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Wendt & Kühn - elfpunktepost 2 (Frühjahr/Sommer 2006)

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Ausgabe Frühjahr 2006

NACHRICHTEN

AUS DEN WERKSTÄTTEN WENDT & KÜHN

kostenlose Kundenzeitschrift

Sonniges Frühlingserwachen am grünen Hain Mit neuen Figurenkompositionen überrascht Wendt & Kühn auf liebevolle Weise.


Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 2

elfpunktepost

Willkommen Liebe Kunden, Freunde und Liebhaber von Wendt & Kühn, der Frühling hält nun endlich Einzug. Die Sonnenstrahlen haben den Kampf gegen den Schnee gewonnen, die Frühblüher lassen ihre zarten Knospen sprießen, und die Vögel zwitschern emsig in den grünenden Zweigen. Mit dem Aufblühen der Natur erwachen auch die reizenden Frühlingsfiguren von Wendt & Kühn zu neuem Leben. Unsere Blumenkinder tragen stolz die Boten des Frühlings zur Schau, und unsere Osterfiguren freuen sich schon auf strahlende Kinderaugen und das fröhliche Lachen bei der Eiersuche. Ergänzt werden die frohen Botschafter der schönen Jahreszeit durch eine Reihe reizender Neuauflagen aus alten Kollektionen. Zwei bezaubernde Bäckerkinder präsentieren ihre knusprigen Kunstwerke, und das 21 Zentimeter große „Mädchen mit Malbuch“ erfährt nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf in der Mustersammlung des Hauses nun erstmals die Ehre der Serienfertigung. Auch alle Geburtstagskinder dürfen sich freuen. Ab 2006 legt Wendt & Kühn die großen Geburtstagszahlen neu auf, die mit ihrer aufwändigen figürlichen Ausschmückung der Blickfang einer jeden geschmackvoll gedeckten Geburtstagstafel sind. Aber auch bei anderen Feierlichkeiten wie Silberhochzeiten oder Firmenjubiläen schenken die farbenfrohen Zahlen Freude und bleiben in dauerhafter Erinnerung. Und natürlich darf im Fußballjahr 2006 auch eine Hommage an die beliebteste Sportart der Deutschen nicht fehlen. Das war in den 1920er Jahren nicht viel anders als heute, und so enthält die umfangreiche Musterkollektion aus der Feder Margarete Wendts auch zu diesem Thema eine unverwechselbare Kreation, die uns die spannende Zeit des Mitfieberns stimmungsvoll verkürzen wird. Ich freue mich sehr, liebe Kunden und Freunde des Hauses Wendt & Kühn, dass Ihnen unsere erste Ausgabe der elfpunktepost, die in der Vorweihnachtszeit 2005 erschien, so gut gefallen hat. Die Resonanz seitens der Kunden als auch der Händler war phänomenal, die Hefte fanden reißenden Absatz, und viele Leserbriefe haben uns in unserem Vorhaben bestärkt, die elfpunktepost zu einem regelmäßigen Informationsmedium des Hauses Wendt & Kühn werden zu lassen. Wenn Sie die elfpunktepost regelmäßig erhalten möchten, teilen Sie uns bitte telefonisch oder per Post Ihre Adresse mit. Gern senden wir Ihnen dann immer pünktlich die neueste Ausgabe zu. Auch in diesem zweiten Heft, das Sie durch den Frühling und Sommer begleiten wird, finden Sie Wissenswertes vom grünen Hain. Wir stellen Ihnen unsere aktuellen Neuheiten vor, geben aufschlussreiche Einblicke hinter die Kulissen und möchten Sie herzlich zu unseren Schautagen zu Ostern (in der Figurenwelt in Seiffen) und an Christi Himmelfahrt (in Grünhainichen) einladen. Mein besonderer Tipp: Ein spezieller Beitrag dieser Ausgabe befasst sich mit dem hochinteressanten Thema der Figurenrestauration. Lesen Sie, wie unter den kunstvollen Fingern unserer Restauratorinnen alte, seltene und besonders liebgewonnene Figuren ihren alten Glanz zurückerlangen.

Ich wünsche Ihnen eine vergnügliche Lektüre!

