzfristige und im Effekt untergeordnete Rolle. Der Ausblick auf 2018 wird daher von dem sensiblen Blick auf die innere Kraft der Konjunkturdaten, der volkswirtschaftlichen Faktoren wie Inflation und Arbeitsmarkt, dem Kampf der USA um Bewahrung ihrer globalen Führungsrolle und den in diesem Umfeld agierenden Unternehmen bestimmt werden. Die sensible Balance zwischen Anleihen und Aktien sollte in Euroland durch die Europäische Zentralbank weiter bestehen bleiben. Aktien als Dividendenlieferanten bleiben daher begehrt. Österreichs Unternehmen bestechen an der Börse in Summe weiterhin durch gute Ergebnisqualität, ohne hohe Bewertungen aufzuweisen. Die Attraktivität unseres Marktes im europäischen Verbund ist valid und sollte sich durch die Anbindung an Zentral- und Osteuropa und dessen stabil positive Volkswirtschaften wieder ins Investitionsbild drängen. Die Veränderung des Börsengesetzes samt der darin enthaltenen Delisting-Prozesse dürfte im Laufe des Jahres noch das eine oder andere Unternehmen zu Überlegungen anspornen, was im Sinne der tiefen Bewertung an der Wiener Börse zusätzliche, wenn auch nur kurzfristige Fantasie erzeugen könnte. Die regulatorisch bedingten Belastungsfaktoren beginnen aber langsam geringer zu werden. Sektoren wie Banken, Versicherungen, Telekom und auch der Bau müssten davon vordergründig unterstützt werden. Industriewerte haben sich die vergangenen Jahre ebenso in Prozess und Logistik bekräftigt, was gesamtheitlich in Verbindung mit einer guten Auftragslage die Wachstumsperspektiven verlängern und stabilisieren müsste. Trotz des internationalen „hickups“ bleibt Österreich positiv berechenbar und ein guter Platz für Börseninvestments.

24


RENDITE WIENER BÖRSE

MARKTMEINUNGEN

AUSBLICK DER ÖSTERREICH-FONDS-MANAGER

Robert Binder Fondsmanager Semper Shares Austria ISIN AT0000815030 Semper Constantia Invest

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Die österreichi-

Christoph Stangelberger Fondsmanager Austria Plus ISIN AT0000611405 Allianz Invest KAG

Wie bewerten Sie das aktuelle Marktumfeld? – Aus unserer Sicht

schen Aktien sind trotz der hohen Kursanstiege im Jahr 2017

profitiert der österreichische Aktienmarkt zum einen von sei-

noch immer attraktiv bewertet. Profitieren konnten die öster-

ner im globalen Vergleich niedrigen Bewertung und zum an-

reichischen Unternehmen unter anderem von der verbesser-

deren von einer weiterhin anhaltenden positiven Wirtschafts-

ten Wirtschaftslage in Osteuropa. Wir gehen davon aus, dass

entwicklung in Osteuropa. Die größten Risiken sehen wir aktu-

in den kommenden Monaten mit größeren Schwankungen zu

ell in den USA, wo zum einen die Unsicherheit in Hinblick auf

rechnen sein wird.

zukünftige Zinsschritte zunimmt und Trumps Alleingang bei der Einführung von Zöllen auf Stahl und Aluminium die Sor-

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Wir rech-

gen über einen aufkeimenden Handelskrieg schürt. Diese Un-

nen für 2018 mit einem moderaten Anstieg des Zinsniveaus in

sicherheit lässt uns etwas vorsichtiger in die Zukunft blicken.

der Eurozone, was sich positiv auf den Finanzsektor auswirken sollte. Obwohl wir für dieses Jahr mit keinem großen Anstieg

Welche Branchen favorisieren Sie derzeit und warum? – Aktuell

des Ölpreises rechnen, hat sich zuletzt gezeigt, dass die Ölpro-

favorisieren wir den Bankensektor, der von steigenden Zinsen

duzenten auch im aktuellen Ölpreisumfeld profitabel sind und

und der anhaltenden positiven Entwicklung in Osteuropa pro-

einen positiven Cashflow erwirtschaften können. Davon sollte

fitieren sollte. Ähnlich positiv stehen wir weiterhin dem Im-

vor allem die Aktie von SBO profitieren.

mobiliensektor gegenüber, der noch immer mit einem hohen Abschlag zum Nettoinventarwert notiert und von den anhal-

Welche sind die Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds, und wo

tenden Übernahmen profitiert. Der Energiesektor kann wei-

haben Sie zuletzt zuge- oder verkauft? – Zu unseren Toppositio-

terhin von der andauernden Entspannung am Ölmarkt profi-

nen zählen Erste Group und Raiffeisen Bank International. Re-

tieren, auch wenn die letzten Entwicklungen am Schieferöl-

lativ zu unserem Vergleichsindex haben wir ein Übergewicht

markt zu Vorsicht rufen.

zu den österreichischen Versicherungen. Auf absoluter Basis zählt die OMV zu unseren Top-drei-Positionen. Nachdem die

Welche sind die Toppositionen in Ihrem Österreich-Fonds, und wo

Aktie der FACC äußerst positiv ins Jahr gestartet ist, haben wir

haben Sie zuletzt zuge- oder verkauft? – Am stärksten gewichtet

zuletzt unser Übergewicht im Vergleich zum ATX-Prime etwas

haben wir aktuell Erste Bank AG, Raiffeisen Bank Internatio-

reduziert und Gewinne mitgenommen.

nal AG und OMV AG.

Die Zeiten ändern sich. Die Banken auch. Beratung bedeutet unser Wissen zu teilen. www.wienerprivatbank.com


RENDITE PORTFOLIO

ROBERT KARAS

„UNGEWÖHNLICH RUHIGE ZEITEN SIND GEFÄHRLICH“   VITA ROBERT KARAS CHIEF INVESTMENT OFFICER SCHOELLERBANK AG

Die Schoellerbank AG setzt auf Inflationsbonds und

Der vierfache Familienvater (50) ist seit 2007 in der Schoellerbank AG tätig und verantwortet seit 2011 das Asset-­Management, seit März 2018 ist er Chief Investment Officer. 1990 war er einer der ersten Market Maker der Österreichischen Termin- und O ­ ptionenbörse für die damalige Schoeller & Co. Bank AG in Wien. Seine lebenslange Leidenschaft ist die Unternehmensanalyse. Wenn es seine Familie zulässt, liest er deshalb auch privat gern Jahresberichte von Unternehmen.

US-Aktien. Im High-YieldBereich könnte sich 2018 etwas zusammenbrauen. TEXT INGRID KRAWARIK Herr Karas, wird Ihre Klientel wegen der

PORTFOLIO

jüngsten Kurskorrekturen nervös? – Unsere Kunden waren überraschend ru-

net sein. Natürlich diskutieren wir diese Position regelmäßig, die Erträge sind

DIE ASSET-ALLOKATION

ähnlich wie bei konventionellen Anlei-

hig, vielleicht auch deshalb, weil die

hen. Wir bilden inflationsgeschützte

Korrekturen an den Börsen nicht nach-

Anleihen über unseren Fonds Real Zins

haltig waren. Das war wie ein Gewitter,

Plus ab, die Anleihen haben eine Rest-

das sich entladen hat, und hätte durch-

laufzeit von 7,5 Jahren.

aus der Beginn von etwas Größerem sein können. Schwankungen an der Bör-

Wieso finden sich kaum Euroaktien im glo-

se sind normal. Ich halte es mit Warren

balen Portfolio? – Wir investieren haupt-

Buffett, der in seinem letzten Investo-

sächlich in weltweit agierende Unter-

renbrief meinte, dass jeder Anleger, der

nehmen, da ist die Währung nicht so

nicht bereit ist, zumindest einmal eine

bedeutend. Wir sichern die Währungen

Halbierung einer Aktie hinzunehmen,

auch nicht ab, außer der Kunde verlangt

nicht in Aktien investieren sollte.

es. Viel wichtiger ist, dass die Unternehmen langfristig verteidigbare Wett-

Dabei sind die Unternehmen derzeit gut aufgestellt. Was sollte diese erschüttern? – Es ist richtig, dass vor allem Banken und Versicherungen ihre Verschuldung abgebaut haben. Auch Internetunternehmen sitzen auf Bergen von Netto-Cash. Wenn man diese inklusive der Finanzwirtschaft wegrechnet, sind wir bei USUnternehmen in puncto Verschuldung im Vergleich zur Wirtschaftsleistung auf Rekordniveau. Sie haben bei Anleihen eine hohe Gewichtung auf inflationsgeschütze Bonds. Kommt die Inflation? – An eine plötzliche Explosion der Inflation glauben wir nicht, das ist bei der lockeren Geldpolitik der Zen­ tralbanken unwahrscheinlich. Die

69,97 % Anleihen 30,00% Aktien 0,03 % Geldmarkt ANLEIHEN

40,02 % Inflationsgeschützte Anleihen 35,69 % Konventionelle Euro-Anleihen 15,71 % Fremdwährungsanleihen 8,58 % Strukturierte Zinsprodukte AKTIEN 63,34 % Einzeltitel 20,00 % Aktienfonds Emerging Markets 10,00 % Aktienfonds Japan 6,65 % Aktienfonds Rohstoffe SEKTOREN (Top-3-Branchen) 20,76 % Gesundheitswesen 18,69% Industrie 18,36 % Informationstechnologie QUELLE: SCHOELLERBANK AG

bewerbsvorteile und eine solide Bilanz aufweisen. Sie haben keine Alternative Investments im Portfolio. Lohnt sich das nicht? – Ich habe zehn Jahre im Hedgefondsbereich gearbeitet. Der Wettbewerb und die Kostenstruktur sind zu hoch. Private Equity hat eine ganz andere Liquidität, die passt nicht. Wo sehen Sie für 2018 Risiken für die Veranlagung? – Ungewöhnlich ruhige Zeiten sind am gefährlichsten. Der HighYield-Bereich hat sich in den letzten Jahren so angefühlt wie ein höher verzinstes Sparbuch, das ist für mich nicht stimmig. Da könnte sich etwas zusam-

zehnjährige Inflationserwartung liegt

menbrauen, vor allem deshalb, weil die

bei 1,5 Prozent. Wir wollen aber gewapp-

USA die Zinsen anheben. n

26


Nicht zum ersten Mal die erste Wahl

Erneut die beste Fondsgesellschaft am heimischen Markt. Was für uns im täglichen Handeln zählt, sind hohe Qualität und Transparenz in den Anlageprodukten, der Mut zur eigenen Meinung und eine ruhige Hand in der Entscheidung, gepaart mit hoher Flexibilität, wenn es darauf ankommt. Das hat uns bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren die Auszeichnung „Beste Inländische Fondsgesellschaft“ und „Beste Fondsgesellschaft in Österreich“ des Finanzmagazins „Börsianer“ eingebracht. Wählen auch Sie Österreichs beste Fondsgesellschaft.

Herausgeber: 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. Die Auszeichnung „Beste Unternehmen der Finanzbranche in Österreich 2017“ wird vom Finanzmagazin „Börsianer“ nach qualitativen und quantitativen Methoden in einem dreisäuligen Scoring-Modell (erstens Peergroup, zweitens Kennzahlen, drittens Redaktion) ermittelt und von der BDO Austria ausgewertet. Das Ziel des goldenen Rankings ist, den Kunden von Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften sowie Pensions- und Vorsorgekassen einen Überblick über die besten Unternehmen in Österreich zu geben. Insgesamt werden dafür 13 Gesamt- und Rubriksieger aus fünf Branchen prämiert. Der „Börsianer“ ist ein auf die Finanzbranche spezialisiertes Finanzmagazin mit Sitz in Wien. Nähere Informationen zur Auszeichnung finden Sie im Finanzmagazin „Börsianer“, 23. Ausgabe, Dezember 2017, Seite 22 ff (Regeln der Auszeichnung) bzw. Seite 44 ff. Nähere Informationen zur 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Untere Donaulände 36, 4020 Linz und zur Produktpalette sowie die einschlägigen Rechtsdokumente zu den jeweiligen Investmentfonds finden Sie unter www.3bg.at.


RENDITE M&A

Die Zinsen sind niedrig, die Cash-Bestände vieler Unternehmen hoch, die Wirtschaft wächst. Von dem Trend profitieren jene Aktionäre, deren Gesellschaften übernommen werden. Längst machen sich deshalb Experten auf die Suche nach den nächsten Kandidaten. TEXT RAJA KORINEK

1.

2.

3.

MARKTUMFELD

VERANLAGUNG

INTERVIEW

Viele Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen und hohen Kapitalreserven, um Marktanteile zu lukrieren. Die größten Käufer in Europa sind nicht die Chinesen, sondern die US-Amerikaner. Handelsbarrieren könnten bremsen.

Käufer sind bereit, eine Prämie bei der Übernahme zu zahlen. Anleger können zwischen Fonds, Zertifikaten und der Wette auf Übernahmekandidaten wählen. Regulatoren könnten dem einen Strich durch die Rechnung machen.

Synergie- oder Skalen­ effekte lassen sich bei großen Übernahmedeals kaum noch heben, sagt Klaus Gugler von der Wirtschaftsuniversität Wien. In Österreich brauche es am Kapitalmarkt einen Kulturwandel.

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#ÜBERNAHMEN

@BAYER AG

DIE ÜBERNAHMEWELLE ROLLT

Agrochemie. Die Übernahme des Saatgut­ herstellers Monsanto durch den DAX-Konzern Bayer AG wurde kürzlich genehmigt. Sie ist mehr als 60 Milliarden US-Dollar schwer.


RENDITE M&A

AUF DER JAGD Auch heuer werden zahlreiche Übernahmen das Börsen­ geschehen prägen. Viele Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen und hohen Kapitalreserven, um weitere Marktanteile zu lukrieren oder neue Geschäftsfelder zu erschließen. TEXT RAJA KORINEK Revolution. Amazon legte für Whole Foods 13,7 Milliarden US-Dollar auf den Tisch und revolutioniert damit den Lebensmittelhandel.

O

ft kommt es nicht vor, doch

US-Onlinehändler Amazon schnapp­

bleiben auch die Kapitalkosten gering.“

diesmal war es das Veto des US-

te sich etwa den Biolebensmittelhändler

Mit der optimistischen Einstellung steht

Präsidenten

der Marktexperte nicht allein da. „Die

Trump,

Whole Foods, mit der klaren Absicht, die

das eine geplante Megaübernahme plat-

prall gefüllte Kriegskassa für eine Diver-

Transaktionen dürften noch weiter zu-

zen ließ. Das Machtwort am 12. März 2018

sifizierung zu nutzen. Ford Motor Com-

nehmen“, meint auch Michael DeFran-

brachte schließlich den angestrebten

pany kaufte wiederum Argo A.I., ein US-

co, Global Head of M&A beim US-Unter-

Kauf des US-Chipherstellers Qualcomm

Start-up aus dem Bereich autonomes

nehmensberater Baker McKenzie. Und er

durch den Rivalen Broadcom aus Singa-

Fahren. Und auch heuer dürfte es neben

liefert dazu handfeste Prognosen. Ganze

pur zum Scheitern. Zu groß seien die Si-

der kürzlich von der Wettbewerbsbehör-

3,2 Billionen US-Dollar dürfte das Trans-

cherheitsbedenken im Hightechbereich,

de bestätigten Übernahme von Monsan-

aktionsvolumen heuer erreichen, im-

hieß es in der Begründung.

to durch die Bayer AG noch zahlreiche

merhin ein Plus von fast 30 Prozent ge-

Beispiele dafür geben.

genüber dem Vorjahr. Lediglich 2001 und

Donald

Dabei wäre der 146 Milliarden US-Dollar schwere Deal sogar die bisher größte

2007 war das Volumen höher.

Übernahmetransaktion im Technologie-

Unterschiedliche Kaufgründe

sektor gewesen. Mit den Mega­deals wol-

Burkhard

len sich schließlich viele Konzerne zu-

Global Chief Investment Officer der Cre-

Ein Sektor, der vom anziehenden Wirt-

nehmend ihre Marktmacht sichern, wie

dit Suisse, findet mehrere Gründe, wes-

schaftswachstum

Klaus Gugler, Vorstand des Instituts für

halb die weltweiten Übernahmetätig-

ren dürfte, ist die Konsumbranche, hebt

Quantitative Volkswirtschaftslehre an

keiten anhalten dürften. Die Unter-

DeFranco weiters hervor. Er schätzt das

der Wirtschaftsuniversität Wien, im In-

nehmensgewinne und Kapitalreserven

weltweite Volumen in dieser Branche

terview auf Seite 34 erklärt. Dabei er-

sind höher als noch vor wenigen Jah-

für heuer auf 633 Milliarden US-Dollar.

reichte schon im Vorjahr das Volumen

ren. „Währenddessen nimmt der Preis-

Ähnlich hoch dürfte es in der Finanz-

der weltweiten M&A-Deals (M&A steht

druck in vielen Branchen zu. Je mehr man

branche ausfallen. Selbst die Gescheh-

für Mergers and Acquisitions, der eng-

deshalb seinen Marktanteil vergrößert,

nisse in den Bereichen Technologie und

lische Fachjargon für Übernahmen und

desto besser kann man zumindest von

Telekommunikation sollte man nicht

Fusionen, Anm.) wieder ein beachtliches

den Größenvorteilen profitieren“, er-

unterschätzen. Immerhin müssen Te-

Volumen mit rund 2,5 Billionen US-Dol-

klärt Varnholt. Obendrein zieht die glo-

lekomkonzerne eine Menge Geld für die

lar, wenn auch die Transaktionen aus un-

bale Konjunktur an, und das in einem

In­ frastruktur der Mobilfunkgeneration

terschiedlichen Motiven stattfanden.

Umfeld äußert niedriger Zinsen. „Damit

5G in die Hand nehmen. Und das kann

Varnholt,

30

stellvertretender

Konsumsektor profitiert besonders

profitie-


RENDITE M&A

Mitte für medialen Wirbel sorgten. „Sie sind inzwischen sogar vorsichtiger geworden“, sagt Hampel und fügt hinzu: „Die größten Käufer in Europa sind USamerikanische Konzerne.“ In Nordamerika dürfte das Transaktionsvolumen heuer 1,5 Billionen USDollar erreichen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber 2017. Freilich, ein steigender Protektionismus seitens der USA wäre wenig hilfreich und könnte M&A-Transaktionen sogar beeinträchtigen, gibt der Deloitte-Experte zu bedenken: „Denn das würde viele Unternehmen verunsichern.“ Noch sind die Marktexperten aber zuversichtlich für das weitere Geschehen im laufenden Jahr. Und damit könnten sich auch für Anleger eine Menge Chancen ergeben.

% MEINE RENDITE © AMAZON

Das

weltweite

Übernahmekarussell

sich nicht jedes Branchenunternehmen

heizt die Kauflust großer Konzerne an,

dürfte sich heuer noch schneller dre-

leisten, weshalb sich weitere Fusionen

die sich erfolgreiche Start-ups schnap-

hen als in den vergangenen Jahren. Die

und Übernahmen anbahnen könnten.

pen.“ Auch regional gibt es klare Trends,

Kriegskassen sind gut gefüllt, die Kon-

Im Bereich Technologie sind es wieder-

etwa im trans­atlantischen Raum. Denn

junktur zieht an, während der Wett-

um Themen wie Digitalisierung, Robotik,

in Europa dürfte das Transaktionsvolu-

lauf um neue Marktanteile und weite-

aber auch künstliche Intelligenz, die der-

men laut Baker McKenzie rund 850 Milli-

res Wachstum voll entbrannt ist. Ein

zeit zu den wichtigsten Wachstumstrei-

arden US-Dollar erreichen, immerhin ein

Restrisiko gibt es allerdings immer. So

bern in der Branche zählen. Darauf ver-

Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vor-

könnten politische Einflüsse oder stei-

weist Andreas Hampel, Senior Manager

jahreswert. Allein chinesische Konzerne

gende Handelsbarrieren auch das glo-

im Bereich Corporate Finance Advisory

sind nicht die größten Deal-Macher, auch

bale Geschäft mit Übernahmen und Fu-

bei Deloitte Financial Advisory: „Und das

wenn einige Zukäufe aus dem Reich der

sionen kräftig dämpfen. n

Financial and banking legislation rarely stands still. So neither do we. At CMS we employ over 500 banking and finance lawyers to anticipate, interpret and advise on the local, cross-border and international laws shaping your markets. So whatever’s ahead, we’re already taking action.

cms.law

CMS_LawTax_Negative_from101.eps


KAUFRAUSCH ALS KURSTURBO

© DRÄGERWERK & CO. KGAA

RENDITE M&A

Die steigenden Übernahmetransaktionen auf den weltweiten Börsen werden die Aktienkurse möglicher Kandidaten noch kräftig beflügeln. Davon könnten auch einige ­Investmentprodukte profitieren. TEXT RAJA KORINEK

O

ft reicht ein simples Markt-

sich ein Blick für risikobewusste Anleger

(ISIN DE0009781989) der Hansainvest

gerücht, um ein regelrechtes

auf Produkte lohnen, bei denen die Ex-

Hanseatische Investment, der von der

Kursfeuerwerk

auszulösen.

perten auch mögliche Übernahmekan-

TBF Global Asset Management gema-

Etwa dann, wenn das betroffene Un-

didaten unter die Lupe nehmen. Eine

nagt wird. Das ausbalancierte Portfo-

ternehmen als Übernahmekandidat ge-

Kristallkugel haben sie nicht. Dafür aber

lio ist in vier Teilstrategien aufgeteilt.

handelt wird. Denn damit ist auch klar:

Prognosemodelle, anhand derer sie ihre

Rund 25 Prozent entfallen auf Übernah-

Kommt der Deal zustande, dann meist

Auswahl treffen. Themenvielfalt bei

mekandidaten (Teilstrategie „Target“).

mit einer lukrativen Prämie über dem

Investmentfonds lautet die Devise. So

„Kommt es zu einem Übernahmeange-

aktuellen Börsenkurs. Umso mehr kann

etwa beim 4Q-European Opportunities

bot, kann im Schnitt mit einem zusätz-

32


RENDITE M&A

Nebenwert. Die Aktien von Medizinund Sicherheitstechniker Drägerwerk AG ­finden sich in einschlägigen Fonds, die Übernahmekandidaten abbilden.

lichen Performancebeitrag von 20 bis

Einzeltitelselektionen getroffen, und

Zertifikate als Alternative

25 Prozent gerechnet werden“, betont

zwar auf Basis fundamentaler Unter-

Auch gibt es Zertifikate, die mögliche

Dirk Zabel, Geschäftsführer der TBF Sa-

nehmensanalysen. Gerade bei den klei-

Übernahmekandidaten in einen In-

les and Marketing GmbH.

nen und mittelgroßen Unternehmen

dex verpacken. Das Tracker-Zertifikat

könne es dabei häufig eine fundamenta-

auf CS M&A 15 Basket der Credit Suis-

(Teilstrategie

le Unterbewertung geben, stellt man bei

se (CH0012138530) umfasst Unterneh-

„Safety“) wie den Beherrschungs- und

der FPS fest. Und sie sind immer wie-

men, die als potenzielle Übernahmezie-

Gewinnabführungsvertrag oder Squee-

der Ziel von Übernahmeangeboten. Ein

le als Beteiligte in einer Branchenkon-

ze-outs. Hier winken ähnliche Rendi-

weiteres Segment des Fonds investiert

solidierung oder als Profiteure von Un-

techancen. Sie haben aber aufgrund ge-

zudem in Spezialsituationen, insbeson-

ternehmensabspaltungen gelten. Se-

setzlich

Abfindungspreise

dere in Chancen entlang des M&A-Pro-

lektiert wird nach fundamentalen Kri-

ein begrenztes Abwärtsrisiko. Und des-

zesses. Dies umfasst auch hier zum Bei-

terien. Auch Branchenentwicklungen,

halb wird der Bereich mit 30 bis 40 Pro-

spiel Squeeze-outs.

Übernahmegerüchte und Investorenak-

Es gibt aber auch nachgelagerte Übernahmesituationen

geregelter

zent gewichtet.

tivitäten werden beobachtet. Besonders

Die Teilstrategie „Events“, zum Bei-

Die letzte Meile Im

oder Kapitalerhöhungen, wird meist mit

(LU1602252113

zehn bis 15 Prozent gewichtet. Und die

LU1602251818 für Großanleger) steigt

Die Deutsche Bank bietet wiederum

vierte Teilstrategie „Value“ erhält eine

man hingegen nur dann bei ausgewähl-

ein Zertifikat (DE000DB1XVV5) auf den

Gewichtung von rund 30 Prozent. Dazu

ten Übernahmekandidaten ein, wenn

Corporate Event II Index an. Dieser bil-

zählen Aktien, die aus fundamenta-

ein Übernahmeangebot bereits gemacht

det die Wertentwicklung 25 internatio-

lem Blickwinkel deutliches Kurspoten­

wurde. „In den wenigsten Fällen notie-

naler Unternehmen ab, die als mögliche

zial versprechen. Insgesamt konnte der

ren die Aktienkurse jener Unternehmen,

Übernahmeziele oder Fusionspartner

Fonds in den vergangenen zehn Jahren

die übernommen werden sollen, gleich

gehandelt werden. Berechnet und zu-

eine jährliche Rendite von 6,47 Prozent

nach der Ankündigung beim Übernah-

sammengesetzt wird der Index von der

erzielen.

mepreis“, sagt Martin Dauce, Partner bei

Deutschen Bank. Die größten Gewich-

Laffitte Capital Management. Schließ-

tungen entfallen derzeit auf Adobe Sys-

lich gebe es ja auch ein Restrisiko, das der

tems, Biogen und Rockwell Automation,

Europa

Deal nicht durchgehe. So könnten sich

allesamt aus den USA.

(LU0138526776) von Axxion wird von

zum Beispiel der Regulator oder Großak-

der FPS Vermögensverwaltung beraten­,

tionäre querstellen.

Europas Nebenwerte im Visier Der

Akrobat

Fund

Laffitte

hohes Kurspotenzial räumt man derzeit

spiel Ankündigungen von Übernahmen

Risk für

Arbitrage

Fund

Privatanleger,

etwa den US-Gesundheitswerten Clovis Oncology und Biomarin ein.

% MEINE RENDITE

er investiert im Wesentlichen in euro-

Geht die Transaktion hingegen durch,

Wer auf die richtigen Übernahmekan-

päische, insbesondere deutsche Ak-

lukriert man die Differenz zwischen

didaten zur richtigen Zeit setzt, kann

tiennebenwerte. Grundsätzlich ist der

dem Aktienkurs zum Kaufzeitpunkt und

meist mit einem ansehnlichen Kursplus

Fonds bis zu 100 Prozent in Aktien oder

dem Übernahmekurs. „Damit ist unse-

rechnen. Denn grundsätzlich sind Käu-

anderen unternehmensbezogenen Fi-

re Strategie relativ unabhängig von all-

fer bereit, eine Prämie für die Übernah-

nanzinstrumenten

aktienähnli-

gemeinen Marktentwicklungen“, meint

me zu zahlen. Doch es gibt auch Risiken,

chem Chance-Risiko-Profil investiert,

Dauce. Die Renditechancen, auf die man

etwa dass der Regulator oder Aktionäre

zum Beispiel in Genussscheine etwa

mit rund 25 bis 60 Deals aus Europa und

den Deal verhindern. Umso mehr zahlt

von Drägerwerk AG. Hier liegt die jähr-

Nordamerika setzt, sind dafür beschei-

sich ein breitgestreutes Investment aus.

liche Wertentwicklung der vergange-

dener. In den vergangenen zehn Jahren

Einzig einer kräftigen Börsenkorrektur

nen zehn Jahre bei 7,18 Prozent. Invest­

konnte der Fonds um jährlich rund zwei

können sich auch die Übernahmekan-

mententscheidungen werden aufgrund

Prozent zulegen.

didaten nicht entziehen. n

mit

33


RENDITE M&A

© KLAUS GUGLER

Übernahmepoker. Synergieeffekte lassen sich bei Megadeals nur selten heben, sagt Klaus Gugler.

„GROSSKONZERNE BAUEN MEIST NUR IHRE MARKTMACHT AUS“ Während der Kauf kleiner Mitbewerber durchaus sinnvoll sei, hält Klaus Gugler, Vorstand des Instituts für Quantitative Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, wenig von den zahlreichen Megadeals, die derzeit über die Börsenbühne gehen. TEXT RAJA KORINEK Herr Gugler, weltweit nehmen die Fusio-

Wie wichtig ist das aktuelle Umfeld letzt-

Übernahmekandidaten meist zu viel be-

nen und Übernahmen zu. Teilweise wer-

endlich? – Allein die niedrigen Zinsen

zahlt, da die Börsenbewertungen schon

den Milliarden gezahlt. Zuletzt hat dem-

begünstigen

Kreditfinanzierung,

sehr hoch sind. Zudem wird grundsätz-

entsprechend der US-Flugzeugbauer Boe-

auch wenn dies nur einen Teil der Ge-

lich immer eine Prämie auf den aktu-

ing auf seine volle Kriegskassa verwiesen.

samtfinanzierung

Zudem

ellen Aktienkurs geboten, sie liegt im

Was steckt dahinter? - Für eine Übernah-

sitzen zahlreiche Konzerne derzeit auf

Schnitt bei rund 25 Prozent. Für Akti-

me kann es verschiedene Motive geben.

einer Menge Cash. Langfristig entwi-

onäre des Übernahmekandidaten ist

Grundsätzlich kann man aber festhal-

ckelt sich allerdings der Aktienkurs des

das zwar erfreulich. Aber das kaufende

ten, dass in guten Börsenzeiten der Op-

übernehmenden Unternehmens nach

Unternehmen muss dieses Geld wieder

timismus vieler Manager steigt. Dann

der Transaktion nicht besonders gut.

hereinwirtschaften. Und da müssen die

trauen sie sich einen derartigen Schritt

Vor allem dann nicht, wenn die Akquisi-

errechneten Synergieeffekte ebenfalls

eher zu, zumal ein Unternehmen an-

tion während einer Boomphase erfolgte,

sehr hoch sein, damit sich der Kaufpreis

hand einer Übernahme rasch expan-

was auch empirisch nachgewiesen ist.

rechnet.

sich in positiven Zeiten von einem Deal

Worauf führen Sie das zurück? – Wäh-

Wie äußert sich das auf der Börse? – Das

leichter überzeugen.

rend einer Börsenhausse wird für einen

muss nicht sofort sichtbar sein, son-

die

ausmacht.

dieren kann. Auch die Aktionäre lassen

34


RENDITE M&A

dern kann Jahre dauern. Es gibt bei ei-

ren Branchen gibt es Zukäufe. Siemens

lichen Nachteil, wenn es nicht zu einer

nigen Megadeals negative Beispiele,

greift immer wieder zu, im November

Übernahme kommen kann. Denn bei ei-

etwa bei AOL Time Warner oder Daim-

2016 übernahm der deutsche Industrie-

nem Übernahmeangebot schnellt meist

ler Chrysler. Beide Akquisitionen en-

konzern etwa die US-Softwareschmiede

der Aktienkurs nach oben. Der heimi-

deten schlussendlich mit einer Tren-

Mentor Graphics.

sche Kapitalmarkt sollte ohnedies stär-

nung. Und die Aktionäre hatten mit der

ker gefördert werden. Auf der einen SeiEin Scheitern eines Übernahmeversuchs

te gibt es eine starke Bankenlobby und

ist für jenes Unternehmen, das dann doch

einige Großaktionäre. Auf der anderen

Derzeit stehen aber einige Megadeals an.

nicht gekauft wird, umso schmerzhafter.

