WELTKULTURE N NEWS — 01
OKT/OCT 19 — MRZ / MAR 20
IN BEWE GUNG IN MOTION
W E LT K U LT U R E N M U S E U M
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Stabkarten (medo) geben nicht die genaue geographische Lage wieder, sondern veranschaulichen die Seeverhältnisse zwischen Inseln und Inselgruppen. Die kleinen Seeschneckenschalen kennzeichnen die relative Lage der Inseln, während die Stäbchen die zwischen ihnen verlaufenden Dünungen aufzeigen. Solche Seekarten wurden nicht mit an Bord genommen, sondern dienten dem Navigator als Gedächtnisstütze. Sie basieren auf den genauen Kenntnissen der Gewässer um eine Insel. Allerdings beruhen sie nicht auf einem einheitlichen System, sondern lediglich auf gemeinsamen Gedanken und Formprinzipien. Ohne einen erklärenden Kommentar ist die Karte somit unbrauchbar.
Rather than representing the exact geographical position, stick charts (medo) illustrate the nautical relationships between islands and archipelagos. The tiny sea snail shells mark the relative position of the islands, while the sticks show the swells between them. Such nautical charts were not taken on board, serving instead as a mnemonic device for the navigator. They are based on precise knowledge of the waters around an island. However, they are derived from shared thoughts and principles of form rather than an unified system. This means that without an explanatory commentary the chart is essentially unusable.
01. Nachbildung einer Lehrkarte (mattang). Marshall Inseln, Mikronesien. Kokosblattrippen, Seeschnecken. Ankauf von H. Breitkopf, circa 1909. Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 01. Reproduction of a Teaching chart (mattang). Marshall Islands, Micronesia. midribs of coconut leafs, sea snails. Purchased from H. Breitkopf, circa 1909. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel
V O RW O RT / P R E FA C E
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liebe freundinnen und freunde des weltkulturen museums Eine häufig an uns gestellte Frage lautet: „Haben Sie montags frei?“. Ein Museum wird zuerst über seine Ausstellungen wahrgenommen – und wenn die montags geschlossen sind, womit beschäftigt sich denn dann das Personal überhaupt? Unser Team befasst sich die ganze Woche über mit sehr unterschiedlichen Aufgaben: Es gibt den Wissenschaftlichen Dienst, die Restaurierung, Bibliothek, Verwaltung, Bildung und Vermittlung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation, Haustechnik, das Depot und das Sekretariat. Neben Entwicklung, Organisation und Aufbau von Ausstellungen bedarf es des Erhalts und der Erforschung einer Sammlung von ca. 65.000 Objekten. Wir organisieren Veranstaltungsprogramme und betreuen Gäste aus der ganzen Welt. Während Sie sich noch die aktuelle Ausstellung ansehen, sind wir bereits mit der nächsten beschäftigt. Daher ist eine wichtige Aufgabe die Entwicklung neuer Ideen und Themen. Unser neues Format, die Weltkulturen News, soll zeigen, wie vielfältig und lebhaft die Arbeit am Weltkulturen Museum ist. In der ersten Ausgabe werfen wir mit dem Schwerpunktthema Migration Schlaglichter auf die Ausstellung „Weltenbewegend. Migration macht Geschichten“. Außerdem geben wir Lesetipps, berichten über eine Forschung zum polnischen Sammler Borys Malkin und zeigen, wie wichtig Ordnung in der Restaurierungsarbeit ist. Das ganze Museumsteam wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen. Eva Ch. Raabe, Direktorin, Weltkulturen Museum
dear friends of the weltkulturen museum One of the questions we are most frequently asked is ‘Do you have Mondays off ?’. For many people, the work of a museum is primarily seen as its exhibitions – so if a museum is closed on Monday, why would the staff be there? But our team is busy throughout the week with many different tasks. We have, for example, the curators and their work, conservators and restoration, the library, management and administration, education, press and public relations, events, buildings management, storage facilities, and our office. Quite aside from developing, organising and building up exhibitions, we have to conserve, maintain and research a collection of around 65,000 objects. We organise event programmes and receive guests from around the world. While you are visiting our current exhibition, we’re already at work on our next one – which is why developing new ideas and subjects is such a crucial task. With the Weltkulturen News, our new format, we want to show just how varied and vibrant our work in the Weltkulturen Museum actually is. In this, our first edition, with our focus on the main topic of migration, we are offering an insight into the ‘Worlds in Motion. Narrating migration’ exhibition. In addition, we have some book tips, an article on research into the Polish collector Borys Malkin, and show how important orderliness is in restoration work. Our entire museum team hopes you enjoy our new Weltkulturen News! Eva Ch. Raabe, Director, Weltkulturen Museum
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SOON NOTHING OF THE SAME KIND CAN BE OBTAINED 02.
02.– 06. Fotos Borys Malkin, Kófan und Noanamá, Kolumbien, Südamerika, Sammlung Weltkulturen Museum 02.– 06. Photos Borys Malkin, Kofan and Noanamá, Columbia, South America, Collection Weltkulturen Museum
P ROV E N I E N Z F O R S C H U N G / P ROV E NA N C E R E S E A RC H
über die turbulenzen im leben des sammlers borys malkin. der ethnologe arno holl berichtet über seine forschung als wissenschaftlicher volontär.
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Unter den vielfältigen Sammlern, deren Objekte sich im Weltkulturen Museum befinden, nimmt Borys Malkin (1917–2009) in vielerlei Hinsicht eine besondere Stellung ein. Seine Sammlung von knapp 600 Objekten des indigenen Südamerika kam über einen Zeitraum von gut 20 Jahren an das Museum, unter oft nicht dokumentierten Umständen und von einer Vielzahl indigener Gruppen. Malkins Leben und Identität waren ebenso facettenreich und fern aller Schubladen wie seine Sammlung: Geboren wurde er im heutigen Weißrussland, damals Russisches Reich, aufgrund der Revolution wuchs er aber in Polen auf und gilt allgemein als polnischer Sammler. Er entstammte einer jüdischen Familie, die vermutlich im Warschauer Ghetto starb. Malkin hingegen, ein Problemkind, das von sämtlichen Schulen verwiesen worden war, wurde 1938 von seinen ratlosen Eltern zu Verwandten nach New York geschickt, um Opernsänger zu werden. Stattdessen schaffte er es, ohne Schulabschluss ein Stipendium in den USA zu bekommen und Ethnologie, Anthropologie und Biologie zu studieren. Zum Ausbruch kam seine unvergleichliche Sammelleidenschaft dann während seines Einsatzes im Zweiten Weltkrieg: Anstatt mit feindlichen Truppen beschäftigte er sich mit der Insektenwelt Australiens, Neuguineas und der Philippinen. Nach dem Krieg studierte er zusätzlich Afrikanistik und Archäologie und begab sich auf eine Afrikareise, auf der er im Auftrag der California Academy of Science nicht weniger als 200.000 Insekten zusammentrug. Nach einer kurzen Zeit als Dozent für Ethnologie an der University of Minnesota entschloss er sich, seine Karriere aufzugeben und freier ethnografischer Sammler zu werden. Er selbst kommentierte dies 1961: „Zum Teufel mit Ernsthaftigkeit, Prestige und ähnlichen Dummheiten.“ Sein Ziel war es, im Zuge der damals in Mode gekommenen „Urgent Anthropology“ oder „Salvage Anthropology“ soviel wie möglich vom Leben und der materiellen Kultur der vermeintlich zum Untergang verdammten indigenen Völker zu bewahren. Nach schwierigen Anfängen schaffte er es durch unermüdliche Reisen und große wissenschaftliche Sorgfalt, sich als Objektlieferant für ethnografische Museen in aller Welt zu etablieren. Er lebte 20 Jahre lang ohne festen Wohnsitz in Lateinamerika, schloss enge persönliche Kontakte zu rund 40 indigenen Gruppen vor allem des südamerikanischen Tief lands, kaufte ihnen Kunsthandwerk, aber auch Kleidungsstücke, Waffen, Gebrauchsgegenstände und Rohmaterialien ab und vertrieb diese an 33 Museen in Nordamerika, Südamerika und Europa. Neben den freundschaftlichen Banden zu den Herstellern der Objekte lag ihm auch deren wissenschaftliche Dokumentation sehr am Herzen. Den Sammlungen lagen stets maschinengetippte Objektbeschreibungen auf Englisch bei, die zumeist auch die Materialien, die Herstellung, die Verwendung und die Zugehörigkeit zur männlichen oder weiblichen Sphäre knapp, aber gründlich beschrieben. Zudem war Malkin, wie schon sein Vater, leidenschaftlicher Fotograf. So gab er innerhalb von zehn Jahren 40.000 Dollar, nach heutigem Kurs etwa 266.000 Dollar, für professionelles Fotoequipment aus. Es entstanden 40.000 ethnografische Dias, die die Fertigung und den Gebrauch der Objekte dokumentieren, aber auch das Leben der Menschen vor Ort inklusive vieler Einzelporträts. Auch am ethnografischen Film versuchte sich Malkin, sah sich darin aber als letztendlich unbegabt an. Nichtsdestotrotz produzierte er insgesamt 22 Filme für das Institut für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen. Auch die Insekten vernachlässigte er neben diesen Tätigkeiten nicht, er reiste immer mit umfangreicher Ausrüstung zum Sammeln weiterer seltener oder unbekannter Arten und trug im Laufe seines Lebens eine Million Exemplare zusammen. Ab der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre wurde es für ihn zunehmend schwerer, seinen Lebensstil weiterzuführen. Ein Grund hierfür war die immer rigidere Politik der seit 1964 bestehenden Militärdiktatur in Brasilien, aber auch die Sparpolitik vieler Museen und das abflauende Interesse an indigenen Objekten
im Zuge der postkolonialen Debatte. Malkin zog zurück nach Europa, in die Schweiz, später dann nach Polen, und durchlitt ernste Geldnöte. Dies führte auch dazu, dass er begann, polnisches Kunsthandwerk zu sammeln und nach Amerika, vor allem Kanada, zu verkaufen, was auch einen ethnografischen Film mit einschloss. In dieser für ihn schwierigen Phase gelangten auch die meisten Objekte an das Weltkulturen Museum. Hieraus wird verständlicher, weshalb die Dokumentation dieser Objekte, vor allem in den 1980er-Jahren, so viel schlechter ausfiel als 20 Jahre zuvor: Ein Transport blieb im Hamburger Hafen liegen, versprochene Fotoserien trafen mit großer Verspätung ein, ungeordnet und ohne die üblichen Beschreibungen, und es kam zunehmend zu Zerwürfnissen. Malkin ging mittlerweile auf die 70 zu und war laut Zeitzeugen von zunehmender Unruhe getrieben. Dennoch unternahm er weiterhin Sammlungsreisen, zuletzt vor allem nach Argentinien, Bolivien und Paraguay, die letzte davon im Jahr 1994, mit immerhin 76 Jahren. Weitere geplante Reisen konnte er nicht mehr durchführen und sah sich daher gezwungen, Stück für Stück seine Privatsammlung zu verkaufen, da er niemals in eine Rentenkasse eingezahlt hatte. Im neuen Jahrtausend wurde Malkin in Polen allmählich wiederentdeckt als ein bedeutender und faszinierender Mensch, Sammler, Ethnologe, Entomologe und Ethnozoologe. Im Auftrag des Ethnografischen Museums Krakau entstand ein biografischer Dokumentarfilm, die Dreharbeiten endeten 2009 einen Monat vor Malkins Tod. Zwischen den Jahren 1965 und 1987 erwarb das Weltkulturen Museum etwa 570 Objekte von Malkin, darunter umfangreiche Sammlungen wie von den Tapirapé aus Brasilien oder den Noanamá aus Kolumbien, aber auch kleinere Konvolute und Einzelstücke, etwa ein Maskenkostüm aus Rindenbast von den Tikuna aus dem brasilianisch-peruanischen Grenzgebiet. Leider liegen nicht zu allen Objekten Korrespondenzen oder die Originallisten Malkins mit den erwähnten Kurzbeschreibungen vor, sodass nicht alle Fragen endgültig geklärt werden können. Allerdings verfügt das Bildarchiv noch über 37 Farbdias und 306 Negative sowie drei ethnografische Filme Malkins, die die Objekte im Feld sowie ihre Hersteller zeigen. So spiegeln sich in der Sammlung auch die Turbulenzen im Leben Malkins und seine wechselhaften Beziehungen zum Frankfurter Museum.
