Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
NACHRICHTEN AUS DEN WERKSTÄTTEN
W E N D T & K Ü H N
kleine figuren in einer grossen welt
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 3
Liebe Leser der elfpunktepost Inhalt Hans Wendt Ein bewegtes Leben für die Manufaktur
Seite 4
Himmlische Bescherung Neues und sehr Dekoratives zum Weihnachtsfest
Seite 8
Rauchzeichen Seite 12 Eine Kurzgeschichte vom Räuchermann bei Wendt & Kühn Lebendiges Museum Vom wundersamen Erblühen einfacher Papierbögen
Seite 14
Zauberhafte Reise Lebendige Tradition erzgebirgischer Weihnacht
Seite 16
Kaleidoskop Sortimentsveränderungen Schautage 2009/2010 Verschiedenes aus der Welt von Wendt & Kühn Impressum
Seite 18
ein Jahr ist es jetzt her, dass mein Vater Hans Wendt von uns ging. In der Winterausgabe der elfpunktepost 2008 habe ich Ihnen versprochen, dass wir uns in einer der nächsten Ausgaben näher mit dem Leben dieses großartigen Mannes beschäftigen, der unser Unternehmen vierzig Jahre lang maßgeblich prägte. Dieses Versprechen möchte ich nun einlösen. In einem großen Sonderbeitrag zu Ehren meines Vaters lassen wir den Lebensweg des Unternehmers, Vordenkers und Menschen Hans Wendt noch einmal Revue passieren und erweisen ihm auf diese Weise die letzte große Ehre in diesem Magazin. Ohne Hans Wendts vorausschauendes Denken und visionäres Unternehmertum gäbe es auch die wunderbaren Neuheiten nicht, die wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen. Denn ihm ist es auch zu verdanken, dass das große gestalterische Erbe meiner Tante Grete Wendt die schwierigen Jahre der DDR-Zeit überstanden hat und bis heute in unseren Werkstätten fortgeführt wird. Und so gesellen sich zu den Frühjahrsneuheiten des Jahres 2009, die wir Ihnen bereits in der letzten Ausgabe präsentierten, eine ganze Reihe an Weihnachtsfiguren nach historischen Originalentwürfen, die wir aus dem großen Musterschrank unserer Manufaktur zu neuem Leben erweckt haben. Allen voran schreitet der Musikus, unsere Goldedition No 2, die wir zum Fest in einer limitierten Sonderauflage von 5.555 Stück mit vergoldetem Sockel und in einer schönen Spandose herausgeben. Ein ganz besonderes Sammlerstück, das Sie sich schnell sichern sollten! Zuwachs erhalten auch unsere kleinen Margeritenengelchen, die seit Jahrzehnten zu den Klassikern unseres Hauses gehören. Typisch für sie ist das filigrane Blumenkränzchen, das sie um den Kopf tragen. Wenn Sie wissen möchten, wie und wo dieses Kränzchen entsteht, dann lesen Sie unseren Beitrag über die Firma Otto Mäckel aus Burgstädt, die als einer unserer ältesten aktiven Lieferanten seit vielen Jahrzehnten die kleinen Kostbarkeiten nahezu unverändert für uns fertigt. Auch bei unseren Spieldosen, Weihnachtsmännern und Lichterengeln gibt es reizende Neuzugänge, die ganz im zeitlosen Stil der Grünhainichener Werkstätten Ihre Weihnachtsdekoration um neue Glanzpunkte bereichern. Apropos Weihnachtsdekoration: Viele Menschen, die das Weihnachtsfest schon einmal im Erzgebirge erleben durften, behaupten, dass man sich nirgendwo so schön aufs Weihnachtenfeiern versteht wie hier. Warum das so ist? Wir sind dem Mythos „Weihnachtsland Erzgebirge“ für Sie auf den Grund gegangen. Lassen Sie sich vom Lichterglanz und den Weihnachtsbräuchen des Erzgebirges verzaubern und vielleicht bekommen Sie ja Lust, dieses einmalige Gefühl einmal selbst zu erleben. Wir werden Sie mit offenen Armen und Herzen empfangen! Ein schöner Anlass für einen Besuch im Erzgebirge sind immer wieder unsere Schautage, bei denen wir Sie sowohl in unseren Grünhainichener Werkstätten als auch in unserer Figurenwelt in Seiffen willkommen heißen. In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Ihnen in dieser Weihnachtssaison!
Seite 20
Ihr Tobias Wendt
Seite 4 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Hans Wendt · Ein bewegtes Über 40 Jahre lang führte Hans Wendt das Unternehmen Wendt & Kühn – eine lange und vor allem bedeutsame Zeit, in der er die Grünhainichener Werkstätten mit kaufmännischem Geschick und visionärer Weitsicht durch die Ära des Sozialismus bis in die marktwirtschaftliche Epoche nach der Wende leitete. Ohne ihn wäre unsere Firma heute nicht das, was sie ist, denn Hans Wendt ist es zu verdanken, dass wir die großen Werte
flockenengel oder die reich verzierten Brokatengel, die noch heute fest im Sortiment unserer Werkstätten verankert sind. Johannes Wendt war Gretes Bruder und leitete über zwei Jahrzehnte die kaufmännischen Geschicke der Manufaktur. In ihrem Grünhainichener Elternhaus verbrachten die Zwillinge eine glückliche und unbeschwerte Kindheit – immer umgeben von den berühmten Engeln und anderen Figuren, die im Leben der Wendts allgegenwärtig waren. So waren die Zwillinge schon in den frühen Jahren mit den Fi-
Sicherheit zu bringen und schickte ihn im Januar 1946, gerade einmal 15 Jahre alt, nach Bayern. Grete Wendt hatte in Waal im Allgäu einen guten Bekannten, den sie bei ihren Aufenthalten in München kennen gelernt hatte. Drechslermeister Gebhard Heinz nahm den Jungen in seinem Haus auf und Hans Wendt begann bei ihm eine Drechslerlehre. Hier lernte Hans nicht nur Drechseln, sondern durchlief auch die harte Schule des Lebens. Als einziger Lehrling musste er jeden Samstag, wenn die anderen schon Feierabend hatten, die Werkstatt
Kindheit und Jugend Für Hans Wendt und seine Zwillingsschwester Sigrid war Wendt & Kühn als elterlicher Betrieb auch Abenteuerspielplatz, Kindergarten und Schule. (Abb. links: Hans und Sigrid Wendt 1936 mit großem Däumling auf dem Werkstatthof, Abb. rechts: Hans Wendt 1947 vor der Werkstatt in Waal)
unseres Unternehmens, unseren Markennamen und unsere einzigartigen Muster in die neue Zeit hinüberretten konnten. In unserem großen Porträt anlässlich seines 1. Todestages lassen wir das bewegte Leben des Unternehmers und Menschen Hans Wendt noch einmal Revue passieren und erweisen ihm damit die letzte große Ehre im Magazin dieser Manufaktur, die ohne ihn heute nicht so bestehen würde. Hans Wendt und seine Zwillingsschwester Sigrid wurden am 9. Oktober 1930 in Chemnitz geboren. Ihre Eltern waren Olly und Johannes Wendt, die ebenfalls fest im Unternehmen verwurzelt waren. Olly entwarf als Gestalterin viele unverwechselbare Figuren wie die winzigen Schnee-
guren der Manufaktur vertraut, saßen oft in der Packerei und klebten die Bodenmarken auf die Holzfiguren. Dafür bekamen sie ein kleines Taschengeld von ihren Eltern. Obwohl es nur ein paar Groschen waren, war die Freude der Kleinen über das eigene Geld groß. 1945 fand die behütete Kindheit ein jähes und grausames Ende. Johannes Wendt, der Vater der Zwillinge, wurde verschleppt und in ein Lager in Russland gebracht, wo er einige Monate später verstarb. Ein russischer Offizier, der damals im Haus einquartiert war, warnte die Mutter Olly: Er habe die Information, dass auch ihr Sohn Hans verhaftet werden sollte. Um dies zu verhindern, beschloss die Familie, Hans in
Das Gesellenzeugnis (1948) bestätigt Hans Wendts erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung im Drechslerhandwerk.