Ihr Tobias Wendt

Inhalt Himmlisches Erwachen Die Grünhainichener Engel® haben musikalischen Zuwachs bekommen – und nicht nur sie.

Seite 4

Fußballfest am grünen Hain Mit einem ballsportlichen Paar ist auch in Grünhainichen das runde Leder in Bewegung.

Seite 5

Große Nachwuchskünstlerin Im Kundenauftrag entworfen und endlich als Serienauflage.

Seite 5

Zum runden Jubiläum Tischdekoration wird wieder groß geschrieben mit einer Geburtstagszahlenserie.

Seite 6

Aufwändige Restaurierung Sylke Kreßner – unter ihren erfahrenen Händen erhalten alte Stücke neuen Glanz.

Seite 8

Sortimentsveränderungen Kleine Figuren kehren zurück in den großen Musterschrank der Manufaktur.

Seite 11

Kaleidoskop Seite 12 Ausblick auf die Schautage 2006 und Verschiedenes aus der Welt von Wendt & Kühn.

Impressum Herausgeber: Wendt & Kühn KG Grünhainichen Bildredaktion/Gestaltung: brennerdesign, Zschopau Fotografie: S+M Rümmler, Flöha; Archiv Druck: Druckerei E. Gutermuth, Grünhainichen Wendt & Kühn KG Chemnitzer Straße 40, D-09579 Grünhainichen Telefon: 037294/86-0, Telefax: 037294/86129 www.wendt-kuehn.de


Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 4

elfpunktepost

Himmlisches Erwachen

Die Grünhainichener Engel® sind das Markenzeichen von Wendt & Kühn und haben auch im neuen Jahr wieder musikalischen Zuwachs bekommen. Im neuen Jahr begrüßt Sie die Grünhainichener Manufaktur Wendt & Kühn mit ganz liebevollen großen und kleinen Überraschungen. Und wie es sich für das traditionsreiche „Haus der Engel“ gehört, beginnt der neue Figurenreigen einfach himmlisch mit den bekannten Grünhainichener Engeln®. Zunächst hat als musikalische Bereicherung in der Bläsergruppe des großen Orchesters ein Engel mit Waldhorn Platz genommen. Himmlische Unterstützung erfahren er und seine vielen Musikantenfreunde von

oben, denn von der gelben Mondsichel herab spielt ein Engel auf der Panflöte seine Zaubermelodie als Begleitung. Ebenso bekommen die „Klemmengel“ Zuwachs – auf der Klemme sitzend begleitet ein Musikant mit goldenen Becken das wohlklingende Spiel. Für eine besondere, äußerst rhythmische Klangfarbe im klassischen Orchester der Grünhainichener Engel® sorgt ab 2006 der „Engel mit Maracas“. Er stellt eine stilvolle Ergänzung für die Erweiterung des gesamten musikalischen Repertoires dar.

Margeritenengel mit Pfefferkuchen Art.-Nr. 634/70/2

Margeritenengel mit Baum Art.-Nr. 634/70/3

Wie seine himmlischen Musikerkollegen trägt er natürlich 11 weiße Punkte auf seinen grünen Flügeln. Und es gibt ihn in zwei Farbvarianten – mit blonden Haaren und dunklen Maracas und mit dunklen Haaren und hellen Maracas. Mit geflügelten Himmelsboten geht es im neuen Jahr gleich weiter. Was zunächst 2005 mit drei Figuren begann, wird nun stilvoll ergänzt, denn drei weitere Margeritenengel – mit Pfefferkuchen, mit Baum und mit Spielzeugkiste – vollenden jetzt die insgesamt sechsteilige Figurengruppe.

Margeritenengel mit Spielzeugkiste Art.-Nr. 634/70/6

Engel mit Buch, groß Art.-Nr. 634/21

Ihr Entwurf geht auf das Jahr 1935 zurück und stammt von Olly Wendt, die als Gestalterin neben Margarete Wendt das reiche Sortiment der Grünhainichener Manufaktur prägte. Außerdem gesellt sich noch ein „Engel mit Buch“ zu den weißen Himmelsboten mit dem zarten Margeritenband im Haar und belebt als kindlicher Geschichtenerzähler den Reigen der bekannten kleinen „Schneeflockenengel“.