Arno Holl beschäftigte sich im Rahmen seines wissenschafttlichen Volontariats in der Amerika-Abteilung des Weltkulturen Museums von Juli 2018 bis Juni 2019 mit der Aufarbeitung der Sammlung Malkin. Die Objekte wurden fotografiert, die digitalen Datensätze soweit möglich vervollständigt und Informationen über den Sammler bzw. den Erwerbskontext gesammelt (durch Archivrecherche, Onlinerecherche, Gespräche mit Zeitzeugen sowie eine Dienstreise nach Stettin, wo eine Ausstellung zu Malkins 100. Geburtstag gezeigt wurde und ein umfangreiches Bild- und Textarchiv vorhanden ist). Zuletzt tauchte noch eine verloren geglaubte Diasammlung Malkins auf, deren Bearbeitung den Abschluss des Projekts bildete.
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‘soon nothing of the same kind can be obtained’ about the turbulences in the life of the collector borys malkin. ethnologist arno holl writes about the research he conducted as a trainee scholar.
Among the many different collectors whose objects are found in the Weltkulturen Museum, Borys Malkin (1917–2009) holds a distinctive position in various respects. His collection of nearly 600 objects from a wide range of South American indigenous groups came to the museum over a period of two decades or more, under circumstances that were often undocumented.
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Malkin’s life and identity were as multifaceted as his collection, resisting any attempts at categorisation: he was born in what is now Belarus, but was then part of the Russian empire. Due to the Russian Revolution his family fled to Poland and he is generally regarded as a Polish collector. In addition, he came from a Jewish family who probably all died in the Warsaw Ghetto. However, in 1938, as a problem child who had been expelled from all his schools, Malkin himself had been sent to relatives in New York by his desperate parents, with the goal of becoming an opera singer. Instead, despite never having finished school, he managed to win a scholarship in the United States to study ethnology, anthropology and biology. His incomparable passion for collecting then erupted while serving in World War II: rather than tackling enemy troops he concentrated on the insect world of Australia, New Guinea and the Philippines. After the war he continued his education with African studies and archaeology. Subsequently, he embarked upon a journey of Africa, where, commissioned by the California Academy of Science, he amassed no fewer than 200,000 insects. After a short time spent as an ethnology lecturer at the University of Minnesota he decided to give up his career and become an independent ethnographic collector. In 1961, he commented on this: ‘To hell with seriousness, prestige and other such foolishness.’ In line with the then fashionable pursuits of ‘urgent anthropology’ or ‘salvage anthropology’, his goal was to preserve as much as possible of
the lives and material cultures of indigenous peoples, who were presumed to be doomed to extinction. After some difficulties at the start, by dint of tireless travelling and great scholarly care he managed to set himself up as a supplier of objects for ethnographic museums all over the world. For two decades he lived without a fixed abode in South America, where he made close personal contact with around 40 indigenous groups, primarily in the South American lowlands. He bought not only their handmade arts and crafts but also items of clothing, weapons, utensils and raw materials, and distributed them to 33 museums in North and South America and Europe. He was particularly interested not only in maintaining friendly ties with those who had made the objects, but also in documenting the objects themselves in a scholarly manner. The collections were invariably accompanied by typed object descriptions in English, most of which included short but thorough descriptions of the materials, production, applications and whether they belonged to the male or female sphere. Moreover, Malkin, just like his father, was a passionate photographer. Over a period of ten years he spent 40,000 dollars, or around 266,000 dollars in modern money, on professional photographic equipment. This resulted in 40,000 slides documenting how the objects were produced and used, as well as how the local people lived, including many individual portraits. Malkin also tried his hand at ethnographic films but ultimately viewed himself as lacking talent in this field. Nonetheless, he produced a total of 22 films for the Institut für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen. Amidst all his other endeavours, insects were by no means neglected; he always travelled with an extensive amount of equipment for collecting further rare or unknown species, and over the course of his lifetime he amassed a million specimens. From the second half of the 1970s onwards, it became increasingly difficult for him to continue pursuing his lifestyle. One reason for this was the ever stricter policies imposed by the military dictatorship, which had ruled Brazil since 1964. At the same time, many museums were cutting back their expenditure and the postcolonial debate led to a waning interest in indigenous objects. Malkin moved back to Europe, settling first in Switzerland and then in Poland. As a consequence of the serious financial difficulties he experienced at this point, he began to collect Polish arts and crafts, and sold them on the American continent, in particular to Canada, along with an ethnographic film. It was during this challenging phase in his life that most of the objects came to the Weltkulturen Museum. That makes it easier to understand why, especially in the 1980s, it was so much more difficult to document these objects than 20 years before: one shipment was left in Hamburg harbour; series of photos which had long been promised only arrived after significant delays, and even then they were unsorted and lacking the usual descriptions; and there was increasing discord. By now, Malkin was approaching 70 years old, and
according to witnesses was driven by a growing unrest. Nonetheless, he continued to travel and collect objects, with his final major trips being to Argentina, Bolivia and Paraguay. The latter journey was made in 1994 when he was all of 76 years old. Although he had planned further expeditions, he was not in a position to go on them. Thus, having never paid into any pension schemes, he was forced to sell off his private collection piece by piece. In the new millennium, Malkin was gradually rediscovered in Poland as a significant and fascinating figure: a collector, ethnologist, entomologist and ethnozoologist. A biographical documentary film was commissioned by the Ethnographic Museum in Kraków, with shooting concluding a month before Malkin’s death in 2009. Between 1965 and 1987 the Weltkulturen Museum acquired around 570 objects from Malkin, including substantial collections such as those on the Tapirapé from Brazil and the Noanamá from Colombia. But there were also smaller bundles and individual items like a masked costume made of bark cloth, which came from the Tikuna, situated on the border between Brazil and Peru. Unfortunately, neither correspondence nor Malkin’s original lists containing the aforementioned short descriptions are available for all the objects, which means that not every question can be conclusively resolved. However, the Visual Archive contains 37 colour slides and 306 negatives as well as three ethnographic films by Malkin, showing the objects in the field as well as the people who made them. In this respect, the collection reflects the turbulence in Malkin’s life and his inconsistent relationship with the Frankfurt museum.
Arno Holl conducted a reappraisal of the Malkin collection during his research traineeship in the America department of the Weltkulturen Museum from July 2018 to June 2019. The objects were photographed, the digital records were completed as far as possible, and information was collected about the collector or the background to the acquisition (by means of archival research, online research, conversations with contemporary witnesses and an official trip to Szczecin, the venue for an exhibition held to mark Malkin’s hundredth birthday and home to an extensive archive of pictures and texts). Most recently, a slide collection of Malkin’s which had been believed lost resurfaced, and the work on these images rounded off the project.
P ROV E N I E N Z F O R S C H U N G / P ROV E NA N C E R E S E A RC H
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‘To hell with seriousness, prestige and other such foolishness’
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WAS SEHE ICH?/ WHAT DO I SEE? 07.
julia friedel und eva ch. raabe über ein plakat im museum, das für diskussionen sorgte/ julia friedel and eva ch. raabe about a poster in the museum that sparked a debate
07. Holzskulptur, unbekannter Künstler, Angola. Sammler: Fritz Richter und Hauptmann Moerschell, 1892-96. Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 07. Wood sculpture, unknown artist, Angola. Collectors: Fritz Richter and Captain Moerschell, 1892–96. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel
DISKUSSION / DISCUSSION
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ein poster im museum sorgt für diskussion Über die Nutzung dieser Figur als zentrales Plakatmotiv vor der wie Camouflage angelegten Weltkarte entzündete sich im Museum eine intensive Diskussion: Ein Plakat vermittelt kein Hintergrundwissen – werden dann nicht falsche Assoziationen geweckt? Was sieht man spontan im Zusammenhang mit dem Ausstellungsthema Migration in dieser Figur: die politisch nicht korrekte Darstellung eines südländischen Migranten oder etwa eine Verherrlichung des europäischen Kolonialherrn? Was wir auf den ersten Blick zu sehen meinen, ergibt sich oft aus der eigenen persönlichen Befindlichkeit und unserer Prägung durch vorherrschende öffentliche Debatten. Wichtig ist dabei, dass wir auch bereit sind ein zweites Mal hinzusehen, um uns mit Ursprüngen und Hintergründen der Bilder auseinanderzusetzen. Mit der zunehmenden Expansion Europas, die schließlich im Kolonialismus gipfelte, verbreiteten und zementierten sich stereotype und rassistische Bilder von Afrikanern, die auch heute noch fortwirken. Zeitgleich entstanden auch Bilder von Europäern, die einen deutlichen Gegenentwurf darstellen: Die Figur eines unbekannten Künstlers aus Angola vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt einen Mann in europäischer Kleidung mit Spazierstock und Strohhut. Diese und ähnliche Darstellungen interpretierte der deutsche Ethnologe und Soziologe Julius Lips in seinem wegweisenden Buch „The Savage Hits Back or the White Man through Native Eyes“ von 1937 als satirische Kritik an den Europäern und unterstrich damit die subversive Handlungsfähigkeit der Kolonisierten. Neben Lips‘ Interpretation eines Europäers könnte es sich auch um die Darstellung eines sogenannten Ambaquista handeln, der teils portugiesische Vorfahren hatte und einer Gesellschaft von einflussreichen Händlern und Mittelsmännern angehörte. Da sich ein touristisches Interesse an den Skulpturen entwickelte, wurden sie auch gezielt für den westlichen Markt produziert.
a poster in the museum sparks debate Using this figure as a central poster motif in front of a camouflage-style world map precipitated intense discussion in the museum: a poster does not convey any background knowledge – so wouldn’t it trigger false associations? What does someone spontaneously see when looking at this figure in connection with the exhibition’s theme of migration: the politically incorrect portrayal of a ‘southern’ migrant or an exaltation of the European colonial master? What we seem to see at first glance is often the result of our own personal sensitivities and of the way our views have been shaped by predominant public debates. What’s important is that we are also prepared to take a second look in order to explore the pictures’ origins and backgrounds. As European expansion increased and ultimately culminated in colonialism, stereotypical and racist images of Africans spread and became established that continue to have an effect today. At the same time, images of Europeans were created which present a very clear counter-impression: this figure by an unknown Angolan artist from the late nineteenth century shows a man in European clothing with a walking stick and straw hat. These representations and others of its kind were interpreted by German ethnologist and sociologist Julius Lips in his groundbreaking in 1937 published book ‘The Savage Hits Back or the White Man through Native Eyes’ as a satirical criticism of Europeans which underlines the subversive agency of the colonised. In addition to Lips’ interpretation of a European, the figure might also depict a so called ‘Ambaquista’: a person, sometimes with Portuguese ancestry, who belonged to a society of influential traders and middlemen. As interest developed in the sculptures as souvenirs, they were also produced specifically for the Western market.
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MAHINA: EINE ODE AN DIE FRAU/ AN ODE TO WOMEN 08.
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ein interview mit dem künstlerkollektiv teru über das fotoprojekt mahina und warum die porträts niederländischer frauen mit molukkischer herkunft ein tabubruch sind. von vanessa von gliszczynski und sarah stuckhardt/ an interview with the teru artist collective on their photo project and why their portraits with women from the dutch-moluccan community breaks a taboo. interview by vanessa von gliszczynski and sarah stuckhardt
08. Demelza Ranck: „Meine Tätowierungen sind Zeichen von Kraft und Verbundenheit“, Foto: Künstlerkollektiv Teru 08. Demelza Ranck: ‘My tattoos are a sign of strength and solidarity’, Photo: Artist collective Teru
In der Ausstellung „Weltenbewegend. Migration macht Geschichten“ präsentiert das niederländische Künstlerkollektiv Teru neun Porträtfotografien aus seinem Projekt „Mahina. Eine Ode an die Frau“. Für Mahina fotografierten Atêf Sitanala, Jaïr Pattipeilohy und Lesli Taihuttu niederländische Frauen molukkischer Abstammung und befragten sie zu ihrer persönlichen Geschichte als Migrantinnen in der zweiten und dritten Generation. Für die Ausstellung haben neun der Frauen zu ihren Geschichten Objekte aus der Molukken-Sammlung des Weltkulturen Museums ausgesucht. Wir haben Teru zum Interview getroffen./ In the exhibition ‘Worlds in Motion. Narrating Migration’, Dutch artist collective Teru is presenting nine portraits from its photographic project ‘Mahina – An Ode to Women’. For Mahina, Atêf Sitanala, Jaïr Pattipeilohy and Lesli Taihuttu photographed women from the Dutch-Moluccan community and asked them about their personal stories as second and third generation migrants. For the exhibition, nine of the women portrayed have chosen objects from the museum’s collection of artefacts from the Moluccan cultures. We met Teru for this interview.