reinigen und Späne wegschaffen. Das Leben im Allgäu war schlicht, das Zimmer nicht beheizbar, das Bett kaputt und zum Waschen ging man zum Brunnen in den Hof. Das kräftige und bodenständige Es-
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 5
Leben für die Manufaktur Staatsbauschule Rosenheim auf, das er als „Betriebstechniker der Holzindustrie“ Anfang 1953 beendete. Für Hans Wendt war dies laut eigenem Bekunden seine glücklichste Zeit. Trotz knappem Budget unternahm er viel mit seinen Freunden und Kommilitonen und erkundete mit dem Fahrrad das schöne Bayern. Im März 1953 ging er für ein weiteres Jahr nach München, um an der Akademie für Angewandte Technik den Abschluss als Wirtschaftsingenieur zu erwerben. Nach seinem Studienabschluss 1954 stand für ihn eine große Entscheidung an: Sollte er die Arbeitsangebote im Westen annehmen oder in die ostdeutsche Heimat zurückkehren? Damit würde er viele Privilegien aufgeben und auch mit der Reisefreiheit wäre es vorbei. Doch Hans Wendt wusste, wo er hingehört. Er fühlte, dass In der studienfreien Zeit war er gern zusammen mit Freunden mit dem Fahrrad unterwegs (Sommer 1953). ihn die Firma in Grünhainichen braucht, sen schmeckte ihm jedoch vorzüglich und und so kehrte er als 24-Jähriger in die die Vorliebe für Kartoffeln und Quark hielt Heimat zurück. Seine Tante Grete war ein Leben lang. Auch eine andere Liebe damals schon 67 Jahre alt. Sie brauchte reifte in dieser Zeit im jungen Hans Wendt: dringend einen kaufmännischen Leiter für Die große Liebe zum Werkstoff Holz. Geb- die Werkstätten, nachdem Hans’ Vater verhard Heinz war ein strenger Lehrmeister schleppt worden und gestorben war. Und und brachte Hans nicht nur viele wich- so trat Hans Wendt am 1. November 1954 tige Handwerkstechniken bei, sondern als Betriebsingenieur in die Firma ein. Am auch ein Gefühl für Proportionen. Dosen, 1. Juli 1957 wurde er Mitinhaber, gemeinStuhlbeine und Spinnräder wurden in sam mit Grete Wendt. der Heinz’schen Werkstatt gedrechselt Im Mai 1961 heiratete er. Aus der Ehe ginund hier erwarb Hans seinen großen Re- gen drei Kinder hervor – ein Mädchen spekt vor guter handwerklicher Arbeit, der und zwei Jungen. Der jüngere Sohn Tobiihn ein ganzes Leben lang auszeichnete. as übernahm später die Grünhainichener Auch sein Gefühl für Arbeit und Leistung Werkstätten und leitet seit über sieben Jahwurde in dieser Zeit geschärft. Später als ren die Manufaktur. Betriebsleiter legte er stets großen Wert Hans Wendt bewies bei der Führung des darauf, dass niemand, der fleißig und gut Unternehmens über Jahrzehnte hinweg arbeitet, dies zu Hungerlöhnen oder unter großes Geschick und unternehmerische unwürdigen Bedingungen tun muss. Weitsicht. Die Wirtschaft der DDR war geIm Februar 1948 schloss er seine Lehre prägt von volkseigenen Betrieben und für als Drechsler ab. Doch Hans Wendt wollte ein Privatunternehmen war es alles andere noch mehr erreichen. Bei seiner Flucht als einfach, in diesem Umfeld zu bestehen. hatte er seine Schulbildung an der Ober- Neben bürokratischen Hemmnissen gab schule in Zschopau aufgeben müssen. Nun es immer wieder Engpässe in der Mateführte er diese an der Wirtschaftsober- rialbeschaffung. Doch Hans Wendt verrealschule in München fort, wo er 1949 das stand es stets, mit Durchsetzungskraft und Abitur ablegte. Nach einjähriger Tätigkeit Verhandlungsgeschick Lücken im System als Tischler in der Schreinerei Dippold in zugunsten des Unternehmens zu nutzen. Mühldorf/Inn nahm er ein Studium an der 1972 erließ die Regierung einen folgen-
schweren Beschluss über die Verstaatlichung der bis dahin privatwirtschaftlichen Betriebe. Hans Wendt erkannte, dass diese Entwicklung unaufhaltsam war. Er stemmte sich nicht dagegen, sondern verkaufte den Betrieb an den Staat – und bewies damit einmal mehr sein unternehmerisches Gespür. Unter anderem setzte er durch, dass seine Tante Grete eine – wenn auch nur geringe – Lizenzabfindung für die Nutzung der Muster erhielt. Ein weiterer genialer Schachzug war, dass der neue VEB (volkseigene Betrieb) dank Hans Wendt
Als frischgebackener Ingenieur (1954) kehrt Hans Wendt in seine Heimat und den elterlichen Betrieb zurück.
den Namen Werk-Kunst bekam. Dadurch wurden die Initialen W&K erhalten, was sich nach der Wende als entscheidender Vorteil beim Wiederaufbau der historischen Marke erwies. Auch dass Hans Wendt den nun volkseigenen Betrieb weiter als Leiter führen konnte, war durchaus ungewöhnlich. Aber es gab einfach niemanden, der diese Funktion auch nur in annähernd guter Qualität hätte ausführen können. Als Leiter des volkseigenen Betriebes duldete Hans Wendt keinerlei Abstriche an Mustertreue und Qualität. Nahezu täglich stand er selbst oft stundenlang an der Bohrmaschine oder kontrollierte die Bemalung der Brokatengel. Qualitätskontrolle
Seite 6 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Und so grub man alte Kundenlisten wieder aus, nahm Kontakt zu den Facheinzelhändlern auf und gab ihnen die Möglichkeit, direkt Bestellungen bei Wendt & Kühn aufzugeben. Eine weitere entscheidende Maßnahme nach der Wende war die Durchführung dringend nötiger Investitionen. In 40 Jahren Sozialismus war es nur begrenzt möglich, moderne Technik anzuschaffen und dadurch technologische Verbesserungen voranzutreiben. Jetzt bestand endlich die Möglichkeit dazu. Die vorhandene Bausubstanz musste dringend modernisiert werden, es entstanden neue Produktionsgebäude auf dem firmeneigenen Grundstück und auch der Maschinenpark wurde
Verantwortungsvoll Zum 50-jährigen Jubiläum 1965 dankt Hans Wendt in seiner Funktion als Mitinhaber und Geschäftsführer der Manufaktur verdienstvollen Mitarbeitern – neben ihm Grete Wendt.
war für ihn das A und O. Er konnte mit einem Blick aus Hunderten von Figuren diejenigen erkennen, die bei der Bemalung kleinste Fehler aufwiesen. Nach der Eingliederung in das Kombinat Erzgebirgische Volkskunst unterlag der VEB Werk-Kunst von 1972 bis Mitte 1990 der Planwirtschaft. Durch geschicktes Agieren gelang es Hans Wendt jedoch selbst unter diesen schwierigen Bedingungen, die ihm wichtigen Werte des Unternehmens aufrecht zu erhalten: Die Mustertreue wurde in höchster Qualität gewährleistet, geeignete Materialien beschafft, hochwertig verarbeitet und die Figuren nie als Massenware gefertigt. So konnte der gute Ruf der Grünhainichener Engel® trotz schwierigster Umstände bewahrt werden. Hans Wendt führte den volkseigenen Betrieb, als wäre es noch immer sein eigener – soweit das unter diesen Bedingungen möglich war. Dank dieser Qualitäten wurde er nicht nur in der Branche, sondern der gesamten Region als starke Persönlichkeit und hervorragender Leiter des Unter-
nehmens geschätzt. Hans Wendt war nie Mitglied einer Partei. Er ließ sich nicht verbiegen. Als die Wende kam, war Hans Wendt schon 60 Jahre alt – für ihn jedoch kein Grund zu zögern. Voller Tatendrang wagte er einen Neuanfang. Endlich konnte er all das realisieren, was über viele Jahrzehnte unmöglich gewesen war. Am 1. Juli 1990 – im 75. Jubiläumsjahr der Firmengründung – kaufte er den Betrieb vom Staat zurück und das Unternehmen firmierte endlich wieder unter dem Namen Wendt & Kühn. Hans Wendt war als Unternehmer in seinem Element. Er blühte sichtlich auf und konnte sein brillantes unternehmerisches Geschick wieder zum Wohle der Werkstätten einsetzen. So verschleuderte er die Waren beispielsweise nicht für DDR-Mark, sondern lagerte sie ein und veräußerte sie sofort nach der Währungsunion an die Großhändler in der alten Bundesrepublik. Auch erkannte er, dass sich das Unternehmen mittelfristig vom Großhandel lösen und stattdessen wieder auf die direkte Belieferung der Einzelhändler setzen muss.
