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Wendt & Kühn - elfpunktepost 1 (Herbst/Winter 2005)

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Ausgabe Herbst 2005

NACHRICHTEN

Jubelfest am grünen Hain

AUS DEN WERKSTÄTTEN WENDT & KÜHN

Mit den zauberhaften Jubiläumsengeln überrascht Wendt & Kühn zu seinem 90. Geburtstag.


Ausgabe Herbst 2005 | Seite 2

Elfpunktepost

Willkommen Liebe Kunden, Freunde und Liebhaber von Wendt & Kühn, Sie halten gerade die erste Ausgabe der „Elfpunktepost“ von Wendt & Kühn in Ihren Händen. Für mich ist dies eine besondere Freude, denn von nun an werden wir Ihnen zweimal jährlich Neues und Interessantes aus unserem Traditionsunternehmen berichten. So können Sie das Geschehen in den Grünhainichener Werkstätten stets hautnah verfolgen. Wissenswertes rund um Handwerkskunst und Tradition, aktuelle Termine und Erlebnisberichte sowie bunte Geschichten von Engelchen, Blumenkindern & Co. sorgen für spannende Lektüre aus Grünhainichen. „Elfpunktepost“ – als Liebhaber unserer Figuren und Freund unseres Hauses werden Sie wissen, worauf dieser Titel anspielt: Schließlich sind es die elf weißen Punkte auf den grünen Flügeln unserer Grünhainichener Engel®, die Wendt & Kühn weltweit berühmt und unverwechselbar gemacht haben. Und diese Tradition ist für uns seit neun Jahrzehnten Programm: Feinsinnige Gestaltung in zeitlosem Stil zeichnet die Figuren von Wendt & Kühn aus – ein Credo, das 2005 noch genauso aktuell ist wie 1915. Damals legten die beiden jungen Künstlerinnen Margarete Wendt und Margarete Kühn den Grundstein für den Siegeszug der liebenswerten Holzfiguren, der heute in einem fröhlichen Reigen aus Blumenkindern, Engelchen, Weihnachtsschmuck und Dekorationsfiguren die ganze Welt umspannt. 90 Jahre liegt die Gründung unseres Familienunternehmens nun schon zurück – das sind neun Jahrzehnte voller Fleiß und Arbeit, Herausforderungen und Erfolge, Traditionen und Innovationen. Mittlerweile führe ich bereits in der dritten Generation die Geschicke unserer Manufaktur ins dritte Jahrtausend, und ich freue mich sehr, dass ich immer mehr Anhänger, Sammler und Liebhaber unserer liebenswerten Figuren in unserem Kundenkreis begrüßen darf. Zeugt diese Entwicklung doch davon, dass wir auch nach neunzig Jahren noch den Geschmack anspruchsvoller Kunstliebhaber treffen und immer wieder für eine Überraschung gut sind. Apropos Überraschungen: Anlässlich unseres 90. Firmenjubiläums haben wir uns natürlich auch etwas Besonderes für Sie ausgedacht. Als Leser dieses Magazins lernen Sie unseren exklusiven Jubiläumsengel kennen, der in zeitlich limitierter Auflage nur bis Ostern 2006 erhältlich sein wird. Da heißt es schnell zugreifen - bei Ihrem Fachhändler oder in den beiden Geschäften von Wendt & Kühn in Grünhainichen und Seiffen (kein Versand möglich) - und sich einen wunderschönen Entwurf mit hohem Sammlerwert sichern! Damit Sie auch in Zukunft von den interessanten Informationen der „Elfpunktepost“ profitieren können, empfehlen wir Ihnen, sich bei uns als Leser registrieren zu lassen. Daneben können Sie sich auch per Mausklick für den Newsletter als elektronische Variante entscheiden. Bitte hinterlassen Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse unter www.wendtkuehn.de. Viel Spaß wünscht Ihnen nun

Inhalt Neues zum runden Geburtstag Seite 4 Mit genau elf weißen Punkten kommen zwei Jubiläumsengel als besondere Geburtstagsedition bis Ostern 2006 ins Sortiment Historisches neu aufgelegt Ein Katalog von 1937 erlebt 2005 seine Neuauflage.