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„Teru bedeutet drei und diese Zahl hat in den Molukken eine tiefere Bedeutung“
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‘Teru means three, a number which has a deeper meaning.’
K Ü N S T L E R G E S P R Ä C H / A RT I S T TA L K
09. Foto: Künstlerkollektiv Teru
Im Osten des heutigen Indonesiens liegen die Molukken, bestehend aus ca. 19 Inselgruppen und mehr als 1.000 Inseln. Die Sprachen und Kulturen der Molukken weisen viele Ähnlichkeiten, aber auch markante Unterschiede auf. Die Molukken sind auch als „Gewürzinseln“ bekannt und zählen zu den ersten Inseln, die ab 1600 zunächst durch die niederländische Handelsvereinigung VOC und später von der Krone kolonialisiert wurden. Viele Molukker waren im Dienst der niederländischen Kolonialarmee KNIL und galten als besonders loyal. Nach der Unabhängigkeit des heutigen Indonesiens (1949) wurde die KNIL aufgelöst. Da viele molukkische KNIL-Soldaten Repressalien befürchteten, und von ihren Posten aus nicht in die Molukken zurückkehren durften, wurden sie 1951 in die Niederlande gebracht und dort aus dem Dienst entlassen. Seit der Ausrufung der heutigen Republik Indonesien gibt es auf den Molukken eine Unabhängigkeitsbewegung (RMS), die auch in den Niederlanden unterstützt wird. / The Moluccas are an archipelago of islands in the east of today’s Indonesia. They comprise 19 island groups and over 1,000 islands. The Moluccan languages and cultures have many similarities, but also very distinct differences. The Moluccan islands were also known in Europe as the ‘Spice Islands’. They were among the first islands colonised from 1600 by the Dutch VOC trading company and later by the crown. The colonial Royal Netherlands East Indies Army (KNIL) had many Moluccan soldiers, who were regarded as especially loyal. In 1949, with Indonesia’s independence, the Dutch government demobilised the KNIL. Since many Moluccan KNIL soldiers feared reprisals and could not return to the Moluccas from their posts, they were brought to the Netherlands in 1951 to be discharged from the army there. Since the establishment of today’s Republic of Indonesia, there has been an independence movement (RMS) in the Moluccas, and this is also supported by Dutch-Moluccans in the Netherlands.
09. Photo: Arists collective Teru 10. Logo des Künstlerkollektivs Teru 10. Logo of the Artist collective Teru
weltkulturen museum: Könnt ihr uns erzählen, wie es zur Gründung des Künstlerkollektivs Teru und zu eurem Projekt Mahina gekommen ist? teru: Wir drei sind alle Enkel molukkischer KNIL-Soldaten, die 1951 in die Niederlande gebracht wurden. Unsere Freundschaft basiert auf unserem gemeinsamen Interesse für unsere molukkischen Wurzeln und unserer Leidenschaft für Geschichten, Fotografie und die Kulturen der Molukken. 2013 haben wir uns zusammengeschlossen, um uns gegenseitig zu stärken und uns durch die Zusammenarbeit zu ergänzen. „Teru“ bedeutet drei und diese Zahl hat in den Molukken eine tiefere Bedeutung: Hier ist eins plus eins „Drei“ – das Ganze ist größer als die Summe der Teile. „Mahina“ bedeutet Frau oder Mutter und mit dem Projekt unterstreichen wir die wichtige Rolle der Frauen in der Gemeinschaft der Molukker in den Niederlanden. Unsere Mütter und Großmütter haben die Gemeinschaft in schwierigen Zeiten unterstützt, aber ihre Rolle wurde nie richtig hervorgehoben – bis jetzt. weltkulturen museum: Für Mahina habt ihr über 100 Niederländerinnen molukkischer Abstammung porträtiert. Wie habt ihr die porträtierten Frauen gefunden? teru: Die meisten Frauen kannten wir vorher nicht – wir haben sie über Facebook gesucht. Das war ziemlich schwer, denn wir wollten die ganze kulturelle Vielfalt der über 1.000 Inseln in den Molukken abbilden. Die meisten Molukker in den Niederlanden kommen aus den Zentralmolukken, wie Ambon und den umliegenden Inseln – diese Region steht oft im Fokus, andere Gruppen werden übersehen. Mit Mahina aber wollen wir Menschen verbinden, auch über die molukkische Community hinaus. weltkulturen museum: Bei Mahina steht die Rolle der Frau in der Diaspora im Fokus. Welche Rolle spielen Frauen in der molukkischen Diaspora oder allgemein in migrantischen Gemeinschaften? teru: In den Molukken haben die Frauen traditionell eine starke Position. Dies hängt mit einem dualen Weltbild zusammen, in dem die Frauen (Ina) und die Männer (Ama) sich gegenseitig ergänzen. In den Niederlanden bildeten die Frauen in turbulenten Zeiten das Rückgrat der Community. Frauen spielen eine verbindende Rolle, sie sind die stille Kraft. In der niederländisch-molukkischen Gemeinschaft herrschen immer noch traditionelle Rollenbilder vor, obwohl beide Geschlechter heute die gleiche Ausbildung genießen. Also kümmern sich die Frauen um die Kinderbetreuung und tragen den größeren Teil zum Kulturtransfer bei. Nach der molukkischen Weltanschauung wird eine solche traditionelle Rollenverteilung positiv gesehen. Die Emanzipation wird daher auch ganz anders betrachtet. weltkulturen museum: Die Molukker in den Niederlanden stammen zum größten Teil von einer Gruppe von ca. 12.000 Molukkern ab, die in den 1950ern aus dem heutigen Indonesien in die Niederlande gebracht wurden. Wie seht ihr die Position der molukkischen Gemeinschaft in den Niederlanden heute – welche Herausforderungen gibt es?
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teru: Die Molukker in den Niederlanden haben eine einzigartige Geschichte und eine einzigartige Position in der niederländischen Gesellschaft. Sie kamen aber nicht freiwillig, sondern wurden von der niederländischen Regierung herübergebracht. Die erste Generation hatte immer den Wunsch zurückzukehren. Die Entkolonialisierung, die kollektive Entlassung aus dem niederländischen Militärdienst und der Wandel von einem vorübergehenden in einen permanenten Aufenthalt haben in der Gemeinschaft tiefe Spuren hinterlassen. Es gibt immer noch viele generationsübergreifende Traumata. Im Hinblick auf diese Geschichte entsteht so etwas wie eine Hassliebe zwischen der molukkischen Gemeinschaft und den Niederlanden. Aber dennoch ist die Gemeinschaft sehr gut in die niederländische Gesellschaft integriert. Am Anfang lag der Fokus auf politischen Herausforderungen: der Lage der Molukker in den Niederlanden und – für einen großen Teil der Gemeinschaft – auch dem Kampf für eine von Indonesien unabhängige Republik der Südmolukken (RMS). Seit den 1990er-Jahren ist die große Herausforderung die Bewahrung unserer molukkischen Kulturen. Kulturtransfer fand in den ersten beiden Generationen weniger Beachtung, aber jetzt sind viele junge Menschen auf der Suche nach ihrer kulturellen Identität. Dabei spielen auch Werke deutscher Ethnologen eine wichtige Rolle, z. B. von Adolf E. Jensen – dem ehemaligen Direktor des heutigen Weltkulturen Museums. weltkulturen museum: Wie wird Mahina in der Community wahrgenommen? teru: Die Art, wie wir die Frauen in Mahina porträtiert haben, ist einzigartig – und ein Tabubruch. Wir haben viel Lob und Anerkennung dafür erhalten, dass wir die Vielfalt der molukkischen Gemeinschaft visualisiert haben. Dafür haben uns viele Leute öffentlich gedankt. Weil erstmals die Frauen im Fokus standen, haben die molukkischen Frauen das Projekt sehr positiv aufgenommen. weltkulturen museum: Wie waren die porträtierten Frauen von Mahina in das Projekt involviert? Wie haben sie auf die Fotos reagiert? teru: Für die Porträts, die auch im Weltkulturen Museum zu sehen sind, haben wir mit den Frauen und ihren Familien nach Themen gesucht, die im Leben ihrer Vorfahren wichtig waren und für sie persönlich auch heute noch eine wichtige Rolle spielen. Für die Frauen war dies eine Suche nach einem Teil der Kultur ihrer Vorfahren und eine Wiederentdeckung ihrer Identität. weltkulturen museum: Welches Verhältnis habt ihr zu den Molukken bzw. zu den Niederlanden? teru: Wir sehen die Molukken als unser Zuhause, auch wenn wir nicht dort geboren wurden. Unsere Familiennamen sind mit den Molukken verbunden und es leben immer noch Verwandte dort. Aber auch die Niederlande sind unser Zuhause – Wir sind hier geboren und aufgewachsen. Aber die emotionale Identifizierung mit den Molukken spiegelt sich in unserem Alltag wider, in dem familiäre Bindungen unabdingbar sind.
weltkulturen museum: Can you tell us how the Teru Artist Collective was founded and how you developed your idea for your Mahina project? teru: All three of us are grandchildren of Moluccan soldiers in the colonial Royal Netherlands East Indies Army (KNIL) who came to the Netherlands in 1951. Our friendship is based on our shared interest in our Moluccan roots and our passion for history, photography and the Moluccan cultures. In 2013, we joined forces to form this group so we can mutually support each other and, through this cooperation, complement each other’s strengths. In Moluccan, ‘teru’ means ‘three’, a number which has a deeper meaning. There, one plus one is three—the whole is larger than the sum of its parts. ‘Mahina’ means woman or mother, and so with the project we underline the key role played by women in the Moluccan community in the Netherlands. Our mothers and grandmothers supported the community in difficult times, but their role was never really highlighted—until now. weltkulturen museum: For Mahina, you’ve taken portraits of over 100 women in the contemporary Dutch-Moluccan community How did you find your models? teru: We didn’t know most of the women beforehand—we looked for them on Facebook. It was rather difficult, since there are over 1,000 islands in the Moluccas and we wanted to portray their entire cultural diversity. The majority of Moluccans in the Netherlands come from central Moluccas, such as Ambon and the surrounding islands—this region is often highlighted, and other groups overlooked. But with Mahina, we wanted to connect people even beyond the Moluccan community. weltkulturen museum: In Mahina, you focus on the role of women in the diaspora. What role do women play in the Moluccan diaspora in general or generally in the migrant communities? teru: Traditionally, women have a strong position in the Moluccas. This is due to a worldview of dualities where women (Ina) and men (Ama) are complementary. In the Netherlands, in turbulent times, women were the backbone of the community. Women play a connecting role, they are a silent power. The traditional role models are still dominant in the Dutch-Moluccan community even though today both genders enjoy the same education. So women look after the children and are the main sources of cultural transfer. In the Moluccan belief system, such a traditional division of roles is viewed positively — which means emancipation is also seen very differently. weltkulturen museum: The Moluccan community in the Netherlands largely come from a group of around 12,000 Moluccans brought from today’s Indonesia to the Netherlands in the 1950s. How do you see the position of the Moluccan community in the Netherlands today? What are the challenges? teru: The Moluccan community in the Netherlands has a unique history and a unique position in Dutch society. But rather than coming here voluntarily, they were brought here by the Dutch government. The first generation always wanted to return. The process of deco-
lonisation, the collective demobilisation from Dutch military service and the change from temporary to permanent residency have left deep scars in the community. There are still many cross-generational traumas. With regard to this history, there’s something like a lovehate relationship between the Moluccan community and the Netherlands. Nonetheless, the community is very well integrated into Dutch society. Initially, the focus was on the political challenges — the position of the Moluccan people who came to the Netherlands and, for the majority of the community, the struggle for a Republic of South Maluku (RMS) independent of Indonesia. Since the 1990s, the main challenge is to preserve our Moluccan cultures. Cultural transfer was not really an issue in the first two generations, but now many young people are searching for their own cultural identity. Here, the works by German anthropologists also play an important role, including those by Adolf E. Jensen—the former Director of what is today the Weltkulturen Museum. weltkulturen museum: How is Mahina received by the Moluccan community? teru: The way we’ve portrayed women in Mahina is unique —and it also breaks a taboo. We’ve had a lot of praise and appreciation for how we’ve visualised the diversity of the Moluccan community—something many people have publicly thanked us for. And since this is the first time the women have been highlighted, Moluccan women have received the project very positively. weltkulturen museum: How did you involve the women portrayed in Mahina in the project? And how did they react to their photos? teru: For the portraits, also on show in the Weltkulturen Museum, we worked together with the women and their families to identify topics important in their forebears’ lives and also still playing a major role for them personally today. For the women, this was a search for a part of their ancestors’ culture and rediscovery of their own identity. weltkulturen museum: What relationship do you have to Moluccas or to the Netherlands? teru: We see the Moluccas as our home, even if we were not born there. Our family names are connected to the Moluccas and we still have relatives living there. Yet the Netherlands are also our home — we were born and grew up here. But the emotional identification with the Moluccas is reflected in our everyday lives where family bonds are essential.