Himmelsboten für das Orchester Engel mit Maracas (Art.-Nr.: 650/65), Engel mit Becken auf Klemme (Art.-Nr.: 650/90/11), Engel mit Waldhorn, sitzend ( 650/17a) und Engel mit Panflöte im Mond (650/70/27).


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Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 5

Fußballfest am grünen Hain Kaum ist die Flamme der olympischen Winterspiele erloschen, da wartet eine ganze Fußballnation schon gespannt auf den Anpfiff zum nächsten Sportereignis. Gerade noch rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft 2006 erleben auch zwei Fußballjünger aus der Grünhainichener Manufaktur ihren großen Auftritt mit einer Serienauflage.

größeren Sportereignisses gefertigt wurde, ist jedoch nicht belegt. Überliefert sind indes die zeichnerischen Mustervorlagen, nach denen das neue Spielerpaar entstand. Erhältlich sind die beiden Figuren nur im Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006 und werden danach mindestens für drei Jahre nicht mehr gefertigt.

Fußballer, blau, Ball auf Fuß | Art.-Nr. 5225/1 Fußballer, rot, Ball auf Sockel | Art.-Nr. 5225/2

Selbst bei Wendt & Kühn, dort wo die Engel zu Hause sind und vorrangig zarte Frauenhände für die kunstvolle Figurenfertigung Sorge tragen, freut man sich auf das Sportereignis des Jahres 2006, die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Und dafür sollte natürlich eine entsprechende Figur nicht fehlen. Deshalb hat die traditionsreiche Manufaktur auf den großen Musterfundus ihres Archivs zurückgegriffen und einen ballsportlichen Entwurf aus frühen Jahren aufs Neue belebt. Schon in den 1920er Jahren schuf Margarete Wendt einen kleinen Fußballer. Ob dieser nun für den örtlichen Fußballverein oder aus Anlass eines

Mädchen mit Malbuch Mit seinen immerhin 21 cm ist die Figur, die 2006 erstmalig im Sortiment erscheint, nicht zu übersehen. | Art.-Nr. 5417

Große Nachwuchskünstlerin Entstanden als Auftragsarbeit erfährt das große Mädchen mit Malbuch erst im Jahr 2006 seine Serienauflage. In der vielgestaltigen Welt kleiner Figuren aus dem Hause Wendt & Kühn gibt es – denn Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel – auch einige große, aufwändig gefertigte Figurenkompositionen. Das „Mädchen mit Malbuch“ gehört zu jenen seltenen Exemplaren. Entstanden war das Mädchen einst als Entwurf zu einer Werbefigur für eine Chemnitzer Buchhandlung, wurde aber nie gefertigt. So konnte man sie nur im Grünhainichener Musterschrank bewundern. Liebevoll bemalt und von kindlicher Gestalt findet das große Mädchen 2006 endlich seinen Platz im Stammsortiment von Wendt & Kühn. Sportlich und mustergetreu Vollen Einsatz beweisen die beiden Neuen beim fairen sportlichen Wettkampf im Fußballjahr 2006 (Fußballer, blau, Ball auf Fuß | Art.-Nr. 5225/1, Fußballer, rot, Ball auf Sockel | Art.-Nr. 5225/2).

Mädchen mit Malbuch Art.-Nr. 5417


Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 6

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Zum runden Jubiläum herzlichen Glück

Freudige Überraschung zum Firmenjubiläum Als Wendt & Kühn im Herbst des vergangenen Jahres sein 90. Gründungsjubiläum beging, kamen auch die vielen Kinder aus der Manufaktur zum Gratulieren. Neben den Geburtstagszahlen haben wir einige von ihnen auf dem Bild festgehalten (v.l.n.r.: Mädchen mit rosa Mütze | Art.-Nr. 541/0/6, Mädchen mit Kranz | Art.-Nr. 641/N/5, Junge mit Blume | Art.-Nr. 641/N/6, Zwei Engel im Bogen | Art.-Nr. 5232/9, Engel mit Geschenkewagen | Art.-Nr. 634/90)

Obenauf pfeifen es schon die Vögel vom Zahlendach: es ist Geburtstag heute! Insgesamt zwölf Zahlen umfasst die neu aufgelegte Serie großer Geburtstagszahlen. Allesamt sind sie liebevoll mit munteren kleinen Figurenkompositionen geschmückt und werden so zu einem schönen Geburtstagsgeschenk.