Stets kritisch um hohe Qualität und einen reibungslosen Fertigungsablauf in der Manufaktur besorgt.
durch zahlreiche Anschaffungen auf den neuesten technischen Stand gebracht. Insgesamt wurden nach der Reprivatisierung Investitionen in Höhe von 7 Millionen Euro getätigt – sicherlich auch ein Grund für die enorme Aufwärtsentwicklung der Firma nach der Wende. Besonders am Herzen lag Hans Wendt bei allen Neuerungen und Investitionen immer das Wohlergehen seiner Mitarbeiter. Er förderte modernste Arbeitsbedingungen, schuf durch kluge wirtschaftliche Maßnah-
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 7
Für sein Lebenswerk wurde Hans Wendt am 7. Oktober 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
2002 erhält Hans Wendt für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz von Ministerpräsident Milbradt.
Chefsache In der erfolgreichen Entwicklung von Wendt & Kühn und dem Wohl der Mitarbeiter sah Hans Wendt seine Lebensaufgabe – bewusst auf bedingungslose Qualität, kunstvolle Handarbeit und lokale Fertigung setzend.
men die Voraussetzung zur Erhöhung der Löhne und sorgte für eine freundliche und angenehme Arbeitsatmosphäre. Typisch für diese soziale Einstellung ist der häufig gehörte Ausspruch von Hans Wendt: „Was wäre wohl ein Chef ohne seine Mitarbeiter?“ Ende 2001 übergab Hans Wendt die Leitung des Unternehmens an seinen jüngsten Sohn Tobias. Am 31. Dezember 2001 schied Hans Wendt aus dem Betrieb aus. Dennoch nahm er weiterhin regen Anteil am Firmengeschehen. Er schaute fast täglich in den Werkstätten vorbei, führte das eine oder andere Schwätzchen mit den Mitarbeitern und stand seinem Sohn bei der Leitung des Unternehmens mit Rat und Tat zur Seite.
Tobias Wendt – Geschäftsführender Gesellschafter der Wendt & Kühn KG – gemeinsam mit seinem Vater.
Nach langer Krankheit verstarb Hans Wendt am 10. September 2008 im Alter von 77 Jahren in Dresden. Sein Tod war nicht nur für die Familie Wendt ein großer Verlust, sondern auch für die Firma und die gesamte Branche. Seinem Sinn für gestalterische Details, seinem großen Weitblick, seiner sozialen Einstellung gegenüber seinen Mitarbeitern, seinem maßvollen und mutigen unternehmerischen Handeln bei der Führung der Firma und vor allem seinem kaufmännischen Geschick ist es zu verdanken, dass Wendt & Kühn heute wie vor fast 100 Jahren zu den bekanntesten deutschen Manufakturen zählt. Über 40 Jahre lang führte Hans Wendt das Unternehmen mit viel Herzblut und Sachverstand erfolgreich durch wechselvolle Zeiten. Er trotzte allen Widrigkeiten des sozialistischen Regimes und ihm gelang es, die Figuren einem weltweiten Publikum bekannt zu machen. Die Originalität der Entwürfe und die hohe Qualität der handwerklichen Fertigung zu bewahren, war ihm dabei stets eine Herzensangelegenheit. Dieses Erbe setzen wir verantwortungsvoll fort, damit die einzigartigen Figuren von Wendt & Kühn den Menschen noch lange Freude bringen – ganz im Sinne von Hans Wendt.
Seite 8 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Himmlische Bescherung mit liebevollen Auch zum diesjährigen Weihnachtsfest überraschen die Grünhainichener Werkstätten Wendt & Kühn wieder mit himmlischen Neuheiten, die nach Originalentwürfen der Manufaktur in traditioneller Handarbeit gefertigt werden. Begleiten Sie uns auf einem unterhaltsamen Bummel durch den fröhlichen Neuheitenreigen und entdecken Sie Ihre Favoriten für Ihren ganz persönlichen Wunschzettel.
Die Spieldosen gehören seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Klassikern aus unserer Manufaktur. In diesem Jahr haben wir ein ganz besonderes Exemplar wieder aufgelegt: Die Spieldose Tannenbaum war die allererste ihrer Art, die Grete Wendt in den 1920er Jahren entwarf – sie ist sozusagen die Mutter aller Spieldosen von Wendt & Kühn. Sie trug die Artikelnummer 303/1 – und wir glauben, dass sie auch über achtzig Jahre später noch das Zeug hat, eine echte Nummer Eins
zu werden. Zum Klang des 36-stimmigen Schweizer Musikwerks dreht sich der mit goldfarbenen Kugeln und gelben Sternen geschmückte Tannenbaum, der der Spieldose nicht nur ihren Namen gab, sondern auch das zentrale Leitmotiv bildet. Die kleinen Engelmusikanten haben rund um den Baum Platz genommen und spielen auf Flöte, Geige und Trompete weihnachtliche Melodien.
6307/51 Schwebeengel, klein, mit Stern
5301/2 Weihnachtsmann mit Kerzen 528/2 Lichterengel, weiß, Größe 2
Der weihnachtlich geschmückte Baum der Spieldose Tannenbaum, umgeben von Grünhainichener Engeln®, bewegt sich zur Melodie „Stille Nacht” des 36-stimmigen Schweizer Musikwerkes (Art.-Nr.: 5336/1a).
Für weihnachtliche Stimmung sorgen auch zwei wunderbare Lichterträger, die ebenfalls auf sehr alte Entwürfe von Grete Wendt zurückgehen: Der kleine Weihnachtsmann nach einem Entwurf von 1925/26 und der kleine 28er Lichterengel mit Holzkerzen. Beide Figuren sind etwa 6 cm hoch und gehören damit zu den kleineren Vertretern ihrer Zunft. Als Besonderheit zeichnet beide Figuren aus, dass sie elegante weiße Holzkerzen tragen. Mit ihnen künden sie von der weihnachtlichen Sehnsucht der Menschen nach dem Licht – und sie sind natürlich nicht zum Anzünden gedacht! Der kleine 28er Engel war viele Jahrzehnte lang nur in unserem Musterschrank als Teil dieser „Engelfamilie“ zu bewundern, die in sechs verschiedenen Größen auftritt. Jetzt darf er auch als Solist weihnachtlichen Zauber verbreiten. Der Ursprung der 28er Engel, die zu den großen Klassikern aus den Grünhainichener Werkstätten gehören,
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 9
Figuren vom grünen Hain
6308/36 Christbaumengel im Ring, Trompete
650/115/LE LIMITIERTE EDITION Musikus mit vergoldetem Notenschlüssel und vergoldetem Metallsockel
geht zurück auf das Jahr 1912. Damals – also vor fast 100 Jahren – entwarf Grete Wendt in ihren frühesten Schaffensjahren die ersten Engel in ihrer unverwechselbaren Handschrift. Seit dieser Zeit sind die weißen Klassiker mit den grünen Flügeln aus dem Sortiment unserer Werkstätten nicht wegzudenken. Eine unserer Neuheiten wird die Herzen aller Sammler auf ungewohnte Weise höher schlagen lassen: Erstmals seit Jahrzehnten präsentiert Wendt & Kühn wieder einen Räuchermann, der zu den typischen erzgebirgischen Weihnachtsfiguren zählt. Auch Grete Wendt entwarf einige der bärtigen Gesellen, die nach einem ausgeklügelten Prinzip muntere Rauchschwaden mit Weihrauch-, Sandelholz- oder Tannenduft in die Luft paffen. Der 18 cm hohe Räuchermann Nikolaus ist ein richtiger Prachtkerl. Mit Stock, Laterne und dicker Pudelmütze stapft er durch den dichten Winterwald, um auch Ihnen weihnachtlichen Duft ins Haus zu bringen. Welche Stationen er bei seiner aufwändigen Herstellung durchläuft und was alles dazugehört, um aus sorgsam verarbeiteten Holzteilen einen so stämmigen Kerl zu formen, das haben wir für Sie in unserem Werkstättenbericht auf den Seiten 12/13 zusammengetragen. Ein spannender Blick hinter die Kulissen unserer Manufaktur, den Sie nicht verpassen sollten!