Seite 5

Kraftvolle Verstärkung Seite 5 Eine besondere Figur bereichert „tragfähig” die aktuelle Kollektion. Bewegte Bilder auf DVD Filmisches von Wendt & Kühn auf glänzenden Scheiben.

Seite 5

Ein kurzer Rückblick Seite 6 Eine kunstvolle Idee hat seit 90 Jahren und durch wechselvolle Zeiten hindurch Bestand.

Traditionspflege bei W&K Seite 7 Karlheinz Börner - fast ein ganzes Menschenleben mit Wendt & Kühn verbunden. Kaleidoskop Verschiedenes aus der Welt von Wendt & Kühn.

Seite 8

Ihr Tobias Wendt Impressum Herausgeber: Wendt & Kühn KG Grünhainichen Bildredaktion/Gestaltung: brennerdesign, Zschopau Fotografie: S+M Rümmler, Flöha; Archiv Druck: Druckerei E. Gutermuth, Grünhainichen

Kunstfertig Letzte Handgriffe voller Sorgfalt für das bevorstehende Weihnachtsfest

Wendt & Kühn KG Chemnitzer Straße 40, D-09579 Grünhainichen Telefon: 037294/86-0, Telefax: 037294/86129 www.wendt-kuehn.de


Ausgabe Herbst 2005 | Seite 4

Elfpunktepost

Neues zum runden Geburtstag Als dekoratives Zeichen ihrer Unverwechselbarkeit tragen auch sie 11 weiße Punkte auf ihren grünen Flügeln: Die Grünhainichener Jubiläumsengel. Sie sind untrennbar mit dem Namen Wendt & Kühn verbunden - die Grünhainichener Engel®. Die liebenswert pummeligen Himmelsboten mit genau elf weißen Punkten auf ihren grünen Flügeln sind über die bewegte Zeit hinweg zu einem unverwechselbaren Markenzeichen des Hauses Wendt & Kühn geworden. Begonnen hatte die Geschichte der musizierenden Engel bereits 1922. Mit einem Entwurf aus jenem Jahr eröffnete im ersten Firmenkatalog von 1924/25 unter der Artikelnummer 50/1 der „Engel mit Fackel” den fröhlichen Reigen der Grünhainichener Engel® begleitet von zwei weiteren himmlischen Musikanten: einem Engel mit Geige und einem weiteren Himmelsboten mit kleiner Flöte. 2005, zum 90. Jubiläum der Werkstätten, wird diese erste Engelsfigur in einer besonderen Geburtstagsedition neu aufgelegt. Als Jubiläumsengel, leicht verändert und mit goldener Bemalung, erscheint er nun in neuem Glanz. Eine spezielle Bodenmarke zeugt vom besonderen Anlass

des Jubiläums. Nur bis Ostern 2006 ist der Engel in dieser Ausführung erhältlich mit Kerze links oder rechts und mit blondem oder auch braunem Haar. Erst im Jahr 2010 wird dieser Himmelsbote wieder offiziell in unser reiches Stammsortiment Einzug halten - dann aber ganz „klassisch” und in der traditionellen Bemalung. Auch die ovale Spanschachtel, die unserem Jubiläumsengel als stilvolle Verpackung dient, wird 2005 in die aktuelle Kollektion von Wendt & Kühn aufgenommen. Damit möchten wir ebenfalls ein interessantes Stück Werkstattgeschichte wieder

Himmelsbote im besonderen Geburtstagskleid Jubiläumsengel mit Kerze (Art.-Nr.: 650/1) und eine Spanschachtel (Art.-Nr.: 60090), bestückt mit Holzwolle, gehören zu den Neuheiten im Herbst 2005.

beleben. Denn bevor die kindlichen Miniaturen von Wendt & Kühn ihren Siegeszug antraten, wurden in der Manufaktur Truhen und Spanschachteln dekorativ bemalt und über die Grenzen der Region hinaus verkauft.

Jubiläumsengel mit Kerze | Art.-Nr. 650/1 Spanschachtel zum 90. Jubiläum | Art.-Nr. 60090

Und dennoch bleibt zum Schluss die eine Frage. Warum müssen es ausgerechnet 11 weiße Punkte sein? Die Schöpferin der kleinen Himmelsboten pflegte daraufhin zu antworten: „Es hat sich halt so ergeben.”