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Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 7

wunsch und alles erdenklich Gute Die großen, figürlich dekorierten Geburtstagszahlen werden auf keiner festlichen Tafel zu übersehen sein. Gratulanten spielen im Sortiment des Hauses Wendt & Kühn schon immer eine besondere Rolle. Dank der großen Geburtstagszahlen bekommt dieses Thema nun einen ganz besonderen Stellenwert. Und das nicht nur wegen der imposanten Höhe von immerhin 15 cm, sondern ebenso aufgrund der liebevollen und aufwändigen figürlichen Ausschmückung. Insgesamt 12 Zahlen stehen ab 2006 für große und kleine Geburtstagskinder bereit oder sorgen zu besonderen Jubiläen – familiär oder im Unternehmen – für eine gelungene Überraschung. Aber auch in der Serie der Schneeflockenengel oder mit der wunderschönen Gruppe der drei Geschenkeengel überbringen zudem ganz himmlische Gratulanten zum gegebenen Anlass ihre Herzensbotschaft.

Imposante Erscheinung Die ca. 15 cm großen Geburtstagszahlen (Abb. in Originalgröße) werden auf dem Gabentisch oder der Jubiläumstafel zu einem Blickfang, der über den besonderen Tag hinaus in schöner Erinnerung bleibt.

Frisch gebacken für die Sammler und Liebhaber feiner figürlicher Kompositionen: das Paar der Bäckerkinder.

Eine historische Geburtstagskarte mit dem Bäckermädchen und anderen kindlichen Gratulanten.

Zwei zuckersüße Bäckerkinder gelangen 2006 ebenfalls als Neuauflage in das Sortiment der Manufaktur. Sie gehen auf Entwürfe Margarete Wendts aus den späten 1920er Jahren zurück und waren bereits in den Firmenkatalogen von 1930 bzw. 1934/35 zu finden. Das kleine Bäckermädchen trägt hierbei freudig ihren Geburtstagskuchen auf, während der Bäckerjunge mit weißem Mützchen dem bunten Markttreiben zu entstammen scheint, wie er mit seiner Rassel auf die frischen Brezeln in seinem Bauchladen aufmerksam macht.

Bäckerjunge mit Brezeln | Art.-Nr. 5222/2 Bäckermädchen mit Kuchen | Art.-Nr.: 641/N/4


Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 8

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Wertvolles aufwändig restauriert Mit jedem historischen Stück sind kleine Lebensgeschichten verbunden, die man oft auch sehen kann. Das hat durchaus seinen Reiz, aber manchmal muss man einfach den schönen Dingen wieder etwas Gutes tun. (Sylva Sternkopf) Meine Lieblingsspieldose. Ein wunderschönes, gutes altes Stück aus dem Hause Wendt & Kühn. Mein Vater hatte sie meiner Mutter anlässlich meiner Geburt im Jahre 1974 geschenkt. Seitdem hat sie einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer, war Blickfang, Trostspender und nostalgische Kindheitserinnerung. Doch die Zeichen der Zeit haben ihre Spuren hinterlassen. Hier und da fehlt etwas Farbe,

endgültigen Stillstand brachte, war die Zeit gekommen, mein Lieblingsstück zur Reparatur zu schaffen. Nein. Reparatur ist das falsche Wort. Restaurierung ist hier wohl eher angebracht, ließ man mich freundlich wissen, als ich mit meiner Dose, sorgfältig in zartestes Papier gehüllt, in den Grünhainichener Werkstätten erschien. Die wertvolle Spieldose wurde in der Annahme einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Mit geübtem Kennerblick überprüfte die Expertin die schadhaften Stellen und erklärte mir, was alles daran gemacht werden würde. Abgeblätterte Farbstellen werden mit größter Sorgfalt ausgebessert. Dazu reicht es natürlich nicht aus, einen Klecks neue

Kleines Frühlingsstilleben im Malsaal Es ist vollbracht, neu aufbereitet erstrahlt das kleine Kunstwerk wieder im neuen alten Glanz und kann seinen Heimweg antreten.