5403/6 Räuchermann Nikolaus
Beschwingt geht die Neuheitenparade mit den Grünhainichener Engeln® weiter: Der edle Musikus – als Hüter der musikalischen Schätze, unsere wertvolle Goldedition No 2 – begrüßte Sie bereits Anfang dieses Jahres. Nun, pünktlich zum Weihnachtsfest, präsentieren wir Ihnen das elegante Stück in einer limitierten Sonderedition von 5.555 Exemplaren, die mit vergoldetem Sockel und in einer schönen Spandose begehrte Sammlerobjekte darstellen. Die Edition wird in genau bestimmter Zuteilung an unsere Händler vergeben. Dabei sind Engel, Spanschachtel und das Begleitheft mit einer laufenden Nummerierung versehen, aus der hervorgeht, welches Engelchen der auf 5.555 Stück begrenzten Auflage Sie Ihr Eigen nennen dürfen. Ein paar Worte noch zur Spandose: Die attraktive Geschenkverpackung hat im Erzgebirge eine lange Tradition. Früher wurden viele Figuren in die aus hauchdünnen Spänen gezogenen Dosen verpackt und traten so gut geschützt ihre Reise um die Welt an. Viele Jahre lang wurden solche Dosen in unserer Manufaktur kunstvoll bemalt und mit aufwändigen Mustern gestaltet (allerdings wurden die Spanschachteln selbst nie in unseren Werken hergestellt). Heute sind die filigranen, aber doch robusten Dosen eine Seltenheit geworden. Umso mehr freuen wir uns, dass wir Ihnen unsere Sonderedition in einer so besonderen Schmuckdose anbieten können. Daneben bereichern auch neue Klänge und Impressionen das himmlische Orchester: Der Engel mit Lyra greift sanft in
Seite 10 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
650/130/4 Engel mit Mandoline, schwebend 650/70/18 Engel mit Querflöte auf Schweif
650/68 Engel mit Lyra
650/115 Musikus mit vergoldetem Notenschlüssel, Goldedition No 2
die Saiten, ein Klemmengel mit Liederbuch singt zusammen mit dem Vögelchen auf seiner Hand ein Duett, der sitzende Engel mit Becken sorgt für den richtigen Rhythmus und aus des Himmels Höhen kommen der Schwebeengel mit Mandoline und der Engel mit Querflöte auf einem leuchtend gelben Schweif angeflogen. Um das Weihnachtskonzert brauchen wir uns in diesem Jahr also nicht zu sorgen. Unterstützt werden die Engelmusikanten dabei erstmalig von einem winzigen Kollegen, dessen Geschwister ebenfalls zu den großen Klassikern unserer Manufaktur gehören: Dem Christbaumengel mit Trompete, der im goldenen Ring für Sie musiziert (Abbildung auf Seite 9). Die Christbaumengel im Goldring stammen aus der Feder von Olly Wendt und schmücken seit vielen Jahrzehnten als entzückende Glanzlichter Tannenbäume in aller Welt. Bisher hatten sie ihre Hände zum Ausbalancieren immer frei – nach jahrzehntelanger Übung sind sie nun aber versiert genug, für Sie auf einem Instrument zu spielen, denn das Musizieren haben sie von den großen Engelmusikanten gelernt. Der erste Schneeflockenmusikant im Ring bläst die Trompete und wird in den nächsten Jahren sicher viele Geschwisterchen bekommen. Auch der kleine Schwebeengel mit Stern (Abbildung auf Seite 8) stammt
650/11a Engel mit Becken, sitzend 650/90/12b Engel mit Liederbuch und Vogel auf Klemme
634/70/15 Margeritenengel mit Eisenbahn
634/70/14 Margeritenengel mit Nadel und Teddy
aus der Familie der Schneeflockenengel, die uns in den kommenden Jahren mit vielen weiteren Accessoires erfreuen werden. Typisch für die Schneeflocken- oder Margeritenengel ist das winzige Blumenkränzchen, das sie um den Kopf tragen. Seit vielen Jahrzehnten wird es nahezu unverändert in der Prägewerkstatt der Firma Otto Mäckel gefertigt, die wir Ihnen in diesem Heft vorstellen (siehe S. 14/15). Dieses Kränzchen schmückt auch die drei winzigen Margeritenengel, die unsere in den vergangenen Jahren begonnene Reihe ergänzen. Für die kleinen Weihnachtshelfer gibt es wieder viel zu tun: Ein Engelchen repariert die Räder einer Eisenbahn, ein anderes näht mit einer großen Nadel das Ohr des Teddybären fest und das dritte Engelchen bemalt mit kunstvollem Pinselstrich den klassischen 28er Engel
634/70/13 Margeritenengel mit 28er Engel
aus unserer Manufaktur in winzigkleiner Ausführung. Und wir möchten es an dieser Stelle nicht versäumen, Ihnen auch noch weitere Neuheiten der diesjährigen Frühjahrssaison abermals zu präsentieren – so haben Sie einen kompletten Überblick über die Wendt & Kühn Neuheiten des Jahres 2009. Einen besonderen Glanzpunkt setzt der stimmungsvolle Frühlingskranz in frischen Pastellfarben. Vier reizende Kinder in farbenfrohen Hemdchen erfreuen Ihre Gäste mit Kaffeekanne, Blumen, Vögelchen und anderen Accessoires. Mit zarten Kerzen hell erleuchtet, bildet der Frühlingskranz die Krönung jeder Kaffeetafel. Vielleicht haben Sie Ihre Freundinnen ja zur gemeinsamen Strickrunde eingeladen? Dann leistet unsere Knauldame Rokoko nicht nur gute Dienste, sondern macht da-
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 11
5240/7 Ostermädchen mit Wagen
6205/F Frühlingskranz
5311/3 Bauarbeiter mit Schubkarre
539/26 Holländerjunge mit Akkordeon
5311/7 Maler mit Leiter
539/30 Holländermädchen mit Blumenkorb
bei auch noch eine höchst adrette Figur. Ihre Freundin, die Knauldame Biedermeier, haben wir Ihnen schon im letzten Jahr vorgestellt. Und sicher wird die fröhliche Damenrunde auch in der nächsten Saison hübsche Verstärkung erhalten... Für Verstärkung auf ganz anderem Gebiet sorgen die beiden Handwerker, welche unsere 2007 begonnene Reihe zum Abschluss bringen. Der Bauarbeiter mit Schubkarre und der Maler mit Leiter machen die siebenteilige Serie komplett. Teil einer Serie wollen auch die beiden schmucken Holländerkinder werden, die mit Akkordeon und Blumenkorb aus dem Land der Tulpen grüßen. Grete Wendt unternahm in den 1920er Jahren mehrere Reisen in die Niederlande und ließ sich von den dort gewonnenen Eindrücken zu fantasievollen Kreationen inspirieren.
5272/1 Knauldame Rokoko
Und wenn wir unsere Fantasie ein wenig schweifen lassen, dann sehen wir am Horizont auch schon das kommende Osterfest strahlen, auf das das kleine Ostermädchen mit seinem bunten Eierwagen die erste Vorfreude weckt. Nun aber wollen wir gemeinsam erst einmal die Weihnachtszeit 2009 genießen – die liebenswerten Figuren aus den Grünhainichener Werkstätten von Wendt & Kühn werden dabei Ihr stimmungsvoller Begleiter sein. Bitte beachten Sie:
Die Erzeugnisse aus unserer Manufaktur erhalten Sie bei Ihrem Fachhändler oder in den hauseigenen Geschäften von Wendt & Kühn in Grünhainichen und dem Kurort Seiffen. Ein direkter Versand ist jedoch nicht möglich.