Himmlisches Orchester In der historischen Katalogaufnahme ist der „Engel mit Fackel” auf dem 6-stufigen Engelberg zu sehen, zusammen mit der „Madonna in der Laube”.

Die Spanschachtel kann zwei Grünhainichener Engeln® als schöne Geschenkverpackung dienen.


Elfpunktepost

Ausgabe Herbst 2005 | Seite 5

Historisches neu aufgelegt Einst dienten die Musterbücher dem Verkauf, und noch heute belegen sie eindrucksvoll das fantasievolle Schaffen und die hohe Kunstfertigkeit von Wendt & Kühn - die alten Kataloge der Grünhainichener Werkstätten. Mit einem Nachdruck von 1937 haben wir ein interessantes Stück Geschichte 2005 neu aufgelegt.

Großer Weihnachtsmann mit Spielzeug Mit einer Höhe von ca.14,5cm gehört er seit Herbst 2005 wieder zur Kollektion.

Kraftvolle Verstärkung

Neun Jahre mussten vergehen, bis Wendt & Kühn als Werkstätten für „feine figürliche Holzarbeiten, Spiel- und Tändelkram” im Jahre 1924 einen ersten Firmenkatalog in Auftrag geben konnte. Bis dahin stützte sich der Verkauf auf rege Messebeteiligungen, zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Zeitungen sowie auf die Mund-zu-Mund-Propaganda einer begeisterten Kundschaft. Über all das wachte stets die wettergezeichnete

1930er Jahren ein überaus reiches figürliches Sortiment entstanden war. So gehörten bereits damals die bekannten Grünhainichener Engel® zum Sortiment, aber auch verschiedene Weihnachtsmänner, mannig-faltige Engelsfiguren, die farbenfrohen Blumenkinder, kunstvoll bemalte Span-schachteln, Spiel- und Spardosen sowie Leuchter und kleine Holzkistchen bereicherten das Angebot. Viele dieser historischen Entwürfe werden mit der Zeit vielleicht wieder mit einer Neuauflage ans Licht gelangen. Bis dahin können sich interessierte Liebhaber und Sammler mit dem Katalognachdruck von 1937 auf eine anregende Bilderreise durch die Figurengeschichte unserer Werkstätten begeben.

Katalognachdruck von 1937 Art.-Nr. 505

In den Adventstagen hat er unglaublich viel zu tun - deshalb gibt’s von Wendt & Kühn jetzt tatkräftige Unterstützung durch einen großen Weihnachtsmann. Wie sollen denn die Geschenke ohne Knecht Ruprecht unter den Tannenbaum gelangen? Das hat man sich auch in Grünhainichen gefragt und schickt, gerade noch rechtzeitig vor dem Fest, einen „tragfähigen” Weihnachtsmann als tatkräftige Verstärkung hinaus in die Welt der Kleinen und Großen. Bepackt mit einem Sack voller Holzspielzeug, steht der bärtige Geselle als besondere Geschenkidee seit September 2005 wieder in den Geschäften. Lange war der Entwurf aus den 1930er Jahren nur im Grünhainichener Musterschrank von Wendt & Kühn zu sehen. Neu aufgelegt und frisch bemalt macht er sich nun wieder auf den Weg in die große weite Welt, um am Heiligabend nicht nur Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Übrigens: der hölzerne Geschenkesack kann natürlich auch mit leckeren Naschereien gefüllt werden…

Großer Weihnachtsmann mit Spielzeug Art.-Nr. 6301/5H

Ausflug in die Figurengeschichte Sie sind eine wahre Fundgrube für Sammler und Liebhaber der kunstvollen Figurenwelt - die historischen Kataloge von Wendt & Kühn. Im Nachdruck des Kataloges von 1937 entdeckt man auch den „großen Weihnachtsmann mit Spielzeug”, der in diesem Jahr wieder zum Sortiment gehört.