die Schwanzfeder des Vögelchens auf dem Baumwipfel ist ziemlich lädiert, und als Gipfel der Zerstörung hat die Tochter meiner besten Freundin sich am meisterhaft gedrechselten Spanbaum mit der Schere in der Kunst des Stutzens geübt. Doch das war alles noch zu tragen, schließlich verleihen ein paar Gebrauchsspuren einem so alten Stück erst seinen besonderen Charme. Aber als dann die haltlose Begeisterung meines kleinen Sohnes für die entzückende Melodie das Spielwerk zum

Farbe auf die abgeplatzte Stelle zu setzen. Nach der Reinigung von Wachs und Schmutz werden die Ränder um die abgeblätterte Stelle verschliffen, dann wird das durchscheinende Holz mehrmals grundiert und danach kommt die größte Schwierigkeit: Es gilt, den richtigen Farbton zu treffen. Denn das Sonnengelb von 1974 sieht heute anders aus als vor 32 Jahren. Es hat Charakter bekommen, ist etwas blasser und dezenter, aber dafür nicht weniger schön. Also würde es gar nichts

bringen, den ganzen Hut neu gelb zu bemalen. Nein, es soll das „alte“ Gelb sein, blasszart, edel und original, in perfekter Harmonie mit den anderen „gereiften“ Farben. Es muss gemischt werden, gerührt, probiert und verglichen. Mit Kennerblick und geschultem Auge investieren die Restauratoren unendlich viel Mühe, um den richtigen Ton zu treffen und kleine Ausbesserungen nicht als solche erkennbar werden zu lassen. Die abgebrochene Schwanzfeder zu ersetzen ist hingegen nicht ganz so aufwändig, zumindest so lange sich das entsprechende Stück noch im Sortiment befindet. Bei meinem Blick in die Werkstatt zeigte mir Restauratorin Sylke Kreßner allerdings auch eine Gruppe drolliger Bienen-Tischkartenhalter aus den sechziger Jahren, die heute nicht mehr hergestellt werden. Einige der Bienen hatten bei ihrer emsigen Arbeit ihre Flügel eingebüßt, und diese mussten nun in aufwändiger Kleinarbeit entsprechend der alten Muster nachgefertigt werden. Dazu bedarf es neben einer exzellenten Kenntnis der Sortimentsgeschichte auch handwerklichen Geschicks, einer ruhigen Hand und eines untrüglichen Auges selbst für winzigste Details. Nach sechs Wochen hielt ich meine liebste Spieldose wieder in der Hand. Die Restauration hatte mich ein kleines Vermögen gekostet, ab das war es mir wert, denn ich erkannte sie kaum wieder. Sie erstrahlte tatsächlich in alter Schönheit, war blitzblank geputzt und so wiederhergerichtet, dass man nicht sagen konnte, wo sich schadhafte Stellen befunden hatten. Das Spielwerk ertönte in nostalgischem Klang, und ich war stolz und glücklich, dass ich so etwas Schönes mein Eigen nennen darf. Danke Papa. Und Danke den kunstfertigen Restauratoren von Wendt & Kühn! Kurz zitiert: „An das „Kosmetik-Team“ von Wendt & Kühn! Ich möchte mich bei Ihnen für die Restaurationsarbeiten an unseren Engeln sehr herzlich bedanken. So können wir sie mit Freuden wieder aufstellen!“ (Rita Kuhtz, Norderstedt)


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Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 9

Bitte jetzt nicht stören Sylke Kreßner ist seit 40 Jahren bei Wendt & Kühn. Als Meisterin in der Malerei und kümmert sie sich mit geschultem Auge und dem besonderen Händchen liebevoll um die Wiederherstellung seltener und alter Figuren.


Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 10

Hinter den Kulissen der Restaurationswerkstatt von Wendt & Kühn sorgen erfahrene Mitarbeiter mit ruhiger Hand und wachem Auge für neuen Glanz auf den alten Stücken. Eine von ihnen ist Sylke Kreßner. Sie gehört seit 40 Jahren zum Unternehmen und beherrscht ihr Handwerk souverän. Sylke Kreßner ist Jahrgang 51. Als sie ihre Lehre in unseren Werkstätten 1966 begann, saßen in einem Malsaal gerade einmal 25 von insgesamt 40 Malerinnen. Sie lernte ihr Handwerk unter den gestrengen Augen von Olly Wendt und Meister Richard Schröter von der Pieke auf und spätestens mit ihrem „sehr gut“ bei der Abschlussprüfung hatte sie ihr außergewöhnliches Talent zur Malerei unter Beweis gestellt. Nach ihrer Lehre malte sie zunächst Blumenkinder und Musikantenengel.