Seite 12 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Wiederentdeckte Rauchzeichen Unseren Räuchermann „Nikolaus“ haben wir Ihnen bereits in der vorherigen Ausgabe der elfpunktepost kurz vorgestellt. Heute berichten wir ausführlicher über seinen aufwändigen Entstehungsprozess. Der Räuchermann besteht aus insgesamt 19 Einzelteilen, die alle – bis auf drei Metallteile – in unseren Werkstätten gefertigt werden. Sämtliche Holzteile sind Drehteile, die ihre endgültige Form oft erst später durch unterschiedliche Anschnitte mit der Kreissäge erhalten (Foto 1). Allein der Mantel wird vier Mal angeschnitten – ein Anschnitt für den Kopf, zwei für die Arme und einen für seinen Rucksack. Die Arme hingegen werden in der Mitte in einem bestimmten Winkel zersägt und gleich darauf wieder verleimt. Dabei wird
1
werden zahlreiche Anschnitte mit der Säge durchgeführt. Alle weiteren Teile werden auf die gleiche Art und Weise vorbereitet, ehe sie dann zusammengefügt werden können. Letzteres erfolgt in der Leimerei, wo der Nikolaus Stück für Stück Gestalt annimmt. Zunächst wird der Mützenrand mittig auf den schräg geschnittenen Kopf geleimt und dieser nach einer kurzen Trockenzeit auf den Mantel aufgesetzt. Dabei müssen die Teile sorgfältig zueinander ausgerichtet werden, damit der Nikolaus später in die richtige Richtung schaut. Hier hilft unseren Leimerinnen ihre Fingerfertigkeit und ihr geschulter Blick. Anschließend leimen sie den schräg geschnittenen Zipfel der Nikolausmütze mittig auf. Noch ein prüfender Blick, eventuell eine kleine Korrektur, dann werden die Arme angebracht (Foto 3).
2
Räuchermann nun endlich seine charakteristische Nikolausnase und seine Füße werden auf dem gedrechselten Sockel befestigt. Erst jetzt treten die Figurenteile den Weg in die Taucherei zur Grundierung und Lackierung an. Hier muss unser Nikolaus zunächst drei Mal kurz die Luft anhalten, denn seine noch rohen Körperteile werden auf Metallnadeln gesteckt und kopfüber in einen großen Topf mit Grund- bzw. Lackfarbe getaucht. Dann werden sie durch Abschleudern von überflüssiger Farbe befreit und zum Trocknen aufgestellt (Foto 4). Auch das kleine Pfeifenköpfchen, der schwere Rucksack und die Laterne durchlaufen in gleicher Weise die Abteilung der Taucherei. Sind alle drei Farbschichten gründlich getrocknet, öffnen sich für unseren Nikolaus die Türen der Malerei, in der alle seine Teile von liebevoller, ruhiger
3
Langwieriger Prozess Bis aus den einfachen Holzkanteln der fertige Räuchermann entsteht, braucht es viele Handarbeitsgänge – an der Drechselbank werden zunächst mit dem Eisen die Einzelteile nach der Mustervorlage aus dem Holz gearbeitet, anschließend gesägt, geschliffen und verleimt (Abb. von links nach rechts).
eines der Armteile um 180° gedreht, um unterschiedliche Armbeugungen zu erreichen. Im Anschluss werden die noch spitzen Ellenbogen einzeln von Hand an einer kleinen Tellerschleifmaschine rund verschliffen (Foto 2). Den letzten Feinschliff vor der anschließenden Lackierung erhalten die Einzelteile durch das sogenannte Trommelschleifverfahren. Nun braucht unser munterer Geselle freilich auch noch Beine. Sie müssen ziemlich kräftig sein, schließlich sollen sie ihn durch den tiefen Schnee des Winterwaldes tragen. Diese stellen unsere Drechsler im Rotationsdrehverfahren her und wieder
Nach einer kurzen Trocknungspause stapft unser Räuchermann noch einmal zurück in den Maschinensaal, denn um seine große Pfeife zu paffen, sind noch einige Bohrungen nötig, die hier ausgeführt werden. Außerdem kann er bis jetzt weder seinen Nikolauswanderstock noch seine Laterne greifen. Nebenbei bemerkt: Das Drehen, Zersägen und Bohren der Einzelteile sind die einzigen Arbeitsschritte, bei denen maschinelle Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Ansonsten wird die Figur von unseren Mitarbeitern ausschließlich in feiner, sorgfältiger Handarbeit gefertigt. Wieder zurück in der Leimerei erhält der
Hand sorgsam bemalt werden. Die Besonderheit dabei ist, dass beim Bemalen des Räuchermannes ganz spezielle Farben zum Einsatz kommen. Da die Räucherkerzchen dem Nikolaus ganz schön „einheizen“, erhalten seine heiß werdenden Körperpartien wie z.B. Mantel, Gesicht und Bart eine hitzebeständigere Farbgebung. Damit später so wenig wie möglich passiert, sollten wir unserem rauchenden Gesellen nichtsdestotrotz hin und wieder eine kleine Verschnaufpause gönnen und ihn nach dem Räuchern einige Zeit abkühlen lassen. In der Malerei tragen unsere Malerinnen als erstes die Hautfarbe der Gesichtspartie
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 13
aus dem alten Musterschrank auf. Anschließend werden Mützenrand (Foto 5) sowie Ärmelaufschläge braun bemalt und mit einem feinen Langhaarpinsel wird noch ein Gürtelband um den dicken Bauch gezogen. Rot gefärbt ist hingegen seine Mütze, die ihn vor kalten Winter-
seinen vollen Rauschebart (Foto 6). Nach dem Bemalen heißt es wieder warten und trocknen – denn gut Ding will Weile haben! Ist die Farbe gut getrocknet, kann der Räuchermann komplettiert werden – er bekommt seinen Rucksack aufgesetzt, das
4
5
6
– lässt das Räucherkerzchen vollständig abbrennen und verringert gleichzeitig die Brandgefahr. Außerdem fällt die Asche in ein Auffangtöpfchen, das genügend Platz für mehrere „Räucherdurchgänge“ bietet. An dem Töpfchen sind zusätzlich drei gebogene Spangen angebracht, welche den Oberkörper des Räuchermannes fest auf seinem Unterkörper halten – nichts kann wackeln oder kippeln. Nach diesem langen und vor allem aufwändigen Marsch durch verschiedene Abteilungen unserer Manufaktur mit all ihren Spezialbehandlungen ist in feiner Handarbeit ein kleines Meisterwerk entstanden. Der rauchende Geselle ist nun endlich bereit für seine nächste große Wanderung – von Grünhainichen hinaus in die weite Welt, um die Herzen der Menschen zu erfreuen (Foto 8).
7
Ist der Figurenkörper montiert und der Leim getrocknet, erfolgt die Grundierung. An die notwendige Trocknungszeit schließt sich – wie bei allen Figuren aus der Manufaktur – die feine Bemalung von Hand an.
stürmen im Weihnachtsland schützt. Das Unterteil des Räuchermannes, seine Laterne, das Pfeifenköpfchen und der prall gefüllte Rucksack werden auf die gleiche sorgsame Weise angestrichen. Dabei erhält das Pfeifenköpfchen ein kleines Blumenmotiv als Verzierung. Die Laterne wird, wie auch das Pfeifenköpfchen, auf einer Nadel bemalt und nach dem Trocknen von der Nadel abgezogen. Das so entstandene kleine Loch muss im Anschluss noch gekittet, fein verschliffen und übermalt werden. Zu guter Letzt verleiht eine Gesichtermalerin dem Räuchermann sein zufriedenes, liebenswürdiges Antlitz und
Pfeifchen angesteckt und seine Laterne in die Hand. Doch halt, etwas Entscheidendes fehlt doch noch: Der Einsatz für die Räucherkerzchen im dicken Bauch des Mannes. Ohne ihn würde unserem Nikolaus kein einziges Weihnachtsduftwölkchen aus seiner Pfeife entweichen. Der besondere Einsatz aus Edelstahl wurde von einem unserer Partner, der Firma Huss, in spezieller Entwicklungsarbeit entworfen und auch gefertigt (Foto 7). Seine besondere Konstruktion – das Räucherkerzchen wird nach dem Anzünden verkehrt herum eingehängt und nicht wie üblich aufgestellt
8 Geduldig erwartet Nikolaus den Beginn seiner Reise hinaus in die Weihnachtsstuben der großen Welt.
Seite 14 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Lebendiges Museum In einer kleinen Firma im sächsischen Burgstädt werden die Kränzchen für unsere Engel und Blumenkinder geprägt – mit seit Jahrzehnten unveränderten Verfahren und in einer Werkstatt, die museale Industriekultur Tag für Tag mit Leben erfüllt.