Atêf Sitanala, Jaïr Pattipeilohy und Lesli Taihuttu teilen eine Leidenschaft für Fotografie und vor allem für ihre gemeinsame molukkische Kultur. Alle drei sind in den Niederlanden geboren und aufgewachsen, stehen aber seit ihrer Kindheit auch in engem Kontakt mit ihren Familien in den Molukken./ Atêf Sitanala, Jaïr Pattipeilohy and Lesli Taihuttu not only share a passion for photography, but above all for their common Moluccan culture. All three were born in the Netherlands and grew up there, but have also been in close contact with their families in the Moluccas ever since their childhood.
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AFRIKAS JÜNGSTE DIASPORA/ AFRIKA’S NEWEST DIASPORA
adams bodomo, professor für afrikanistik an der universität wien und einer der ersten wissenschaftler, die sich mit der afrikanischen diaspora in china befassten, über den alltag afrikanischer menschen in china/ adams bodomo, professor of african studies, university of vienna, and one of the first scholars to study the african diaspora in china, about the everyday life of african people in china.
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„Little North Road“ (Xiaobeilu) widmet sich Menschen auf einer Fußgängerbrücke in der chinesischen Stadt Guangzhou. Diese Brücke fungiert als symbolisches Tor nach China für Menschen aus dem globalen Süden – unter ihnen Menschen aus allen Teilen des afrikanischen Kontinents, die auf der Suche nach einer Perspektive nach Guangzhou gekommen sind. Auf dieser Brücke lernte der New Yorker Fotograf und Filmemacher Daniel Traub zwei chinesische Porträtfotografen kennen. Wu Yong Fu und Zeng Xian Fang verdienten ihren Lebensunterhalt damit, vor allem afrikanischen Passanten Erinnerungsfotos anzubieten. Unbeabsichtigt erstellten sie so eine Chronik der verschiedenen Menschen, die nach Guangzhou kamen. In Traubs Zusammenarbeit mit Wu und Zeng ist ein Archiv mit mehr als 25.000 Bildern entstanden. Die Ausstellung „Weltenbewegend. Migration macht Geschichten“ zeigt eine Auswahl der gesammelten Porträts sowie Traubs eigene Werke.
‘Little North Road’ (Xiaobeilu) explores the people on a pedestrian bridge in Guangzhou, China. This bridge functions as a symbolic gateway for populations entering into China from the Global South, including people from all corners of the African continent who have come to Guangzhou in search of opportunity. Daniel Traub, a New Yorker photographer and filmmaker, encountered two Chinese itinerant portrait photographers – Wu Yong Fu and Zeng Xian Fang who were making a living offering a souvenir photograph to passersby, primarily Africans. Without intending to, the two photographers were creating a record of the various groups entering into Guangzhou from 2012 until 2015. In collaboration with Wu and Zeng, an archive of over 25,000 images has been created. The exhibition ‘Worlds in Motion. Narrating Migration’ consists of a tightly edited selection of the collected portraits as well as Traub’s own photographs and videos.
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Xiaobeilu Fußgängerbrücke.
Guangzhou, China. 10. Oktober, 2010 11. Wu Yong Fu, Xiaobeilu pedestrian bridge. Guangzhou, China. October 10, 2010 DIESE SEITE / THIS PAGE 12. Daniel Traub, Außerhalb des Donfranc Hotel, Dengfeng Village, Guangzhou, China. 7. Mai 2012 12. Daniel Traub, Outside Donfranc Hotel, Dengfeng village. Guangzhou, China. May 7, 2012
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„Allmählich gelingt es Menschen afrikanischer Herkunft, sprachliche, kulturelle und wirtschaftliche Brücken in China zu bauen.“
Um die Jahrtausendwende emigrierten Menschen afrikanischer Herkunft erstmals in größerer Zahl nach China. Zwar ist die Präsenz von Menschen afrikanischer Herkunft in China schon seit Jahrhunderten historisch belegt, doch erst im 21. Jahrhundert lebt dort eine große Anzahl von Afrikanerinnen und Afrikanern, sodass wir von einer afrikanischen Diaspora sprechen können. Dieses Phänomen, das öfter auch als „Afrikas jüngste Diaspora“ bezeichnet wird, wirft eine Reihe von Fragen auf: Wer sind die Menschen, die nach China aufbrechen? Woher kommen sie? Warum gehen sie nach China – und wohin genau? Inwieweit sind sie dort gemeinschaftlich organisiert? Wie werden sie vom chinesischen Staat und von der Bevölkerung aufgenommen? Welche Rolle spielen sie bewusst oder unbewusst für die heutigen Beziehungen zwischen Afrika und China? Und nicht zuletzt: Inwiefern trägt ihre Anwesenheit in China zur allgemeinen Debatte über Migration bei und zur Bildung von Diasporagemeinden in verschiedenen Teilen der Welt? Afrikanerinnen und Afrikaner, die nach China gehen, sind meist in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Bei den Recherchen für mein Buch „Africans in China“ (2012) fand ich heraus, dass sie überwiegend aus westafrikanischen Ländern wie Nigeria, Ghana, Mali, Guinea und Senegal kommen. Allerdings steigt der Anteil der Menschen aus Kenia, Tansania, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo, Kamerun, Simbabwe, Angola und weiteren Ländern vom Maghreb bis zum Horn von Afrika an dieser Migration. Mittlerweile leben etwa 500.000 Afrikanerinnen und Afrikaner sowie Personen afrikanischer Herkunft in China. Man findet sie hauptsächlich in sechs chinesischen Städten: Guangzhou, Yiwu, Shanghai, Peking, Hongkong und Macau. Die größte Gruppe lebt in Guangzhou, die am besten organisierte Gemeinschaft in Macau. Nach meiner Schätzung halten sich etwa 100.000 Afrikaner in Guangzhou auf, das man somit als wichtigstes Zentrum für Afrikaner in China bezeichnen kann. Die meisten von ihnen kommen aus Nigeria und insbesondere aus den Igbo-sprachigen Gebieten des Landes. Diese und Menschen aus anderen Teilen Afrikas sind auf Chinas Märkten und in Fabriken in großer Zahl anzutreffen. Sie kaufen dort alle möglichen Waren von Mobiltelefonen und anderer Elektronik über Kleidung bis zu verschiedensten Haushaltswaren, um sie nach Afrika zu versenden und dort mit Gewinn zu verkaufen. Die größte Berufsgruppe der Afrikaner in China allgemein und in Guangzhou ganz besonders sind daher die Händler. Allerdings studieren auch mehr und mehr Menschen aus Afrika im Land, vor allem weil der chinesische Staat jedes Jahr etwa 5.000 Stipendien an afrikanische Studentinnen und Studenten und vergibt. Die plötzliche Präsenz einer relativ großen Zahl von Menschen aus Afrika, die als Minderheiten auffallen, hat vor allem in Guangzhou und Peking, wo die meisten von ihnen leben, zu Spannungen geführt. Diese treten in den täglichen Handelsbeziehungen zwischen Afrikanern und Chinesen auf den Märkten von Guangzhou oder Yiwu nicht unmittelbar zutage. Doch klagen erstere oft über regelmäßige Diskriminierung und Schikanen durch chinesische Gesetzeshüter, die sich auf diese Gruppe von Eingewanderten konzentrieren und sie unangemessenen Identitätsüberprüfungen und Durchsuchungen unterziehen. In einer Befragung, die ich 2013 vor Ort in einem hauptsächlich von afrikanischen Gästen besuchten Restaurant durchführte, sagte mir einer von ihnen: „Sie wollen wissen, wie es für mich ist, in
China zu leben? (…) Jeden Tag, bevor ich aus dem Haus gehe, (…) verbringe ich etwa zehn Minuten damit, all die nötigen Dokumente zusammenzusuchen, die beweisen, dass ich mich rechtmäßig in China aufhalte; ich kann mein Haus, (…) mein Hotel nicht ohne meinen Pass, meinen Zimmerschlüssel und all das andere verlassen, mit dem ich meine Aufenthaltsberechtigung nachweisen kann. Das geht nun schon seit drei Jahren so, in denen ich häufiger ein- und ausgereist bin.“ Viele Afrikaner beklagen sich darüber, wie schwierig es ist, ihr Visum zu erneuern. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie das chinesische Festland verlassen und nach Hongkong oder Macau ausreisen müssen, um von dort aus ihr Visum zu verlängern. In einigen Fällen müssen Migranten sogar zurück nach Afrika reisen und dort ein neues Visum beantragen, damit sie ihre Handelstätigkeit in China fortsetzen können. Umgekehrt beklagen sich Chinesen über mangelndes Vertrauen, Unpünktlichkeit und Nachlässigkeit der afrikanischen Geschäftspartner. Obwohl staatlicherseits in offiziellen Reden gerne betont wird, dass Afrikaner und Chinesen ‚Brüder und Schwestern‘ seien, bezichtigen sogar hochrangige Vertreter der Provinzbehörden Menschen afrikanischer Herkunft pauschal der Unruhestiftung und Übertragung unheilbarer Krankheiten. 2017 machte Pan Qinglin aus der Gemeinde Tianjin (Mitglied der hochrangigen Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes) offiziell die folgenden unverantwortlichen und rassistischen Äußerungen: „Die schwarzen Brüder reisen oft im Pulk. Nachts treiben sie sich auf den Straßen, in Nachtklubs und abgelegenen Gegenden herum. Sie handeln mit Drogen, belästigen Frauen und verursachen Schlägereien, was die öffentliche Ordnung in Guangzhou ernsthaft gefährdet (…) Afrikaner weisen eine hohe Aids-Rate auf und sind oft mit dem Ebola-Virus infiziert. Beide Krankheiten werden durch Körperflüssigkeiten übertragen. (…) Sollte ihre Zahl [weiter steigen], wird sich China von einem Nationalstaat in ein Einwanderungsland und von einem gelben in ein schwarzgelbes Land verwandeln.“ Ungeachtet solcher Widrigkeiten behaupten sich afrikanische Migranten in China und finden dort ihren Weg. Sie bilden Gemeinschaften auf der Grundlage nationaler, religiöser, sprachlicher und beruflicher Gemeinsamkeiten, um sich gegenseitig in geschäftlichen bzw. beruflichen Angelegenheiten weiterzuhelfen. Auch Studierende organisieren sich in Bewegungen, um ihre Interessen zu vertreten und in China für die afrikanische Kultur und Lebensweise einzutreten. Allmählich gelingt es Menschen afrikanischer Herkunft, sprachliche, kulturelle und wirtschaftliche Brücken in China zu bauen. Ob bewusst oder unbewusst – schon dadurch, dass sie inmitten der chinesischen Bevölkerung leben, werden Afrikanerinnen und Afrikaner zu Sprach- und Kulturbotschaftern ihrer Länder. Somit lernt die chinesische Bevölkerung, wie diese kommunizieren, sich kleiden, wie sie ihre Kinder tragen und wie sie essen. Unter Afrikanern und Chinesen in Guangzhou macht ein beliebter Witz die Runde: Chinesen fragen Afrikaner, warum sie nicht mit Stäbchen essen wollen oder können; die Afrikaner entgegnen mit der Frage, warum man mit nur zwei Stäbchen essen soll, wenn man doch fünf (nämlich fünf Finger) zur Verfügung hat. Einige Menschen afrikanischer Herkunft bauen auch politische Brücken in China. So hat Emmanuel Ojukwu, Vorsitzender der nigerianischen Gemeinde in China, faktisch die Funktion eines
Botschafters. Mehrere offizielle Vertreter seines Landes haben nach ihrem Amtsantritt in Peking seine Hilfe in Anspruch genommen, wenn es darum ging, sich für die Belange der Nigerianer in Guangzhou einzusetzen. Und auch wirtschaftliche Beziehungen werden geknüpft. Barry Sultane, der Vorsitzende der guineischen Gemeinschaft in China, erklärte mir: „Chinesische Politiker sind der Meinung, dass Afrikaner durchaus in China Geschäfte machen könnten, ohne hier zu leben. Das ist ein Irrtum. Neunzig Prozent der Afrikaner in Guangzhou fungieren als eine Art Vermittler zwischen Händlern in Afrika und chinesischen Herstellern oder Großhändlern. Ohne die Anwesenheit von Afrikanern in China gibt es keine Geschäfte zwischen Afrika und China.“ Welche Zukunft hat nun die afrikanische Diaspora in China? Verschiedentlich hört man, das Leben sei für Menschen afrikanischer Herkunft so beschwerlich, dass sie derzeit in Scharen zurück nach Afrika oder in andere Länder gehen. Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Meine jüngsten Forschungen zeigen, dass Afrikaner durchaus ihre Nischen finden und in China Fuß fassen. Es gelingt ihnen, den Polizeischikanen zu entgehen und ihren Geschäften nachzugehen. Viele sind auch entschlossen, in China zu bleiben und hier ihren Lebensmittelpunkt zu finden. Einige haben in China sogar Einheimische geheiratet und Familien gegründet. Die Zahl der afrikanisch-chinesischen Paare nimmt stetig zu, und die folgenden Generationen werden die Präsenz von Menschen afrikanischer Herkunft in China nachhaltig festigen. Menschen afrikanischer Herkunft äußern auch häufig, dass sie ein Recht haben, in China zu sein, da sich auch Chinesinnen und Chinesen in Afrika aufhalten. Diese Motivation zieht sich durch viele Berichte und ist wesentlich, um die Lebensumstände und -aussichten der Menschen afrikanischer Herkunft in China zu verstehen. Denn es ist ein wiederkehrendes Thema der meisten afrikanischen Diasporagemeinden nicht nur in China, sondern ebenso in Europa und Amerika. Sie betonen ihr Recht, in China, Europa und den USA zu leben, eben weil auch Menschen aus China, Europa, den USA und anderen Teilen der Welt in Afrika leben.