Seite ist das Interesse der Bevölkerung

Ist das eine gesunde Marktentwicklung? –

Was sind denn die häufigsten Gründe für

an Aktien gering, sie werden als Speku-

Die Konzerne bauen dann meist nur ihre

eine Absage? – Immerhin muss der Re-

lationsobjekt verteufelt. Es braucht ei-

Marktmacht weiter aus. Zusätzliche Sy-

gulator die Transaktion genehmigen.

nen Kulturwandel, damit der heimische

nergie- oder Skaleneffekte lassen sich

Es gibt aber auch andere Gründe, etwa

Kapitalmarkt endlich als wichtiges Fi-

meiner Meinung nach kaum noch he-

wenn sich das Management querstellt.

nanzierungsinstrument

ben. Ich denke da etwa an Dow Chemi-

Das konnte man bei der deutschen K+S,

men wird.

cal und DuPont, nunmehr DowDuPont.

ehemals Kali&Salz, sehen. 2015 wollte

Auch bei der geplanten Übernahme von

der kanadische Rivale Potash das Un-

% MEINE RENDITE

Monsanto durch Bayer sehe ich kaum

ternehmen um 41 Euro je Aktie über-

Gerade in Boomphasen würden Über-

Vorteile, zumal Bayer dafür zusätzliches

nehmen. Doch das Management von

nahmen und Fusionen auf den Börsen

Geld vom Kapitalmarkt benötigt.

K+S wehrte sich derart heftig, dass die

zunehmen, zieht Klaus Gugler, Profes-

Übernahme abgeblasen wurde. Dar-

sor an der Wirtschaftsuniversität Wien,

Ein echter Mehrwert wird in der Regel also

aufhin rutschte der Kurs der K+S-Aktie

ein klares Fazit. Denn damit steigt ganz

dann geschaffen, wenn kleinere Unter-

kräftig ab.

allgemein der Optimismus - aber auch

Kursentwicklung wenig Freude.

nehmen von großen Firmen übernommen

wahrgenom-

die Selbstüberschätzung. Von der wach-

werden. – Das ist richtig. In der Pharma­

In Österreich ist aufgrund der stabilen

senden Zahl der Megadeals hält Gug-

branche übernehmen viele Konzer-

Kernaktionäre bei der Voestalpine AG eine

ler nichts, sie würden langfristig kei-

ne zum Beispiel kleine Biotech-Firmen

Übernahme kaum möglich. Bei der Wie­

nen Mehrwert schaffen. Anders hinge-

und ersparen sich die Kosten für die For-

nerberger AG gibt es ein Voting Cap von 20

gen verhalte es sich, wenn sich Konzer-

schung und Entwicklung. Erst zu Jah-

Prozent, mehr Stimmrechte kann man als

ne durch den Zukauf kleinerer Firmen

resbeginn kaufte die französische Sa-

Aktionär nicht anhäufen. Weshalb machen

etwa Know-how ins Haus holen. Das

nofi das belgische Biotechnologie-Un-

das nicht mehrere Firmen? – Kleinaktio-

sieht Gugler durchaus als zielführendes

ternehmen Ablynx. Doch auch in ande-

nären bringt es jedenfalls einen erheb-

Vorhaben. n

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Einfallsreich Strategisch Umsichtig www.chsh.com CHSH

Austria

Belarus

Bulgaria

Czech Republic

Hungary

Romania

Slovak Republic


RENDITE BÖRSENWETTER

YEAR-TO-DATETRENDS DER ­WELTBÖRSEN

LONDON (FTSE 100) 7.061,27 I –8,15 %

TORONTO (TSX) 15.616,36 I –3,66 %

POSITIVE PERFORMANCE (YTD) NEGATIVE PERFORMANCE (YTD)

PARIS (CAC 40) 5.252,43 I –1,13 %

NEW YORK (DJIA) 24.727,27 I 0,03 % NEW YORK (NASDAQ) 7.364,30 I 6,68 %

KOMMENTAR

EUROPA (DJ EURO STOXX 50) 3.412,08 I –2,62 % ATANAS PEKANOV Referent für Finanzmärkte und Geldpolitik Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

MEXIKO-STADT (IPC) 47.360,51 I 2,80 %

STARKE KONJUNKTUR MIT WACHSENDEN RISIKEN Schon die ersten Monate zeigen, dass die Weltwirtschaft 2018 weiterhin kräftig wachsen wird. Laut Wifo-Prognose wird die Wirtschaft Österreichs heuer mit ­einem realen Wachstum von 3,2 Prozent die besten Ergebnisse seit zehn Jahren erzielen. Das Wachstum wird von der Exportwirtschaft angekurbelt, die von der starken Konjunktur im Euroraum profitiert. Diese fortsetzende Tendenz zum starken Aufschwung hat auch die Arbeitsmarktlage in Österreich sowie in der EU verbessert. Die positiven Entwicklungen werden von der expansiven Geldpolitik unterstützt, die entscheidend zur guten Konjunktur beigetragen hat. Um den Aufschwung nicht zu gefährden, darf der momentan geplante geordnete Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik nicht zu schnell erfolgen. Die positiven Signale der letzten Monate werden die EZB mehr zur Normalisierung der Geldpolitik auffordern und somit die Erwartung bestärken, dass bis Ende des Jahres das Anleihen-Kaufprogramm auslaufen wird. Der erste Zinsschritt ist jedoch heuer nicht zu erwarten. Die Aktienmärkte werden weiterhin durch die gute Konjunktur unterstützt, aber die Volatilität Anfang Februar hat gezeigt, dass die heutigen Rekordwerte von Aktienindizes auch fragil sind. Obwohl politische Risiken zurückgegangen sind, könnten die Konsequenzen eines Handelskriegs zwischen den USA und der EU die Weltwirtschaft signifikant gefährden.

FRITZ MOSTBÖCK Head of Group Research, Erste Group Bank AG

WELT (DJ GLOBAL) 400,71 I 0,90 %

BUENOS AIRES (MERVAL) 31.797,57 I 5,76 %

ROLAND NEUWIRTH Fondsmanager, Salus Alpha

„Immofinanz, AT&S, Voestalpine und Atrium würde ich kaufen. ­Reduzieren sollte man Amag, Bawag, EVN und Kapsch.“

„Meine Top-Aktien sind CA Immo, FACC, Lenzing und OMV. Derzeitiger Flop ist Zumtobel.“

36


RENDITE BÖRSENWETTER

STOCKHOLM (OMX 30) 1.551,97 I –1,58 %

FRANKFURT (DAX) 12.307,33 I –4,72 %

WARSCHAU (WIG 20) 2.272,10 I –7,68 % SCHANGHAI (SHCOMP) 3.290,64 I –0,50 %

WIEN (ATX) 3.483,69 I 1,86 % ZÜRICH (SMI) 8.847,29 I –5,70 %

SEOUL (KOSPI) 2.484,97 I 0,71 % TOKIO (NIKKEI 225) 21.380,97 I –6,08 %

ATHEN (ATHEX) 805,58 I 0,40 % HONGKONG (HANG SENG) 31.549,93 I 5,45 %

AFRIKA (DJ AFRICA TITANS 50) 618,58 I 1,79 %

SYDNEY (ALL ORDINARIES) 6.053,10 I –1,85 %

BERND MAURER Chefanalyst, Raiffeisen Centrobank AG

EDUARD BERGER Vorstand, Wiener Privatbank SE

„Getrost kaufen kann man aktuell AT&S, Immofinanz und RBI. Die Finger lassen sollte man von Zumtobel. “

„Wir kaufen Bawag, EVN und VIG. Reduzieren würde ich AT&S und Kapsch.“

37


RENDITE INVESTMENTSTORY

#FLUGHAFEN

Investment. Die Entwicklung des Wiener Flughafens ist seit dem Krisenjahr 2011 eine Erfolgsgeschichte.

BODENSTÄNDIGE GESCHÄFTE Ein stockender Ausbau, ein insolventer ­Großkunde, staatliche Kernaktionäre und ein geringer Streubesitz: Der Flughafen Wien macht daraus eine Erfolgsgeschichte.

© FLUGHAFEN WIEN AG

TEXT HANS-JÖRG BRUCKBERGER

38


RENDITE INVESTMENTSTORY

„Der Mann bedankte sich, dass ihm der Flughafen seinen Traum finanzierte.“ GÜNTHER OFNER

D

as Leben hält immer wieder

tum lag ja weit unter dem, wie der Flug-

Niki in den Jahren zuvor einen Markt-

kleine Überraschungen bereit,

hafen in den 2000er-Jahren gewachsen

anteil von rund 15 bis 20 Prozent. 2017

auch für den Vorstand eines

war.“

aber brachen die Passagierzahlen dieser beiden Airlines um rund 60 Prozent ein

börsennotierten Konzerns. So ereignete sich vor einiger Zeit Folgendes: Günther

Wie Phönix aus der Asche

und machten nur noch rund sechs Pro-

Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen

Und doch ist die Entwicklung des Wiener

zent des gesamten Passagieraufkom-

Wien AG, saß in einem Wiener Kaffee-

Flughafens seit dem Krisenjahr 2011 eine

mens am Airport auf. Dass dieses insge-

haus, als er bemerkte, dass ihn ein frem-

einzige Erfolgsgeschichte. 582 Millionen

samt dennoch um 4,5 Prozent gesteigert

der Mann anstarrte. „Schließlich kam er

Euro setzte der Konzern damals um. Da-

wurde, lag daran, dass der negative Ef-

auf mich zu, und begann sich bei mir zu

mit wurde ein Nettogewinn nach Min-

fekt durch die Insolvenz des deutschen

bedanken“, erzählt Ofner: „Er bedankte

derheiten von 31,6 Millionen erzielt. Und

Carriers durch andere Airlines mehr als

sich dafür, dass ihm der Flughafen sei-

die Nettoverschuldung belief sich 2011

kompensiert werden konnte.

nen Lebensabend finanziert hat.“ Wie

auf stolze 751,7 Millionen Euro. Heu-

Die Umsatzerlöse im Segment Air-

sich herausstellte, hatte dieser Mann in

te summiert sich der Umsatz auf 753,2

port freilich gingen minimal zurück, hö-

der Krise rund um den Bauskandal des

Millionen Euro, und der Nettogewinn

here Incentive-Leistungen wirkten sich

Skylink, eines Terminalneubaus, der

beträgt 114,7 Millionen, wie aus den vor-

negativ auf die Durchschnittserlöse pro

von jahrelangen Verzögerungen, Kos-

läufigen Jahreszahlen für 2017 hervor-

Passagier aus. Das wiederum konnte

tenexplosionen und Korruptionsaffä-

geht. Die Nettoverschuldung wiederum

durch Wachstum in anderen Bereichen,

ren überschattet wurde, Aktien um rund

wurde auf 227 Millionen Euro reduziert.

im Segment Retail und Properties, also

280.000 Euro gekauft und sie ein paar

Das erklärt dann auch die hervorra-

Shops und Immobilien am Airport-Ge-

Jahre später um mehr als eine Million

gende Kursentwicklung an der Börse: Die

lände, in der Sparte Handling und Sicher-

Euro verkauft. „Er hat sich nicht vor-

Aktie, die vor sechs Jahren, bereinigt um

heitsdienstleistungen sowie den Aus-

gestellt, aber höflich bedankt“, erinnert

einen inzwischen erfolgten Split, noch

landsbeteiligungen Malta Airport und

sich Ofner, der diese Geschichte natür-

unter sieben Euro notierte, ist heute

Flughafen Kosice, wettgemacht werden.

lich gern erzählt. Dies, zumal er 2011, in-

mehr als 34 Euro wert. Aus gutem Grund:

mitten besagter Turbulenzen, das Steu-

Der Gewinn des Jahres 2017 erreichte so-

Die Ostfantasie lebt

er beim Airport übernommen hatte und

gar ein neues Rekordniveau, ebenso das

Für die Zukunft stimmt freilich genau

den Konzern in der Folge aus der Krise

Verkehrsaufkommen von 30,9 Millio-

das Manko von 2017 positiv: Wie werden

geführt hat.

nen Passagieren. Und das, obwohl durch

die Earnings erst ausfallen, wenn es kei-

„Das war kein Selbstläufer“, sagt

die Insolvenz von Air Berlin und Niki ein

ne negativen Effekte a la Air Berlin mehr

Vorstandskollege Julian Jäger und erin-

wichtiger Kunde ausgefallen war. „Es

gibt? Die Aussichten für 2018 sind her-

nert sich an den Beginn ihrer gemeinsa-

hat mich positiv überrascht, wie gut der

vorragend, zumal auch der Wirtschafts-

men Tätigkeit: „Ein großes und komple-

Flughafen das weggesteckt hat“, sagt

motor insgesamt wieder brummt. Insbe-

xes Bauprojekt stand kurz vor Inbetrieb-

Bernd Maurer, Chefanalyst der Raiffei-

sondere auch in Osteuropa, einer Region,

nahme, der Aktienkurs war unter Druck,

sen Centrobank AG, der seine Kaufemp-

die für Wien als Drehscheibe von zentra-

und die Erwartungen waren hoch. Auch

fehlung daraufhin erst kürzlich bestä-

ler Bedeutung ist. Mehrere Billigfluglini-

die Rahmenbedingungen waren nicht

tigte und das Kursziel sogar auf 38 Euro

en drängen bereits in die Lücke, die Air

ganz einfach. Das Durchschnittswachs-

anhob. Schließlich hatten Air Berlin und

Berlin und Niki hinterlassen haben, allen

39


RENIDTE INVESTMENTSTORY

FLUGHAFEN WIEN AG 40

20

0 Standort. Mehr als 20.000 Menschen sind am Standort beschäftigt, 5.000 direkt am Airport. Für Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich, ist der Flughafen ein strategisch wichtiges Investment.

voran Eurowings, Vueling, Wizz Air und

Partner Asset Management. Besonders

der Niki-Nachfolger Laudamotion. Im

beeindruckt ihn die Infrastruktur, die

Sommerflugplan 2018 sind bereits zahl-

zusätzlich entsteht: Garagen als „Cash

reiche neue Angebote enthalten, wie die

Cow at best“, Büroflächen und Hotels.

Flughafen Wien AG kürzlich berichtete.

Und die Anbindung an das Schienennetz

Mit einer Einschätzung, wie sich der ge-

sei hervorragend, sodass der Airport für

plante Einstieg der irischen Billigflugli-

Menschen aus dem ganzen Land attrak-

nie Ryanair bei Laudamotion auf das Ge-

tiv sei. „Alles in allem ein Spitzeninvest-

schäft auswirkt, hält sich der Flugha-

ment“, urteilt Matejka, „sofern die De-

fen indes zurück. Aus gutem Grund: Ein

listing-Fantasie nicht schlagend wird.“

starker Partner für Lauda und eine wo-

Was er damit meint? Der australische

möglich erweiterte Angebotspalette wä-

Großaktionär IFM Global Infrastructure

ren erfreulich, andererseits ist Ryanair

Fund, der über seine Tochter Airports

dafür bekannt, rigoros auf die Kosten

Group Europe­S.a r.l. knapp 40 Prozent

zu schauen und Flughäfen bei den Ge-

der Anteile hält, könnte „durchaus das

bühren schon mal unter Druck zu set-

Zünglein an der Waage spielen und dem

zen. Luftfahrtexperten sehen vor diesem

Streubesitz ein finales Angebot ma-

Hintergrund sogar die Gefahr einer Ab-

chen“. Dann wäre zwar mit einem guten

wanderung in Richtung Bratislava.

„Abschiedskurs“ zu rechnen, aber die

Das Unternehmen selbst stellt 2018 einen Passagierzuwachs von mehr als

23.3.13

23.3.18 Quelle: TeleTrader

ZAHLEN ENTWICKLUNG FLUGHAFEN WIEN AG Wichtige Kennzahlen*

2016

2017

Umsatzerlöse

753,2

741,6

Ebitda

326,5

329,8

Ebit

191,8

172

Periodenergebnis

126,9

112,6

Nettoverschuldung

227

355,5

Verschuldungsgrad in %

18,7

31,1

*IN MILLIONEN EURO

Verkehrsdaten

2017

Veränderung

Passagiere (gesamt)

24.392.805

4,50 %

Lokalpassagiere

17.844.391

4,50 %

Transferpassagiere

6.442.112

4,40 %

Flugbewegungen

224.568

-0,8 %

Teilnahme am weiteren Wachstum wäre an der Börse eben nicht mehr möglich.

sieben Prozent für die gesamte Grup-

Apropos Streubesitz: Der ist inzwi-

pe in Aussicht. Prompt wurde auch die

schen mit 10,20 Prozent sehr gering und

Prognose angehoben. Beim Umsatz wird

damit ein echter Wermutstropfen aus

heuer eine Steigerung auf mehr als 760

Sicht der Börsianer. Andererseits könn-

Millionen Euro erwartet, das Ergebnis

ten die Großaktionäre auch positiv wir-

vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

ken. Die Dividendenrendite von zuletzt

AKTIONÄRE WICHTIGE BETEILIGUNGEN

(Ebitda) soll von zuletzt 326,5 Millionen

gut zwei Prozent ist zwar solid, hat aber

Aktionärsstruktur in Prozent

Euro auf mehr als 340 Millionen Euro ge-

Potenzial nach oben. Daran haben alle

Airports Group Europe S.a r.l.

steigert werden, und das Ergebnis nach

drei Kernaktionäre, das Land Nieder-

Land Niederösterreich

20

Steuern soll bei mindestens 140 Millio-

österreich, die Stadt Wien und eben der

Stadt Wien

20

nen Euro liegen. 2017 waren es vor Abzug

australische Fonds, Interesse. Erst recht,

Mitarbeiter-Beteiligungsprivatstiftung

von Minderheiten 126,9 Millionen Euro.

nachdem das Unternehmen Schulden

Streubesitz

„Die Company ist mittlerweile wirk-

abgebaut hat und der „Free Cash Flow“

lich gut aufgestellt,“ sagt Asset-Ma-

nun deutlich steigen wird. Freude an ih-

nager Wolfgang Matejka von Matejka &

rer Beteiligung haben sie aber schon

40

2017 39,8

10 10,2


RENDITE INVESTMENTSTORY

„Bin positiv überrascht, wie gut die Niki-Insolvenz weggesteckt wurde.“

„Spitzeninvestment, solange die Delisting-Fantasie nicht schlagend wird.“

„Die Ertragserwartung liegt bei fünf Prozent pro Jahr.“

BERND MAURER

WOLFGANG MATEJKA

ALOIS WÖGERBAUER

jetzt: „Das Unternehmen entwickelt sich

des Wachstums der Wirtschaft und des

Wien AG als defensives Infrastrukturin-

hervorragend. Mehr als 20.000 Men-

Verkehrs erscheint mir aber langfris-

vestment, dessen Geschäft relativ stabil

schen sind am Standort beschäftigt, da-

tig eine Ertragserwartung von etwa fünf

und weniger zyklischen Schwankungen

von über 5.000 direkt beim Airport. Da-

Prozent pro Jahr, inklusive Dividende, als

ausgesetzt ist als etwa Airlines, die etwa

mit ist der Flughafen ein führender Leit-

realistisch.“ Dafür erscheine die Bewer-

auch vom Ölpreis abhängig sind.

betrieb Österreichs, vor allem aber eine

tung mit einem Kurs-Gewinn-Verhält-

Die umstrittene dritte Piste, deren

strategisch wichtige Beteiligung für das

nis von etwa 20 hoch. Aber nur auf den

Bau zunächst gerichtlich untersagt wur-

Land Niederösterreich“, sagt Landes-

ersten Blick. Denn bei einem Flughafen

de, jedoch nun nach einem gegenteili-

hauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf An-

handle es sich da facto um ein Monopol.

gen Spruch des Verfassungsgerichtshofs

frage des Börsianer. „Seit 2012 hat sich

„In anderen Branchen bewertet man,

mit Auflagen grünes Licht bekommen

der Kurs vervierfacht. Davon profitiert

wie hoch die Einrittsbarrieren möglicher

hat, sehen die Experten indes relativ ge-

auch das Land als Eigentümer.“ Bei IFM

Mitbewerber sind. Das fällt hier weg. Es

lassen. Denn zum einen würde sie neue

streut man dem „starken Management“

wird kein anderer einen Flughafen bau-

Fantasie eröffnen, zum anderen aber

Rosen. „Es hat eine klare Strategie, wie

en können und vor allem auch nicht

auch viel Geld kosten, wie Maurer be-

das Unternehmen weiterzuentwickeln

bauen dürfen. Insofern ist aufgrund des

tont. Deshalb habe die Aktie auf die di-

ist“, sagt Executive Director Werner Ker-

Monopols eine Höherbewertung sach-

versen News darüber auch nicht wirklich

schl und sichert Unterstützung bei ei-

lich logisch“, sagt Wögerbauer und ver-

reagiert. Außerdem wird das noch lan-

ner weiteren Wertsteigerung sowie bei

weist darauf, dass andere börsennotier-

ge dauern: „Das Ding wird wenn, dann

Wachstum des Unternehmens zu. „Wir

te Flughafenbetreiber ebenfalls relativ

sowieso erst gegen 2027 begonnen wer-

sehen den Flughafen Wien nach wie vor

hohe „Multiples“ aufweisen.

den können“, sagt Matejka. Mikl-Leit-

Analyst Bernd Maurer sieht den Wie-

ner bricht eine Lanze für den Ausbau der

ner Flughafen im Branchenvergleich

In­ frastruktur und des Flughafens, vor

Defensive Qualitäten

sogar günstig bewertet, weist aber da-

allem aber für der Bau der dritten Pis-

Fondsmanager Alois Wögerbauer von

rauf hin, dass man die einzelnen Peers

te: „Das ist für die Wachstums- und Zu-

der

als attraktives Investment“, so Kerschl.

Investment

tatsächlich nicht vergleichen könne,

kunftschancen unserer Region beson-

weist seinerseits darauf hin, dass man

weil die Konzerne unterschiedlich auf-

ders wichtig. Hier geht es um tausende

die breite Angebotspalette des Flugha-

gestellt sind. Tatsächlich variieren die

Arbeitsplätze und unsere künftigen Ent-

fens nicht unterschätzen sollte: Es gehe

Margen beträchtlich: Der Fraport weist

wicklungschancen.“ Und für die Flugha-

längst nicht nur ums Starten und Lan-

eine Ebitda-Marge von rund 34 Prozent

fen Wien AG und ihre Aktionäre ergibt

den, sondern auch um Immobilen, Han-

auf, bei der spanischen Gruppe Aena

sich daraus eine langfristige Fantasie.

del und Mietflächen. Bei Betriebsansie-

sind es mehr als 60 Prozent. Die Wie-

delungen sowie im Retailbereich steckt

ner liegen mit rund 43 Prozent irgend-

% Meine Rendite

auch noch weiteres Wachstumspoten­

wo dazwischen. Derartige Unterschie-

Boarding-Time! Die Bäume wachsen

zial. Derzeit erlöst der Flughafen im

de sind freilich nicht Ausdruck besse-

zwar nicht in den Himmel, und der Flug-

Shopping rund zwei Euro pro Passagier,

rer oder schlechterer Performance, son-

hafen ist eher nichts für Spekulanten.

und das mit überschaubaren Kosten. Mit

dern eben unterschiedlicher Geschäfts-

Wer aber ein solides Investment ohne

den geplanten Erweiterungen im Retail-

modelle. Die tatsächliche Konkurrenz

große Kursschwankungen und mit einer

und Gastronomiebereich will das Ma-

abseits der Börse sieht Maurer auf der

tadellosen Dividende sucht, der kann

nagement in den nächsten fünf Jahren

Langstrecke in großen Airports wie

ruhig einchecken. Die Aktie ist zwar kein

auf drei Euro pro Passagier kommen.

München oder Frankfurt und, was das

Schnäppchen mehr, dafür sind aber gute

3

Banken

Generali

„Aus meiner Sicht ist der Flughafen

Einzugsgebiet betrifft, in den osteuro-

Jahreszahlen 2018 programmiert. Und

ein klassisches defensives Infrastruktur­

päischen Flughäfen Budapest und Prag.

eine gewisse Wachstumsfantasie gibt’s

investment, kein Highflyer. Angesichts

Auch Maurer bezeichnet die Flughafen

obendrauf. n

41


RENDITE KURSE

TOP/FLOP-PERFORMER FACC AG

UNTERNEHMEN

25 20 15

SEMPERIT AG HOLDING

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE)

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

ISIN

KURS

3 M  %

FACC AG

AT00000FACC2

24,25

54,51%

Valeneva SE ST

FR0004056851

3,76

37,73%

Bank für Tirol und VBG AG VZ

AT0000625538

22,80

20,32%

Semperit AG Holding

AT0000785555

16,36

–27,51%

Zumtobel Group AG

AT0000837307

8,01

–19,28%

Kapsch Trafficcom AG

AT000KAPSCH9

40,65

–16,17%

25 20 15

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

AKTIENKURSE

DIE 15 TOP/FLOP-AKTIEN DER WIENER BÖRSE 2018 (YTD) UNTERNEHMEN ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

FACC AG

AT00000FACC2 24,25 40,13% 24,25 17,86 256,62% 38,43 237,27% 33,47 ∧

Valeneva SE ST

FR0004056851 3,76 36,73%

Bank für Tirol und VBG AG VZ

AT0000625538 22,80 20,32% 22,80 19,40 17,53% 9,01 23,24% 10,70 ∧

SW Umwelttechnik AG

AT0000808209 8,95 19,33%

Erste Group Bank AG

AT0000652011 42,34 17,27% 42,38 36,15 42,25% 21,63 84,93% 29,41 ∧

3,76 2,86 44,06% 26,00 –15,51% 36,95 ∧ 9,50 7,80 19,33% 58,68 49,17% 56,28 ∧

Wolford AG

–24,49% 32,94 –30,52% 23,49 ∧ AT0000834007 14,80 14,91% 15,20 12,60

Ottakringer Getränke AG ST

AT0000758008 120,00 14,29% 120,00 105,00 33,48% 48,25 34,83% 38,39 ∧

Burgenland Holding AG

AT0000640552 77,50 13,97% 86,00 71,00 19,23% 44,42 42,99% 38,37 ∧

C-Quadrat Investment AG

AT0000613005 60,00 13,74% 61,00 54,00 –0,08% 35,66 20,51% 43,37 ∧

Verbund AG

AT0000746409 22,70 12,68% 23,56 20,00 45,05% 24,29 36,21% 25,18 ∧

Schoeller-Bleckmann AG

AT0000946652 93,05 9,47% 96,75 78,40 44,26% 33,72 61,63% 36,72 ∧

Bank für Tirol und VBG AG ST

AT0000625504 24,80 8,53% 25,40 23,00 11,69% 7,35 12,73% 6,04 ∧

Unternehmens Invest AG

AT0000816301 23,00 8,49% 23,80 21,80 –1,41% 19,38 10,58% 23,18 ∧

Maschinenfabrik Heid AG

AT0000690151 2,50 7,76%

Österreichische Post AG

3,10

2,04

4,17% 127,14 13,58% 88,02 ∧

AT0000APOST4 40,28 7,64% 40,28 36,84 12,45% 15,14 –10,61% 19,28 ∧

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Semperit AG Holding

–25,97% 24,10 16,00 –37,13% 26,13 –59,10% 28,86 ∨ AT0000785555 16,36

Zumtobel Group AG

–20,11% 11,76 7,95 –52,97% 41,01 –64,81% 43,24 ∨ AT0000837307 8,01

Kapsch Trafficcom AG

–18,62% 49,50 40,40 –2,96% 21,32 70,80% 26,13 ∨ AT000KAPSCH9 40,65

Cleen Energy AG

–13,33% AT0000A1PY49 2,60

Polytec Holding AG

–12,97% 21,00 15,90 18,56% 32,24 107,50% 28,21 ∨ AT0000A00XX9 16,10

3,78

1,60

0,00%

n. a.

0,00%

n. a.

Voestalpine AG

–11,87% 54,60 43,85 13,24% 20,46 25,23% 29,94 ∨ AT0000937503 43,93

OMV AG

–9,39% 56,24 44,96 31,84% 28,35 89,47% 28,17 ∨ AT0000743059 47,87

Frauenthal Holding AG

AT0000762406 26,20 –9,31% 29,80 26,20 51,97% 20,47 206,43% 21,08 ∨

Gurktaler AG VZ

–9,15% AT0000A0Z9H1 6,45

Stadlauer Malzfabrik AG

AT0000797303 85,00 –8,11% 92,50 85,00

Immofinanz AG

–7,31% 2,15 1,88 6,93% 17,88 –28,72% 25,86 ∨ AT0000809058 1,99

Agrana Beteiligungs-AG

–7,15% 106,40 95,00 –7,24% 19,36 18,06% 20,74 ∨ AT0000603709 96,10

8,00 6,20 8,95% 43,60 17,27% 43,26 ∨ 1,81% 19,99 17,29% 20,23 ∨

Wiener Privatbank SE

–5,79% 12,40 10,10 37,80% 43,39 73,85% 32,54 ∨ AT0000741301 11,30

Strabag SE

–5,23% 35,80 32,00 –11,29% 20,12 48,96% 22,16 ∨ AT000000STR1 32,25

–4,20% Warimpex Finanz-und Beteiligungs AG AT0000827209 1,37

1,63 1,25 47,63% 31,96 45,74% 33,67 ∨ ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

QUELLE:

42

www.rcb.at


RENDITE KURSE

3BG ÖSTERREICH-FONDS

FONDSNAME

60 40

ISIN

20.3.15

20.3.18 Quelle: TeleTrader

KURS

3J%

3 Banken Österreich-Fonds

AT0000662275

40,89

53,38%

Raiffeisen ÖsterreichAktien

AT0000805189

246,71

43,67%

Kepler Österreich

AT0000647698

374,59

38,37%

AT0000A0KQQ1

10,07

–4,13%

Hypo Mündel Fonds

20

Hypo Mündel Fonds

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 JAHRE)

Semper Bond Austria

AT0000737663

91,81

–3,08%

ESPA Bond Euro Mündelrent

AT0000812995

14,22

–3,00%

11,00 10,50 10,00

20.3.15

20.3.18 Quelle: TeleTrader

FONDSKURSE

DIE 15 TOP/FLOP-ÖSTERREICH-FONDS (THESAURIERT) 2018 (YTD) VOLUMEN FONDSNAME ISIN KURS YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3J % 3 J VOLA (MIO. EURO)

3 Banken Österreich-Fonds*

AT0000662275 40,89 2,02% 42,47 39,73 28,30% 10,34 53,38% 14,87 213,40 ∧

Raiffeisen Österreich Aktien

AT0000805189 246,71 1,14% 263,05 240,70 23,55% 11,18 43,67% 16,00 151,80 ∧

Kepler Österreich

AT0000647698 374,59 0,92% 401,19 367,34 20,98% 11,73 38,37% 16,21 44,72 ∧

Xtrackers ATX UE 1C

LU0659579063 54,59 0,62% 58,26 52,97 24,09% 13,25 46,65% 18,00 280,42 ∧

PIA-Austria Stock

AT0000767736 107,92 0,58% 115,73 105,13 24,11% 12,02 39,52% 15,70 238,95 ∧

Real Invest Austria

AT0000634365 14,74 0,48%

Meinl ATX Fonds

14,74

14,67

2,36% 0,49

7,94%

0,49 3289,00

AT0000A1AWA2 133,48 0,17% 142,57 129,59 23,04% 13,20 42,25% 18,09

0,00 ∧

Allianz Invest Austria Plus

AT0000611405 135,25 0,11% 145,05 131,51 23,26% 12,02 41,94% 15,83

7,47 ∧

Semper Share Austria

AT0000815030 168,28 0,08% 182,09 163,96 22,81% 12,68 39,64% 17,59 23,50 ∧

Schoellerbank Vorsorgefonds

AT0000820402 117,41 0,05% 117,59 116,67 –0,10% 1,24 –1,49% 1,53 73,15 ∧

Semper Bond Austria

–0,01% 91,87 91,65 –1,34% 0,63 –3,08% 0,79 8,76 ∧ AT0000737663 91,81

Amundi Mündel Rent Kurz

AT0000810429 105,62 –0,13% 105,79 105,57 –0,56% 0,34 –1,10% 0,51 53,48 ∧

Mündelrent OÖ

AT0000A0GWS3 111,53 –0,15% 111,73 111,35 –0,09% 0,46 1,38% 0,76 97,21 ∧

ESPA Reserve Euro-Mündel

AT0000A0EU62 101,65 –0,16% 101,86 101,65 –0,53% 0,34 –0,78% 0,35 43,84 ∧

Sparda-Rent

AT0000855416 130,06 –0,20% 130,36 129,49 –0,58% 1,11 0,29% 1,01 18,72 ∧

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Zukunftsvorsorge Aktienfonds

AT0000659644 20,56 –1,44% 22,23

RT Österreich Aktienfonds

–1,37% 11,64 10,57 14,10% 11,22 26,36% 15,38 579,24 ∨ AT0000497292 10,77

20,22 13,59% 8,07 25,75% 11,48 1056,07

ESPA Stock Vienna

AT0000813001 155,25 –1,25% 167,45 152,41 14,07% 11,08 27,25% 15,20 69,92 ∨

ViennaStock

AT0000952460 311,73 –1,09% 335,40 304,87 18,54% 11,16 36,50% 15,26 44,49 ∨

Hypo Mündel Fonds

–0,79% 10,17 10,00 –0,88% 1,67 –4,13% 2,41 0,00 ∨ AT0000A0KQQ1 10,07

Gutmann Mündelsicherer Anleihefonds AT0000A0CG05

9,30 –0,61% 9,36 9,24 –0,08% 2,21 –1,31% 2,43 0,00 ∨

IQAM SRI SparTrust

AT0000817960 157,74 –0,54% 158,76 156,84 0,28% 1,36 –0,33% 3,11 269,98 ∨

Austro Mündel Rent

AT0000801246 130,79 –0,51% 131,45 129,69 –0,29% 1,99 –1,61% 3,23 55,52 ∨

Allianz Invest Vorsorgefonds

AT0000721360 128,75 –0,48% 129,36 127,95 –0,22% 1,51 –2,11% 2,80 75,15 ∨

PIA–Mündel Bond

–0,46% 12,97 12,83 –0,51% 1,49 –0,46% 1,82 219,85 ∨ AT0000813068 12,91

Kepler Vorsorge Rentenfonds

AT0000722566 137,23 –0,45% 137,81 136,19 0,51% 1,73 –0,89% 2,41 337,63 ∨

ESPA Bond Euro Mündelrent

–0,42% 14,29 14,13 –0,41% 2,55 –3,00% 3,97 381,32 ∨ AT0000812995 14,22

Hypo Rent

–0,39% 10,14 10,05 –0,33% 1,57 –2,42% 3,08 197,46 ∨ AT0000611157 10,09

Amundi Mündel Rent

AT0000719273 115,37 –0,39% 115,83 114,50 0,04% 1,82 –2,51% 2,80 264,60 ∨

Tirolpension

–0,38% 7,94 7,88 –0,72% 1,22 –0,05% 1,62 9,60 ∨ AT0000A0VKV1 7,91

*AUSSCHÜTTENDER FONDS QUELLE:

43


RENDITE KURSE

TOP/FLOP-PERFORMER UBM 4,875% ANLEIHE 14-19

ANLEIHENNAME

106 104 102

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

4,75% STRABAG-ANLEIHE

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (YTM) ISIN

KURS

YTM % **

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793

110,00

3,31%

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019

AT0000A185Y1

103,24

2,31%

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33

106,37

1,08%

Strabag SE 4,750 % 2018

AT0000A0PHV9

100,99

–0,78%

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4

101,73

–0,75%

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2

104,32

–0,09%

102,00 101,40 100,80

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

ANLEIHENKURSE

DIE 15 TOP/FLOP-CORPORATE-PRIME-ANLEIHEN DER WIENER BÖRSE (YTM)) VOLUMEN ANLEIHENNAME ISIN KURS YTM %** YTD HIGH YTD LOW (MIO. EURO)

WEB Windenergie AG 5,250 % 2023

VERZINSUNG FÄLLIGKEIT

TYP

AT0000A0Z785 95,00 6,44%*

n. a.

n. a.