Auch Restaurationen gehören seit langem zu ihren Aufgaben. An der Seite unseres Restaurators Karlheinz Börner, den wir Ihnen in unserer letzten Ausgabe der elfpunktepost vorgestellt haben, kümmert sie sich liebevoll um die Wiederherstellung seltener und alter Figuren. Aber das dauere eben seine Zeit, denn man könne hier nicht einfach den Farbton von neuen Artikeln nehmen und einen Klecks auf die beschädigte Stelle setzen, erklärt die 54-jährige. Ihr besonderes Händchen beim Nachmischen von alten Farbtönen ist geradezu außergewöhnlich. Dank ihres geübten Pinselschwungs hat schon so manch antike Figur neuen Glanz erlangt. Sie freut sich, wenn sie etwas Seltenes sieht. „Durch sorgfältigeren Umgang mit den liebevoll gemalten Figuren wäre schon so manche Reparatur unnötig gewesen“ hört man sie oft mahnend sagen. Und dann sitzt sie doch schon wieder am Maltisch, schiebt die Brille nach oben, lächelt verschmitzt und malt an einer alten Figur. L. Lohse

Reparaturservice Lutz Lohse ist Fertigungsleiter bei Wendt & Kühn. Mit ihm sprachen wir über die Möglichkeiten und den hohen Aufwand einer Restaurierung von historischen Figuren und Spieldosen in der Manufaktur.

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Herr Lohse, wann lohnt sich eigentlich eine Restaurierung? Grundsätzlich lässt sich bei neueren Artikeln sagen: Wenn der Preis der Restaurierung nicht über dem Neupreis liegt. Dieser kann bei kleinen Figuren wie Engeln oder Blumenkindern schnell überschritten werden. Oftmals ist es deshalb günstiger, das Stück nachzukaufen, wenn es sich noch im Sortiment befindet. Kleinere Reparaturen wie abgebrochene Flügel oder eine lädierte Locke sind relativ unkompliziert. Unmöglich hingegen sind leider Restaurierungen von Schäden durch Feuchtigkeit und dauerhafte Sonneneinstrahlung. Komplette Neubemalungen sind leider nicht möglich, hier würde man deutlich über dem Neupreis liegen. Bei Artikeln, die nicht mehr im aktuellen Sortiment enthalten sind, lohnt sich eine Restaurierung hingegen fast immer, denn der Wert dieser Stücke ist oftmals beträchtlich. Auch für seltene und sehr alte Stücke ist eine Restaurierung empfehlenswert. Und schließlich gibt es noch die persönlichen Lieblingsstücke, mit denen man wertvolle Erinnerungen verbindet und die man um jeden Preis erhalten möchte – das Hochzeitsgeschenk, das Erbstück von der Oma oder etwas, das man über schwierige Situationen hinweg gerettet hat. Wir haben Figuren restauriert, die die Bombennacht in Dresden überstanden haben. So etwas muss einfach erhalten werden, denn es ist Teil des eigenen Lebens.

Die vier Mädels von der Malerei Als Erinnerung an den erfolgreichen Abschluss ihrer Lehre entstand dieses Foto 1969 im Garten der Grünhainichener Manufaktur (2. von links: Sylke Kreßner).

Schon bald konnte die fleißige Malerin auch mit schwierigeren Aufgaben betraut werden. Als sie 1999 dann Meisterin einer unserer Malereiabteilungen wurde, übernahm sie die Verantwortung für 30 Mitarbeiterinnen und gibt seitdem gern ihre reichen Erfahrungen weiter. Sie achtet besonders auf eine exakte Malerei – ihrem Blick entgeht fast nichts...

Werkstatteinsichten Mit Farbgespür und feinem Pinselstrich arbeiten die sorgsamen Frauenhände erfolgreich gegen den Zahn der Zeit.