Adams Bodomo ist Afrikanist und Professor für afrikanische Sprachen und Literaturen am Institut für Afrikawissenschaften der Universität Wien. Der Wissenschaftler aus Ghana bekleidet diese hochrangige Professur als erster Schwarzer an einer österreichischen Universität. Prof. Dr. Bodomo ist außerdem Leiter der Forschungsplattform Global African Diaspora Studies (GADS) an seiner Universität und Autor des ersten Buchs über afrikanische Gemeinden in China. Er hat wegbereitende Forschungen auf verschiedenen Gebieten wie der afrikanischen Linguistik, der afrikanischen Literatur, der Diasporaforschung mit besonderem Schwerpunkt auf dem Beitrag der Diasporagemeinden zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung ihrer Herkunftsländer sowie der afrikanisch-chinesisch-europäischen Beziehungen geleistet. Außerdem hat er an interdisziplinärer Forschung auf verschiedenen Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften mitgewirkt.
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13.– 15. Zeng Xian Fang, Xiaobeilu Fußgängerbrücke, Guangzhou, China. 2013
16.– 20. Wu Yong Fu, Xiaobeilu Fußgängerbrücke, Guangzhou, China. 2009–2010
13.– 15. Zeng Xian Fang, Xiaobeilu pedestrian bridge, Guangzhou, China. 2013.
16.– 20. Wu Yong Fu, Xiaobeilu pedestrian bridge, Guangzhou, China. 2009–2010
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‘Every day before I leave my house … I spend about ten minutes gathering all the documents that prove that I am legally resident in China; I cannot walk out of my house … my hotel without my passport, my room key, and anything that shows that I am legally resident in China. And I have done this for the past 3 years that I have been in and out of China.’
At the turn of the millennium, people of African descent started migrating to China in substantial numbers. Although an African presence in China has been attested by historians for centuries, in this 21st century there is now a critical mass of Africans in China allowing us to start talking of an African diaspora, often termed ‘Africa's newest diaspora’. This phenomenon has raised a number of questions. Who are the Africans going to China? Where do they come from? Why do they go there –– and to which places exactly? How are they organized into communities? How are they received by the state of China and the Chinese people? And what roles do they voluntarily or involuntarily perform in terms of the contemporary relations between Africa and China? And last but not least, how does their presence in China contribute to the general discussion about migration and diaspora formation in different parts of the world? The group of Africans who go to China are mostly young men and women mainly in their 20s and 30s. In my research for my book Africans in China (2012), I found the Africans going to China are primarily from West Africa, especially countries like Nigeria, Ghana, Mali, Guinea and Senegal. However, you also find an increasing number of people from all parts of Africa: Kenyans, Tanzanians, Ugandans, Congolese, Cameroonians, Zimbabweans, Angolans, people of the Maghreb, the Horn of Africa, and many more. There are now about 500,000 Africans and people of African origin in China. They are found mainly in six cities in greater China: Guangzhou, Yiwu, Shanghai, Beijing, Hong Kong and Macau. The largest community presence is in Guangzhou, but the best organized communities can be found in Macau. According to my estimates, there are around 100,000 Africans living in Guangzhou, the capital of the African presence in China. Most of these come from Nigeria, especially the Igbo-speaking areas of the country. These and other Africans have developed a large pre-
sence in Chinese markets and factories, buying goods from electronics, such as mobile phones, to clothes, and general household merchandise and sending this back to Africa to sell at a profit. Hence, the largest group of Africans in China, especially in Guangzhou, are traders. Nonetheless, more and more Africans are studying there, mainly due to the Chinese government providing about 5000 student scholarships a year for Africans to study there. The sudden presence of a relatively large group of Africans, who are visible minorities, has created some friction in the cities where they live, especially in Guangzhou and Beijing. While such frictions are not evident in the everyday trade relations between ordinary Africans and Chinese in the market streets of Guangzhou and Yiwu, Africans in China often complain of regular instances of discrimination and harassment by law enforcement officers who usually single out this visible migrant group for undue identity searches and checks. In a field interview in 2013 in a Guangzhou restaurant catering primarily to Africans, an African told me: ‘You want to know what it is like for me to live in China? (…) Every day before I leave my house … I spend about ten minutes gathering all the documents that prove that I am legally resident in China; I cannot walk out of my house … my hotel without my passport, my room key, and anything that shows that I am legally resident in China. And I have done this for the past three years that I have been in and out of China.’ Many Africans complain of how difficult it is to renew their visas for China. Having to leave mainland China for places like Hong Kong and Macau to renew a visa is common. Sometimes these migrants even have to travel back home to Africa to apply for a new visa so they can return and continue with their trading activities. Chinese who interact with ordinary Africans also regularly complain of their lack of trust in business deals, lateness and lackadaisical behaviour in business rela-
tions. Despite state-level official discourses stressing how Africans and Chinese are brothers and sisters, some high-ranking provincial Chinese government officials often accuse Africans of being trouble makers and carriers of incurable diseases. In 2017, Pan Qinglin of Tianjin Municipality (Member of the Chinese People's Political Consultative Council—China's top political advisory body) made the following irresponsible and racist official pronouncements: ‘Black brothers often travel in droves; they are out at night out on the streets, nightclubs, and remote areas. They engage in drug trafficking, harassment of women, and fighting, which seriously disturbs law and order in Guangzhou … Africans have a high rate of AIDS and the Ebola virus that can be transmitted via body fluids … If their population [keeps growing], China will change from a nation-state to an immigration country, from a yellow country to a black-and-yellow country.’ These difficulties and altercations notwithstanding, Africans in China are forging ahead and making progress in China. They group together and form communities along national, religious, linguistic and professional lines to promote their business and professional welfare. Students are grouping together and forming student movements to press for their welfare and to promote African cultures in China. Africans in China are gradually forming linguistic, cultural, and economic bridges. Whether voluntarily or involuntarily, just by living their normal lives among Chinese people, most ordinary Africans are linguistic and cultural ambassadors. Chinese people come to understand how Africans communicate and wear their clothes, carry their children, and eat their food. There is a popular joke among Africans and Chinese in the markets of Guangzhou. Chinese people ask Africans why they don’t or can’t use chopsticks? Africans ask in return: Why eat with two chopsticks when you can eat with five (i.e. five fingers)? Africans in China are even building political bridges. Mr.
Emmanuel Ojukwu, Chair of the Nigerian community in China, serves as a de facto ambassador. Many official Nigerian ambassadors taking up office in Beijing have often relied on him to manage the affairs of the numerous Nigerians in Guangzhou. These Africans are also building economic bridges. Barry Sultane, Chairman of the Guinean Community in China, tells me: ‘Chinese [leaders] think that Africans can do business in China without being in China, and this is an error. Ninety percent of Africans in Guangzhou act as some kind of intermediary between local businessmen in Africa and the Chinese factory, the Chinese businessmen there. Without Africans in China, there is no business between Africa and China.’ Finally, what is the future of the African diaspora in China? Some have suggested that due to the difficulties Africans face there, Africans are leaving in droves and going back to Africa or to third countries. However, this is very far from the truth. My latest research shows that Africans are finding new ways to dig in and remain. They are finding new ways to evade police harassment and continue with their trade. Many Africans are very committed to staying in China and continuing with their lives there. Some have even married local Chinese people and started families. The number of mixed African-Chinese couples and offspring in Guangzhou and other parts of China is steadily growing. These second and subsequent generations of Africans are bound to sustain the African presence in China in profound ways. Moreover, Africans often say that as long as the Chinese are present in Africa, they too have the right to be in China — and this theme of resilience is crucial in understanding Africans in China! This is the same theme running through discourses in most African diaspora communities in other parts of the world, such as Europe and America. Africans often emphasize their right to be in places like China, Europe and the US, because the people of China, Europe, the US and other places are also in Africa.
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21. Wu Yong Fu, Mann in Gelb, Xiaobeilu Fußgängerbrücke, Guangzhou, China. 18. September, 2009. 21. Wu Yong Fu, Man in yellow, Xiaobeilu pedestrian bridge. Guangzhou, China. September 18, 2009
Adams Bodomo is a Ghanaian academic and Professor of African Studies (holding the Chair of African Languages and Literatures) at the University of Vienna, Austria – the first Black to occupy this top academic position in an Austrian university. Prof. Dr. Bodomo is also Director of the Global African Diaspora Studies (GADS) Research Platform at the University and author of the first book on the African presence in China. He has conducted pioneering research in many disciplines, including African linguistics, Afriphone literature, diaspora studies with a particular focus on diaspora community contributions to the socio-economic development of their countries of origin, Africa - China - Europe relations, and interdisciplinary studies across many humanities and social science disciplines.
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Die Weltkulturen Bibliothek lädt mit ihren wunderschönen Räumlichkeiten in der Villa am Schaumainkai 35 zum Lesen und Arbeiten ein. Sie steht allen Interessenten offen. Als Präsenzbibliothek sind die Bestände nicht ausleihbar, können aber im Lesesaal eingesehen und kopiert werden. Die Bibliothek bietet ein breites Angebot an deutsch- und fremdsprachiger wissenschaftlicher Literatur über Ethnologie, Religion, Musik, Kunst und Museologie. Im Zentrum stehen die Sammlungsbereiche des Weltkulturen Museums – Afrika, Amerikas, Ozeanien und Südostasien. Zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit den Themen der aktuellen Ausstellungen lädt eine fundierte Zusammenstellung an Büchern und Zeitschriften ein. Ein wichtiger Schwerpunkt sind außerdem Publikationen zur zeitgenössischen Kunst außerhalb der westlichen Welt. Eine Auswahl wichtiger Fachzeitschriften (z.B. Anthropos, BaesslerArchiv, Current anthropology, Third Text), Kinder- und Jugendbücher sowie Tonträger ergänzen den Bestand. Über den Verbund Frankfurter Museumsbibliotheken haben Sie die Möglichkeit im Gesamtkatalog oder gezielt in den einzelnen Bibliotheken nach Publikationen zu recherchieren.