6,13

5,250% 08.04.2023

fix

WEB Windenergie AG Hybrid-Anleihe 6,500 % AT0000A191A9 109,00 5,94%*

n. a.

n. a.

3,11

6,500% 07.10.2070

fix

WEB Windenergie AG 4,000 % 2018

AT0000A0Z7A0 100,00 3,92%*

n. a.

n. a.

7,95

4,000% 08.04.2018

fix

WEB Windenergie AG 5,500 % 2023

AT0000A0Z793 110,00 3,31%

110

100

6,39

5,500% 08.04.2023 fix

UBM Realitätenentwicklung AG 4,875 % 2019 AT0000A185Y1 103,24 2,31% 105,85 103,12

115,95

∧ ∧

4,875% 09.07.2019 fix ∧

S Immo AG 3,250 % 2027

AT0000A1DWK5 110,60 1,96%*

n. a.

n. a.

65,00

3,250% 21.04.2027

fix

S Immo AG 3,250 % 2025

AT0000A1DBM5 108,50 1,95%*

n. a.

n. a.

33,99

3,250% 09.04.2025

fix

CA Immo AG 2,750 % 2022

AT0000A1CB33 106,37 1,08% 107,85 106,06

S Immo AG 4,500 % 2021

AT0000A177D2 111,10 1,00%

Cross Industries AG 4,625 % 2018

AT0000A0WQ66 102,00 0,88%

175,00

2,750% 17.02.2022 fix ∧

n. a.

n. a.

89,74

4,500% 17.06.2021

102

102

57,80

4,625% 05.10.2018 fix ∧

fix

n. a.

n. a.

10,57

3,500% 07.10.2019

56,26

3,875% 28.10.2019 fix ∧

WEB Windenergie AG 3,500 % 2019

AT0000A191B7 104,00 0,88%*

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A19Y28 104,88 0,80% 105,02 104,38

Novomatic AG 3,000 % 2021

AT0000A182L5 107,36 0,70% 108,14 106,9

200,00

3,000% 23.06.2021 fix

Strabag SE 1,625 % 2022

AT0000A1C741 104,19 0,53% 104,56 103,56

200,00

1,625% 04.02.2022 fix

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

fix

www.rcb.at

Strabag SE 4,750 % 2018

AT0000A0PHV9 100,99 –0,78% 101,76 100,94

175,00

4,750% 25.05.2018 fix

Wienerberger AG 5,250 % 2018

AT0000A0PQY4 101,73 –0,75% 102,85 101,54

100,00

5,250% 04.07.2018 fix ∨

Porr AG 6,250 % 2018

DE000A1HSNV2 104,32 –0,09% 105,25 103,75

50,00

6,250% 26.11.2018 fix ∨

Porr AG 3,875 % 2019

AT0000A0VLS5 104,95 0,06% 106,02 104,91

350,00

3,875% 09.07.2019 fix ∨

Strabag SE 4,250 % 2019

AT0000A0V7D8 104,72 0,09%

100,00

4,250% 10.05.2019 fix ∨

105,4 104,72

Swietelsky Baugesellschaft 4,625 % 2019

AT0000A0WR40 106,95 0,16% 107,28 105,58

74,09

4,625% 12.10.2019 fix ∨

Novomatic AG 4,000 % 2019

AT0000A0XSN7 103,19 0,25% 104,15 103,18

250,00

4,000% 28.01.2019 fix ∨

AT0000A109Z8 105,73 0,34% 106,44 105,58

200,00

3,000% 21.05.2020 fix

AT0000A0WNP5 106,23 0,40% 107,87 106,23

150,00

4,500% 01.10.2019 fix ∨

Strabag SE 3,000 % 2020 Egger Holzwerkstoffe 4,500 % 2019

S Immo AG 3% 2019

AT0000A19SB5 103,93 0,42% 104,38

103

100,00

3,000% 03.10.2019 fix ∨

Wienerberger AG 4,000 % 2020

AT0000A100E2 107,25 0,48% 108,18

107,1

300,00

4,000% 17.04.2020 fix ∨

Swietelsky Hybrid-Anleihe 7,750%

AT0000A07LU5 101,50

n. a.

101,5

70,00

5,522% 31.12.2070 variabel ∨

Wienerberger AG 6,500 %

DE000A1ZN206 109,00

n. a.

109,17 108,41

272,19

5,000% 09.02.2070 variabel ∨

Porr Hybrid-Anleihe 6,750 %

AT0000A19Y36 112,83

n. a.

114,88

25,00

6,750% 28.10.2070 variabel ∨

101,5

111,63

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

* LETZTER KURS ÄLTER ALS 2017/**YTM = RENDITE BIS LAUFZEITENDE QUELLE:

44

www.rcb.at


RENDITE KURSE

KAKAO

ROHSTOFFNAMEN

Kakao

3.000 2.250

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

KURS

WÄHRUNG

3M%

2494,00

USD

31,26%

Sojamehl

360,90

USD

15,01%

Holz

489,80

USD

11,17%

12,57

USX

–14,84%

51,30

GBX

–12,78%

2554,50

EUR

–10,05%

Zucker

1.500

ZUCKER

TOP/FLOP-KURSENTWICKLUNG (3 MONATE)

Erdgas Palladium

16 14 12

20.12.17

20.3.18 Quelle: TeleTrader

ROHSTOFFKURSE

DIE 15 TOP/FLOP-ROHSTOFFNOTIERUNGEN AN DEN WELTMÄRKTEN 2018 (YTD) ROHSTOFFNAME HANDELSPLATZ KURS WÄHRUNG YTD % YTD HIGH YTD LOW 1 J % 1 J VOLA 3 J % 3 J VOLA

Kakao Sojamehl

ICE US

2494,00

USD

32,10% 2587,00 1885,00 15,57% 30,14

CBOT Composites

360,90

USD

15,23% 394,00 309,40 10,77% 18,66 11,73% 21,98 ∧

Holz

CME GLOBEX

489,80

USD 9,18%

Sojabohnen

CBOT Composites

1027,75

USD 7,87% 1067,00 940,00

2,70% 14,75

Mais

CBOT Composites

374,50

USD 6,70% 388,50 347,25

3,67% 18,56 –2,66% 21,66 ∧

Weizen

CBOT Composites

453,25

6,09% 506,25 416,25

6,40% 26,40 –14,56% 27,07 ∧

ICE Europe

63,77

WTI-Rohöl Baumwolle

USD

528,10 454,00 31,21% 25,86

–9,77% 25,62 ∧

USD 5,84%

66,10

59,00 32,44% 23,71

74,99% 26,53 ∧ 5,84% 18,76 ∧

37,14% 35,73 ∧

ICE US

82,98

USX

5,71%

85,35

75,37

CBOT Composites

12,21

USD 4,41%

12,56

11,50 24,60% 18,06

11,77% 22,00 ∧

Orangensaft

ICE US

137,65

USX

2,46%

151,35

135,45 –27,53% 30,17

19,96% 33,43 ∧

Brent-Rohöl

ICE Europe

67,65

USD

1,55%

70,75

62,61 33,04% 22,86

22,51% 34,85 ∧

pro aurum

945,00

Gold

pro aurum

1305,50

USD

Diesel

ICE Europe

596,25

USD

pro aurum

121,75

EUR –1,42% 125,75

Reis

Platin

Gold Österreich 1 Dukat

7,99% 21,97 32,53% 20,62 ∧

USD 1,39% 1029,00 945,00 –1,77% 16,21 –16,45% 21,17 ∧ 0,69% 1359,50 1299,50

5,41% 10,43

10,91% 13,44 ∧

–0,75% 628,00 547,50 31,91% 22,14 13,63% 32,76 ∧ 121,50 –6,88% 10,35 –2,60% 14,23 ∧

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Zucker

ICE US

12,57

USX* –17,03%

15,32

12,57 –27,30% 29,49

CME GLOBEX

63,10

USX –11,87%

75,88

62,98 –7,14% 34,45

7,82% 35,39 ∨

ICE Europe

51,30

GBX**

–7,95%

56,90

46,35 26,92% 36,48

11,26% 36,33 ∨

CME GLOBEX

14,28

USD

–7,27%

15,42

13,40 –9,33% 18,47 –8,11% 19,11 ∨

Palladium

pro aurum

985,00

USD

–7,08% 1126,00 967,00 24,84% 22,56 25,96% 28,29 ∨

Silber Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

14,20

ICE US

118,80

CME GLOBEX ICE Europe

Silber

pro aurum

Sojaöl

CBOT Composites

Hafer

CBOT Composites

235,25

Magerschwein Erdgas Milch

Kaffee Mastrind Heizöl

Lebenrind

EUR –6,27%

–1,02% 30,95 ∨

15,35

14,20 –17,78% 15,45 –14,46% 20,54 ∨

USX

–5,86% 129,55

117,10 –17,93% 23,92 –16,86% 27,33 ∨

137,85

USX

–5,81%

151,10

137,85

1,96

USD

–5,18%

2,14

16,05

USD

–4,46%

17,50

16,05 –8,02% 18,34

–4,18% 23,84 ∨

31,74

USD

–3,99%

33,75

31,43 –4,08% 14,93

3,69% 19,22 ∨

USD –2,59%

4,45% 20,08 –35,95% 20,23 ∨

1,83 30,30% 21,60 12,91% 31,37 ∨

275,75 235,25 –7,20% 37,03 –15,61% 36,08 ∨

CME GLOBEX

119,55

USX

–1,71%

Gold Philharmoniker 1 Unze

pro aurum

1092,75

EUR

–1,51% 1125,00 1088,50 –7,14% 9,13 –1,82% 12,38 ∨

Goldbarren 100 Gramm

pro aurum

3463,50

EUR

–1,51% 3563,00 3454,00 –7,09% 9,01 –2,15% 12,19 ∨

130,33

116,60 –0,19% 20,85 –24,65% 20,33 ∨

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

KENNZAHLEN FÜR FUTURES BASIEREN AUF UNADJUSTED CONTINUATION CONTRACTS (CC). *US-DOLLAR CENTS; GREAT BRITISH PENCE. QUELLE:

45

www.rcb.at


RENDITE STATISTIK

BÖRSENDATEN ÖSTEREICH DIE WIENER BÖRSE IN ZAHLEN

110 100 90

20 19

80

18

70

17

60 50

16

40

15

Q4

Q2

Q3

QUARTAL

Q1

TOP-HANDELSTEILNEHMER PLATZIERUNG FEB.

(FEB./17)

Q2

Q3

16,90

VERGLEICHSPERIODE 14,00

19,21

12

13,53

AKTUELLE PERIODE

16,73

13 15,77

117,25

82,95

81,82

Q1

111,14

131,65

98,52

90,59

123,09

0

VERGLEICHSPERIODE

12,92

14

20

14,29

30

10

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

120

QUARTALSUMSÄTZE

MRD. EUR

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

MARKTKAPITALISIERUNG

MRD. EUR 130

AKTUELLE PERIODE QUARTAL

Q4

MEISTGEHANDELT HANDELSPARTNER

UMSATZ (MIO. EUR)

PLATZIERUNG FEB.

(FEB./17)

MARKTTEILNEHMER

UMSATZ (MIO. EUR)

1.

(1.)

Morgan Stanley & Co

816,59

1.

(1.)

Erste Group Bank AG

1.181,18

2.

(6.)

Merrill Lynch International

585,24

2.

(2.)

OMV AG

934,00

3.

(5.)

JP Morgan Securities

451,73

3.

(4.)

Voestalpine AG

714,40

4.

(-)

Erste Group Bank AG

433,72

4.

(3.)

Raiffeisenbank International AG

694,36 407,91

5.

(7.)

Raffeisen Centrobank AG

412,34

5.

(5.)

Buwog AG

6.

(8.)

Societe Generale

372,74

6.

(6.)

Andritz AG

376,12

7.

(2.)

Wood & Company Financial

349,55

7.

(7.)

Lenzing AG

196,98

8.

(3.)

Hudson River Trading Europe

9. (9.)

10.

(-)

UBS Tower Search Capital

Gesamt Februar 2018

343,45

8.

(8.)

Immofinanz AG

175,41

335,29

9.

(7.)

Wienerberger AG

159,77

10.

(11.)

304,74

CA Immobilien Anlagen AG

123,70

6.367,01

Gesamt Februar 2018

6.201,66

Gesamt Februar 2017

4.807,59

Gesamt Februar 2017

4.728,64

Differenz

1.559,42

Differenz1.473,02

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

QUELLE: WIENER BÖRSE AG

USA Österreich Großbritannien Norwegen Frankreich Deutschland Niederlande Kanada Schweiz Polen andere

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

27,70 19,60 13,30 7,30 6,60 6,00 2,60 2,40 2,30 2,00 10,20

46

56,50 % 34,50 % 6,20 % 2,80 %

niedrig moderat hoch sehr hoch

QUELLE: IPREO, DEZEMBER 2016

UMSCHLAGSHÄUFIGKEIT INT. INVESTOREN

INVESTORENGEOGRAFIE


RENDITE STATISTIK

WIRTSCHAFTSDATEN

INFLATION

QUELLE: AMS

ARBEITSLOSENRATE

%

%

10

2

9 8

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

ÖSTERREICHS WIRTSCHAFT IN ZAHLEN

1,5

7 6 5

1

4

VERGLEICHSPERIODE

3 2

AKTUELLE PERIODE

1

AKTUELLE PERIODE 0

2,5

%

M

2

85 84

AKTUELLE PERIODE

–1

QUARTAL

4.969*

0

Q4

Q1

Q2

0 –1

Q2

Q3

290,33*

295,20*

Q4

MONAT

MIO. EUR

88,45*

QUARTAL

MRD. EUR

–4

293,46* 290,66*

F

–2

MRD. EUR

Q3

J

VERGLEICHSPERIODE

87,47*

1

–3

293,62*

Q1

297,20*

70

291,55*

80

296,56*

81

D

DEFIZIT IN % DES BIP

%

83 82

N

AKTUELLE PERIODE

90,43*

86

VERGLEICHSPERIODE

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

92,11*

96,44*

88,84*

93,18*

91,34*

87,47*

88,45*

84,88*

GESAMTVERSCHULDUNG IN % DES BIP

O

LEISTUNGSBILANZSALDO IN % DES BIP

1

Q4

S

4

1,5

Q3

A

5

3

Q2

J

6

MRD. EUR

Q1

J

7

2

%

A

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

3

M

1.575*

BIP-WACHSTUM

%

MONAT

93,22*

F

1.066*

J

88,84*

D

1.184*

N

667*

O

91,34*

S

4.224*

A

84,88*

J

1.639*

J

810*

M

92,11*

A

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

M

QUELLE: OENB

0

1

VERGLEICHSPERIODE

0,5

–5

VERGLEICHSPERIODE

–6

VERGLEICHSPERIODE

AKTUELLE PERIODE

–7

AKTUELLE PERIODE Q4

QUARTAL

47

Q1

Q2

Q3

QUARTAL


FINANZPLATZ BITCOIN & CO

Krypto-Assets haben eine technologische Revolution in Gang gesetzt, deren Ausgang noch völlig ­ungewiss ist. Wie mächtig der unbekannte Gegner ist, weiß niemand. Die Rufe nach Regulierung werden lauter. TEXT INGRID KRAWARIK

B

itcoin, Blockchain und Co sind

rungen fordert. Das ist auch verständ-

Begriffe

technologisch

lich. Angst hat man meist vor Dingen,

neuen Welt, in der selbst die

die man nicht versteht. Wobei der Aus-

einschlägigen Experten täglich Frage-

druck „Währung“ in Zusammenhang

zeichen im Kopf haben. Schuld daran

mit Krypto schon wieder verpönt ist.

einer

ist die Schnelllebigkeit der Branche, die

Shermin Voshmgir, die neue Direkto-

sich stündlich neu erfindet. Wer in In-

rin des Forschungsinstituts für Krypto­

ternetforen Texte von selbsternannten

ökonomie an der Wirtschaftsuniver-

Kryptowährungsexperten

muss

sität Wien, räumt gleich zu Beginn des

entweder weinen oder den Kopf schüt-

Gesprächs mit dem Börsianer genau mit

teln. Fremdausdrücke wie Wallet, Token,

diesem Missverständnis auf: „Krypto­

Hardfork, Distributed Ledger, Block-

währung ist den meisten Fällen die fal-

chain werden in die Schlacht geworfen

sche Bezeichnung. Wir sollten lieber

und erzielen das Gewünschte, nämlich

von Krypto-Assets reden. Blockchain-

Verwirrung. Kein Wunder also, dass sich

Tokens sind eine völlig neue Anlage-

das weltweite Establishment in Form

form und haben in den meisten Fällen

von Banken und Aufsicht zurückmeldet

mit Währungen nichts zu tun“, sagt die

und die Regulierung von Kryptowäh-

Ökonomin. Und: „Das Problem ist, dass

48

liest,


#KRYPTOGELD

Kursschwankungen. Der Kurs der virtuellen Währung ­Bitcoin ist 2017 von 1.000 auf 20.000 Euro gestiegen.

© JAMES CHEADLE / EYEVINE / PICTUREDESK

AUFSTAND DER HOCHFINANZ wir versuchen, diese neue Technologie

schwören und bereiten einigen Ban-

natürlich da, wenn der Bitcoin-Kurs von

mit Begriffen der alten Welt zu beschrei-

kern große Sorgen. Gerade erst habe

1.000 auf 20.000 Euro innerhalb eines

ben. Es gibt mehr als 1.000 Krypto-As-

man die Auswirkungen der Finanzkri-

Jahres steigt.“ Die Risikotangente sei

sets mit unterschiedlichen Funktionen.

se endgültig hinter sich gelassen und

aber einfach zu hoch. „Am Ende ist es

Bei der Unterscheidung sind viele über-

den guten Ruf halbwegs wiederherge-

gut möglich, dass verschiedene Krypto-

fordert. Man sollte aufpassen, nicht alles

stellt. Die Angst, aufgrund des Drucks

Assets auch ganz verschwinden“, sagte

unter Finanzmarktaufsicht zu regeln.“

vom Markt, Produkte mit oder auf Kryp-

Rosen bei einer Diskussion des Börsia-

Die Wirtschaftsuniversität Wien hat das

to-Assets anbieten zu müssen, treibt

ner Salon im Meinl am Graben in Wien.

europaweit erste Forschungsinstitut für

einigen schon die Schweißperlen auf die

Der Ruf nach mehr Transparenz ist des-

Kryptoökonomie eingerichtet, um der

Stirn. Weil wenn’s kracht, seien wieder

halb verständlich.

Sache Herr zu werden oder zumindest die

die Banken schuld, wird bereits in Vor-

Tragweite der technologischen Verände-

standsbüros befürchtet. Für Monika Ro-

Regulierung gegen Geldwäsche

rungen zu erforschen und zu verstehen.

sen, Chefanalystin der Unicredit Bank

Auch bei den Finanzministern der G20-

Den zweifelhaften Ruf der Krypto-

Austria AG, sind Bitcoin und Co zweifel-

Staaten stand kürzlich das Thema der

Assets haben sich Bitcoin und Co selbst

hafte Assets. „Bei uns sind sie auf kei-

Kryptovermögenswerte bei einem Tref-

eingehandelt. Die starken Kursschwan-

nen Fall Teil einer seriösen Anlagestra-

fen im argentinischen Buenos Aires auf

kungen der virtuellen Waren lassen be-

tegie, da fehlt der regulatorische Hin-

der Agenda. Penibel wurde in der an-

reits eine Spekulationsblase heraufbe-

tergrund. Die Verführung ist für Anleger

schließenden Presseaussendung dabei

49


FINANZPLATZ BITCOIN & CO

„Bitcoin ist nicht Teil einer seriösen Anlagestrategie.“

„Mindestinformationspflichten über den Issuer hilfreich.“

„Innovation geht nicht ohne ­Veränderung.“

MONIKA ROSEN

URSULA RATH

FRANZ GERHART

auch von Assets und nicht von Währun-

mittels Wasserkraft Krypto-Assets und

Due Dilligence machen“, weist Marko-

gen gesprochen, da „entscheidende At-

hat über einen virtuellen Börsengang,

vici auf die Verantwortung der Privatin-

tribute einer unabhängigen Währung“

ein sogenanntes Initial Coin Offering

vestoren hin.

bei Bitcoin und Co fehlen würden. Eine

(ICO), vier Millionen Euro eingenom-

Einer, der den Spagat zwischen neu-

Schnellschussregulierung wurde aus-

men, der bisherige Rekord in Österreich.

er und alter Welt hinbekommen muss,

geschlossen. Man will sich aber Stan-

Ein weiterer ICO ist derzeit in Vorberei-

ist Eric Demuth (siehe Interview Sei-

dards überlegen, vor allem in Bezug

tung. „Wir wissen nicht, wie die nächs-

te 52), Mitgründer von Bitpanda, Euro-

auf Geldwäsche und Terrorismusfinan-

te Kryptowährung aussieht. Die bewe-

pas größter Plattform für digitale Wäh-

zierung. Ein Report darüber soll im Juli

gen sich in die Richtung, wo der Regula-

rungen, die heuer die Umsatzmarke von

2018 präsentiert werden. Andrea Enria,

tor nicht ist, da werden sich immer Wege

einer Milliarde US-Dollar knacken wird.

Behördenchef der EU-Bankenaufsicht,

finden.“ Das Problem sei, dass ICOs oft

Derzeit läuft Bitpandas ICO für Pantos.

wehrt sich dagegen, eine Branche zu re-

weltweit angeboten werden, das zu kon-

Tokens im Wert von 1.500 Bitcoin – kann

gulieren, die wegen schneller Verände-

trollieren funktioniere nicht. „Es funk-

man zum besseren Verständnis mit Ak-

rungen praktisch nicht regulierbar ist.

tionieren ICOs, wo nicht einmal die Na-

tien vergleichen - stehen zum Kauf be-

Antigeldwäscheregeln halte er aber für

men der Leute bekannt sind, die dahin-

reit. Lögers 10.000-Euro-Grenze ma-

sinnvoll, ebenso das Verbot für Banken,

terstecken. Ich habe also die Möglich-

che für Demuth Sinn, sofern eine Fiat-

Krypto-Assets zu halten.

keit, 150 Millionen US-Dollar einzu-

Währung, sprich Euro, US-Dollar und

Der Kampf gegen Geldwäsche ist auch

nehmen, ohne meine Identität preiszu-

dergleichen, beim Kauf oder Verkauf in-

dem österreichischen Finanzminister

geben.“ Er sei kein Freund von Betrug,

volviert ist. Ganz so düster wie Marko-

Hartwig Löger ein Anliegen. Sein Plan: Es

allerdings sollte man nicht vergessen,

vici sieht der Bitpanda-Chef die Lage für

sollen nicht nur die Handelsplattformen

dass die Anfänge der Krypto-Assets für

den Regulator nicht: „Grundsätzlich ist

für Krypto-Assets unter die Ägiden der

Drogenkäufe im Dark Web genutzt wur-

das ein pseudonymes System, kein ano-

Finanzmarktaufsicht (FMA) wandern.

den. „Da muss jeder persönlich seine

nymes. Je mehr Leute im Netzwerk teilnehmen, desto transparenter wird das

Bei Transaktionen über 10.000 Euro soll

ganze System.“ 2010/2011 waren 95 Pro-

zudem eine Meldung an die Geldwäschestelle des Bundeskriminalamts erfolgen mit dem Zusatz, dass die Eigentümer

BLOCKCHAIN

von virtuellen Währungen identifizier-

VIRTUELLE BUCHHALTUNG

bar sein müssen. Der Verband österrei-

Die Blockchain ist ein offenes, dezentral geführtes Buchhaltungssystem, eine Art Logbuch, das Transaktionen sicher, dauerhaft und effizient aufzeichnet und speichert. Das bekannteste Logbuch ist jenes von Bitcoin, dessen Name auch Blockchain ist. Andere Logbücher werden „Distributed Ledgers“ genannt. In einem Wallet bewahrt man Krypto-Assets wie in einer Geldbörse auf, und die kann geknackt werden. Zu den bekanntesten Krypto-Assets zählen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Iota und Litecoin. Die Erste Group Bank AG arbeitet etwa mit Ripple zusammen, um Transaktionen schneller und kostengünstiger durchführen zu können. Abschlüsse, die früher Tage oder Wochen dauerten, werden heute in wenigen Stunden abgewickelt.

chischer Banken und Bankiers hat Löger die volle Unterstützung für dessen Pläne zugesagt. Die Identifizierung könnte allerdings schwierig werden, da gerade die Anonymität in der Kryptowelt das Spannende für die Teilnehmer ist.

Geld einsammeln Eine Regulierung von Krypto-Assets und den dahinterliegenden virtuellen Buchhaltungssystemen wie etwa der Blockchain bei Bitcoins hält Hydro-Mi-

zent der Bitcoin-Transaktionen Grauoder Schwarzmarkt, 2015 waren es fünf Prozent, jetzt gebe es die kaum noch. „Leute, die heute Bitcoin für Drogengeschäfte benutzen, sind dämlich, die bekommen das Geld nicht mehr raus, die kriegen das nicht mehr in Euro. Das ist, als ob man eine Bank überfällt und die erbeuteten Scheine markiert sind. Die professionellen Betrüger, die im Internet unterwegs sind, machen das schon lange nicht mehr über Bitcoin. Die bauen neue Systeme darum herum.“ Bei Bitpanda muss sich jeder Kunde verifizieren wie bei einem Bankkonto. „Die Regulatoren wie FMA und Finanzminis-

ner-Chef Michael Markovici für prak-

terium haben viel Wissen aufgebaut, das

tisch unmöglich. Hydro Miner schürft

finde ich gut.“

50


FINANZPLATZ BITCOIN & CO

und Überblick über rechtliche Fragen der Krypto-Welt. Jede Art von Transparenz sei wünschenswert, sagt Ursula Rath, Partne© BÖRSIANER

rin bei Schönherr Rechtsanwälte. „Bei

Börsianer Salon. „Regulierung von Krypto-Assets ist praktisch unmöglich“, sagt Hydro-Miner-CEO Markovici.

ICOs wären bestimmte Mindestinformationspflichten über den Issuer hilfreich, gerne auch via Blockchain kommuniziert“, sagt die Anwältin. Vor allen Betrugsfällen würde allerdings auch

Die FMA sieht sich derzeit nicht für

Währung müsste die Stabilität des Aus-

die beste Regulierung nicht schützen.

Prüfungen von Krypto-Assets zustän-

tauschverhältnisses gegeben sein, die

„Was wollen wir denn regulieren? Die

dig, außer es handle sich um Geschäfts-

allgemeine Akzeptanz vorliegen und

Blockchain-Technologie

modelle, die auf Krypto-Assets aufbau-

rechtlich eine zentrale Ausgabestelle

Die digitalen Instrumente wie Tokens?

en und wo eine Konzessionspflicht oder

für die Währung vorhanden sein“, sagt

Die Krypto-Assets? Global zu regulieren

Prospektpflicht schlagend werde. Sie

FMA-Sprecher Klaus Grubelnik. Das

würde bedeuten, auch global zu vollzie-

prüft also nur in Einzelfällen.

treffe bei keiner der Krypto-Assets zu.

hen. Haben wir dann einen Superregu-

Die FMA hat für Fragen bezüglich ICOs

lator? Ich bin da skeptisch“, sagte Rath

Keine Währung, sondern Ware

die Kontaktstelle Fintech eingerichtet,

beim Börsianer Salon. Inwiefern die

„Kryptowährungen sind keine Wäh-

auf der Webseite der Aufsichtsbehörde

virtuellen

rung, sondern eine Ware. Für eine

findet sich zudem ein exzellenter Ein-

Blockchain Tätigkeiten in Transaktio-

wohl

nicht.

Buchhaltungssysteme

wie

Wir entwickeln Stadtteile

© zoom.vp.at

In Wien entwickelt UBM auf einer Fläche von 25.000 m² das neue Stadtviertel Quartier Belvedere Central. Neben Hotels und Wohnungen entstehen mit den Bauteilen QBC 1  &  2 auch Bürogebäude, deren Erd­ geschoss als Gastronomie und Handels­ flächen genutzt werden soll. Die Gebäude verfügen über jeweils acht Obergeschosse und eine Dachterrasse, die allen Mietern zugänglich ist. Mit diesem Projekt wird der letzte Bauabschnitt im neuen Stadtteil Quar­ tier Belvedere Central geschlossen.