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Wie lange dauert eine Restaurierung? Von der Annahme bis zur Bearbeitung vergehen zwischen einem und drei Monaten. Die Stoßzeiten für Restaurationen liegen bei uns zwischen September und April. Wenn es schnell gehen soll, sind die Sommermonate also am günstigsten. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie nicht sofort von uns hören. Wir versenden standardmäßig keine Empfangsbestätigungen, sondern schicken Ihnen Ihr restauriertes Lieblingsstück nach der Bearbeitung zurück. Was kostet eine Restaurierung? Das lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, aber eins sollte man sich stets vor Augen führen: Eine Restaurierung ist aufwändig, und sie wird am Einzelstück durchgeführt. Deshalb ist eine Restaurierung fast immer teurer als die Neufertigung in Kleinserien. Sie lohnt sich deshalb nur bei besonders alten oder seltenen Stücken und bei Dingen mit hohem persönlichem Erinnerungswert, bei denen man unter Umständen bereit ist, mehr als den Neupreis zu zahlen. Worauf muss ich achten? Wir bitten Sie, in Ihrem eigenen Interesse die Figuren sorgfältig verpackt zu uns zu schicken. Wir erstellen standardmäßig keine Kostenvoranschläge, diese können aber angefordert werden. Schicken Sie deshalb bitte nur Figuren ein, die Ihnen eine Restaurierung wert sind. Bei kleinen oder relativ neuen Figuren ist ein Neukauf oftmals günstiger. Und noch etwas: Wenn Sie Wert darauf legen, die Originalverpackung unversehrt zurückzubekommen, lassen Sie uns das bitte wissen. Ebenso ist es sehr hilfreich, wenn Sie uns kurz mitteilen, in welchem Umfang wir die Restauration durchführen sollen, z.B. ob nur fehlende Holzteile ergänzt werden sollen oder auch an der übrigen Malerei Ausbesserungen vorgenommen werden sollen. Lassen Sie uns aber auch wissen, ob an einer Spieldose nur das Werk ausgetauscht werden soll. Wir bitten um Verständnis, dass wir nur Stücke aus unserem eigenen Hause restaurieren können.

Ausgabe Frühjahr 2006 | Seite 11

Sortimentsveränderungen Sie erfahren 2006 bei Wendt & Kühn ihre vorerst letzte Auflage und führen bald als gesuchte Sammlerstücke ein interessantes Eigenleben. Kleine Figuren auf ihrem Weg zurück in den Musterschrank der Manufaktur. Längst gehört es zur schönen Tradition unseres Hauses, dass jedes Jahr Entwürfe aus dem reichen Fundus unseres Archives eine ganz liebevolle Neuauflage erfahren. Immer der historischen Vorlage verpflichtet, gelangen die „Neuen“ traditionsgemäß in kunstvoller Handarbeit wieder in das aktuelle Sortiment. Wie schon in der Vergangenheit werden neben den zahlreichen neuen Figuren und Spieldosen aber auch einige Kompositionen unsere bisherige Kollektion verlassen und führen als gesuchte Sammlerstücke danach ein interessantes Eigenleben. Nachfolgend möchten wir Sie deshalb darüber informieren, welche Artikel im Jahr 2006 letztmalig von uns gefertigt werden. Wenn Sie darunter vielleicht Ihren ganz besonderen Favoriten entdecken, dann sollten Sie nicht lange zögern. Diese kleinen Sammlerstücke werden dann für mindestens 5 Jahre nicht mehr im Sortiment unserer Grünhainichener Manufaktur erhältlich sein:

5241/1-2 6228/N 550/Mst 550/br 553/S-weiß 6224/5 6301/4N 634/12 634/14 634/90 634/91 650/1

Dorfschulkinder, 1 Paar Lampionkinder, 6 Figuren Madonna mit Christkind, stehend 3-stufiger Engelberg, rund, ohne Kerzentüllen 7 Engel, weiß Kinder mit Schlitten, 1 Paar Weihnachtsmann mit Baum und Lichtnapf Engel mit Napf und Korb Engel mit Schlitten und Ball Engel mit Geschenkewagen Engel mit Blumenstock und Brief Jubiläumsengel