dass die heutigen Firmeninhaber Pfeiffer Wendt & Kühn schon von den Mäckels als Kunden übernahmen. Vermutlich reichen die Geschäftsbeziehungen bis in die dreißiger oder vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Somit ist die Firma Otto Mäckel einer unserer ältesten aktiven Lieferanten. All das befindet sich hier noch heute an In den 137 Jahren ihres Bestehens – bereits Ort und Stelle: Geheimnisvolle Maschinen 1872 begann Otto Mäckel für die Handmit breiten Kettenantrieben und geschwun- schuhfabrikation Verpackungskartons her- genen Speichen in den Schwungrädern, zustellen, die mit geprägten Papierborten
und -decken verziert waren – hat sich in der Burgstädter Prägerei nicht allzu viel verändert. Eigentlich müsste man die ganze Gründerzeitvilla inklusive des Werkstattinventars unter Denkmalschutz stellen. Selbst die Produktpalette der kleinen Firma ist seit 137 Jahren nahezu gleich geblieben. Nach wie vor fertigt die Familie Pfeiffer geprägte Papierdeckchen und Kleeblätter, Musikinstrumente, Schleifen, Borten, Sterne, Engelflügel, Käferfüße und vieles mehr aus geprägtem Papier oder
Otto Mäckel gründete 1881 die Spitzenpapierfabrik und Prägeanstalt in Burgstädt (historische Aufnahme).
jede Menge Pappstreifen, Warenmuster, Walzen und Prägematrizen, die in altehrwürdigen Regalen gut sortiert lagern. Auch eine uralte Werkbank mit einem Loch, durch das man hindurchblicken kann und sogar die extra eingezogenen Balken für die Transmission sowie der Ölfleck, den der seinerzeit fest installierte Gasmotor hinterlassen hat, ist noch zu sehen. Nein, wir befinden uns nicht in einem Museum. Wir sind zu Besuch in der Werkstatt der Firma Otto Mäckel, die uns seit vielen Jahrzehnten mit der Blümchenborte – wir nennen sie liebevoll „Röselborte“ – beliefert, die viele unserer kleinen Engel und Blumenkinder als Kränzchen auf dem Kopf tragen. Wie lange die Zusammenarbeit mit Wendt & Kühn schon währt, kann niemand so ganz genau sagen. Fakt ist,
Beeindruckend Wenn die Walze in der Maschine ihre druckvolle Arbeit getan hat, trägt die flache Pappe das gewünschte plastische Ornament. Nach diesem Verfahren wird auch die Blütenborte für Wendt & Kühn gefertigt.
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 15
Die geprägte Röselborte wird als dekoratives Blumenband bei Wendt & Kühn in der Leimerei aufgeklebt.
aus Pappe – so wie unsere „Röselborte“. Früher wurden diese Borten aus Zinn gefertigt. Als in den vierziger Jahren jedoch aufgrund des Krieges die Rohstoffe knapp wurden, stellte man die Produktion auf die aufwändig geprägten Pappborten um. Und so ist es bis heute geblieben. Begeistert erzählt Herr Pfeiffer von seinen alten Prägewerkzeugen. Die Werkzeuge sind sein größter und wertvollster Schatz. Es ist beeindruckend, mit wie viel handwerklichem Geschick und präzisem Detailreichtum die Werkzeuge hergestellt wurden. Das Material der Walzen und Prägematrizen wurde so sorgfältig gewählt und so erstklassig verarbeitet, dass selbst über 80 Jahre alte Werkzeuge heute noch eingesetzt werden können. Und so ist es in der Mäckel’schen Werkstatt doch ein bisschen wie im Museum – nur mit dem Unterschied, dass alles lebendig ist. Hier sind die altehrwürdigen Maschinen Tag für Tag im Einsatz, für diese Werkstatt wurden sie einst gebaut, hier wird produziert und hier scheint alles für die Ewigkeit bestimmt zu sein. Nichts ist klinisch sauber, aber alles hat seine Ordnung, alles seinen Sinn und alles seinen Platz. Selbst eine Filmkulisse könnte nicht besser arrangiert sein. Und doch ist das hier das wahre Leben.
Produktarchiv Der Blick in das über Jahrzehnte gewachsene Archiv zeigt eine Vielzahl unterschiedlichster Prägemotive, die abrufbar bereitliegen oder nach Kundenauftrag neu gefertigt werden können.
Geschichtsstunde Viel Handarbeit beim Ausbrechen der Stanzbögen bzw. dem Zählen und Banderolieren der geprägten Erzeugnisse dokumentiert der Rückblick in den früheren Produktionsalltag (historische Aufnahme).
Seite 16 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
Es ist Sonntag, der 1. Advent. Wir sind zu Besuch bei den Schautagen von Wendt & Kühn in Grünhainichen. Überall begegnen uns Weihnachtsfiguren, Nikoläuse, Geschenke und natürlich Engelchen, Engelchen, Engelchen – sowohl aus Holz als auch aus echtem Fleisch und Blut. Im kurzen weißen Hemdchen künden sie von der wohl schönsten Zeit des Jahres – und ganz besonders schön ist diese Zeit hier im Erzgebirge. Nirgendwo funkelt und duftet, leuchtet und klingt es in der Adventszeit so schön wie zwischen Annaberg und Freiberg, Seiffen und Oberwiesenthal. Davon zeugt nicht zuletzt eine einzigartige Kunst, die sich in diesem Landstrich entwickelt hat – die Holzkunst aus dem Erzgebirge, die hier im „Weihnachtsland“ ihre Heimat hat. Pyramiden und Schwibbögen, Räuchermänner und Nussknacker, und natürlich die Engel zieren im Erzgebirge zur Weihnachtszeit nicht nur jede Stube, sondern auch jedes Fenster. Fährt man im Advent
elfpunktepost
Zauberhafte Reise ins durch die verträumten Ortschaften zwischen den tief verschneiten Hängen, dann ist man fasziniert vom unnachahmlichen Funkeln und Strahlen, das die Dörfer und Städtchen erhellt. Alles glänzt in einem himmlischen Licht, das sich im weißen Schnee der Berge und Täler spiegelt und eine zauberhafte Stimmung erschafft, bei der man sich beinahe im Weihnachtshimmel wähnt. Die Erzgebirger haben bei der Beleuchtung ihrer Häuser eine ganz eigene Philosophie. Bunt funkelnde Lichterketten und blinkende Weihnachtsmänner nach amerikanischem Vorbild sind im Erzgebirge Fehlanzeige. Hier wird nach alter deutscher Tradition gelichtelt. Und so leuchten in jedem – aber wirklich jedem – Fenster die schönsten Schwibbögen und Kerzenhalter in sanftem, hellen Licht – so wie die weißen Kerzen auch früher schon in den Fenstern erstrahlten. Der Brauch, zu Weihnachten Lichterengel ins Fenster zu stellen, hat im Erzgebirge eine jahrhundertealte Tradition. Der Landstrich ist geprägt vom Silberbergbau und der Suche nach wertvollen Erzen, die der
Musikalischer Willkommensgruß Einige Figuren aus den Werkstätten Wendt & Kühn sind auch auf der großen Weihnachtsspieldose in Grünhainichen zu entdecken und begrüßen die Besucher bei uns im Weihnachtsland.
Geschaffen, um das Licht der Weihnacht zu den Menschen zu bringen (Art.-Nr.: 528/6 und 528/3).