UBm Development aG – Ein Immobilienentwickler von europäischem Format

www.ubm-development.com


FINANZPLATZ BITCOIN & CO

nen oder Prozessoptimierungen von administrativen Arbeiten in Zukunft kostengünstiger gestalten könnten, wird bei Schönherr bereits diskutiert. Der Wunsch nach mehr Regulierung kommt allerdings nicht nur vonseiten der Banken und Aufsichtsorgane, son-

„Sollten neue Technologien nicht mit ­Begriffen der alten Welt beschreiben.“

„Hard Cap“, also die maximale Summe an eingesammeltem Kapital. Wie man etwas regulieren soll, was nach Ansicht der technologischen Elite der Kryptowelt nicht regulierbar ist, wird Aufgabe der Aufsichtsbehörden in den nächsten Jahren sein. Die Schwei-

SHERMIN VOSHMGIR

dern aus der Branche selbst. Man will den

zer Aufsicht hat bereits ein Instrumen-

„Scam“, also die Betrüger, loswerden.

Auf der Agenda der Regierung stehe

tarium entwickelt, bestimmte ICOs zu

„Um unseriösen Anbietern keinen Raum

zwar, dass Start-ups mit großen Multi-

regulieren. Sofern mit dem Token bei

zu geben und klare Rahmenbedingungen

plikatoren der Marktzugang erleichtert

einem virtuellen Börsengang wertpa-

für innovative Unternehmen zu schaffen,

werden soll. „Faktisch sichtbar sind je-

pierähnliche Rechte verbrieft sind, wird

sollten sogenannte regulatorische Sand-

doch Ansprechpartner, die lieber wei-

der ICO entsprechend den Regeln einer

boxes geschaffen werden. Neue Produk-

ter museumsreife Faxgeräte, Briefe oder

Wertpapieremission behandelt.

te können so am Markt getestet werden

physische Amtswege bevorzugen. In-

„Man kommt mit den bestehenden

ohne die Standardvorschriften einzu-

novation geht nicht ohne Veränderung.

Regularien schon sehr weit“, sagt Chris-

halten“, fordert etwa Klaus Walsberger,

Genau hier greifen ICOs, sie sind am Puls

toph Boschan, Vorstandsvorsitzender

CEO von Bonkers, einer Gaming-Platt-

der Zeit. Investoren und Innovatoren

der Wiener Börse AG. Er warnt davor,

form, die derzeit einen ICO vorbereitet.

treffen sich, arbeiten kollektiv an Pro-

die technischen Transportmöglichkeit

Sandbox bedeutet, dass sich Start-ups in

totypen außerhalb von Bürokratie, fern

von Information jede inhaltliche Dis-

noch nicht regulierte Gebiete vorwagen,

der Normen des Arbeitszeitgesetzes,

kussion über Krypto-Assets überlagern

ohne rechtliche Konsequenzen in einem

gemeinsam und fokussiert am Ziel je-

zu lassen. „Wenn man sich dem Thema

bestimmten Zeitraum fürchten zu müs-

der Unternehmung, dem Erfolg“, erklärt

nüchtern nähert, ist die Chain noch viel

sen. Im Gegenzug müssen die Projekte

Franz Gerhart, Co-CEO von Bonkers.

zu langsam und zu teuer. Das muss man

den zuständigen Behörden wie etwa der

Nicht einmal 25 Prozent der virtuellen

ruhig beobachten und irgendwann viel-

FMA volle Einsicht geben.

Börsengänge erreichen übrigens ihren

leicht adaptieren“, sagt Boschan. n

#BITPANDA

„KRYPTO-ASSETS LEBEN VOM NETZWERKEFFEKT“

F

ür

diesen

masochistischen

Bitpanda-Duo. Eric Demuth und Paul Klanschek verdienen mit ihrer Plattform am Krypto-Hype.

Job

Kogründer Paul Klanschek die Krypto-

will Bitpanda zu Jahresende auf 100 auf-

muss man schon eine Passion ha-

plattform Bitpanda, auf der bestimm-

stocken, gefragt sind Programmierer,

ben“, sagt Eric Demuth, Mitgründer

te Krypto-Assets wie Bitcoin, Ethe­reum

Anwälte, Personaler, die ganze Palet-

von Bitpanda. Er hat sein ganzes Le-

oder auch Ripple gehandelt werden kön-

te. Der zu Redaktionsschluss laufende

ben mehr Zeit mit dem Computer ver-

nen. 1,5 Prozent verdient die Plattform

Pantos-ICO mit 13 Millionen Euro als

bracht als mit allem anderen. Früher im

pro Transaktion, mehr als eine Mil­

Zielvorgabe hatte bis dahin knapp drei

Gaming-Bereich „sehr gut unterwegs“,

lion Transaktionen verzeichnet sie täg-

Millionen Euro eingespielt. Der Börsia-

wie er sagt, begann er nach zwei Jahren

lich. Kunden sind zu 95 Prozent Männer

ner traf Eric Demuth bei Couscous und

als Seefahrer und nach mehreren Stu-

aus allen sozialen Schichten. Ein neues

Minztee zum Mittagessen.

dienjahren an der Wirtschaftsuniversi-

Headquarter am Campus Aus­tria ist in

tät Wien für Profipokerspieler Transak-

Bau, ein Büro in London bereits eröff-

Wann kam Ihnen die Idee zu Bitpanda? -

tionen zu managen. Jetzt betreibt er mit

net. Von derzeit 60 Mitarbeitern in Wien

Wenn man so wie wir im Internet lebt,

52


FINANZPLATZ BITCOIN & CO

bekommt man Strömungen mit. Ir-

te die größten Firmen der Welt. Da ste-

Wird es eine Welt geben, in der nur mit Bit-

gendwann, vor vier Jahren, machte es

cken Userdaten oder Lagerhallen dahin-

coin gezahlt wird? – Nein, so eine Wäh-

dann klick. Es war früher unglaublich

ter, die leben auch vom Netzwerkeffekt.

rungsunion würde global nicht funkti-

schwierig, Bitcoin zu handeln. Wir woll-

onieren, das sieht man ja schon an der

ten das so einfach machen, wie wenn

Viele Experten schreiben bereits das Ende

Eurozone. Die Wirtschaftsleistung der

man bei Amazon bestellt.

von Bitcoin herbei. Wie viel Lebensdau-

einzelnen Staaten ist einfach zu unter-

er geben Sie ihm? – Krypto-Assets leben

schiedlich, ich denke da nur an Pakistan

Welchen Wert hat Bitcoin? - Es hat viel

vom Netzwerkeffekt. Umso mehr Leu-

und Japan.

Ähnlichkeit mit Gold als „Stored Va-

te es nutzen, desto höher ist der Wert.

lue“, ist aber gleichzeitig so schnell wie

Mit Bitcoin kann ich auf der ganzen

Ihr ICO (Initial Coin Offering) soll das bis-

eine E-Mail, indem ich es sofort liquid

Welt einen dezentralen Wertetransfer

her erfolgreichste Österreich werden. Was

machen kann. Ich kann wirkliche Werte

durchführen, ich brauche niemandem

werden Sie mit den daraus entstandenen

ohne zentrale Stelle transferieren. In Si-

mehr vertrauen. Die Banken vertrauen

Erlösen entwickeln? – Wir bauen mit dem

licon Valley kann ich in vielen Bereichen

sich selbst untereinander nicht, weil sie

Pantos Token zusammen mit der Tech-

nur von Bitcoin leben, als Zahlungsmit-

viele Clearingstellen brauchen. Für Bit-

nischen Universität Wien einen Proto-

tel in Westeuropa funktioniert das noch

coin brauche ich nur den Zugang zum

typ, der für jeden zugänglich sein soll.

nicht. Das kommt aber auch noch. Es ist

Internet. Es haben bereits jetzt doppelt

Geplant ist ein dezentraler Transfer von

doch so, dass Substanzwerte nicht mehr

so viele Leute Zugang zum Web als zum

einer Blockchain auf eine andere. Das

denselben Stellenwert wie früher ha-

Bankensystem. In den nächsten fünf bis

ist bisher nicht möglich. Wir wollen Ar-

ben. Vor 20 Jahren gab es kein Amazon,

zehn Jahren wird es weltweit flächende-

bitrage-Handel in nahezu Echtzeit er-

Google oder Facebook, das sind heu-

ckend kostenlos Internet geben.

möglichen.

Entgeltliche Einschaltung

Der Ethna-DYNAMISCH: Ein risikokontrollierter Einstieg in den Aktienmarkt ETHENEA Portfolio Manager Christian Schmitt

ETHENEA Independent Investors S. A. bietet mit den Mischfonds Ethna-DYNAMISCH, ­Ethna-AKTIV sowie Ethna-DEFENSIV für jedes Risikoprofil die passende Anlagelösung.

Der Ethna-DYNAMISCH sucht vor allem attrak-

Devise „Investieren statt Spekulieren“. Zudem

Disclaimer:

tivste Investitionsmöglichkeiten an den globalen

wird das Portfolio mit weiteren Anlageklassen wie

Ausführliche Hinweise auf Chancen und Risiken

Aktienmärkten und richtet sich so an Anleger, die

Anleihen zusätzlich diversifiziert.

entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufs-

ihr Kapital mittel- bis langfristig anlegen möch-

prospekt. Bei der Anlage in Investmentfonds be-

ten. Großen Wert legen die Anlageexperten da-

In den vergangenen Jahren sowie während der

steht wie bei jeder Anlage in Wertpapieren und ver-

bei auf eine gesunde Asymmetrie aus hoher Par-

jüngsten Korrektur an den Aktienmärkten konn-

gleichbaren Vermögenswerten das Risiko von Kurs-

tizipation in steigenden und Verlustminimierung

ten die Portfoliomanager des aktiv verwalteten

und Währungsverlusten. Dies hat zur Folge, dass die

in fallenden Märkten. Als offensivster der Ethna-

Fonds beweisen, dass sie je nach Marktlage so-

Preise der Fondsanteile und die Höhe der Erträge

Fonds kann er bis zu 70 % in Aktien investieren

wohl offensiv als auch defensiv agieren können.

schwanken und nicht garantiert werden können.

bei gleichzeitiger Begrenzung von Verlustrisiken.

So leistete allein in 2017 die gelungene Selektion wieder über drei Prozent an absolutem Wert-

Kern der Anlagestrategie ist die sorgfältige Selek-

beitrag zum Jahresergebnis in Höhe von 8,32 %.

tion eines konzentrierten Aktienportfolios, bestehend aus circa 30 bis 40 Einzelwerten nach der

Weitere Infos unter: www.ethenea.com


BANKEN

KOLUMNE

WILHELM CELEDA Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

ZUKUNFT DES TÜRKISEN KAPITALMARKTS

ÜBERNAHME DER WIENER PRIVATBANK IM FOKUS DER AUFSICHTSBEHÖRDE Beim Verkauf der Wiener Privatbank SE

zehn Prozent reduziert. Die Prüfung der Fi-

gibt es neue Entwicklungen. Wie berich-

nanzmarktaufsicht in der Angelegenheit,

Prozent im Jahr 2017 dürfte wohl

tet, wollen die Mehrheitseigentümer Gün-

einem sogenannten Eigentümerkontroll-

auch die hartnäckigsten Kapital-

ter Kerbler und Johann Kowar ihren An-

verfahren, war zu Redaktionsschluss noch

markt-Nörgler zum Schweigen

teil von mehr als 61 Prozent an der Wiener

nicht abgeschlossen. Bei wesentlichen

gebracht haben. Jedoch währt die

Privatbank SE an die Arca Capital Group

Bankbeteiligungen prüft die Aufsicht ins-

Die Steigerung des ATX von über 30

Freude ja meistens nur kurz und

verkaufen. Der Deal ist 37 Millionen Euro

besondere die persönliche Zuverlässigkeit,

zweifelnden Frage verdrängt: Wie

schwer. Nachdem diverse Aufsichtsbehör-

ob die Geldquellen sauber sind und mögli-

wird sich der Kapitalmarkt 2018,

den Bedenken gegen einen Manager des

che Ermittlungen in der Vergangenheit wie

nun türkis gefärbt, entwickeln? Die

Großinvestors äußerten, zieht sich Pavol

etwa hinsichtlich Geldwäsche. Geht al-

Voraussetzungen könnten kaum

Krupa aus dem Management der überneh-

les glatt, sollte die Übernahme der Wiener

menden Gesellschaft Arca Investments

Privatbank SE bis Mitte 2018 in trockenen

zurück. Außerdem hat Krupa seinen An-

Tüchern sein. Krupa will Bankfilialen in

teil an Arca Investments deutlich auf unter

Tschechien und der Slowakei zu eröffnen.

wird unmittelbar von der neuen

besser sein: ständig nach oben revidierte Wachstumsprognosen mit sinkenden Arbeitslosenzahlen in Kombination mit einem Finanzminister und einer Wirtschaftsministerin, die beide aus Unternehmen kommen, die an der Wiener Börse notieren. Eine Regierung insgesamt, die sich dazu bekennt, den Kapitalmarkt zu stärken, KMUs den Zugang zur Börse zu erleichtern und

SPÄNGLER STARTET ONLINEVERMÖGENSVERWALTUNG CARL MIT ETF

bei den Aufsichtsbehörden für mehr Proportionalität statt Gold Plating zu sorgen. Meine Hoffnung ist, dass diese Vorhaben nicht wieder in der

Was George für die Erste Group Bank AG ist, soll Carl für die Bankhaus Carl Späng-

Prioritätensetzung nach hinten

ler AG sein. Die älteste Privatbank Öster-

rutschen, sondern unmittelbar mit

reichs mit Sitz in Salzburg bietet ihren

deren Umsetzung begonnen wird.

Kunden nun auch eine Onlinevermögens-

Und falls diese noch angereichert

verwaltung an, die den treffenden Namen

werden durch die Förderung der privaten Pensionsvorsorge, eine

„Carl“

trägt.

Spängler-Vorstandschef

Kapitalertragssteuerbefreiung für

Werner Zenz (Foto) treibt die Digitalisie-

geringere Einkommen oder die

rungsstrategie der Bank damit konsequent

Wiedereinführung des Kapitaler-

voran. Die Bank offeriert grundsätzlich

chael Rampler, Projektleiter der Online-

tragssteuerentfalls für langfristige

mehr als 100 verschiedene Vermögens-

vermögensverwaltung der Bankhaus Carl

verwaltungsstrategien, online gibt es 21

Spängler AG. Der Unterschied zwischen

ETF-Strategien, also Indexfondsstrate­

Off- und Onlinevermögensverwaltung lie-

durch einen konstruktiven Umgang

gien, zur Auswahl. Bei der Anmeldung, die

ge bei 20 bis 25 Basispunkten. Die Dienst-

für weitere Privatisierungen, dann

online über Videolegitima­tion oder mit ei-

leistungsgebühr beträgt bis 300.000 Euro

bin ich entweder gerade aufgewacht,

nem Berater der Bank erfolgen kann, wird

1,25 Prozent. Einstiegshürde sind 30.000

ein Anlegerprofil erstellt und die Risiko-

Euro, nach oben ist das Veranlagungsver-

bereitschaft abgefragt. „Da geht es unter

mögen auf zwei Millionen Euro gedeckelt.

anderem um die Verlusttragfähigkeit, die

Wer mit einem Berater den Onlinevertrag

dann die Aktienquote bestimmt“, sagt Mi-

abschließt, kann den Betrag auch erhöhen.

Investments, schulische Lehrpläne mit Fokus auf Finanz- und Wirtschaftsthemen und vielleicht sogar

oder wir haben wirklich eine rosige Zukunft für den österreichischen Kapitalmarkt vor uns.

w.celeda@derboersianer.com

54


BRANCHE BANKEN

BAUSPARKASSENGESETZ GEHÖRT ENTRÜMPELT Der Generaldirektor der Raiffeisen Bau-

zum Börsianer. Die Bausparkassen agier-

sparkasse, Manfred Url, hat einige Wün-

ten bis 1993 unter dem Versicherungsauf-

sche an die neue Regierung. Konkret wür-

sichtsgesetz, in dem sich bei weitem nicht

de er gern von Justizminister Josef Moser

so viel verändert habe wie beim 1993 ein-

das Bausparkassengesetz entrümpelt wis-

geführten

sen. „Die Vorteile von früher sind weg. Wir

kret wünscht sich Url, dass das Bauträ-

werden in puncto Aufsicht, Risikosystem

gervertragsgesetz auch auf Bausparkas-

und Meldewesen heute wie eine Großbank

sen anwendbar wird. Dafür müssten die

kontrolliert, was die Kosten stark in die

Bausparkassen die Finanzmarktaufsicht

Höhe getrieben hat. Das Gesetz muss an-

ins Boot holen. Gelingt dieser Schachzug,

gepasst werden, damit wir unsere Wettbe-

würden die Bausparkassen als Konkurrenz

werbsfähigkeit halten können“, sagt Url

zu Hypothekenbanken auftreten.

Bausparkassengesetz.

Kon-

TICKER

Anadi Bank zeigt Interesse an Postkooperation

+++ BKS Bank nimmt mehr als 55 Millionen Euro bei Kapitalerhöhung auf

+++ 40 Prozent Frauenanteil bei neuen Führungskräften der Oberbank bis 2020

+++

BAWAG KAUFT SICH VON POST FREI

2017 gab es ein Fünftel weniger Euro-Fälschungen

+++

Die Bawag Group AG hat sich vorzeitig für 110 Millionen Euro aus der Filialpartner-

Erste-Group-Chef Treichl

schaft mit der Österreichischen Post AG

unterrichtet 49.000 Schüler

freigekauft. Insgesamt verfügen die bei-

via Livestream

den Unternehmen über 424 gemeinsame

+++

Standorte. Ende 2019 ist damit Schluss.

Unicredit Bank Austria

Bawag-Vorstandsvorsitzender Anas Abu-

zieht in neue Zentrale

zaakouk will sein Unternehmen zukünftig von einem Banken- zu einem Techno-

Post-Vorstandschef Georg Pölzl will dies-

logiekonzern ummodeln. Eine Post-Part-

bezüglich demnächst eine Entscheidung

nerschaft würde diesen Entwicklungspro-

treffen. Die Bawag Group AG will ihre Fili-

zess hemmen. Für die Österreichische Post

alen ihrerseits auf 100 aufstocken und die

AG ist die vorzeitige Vertragsauflösung

bestehenden Filialen einer Neugestaltung

doppelt bitter. Sie muss aus 74 Standorten

unterziehen. Die ehemalige Arbeiterbank

mit Hauptmieter Bawag AG raus und gege-

hat für 2017 erneut starke Zahlen und ein

benenfalls neue Standorte in der Nähe er-

Incentive-Programm für das Topmanage-

öffnen. Zum anderen muss sie einen neu-

ment präsentiert, für Letzteres wurden 55

en Finanzdienstleister als Partner finden.

Millionen Euro rückgestellt.

MILLIARDENEINBUSSEN DURCH NIEDRIGZINSPOLITIK STUDIE. 10,4 Milliarden Euro an Nettozinseinkommen haben österreichische Haushalte durch die Niedrigzinspolitik der Europä­ ischen Zentralbank seit dem Jahr 2008 insgesamt verloren. Pro Kopf

KARRIERE

bedeutet das ein Minus von rund 1.300 Euro. Das geht aus einer Studie der Allianz hervor. „Geldpolitik hat verteilungspolitische

Helmut Siegler

Paul Pasquali

Alexander Novak

ist seit Anfang März neuer Vorstand der Schoellerbank AG. Der 52-Jährige ist für die Services rund um die Vermögensweiter­ gabe, die Nachfolge- und Finanzplanung sowie für Stiftungen verantwortlich. Der Banker ist seit 1993 in der Schoellerbank AG tätig.

leitet seit 1. März 2018 den neu geschaffenen Bereich „Group Governmental and Public Affairs“ der RBI AG. Der 37-jährige Jurist ist für die öffentliche Positionierung der Bank verantwortlich und berichtet direkt an RBI-Vorstandschef Johann Strobl.

wechselt ab 1. September 2018 in den Vorstand der BKS Bank AG. Er leitet derzeit die BKS Bank in Slowenien, seit 18 Jahren ist er bei der Bank tätig. Er folgt Wolfgang Mandl, der sich beruflich neu orientieren will und mit Jahresende aus dem Vorstand ausscheidet.

Wirkungen, extreme Geldpolitik hat extreme verteilungspolitische Wirkungen“, sagt Martin Bruckner,

55

Vorstandssprecher der Allianz Investmentbank AG und Chief Investment Officer der AllianzGruppe in Österreich. Nicht alle Euroländer sind Verlierer. Spanien und Finnland zählen zu den Gewinnern der Niedrigzinspolitik.


VERSICHERUNGEN

ZAKOSTELSKY MÖCHTE PRÄMIENMODELL FÜR PENSIONSKASSEN

Zakostelsky zum Börsianer. „Der Finanzminister hat die zehn

Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pen­ sionskassen, wird nicht müde, den Ausbau der betrieblichen

Prozent sowieso eingepreist, ich schlage vor, dass die zehn Pro-

Altersvorsorge vorantreiben. Derzeit setzt er sich für ein Prä-

zent als Gesamtgrenze für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gel-

mienmodell ein, das vor allem untere und mittlere Einkommen

ten sollte“, erklärt Zakostelsky. Eine Gegenfinanzierung hat er

ansprechen soll. Ähnlich wie bei der Zukunftsvorsorge sollen

auch parat: „Wir rufen damit nicht nach einem Steuergeschenk,

Einzahlungen der Arbeitnehmer, die maximal so viel einzahlen

sondern nach einem Steueraufschub. Das Geld, das in die Veran-

dürfen wie der Arbeitgeber, in die Pensionskasse bis 2.825,60

lagung der Pensionskasse fließt, vermehrt sich durch den Zin-

Euro mit einer staatlichen Prämie von 4,25 Prozent begünstigt

seszinseffekt. Besteuert soll dann die Pension werden. Der Staat

werden. Derzeit zahlen nur 20 Prozent Eigenbeträge dazu. Al-

bekommt zwar eine niedrigere Steuerstufe, aber von einem hö-

ternativ zur Prämie wird bei höheren Einkommen vorgeschla-

heren Kapitalbetrag“, sagt Zakostelsky, der hofft, dass die Pen-

gen, dass Arbeitnehmer ihren Beitrag in die Pensionskasse ge-

sionskassen in fünf Jahren 1,6 Millionen begünstige Kunden ha-

nauso wie die Arbeitgeber steuerlich absetzen dürfen. Arbeitge-

ben. Das Prämienmodell sollte bei allen drei Pensionsmodellen

ber können aktuell bis zu zehn Prozent des Gehalts steuerfrei

wie dem Lebensphasenmodell, der Garantie- sowie der Erfolgs-

als Betriebsausgabe absetzen. „Die vollen zehn Prozent werden

pension möglich sein. Die Pensionskassen erzielten 2017 eine

kaum genutzt, die meisten zahlen zwei bis fünf Prozent“, sagt

Gesamtperformance von 6,13 Prozent Rendite.

VERSICHERUNGSBRANCHE POSITIV FÜR ZUKUNFT GESTIMMT

Das Prämienvolumen der Versicherungswirtschaft in Österreich hat 2017 leicht zugelegt. Insgesamt 16,98 Milliarden Euro wurden laut Finanzmarktaufsicht den österreichischen Versicherern im vergangenen Jahr anvertraut, ein leichtes Wachstum von 0,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kernaktienquote betrug im vierten Quartal 2017 4,11 Prozent. 2016 hat es laut Versicherungsverband VVO noch ein Minus von 2,1 Prozent gegeben. Die Rückkehr ins Plus ist zwar sowohl unter der Inflation als auch unter dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, lässt die Versicherungsbranche aber positiv in die Zukunft blicken. Für das Jahr 2018 erwartet sich Verbandspräsident Othmar Ederer ein Prämienplus auf insgesamt 17,3 Milliarden Euro. Eine Herausforderung sieht Ederer in der neuen Datenschutzverordnung, die laut ihm ein weiterer Schritt in Richtung überbordender Bürokratie ist. Zuversichtlich ist er bezüglich der Zusammenarbeit mit der neuen Regierung, auch weil mit Hartwig Löger ein ehemaliger Versicherungschef im Finanzministerium sitzt. Eine Sonderbehandlung für die Branche erwartet sich der Versicherungsverband aber nicht.

56


BRANCHE VERSICHERUNGEN

TICKER Die Hammurabi-Preis-­Gewinner v. l.: Maximilian Feldmann, ­Stephanie Gusenleitner und ­Felix Kernbichler.

Finabro bietet Österreichs modernste Mitarbeitervorsorge

Unter dem Motto „Generationen bilden“ fand am 28. Februar 2018 der

+++

16. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler statt. Rund 400 Gäste

VIG schließt Kauf der

aus der Versicherungsbranche folgten der Einladung. Diskutiert wurde über

Merkur in BosnienHerzegowina ab

die Themen Altersvorsorge und technologischer Wandel. Highlight war die

+++

Verleihung des begehrten Hammurabi-Preises.

DAS Rechtsschutzversicherung mit BGF-

UNIQA BAUT ZUSAMMENARBEIT MIT START-UPS AUS

Gütesiegel ausgezeichnet

+++ VIG Kroatien: CEO-Wechsel nach Fusion der Konzerngesellschaften

+++ VBV mit Relaunch von neuem Vorsorgeportal

Mit Anfang Februar hat die Uniqa Insu-

ihre Innovationsstrategie fort. „Wir wollen

rance Group AG in Zusammenarbeit mit

die besten Ideen von Jungunternehmern

dem Impact Hub Vienna das neue Innova-

und Start-ups identifizieren, fördern und

tionsprojekt „Mission 120“ gestartet. Bei

unterstützen“, sagt Kurt Svoboda, Finanz-

dem Accelerator-Programm haben Start-

vorstand der Uniqa Insurance Group AG.

ups und Jungunternehmer die Chance,

Darüber hinaus gab der Versicherer weni-

sechs Monate mit Österreichs größtem

ge Tage später seine neueste Beteiligung

privatem Krankenversicherer zusammen-

am österreichischen Insurtech „bsurance“

zuarbeiten und ihre Ideen weiterzuent-

bekannt. Mit dem auf „B2B2C“-Modelle

wickeln. Aus einer Juryentscheidung sind

spezialisierten Start-up will die Uniqa vor

die fünf Gewinner HDM 4.0, Mindcoa.ch,

allem an Modellen, bei denen ein Partner

VivaBack, WGE! und Walkassist hervorge-

den Endkunden Versicherungsprodukte

gangen. Die Uniqa setzt mit diesem Projekt

anbietet, arbeiten. BERUFSEINSTEIGER MIT PENSIONSSORGEN STUDIE. Das Bewusstsein für die

KARRIERE

Pensionslücke wächst in der jungen Bevölkerung. Beinahe drei Viertel der Berufseinsteiger in Österreich schreiben der Pensionsvorsorge

Eva MeyerSchipflinger

Harald Londer

Heinz Behacker

ist seit 1. März 2018 an der Spitze des Vorstandsressorts Finanzen der Allianz-Gruppe in Österreich. Sie folgt damit Christina Franz, die ihre Karriere innerhalb der Allianz SE fortsetzt. Die 48-Jährige ist seit 2001 bei dem Versicherungsunternehmen tätig.

übernahm Anfang März 2018 die Leitung der Bankenkooperation der Vienna Insurance Group AG (VIG) und soll das Bankenversicherungsgeschäft stärken. Der studierte Rechtswissenschaftler (54) war bis zuletzt Vorstandsvorsitzender der Ergo Pojistovna Tschechien.

geht mit Jahresende in die verdiente Pension und übergibt den Vorstandsvorsitz der VBV Vorsorgekasse AG mit 1. Oktober 2018 an Andreas Zakostelsky. Behacker leitete die VBV seit Jänner 2003 und steuerte sie zur Marktführerschaft in Österreich.

57

eine wichtige Rolle zu. Dennoch zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts Meinungsraum.at für Helvetia Österreich, dass knapp 66 Prozent dieser Kohorte auch davon ausgehen, in der Pension finanziell nicht abgesichert zu sein. In die private Altersvorsorge investieren bis jetzt hingegen trotzdem nur 21 Prozent.


FONDS

KOLUMNE

HEINZ BEDNAR Präsident VÖIG

FONDSFRAUEN WOLLEN ÖSTERREICH EROBERN Die Fondsfrauen sind ein 2015 gegrün-

gibt es seit heuer eine Frauenquote ähnlich

detes Karrierenetzwerk mit aktuell 1.400

dem deutschen Modell. Das war für uns da-

Mitgliedern. Ziel von Anne Connelly, Ge-

mals ein Impuls, die Fondsfrauen zu star-

Am 19. April wird in der öster-

schäftsführerin der Fondsfrauen, ist das

ten. Die riesige Resonanz hat uns ermun-

reichischen Finanzbranche der

Vorantreiben der „Gender Diversity“ in der

tert, die Aktivitäten auszudehnen. Ich den-

Fondsindustrie. Anlässlich der Ausweitung

ke, dass wir voneinander lernen und lände-

ihrer Tätigkeiten nach Österreich stand

rübergreifend mehr erreichen können.

WOHLSTAND FÜR ALLE!

Weltfondstag begangenen. Dieser Tag ist dem Niederländer Abraham van Ketwich gewidmet, der am 19. April 1744 geboren wurde. Ketwich

Connelly dem Börsianer Rede und Antwort. Wie wird man Teil des Netzwerks? – Unter-

erkannte, dass mithilfe eines Fonds die Risikostreuung deutlich besser

Was sind Ihre Ziele? – Mit unseren Aktivitä-

nehmen können bei uns Förderer werden

wird und gleichzeitig die Kosten für

ten möchten wir den Frauen eine Stimme

und ihren Angestellten eine Mitgliedschaft

geben und sie bei ihren Karrierezielen un-

bei uns ermöglichen. Individuelle Mit-

terstützen. Gleichzeitig erlaubt es uns, mit

gliedschaften sind ebenso machbar. Eine

modernen Investmentfonds gelegt.

Unternehmen in Dialog zu treten, damit

Mitgliedschaft verschafft etwa Zugang zu

Aktuell liegen in Österreich etwa

Geschlechtervielfalt erreicht werden kann.

unserem Mentoring-Programm und bietet

jeden Anteilsinhaber kleiner werden. Mit seiner Erkenntnis wurde der Grundstein für den heutigen,

260 Milliarden Euro beinahe unverzinst auf diversen Sparbüchern. Jahr für Jahr verlieren diese kurzfristig veranlagten Gelder real betrachtet,

vergünstigten Eintritt zu kostenpflichtigen Was erwarten Sie von der Erweiterung Ihrer

Veranstaltung. Natürlich leistet man damit

Aktivitäten nach Österreich? – In Österreich

auch einen Beitrag zu unserer Arbeit.

nach Berücksichtigung der Inflation, an Wert und damit an Kaufkraft. Die Bemühungen der Fondsbranche, die in Geldfragen konservativen Österreicher zu einem Umdenken zu bewegen, scheinen langsam auf fruchtbaren Boden zu fallen. Laut einer Umfrage von GFK Austria liegen Investmentfonds in der Beliebtheit der Spar- und Anlageformen deutlich vor dem Sparbuch bereits an dritter Stelle nach Immobilien und Grundstücken. Die Erkenntnis, dass es letztendlich

C-QUADRAT-GRÜNDER STEIGT BEI ­JAGDAUSSTATTER EIN

um den Wohlstand aller geht, hat nun auch die Politik auf den Plan

Der C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz

mentiert Schütz die strategische Partner-

hat sich beim Wiener Jagdausstatter Joh.

schaft. Neben der Internationalisierung

Springer’s Erben eingekauft. Über eine

und der Entwicklung einer hauseigenen

um eine Stärkung der betrieblichen

Kapitalerhöhung erwirbt Schütz 22 Pro-

Springer-Jagdflinte soll mit dem Geld ein

und privaten Vorsorge Gedanken

zent des Traditionsunternehmens. „Durch

Museum für historische Waffen finanziert

machen. Wir hoffen, dass in dieser

die Kapitalerhöhung ist eine Partner-

werden. Über den Kaufpreis seines An-

schaft entstanden, bei der wir unter an-

teils haben Alexander Schütz und seine

derem durch meine weltweiten Kontak-

Jagdfreunde sowie Neogeschäftspartner

te die Marke internationalisieren und die

Christian Johann Springer und Reinhard

Produktpalette erweitern wollen“, kom-

Jonke Stillschweigen vereinbart.

gerufen. Auch wir als Vertreter der Fondsbranche merken, dass sich die neuen politischen Verantwortlichen

Legislaturperiode entsprechende Pläne zur Stärkung der zweiten und dritten Säule umgesetzt werden.

h.bednar@derboersianer.com

58


BRANCHE FONDS

UBS LANCIERT PORTFOLIOSCAN-PLATTFORM UBS Global Asset Management will mit

Einklang mit den persönlichen finanziel-

der Plattform UBS Partner die Kunden-

len Zielen des jeweiligen Kunden steht, er-

anlageberatung von Banken deutlich ver-

stellt UBS Partner eine Anlageempfehlung.

einfachen. Die seit März 2018 verfügba-

„Mit UBS Partner hoffen wir, Bankberatern

re Technologielösung scannt täglich Kun-

die Zeit zu geben, sich darauf konzentrie-

denportfolios und bewertet sie hinsicht-

ren zu können, die von ihnen angebotenen

lich der entsprechenden Risikoprofile, der

Dienstleistungen an Bestandskunden zu

wesentlichen Qualitätskriterien für das je-

verbessern und zugleich ihre Kundenbasis

weilige Instrument sowie der Anlageziele.

zu erweitern“, erklärt Thomas Stokes, Chef

Wird ein Portfolio ermittelt, das nicht in

von UBS Partner, die Ziele der Plattform.