The Weltkulturen Museum library, in its wonderful rooms in the villa at Schaumainkai 35, offers an unique place to read and work. The library offers a wide spectrum of German and foreign-language scholarly works and materials on ethnology, religion, music, art and museology. The holdings reflect the focus of the Weltkulturen Museum’s different departments – Africa, the Americas, Oceania and South East Asia. Carefully selected books and journals also provide a greater insight into the specific topics and themes dealt with in the current exhibitions. The library’s outstanding features include a collection of publications on contemporary art outside the western world. In addition, the holdings offer a range of key scholarly journals (e.g. Anthropos, Baesler-Archiv, Current Anthropology, Third Text), books for children and young adults, as well as sound and audio recordings.As a reference library, the holdings are not available on loan, but they can be viewed in the reading room and copied. The library is also open to the general public. You can browse the entire library collection as well as the other Frankfurt museum libraries in the centralized database of the Association of Frankfurt Museum Libraries.
22. Weltkulturen Bibliothek, Foto: Wolfgang Günzel 22. Weltkulturen Library, Photo: Wolfgang Günzel
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Sebastião Salgado: Migranten Buchempfehlung aus der Weltkulturen Bibliothek von Maria Reith-Deigert
Sebastião Salgado: Migranten Recommendation from the Weltkulturen Library by Maria Reith-Deigert
Über sechs Jahre lang war der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado in den 1990er-Jahren unterwegs, um an den Krisenherden der Welt Migranten zu porträtieren: Menschen, die unterwegs sind, um politischer Unterdrückung, Bürgerkrieg, Völkermord oder auch Armut und Hunger zu entfliehen und sich gezwungen sehen, ihre Wurzeln aufzugeben. Auch Salgado selbst ist ein Migrant: Während der brasilianischen Militärdiktatur floh er 1969 nach Paris, weshalb er sich mit Menschen, die fern ihrer Heimat versuchen sich ein neues Leben aufzubauen, identifizieren kann. In eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien hielt er das Elend der Wandernden und Flüchtenden fest. Für sein Buch „Migranten“ hat er über 400 Bilder ausgewählt. Sie handeln vom Völkermord in Ruanda ebenso wie von Vertriebenen des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien, vom Kampf um Landbesitz und der Landflucht in Südamerika wie dem wilden Wachstum der asiatischen Metropolen, wohin viele die Hoffnung auf ein besseres Leben trieb. Damit gibt er dem Phänomen Migration ein eindrucksvolles, aufwühlendes Gesicht. 2016 hat Salgado sein Buch unter dem Titel „Exodus“ erneut veröffentlicht. Und es zeigt: Nichts hat sich verändert, die Fotos aus den 1990er-Jahren sind immer noch aktuell, auch wenn sich der Fokus der Aufmerksamkeit verlagert hat. Dafür, dass er weltweit auf das Schicksal von Migranten und Arbeitern und die Lebensbedingungen indigener Völker aufmerksam macht, aber auch für seinen Einsatz für den Naturschutz, wird Salgado im Oktober 2019 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche ausgezeichnet – als erster Fotograf überhaupt. (Salgado, Sebastião: Migranten. Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2000. 431 Seiten. (Neuausgabe: Salgado, Sebastião: Exodus. Köln: Taschen 2016)
In the 1990s, Brazilian photographer Sebastião Salgado spent over six years travelling to document migrants in the world’s main trouble spots. His photos portray people in transit seeking to escape political suppression, civil war, genocide, poverty and famine – people who see their only hope as giving up their roots. Salgado is also a migrant himself, fleeing Brazil for Paris in 1969 during the years of the military dictatorship. Through this experience, he can identify with those trying to build a new life far from their homeland. In Salgado’s haunting black-and-white photographs, he captures the hardships, despair and misery of these refugees and migrants. For his book ‘Migranten’, he selected over 400 photos. They tell of the Rwandan genocide, those driven into exile by the war in former Yugoslavia, and the struggle for land ownership and migration into the cities in South America just as much as the uncontrolled growth of Asian megacities, drawing so many with the promise of a better life. In these works, he lends the phenomenon of migration an impressive and disturbing face. In 2016, Salgado reissued his book under the title ‘Exodus’. And it shows that nothing has changed. His photos from the 1990s are just as topical as even, even if the focus in migration has shifted. In October 2019 in a ceremony in Frankfurt’s Paulskirche, Sebastião Salgado will be awarded the German Book Trade’s Peace Prize – the first photographer ever to win the prize. The jury praised Salgado’s contribution to nature conservation and his work in raising worldwide awareness of the fate of labourers and migrants, and the living conditions of indigenous peoples. (Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2000. 431 pages. New edition: Salgado, Sebastião: Exodus. Cologne: Taschen 2016)
Anna Jürgen: Blauvogel Leseempfehlung zur Ausstellung „Plakatiert! Reflexionen des indigenen Nordamerika“ von Eva Ch. Raabe
Anna Jürgen: Bluebird Recommended reading to accompany the exhibition ‘Posted! Reflections of Native North America’ by Eva Ch. Raabe
Anna Jürgen (Anna Müller-Tannewitz): Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen, zuerst erschienen 1949 (vordatiert auf 1950). Der Roman wurde immer wieder neu aufgelegt, erschien bei Ravensburg und im Kinderbuchverlag Berlin und ist heute bei Julius Beltz erhältlich. Oft beklagt wird die Vorherrschaft des Klischees vom durch die Prärie reitenden und im Tipi lebenden „Indianer“. Ein ganz anderes Bild von der indigenen Bevölkerung Nordamerikas vermittelt eine Reihe von Büchern, die schon über Generationen hinweg Kinder und Jugendliche in ihren Bann geschlagen haben. Zu ihnen gehören auch die Werke von Anna Müller-Tannewitz (1899–1989), die während des Zweiten Weltkriegs Literaturgeschichte, Völkerkunde und Zeitungswissenschaften studierte und mit dem Ethnologen und Nordamerikanisten Werner Müller verheiratet war. Blauvogel war ihr erster Roman, den sie noch unter dem Pseudonym Anna Jürgen publizierte. Spätere Romane mit ähnlichen Themen schrieb sie unter ihrem richtigen Namen. Die Romanhandlung beginnt 1755, als der Krieg zwischen Engländern und Franzosen im östlichen Waldland Amerikas ausbricht. Es geht um einen neunjährigen Grenzerjungen, der von Irokesen geraubt und von einer irokesischen Familie an Sohnes statt angenommen wird. Blauvogel erfährt die Liebe seiner Adoptiveltern – zunächst ein Außenseiter in den Langhäusern der Irokesen, wird er mit wachsendem Verständnis von Sprache, Lebensweise und Glaubensvorstellungen einer von ihnen. Die Autorin beschreibt das raue Leben der britischen Grenzer am Ohio und stellt diesen Bildern eine detailreiche Schilderung des irokesischen Alltags gegenüber. Dieser einfühlsame Kulturvergleich ist auch heute noch, fast 70 Jahre nach seinem ersten Erscheinen, eine absolut empfehlenswerte Lektüre. Anna Jürgen (Anna Müller-Tannewitz): Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen, zuerst erschienen 1949 (vordatiert auf 1950)
Anna Jürgen (Anna Müller-Tannewitz): Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen (Bluebird, Adopted Son of the Iroquois), first published in 1949 (dated ahead to 1950). Many new editions of the novel were issued by Ravensburg and Kinderbuchverlag Berlin, and nowadays it is published by Julius Beltz. The dominant cliché of the ‘Indian’ who lives in a tepee and rides across the prairie has been the subject of frequently criticism. A very different image of North America’s indigenous population emerges from a number of books that have captivated generations of children and teenagers. These include the works of Anna Müller-Tannewitz (1899–1989), who studied literary history, ethnology and journalism during World War II, and who was married to ethnologist and North America specialist Werner Müller.‘Blauvogel’ was her first novel, published under the pseudonym Anna Jürgen. For later novels on similar topics she used her real name. The novel starts in 1755, as war breaks out between the English and French in the eastern woodlands of America. It tells the story of the nine-year-old son of British settlers who is kidnapped by the Iroquois and raised by an Iroquois family as their own child. Blauvogel is loved by his adoptive parents, and although he is initially an outsider in the Iroquois longhouses, as he comes to understand their language, way of life and beliefs he becomes one of them too. The author describes the harsh life of British frontier families in Ohio and contrasts these images with a detailed depiction of everyday Iroquois life. Even today, nearly seventy years after its first appearance, this insightful cultural comparison is a highly recommended read. Anna Jürgen (Anna Müller-Tannewitz): Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen (Bluebird, Adopted Son of the Iroquois), first published in 1949 (dated ahead to 1950)
Julica Norouzi (Hrsg.): Milli Bau: Seidenstraße Buchempfehlung aus der Weltkulturen Bibliothek von Maria Reith-Deigert
Julica Norouzi (ed.): Milli Bau: Silk Road Recommendation from the Weltkulturen Library by Maria Reith-Deigert
Jahrhundertelang war die Seidenstraße der wichtigste Handelsweg zwischen Ostasien und dem Mittelmeerraum. Über die legendäre Karawanenroute fand ein reger Austausch nicht nur von Waren, sondern auch von Religionen und Kulturen statt. Und von jeher übte sie eine große Faszination aus, verband sich mit der Vorstellung von Geheimnis und Abenteuer. Diesem Mythos spürte auch Milli Bau nach. 1956 brach die damals 50jährige Journalistin und Fotografin auf, um die Länder der Seidenstraße mit einem umgebauten VW-Bus zu erkunden und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Sie reiste allein – dies widersprach entschieden dem konservativen Frauenbild der Adenauer-Zeit. In fast dreieinhalb Jahren fuhr sie vom Libanon über Syrien, Irak, Iran, Usbekistan, Afghanistan, Nepal und Indien schließlich nach China und erlebte dabei zahlreiche, teils haarsträubende Abenteuer. Begleitet wurde sie von ihrem Tagebuch und ihrer Kamera: Tausende von Bildern dokumentieren teils entlegene Regionen, zeigen Vieles, was heute so nicht mehr existiert.Nach ihrem Tod – Milli Bau starb 2005 mit 99 Jahren – gelangte ein Teil ihres Nachlasses, vor allem Dias und Fotos, in die Sammlung Visuelle Anthropologie des Weltkulturen Museums. Viele davon veröffentlichte die Kunsthistorikerin Julica Norouzi 2017 in ihrem Buch, in dem sie anhand von Fotografien, Notizen und kleinen Geschichten die außergewöhnliche Reise nachzeichnet. Es ist ein sehr persönliches Buch, denn Milli Bau war mit Norouzis Mutter befreundet und für sie eine Art „Ersatz-Oma“. Zugleich ist es ein zeithistorisches Dokument und ein Beispiel für ein ungewöhnliches Frauenleben. Julica Norouzi (Hrsg.): Milli Bau : Seidenstraße/Silk Road, 1956 – 1974. Bielefeld: Kerber Photo Art 2017. 215 Seiten
For hundreds of years, the Silk Road was the key trading route between East Asia and the Mediterranean basin. This legendary caravan route was not only the site of a lively exchange of goods, but also facilitated an exchange of religions and cultures. From time immemorial, travellers have been fascinated by the Silk Road with its aura of adventure and mysterious lands. This is also the myth investigated by journalist and photographer Milli Bau. In 1956, then 50 years old, she set out to fulfil a childhood dream and explore the countries along the Silk Road. She travelled alone in her converted VW camper van – decisively contradicting the conservative image of women in Germany in the post-war Adenauer era. From Lebanon, she drove through Syria, Iraq, Iran, Uzbekistan, Afghanistan, Nepal and India to reach China, a journey taking her nearly three-and-a-half years and including many – sometimes hair-raising – adventures. She travelled with her diary and her camera. In thousands of photos, she documented the regions she crossed, some extremely remote, recording ways of life and many things no longer found there today. Milli Bau died in 2005 aged 99 years old. After her death, a part of her artistic estate, primarily slides and photos, was taken into the Visual Anthropology collection in the Weltkulturen Museum. Many of these were published in 2017 in this book by art historian Julica Norouzi, who tracews Milli Bau’s remarkable journey in photographs, notes and short accounts of her experiences. This is also a very personal book. Julica Norouzi’s mother and Milli Bau were friends and, for the author as a little girl, she was rather like a grandmother figure. At the same time, this is a record of contemporary history and pays tribute to the life of an exceptional woman. Julica Norouzi (ed.): Milli Bau : Seidenstraße/Silk Road, 1956 – 1974. Bielefeld: Kerber Photo Art 2017. 215 pages