Region schließlich ihren Namen gaben. In den tiefen, dunklen Stollen sahen die Bergleute nur wenig Licht, besonders in der Winterzeit, wenn die Abende länger waren als die Tage. Und so wurden sie bei ihrer Heimkehr von den wärmenden Strahlen des Lichts in den Fenstern begrüßt – getragen wurden die Kerzen vom hölzernen Bergmann und seinem Engel, der die liebende Frau verkörpert. Geschaffen wurden die Figuren meist von den Bergleuten selbst, für die das Schnitzen und Drechseln oft ein wichtiger Nebenerwerb war. Schon von weitem konnte man an den beleuchteten Fenstern erkennen, wie es um die hier lebende Familie bestellt war, denn die Anzahl der Engel stand für die Zahl der Mädchen, die der Familie beschert waren und die Bergmänner in den Fenstern symbolisierten die Jungen. Die Tradition der Lichterengel ist im Erzgebirge allgegenwärtig. Auch Grete Wendt wurde von diesem schönen Brauch zu ihren Entwürfen inspiriert. Ihr gelang es, die Volkskunsttradition mit den hohen gestalterischen Ansprüchen zu vereinen, die sie bei ihrem Studium an der KöniglichSächsischen Kunstgewerbeakademie in
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 17
Land der Lichter & Engel Dresden erworben hatte. Damit erschuf sie einen völlig neuen Ansatz der bewussten Figurengestaltung, der bis heute nichts von seinem zeitlosen Reiz eingebüßt hat. Und so begrüßt uns auch in Grünhainichen eine überlebensgroße Spieldose, auf der neben Engel und Weihnachtsmann nach Entwürfen Grete Wendts auch ortstypische Figuren einen weihnachtlichen Reigen um einen großen Tannenbaum tanzen. Auch das ist im Erzgebirge eine schöne Tradition: In fast jedem Ort gibt es eine große, meist mehrere Meter hohe Ortspyramide, auf der in holzkünstlerischer Arbeit weihnachtliche Szenen dargestellt sind. Bergmänner ziehen ihre Runden, Holz- und Kräuterweibl kehren mit vollen Kiepen und gebücktem Rücken aus dem Walde heim, kleine Eisenbahnen drehen dampfend ihre Runden, der Weihnachtsmann stapft schwer bepackt durch den winterlichen Tannenwald und musizierende Engel blasen von der Spitze der Pyramide ihr fröhliches Hallelujah. Das „Anschieben“ der Pyramiden ist in jedem Ort ein großes Fest. Meist am 1. Advent trifft sich das ganze Dorf, die ganze Stadt, bei Glühwein, Weihnachtsliedern und Stollen, um das Meisterwerk in Gang zu setzen. Strahlende Kinderaugen verfolgen das Spektakel und auch der Weihnachtsmann mit seinen Helfern lässt es sich nicht nehmen, den kleinen und großen Gästen einen Besuch abzustatten. In seinem Sack hat er neben netten Aufmerksamkeiten auch viele leckere Weihnachtsbäckereien, die im Erzgebirge ganz besonders gut schmecken. Zu den heimlichen Favoriten unseres Weihnachtsmannes zählen die weihnachtlichen Leckereien von den Bäckern und Konditoren aus Grünhainichen und Augustusburg. Aber psst, das bleibt unser köstliches Geheimnis! Das Pyramidenanschieben am 1. Advent ist jedoch nur der Auftakt zu einem vierwöchigen Fest des Lichtes, welches das ganze Erzgebirge mit einem vorweihnachtlichen Zauber erfüllt. In den Häusern bauen die Familien ihre dekorativen Schätze aus gedrechseltem oder geschnitztem Holz auf, die oftmals über Generationen weiterver-
Stille Nacht Wenn der Schnee das Land bedeckt und die Lichter in den Fenstern die kalte Winternacht verzaubern, dann ist Weihnachten – auch im Haus der Engel bei Wendt & Kühn in Grünhainichen (historische Aufnahme).
erbt wurden. Bei zahlreichen Bergparaden präsentieren sich Traditionsvereine in ihrer prächtigsten Bergmannstracht und in den Städten locken die schönsten Weihnachtsmärkte, die man sich vorstellen kann. Hier im Erzgebirge spürt man auf den Weihnachtsmärkten noch jenen Zauber, der uns in der Kinderzeit in freudige Aufregung versetzte. Neben den Glühweinund Bratwurstständen, die mit verführerischem Duft die Winterluft schwängern, verheißen geheimnisvolle kleine Stände höchst spannende Überraschungen: Pyramiden und Räucherkerzchen, Christbaumschmuck und Puppenmöbel, kleine Engelchen und Pfefferkuchen – hier werden Weihnachtswünsche Wirklichkeit. Viele Städte im Erzgebirge achten bei der Standplatzvergabe peinlichst genau darauf, dass nur hochwertigste Artikel auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden. So findet man in Annaberg ausschließlich OriginalHolzkunstartikel aus dem Erzgebirge und keine billigen Plagiate aus Fernost – ein Qualitätsanspruch, den man auf Schritt und Tritt spüren kann. Überhaupt, das Gefühl – das ist es wohl, was Weihnachten im Erzgebirge so beson-
ders macht. Denn im Weihnachtsland ist der Advent die schönste Zeit des Jahres und das merkt man den Menschen hier an. Alle scheinen sich das ganze Jahr über auf diese geheimnisvolle Zeit gefreut zu haben. Und im Dezember blühen die Erzgebirger auf. Ihre Wangen beginnen zu leuchten, die Augen zu strahlen und der Blick ist verklärt von einem hoffnungsvollen Zauber, der das gesamte Erzgebirge in eine himmlisch weiße Wolke aus Vorfreude, Erwartung und Fröhlichkeit hüllt. Über dem geschäftigen Treiben auf den Weihnachtsmärkten und Adventsfesten liegt eine mitreißende und doch auch andächtige Stimmung, die von unzähligen Lichtern in einen geheimnisvollen, betörenden Schein getaucht wird. Mehr können Worte an dieser Stelle nicht sagen – das müssen Sie einfach selbst erleben!
Seite 18 | Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009
elfpunktepost
Kaleidoskop 2009 erfahren bei Wendt & Kühn auch einige Figuren ihre vorerst letzte Auflage, um anschließend in den großen Musterschrank der Grünhainichener Manufaktur zurückzukehren. Nachfolgend finden Sie eine vollständige Übersicht all jener Artikel, die nach 2009 für mindestens fünf Jahre nicht mehr im Sortiment von Wendt & Kühn sein werden: 5229/1/2 Kinder mit Frühlingszweigen 5229/3-4 Kinder mit Waldzweigen 5256/3G Küken, groß 5256/7 Küken, klein 5269/3 2 Küken 5284 Rattenfänger 537/1-3 Beerensammlerkinder 538/1-2 Rastelbinder und Korbfrau 5407/1-2 Tänzerpaar 590 Mondfamilie, 6 Figuren 5322/4 Umzugswagen mit Engel 650/50 Engel-Wippe mit 2 Engeln 650/62 Engel auf Schlitten, liegend 650/63 Engel auf Schlitten mit Muff 650/64 Engel auf Schlitten, sitzend 5301/6 Weihnachtsmann mit Baum und Stock 6311 Engel mit Instrument, auf Klemme (6 Figuren)
Beispiel für die 2009 letztmalig gefertigten Figuren: Die „Beerensammlerkinder” (Art.-Nr.: 537/1-3).
Lebendes Spielzeug Die bekannte Kinderbuchillustratorin Gertrud Caspari (1873 – 1948) entführt uns in diesem Buch in eine Märchenwelt, in der sich zahlreiche Figuren aus den Grünhainichener Werkstätten Wendt & Kühn tummeln. Mit Grete Wendt, einer der Mitbegründerinnen und Gestalterin der Firma, verband Gertrud Caspari eine besondere Freundschaft. Gertrud Caspari zählt zu den bekanntesten deutschen Kinderbuchillu-
Nach langer schwerer Krankheit verstarb die Gesellschafterin unseres Unternehmens, Frau
Sigrid Maria Wendt am 21. Mai 2009 in New York City im Alter von 78 Jahren. Mit ganzer Kraft hat sie über lange Zeit gegen die Krankheit gekämpft, aber der Tod hat nun doch über das Leben gesiegt. Ihr Tod ist ein großer Verlust für die Familie Wendt und ebenso für die Firma Wendt & Kühn.