TICKER

Zahlungsengpässe verzögern C-QuadratÜbernahme durch HNA

+++ Marktvolumen für Zertifikate steigt anhaltend

+++ Thomas Cook gründet Hotel-Investmentfonds

+++ UBS ist neuer Fondspartner bei Hello Bank

+++ ESMA schränkt Verkauf binärer Optionen und CFDs

SMART BETA AUF DEM VORMARSCH

an Privatanleger ein

Vermögensverwalter und Fondsmanager

Potenzial, bei niedrigen Renditen und bei

sind stetig unter Druck, Portfolios zu-

der Suche nach Ertragsquellen helfen zu

sammenstellen zu müssen, die innerhalb

können“, sagt Mike Paul, Europa-Chef

eines kürzeren Zeitraums hohe Renditen

von Invesco Power Shares.

erzielen. Die ETF-Gattung der Smart-Be-

Trotz steigender Vermögenszuwächse

ta-Fonds wird dafür zunehmend genutzt,

scheiden sich an den Smart-Beta-Fonds

wie eine Studie von Invesco Power Sha-

laut der Studie jedoch weiterhin die Geis-

res ergibt. Der Markt für passiv gemang-

ter. Fans des passiven Investments sind

te Fonds, die nach bestimmten Kriterien

davon überzeugt, die Vorteile des aktiven

einen vom klassischen Marktindex ab-

Managements, also die Outperformance

gewandelten Index bilden, beträgt glo-

des Markts, zu billigen Preisen zu erwer-

bal 800 Milliarden US-Dollar. Allein im

ben. 97 Prozent geben an, dass ihre Er-

Jahr 2017 wurden 95 Milliarden US-Dollar

wartungen erfüllt werden. Kritiker hin-

in Smart-Beta-Fonds investiert. „Smart

gen warnen vor intransparenten Strate-

Beta ist kein Allheilmittel, hat aber das

gien und falschen Versprechungen.

DIVIDENDENRENDITE STEIGT WEITER STUDIE. Europäische Unternehmen werden heuer die Rekordsumme von 323 Milliarden Euro ausschütten. Das sind rund 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies prophezeien Experten von Allianz Global Investors in ihrer „Dividendenstu-

KARRIERE

die“. Durch die Untersuchung der Rendite von Dividenden und Unternehmens- und Staatsanleihen in 33 Staaten weltweit kam man zu dem

Ralph Blöcher

Selina Piening

Philipp Schubert

übernahm zum 1. März dieses Jahres den Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der DJE Kapital AG. Bevor der 47-Jährige zur DJE Kapital AG wechselte, war er bei BNY Mellon tätig.

ist neue Sales-Chefin von Edmond de Rothschild Asset Management in Deutschland und Österreich. Piening ist seit der Eröffnung der deutschen Niederlassung im Jahr 2011 für das Unternehmen tätig.

übernimmt die Leitung des Bereichs Risikomanagement bei Erste Asset Management und Erste Sparinvest KAG. Der 36-Jährige begann seine Karriere 2005 im Anleihen-Fondsmanagement.

Ergebnis, dass die Dividendenrendite in Europa schon seit Jahren mehr als zwei Prozentpunkte über

59

der Rendite von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen liegt. Österreichs Unternehmen liegen bei der Dividendenausschüttung allerdings nur im unteren Drittel.


AKTIEN

KOLUMNE

BETTINA SCHRAGL Head of Investor Relations Immofinanz AG

NEUER EIGENTÜMER WILL WOLFORD RETTEN

REVOLUTION ODER EHER EVOLUTION?

Die Vorarlberger Wolford AG bekommt

werden. Darüber hinaus will der Konzern

mit der chinesischen Fosun Industrial

für China und Japan Onlineplattformen

Wie deutlich fallen die Auswir-

Holdings (Fosun) einen neuen Eigentü-

entwickeln und die 40 stationären Top­

kungen der neuen Mifid-2-Regeln

mer. Der Großinvestor, der derzeit Luxus-

standorte verschönern. Insgesamt inves-

aus, mit denen Bankleistungen wie

modemarken aus ganz Europa kauft, zahlt

tiert die Wolford AG hierfür acht bis zehn

im Sinne der Transparenz nun

32,6 Millionen Euro für 50,87 Prozent des

Millionen Euro.

mit einem Preisschild versehen

Unternehmens. Die Anteile erhält Fosun-

Ob ein Börsenabgang zur Debatte steht,

sind? Diese Frage wird seit deren

Chef Guo Guangchang von den Haupt­

ist derzeit noch unklar. Fosun plant zwar,

Einführung zu Jahresbeginn in

investoren Familie Palmers und Fami-

ein Pflichtangebot von 13,67 Euro je Aktie

lie Wilhelm. Zusätzlich führt Fosun eine

an alle übrigen Wolford-Aktionäre zu le-

Kapitalerhöhung von 22 Millionen Euro

gen. An der Börsennotierung der Wolford

dem Radarschirm? Denn Investoren,

durch. Die Erlöse sollen der krisengeplag-

AG will Vorstandschef Axel Dreher aber

die die Zusatzkosten tragen, werden

ten Wolford AG wieder auf die Beine hel-

festhalten. Ob er und Finanzchefin Brigit-

selektiver. Statt fünf Analysen einer

fen. Zehn Millionen Euro sollen zur Rück-

te Kurz im Amt bleiben, war zu Redakti-

führung von Bankfinanzierungen genutzt

onsschluss noch nicht geklärt.

Aktienresearch und Roadshows

Banken- und Emittentenkreisen diskutiert. Wie bleiben Small und Mid Caps, die betroffen sind, auf

Aktie reichen zwei, was mittelfristig auch Auswirkungen auf Bankenseite hat. In Deutschland wurden bereits einige Konferenzen für Small und Mid Caps abgesagt, weil Investoren nicht bereit waren, dafür zu zahlen.

VOESTALPINE-CFO BRINGT SICH ALS KAPITALMARKTBEAUFTRAGTER INS SPIEL

Kai Bommer, Chef des deutschen Investor-Relations-Verbands Dirk, bezeichnete daher jüngst die ersten Mifid-Erfahrungen als „doch eher revolutionär“, CFOs hätten die Aus-

Bei der unlängst begonnenen Suche nach

wirkungen ursprünglich nicht rich-

dem im Regierungsprogramm verspro-

tig eingeschätzt, seien aber „gerade

chenen Kapitalmarktbeauftragten brach-

dabei, es zu begreifen“. Eine Veranstaltung in Wien mit Bank- und

te sich Voestalpine-AG-Finanzvorstand

IR-Vertretern lässt derweil auf eine

Robert Ottel als möglicher Interessent ins

langsamere Veränderung schlie-

­Gespräch. Bis zum Sommer 2018 will Fi-

ßen. Es gäbe zwar teilweise weniger

nanzminister Hartwig Löger den Posten

Anfragen für Roadshows und auch

besetzt wissen. Gesucht wird jemand, der

anfängliche Unsicherheiten bei Investoren. Von großen Einschränkungen wurde aber nicht berichtet.

das Finanzministerium mit der Börse und den

österreichischen

Kapitalmarktteil-

Dennoch werden einige Aufgaben,

nehmern vernetzt. Obwohl an der konkre-

lung von Themen wie Überregulierung und

die ursprünglich von Brokern erle-

ten Stellenbeschreibung derzeit noch gear-

Finanzbildung. „Wir müssen ein Klima er-

digt wurden, wohl mittelfristig von

beitet wird, verkündete Ottel: „Wenn sich

zeugen, in dem die Leute nicht nur an die

sonst keiner findet, mach ich es selber.“

Börse gehen, wenn sie müssen“, brachte

Die Marktteilnehmer würden eine schnelle

Andreas Treichl, Vorstandschef der Erste

Entscheidung sicher goutieren. Schon lan-

Group Bank AG, die Forderungen des Kapi-

ge wartet man ungeduldig auf die Behand-

talmarkts unlängst auf den Punkt.

der IR übernommen werden. Was ja auch durchaus Spielraum für neue Strukturen und Konzepte lässt.

b.schragl@derboersianer.com

60


BRANCHE AKTIEN

VERWIRRUNG UM US-STRAFZÖLLE FÜR INDUSTRIE Nachdem die USA im März 2018 Strafzöl-

ted 1,4 billion US-Dollar in the production

le auf Stahl- und Aluminiumimporte in der

of high-tech products in the USA in recent

Höhe von 25 und zehn Prozent angekündigt

years, creating 3.000 highly skilled jobs!“

hatten, gab es zuletzt vorsichtige Entwar-

Die KTM Industries AG wählte einen ähnli-

nung. Einige EU-Staaten könnten von den

chen Weg. Viktor Sigl, Finanzvorstand des

Sanktionen ausgenommen sein. Bei der

Motorradherstellers, riet dazu, den Kontakt

Voestalpine AG wären maximal drei Pro-

zu suchen und die handelspolitischen Kri-

zent des Konzernumsatzes betroffen. Die

tiker Trumps innerhalb der USA „intensiv

Amag Austria Metall AG warnte Investoren

zu unterstützen“.

TICKER

Eva Glawischnig wird CSR-Beauftragte bei Novomatic

+++ Brand bei maltesischer Flughafen-Wien-Tochter

vor Millionenverlusten im mittleren ein-

An den Börsen sorgte der schwelende

+++

stelligen Bereich. Voestalpine-Pressespre-

Handelskrieg für Korrekturen. Vor allem

Pankl Racing geht

cher Peter Felsbach trat über Twitter mit

Donald Trumps Ankündigung, China mit

US-Präsident Donald Trump in Diskurs und

voller Härte treffen zu wollen, und Chinas

von der Börse

hob die Investitionen des Stahlkonzerns in

drohende Revanche sorgen bei Investoren

den USA hervor. „Voestalpine has inves-

für Sorgen.

+++ FACC steigt in den ATX-Prime auf

+++ IPO-Gedanken

DIE ZWICKMÜHLE DES STRABAG-SYNDIKATS Rechtsunsicherheiten

beim

bei Swarovski

+++ ATX-Vorstände immer

Strabag-

noch zu 95 % männlich

Haupteigentümersyndikat um die Fami-

+++

lie Haselsteiner, Rasperia Trading, Uniqa Insurance Group AG und Raiffeisen Hol-

Abgang von

ding NÖ-Wien AG verhindern angeblich

CEO Ortner kostete

eine Erhöhung des Streubesitzes. Uniqa-

Palfinger 3,2 Millionen Euro

Chef Andreas Brandstetter sprach sich zuletzt dafür aus, Teile oder den gesam-

nehmens. Raiffeisen Holding NÖ-Wien AG

ten 14-prozentigen-Strabag-Anteil seines

und Rasperia Trading wollten sich zu mög-

Unternehmens zu verkaufen. Das Einzel-

lichen Verkaufsplänen nicht äußern. Soll-

investment sei ein zu hohes Klumpenrisi-

te nur ein Teil der Syndikatspartner Antei-

ko. „An meiner Ansicht, dass ein höherer

le verkaufen, könnte die Übernahmekom-

Streubesitz für das Unternehmen und sei-

mission eine Neuverteilung der Kontroll-

ne Aktionärinnen und Aktionäre von Vor-

verhältnisse erkennen. Der neue Hauptei-

teil wäre, hat sich nichts geändert“, sagt

gentümer müsste dann ein verpflichten-

Hans Peter Haselsteiner zum Börsianer.

des Übernahmeangebot an alle Strabag-

Aktuell besitzt er 26,4 Prozent des Unter-

Aktionäre stellen.

STANDORTUMFRAGE DER WIENER BÖRSE STUDIE. 95 Prozent der Österreicher erachten das Schaffen von Arbeitsplätzen durch Unternehmen als die

KARRIERE

wichtigste Funktion des Kapitalmarkts. Zu diesem Ergebnis kam die „Standortumfrage“ der Wiener Börse AG. Ebenfalls sehr wichtig

Alfred Felder

Andreas Rinofner

Gerda Königstorfer

ist seit dem 1. Februar 2018 Vorstandsvorsitzender der Zumtobel Group AG. Deren Vorstand wird durch die ebenfalls neubesetzten Vorstände Bernard Motzko und Thomas Tschol komplettiert.

ist neuer Leiter der Pressestelle des OMV-Konzerns und folgt damit Robert Lechner nach. Der 52-Jährige studierte Philosophie und Germanistik und begann seine berufliche Karriere als Forschungsassistent für politische Philosophie.

ist seit April 2018 Leiterin des Bereichs Investor Relations & Communications bei der AT&S AG. Die 46-Jährige übernimmt diese Funktion von Elke Koch und hatte davor dieselben Aufgaben bei der Rosenbauer International AG.

war 88 Prozent der Befragten, dass Unternehmen viel in Forschung und Entwicklung investieren.

61

Darüber hinaus sind 85 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass ein funktionierender Kapitalmarkt mit einer funktionierenden Börse wichtig für die österreichische Wirtschaft sind.


BRANCHE IMMOBILIEN

KEIN GELD BEI DER WIENWERT TICKER

Nach der WW Holding AG im Februar ist

winner der Causa Wienwert ist die Bun-

nun auch die Tochter Wienwert AG seit

despensionskasse, die mit der Wienwert

12. März 2018 insolvent, der Rettungs-

AG drei Projektgesellschaften betreibt.

versuch ist gescheitert. Die 900 Gläubiger

Sie machte von ihrem Aufgriffsrecht Ge-

der 5,25-Prozent-Anleihe (ISIN AT0000A-

brauch und hält jetzt über den Immobi-

1W4Q5) müssen mit einem Totalausfall

lienfonds „Wohnen Plus“ 100 Prozent an

rechnen. 35 Millionen Euro sind futsch.

den Gesellschaften. Ausstehend sind noch

Insolvenzverwalter Norbert Abel hatte

die Ergebnisse der Ermittlungsverfahren

nach dem Konkursantrag der Mutter ver-

der Wirtschafts- und Korruptionsstaats-

sucht, fünf Millionen Aktien an einen In-

anwaltschaft gegen die Wienwert-Gründer

+++

vestor zu bringen. Der hätte auch ein Fi-

Nikos Bakirzoglu und Wolfgang Sedelmay-

UBM Development AG

nanzierungskonzept für die Anleihen der

er sowie Wienwert-Vorstandschef Stefan

Wienwert-Mutter erstellen müssen. Ge-

Gruze. Es gilt die Unschuldsvermutung.

S Immo AG begibt Unternehmensanleihen von 150 Millionen Euro

+++ Immobilienmanager-Award 2018 für CA Immo Finanzierungsstrategie

platziert Hybridanleihe mit 100 Millionen Euro

+++ Daniel Riedl bekommt zwei Millionen Euro für

­BUWOG-ÜBERNAHME ERFOLGREICH ­ABGESCHLOSSEN

seine Buwog-Aktien

+++ Öko-Wohnbau: 2017 wurden 56,5 Millionen Euro platziert

+++ Rendity startet Österreichs

Das freiwillige öffentliche Übernahme-

klar übertroffen werden. Buwog-Chef

angebot der Vonovia SE an die Aktionä-

Daniel Riedl hat im Vorhinein seinen Ak-

größtes Immobilien-

re der Buwog AG war erfolgreich. Nach-

tionären geraten, das Angebot von 29,05

crowdinvestment

dem im Dezember vergangenen Jahres

Euro je Aktie anzunehmen. Der Wert der

die beiden Immobilienunternehmen eine

Buwog AG beläuft sich demnach auf rund

erste Grundsatzvereinbarung über einen

5,2 Milliarden Euro. Bis Mitte Juni haben

Zusammenschluss unterzeichnet hatten,

Buwog-Aktionäre in einer Nachfrist noch

wurde das Angebot zu Ende der Frist am

die Möglichkeit, ihre Anteile am Wiener

12. März 2018 angenommen. Mittlerwei-

Immobilienunternehmen zu verkaufen.

le sind 73,8 Prozent der Buwog-Anteile

Ein Verbleib der Buwog AG an der Wiener

zur Vonovia SE gewandert. Das Ziel von

Börse ist durch den Zusammenschluss

50 Prozent plus eine Aktie konnte somit

nicht wahrscheinlich.

IMMOBILIENBRANCHE WEITERHIN AUF REKORDWELLE STUDIE. Mit 121.171 Immobilienverkäufe sind im Jahr 2017 etwas weniger Transaktionen als im

KARRIERE

Jahr davor getätigt worden. Wie eine Datenanalyse des RemaxImmospiegels 2017 zeigt, darf die Immobilienbranche dennoch auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der gesamte Handelswert

Andreas Segal

Stefan Schönauer

Jürgen Fitschen

ist mit 26. März 2018 aus dem Vorstand der Buwog AG ausgeschieden. Der gebürtige Deutsche war seit 1. Jänner 2016 Finanzvorstand des Immobilienkonzerns und hat die Übernahme durch die Vonovia SE maßgeblich begleitet.

wurde vom Aufsichtsrat der Immofinanz AG vorzeitig bis zum 30. April 2021 als Finanzvorstand für weitere drei Jahre bestätigt. Der 38-Jährige ist bereits seit 2008 im Immobilienunternehmen und seit 2016 Mitglied des Vorstands.

soll den Vorsitz des Aufsichtsrats der Vonovia SE übernehmen. Der Senior Advisor der Deutsche Bank AG (68) hat diese Tätigkeit bereits bei der Ceconomy AG inne. Er wird bei der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 als neues Aufsichtsratsmitglied vorgeschlagen.

der Immobilienkäufe stieg um fast fünf Prozent auf ein Allzeithoch von 28,1 Milliarden Euro. Der größte Umsatzanteil entfällt auf die Bundeshauptstadt Wien, wobei die meisten Grundbucheintragungen in Niederösterreich stattgefunden haben.

62


EINLADUNG AN ALLE AKTIONÄRE.

IMMOBILIEN

POKER UM GROSSE ­ÖSTERREICHISCHE ­IMMOBILIENLÖSUNG

HAUPTVERSAMMLUNG der CA Immobilien Anlagen AG

MITTWOCH, 9. MAI 2018 14.00 UHR

STUDIO 44 DER ÖSTERR. LOTTERIEN RENNWEG 44, 1038 WIEN

STI M MK A RT E

JETZT BE IH R ER B I A A N FOR D N K ER N!

Alle Informationen zur 31. ordentlichen Hauptversammlung finden Sie unter www.caimmo.com/hauptversammlung Zusätzliche Informationen unter: ir@caimmo.com ISIN: AT0000641352

Die Fusion zwischen Immofinanz AG und der CA Immobilien Anlagen AG (CA Immo) wird 2018 nicht stattfinden. Das gaben Vorstand und Aufsichtsrat der Immofinanz AG nach der Aufsichtsratssitzung am 28. Februar 2018 bekannt. Zudem steht bei der Immofinanz AG ein möglicher gewinnbringender Verkauf der CA-Immo-Beteiligung als weitere Alternative zur Verbesserung der operativen Entwicklung im Raum. ImmofinanzInvestor Klaus Umek, ein erklärter Gegner der Fusion, hatte in einem offenen Brief einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung das Vorstandsteam der Immofinanz AG als „überfordertes, glückloses und vom internationalen Markt als nicht befähigt abgelehntes Managementteam“ bezeichnet. Zusätzlich forderte er den Rücktritt von Vorstandschef Oliver Schumy (Foto) und Finanzvorstand Stefan Schönauer. Lachender Dritter im Bunde war die S Immo AG, die am 28. Februar ihren Anteil an der Immofinanz AG um 60 Millionen Aktien auf rund 11,82 Prozent aufgestockt hat. Damit überschritt sie die Meldeschwelle von zehn Prozent und heizte die Spekulationen um eine große österreichische Immobilienlösung neuerlich ein. Dieser wird weiter befeuert durch die im Hintergrund der S Immo AG agierenden Immobilieninvestoren Rene Benko und Ronny Pecik. Benko hat eine Kaufoption auf zunächst 11,65 Prozent der Pecik-Anteile an der S Immo AG, die er von 1. Juli 2018 bis 15. Dezember 2019 ziehen kann. US-Investor Starwood legte Ende April ein Angebot für fünf Prozent an der Immofinanz sowie 26 Prozent an der CA Immo. Schumy lehnte das Angebot für die Immofinanz als nicht ausreichend ab.

63


BERATER

KOLUMNE

PETER BARTOS Partner und ­Geschäftsführer BDO Austria

NAGELPROBE GOLD-PLATING

ALANTRA WITTERT PRIVATISIERUNGSPOTENZIAL Klaus Vukovich, Chef des M&A-Beraters

sich durch die Veräußerung von ,Non-

Anfang des Jahres hat Justizminister

Alantra Österreich, spricht sich offen für

core‘-Aktivitäten, also Nebengeschäften

Josef Moser angekündigt, dass im

weitere Privatisierungen aus. Er ist davon

von staatlichen Unternehmen, für deren

Zuge der Deregulierungsoffensive

überzeugt, dass zweistellige Milliardener-

öffentliches Eigentum es keine Veranlas-

dem 1. Jänner 2000 kundgemach-

löse erzielt werden könnten, ohne staatli-

sung gibt“, erläutert Vukovich seine Über-

ten Gesetze und Verordnungen des

che Ansprüche zu vernachlässigen. „Man

legungen. Privatisierungspotenzial wittert

Bundes aufgehoben werden sollen,

müsste einerseits veraltete Normen ent-

der M&A-Spezialist bei Bund, Ländern und

es sei denn, ein Ministerium pocht

rümpeln und andererseits öffentliches In-

Gemeinden. So könnte er sich unter ande-

teresse zeitgemäß definieren und absi-

rem eine Reduktion der Anteile an der Ös-

chern. Dadurch könnten auch neue Frei-

terreichischen Post AG und der Flughafen

große Wurf. Ein anderes Kaliber

räume für marktwirtschaftliche Dynamik

Wien AG auf 25,1 Prozent vorstellen. Die

ist da schon die angekündigte Besei-

entstehen. Außerdem bin ich davon über-

Energielandesgesellschaften wüsste Vu-

tigung der Übererfüllung von EU-

zeugt, dass für die Wahrung der staatli-

kovich gern zu lediglich 50,1 Prozent in öf-

chen Kontrolle bei Unternehmen wie der

fentlicher Hand. Die Gemeinden könnten

Österreichischen Post AG auch eine Sperr-

laut dem Alantra-Chef durch die Privati-

spielsweise verlangt die Europäische

minorität von 25 Prozent ausreichen wür-

sierung diverser Seil- und Bergbahnen ih-

Union bei „Public Interest Entities“

de. Weitere Verkaufspotenziale ergäben

ren Teil beitragen.

der Bundesregierung sämtliche vor

auf die Beibehaltung derselben. Da damit nur totes Recht abgeschafft wird, ist das noch nicht der ganz

Richtlinien. Gold-Plating gibt es in vielen Bereichen. Aber Gold-Plating ist nicht gleich Gold-Plating. Bei-

vom Abschlussprüfer seit heuer die Erstattung eines zusätzlichen Berichts an den Prüfungsausschuss. In Österreich ist dieser Artikel11-Bericht allerdings auch bei

GÜTESIEGEL FÜR GOLDSTANDARD-FINANZBERATER

sogenannten fünffachgroßen sowie XL-Gesellschaften zu erstatten.

Das Finanzberatungsgütesiegel Certified

nem strengen Ehren-

So sinnvoll diese Berichtspflicht

Financial Planner (CFP) gewinnt zuneh-

kodex und sind zu re-

mend an Relevanz. Aktuell sind weltweit

gelmäßiger

rungen ist, bei vielen eigentümer-

mehr als 175.000 Berater mit diesem Sie-

bildung

geführten Unternehmen wird dieser

gel ausgezeichnet. Ziel des CFP-Dachver-

Nimmt man den Eu-

zusätzliche Bericht schlichtweg

bands ist es, ein Exzellenz-Gütesiegel der

ropäischen Qualifika-

als sinnlos erachtet. Im Gegensatz

Finanzberatung zu etablieren, um Ver-

tionsrahmen als Maß,

bei börsennotierten Unternehmen sowie großen Banken und Versiche-

dazu werden auf EU-Ebene auch

Weiter-

verpflichtet.

trauen und Sicherheit bei Kunden zu för-

so liegt die CFP-Aus-

dern. „Das Gütesiegel CFP ist der Gold-

bildung über dem Bachelor-Niveau“, er-

eine Übererfüllung der von der

standard in der Finanzberatung. Die Zer-

klärt Otto Lucius, Vorstandsvorsitzender

EU definierten Mindeststandards

tifizierung erreicht man über einen drei-

des für die Zertifizierung in Österreich zu-

durchaus sinnvoll sein kann. Hoffen

stufigen Karrierepfad und mindestens

ständigen Verbands. Der Österreichische

drei Jahre einschlägige Berufserfahrung.

Verband Financial Planners verzeichnet

Sind diese Kriterien erfüllt, ist eine Prü-

aktuell 334 CFP-Berater und liegt mit ei-

fung beim Verband Financial Planners

ner Zuwachsquote von 4,4 Prozent deut-

abzulegen. CFP-Experten unterliegen ei-

lich über dem europäischen Durchschnitt.

Richtlinien zum Verbraucher- oder Umweltschutz verabschiedet, wo

wir also, dass der Versuch gelingen mag und die neue Regierung damit ihre erste Nagelprobe besteht.

p.bartos@derboersianer.com

64


BRANCHE BERATER

Bitte lächeln: Gerhard Stefan (Raiffeisen Bank International AG), Gerhard Pichler (Business Circle), Margit Schratzenstaller (Wifo) und Rudolf Krickl (PWC).

TICKER

Laut PWC erreicht Wirtschaftskriminalität weltweit Rekordniveau

Business Circle, das Beratungsunternehmen PWC und die Raiffeisen Bank International AG luden zum Vortrag von Stargast Margit Schratzenstaller zum Breakfast Briefing in die Sky Conference am Wiener Stadtpark. Mehr als 100 Führungskräfte folgten der Einladung und lauschten gespannt dem Vortrag über

+++ Strategy & Analyse analysiert Marktvolumen für 3D-Druckprodukte

+++

die Steuer- und Fiskalpolitik der Bundesregierung.

IPO-Studie von EY bescheinigt Europa und den USA Aufwärtstrend

DELOITTE ZEIGT TRENDS FÜR UNTERNEHMEN IM DIGITALEN WANDEL

+++ BDO Österreich hat ein neues Headquarter

+++

Die Themen „Agilere Unternehmen“,

Laut Deloitte plant jedes

„Mitarbeiter im Fokus“, „Neuer Führungsstil“ und „Robotik“ werden laut

zweite Unternehmen

der Studie Deloitte Predictions 2018 von

verstärkte Automatisierung

Deloitte Österreich die Zukunft der heimischen

Unternehmen

prägen.

Anna

Nowshad, Senior Managerin bei Deloitte Österreich, ist davon überzeugt, dass die zunehmende Digitalisierung dazu führt, dass sich Unternehmensstrukturen und Arbeitsweisen von Grund auf ändern. „Unternehmen müssen sich agiler und reaktionsfähiger aufstellen. Das kann nur gelingen, wenn im HR-Bereich die richtigen innovativen Maßnahmen gesetzt werden“, betont Anna Nowshad. Zu diesen

men laut Deloitte Österreich ihren Füh-

Maßnahmen zählt die stärkere Orientie-

rungsstil anpassen und klassische hierar-

rung an den Bedürfnissen der Mitarbeiter.

chische Strukturen aufweichen. Ein wei-

Wichtige Hebel sind flexible Karrierewe-

terer heute schon vielbesprochener Trend

ge, interne Mobilität und vielfältige Ent-

ist die robotergesteuerte Automatisierung.

wicklungsmöglichkeiten“, erklärt Anna

Bis 2020 wollen bereits 72 Prozent der be-

Nowshad. Außerdem müssen Unterneh-

fragten Unternehmen auf Robotik setzen.

CYBERANGRIFFE AUF DEM VORMARSCH STUDIE. Gezielte, strategische und profitbringende Cyberangriffe sind auf dem Vormarsch. Das geht aus dem jährlichen Sicherheitsbericht der IT-Firma Trend Micro hervor. Besonders die Anzahl von

KARRIERE

Kryptowährungsdiebstählen stieg sprunghaft an. Mehr als 45,6 Millionen dieser Angriffe identifizierte Trend Micro im vergangenen Jahr. Auch Softwareschwachstellen sind

Axel Preiss

Andreas Sauer

Laura Diessl

übernahm Anfang des Jahres die Leitung der Managementberatung von EY Österreich. Der 51-jährige gebürtige Österreicher ist seit sechs Jahren Partner bei EY.

ist seit Februar 2018 Partner bei EY Österreich. Der 52-Jährige wechselt gemeinsam mit seinem sechsköpfigen Team in die Steuerberatung von EY.

ist mit 37 Jahren neue ­Kommunikationschefin der Boston Consulting Group in Österreich. Zuvor war Diessl zehn Jahre für den Kosmetikkonzern L’Oreal tätig.

65

weiterhin ein beliebtes Ziel. Um sich effektiv schützen zu können, rät Trend Micro zu einer genera­ tionsübergreifenden Sicherheitslösung, die eine Mischung bewährter Sicherheitsmechanismen nutzt, um Risiken effektiv zu verringern.


RECHT

KOLUMNE

ALBERT ­BIRKNER Managing Partner CHSH

ZÄHE PROVISIONSSUCHE IM ­BUWOG-PROZESS LICHTET SICH Die Suche nach Schuldigen im Buwog-

Georg Starzer, will genauso wie der ehe-

Korruptionsprozess gegen Exfinanzmi-

malige Chef der Immofinanz AG, Karl Pe-

nister Karl-Heinz Grasser und weite-

trikovics, die besagte Provision nicht ge-

re Verdächtigten stellt sich als durchaus

zahlt haben. Richtig Bewegung in die Ver-

mühsam heraus. Das im Zusammenhang

handlung brachte Anfang März erstmals

mit der Privatisierung der Bundeswoh-

ein Porr-Manager, der die Angeklagten

nungen (Buwog) laufende Verfahren (Sei-

Meischberger, Plech und Hochegger zur

Anfang des Jahres das Lagezuschlä-

te 48) ist geprägt von Krankmeldungen

„Hochegger-Gruppe“

ge auf Richtwert Mietzinse nur dann

und wenigen Zugeständnissen. Neben

te und Meischberger mit dem Erhalt der

zulässig sind, wenn sie aufgrund der

dem ohnehin nicht vernehmungsfähigen

Provision belastete. Leistungen vonseiten

Ex-RLB-Oberösterreich-Generaldirek-

Meischbergers habe der Porr-Manager im

MIETZINSBREMSE Der Oberste Gerichtshof entschied

faktischen Umgebung gerechtfertigt sind. Diese Entscheidung erging

zusammenfass-

tor Ludwig Scharinger meldeten sich auch

Gegenzug nicht gesehen. Auf nachdrück-

tenen und von der Arbeiterkammer

Hauptbeschuldigter Karl Ernst ­Plech, der

liche Weisung seines Vorgesetzten, dem

und der SPÖ unterstützten Diskus-

Schweizer Mitangeklagte Norbert Wicki

mittlerweile verstorbenen Porr-General-

sion über eine Mietzinsobergrenze.

und Meischberger-Anwalt Gerald Toifl im

direktor Horst Pöchhacker, habe er aber

Februar vorübergehend krank. Hauptthe-

eine Scheinrechnung ausgestellt, die er

ma in den zuletzt stattgefundenen Ver-

anschließend an eine zypriotische Fir-

bei Wiedervermietung einer Woh-

handlungsrunden war der Linzer Termi-

ma von Hochegger überwies. Hauptange-

nung die Miete höchstens auf das

nal Tower und eine damit in Zusammen-

klagter Karl-Heinz Grasser wird nach Os-

Niveau der ortsüblichen Vergleichs-

hang stehende Provision von 200.000

tern verhört. Der am 12. Dezember 2017

miete plus zehn Prozent steigt.