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F R E I W I L L I G E S S O Z I A L E S J A H R K U LT U R / V O L U N TA RY S O C I A L Y E A R C U LT U R E
ich weiss jetzt wie man ein projekt startet/ now i know what has to be done to get a project off the ground
23. Märchen der Weltliteratur, Herausgegeben von Eugen Diederichs, Friedrich von der Leyen und Paul Zaunert, 1912 – 2003. Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 23. Fairy Tales of the World Literature, Published by Eugen Diederichs, Friedrich von der Leyen and Paul Zaunert, 1912 – 2003. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel 24. Illustration von Ute Dissmann, aus: Märchen der Berber, Herausgegeben von Uwe Topper, Köln: Diederichs, 1986. 24. Illustration by Ute Dissmann, from: Märchen der Berber (Fairy Tales of the Berbers), Published by Uwe Topper, Cologne: Diederichs, 1986. 25. „Märchen Roland“ und Nadine Müller. Foto: Claudia Bodens
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Nadine Müller hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Weltkulturen Vermittlung absolviert und in dieser Zeit ein eigenes Projekt entwickelt – den Podcast „Märchen Roland“ mit dem SeniorPoet und Vorlesepaten Roland Schneider. Ab Mitte Juni 2019 war es dann soweit: Im Zweiwochentakt konnte man nun immer etwa 15 bis 20 Minuten lang über die sozialen Medien des Weltkulturen Museums beim Märchen-Mittwoch den Geschichten für Jung und Alt lauschen. Der Podcast „Märchen Roland“ entstand im Rahmen der Ausstellung „Grey is the new Pink. Momentaufnahmen des Alterns“. Die Idee war, dass Märchen Jung und Alt verbinden und einer der bekanntesten Wege sind Werte, Normen aber auch Wissen zu übermitteln. Die Themen sind vielfältig – Ehrlichkeit, „Bammel“ oder Zauberwesen, um nur einige zu nennen – und deshalb auch unabhängig von der Ausstellung spannend anzuhören. Und wie empfand Nadine ihr Projekt? „Wenn man mit Technik arbeitet, kann es immer frustrierend sein … Aber ich habe mich mit dem Medium Podcast auseinandergesetzt und kann jetzt mit Audioprogrammen umgehen, weiß was alles im Vorfeld getan werden muss, um ein Projekt zu starten. Davon abgesehen war mein Projekt eigentlich ein dauerhaftes Hoch. An beiden Aufnahmeterminen hatte ich unglaublich viel Spaß! Interessant war das Fotoshooting mit meiner Kollegin Claudia Bodens für das Titelbild des Podcasts. Sehr gefreut habe ich mich über die große Unterstützung durch die Öffentlichkeitsarbeit und besonders durch Helena Kiess und Leonie Neumann, die zum Ausstellungsteam „Grey is the new Pink“ gehören und den ganzen Prozess meines Projektes begleitet haben. Es war wirklich schön zu sehen, wie der Podcast Form annimmt!“
25. ‘Märchen Roland’ and Nadine Müller. Photo: Claudia Bodens
Nadine Müller spent her Voluntary Social Year working on the Weltkulturen Museum’s education programme. In this period she developed her own project: the podcast ‘Märchen Roland’ (Fairy-Tale Roland) with the senior-citizen poet and reading volunteer Roland Schneider. Everything was ready for the launch by mid-June 2019: now, every two weeks it was possible to listen to stories suitable for young and old alike thanks to Märchen-Mittwoch (Fairy-Tale Wednesday). The tales, lasting 15 to 20 minutes apiece, are available via the Weltkulturen Museum’s social media channels. The ‘Märchen Roland’ podcast was created as part of the exhibition ‘Grey is the New Pink – Moments of Ageing’. It picked up on the idea that fairytales connect young and old people, and are one of the most well-known means of passing on values, norms and even knowledge. Many different topics are addressed—such as honesty, having the jitters and magical beings, to name but a few—and that makes them so fascinating to hear, even independently of the exhibition. And what did Nadine think of her project? ‘When you work with technology it can always be frustrating … but I’ve really grappled with the medium of podcasts and now I can cope with audio programmes; I know what has to be done in advance in order to get a project off the ground. Apart from that my project was actually one long high point. It was incredible fun at both the recording sessions! The photo shooting with my colleague Claudia Bodens for the podcast’s cover photo was interesting. I was really pleased to have received so much support from the public relations team, and particularly from Helena Kiess and Leonie Neumann of the exhibition team, who accompanied my project every step of the way. It was really great to see how the podcast took shape!’
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www.instagram.com/weltkulturen.museum
Roland Schneider hat als Senior-Poet und Vorlesepate ehrenamtlich an der Ausstellung „Grey is the new Pink“ 2018 bis 2019 mitgewirkt. Nadine Müller absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Weltkulturen Vermittlung und entwickelte in dieser Zeit ihr PodcastProjekt „Märchen Roland“. / From 2018 to 2019, Roland Schneider contributed as senior-citizen poet and reading volunteer to the exhibition ‘Grey is the new Pink’. Nadine Müller spend her Voluntary Social Year working in the Weltkulturen Educational's programme and developed her podcast project ‘Fairytale Roland’ during that time.
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PROVENIENZFORSCHUNG/ PROVENANCE RESEARCH 26.
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SAMMLUNG UND F ORSCHUNG / COLLEC TION AND RESEARCH
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26. Kopfschmuck, Duala, Kamerun. Sammler Theodor Christaller, vermutlich 1890er Jahre. Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 26. Feather headdress, Duala, Cameroon. Collector Theodor Christaller, probably 1890s. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel 27. Ahnenfigur, Nias, Indonesien. Ankauf bei Kunsthandel Aalderink, Amsterdam, April 1941. Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 27. Ancestor figure, Nias, Indonesia. Acquisition at Kunsthandel Aalderink, Amsterdam, April 1941. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel 28. Perlenbesatz für Umhang, Herero, Namibia, Sammler Eugen Stuhlmann, 1904-1905, Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 28. Bead patch for a cape, Herero, Namibia. Collector Eugen Stuhlmann, 1904-1905. Collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel
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Provenienzforschung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Weltkulturen Museums: 2004 veröffentlichte der Ethnologe Hans Voges im Ausstellungskatalog „Ansichtssachen“ eine Forschung über die Situation des Museums während der NS-Zeit. In der Ausstellung „Ware und Wissen“ (2014/2015) wurde koloniales Sammeln kritisch reflektiert. Derzeit forscht der Kustos der Abteilung Ozeanien, Matthias Claudius Hofmann, zu einer kolonialzeitlichen Sammlung aus Nordost-Neuguinea, die von einem Techniker der Neuendettelsauer Mission 1904/05 gesammelt und 1906 vom Museum erworben wurde. Der Wissenschaftliche Volontär Arno Holl arbeitete an der Sammlung von Borys Malkin, einem polnisch-amerikanischen Ethnologen und Insektenforscher, der Mitte des 20. Jahrhunderts bei verschiedenen indigenen Gruppen Südamerikas gesammelt hat. Im Rahmen der Ausstellung „Gesammelt. Gekauft. Geraubt? Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext“ (16.8.2018 – 27.1.2019) widmete sich das Weltkulturen Museum der Aufarbeitung ausgewählter Objektbiografien.
Seit 2017 untersuchten die Kuratorinnen Julia Friedel (Kustodin Afrika) und Vanessa von Gliszczynski (Kustodin Südostasien) Objekte, die während der Kolonialzeit und der Zeit des Nationalsozialismus in die Sammlung des Museums gelangten. Die Objektgeschichten machen deutlich, wie wichtig eine langfristige Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung ist. Gleichzeitig wird klar, dass man bei der Aufarbeitung der Provenienzen oft an Grenzen stößt und sich nicht immer alle Zusammenhänge rekonstruieren lassen. Das Weltkulturen Museum beabsichtigt daher, die Forschung an diesen und weiteren Sammlungsobjekten zu intensivieren und international auszuweiten. Dieses Unterfangen setzt allerdings zusätzliche personelle und finanzielle Mittel voraus. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste unterstützt seit kurzem , eine Projektförderung im Umgang mit Kulturgütern aus kolonialem Kontext zu entwickeln. Das Weltkulturen Museum plant, dort Mittel zu beantragen, um langfristige Projekte zur Provenienzforschung an der eigenen Sammlung durchzuführen.
Provenance research is a crucial part of the work with the objects in the Weltkulturen Museum’s collections. In 2004, in the Ansichtssachen exhibition catalogue, anthropologist Hans Voges published research on the museum’s situation in the years under the Nazi regime. The exhibition ‘Foreign Exchange’ (2014/2015) critically reviewed and reappraised collecting during the colonial period. Oceania Curator Matthias Claudius Hofmann is presently researching a colonial period collection from the north-east of New Guinea. The collection, acquired by the museum in 1906, was assembled by an engineer working for the Neuendettelsau Mission in 1904/05. Research scholar Arno Holl worked on the collection of Borys Malkin, a PolishAmerican anthropologist and entomologist collecting in the mid-twentieth century from various indigenous groups in South America. As part of the exhibition ‘Collected. Bought. Looted? Case Studies from a Colonial and National Socialist Context’(16.8.2018-27.1.2019), the Weltkulturen Museum critically reviewed and reappraised the biographies of selected
objects. Since 2017, Julia Friedel (Africa Curator) and Vanessa von Gliszczynski (South-East Asia Curator) have investigated objects and artefacts entering the museum collection during the colonial period or the years under the Nazi regime. The history of these objects clearly underlines the importance of a long-term analysis of the museum’s own collection history. At the same time, this illustrates the limits often encountered when reviewing the provenance of museum objects and how, in many cases, it remains impossible to reconstruct all an object’s contexts. For this reason, the Weltkulturen Museum intends to intensify its research into these and other objects in the collection, and expand its research internationally. Such a project, though, requires additional personnel and funding. The German Lost Art Foundation recently supports project funding to research cultural goods from colonial contexts. The Weltkulturen Museum plans to apply to the Foundation for funding to realise long-term projects on provenance research into the museum’s own collection.
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ordnung kann so schön sein! In einer musealen Sammlung mit circa 65.000 Objekten ist es besonders wichtig Ordnung zu halten und die Objekte fachgerecht zu lagern. Nur so kann ein Museum einer seiner primären Aufgaben nachkommen: Objekte vor dem Verfall zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren. Wie die dauerhafte Lagerung von Kunst- und Kulturgut idealerweise aussehen sollte, zeigt die Abbildung einiger Objekte der Inuit, die bisher lose in einer Schublade lagen. Gerade die kleinen und zerbrechlichen prähistorischen Tierfiguren waren stark gefährdet auf lange Sicht Schaden zu nehmen, da sie beim Öffnen und Schließen der Schublade gegeneinandergestoßen sind. Durch das Anfertigen individuell angepasster Verpackungen aus alterungsstabilen und säurefreien Materialien konnte diese Gefahr behoben werden. Durch die neue Form der Lagerung sieht die Schublade zudem viel ordentlicher und übersichtlicher aus. Und man muss Marie Kondō, die das Aufräumen zu einem internationalen Trend entwickelt hat, schon recht geben: Ordnung macht glücklich!
the magic of tidying up! In a museum collection with about 65,000 objects, orderliness and storing objects in a proper fashion is crucial. It enables a museum to fulfil one of its main tasks: protecting artefacts from decay and preserving them for coming generations. The illustration of some Inuit objects, previously kept loose in a drawer, shows how cultural artefacts and art works should be permanently stored under ideal conditions. Before their rehousing, especially the small and fragile prehistoric animal figures were in danger of being damaged in the long run, because they were bumping against each other when the drawer was opened and closed. But this has now been remedied by making the customised packaging from acid-free and age-resistant materials. A nice side effect of this new form of storage is that the drawer is also neatly arranged and looks far tidier. And that just goes to confirm the basic concept of Marie Kondō’s success in making orderliness an international trend: tidying up makes you happy!