Eine unvollständige Auswahl Die gezeigten Figuren gehören zu jenen Miniaturen, die ab 2007 für mindestens fünf Jahre nicht mehr gefertigt werden (Dorfschulkinder, 1 Paar | Art.-Nr. 5241/1-2, 3 Figuren aus dem 6-teiligen Satz der Lampionkinder | Art.-Nr. 6228/N, Engel mit Schlitten und Ball | 634/14).


elfpunktepost     Ausgabe Frühjahr 2006

Kaleidoskop

Fotoimpressionen von den Schautagen 2005 Vieles konnte man zu den Schautagen der Manufaktur erleben. Zum Beispiel zuschauen, wie die zahlreichen Figuren entstehen oder aus der „Fotoecke“ ein himmlisches Erinnerungsbild mit nach Hause nehmen.

Die Schautage bei Wendt & Kühn haben schon Tradition und warten natürlich auch 2006 mit phantastischen Einblicken in kunstvolles Handwerk und einem bunten Programm für die ganze Familie auf. Auch im letzten Jahr nutzten viele Tausend Besucher die Schautage bei Wendt & Kühn, um unseren Mitarbeitern über die Schulter zu schauen und hautnah mitzuerleben, mit wieviel Geduld und liebevoller Hingabe die kunstvollen Figuren von Hand entstehen. Zudem hielt die Grünhainichener Manufaktur zusätzlich einige Überraschungen bereit – so zum Beispiel eine Tombola, bei der es als Preise natürlich Figuren aus unseren Werkstätten zu gewinnen gab. Die „Fotoecke“ wurde genutzt, um sich z.B. im großen Stern

fotografieren zu lassen (diese Aufnahmen dienten vielfach als Weihnachtsgrußkarte für Freunde und Verwandte). Große Freude herrschte auch an der Bastelstraße. Hier konnte man sich aus verschiedenen Einzelteilen selbst als Spielzeugmacher betätigen – eine Herausforderung, die neben den Kleinen auch Muttis und Vatis gern annahmen. Deshalb kann auch zu den Schautagen 2006 emsig gebastelt werden und die Fotoecke wird schön dekoriert zu Aufnahmen wieder bereit stehen. Außerdem soll es in diesem Jahr auch einige Überraschungen geben – aber das wird natürlich noch nicht verraten. Kein Geheimnis sind indes die Termine für die Werkstattschautage 2006 bei Wendt & Kühn in Grünhainichen: 25. - 27. Mai (Christi Himmelfahrt) 28. - 31. Oktober (Reformationstag) 2. - 3. Dezember (1. Advent) und in unserer Figurenwelt in Seiffen: 14. - 16. April (Ostern) 14. - 15. Oktober

Noch ein Hinweis in eigener Sache Damit Sie lange Freude an unseren kleinen Dingen aus Holz haben, bitten wir Sie, diese vor hoher Licht- und Sonneneinstrahlung, starken Temperaturschwankungen sowie Feuchtigkeit zu schützen. Nutzen Sie auch zur Aufbewahrung der Figuren und Spieldosen unsere Originalverpackungen.

Wir laden Sie dazu herzlich ein und freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch.

„Nach meiner Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft habe ich 1953 zusammen mit meiner späteren Frau begonnen, Engel von Wendt & Kühn zu sammeln…“ (Hellmuth Ostermaier, Stade)

Stimmen und Gedanken „Meine Sammlung umfasst ca. 300 Figuren und ich freue mich über jede Neuerscheinung!“… (Vera Hausch, Bautzen) „Zurückgekehrt aus Seiffen habe ich Ihren wunderschönen neuen Produktkatalog 2005 und die sehr interessante und wissenwerte ‚Elfpunktepost‘ gelesen und mit viel Freude angeschaut. Als alte ‚Wendt & Kühn Liebhaber‘ können wir die Advents- u. Weihnachtszeit kaum erwarten, um uns an unseren kleinen Lieblingen zu erfreuen…“ (Hanns Berger, Trebsen)

Himmlische Unterstützung am Basteltisch Als professionelle Unterstützung für das Erproben der eigenen handwerklichen Geschicklichkeit waren zu den Schautagen 2005 am Basteltisch auch immer wieder höchst lebendige Figuren aus dem Sortiment des Hauses Wendt & Kühn zu erleben.


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