Euro. Der anfangs befragte Exvorstand der

gestartete Prozess wurde anfangs mit ei-

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG,

ner Dauer von rund einem Jahr berechnet.

nach der von den Grünen losgetre-

In Deutschland ist seit Juli 2015 das Gesetz zur Mietpreisbremse in Kraft. Die Mietpreisbremse bezweckt, dass

Es soll somit leistbares Wohnen ermöglicht werden. Erfahrungen mit der Mietpreisbremse zeigen, dass trotz ihrer Existenz die Mieten seit ihrem Inkrafttreten stärker steigen als im Vergleichszeitraum davor. Jede Art der Mietpreisregulierung darf die Vermietung für

GRUNDLEGENDE VERÄNDERUNGEN BEI IVA Der Interessenverband für Anleger (IVA)

essenverband als Mitglied des Stiftungs-

unattraktiv machen. Mietzinsober-

wird zukünftig nicht mehr als Verein, son-

beirats erhalten und wird weiterhin seine

grenzen führen zum Investitions-

dern als gemeinnützige Stiftung fungie-

Expertise einbringen. Ziel der Stiftung ist

stau und somit zur Verschlechterung

ren. Im Zuge dessen gibt es einen Wech-

es, sich vor allem für eine bessere Kom-

sel an der Spitze der IVA. Wilhelm Rasin-

munikation, Finanzbildung, Infrastruktur

ger tritt nach knapp 19 Jahren als Chef

und Investorenvielfalt einzusetzen. Das

che Verschlechterung des Stadtbilds

zurück. Ihm folgt ein Dreiergespann, das

Publikumsinteresse am Börsengesche-

in attraktiven Lagen kann nicht im

sich aus Börsianer-Herausgeber Dominik

hen soll wieder bestärkt werden. Die Stif-

Sinne der Mieter- und Arbeitneh-

Hojas, Veranlagungsexpertin Erika Karit-

tung wird ihre Tätigkeit nach Ausstellung

nig und Finanzexperte Thomas Melzer zu-

der Stiftungsurkunde voraussichtlich im

sammensetzt. Rasinger bleibt dem Inter-

zweiten Quartal aufnehmen.

den Vermieter nicht wirtschaftlich

der Substanz und des Ortsbilds. Eine Lösung der Wohnungsnot wird dadurch nicht erreicht. Eine maßgebli-

merschützer sein.

a.birkner@derboersianer.com

66


BRANCHE RECHT

TICKER

Binder Grösswang hilft Gabriele Tatzberger (Startup-Beraterin), Lena Hoschek (Modedesignerin), Karin­ ­Buzanich-Sommeregger (Freshfields-Par­tnerin) und Karen Hitschke (Unter­ nehmensberaterin) machten Unternehmerinnen Mut.

Verbund AG bei Emission von „grünem“ Schuldschein

+++ Schönherr begleitet Kika Leiner bei Restrukturierung

+++

Passend zum Internationalen Frauentag lud die globale Anwaltssozietät

Freshfields berät Air Berlin

­Freshfields Bruckhaus Deringer am Donnerstag, den 8. März 2018, zur Ladies

und Niki bei Abverkauf und

Lounge. Thema der Abendveranstaltung war „Shooting for the Stars - Frauen

Abwicklung

und das Abenteuer Entrepreneurship“. Der Podiumsdiskussion im Dachsaal

+++

der Urania in Wien folgten insgesamt etwa 110 Teilnehmerinnen.

Fosun-Gruppe lässt sich bei Wolford-Erwerb von CHSH beraten

+++ Wolf Theiss berät RBI AG bei Emission von 500-Millionen-Euro-Anleihe

+++

A2O WIRD TEIL DER GBL ALLIANCE

UBM setzt bei Hybrid-Anleihe auf Expertise von DLA Piper

Die französischen GBL Alliance expan-

che internationales Corporate-Conflict-

diert und nimmt die Wiener Wirtschafts-

Management und Strategieberatung ver-

kanzlei A2O in ihr Kanzleinetzwerk auf.

stärkt werden. Das französische Kanzlei-

Das österreichische Unternehmen rund

netzwerk hat sich seit einem Jahr auf 22

um Marie-Agnes-Arlt, Martin Oppitz

Kanzleien in 42 verschiedenen Jurisdik­

und Hermann Ortner ist vor allem auf

tionen international ausgeweitet. Die

die Bereiche internationales und natio-

A2O sieht in der Aufnahme eine Markt-

nales Gesellschaftsrecht sowie Banken-

chance für Österreich, will aber auch mit

und Börsenrecht spezialisiert. Mit der

ausländischen

GBL Alliance sollen vor allem die Berei-

sammenarbeiten.

Netzwerkpartnern

zu-

HEIMISCHER M&A-MARKT AUF ZEHNJAHRESHOCH STUDIE. Der österreichische Transaktionsmarkt hält sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Wie

KARRIERE

der EY M&A Index 1/2018 zeigt, konnte das Volumen zum Vorjahr um 37 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gesteigert werden. Treiben-

Axel Anderl

Holger Steinborn

Michael Kutschera

wurde erstmalig ins ManagementKomitee bei Dorda Rechtsanwälte gewählt. Der Datenschutz- und Medienrechtsexperte komplettiert damit das Dreierteam rund um M&A-Experten Martin Brodey und Datenschutzexperte Felix Hörlsberger.

ist seit Anfang Februar 2018 bei der BPV Hügel Rechtsanwaltskanzlei tätig. Der Jurist (44) ist auf nationale und internationale M&A-Transaktionen im Finanzsektor spezialisiert und verstärkt nun das M&A-Team der Wiener Kanzlei.

wurde genauso wie Thomas Schirmer für eine weitere Amtsperiode von zwei Jahren als Managing Partner von Binder Grösswang gewählt. Zudem wird Kutschera weiterhin die Rolle des Sprechers der renommierten Kanzlei ausüben.

de Kraft war hierbei vor allem die Immobilienbranche, auf die knapp zwei Drittel des Transaktionsvo-

67

lumens abfielen. Die Anzahl von Übernahmen mit österreichischer Beteiligung befindet sich beinahe auf dem gleichen Niveau von 2016. Für 2018 werden weiterhin große Deals mit internationalen Beteiligungen erwartet.


KOMMUNIKATION

KOLUMNE

PETER ­FELSBACH Head of Group Communications Voestalpine AG

GEISELN VON FACEBOOK UND CO?

FACC UND LENZING MIT NEUEM LOOK Die oberösterreichischen Unternehmen

mensgröße anzupassen und dafür eine Vi-

FACC AG und Lenzing AG haben ihren

sion zu entwickeln mit einer stärkeren Po-

Markenauftritt überarbeitet und erstrah-

sitionierung in Richtung Hightech und In-

len im neuen Look. Der Flugzeugkompo-

novation.

nentenhersteller FACC AG hat sich in den

Der Faserkonzern Lenzing AG möch-

vergangenen Jahren signifikant verän-

te mit dem neuen Markenauftritt das Un-

geht, gehen diese Begriffe quasi

dert. Im Zuge dessen hat der Vorstand die

ternehmens- und Produktprofil als nach-

Hand in Hand: „Owned“, „Paid“

Entscheidung getroffen, auch den Mar-

haltiger Innovationsführer schärfen. Die

und „Earned Media“. Unter „Owned

kenauftritt dementsprechend weiterzu-

Werte Kundennähe, Qualität und Nachhal-

Media“ versteht man selbstgesteu-

entwickeln. Mit der Umsetzung wurde das

tigkeit sind dem Unternehmen sehr wich-

Wenn es um Content-Marketing

erte Kommunikationsinhalte, die

Marketingteam des Unternehmens rund

tig und sollen durch den neuen Marken-

formen wie Websites, Blogs oder

um Andreas Perotti beauftragt. Zur Un-

auftritt kommuniziert werden. Die neue

Social Media publiziert werden. Der

terstützung wurde die Agentur Reichl und

Markenpersönlichkeit wurde gemeinsam

Vorteil dabei ist, dass Unternehmen

Partner engagiert. Ziel des Rebrandings

mit der Londoner Agentur Siegel+Gale

die gesendeten Botschaften selbst

war es, die Marke der neuen Unterneh-

London ausgearbeitet und umgesetzt.

DIE MACHT DER ­KOMMUNIKATION

NEUER WEBAUFTRITT DER VBV-GRUPPE

auf unternehmens­eigenen Platt-

bestimmen können. Die Herausforderung liegt darin, faktenorientierte, nicht zu werbliche Inhalte zu bieten und damit die richtige Zielgruppe zu erreichen. Gelang dies bis dato noch gut über konsequente Suchmaschinenoptimierung und eigene Social-Media-Plattformen,

Die VBV-Gruppe hat die Wiener Agen-

wird dies in der komplexen digitalen Medien- und Werbelandschaft

tur Fonda mit dem Relaunch des kom-

schwieriger. Aufgrund des Überan-

pletten Webauftritts und des Kunden-

gebots an Informationen dringt man

portals beauftragt. Im Zuge der Neuge-

kaum noch zum Endkonsumenten

staltung wurden das VBV-Gruppenportal,

durch. Große Player wie Facebook

die Webseiten der VBV-Pensionskasse

und Google steuern zudem geschickt die Werbeindustrie. Durch geänder-

AG, VBV-Vorsorgekasse AG, VBV-Consult

te Algorithmen sind die organischen

und VBV-Pensionsservice sowie das Kun-

Reichweiten von Seitenbeiträgen

denportal „Meine VBV“ vereinheitlicht.

auf Facebook drastisch eingebrochen. Der Nebeneffekt für das

Ziel des Relaunches war ein einheitlicher Das Internationale Forum für Wirtschafts-

Webauftritt, eine einfache Bedienbarkeit,

men müssen noch mehr in Werbung

kommunikation lud am 12. Februar 2018

auch für ältere Menschen, und die Um-

investieren. Die Verlagerung von

zur Diskussion über aktuelle Phänomene

stellung auf Responsive Webdesign.

„Owned“ zu „Paid Media“ nimmt

wie Brexit, Trump und Fake News ein. Im

zu. Was können Unternehmen tun,

neuen APA-Pressezentrum diskutierten

Zuckerberg-Imperium: Unterneh-

um nicht zu Geiseln der TechGiganten zu werden? Spannende Inhalte bieten, auf eigene Platt-

Ex-Cameron-Berater ­ Michael Hayman, Ingrid Broding (Digitalexpertin), Isabella

TICKER

formen setzen und diese sowie das

Mader (Excellence Institute) und Kathari-

Unternehmen selbst als vertrauens-

na Schell (APA) darüber, wie Fake News in

würdige Quelle etablieren. Das ist

Der „Standard“ erweitert

sozialen Medien die Kommunikation be-

Chefredaktion um Nana

zwar harte Arbeit, aber nur so kann langfristig auch die Königsdisziplin „Earned Media“ erzielt werden.

p.felsbach@derboersianer.com

einflussen. „Fake News berühren Menschen emotional. Im Gegensatz dazu sind reale und wahrheitsgetreue News langweilig“, so Hayman in seiner Keynote.

68

Siebert und Petra Stuiber


SEITENBLICKE RANKING

#RANKING

besten Investor-RelationsManager in Österreich

D

as Leben als Investor-Relations-Manager wird nicht leichter. Konnte man sich in den vergangenen Jahren noch auf unternehmensinterne Entwicklungen fokussieren, so wird

die kommunikative Zukunft geprägt sein von zunehmend volatilen Märkten und externen Faktoren wie etwa den US-Strafzöllen. Als wäre das nicht schon genug, müssen sich IR-Profis darüber hinaus mit den Folgen der Digitalisierung und den Auswirkungen immer neuer Verordnungen beschäftigen. „Es geht vor allem darum, wie börsenrelevante Informationen zukünftig unter Kapitalmarktteil-

nehmern und anderen Stakeholdern verbreitet werden. Hier muss untersucht werden, inwieweit virtuelle Begegnungsplätze als Alternative zu den heute noch überwiegenden Präsenzveranstaltungen geeignet sind. Zusätzlich stellt Mifid II Investor-Relations vor neue Herausforderungen in Bezug auf den Kontakt mit den Investoren“, erklärt die Drittplatzierte des Börsianer-Rankings, Stephanie Kniep (74,00 Punkte). Der Gewinner des IR-Rankings, Harald Hagenauer (91,00 Punkte), ergänzt: „Die Anzahl der Analysten, die ein Unternehmen covern, wird abnehmen. Kleine Unternehmen werden dafür eventuell zahlen müssen.“ In diesen spannenden, wechselhaften Zeiten sind IR-Profis gefragt, die mit Einfallsreichtum, Feingefühl und Nerven aus Drahtseilen für ihr Unternehmen einstehen. Der Börsianer hat es sich deshalb nach 2014 und 2016 zum dritten Mal zur Aufgabe gemacht, die besten Investor-Relations-Mana-

69


SEITENBLICKE RANKING

1. PLATZ

2. PLATZ

3. PLATZ

Roither Hannes

Hagenauer Harald

Kniep Stephanie

PALFINGER AG

ÖSTERREICHISCHE POST AG

LENZING AG

ger Österreichs ausfindig zu machen. Durch die zunehmende Anzahl an Börsenabgängen waren lediglich 49 Personen nominiert. Die besten Kommunikatoren auf dem rot-weiß-roten Finanzplatz wurden mittels eines einstufigen Peergroup-Scorings ermittelt, die Kandidaten bewerteten sich mit Punkten von eins bis zehn. Der Börsianer hatte auf das Ergebnis deshalb keinen Einfluss.

Topplatzierungen Harald Hagenauer stellte mit einer herausragenden Anzahl von elf Topbewertungen seine Dominanz innerhalb der Peergroup unter Beweis. Neben seiner langjährigen Beschäftigung als IR-Manager bei der Österreichischen Post AG sorgt vor allem Hagenauers Einsatz als Vorstand des Cercle Investor Relations Austria (Cira) für seinen ausgezeichneten Ruf unter den Kollegen. Den zweiten Platz des Börsianer-Rankings sicherte sich zum dritten Mal in Folge Hannes Roither (78,00 Punkte). In einem turbulenten Unternehmensjahr, geprägt durch den unerwarteten Abgang des langgedienten Unternehmenschefs Herbert Ortner, bewies der IR-Sprecher der Palfinger AG seine Qualitäten als Kommunikator. Dafür wurde er

DIE AUFSTEIGER PLATZ ZULETZT NAME

16. 18.

(–)

Feuerstein Andreas

(37.) Oplustil Michael

UNTERNEHMEN

S Immo AG Uniqa Insurance Group AG

11.

(21.) Koch Elke

AT&S AG

13.

(22.) Demmelhuber Felix

Amag Austria Metall AG

21.

(–)

Vay Anna

UBM Development AG

70


SEITENBLICKE RANKING

PLATZ

ZULETZT

PUNKTE

NAME

UNTERNEHMEN

1.

(1.)

91,00

TREND

Hagenauer Harald

Österreichische Post AG

2.

(2.)

78,00

Roither Hannes

Palfinger AG

3.

(11.)

74,00

Kniep Stephanie

Lenzing AG

4.

(8.)

71,50

Ofner Klaus

Wienerberger AG

5.

(4.)

71,00

Neumüller-Klein Diana

Strabag SE

6.

(5.)

69,52

Fleischer Peter

Voestalpine AG

7.

(13.)

69,50

Haider Hannes

Agrana Beteiligungs-AG

8.

(10.)

66,50

Helenyi Judit

Flughafen Wien AG

9.

(9.)

62,00

Ioveva Milena

Porr AG

10.

(7.)

60,50

Higatzberger-Schwarz Nina

Vienna Insurance Group AG

11.

(21.)

58,10

Koch Elke**

AT&S AG

12.

(6.)

58,00

Königstorfer Gerda**

Rosenbauer International AG

13.

(22.)

57,50

Demmelhuber Felix

Amag Austria Metall AG

14.

(15.)

56,67

Marin Stefan

Semperit AG Holding

15.

(12.)

55,24

Langer Susanne

Raiffeisen Bank International AG

16.

(-)

54,50

Feuerstein Andreas

S Immo AG

17.

(20.)

54,00

Taverne Manuel

FACC AG

18.

(37.)

53,50

Oplustil Michael

Uniqa Insurance Group AG

19.

(17.)

51,90

Schragl Bettina

Immofinanz AG

20.

(23.)

51,50

Rettenbacher Paul

Polytec Holding AG

21.

(-)

47,50

Vay Anna

UBM Development AG

22.

(-)

46,50

Böcskör Andreas

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

23.

(-)

44,00

Lang Hans

Kapsch Trafficcom AG

24.

(24.)

43,81

Thurnberger Christoph

CA Immobilien Anlagen AG

25.

(30.)

39,52

Sweerts-Sporck Stephan

Mayr-Melnhof Karton AG

26.

(16.)

37,14

Sommerauer Thomas

Erste Group Bank AG

27.

(-)

36,19

Greger Florian

OMV AG

28.

(36.)

35,71

Lueth Holger

Buwog AG

29.

(-)

35,24

Reindl Susanne

Telekom Austria AG

30.

(19.)

34,76

Buchbauer Michael

Andritz AG

31.

(28.)

33,33

Reidinger Gerald

EVN AG

32.

(-)

31,43

Wollein Andreas

Verbund AG

33.

(27.)

28,57

Hochrieser Erika

Frauenthal Holding AG

34.

(33.)

23,81

Friepeß Michaela*

KTM Industries AG

35.

(32.)

23,81

Albrecht Harald*

Zumtobel Group AG

36.

(34.)

22,86

Folian Daniel

Warimpex AG

37.

(-)

22,38

Del Fabro Benjamin

Bawag Group AG

38.

(39.)

20,00

Hoffmann Maresa

Wolford AG

39.

(48.)

16,50

Fahrnberger Klaus

Bet-at-Home.com AG

40.

(42.)

16,19

Tesar Alexander*

Ottakringer Getränke AG

41.

(31.)

16,19

Schrenk Daniela*

Do & Co Aktiengesellschaft

42.

(-)

15,24

Wimmer Andreas*

C-Quadrat Investment AG

43.

(40.)

15,24

Gmeiner Moritz*

AMS AG

44.

(-)

14,50

Müller Michael

Wiener Privatbank SE

45.

(49.)

13,81

Bachelot-Fontaine Laetitia

Valneva SE

45.

(45.)

13,81

Helmkamp Frank

Oberbank AG

47.

(46.)

13,33

Spiller Wolfgang*

Schlumberger AG

48.

(50.)

13,33

Titze Herbert*

BKS Bank AG

49.

(47.)

10,48

Sunderland Richard

Atrium European Real Estate Ltd

*BEI PUNKTEGLEICHHEIT ZÄHLT DIE HÖCHSTE EINZELBEWERTUNG, **IST NICHT MEHR IM UNTERNEHMEN TÄTIG

71


SEITENBLICKE RANKING

von seinen Kollegen erneut mit einer ausgezeichneten Wertung belohnt. Stephanie Kniep gelang es indes, für Abwechslung an der Spitze des IR-Rankings zu sorgen: Sie wurde zur bisher einzigen weiblichen Börsianer-Medaillenträgerin ihrer Zunft. Mit einem Abstand von lediglich vier Punkten und einem Gleichstand an Top­ bewertungen muss sich der zweitplatzierte Roither in Zukunft vor der IR-Sprecherin der Lenzing AG in Acht nehmen. Nicht nur Kniep, auch ihre Kolleginnen überzeugten mit herausragenden Leistungen. Insgesamt fünf von ihnen schafften es unter die Top Ten des diesjährigen Rankings.

Auf- und Absteiger Die Aufsteiger waren zweifelsohne die „Newcomer“, und von denen gab es im Vergleich zum Ranking vor zwei Jahren einige. Fünf von ihnen schafften es auf Anhieb unter die besten 25. Besonders beeindruckend war die Leistung von S-Immo-IR-Manager An­dreas Feuerstein. Er schaffte es im ersten Anlauf auf Platz 16. Dem Ruf Michael Oplustils (Platz 18 / 53,50 Punkte) tat es offensichtlich gut, dass der Uniqa-IR-Chef nun allein die Verantwortung beim heimischen Versicherer trägt. Ohne seinen ehemaligen Partner Stefan Glinz verbesserte er sich um 19 Plätze. Auch die Verbesserung von Felix Demmelhuber (Platz 13 / 57,50 Punkte) ist beeindruckend. Während sich der IR-Sprecher der Amag AG im ersten Börsianer-IR-Ranking 2014 noch mit Platz 38 zufriedengeben mussten, mischte er dieses Mal ganz vorn mit und verpasste den Einzug unter die Top Ten nur knapp. Elke Koch (Platz 11 / 58,10 Punkte), bis Ende Februar AT&S-IR-Chefin, konnte sich zum Abschied ebenfalls fast unter die ersten zehn platzieren. Die meisten Plätze büßte dieses Jahr der IR-Mann der Andritz AG ein. Michael Buchbauer (34,76 Punkte) muss sich im hinteren

DIE ABSTEIGER PLATZ ZULETZT NAME

30.

(19.) Buchbauer Michael

UNTERNEHMEN

Andritz AG

26.

(16.) Sommerauer Thomas Erste Group Bank AG

41.

(31.) Schrenk Daniela

12.

(6.)

33.

(27.) Hochrieser Erika

Königstorfer Gerda

Do & Co Aktiengesellschaft Rosenbauer International AG Frauenthal Holding AG

72


SEITENBLICKE RANKING

Klassement des Rankings mit Platz 30 zurechtfinden. Auch Gerda Königstorfer (Platz 12 / 58,00 Punkte) verlor als IR-Chefin der Rosenbauer AG ein paar Plätze. Ab dem 1. April 2018 wird sie bei ihrem neuen Arbeitgeber, der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, daran arbeiten, sich ins Spitzenfeld der IR-Chefs zurückzukämpfen.

Besonderheiten Die IR-Manager schätzen einander sehr. Allein die ersten zehn bekamen von ihren Peers 37-mal die Bestnote zehn, insgesamt wurden 50-mal zehn Punkte vergeben.

DIE BEWERTUNGSKRITERIEN Das Ranking wird nach qualitativen Methoden in einem einstufigen Scoringmodell (Peergroup-­Bewertung) ermittelt. Die nominierten Kandidaten konnten sich ­gegenseitig bewerten. Das Ergebnis des Rankings wurde mit dem Mittelwert aller ­Bewertungen berechnet und in Prozent umgewandelt. Eine Person kann maximal eine Bewertung von 100 Prozent erreichen. Bei Punktegleichheit zweier oder ­mehrerer Personen entscheidet die höchste Einzelbewertung. Die Kandidaten konnten keine Bewertung für sich selbst oder Konzernkollegen abgeben.

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FINANZPLATZ BANKEN

INVESTMENTBANKING:

VON GÖTTERN ZU DÄMONEN

Investmentbanker galten einst als die Götter der Finanzbranche. Seit Ausbruch der Finanzkrise werden sie dämonisiert. Das Geschäft läuft wieder besser, doch die goldene Mitte bricht weg. Der Börsianer hat die Szene analysiert. TEXT JULIA KISTNER

Super-GAU. Die Pleite von Lehman Brothers erwischte viele Investmentbanker auf dem falschen Fuß. Es kam zu Massenentlassungen. Die Großbanken suchen nun wieder Mitarbeiter.


© BEN STANSALL / AFP / PICTUREDESK

#LEHMAN


FINANZPLATZ BANKEN

639

MILLIARDEN US-DOLLAR Die Bilanzsumme der Investmentbank Lehman Brothers betrug vor der Pleite 639 Milliarden US-Dollar, das 60-Fache des Eigenkapitals.

D

as waren noch Zeiten bis 2007!

getrieben waren. Sie interessierte an

kümmerten Vertrieb von gebündelten

„Man musste nur rechtzei-

einer Transaktion vor allem die Mar-

faulen Immobilienkrediten, Kreditaus-

tig das Telefon abheben“, be-

gen“, plaudert der frühere Unicredit-

fallsversicherungen und anderen ris-

schreibt Wilhelm Celeda, Vorstands-

CA-IB-AG-Vorstand Heinz Meidlinger

kanten, intransparenten Wertpapie-

vorsitzender der Raiffeisen Centro-

aus dem Nähkästchen: „Die Neidge-

ren nicht unbeteiligt am Finanzkol-

bank AG (RCB), überspitzt das florie-

sellschaft war damals groß, und das vor

laps, der letztendlich durch die Pleite

rende Geschäft vor der Finanzkrise,

allem innerhalb des Unternehmens.

der Investmentbank Lehman Brothers

als er für die RCB den Wertpapierhan-

Ausgelöst nicht zuletzt wegen der un-

im September 2008 ausgelöst wurde.

del leitete. Ob Aktien, Kredite, Wäh-

terschiedlichen Höhe der Boni.“

Die Bilanzsumme von Lehman betrug

rungen, Zinsen, Übernahmedeals oder

In den Boomjahren erhielten Invest-

639 Milliarden US-Dollar, das 60-Fa-

strukturierte Finanzierungen: Das In-

mentbanker ein Vielfaches des Jahres-

che des Eigenkapitals. „Liquidiät war ja

vestmentbankinggeschäft

brummte.

gehalts, während anderen Kollegen in

ausreichend vorhanden“, erklärt Wil-

Heute noch am Bankschalter, morgen

der Kundenbetreuung vielleicht 30 Pro-

helm Celeda das mögliche Missver-

schon im Tradingraum, in dem ein Viel-

zent eines Jahresgehalts als Bonus aus-

hältnis, „man traute sich gegenseitig

faches bezahlt wurde. Die Jahresgrund-

gezahlt wurden. „Die Investmentban-

und konnte sich problemlos bei ande-

gehälter lagen 2006 laut Beratungsun-

ker wurden für ihr besonderes Gespür

ren Banken kurzfristig Geld ausborgen.

ternehmen Towers Perrin, heute Tow-

für Risiko und Ertrag und eine Arbeits-

Dafür brauchte man noch nicht die Na-

ers Watsons, zwischen 71.700 Euro im

woche von 100 Stunden belohnt. Wir

tionalbanken.“ Dieses wichtige Inter-

Finanzierungsgeschäft und 86.300 Euro

waren ständig am Ball. Fragen Sie doch

bankengeschäft ist durch die Finanz-

im Aktienhandel. Hinzu kamen noch

meinen damaligen Kollegen Willi­He-

und Vertrauenskrise schlagartig weg-

Boni von 65.300 Euro. Durchschnitts-

metsberger, wer ihn um fünf Uhr we-

gebrochen.

werte, die ehemalige Investmentban-

gen Turbulenzen in den asiatischen

So einschneidend die Finanzkrise

ker für zu gering erachten. Vielmehr

Börsen in Asien aus dem Bett läutete.“

2007 auch gewesen sein mag, „wir haben davor schon die Russlandkrise 1997

hätte ein Aktienhändler inklusive Sondervergütungen schon einmal so viel

Fette Boni sind 2007 Geschichte

überlebt, die vor allem die dort führen-

wie der Bankvorstand selbst verdient.

Missgunst war den hochdotierten In-

den österreichischen Banken stark traf,

Schließlich waren es die Investment-

vestmentbankern

Schwer

und dann auch die Dotcom-Blase 2001,

banker, die für die Banken die profita-

verdaulich waren jedoch der Verlust

die uns hohe Verluste bescherte“, ruft

blen Deals an Land zogen.

der Boni und die allgemeine Abnei-

Meidlinger ins Gedächtnis: „Denn wir

bekannt.

gung, die ihnen mit Ausbruch der Fi-

entwickelten damals ein eigenes Risi-

Investmentbanken

nanzkrise 2007 plötzlich entgegen-

kosystem mit der Firma Meidlinger, das

in der Londoner City, die rein von Boni

wehte. Waren sie doch mit dem unbe-

zu den führenden in Europa zählte.“

„Berüchtigt waren die Kollegen der angelsächsischen

76


FINANZPLATZ BANKEN

„100-Tage-­Woche und Boni in der zweifachen Höhe des Jahresgehalts.“

„Günstiges Investmentumfeld hält wahrscheinlich noch zwei Jahre an.“

„Karriere von ­Bankschalter in Handelsraum ist vorbei.“

HEINZ MEIDLINGER

RAINER POLSTER

NICO BAADER

Die Gewinner der Finanzkrise

Nico Baader, Vorstand des gleichna-

lichen Staatsanleihen verdienen, die

„Selbst zum Krisenhöhepunkt 2009 und

migen Investmenthauses Baader Bank

heute die Europäische Zentralbank auf-

2010 bis hinein ins Jahr 2014 lief das In-

AG, neidlos zu. „Die großen Börsen-

kauft und die bis zur Endfälligkeit nicht

vestmentbankinggeschäft

sehr

gänge machen die amerikanischen In-

mehr auf den Markt kommen. Aktuell

gut“, berichtet RCB-Chef Celeda, „die

vestmentbanken heute meist unter sich

haben die Amerikaner auch noch den

Volatilität und die Transaktionen wa-

aus. Sie hatten nie mit negativen Zin-

Zinsvorteil. Die liegen bei zehnjähri-

ren hoch. Verschärfte Eigenkapitalvor-

sen zu leben, weder bei Staatanleihen

gen Staatspapieren in den USA aktuell

schriften führten zu vielen Kapitalerhö-

noch bei Einlagen bei der US-Noten-

bei 2,8 Prozent, in Europa bei 0,6 Pro-

hungen und M&A-Tätigkeiten.“ Davon

bank. Sie haben auch deshalb die Kri-

zent. Durch die aufgehende Zinsschere

profitierten aber nicht so sehr die Eu-

se schneller gemeistert, weil sie mehr

und die deutlich niedrigeren Unterneh-

ropäer: „Seit der Finanzkrise, die ja von

als 1.000 kleinere lokale Banken abge-

menssteuern fließt wieder mehr Kapital

den USA ausgegangen ist, haben uns die

wickelt haben.“ Viel Geld ließ sich auch

in die USA ab und wird nicht in Europa

Amerikaner deutlich abgehängt“, gibt

immer mit dem Handel von festverzins-

investiert.

noch

AUSTRIAN STOCK TALK Aktuelle Zahlen & Fakten börsennotierter Unternehmen präsentiert von Vorständen für Investoren und die, die es noch werden wollen. Jetzt Videos anschauen und mehr erfahren.

wienerborse.at


FINANZPLATZ BANKEN

setzen. Für kleinere Unternehmen werden vermutlich auch kaum noch Road­ shows organisiert. Die Firmen werden mehr Geld für den Investorenkontakt in die Hand nehmen müssen. So wird wieder eine Tür zum Kapitalmarkt zugeschlagen.“ Die Cira sei daher schon mit dem Finanzministerium und der Wiener Börse AG im Gespräch, um zu klären, wie man Anreize für Aktienbroker schaffen kann, damit sie weiterhin Research bezüglich Wiener Werte betreiben. Die Kritik, dass Investmentbanken ihr Research stark einschränken, lässt Rai-

© DEUTSCHE BANK AG

1

BILLION US-DOLLAR

Ruhigere Zeiten. Im Handelssaal der Deutschen Bank AG war früher mehr los.