Tanne mit den Initialen „W.u.K.” aus dem bekannten Firmensignet. Zehn Jahre nach dem ersten Katalog folgte 1934 ein zweiter, kurz darauf eine Ergänzung und 1937 der dritte und bis dahin umfangreichste Firmenkatalog unseres Hauses. Letzterer ist nun mit einem Nachdruck erneut aufgelegt und entführt den interessierten Leser auf eine unterhaltsame Bilderreise durch die Figurengeschichte unserer Werkstätten. Er belegt eindrucksvoll, dass aufgrund des fantasievollen Schaffens von Margarete und Olly Wendt bereits in den

Bewegte Bilder auf DVD Das ist Geschichte ganz zeitgemäß - jetzt haben Freunde von Wendt & Kühn die Möglichkeit, den Werkstattbesuch oder eine Reise in das Geburtshaus der Grünhainichener Engel® auf DVD zu erleben. In bewegten Bildern erwacht die Geschichte der Manufaktur in wunderbar unterhaltsamen Episoden zum Leben.

DVD Werkstattbesuch in Grünhainichen Art.-Nr. 529/1 DVD Hallo Engel | Art.-Nr. 529/2


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Elfpunktepost

Das Stammhaus der Manufaktur in Grünhainichen Hier zog Wendt & Kühn zu Pfingsten 1917 ein. Heute beherbergt das schön sanierte Fachwerkhaus an der Chemnitzer Straße neben Verwaltung und Versand auch unsere Verkaufsausstellung sowie das Musterzimmer.

Ein kurzer Rückblick zum 90. Geburtstag Wenn im Herbst 2005 die Grünhainichener Manufaktur ihr neunzigstes Gründungsjubiläum begeht, dann ist dies auch ein beredtes Zeugnis für den anhaltenden Erfolg einer künstlerischen Idee - allen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten zum Trotz. In der kleinen Erzgebirgsgemeinde Grünhainichen entstehen nun bereits seit 90 Jahren die begehrten kleinen Figuren. Am 1. Oktober 1915 gründete Margarete Wendt zusammen mit ihrer Studienfreundin Margarete Kühn die offene Handels-gesellschaft „M. Wendt u. M. Kühn“. Dies war zur damaligen Zeit ein ungewöhnlicher und zugleich mutiger Schritt. Begonnen hatte die Geschichte der Manufaktur aber eigentlich schon viel früher. Margarete Wendt, die Tochter des Direktors der damaligen Fachgewerbeschule in Grünhainichen, besuchte von 1907 bis 1910 die Kunstgewerbeakademie in Dresden. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums sammelte sie zunächst Erfahrungen in Dresden und München. 1912 kehrte sie in ihre Heimat Grünhainichen zurück. In den Menschen und der Landschaft sowie in der Tradition der erzgebirgischen Volkskunst fand sie

Inspiration für ihre eigene künstlerische Arbeit. 1913 beteiligte sie sich an einem Wettbewerb für gute Reiseandenken des Vereines Sächsischer Heimatschutz mit der Figurengruppe der inzwischen legendären „Beerenkinder” und gewann damit mehrere Preise. Die Veröffentlichungen dieses Figurenentwurfes führten zu einer Vielzahl von Bestellungen, die vorerst von eigens beauftragten Spielzeugmachern sowie in der elterlichen Wohnung ausgeführt wurden. In dieser Zeit reifte Grete

Gemeinschaftsarbeit Durch die künstlerische Fantasie von Margarete und Olly Wendt - hier in einer Aufnahme aus den 1920er Jahren - entstand das unverwechselbare Sortiment der Werkstätten Wendt & Kühn.

Wendts Wunsch, sich mit einer eigenen Firma selbstständig zu machen. Sie glaubte fest an den Erfolg ihrer künstlerischen Idee, als sie am ersten Oktobertag des Jahres 1915 den Grundstein für die heutigen Werkstätten Wendt & Kühn legte. Bereits die ersten Messebeteiligungen bescherten dem jungen Unternehmen den erhofften Durchbruch - nationale und internationale Anerkennung und zahlreiche Auszeichnungen folgten und sprechen bis heute für sich. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das kleine Unternehmen zunächst als Einzelfirma weitergeführt. Hans Wendt, der Sohn von Johannes und Olly Wendt, trat nach abgeschlossener Drechslerlehre und einer Ausbildung zum Ingenieur für Wirtschafts- und Betriebstechnik 1954 in die Firma ein und übernahm schon kurze Zeit später die Leitung des Unternehmens. Er führte als Betriebsdirektor den 1972 zwangsverstaatlichten Betrieb unter dem Namen VEB Werk-Kunst Grünhainichen weiter. Und auch in jenen Jahren gelang es mit Erfolg, der Massenproduktion zu entgehen und die feine Qualität der „Kinder aus dem Hause Wendt & Kühn” sowie den Charakter der Manufaktur zu wahren - eine dem historischen Erbe verpflichtete und überaus weitsichtige Firmenpolitik.