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29. Individuell angepasste Lagerung von Objekten der Inuit aus dem frühen 19. Jahrhundert, Sammlung Weltkulturen Museum 29. Individually adapted storage of Inuit objects from the early 19th century. Collection Weltkulturen Museum 30. Kristina Werner. Foto: Mareike Mehlis 30. Kristina Werner. Photo: Mareike Mehlis
Kristina Werner, Restauratorin im Weltkulturen Museum, hat in Köln „Restaurierung und Konservierung von Objekten aus Holz und Werkstoffen der Moderne“ studiert und schloss mit dem Master ab. Kristina Werner, conservator in the Weltkulturen Museum, holds an MA from the Cologne Institute of Conservation Sciences in the restoration and conservation of wooden artefacts and modern materials.
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Weltkulturen Museum Schaumainkai 29 60594 Frankfurt am Main Weltkulturen Labor Schaumainkai 37 60594 Frankfurt am Main Newsflash Monatlich informiert Sie unser Newsflash über unsere aktuellen Veranstaltungen. Anmeldung unter www.weltkulturenmuseum.de/de/ kontakt/newsletter Öffnungszeiten Mo geschlossen Di–So 11–18 Uhr Mi 11–20 Uhr Eintrittspreise Eintritt Museum: 7€ / 3,50€ Eintritt Labor: 3€ / 1,50€ Jeden letzten Samstag im Monat ist der Eintritt in die Ausstellungen kostenfrei. Freier Eintritt Kinder bis zum 18. Geburtstag, Freundeskreismitglieder, ICOM-Mitglieder, Inhaber von Museumsufer-Card und –Ticket, Studierende der Frankfurter Hochschulen Folgende Personen haben ermäßigten Eintritt Studenten und Auszubildende, Arbeitslose, Schwerbehinderte ab 50%, Gruppen ab 20 Personen. Für Inhaber des Frankfurt-Passes und des Kulturpasses sowie für Personen mit Flüchtlingsstatus gilt ein reduzierter Eintritt von 1€. Entsprechende Dokumente müssen vorgelegt werden.
Öffentliche Führungen weltbewegend: Matinéeführung jeden ersten Mittwoch im Monat um 11.30 Uhr. Öffentliche Führungen jeweils mittwochs, 18 Uhr und sonntags, 15 Uhr. Außer am ersten Mittwoch im Monat. Ab dem 7. Dezember auch samstags, 15 Uhr. plakatiert!: samstags um 15 Uhr. Weitere Informationen finden Sie unter www.weltkulturenmuseum.de Workshops, Führungen und Kindergeburtstage In den Vermittlungsangeboten des Weltkulturen Museums tauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tiefer in die Themen der aktuellen Ausstellungen ein, erforschen die Sammlungsobjekte, setzen diese mit sich selbst in Beziehung und entwickeln daraus neue Ideen, Fragen und kreative Objekte. Ziel ist es, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Weltkulturen Museum als ihren Ort verstehen und diesen nicht nur besuchen, sondern sich ihn aneignen.
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Weltkulturen Bibliothek Schaumainkai 35 60594 Frankfurt am Main Tel. 069 212 34349 / 212 45277 bibliothek.weltkulturen@stadt-frankfurt.de Öffnungszeiten: Mo und Di 9–15 Uhr Do und Fr 9–12 Uhr sowie nach Vereinbarung Werden Sie Mitglied im Freundeskreis! 1993 gegründet, begleitet und fördert der Freundeskreis des Weltkulturen Museums die vielfältigen Aktivitäten des Hauses. Für Mitglieder findet am zweiten Donnerstag eines jeden Monats um 19 Uhr ein Treffen in der Villa 35 des Weltkulturen Museums statt. Der Jour Fixe bietet den Rahmen für einen lebendigen Austausch von Meinungen und trägt zu einem tieferen Verständnis der Weltkulturen bei. Geschäftsführender Vorstand 2019 Vorsitzende: Adelheid Tröscher Stellvertrende Vorsitzende: Dr. Peter Wilke und Dr. Uwe Tessmar Weitere Informationen unter www. weltkulturenmuseum.de/de/freundeskreis So finden Sie zu uns: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln Bus 46 (Untermainbrücke); U-Bahn U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz), U4, U5 (Willy-Brandt-Platz); Straßenbahn 15, 16 (Schweizer Platz/ Gartenstraße) Mit dem Auto Für Menschen mit eingeschränkter körperlicher Mobilität gibt es Parkmöglichkeiten. Bitte anmelden! (außer bei Veranstaltungen) Bitte beachten Sie, dass der Zugang zu den Ausstellungen nicht barrierefrei ist.
Für Besucherinnen und Besucher jeder Altersgruppe bietet das Weltkulturen Museum verschiedene Überblicks- und Themenführungen sowie Workshops in der aktuellen Ausstellung an – auch in englischer Sprache. In zahlreichen Kooperationsprojekten werden die Teilnehmenden zu Akteurinnen und Akteuren im Museum und diskutieren aktuelle gesellschaftliche Themen. Für Schulen und Kitas gibt es von der Vorschule bis zur Oberstufe spezielle Führungs- und Workshopangebote. Für Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher bietet das Weltkulturen Museum Einführungen in aktuelle Ausstellungen und Fortbildungen an. Auch Kindergeburtstage können im Weltkulturen Museum gefeiert werden. Ausgehend von der Bildungssammlung zum Anfassen, gestalten die Kinder Masken, Batiken oder ergründen das Spiel der Schatten. weltkulturen.bildung@stadt-frankfurt.de 069 212 39898
IMPRESSUM: Herausgeber: Weltkulturen Museum, Stadt Frankfurt am Main, Schaumainkai 29–37, 60594 Frankfurt am Main • Texte: Adams Bodomo, Julia Friedel, Vanessa von Gliszczynski Arno Holl, Nadine Müller, Eva Ch. Raabe, Julia Rajkovic-Kamara, Maria Reith-Deigert, Sarah Stuckhardt, Kristina Werner • Redaktion: Christine Sturm, Julia Rajkovic-Kamara. Mitarbeit: Noelle Kuhley • Lektorat: Maria Reith-Deigert • Gestaltung: Studio Michael Satter Schriften: Rosart (Camelot) und Simon Mono (Dinamo) • Druck: Frankfurter Societäts-Druckerei Lithografie: Herbert Gärtner, ORT Studios Frankfurt • Übersetzungen: Andrew Boreham, Nicola Morris, Herwig Engelmann • LGBTQ: Unser Ziel ist es lesbare und zugleich gendersensibel formulierte Texte zu verfassen. Übersetzungen sollen zudem dem Originaltext möglichst gerecht werden ohne diskriminierend formuliert zu sein. Mit der von uns gewählten Schreibweise adressieren wir alle Geschlechteridentitäten.
Weltkulturen Museum Schaumainkai 29 60594 Frankfurt am Main Weltkulturen Labor Schaumainkai 37 60594 Frankfurt am Main Newsflash Every month our Newsflash informs you about our current events. Registration at www.weltkulturenmuseum.de/ en/kontakt/newsletter Opening hours Closed on Monday Tues–Sun 11am–6pm Wed 11am–8pm Admission Fee Museum: €7 / €3.50 Labor: €3 / €1.50 Free admission every last Saturday of the month Free admission: Children and young adults up to 18 years old, members of the Friends of the Museum, ICOM-members and Museumsufer-Card and –Ticket holders, students of the universities of Frankfurt am Main Concessions School and university students, apprentices, unemployed persons, persons with disabilities and groups of at least 20 persons. For owners of the FrankfurtPass (Frankfurt passport) or the Kulturpass (cultur passport) as well as for refugees who can verify their refugee status applies a reduced admission fee of €1.
Public Guided Tours worlds in motion: Matinée tour every fist wednesday of the month at 11.30am. Public tours on wednesday at 6pm and sundays at 3pm. Exept for the first wednesday of the month. From December 7th also saturdays at 3pm. posted!: Saturday at 3pm Further information at www.weltkulturenmuseum.de/en Tours and Children’s birthday parties The Weltkulturen Museum’s education programme offers visitors the chance to explore the subjects and themes in the current exhibition in greater depth, to research the objects, and to create their own connections with the collection, thus developing new ideas, questions or creative objects. We want children, young people and adults to see the Weltkulturen Museum as somewhere that belongs to them – not simply visiting the museum, but making it their own. The Weltkulturen Museum offers guided tours and work-
Weltkulturen Library Schaumainkai 35 60594 Frankfurt am Main Tel. 0049 (0)69 212 34349 / 212 45277 bibliothek.weltkulturen@stadt-frankfurt.de Opening hours: Mon and Tues 9am–3pm Thurs and Fri 9am–12pm, and by appointment Become a member of the Friends of the Museum! The Friends of the Weltkulturen Museum (Freundeskreis des Weltkulturen Museums) support the institution and its wide range of activities. Members meet at 7pm on every second Thursday of the month in the Museum’s Villa at Schaumainkai 35. This jour fixe enables a lively exchange of opinions and fosters a deeper understanding of the world cultures. Board of directors Chairwoman: Adelheid Tröscher Deputy chairmen: Dr. Peter Wilke and Dr. Uwe Tessmar Further information www.weltkulturenmuseum.de/en/friends How to find us Public transport Bus 46 (Untermainbrücke); U-Bahn U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz), U4, U5 (Willy-Brandt-Platz); Tram 15, 16 (Schweizer Platz/Gartenstraße) By car Parking is available for persons with restricted physical mobility. Please register ahead of your visit. (Except at events) We regret that our exhibition space is not handicapped accsessible.
shops for all age groups in the current exhibition. Some are also held in English. In numerous cooperation projects, participants become actors in the museum and discuss current social issues and topics. The Weltkulturen Museum offers a range of special tours and workshops for schools and day care centres from pre-school to senior grades. For educators and teachers, from pre-school to secondary level, the Weltkulturen Museum offers introductions to current exhibitions and further training courses. Children’s birthday parties can also be held in the Weltkulturen Museum. Working with the education department’s special hands-on collection, children can create masks and batiks or build their own pinhole camera. weltkulturen.bildung@stadt-frankfurt.de 069 212 39898
IMPRINT: Editor: Weltkulturen Museum, Stadt Frankfurt am Main, Schaumainkai 29–37, 60594 Frankfurt am Main • Texts: Adams Bodomo, Julia Friedel, Vanessa von Gliszczynski Arno Holl, Nadine Müller, Eva Ch. Raabe, Julia Rajkovic-Kamara, Maria Reith-Deigert, Sarah Stuckhardt, Kristina Werner • Editorial Staff: Christine Sturm, Julia Rajkovic-Kamara Assistance: Noelle Kuhley • Proof Reading: Maria Reith-Deigert • Design: Studio Michael Satter Typefaces: Rosart (Camelot) und Simon Mono (Dinamo) • Printed by: Frankfurter SocietätsDruckerei • Lithography: Herbert Gärtner, ORT Studios Frankfurt • Translations: Andrew Boreham, Nicola Morris, Herwig Engelmann • LGBTQ: Our goal is to write readable and yet gender-sensitive texts. In addition, translations should be as fair as possible to the original text without being discriminatory. With the spelling we choose, we address all gender identities.
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Vorschau: Matthias Claudius Hofmann über seine Forschung zu einer kolonialzeitlichen Sammlung aus Nordost-Neuguinea und ihren Sammler Hans Meier, der später unter Pseudonym seine Erlebnisse in Groschenromanen in dichterischer Freiheit verewigte. Preview: Matthias Claudius Hofmann on his research on a colonial collection from northeast New Guinea and its collector Hans Meier, who later immortalized his adventures reimagining them in pulp novels under a pseudonym.
31. Tasche mit Steinen für Liebeszauber; Pflanzenfaser, Steine; Nordostküste Neuguinea, Sammler: Hans Meier 1904-05; Ankauf: Hans Höllerer 1906; Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 31. Bag with stones for love magic. Plant fibres, stones; Northeast coast of New Guinea, collector: Hans Meier 1904-05; acquired: Hans Höllerer 1906; collection Weltkulturen Museum. Photo: Wolfgang Günzel 00. Milli Bau, Zufahrt zum Dorf Yab-Ed-Din, Ma'alula, Syrien, 1956. Sammlung Weltkulturen Museum 00. Milli Bau, Access to the village Yab-Ed-Din, Ma'alula, Syria, 1956. Collection Weltkulturen Museum
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