Neue große Herausforderungen Die Zinsen sind das eine. Die aktuell größte Herausforderung liege aber nicht im Markt, sondern in der neu-

Weltweite M&A-Deals machen heuer laut Dealogic bereits mehr als eine Billion US-Dollar aus, das sind 50 Prozent mehr im Jahresvergleich. Zu den Megadeals 2018 zählen die Übernahme des Pharmahändlers Express Scripts durch einen USKrankenversicherer um 54,5 Milliarden Euro, Comcasts Übernahme von Sky für 25 Milliarden Euro und Eons Erwerb der RWE-Tochter Innogy um 20 Milliarden Euro.

en europä­ ischen Kapitalmarktrichtlinie Mifid II, betont Investmentbanker Baader: „Man hat bei Mifid I so viele Fehler gemacht, die man jetzt mit Mifid II ausbügeln möchte.“ So sollte Mifid I mehr Transparenz bringen. Tatsächlich wan-

wie generell den Sekundärmarkt für die

ner Polster nicht gelten: „Unsere Kun-

derte noch mehr Geschäft in alternative

Branche weniger attraktiv.

den sind selbst unter Kostendruck. Daher setzt man die Marketingmaßnah-

Handelsplattformen und Dark Pools ab. „Jetzt will man durch die verpflichten-

Kleine Börsenwerte in Gefahr

men gezielter als früher ein und selek-

de Verrechnung von Researchleistungen

Die Konzentration und der Wegfall von

tiert mehr als bisher die Adressaten der

an die Fondsmanager erreichen, dass die

Research durch Mifid II sieht Harald Ha-

Roadshows“, sagt der Österreich-Chef

Gebühren für den Anleger günstiger wer-

genauer, Präsident der Cercle Investor

der Deutschen Bank AG.

den. Allerdings sieht man eine großflä-

Relations Austria (Cira), als echte Bedro-

chige Absenkung der Managementfees

hung für kleine Börsen und Small Caps:

Die Karten werden neu gemischt

aktuell noch nicht.“

„Wer wird sie noch analysieren? Es fal-

Die Investmentwelt stellt sich insgesamt

Es sei ein Faktum, sagt Celeda, „dass

len damit wichtige Multiplikatoren weg.

neu auf. Wobei die Branche der Brexit am

die Investmentbanken Research gratis

Auch bildet sich keine Marktmeinung

wenigsten beschäftigt. „London bleibt

als Gegenleistung für ertragreiche Han-

mehr. Wenn nur noch ein oder zwei Ana-

die Investmentmetropole. Bis man die

delsaufträge erbracht haben und dies so

lysten sich die Aktie anschauen, kann ich

Technik und das Know-how außerhalb

nicht mehr dürfen“. Mifid II mache den

ihnen kaum noch Auskunft geben, ohne

Londons aufgebaut hat, vergehen vie-

neuregulierten Hochfrequenzhandel so-

gleichzeitig eine Ad-hoc-Meldung abzu-

le Jahre“, ist Polster überzeugt, „was aus

78


FINANZPLATZ BANKEN

regulatorischen Gründen abwandert, ist

„M&A-­Welle schwappt nach ­Zentral- und ­Osteuropa.“

der Handel mit Staatsanleihen.“ Was mehr bewegt: „Im Investmentbanking bricht gerade die Mitte weg“, beobachtet Nico Baader. Denn „zum einen mischen den Markt die Großen auf, und hier heißt groß wirklich groß. Wo-

dies nicht mehr zulassen“, erklärt Vukovich, „zum anderen schätzt man die Unabhängigkeit der Investmentbankboutiquen als reine Beratungsunternehmen.“

High Noon vor Zinserhöhungen Aufbruchstimmung herrscht weltweit,

KLAUS VUKOVICH

bei ich nicht weiß, ob es in Deutschland

nachdem die Investmentbankingspar-

eine Bank gibt, die allein groß genug ist.

men dieser Investmentbankboutiquen

te 2016 weltweit rund 12.000 Mitarbeiter

Und auf der anderen Seite bleiben Spezi-

hat sich laut Mergermarket-Research in

abbaute. Laut Analysehaus Dealogic­liegt

alisten wie wir, die sich auf Produkte oder

den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.

das weltweite M&A-Transaktionsvolu-

auf Regionen konzentrieren wie wir auf

Eine davon ist die in Madrid börsenno-

men 50 Prozent über dem Vorjahreswert

die DACH-Region.“ Ähnlich sieht dies

tierte Investmentbank Alantra, die welt-

und sogar noch zwölf Prozent gegenüber

Rainer Polster. Er zählt sein Haus aller-

weit 280 Investmentbanker beschäftigt

März 2017. „Da die Transaktionen eine

dings zu den „wenigen großen globalen

und sich im Juli 2017 auch in Wien nieder-

Vorlaufzeit von neun bis zwölf Monaten

Investmenthäusern, die weiterbestehen

gelassen hat. Man will mit reiner M&A-,

haben, wird das Umfeld zumindest noch

werden. Wenn man sich auch von dem

IPO- und Finanzierungsberatung ohne

die nächsten zwei Jahre so freundlich

einen oder anderen kleineren Markt oder

eigenes Finanzierungsgeschäft in Öster-

bleiben“, ist Deutsche-Bank-Österreich-

Kunden trennt, wo sich der höhere Auf-

reich und Zentral- und Osteuropa mitmi-

Chef Polster optimistisch. „Zum einen

wand, den man mit einem großen inter-

schen. An der Spitze der Alantra-Wien-

nützen die Unternehmen das niedrige

nationalen Netzwerk und Research be-

Dependance ist Klaus Vukovich, der zu-

Zinsumfeld, um sich jetzt noch günstig

treibt, nicht rechnet.“ Der Aufwand pro

vor 18 Jahre lang Investmentbanking-Er-

zu refinanzieren. Zum anderen braucht

Kunde sei auch deshalb gestiegen, „weil

fahrung in großen Häusern wie Lehman

es Wachstumsperspektiven, um wei-

die Verantwortlichen der Unternehmen,

Brothers und UBS sammelte, bevor er in

terhin interessant für die Investoren zu

die Vorstände und Aufsichtsräte, mehr in

Wien die entsprechenden Bereiche bei

sein, wenn die Zins­ängste in den nächs-

die Pflicht genommen werden. Sie wol-

der Erste Group Bank AG und zuletzt bei

ten zwölf bis 24 Monaten weiter steigen.

len sich bei Zukäufen und Übernahmen

der Unicredit Bank Austria AG leitete.

Das belebt aktuell den M&A-Markt.“

durch eine umfangreiche Risikoprüfung

Die Frage, ob man nicht zu spät den

Aktuell heuern die großen internatio-

absichern. Das erhöht die Due-Dilli-

Markt beackert, kontert Vukovich mit:

nalen Investmentbanken wieder kräftig

gence-Kosten. Wir fokussieren uns da-

„Maximal zu früh. Die M&A-Welle, die

Personal an. „Man stockt nicht auf, son-

her auf wenige Kunden, denen wir dafür

wir zuerst in den USA und dann in West-

dern ersetzt etwa alteingesessene Wert-

ein Rundum-sorglos-Paket bieten.“

europa gesehen haben, schwappt jetzt

papieranalysten durch junges, günstige-

„Wir konzentrieren uns auf Öster-

nach Zentral- und Osteuropa. Außerdem

res Personal, weil die Kunden für die Ex-

reich und Zentral- und Osteuropa“, sagt

sind diese Märkte gereift. Internationa-

pertise und für eine umfangreiche Ana­

Celeda, der die Raiffeisen Centrobank AG

le Investoren betrachten Unternehmen

lyse wie einen Kommentar zu den Halb-

als gewichtigen Nischenplayer betrach-

in den CEE-Staaten heute ähnlich wie

jahreszahlen nicht mehr zahlen wollen“,

tet, „wir sehen für uns derzeit sehr viel

westeuropäische. Andererseits betrach-

relativiert Baader.

Potenzial in Rumänien. Dort wächst die

ten sich Unternehmen in diesen Regio-

Bezahlt wird gut. Laut jüngster Umfra-

Wirtschaft mit fünf Prozent. Aber auch in

nen als europäische Hersteller und su-

ge des Headhunters Dartmouth beginnt

Polen und Österreich tut sich viel, vor al-

chen internationale Allianzen. Zusätz-

man bei den führenden Investmentban-

lem Immobilienaktivitäten.“

lich erleben wir eine Nachfolgewelle. Die

ken in London mit einem Jahresgehalt

Unternehmergeneration von nach der

inklusive von 72.000 Pfund, etwa 82.000

Investmentboutiquen am Zug

Wende hat wesentlich weniger emotio-

Euro, das im zweiten Jahr schon auf um-

Ob Platzhirsch oder Globaler Player: Die

nale Bindungen zu ihrem Unternehmen

gerechnet 377.000 Euro klettern kann.

Größe zählt, so Polster, „selbst Invest-

als

westeuropäische

Wobei sich auch die Anforderungen

mentbankboutiquen, die bisher Trans-

Unternehmerdynastien.“ Gefragt seien

deutlich verändert haben, betont Baader:

aktionen in der Größenordnung von 50

Boutiquen, „weil sich die großen Namen

„Eine Karriere vom Bankschalter in den

bis 100 Millionen Euro abwickelten, be-

aus London oder Frankfurt nicht mehr so

Handelsraum gibt es heute nicht mehr.

treuen aus Kosteneffizienzgründen in-

gern um die kleineren oder mittelgroßen

Die jungen Leute haben in der Regel Be-

zwischen größere Volumen von 300 Mil-

Transaktionen kümmern, weil die gesun-

triebswirtschaft studiert, häufig Mathe-

lionen Euro“. Das Transaktionsvolu-

kenen Margen und ihre hohen Fixkosten

matik, Physik oder auch Jura.“ n

alteingesessene

79


FINANZPLATZ RECHT

#BUWOG

© ROLAND SCHLAGER / APA / PICTUREDESK

DIE LEHREN DER BUWOG-AFFÄRE

Befehl von oben. Walter Meischberger ist im BuwogProzess genauso wie Exfinanzminister Karl-Heinz Grasser eine der Schlüsselfiguren.

80


FINANZPLATZ RECHT

Der Prozess wegen Bestechung und Untreue in den Causen Buwog und Terminal Tower lässt einige ehedem ­angesehene Manager nicht gut dastehen. Der Börsianer hat Rechtsexperten gefragt, welche Lehren Führungskräfte aus den bisherigen Erkenntnissen ziehen können. TEXT THOMAS MÜLLER

V

ormittags im Großen Schwur-

dahin, es wird heiß oben in der Galerie.

bei Wirtschaftskriminalität gefühlt ei-

gerichtssaal des Wiener Lan-

Als die Richterin Details bezüglich der

ner Mauer des Schweigens gegenüber-

desgerichts für Strafsachen. Die

Stellplatzverpflichtung für Linzer Büro-

sieht“, weiß Gärtner. Umso willkom-

Reihen der Publikumsgalerie sind gut

gebäude klären will, wähnt man sich in

mener ist jemand, der „auspackt“. Die

gefüllt, die meisten dürften Jusstudie-

der Sitzung eines Gemeinderats.

angeklagten Manager berufen sich da-

rende sein, aber auch einige erfahrene

bei meist auf Weisungen, die sie von

Prozessbeobachter sind dabei. Befragt

Mauer des Schweigens

wird Walter L., ehemaliger Geschäfts-

Neben Maischberger, Grasser und dem

Ludwig Scharinger, einst Generaldirek-

führer der Real Treuhand, einer Toch-

ehemaligen

Peter

tor der Raiffeisenlandesbank Oberös-

ter der Raiffeisenlandesbank Oberöster-

Hochegger müssen sich auch mehr oder

terreich AG, oder von Horst Pöchhacker,

reich AG. Richterin Marion Hohenecker

weniger prominente (Ex-)Manager von

damals Vorstandsvorsitzender der Porr

geht mit ihm ein Dokument nach dem

börsennotierten Unternehmen als An-

AG. Scharinger ist ebenfalls angeklagt,

anderen aus dem Akt durch, fragt an ei-

geklagte rechtfertigen. Ihnen wird Un-

aber gesundheitlich angeschlagen und

nigen Stellen: „Irgendwelche Wahrneh-

treue und Bestechung vorgeworfen, es

darum nicht verhandlungsfähig. Pöch-

mungen?“

geht beim Buwog-Verkauf um ein Vo-

hacker ist 2014 verstorben. Andere be-

Es geht an diesem Prozess­tag nicht

lumen von fast einer Milliarde Euro. Ein

haupten, bestimmte Informationen, die

um den Buwog-Verkauf, sondern um

gutes Investment der Immofinanz AG,

auf unrechtmäßige Vorgänge hindeuten,

den Terminal Tower beim Linzer Haupt-

wie sich zeigen sollte. Bis auf Hocheg-

nicht gehabt zu haben.

bahnhof, in den die Finanzbehörde 2006

ger weisen alle Angeklagten die Vorwür-

eingezogen ist. Für die Vermittlung die-

fe zurück. Für den Rechtsanwalt Martin

„Irgendwann ist das Maß voll“

ses zuverlässigen Mieters soll eine Pro-

Gärtner von der Grazer Kanzlei Scher-

Letzteres dürfte die tragfähigere Ar-

vision an den Expolitiker und Lobbyis-

baum Seebacher (keiner der Befragten ist

gumentation sein, denn einer Weisung

ten Walter Meischberger geflossen sein,

in den Buwog-Prozess involviert, Anm.)

muss bei Verdacht auf Rechtswidrig-

allerdings ohne eine nennenswerte Ge-

kam das frühe Teilgeständnis des ehe-

keit nicht Folge geleistet werden. „Die

genleistung, behauptet die Staatsan-

maligen PR-Agenturchefs nicht überra-

Vorstände einer Aktiengesellschaft ha-

waltschaft sinngemäß. In Wirklichkeit

schend. Immerhin gilt Geständigkeit als

ben rechtlich keine Vorgesetzten. Selbst

sei die Zahlung an den damaligen Fi-

wesentlicher Milderungsgrund. „Dieser

wenn jemand im Vorstand überstimmt

nanzminister Karl-Heinz Grasser wei-

wird vor allem bei Wirtschaftsstraftaten

wird, hat er Möglichkeiten zu oppo-

tergegangen, um diesen zu bestechen.

bei der Strafbemessung besonders hoch

nieren“, stellt Johannes Reich-Rohr-

Langsam schleppt sich die Befragung

bewertet, da sich die Strafjustiz gerade

wig, Partner bei der Kanzlei CMS Reich-

PR-Unternehmer

81

„oben“ bekommen haben, sei es von


© WIKIMEDIA COMMONS

FINANZPLATZ RECHT

Terminal Tower. Der Bau des Terminal Towers in Linz ist einer der Nebenschauplätze im Buwog-Prozess.

Rohrwig Hainz, klar. „Wenn ein Be-

gehandelt habe, wie er vorgibt: „Die

schaft rekonstruiert, und ein Angeklag-

schluss strafrechtswidrig ist, sollte die

Strafrichter verhandeln hunderte Fäl-

ter muss beweisen, dass er nicht wis-

ablehnende Haltung im Protokoll expli-

le, und jedes Mal lautet die Ausrede: Es

sentlich und vorsätzlich gehandelt hat.

zit festgehalten werden. Im Worst Case,

waren immer die anderen. Irgendwann

Was im Gerichtssaal auf einige Tat-

wenn die Vorstandskollegen nicht zur

ist das Maß voll, und der Richter schenkt

bestände reduziert wird, spielt sich im

Raison kommen, sollte der Aufsichtsrat

den Ausflüchten keinen Glauben. Das ist

beruflichen Alltag viel diffuser hab.

eingeschaltet werden.“

verständlich, aber ein Strafrechtler soll-

„Wir haben hier oft ein Loyalitätsdi-

te mit Gelassenheit gesegnet sein.“

lemma und ein moralisches Dilemma,

Auch Mitarbeiter dürfen Anweisungen, die strafrechtswidrig sind, nicht

wenn Gesetze übertreten werden“, sagt

ausführen. Die „Unzumutbarkeit der

Werte-Schizophrenie

Reinhard Friesenbichler von der gleich-

Ablehnung“, die noch in so manchem

Der Diagnose kann auch Gärtner etwas

namigen Unternehmensberatung mit

Lehrbuch zu finden sei, werde in der

abgewinnen und merkt dazu an: „Es

Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Ethik.

Strafrechtspraxis der Gerichte nicht ak-

macht einen Unterschied, ob es ein eige-

„Da neigt man dazu, flexibel zu sein.

zeptiert, sagt Reich-Rohrwig. Sich auf

nes Straflandesgericht gibt wie in Wien

In die Korruption führen viele kleine

„Weisungen“ von Mehrheitsaktionären

und Graz oder ein gemeinsames Gericht

Schritte, und irgendwann gibt es kein

zu berufen, sei für Vorstände ebenfalls

mit Zivilverfahren wie in den kleineren

Zurück mehr, weil man zu weit gegan-

keine Option, ergänzt Martin Gärtner.

Städten. Wenn sich nur die Strafrichter

gen ist. Das beginnt schon bei internen

Bleibt also noch die Unwissenheit als

in der Kantine treffen, erzeugt das eine

Regeln, die gern gebeugt werden. Zum

Rechtfertigung. „Die Annahme, jemand

negative Rückkopplung und ein ent-

Beispiel wird erwartet, flexibel zu sein,

muss etwas gewusst haben, reicht nicht

sprechendes Weltbild.“ In der Praxis

um Aufträge nicht zu gefährden.“

für Wissentlichkeit oder Vorsatz. Nicht

werde ein Vorsatz von der Staatsanwalt-

ständen zum Vorteil gereichen“, meint Reich-Rohrwig. Allerdings sei auch an die Psychologie im Gerichtssaal zu denken, wenn der Richter oder die Richterin zu der Überzeugung komme, dass ein Angeklagter „mit von der Partie“ gewesen sei und keineswegs so unwissend

In Gesprächen mit Managern hat der Berater eine gewisse moralische Schizo-

nachzufragen kann also unter Um-

„Früher war ­Whistleblowen als Vernadern verpönt.“ REINHARD FRIESENBICHLER

82

phrenie festgestellt. Es gibt ein Wertesystem, das zu Hause gilt, und ein eigenes in der Firma. Erleichtert werde dies durch das besagte langsame Einschleichen von Usancen und durch die Aufteilung auf mehrere Personen und Teilvergehen. „Aber wer noch ein Senso­


FINANZPLATZ RECHT

rium für rechtliche und moralische Wi-

Ausweg ist zweifellos jener als Whist-

dersprüche hat, leidet auch darunter.

leblower, auch wenn ein gutes Gewissen

Friesenbichler.

„Rückgrat zeigen oder Konsequenzen tragen.“

Nein sagen oder gehen Was also tun, um den persönlichen und

als Belohnung und eventuell auch Strafmilderung in Aussicht stehen. „Neu ist, dass es überhaupt diesen positiven Begriff gibt. Früher war das generell als

JOHANNES REICH-ROHRWIG

‚Vernadern‘ verpönt“, so Friesenbichler. Schulterklopfen aus dem Umfeld

letztlich unternehmerischen Worst Case zu vermeiden? „Rückgrat zeigen, nicht

schwierigen Situationen, Bezugsperso-

dürfe man sich aber deshalb nicht er-

mittun, denn wer biegsam ist, hat die

nen außerhalb des Unternehmens ein-

warten, Heldenstatus schon gar nicht.

Konsequenzen zu tragen!“, sagt Anwalt

zubeziehen, seien es der Ehepartner

Reich-Rohrwig. Wer nicht rechtzeitig in

oder ein Therapeut.

Im Schwurgerichtssaal geht es inzwischen auf 13.00 Uhr zu, als Richterin

sich hineinhöre, habe dann viel Zeit da-

„Aus einem Dilemma kommt man

Hohenecker ungeduldig wird: „In wel-

für, wenn er die Strafe absitzt. „Wenn

nie unangepatzt heraus. Aber durch das

cher Funktion hat er (Scharinger, Anm.)

regelmäßig unsauber gearbeitet wird,

eigene Handeln schaffe ich Wirklich-

die Zahlung angewiesen, als Generaldi-

sollte man das Unternehmen verlas-

keit und damit eine moralische Kultur

rektor von Linz, als Generaldirektor von

sen“, so sein Rat. Der Buwog-Prozess

im Unternehmen. Die Angst vor Kon­

eh alles?“ „Ja, Generaldirektor von eh

habe hier durchaus generalpräventive,

sequenzen, wenn ich Nein sage, ist

alles trifft es ganz gut“, antwortet L. Auf

also warnende Wirkung. Nachhaltig-

meist größer als die wirkliche Gefahr“,

der Galerie wird gelacht, ein Beobachter

keitsberater Friesenbichler empfiehlt in

ist er überzeugt. Der anstrengendste

ruft: „Frechheit!“ Mitttagspause. n

Die BDO hat einen klaren Fokus auf kapitalmarktnotierte Konzerne, Banken und Versicherungen sowie Unternehmen der öffentlichen Hand. Diese sind nicht nur ständig ändernden Anforderungen des Marktes, sondern auch laufenden Änderungen seitens des regulatorischen Umfelds ausgesetzt. Um diese komplexen Aufgabenstellungen in den Bereichen Audit & Assurance, Tax & Accounting, Advisory und Consulting zu bewältigen, kümmert sich ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten in Österreich sowie weltweit in mehr als 162 Ländern um Sie. Damit profitieren Sie von unserer Lösungskompetenz und bewahren immer den Überblick. bdo.at

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Das kann bis zum Burnout führen“, sagt


FINANZPLATZ VERSICHERUNGEN

#VORSORGE

© BÖRSIANER

Revolution. Versicherer müssen wegen der wachsenden ­Digitalisierung neue Wege gehen.

GARANTIERT ANDERS 84


FINANZPLATZ VERSICHERUNGEN

Ist die Welt zu schnell geworden für langfristig ausgerichtete Anbieter wie Versicherer? Der Börsianer hat bei einem Kritiker und einem langgedienten Branchenvertreter nachgefragt. TEXT BARBARA OTTAWA

V

or 100 Jahren waren Wiens Stra-

„Die klassische ­Lebensversicherung war nie für Rendite gemacht.“

ßen noch nicht flächendeckend elektrisch beleuchtet, der Au-

toverkehr war vernachlässigbar, die Lebenserwartung lag noch vor dem Krieg im allgemeinen Durchschnitt bei unter 50 Jahren, und Wetterprognosen für den

ner zu kurzfristigen Betrachtung eines Versicherungsvertrags, der auf mehrere Jahrzehnte abgeschlossen wird. „Eine lebenslang garantierte Pension kann nur eine Lebensversicherung bieten, da gibt es nichts anderes, und das wird auch in Zukunft so bleiben“, betont Franz Mein-

FRANZ MEINGAST

gast, seit diesem Jahr Vorstandsvorsit-

nächsten Tag gab es gerade einmal seit 40 Jahren. Es gab aber schon alle gro-

nung waren. Es wäre ein echter Paradig-

zender der Safe 7 Holding AG. Zuvor war

ßen Versicherungen, die heute noch am

menwechsel nötig, aber damit tut sich

er jahrelang bei diversen großen Versi-

Markt sind, wenn auch manchmal unter

die Branche schwer,“ sagt Wolfgang

cherungsunternehmen in leitenden Po-

anderem Namen oder mit anderen Kon-

Staudinger, Gründer des Versicherungs-

sitionen tätig.

zernstrukturen (siehe Infobox Seite 86).

maklers Konzept3 und der Fynup.com.

„Die klassische Lebensversicherung

Diese konnten aber damals noch nicht

Er weist dabei im Besonderen auf die ge-

wird in der derzeitigen Zinssituation un-

wissen, dass sie einmal mit Kfz-Versi-

änderte Marktsituation hin: „Die garan-

ter ihrem Wert geschlagen. Sie war nie

cherungen Geld verdienen werden, dass

tierte Lebensversicherung, die stark vom

für große Rendite gedacht, sondern für

die Elektrifizierung eine rapide Digitali-

Zinsmarkt abhängig ist, hat im aktuellen

die wirklich langfristige Absicherung di-

sierung der Welt mit sich bringen würde

Zinsumfeld große Probleme, denn bei

versester Risiken – das wird auch oft ver-

oder dass sie dereinst lebenslange Pen-

Garantieverzinsungen von null Prozent

gessen“, so Meingast weiter.

sionen an Menschen auszahlen müssen,

ist der Real­ verlust enorm“, erläutert

Auch bei den Kosten rät der Bran-

die an die 100 Jahre alt werden.

Staudinger. Wenn die Renditen niedrig

chenvertreter zu einer differenzierteren

Dass in diesem Zeitraum, der auch

sind, die Kosten jedoch gleich bleiben,

Betrachtung: „Wenn man sie über die

Kriege und Wirtschaftskrisen umfasst,

habe „der Kunde keine Chance auf Real-

Laufzeit aufteilt und die Servicetätig-

kein Versicherer in Österreich Konkurs

werterhalt“.

keit über die Jahre berücksichtigt, dann

anmelden musste, ist das Hauptargu-

Durch die oft verwendete Kosten-

ist die Lebensversicherung mit an Si-

ment der Branche für die Langlebigkeit

struktur der „Zillmerung“, bei der die

cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit

und Beständigkeit dieses Geschäftsfel-

Abschlusskosten nur über die ersten

günstiger als jeder Fondssparplan.“

des. Übersehen wird dabei allerdings

paar Jahre der Vertragslaufzeit aufge-

manchmal, dass sich viele Rahmenbe-

teilt werden, ist vor allem in der frü-

Investitionen mit Weitblick

dingungen völlig geändert haben: Die

hen Ansparphase oder bei frühzeitigem

Um das Zinsrisiko zu minimieren, di-

Kapitalmärkte und mit ihnen viele Geld-

Rückkauf ein negatives Geschäft für den

versifizieren österreichische Versiche-

wertparameter sind weitaus volatiler,

Versicherten zu verzeichnen. Ein großer

rer ihre Investitionsportfolios. Laut Fi-

Veränderungen geschehen rascher, die

Anbieter in Österreich habe die Kosten-

nanzmarktaufsicht (FMA) ist ein „zu-

Internationalisierung aller Dienstleis-

struktur bereits so umgestellt, dass die

nehmendes Interesse an Immobilien,

tungen bringt neue Herausforderungen,

Abschlusskosten auf die gesamte Lauf-

neuartigen, alternativen Anlagen und

und der Kundenstock stellt heute ganz

zeit aufgeteilt sind, bestätigt Staudinger.

weniger liquiden Anlagen zu verzeich-

andere Fragen und Anforderungen an

Insgesamt hält er fest: „Viele Produk-

nen“. Für Meingast ergibt sich das aus

die Anbieter.

te haben sich schon wesentlich verbes-

dem ­Sicherheitsgedanken: „Der gesetz-

sert. Man darf nicht alles in einen Topf

liche Rahmen für die Veranlagung von

werfen.“

Versicherungen, der auch Obergrenzen

Strukturen verändern „Versicherungen halten an Gewohnhei-

Allerdings verleitet die derzeitige

für Aktien beinhaltet, ist so gemacht,

ten fest, die vor 20 Jahren noch in Ord-

Zins- und Kostenlage vielleicht zu ei-

dass das Produkt sicher ist und die Kun-

85


FINANZPLATZ VERSICHERUNGEN

Regulatoren. Wer hohe Aktienquoten hat, kommt beim Stresstest der europäischen ­Versicherungsbehörde Eiopa nicht gut weg.

„Berater stellen die falschen Fragen.“ WOLFGANG STAUDINGER

den keine Angst haben müssen, dass sie

HISTORIE

ihr Geld verlieren.“ Die Regulatoren geben heimischen Versicherern recht: Weder das neue Aufsichtsrecht Solvency II noch die Anforderungen für den Stresstest der europäischen Versicherungsbehörde Eiopa begünstigen hohe Aktienquoten. Für Staudinger, der seit 26 Jahren in der Branche berät, ist dieser Denkansatz jedoch falsch: „Der goldene Markt für Anleihen ist vorbei, da die Zinsen seit 1980 stetig im Fallen begriffen sind. Aber nicht nur die derzeitige Zinsproblematik, sondern auch deren Lösung ist ein Pro­blem.“ Tatsächlich wird eine Veränderung der Zinssätze von allen Aufsichtsbehörden als das größte Risiko für Versicherer eingestuft. Der Versicherungsmakler sieht die besseren langfristigen Renditechancen

VERSICHERER ANNO 1918 Am Versicherungsmarkt fanden sich vor 100 Jahren bereits die drei Teilorganisationen, die später zur heutigen Vienna Insurance Group (VIG) vereint werden sollten: die Wechselseitige k. k. priv. Brandschadenversicherungsanstalt, gegründet 1824, die Janus wechselseitige Lebensversicherungs-Anstalt (1839) und die Städtische Kaiser Franz Joseph-Versicherungsanstalt (1898). Auch die Generali Versicherung AG gab es in anderer Form bereits vor 100 Jahren: Sie wurde 1831 als Assicurazioni Generali Austro-Italiche in der damals zu Österreich gehörenden Hafenstadt Triest gegründet. Die innige Verbundenheit Erzherzog Johanns mit der Steiermark hat 1828 zur Schaffung der k. k. privilegierten innerösterreichischen Brandschaden-Versicherungs-Anstalt für Steiermark, Kärnten und Krain geführt, die heute als Grazer Wechselseitige bekannt ist.

Fragen“, wenn sie Kunden zwischen Risiko und Garantie oder Selbstbestimmung und Expertenmeinung wählen lassen: „Vor allem für die fondsgebundene Lebensversicherung braucht es im Beratermarkt mehr Know-how. Aber selbst wenn der Verkäufer das Wissen besitzt, wird dieses oft durch Marketing und Vertriebsvorschriften verwässert, bis es zum Kunden kommt.“ Meingast betont, dass sich beim Vertrieb „in den letzten Jahren viel getan hat“ und Regularien „zur weiteren Verbesserung“ beitragen würden. „Die Kunden sind kritischer geworden und haben heute mehr Informationsmöglichkeiten. Aber viele verlassen sich auf Berater, und das wird so bleiben.“ Dieser Vertriebsweg sei vor allem bei der Auswahl und Kombination der richtigen Produkte wichtig.

in Unternehmensbeteiligungen, also in

Die klassische Lebensversicherung wird

Aktien: „Man muss den Kunden aufklä-

in seinen Augen ein „wichtiger Baustein

ren, mit welchen Anlagen er Realwerte

in der gesamten Pensionsvorsorge blei-

erhalten kann, denn für die langfristige

naus sei es an den Anbietern, transpa-

ben“. Heimische Anbieter wollen dieses

Vorsorge muss man den Inflationsver-

rente Produkte zu konstruieren: „Die

Garantieprodukt auch in Zukunft wei-

lust mitberücksichtigen.“ Dazu sollten

Kostenstruktur einer Produkt-Anlage-

ter verkaufen. Anders ist es zum Beispiel

außerdem Durchrechnungen angeboten

Kombination kann in der Gegenwart ge-

in Deutschland, wo große börsennotierte

werden, die alle Kosten in die Gesamt-

nau analysiert werden, die Entwicklung

Versicherer wie die Ergo ihre Lebensver-

verzinsung miteinkalkulieren. Staudin-

der Märkte liegt in der Zukunft, und die

sicherungssparte stillgelegt oder wie die

ger ist überzeugt, dass sowohl Marktvo-

kennt niemand.“

Basler-Gruppe zum Teil verkauft haben.