Elfpunktepost

Am 01. Juli 1990 begann für das Unternehmen Wendt & Kühn ein neuer Zeitabschnitt. Nach dem Zusammenbruch der DDR und den damit verbundenen gesellschaftlichen und ökonomischen Umwälzungen konnte Wendt & Kühn im 75. Jahr nach seiner Gründung unter der Leitung von Hans Wendt reprivatisiert werden. Es erfolgte nun die schrittweise Modernisierung der Bausubstanz sowie der Neubau von Produktionsgebäuden. Auch der Maschinenpark wurde auf den neuesten Stand gebracht. Mit Investitionen in Höhe von mehr als 7 Millionen EUR nahm das Unternehmen eine gesunde Aufwärtsentwicklung. Heute sind über 170 Mitarbeiter in dem familiengeführten Unternehmen beschäftigt und sorgen mit kunstfertiger Handarbeit dafür, dass die Grünhainichener Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird. Diese Geschichte wird für immer untrennbar mit Hans Wendt verbunden bleiben. Er leitete die Firma 47 Jahre lang und entwickelte das traditionsreiche Haus zu einem führenden Unternehmen in der Branche. Und wenn die Manufaktur im Oktober 2005 ihr 90. Gründungsjubiläum begeht, feiert Hans Wendt - fast auf den Tag genau - seinen 75. Geburtstag.

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Fertigung der facettenreichen Miniaturen und Spieldosen weiterhin im erzgebirgischen Spielzeug- und Weihnachtsland erfolgt. Für Hans Wendt ist dies eine Grundsatzentscheidung - in der Verantwortung für die Menschen in der Region.

Hans Wendt im Alter von 12 Jahren mit ersten Versuchen an Urgroßvaters Drechselbank in Bad Freienwalde. Damit sollte eine Verbindung beginnen, der sich Hans Wendt bis heute mit ganzem Herzen verpflichtet fühlt (Abb. von 1942)

Traditionspflege bei W&K Karlheinz Börner - fast ein ganzes Menschenleben mit Wendt & Kühn eng verbunden. Als der 14-jährige Karlheinz Börner 1953 seine Lehre bei Wendt & Kühn antrat, waren 85 Mitarbeiter in dem Familienunternehmen beschäftigt. Sofort kam er unter die Obhut von Meister Richard Schröter, einem engen Weggefährten von Margarete Wendt. Von ihm erhielt er eine solide Ausbildung und das Rüstzeug für seine spätere Arbeit. Schon in der Lehre bewies er großes Talent und ein feines Gespür für das Bemalen der Figuren und Spieldosen. Dies entging auch Margarete und Olly Wendt nicht, und zwischen den beiden Damen und dem begabten jungen Maler entwickelte sich eine enge Verbundenheit.

Hinter dieser Entscheidung steht auch sein Sohn Tobias, der seit dem 1. Januar 2002 die Geschicke von Wendt & Kühn lenkt. Mit ihm, dem jüngsten Sohn von Hans Wendt, wird die Geschichte der Manufaktur nun in der dritten Generation fortgeschrieben. Und noch immer dreht

Feine Handarbeit seit 1915 An dem traditionellen Fertigungsprinzip hat sich trotz aller Weiterentwicklung wenig geändert. Und es ist neben dem unverwechselbaren künstlerischen Entwurf das „Geheimnis” von Wendt & Kühn.

Karlheinz Börner als junger Lehrling mit Werkstattmeister Richard Schröter (Abb. oben) und heute.

Mit weitsichtigem unternehmerischen Gespür und einer konsequenten Verpflichtung gegenüber der künstlerischen und handwerklichen Tradition der Werkstätten lag ihm die Qualität und Einzigartigkeit der liebevollen Figuren stets am Herzen. Dazu gehört für ihn auch, dass die

Doch Talent allein genügt nicht. Margarete Wendt formulierte das zum 50. Firmenjubiläum einmal so: „Bei jeder Arbeit liegt der Erfolg darin, dass sie von einem guten Geist erfüllt ist.”

sich dabei alles um die wunderbaren, mit Liebe gefertigten Figuren und Spieldosen, ihre sorgsame Herstellung und den Zauber ihrer kunstvoll-kindlichen Ausstrahlung. Wie schon seit 1915.