Lebendes Spielzeug Märchenbuch von Gertrud Caspari, nacherzählt von Heinrich Meise – erhältlich im Buchhandel und bei Wendt & Kühn in Grünhainichen und Seiffen (ISBN 978-3-89876-448-3).
Punktgenau Wie bei Wendt & Kühn die 11 Punkte auf die grünen Flügel gelangen, kann man zu den Schautagen vor Ort erleben – mit Erklärungen aus erster Hand.
stratorinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die gebürtige Chemnitzerin griff in ihren Büchern vielfach auf die Darstellung von hölzernem Spielzeug zurück. Als Modelle dienten ihr dafür vorwiegend Erzeugnisse aus dem sächsischen Erzgebirge. Der vorliegende Erstdruck ist entstanden aus dem im Nachlass von Gertrud Caspari gefundenen Texten sowie zahlreichen dazu entstandenen aquarellierten Zeichnungen und Skizzen. Einladung in die Manufaktur Ununterbrochen werden seit fast 95 Jahren die liebevollen Figuren aus unserer Manufaktur in kunstvoller Arbeit und mit großer Leidenschaft für das Schöne von Hand gefertigt. Was dabei im Einzelnen geschieht und wieviel Zeit dafür notwendig ist, können Sie zu den Wendt & Kühn Schautagen
Unvergesslich Während der Wendt & Kühn Schautage in Grünhainichen bietet unsere liebevoll dekorierte Foto- ecke die Traumkulisse für ein besonderes Familienfoto von bleibender Erinnerung.
elfpunktepost
Neunte Ausgabe Herbst / Winter 2009 | Seite 19
Stimmen und Gedanken „… die elfpunktepost ist eine schöne, gut aufgemachte Information. Wir erhalten auf diesem Wege sehr tiefgreifende Einblicke in die Welt der Engel von Wendt & Kühn. Jedes Mal wenn die neue Ausgabe kommt, entsteht der Wunsch, Sie zu einem ‚Tag der offenen Tür’ zu besuchen.“ K. Schulte, Braunschweig
Weihnachtsmannwerkstatt Zu den Schautagen haben die Kinder auf der Bastelstraße Gelegenheit, mit eigenen Händen kleine Kunstwerke zu schaffen – in der Vorweihnachtszeit sogar mit äußerst prominenter Unterstützung.
ganz unmittelbar erleben – unseren Mitarbeitern beim Drechseln, Leimen, Tauchen und Malen über die Schulter sehen oder sich in unserer Verkaufsausstellung eine schöne Freude bereiten. Die Kleinen finden an diesen Tagen zum Beispiel auf der Bastelstraße Abwechslung und in der liebevoll dekorierten Fotoecke können Sie Ihren Familienbesuch als Erinnerung für immer festhalten. Mit etwas Glück begegnet Ihnen vielleicht sogar ein lebendiges Wendt & Kühn Engelchen oder im Advent der Weihnachtsmann…
Termine für die Schautage 2009/2010 bei Wendt & Kühn in Grünhainichen, jeweils von 10.00 - 17.00 Uhr: 30. 10. - 01. 11. 2009 (Reformationsfest) 28. 11. - 29. 11. 2009 (1. Advent) 13. 05. - 15. 05. 2010 (Himmelfahrt) 29. 10. - 01. 11. 2010 (Reformationsfest) Termine für die Schautage 2009/2010 in der Wendt & Kühn Figurenwelt Seiffen, jeweils von 10.00 - 17.00 Uhr: 17. - 18. 10. 2009 (Trad. Handwerk) 03. - 04. 04. 2010 (Ostern) 16. - 17. 10. 2010 (Trad. Handwerk)
„… so ist Ihnen die Aufmachung der elfpunktepost in jeder Weise bestens gelungen. Was ich besonders gut empfinde, dass Sie neben Produktinformationen auch Informationen über die Wiege des Hauses Wendt in gehaltvoller Weise darstellen. Hier zeigen Sie, dass viel Fleiß und Bodenständigkeit erforderlich ist, um ein solches Unternehmen über die Jahre nach vorn zu bringen.“ A. Alberti, Idstein/Ts. „… bis auf wenige Ausnahmen habe ich alles was 11 Punkte hat! Von der Orgel über den Umzugswagen und die sportlichen Wesen bis hin zum Dirigenten eines recht großen Orchesters (den die kleine Enkelin entzückt ‚Engeldompteur’ nannte).“ U. Müller-von der Bank, Swistal
Bitte ausreichend frankieren Affix proper postage here NACHRICHTEN
AUS DEN WERKSTÄTTEN WENDT & KÜHN
Bitte registrieren Sie mich als neuen Abonnenten der elfpunktepost*, deutsch Please enter my subscription to the eleven dot post*, English Name, Vorname Name Straße Address PLZ Wohnort City, State, Zip Code, Country
Bemerkungen Comments
* Als registrierter Abonnent erhalten Sie die elfpunktepost, das aktuelle Kundenmagazin der Werkstätten Wendt & Kühn, zweimal jährlich kostenlos nach Hause. Diese Karte bitte nur ausfüllen und abschicken, wenn Sie unsere elfpunktepost noch nicht zugeschickt bekommen. The eleven dot post is a free annual customer magazine published for subscribers by the Wendt & Kühn Workshops. Please note: If you have received this issue by mail, you need not register again.
wendt & kühn kg Werkstätten für feine figürliche Holzarbeiten und Spieldosen Chemnitzer Straße 40 09579 Grünhainichen Germany
elfpunktepost Herbst / Winter 2009
„… war ich mit meinem Freund bei den Schautagen und ich muss sagen, ich habe selten Mitarbeiter gesehen, die mit so viel Hingabe und Geduld ihre Arbeit verrichten, Fragen beantworten und immer ein Lächeln für die Kunden haben. … ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal bei Ihnen zu Gast!“ U. Priefer, Giebelstadt „Wir haben heute Ihre Web-Seite entdeckt und haben uns wie kleine Kinder über die zauberhafte Ausführung gefreut.“ S. Litzenhoff, Halstenbek
unter „Kontakt“ die elfpunktepost einfach per Mausklick bestellen und schon ab der nächsten Ausgabe kommt diese zu Ihnen kostenlos nach Hause. Übrigens erscheint die elfpunktepost einmal im Jahr auch in Englisch – z.B. für Ihre ausländischen Freunde oder Verwandten! Wenn Sie aktuell über Wendt & Kühn informiert werden möchten, können Sie unter www.wendt-kuehn.de auch unseren elektronischen Newsletter anfordern.
Im Grünhainichener Ladengeschäft von Wendt & Kühn werden Träume wahr.
Impressum Herausgeber: Wendt & Kühn KG Chemnitzer Straße 40, D-09579 Grünhainichen Telefon: 037294/86 286 · Telefax: 037294/86129 E-Mail: info@wendt-kuehn.de www.wendt-kuehn.de
Das elfpunktepost-Abonnement Sie bekommen die elfpunktepost noch nicht zugeschickt oder möchten das Magazin gern einem Freund oder Verwandten zukommen lassen? Dann nutzen Sie unseren Service und werden Abonnent des Wendt & Kühn Kundenmagazins. Dazu senden Sie bitte die Postkarte (unten) vollständig ausgefüllt und frankiert an uns zurück, oder Sie registrieren sich im Internet. Auf www.wendt-kuehn.de können Sie
So finden Sie uns Die kleine Anfahrtsskizze weist Ihnen den Weg ins Stammhaus nach Grünhainichen (Herstellung und Verkauf) oder in die Wendt & Kühn Figurenwelt Seiffen (Verkauf).
Verantwortlicher Redakteur: Gestaltung: Text: Fotografie: Druck:
Tobias Wendt brennerdesign, Zschopau Dr. Sylva-Michèle Sternkopf, Flöha S+M Rümmler, Flöha, Fotoarchiv der Wendt & Kühn KG, Privatarchiv der Familie Wendt und Fotoarchiv der Fa. Mäckel Druckerei Gutermuth, Grünhainichen
Neunte Ausgabe Herbst/Winter 2009 Grünhainichen, September 2009
Als Antwortkarte bitte hier an der Linie abtrennen / Cut along dotted line
✁
wunderbare kleine figuren in einer grossen welt