Kostenstrukturen einem Kunden er-

Gut beraten

heimischen Versicherungsverbands VVO

klärt werden können: „Vorausgesetzt,

Einig sind sich Kritiker und Branchen-

fasste Generaldirektor Othmar Ederer

man wählt die richtigen Worte und Ver-

vertreter, dass ein langlaufendes Versi-

die Stabilität der österreichischen Ver-

gleiche, kann man Basiswissen wie etwa

cherungsprodukt nur mit guter Beratung

sicherungsbranche wie folgt zusammen:

den Unterschied zwischen Gläubiger und

verkauft werden sollte. Laut Staudinger

„Es gibt keine schnellen und dramati-

Eigentümer vermitteln.“ Darüber hi-

stellen viele Berater aber „die falschen

schen Veränderungen.“ n

latilitäten als auch Aktienanlagen und

Bei der Jahrespressekonferenz des

86


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SEITENBLICKE POLITIK

ÖBIB-UMBAU: ­POSTENSCHACHEREI ODER NOTWENDIGE REFORM? Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, wie die Zukunft der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen aussehen soll. TEXT FLORIAN GARTLER

F

inanzminister Hartwig Löger hat

sche Neuausrichtung vorliegt, warf die

teien. Der SPÖ ist hier besonders wich-

angekündigt, die Österreichische

Ankündigung des Finanzministers vie-

tig, dass die Beteiligungsunternehmen

Bundes-

Industriebeteili-

le Fragen auf. Wie soll ein aktives Betei-

nicht mit einer Dividendenmaximie-

gungen (Öbib) zu restrukturieren und

ligungsmanagement konkret aussehen?

rungsstrategie ausgetrocknet werden.

aufzuwerten. Geplant ist die Umwand-

Werden weitere Staatsbeteiligungen in

Die Liste Pilz betont, dass eine aktiveres

lung in eine Aktiengesellschaft. So sol-

das Portfolio der Öbib integriert? Gibt es

Management mit einer Berichterstat-

len laut Löger „offene Fragen der Com-

Potenzial für weitere Privatisierungen?

tungspflicht über dieses einhergehen

pliance und Governance“ gelöst und

Sollten in Anbetracht der zunehmen-

muss. Fit-&-Proper-Tests für das Öbib-

ein aktiveres Management der Beteili-

den Übernahmen durch ausländischer

Management könnten sich alle Parteien

gungen erreicht werden. Konkret wür-

Investoren nicht vielleicht sogar Betei-

vorstellen, der FPÖ ist es aber wichtig,

de das bedeuten, die aktuell auf weiten

ligungen zugekauft werden? Um zu klä-

diese nicht als einziges Entscheidungs-

Strecken herrschende Handlungsunfä-

ren, wie der politische Mitbewerb zu die-

kriterium heranzuziehen. Potenzial für

higkeit der Öbib zu beheben und die Di-

sen Fragen steht, ließ es sich der Börsia-

weitere Privatisierungen sehen nur die

videnden der Beteiligungen nicht län-

ner nicht nehmen, bei den Parlaments-

Neos. SPÖ und FPÖ tendieren eher dazu,

ger nur zum Aufhübschen des Staats-

parteien nachzufühlen, wie die Zukunft

Beteiligungen auf- statt abzubauen. Die

etats zu verwenden. Da zum Zeitpunkt

der Staatsholding aussehen soll. Man ist

ÖVP war nicht in der Lage, die Anfrage

des Redaktionsschlusses (21. März 2018)

sich einig, dass die Öbib eine neue Struk-

des Börsianer zu diesem von einem ÖVP-

noch kein ausgearbeitetes Konzept für

tur braucht. Auch ein aktiveres Manage-

Minister aufgeworfenen Thema fristge-

den geplanten Umbau und die strategi-

ment begrüßen grundsätzlich alle Par-

recht zu beantworten.

und

88


SEITENBLICKE POLITIK

Andreas Schieder Klubobmann SPÖ

Hermann Brückl Finanzsprecher FPÖ

Braucht die Öbib überhaupt eine neue Struktur? – Ja, wir brauchen

Braucht die Öbib überhaupt eine neue Struktur? – Aus unserer

eine neue Struktur, die es der Republik als Eigentümer erlaubt,

Sicht ist eine neue Struktur notwendig. Wie eine solche neue

eine integrierte Strategie zu verfolgen, wohin sich Unterneh-

Struktur konkret aussehen wird und ob es tatsächlich die AG-

men und Wirtschaftsstandort entwickeln sollen. Ob das mit ei-

Lösung wird, kann man derzeit noch nicht sagen.

ner AG besser funktioniert, kann man dann sagen, wenn ein konkreter Vorschlag vorliegt. Aber auf keinen Fall darf sich der

Wie soll das Beteiligungsmanagement der Öbib in Zukunft aus­

Aufsichtsrat wie in der alten ÖIAG selbst erneuern.

sehen? – Sowohl ein aktiveres Management als auch ein Re­ investieren der Dividenden werden von uns positiv gesehen.

Wie soll das Beteiligungsmanagement der Öbib in Zukunft aus­

Derzeit ist es aber noch zu früh, um konkret zu sagen, wie das

sehen? – Das Finanzministerium hat sehr einseitige Budget­

künftige Beteiligungsmanagement der Öbib im Detail aus-

interessen. Aber Dividendenmaximierung trocknet die Unter-

schauen wird.

nehmen aus und lässt ihnen keinen Spielraum für Investitionen. Österreich braucht eine gesamtheitliche wirtschaftspo-

Sind politisch motivierte Postenbesetzungen im operativen Bereich

litische Strategie.

legitim? – Postenbesetzungen sollen keinesfalls politisch motiviert erfolgen. Es darf aber auch nicht so sein, dass hochqua-

Sind politisch motivierte Postenbesetzungen im operativen Bereich

lifizierte Personen allein aufgrund ihrer politischen Zuord-

legitim? – Wenn der Staat entsprechend seiner Beteiligungs-

nung nicht zum Zug kommen.

verhältnisse Vertreter in die Aufsichtsräte entsendet, ist das nur legitim. Für die Manager braucht es aber ein vernünfti-

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen Fit-&-Proper-Test für die

ges Auswahlverfahren, das internationalen Standards genügt.

Geschäftsführung der Öbib einzuführen? – Die Geschäftsführung der Öbib wird bereits einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen Fit-&-Proper-Test für die

Der Fit-&-Proper-Test ist sicher eine gute Möglichkeit zur

Geschäftsführung der Öbib einzuführen? – Das ist eine Selbstver-

fachlichen Beurteilung der Geschäftsführung, sollte aber kei-

ständlichkeit.

nesfalls als einziges Beurteilungskriterium in Bezug auf notwendige Qualifizierung dienen.

Soll der Staat sein Unternehmensportfolio ab- oder aufbauen? – Unsere Leitbetriebe sind immer stärker der Gefahr einer aus-

Soll der Staat sein Unternehmensportfolio ab- oder aufbauen? –

ländischen Übernahme ausgesetzt. Deswegen müssen wir uns

Überflüssige Kernbeteiligungen gibt es aus unserer Sicht kei-

überlegen, wie wir als Staat strategische Beteiligungen bei

ne. Bestehende Beteiligungen wären zu halten, wenn es nach

Leitbetrieben eingehen können. Die SPÖ schlägt dafür einen

eingehender Prüfung positiv beurteilt wird, gegebenenfalls

Österreich-Fonds vor.

auch auszubauen.

89


SEITENBLICKE POLITIK

ÖBIB

Aktuelle Beteiligungen: 52,85 Prozent an Österreichische Post AG, 33,24 Prozent an Casinos Austria AG, 32,53 Prozent an APK P ­ ensionskasse AG, 31,5 Prozent an OMV AG, 28,42 Prozent ­an Telekom Austria AG, 100 Prozent an Finanzmarktbetei­ligung AG (bis Juni 2016 operativ, derzeit in Abwicklung), GKB-Bergbau GmbH, Immobilien- und Industriebeteili­gungen GmbH, Schoeller Bleckmann GmbH.

Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher Neos

Bruno Rossmann Finanzsprecher Liste Pilz

Braucht die Öbib überhaupt eine neue Struktur? – Eine Umstruk-

Braucht die Öbib überhaupt eine neue Struktur? – Die Struktur

turierung fänden wir sinnvoll. Österreich kann mehr gewin-

der Öbib hängt meiner Meinung nach nicht von der Gesell-

nen, wenn bestehenden Beteiligungen professionell geführt

schaftsform, sondern vielmehr von der strategischen Aus-

werden und sukzessive weitere Bundesbeteiligungen in die

richtung der Unternehmungen ab. Eine Struktur mit einem

Holding übernommen und einem marktwirtschaftlichen Ma-

sich selbst erneuernden Aufsichtsrat sollte jedenfalls ausge-

nagement zugeführt werden.

schlossen werden.

Wie soll das Beteiligungsmanagement der Öbib in Zukunft aus­

Wie soll das Beteiligungsmanagement der Öbib in Zukunft aus-

sehen? – Wir fordern die Umwandlung der Öbib in eine Öster-

sehen? – Eine der dringendsten Nachbesserungen im Beteili-

reich-Holding. Eine marktwirtschaftlich orientierte, transpa-

gungsmanagement betrifft die Formulierung klarer und kon-

rente und unpolitische Steuerung kann dabei besser umge-

kreter Strategien sowie die quantitative und qualitative Aus-

setzt werden. Zusätzlich fordern wir eine Zweckwidmung von

weitung der Berichtspflicht über deren Umsetzung.

Dividenden und Privatisierungserlösen für Beteiligungskapi-

Sind politisch motivierte Postenbesetzungen im operativen Be-

tal für KMUs und Start-ups.

reich legitim? – Die Politik hat der Öbib und ihren BeteiligunSind politisch motivierte Postenbesetzungen im operativen Bereich

gen klare Ziele vorzugeben. Politische Besetzungen haben

legitim? – Nein! Das Nominierungskomitee ist grundsätzlich

daher im operativen Bereich nichts verloren, entscheidend

zu hinterfragen. Außer parteipolitischen Einfluss bringt die-

sind allein die entsprechenden Qualifikationen und Erfah-

ser Frühstücksverein eigentlich nichts.

rungen.

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen Fit-&-Proper-Test für die

Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen Fit-&-Proper-Test für die

Geschäftsführung der Öbib einzuführen? – Das würden wir sehr

Geschäftsführung der Öbib einzuführen? – Ich bin dafür. Es ist

begrüßen. Bei Unternehmen in solch einer Größenordnung

eigentlich verwunderlich, dass rund um die vergangene Um-

und Verantwortung sind Qualitätschecks, die in der Wirtschaft

strukturierung ausgerechnet auf die Einführung so grundle-

verpflichtend sind, notwendig.

gender Institutionen verzichtet wurde.

Soll der Staat sein Unternehmensportfolio ab- oder aufbauen? –

Soll der Staat sein Unternehmensportfolio ab- oder aufbauen? –

Die Tendenz geht insgesamt in Richtung „abbauen“, denn

Bei den aktuellen Beteiligungen sehe ich kein Potenzial für

professionell geführte Unternehmen schaffen Wohlstand.

Privatisierungen. Im Gegenteil, eine Vermarktlichung ist so-

Nicht abgebaut werden soll bei der erdfesten Infrastruktur wie

wohl aus politischer als auch aus ökonomischer Sicht der völ-

Kanal, Stromnetz, Straße und Schienen.

lig falsche Schritt.

90


© APA-Picturedesk, Anna Huber

360 Grad. 365 Tage.

PRO KAPITALMARKT! Weil‘s um Einkommen, Wohlstand und Beschäftigung geht.

360 GRAD. 365 TAGE. PRO KAPITALMARKT! Die Wirtschaftswissenschaften belegen, dass ein gesunder Finanzsektor ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum einer Volkswirtschaft ist. Ein handlungsfähiger Kapitalmarkt generiert Einkommen, Beschäftigung und Wohlstand in Österreich. Deshalb setzen sich diese Unternehmen dafür ein.


SEITENBLICKE BÖRSENTALK

KRYPTOMANIA

BÖRSIANER BÖRSIANER SALON Hochkarätiges Publikum beim Börsianer Salon: Christoph ­Boschan (­ Wiener Börse AG), Ursula Rath (Schönherr Rechtsanwälte), ­Ingrid Krawarik (Börsianer), Monika Rosen (Unicredit Bank Austria AG) und Michael Markovici (Hydro Miner).

6. MÄRZ 2018 MEINL AM GRABEN, WIEN Beim siebten Börsianer Salon im Meinl am Graben ging es heiß her. Das hochkarätige Publikum diskutierte leidenschaftlich zum Thema „Kryptowährungen – Der Anfang vom Ende“. Monika Rosen (Unicredit Bank Austria AG), Christoph Boschan (Wiener Börse AG), Ursula Rath (Schönherr Rechtsanwälte) und Michael Markovici (Hydro Miner) führten eine aufgeweckte Diskussion über Bitcoin und Co und die möglichen Zukunftsszenarien der virtuellen Währung. Nach der angeregten Podiumsdiskussion meldeten sich die Topentscheiderinnen im Publikum eifrig zu Wort.

Top-Entscheiderinnen des heimischen Finanzmarkts kamen zur Veranstaltung und genossen das Frühstück.

Ingeborg Bauer-Kunst (RBI AG), Beate Wolf (Valida Vorsorgekasse AG) und Beatrice Schobesberger (Hypo Vorarlberg Bank AG) folgten der leidenschaftlichen Diskussion.

Der durchaus witzige Schlagabtausch der Podiumsteilnehmer verleitete Angelika Sommer-Hemetsberger (Oesterreichische Kontrollbank AG) zum Schmunzeln.

92

Christoph Boschan (Wiener Börse AG) ist sich sicher, dass es Bitcoin und Co in der jetzigen Form in zehn Jahren nicht mehr geben wird.


SEITENBLICKE BÖRSENTALK

JUBILÄUMSFEIER DER FONDSBRANCHE

FONDS PROFESSIONELL Stargast Randi Zuckerberg (Mitte) hielt den Eröffnungsvortrag und forderte ihr Publikum dazu auf, den unternehmerischen Muskel zu trainieren.

FONDS PROFESSIONELL KONGRESS 7. & 8. MÄRZ 2018 CONGRESS CENTER, WIEN Bereits zum 20. Mal fand der Fonds Professionell Kongress im Congress Center in Wien statt. Rund 2.200 Besucher profitierten von hochkarätigen Vorträgen, exklusiven Brancheninformationen, dem Austausch mit Kollegen sowie der Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Den Eröffnungsvortrag hielt Stargast und Medienunternehmerin Randi Zuckerberg. Den festlichen Höhepunkt bildete die Galanacht in den prunkvollen Räumlichkeiten des Wiener Rathauses.

Die Galanacht fand in den prunkvollen Räumlichkeiten des Wiener Rathauses statt.

Ernst Brandl (Brandl & Talos) begrüßte Außenminis­terin Karin Kneissl mit Finanzökonom Wolfgang Meilinger und Constantin Veyder-Malberg (Capital Bank AG).

SO GEHT INVESTIEREN 2018

KATHREIN PRIVATBANK AG KATHREIN TALK Michael Spiss (RCM), Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG), Martin Buresch (ehemals PSA) und Richard Wotava (ehemals Z ­ ukunftsfonds) genossen die Veranstaltung.

15. FEBRUAR 2018 PARK HYATT HOTEL, WIEN Am 15. Februar 2018 lud die Kathrein Privatbank AG zum mittlerweile neunten Kathrein Talk. 130 Gäste folgten der Einladung. Nach der Eröffnung von Susanne Höllinger, Vorstandsvorsitzende der Kathrein Privatbank AG, teilten Klaus Kumpfmüller, Vorstandsdirektor der FMA, Peter Brezinschek, Leiter von Raiffeisen Research, und Harald P. Holzer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ­Kathrein Privatbank AG, ihre Erfahrung und ihr Wissen mit anwesenden Gästen. Ein Delikatessenbuffet bildete wie gewohnt den Abschluss des Abends.

Heinrich Weninger (Kathrein Privatbank AG) im Gespräch mit Peter Brezinschek (Raiffeisen Research).

Susanne Höllinger (Kathrein Privatbank AG) begrüßte, flankiert von FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller und Harald Holzer (Kathrein Bank AG), die Gäste zum Talk.

93


SEITENBLICKE BÖRSENTALK

FEIERN TROTZ KORREKTUR

BÖRSIANER Das Podium der Börsianer Roadshow: Dominik H ­ ojas ­(Börsianer), Helmut Wieser (Amag Aus­tria M ­ etall AG), ­Christian Riegler (3 Banken Gene­rali Invest­ment), Hagen-Holger Apel (DNB Asset Management), Uli Krämer (Kepler Fonds), D ­ ieter Wimmer (Comgest Deutschland) und Robert Machtlinger (FACC AG).

BÖRSIANER ROADSHOW 6. FEBRUAR 2018 VOESTALPINE-STAHLWELT, LINZ Die erste Börsianer Roadshow in diesem Jahr fand in der Voestalpine-Stahlwelt in Linz statt. Die Veranlagungsprofis Dieter Wimmer, Hagen-Holger Apel, Uli Krämer und Christian Riegler präsentierten den Topentscheidern der Finanzcommunity Investmentchancen für das nächste Quartal. Heißes Thema war die Korrektur an den weltweiten Börsen. Anschließend gaben die Vorstandschefs Helmut Wieser (Amag Austria Metall AG) und ­Robert Machtlinger (FACC AG) spannende Einblicke in ihre Investmentstorys.

Helmut Wieser (CEO Amag Austria Metall AG) und Herbert Eibensteiner (Voestalpine AG) kennen einander schon lange. Sie genossen den Abend im Panorama-Café der Voestalpine-Stahlwelt.

Die hochkarätigen Gäste sprachen auf dem Podium über Kurskorrekturen an der Börse und gaben Ausblicke auf das nächste Quartal.

Mehr als 100 Gäste folgten gespannt den Ausführungen auf dem Podium.

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Michael Spiss (RCM) forderte die Diskutanten auf dem Podium mit Fragen bezüglich des Markts und möglicher Gefahren fürs Investment.


SEITENBLICKE MARKTGEZWITSCHER

MEISTGELESEN

@WIENERBERGER

BÖRSIANER BLOG (4 WOCHEN) 1. Immofinanz / CA Immo: Megafusion auf Eis 2.  Immofinanz: Umek watscht Management ab 3. Ö  bib-Führung: Doppelspitze im Gespräch 4. F  ondskongress: Branchentreff mit Randi Zuckerberg 5. G  lawag the Dog – die Inszenierung einer Demontage 6. R  ebellion gescheitert: Neue Führungsstruktur bei Zumtobel 7. K  ranker Betriebsrat: 10.000 AUA-Passagiere bleiben am Boden Here on the Wienerberg in Vienna, where our success story began 200 years ago, the new Wienerberger AG Headquarters „The Brick“ will arise. In a sustainable and efficient construction, we will realize a modern office building, which will become a landmark in the south of Vienna.

@ALLIANZAUSTRIA AT

@VIENNAINSURANCE

8. E  s ist fix: Vonovia schnappt sich Buwog 9. P  aukenschlag: Bawag bricht frühzeitig mit Post 10. Bitcoin & Co: Schlagabtausch beim Börsianer Salon  DERBOERSIANER.COM

AUF TWITTER (4 WOCHEN) 1. B  eim #Börsianer Salon zu #Kryptowährungen ging es ordentlich zur Sache. Das Podium mit @Monika_Rosen war famos! Klick dich durch! #Schlagabtausch #Bitcoin Alle vier Minuten passiert in Österreich in den ­Wintermonaten ein #Wintersportunfall. Was tun im Fall der Fälle? #ratundtat #Versicherung #skisport

Chocolate!! #VIGKidsCamp17 in Vienna. Fascinated kids visiting the chocolate factory „Heindl“. http:// bit.ly/2aFX6Qk #vig #cee

2. E  s summt am heimischen Finanzmarkt! Porr AG, @ErsteGroup und Raiffeisen Bausparkasse setzten sich für den Artenschutz der Bienen ein. Ich finde das super!

@TA_GROUP

@VOESTALPINE

3. #  Novomatic schnappt sich Eva (#Glawischnig) als #CSR-Beauftragte. Cooler Schachzug! #Glücksspiel #Spielerschutz 4. In Österreich gibt es keine gescheite #Kapitalmarktkultur, sagt @ErsteGroupChef Andreas (Treichl). Andi wünscht sich mehr #Transparenz. #Kapitalmarkt 5. #Megafusion zwischen #Immofinanz und #CAImmo auf Eis! Ich glaub, das war’s. Kauf der Bausparkasse Deutscher Ring fort 6. Der neue #Mehrheitsaktionär von #Wolford hat wie Warren #Buffett eine #Sammelleidenschaft. #Fosun #Luxus #Konglomerat

Instagram, Snapchat & Co: Where’s the fun and what’s to fear? Attending our workshop „The Social Me“ at our @A1Telekom Internet for All Campus in Vienna today, 25 Viennese school children found out. Register your class today at http://a1internet­ fueralle.at #SaferInternetDay2018

A total of 120 voestalpine employees from 40 nations competed at the voestalpine WINTER GAMES at the Red Bull Ring #voestalpinegames #bestcompany

7.

#CQuadrat-Gründer Alexander (#Schütz) ist leidenschaftlicher #Jäger und lebt seine Leidenschaft bei Joh. #Springer’s Erben. #Kapitalerhöhung #Netzwerk #Museum

8. Danke für den virtuellen Rundgang @BDO_Austria! Cooles neues #Head­ quarter #QBC4  TWITTER.COM/DERBOERSIANER

95


MEINUNGEN KOMMENTAR

EIN FALKE FÜR FRANKFURT?

  VITA LUKAS SUSTALA FINANZJOURNALIST

Die Frage, wie stark sich die Europäische Zentralbank unter ihrem nächsten Chef verändern wird, sorgt schon jetzt für heftige ­Spekulationen. Der Spielraum zwischen Mario Draghis „Whatever it takes“ zu „Nein zu allem“ des ­kolportierten Nachfolgers Jens Weidmann ist enorm.

Mario Draghi war der richtige Mann für das Drama. Als der Italiener 2011 ans Ruder der Europäischen Zentralbank

Der gebürtige Wiener (31) stieg beim Kollaps von Lehman Brothers in den Journalismus ein. Heute ist er dankbar für die für ihn spannendsten Jahre im Finanzjournalismus. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade Tennis spielt, genießt er sein Jungvaterdasein. Zu seinen Leidenschaften gehört es, auf Englisch zu publizieren und als studierter Volkswirt und Medienökonom sein Wissen in der Lehre weiterzugeben.

deutsch“ werden könnte, sich also die

„Das Wachstum mag hoch

Geldpolitik zu sehr an der größten und stärksten Volkswirtschaft der Eurozo-

(EZB) kam, war Europas Zentralbank

sein, aber Altlasten gibt es

ne ausrichten könnte. Das wird etwa

in stürmischem Fahrwasser. Die Frage,

im Euroraum genug.“

in einer aktuellen Analyse des „Wall

ob und mit wie vielen Mitgliedern die Eurozone überleben werde, wurde laut

LUKAS SUSTALA

Street Journal“ an dem Faktum festgemacht, dass unter den 2.900 Mitarbei-

und immer lauter gestellt. Draghi ge-

tern der Institution mehr Deutsche sind

lang zwar mit seiner Formel „Whatever

als Franzosen, Italiener und Spanier zu-

it takes“ 2012 und dann mit milliarden-

Bis Mario Draghi an der Spitze der

sammen. Tatsächlich steht diesem zah-

schweren Ankaufprogrammen vorwie-

Europäischen Zentralbank steht, wird

lenmäßigen Übergewicht aber das Fak-

gend von Staatsanleihen 2015 die Beru-

er den Leitzins kein einziges Mal ange-

tum gegenüber, dass die EZB nach wie

higung der akuten Eurokrise. Er hat den

hoben haben. Das ist zumindest der ak-

vor eine ultralockere Niedrigzinspolitik

Konsens innerhalb des EZB-Rats hinter

tuelle Marktkonsens. In den USA hin-

fährt, die eher Italien oder Spanien als

den anfänglich umstrittenen Ideen von

gegen haben die Währungshüter an-

Deutschland zugutekommt.

Staatsanleihenkäufen oder Negativzin-

gesichts einer deutlich besseren Wirt-

In Wahrheit kann vom Aufwind für

sen versammelt. Aktuell wächst die Eu-

schaftslage den Zins schon auf 1,75 Pro-

die Falken noch kaum eine Rede sein,

rozone so schnell wie seit zehn Jahren

zent angehoben. Sollte Jens Weidmann

und die EZB ist auch noch acht Jah-

nicht mehr, und selbst ein Sieg populis-

tatsächlich die Nachfolge von Mario

re nach Mario Draghis Amtsantritt in

tischer Parteien im hochverschuldeten

Draghi antreten, würde die Eurozone

einem Krisenmodus verblieben. Die

Italien vermag die Finanzmärkte kaum

auch währungspolitisch in eine neue

Euro­zone ist und bleibt ein heteroge-

zu erschüttern.

Phase eintreten, in der die Risiken einer

ner Club von Volkswirtschaften, der

Doch auch wenn Mario Draghi erst

Niedrigzinspolitik stärker in den Fokus

von einer gemeinsamen Währung zwar

2019 sein Amt übergibt, sorgen die ers-

genommen werden und die hohe Kre-

zusammengebunden, aber eben nicht

ten Nachfolgediskussionen bereits jetzt

ativität und Experimentierfreude von

von einem gemeinsamen Finanzminis-

für heftige Spekulationen, wie stark sich

„Super Mario“ dem geregelten und zu-

ter, einem gemeinsamen Schuldschein

die EZB unter ihrem nächsten Chef ver-

rückhaltenden Weidmann weicht. Der

oder einer 100-prozentigen Banken-

ändern wird. Mit Luis de Guindos, dem

49-jährige Deutsche hat sich mit sei-

union gestützt wird.

langjährigen spanischen Wirtschafts-

ner Ablehnung von Staatsanleihenkäu-

Das Wachstum mag aktuell hoch

minister, ist die Rolle des Vizepräsiden-

fen oder Negativzinsen einen „Nein zu

sein, aber Altlasten und Herausforde-

ten schon mit einem Südeuropäer be-

allem“-Ruf erarbeitet. Die Falken, also

rungen gibt es im Euroraum noch ge-

setzt. Und das mache Jens Weidmann,

Befürworter höherer Zinsen und einer

nug, auf Bankbilanzen ebenso wie in

den deutschen Bundesbank-Chef, zum

strafferen Geldpolitik, bekämen in sei-

Arbeitsämtern. Und daher wird auch

logischen Kandidaten für Draghis Nach-

ner Präsidentschaft Aufwind.

der künftige Präsident genug Pragma-

folge, so das Kalkül der meisten von Bloomberg befragten Ökonomen.

Allerdings gehen auch schon die Warnungen um, dass die EZB „zu

96

tismus brauchen, um mit Dramen fertigzuwerden. n


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UNTERNEHMEN IN DIESER AUSGABE

IMPRESSUM Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Hans-Jörg Bruckberger, Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Paul Trautendorfer, Barbara Ottawa, Robert Winter

FIRMENINDEX

3 Banken Generali Investment

Konzept 3

85

A2O 67

41

Land Niederösterreich

41

Alantra Österreich

Lehman Brothers

64, 79

76

Allianz Investmentbank AG

55

Lenzing AG

Allianz Invest KAG

25

Liste Pilz

Amag Austria Metall AG

71

Matejka & Partner Asset Management

AT&S AG

18, 71 90 24, 40

23, 61, 71

Neos 90

Baader Bank AG

77

Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen 88

Baker McKenzie

30

Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung 36

Bankhaus Carl Spängler AG

54

Österreichische Post AG

Bawag Group AG

55, 71

88, 89 18, 71

64

Palfinger AG

Binder Grösswang

67

Porr AG

81

Bitpanda 50

Raiffeisen Bausparkasse

55

BMF

Raiffeisen Centrobank AG

8, 50, 56

36, 39, 54, 76

Bonkers 52

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

Buwog AG

Raiffeisen Bank International AG

CA Immobilien Anlagen AG

62, 66, 71, 81 63, 71

Reinhard Friesenbichler

81

63

Safe 7 Holding AG

85

CMS Reich-Rohrwig Hainz

Salus Alpha

36

Credit Suisse

81 30, 33

Scherbaum-Seebacher 81

31

Schoellebank AG

Deloitte Österreich

65

Schönherr Rechtsanwälte

51

Deutsche Bank AG

33, 78

Semper Constantia Invest

25

Deloitte Financial Advisory

Erste Group Bank AG

36

26, 55

Strabag SE

61, 71

EY Österreich

22, 65, 67

UBS Global Asset Management

FACC AG

18, 68, 71

Unicredit Bank Austria AG

49

50, 85

Uniqa Insurance Group AG

61, 71

Finanzmarktaufsicht FMA

59

VBV-Gruppe 68

Flughafen Wien AG

39, 64, 71

Fonds Professionell

93

Verband Financial Planners

64

Fosun 22

Vienna Insurance Group AG

57, 71

FPÖ 89

Voestalpine AG

Freshfields Bruckhaus Deringer

VÖIG 58

67

61, 68, 71

Hansainvest 32

Vonovia SE

HNA Group

23

VVO

Hydro Miner

50

Wienerberger AG

71

IFM Global Infrastructure Fund

40

Wiener Börse AG

10, 52, 61

Wiener Privatbank SE

37, 54, 71

Immofinanz AG Interessenverband für Anleger

60, 63, 71, 81 66

62 56, 86

Wienwert AG Wirtschaftskammer Österreich

Laffitte Capital Management

Wirtschaftsuniversität Wien

Kathrein Privatbank AG KTM Industries AG

93 61, 71

Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbe­ agentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, von Unternehmen beigestellt; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 21. 03. 2018, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Claro Silk 250 g, Kern: Furiso 90 g) gedruckt.

62

Invesco 59 33, 33

WAYNE

82

S Immo AG

78

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 25, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 4332, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

65, 71, 98

CHSH 66

Cercle Investor Relations Austria

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; e ­s gilt die Anzeigenpreisliste 2018!

55, 64, 71

ÖVP

BDO Austria

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

18 30, 34, 48

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Wittur-Gruppe 18 Wolford AG

22, 60, 71

Unbenannt-1 1

97

07.07.2009 13:28:58


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LESERPOST redaktion@ derboersianer.com

ZEHN FRAGEN AN BIRGIT NOGGLER VITA BIRGIT NOGGLER AUFSICHTSRÄTIN RAIFFEISENBANK INTERNATIONAL AG Die selbsternannte „Erbsenzählerin“ Birgit Noggler ist seit der Geburt ihrer Tochter selbstständig. Als Beraterin und Aufsichtsrätin ist sie unter anderem für die B&C Industrieholding, Immigon und die Raiffeisenbank International AG tätig. Zuvor lernte die 1974 geborene Powerfrau Wirtschaftsprüfung bei PWC Österreich und war fast fünf Jahre Finanzvorständin der Immofinanz AG.

1. Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heu-

anderen Schritte würden sich daraus ableiten. Für den öster-

te stehen? – Spaß an dem, was ich jeweils gemacht habe, und

reichischen Kapitalmarkt müsste natürlich auch ein gesamt-

natürlich Fleiß.

hafter Standortplan dringend her. Auch daraus wären kapi-

2. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der Fi-

talmarktbelebende Maßnahmen logische Ableitungen.

nanzbranche tätig wären? – Ich bin und bleibe eine Erbsenzäh-

8. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall

lerin und fürchte, ich würde wieder den Finanzbereich wäh-

Street“? – Das hat sich in meiner Kindheit abgespielt, daher

len. Sonst? Vorstellen könnte ich mir auch den IT-Bereich, da

assoziiere ich damit ein paar „ältere“ Freunde, die ­Michael

sich da unglaublich viel tut.

Milken persönlich gekannt haben, weil sie damals schon an

3. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Von Experten, alles andere wäre unseriös.

der Wall Street gearbeitet haben und die mir immer wieder „living stories“ von damals erzählen. „Wild, wild West“ kann ich da nur sagen.

4. Auf diese App kann ich nicht verzichten? – Ich verwende zwar 9. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Da kommt wohl ein bis zwei Dutzend laufend, könnte aber auf alle verzichten.

5. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am liebsten mit? – Mit meiner Familie und Freunden.

6. Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? – Ich habe mich noch nie verzockt.

7. Um den Kapitalmarkt zu beleben braucht es? – Leadership. Angewandte Intelligenz. Das würde schon genügen, denn alle

niemand an Warren Buffett vorbei. Aber natürlich auch G ­ eorge Soros. Bei Soros beeindrucken mich seine gesellschaftspolitisch orientierten Aktivitäten. Der redet nicht nur, sondern tut auch. Und er animiert auch andere, es ihm nachzutun. Ich habe einen Bekannten, den jedes Treffen mit Soros viel Geld kostet. Aber auch der bringt die Welt gern vorwärts.

10. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16er-Blech“? – Von all dem nur Champagner, durchaus auch ein zweites Glas.

Die nächste Ausgabe erscheint um den 14. 98 Mai 2018. Bis dahin täglich: derboersianer.com


Der Bulle kommt nach Hause.

BNP Paribas ist zum dritten Mal Zertifikatehaus des Jahres.

www.bnpp.at

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