(Fortsetzung auf Seite 8)


Ausgabe Herbst 2005 | Seite 8

Elfpunktepost

Börner jetzt ausschließlich um das reiche Musterarchiv der Manufaktur und um die Restaurierung alter Figuren. Und dank seiner Arbeit finden sich endlich auch die alte Knaulfrau, eine vergessen geglaubte Leuchterspinne und die seltene Spardose wieder in neuem alten Glanz im großen Archiv historischer Muster zusammen. Für das Haus Wendt & Kühn wäre es einfach unvorstellbar, dass „Karle” (wie er liebevoll von den Mitarbeitern genannt wird) einmal nicht mehr im legendären weißen Kittel durch die Malstuben sausen würde. So freuen wir uns, dass er auch nach 52 Jahren unermüdlichen Wirkens noch immer dem Unternehmen eng verbunden bleibt und seinen großen Erfahrungsschatz an nächste Generationen weitergibt. Sein Lebensinhalt ist und bleibt die große Welt kleiner Figuren aus dem Hause Wendt & Kühn. Karlheinz Börner in der Taucherei auf der Suche nach der perfekten Grundierung - natürlich im weißen Kittel.

In der Arbeit von Karlheinz Börner war dieser gute Geist immer zu spüren. Und er übertrug sich auf die Menschen in seiner Umgebung. Mit seinem fundierten Wissen und ausgezeichneten Kenntnissen zu Farbgebung und Gestaltung der Figuren nahm er auch wesentlichen Einfluß auf die Ausbildung der Malerinnen. Immer im Sinne der Manufaktur und ihrer bezaubernden Kunsthandwerksarbeiten arbeitete er über 20 Jahre lang als Meister in der Malerei und Taucherei. Viele tausend Figuren sind dabei wohl durch seine Hände gegangen. Wenn man ihn heute nach der Bemalung eines Artikels fragt, der vor Jahrzehnten gefertigt wurde, so wird man in pures Staunen versetzt: Er kennt sie alle noch ganz genau und kann ohne jede Vorlage das Originalmuster nachgestalten. Aus diesem Grund übertrug ihm die Geschäftsleitung des Hauses ab 1997 die Aufgabe zur Restaurierung historischer Figuren und er verhalf so mancher „in die Jahre gekommener” Figur zu neuem Glanz. Eine Aufgabe, die ihm viel Freude bereitete und von der er sich auch nach seinem 65. Geburtstag nur schwer trennen kann. Als „Rentner” kümmert sich Karlheinz

Kaleidoskop Erfolgreiche Messebeteiligung Die letzten Messen des Jahres sind Geschichte, und entgegen des allgemeinen Trends konnte Wendt & Kühn von den vergangenen Ausstellungen in Frankfurt/Main und Leipzig mit gut gefüllten Auftragsbüchern heimkehren. Als besonderer Renner erwies sich unser Jubiläumsengel. Und nun herrscht in den Werkstätten emsiges Treiben - nicht nur in Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, sondern schon weit darüber hinaus. Stimmen und Gedanken „Bewährtes bewahren und Neues versuchen. In Ihrem Unternehmen hat man den Eindruck, Omis Spruch hängt am Türschild. Super.” (Simone Kahsnitz, Friedrichswalde) „Kein Adventsgefühl ohne meine Engel.” (Susanne Nielsen, Flensburg)

Geschenke für 2006 Der kleine „Margeritenengel mit Spielzeugkiste” ( Figur links, Art.-Nr.: 634/70/6) ist ein liebevoller Ausblick auf 2006. Dann werden die drei noch fehlenden Figuren den insgesamt 6-teiligen Satz der Margeritenengel vervollständigen. (Weihnachtsmann mit Baum und Engel | Art.-Nr.: 5301/7)


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Wendt & Kühn - elfpunktepost 1 (Herbst/Winter 2005) by Wendt & Kühn - Issuu